Elbufer Rundschau - Hitzacker – authentisch, kreativ, solidarisch
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Ausgabe 7 - Herbst 2022<br />
regional | unabhängig | neugierig<br />
Erscheint viermal im Jahr<br />
<strong>Hitzacker</strong> <strong>–</strong> <strong>authentisch</strong>, <strong>kreativ</strong>, <strong>solidarisch</strong><br />
<strong>Rundschau</strong><br />
<strong>Hitzacker</strong> Tießau | Tiesmesland | Bahrendorf | Wietzetze | Drethem | Glienitz | Schutschur | Klein Kühren | Neu Darchau | Katemin | Quarstedt | Darzau | Sammatz | Walmsburg Bleckede<br />
Amt Neuhaus Konau | Popelau | Darchau | Groß Kühren | Vockfey | Auslegestellen: Neuhaus, Alt Garge, Tosterglope, Ventschau, Dahlenburg, Marienau ... Lüneburg...<br />
SCHULE<br />
KINDERGARTEN<br />
JUGENDZENTRUM<br />
SENIOREN<br />
KLOOGSCHIETER<br />
Spielzeug-Tipps<br />
Termine<br />
Veranstaltungen<br />
HITZACKER<br />
Die Kreativen der<br />
Stadtinsel<br />
Jeetzelrettung<br />
DRK<br />
Herbstmarkt<br />
ELBUFER BACKBORD<br />
Alt Garge<br />
Neu Darchau<br />
Marienau<br />
Sammatz<br />
Walmsburg<br />
ELBUFER STEUERBORD<br />
Darchau: Brückenfest<br />
am 3. Oktober<br />
KULTUR & FREIZEIT<br />
Veranstaltungen<br />
UMWELT & TECHNIK<br />
Das Storchenjahr 2022<br />
Agri-PV-Anlage<br />
Amphibienwissen<br />
elbDORFaktiv e.V.
Informationen zur Infrastruktur<br />
Ärzte | Gesundheitswesen<br />
Julia Elvers, Fachärztin für Allgemeinmedizin<br />
Hauptstraße 21 | Neu Darchau | Telefon: 05853 18 11<br />
Praxis urlaubsbedingt geschlossen vom 13. -18. Oktober<br />
und vom 23.Dezember 2022 - 01. Januar 2023<br />
Wolfram Kerber, Zahnarzt<br />
Hauptstr. 113 | Neu Darchau | Telefon: 05853 414<br />
Notruf-Nummern<br />
Polizei 110<br />
Feuerwehr 112<br />
Rettungsleitstelle 112<br />
Augenarzt 116 117<br />
Giftinfomationszentrum Nord 0551 / 19 24 0<br />
Ärzte-Notdienst-Zentrale 116 117<br />
Apotheke am Markt: Kostenfreier Lieferservice!<br />
Am Markt 16 | 21368 Dahlenburg<br />
Tel. 05851 7636 | Fax 05851 7258<br />
info@apotheke-dahlenburg.de<br />
(In den Briefkasten an der Gemeinde Neu Darchau<br />
können Sie Ihr Rezept einwerfen und bekommen Ihr<br />
Medikament nach Hause geliefert)<br />
Liefergebiet: Dahlenburg, Altenmedingen, Neu Darchau,<br />
Thomasburg, Tosterglope, Nahrendorf, Bleckede<br />
Jörn Böhme | Osteopathie an der Wassermühle<br />
Mühlenweg 5 | Katemin<br />
Telefon: 05853.980 18 98 | www.joernboehme.de<br />
Tanja Juraschek | Physiontherapie |<br />
Lilienweg 15 | Neu Darchau | Telefon: 05853 1733<br />
Elske Markgraf | Yoga (www.yoginidome.de)<br />
Am Gieberg 2 | Glienitz (Elbe )| Mobil 0178 7115718<br />
Einkauf, Restaurant und Café:<br />
Neu Darchau:<br />
Edeka Hildebrandt | Hauptstraße 6 | Neu Darchau<br />
Daxner - Mühle und Landhandel | Mühlenweg 1<br />
(auch Bioprodukte)<br />
Göpelhaus | Die Gastwirtschaft an der Elbe<br />
(Winterpause / Veranstaltungen trotzdem möglich)<br />
Am Hafen 6 | Neu Darchau | Telefon: 05853 3489857<br />
Gaststätte Zum Göpel | Restaurant & Kneipe<br />
<strong>Elbufer</strong>str. 141 | Telefon: 05853 980202 (Winterpause)<br />
Elbdorado | Gaststätte & Imbiss | www.elbdorado.eu<br />
<strong>Elbufer</strong>straße 149E | Telefon 01511 237 8339 (Winterpause)<br />
Kupferkessel | Gaststätte, Imbiss & Kneipe<br />
Hauptstraße 9| Neu Darchau | Telefon: 05853 2373219<br />
Darzau: Hartmut Kraßmann - Fischfarm | Hof Darzau 2<br />
Sammatz:<br />
Hofladen MICHAELSHOF Sammatz<br />
Im Dorfe 11 | 29490 Sammatz | Telefon: 05858 970-30<br />
Cafè am Michaelshof (Winterpause)<br />
Walmsburg:<br />
Dorfschnack <strong>–</strong> Café und Gemischtwaren<br />
Kateminer Straße 42<br />
Hofliebe <strong>–</strong> Café & schöne Dinge<br />
Wiesenweg 4 | Telefon 05853 292<br />
Heinz Kastens | Fischhandel/Räucherfisch<br />
(donnerstags Bleckede REWE, freitags Neu Darchau Edeka)<br />
Telefon 05853 1891 | Mobil 15786283106<br />
Christine und Oliver Wachowski<br />
Fischräucherei und Honig<br />
Vor den Höfen 8 | Telefon 05853 7279962<br />
Göddingen:<br />
Hofladen | Hof Heuer | Landstr. 18 (Spargel z.B.)<br />
Alt Garge:<br />
Schmidts Laden| Hauptstraße 1<br />
Griechisches Restaurant Olympos<br />
Hauptstraße 16 | Telefon 0174 6857528<br />
Tangsehl:<br />
Hofladen Tangsehl | Tangsehl 2, Nahrendorf<br />
Tosterglope:<br />
Familie Schoop - LüBio GbR | Neuhauser Str. 11<br />
Köhlingen:<br />
Demeterhof Christian Pahlow<br />
Köhlingen 2 | Tosterglope | Telefon 05853 204<br />
Garze:<br />
Anna und Oliver Levedag Schafskäserei<br />
Langer Weg 2, Bleckede-Garze |Telefon 05852 4089295<br />
Privelack:<br />
Privelacker Paradiesgarten | Elbstr. 4 (Winterpause)<br />
Darchau:<br />
Cafè zur Elbe | von Rautenkranz<br />
Hauptstraße 9 | Telefon: 038841-20781<br />
Stiepelse<br />
Cafè Plan b | Elbstraße 5 | Mobil: 0172 - 372 68 29<br />
info@plan-b-stiepelse.de | (Winterpause)<br />
Moin - Die Räucherkate<br />
Elbstrasse 7 | Telefon: 038844 - 21711<br />
Neu Bleckede:<br />
Wildwuchs-Hof Anja Rösler | Am Elbedeich 9<br />
(Winterpause)<br />
Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Sie einen Eintrag wünschen, kontaktieren Sie uns. / *Winterpause: geschlossen in der Regel von November bis März
Inhalt<br />
Regional * Unabhängig * Neugierig<br />
Unser Leitbild spiegelt sich in den Worten.<br />
REGIONAL!<br />
Wir sind regional. Wir leben hier. Die einen mit gewachsenen<br />
Wurzeln, die anderen mit selbst gewählten. Wir leben gern hier.<br />
Daher geben wir unseren Themen im Schwerpunkt den regionalen<br />
Bezug. So vielfältig, so bunt und so interessant wie unser<br />
aller Leben hier.<br />
UNABHÄNGIG!<br />
Das Team der Redaktion steht keiner politischen oder religiösen<br />
Überzeugung nahe. Und so ist auch unser Magazin offen für<br />
alle Strömungen mit freiheitlichen und demokratischen Grundidealen.<br />
Wir arbeiten unabhängig und überparteilich, räumen<br />
Platz ein für Gedanken und Geschichten und geben Autoren<br />
mit unterschiedlichsten, auch politischen Einstellungen eine<br />
Plattform, ohne dass diese unbedingt die Überzeugungen der<br />
Redaktion widerspiegeln. Genau damit möchten wir die Offenheit<br />
und Vielfalt spiegeln, die wir hier bei uns im Alltag leben<br />
und lieben.<br />
NEUGIERIG!<br />
War es nicht die unbeschwerte Neugier, die uns als Kindern oft<br />
unbekannte Türen geöffnet hat? Die uns in bis dahin verschlossene<br />
Welten eintauchen ließ und uns zu dem gemacht hat, was<br />
wir heute sind? Die uns Freude, Achtung, Mut und Demut gelehrt<br />
hat? Das alles möchten wir auch mit diesem Magazin in<br />
unseren oft so vernünftigen und rationalen Alltag hinüberretten<br />
und mit Ihnen teilen.<br />
Wir möchten im besten Sinne neugierig bleiben, ohne aufdringlich<br />
zu sein. Und wir möchten Sie anstecken und auffordern,<br />
diese Neugier mitzuleben. Neugier auf Neues, auf Mitmenschen,<br />
auf all das, was uns hier umgibt. Gemeinsam mit<br />
Ihnen allen in und für unsere <strong>Elbufer</strong>-Region: Senden Sie uns<br />
Hinweise, Ihre Geschichte, Ihre Wünsche, beteiligen Sie sich an<br />
der positiven inhaltlichen Gestaltung des Magazins.<br />
Katemin<br />
(Impressum: siehe hinten)<br />
„Hier in Katemin hatten wir den schönsten Saal“<br />
Von den großen Zeiten in „Meyer’s Gasthof“, später „Landhaus Katemin“<br />
Liebe Leserinnen und Leser,<br />
wieder liegt ein neues Heft der <strong>Elbufer</strong>-<br />
<strong>Rundschau</strong> vor Ihnen, voll mit Geschichten<br />
und Informationen aus der Region.<br />
Erstmals haben wir diesmal eine Gruppe von Geschäftsinhabern<br />
ganz besonderer, individueller Geschäfte für<br />
unser Titelthema ausgewählt. Wir haben sie interviewt,<br />
weil uns interessierte, was für Menschen im schönen Städtchen<br />
<strong>Hitzacker</strong> diese im Geschäftsleben eher seltene Form<br />
des gemeinschaftlichen Zusammenhalts leben.<br />
Viel Spaß beim Lesen!<br />
Immer häufiger werden uns von unseren Lesern Vorschläge<br />
für interessante Themen unterbreitet. Darüber freuen wir<br />
uns sehr. Doch auch diesmal bitten wir um Verständnis<br />
dafür, dass aus Platzgründen nicht alle Hinweise und Ideen<br />
aufgenommen werden konnten.<br />
Bei der Recherche zu den Berichten in dieser Ausgabe<br />
haben wir wieder viel aktive Unterstützung erlebt. Dafür<br />
möchten wir uns herzlich bedanken und wollen alles dafür<br />
tun, um das Vertrauen auch künftig zu rechtfertigen.<br />
Bleiben Sie guter Dinge!<br />
Sonja Reichmann und das Redaktions-Team Helmut und Irmgard Hoffmann<br />
Im Internet sind alle Ausgaben<br />
der ,,<strong>Elbufer</strong>-<strong>Rundschau</strong>" online.<br />
Einfach aufs Cover<br />
klicken und blättern:<br />
www.elbufer-rundschau.de<br />
Beiträge, Geschichten von früher, Anekdoten,<br />
Aktivitäten, Termine, Insider-Tipps...<br />
Wünsche oder Beiträge gern telefonisch - oder per Post<br />
(digital oder analog) an: kontakt@elbufer-rundschau.de<br />
oder in den Briefkasten der <strong>Elbufer</strong>straße 37 in Neu Darchau.<br />
Mobil: 0171 3030255<br />
Wenn ich nicht dran gehe, habe ich anderes zu tun.<br />
Bei nächster Gelegenheit rufe ich sicher zurück.<br />
„Hier war das Leben, und das Leben war schön.“ Kaum<br />
ist der heute 83jährige Bruno Scheffel durch die Eingangstür<br />
im ehemaligen Landhaus Katemin getreten,<br />
leuchten seine Augen. Er zeigt auf eine Wand: „Hier<br />
stand das Klavier. Wie oft war dieses Klubzimmer gerammelt<br />
voll. Irgendwie waren wir alle eine große Familie“,<br />
nimmt er uns mit auf eine schillernde Zeitreise.<br />
Postkarte um etwa 1900<br />
Statt sich an den Tisch zu setzen, will er erst mal alles<br />
angucken: „Was haben wir hier alles gefeiert: Faßlam,<br />
Osterball,Tanz in den Mai… <strong>–</strong> Hier steppte der Bär.“ Die<br />
Erinnerungen bewegen unseren Zeitzeugen sichtlich.<br />
Emotionales Wiedersehen mit dem Gasthof<br />
1945 ist Bruno Scheffel als Kind mit seiner Familie auf<br />
der Flucht aus dem Osten in Walmsburg gelandet.<br />
Dort hat er seine Kindheit verbracht („das waren tolle<br />
Jahre“). Als junger Erwachsener zog er dann nach Neu<br />
Darchau und war dort sehr aktiv, unter anderem in der<br />
Fußballmannschaft des Ortes.<br />
Auch wenn er später viele Jahre im Hamburger Hafen<br />
gearbeitet hat, hing sein Herz doch immer an den gesellschaftlichen<br />
Aktivitäten hier in der Elbtalaue.<br />
Während wir gemeinsam mit dem neuen Besitzer des<br />
Gasthofs die alten Räume besichtigen, die zum Teil<br />
wieder restauriert sind, strömen die Erinnerungen aus<br />
Bruno Scheffel heraus. In dem großen Saal sieht er sich<br />
immer wieder um. „Als dieser Saal eingeweiht wurde,<br />
habe ich hier gekellnert. Es gab zwar in der näheren<br />
Umgebung damals noch fünf Wirtschaften, wo man<br />
was trinken konnte. Aber das hier war der schönste<br />
Festsaal weit und breit“, kommt er ins Schwärmen.<br />
Titelthema: <strong>Hitzacker</strong> entdecken<br />
Meyer‘s Gasthof um 1950<br />
Verschiedene Termine und Informationen<br />
„Dieses Prunkstück von einem Saal hat Ende der<br />
1960er Jahre der Architekt Heinz Meyer geschaffen.<br />
Der stammte aus Walmsburg und hieß wie der Wirt.“<br />
Bruno Scheffel zeigt auf die gegenüberliegende Seite:<br />
„Dort hinten wurde Theater<br />
gespielt. Auch junge Künstler<br />
haben hier gesungen. Und da<br />
drüben war die Sektbar. Während<br />
die Männer am Tresen Bier<br />
und Schnaps getrunken haben,<br />
sind die Frauen hierher und<br />
haben sich amüsiert. Und hier<br />
an dieser Seite <strong>–</strong> so erinnere<br />
ich mich <strong>–</strong> war dezentes Licht.“<br />
Er macht eine kleine Pause.<br />
„Hier habe ich auch meine Frau<br />
kennengelernt. Wir sind nach so<br />
vielen Jahren immer noch zusammen.“<br />
Kinder und Familien<br />
Gemeinsam besichtigen wir<br />
die weiteren Räumlichkeiten in<br />
dem großen Haus. „Das hier war<br />
die Küche, da war der Vorbereitungsraum<br />
für die Küchenarbei-<br />
elbDORFaktiv e.V.<br />
Freizeit | Kultur | Literatur<br />
Historisches<br />
2<br />
Sportvereinigung <strong>Elbufer</strong> e.V.<br />
Natur | Umwelt und Technik<br />
Aus den Orten | Leser-Rezept<br />
Impressum<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
3
<strong>Hitzacker</strong><br />
Gemeinsam erfolgreich für <strong>Hitzacker</strong><br />
Vor 5 Jahren: Rettung der Jeetzel gelungen <strong>–</strong> Interview mit Frauke Dannenberg<br />
Mit beispiellosem Einsatz verhinderten engagierte<br />
Menschen in <strong>Hitzacker</strong> im Jahre 2017 den Zugriff<br />
eines privaten Investors auf die Jeetzel!<br />
Anläßlich dieses großen Erfolgs vor fünf Jahren haben<br />
wir die Vorsitzende des Vereins „Gemeinsam für<br />
<strong>Hitzacker</strong>“ gebeten, noch einmal die<br />
damaligen Vorgänge zu schildern.<br />
Dazu verabredeten wir uns (an einem<br />
der heißesten Augusttage des Jahres)<br />
auf dem Marktplatz in <strong>Hitzacker</strong>.<br />
Pünktlich zur verabredeten Zeit kam<br />
eine sportliche junge Frau mit Sonnenhut zum Treffpunkt<br />
geradelt und winkte uns fröhlich zu.<br />
Nachdem wir uns gegenseitig bekannt gemacht hatten,<br />
suchten wir erst einmal ein schattiges Plätzchen<br />
und fanden zu unserem Glück gleich eine freie Bank.<br />
Bei dem Treffen erlebten wir Frauke Dannenberg als<br />
unkomplizierte, interessierte und kompetente Gesprächspartnerin,<br />
die sich sehr gut erinnern konnte:<br />
„Wie ein Lauffeuer verbreitete sich in <strong>Hitzacker</strong> Anfang<br />
November 2016 die Nachricht, dass die Jeetzel von der<br />
Drawehnertorbrücke bis zur Mündung in die Elbe an einen<br />
privaten Investor verkauft werden sollte. Ich dachte<br />
nur: Das kann doch nicht wahr sein, das muss ein<br />
Aprilscherz sein! Unsere GemeindepolitikerInnen waren<br />
ebenso überrumpelt und geplättet wie ich. “<br />
Etwa 150 Bürgerinnen und Bürger fordern 2016 auf der Drawehnertorbrücke:<br />
„Die Jeetzel gehört uns allen <strong>–</strong> und das soll auch so bleiben“<br />
Diese unglaubliche Nachricht war der Auslöser für die<br />
Gründung des Vereins „Gemeinsam für <strong>Hitzacker</strong>“.<br />
„Ca. 20 Leute haben sich damals spontan in der Alten<br />
Sargtischlerei getroffen und Gegenmaßnahmen überlegt.<br />
Zuerst einmal versuchten wir natürlich, überhaupt<br />
etwas Licht ins Dunkel zu bringen. “<br />
Wie aber konnte eine Rettung bewerkstelligt werden?<br />
„Uns wurde für den Jeetzel-Abschnitt ein Kaufpreis von<br />
50000 Euro mitgeteilt. Es war naheliegend zu versuchen,<br />
diese Summe durch Spenden zusammen zu bekommen.<br />
Und tatsächlich war in kurzer Zeit der beeindruckende<br />
Betrag von 14- bis 15000 Euro gesammelt.<br />
Aber das reichte ja längst noch nicht. Deshalb haben<br />
wir uns überlegt, ,Jeetzel-Aktien‘ zu verkaufen, für je<br />
einen Meter Jeetzel eine Aktie. Diese ,Aktien‘ wurden<br />
tatsächlich vielfach als Weihnachtsgeschenke erworben.<br />
Und so hatten wir bereits am Ende des Jahres ca. 40 000<br />
Euro beisammen.“<br />
Jeetzel-Aktien als Weihnachtsgeschenke<br />
„Doch mitten in dieser hoffnungsvollen Phase kam der<br />
Dämpfer. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben<br />
teilte uns in einem Schreiben mit, die Wertansätze seien<br />
von der zuständigen Abteilung erneut<br />
geprüft worden, weshalb<br />
nun ein Verkehrswert von<br />
95000 € für den Abschnitt<br />
der Jeetzel anzusetzen sei.<br />
Das war der Hammer!“<br />
Mittlerweile waren auch<br />
die zuständigen PolitikerInnen<br />
eingeschaltet. Allen Beteiligten<br />
war klar, dass bei einer Realisierung hier ein<br />
bundesweiter Präzedenzfall geschaffen würde!<br />
Das Thema Jeetzel-Verkauf wurde zu der Zeit auch verstärkt<br />
in den regionalen und überregionalen Medien<br />
behandelt.<br />
„Es gab viele Gespräche mit Verantwortlichen aus Bund<br />
und Land. Unter den PolitikerInnen, die sich tatkräftig<br />
auf die Seite der <strong>Hitzacker</strong>aner stellten, ist besonders<br />
Hiltrud Lotze (SPD), damaliges Mitglied des Bundestags,<br />
hervorzuheben. Auch Miriam Staudte (grüne Landtagsabgeordnete)<br />
hat sich sehr für uns eingesetzt.“<br />
Mit großer Sorge und Spannung wurden die Reaktionen<br />
aus der Politik erwartet. Endlich drehte sich der Wind.<br />
Die niedersächsische Landesregierung war bereit, dem<br />
Bund das umstrittene Teil der Jeetzel abzukaufen.<br />
Damit würde der Fluss auch in Zukunft allen gehören.<br />
„Dem damaligen Umweltminister Stefan Wenzel gelang<br />
es mit Anweisungen ,auf den letzten Drücker‘, die<br />
Übernahme der Jeetzel durch das Land Niedersachsen<br />
am 29. September 2017 zu realisieren, bevor die schon<br />
abgewählte Regierung ihre Macht abgeben musste.“<br />
Die Rettungsaktion des Vereins fand überwältigenden<br />
Zuspruch. Und endlich durfte gefeiert werden!<br />
Frauke Dannenberg: „Das war ein anstrengendes Jahr.<br />
Aber der Erfolg hat uns auch Mut und Kraft gegeben.“<br />
42
Der Verein „Gemeinsam für <strong>Hitzacker</strong>“<br />
will das Zusammenleben fördern<br />
„Unser Verein ,Gemeinsam für <strong>Hitzacker</strong>‘ wollte aber<br />
von Anfang an nicht nur die Jeetzel retten. Er ist auf<br />
ganz vielfältige Weise aktiv, um die Stadt, einschließlich<br />
aller Ortsteile, zu verschönern und das Zusammenleben<br />
in <strong>Hitzacker</strong> zu fördern. Unser Netzwerk von aktiven<br />
Bürgern hat eine Menge Ideen entwickelt und für Auftrieb<br />
gesorgt.“<br />
Auf einem vom Verein organisierten Workshop hatten<br />
die Bürgerinnen und Bürger von <strong>Hitzacker</strong> schon im<br />
Mai 2017 die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen.<br />
Herausgekommen ist eine Palette von spannenden<br />
Vorschlägen, von denen einige umgesetzt wurden:<br />
<strong>–</strong> Eine Idee war der sogenannte „Flauschmarkt“ (Wortspiel<br />
aus Floh- und Tauschmarkt). Hier werden im Frühjahr<br />
auf dem Flohmarkt auch Pflanzen getauscht, Im<br />
Herbst Kombination von Flohmarkt und Gallusmarkt.<br />
<strong>–</strong> Zu den tollen Einfällen, die realisiert wurden, zählt<br />
auch das Reparatur-Cafe. Jeden 3. Sonnabend im<br />
Monat stehen handwerklich geschickte Leute bereit,<br />
um für ihre Mitbürger Reparaturen auszuführen.<br />
<strong>Hitzacker</strong> blüht <strong>–</strong> und setzt Zeichen<br />
<strong>–</strong> Auch während der schwierigen Coronaphasen immer<br />
aktiv war die Blühgruppe des Vereins. Sie hat unbeirrt<br />
die Flächen betreut, die sie schon in den Jahren zuvor<br />
bearbeitet hat. Und sie hat an verschiedenen Stellen<br />
der Stadt viele Blumenzwiebeln gepflanzt.<br />
<strong>–</strong> Eine andere Gruppe hat das Projekt „Plastikfrei <strong>–</strong><br />
<strong>Hitzacker</strong> setzt Zeichen“ ins Leben gerufen und dafür<br />
sogar Fördergelder erhalten.<br />
Davon wurde ein Mahnmal gebaut: Ein Fisch, der gefüllt<br />
mit Plastikmüll auf die Problematik des Konsums von<br />
Einwegverpackungen aufmerksam machen will. Er<br />
wurde unter Anleitung von Christoph Spanier aus<br />
Neu Darchau und von Mitgliedern der Projektgruppe<br />
„Plastikfrei <strong>–</strong> <strong>Hitzacker</strong> setzt Zeichen“ erschaffen.<br />
Mit diesem Mahnmal sind Mitglieder der Gruppe<br />
immer wieder durch <strong>Hitzacker</strong> gezogen, um auf dieses<br />
schwerwiegende Problem aufmerksam zu machen.<br />
Gemeinsam gegen den Leerstand<br />
Mitglieder des Vereins „Gemeinsam für <strong>Hitzacker</strong>“<br />
haben auch versucht, Ideen zum Leerstandsmanagement<br />
in <strong>Hitzacker</strong> zu entwickeln.<br />
Frauke Dannenberg erklärt: „Wir haben gefragt: Wo<br />
stehen Läden leer? Wie kann man das Thema sichtbar<br />
machen? Was könnte als Lösung passen?<br />
Bis heute ist der Verein ein Angelpunkt für derartige<br />
Themen. So hat uns in diesem Jahr der Käufer des früheren<br />
Cafés Knigge angeschrieben und angeboten, die<br />
unteren Räume der Immobilie für ein Geschäft zur<br />
Verfügung zu stellen. Daraufhin haben wir eine Veranstaltung<br />
organisiert, auf der Ideen gesammelt wurden.<br />
Es ist wunderbar, dass mittlerweile so viele Menschen in<br />
<strong>Hitzacker</strong> mitmachen und die Stadt weiter voranbringen<br />
möchten. So hatte der Kampf um die Jeetzel im Nachhinein<br />
auch sein Gutes.“<br />
Höhepunkt Ende August: „Musik am Fluss“...<br />
Unsere Gesprächspartnerin zieht auch ein persönliches<br />
Resümee: „Ich bin ja in Dannenberg aufgewachsen,<br />
habe zwischendurch etliche Jahre in Berlin gelebt.<br />
Als wir dann Kinder hatten, wurde das Landleben wieder<br />
attraktiv. Zum Glück. <strong>Hitzacker</strong> ist so ein reizvoller Ort.“<br />
Sie freut sich über viele spannende Projekte: „Eine<br />
Erfolgsgeschichte ist auch die ,Musik am Fluss‘ geworden.<br />
Am jeweils letzten Wochenende im August<br />
wird in <strong>Hitzacker</strong> auf drei Bühnen gesungen, getanzt<br />
und gefeiert. Für dieses Jahr haben 16 Gruppen ihre<br />
Teilnahme zugesagt. Dabei wird das Straßenmusikfest<br />
in diesem Jahr noch unterhaltsamer, denn es wird<br />
erstmalig ergänzt durch den ,Markt der Vereine‘.“<br />
...und alle machen mit!<br />
Am „Markt der Vereine“ beteiligen sich in diesem Jahr<br />
die Schützengilde, die Feuerwehr, der Sportverein, der<br />
Kneippverein, die Musikwoche <strong>Hitzacker</strong>, der Heimatund<br />
Museumsverein, der Förderverein Hiddobad, das<br />
DRK, der Jugendhof Godewin und natürlich der Verein<br />
„Gemeinsam für <strong>Hitzacker</strong>“!<br />
Frau Dannenberg lächelt: „Es bleibt bei uns interessant.<br />
Am 12. November ist wieder ein Ideen-Workshop!“<br />
Text: Hoffmann, Fotos: Norbert Erler (2), Gemeinsam für <strong>Hitzacker</strong>, Christoph Spanier<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
53
<strong>Hitzacker</strong><br />
Insel der Kreativen: die Altstadt von <strong>Hitzacker</strong><br />
Auf Entdeckertour <strong>–</strong> Erstaunliche Vielfalt an besonderen Geschäften<br />
<strong>Hitzacker</strong> ist wegen seiner Altstadt mit den vielen<br />
schmucken Fachwerkhäusern sowie der besonderen<br />
Lage an Elbe und Jeetzel zu Recht oft als eine Perle des<br />
Wendlands bezeichnet worden.<br />
Kulturell hat <strong>Hitzacker</strong> Außerordentliches vorzuweisen<br />
<strong>–</strong> besonders durch die alljährlich stattfindende Musikwoche<br />
<strong>Hitzacker</strong> sowie die Sommerlichen Musiktage.<br />
Unter anderem sind auch das Archäologische Museum<br />
sowie der Weinberg über die Region hinaus bekannt.<br />
Es gibt viel Originelles zu finden<br />
Nicht zuletzt gibt es in <strong>Hitzacker</strong> eine Palette an ganz<br />
besonderen, unverwechselbaren Geschäften.<br />
Während anderwo in dieser Zeit Ladenzeilen dominiert<br />
werden von Billigketten mit Massenware aus<br />
Fernost, kann dieser Ort sich glücklich schätzen, eine<br />
ganze Reihe inhabergeführter Geschäfte mit einem<br />
vielfältigen Angebot präsentieren zu können.<br />
Es bedarf heute mehr je passender Rahmenbedingungen,<br />
damit Menschen mit außergewöhnlichen<br />
Ideen ein Geschäft eröffnen. Die Mieten zum Beispiel<br />
dürfen Künstler, Handwerker und Händler mit geringem<br />
Umsatz nicht strangulieren. Daher gilt als eine<br />
Voraussetzung, dass auch Hausbesitzer bereit sind,<br />
das Gemeinwohl vor ihr Profitinteresse zu stellen.<br />
Die Stärke ist ein <strong>solidarisch</strong>es Miteinander<br />
In <strong>Hitzacker</strong> ist ein klarer Kompaß zu erkennen: Ob bei<br />
den großen Kulturereignissen oder dem alljährlichen<br />
Adventsmarkt <strong>–</strong> ein deutliches Bemühen um Originalität<br />
und Echtheit zieht sich durch alle Aktivitäten.<br />
Es gibt es aber noch ein Geheimnis, weswegen sich so<br />
viele Kreative in <strong>Hitzacker</strong> wohl fühlen: In gleich mehreren<br />
Geschäften wurde uns gegenüber betont, dass<br />
es hier ein sehr kollegiales Miteinander gibt! Sucht ein<br />
Kunde z.B. einen Artikel und wird nicht fündig, dann<br />
wird er zu dem passenden Geschäft weitergeleitet.<br />
Wir haben auf unserem Rundgang einige interessante<br />
Ladenbesitzer aufgesucht und sie gebeten, uns einmal<br />
ihr ganz besonderes Angebot vorzustellen und etwas<br />
über ihre Geschichte zu erzählen.<br />
INSEL-SHOPPING<br />
auf der Stadtinsel <strong>Hitzacker</strong><br />
Foto und Gestaltung: Rainer Erhard<br />
BEHÜTET<br />
eigenArt<br />
ANTHRA<br />
Feuer und Flamme wöckwörX<br />
ritz<br />
Es waren schöne Gespräche mit euch. Danke für eure Offenheit und euer Vertrauen. <strong>Hitzacker</strong> ist uns ans Herz gewachsen. Irmgard und Helmut<br />
62
BEHÜTET<br />
Birke Breckwoldt<br />
Am Marktplatz 8<br />
Seit wann bist du hier in<br />
<strong>Hitzacker</strong>?<br />
In diesem Jahr sind es<br />
vier behütete Jahre.<br />
Meine Hüte und ich wurden hier so herzlich empfangen,<br />
dass wir uns gleich zu Hause gefühlt haben.<br />
Wie bist du hierher nach <strong>Hitzacker</strong> gekommen?<br />
Ich habe ursprünglich Modedesign gelernt. Dann war<br />
ich ein Jahr in New York. Da bin ich zu den Hüten inspiriert<br />
worden. Und in Hamburg habe ich schließlich den<br />
ersten eigenen Hutladen eröffnet.<br />
Um den Laden zu finanzieren, habe ich morgens von 6<br />
bis 9 Uhr vor der Arbeit in einem Bioladen Kisten mit<br />
Obst und Gemüse geschleppt und abends bei Musical-<br />
Vorstellungen an der Garderobe gejobbt.<br />
Dann riet mir jemand: „Du bist doch Hutmacherin,<br />
mach doch mal einen Aushang in der Kantine.“<br />
Darauf meldete sich die Kostümleitung und fragte, ob<br />
ich Hüte für das Musical „Mama mia“ machen wollte.<br />
Und ob ich wollte... Bald entwickelte sich etwas, das<br />
ich als kleines Wunder bezeichnen möchte: In kurzer<br />
Zeit waren meine Arbeiten so gefragt, dass ich europaweit<br />
Bühnenaufträge bekam! So konnte ich mich ganz<br />
auf mein geliebtes Handwerk konzentrieren.<br />
Aber die Sehnsucht nach Weite und Natur zog mich<br />
nach <strong>Hitzacker</strong>, in einen Ort mit fast märchenhafter<br />
Atmosphäre, in dem ich mich sofort wohl gefühlt habe.<br />
Und wieder ein Wunder: Dieser Laden stand leer, ich<br />
konnte ihn mieten. Es passte alles für mich <strong>–</strong> dazu kam<br />
das kollegiale Miteinander der Geschäftsleute. Ich finde<br />
es wunderbar, hier mit meinen Hüten zu leben.<br />
Was stellst du her bzw. was umfasst dein Sortiment?<br />
Alles für den Kopf: Hüte, Mützen, Kappen, Kopfschmuck,<br />
Accessoires. Zudem gibt es eine gute Auswahl an Damen-<br />
und Herrenhüten von ausgewählten Hutfirmen.<br />
Schließlich biete ich Service rund um den Hut an: Ich<br />
mache sie größer oder kleiner. Hüte werden aufgemöbelt,<br />
umgestaltet, repariert, geändert, wieder in Form<br />
gebracht. Ich bin Expertin für Hutnotfälle!<br />
„Der Begegnungsmoment als Vermittlerin zwischen<br />
Mensch und Hut ist etwas ganz Besonderes.“<br />
eigenArt<br />
Schönes für alle Sinne<br />
Ulrike Frei, Elbstrasse 3<br />
Seit wann betreibst du<br />
dein Geschäft hier in<br />
<strong>Hitzacker</strong>?<br />
Im Januar 2015 habe<br />
ich das eigenArt von<br />
Irma Schröder und Gerd<br />
Tobaben übernommen.<br />
Die beiden hatten mit<br />
ihrer in <strong>Hitzacker</strong> stationierten Gewürzmanufaktur<br />
Masala einen Online-Shop gegründet. Das eigenArt lief<br />
gut und ich bin auf den rollenden Zug aufgesprungen.<br />
Und wie hat sich der Sprung zur Inhaberin von<br />
eigenArt ergeben?<br />
Mir war mein Strickdesign und Musiktherapie nicht<br />
genug zum Leben, so habe ich, als ich davon hörte,<br />
sogleich zugesagt, dass ich den Laden übernehmen<br />
möchte. Nach einigen Anläufen habe ich auch dank<br />
eines Kredites von der N-Bank das Finanzielle regeln<br />
können. Masala-Gewürze führe ich natürlich weiter!<br />
Wie sieht dein Konzept aus und was<br />
bietest du an?<br />
Mein Konzept ist einfach: Ich biete einen<br />
Ort an, wo Menschen entspannt<br />
mit allen Sinnen Schönes entdecken<br />
können. Dazu gehört ein feines Ambiente,<br />
entspannte Mitarbeiterinnen<br />
und ein sorgfältig ausgesuchtes Sortiment,<br />
welches mit viel Liebe ausgestellt<br />
wird. Ich führe möglichst fair<br />
hergestellte Geschenkartikel, Bekleidung,<br />
Mineralien, Gewürze und mehr.<br />
Immer noch stellen bei mir 15 KunsthandwerkerInnen<br />
aus, über Mützen,<br />
Holzlampen bis hin zu wunderbarer<br />
Naturfotografie von Dieter Damschen.<br />
Mein Team ist inzwischen ganz zusammengewachsen.<br />
Auf dem Bild sieht man links von mir Patricia, Tierkommunikatorin<br />
aus Meudelfitz, und Christina, Weberin<br />
aus <strong>Hitzacker</strong>. Es fehlt Bella, Schauspielerin. Es kam<br />
schon mal eine Frau herein und sagte, sie wolle nur<br />
schauen, welcher Engel heute im Laden stehe… So<br />
erhalten wir viele schöne Kommentare zu unserem<br />
eigenArt. Wir haben<br />
eine große Stammkundschaft,<br />
auch viele<br />
treue Kundinnen,<br />
die jedes Jahr einmal<br />
extra zu uns nach<br />
<strong>Hitzacker</strong> kommen.<br />
Ich bin sehr dankbar<br />
für die vielen lieben Menschen, die uns gut durch diese<br />
nicht einfachen Zeiten helfen..<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
73
<strong>Hitzacker</strong><br />
Feuer und Flamme<br />
Stephanie Lübbert,<br />
Elbstraße 7<br />
Seit wann betreibst du den<br />
Laden in <strong>Hitzacker</strong>?<br />
Im Jahre 2018 haben wir den Laden eröffnet. Anfangs<br />
waren wir zu zweit mit einigen Ausstellern. Mittlerweile<br />
beschicke ich den Laden mit drei weiteren Ausstellern.<br />
Wie bist du zu der Idee dieses Werkstattladens<br />
gekommen?<br />
Ich bin MFA, und das mit Herzblut. Aber meine zweite<br />
Leidenschaft gilt schon seit Ewigkeiten der kunsthandwerklichen<br />
Arbeit. Daher war ein kleiner Werkstattladen<br />
schon immer mein Traum.<br />
Hier kann ich vor den Augen der Kunden arbeiten, aber<br />
auch ruhige Zeiten produktiv nutzen.<br />
Was stellst du her bzw. was umfasst dein Sortiment?<br />
Alles handgemacht <strong>–</strong> das ist das Motto meines kleinen<br />
Künstler- und Kunsthandwerker-Ladens.<br />
Mit Silberbesteck arbeite ich schon seit 25 Jahren. Besteckeschmuck<br />
herzustellen sowie das Nähen habe ich<br />
mir selbst angeeignet.<br />
Beim Arbeiten entstehen neue Ideen, wie zum Beispiel<br />
die Gürtelschnalle, die meine eigene Erfindung ist.<br />
Ich habe daher natürlich<br />
die Möglichkeit,<br />
individuell für Kunden<br />
Schmuck und Kleidung<br />
sowie Nutzgegenstände<br />
herzustellen. Das umfaßt<br />
eine Vielzahl von schönen handgefertigten Dingen,<br />
wie zum Beispiel:<br />
<strong>–</strong> Geburtskissen; <strong>–</strong> personalisierte Kleidung und Rucksäcke<br />
(durch Stickmaschine); <strong>–</strong> Schultüten; <strong>–</strong> Vasen,<br />
Wandhaken, Ketten, Ringe. . . auch mit Gravur.<br />
Meine Kollektion aus Kinder- und Babybekleidung besteht<br />
ausschließlich aus ÖkoTex, biozertifizierten und<br />
in Deutschland gefertigten und gefärbten Stoffen.<br />
Führst du das Geschäft ganz allein?<br />
Meine Mutter (Irmgard Bornemann), die eine der Ausstellerinnen<br />
ist <strong>–</strong> als Künstlerin durch ihre Weidenzeichnungen<br />
sehr bekannt, aber auch durch andere<br />
wunderschöne Kunst <strong>–</strong>, hilft mir sowie auch die anderen<br />
Aussteller.<br />
Unter anderem<br />
werden hier noch<br />
Glaskunst, heimischer<br />
Honig sowie<br />
Papierarbeiten und<br />
Stoffe ausgestellt.<br />
Alles in allem ein<br />
wunderschöner Laden<br />
mit individuellen<br />
Einzelstücken und interessanter Kunst.<br />
ANTHRA<br />
Birgit Holsten<br />
Hauptstrasse 8<br />
Wie lange bist du schon<br />
mit deinem Geschäft<br />
hier in <strong>Hitzacker</strong>?<br />
„Ich habe schon immer<br />
hier gelebt. In Tießau an<br />
der Elbe bin ich aufgewachsen“, antworte ich, wenn<br />
Kundinnen fragen, woher ich komme. Viele Kundinnen<br />
von außerhalb sind überrascht, in <strong>Hitzacker</strong> ein Geschäft<br />
mit einem so individuellen Angebot zu finden.<br />
Wie bist du zu diesem Laden gekommen?<br />
Gearbeitet habe ich schon immer in der Textilbranche,<br />
aber selbständig gemacht habe ich mich mit diesem<br />
Laden vor 30 Jahren. Vorher habe ich noch eine Ausbildung<br />
zur Bürokauffrau gemacht und ein Jahr in der<br />
Verwaltung eines Tourismusbetriebes gearbeitet.<br />
Mit Hilfe und Unterstützung eines Freundes konnte<br />
ich diesen Laden mieten und eröffnen.<br />
Was beinhaltet dein Bekleidungsangebot?<br />
Hier biete ich nun eine Kollektion an, bei der ich großen<br />
Wert auf natürliche Materialien lege und die gleichzeitig<br />
mehr als eine Saison überdauert.<br />
Uns ist wichtig, unsere Kundinnen so zu beraten, dass<br />
sie sich in der Kleidung wohl fühlen, weil sie zu ihnen<br />
paßt.<br />
Wir beziehen unsere Ware von Herstellern, die zertifiziert<br />
sind oder auf dem Wege dorthin und den Anspruch<br />
haben, Stoffe und Garne zu verwenden, die<br />
umweltfreundlich angebaut und verarbeitet werden.<br />
Mein Angebot besteht aus einer erlesenen Auswahl an<br />
Kleidern, Hosen, Tuniken, Shirts, Blusen und Jacken.<br />
Betreibst du das Geschäft alleine?<br />
Meine Tochter Jessica hat eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau<br />
gemacht und steht mir im Laden zur<br />
Seite. Wir möchten, dass die Kundinnen Freude im Laden<br />
haben, gelöst sind und sich inspirieren lassen.<br />
Es macht uns glücklich und auch ein bißchen stolz,<br />
wenn ich in unserem Gästebuch lese:<br />
„Von den Anthra-Frauen vor Ort beraten zu werden, ist<br />
eigentlich nicht zu toppen...“ oder<br />
„Klasse und individuelle Beratung von Birgit und Jessie“<br />
84
ioinsel<br />
Biofrischemarkt<br />
Jürgen Wedler, Am Markt 4<br />
Seit wann betreibt ihr dieses Geschäft in <strong>Hitzacker</strong>?<br />
Seit dem 7. 7. 2017 bin ich mit einem kompetenten<br />
Team von Kolleginnen und Kollegen hier im Laden.<br />
Aber schon seit 25 Jahren betreibe ich einen Biolandbetrieb<br />
in Harlingen. Die dort selbst erzeugten Lebensmittel<br />
sowie die von anderen Biobauern habe ich<br />
früher freitags in einem Hofladen verkauft. Und jeden<br />
Samstag stand ich auf dem Markt hier in <strong>Hitzacker</strong>.<br />
Und wie hat sich das mit dem Laden hier ergeben?<br />
Der Hofladen war zu klein geworden. Auch die Wintermärkte<br />
bei Minusgraden waren nicht mehr meins.<br />
Hier war schon vor unserer Zeit ein Bioladen drin. Er<br />
war 2016 ausgebrannt. Nach der Renovierung wollte<br />
die vorherige Mieterin mit 69 Jahren nicht wieder neu<br />
anfangen. So konnte ich mit Glück den Laden mieten.<br />
Worin besteht euer Sortiment an Bioprodukten?<br />
Wir bieten ein sehr breites Sortiment an.<br />
Da sind einmal die Produkte von meinem eigenen<br />
Hof. Aber bei mir habe ich leichte Böden, auf denen<br />
manches nicht gut gedeiht. Deshalb beschränke ich<br />
dort mich auf die Gemüsesorten, die gut aufkommen.<br />
Weiteres Gemüse und andere Erzeugnisse beziehen<br />
wir von der Hofgemeinschaft Tangsehl und anderen<br />
Bioproduzenten aus der<br />
Region, zum Beispiel von<br />
Dreyer aus Schmessau sowie<br />
von Dreyer aus Thunpadel.<br />
Bei uns können sich Kunden<br />
auch Seifen, Spül- und<br />
Waschmittel selbst abfüllen,<br />
um Verpackung zu sparen.<br />
Zu unserer Geschäftspolitik<br />
gehört, dass wir versuchen,<br />
so preisgünstig wie eben möglich anzubieten. Es ist<br />
uns eine Freude, zufriedene Kunden zu erleben. Einkaufen<br />
soll ja schließlich Spaß machen.<br />
Zur Vielfältigkeit unseres Sortiments gehören auch<br />
Haushaltsdinge, z.B. hochwertige Windmühlenmesser.<br />
Begehrt ist auch mein Bioweinsortiment. Auffallend<br />
beliebt bei manchen Kunden sind die „Leichtsinn“-<br />
Weine vom Biolandweingut der Familie Kuntz.<br />
WöckworX<br />
Töpferei & Die Fahrradvase<br />
Claus Wöckener, Elbstrasse 14<br />
Seit wann betreibst du dein<br />
Geschäft hier in <strong>Hitzacker</strong>?<br />
Nach 10 Jahren drüben am Marktplatz ist dies nun die<br />
ersehnte Fortsetzung <strong>–</strong> und nicht nur Geschäft.<br />
Was meint das?<br />
In einem begrenzten, aber sehr persönlichen Rahmen<br />
ist es mir viel mehr: Ich kann hier den Ursprungs-Gedanken<br />
der „Landpartie“ leben. Also direkt zu Hause<br />
mit Menschen ins Gespräch kommen, dabei die Stadt<br />
wiederbeleben, weil ich mein Handwerk ausübe, und<br />
die gewaltige Töpferscheibe ohne Strom hier ist der<br />
Angelpunkt genau dafür.<br />
Ich produziere vor den Augen der Werkstattladen-Besucher<br />
in einem 300jährigen Fachwerkhaus. Es ist wie<br />
geschaffen dafür. Und irgendwie ja auch ganz normal.<br />
Du hast dein Hobby zum Beruf gemacht!?<br />
Nein, aber als Kind war ich fasziniert von Kunsthandwerkern,<br />
die anscheinend einen Weg fanden, in einer<br />
unromantischen Welt klarzukommen.<br />
Ich wollte irgendwas mit Natur machen. Hab im Botanischen<br />
Garten Hamburg eine Lehre gemacht, naturkundliche<br />
Fahrten bis weit ins Ausland betreut, und<br />
dann fügte sich das hier im vogelkundlichen Hotspot<br />
Wendland. 1995: Aufs Land ziehen <strong>–</strong> nebenbei ein verblüffend<br />
selbstverständlicher Gedanke <strong>–</strong> eine erneute<br />
Lehre zum Keramiker machen, Gesellenjahre, Dorfleben<br />
im Rundling mit erster eigener Werkstatt im alten<br />
Schweinestall… ein KLP-Klassiker. Und 2012 der<br />
Beginn hier in <strong>Hitzacker</strong> mit meinem Laden, zuerst am<br />
Marktplatz. Richtig solide, ziemlich unerwartet. Aber<br />
dieser superschöne Landkreis macht mir einfach Mut.<br />
Produzierst du alles alleine?<br />
Eine gute Freundin, Nina, arbeitet auch sehr engagiert<br />
mit, und ohne sie wäre vieles nicht so zustande gekommen.<br />
Aber mein Ansatz ist es schon, ein Originalprodukt<br />
anzubieten, wie klein auch immer, nachvollziehbar<br />
von der empfindsamen Kundschaft, aus diesem<br />
Haus, aus unseren Händen.<br />
Ich kann, das heißt: will nur damit überzeugen, sonst<br />
ist es mir zu beliebig. Letztlich ist das DER regionale<br />
Vorteil, hier an der Elbe, nicht Amazoniens.<br />
Klar, unser „Programm“ ist dafür<br />
begrenzt. Aber neben den Steinzeug-Bechern,<br />
den Tassen &<br />
Co. mit einer spülmaschinenfesten<br />
Baumascheglasur<br />
konnte ich ein Produkt<br />
entwickeln, das für viele<br />
symbolträchtig das Wendland<br />
charakterisiert: die<br />
Liebe zur Natur (Blumen) als<br />
auch zur Umwelt (Fahrrad fahren) ...die Fahrradvase<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
95
<strong>Hitzacker</strong><br />
Café Albis<br />
Gitti und Misha, Hauptstraße 3<br />
Gerade findet im Café Albis einiges<br />
an Veränderung statt.<br />
Gegründet wurde das Café vor<br />
18 Jahren von dem Bäcker Holger<br />
Tiedts zusammen mit Susanne<br />
Rehbein.<br />
Vor 8 Jahren übernahmen es Gitti Schön,Tanzpädagogin<br />
und zuvor als Waldorfkindergärtnerin tätig, und<br />
Marielle Ann Bechtle. Sie führten das Albis zu dem,<br />
was es heute ist: ein Wohlfühlort der Begegnung, des<br />
Austauschs und vor allem des liebevoll zubereiteten<br />
Essens und phänomenalen Kaffees.<br />
Nun möchte Marielle einen neuen Weg einschlagen,<br />
weshalb ihr Platz als Inhaberin an Gittis langjährige<br />
Freundin Misha Husemann übergeben wird.<br />
Die beiden lernten sich vor 25 Jahren als Mitarbeitende<br />
in einem der ersten vegetarischen Restaurants Hamburgs<br />
kennen. Misha, als Heilpraktikerin in Hamburg<br />
tätig, freut sich genauso wie Gitti auf die gemeinsame<br />
Weitergestaltung des Café Albis.<br />
Was zeichnet euch und das Café Albis aus?<br />
Unseren besonders leckeren Bio-Kaffee beziehen wir<br />
von der Maya-Rösterei in Hamburg, für den schon so<br />
einige KundInnen von weither angereist sind.<br />
In unserer Küche zaubern wir mit Liebe und vielen<br />
Ideen täglich frisch zubereiteten Mittagstisch. Es gibt<br />
jeweils ein Hauptgericht und/oder eine Suppe sowie<br />
eine Kleinigkeit für den kleinen Hunger. Es ist uns sehr<br />
wichtig, frische, saisonale sowie glückliche Lebensmittel<br />
zu verarbeiten. Das meiste Gemüse, den Salat und<br />
einige Milchprodukte beziehen wir von dem Demeter-<br />
Hof Tangsehl ganz in der Nähe.<br />
Auch unsere Kuchenspezialitäten sind stets hausgebacken,<br />
und es stehen täglich neue Kuchen-Kreationen<br />
zur Auswahl.<br />
Wir möchten, dass auch Menschen mit geringem Einkommen<br />
unser Café besuchen können, daher besteht<br />
schon lange ein ,,Solidarguthaben“: Wer möchte, kann<br />
eine beliebige Speise oder ein beliebiges Getränk, ohne<br />
es zu konsumieren, erwerben und dadurch spenden.<br />
Aus diesen gespendeten Gerichten etc. kann sich nun,<br />
wer es braucht, etwas zum Verzehr aussuchen.<br />
Wir, Gitti und Misha, lieben es, die Geschenke der Natur<br />
in Köstlichkeiten zu verwandeln. Mit unseren vielfältigen<br />
Kreationen und<br />
der Unterstützung<br />
unseres Serviceteams<br />
möchten wir<br />
unsere Gäste glücklich<br />
machen und jedem<br />
Einzelnen ein<br />
Lächeln ins Gesicht<br />
zaubern.<br />
Weinkost Bergmann<br />
Bio-Weinhandel und Weinbar<br />
Caroline Bergmann, Elbstrasse 1<br />
Seit wann bist du mit deinem<br />
Geschäft hier in <strong>Hitzacker</strong>?<br />
Den Weinhandel hier in der Elbstrasse<br />
1 habe ich im Dezember 2021 eröffnet. Aber<br />
ich bin schon länger in der Gastronomie in <strong>Hitzacker</strong>.<br />
Hier bin ich übrigens auch geboren. Mein erstes Restaurant<br />
hatte ich ab 2002 im Ausstellungshaus in<br />
der Lüneburger Strasse. Nach 9 Jahren habe ich dann<br />
die „Inselküche“ übernommen, die seit Mai 2021 geschlossen<br />
ist.<br />
Wie bist du zu diesem Weinhandel gekommen?<br />
Ich habe schon länger parallel zum Restaurant einen<br />
kleinen Weinhandel betrieben. Auch die Idee eines<br />
Ausschanks mit kleiner Speisekarte hatte ich schon<br />
mit mir herumgetragen. Als die Inselküche schloß,<br />
suchte ich nach Räumlichkeiten. Und dieses Gebäude<br />
hier ist mein Elternhaus. Früher hatte mein Vater in<br />
diesem Laden ein Radio- und Fernsehgeschäft.<br />
Eigentlich habe ich den Beruf der Tischlerin gelernt.<br />
Aber ich habe schon damals im Nebenerwerb in der<br />
Gastronomie gejobbt und bin irgendwann da ganz<br />
reingerutscht.<br />
Natürlich waren die erworbenen Tischlerkenntnisse<br />
von Vorteil, als ich zusammen mit einem Freund den<br />
Weinladen hier ausgebaut und eingerichtet habe.<br />
Was ist das Besondere an deinem Weinladen?<br />
Ich führe ausschließlich Bioweine, die Herkunft beschränkt<br />
sich auf Europa. Es gibt eine ganze Reihe von<br />
Stammkunden, die meine reiche Auswahl<br />
sehr schätzen. Natürlich freue ich mich<br />
auch sehr über die vielen Touristen, die<br />
als Weinliebhaber zu<br />
mir kommen.<br />
In meinem Weinladen<br />
können die Gäste<br />
entspannt sitzen und Wein trinken,<br />
aber auch einfach mal interessante<br />
Rebsorten probieren. Dazu biete ich<br />
am Abend eine Käseauswahl, hausgebackenes<br />
Roggen-Sauerteigbrot<br />
und weitere kleine Leckereien. Auf Vorbestellung sind<br />
für kleine Feiern auch warme Speisen möglich.<br />
10
Elfriede Ritz, Zollstrasse 3<br />
Seit wann betreibst du den<br />
Laden in <strong>Hitzacker</strong>?<br />
Geboren und aufgewachsen<br />
in <strong>Hitzacker</strong> habe ich<br />
über 30 Jahre in verschiedenen<br />
Großstädten als PTA gearbeitet,<br />
den Kontakt hierher<br />
aber nie verloren. Seit 2004<br />
lebe ich wieder in meinem schönen Heimatort.<br />
Wie bist du zu diesem Geschäft gekommen?<br />
2007 bot mir dann eine Schulfreundin an, diesen ihren<br />
Laden zu übernehmen, den sie in den 1970er Jahren<br />
eröffnet hatte. Da habe ich geplant, gerechnet und<br />
nicht lange gezögert.<br />
Was umfasst dein Sortiment?<br />
Seit Anfang an ärgere ich mich über den Telefonbuchzusatz<br />
Geschenkeladen!<br />
Das „ritz“ ist ein Einzelhandelsgeschäft.<br />
Ich gehe zu Messen<br />
und Ordertagen<br />
und biete eine Vielzahl<br />
von Dingen an,<br />
die Wohnung und<br />
Haushalt schöner<br />
machen. Gefertigt<br />
in Deutschland,<br />
Skandinavien, Italien<br />
und Portugal.<br />
Sowie Saisonartikel,<br />
z. B. Herrnhuter<br />
Sterne.<br />
Auf der anderen Seite Kleidung für Frauen aus überwiegend<br />
nachhaltigen Materialien. Accessoires wie<br />
Taschen, Mützen etc.<br />
Betreibst du den Laden ganz allein?<br />
In <strong>Hitzacker</strong> dürfen wir fast das gesamte Jahr 7 Tage<br />
in der Woche<br />
öffnen und da<br />
wechsel ich<br />
mich mit zwei<br />
Mitarbeiterinnen<br />
ab. Eigentlich<br />
wäre es an<br />
der Zeit, einer<br />
neuen Generation<br />
die viele<br />
Arbeit zu übergeben.<br />
Aber<br />
noch macht<br />
es mir immer<br />
wieder Freude.<br />
NOTO Store<br />
Bernhard Hansl, Am Markt 8<br />
Seit wann hast du diesen Laden<br />
hier in <strong>Hitzacker</strong>?<br />
Ich bin hier Mieter seit Anfang Dezember 2021. Dieser<br />
Laden wurde frei, weil der Töpfer Claus Wöckener in<br />
sein eigenes Haus in die Elbstraße 14 umgezogen ist.<br />
Wie bist du hierher nach <strong>Hitzacker</strong> gekommen?<br />
Meine Familie lebt seit 1976 im Wendland, und <strong>Hitzacker</strong><br />
hatte für mich immer einen ganz besonderen<br />
Charme.<br />
Seit 2014 verlege ich meine eigene Ledertaschen-Kollektion,<br />
dazu auch ein paar Accessoires aus Leder. Die<br />
Lammnappa-Taschen lasse ich zum Teil in der Ukraine<br />
fertigen, zum Teil in Deutschland. Das Material ist zu<br />
98% biologisch gegerbt und rein biologisch Anilin gefärbt.<br />
Sie werden in sehr kleinen Stückzahlen von Hand<br />
in einer Manufaktur gefertigt. Der besondere<br />
Reiz der Produkte liegt für mich in dem seidigen,<br />
fließenden Griff des Leders. Durch die<br />
hochwertige Verarbeitung und das zeitlolose<br />
Design werden diese zu „lebenslangen<br />
Begleitern“. Das empfinde ich als nachhaltig,<br />
entgegen jeglichem modischen Trend.<br />
Vor Corona habe ich meine Kollektion über Messen und<br />
Landpartien verkauft und bin dabei jedes Jahr viele Kilometer<br />
durch ganz Deutschland gefahren. Lange schon<br />
wollte ich hier ein Geschäft eröffnen, ganz im Sinne eines<br />
Concept-Stores. Ende letzten Jahres war es so weit.<br />
Aber ich sehe ja hier mehr als nur Taschen in<br />
Deinem Laden?<br />
Ja, richtig. Inzwischen habe ich meine Kollektion um<br />
Leinenhemden, Strickjacken und Plaids erweitert. Alles<br />
wird in kleinen Manufakturen in Europa gefertigt.<br />
Dazu biete ich inzwischen auch meinen Espresso Edition<br />
NOTO aus Fairtrade-Handel an, geröstet in Oldenburg.<br />
Den Honig, den es hier zu kaufen gibt, machen<br />
wir auf unserem Werkhof in Groß Heide, den ich mit<br />
der Glaskünstlerin Sybille Homann betreibe. Ihre Glasobjekte<br />
verkaufe ich auch bei mir im Laden, dazu noch<br />
weitere schöne Dinge von befreundeten Künstlern.<br />
Was genau macht Sybille Homann?<br />
Sybille hat Industriedesign studiert. Sie arbeitet seit<br />
über 20 Jahren mit dem Material Glas. Ein Großteil<br />
Ihrer Kollektion besteht aus „Upcycling“-Produkten,<br />
Ausgangsmaterial sind recycelte Flaschen<br />
und Fensterglas. Daraus entstehen z. B. Vasen, Karaffen,<br />
Kerzenständer, Leuchten und seit kurzem<br />
auch Glasschmuck.<br />
Darüber hinaus<br />
bietet Sybille<br />
auch Glaskurse<br />
in Groß<br />
Heide an.<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
11
Verschiedenes<br />
der Bioladen<br />
in <strong>Hitzacker</strong><br />
bioinsel<br />
TERMINE<br />
Flohmarkttermine in Neu Darchau<br />
Samstag/Sonntag, 08. und 09. Oktober 2022<br />
Samstag/Sonntag, 05. und 06. November 2022<br />
(Winterpause) weitere Termine wieder ab März 2023<br />
Abholung Grüngut<br />
Montag Bis Freitag<br />
8 bis 18 Uhr<br />
saMstag<br />
8 bis 13 Uhr<br />
am markt 4<br />
29456 <strong>Hitzacker</strong> (elbe)<br />
telefon: 05862 98 56 599<br />
Fax: 05862 98 50 533<br />
(am Hafen bei den Glascontainern)<br />
15.10.22 und 19.11.22<br />
Kirche: Hallo Ween? - Hallo Luther!<br />
Wir feiern Reformationstag:<br />
Regionaler Gottesdienst am Reformationstag<br />
Montag, 31.10.2022 um 10.30 Uhr in <strong>Hitzacker</strong><br />
Mit ABC- Band,“ JüngereLieder“ und „Jüngere Texte“<br />
Sei dabei!<br />
DRK Blutspende<br />
Die DRK ELBUFER BLUTSPENDE ist geplant für den<br />
30. Dezember, im Raum3 beim EDEKA in Neu Darchau,<br />
Uhrzeit 15<strong>–</strong>19 Uhr. Vorgesehen ist eine Art Wettkampf<br />
zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Neu Darchau/<br />
Schutschur und Fußballern der SV-<strong>Elbufer</strong>: Wer bringt<br />
die meisten Spender? Aber auch alle anderen Spendewilligen<br />
sind herzlich willkommen.<br />
Engagieren Sie sich für das DRK-<br />
Ehrenamt! Wir sind dabei! Mach mit!<br />
Am 04. Oktober findet in Ventschau/Heils Hotel eine<br />
Gesprächsrunde für Interessierte statt. Wer sich sinnvoll<br />
ehrenamtlich beim roten Kreuz Neu Darchau einbringen<br />
möchte, erfährt dort alles zu den Hintergründen<br />
und Möglichkeiten.<br />
Wir bieten spannende und verantwortungsvolle Aufgaben<br />
in einer starken Gemeinschaft und suchen ehrenamtliche<br />
Mitglieder in der Gemeinde Neu Darchau<br />
für den DRK-Ortsverein <strong>Elbufer</strong>.<br />
Ansprechpartnerin:<br />
Ehrenamtskoordinatorin Luisa Wagner,<br />
Telefon: 05861 98 33 72 50, Mail: lwagner@drk-dan.de<br />
8. Oktober: Herbstmarkt<br />
in der DRK-Wendlandschule<br />
In der Dannenberger DRK-Wendlandschule in der Hermann-Löns-Str.<br />
18 wird am Sonnabend, dem 8. Oktober<br />
2022, der Herbstmarkt stattfinden. Der Markt öffnet<br />
seine Türen um 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr.<br />
An den Verkaufsständen können selbst hergestellte<br />
Deko und verschiedene herbstliche und nützliche Dinge<br />
erworben werden. Bei Spielangeboten für Kinder<br />
und Kaffee und Kuchen können die Besucher einen<br />
angenehmen Nachmittag verbringen, der sie auf die<br />
bevorstehende Herbstzeit einstimmt.<br />
SoVD Katemin, Jahresabschlussfeier<br />
im Cafe Rautenkranz {Adventsfeier}<br />
Am 26.11.2022 um 15 Uhr<br />
12
Gemeinde Neu Darchau<br />
Gemeindeverwaltung Neu Darchau<br />
Hauptstraße 15, 29490 Neu Darchau<br />
Tel.: 05853 331 | gemeindeneudarchau@t-online.de<br />
Öffnungszeiten:<br />
Montags:<br />
Mittwochs:<br />
9.00 Uhr bis 12.00 Uhr<br />
16.00 Uhr bis 18.00 Uhr<br />
16.00 Uhr bis 18.00 Uhr<br />
www.neudarchau.de<br />
Unsere Hafenmeister <strong>–</strong> Ihre kompetenten Ansprechpartner:<br />
H. Kastens und M. Bruß sind für Sie da. Mobil 0157 862 831 06<br />
Kontakt<br />
Telefon: 05853-1356<br />
Fähre: 0160-99162836<br />
Mail: faehre-tanja@gmx.de<br />
www.faehrbetrieb-tanja.de<br />
Fährzeiten<br />
Mo. bis Sa. 5.00 Uhr bis 21.00 Uhr<br />
So. & Feiertage 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr<br />
& auf Anfrage<br />
Tarife der Fähre Tanja<br />
jeweils für einmalige Überfahrt<br />
Personen (7% USt.)<br />
4 bis 15 Jahre: 0,50 €<br />
ab 16 Jahren: 1,70 €<br />
Fahrzeuge (7% USt.)<br />
Kraftrad bis 80 ccm/Fahrrad: 1,30 €<br />
Kraftrad über 80 ccm: 2,30 €<br />
PKW: 3,50 €<br />
Busse: 14,00 €<br />
PKW-Anhänger (19% USt.)<br />
mit einer Achse: 3,50 €<br />
mit zwei Achsen: 4,50 €<br />
Wohnanhänger: 4,50 €<br />
Wohnmobile (19% USt.)<br />
bis 2,8 t: 6,00 €<br />
bis 7,5 t: 9,00 €<br />
bis 10 t*: 10,00 €<br />
Personen/PKW (19% USt.)<br />
Person: 2,00 €<br />
PKW: 3,80 €<br />
*zulässiges Gesamtgewicht;<br />
Tarife für andere KFZ siehe Aushang an der Fähre<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
13
Kinder und Familien<br />
Die Kindertagesstätte <strong>Elbufer</strong>zwerge Neu Darchau<br />
Träger: Paritätischer Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. | Leitung: Martina Klute<br />
Unsere Öffnungszeiten:<br />
Krippengruppe: 8.00 bis 13.30 Uhr<br />
Sonderöffnungszeit: 7.30 bis 8.00/13.30 bis 16.00 Uhr<br />
Integrationsgruppe: Ganztägig von 8.00 bis 16.00 Uhr<br />
Sonderöffnungszeit: 7.30 bis 8.00 Uhr<br />
Kleine Elementargruppe: 8.00 bis 14.00 Uhr<br />
Sonderöffnungszeit: 7.30 bis 8.00 Uhr<br />
Kleine Hortgruppe: 12.30 bis 16.30 Uhr<br />
Ferienbetreuung: 8.00 bis 16.00 Uhr<br />
Kindertagesstätte „<strong>Elbufer</strong>zwerge“<br />
<strong>Elbufer</strong>straße 12 | 29490 Neu Darchau<br />
Telefon: 05853/980055<br />
E-mail: kita-elbuferzwerge@paritaetischer.de<br />
Schließzeiten 2022: Winterschließzeit vom<br />
27. Dezember bis zum 30. Dezember 2022<br />
Wir gehen neue Wege<br />
In unserer Kita stehen ab Oktober 2022 einige<br />
Veränderungen durch Umstrukturierungen an<br />
Immer wieder gab es Anfragen für Neuanmeldungen,<br />
denen wir nicht gerecht werden konnten. Leider mussten<br />
wir hier immer wieder Absagen erteilen. Zudem<br />
hatten wir eine Anfrage für ein Kind, das einen erhöhten<br />
Förderbedarf in seiner Entwicklung benötigt. Um<br />
diesem zu entsprechen, bedarf es einer Einzelintegration.<br />
Gemeinsam mit dem Landkreis Lüchow-Dannenberg<br />
und der Gemeinde hat unser Träger, der Paritätische<br />
Lüchow-Dannenberg, nach einer Lösung hierfür gesucht.<br />
Diese wurde in kurzer Zeit erarbeitet und entworfen.<br />
Ab dem 1. Oktober 2022 wird unsere Kindergartengruppe<br />
in eine integrative Gruppe umgewandelt, in<br />
der 20 Kinder betreut werden können.<br />
Zudem wird im ehemaligen Bewegungsraum / Hortraum,<br />
dieser hatte eine Doppelfunktion, Platz für eine<br />
weitere Kindergartengruppe geschaffen, in der 10 Kinder<br />
zusätzlich aufgenommen werden können.<br />
Wir freuen uns sehr, dass wir im Rahmen der Umstrukturierungen<br />
neue Kolleg*innen für unser Team dazu<br />
gewinnen konnten. Unsere Hortgruppe wird in Kooperation<br />
mit der Grundschule einen großen Raum in der<br />
Schule beziehen.<br />
Diesen richten die Erzieher*innen gemeinsam mit den<br />
Hortkindern ein. Es wurde daher in der Vergangenheit<br />
schon viel in Katalogen geblättert, gemeinsam überlegt<br />
und geplant, was alles gebraucht und benötigt<br />
wird. Die Kinder konnten ihre Ideen und Wünsche für<br />
den neuen Raum mit einbringen. Dieses hat allen Beteiligten<br />
große Freude bereitet.<br />
Die Krippe bleibt personell sowie von den Räumlichkeiten<br />
weitestgehend unverändert.<br />
All diese Veränderungen und Umstrukturierungen<br />
stellen die Kinder und Erwachsenen vor eine neue und<br />
spannende Zeit. Die Kinder können in Folge der Umstrukturierung<br />
neue Bindungen eingehen, in kleineren<br />
Spielgruppen agieren und eine ruhigere Lernatmosphäre<br />
genießen. Doch auch für das ganze Team der<br />
<strong>Elbufer</strong>zwerge Neu Darchau wird es eine aufregende<br />
Zeit voller Veränderungen.<br />
Das Haus wird erweitert, es gibt neue Gruppenkonstellationen<br />
sowie neue Kollegen und Kolleginnen,<br />
welche das Haus mit neuen Ideen und Impulsen bereichern<br />
werden.<br />
Wir freuen uns alle sehr auf die kommende Zeit und<br />
sind schon sehr gespannt.<br />
Sonja Koopmann und Jannik Steckelberg für die Kita<br />
<strong>Elbufer</strong>zwerge<br />
14
„Kloogschieter“ <strong>–</strong> die Kinderseite<br />
Spieletipps und Trends von Fips!<br />
Spiel & Spaß ist keine Frage des Alters!<br />
1. Unendliche Möglichkeiten<br />
Die einfachsten Spielzeuge sind<br />
doch meist die schönsten und<br />
<strong>kreativ</strong>sten! Schlichte Bauklötze<br />
sind Evergreens im Spielzimmer<br />
und je einfacher die Form, desto<br />
mehr Spielideen entstehen.<br />
Zum Glück wird auf den Karten dargestellt, wie ihr die<br />
Hände halten müßt, um das Tier darzustellen. Die Spielerunde<br />
soll dann erraten, welches Tier vorgeführt wird.<br />
Ein witziges Spiel für die dunklere Jahreszeit!<br />
Die französische Firma Kapla ist<br />
großer Fan dieses Grundsatzes.<br />
Sie produziert kleine Holzplättchen<br />
immer im selben Maß: 12cm<br />
x 2,4cm x 0,8 cm. Diese kleinen<br />
Plättchen aus Pinienholz werden<br />
einfach aufeinandergelegt, ohne<br />
Kleber oder Befestigung.<br />
Immer höher und immer verrückter<br />
werden die Bauwerke, wenn man erstmal angefangen<br />
hat. Es gibt inzwischen auch farbige Bausteine<br />
und auch Bauanleitungen <strong>–</strong> aber irgendwie ist das<br />
freie Spiel doch am Schönsten…<br />
3. Kinderspiel des Jahres<br />
Der Zauberberg aus dem Amigo-Verlag hat es geschafft:<br />
Kinderspiel des Jahres 2022! Und da wir bei<br />
Fips ausgesprochene Kugelbahnfans sind, finden wir<br />
das Spiel natürlich super.<br />
Schon der Spielaufbau ist sehr<br />
ansprechend: Das schräge<br />
Spielfeld ist der Zauberberg,<br />
auf dessen Wegen Irrlichter<br />
(Murmeln) geschickt hinunter<br />
gekullert werden.<br />
2. Schattenspiel<br />
Lampe an und sofort losspielen!<br />
Habt ihr auch schon mal<br />
versucht Tiere als Schatten<br />
an der Wand darzustellen?<br />
Bei Shadow Game ist alles<br />
dabei, was ihr für einen besonderen<br />
lustigen Spieleabend<br />
im Dunkeln braucht:<br />
Eine LED-Standlampe, die<br />
genau den richtigen Lichtkegel für das<br />
Schattenspiel wirft, Vorlagekarten für die Schattenfiguren<br />
und die Punktekarte mit Stift.<br />
Sie sollen den Spielfiguren<br />
den Weg weisen. Alle Kinder spielen<br />
zusammen und versuchen, die Zauberlehrlinge sicher<br />
ins Ziel zu bekommen. 1 bis 5 Personen ab 5 Jahren<br />
können bei dem kooperativen Spiel mitmachen.<br />
FIPS Lüneburg, Inh. Friedrich Busch, Am Berge 37, 21335 Lüneburg, Tel. 04131-404769, Fax. 04131-402098, www.fips-laden.de, info@fips-laden.de<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
15
Grundschule Neu Darchau<br />
Neues aus der kleinen Grundschule an der Elbe<br />
Grundschule Neu Darchau | <strong>Elbufer</strong>straße 3 | 29490 Neu Darchau | Telefon: 05853-415<br />
www.grundschule-neu-darchau.de<br />
Herbst-Newsletter 2022<br />
Klasse 2000<br />
Das Klasse-2000-Projekt steht für die kommenden 4<br />
Jahrgänge leider noch nicht fest. Vielen Dank noch einmal<br />
an die Gemeinde Neu Darchau, die die Hälfte der<br />
Kosten übernimmt. Die andere Hälfte wird hoffentlich<br />
von der AOK übernommen. Dann kann das Projekt im<br />
Februar für die 1./2. Klasse starten.<br />
Sportfreundliche Schule /Lauftag:<br />
Hinter der Turnhalle findet unser Lauftag statt.<br />
Die Kinder können ein Laufabzeichen bekommen:<br />
eine viertel Stunde laufen (bronze),<br />
eine halbe Stunde laufen (silbern) oder<br />
eine ganze Stunde laufen (gold).<br />
In der Kategorie Grundschulen bis 149 Schüler*innen<br />
erreichten wir in diesem Jahr den 73. Platz. Das Goldabzeichen<br />
erreichten sogar Kinder aus der 1./2. Klasse.<br />
Kooperation mit elbDorf aktiv e.V.<br />
Am 2. Oktober waren wir wieder mit einer plattdeutschen<br />
Lesung im Klangschalenpark.<br />
Die Kinder lasen „Pummel Plüschmors“<br />
und „Teihn lütte Gössels“ vor.<br />
Fröhliches, spaßiges Fussballturnier<br />
Am 29. Juni fuhren wir mit einer Fußballmannschaft<br />
nach Dannenberg<br />
zum Fußballturnier der Grundschulen.<br />
Es kamen alle Kinder der Klasse<br />
3/4 mit. Unsere Mannschaft erreichte<br />
den 2. Platz. Es war eine tolle Stimmung.<br />
Herr Hagedorn war dabei und<br />
unterstützte uns.<br />
Kreative Projektwoche<br />
Vom 19. bis 23. September 2022 fand an unserer kleinen<br />
Schule an der Elbe eine Projektwoche statt. Es<br />
gab 3 Workshops, an denen alle Kinder teilnahmen.<br />
Sie wurden jahrgangsgemischt in Gruppen geteilt, so<br />
dass sie an jedem Workshop teilnehmen konnten. Es<br />
gab den Musikalischen Instrumenteworkshop, Bastelworkshop<br />
und Zirkusworkshop. Am Ende der Projektwoche<br />
gab es eine Vorstellung auf dem Sportplatz des<br />
Schulhofs vor dem Zirkuszelt.<br />
Schulgestaltung<br />
Ab Oktober findet die Hortbetreuung in der Schule in<br />
einem renovierten Klassenzimmer statt.<br />
Kooperation mit der Bücherei <strong>Hitzacker</strong><br />
Am 15. 9. 2022 bekam die 1./2. Klasse wieder Besuch<br />
von Frau Lindner aus der Bücherei. Sie brachte neue<br />
Bücher mit und las den Kindern etwas vor. Auch die<br />
3./4. Klasse konnten wieder etwas ausleihen.<br />
Auszeichnung: „Plattdüütsche School“<br />
Aufgrund eines Tipps aus dem Regionalen<br />
Landesamt für Schule und<br />
Bildung bewarben wir uns, um diese<br />
Auszeichnung zu erhalten.<br />
Es fanden schon länger kurze plattdeutsche<br />
Übungen in der Schule statt.<br />
Es hängen jetzt plattdeutsche Beschriftungen<br />
an den Schulgegenständen.<br />
Kinder aus unserer kleinen Schule traten<br />
auch schon beim plattdüütschen<br />
Wiehnachtsmarkt in Wietzetze op’n<br />
Karkhoff auf.<br />
16<br />
©Fotos: s.reichmann, flo.hölscher, c.reichmann
Kinder aus unserer kleinen Schule traten auch schon<br />
beim plattdüütschen Wiehnachtsmarkt in Wietzetze<br />
op’n Karkhoff auf.<br />
Kinder die früh schon plattlernen, sind später leichter<br />
in der Lage eine andere Fremdsprache zu lernen.<br />
Seit diesem Monat ist unsere Schule<br />
„Modellschule für Niederdeutsch“<br />
Bi uns schnackt wi nu oftins Platt und „Freetag is<br />
Plattdag“. Wi freit uns ok, wenn jo jüms kenn dot, de<br />
Tiet und Vergnögen do an hett, in unse kleene School<br />
wat ut siene Kinnertiet oder sien Arbeit to vertellen:<br />
05853-415<br />
Seniorentagesstätte<br />
Gefühle <strong>–</strong> fühlen. Mensch sein, Mensch bleiben.<br />
Leben <strong>–</strong> leben.<br />
Menschen brauchen Gemeinschaft und persönliche<br />
Begegnung, das wissen wir nicht erst seit der Corona-<br />
Pandemie. Auch für Menschen mit Demenz und ihre<br />
Angehörigen ist es wichtig, mit anderen verbunden zu<br />
bleiben. Doch über die persönliche Ebene hinaus ist es<br />
wesentlich, dass die Gesellschaft ihre Verbindung zu<br />
den Schwächsten, zu Älteren und gesundheitlich Beeinträchtigten<br />
nicht verliert.<br />
Gerade in dieser Zeit gilt es, psychisch kranke, alte<br />
Menschen zu schützen. ln den letzten 15 Jahren hat<br />
die klinische Versorgungsforschung gezeigt, welche<br />
Erfolge bei guter, nichtmedikamentöser Therapie und<br />
Pflege sowohl in der ambulanten als auch in der stationären<br />
Altenhilfe hinsichtlich Lebensqualität und<br />
Alltagsfertigkeiten erzielt werden können.<br />
Mensch sein, Mensch bleiben. Fam. Röhrs & Team<br />
Tagesbetreuung: Mo. - Fr. 11 - 17 Uhr<br />
Die Kosten dafür werden in der Regel<br />
von den Pflegekassen übernommen.<br />
Telefon: 05855 623 oder<br />
Mobil: 0160 1898831<br />
Email: seniorenhalt@seniorenhalt.de<br />
www.seniorenhalt-roehrs.de<br />
Textauszug aus der Presseerklärung zum Weltalzheimertag<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
17
Sportvereinigung <strong>Elbufer</strong><br />
Termine<br />
Zeit Gruppe Ort Ansprechpartner*In<br />
Montag 15:30 <strong>–</strong> 16:30 REHA-Sport Turnhalle Neu Darchau<br />
Montag 18:30 <strong>–</strong> 19:30<br />
Präventive Wirbelsäulengymnastik<br />
Turnhalle Neu Darchau<br />
Montag 20:00 <strong>–</strong> 21:00 Funktionsgymnastik Turnhalle Neu Darchau<br />
Dienstag 16:00-17:00<br />
Dienstag 17:30-18:30<br />
Eltern-Kind-Turnen<br />
(1-4-jährige)<br />
Kinderturnen<br />
(ab 4 Jahren)<br />
Dienstag 16:30-18:00 U 13 und U 15<br />
Dienstag 16:15 <strong>–</strong> 17:15<br />
Dienstag 17:15 <strong>–</strong> 18:15<br />
Dienstag 19:30 <strong>–</strong> 21:00<br />
Mittwoch 16:30 <strong>–</strong> 18:00<br />
Leichathletik (6-10)<br />
Kooperation mit <strong>Hitzacker</strong><br />
Leichathletik (ab 11)<br />
Kooperation mit <strong>Hitzacker</strong><br />
1. und 2. Herren<br />
Fußball U13 und U15<br />
Kooperation mit <strong>Hitzacker</strong><br />
Turnhalle Neu Darchau<br />
Turnhalle Neu Darchau<br />
Sporthalle Bauernstraße<br />
vom TSV <strong>Hitzacker</strong><br />
Sporthalle Bauernstraße<br />
vom TSV <strong>Hitzacker</strong>r<br />
Sporthalle Bauernstraße<br />
vom TSV <strong>Hitzacker</strong><br />
Sportplatz Neu Darchau<br />
<strong>Elbufer</strong> Arena<br />
Sporthalle Bauernstraße<br />
oder Sportplatz <strong>Hitzacker</strong><br />
Mittwoch 19:00 <strong>–</strong> 20:00 Ganzkörpertraining Turnhalle Neu Darchau<br />
Donnerstag 16:30-18:00 Fußball U 11<br />
Sportplatz Neu Darchau<br />
<strong>Elbufer</strong> Arena<br />
Donnerstag 19:30-21:00 Volleyball Turnhalle Neu Darchau<br />
Freitag 16:30-18:00<br />
Fußball U13 und U15<br />
Kooperation mit <strong>Hitzacker</strong><br />
Sporthalle Bauernstraße<br />
oder Sportplatz <strong>Hitzacker</strong><br />
1. und 2. Herren<br />
Sportplatz Neu Darchau<br />
Freitag 19:00-20:30<br />
mit A-Jugend<br />
<strong>Elbufer</strong> Arena<br />
* Die Termine in der Turnhalle können sich aufgrund neuer Corona-Regelungen ändern.<br />
Ferienbedingt kann es zu Ausfällen im Hallensport kommen.<br />
Monika Burmester<br />
0176 72905810<br />
Monika Burmester<br />
0176 72905810<br />
Monika Burmester<br />
0176 72905810<br />
Franziska Habenicht<br />
05858 - 219<br />
Franziska Habenicht<br />
05858 - 219<br />
Bennet Strohm<br />
0170 - 2294606<br />
Frank Hagedorn<br />
05858971676<br />
Frank Hagedorn<br />
05858971676<br />
Jacek Nieradka<br />
0175 532 9507<br />
Jacek Nieradka<br />
0175 532 9507<br />
Julia Hild<br />
0162/2346762<br />
Frank Hagedorn<br />
05858971676<br />
Kai Habenicht<br />
05858 - 219<br />
Bennet Strohm<br />
0170 - 2294606<br />
Jacek Nieradka<br />
0175 532 9507<br />
Diese Seite wurde *gesponsert von Joachim Flindt<br />
Bauanträge/ Statik fertigt: Dipl.-Ing. Joachim Flindt<br />
Im Burkenfeld 11 | <strong>Hitzacker</strong>-Tiessau<br />
05862 7741 oder 0171 2053601<br />
flindt.joachim@gmail.com<br />
18<br />
*Anteilige Übernahme der Druck-und Entwicklungskosten für diese Seite
SV <strong>Elbufer</strong> von 1928 e.V.<br />
Rückblick Sommerfest 2022<br />
Es fühlt sich schon fast wie eine Tradition an,<br />
das Sommerfest der SV <strong>Elbufer</strong> kurz nach den<br />
Sommerferien. Und doch war es in diesem<br />
Jahr erst das zweite Mal.<br />
Alle Abteilungen (Sparten) der SV <strong>Elbufer</strong> präsentierten<br />
sich an dem strahlenden, wenn auch ein wenig<br />
windigen Tag der Öffentlichkeit.<br />
Und alle Besucher*innen waren herzlich eingeladen,<br />
die vielen sportlichen Angebote zu nutzen. Zielschießen<br />
an der Torwand oder Weitspringen in der Sprunggrube.<br />
Gemeinsames Turnen mit dem Gelben Sack<br />
oder Gedächtnistraining bei der Suche nach der verlorenen<br />
Zahl. Mit dem Volleyball über das Netz oder dem<br />
Tischtennisball gegen den Roboter.<br />
Abgerundet wurden die Mitmach-Angebote von der<br />
Freiwilligen Feuerwehr Neu Darchau-Schutschur und<br />
dem Schulzirkus Lillibee.<br />
Das abwechslungsreiche Angebot zum Mitmachen<br />
zeigte deutlich, wie vielfältig das Angebot des Vereins<br />
ist. Und auch die Abteilungen konnten mal bei den<br />
anderen mitmachen und sich<br />
kennenlernen. Ein Höhepunkt<br />
des Tages war sicher die Einweihung<br />
des Vereinsheimes, das<br />
nun allen Abteilungen zur Verfügung<br />
steht.<br />
Neben all dem Sport kam auch<br />
das Essen und Trinken nicht zu<br />
kurz.<br />
Das Spanferkel war vorzüglich und reichte bis zum<br />
Schluss; Kaffee und Kuchen war ebenfalls ausreichend<br />
vorhanden.<br />
Rund 250 Personen waren in der <strong>Elbufer</strong> Arena, und<br />
auch nach dem offiziellen Ende um 17 Uhr waren die<br />
Plätze noch gut gefüllt und der Ball rollte über den Platz.<br />
Jahreshauptversammlung 2022<br />
Die Jahreshauptversammlung der SV <strong>Elbufer</strong> fand am<br />
2. Juli in der <strong>Elbufer</strong>arena statt. Rund 50 Mitglieder<br />
waren anwesend. Zunächst berichteten die einzelnen<br />
Spartenleiter*innen und der erste Vorsitzende vom<br />
letzten Jahr. Die wichtigsten Punkte waren:<br />
Fußball: Die Herren werden in der nächsten Saison 2<br />
Mannschaften melden. Bei der Jugend ist eine D-Jugend<br />
angemeldet. Knapp 20 Kinder kommen jeden<br />
Donnerstag zum Training.<br />
Turnen: Nach den vielen Corona-Pausen läuft es nun<br />
wieder relativ gut. Die REHA-Gruppe ist ausgelastet und<br />
die drei anderen Gruppen laufen auch ganz ordentlich,<br />
wenn auch noch nicht so gut wie vor Corona. Die beiden<br />
Kindersportgruppen platzen fast aus allen Nähten.<br />
Volleyball: Die Gruppe läuft gut und es sind immer genug<br />
Personen zum Spielen da <strong>–</strong> es ist allerdings noch<br />
Luft nach oben. Die Gruppe trifft sich nur zum Spielen,<br />
Teilnahmen an Wettbewerben sind nicht geplant.<br />
Leichtathletik: Hier gibt es eine Trainingsgemeinschaft<br />
mit <strong>Hitzacker</strong>. 3 Jungs von der SV <strong>Elbufer</strong> nahmen in<br />
der letzten Saison an verschiedenen Wettkämpfen teil<br />
und konnten einige Medaillen erringen.<br />
Vorstand: Das Vereinsheim konnte in diesem Jahr<br />
fertiggestellt werden und soll beim Sommerfest eingeweiht<br />
werden. Die Entwicklung der Mitgliederzahl<br />
ist sehr erfreulich. Entgegen des allgemeinen Trends<br />
stieg die Mitgliederzahl bei der SV <strong>Elbufer</strong> von 2021<br />
auf 2022 von 204 auf 245 an. Wichtig war in diesem<br />
Jahr auch die Verhandlung mit der Gemeinde über<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
19
Sportvereinigung <strong>Elbufer</strong><br />
neue Verträge bezüglich der Pflege des Sportplatzes<br />
und des Bolzplatzes.<br />
Die Kassenprüfung war ohne Beanstandung, so wurde<br />
der Vorstand entlastet und es konnte gewählt werden.<br />
Wahl: In diesem Jahr war turnusgemäß der/die Kassenwart*in<br />
und der/die erste Vorsitzende zu wählen.<br />
Franziska Kröcher als Kassenwartin und Jacek Nieradka<br />
als 1. Vorsitzender wurden wiedergewählt.<br />
Ehrungen: Für ihren unermüdlichen Einsatz auf dem<br />
Sportplatz und rund um den Bau des Vereinsheimes<br />
wurde in diesem Jahr Nicole Clement-Ranneberg geehrt.<br />
Dennis Mackowski, der als Trainer der ersten Herrenmannschaft<br />
aufgehört hatte, wurde für seine Verdienste<br />
für den Fußball und den gesamten Verein geehrt.<br />
Zu berichten gab es noch, dass auch in diesem Jahr<br />
wieder ,,Scheine für Vereine“ gesammelt wurden und<br />
so verschiedene Anschaffungen für den Verein quasi<br />
umsonst getätigt werden konnten. Verschiedene Turngeräte<br />
für Kinder und Erwachsene (Laufstelzen, Schaukelbrett,<br />
Gewichtsmanschetten …), einige Utensilien für<br />
den Fußball (Mannschaftswesten, Bälle, Ballkompressor…)<br />
und noch Bänke für den Platz wurden angeschafft.<br />
Aktuelles:<br />
Die U11 war in diesem Jahr auf einem Mini-Trainingslager<br />
(2 Tage) in der <strong>Elbufer</strong>-Arena <strong>–</strong> eine tolle Zeit, die<br />
sich die Mannschaft mit einem Sieg versüßte.<br />
Bei den Leichtathleten wurden 2 Jungs des SV <strong>Elbufer</strong>s<br />
in die Kreisauswahl nominiert und einer startet im<br />
Kreisvergleichswettkampf in Munster über 800 m.<br />
Life Kinetik - Belohnung für das Gehirn!<br />
„Denken ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald<br />
man aufhört, treibt man zurück!“nach Laotse<br />
Life Kinetik ist ein ganzheitliches, spielerisches Training<br />
zur Gehirnentfaltung für jedes Alter, unabhängig<br />
davon wie fit du bist. Ebenso richtet sich Life Kinetik<br />
an Personen mit Bewegungseinschränkungen, Sehstörungen,<br />
Long Covid, Krankheitsformen im Bereich der<br />
Neurologie wie Multiple Sklerose, Morbus Parkinson,<br />
Poliomyelitis, Schlaganfall, Demenz.<br />
Informationstermin „Lerne Life Kinetik kennen“<br />
Neetze: Ehemalige Jugendbildungsstätte, Lüneburger<br />
Landstraße 8, 21398 Neetze, Freitag, den 13.Januar<br />
2023 um 17.30 Uhr. Bitte mit Anmeldung*<br />
Neue Kurse ab Januar 2023 (Voraussichtliche Termine:)<br />
Dahlenburg (9 Wochen):<br />
Wo: Fürstenwall Grundschule / Mehrzweckhalle,<br />
Am Fürstenwall 5, 21368 Dahlenburg<br />
Beginn: Montag, den 16.01.2023<br />
Zeit: 18.00 Uhr bis 19.00 Uhr<br />
Neetze (9 Wochen):<br />
Wo: Ehemalige Jugendbildungsstätte,<br />
Lüneburger Landstraße 8, 21398 Neetze<br />
Beginn: Freitag, den 20.01.2023<br />
Zeit: 15.45 bis 16.45 Uhr (Senioren),<br />
17.00 Uhr bis 18.00 Uhr<br />
*Bitte jeweils mit Anmeldung über die Webseite oder<br />
unter 0151 41211963, Gaby Hinrichs.<br />
Weitere Informationen und Termine finden Sie auf:<br />
www.gaby-bewegung.de<br />
Es erwartet dich eine ganze Menge Spaß! Dabei wird keine Übung solange<br />
trainiert, bis eine Automatisierung eintritt. Dein Gehirn wird gezwungen,<br />
neue Verbindungen zwischen den Gehirnzellen zu schaffen.<br />
20
Foto: ©S. Reichmann<br />
Internatsleiter Tobias Karrasch, Schulleiter Lars Humrich und<br />
Stellvertretende Schulleiterin Marianne Kretschmer<br />
,,Die Taufe“ <strong>–</strong> Einschulung in Marienau<br />
Ein besonderes Ritual heißt alle neuen Schüler, Schülerinnen und Mitarbeitenden willkommen<br />
Das neue Schuljahr in Marienau wurde am 29. August<br />
mit der Begrüßung aller Marienauer*innen auf dem<br />
Haupthausplatz eingeläutet. Tags zuvor waren bereits<br />
alle Kinder und Jugendlichen angereist, die im Internat<br />
wohnen. So war ausreichend Zeit, sich in den Wohnbereichen<br />
einzurichten, die betreuenden Pädagog*innen<br />
und die Mitbewohner*innen im Haus kennen zu<br />
lernen oder einfach wieder in das vertraute Zimmer<br />
zurückzukehren. Die „alten Hasen“ haben am Anreisetag<br />
Lotsenfunktion, nehmen die Neuen in Empfang<br />
und begleiten sie in ihre Wohnbereiche.<br />
Am ersten Montag im Schuljahr 2022/23 begrüßte<br />
erstmalig Lars Humrich als neuer Schulleiter die<br />
Schüler*innen, Eltern und Mitarbeiter*innen, die auf<br />
dem Platz vor dem Haupthaus zusammengekommen<br />
waren. Natürlich war die Neugier auf das neue Gesicht<br />
in der Schulleitung groß, da Lars Humrich erst in<br />
den Sommerferien mit seiner Frau Kathrin, Lehrerin<br />
für Deutsch und ev. Religion, seinen drei Kindern und<br />
Hund Billy von Göttingen nach Marienau gezogen war.<br />
Das Einschulungs-Ritual: Auf dem Haupthausplatz<br />
wurden nacheinander und klassenweise alle neuen<br />
Schülerinnen auf die Haupthaustreppe gerufen und<br />
mit einem großen Applaus herzlich willkommen geheißen.<br />
Dann folgten die neuen Lehrkräfte, auch sie stellten<br />
sich der Marienauer Gemeinschaft vor und wurden<br />
herzlich begrüßt. Nachdem Marianne Kretschmer, stellvertretende<br />
Schulleiterin, noch einige organisatorische<br />
Punkte für den ersten Schultag angesprochen hatte,<br />
läutete Internatsleiter Tobias Karrasch das vergnügliche<br />
Highlight, die Marienauer „Taufe“ im Teich, ein.<br />
Diese ist keineswegs konfessionell, dafür aber sehr<br />
traditionell und steht für den symbolischen Einstieg in<br />
die Marienauer Schul- und Internatsgemeinschaft, in<br />
die auch neue Mitarbeiter*innen und der neue Schulleiter<br />
auf diese Weise herzlich aufgenommen werden.<br />
Eine der frisch „getauften“ Schülerinnen ist Jonna. Wir<br />
fragten sie später, wie sie das Ritual erlebt hat.<br />
,,Wir waren darauf vorbereitet und hatten natürlich<br />
trockene Sachen mitgebracht. Zuerst war ich noch<br />
ziemlich skeptisch. Aber schließlich fand ich es doch<br />
richtig gut. Manche Kinder wurden von den älteren<br />
Schülern in den Teich reingeworfen. Ich wurde reingeschubst.<br />
Zum Glück war das Wasser recht warm.<br />
Danach wurden wir von den Lehrern mit einem Handtuch<br />
in Empfang genommen und dann konnten wir in<br />
der Turnhalle zum Duschen gehen. Als wir wieder trockenes<br />
Zeug anhatten, haben wir alle gemeinsam gefrühstückt.<br />
Danach sind wir in unseren Klassenraum<br />
gegangen. Dort haben unsere Lehrer mit uns gesprochen<br />
und uns Informationen gegeben.<br />
Ein Mädchen aus meiner Klasse war an dem Tag krank.<br />
Als sie dann eine Woche später gesund zur Schule kam,<br />
wurde ihre Taufe an<br />
einem Klassennachmittag<br />
nachgeholt.<br />
Da bin ich einfach<br />
hinterher gesprungen,<br />
weil ich das so<br />
toll fand. Ich finde<br />
die Schule hier richtig<br />
gut.“<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
21
Rezept<br />
Zimtschnecken oder Kanelbullar<br />
Ideal für die dunklere Jahreszeit, in der wir uns ge-<br />
genseitig wärmen, unter der Decke, auf dem Sofa,<br />
mit einer warmen Zimtschnecke in der einen und<br />
einem Heißgetränk in der anderen Hand.<br />
Dieses Rezept hat Claudia Pagel aus der <strong>Elbufer</strong>straße<br />
beigesteuert. Ich habe es ausprobiert, nachdem ich ihre<br />
köstlichen ,,Kanelbullar" probiert hatte. Sie ist mindestens<br />
drei mal im Jahr in Schweden und liebt dieses ,,Original-Rezept".<br />
Schon der Duft, der sich im ganzen Haus<br />
verteilt, macht Vorfreude auf die weichen, warmen,<br />
hefeteigleckeren Zucker-Gebäckstücke. Im ersten Moment<br />
sehen die Zimtschnecken aufwändig aus, aber der<br />
,,Dreh-Knoten" ist eigentlich recht einfach.<br />
Zutaten<br />
Für den Teig<br />
150 g Butter (am besten Zimmertemperatur)<br />
500 ml Milch<br />
1 Würfel frische Hefe<br />
1000 g Weizenmehl<br />
150 g Zucker<br />
1 TL Salz<br />
1 TL Kardamom<br />
Für die Füllung:<br />
75 g Butter<br />
100 g Zucker<br />
1 EL Zimt<br />
Außerdem<br />
zum Bestreichen/Bestreuen:<br />
1 Ei<br />
Hagelzucker<br />
Zubereitung:<br />
Beispiel: "Knoten"<br />
Beispiel: "Schnecken"<br />
Butter in einem kleinen Topf auf der Herdplatte<br />
schmelzen, Milch hinzufügen und auf etwa Körpertemperatur<br />
erwärmen. Hefe hineinbröseln, kurz verrühren<br />
und abgedeckt 5 Minuten ruhen lassen.<br />
In einer großen Schüssel fast das gesamte Mehl (2-4<br />
Esslöffel Mehl zum Ausrollen zur Seite stellen) mit<br />
den restlichen Zutaten vermischen. Das Milchgemisch<br />
dazu geben und mindestens 5 Minuten zu einem<br />
glatten Teig verkneten. Wenn der Teig an den Händen<br />
klebt, dann einfach noch etwas Mehl hinzufügen.<br />
Ein sauberes Küchentuch mit Wasser anfeuchten, den<br />
Teig damit in einer Schüssel bedecken und an einem<br />
warmen Ort mindestens 45 Minuten gehen lassen.<br />
Währenddessen den Ofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze<br />
vorheizen.<br />
Zucker und Zimt mischen. Die Butter für die Füllung<br />
in einem kleinen Topf auf der Herdplatte schmelzen.<br />
Den Teig in zwei gleich große Portionen teilen und mit<br />
dem restlichen Mehl jeweils ca. 1 cm dick rechteckig<br />
ausrollen. Mit Butter bestreichen und mit der Zucker-<br />
Zimt-Mischung bestreuen.<br />
Rechtecke der Länge nach von oben nach unten einmal<br />
falten und senkrecht in 2 cm breite Streifen schneiden.<br />
Diese Streifen erneut der Länge nach von unten nach<br />
oben einschneiden, etwa 2 cm oben stehen lassen, so<br />
dass sie aussehen wie eine lange Hose. Die ,,Hosenbeine"<br />
miteinander verdrehen und aus der entstandenen<br />
,,Kordel" dann die Zimtschnecken knoten. (siehe Skizze)<br />
Schnecken und andere Formen funktionieren sicher auch.<br />
Die ,,Schnecken" auf ein Backpapier legen und erneut 30<br />
Minuten gehen lassen. Das Ei verquirlen und die Schnecken<br />
damit bestreichen. Dann den Hagelzucker darüber<br />
streuen. 5<strong>–</strong>7 Minuten goldbraun im Ofen backen.<br />
Fotos: Adobe Stock, Skizze: ©klitzekleines.de<br />
22
ÆLV<br />
Das Magazin von<br />
Nr. 07 | Oktober 2022<br />
Ein Quadratmeter Neu Darchauer Elbwiese am Dresdner Königsufer<br />
Elbwiesentausch<br />
Projekt der Dresdner Künstlerin Ina Weise im Klangschalenpark<br />
Kunst • Elbe ist nicht gleich Elbe. So lang ein Fluss, so verschieden auch die Räume, die er durchquert und die Bilder, die er<br />
erzeugt. Bei der Elbe sind es vor allem die Wiesen und Auen <strong>–</strong> sieht man von den Siedlungen ab <strong>–</strong> die den großen Unterschied<br />
machen. In dem Projekt Elbwiesentausch der Dresdner Künstlerin Ina Weise wurde ein 120 x 80 Zentimeter großes Stück Elbwiese<br />
von Dresden nach Neu Darchau transportiert und hier eingesetzt. Gleichzeitig befindet sich jetzt ein Stück Elbwiese<br />
aus Neu Darchau in Dresden. (ac)<br />
Die Dresdner Künstlerin Ina Weise hat einen Austausch<br />
von jeweils rund einem Quadratmeter Wiese aus dem Elbvorland<br />
von Dresden und Neu Darchau vorgenommen. Die<br />
ökologisch-soziologische Arbeit ist Teil des Projekts „Eine<br />
Brücke für die Utopie” und entstand in Kooperation mit<br />
dem Kunstraum Tosterglope und dem Verein elbDORFaktiv.<br />
„Mir geht es dabei um landschaftsästhetische und -ökologische,<br />
aber auch um soziologische Fragen”, sagte Weise<br />
bei ihrem Besuch in Neu Darchau. „Ganz pragmatisch<br />
gilt es herauszufinden, ob wir Menschen, die wir an Flüssen<br />
geboren sind und leben, über diese Flüsse auch miteinander<br />
verbunden sind.” Sie hoffe, so die Künstlerin weiter,<br />
dass nach vollbrachter körperlicher Arbeit des Austauschs<br />
im wörtlichen Sinne nun ein Austausch im übertragenen<br />
Sinne in der Bevölkerung stattfinden wird. Dazu<br />
sei die Einbringung des Dresdner Stücks Elbwiese in den<br />
Klangschalenpark Neu Darchau ideal, weil dort auch andere<br />
künstlerische Arbeiten zu sehen seien und Menschen<br />
sich regelmäßig begegneten. „Es ist spannend, mit den<br />
Menschen ins Gespräch darüber zu kommen, was ihnen die<br />
Existenz eines Stücks Dresden in ihrer Heimat bedeutet.”<br />
Die Künstlerin betont,<br />
dass es sich nicht um<br />
den bloßen Austausch<br />
V<br />
Join us!<br />
Die öffentlichen Treffen von<br />
elbDORFaktiv finden dreimal<br />
im Jahr statt, nämlich im Frühjahr,<br />
Herbst und Winter.<br />
Erfragen Sie auch gerne die<br />
Aufnahme in unseren E-Mail-<br />
Newsletter<br />
05853 - 980 10 23<br />
info@elbdorfaktiv.de<br />
facebook.com/elbdorf.aktiv<br />
einer Vegetationsschicht<br />
handele, sondern<br />
auch von komplett<br />
unterschiedlich<br />
genutzten Landschaftsräumen.<br />
„In Dresden<br />
wurde das Stück Wiese<br />
dem innerstädtischen<br />
Königsufer entnommen,<br />
in Neu Darchau<br />
einer wilden Wiese<br />
im Außenbereich.<br />
Gemeinsam haben beide<br />
Orte allerdings die öffentliche Zugänglichkeit.” An beiden<br />
Orten stehen Schilder, die das Projekt und die Herkunft<br />
des ausgetauschten Stücks Elbwiese erläutern. Das Stück<br />
Dresdner Elbwiese befindet sich im Klangschalenpark rechts<br />
des Hauptwegs, der vom Eingang zum Ufer der Elbe führt.<br />
> Die folgenden vier Seiten sind mit der Möglichkeit zum Herausnehmen in der Heftmitte platziert. Die Publikation wird vom Verein elbDORFaktiv e.V. eingebracht.<br />
23
ÆLV<br />
Kein Pflegenotstand im Klangschalenpark ...<br />
... aber elbDORFaktiv kann gut noch Muskel- oder Maschinenkraft gebrauchen!<br />
Einsatz • Nach Ideenfindung, Planung und Umsetzung kommt bei langfristig angelegten Projekten die dauerhafte Betreuung<br />
und Pflege. Ein mühsames Unterfangen, das im Falle des Klangschalenparks nur durch aktive Mitglieder, bezahlte Arbeit<br />
und den Einsatz von schwerem Gerät zu bewältigen ist. Wohl dem, der all das hat. (ac)<br />
Mehr günstigen Umständen als einer ausgeklügelten Planung<br />
verdankt elbDORFaktiv ein Pflegekonzept für die bisher<br />
fertiggestellten Anlagen in der Hafenmeile, namentlich<br />
den Klangschalenpark und das Ausstellungsgelände.<br />
Radfahrerinnen und eifrige Hundespaziergängerinnen aus<br />
den Reihen des Vereins haben den Zustand der Anlagen beinahe<br />
täglich im Blick, bei einer wöchentlichen Kontrollrunde<br />
werden zudem allfällige Arbeiten festgestellt, Müll und<br />
Zigarettenkippen aufgesammelt und die Spender mit neuen<br />
Flyern bestückt. Ein Auszubildender aus der Gemeinde<br />
sorgt einmal wöchentlich für einen Schnitt der Wege und Plätze<br />
oder kleinere Reparaturen. Apropos: Obwohl der Klangschalenpark<br />
und die Palettenmöbel von Woche zu Woche<br />
mehr frequentiert werden, hält sich das Ausmaß an Schäden<br />
und das Aufkommen an Müll in wirklich sehr erfreulich<br />
kleinen Grenzen!<br />
V Dürre im Metall<br />
Nur eins hat über den Sommer nicht so recht geklappt: Bei<br />
Niederschlagsmengen von weniger als einem Zahnputzglas<br />
und Temperaturen von oftmals 30 Grad und mehr war es<br />
kaum zu schaffen, die Klangschalen dauerhaft mit Wasser<br />
gefüllt zu halten. Aber wenn es gelegentlich doch möglich<br />
war, diese Arbeit zu leisten, dann haben ein privater Generator,<br />
die Abwasserpumpe des KLP-Speisewagens und um<br />
die 100 Meter ausgemusterter Feuerwehrschlauch Elbwasser<br />
in die bauchigen Schalen sprudeln lassen. Natürlich von unterhalb<br />
des Hafens, um den Betrieb der „Tanja” nicht durch<br />
hausgemachtes Niedrigwasser zu gefährden ...<br />
Nun ist der Herbst längst da, und elbDORFaktiv als „Betreiber”<br />
des Klangschalenparks steckt mitten in den Vorbereitungen<br />
für das Einwintern der Palettenmöbel und eine ökologisch<br />
vertretbare Mahd der sogenannten Hochstaudenfluren.<br />
Die wird, wie im letzten Jahr, mit einem Balkenmäher<br />
Gesucht zum Kauf oder zum Ausleihen:<br />
Einkreiselschwader mit Schwadablage<br />
vorgenommen, um Insekten und Larven nicht mit schnelllaufendem<br />
Gerät einfach wegzusaugen, danach wird das<br />
geschnittene Gras zusammengeharkt und zum Abtransport<br />
verladen. Und gerade das Harken ist ein Problem.<br />
Man darf wohl froh sein, dass das Wetter am Tag des Zusammenharkens<br />
im letzten Jahr kühl und regnerisch war. So<br />
blieben all die gezischten, gebrüllten und gestöhnten Flüche<br />
einigermaßen ungehört; die Arbeit auf knapp einem Hektar<br />
Wilder Wiese war eine Viecherei und eigentlich niemandem<br />
zumutbar.<br />
Der Verein würde darum in diesem Jahr gerne einen Schwader<br />
hinter dem vorhandenen Trecker einsetzen. Bislang allerdings<br />
sind alle Bemühungen, ein solches Gerät auszuleihen<br />
oder notfalls zu kaufen, erfolglos geblieben.<br />
Noch sind rund drei Wochen Zeit bis zur Mahd. Hinweise<br />
zur Verfügbarkeit eines einkreiseligen Kreiselschwaders<br />
mit Schwadablage nimmt der Vorstand von elbDORFaktiv<br />
gerne unter der Telefonnummer 0172 - 45 90 240 entgegen.<br />
Fotos: S.1: Ina Weise, S.2: Andreas Conradt (o.), Kuhn (u.), S.3:Andreas Conradt (o.), Karin Behr (u.), S.4: Kuhn<br />
24II
ÆLV<br />
Es ward Licht<br />
Orangefarbenes Licht in Neu Darchau schützt nun Insekten<br />
Artenschutz • Die Umstellung der Straßenlaternen auf dem Neu Darchauer Gemeindegebiet ist erfolgt. An einzelnen Stellen<br />
leuchtet es allerdings immernoch kalt und weiß. (sFa)<br />
Anders als in der letzten Ausgabe der ÆLV berichtet, ist die<br />
Umstellung der Straßenbeleuchtung auf insektenfreundliche<br />
LED-Leuchtmittel bereits im Juli angelaufen und damit<br />
weit vor September, wie es die stellvertretende Bürgermeisterin<br />
Heike Thies (Grüne) damals angekündigt hatte.<br />
Mittlerweile ist die Umrüstung weitestgehend abgeschlossen.<br />
Allerdings haben mehrere Anwohner:innen mitgeteilt,<br />
dass in ihrem Wohnumfeld ganz andere Laternen stehen<br />
als die, für die die Umrüstung mit den vom Gemeinderat<br />
beschlossenen Leuchtmitteln vorgesehen ist. Auf Nachfrage<br />
hat Heike Thies unserer Zeitschrift mitgeteilt, dass<br />
zwar der größte Teil der im Gemeindegebiet aufgestellten<br />
Laternen der Energieversorgung Dahlenburg-Bleckede<br />
AG gehört und von der aktuellen Umrüstung betroffen ist,<br />
ein kleinerer Teil aber auch im Besitz der Gemeinde steht.<br />
Darunter gebe es Straßenlampen, die andere Leuchtmittel<br />
erfordern und deren Umstellung darum nicht unmittelbar<br />
erfolgen kann. Thies hat zugesagt, sich für einen Austausch<br />
der Leuchtmittel auch dieser Lampen einzusetzen.<br />
Plenum und Mitgliederversammlung<br />
Öffentliches Treffen am 6. November im Göpelhaus<br />
Gremienarbeit • Jede und Jeder ist willkommen, über Projekte und Aktionen von elbDORFaktiv zu diskutieren oder sich<br />
informieren zu lassen. Mitwirkung ist ausdrücklich erwünscht. (dk)<br />
Nach fast drei Jahren coronabedingter Pause hält<br />
elbDORFaktiv am Sonntag, dem 6. November endlich wieder<br />
ein öffentliches Treffen ab, zu dem jede:r herzlich eingeladen<br />
ist. Bei diesem sogenannten Plenum informieren<br />
der Vereinsvorstand und andere aktive Mitwirkende über<br />
aktuelle und künftige Projekte <strong>–</strong> von der weiteren Entwicklung<br />
der Hafenmeile über Pläne zum KLP-Wunde.r.punkt im<br />
nächsten Jahr bis zu Ideen, für die elbDORFaktiv die hiesige<br />
Politik begeistern möchte. Die öffentlichen Treffen werden<br />
künftig drei Mal pro Jahr in der Art eines Ratschlags<br />
stattfinden, nämlich jeweils im Frühjahr, Herbst und Winter.<br />
„Die öffentlichen Treffen stehen ausdrücklich Jedermann<br />
und Jederfrau offen”, betont Vorstandsmitglied An-<br />
dreas Conradt. „Eine Mitgliedschaft im Verein ist nicht erforderlich,<br />
auch wenn wir uns über Eintritte immer freuen.”<br />
Das erste Treffen nach der Corona-Pause findet am Sonntag,<br />
dem 6. November um 15 Uhr im Göpelhaus statt.<br />
Direkt im Anschluss an das öffentliche Treffen, nämlich am<br />
6. November um 16.30 Uhr, findet ebenfalls im Göpelhaus<br />
die nicht-öffentliche Mitgliederversammlung des Vereins<br />
elbDORFaktiv e.V. statt. Zutritt dazu haben nur Vereinsmitglieder<br />
und Menschen, die während der Mitgliederversammlung<br />
offiziell Mitglied werden möchten. In diesem Jahr<br />
steht keine Vorstandswahl an. Es ergehen noch schriftliche<br />
Einladungen an die ordentlichen Mitglieder des Vereins.<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
III25<br />
Dr. Erich Bäuerle<br />
Elb-Ufer Klöndör
ÆLV<br />
Gesucht!<br />
zum Kauf oder zum Leihen<br />
Maschinenpark • Zusätzlich zum eigenen Garten noch<br />
rund einen Hektar wilder Wiese im Klangschalenpark ökologisch<br />
korrekt per Hand zu bewirtschaften, überfordert<br />
auch die Aktiven von elbDORFaktiv. Maschinelle Unterstützung<br />
ist gefragt.<br />
Kurzmeldungen<br />
Samstagstreffen<br />
Nach der intensiven gemeinsamen Zeit als Team während<br />
der Zeit des KLP-Wunde.r.punkts einfach sang- und klanglos<br />
auseinandergehen? Das wollte die Klein Kührener Künstlerin<br />
Odette El Ibiary nicht geschehen lassen. „Jeden Sonnabend<br />
um 15 Uhr treffen wir uns nun zum heiteren und ernsten<br />
Austausch auf der Fährwiese in Neu Darchau. Jeder ist<br />
herzlich willkommen.“ Wer sich vorab informieren möchte,<br />
kann Odette El Ibiary anrufen: 0171 - 366 89 33.<br />
Kalt und Weiß<br />
Am 22. Oktober wird im Ausstellungsgelände der Hafenmeile<br />
Neu Darchau eine neue Fotoausstellung eröffnet (Vernissage<br />
um 14 Uhr). Dann präsentieren Karin Behr und Andreas<br />
Conradt Bilder des nordskandinavischen Winters. Was in<br />
unseren Breiten aufgrund des Klimawandels kaum noch zu<br />
erleben ist, schwindet auch in Lappland zusehends. Die Fotos<br />
sind Zeugnis einer einstmals kälteren Welt. Die Ausstellung<br />
bleibt bis zum Frühjahr nächsten Jahres und ist jederzeit<br />
frei zugänglich.<br />
Zur einfacheren, effizienteren, sichereren und trotzdem insektenschonenden<br />
Bewältigung der Mahd des Klangschalenparks<br />
im Spätherbst sucht elbDORFaktiv einen Einkreisel-<br />
Anbauschwader zur Verwendung hinter einem vorhandenen<br />
Traktor. Angebote gern an Telefonnummer 0172 - 45 90 240.<br />
Wieso Ælv?<br />
„Elbe“ nennen wir heute den Fluss vor unserer Haustür.<br />
Wer noch niederdeutsch spricht, kennt ihn als „Elv“, im<br />
tschechischen wird er als „Labe“ bezeichnet. Der althochdeutsche<br />
Name des Flusses lautete „Elba“ (ca. 750<br />
bis 1050 n. Chr.), der altenglische „Ielf“ oder „Ælf“ (ca.<br />
450 bis 1300 n. Chr.). Entlehnt wurden alle Namen von<br />
den frühen Germanen (weit vor Christi Geburt), die die<br />
Elbe als „Albia“ oder „Albis“ bezeichneten <strong>–</strong> also schlicht<br />
als „Fluss“, was der dominierenden Stellung des Stroms<br />
in der Norddeutschen Tiefebene angemessen war.<br />
Der Titel unseres Magazins ist dem altenglischen Namen<br />
der Elbe entlehnt <strong>–</strong> Ælf <strong>–</strong> der wohl auch die heutigen Bezeichnungen<br />
für das Wort „Fluss“ in den skandinavischen<br />
Ländern geprägt hat: „Älv“ im Schwedischen, „Elv“ in der<br />
norwegischen und „Elfur“ in der isländischen Sprache.<br />
Impressum<br />
V<br />
Info über elbDORFaktiv<br />
2. Jahrgang<br />
Ausgabe Nr. 7, Oktober 2022<br />
ÆLV<br />
ist ein kostenloses Informationsblatt<br />
des Vereins elbDORFaktiv e.V. in<br />
Neu Darchau<br />
Kontakt<br />
Am Hafen 2, 29490 Neu Darchau<br />
Tel.: 05853 - 980 10 23<br />
Mail und Internet<br />
info@elbdorfaktiv.de<br />
www.elbdorfaktiv.de<br />
facebook.com/elbDORF.aktiv<br />
Verantwortlich (V. i. S. d. P.)<br />
Andreas Conradt (ac)<br />
Adresse wie vorstehend<br />
Redaktion<br />
Stefan Fabian (sFa)<br />
Andreas Conradt (ac)<br />
Doris Krohn (dk)<br />
Weitere Text- und Bildrechte<br />
wie namentlich gekennzeichnet<br />
Produktion<br />
Layout: Andreas Conradt<br />
Korrektorat: Doris Krohn<br />
elbDORFaktiv ist eine offene Plattform für alle Bürgerinnen und Bürger der<br />
Gemeinde Neu Darchau. Das Ziel der hier engagierten Menschen ist es mitzuhelfen,<br />
unsere Dörfer lebenswerter und liebenswerter zu gestalten. Dazu<br />
arbeiten wir an Projekten, die die Gemeinschaft in unseren Orten weiter<br />
stärken und die Identifikation mit ihnen vergrößern. Haben Sie auch Ideen?<br />
Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Oder kommen Sie zu unseren öffentlichen<br />
Treffen. Sie finden dreimal im Jahr statt, nämlich im Frühjahr, Herbst<br />
und Winter. Dort wird über aktuelle und zukünftige Projekte und deren praktische<br />
Umsetzung diskutiert.<br />
elbDORFaktiv e.V. ist kein geschlossener Verein. Bei uns dürfen Jedermann<br />
und Jedefrau an Treffen und Projekten teilnehmen. Der offizielle Charakter<br />
des „e.V.“ dient nur im Hintergrund der vereinfachten Umsetzung von Projekten.<br />
Eine Mitgliedschaft im Verein ist für die Teilnahme an unseren Treffen<br />
und das Mitwirken an unseren Projekten nicht erforderlich. Wir sind zudem<br />
politisch unabhängig und streben nicht an, eine neue Partei zu gründen<br />
oder uns an eine bestehende Partei anzulehnen.<br />
26
Veranstaltungen<br />
Bleckede<br />
„Natur und Kultur in der Elbtalaue“<br />
am Samstag, 5. November 2022 um 10 Uhr<br />
im Bleckeder Haus. Die Biosphärenreservatsverwaltung<br />
lädt ein zur 17. Natur- und Kultur-Tagung, die von<br />
jedermann besucht werden kann. Die Tagung wurde<br />
einst ins Leben gerufen, um Anwohnern und Akteuren<br />
über Fachvorträge die Arbeit der Biosphärenreservatsverwaltung<br />
näher zu bringen und in Austausch mit<br />
den verschiedenen Interessensträgern zu kommen.<br />
Sie geben Anlass zur Rückschau, aber auch zum Blick<br />
nach vorn <strong>–</strong> das Grußwort des Umweltministers wird<br />
dies vertiefen.<br />
In verschiedenen Fachvorträgen werden wir Sie über<br />
aktuelle Entwicklungen im Biosphärenreservat informieren,<br />
so etwa zur lokalen Umsetzung des bundesweiten<br />
Monitoringprogramms für Wildbienen oder die<br />
Aktivitäten im nunmehr sechsten Jahr des Projektes<br />
„Kooperatives Auenmanagement“.<br />
Den Rahmen bilden in diesem Jahr zwei Jubiläen:<br />
20 Jahre Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“<br />
und 25 Jahre UNESCO-Biosphärenreservat<br />
„Flusslandschaft Elbe“.<br />
Wir geben Einblicke in die laufende Arbeit und Motivation<br />
unserer neuen und bereits seit längerem tätigen<br />
Zertifizierten Natur- und Landschaftsführer*innen.<br />
Darüber hinaus stellen wir die Ziele und die ersten Ergebnisse<br />
des länderübergreifenden Leitprojekts zur<br />
Regionalentwicklung „Biosphäre.regional-nachhaltig“<br />
(Bio.re-na) vor.<br />
Wir hoffen, auch in diesem Jahr mit der Veranstaltung<br />
ein lebendiges Forum für den Austausch von Erfahrungen<br />
und Meinungen schaffen zu können. Wir zählen<br />
auf Ihr Dabeisein und freuen uns auf das Treffen!<br />
Entdeckertouren<br />
im Biosphaerium Bleckede:<br />
8. Oktober Biberspuren/Besuch bei den Bibern<br />
16. Oktober Der Lebensraum der Wölfe<br />
Dahlenburg<br />
Die St. Laurentiuskapelle in Dahlenburg erstrahlt im<br />
neuen Glanz. Mit einen neu konzipierten und vielschichtigen<br />
Ausstellung zur Ortsgeschichte Dahlenburg<br />
öffnet das Museum jeden Samstag von 14<strong>–</strong>16 Uhr seine<br />
Tore für interessierte Besucher.<br />
Advents-/Weihnachtsmärkte<br />
Bleckede<br />
3. und 4. Dezember Weihnachtsmarkt auf dem<br />
Schlosshof und im Schloß<br />
<strong>Hitzacker</strong><br />
3. Dezember Adentsmarkt auf dem Marktplatz (Bild rechts)<br />
Dannenberg<br />
26. und 27. November 2022<br />
Weihnachtsmarkt am und im Ostbahnhof<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
27
Altes Kurhaus Elbblick Alt Garge<br />
Hauptstrasse 38, 21354 Alt Garge<br />
Samstag, 15. Oktober 19.32 Uhr<br />
Kokolores & Schnickschnack von und mit Sven Garbers<br />
Comedy und Musik zur Klampfe aus besseren Zeiten,<br />
inklusiver Weisheiten, die niemand wirklich braucht.<br />
Samstag, 12. November 2022<br />
THE BLECK CADILLAC THREE präsentieren mit Seele,<br />
Power, Spielfreude und <strong>authentisch</strong>em Sound Blues<br />
und Rock aus verschiedenen Jahrzehnten. Das Spektrum<br />
reicht von Cream, Clapton, Hendrix, The Who über<br />
ZZ Top bis zu den Beatles und Chuck Berry.<br />
Samstag, 10. Dezember 20 Uhr<br />
Iontach <strong>–</strong> Irish Music Unlimited...<br />
Das Celtic-Folk-Trio aus der Nähe von Bremerhaven<br />
präsentiert sich überaus charmant und liebenswert<br />
mit warmen und mystischen Gesängen. Mit dabei<br />
haben die drei einen fast unerschöpflichen Fundus an<br />
Instrumenten wie Flöten, Geigen, Akkordeon, Concertina,<br />
Gitarre, Bouzouki, Cello & Piano<br />
Dahlenburger Kulturwoche<br />
Freitag, 12. November 18 Uhr<br />
St.-Johannis-Kirche Dahlenburg<br />
Konzert: ORBIS Streich-Quartett<br />
Samstag, 13. November 17 Uhr und 20 Uhr<br />
Bürger- und Kulturhaus<br />
Folkabend <strong>–</strong> Zwei Konzerte und 7 Musiker gegen den<br />
Pandemie-Blues<br />
Sonntag, 14. November 16 Uhr<br />
Bürger- und Kulturhaus<br />
Lesung: „Knechtschaft unter der Trikolore“<br />
Susi Münch schreibt in ihrem historischen Roman über<br />
das schlichte Leben der Menschen auf der Geest vor<br />
200 Jahren zwischen Elbe und Weser.<br />
Donnerstag, 18. November 19.30 Uhr<br />
Bürger- und Kulturhaus<br />
Benefizkonzert mit dem Bläser-Quintett des<br />
Polizeiorchesters Niedersachsen<br />
Samstag, 20. November 19.30 Uhr<br />
Schule Marienau, Sporthalle<br />
Bunter Abend <strong>–</strong> Ob Akrobatik, Karateshow, musikalische<br />
Aufführungen oder Theatervorführung <strong>–</strong> alle<br />
SchülerInnen des Internatsgymnasiums üben seit<br />
Schuljahresbeginn für ihren Auftritt.<br />
Sonntag, 21. November 11 Uhr und 18 Uhr<br />
Appleslounge, Dahlem<br />
Beethoven zum 250. Geburtstag <strong>–</strong> Eine Matinee und<br />
Soiree mit Gudrun Parnitzke und Ben Soyka<br />
Konau 25, Frohe Zukunft e.V.<br />
Elbstrasse 25, 19273 Konau (Amt Neuhaus)<br />
Telefon: 038841-61964, Fax: 038841-61966<br />
zukunft@kultur-konau.de<br />
Samstag, 8. Oktober 17 Uhr<br />
Telemann und Händel <strong>–</strong> Zwei große Europäer<br />
Thomas Pietsch, Barockvioline, Moderation; Dagmar<br />
Lübking, Cembalo, Truhenorgel, Virginal; Joachim<br />
Kuntzsch, Sprecher<br />
Mit mehreren tausend geistlichen und weltlichen<br />
Vokal- und Instrumentalwerken verschiedenster<br />
Musikgattungen gilt Georg Philipp Telemann, geboren<br />
1681 in Magdeburg, als einer der produktivsten<br />
Komponisten der Musikgeschichte. Dennoch geriet<br />
er nach seinem Tod in Hamburg 1767 für fast zwei<br />
Jahrhunderte in Vergessenheit. Aus seiner Begegnung<br />
mit Friedrich Händel entstand eine lebenslange<br />
Freundschaft, die auch im reichen Briefwechsel ihren<br />
Niederschlag fand.<br />
Samstag, 26. November 17 Uhr<br />
Lesung mit Musik: Ich liebe Schnee! forever<br />
Wanja Mues und Stephan Braun, Jazz-Cello,<br />
erzählen Geschichten um Weihnachten<br />
Kulturtenne Damnatz e.V.<br />
Ursula Günthert, Achter Höfe 55, 29472 Damnatz<br />
Telefon: 05865) 980298 | kulturtenne@t-online.de<br />
Samstag, 8. Oktober 2022 von 19 Uhr bis 22 Uhr<br />
Sanne Möricke/Peter Dahm <strong>–</strong> Akkordeon/Saxophon<br />
Seit mehreren Jahren spielen Sanne Möricke und Peter<br />
Dahm gemeinsam in der Gruppe Klezgoyim. In der<br />
intimen Besetzung mit Saxofon und Akkordeon werden<br />
traditionelle Stücke gespielt, überwiegend aus der<br />
Klezmermusik und den Musiktraditionen Südost-Europas.<br />
Diese Musikrichtungen sind gekennzeichnet von<br />
einer farbvollen Intensität, kraftvollen Rhythmen und<br />
mitreißenden Melodien.<br />
Samstag, 15. Oktober 19 Uhr bis 22 Uhr<br />
Lamiks Tura <strong>–</strong> Seriöse (und weniger seriöse) Folkmusik<br />
von hier und anderswo<br />
Hanna Weissgerber <strong>–</strong> Akkordeon; Hans Flake <strong>–</strong> Kontrabass,<br />
Querflöte, Tin Whistle, Gesang; Kay Doedens <strong>–</strong><br />
Gitarre, Mandoline, Scheitholt, Dudelsack, Gesang<br />
Freitag, 18. November 19 Uhr bis 22 Uhr<br />
Ensemble Schné: la lune blanche. Lieder von vertonten<br />
deutschsprachigen Gedichten<br />
Schné: Gesang; Mariska Nijhof: Akkordeon, Gesang;<br />
Michael Berger: Piano<br />
28
Das Schné Ensemble rund um Sängerin und Schauspielerin<br />
Schné spielt ausschließlich Eigenkompositionen<br />
<strong>–</strong> hochemotionale Lieder und Instrumentalstücke<br />
zwischen Chanson, Jazz, Kammerpop, und Folk.<br />
Kunsthaus Tosterglope<br />
Im Alten Dorfe 7 | 21371 Tosterglope<br />
Samstag, 18. Oktober 19.30 Uhr<br />
20 Jahre Kunstraum Tosterglope in unserer<br />
Konzertreihe des Jahres 2022: Max Riefer<br />
„Music really does bring together all kinds of surprises…“<br />
<strong>–</strong> Zeitgenössische Percussion aus Südostasien<br />
Samstag, 22. Oktober 19 Uhr<br />
Konzert: Astrid Schmeling und das Ensemble L‘ART<br />
POUR L‘ART<br />
Astrid Schmeling und das Ensemble L‘ART POUR L‘ART<br />
erinnern mit einem Programm ausgewählter Kaul-<br />
Kompositionen an den Komponisten/Musiker/Erfinder.<br />
Freitag, 25. November 19 Uhr<br />
Anna Carewe und Oli Bott<br />
Cello meets Vibraphone TRANCE & RHYTHM<br />
Tänze und Rituale aus Klassik und Jazz vom 14. bis zum<br />
21. Jahrhundert<br />
Theater Bleckede<br />
Freitag, 21. Oktober 20 Uhr<br />
„Dinner for One <strong>–</strong> wie alles begann“<br />
Komödie von Volker Heymann<br />
Die exzentrische Regisseurin Anna Schlenk sucht händeringend<br />
passende Darsteller für die Rollen der Miss<br />
Sophie und des Butlers James in dem Theatersketch<br />
„Dinner for One“. Viele haben bereits vorgesprochen,<br />
die richtigen Akteure waren aber noch nicht dabei...<br />
Weitere Vorstellungen:<br />
Sa. 22. 10., Fr. 28. 10., Sa. 29. 10.,<br />
Fr. 11. 11., Sa. 12.11., Fr. 25. 11., Sa. 26.11.<br />
Fr. 09. 12., Sa. 10. 12. 2022 je 20 Uhr<br />
VERDO <strong>Hitzacker</strong><br />
Dr.-Helmut-Meyer-Weg 1, 29456 <strong>Hitzacker</strong><br />
info@verdo-hitzacker.de<br />
Telefon: 05862-7965<br />
Freitag, 7. Oktober 20 Uhr<br />
HITZACKER Singt <strong>–</strong> Die Erstauflage des<br />
<strong>Hitzacker</strong>-Mitsingkonzertes<br />
„Endlich singt <strong>Hitzacker</strong>“ freut sich Sören Schröder,<br />
Veranstalter von „<strong>Hitzacker</strong> Singt“.<br />
Freitag, 28. Oktober 20 Uhr<br />
Maurizio Bignone<br />
INNER REFLECTIONS <strong>–</strong> Piano Solo Konzert<br />
Maurizio Bignone ist ein italienischer Pianist und Komponist,<br />
Transversal und Cross-over. Er umfasst verschiedene<br />
Stile von den ersten Kompositionen an, ohne das<br />
Experimentieren zu vernachlässigen, aber immer mit<br />
einem gemeinsamen Faden, der seine Werke verbindet.<br />
Maurizio flüstert mit seiner Musik in die Seelen<br />
der Menschen und stellt mit ihnen eine Harmonie her.<br />
Samstag, 29. Oktober 20 Uhr<br />
Die deutschen Beat-Legenden auf Jubiläumstour<br />
THE RATTLES UND THE LORDS!<br />
Ein Abend, zwei Bands. Wenn The Rattles und The<br />
Lords zusammentreffen, werden die 1960er Jahre wieder<br />
zum Leben erweckt <strong>–</strong> <strong>authentisch</strong> wie nie zuvor.<br />
Mittwoch, 3. November 20 Uhr<br />
Frieda Braun <strong>–</strong> Erst mal durchatmen!<br />
Es ist wieder soweit: Frieda Braun bringt frisch Erlebtes<br />
und frei Erfundenes auf die Bühne.<br />
Samstag, 12. November 20 Uhr<br />
CATT “Wild Heart”<br />
Eine Stimme, die die Zeit anhält. CATT verwandelt<br />
scheinbar kleine Geschichten in universelle Erzählungen<br />
über das Jetzt, das Hier, das Sein.<br />
Freitag, 18. November 20 Uhr<br />
Marlene Jaschke: Hier bin ich Mensch!<br />
Der Literaturkreis von Marlene Jaschke hat Großes vor<br />
und wagt sich an Goethes „Faust“ heran <strong>–</strong> eine echte<br />
Herausforderung.<br />
Samstag, 19. November 20 Uhr<br />
ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA TRIBUTE by PhilL Bates<br />
(Former ELO PT.2)<br />
All over the World Tour 2022<br />
Sonntag, 20. November 20 Uhr<br />
Jan & Henry <strong>–</strong> Die große Bühnenshow<br />
Deutschlands beliebte Erdmännchen sind mit Ihrer<br />
großen Bühnenshow auf Tournee!<br />
Samstag, 26. November 20 Uhr<br />
Bidla Buh ,,Weihnachts-Special:<br />
Advent, Advent, der Kaktus brennt…”<br />
Wenn sich die drei ungleichen Brüder Hans Torge,<br />
Ole und Frederick zum ,,Fest der Liebe“ treffen, gerät<br />
die Adventszeit zu einer rasanten und aberwitzigen<br />
Schlittenfahrt durch das weihnachtliche Liedgut.<br />
Sonntag, 11. Dezember 19 Uhr<br />
<strong>Hitzacker</strong> singt <strong>–</strong> Das große Weihnachtssingen für<br />
alle!<br />
Freitag, 16. Dezember 19 Uhr<br />
ROYAL CLASSICAL BALLET NUSSKNACKER<br />
Traumhaftes Weihnachtsballett für die ganze Familie<br />
Mittwoch, 28. Dezember 20 Uhr<br />
Zauber der Travestie <strong>–</strong> die schräg schrille andere Revue<br />
<strong>–</strong> mit Gästen aus namenhaften Cabarets Deutschlands<br />
erneut in <strong>Hitzacker</strong> mit einem Programm der<br />
Extraklasse.<br />
Freitag, 30. Dezember 19 Uhr bis 23 Uhr<br />
LANDVOKAL Franz Klahn und Heike Tuttas<br />
Anmeldung erbeten.<br />
Änderungen möglich/Stand bei Redaktionsschluß<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
29
Amt Neuhaus<br />
3. Oktober: Brückenfest in Darchau<br />
Montag, 3. Oktober 10.30 bis 17 Uhr Darchau<br />
Vor 20 Jahren beschlossen die Gemeinderäte von Amt<br />
Neuhaus einen Wechsel zum Land Niedersachsen.<br />
Am Tag der Deutschen Einheit findet in Darchau am<br />
Anleger wieder das traditionelle Brückenfest mit<br />
Marktständen und buntem Bühnenprogramm statt.<br />
Die Veranstalter freuen sich, dass nach der Absage<br />
wegen der Coronapandemie im vergangenen Jahr das<br />
Fest dieses Jahr wieder stattfinden kann. Alle Menschen<br />
diesseits und jenseits der Elbe sind herzlich<br />
eingeladen, das Brückenfest mit seinem abwechslungsreichen<br />
Angebot an Speisen und Getränken an<br />
Verkaufsständen und bei toller Live-Musik auf einer<br />
Bühne zu besuchen. Info-Tel.: 038841-60760.<br />
Das Brückenfest soll den Menschen über alle Grenzen hinweg Gelegenheit zu geselliger Begegnung geben<br />
Fotos: Veranstalter<br />
Weitere Veranstaltungen in Amt Neuhaus<br />
Sonntag, 15. Oktober 14 Uhr Bitter<br />
Drachen für den Frieden<br />
Fest für kleine und große Leute in Bitter.<br />
Kontakt: Steffi Hanstedt, Vorsitzende. 038845-41882,<br />
Mobil: 015128408798<br />
Veranstaltungsort: Beim Dorfhaus Bitter<br />
Veranstalter: Dorfverein „<strong>Elbufer</strong> e.V.“<br />
Sonntag, 27. November 11 bis 17 Uhr Dellien<br />
Weihnachtsmarkt<br />
mit Weihnachtsmusik vom Posaunenchor Neuhaus<br />
unter der Leitung von Reinhard Frehse, Verkaufsständen<br />
und allerlei Leckereien.<br />
Veranstaltungsort: Im und um das Dorfhaus Dellien<br />
Veranstalter: Dorfverein „Dörpschaft“ Dellien e.V.<br />
Silke Bathel 0152-24106282<br />
Samstag, 17. Dezember 15 bis 21 Uhr Neuhaus<br />
Weihnachtsmarkt<br />
mit Verkaufsständen, buntem Programm, Tombola<br />
und allerlei Leckereien auf dem Rathausmarkt und in<br />
und um das Haus des Gastes, Info: 038841 <strong>–</strong> 21137<br />
Am Samstag vor dem Fest öffnet der Weihnachtsmarkt<br />
des Vereins Tourismus und Wirtschaft Amt Neuhaus ab<br />
15 Uhr seine Pforten. Zwei Bühnen vor dem Rathaus<br />
mit einem Programm verschiedener Kindergruppen,<br />
Blasmusik und weiteren vorweihnachtlichen Überraschungen<br />
bieten Abwechslung für Jung und Alt.<br />
30 2
Veranstaltungen<br />
Gongspiel und Lesung<br />
mit Odette El Ibiary<br />
Der Gong ist eines der ältesten<br />
Instrumente und sein Ursprung<br />
liegt in Asien. Er ist immer ein<br />
heiliges Instrument gewesen<br />
und wird auch heute noch für<br />
spirituelle Rituale, Feste und<br />
Feiern gespielt.<br />
THE BLECK CADILLAC THREE<br />
SAMSTAG, 12. NOV, 20 UHR<br />
ALTES KURHAUS ELBBLICK<br />
Einlass 19 Uhr - Eintritt 10 Euro<br />
Alt Garge, Hauptstr. 38<br />
www.altes-kurhaus-elbblick.de<br />
THE BLECK CADILLAC THREE... sind drei gestandene<br />
Musiker aus Bleckede, die mit Seele, Power, Spielfreude,<br />
Improvisation und <strong>authentisch</strong>em Sound Perlen<br />
des Blues und des Rocks aus verschiedenen Jahrzehnten<br />
präsentieren.<br />
Das abwechslungsreiche Spektrum reicht von Cream,<br />
Clapton, Hendrix, The Who, ZZ Top bis zu den Beatles<br />
und Chuck Berry, ergänzt durch Songs weniger bekannter<br />
Künstler. Es geht dem Trio darum, durch eigene<br />
Interpretationen sich mal mehr oder mal weniger<br />
von den Originalen zu entfernen und sich auf diese<br />
Weise vor den großen Vorbildern zu verneigen.<br />
Karten: Buchhandlung Hohmann in Bleckede<br />
Schmidts Laden in Alt Garge<br />
Altes Kurhaus Elbblick: mail@altes-kurhaus-elbblick.de<br />
Odette El Ibiary: “Der Gong<br />
zeigt mir, was ich spielen<br />
soll, ich tauche ein in seine<br />
Sprache, seine Schwingung<br />
und gebe mich ihm hin. Mein<br />
Ich löst sich auf. Es ist wie ein<br />
kosmischer Rausch."<br />
Odette El Ibiary liest aus<br />
ihrem neuesten Buch „Der Vogel hat Flügel<br />
bekommen“. Es sind lyrische Texte. Zitat aus<br />
einer Rezension von dem Schriftsteller Peter<br />
Schütt: „Ihre Verse sind voller Schwingungen,<br />
sie scheinen zu schweben, sie erheben sich,<br />
sie fließen, ergießen und verströmen sich, sie<br />
tänzeln vor Freude und vor Überschwang. Sie<br />
schwingen sich auf in himmlische Gefilde“.<br />
Sonnabend, 5. November | 19 Uhr<br />
Gongkonzert mit Lesung in der Kirche in Nahrendorf.<br />
Odette El Ibiary | Prosa/Lyrik | Malerei/Installationen<br />
Gongspielerin | 0171/3668933<br />
Jeden Sonnabend, Fährwiese in Neu Darchau | 15 Uhr<br />
Treffen zum heiteren und ernsten Austausch.<br />
Jeder ist herzlich willkommen. Info Tel. 0171/3668933<br />
Ausstellung im Rathaus Stelle: Vom 3.10.-30.12.2022<br />
Kunstausstellung von Odette El Ibiary<br />
„Die Gärten von Marrakesch“ Acrylink auf Papier<br />
Midissage am 01.12. um 16:30 Uhr<br />
Rathaus Stelle | Unter den Linden 18 | 21435 Stelle<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
31
Alt Garge<br />
„Unser Dorf Alt Garge soll schöner werden!“<br />
Die Vorschläge zur Dorfentwicklung sind eingereicht <strong>–</strong> Rege Beteiligung der Bürger<br />
Es tut sich was in Alt Garge! Am 11. Juli 2022 wurden<br />
die Vorschläge des Planungsbüros Kontor Freiraumplanung,<br />
Hamburg, für die Schaffung eines Dorfplatzes<br />
und den Umbau des Bürgerparks vorgestellt. Ca. 120 interessierte<br />
Einwohner verfolgten gespannt die Power-<br />
Point-Präsentation und bekamen eine Vorstellung davon,<br />
was künftig in Alt Garge entstehen soll.<br />
Es war hochinteressant für die versammelten Besucher,<br />
die Entwürfe der Planer zu sehen, denn erstmals<br />
bekamen Ideen, um die vorher lange gerungen wurde,<br />
eine konkrete Form. Das Büro hatte dabei sowohl den<br />
künftigen Dorfplatz entworfen als auch die Veränderungswünsche<br />
für den Bürgerpark visualisiert.<br />
Hoffnungsvolle Aufbruchstimmung in Alt Garge<br />
Wie konnte es nach vielen Jahren Stillstand so weit<br />
kommen, dass sich jetzt endlich so etwas wie eine Aufbruchstimmung<br />
in Alt Garge breit macht?<br />
Nach den großen Zeiten, die vor 50 Jahren mit der<br />
Schließung von HEW-Werk und Porenbetonfirma vorbei<br />
waren, gab es viele Jahre gefühlt erst einmal nur<br />
Niedergang und damit verbundene Abwanderung von<br />
Einheimischen, die woanders ihr Glück suchten.<br />
Tristesse und Stillstand herrschte vor <strong>–</strong> oder war es<br />
doch eher ein Dornröschenschlaf?<br />
Zu Anfang wurde eine Förderregion gebildet<br />
In den letzten Jahren gab es zunehmend lauter werdende<br />
Unzufriedenheit bei einem Teil der Einwohner.<br />
Der Wunsch war groß, den Ort endlich wieder zu verschönern<br />
und zu beleben.<br />
Als Kirsten Klann im Jahre 2016 nach der Wahl von<br />
der größten Partei zur Ortsvorsteherin vorgeschlagen<br />
wurde, startete sie in der Hoffnung, gemeinsam mit<br />
anderen aktiven Bürgern Alt Garges grundlegende<br />
Verbesserungen für den Ort erreichen zu können. Aber<br />
wie konnte das angegangen werden angesichts chronisch<br />
klammer Kassen?<br />
Als vielversprechender Ansatz erschien da ein Dorfentwicklungsprogramm,<br />
das vom Land Niedersachsen<br />
aufgelegt wurde und auf das dörfliche Regionen sich<br />
bewerben konnten.<br />
Eigens für die Bewerbung bei diesem Programm wurde<br />
die Förderregion „Schieringen-Elbe“ gebildet und<br />
auch als geeignet aufgenommen.<br />
Seit 2018 befindet sich Alt Garge zusammen mit Barskamp,<br />
Gut Horndorf, Köhlingen, Tosterglope und Ventschau<br />
in diesem Dorfentwicklungsprogramm, das für<br />
aufgenommene Gemeinden Umsetzungsbegleitung<br />
und lukrative Unterstützung anbietet.<br />
Der erste Schritt zu einem förderungsfähigen Dorfentwicklungsverfahren<br />
lautete, Visionen zu entwickeln<br />
und schließlich Ideen einzureichen, mit denen die Region<br />
gestärkt werden kann.<br />
46 Bürger beim ersten Ideenworkshop<br />
Mit der Einladung zu einem Ideenworkshop begann<br />
im Januar 2020 die hoffnungsvolle und <strong>kreativ</strong>e Phase<br />
der Bürgerbeteiligung.<br />
Schon beim ersten Treffen wurde deutlich, dass in Alt<br />
Garge nach Meinung der Einwohner einiges geschehen<br />
muss, um das Dorf 50 Jahre nach dem Weggang<br />
des großen Steuerzahlers HEW wieder attraktiver zu<br />
machen.<br />
Von Anfang an erklärte Ortsvorsteherin Kirsten Klann,<br />
wie wichtig ihr die Bürgerbeteiligung bei der Fortschreibung<br />
eines Entwicklungskonzeptes sei. Das von<br />
ihr formulierte Ziel war, eine interessierte Öffentlichkeit<br />
herzustellen und die besten Ideen aus der Dorfgemeinschaft<br />
zu sammeln und umzusetzen.<br />
„Wir brauchen einen Dorfplatz“<br />
Zu den wichtigsten Forderungen gehörte nach dem<br />
Wunsch der Beteiligten von Anfang an die nach einem<br />
richtigen Dorfplatz <strong>–</strong> als sichtbarer Ausdruck eines Gemeinwesens<br />
und Areal für gemeinschaftsfördernde<br />
Feste und weitere Aktivitäten. Der zweite Herzenswunsch<br />
war der Umbau des Bürgerparks und ein neues<br />
Konzept für dessen Nutzung.<br />
Favorisiert für den künftigen Dorfmittelpunkt wurde<br />
im Laufe der Diskussionen der Platz vor der Schule bzw.<br />
der Turnhalle. Eine Frage aber war: Würde der Platz reichen,<br />
um ein großzügiges Ambiente zu schaffen, mit<br />
der Möglichkeit, z.B. Dorffeste oder einen Weihnachtsmarkt<br />
durchführen zu können?<br />
Die Zweifel schwanden, als der Draisinenbetreiber erklärte,<br />
dass es für seinen Betrieb reichen würde, wenn<br />
nur eines von den drei Bahngleisen bestehen bliebe.<br />
Erst durch den dadurch möglichen Rückbau der zwei<br />
straßennahen Gleise konnte sich die Idee durchsetzen,<br />
auf der Höhe des künftigen Dorfplatzes die Straße zu<br />
verschwenken. Dies beinhaltete zwei Vorteile:<br />
<strong>–</strong> Der Verkehr kann hier leichter entschleunigt werden.<br />
<strong>–</strong> Die Ausdehnung des geplanten Dorfzentrums kann<br />
großzügig genug bemessen werden.<br />
Der Bürgerpark: Anlaufpunkt für Radtourismus<br />
und Geschichtspfad<br />
Eine weitere wichtige Forderung der Alt Garger war,<br />
dass der Bürgerpark umgestaltet wird. Ein Pavillon, der<br />
als Anlaufstelle für Fahrrad-Touristen dienen könnte,<br />
soll im Park errichtet werden. Dieses Gebäude sollte<br />
auch eine Ladestation für E-Bikes bekommen.<br />
Außerdem soll der Pavillon als Info-Punkt dienen und<br />
32
auf Tafeln allgemeinverständlich über die dörfliche Region,<br />
ihre Orte und deren Vernetzung früher und heute<br />
erzählen... Das Motto könnte lauten: Unsere Dörfer<br />
erzählen Geschichten. Spannende Themen wären z.B.<br />
die frühere Kreisbahn sowie die Bedeutung der Tonvorkommen<br />
bei Ventschau für die Ziegelproduktion in<br />
der Region.<br />
Nicht alle Visionen der Alt Garger passten in das Förderprofil<br />
der Dorfentwicklung. Beim Ideen-Workshop<br />
wurde von aktiven Bürgern auch angeregt, die Stätten<br />
der Geschichte Alt Garges besser zugänglich zu machen.<br />
Daraus erwuchs die Idee, einen historischen Erlebnispfad<br />
zu entwickeln. Eine Arbeitsgruppe gründete<br />
sich, welche die verschiedenen Punkte zusammentrug<br />
und konkrete Vorschläge entwickelte.<br />
Auch für den Geschichtspfad in Alt Garge erscheint<br />
den Aktiven ein Pavillon im Bürgerpark, unmittelbar<br />
am Elberadweg gelegen, als zentraler Anlauf-, Rastund<br />
„Info-Point“ unverzichtbar.<br />
Wie ist der Stand der Dinge?<br />
Nach mittlerweile 4 Jahren Dorfentwicklungsverfahren<br />
sind jetzt erstmals konkret ausgestaltete Planungsunterlagen<br />
beim zuständigen Amt für regionale<br />
Landesentwicklung eingereicht worden.<br />
Alle aktuell beantragten Projekte werden einem Ranking<br />
unterworfen, das nach einem Punktesystem den<br />
Nutzen für den jeweiligen Ort bewertet. Je höher die<br />
erreichte Punktzahl, desto wahrscheinlicher ist die Genehmigung<br />
und Förderung. Doch alle Beteiligten sind<br />
zur Zeit recht zuversichtlich, dass positiv über die eingereichten<br />
Vorschläge entschieden wird.<br />
Unabhängig von den angesprochenen Projekten der<br />
Dorfentwicklung ist die lange geplante Sanierung der<br />
Hauptstraße, für die als Kreisstraße (K22) der Landkreis<br />
Lüneburg zuständig ist. Sie ist ja am Dorfende<br />
Richtung Waldbad schon realisiert worden. Bewußt<br />
wurde im Frühjahr der Ausbau der weiteren Abschnitte<br />
gestoppt, um die angestrebten Veränderungen vor<br />
der Turnhalle bei der Straßensanierung gleich mit berücksichtigen<br />
zu können. Ab Oktober diesen Jahres soll<br />
es nun in 4 weiteren Abschnitten weitergehen. Dazu<br />
wird auch der verschwenkte Straßenverlauf vor dem<br />
künftigen Dorfplatz gehören!<br />
Für den geplanten historischen Erlebnispfad sind die<br />
beantragten Fördermittel u.a. aus EU-Töpfen (LEADER)<br />
bereits bewilligt; dieses Projekt steht kurz vor dem Abschluss<br />
seiner Umsetzung.<br />
So ist Kirsten Klann vorsichtig optimistisch, was die<br />
Mittelbewilligung für die beiden in Alt Garge geplanten<br />
Projekte „Dorfplatz“ und „Bürgerpark“ betrifft.<br />
Wenn diese Verbesserungen erfolgreich realisiert werden<br />
können, werden sie sicher einen großen Schritt voran<br />
für das Gemeinschaftsleben in Alt Garge bedeuten!<br />
Die Kanufähre des Sigurd Elert<br />
„Das dürfte ich doch gar nicht, dafür müsste ich das<br />
Fährrecht besitzen.“<br />
Er lächelt: „Wenn ich helfen kann und die Menschen<br />
sich freuen, ist das ein wunderbarer Lohn. Der erste Einwohner<br />
aus dem Amt Neuhaus, der von mir zur Arbeit<br />
gepaddelt wurde, kam aus Kaarssen (Bild links). Wenn<br />
Fahrräder mitgenommen werden sollten, haben wir 2<br />
Kanus zusammengebunden (Bild unten). Einer ganzen<br />
Reihe von Leuten konnte ich so helfen, regelmäßig zur<br />
Arbeit zu kommen, ohne einen Umweg zu machen und<br />
zusätzlichen Sprit zu verbrauchen.“<br />
Die Erderwärmung hat auch in diesem Jahr wieder<br />
bewirkt, dass der Pegel der Elbe extrem abfiel und die<br />
Fähre „Tanja“ in Neu Darchau einige Wochen nicht<br />
fahren konnte. Ein Problem für viele, die auf dem Weg<br />
zur Arbeit oder Schule<br />
übersetzen müssen.<br />
Sigurd Elert von der<br />
Kanustation „Albia“<br />
hat sich daher überlegt,<br />
ob und wie er<br />
selbst helfen könnte.<br />
Daraus ist die<br />
spontane Idee entstanden,<br />
eine kleine<br />
„Ersatzfähre“<br />
anzubieten.<br />
Menschen konnten nach diesem Entschluß auf telefonische<br />
Anmeldung hin von ihm kostenlos übergesetzt<br />
werden. Von morgens um 6.20 bis abends<br />
22 Uhr hat er diesen Fährdienst neben dem normalen<br />
Kanuverleih verrichtet. So lange, bis die Fährgesellschaft<br />
das Ausflugsschiff „Hecht“ mietete und<br />
ab dem 21. September selbst Fußgänger und Radfahrer<br />
im Ersatzverkehr nach Darchau übersetzte.<br />
Auf Flüssen ist der erfahrene Kanute in seinem Element.<br />
Warum er für die Leistung kein Geld nimmt? Sigurd Elert und Christian Schneider beim Beladen der Kanus (Fotos: Elert)<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
33
Internationale Community <strong>–</strong> was heißt das?<br />
Wer sind eigentlich die 250 Menschen, die auf dem Michaelshof zusammen leben und arbeiten? Was<br />
machen die alle? Und warum hört man so viele Sprachen?<br />
Bei uns geht’s international zu <strong>–</strong> Schüler aus ganz<br />
Deutschland auf Praktikum, junge Menschen aus der<br />
ganzen Welt im Freijahr oder auf Weltreise, ausgelernte<br />
Architekten oder Wirtschaftsstudenten, viele an Nachhaltigkeit<br />
und Ökologie Interessierte <strong>–</strong> und alle ziehen<br />
an einem Strang. Warum sie alle kommen? Vielleicht<br />
weil hier ein Ort ist, der jungen Menschen viel zu entdecken<br />
bietet, die Möglichkeit zum Mitmachen gibt und<br />
mehr Offenheit entgegenbringt, als es sonst oft der Fall<br />
ist. Auf dem Michaelshof und im „Blauen Haus“, das wir<br />
bis 2019 gemeinsam mit Volunteers gebaut haben, ist<br />
deshalb immer etwas los. Bei der Kaffee-Pause für alle,<br />
bei Koch- und Spieleabenden, Tischtennisturnieren, Musik-Sessions,<br />
Blödeleien und tiefen Gesprächen.<br />
So kamen zum Beispiel am 15. Juli über die Volunteer-<br />
Organsiation AIESEC 41 junge Menschen aus Brasilien<br />
und Mexiko, Hongkong und Griechenland, aus der Türkei<br />
und Serbien, Ägypten und Tschechien, um 6 Wochen<br />
zu lernen und mitzuhelfen. Alle sind jung und studieren.<br />
Hier helfen sie auf dem Bau und im Garten, bei den<br />
Tieren und in der Küche, bei Peronnik und im Café <strong>–</strong> für<br />
manche ist es die erste körperliche Arbeit überhaupt!<br />
Und ebenfalls für viele neu: das Leben in einer Gemeinschaft.<br />
In ihren Abschiedsworten klingt das dann so:<br />
«In den 6 Wochen lernte ich das Wesen einer Gemeinschaft<br />
kennen, in der jeder mitarbeiten muss,<br />
um diesen wunderbaren Ort am Leben zu erhalten.<br />
Vielen Dank, Sammatz, dass ich das erleben durfte.<br />
Dieser Ort ist ein besonderer Ort, an dem man<br />
ganz man selbst sein und die Geschichten anderer<br />
entdecken kann, ein Ort wie ein zweites Zuhause.»<br />
Edwin, Mexiko<br />
«Danke, Sammatz, dass du mich aufgenommen und<br />
mich gelehrt hast, dass wir gemeinsam alles erreichen<br />
können, was wir wollen, dass nichts unmöglich ist.<br />
Danke, dass ihr mich daran erinnert, dass das Leben<br />
JETZT ist und dass es nie zu spät ist, jemandem etwas<br />
Nettes zu sagen.» Bruna, Brasilien<br />
So sehen viele Abschiedsworte aus, aber so mancher<br />
O-Ton (besonders aus Schulklassen) kann auch halb<br />
augenrollend sein: «Tiere sind toll, jäten nervt.»<br />
Was wir jeden Tag in Sammatz machen, ist harte Arbeit,<br />
sowohl draußen auf dem Feld als auch beim Versuch,<br />
gut zusammenzuleben und Konflikte, die es natürlich<br />
auch gibt, konstruktiv zu lösen. Wir leben gerne<br />
in der schönen Gemeinde Neu Darchau, einige von uns<br />
mehr als 30 Jahre. Wir finden, dass es in turbulenten<br />
Zeiten wie diesen gar nicht genug Orte der Gemeinschaft,<br />
der Liebe, der Toleranz und der Völkerverständigung<br />
geben kann. Einen davon findet ihr im Dörfchen<br />
Sammatz, gleich um die Ecke!<br />
Wer sich selbst ein Bild machen will, ist herzlich eingeladen<br />
vorbeizukommen, die internationale Luft zu<br />
schnuppern und auch mal mit den jungen Leuten in<br />
den Gärten zu reden <strong>–</strong> sie freuen sich sicherlich darüber.<br />
«Hier gibt es kein richtig oder falsch, also sei einfach<br />
du selbst und go with the flow.» Kaka, Hongkong<br />
34<br />
Fotos © Mel Flower Teamfoto
Michaelshof in Sammatz<br />
Schaut vorbei am 4. Sammatzer Apfeltag!<br />
Foto: Björn Vogt<br />
Mal ehrlich <strong>–</strong> was wäre der Herbst ohne Äpfel? Vielerorts<br />
sind die Bäume jetzt schwer von prallen Früchten;<br />
wir sammeln die reifen vom Boden und freuen uns<br />
über ein köstliches Stück Natur, in dem auch die Arbeit<br />
vieler Generationen von Züchtern steckt, die aus den<br />
kleinen holzigen Wildfrüchten die leckeren Äpfel von<br />
heute gezogen haben. Apfelsaft, Dicksaft zum Süßen,<br />
Mus und Kompott <strong>–</strong> ohne den „König der Früchte“<br />
wäre Norddeutschland früher schlecht durch den Winter<br />
gekommen!<br />
Unsere Region ist altes Apfelland, viele Bäume gehören<br />
zu wertvollen historischen Sorten, die noch<br />
richtig charaktervoll schmecken und im Supermarkt<br />
nicht zu finden sind. Vielleicht steht einer davon auch<br />
in eurem Garten? Anfang<br />
Oktober feiern wir auf dem<br />
Michaelshof den 4. Apfeltag<br />
<strong>–</strong> mit dabei ist wieder der bekannte<br />
Pomologe Hermann<br />
Stolberg aus Neu Darchau,<br />
der etwa 100 regionale Apfelsorten<br />
zum Anschauen<br />
präsentiert. So reichhaltig<br />
war unsere Apfelkultur einmal!<br />
Wer fünf Äpfel seines Baumes mitbringt, kann<br />
sich von ihm die Sorte bestimmen lassen <strong>–</strong> nicht selten<br />
ist eine Rarität dabei.<br />
Der Apfelbaum hat die Menschen schon immer beschäftigt,<br />
von Adam und Eva bis zum Symbol königlicher<br />
Herrschaft. Newton saß unter ihm und eine Computermarke<br />
trägt seinen Namen (der Gründer lebte<br />
mal auf einer Apfelplantage) <strong>–</strong> auch Schneewittchen<br />
darf man natürlich nicht vergessen.<br />
Er steht für Gesundheit und Frische, „An apple a day<br />
keeps the doctor away.“, sagt man in England. Und er<br />
ist mit seiner Überfülle an Früchten, die doch „nur“<br />
Apfelkerne für ein, zwei neue Bäume „produzieren“<br />
müssen, ein wunderbares Beispiel dafür, wie anders<br />
und verschwenderisch die Natur denkt.<br />
Hunderte Äpfel „verschenkt“, aber dabei entsteht ein<br />
ganzes Ökosystem um den Baum, von dem viele Tierund<br />
Pflanzenarten und letztlich eben die gesamte Natur<br />
profitieren.<br />
Wenn wir auch nur ein wenig anfangen, so ganzheitlich<br />
zu denken und zu fühlen, zu planen und zu wirtschaften,<br />
wie es der Apfelbaum tut, wären wir mit vielen<br />
Problemen schon ein gutes Stück weiter …<br />
Deshalb: Lasst uns den üppigen, freigiebigen, weisen<br />
Apfelbaum so richtig feiern! Beim Sammatzer Apfeltag<br />
am Sonntag, den 9. Oktober 2022 von 11:00 bis<br />
18:00 Uhr erwartet euch auf dem Michaelshof wieder<br />
ein buntes Programm für Groß und Klein.<br />
Für die Kids gibt‘s eine Kindersaftpresse und alle dürfen<br />
probieren. Bei Markus Meyer könnt ihr euch mit<br />
schönen Bäumchen eindecken, und nebenan gibt’s<br />
an unserem Erntestand leckeres Demeter-Gemüse zu<br />
kaufen. Kulinarisch werdet ihr von unserem Foodtruck<br />
mit Herzhaftem sowie mit Kaffee und Kuchen versorgt,<br />
alles bio, alles<br />
lecker, ist ja klar.<br />
Und dazu gibt’s<br />
Livemusik mit der<br />
Sammatzer Combo.<br />
Also kommt vorbei,<br />
lasst den Regen zu<br />
Hause und freut<br />
euch mit uns über<br />
den Herbst!<br />
So. 9. Oktober 2022, 11 <strong>–</strong> 18 Uhr<br />
Michaelshof 29490 Sammatz<br />
35
Walmsburg/Lüneburg<br />
Erinnerung an einen, der Spuren hinterließ<br />
Der Walmsburger Heinrich Meyer prägte die Elbdörfer <strong>–</strong> Die Familiengeschichte<br />
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebten dicht am<br />
Walmsburger Marktplatz im heutigen Haus Brüchkuhlenweg<br />
2 die Eheleute Heinrich und Amanda Meyer.<br />
Das Geburtshaus von Heinrich Meyer heute<br />
Sie betrieben eine kleine Landwirtschaft mit meist<br />
zwei Kühen und sechs Schweinen sowie einer größeren<br />
Anzahl an Federvieh. Um wirtschaftlich besser<br />
über die Runden zu kommen, hat Heinrich Meyer<br />
nebenbei noch Elbfischerei betrieben. Und als ausgesprochen<br />
fleißiger Mann hat er auch noch eine Zeitlang<br />
mit seinem Pferd den Milchtransport der Walmsburger<br />
Bauern nach Alt Garge übernommen.<br />
Damit aber nicht genug: Der Stolz von Heinrich Meyer<br />
war eine kleine Tischlerei, mit der das Einkommen für<br />
die Familie zusätzlich spürbar aufgebessert werden<br />
konnte.<br />
Heinrich Meyer dürfte also einigermaßen zuversichtlich<br />
in die Zukunft geblickt haben, als seine Frau ihm<br />
am 20. Dezember 1897 einen Stammhalter gebar. Dieser<br />
wurde wie der Vater Heinrich geheißen.<br />
Der kleine Heinrich traut sich was<br />
Klein-Heinrich entwickelte sich zu einem aufgeweckten,<br />
selbstbewußten Jungen, der dem Vater gern bei<br />
der faszinierenden Arbeit in der Tischlerei zusah.<br />
In der Walmburger Schule, die direkt neben dem elterlichen<br />
Hof lag, lernte er die Grundbegriffe des Lesens,<br />
Schreibens und Rechnens und erwarb dort sicher auch<br />
einige Kenntnisse über den lieben Gott und das kaiserliche<br />
Vaterland.<br />
Inspiriert durch die Tischlerarbeiten des Vaters, wollte<br />
Heinrich gern dieses schöne Handwerk mit all seinen<br />
Möglichkeiten und Finessen erlernen.<br />
Er begann eine dreijährige Tischlerlehre in Bleckede<br />
bei dem Betrieb Blanquett in der Lauenburger Straße<br />
12. Heinrich war sehr wissendurstig und fühlte vage in<br />
sich, dass noch etwas anderes auf ihn warten könnte<br />
als die vertraute Welt seiner Eltern im überschaubaren<br />
Walmsburg, welches damals (noch ohne Bruchdorf)<br />
insgesamt gut 200 Seelen zählte.<br />
So reichte dem jungen Mann eine erfolgreich abgeschlossene<br />
Lehre nicht so recht. Jetzt wollte er gerne<br />
noch etwas höher hinaus.<br />
Dem stand entgegen, dass er als ältester Sohn normalerweise<br />
die Landwirtschaft der Eltern hätte übernehmen<br />
sollen. Er war daher froh, als sein jüngerer Bruder<br />
Friedrich sich bereit erklärte, den elterlichen Hof<br />
fortzuführen. Was zu damaligen Zeiten natürlich auch<br />
bedeutete, dass man die Eltern pflegte, wenn diese alt<br />
wurden und ihnen die Kräfte ausgingen.<br />
Seine Tischlerausbildung konnte Heinrich nutzen als<br />
Grundlage für ein Studium der Architektur an der Bauschule<br />
in Hildesheim. Und nach erfolgreicher Prüfung<br />
hatte er endlich das ersehnte Ziel erreicht!<br />
In einem Betrieb im Sächsischen durfte er die ersten<br />
praktischen Erfahrungen als Baumeister sammeln.<br />
Erfolgreicher Beginn der Selbständigkeit<br />
Mit 29 Jahren wagte der selbstbewusste junge Architekt<br />
den aufregenden Schritt in die eigene Selbständigkeit<br />
und eröffnete im heimischen Walmsburg sein<br />
erstes Architekturbüro.<br />
Im Jahre 1926 setzte er die erste Duftmarke <strong>–</strong> im nahe<br />
gelegenen Neu Darchau. Seine Aufgabe war die Planung<br />
und Bauaufsicht des oben abgebildeten Wohnund<br />
Geschäftshauses in der Dorfstraße. Auftraggeber<br />
war ein gewisser Friedrich Hinrichs, der ein „Kaufhaus“<br />
bauen wollte. Es war dabei gewiß angenehm für den<br />
jungen Meyer, dass er sein „Erstlingswerk“ in der Gegend<br />
für einen guten Freund entwickelte.<br />
Dieses Werk ist noch immer in Neu Darchau zu bewundern.<br />
An ihm sind schon Grundzüge vieler weiterer<br />
Bauten hier in der <strong>Elbufer</strong>region erkennbar: Meyer<br />
lehnte sich an den „Kaffeemühlen-Stil“ an, der in den<br />
dreißiger Jahren in Norddeutschland modern war.<br />
236
Wer das Gebäude auf der Bauzeichnung nicht gleich<br />
erkannt hat, dem sei verziehen, denn mittlerweile<br />
wurde es durch einen Anbau deutlich verändert.<br />
Heute beherbergt dieses schön harmonische Bauwerk<br />
den Edeka-Markt Hildebrand!<br />
Viele Bauprojekte in den Elbdörfern<br />
Was Heinrich entwarf, hat den Menschen in der Region<br />
gut gefallen. Denn es folgten schon im gleichen Jahr<br />
weitere Arbeiten für Auftraggeber unter anderem aus<br />
den Orten Katemin, Vockfey, Walmsburg, Klein Kühren,<br />
Barskamp, Tosterglope und Glienitz.<br />
Mit seinem Bruder Friedrich pflegte der aufstrebende<br />
Architekt über lange Jahre ein gutes Verhältnis. Es war<br />
ihm eine Erleichterung zu wissen, dass dieser für den<br />
Hof und für die Eltern sorgte.<br />
Von Friedrich ist überliefert, dass er musikalisch war<br />
und zwischendurch immer wieder Gelegenheiten<br />
fand, mit der Musik zusätzliches Geld zu verdienen.<br />
Erstes Meisterstück: das Kurhotel in Alt Garge<br />
Eine aufregende Herausforderung für den zielstrebigen<br />
jungen Architekten war gewiß die Planung von<br />
Sagers „Kurhotel“ in Alt Garge im Jahre 1929.<br />
Gasthof und Pension Sager <strong>–</strong> alte Postkarte undatiert<br />
Dieses Bauwerk ist bis heute bemerkenswert und kann<br />
wegen seiner Gestaltung auch als besonders wertvoll<br />
angesehen werden. Hier ist zu erkennen, dass<br />
Meyer durchaus die modernen Stilrichtungen verfolgte,<br />
denn am Gebäude sind auch expressionistische<br />
Elemente zu finden. Zeichnungen und Schriftzüge in<br />
den Bauplänen von damals weisen Heinrich Meyer als<br />
einen sorgfältigen bis peniblen Planer aus.<br />
Auch an anderen Gebäuden hat er sich immer mal<br />
wieder mit moderner Gestaltung ausprobiert...<br />
Der Glanz ist dahin: die ehemalige Gastwirtschaft Kruse<br />
Zu den vielen Projekten in der Umgegend gehörte auch<br />
die Gaststätte Kruse in Haar (gebaut 1930). Meyer<br />
war nämlich auch auf der rechtselbischen Seite bald<br />
ein gefragter Mann. Eine Marotte bei seinen Bauplanungen<br />
trug ihm in der Region irgendwann den Spitznamen<br />
„Nischen-Meyer“ ein.<br />
Im Jahre 1934 wurde eine Familie gegründet<br />
Der berufliche Erfolg mit vielen aufwendigen Projekten<br />
und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Verpflichtungen<br />
hatten den ehrgeizigen Baumeister lange<br />
davon abgehalten, eine Familie zu gründen.<br />
Im Jahre 1934, im Alter von immerhin schon 37 Jahren,<br />
entschloss er sich, die aus Bleckede stammende Ilse<br />
Reimers zu heiraten.<br />
1935 kam Sohn Heinz zur Welt. Ein Jahr<br />
später folgte Tochter Margret.<br />
Im Jahre 1938 wurde das dritte Kind <strong>–</strong> wiederum<br />
ein Junge <strong>–</strong> geboren. Dieser wurde<br />
auf den Namen Klaus getauft.<br />
Frau Ilse wollte aus Walmsburg weg<br />
Obwohl jetzt eigentlich alles erfolgreich<br />
lief, lag bei Familie Meyer eine latente Unzufriedenheit<br />
in der Luft. Denn Ilse wurde<br />
in Walmsburg nie so richtig warm, und sie<br />
lag ihrem Mann mit dem Wunsch in den<br />
Ohren, nach Lüneburg zu ziehen.<br />
So entschloß sich Heinrich im Jahre 1938,<br />
mit Sack und Pack dorthin zu wechseln. In<br />
Lüneburg hat die Familie bis 1953 zur Miete<br />
gewohnt, erst kurz in der Barckhausenstraße<br />
und dann in der Rotestraße.<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
373
Lüneburg/<strong>Elbufer</strong>region<br />
Ilse mit den Kindern Margret, Klaus und Heinz<br />
Der private Heinrich: ein Patriarch alter Schule<br />
So korrekt und erfolgreich Heinrich im Berufsleben<br />
war, so sehr galt er in der Familie als strenger Patriarch.<br />
Seine Schwiegertochter erinnert sich noch heute: „Ich<br />
musste mich nach seinen Vorstellungen in die Familie<br />
einfügen. Und nicht selten hatte er was zu kritisieren.“<br />
Immerhin ist er zu seiner späteren Enkelin Birgit etwas<br />
nachsichtiger gewesen. Sie weiß noch heute, dass er<br />
ihr das perspektivische Zeichnen beigebracht hat.<br />
Aufträge in der NS-Zeit<br />
Heinrich Meyer war umtriebig und lebte für seinen<br />
beruflichen Erfolg. Oft war er wegen der Bauprojekte<br />
und in Sachen Kundenpflege unterwegs.<br />
Die über viele Jahre zurückreichenden Archivunterlagen<br />
weisen auf, dass er weiterhin eine Menge Aufträge<br />
aus der <strong>Elbufer</strong>-Region sowie jetzt häufig auch<br />
aus dem Lüneburger Umland hatte. Das waren häufig<br />
Bauernhäuser in Fachwerkbauweise. Denn Heinrich<br />
wandte sich jetzt verstärkt dem traditionellen Fachwerkbau<br />
zu. Er war fasziniert von der niedersächsischen<br />
Baukultur und hat auch Publikationen über<br />
das Thema verfasst. Im Laufe seines Berufslebens bekam<br />
er sogar den<br />
Spitznamen „Fachwerk-Meyer“<br />
verpasst.<br />
Eine Lüneburger Zeitung<br />
titelte im Jahre<br />
1966 zu seinem 40-<br />
jährigen Berufsjubiläum<br />
treffend: „Verliebt<br />
in Bauernhäuser“.<br />
Zu den ländlichen Projekten<br />
kamen damals<br />
aber öfter Arbeiten<br />
für die NSDAP und ihr<br />
nahestehende Organisationen<br />
dazu. An-<br />
fang 1945 gehörte dazu der Bau eines Bunkers für den<br />
„Gaubefehlsstand“ unter der Schießgrabenstraße. .<br />
Seit 1937 war Lüneburg Hauptstadt des NSDAP-Gaues<br />
Osthannover. Die Residenz des Gauleiters Otto Telschow<br />
befand sich in der Schießgrabenstraße. Im Sommer<br />
1944 entstand nach Planung von Heinrich Meyer<br />
unter der Fahrbahn ein mit dem Haus verbundener<br />
Bunker mit einer 1,70 m starken Stahlbetondecke. Im<br />
„Gaubefehlsstand“ arbeitete die Luftwarnzentrale, die<br />
den Anflug der Bomberströme über Norddeutschland<br />
registrierte und Luftlagemeldungen bekannt gab.<br />
Als Anfang April 1945 deutlich wurde, dass Deutschland<br />
den Krieg verlieren würde, wurde Meyer von der<br />
NSDAP beauftragt, den Bunker zu sprengen. Das wollte<br />
er nicht verantworten, weil damit Lebensgefahr für<br />
Personen sowie die Zerstörung der Villen und Wohnhäuser<br />
in der Schießgrabenstraße<br />
stattgefunden<br />
hätte. Zum Schein<br />
löste er eine kleine,<br />
harmlose Explosion aus<br />
und erklärte dann den<br />
Verantwortlichen, dass<br />
dieser Bunker nicht zu<br />
sprengen sei.<br />
Jene Tat ist auf einer Gedenktafel festgehalten, die<br />
heute an der Schießgrabenstraße zu besichtigen ist.<br />
Sohn Heinz setzt die Tradition fort<br />
In Lüneburg entwarf Heinrich Meyer im Jahre 1951 ein<br />
schönes Haus in Fachwerkkonstruktion für die Familie,<br />
das in der Neuetorstraße gebaut wurde.<br />
Dieses Haus war der Familien- und Arbeitsmittelpunkt<br />
für Heinrich Meyer und ist es bis heute ebenso für die<br />
Familie des älteren Sohn Heinz geblieben, der seinem<br />
Vater beruflich nachfolgte.<br />
Der jüngere Bruder Klaus ist von Beruf Bautechniker<br />
geworden. Er wohnt seit Jahrzehnten mit seiner Frau<br />
Gabi <strong>–</strong> wieder <strong>–</strong> in Walmsburg.<br />
Es war längst nicht von vornherein klar, dass Heinz, der<br />
ältere Sohn, auch Architekt werden würde. Der junge<br />
Mann hatte alles andere im Sinn, als im Schatten seines<br />
dominanten Vaters zu stehen. „Ich wäre vielleicht<br />
gerne Tierarzt geworden“, erinnert sich Heinz Meyer<br />
heute. „Aber dazu hätte ich das Abitur gebraucht. Ich<br />
hatte aber die Schule abgebrochen.“<br />
Nach einer Lehre als Zimmermann konnte er aber<br />
der reizvollen Vorstellung, auch den <strong>kreativ</strong>en Be-<br />
38 4
uf eines Architekten auszuüben, nicht widerstehen.<br />
Um das zu erreichen, war für ihn allerdings die „Ochsentour“<br />
nötig. An der Abendschule quälte er sich<br />
bis zur notwendigen Fachhochschulreife durch und<br />
besuchte anschließend die Bauschule für angehende<br />
Architekten. So kam es dazu, dass er schließlich doch<br />
den gleichen Beruf ausübte wie der Vater.<br />
Nachdem er ein paar Jahre in verschiedenen Architekturbüros<br />
als Angestellter gearbeitet hatte, übernahm<br />
Heinz das Büro des Vaters ab 1962 als Alleininhaber.<br />
Heinz Meyer hat es geschafft, aus dem großen Schatten<br />
des Vaters zu treten. Obwohl wohnhaft in Lüneburg,<br />
hat auch er hier am <strong>Elbufer</strong> viele Spuren hinterlassen.<br />
Beispielhaft für andere seien die Bäckerei und<br />
das Wohnhaus von Bäcker Harms in Katemin genannt.<br />
Heinz Meyer gründet eine Familie<br />
Im Juli 1960 heiratete Heinz Meyer seine Edelgard und<br />
gründete eine Familie. Im April 1963 kam Tochter Birgit<br />
zur Welt, zwei Jahre später der Sohn Henrik.<br />
Um mal mit Frau und Kindern abschalten zu können<br />
(und wohl auch, weil man in der Neuetorstraße mit<br />
dem Senior andauernd unter einem Dach lebte), kam<br />
Anfang der siebziger Jahre die Idee auf, ein Wochenendhaus<br />
für die Familie zu bauen. Da traf es sich gut,<br />
dass der Architekt Heinz Meyer für die Holzhaussiedlung<br />
„Bergland“ in Katemin den Bebauungsplan erstellen<br />
sollte. Im Rahmen der Siedlung wurde ein Bauplatz<br />
gesichert und ein schönes Haus errichtet, wo Familie<br />
Meyer sich an den Wochenenden erholen konnte.<br />
Zum Wochenende nach Katemin<br />
Tochter Birgit erinnert sich: „Es hat mir zu allen Jahreszeiten<br />
dort oben gut gefallen. Im Winter konnte man<br />
bei Schnee natürlich toll rodeln. Und über die oft zugefrorenen<br />
Wasserflächen im Walmsburger Werder sind<br />
wir endlos weit Schlittschuh gelaufen. Man musste allerdings<br />
auf den Stacheldraht achten, der manchmal<br />
aus dem Eis ragte. Bei Hans Gerken in Walmsburg haben<br />
mein Bruder und ich reiten gelernt.“<br />
Die Kinder wuchsen heran. Birgit hatte damals ihre eigenen<br />
Vorstellungen von ihrem späteren Beruf.<br />
„Natürlich stand in<br />
der Familie im<br />
Raum, dass später<br />
jemand das Architekturbüro<br />
fortsetzen<br />
sollte, am<br />
besten mein Bruder.<br />
Ich wollte ja<br />
eher was mit Mode<br />
machen, vielleicht<br />
auch Innenarchitektin<br />
werden.“<br />
Aber schließlich<br />
hat Vater Heinz ihr Landeszeitung vom 14. April 2007<br />
ein einjähriges Praktikum auf dem Bau besorgt. Damit<br />
begann, was jeder weiss: Auch Birgit ist schließlich in<br />
die Fußstapfen von Vater und Großvater getreten...<br />
In ihren ersten Berufsjahren hat sie in Hamburg gewohnt<br />
und als angestellte Architektin gearbeitet, bis<br />
sie 1992 als Partnerin ihres Vaters im Büro einstieg.<br />
Seitdem heißt das Architektenbüro „Meyer Arc“.<br />
Die dritte Generation: Birgit Meyer-Thaut<br />
15 Jahre lang haben Vater und Tochter gemeinsam Projekte<br />
durchgeführt, darunter in Neuhaus die Grundschule<br />
und die Sporthalle gebaut. Seit 2007 führt Birgit<br />
Meyer-Thaut das freie Architekturbüro alleine.<br />
Im Jahre 1991 hat sie geheiratet, Ende 1992 wurde ein<br />
Sohn geboren. Im Jahre 2008 entschied sie sich, mit<br />
ihrem Mann Peter ganz in das bisherige Wochenendhaus<br />
nach Katemin zu ziehen. Dort findet sie in der<br />
großartigen waldreichen Natur nahe zur Elbe ihren<br />
Gegenpol zu dem stressigen Bürojob in Lüneburg.<br />
Familie Meyer prägt noch immer die Region<br />
Das Büro Meyer Arc<br />
ist auch heute noch<br />
viel am <strong>Elbufer</strong> tätig.<br />
Gerade hat Birgit<br />
Meyer-Thaut in Bleckede<br />
den denkmalgeschützten<br />
„Bleckeder<br />
Löwen“ saniert.<br />
Das ehemalige Hotel wurde zur Kanzlei für eine Steuerberaterin<br />
umgebaut.<br />
Im Geburtshaus der Großmutter<br />
Meyer-Thaut: „Manche Aufträge sind persönlicher als<br />
andere. Alle drei Architekten-Generationen haben sich<br />
über die lange Zeit planerisch mit dem Elternhaus meiner<br />
Großmutter Ilse Reimers beschäftigt.<br />
Mein Großvater war ja sehr geschichtsbewußt. Deshalb<br />
hat er ein Bild sowohl<br />
seines Elternhauses<br />
in Walmsburg als auch<br />
eines seiner Ehefrau Ilse<br />
in Bleckede in Bleiverglasung<br />
in unsere Lüneburger<br />
Bürofenster einsetzen lassen. Darauf gucke ich seit<br />
vielen Jahren jeden Tag. Nun hat es sich ergeben, dass<br />
wir genau dieses Haus <strong>–</strong><br />
heute Sitz der Praxis Dr.<br />
Runge <strong>–</strong> sanieren dürfen.“<br />
Birgit Meyer-Thaut sinniert:<br />
„Es erstaunt mich<br />
sehr, wenn ich die Archivunterlagen<br />
meines Großvaters ansehe. Wie viele Spuren<br />
von ihm hier noch überall zu finden sind!<br />
Wir haben einen schönen Beruf. Aber mit mir wird wohl<br />
die fast 100jährige Tradition in der Familie enden.“<br />
Text: Hoffmann, Fotos: Architekturbüro Meyer Arc,privat<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
395
Elbtalaue<br />
2022 <strong>–</strong> Ein schlechtes Jahr für unsere Störche<br />
Interessante Radtour mit der Storchenbetreuerin <strong>–</strong> Rückblick auf die Brutsaison 2022<br />
Am Sonntag, dem 10. Juli dieses Jahres, lernte ich Antje<br />
Fäseke kennen, die beauftragte Storchenberaterin für<br />
den Landkreis Lüchow-Dannenberg. Die von ihr angebotene<br />
,,Radtour durch die Dannenberger Marsch mit<br />
der Storchenbetreuerin“ versprach interessante Informationen.<br />
Treffpunkt für die Exkursion war der Dorfplatz<br />
in Nienwedel <strong>–</strong> ,,am Storchennest“.<br />
Ein Rundlingsdorf mit 8 Storchennestern<br />
Als ich in dem mir unbekannten Ort eintraf, staunte<br />
ich nicht schlecht: Der Dorfplatz war leicht auffindbar,<br />
denn Nienwedel ist ein wunderschönes bäuerliches<br />
Rundlingsdorf. Dass ich mich hier in eine frühere Zeit<br />
versetzt fühlte, war aber vor allem einer offensichtlich<br />
reichen Zahl an Storchennestern geschuldet, auf<br />
denen zum Teil rege Betriebsamkeit herrschte. Gefühlt<br />
waren fast so viele Horste zu sehen wie Häuser!<br />
Nur das menschliche Treiben auf den Höfen des Dorfes<br />
war vor 100 Jahren sicher lebhafter.<br />
Frau Fäseke hatte auf dem Dorfplatz einen Tisch mit<br />
Kaffeetassen und Infomaterialien aufgestellt und begrüßte<br />
die 14 Teilnehmer für die bevorstehende Rundtour<br />
auf eine ganz unkomplizierte, offene Art.<br />
Überall in Deutschland gibt es ehrenamtliche Storchenbetreuer,<br />
die in unermüdlichem Einsatz die Nester<br />
im Auge behalten und akribisch die Brutpaare zählen<br />
sowie die Anzahl der ausfliegenden Jungen erfassen.<br />
93 Horste für eine Betreuerin<br />
Frau Fäseke erklärte uns, dass ihr Betreuungsbereich<br />
im Kreis Lüchow-Dannenberg 93 Horste umfaßt, von<br />
denen zu der Zeit etwa 81 von Störchen besetzt waren.<br />
Auch interessante Anschauungsmaterialien hatte sie<br />
mitgebracht. So lernten wir unter anderem, dass ein<br />
Storch nach dem Fressen in großen Klumpen wieder<br />
auswürgt, was er nicht verdauen kann <strong>–</strong> ähnlich wie<br />
die Eulen es machen. So ein Klumpen, den wir auch anfassen<br />
durften, heißt bei den Störchen Speiballen.<br />
In vielen der ausgewürgten Klumpen ist heutzutage<br />
leider auch Plastik zu finden. Plastikteile sind natürlich<br />
eine große Gefahr für die Tiere. Denn nicht immer können<br />
sie unschädlich wieder ausgewürgt werden.<br />
Wir waren gleich voll im Storchengeschehen, als Antje<br />
Fäseke uns auf die verschiedenen Nester des Ortes hinwies.<br />
8 Horste kann das Dörfchen vorweisen. Sie sind<br />
alle durch kompletten Eigenbau entstanden. Gebaut<br />
wurde auf Dachfirsten, Schornsteinen, einer Stallentlüftung,<br />
einem Strommast und auf einem Baum.<br />
Die große Bedeutung der Elbtalaue<br />
Die Elbtalaue ist für den Weißstorch bedeutsam wie<br />
kaum eine andere Region in Deutschland. Das liegt daran,<br />
dass im Schatten der ehemaligen innerdeutschen<br />
Grenze eine der letzten naturnahen Flußlandschaften<br />
bestehen blieb. Der Erhaltung dieses Refugiums<br />
kommt deshalb eine überragende Bedeutung zu.<br />
Jedes Storchenpaar braucht für die frühe Phase der<br />
Kükenaufzucht einen Nahbereich am Horst, in dem es<br />
Insekten, Regenwürmer oder Kaulquappen findet <strong>–</strong> am<br />
besten Feuchtgrünland oder flache Gewässer. Jedes<br />
der Nienwedeler Brutpaare versucht für sich ihr eigenes<br />
Nahbereichs-Revier zu behaupten.<br />
Sind die Jungen schon etwas größer, beginnt die ,,unbewachte<br />
Phase“ der Aufzucht. Oft sind jetzt beide Elternteile<br />
unterwegs, um auch von weiter weg Futter<br />
zu holen. Dieses besteht dann hauptsächlich aus Fröschen<br />
oder Mäusen...<br />
Endlich ging es los auf eine ausgedehnte Radtour entlang<br />
der Strecke Wussegel, Strachauer Rad, Penkefitz,<br />
Breese in der Marsch, Dambeck, Predöhlsau, Grabau.<br />
Bei unserer Tour hatten wir Glück mit dem Wetter. Es<br />
war ein schöner trockener Sommertag. Oft blies uns<br />
allerdings kräftiger Wind auf offenem Feld oder auf<br />
dem Deich entgegen, so dass die Fahrt für manchen<br />
von uns zum Fitnesstraining wurde.<br />
Dambeck: Altstorch kommt <strong>–</strong> erst klappern, dann füttern<br />
Wo belegte Horste zu sehen waren, legten wir einen<br />
Halt ein. Besonders spannend wurde es an den Nestern,<br />
wo unsere Storchenbetreuerin selbst noch nicht<br />
sicher war, wie viele Junge aus den Eiern geschlüpft<br />
waren. Dort durften wir gemeinsam Entdecker spielen.<br />
40 2
Vielfältige Gefahren für ein Storchenküken<br />
Dabei erklärte Frau Fäseke uns, dass die Zahl der geschlüpften<br />
Jungen noch längst nicht bedeutet, dass<br />
auch nur annähernd die gleiche Anzahl flügge werden<br />
würde geschweige denn dass sie das nächste Jahr erleben.<br />
Aus unserer menschlichen Perspektive sehr befremdlich<br />
war die Information, dass die Storcheneltern in<br />
schlechten Futterjahren schwächere Junge einfach aus<br />
dem Horst werfen. Es war überhaupt ernüchternd und<br />
für manch einen von uns schockierend zu hören, dass<br />
bei den Weißstörchen im Durchschnitt nur jedes zehnte<br />
Junge die Geschlechtsreife erreicht!<br />
Unsere wunderbare Rundtour durch die Dannenberger<br />
Marsch endete natürlich wieder in Nienwedel,<br />
wo jetzt deutlich wurde, wozu die Tassen gebraucht<br />
werden sollten: Frau Fäseke spendierte für ihre glücklichen,<br />
aber erschöpften Mitradler Kaffee und Kuchen!<br />
Bei erholsamer Kaffeezeit wurden viele Fakten zum<br />
Storchenleben vorgetragen und Fragen beantwortet.<br />
,,Ostzieher“ oder ,,Westzieher“?<br />
Ein spannendes Thema war der Vogelzug. Zum Überwintern<br />
ziehen unsere Störche in den Süden. Doch<br />
Störche sind Land-Segelflieger, d.h. sie sind auf die Aufwinde<br />
über Land angewiesen. Deshalb fliegen sie nicht<br />
über das offene Mittelmeer, sondern wählen die Route<br />
über Gibraltar oder den Bosporus. Traditionell flogen<br />
bisher deutlich mehr Störche aus unserer Gegend über<br />
die ,,Ostroute“, einige sogar bis nach Südafrika!<br />
Störche, die die ,,Westroute“ nehmen, fliegen nicht so<br />
weit. Sie bleiben seit einigen Jahrzehnten wegen des<br />
milderen Klimas sogar oftmals in Spanien, wo sie zu<br />
Tausenden die Müllkippen absuchen. Während die<br />
,,Ostzieher“ bei monatelager Reise durch gefährliche<br />
Gegenden fliegen und dabei immer stärker unter den<br />
Folgen des Klimawandels leiden, kommen die ,,Westzieher“<br />
meistens früher und gut genährt zurück.<br />
In unserer Gegend findet interessanterweise gerade<br />
eine tendenzielle Abnahme von Ostziehern zugunsten<br />
von Westziehern statt. Das hat Auswirkungen...<br />
Nach dem Ende der interessanten Informationsver-<br />
anstaltung löste sich unsere Gruppe langsam wieder<br />
auf. Die erlebten Eindrücke bestärkten meine Neugier.<br />
Es interessierte mich, wie das Brutjahr 2022 wohl abschließend<br />
bewertet werden würde.<br />
Deshalb haben wir Frau Fäseke im September nach<br />
dem Abflug der Störche um ein Interview gebeten.<br />
2022 war schlechter als die Brutjahre davor<br />
Hast du schon Zahlen über den Bruterfolg 2022?<br />
Weil ich möglichst 100%ig sein will, sollen immer alle<br />
gesammelten Infos (verteilt auf zig Zetteln, Handy-Einträge,<br />
Mails...) mit einfließen <strong>–</strong> die Zusammenführung<br />
kostet eben Zeit. Ich bin selbst etwas entsetzt, denn die<br />
,,flügge Jungstorchzahl“ ist nicht, wie hier üblich, leicht<br />
gestiegen, sondern <strong>–</strong> erstmalig <strong>–</strong> deutlich gesunken!<br />
Natürlich machten der Nahrungsmangel durch Trockenheit<br />
und Hitze den Störchen arg zu schaffen.<br />
Andererseits sind die Zahlen ostelbisch (Brandenburg<br />
und Sachsen-Anhalt) schon in den letzten Jahren tendenziell<br />
rückläufig gewesen. Dort führte man dies<br />
hauptsächlich auf die landwirtschaftliche Umstrukturierung<br />
nach der Grenzöffnung zurück.<br />
Es gibt eine Veränderung beim Zugverhalten<br />
Aber das überzeugt dich nicht so recht?<br />
Ich erkläre es mir bei uns eher aus dem Zusammenspiel<br />
mehrerer Faktoren. Zum einen gibt es genau in unserem<br />
Bereich die Überschneidung von Ost- und Westziehern<br />
mit einem wachsenden Druck von Westziehern (veränderte,<br />
günstigere Zugbedingungen, Winterstörche nehmen<br />
zu). Das führt bei uns zu einer längeren Ankunftsbreite<br />
(2022 von Mitte Februar bis Anfang Mai). Als Folge<br />
kommt es hier häufiger zu (Revier/Horst-)Kämpfen mit<br />
Brutverlusten. Außerdem überleben bei den günstigeren<br />
Zugbedingungen auf der Westroute auch mehr Jungstörche...<br />
Deren Anteil ist bei den Paaren deutlich gestiegen.<br />
Diese Brutpaare sind unerfahren, geben bei den<br />
ersten Schwierigkeiten oder grundsätzlich schneller ihre<br />
Brut auf.<br />
Kälte und Trockenheit wirkten sich aus<br />
Was sind die weiteren Gründe für den Rückgang?<br />
Bei mir hat‘s leider<br />
auch noch zwei verlässliche<br />
Frühbrüter<br />
mit jeweils 3 fast<br />
flüggen Jungstörchen<br />
mit der Schafskälte<br />
Anfang Juni<br />
,,zerrissen“ <strong>–</strong> an Unterkühlung<br />
gestorben<br />
(Hudern klappt<br />
bei den großen Küken<br />
nicht mehr, und das<br />
Federkleid ist noch<br />
nicht dicht genug).<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
413
Teilt man Lüchow-Dannenberg nach den futterbietenden<br />
Feuchtgebieten auf, gibt es statistisch bei mir in<br />
der (bewaldeten) Jeetzel- und Dumme-Niederung ein<br />
Drittel weniger Küken gegenüber 2021... aber entlang<br />
der Elbe fehlt die Hälfte. Dort gab es auch die ,,Frost“-<br />
Ausfälle (Schafskälte), der Seeadler ist im Kommen und<br />
,,räumt“ gern mal den ein oder anderen Storchenhorst<br />
ab... und die letzten harten Dürrejahre mit zum Teil Amphibien-Totalverlust<br />
machen das Futterangebot auch<br />
nicht besser.<br />
Junge Paare geben schneller auf<br />
Außerdem ist an der Elbe der Anteil an jungen Brutpaaren<br />
höher als im ,,Inland“. In Nienwedel z.B. ist bei<br />
5 Bauernhöfen die Zahl der Brutpaare 2022 von 5 auf 8<br />
gestiegen... aber von 14 geschlüpften Jungen sind nur<br />
2!! <strong>–</strong> vom erfahrensten Paar <strong>–</strong> flügge geworden. Dafür<br />
kann man vermutlich nicht den Seeadler verantwortlich<br />
machen und auch nicht allein das schlechte Mäusejahr:<br />
Die teilweise erst 3jährigen Störche waren schlichtweg<br />
mit der Brutpflege überfordert und haben oftmals einfach<br />
aufgegeben.<br />
Welche Rolle spielt der Klimawandel...?<br />
Natürlich ist die Zahl der verstorbenen Küken durch diese<br />
sehr trockene Saison sehr hoch (allgemein wurden die<br />
Bruten recht früh von 3 bis 4 auf 1 bis 2 reduziert), aber<br />
2021 war es hier eben auch schon trocken. Insgesamt<br />
war die Qualität der überlebenden Küken auch nicht besonders<br />
gut <strong>–</strong> da gab es schon einige Unterernährte (vor<br />
allen Dingen bei den jungen Brutpaaren).<br />
Jammern würde ich aber nicht, dass nur die Hitze/der<br />
Endlich war es wieder soweit. Nach<br />
den belastenden Einschränkungen<br />
während der Coronapandemie konnten<br />
die Walmsburger am Sonntag,<br />
28. August 2022, der Einladung des<br />
Dorfclubs folgen und sich an den<br />
liebevoll mit Blumen geschmückten<br />
Tischen zu nachbarschaftlicher<br />
Runde treffen. Es war wie ein großes<br />
Picknick, bei dem alle Teilnehmer<br />
ihren Kaffee, Tee, Brötchen, Butter,<br />
Aufstrich usw. sowie Geschirr selbst<br />
mitbrachten.<br />
Bei familiärer Atmosphäre wurde<br />
geklönt, gescherzt und gelacht <strong>–</strong><br />
und Aufschnitt getauscht: „Gib du<br />
mir mal was von deiner Pfeffersalami,<br />
die sieht gut aus. Dann bekommst du von mir diesen<br />
tollen Käse zu probieren.“ Auch Selbstgebackenes<br />
wurde in die heitere Runde gereicht.<br />
Natürlich wurden auch alte Bekanntschaften wieder<br />
Klimawandel am Rücklauf der Weißstorch-Reproduktion<br />
schuld ist. Klar, langfristig passt das, aber auf 3 bis 5 Jahre<br />
gesehen gibt‘s in der Elbtalaue auch die genannten<br />
Gründe.<br />
Im Landkreis Stade sieht es besser aus<br />
Die Aussagen von Antje Fäseke werden erhärtet durch<br />
Zahlen aus den westlichen Landkreisen Niedersachsens.<br />
So meldet Storchenbetreuer Gert Dahms aus<br />
Stade mehr Paare, viele Junge und normale Verluste.<br />
,,Unsere Störche sind gut durch den trockenen Sommer<br />
gekommen. Sechs neue Niststandorte sind hinzugekommen.<br />
61 Storchenpaare haben erfolgreich gebrütet.<br />
Insgesamt sind 133 Jungstörche flügge geworden.“<br />
Brutergebnisse in den Bereichen unserer<br />
Storchenbetreuer (gerundete Zahlen)<br />
Helmut Eggers (LK Lüneburg, rechts der Elbe):<br />
2022: 47 Brutp. 66 flügge Jungstörche = 1,4 Junge<br />
2021: 50 Brutp. 81 flügge Jungstörche = 1,6 Junge<br />
2020: 50 Brutp. 100 flügge Jungstörche = 2 Junge<br />
Hubert Horn (LK Lüneburg, links der Elbe):<br />
2022: 41 Brutp. 58 flügge Jungstörche = 1,4 Junge<br />
2021: 44 Brutp. 58 flügge Jungstörche = 1,3 Junge<br />
2020: 44 Brutp. 67 flügge Jungstörche = 1,5 Junge<br />
Antje Fäseke (Landkreis Lüchow-Dannenberg<br />
2022: 81 Brutp. 88 flügge Jungstörche = 1,1 Junge<br />
2021: 78 Brutp. 130 flügge Jungstörche = 1,7 Junge<br />
Als Vergleich Zahlen aus dem Landkreis Stade:<br />
2022: 61 Brutp. 133 flügge Jungstörche = 2,2 Junge!<br />
Endlich wieder möglich: Gemeinsames Frühstück in Walmsburg<br />
70 Nachbarn treffen sich nach den Corona-Einschränkungen an langer Tafel<br />
vertieft und neue Freundschaften geschlossen. Besonders<br />
gefreut hat die Aktiven des Dorfclubs, dass auch<br />
einige Neu-Walmsburger gekommen sind und von den<br />
Nachbarn herzlich willkommen geheißen wurden.<br />
Foto: Andreas Gärtner-Michels Text: Hoffmann, Fotos: Antje Fäseke (2), privat<br />
424
1 2<br />
3<br />
4<br />
5<br />
6<br />
7<br />
Das große Quiz:<br />
Wer kennt die<br />
meisten Heinrich-<br />
Meyer-Häuser?<br />
8<br />
9<br />
10<br />
11<br />
12 13 14<br />
15 16 17<br />
Auflösung Seite 47<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
43
Ähnlich wie diese senkrecht stehende, bifaziale Agri-PV-Anlage der Firma Next2Sun im baden-württembergischen Donaueschingen<br />
würde die geplante Anlage in Sammatz das Landschaftsbild wenig beeinträchtigen.<br />
Ökostrom vom Acker<br />
Detlef Mennerich könnte halb Neu Darchau mit grünem Strom versorgen<br />
Die Gemeinde Neu Darchau könnte zum Vorreiter<br />
in einem bislang weitgehend unbekannten Feld der<br />
Energiewende werden, der sogenannten Agri-Photovoltaik<br />
(Agri-PV). Während flächenüberdeckende Solaranlagen<br />
auf ehemals landwirtschaftlich genutzten<br />
Flächen auch in Lüchow-Dannenberg schon lange<br />
einen Beitrag zur Produktion von grünem Strom leisten,<br />
plant der studierte Landwirt Detlef Mennerich auf<br />
einem Acker östlich des Neu Darchauer Ortsteils Sammatz<br />
eine senkrecht stehende, sogenannte bifaziale<br />
Photovoltaikanlage. Gemeint sind damit zweiseitige<br />
Solarzellen, die das einfallende Licht nicht nur über die<br />
Vorder-, sondern auch über die Rückseite nutzen können.<br />
Anders als bei herkömmlichen Solarparks werden<br />
die bifazialen Module dieser Agri-PV-Anlage in einem<br />
Abstand von jeweils zehn Metern zueinander und vor<br />
allem senkrecht und in Nord-Süd-Richtung aufgestellt.<br />
Das bringt gleich zwei Vorteile: In den Freiflächen zwischen<br />
den Modulen kann weiterhin der Anbau niedrig<br />
wachsender Kulturen wie Gemüse, Kräuter und Getreide<br />
erfolgen <strong>–</strong> und die komplementäre Ausrichtung der<br />
Solarzellen sorgt durch Nutzung insbesondere der Morgen-<br />
und Abendsonne für eine sogenannte netzdienliche<br />
Produktionskurve. Dabei wird durch die um 90 Grad<br />
gedrehte Ausrichtung der Module also genau dann besonders<br />
viel Strom produziert, wenn andere Anlagen typischerweise<br />
wenig Energie bereitstellen können.<br />
Die Ackerfläche nahe dem Dorf Sammatz ist schon<br />
lange im Besitz der Familie von Detlef Mennerich und<br />
wird heute von seinem älteren Bruder bewirtschaftet.<br />
Und auch, wenn Detlef Mennerich inzwischen in Lüneburg<br />
wohnt: „Die Hofstelle etwas außerhalb des Dorfes<br />
ist Resultat einer Flurbereinigung Ende der 1960er-<br />
Jahre. Schon davor war unsere Familie fest im Ort<br />
verwurzelt.“ Der hochaufgeschossene Mann Anfang<br />
60 ist seit langem Fan der Photovoltaik und hat schon<br />
vor 20 Jahren Solarzellen zur Erzeugung von Strom und<br />
Warmwasser auf seinem Haus in Lüneburg montiert.<br />
Er sei weder expliziter Gegner noch Befürworter der<br />
Kernenergie, sagt Mennerich, „aber die fast jährlichen<br />
Castortransporte haben mich seinerzeit doch nachdenklich<br />
gemacht. Die durch die Proteste ausgedrückten<br />
Sorgen und Ängste der Wendländer:innen haben<br />
mich bestärkt, nach Alternativen zu suchen.“<br />
Der Einsatz auch großer Maschinen ist in der geplanten Anlage kein Problem.<br />
44<br />
Text: Andreas Conradt, Fotos: Next2Sun, PubliXviewinG
Natur | Umwelt & Technik<br />
Gespräche mit seiner Tochter und die Geburt eines<br />
Enkels vor knapp zwei Jahren haben Mennerich motiviert,<br />
seinen Betrieb in Sammatz enkelsicher zu entwickeln.<br />
Vor gut zwei Jahren ist er zudem in die vollelektrische<br />
Mobilität eingestiegen: „Ich tanke jetzt Strom<br />
vom eigenen Dach!“<br />
Bislang gibt es in Lüchow-Dannenberg nur eine einzige<br />
Agri-PV-Anlage. Betrieben wird sie von der Firma Steinicke<br />
in Seerau in der Lucie, vor allem aber handelt es<br />
sich um eine sogenannte aufgeständerte Anlage, bei<br />
der die Solarmodule in klassischer Ausrichtung und<br />
Lage hoch über einer landwirtschaftlich genutzten Fläche<br />
montiert sind. Mit einer kommerziell betriebenen,<br />
senkrecht stehenden bifazialen Agri-PV-Anlage dieser<br />
Größe betritt Detlef Mennerich dagegen Neuland <strong>–</strong><br />
nicht nur im Wendland, sondern in ganz Niedersachsen.<br />
Geplant ist die Aufstellung der Anlage auf fünf Hektar<br />
des rund doppelt so großen Ackers außerhalb von<br />
Sammatz. Auf dem wenig ergiebigen Boden werden<br />
bislang Kartoffeln, Gerste und Winterrogen angebaut,<br />
aber das will Mennerich nach Montage der Agri-PV-<br />
Anlage ändern: „Ich denke über eine Kooperation mit<br />
einem ökologisch wirtschaftenden Betrieb nach und<br />
kann mir den Anbau alter Kulturen vorstellen, die gut<br />
an einen solchen sandigen Standort angepasst sind.<br />
Gemüse, zum Beispiel, oder Buchweizen.“ Ein Teil des<br />
Ackers könne auch zur Blühwiese und Bienenweide<br />
umgestaltet werden.<br />
Der Hauptertrag aus der Fläche soll aber künftig aus<br />
der Stromproduktion kommen. Mit jährlich rund 1,5<br />
bis 1,8 Millionen Kilowattstunden könnte die Anlage<br />
rein rechnerisch knapp die Hälfte des Jahresstromverbrauchs<br />
aller Haushalte der Gemeinde Neu Darchau<br />
decken. „In der Praxis wird der produzierte Strom in<br />
das Netz der Energieversorgung Dahlenburg Bleckede<br />
AG eingespeist“, so Mennerich. Dadurch sei eine regionale<br />
Verwendung des Stroms sichergestellt. „Das<br />
Unternehmen hat eine Leitung direkt unter meinem<br />
Acker liegen, was die Anbindung natürlich sehr vereinfacht.<br />
Andererseits bin ich durch den relativ geringen<br />
Leitungsquerschnitt begrenzt in der Strommenge, die<br />
ich einspeisen kann.“ Darum sei eine Agri-PV-Anlage<br />
von mehr als fünf Hektar nicht möglich, obwohl der<br />
Acker ja durchaus mehr Platz hätte.<br />
Wann der erste grüne Strom „made in Sammatz“<br />
fließt, hängt maßgeblich vom Genehmigungsverfahren<br />
ab <strong>–</strong> und da gibt es einige Hürden zu nehmen. Für<br />
die Agri-PV-Anlage müsste die benötigte Fläche aus<br />
dem Landschaftsschutzgebiet <strong>Elbufer</strong>-Drawehn entlassen<br />
werden, weil es sich bei Solaranlagen aus Sicht<br />
der Behörden um klassische Bauvorhaben handelt, die<br />
<strong>–</strong> anders als Biogasanlagen bis zu einer bestimmten<br />
Größe <strong>–</strong> nicht die Privilegierung landwirtschaftlicher<br />
Bauten im Außenbereich genießen. „Es gibt Bestrebungen,<br />
das im Baugesetzbuch zu ändern“, so Mennerich,<br />
„aber bislang suchen Landkreis und Samtgemeinde<br />
noch Wege, die Realisierung meines Plans mit der bestehenden<br />
Gesetzeslage hinzubekommen. Ich rechne<br />
mit einer belastbaren Aussage noch in diesem Jahr.“<br />
Ironie des Schicksals: Ausgerechnet am Tag des Einmarschs<br />
der Russen in die Ukraine wurde das Projekt<br />
dem Neu Darchauer Gemeinderat vorgestellt, der anschließend<br />
mit einem Grundsatzbeschluss zur Förderung<br />
von Agri-PV-Anlagen breite Unterstützung signalisiert<br />
hat. „Eigentlich wollen alle loslegen“, sagt Detlef<br />
Mennerich. „Und mit ein bisschen Fingerspitzengefühl<br />
auf allen Seiten wird das auch klappen.“<br />
Eine aufgeständerte Agri-PV-Anlage wie in Seerau<br />
i. d. Lucie soll es in Sammatz nicht geben. Sie würde<br />
durch ihre Höhe das Landschaftsbild nachhaltig<br />
stören und landwirtschaftlichen Anbau durch großflächige<br />
Abdeckung und Beschattung erschweren.<br />
Detlef Mennerich<br />
während einer Infoveranstaltung<br />
über<br />
Agri-PV-Anlagen bei<br />
der Firma Steinicke<br />
in Seerau i. d. Lucie.<br />
Lüchow-Dannenbergs Landrätin Dagmar Schulz<br />
(parteilos) unterstützt<br />
das Projekt<br />
einer Agri-PV-Anlage<br />
in Sammatz, soweit es<br />
sich mit den Schutzstatus<br />
der vorgesehenen<br />
Fläche vereinbaren<br />
lässt.<br />
<strong>Rundschau</strong><br />
Elb-Ufer Klöndör<br />
45
Ein kleiner Grünfrosch, kurz vor der Verwandlung<br />
Ein Teichfrosch in einem Teich bei Uelzen<br />
Die Wasserfrösche<br />
Die Elbtalaue bei Lenzen - Lebensraum für Millionen von Grünfröschen<br />
Auge eines kleinen Wasserfrosches<br />
Im Spätsommer <strong>–</strong> vor allem in trockenen Jahren<br />
wie 2022 <strong>–</strong> sind viele der Amphibiengewässer fast<br />
oder ganz ausgetrocknet. Die meisten Amphibien sind<br />
dann nicht mehr leicht zu finden. Besucht man aber<br />
einen Teich und läuft vorsichtig um das Ufer, springen<br />
häufig noch viele kleine und große Froschlurche vom<br />
Gewässerrand in die Restwasserpfützen und suchen<br />
dort ihr Heil in der Flucht. Von der Gestalt her sind es<br />
schlanke bis kräftige Tiere, mit grüner Grundfärbung<br />
und verschiedenartiger Musterung auf Rücken und<br />
Schenkeln, meist schwarzen Flecken und gelben Streifen.<br />
Bei diesen Amphibien handelt es sich dann natürlich<br />
um die Wasserfrösche, einer Artgruppe, die in der<br />
Elbtalaue weit verbreitet vorkommt und die meisten<br />
Gewässertypen besiedelt. Gräben, temporäre kleine<br />
Gewässer, die Elbe selbst, große Weiher und Seen.<br />
Wasserfrösche sehen so aus und verhalten sich auch<br />
so, wie die meisten Menschen das eben<br />
von Fröschen erwarten. Sie hocken fast<br />
das ganze Jahr über am oder im Wasser,<br />
quaken und plärren, was das<br />
Zeug hält, fressen Fliegen, sind grün<br />
und haben Glubschaugen. Was aber<br />
dann tatsächlich nur noch wenigen<br />
Spezialisten bekannt ist: Wasserfrösche<br />
haben eine einzigartige Fortpflanzungsbiologie,<br />
die bis zur Gänze<br />
auch heute noch nicht von den Herpetologen und<br />
Biologen verstanden ist (Herpetologen sind Kriechtierkundler).<br />
Und diese stellt sich wie folgt dar:<br />
Zunächst seien jedoch zwei Vorbemerkungen gestattet:<br />
1.) In der Elbtalaue kommen drei Arten von Wasserfröschen<br />
vor, Seefrosch, Teichfrosch und kleiner Wasserfrosch.<br />
2.) Üblicherweise geschieht die Fortpflanzung von Wirbeltieren<br />
entsprechend den Mendelschen Vererbungsregeln,<br />
das heißt die Gene von Vater und Mutter werden<br />
beim Nachkommen vermischt und neu kombiniert.<br />
Nun ist es so, dass der Seefrosch und der kleine Wasserfrosch<br />
eigene Arten sind. Sie pflanzen sich ganz<br />
normal miteinander fort.<br />
Der Teichfrosch wird als Hybrid von Seefrosch und kleinem<br />
Wasserfrosch angesehen, ähnlich wie das Maultier<br />
ein Hybrid von Pferd und Esel ist. Abweichend vom<br />
Beispiel Maultier sind Teichfrösche jedoch zeugungsfähig<br />
und können sowohl mit den Geschwisterarten<br />
Seefrosch und kleinem Wasserfrosch wie auch mit<br />
(sexy) Teichfroschpartnern wiederum Nachkommen<br />
erzeugen. Aber was unsere hybriden Teichfrösche darüber<br />
hinaus auch noch können: anstatt wie Mendel<br />
erwartet, vermischen die Frösche die Gene ihrer Eltern<br />
in ihren Keimzellen nicht zwangsläufig, sondern sie<br />
sind in der Lage, entweder den väterlichen oder den<br />
mütterlichen Chromosomensatz vollständig zu eliminieren,<br />
das heißt vulgo, sie klonen sich. Chapeau!<br />
Wenn wir Menschen das auch könnten, sähen unsere<br />
Partnerschaften allerdings anders aus... Dennoch erhalten<br />
die Teichfrösche bei Paarung mit den Geschwisterarten<br />
stets auch ein nach den mendelschen Regeln vererbtes<br />
Genom: sie bleiben also reproduktionsfähig und<br />
können auch die bei der nur klonalen Fortpflanzung sich<br />
anhäufenden Gendefekte ausgleichen. Letzteres auch<br />
durch genetische Introgressionsprozesse von einzelnen<br />
Genabschnitten aus anderen Chromosomen.<br />
Aber das führt nun doch zu weit, vor allem da hier nur<br />
die Spitze des fortpflanzungsbiologischen Eisberges<br />
der Wasserfrösche kurz skizziert werden soll.<br />
Also Themenwechsel: Wasserfrösche waren in Europa<br />
früher für den Menschen durchaus in Form von Froschschenkeln<br />
von wirtschaftlicher Bedeutung. Die Wasserfrösche<br />
(oder Grünfrösche, wie die Gruppe auch<br />
heißt) waren hier vor allem wegen ihrer stattlichen<br />
Größe <strong>–</strong> Seefrösche können bei uns bis zu 14 cm lang<br />
werden <strong>–</strong> interessant.<br />
Der lateinische Name des Teichfroschs <strong>–</strong> Rana esculenta<br />
<strong>–</strong> bedeutet übersetzt der „essbare Frosch“.<br />
46<br />
Text und BIlder: Florian Bibelriether
Natur | Umwelt & Technik<br />
Inzwischen sind wir Europäer da natürlich weiter. Anstatt<br />
die heimischen Grünfrösche mühsam aus den<br />
Teichen zu fischen und zu häuten, wird der aktuelle EU-<br />
Bedarf an Froschschenkeln, etwa 4000<strong>–</strong>5000 Tonnen<br />
pro Jahr, mittels Import aus Kleinasien und Südostasien<br />
gedeckt. Nebenbei bemerkt entsprechen 4000 Tonnen<br />
Froschschenkel in etwa 200 Millionen Fröschen.<br />
Und da sich der kurze Beitrag über die Wasserfrösche<br />
nun auch schon dem Ende nähert, möchte ich darauf<br />
verzichten, hier mit einer detaillierten Schilderung des<br />
Leidensweges der Grünfrösche als wissenschaftliche<br />
Versuchs- und Labortiere zu schließen. Daher gestatten<br />
Sie mir lieber, mit einem chinesischem Sprichwort<br />
zu schließen:<br />
Was weiß der Frosch, der im Brunnen sitzt, schon<br />
vom großen, weiten Meer.<br />
In diesem Sinne freuen wir uns auf den nächsten amphibischen<br />
Beitrag in der <strong>Elbufer</strong>rundschau.<br />
2023 werden wir 20 Jahre alt!<br />
Getragen von einer treuen Stammkundscha, interessierten Neukunden<br />
und der Arbeit unseres Teams, realisieren wir seit Mai 2003 in Lüneburg das<br />
Konzept unseres preiswerten Bio-Supermarkts. Auf kleiner Fläche, mit dem<br />
Flair eines Tante Emma Ladens, verstehen wir uns als Marktplatz für frische,<br />
regionale und überregionale Biolebensmiel des täglichen Bedarfs.<br />
Einige unserer regionalen Lieferanten<br />
Gemüse: Hof Tangsehl, Hof Brummelkamp, SOS-Hof Bockum,<br />
Löwe-sung. Eier: Biohof Wildung, Hof Koch, Bauckhof.<br />
Frisch gepresste Öle: Hof Hoher Schönberg.<br />
Honig: Elbtal-Imker. Käse, Molkerei-<br />
Produkte: Bauckhof, Elble Schafskäserei, SOS-<br />
Hof Bockum. Fleisch: Schröders Bio-<br />
Fleisch und Wurstwaren.<br />
W I R F R E U E N U N S A U F E U C H !<br />
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Impressum<br />
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Redaktion und Satz: Sonja Reichmann,<br />
Helmut und Irmgard Hoffmann<br />
Mitwirkende Pressesprecher<br />
aus den Vereinen der Orte<br />
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mich, es sind keine Anzeigenberater im<br />
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Freunde und Familie<br />
Erscheinungsweise viermal im Jahr:<br />
Ausgabe Frühling: April/Mai/Juni<br />
Ausgabe Sommer: Juli/August/September<br />
Ausgabe Herbst: Okt./Nov./Dez.<br />
Ausgabe Winter: Jan./Feb/März<br />
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Die <strong>Elbufer</strong> <strong>Rundschau</strong> hat 40<strong>–</strong>48 Seiten<br />
Inhalt und ca. 3000 Stück Auflage,<br />
Hausverteilung an der <strong>Elbufer</strong>straße und in<br />
den umliegenden Orten. Auslegestellen in angrenzenden<br />
Gemeinden Dahlenburg, Bleckede,<br />
<strong>Hitzacker</strong> und Lüneburg<br />
(Biomarkt Vitalis, Fips, ...).<br />
Auflösungen (Angaben nach Archivunterlagen):<br />
1: Meyer Katemin 1933 2: Grimmel Wietzetze 1930<br />
3: Engel Katemin 1931/33 4: Molkerei Bleckede 1936<br />
5: Zierenberg Neu Darchau 1931 6: Haul Neu Darchau 1928<br />
7: Schwerin Walmsburg 1953/1957 8: Klink Neu Darchau 1928<br />
9: Schulz Katemin 1932 10: Westedt Walmsburg 1932<br />
11: Kloodt Walmsburg 1939 12: Loelf Drethem 1943<br />
13: Weber Bleckede 1951 14: Schule Barskamp 1955/57<br />
15: Schule Bleckede 1952 16: Pudjenter Reeßeln 1945<br />
17: Hinrichs Neu Darchau 1926<br />
Anzeigen- und Redaktionsschluss<br />
für die Winter-Ausgabe 2022/23:<br />
10. Dezember 2022<br />
Erscheint voraussichtlich<br />
Anfang Januar 2023<br />
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Elb-Ufer Klöndör<br />
47
Buffet im Göpelhaus<br />
Freitag 21.10.22<br />
18:00 Uhr<br />
Auf Vorreservierung<br />
auch Haxe,<br />
Speckkartoffelsalat,<br />
Serviettenklöße,<br />
Brezn & bayerische<br />
Salate & Dessert<br />
uvm.<br />
Begrenzte Sitzplätze,<br />
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Vegan/vegetarisch bitte<br />
vorab anmelden.<br />
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Göpelhaus- die Gastwirtschaft an der Elbe | Am Hafen 6 | 29490 Neu Darchau<br />
<strong>Elbufer</strong>straße 149E | 29490 Neu Darchau