28.09.2022 Aufrufe

der gemeinderat September 2022

Unsere Themen der September-Ausgabe: Datenschutz, Recycling, Krisenkommunikation

Unsere Themen der September-Ausgabe: Datenschutz, Recycling, Krisenkommunikation

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

Nr. 9/2022

SEIT

1957–2022

8,50 Euro

65. Jahrgang

Das unabhängige Magazin für die kommunale Praxis

www.treffpunkt-kommune.de

80 SEITEN

SONDER-

HEFT

Schulbaukasten

WIE BILDUNGSEINRICHTUNGEN

IN MODULBAUWEISE ENTSTEHEN

Datenschutz +++ Recycling +++ Krisenkommunikation

„Schneller als Massivbau“

Mit seriell gefertigten Raummodulen erleichtert

Alho Planung und Bau von Schulgebäuden.

Mehr lesen Sie ab Seite 20


eva.dwa.de

Liebe Leserin, lieber Leser,

Editorial

Fit für den Ernstfall

Starkregen & Hochwasser

DeichTage 2023

Termin und Ort in Planung

Schulung zum geprüften

Deichverteidiger (Zertifikat)

2./3. November 2022, Duisburg

Jetzt

auch schon

für 2023

buchen!

DWA/HKC Sachkundiger

Hochwasserpass (Zertifikat)

15./16. November 2022, Würzburg

30./31. März 2023, online

beunruhigende Nachrichten gibt es reichlich – und manchmal hilft es,

sich Positives vor Augen zu halten: Nicht nur ist Deutschland mit seinen

starken Infrastrukturen vergleichsweise gut aufgestellt; es gibt auch

zahlreiche Menschen, die im Rahmen demokratischer Prozesse aktiv

sind. Die sich für ihren Wohnort engagieren und für diejenigen, die dort

leben. Die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Stellvertretend

für sie kommt in dieser Ausgabe von „der gemeinderat“ Franziska Giffey

zu Wort, die Regierende Bürgermeisterin von Berlin: Im Interview erklärt

sie, was ihr die Anfänge ihrer politischen Karriere als Bezirksbürgermeisterin

in Berlin-Neukölln bedeuten (Seite 8). Und im Sonderheft

zum 65. Geburtstag von „der gemeinderat“, das dieser Ausgabe beiliegt,

kommt Sina Römhild zu Wort: Deutschlands jüngste Bürgermeisterin,

die sich im thüringischen Oechsen für ihre Gemeinde engagiert.

Dennoch: Die Herausforderungen bleiben, nicht zuletzt beim Bauen,

das in diesem Heft ein Schwerpunktthema ist. Kreislaufwirtschaft ist

ein wichtiges Stichwort: Die digitale Erfassung von Gebäuden durch

BIM (Seite 10) ebenso wie der Umgang mit Bauschutt (Seite 38). Kurz: Es

geht um nachhaltiges Bauen – und nach dem heißen, trockenen Sommer

2022 erneut auch um die dringend notwendige Stadtbegrünung (Seite 28).

Wasser ist ein weiterer Schwerpunkt dieser Ausgabe, die wichtige

Ressource, die wir zum Leben brauchen (Seite 54). Ebenso

widmen wir uns dem Abwasser, das nicht nur am besten

unbemerkt in dunklen Kanälen unterwegs sein sollte,

sondern auch einiges zu bieten hat (Seite 42).

Interessante, anregende, hoffentlich auch zuversichtlich

stimmende Eindrücke beim Lesen dieser beiden

Ausgaben von „der gemeinderat“ wünscht Ihre

Dr. Sabine Schmidt

Redaktionsleiterin

– Anzeige –

DigitalPakt Schule –

Fördermittel jetzt

sichern. Mehr dazu

in der Beilage des

bvsi.org

65 Jahre „der

gemeinderat“: Wo

stehen Kommunen

bei zentralen Themen

wie Energie

oder Mobilität? Experten

geben Antworten

im beigelegten

Sonderheft.

KONTAKT

Sie haben Anmerkungen,

Wünsche oder Fragen?

Schreiben Sie mir!

sabine.schmidt@pro-vs.de

HochwasserTag

8. November 2022, Karlsruhe

Fachplaner*in

Starkregenvorsorge

07. - 25. November 2022, Essen

(Blended-Learning)

Fachplaner*in Grundstücksentwässerung

- Regenwasser

14. - 18.11.2022, Stuttgart-Vaihingen

(3 Module)

© nikkytok – stock.adobe.com

Nachhaltigkeit können

Sie sich schenken.

Wenn Ihr ABC der Energie bei

Wenn E wie Ihr Elektromobilität ABC der Energie noch kein

bei

E Ende wie gefunden Elektromobilität hat, dann noch freuen kein

wir

Ende uns Ihnen gefunden Lösungen hat, dann aufzuzeigen

freuen wir

uns wie man Ihnen Quartiere Lösungen von aufzuzeigen

Achtsam wie Ressourcen man Quartiere für kommende von Achtsam Genera-

zu

Ressourcen tionen entwickeln für kommende kann. Bürgernah.

Generationen

Vernetzt. entwickeln Mit Photovoltaik, kann. Bürgernah.

Wind-

Vernetzt. anlagen, Mit Stromspeichern Photovoltaik, hin Wind-

zu

anlagen, echten Community-Lösungen.

Stromspeichern hin zu

echten Sprechen Community-Lösungen.

wir doch gleich direkt

Sprechen einmal übermorgen. wir doch gleich Dann direkt

sehen

einmal Sie wie man übermorgen. sich Nachhaltigkeit Dann sehen

für

Sie die wie Bürger man Ihrer sich Nachhaltigkeit Gemeinde ganz

für

die einfach Bürger schenken

Ihrer kann.

Gemeinde ganz

einfach schenken kann.

05. - 16. Dezember 2022, online

(WebKurs an 9 Vormittagen)

DWA . Theodor-Heuss-Allee 17 . 53773 Hennef . Deutschland . Tel.: +49 2242 872-222 . E-Mail: bildung@dwa.de

. Internet: www.dwa.de

www.powertrust.de

www.powertrust.de


Inhalt

In diesem Heft:

Dekorationskonzepte

und Illumination

Politik & Gesellschaft

Stadtpolitik: Berlins Regierende Bürgermeisterin

Franziska Giffey im Gespräch 8

Planen & Bauen

Baudaten: Die Vorteile des Building

Information Modeling (BIM) 10

Kita-Erweiterung: Modulanbau im Zusammenspiel

mit einem Bestandsgebäude 14

Holz: Die Vorteile von nachwachsenden

Materialien für Bauvorhaben 16

Modulbau: Moderne Schulgebäude in

Dortmund 20

Luftqualität: Luftreiniger senken das

Infektionsrisiko in Klassenzimmern 22

Architektur: Modulbau ermöglicht kreative,

individuelle Baukonzepte 24

8

„Kommunen als Rückgrat der Demokratie“ 8

Im Gespräch mit Franziska Giffey: Berlins Regierende Bürgermeisterin erzählt, wie

wichtig ihre ersten politischen Erfahrungen als Bezirksbürgermeisterin für sie bis heute

geblieben sind – und warum der Grundsatz „Hingehen, zuhören, anpacken“ sie nach

wie vor prägt. Außerdem gewährt sie Einblicke, wie sie das Problem des Wohnungsmangels

in Berlin lösen will – und wie sie mit dem Thema Gleichberechtigung umgeht.

Foto: Lena Giovanazzi

Foto: Adobe Stock/Pixavril

38

Wiederverwerten statt wegwerfen 38

Im Bausektor muss sich viel tun beim Thema Nachhaltigkeit – doch noch gibt es

zahlreiche Hindernisse, vor allem in den Köpfen der Verantwortlichen, meint

Experte Florian Knappe. Aus seiner Sicht sind vor allem drei Dinge entscheidend:

Bauschutt ausreichend trennen, Materialkreisläufe schließen und Gebäude so planen,

dass sie lange genutzt und bei Bedarf problemlos umgebaut werden können.

Weihnachten

den

Zauber

schenken

Gebäudereinigung: Warum sich ein kommunaler

Reinigungsbetrieb lohnt 26

Öffentlicher Raum

Urbanes Grün: Parks, Dach- und Fassadenbegrünung

sind überlebenswichtig 28

Rechtsprechung: Bei der Bauleitplanung sollten

Kommunen auf Datenschutz achten 32

Wochenmärkte: Temporäre Stände werden

immer beliebter 34

Corona: Abwassermonitoring kann im Umgang

mit der Pandemie helfen 42

Forschung: Das HyReKA-Projekt hat Rückstände

von Antibiotikaresistenzen untersucht 46

Abwassertechnik: Intelligente automatisierte

Lösungen für Klärwerke 48

Asset Management: Was beim Umgang mit

Rohrsystemen zu beachten ist 50

Wasser & Hochwasser

Hochwasserschutz: Der gute alte Sandsack –

oder alternative Schutzsysteme? 58

Extremwetter: Wasserwirtschaftliche Anpassung

an zu viel und zu wenig Regen 60

Digitale Kommune

IT-Sicherheit: Bürgerinnen und Bürger als

digitale Ersthelfer bei Hackerangriffen 62

Schnelles Internet: Der aktuelle Stand beim

Breitbandausbau 66

Energie

Energiemonitoring: Eine Visiualisierungssoftware

hilft, Energie zu sparen 76

Sicherheit

Schließsysteme: Smarte Lösungen für die

Zutrittskontrolle 78

Kommunikation: Tipps für den „Wut-Winter“

und für weitere Krisen 80

Parlament & Verwaltung

Personalmanagement: Neue Mitarbeiter

gewinnen und Beschäftigte binden 90

Qualifizierung: Vorbereitet auf hochkomplexe

Herausforderungen 91

Rubriken

Abfall & Abwasser

Kreislaufwirtschaft: Wie man mit Bauschutt

umgehen kann – und sollte 38

Trinkwasserversorgung: Modernisierung eines

historischen Wasserturms 52

Wassermanagement: Anpassen an Hitze- und

Dürreperioden 54

E-Government: Wie das Umstellen von Papier

auf E-Akten gelingt 68

Mobilfunkausbau: Warum transparente

Kommunikation entscheidend ist 70

Foto Titelseite: Alho

Beschaffung

Vergabeverfahren: Kommunen können

starke soziale und ökologische Akzente

setzen 84

Editorial 3

Panorama 6

TOP Stellenmarkt 92

Produkte & Dienstleistungen 94

Vorschau / Impressum 98

WIR KÖNNEN, WAS WIR TUN.

Die Experten für den öffentlichen Sektor.

Personalsuche I Personalauswahl I Personalentwicklung

Der Gesamtauflage dieser Ausgabe liegen Prospekte der Firma ROESCHLAU Kommunikationsberatung

GmbH & Co. KG, Isernhagen und das Sonderheft „65 Jahre der gemeinderat“ bei.

Einer Teilauflage dieser Ausgabe liegen Prospekte der BayWa AG, München bei.

www.zfm-bonn.de

der gemeinderat 9/22

REEGER GmbH • Telefon +49 (0)234 58860-0

info@reeger-deko.de • www.reeger-deko.de


Panorama

KURZ GEMELDET

Attraktive

Spielplätze

Am 14. Oktober findet zum vierten Mal

die Fachtagung für Kindersicherheit auf

Spielplätzen statt. Die Veranstaltung ist

als Online-Event geplant. Dabei beleuchten

Expertinnen und Experten die

Frage: „Wie spielen Kinder?“ Vor allem

soll es um die Frage gehen, welche

Aspekte Spielplätze attraktiv machen.

Auch Grundlagen zur Inklusion auf

Spielplätzen sollen diskutiert werden

sowie das Zusammenspiel von Normen

und Erfahrung, Expertise und Verantwortlichkeit

des Spielplatzprüfers bei

Sicherheitskontrollen. Abgerundet

wird die Veranstaltung durch den

Erfahrungsbericht einer Kommune,

die bereits einen inklusiven Spielraum

gestaltet hat.

www.massstabmensch.de

Preisverleihung im Dürener Gemeindezentrum: Ausgezeichnet wurden „herausragende entwicklungspolitische

und kommunale Kooperationen“. Ausgeschrieben hat den Wettbewerb Engagement Global.

Nachhaltigkeit

Preise für Engagement

Die zehn Gewinner des diesjährigen

Wettbewerbs „Kommune bewegt Welt“

wurden Mitte September in Düren

ausgezeichnet.

Die Servicestelle Engagement Global vereint

Einrichtungen, Initiativen und Programme,

die sich in der entwicklungspolitischen

Arbeit aktiv für ein gerechtes

globales Miteinander einsetzen. Im Rahmen

des Wettbewerbs „Kommune bewegt

Welt“ hat die Servicestellte jetzt zehn

NEUES AUS DEUTSCHLAND

Städte, Gemeinden und Kreise für ihr innovatives

nachhaltiges Engagement ausgezeichnet.

Die Sieger in den Kategorien kleine,

mittlere und große Kommunen sind Gudensberg,

Schwäbisch Gmünd und Leipzig.

Den Publikumspreis erhielt die Gemeinde

Klixbüll. Den Sonderpreis Klimaschutz

gewann der Enzkreis, während die

Stadt Saalfeld/Saale den Sonderpreis

„Gemeinsam stark“ erhielt. Der Newcomer-Preis

ging an Oldenburg. (www.engagement-global.de)

Foto: Engagement Global

SIE SORGEN DAFÜR, DASS DAS

ÖFFENTLICHE LEBEN FUNKTIONIERT.

WIR BEGLEITEN SIE DABEI MIT SMARTEN

LÖSUNGEN IN DIE DIGITALE ZUKUNFT.

In der Verwaltung sind digitale Lösungen der Weg, um den öffentlichen Auftrag

optimal zu erfüllen. DATEV bietet dafür leistungsstarke und rechtssichere Software

für Finanz-, Personalwesen und Verwaltungsprozesse. Das macht DATEV und die

steuerlichen Berater zu verlässlichen Partnern an Ihrer Seite.

Mehr Wärme aus erneuerbaren Energien

Bemerkenswert, vorbildlich, innovativ?

Teilen Sie der Redaktion mit,

was Ihre Kommune bewegt:

sabine.schmidt@pro-vs.de

Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze

(BEW) ist am 15. September in

Kraft getreten. Ziel des Förderprogramms

ist die Umstellung der Fernwärme auf erneuerbare

Energien. Bis 2026 stehen rund

3 Milliarden Euro für die erneuerbare

Wärmeerzeugung zur Verfügung, etwa

aus Geothermie, Solarthermie und dem

Einsatz von Großwärmepumpen sowie

weiterer Wärmenetzinfrastruktur.

Das Programm soll den Bau neuer Wärmenetze

mit mindestens 75 Prozent erneuerbaren

Energien und Abwärme sowie

die Dekarbonisierung bestehender

Netze unterstützen. Förderfähig sind im

ersten Schritt Machbarkeitsstudien für

neue Wärmenetze und Transformations-

pläne für die Umstellung bestehender

Netze auf erneuerbare Energien und

Abwärme. Antragsberechtigt sind Kommunen

und kommunale Unternehmen

sowie Unternehmen und Vereine.

Das BEW-Programm soll Fernwärme aus

erneuerbaren Energien fördern.

6 der gemeinderat 9/22

Foto: Adobe Stock/Björn Wylezich

Mehr Informationen unter datev.de/public-sector

oder kostenfrei anrufen: 0800 0114348


Politik & Gesellschaft

BÜRGERMEISTERAMT

Politik & Gesellschaft

Stadtpolitik

„Hingehen, zuhören,

anpacken“

Der Wohnungsmangel ist die aktuell größte Herausforderung in Berlin, sagt

Franziska Giffey im Interview mit „der gemeinderat“. Ebenso hat sie aber

auch überregionale Themen wie Gleichberechtigung im Blick.

Stadträtin und Bezirksbürgermeisterin

in Berlin-

Neukölln, Bundesministerin,

Regierende Bürgermeisterin

von Berlin:

Franziska Giffey kennt

Politik aus verschiedenen

Perspektiven.

ZUR PERSON

Franziska Giffey (SPD)

ist seit Dezember 2021

Regierende Bürgermeisterin

von Berlin.

Als Bundesministerin haben Sie sich für

die Frauenquote eingesetzt, insbesondere

bei Unternehmensvorständen. Bürgermeisterämter

werden nach wie vor überwiegend

von Männern besetzt, wenn auch

nicht nur: Sie waren Bezirksbürgermeisterin

– und jetzt sind Sie Regierende Bürgermeisterin

in Berlin. Wie gehen Sie damit

um: Ist männliche Dominanz für Sie ein

Thema?

Franziska Giffey: Schauen Sie sich die von

mir geführte Landesregierung an: Sie ist

so weiblich wie kein Berliner Senat zuvor.

Er besteht aus sechs Senatorinnen,

vier Senatoren und einer Regierenden

Bürgermeisterin. Aber ich gebe zu, das

ist in Deutschland die Ausnahme, die

Regel ist die von Ihnen angesprochene

männliche Dominanz. Und auch in unserem

Berliner Parlament, dem Abgeordnetenhaus,

stehen nach der Wahl 95

Männern nur 52 Frauen gegenüber. Es

gibt noch viel zu tun, aber wir gehen mit

gutem Beispiel voran.

Woran liegt es, dass Frauen eher selten in

Bürgermeisterämtern zu finden sind? Umfragen

legen nahe, dass die Vereinbarkeit

von Familie und Beruf eines der Haupthindernisse

ist – sehen Sie das ebenfalls so?

Giffey: Die Vereinbarkeit von Beruf und

Familie ist auch in der Politik bei Spitzenämtern

ein großes Thema. Es ist aber

eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Da ist noch Luft nach oben. Es fängt mit

der Grundhaltung und organisatorischen

Fragen an und hört mit der paritätischen

Besetzung von Funktionen auf. Ich finde

es zum Beispiel richtig, dass die paritätische

Besetzung von Ämtern durch Quo-

Foto: Senatskanzlei/Sven Darmer

tierung beim Deutschen Städtetag (DST)

für dessen Gremien diskutiert wird. Berlin

geht auch da voran: Wir entsenden

gemäß unserem Landesgleichstellungsgesetz

zu Beginn einer jeden Legislaturperiode

paritätisch Vertreterinnen und

Vertreter in den Hauptausschuss des

DST. Dies gilt auch für die Berliner Entsendungen

in die jeweiligen Fachausschüsse.

Gendern ist eines der aktuell sehr umstrittenen

Themen: Die einen fordern es ein,

die anderen bekämpfen es vehement. Wie

gehen Sie damit um?

Giffey: Ich gehe damit pragmatisch um.

Die Sprache bestimmt auch das Denken,

das gilt es zu beachten. Die Zielsetzung

einer „geschlechtergerechten Sprache“

wird seit vielen Jahren auch in der Berliner

Verwaltung thematisiert. Aus frauenund

gleichstellungspolitischer Sicht ging

und geht es dabei stets darum, den Frauen

als der Mehrheit der Bevölkerung eine angemessene

Repräsentanz zu verschaffen.

Eine direkte Ansprache ist dafür unerlässlich.

Dennoch spreche ich lieber von

Schülerinnen und Schülern als von

„Schüler*innen“. Soviel Zeit muss sein.

Sie sind eine der Frauen, die Führungspositionen

und Verantwortung übernehmen

wollen und auch in verschiedenen

Positionen Verantwortung übernehmen.

Was hat Sie motiviert, Regierende Bürgermeisterin

von Berlin werden zu wollen?

Giffey: Berlin ist für mich die tollste Stadt

der Welt, die Stadt der Freiheit und der

Vielfalt. Wir haben eine Kulturlandschaft,

die einzigartig ist, die größte

Start-up-Szene Europas, eine starke

Wirtschaft, einen gut ausgebauten

ÖPNV. Nach der Pandemie kommen wieder

fast so viele Gäste wie vorher nach

Berlin. Die Hotels sind voll, die Stadt hat

nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt.

Wir haben unser Neustartprogramm für

Wirtschaft und Kultur aufgelegt. Wir haben

viele Unternehmen, die trotz der unsicheren

Zeiten in Berlin investieren wollen.

Das sind gute Voraussetzungen, um

noch besser zu werden.

Sie sind seit Dezember 2021 im Amt – in

einer Zeit, in der die Politik noch einmal

besonders herausgefordert ist. Was sind

aus Ihrer Sicht aktuell die größten Herausforderungen

in Berlin?

Giffey: Neben der Flüchtlings- und Kriegssituation

sowie der Pandemie sind wir

nun mit der Energiekrise konfrontiert. Es

geht um Energieeinsparungen, die Energieversorgungssicherheit

und Entlastungen

für die Bürgerinnen und Bürger. Wir

müssen Härten abfedern und gezielt unterstützen.

Die größte Herausforderung

in Berlin ist dabei neben einer funktionierenden

Verwaltung die Schaffung von

bezahlbarem, neuen Wohnraum. In einer

Stadt mit einer Anziehungskraft wie

Berlin ist das ein großes Problem, weil

die Flächen begrenzt sind und die Kosten

für den Neubau nochmal in die Höhe

geschnellt sind.

Wie wollen Sie das lösen?

Giffey: Wir müssen alles daransetzen, so

viel zu bauen wie möglich, um dem

riesigen Bedarf in der Stadt gerecht

werden zu können. Dafür ist unser Berliner

Bündnis für Wohnungsbau und

bezahlbares Wohnen ein wichtiger

Schritt. Es beinhaltet als erstes seiner

Art ausdrücklich Vereinbarungen, die

dem Schutz von Mieterinnen und Mietern

dienen und deren Zugang zum

Wohnungsmarkt verbessern. Neubau,

gerechte Neuvermietung, Schutz für

Mieterinnen und Mieter sind unsere drei

Schlüssel für mehr Neubau und bezahlbares

Wohnen.

In diesem Jahr feiert „der gemeinderat“

seinen 65. Geburtstag, begleitet Bürgermeisterinnen

und Bürgermeister, Gemeinderätinnen

und Gemeinderäte also seit

einer sehr langen Zeit. Wir haben zu diesem

Jubiläum in die Vergangenheit geschaut

– und wollen vor allem in die Zukunft

sehen: Was ist für Sie besonders

wichtig?

Giffey: Kommunen sind das Rückgrat der

Demokratie. Hier müssen Lösungen für

lokale, aber auch für globale Probleme

gefunden werden. Auf Kommunalebene

sind viele Aufgaben zu meistern, deshalb

muss die finanzielle Ausstattung

auch in Zukunft angemessen sein. Ich

war viele Jahre Bezirksstadträtin und

Bezirksbürgermeisterin in Berlin-Neukölln

und habe die Bedeutung der Kommunalpolitik

selbst erlebt und mitgestalten

dürfen. Ein Grundsatz aus dieser

Zeit prägt mich bis heute: Die Mutter

der Kommunalpolitik ist die Anschauung

vor Ort. Das heißt: Hingehen, zuhören,

anpacken. Das muss unsere Devise

sein.


Interview: Sabine Schmidt

8 der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22

9


Planen & Bauen

Kommunalbau

Planen & Bauen

Baudaten

Wiederverwerten

statt wegwerfen

DIE AUTORIN

Prof. Dr.-Ing. Henriette Strotmann ist

Professorin für Baubetrieb und digitalen

Bauwerkszyklus an der FH Münster.

Für eine Kreislaufwirtschaft muss man die Mengen, die Materialqualitäten und

die Verbindung der einzelnen Baustoffe miteinander kennen. Das geht über BIM –

Wissenschaftlerin Henriette Strotmann erklärt das Konzept.

Der Bausektor hat in Deutschland

nicht nur eine große ökonomische

Bedeutung. Zudem kommt ihm

vor allem auch in Bezug auf eine effiziente

Ressourcennutzung eine sehr große

Relevanz zu. Bundesweit werden rund

550 Millionen Mg/a mineralische Naturstoffe

abgebaut und zur Herstellung von

Baustoffen verwendet.

Dies ist mit erheblichen Umweltbeeinflussungen

unter anderem durch Landund

Energieverbrauch sowie Emissionen

verbunden. Hinzu kommt, dass die Zulassung

neuer Abbaugebiete für Kies und

Sand zunehmend schwieriger wird.

Der hohe Rohstoffbedarf und die

gleichzeitig zunehmende Angebotsverknappung

führen dazu, dass auch mine-

Fotos: Adobe Stock/SasinParaksa, Vadim

Sand und Kies werden knapp: Nicht nur, aber auch dieses Ressourcenproblem ist ein Grund für die Notwendigkeit einer Kreislaufwirtschaft,

betonen die Wissenschaftler der FH Münster.

Mit BIM wird der digitale Zwilling eines Bauwerks erstellt:

So sind alle relevanten Informationen jederzeit verfügbar

– eine wichtige Voraussetzung für die Wiederverwertung von

Baustoffen.

ralische Rohstoffe bereits importiert werden.

Daneben werden im Bausektor vermehrt

Kunststoffe und Metalle eingesetzt,

für die ebenfalls eine Steigerung der Ressourceneffizienz

erforderlich ist. Gleichzeitig

fallen in diesem Bereich mit rund

230 Millionen Mg/a rund 55 Prozent der

in Deutschland anfallenden Abfälle an.

Besonders für den Bausektor besteht

deshalb die Forderung auf politischer und

gesellschaftlicher Ebene nach einem

Wandel: von der linearen zur zirkulären

Wertschöpfung – und das unter Nutzung

moderner, IT-gestützter Prozesse und

Technologien.

DETAILLIERTER EINBLICK INS BAUWERK

Die kontinuierliche Verbesserung der

Ausgangssituation und eine zielgerichtete

zirkuläre Wertschöpfung im Bauwesen

verlangen technisch, wirtschaftlich und

gesellschaftlich eine Vielzahl neuer, zukunftsfähiger

Strategien, die den gesamten

Lebenszyklus von Bauwerken im

Hoch- und Tiefbau adressieren. Das Zentrum

für Zirkuläre Wertschöpfung im

Bauwesen an der FH Münster greift die

Forderung auf und bündelt die interdisziplinären

Lehr- und Forschungsaktivitäten

in diesem Sektor.

Die bisherige Forschung zeigt, dass für

den Aufbau einer Zirkularität im Bauwesen

zwingend detaillierte Informationen

über die gesamte Lebensdauer von Bauwerken

benötigt werden – diese Informationen

unterstützen die jeweiligen Akteure

bei Entscheidungen.

Building Information Modeling (BIM)

ist dabei ein wichtiger Ansatz, bei dem

ein digitales Bauwerksmodell in den Fokus

des gemeinsamen digitalen Arbeitens

gestellt wird. Es soll im ganzheitlichen

Verständnis über die Planungs-, Bau- und

Nutzungsphase bis hin zum Um- oder

Rückbau alle Bauwerksinformationen

enthalten und speichern.

BIM wird in Deutschland bereits bei

verschiedenen Projekten in der Planungs-

und Genehmigungsphase eingesetzt,

um Bauwerks- und Bauteilinformationen

digital zu erfassen. Die integrale

BIM-gestützte Planung von Bauwerken

über alle Gewerke führt im Ergebnis

zu dessen exakter Beschreibung im

Sinne eines digitalen Zwillings. Sie ermöglicht

damit die Speicherung aller

Informationen zum Bauwerk (Identität

der Bauteile, Konstruktions- und Materialinformationen

sowie Montage- und

Demontageanleitungen, Wartungs- und

Instandhaltungsmaßnahmen), die in Betriebs-,

Sanierungs- und Rück-

11


Planen & Bauen

Vernetzte Intelligenz für Nachhaltigkeit und

Komfort im digitalen Gebäude.

BIM

Die Abkürzung steht für Building Information

Modeling. BIM zielt auf den digitalen

Zwilling eines Bauwerks, ist ein

wichtiges Instrument für eine Kreislaufwirtschaft

– und wird Thema sein im

Zentrum für zirkuläre Wertschöpfung an

der FH Münster, das die Professorinnen

Sabine Flamme und Henriette Strotmann

sowie der Professor Carsten

Bäcker gemeinsam aufbauen.

Woraus besteht ein Bauwerk? BIM gibt hier jederzeit Einblick – die Kommunen sollten dafür

einheitliche Standards entwickeln und in Pilotprojekten testen, empfiehlt Henriette Strotmann.

Foto: Adobe Stock/Dzmitry

QUELLEN

Info-Portal aktiv online:

Statistisches Bundesamt:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,

nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz

(BMUV):

bauphasen genutzt, gepflegt und erweitert

werden können.

Die gezielte Aufnahme, Entwicklung und

Nutzung für die Aspekte der zirkulären

Wertschöpfung fehlen jedoch bislang. Zusätzlich

besteht die Notwendigkeit, digitale

Instrumente (in Verbindung mit GIS) zur

Beschreibung von anthropogenen Lagern

und der Entwicklung von regionalen Stoffstrommanagementkonzepten

zu etablieren.

Der digitalen Erfassung, Speicherung

und Weitergabe aller relevanten Bauwerksinformationen

zum verbauten Material,

den Qualitäten und Quantitäten

kommt somit eine große Bedeutung zu.

Dies ist der Schlüssel im Hinblick auf die

zirkuläre Wertschöpfung und auch für

die Verbesserung der Bauprozesse sowie

die Verminderung von Problemen, Preissteigerungen

und Baumängeln durch verbesserte

Kommunikationsprozesse zwischen

allen Beteiligten.

Hierzu müssen von Anfang an alle Beteiligten

gemeinsam mit der Methode

BIM arbeiten. Projekte müssen daher so

beauftragt werden, dass die Anforderungen

des digitalen Arbeitens und die Übergabe

der Daten und Informationen von

allen Beteiligten erfüllt werden können.

Hier sind insbesondere auch die Kommunen

als Auftraggeber gefordert, möglichst

einheitliche Standards zu entwickeln.

Sie müssen zukünftig vorgeben,

welche Informationen in welcher Form

von wem und zu welchem Zeitpunkt

übermittelt und digital im Modell abgespeichert

werden müssen. Ihre Aufgabe

ist es, die Anforderungen zu strukturieren

und die Generierung, Speicherung

und Übergabe aller relevanter Informationen

für die Bauwerke im kommunalen

Zuständigkeitsbereich sicherzustellen.

APPELL AN DIE KOMMUNEN

Dies geschieht sinnvollerweise mit Hilfe

von Auftraggeber-Informationsanforderungen

(AIA), in denen genau diese Details

für alle Beteiligten festgelegt werden.

AIA können und sollten die Kommunen

jetzt entwickeln und in Pilotprojekten deren

Anwendbarkeit überprüfen, damit

eine kontinuierliche Anpassung und damit

ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess

implementiert werden kann.

So lernen alle Beteiligten, und es entstehen

dauerhaft digitale Zwillinge neuer

Bauwerke, die auch hinsichtlich einer

Steigerung der zirkulären Wertschöpfung

genutzt werden können.


Henriette Strotmann

12 der gemeinderat 9/22

www.sauter-cumulus.de

Systems

Components

Services

Facility Services

www.sauter-cumulu


Planen & Bauen

Kommunalbau

BIM-Daten

Windsogberechnung

Fotos: HEJM

Dach-Navigator

Kita-Erweiterung

Raum zum Spielen

Der Anbau der Kita in Berlin-Kaulsdorf: Draußen gibt es ein

gesichertes Gelände mit Garten und Platz für die größeren

Kinder. Drinnen ist es gemütlich mit wohltuender Farbwahl

für die Kleinen.

Ein Erweiterungsbau sollte zügig an das Kita-Bestandsgebäude in Berlin-Kaulsdorf

angeschlossen werden. Der Bildungsträger entschied sich für die modulare

Bauweise inklusive Dachbegrünung. Doris Klein stellt den Neubau vor.

Die Nachfrage stieg – und der private

Bildungsträger BEST-Sabel

beschloss, die Kindertagesstätte

in Berlin-Kaulsdorf zu erweitern. Der

Bauherr entschied sich für einen Neubau

in modularer Bauweise als wirtschaftlichste

Gesamtlösung. Die Leistung beinhaltete

auch die Organisation der Gebäudegründung,

der Erdarbeiten und

Fundamentierung mit Fundamentanschluss

an das Bestandsgebäude sowie

das Verlegen der Rohrleitungen.

Auf dem 9.605 Quadratmeter großen

Grundstück wurde bereits ein Bestandsgebäude

aus den 1950er Jahren genutzt.

An dieses Bestandsgebäude schloss das

Modulbauunternehmen Säbu den Neubau

an, der aus 32 Modulen besteht. Zugleich

wurde die Neugestaltung der Außenfläche

für das gesamte Gelände vorgenommen.

In der neuen zweigeschossigen Kindertagesstätte

werden bis zu 89 Kinder in

sieben Gruppen betreut. Für den Bildungsträger

stehen Entdecken, Experimentieren,

Spielen, Lernen sowie Entspannungs-

und Erholungsmöglichkeiten

im Fokus. Das alles spiegelt sich in der

Gestaltung der Innen- und Außenanlagen

und der fröhlichen, ausgeglichenen Farbwahl

wider.

Die Fassade der modularen Kindertagesstätte

wurde als Wärmedämmverbundsystem

mit aufgesetzten Teilbereichen aus

sibirischer Lärche mit offener, vertikaler

sowie horizontaler Schalung ausgeführt.

Die Farben der Putzfassade sowie der vorgehängten

Holzfassade sind zurückhaltend

in einem neutralen beige-grauen

Farbton mit einfarbigen Akzentflächen in

blassem Grün und Blaugrün gehalten.

Das gesamte Gebäude ist mit einem

Flachdach versehen, mit einer Attika eingefasst.

Auf einem Großteil des Dachs

wurde ein umfangreiches Gründach mit

zusätzlichem Wasserspeichervolumen

eingerichtet.

Der längliche Modulbau ist so auf dem

Grundstück angeordnet, dass der große

Außenspielbereich durch den Gebäuderiegel

gefasst wird und gemeinsam mit

dem Bestandsgebäude einen geschützten

Innenbereich bildet. Für die Sicherheit der

Kinder ist das gesamte Gelände von einem

umlaufenden Zaun umgeben, der alle

Fluchtwege einschließt.

Auf einer Nettonutzfläche von knapp

900 Quadratmetern bietet die modulare

Kita Raum für vier Krippengruppen mit je

zwölf Kindern unter drei Jahren und drei

Elementargruppen mit je 13 bis 14 Kindern

über drei Jahren. Zudem stehen Bewegungs-,

Mehrzweck- und Aufenthaltsräume

sowie Lagerräume zur Verfügung.

Im ersten und zweiten Stockwerk befindet

sich jeweils ein Foyer mit kindgerechten

Garderobenbereichen in den Fluren

zu den Gruppenräumen. Das Obergeschoss

bietet zusätzlich einen aufgeweiteten

Flur als Spielflur, der für Abwechslung

sowie Kommunikation unter den verschiedenen

Gruppen sorgt. Im Erdgeschoss befinden

sich ein Hausanschlussraum zur

Medienübergabe für den Neubau, ein innenliegender

Kinderwagenraum in der unmittelbaren

Nähe zum Haupteingang sowie

ein von außen zugänglicher Wagenraum

für die Krippenwagen.

Fünf geflieste Kinderder bieten eine

optimale Sanitärausstattung. Getreppte

Waschrinnen inklusive Armaturen, Kinder-WC-Kabinen,

Baby-WCs, spezielle

Handwaschbecken und Wickeltische mit

Badebecken sowie Duschen sind exakt

auf die Bedürfnisse der Kleinen angepasst und auf die Körpergröße

der Kinder bedarfsgerecht herabgesetzt. Im Erdgeschoss

befindet sich die barrierefreie Personal- und Besuchertoilette.

Sämtliche Aufenthaltsräume verfügen über große Fenster

zur Gartenseite, der Außenspielbereich ist für die Gruppenräume

im Erdgeschoss direkt über einen eigenen Ausgang

erreichbar. Großflächige Glasfassaden und angemessene

Raumtiefen sorgen für eine ansprechende Belichtung aller

Gruppen- und Nebenräume. Für die optimale Beschattung

sorgen elektrisch betriebene Raffstores, die unsichtbar in

das Türen- und Fenstersystem integriert wurden. Alle Aufenthaltsräume

sowie die Flure und das Foyer sind mit Linoleum

belegt und wurden mit Abhangdecken versehen, um

eine gute Raumakustik zu gewährleisten.

Die Warmwasserbereitung sowie die Steuerung der Fußbodenheizung

befinden sich im Bestandsgebäude und werden

über Zugänge aus dem Kellergeschoss an den neuen Anbau

übergeben. Die neue modulare Kita wurde barrierefrei mit

ebenerdigem Zugang zum Haupteingang errichtet. Alle

Durchgänge und Flure sind ausreichend breit und für Rollstühle

geeignet.

Doris Klein

DIE AUTORIN

Doris Klein leitet das Marketing beim Modulbauuntenehmen Säbu.

Gefälleplanung

Ausschreibungsunterstützung

BEREIT FÜR

EIN DACH-

GESPRÄCH.

Dafür braucht’s Bauder.

Service für Flachdach-Systeme. Bauder unterstützt Sie nicht nur

mit durchdachten, innovativen Systemen, sondern auch mit Rat und Tat.

In allen Projektphasen – auch vor Ort. Unsere Fachberater

und Anwendungstechniker freuen sich auf das Gespräch mit Ihnen.

www.bauder.de

14 der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22


Planen & Bauen

Naturnaher Baustoff: Holz unterstütze

Gemeinden in deren zunehmender

Selbstverpflichtung, klimapositiv zu

agieren, so die zentrale These der

Expertin.

Holz

Der andere Baustoff

Kommunalbau

Foto: Adobe Stock/U. J. Alexander

LIEBE

ENERGIESPARERINNEN,

LIEBE HAUSHALTS-

KASSENWARTE,

DANKE, DASS IHR EURE HEIZUNG

WINTERFIT MACHEN LASST &

SO BIS ZU 15 % ENERGIE SPART.

Für einen hydraulischen Abgleich

gibt es staatliche Förderung:

energiewechsel.de

Durch nachwachsende Materialien werden Bauprojekte deutlich klimaschonender:

Holzexpertin Esther Reinwand erklärt die Vorteile dieses Baustoffs und

plädiert dafür, ihn bei kommunalen Bauvorhaben einzusetzen.

DIE AUTORIN

Esther Reinwand verantwortet die

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für

proHolzBW.

Durch Bau- und Abbruchabfälle

entstehen in Deutschland jedes

Jahr laut Umweltbundesamt mehr

als 230 Millionen Tonnen Abfall (www.

umweltbundesamt.de Juli 2022), Tendenz

steigend. Die Bau- und Gebäudewirtschaft

ist dabei für rund 40 Prozent der

globalen CO 2

-Emissionen verantwortlich

(UNEP 2020).

Laut Umweltbundesamt sind zudem allein

durch die Produktion von Transportbeton

– Beton aus stationären Betonmischanlagen

– im Jahr 2019 Umweltschadenskosten

in Höhe von rund 3,2 Milliarden

Euro entstanden. Das ist fast so viel wie

der Gesamtumsatz der Branche von rund

4,1 Milliarden Euro. Eine Transformation

des Bausektors würde dazu beitragen, die

im Pariser Klimaschutzabkommen festgelegte

Grenze einer maximalen globalen

Erwärmung von 2 °C einzuhalten.

Nachhaltiges Bauen mit Holz kann

dazu beitragen, den Bausektor klimafreundlicher

zu gestalten und da-

16 der gemeinderat 9/22


Planen & Bauen

Kommunalbau

Planen & Bauen

Für Esther Reinwand sind Holzmischbauweisen

perfekt: sei es für Kindertagesstätten,

Feuerwehrhäuser, Rathäuser,

Kultureinrichtungen, Kliniken, Schulen

– oder für ein Bürgerhaus wie das in

Wildberg-Schönbronn im Schwarzwald

(Foto).

mit einen wesentlichen Beitrag zur Klimawende

leisten. Das öffentliche Bauen

hat dabei eine Vorbildfunktion. Denn

auch im Nichtwohnbau bietet Holz erstaunliche

Konstruktionsvarianten. Intelligente

Holzmischbauweisen sind die

Lösung für Kindertagesstätten, Feuerwehrhäuser,

Rathäuser, Kultureinrichtungen,

Klinikbauten oder Schulen. Auch

für den drei- bis viergeschossigen Wohnungsbau

in Holzbauweise existieren bereits

viele beispielhafte Referenzen.

Baden-Württemberg hat im Jahr 2015

als erstes der Länder seine Landesbauordnung

angepasst, um den Holzbau zu

fördern und Holzbauprojekte leichter zu

realisieren. Berlin, Hamburg und Hessen

haben in den letzten Jahren mit holzbaufreundlichen

Bauverordnungen nachgezogen.

Durch die Anpassungen in den

Landesbauordnungen der Bundesländer

sind die baurechtlichen Möglichkeiten

größer geworden.

Ob Gemeinderäte, Nachhaltigkeitsbeauftragte

der Kommunen oder engagierter

Forstamtsleiter: Viele möchten sich für

das nachhaltige Bauen in Holzbauweise

in ihrem regionalen Umfeld einsetzen,

wissen aber nicht, wie sie dabei zielgerichtet

vorgehen können. Auch bestehen

bezüglich des Bauens mit Holz noch immer

Fragen: Steht das Vergaberecht einer

Bevorzugung der Holzbauweise entgegen?

Sprechen Baurecht oder Bautechnik

gegen das Bauen mit Holz?

Bauen mit Holz eröffnet neue Möglichkeiten,

erfordert gleichzeitig aber auch

eine neue Planungskultur. Bei einem kommunalen

Bauvorhaben sollte sich der Gemeinderat

bereits in den ersten Sitzungen

für Holzbau aussprechen – so wird die

Abwicklung für das Bauamt im Nachhinein

leichter. Wichtig für die erfolgreiche

Realisierung ist die Einbeziehung eines im

Holzbau kompetenten Planungsteams,

und zwar von der Ausschreibung bis hin

zur Umsetzung. Schon im Vorentwurf

sollte die Planung auf Holzbau abheben.

So ist es beim Brandschutz wichtig, frühzeitig

auf die Genehmigungsbehörden zuzugehen,

damit sich Verzögerungen oder

Zusatzkosten minimieren oder ganz vermeiden

lassen.

Fotos: proHolzBW, Adobe Stock/wolf_c

Damit alles reibungslos klappt, empfiehlt Esther Reinwand die Einbeziehung eines Planungsteams, das sich mit Holzbau bereits auskennt.

Denn er bietet viele Vorteile in Sachen

Bauzeit, Qualität und Kostensicherheit.

Durch den hohen Vorfertigungsgrad und

Modulbauweise können Holzbauten für

Schulerweiterungen oder als Unterkunft

für Geflüchtete im Durchschnitt in der

Hälfte der Bauzeit massiver Bauweisen

errichtet werden. Holzkonstruktionen

bieten über ihre gesamte Lebensdauer

hinweg eine große Nutzungs- und Veränderungsflexibilität.

Wird eine Unterkunft

nicht mehr benötigt, lässt sich der

Holzbau entsprechend den neuen Anforderungen

leicht umbauen. Ein Komplettverlust

wird vermieden, Ressourcen werden

geschont.

Durch die bedachte Auswahl des Baumaterials,

des Standortes und durch die

Langlebigkeit des Holzgebäudes gelingt

das Bauen energieeffizienter Holzgebäude

mit hoher Wartungsfreundlichkeit und

niedriger Grauer Energie. Verbautes Holz

speichert ein Leben lang CO 2

und trägt

somit doppelt zum Klimaschutz bei. Bauen

mit Holz ermöglicht für Kommunen eine

höchst bedarfsgerechte, klimabewusste

und zukunftsorientierte Baukultur.

Mit dem entsprechenden Augenmerk

auf die Planung und einem Team aus

holzbauerfahrenen Architekten, Planern

und Projektträgern ist Holz der nachhaltigste

und vielseitigste Baustoff für kommunale

Bauvorhaben und unterstützt

Gemeinden in ihrer zunehmenden Selbstverpflichtung,

klimapositiv zu agieren.


Esther Reinwand

KÜRZERE BAUZEIT, HOHE FLEXIBILITÄT

Holzbau überzeugt durch Aspekte der

Bauphysik, des Brand- und Schallschutzes

sowie im Hinblick auf die Energieeffizienz.

Gerade in Bezug auf den Brandschutz

ist Holz heute rehabilitiert: Im Gegensatz

zu Stahl verkohlt es langsam und behält

dadurch seine Stabilität. Wände aus Holz

sind dünner und ermöglichen einen Flächengewinn

im Vergleich zum konventionellen

Bau um vier bis sieben Prozent.

Kommunale Entscheider wie Gemeinderäte,

Bürgermeister, Landräte und Kreisräte

fokussieren daher immer häufiger ihre

Vorhaben auf die Holzbauweise.

deteringdesign.de

Design – Bau – Service

Verwaltungsgebäude

mit

System

18 der gemeinderat 9/22

building excellence

goldbeck.de

Halle B2

Stand 130/030


Planen & Bauen

Planen & Bauen

Visualisierung der Berswordt-Europa-Grundschule, die in Modulbauweise in Dortmund entsteht: Das

Gebäude lotet laut den Planern kreativ die Grenzen dessen aus, was im Modulbau möglich ist.

Modulbau

„Keine Zeit für Massivbauweise“

Der Bedarf an Bildungseinrichtungen steigt. Um Planungs- und Bauzeiten zu

verkürzen, können Kommunen das Potenzial moderner Modulbauweise nutzen –

wie in Dortmund, wo drei Schulen auf diese Weise realisiert werden.

Ab Herbst 2022 werden in Dortmund

drei moderne Schulgebäude

in Modulbauweise realisiert. Sie

gehören zum sogenannten „Schulbaupaket

3“ der Stadt, das insgesamt sieben

Schulen umfasst. Die drei Schulen – Gymnasium,

Grundschule und Gesamtschule

– haben Architekt Jan Hohlfeld und seine

Partner Christian Wiese und Julian Stratmann

in interdisziplinär aufgestellten

Teams auf unterschiedliche Lern- und

Lehrkonzepte hin entworfen. Zusammen

mit dem Modulbauexperten Alho hat ihr

Büro Futur.drei die Gebäude für die

schnelle und nachhaltige Modulbauweise

zugeschnitten geplant.

„Bei vielen Städten und Gemeinden

herrscht immer noch der Mythos vor, dass

qualitätsvolle, zukunftsfähige Schularchitektur

nur in Massivbauweise errichtet

werden kann“, merkt Architekt Jan Hohlfeld

an, der sich auf die Konzeption und

den Bau von Bildungseinrichtungen spezialisiert

hat. „Doch erstens stimmt das

nicht und zweitens haben wir für Massivbauweise

einfach keine Zeit“, propagiert

der Architekt.

Im März 2023 soll bereits die erste

Schule, das Max-Planck-Gymnasium in

Dortmund, fertiggestellt sein. Nach der

Berswordt-Europa-Grundschule im Mai

2023 soll schließlich auch die Reinoldi-

Gesamtschule im Dezember 2023 übergeben

werden. Die progressiven Schulbauten

und Schulerweiterungen, die in

Dortmund entstehen, weiten laut Alho die

Grenzen dessen, was im Modulbau bislang

möglich schien, deutlich aus.

„Schaut man sich im Vergleich dazu die

Massivbauweise an, werden so einige

Schwachstellen deutlich“, sagt Hohlfeld.

„Bis eine in Massivbauweise geplante

Schule heute realisiert ist, ziehen einige

Jahre ins Land“, weiß der Architekt. „In

der Zwischenzeit haben mehrere Generationen

von Kindern ihre Grundschulzeit

hinter sich gebracht und nichts weiter gesehen

als Provisorien.“

DORTMUND ALS VORREITERSTADT IN

SACHEN MODERNE BILDUNGSBAUTEN

Gute Bildung und eine entsprechende Bildungsinfrastruktur

sind Schlüsselfaktoren

erfolgreicher Städte und Regionen,

geben Bildungsexperten zu bedenken.

Zeitgemäße Schulen entwickeln sich zu

inklusiv genutzten Lern- und Lebensräumen

– zu einer Art „Lern-Heimat“, in der

Schülerinnen und Schüler ihr Wissen zu

einem großen Teil selbst oder in Teams

Fotos: Alho

erarbeiten: Eigenverantwortung und

Selbstwirksamkeit werden zu den treibenden

Faktoren für engagiertes, selbstbestimmtes

Lernen.

Es gibt durchaus Städte, die Vorreiterfunktion

auf dem Weg in eine neue deutsche

Bildungszukunft übernehmen: Dortmund

gehört dazu. Sie orientieren sich an

den „Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten

in Deutschland“, wie sie von der

Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft,

dem Bund Deutscher Architekten BDA

und dem Verband Bildung und Erziehung

(VBE) herausgegeben wurden.

Dort heißt es unter anderem: „Leistungsfähige

Schulen bieten eine Architektur

und ein Raumprogramm, die auf

einem pädagogischen Gesamtkonzept

basieren. Sie sind Orte und Stadtbausteine,

an denen sich die Nutzer wohlfühlen

und haben funktionale wie ästhetische

Qualitäten. Sie sind vielseitig und

können sich flexibel den sich ändernden

Anforderungen in der Zukunft anpassen.

Außerdem sind sie langlebig und wirtschaftlich

im Betrieb.“ All das kann qualitativ

hochwertige Modulbauarchitektur

leisten.

GOODBYE FLURSCHULE –

ES LEBE DER CLUSTER

Pädagogen und Schulbauexperten sind

sich einig: Neubauten, aber auch Erweiterungsbauten

im Schulkontext sollten

sich nur noch am Clusterprinzip orientieren.

Dieses Prinzip funktioniert für

Grundschulen ebenso wie für Gymnasien

– und je vielseitiger die Architektur ist,

desto lebenswerter und inspirierender

wird das Lernumfeld empfunden.

Jan Hohlfeld vergleicht die aktuelle

Hinwendung zum Cluster mit der Entwicklung,

die sich in den vergangenen

Jahren bereits bei der Definition neuer

Arbeits- und Bürowelten gezeigt hat: „Im

modernen Arbeitsleben hat vor einigen

Jahren eine ähnlich umwälzende Neuorientierung

stattgefunden“, erklärt der

Planer. Längst bieten innovative Arbeitgeber

einen Mix aus kleinen Bürozellen

für konzentrierten Rückzug, Open Spaces

für die Arbeit in Teams oder informelle

Meeting-Zonen an, die wie gemütliche

Cafés gestaltet sind.

„Niemand würde heute Büros ohne Bedarfsanalyse

nach einem 100 Jahre alten

Schema bauen. Warum tut man sich mit

dieser Vielfalt im Schulbau so schwer?“,

fragt sich Hohlfeld. Sein Büro geht darum

anders vor: Grundlage und Voraussetzung

für das Planen und Bauen zukunftsfähiger

Schulen ist, so Hohlfeld, eine ausführliche

Bedarfsermittlung in der Phase

Null, in der Fragen zwischen Pädagogik,

Architektur und Stadtentwicklung aufeinander

abgestimmt betrachtet und behandelt

werden.

EINE NEUE SCHULBAUGENERATION

„Die Berswordt-Europa-Grundschule in

Dortmund, die wir innerhalb dieses Planungs-Dreiklangs

2021/22 geplant haben

und demnächst bauen werden, wird eine

Schule sein, wie sie im Modulbau bisher

einzigartig ist“, ist sich Hohlfeld sicher.

„Alle Zwänge, die sich auf dem innerstädtischen

Grundstück inmitten gewachsener

Stadtarchitektur auch in Bezug auf

Bebauungsplanvorgaben auftaten, konnten

wir kreativ auflösen. Gleichzeitig haben

wir aber auch alle Anforderungen des

pädagogischen Konzepts mit den notwendigen

Raumprogramm-Details, den komplexen

Raumbeziehungen und gewünschten

Aufenthaltsqualitäten hochwertig in

Modulbauweise umsetzen können.“

Um das zu erreichen, sei auch Alho

über seine Grenzen gegangen und habe

einiges möglich gemacht, was mit der Modulbauweise

bisher unvereinbar schien:

So wurde der Grundriss der vierzügigen

Cluster-Grundschule mit eigenem Betreuungsbereich

und einem separaten Ver-

waltungsgeschoss für die Lehrkräfte in

zwei nebeneinander stehende modular

aufgebaute Gebäudekomplexe gesplittet.

Diese sind jeweils um ein Halbgeschoss

versetzt um ein gemeinsames Atrium in

ihrer Mitte angeordnet.

Dieser Innenhof fungiert mit seiner

großen Sitztreppe als eine Art Mini-Auditorium

und bildet das kommunikative

Herz des Schulhauses. Zwei Treppenhaus-

beziehungsweise Aufzugskerne aus

Betonfertigteilen vermitteln zwischen

den beiden Modulgebäuden und machen

damit die Erschließung der halbgeschossig

versetzten Etagen möglich.

„Wenn unsere Planungspartner uns

fordern, freut uns das und wir sind offen

für neue Wege“, erklärt Peter Orthen,

Alho-Geschäftsführer. „Als Modulbauexperten

kennen wir nicht nur unsere Stärken

sehr genau, wir wissen auch, wo die

Modulbauweise an systembedingte Grenzen

stößt. Doch wir sehen uns der bestmöglichen

Architekturlösung verpflichtet

und haben den Ehrgeiz, die Wünsche

unserer Kunden optimal umzusetzen.“


Iris Darstein-Ebner

DIE AUTORIN

Iris Darstein-Ebner von Architekturkontext in

Stuttgart ist Fachjournalistin für Architektur,

Design und Bauwesen.

Produktion von Raummodulen für Gebäude: Durch die industrielle Herstellung aller Bauteile wird

der gesamte Prozess beschleunigt. Auf der Baustelle erfolgt im Prinzip nur noch die Montage.

20 der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22

21


Kommunalbau

Anzeige

Advertorial

Konzentriertes Lernen braucht eine gute Umgebung – in Klassenzimmern können

Luftreinigigungsgeräte helfen.

Luftqualität

„Unauffällig

und effektiv“

Im Herbst ist Covid-19 wieder mehr im Fokus als im Sommerhalbjahr – und

damit auch das Thema Luftreiniger in Schulräumen. Was können sie leisten?

Fragen an den Produktexperten Peter Wiesböck.

Was bringen Luftreinigungsgeräte?

Peter Wiesböck: Sie können das Lüften im

Klassenzimmer nicht ersetzen, saugen

aber Viren an und minimieren damit das

Risiko der Virenverbreitung. Dabei helfen

sie nicht nur gegen die Verbreitung

von Covid-19, sondern zum Beispiel auch

gegen Grippeviren. Zudem reinigen sie

insgesamt die Luft, etwa in einem Kellerraum,

diesen Fall hatten wir gerade: ein

Raum mit schlechter, modriger Luft. Innerhalb

einer Woche aber war der

schlechte Geruch verschwunden.

man nur ein leises Hintergrundrauschen.

Die Geräte sind unauffällig und effektiv.

Energie sparen ist aktuell eine besonders

wichtige Aufgabe, Schulen sollen Strom

sparen – wie verträgt sich das mit Luftreinigungsgeräten?

Wiesböck: Ein Gerät wie der Winix Zero

Pro braucht nur wenig Strom – in der

mittleren Stufe nur 15 Watt, weniger als

eine Neonröhre. Mehr Informationen

gibt es auf unserer Website www.heftersystemform.com.

Warum ist der Hausmeister wichtig – sind

die Geräte so aufwändig?

Wiesböck: Im Gegenteil: Alle 14 Tage

muss der Filter gereinigt werden, das ist

in etwa wie bei einem Wäschetrockner,

dessen Flusensieb gereinigt werden

muss. Es ist nicht aufwändig, muss aber

getan werden – und dafür braucht man

den Hausmeister. Oder auch dafür, dass

er eine Verlängerungsschnur zur Hand

hat. Es sind alles nur Kleinigkeiten, aber

ohne sie und zugängliche Steckdosen

geht es nun mal nicht.

Wie aufwändig ist die Bedienung?

Wiesböck: Sie ist kinderleicht, die Lehrer

delegieren das meist auch an Schüler:

Das Gerät muss eingeschaltet werden,

ebenso der Timer, und der schaltet es in

der Regel nach acht Stunden wieder ab.

Es gibt verschiedene Technologien für Luftreinigungsgeräte.

Welche befürworten Sie?

Wiesböck: PlasmaWave, weil sie ohne

schädliches UV-Licht auskommt und

nicht mit Hitze arbeitet – es ist ungefährlich

und energieschonend. Der Filter

saugt die Viren an, es findet eine kurze

elektrische Entladung im Bruchteil einer

Sekunde statt, und die Viren sterben sofort

ab. Damit ist auch die Reinigung der

Filter für den Hausmeister absolut unproblematisch.



Interview: Sabine Schmidt

Foto: KommInvest

Bauhöfe, Feuerwehrgerätehäuser, Kindertagesstätten und – ganz neu – Ganztagsbetreuungen:

KommInvest plant Gebäude in Systembauweise als Generalunternehmer.

Modulare Ganztagsbetreuungen

in nachhaltiger Bauweise

Von Kindergärten über Schulen bis hin zu

Feuerwehrgerätehäusern – und jetzt ganz neu:

Ganztagsbetreuungen. Die wirtschaftliche

System bauweise von KommInvest entlastet

Kommunen enorm. Mit KommInvest als

Generalunternehmer behält man das Ziel

besser im Blick.

KommInvest möchte Kommunen Gebäude an

die Hand geben, die exakt auf ihre Bedürfnisse

zugeschnitten sind – in wirtschaftlicher, praktischer,

optischer und nachhaltiger Hinsicht. Die

Erfahrung, das technische Know-how und der

Zugriff auf verschiedene Systembauweisen ergeben

nicht nur hohe Wirtschaftlichkeit bei Anschaffung

und Betrieb, sondern auch hohe Material-

und Ausführungsqualität in Verbindung

mit kurzen Bauzeiten. Die Ausführungsplanung

erfolgt im eigenen Haus und ist darauf

abgestimmt.

Die Hybridbauweise von KommInvest.

Modular, hochwertig, ökologisch

In der Vergangenheit hat KommInvest vorrangig

Gewerbeimmobilien und Kindertagesstätten

gebaut. Seit kurzem plant und baut KommInvest

auch Schulgebäude, Feuerwehrgerätehäuser

und durch den Rechtsanspruch ab 2026 auch

Ganztagsbetreuungen.

Im Portfolio sind verschiedene Bauweisen:

die massive Bauweise mit wärmegedämmten

Betonsandwich-Fertigteilen ist eine davon.

Schließlich ist KommInvest mit der Firma Farmbau

aus Langenburg eng verbunden. Und die

sind nicht nur auf landwirtschaftliche Gebäude

spezialisiert, sondern auch auf Gewerbehöfe,

Produktionshallen und Bürogebäude.

Im Fokus für die Ganztagsbetreuungen steht

die Modulbauweise. Der Beton wird reduziert

auf die Bodenplatte, die als Fertigteil fest mit

dem Modul verbunden ist. Wände und Decken

bestehen aus kreuzlagenverleimtem, massivem

Holz und vorzugsweise nachhaltiger Dämmung

sowie einer Holzfassade. Die Kombination aus

Betonbodenplatte und Hülle aus Holz bezeichnet

KommInvest als „Hybridbauweise“. Das Holz

soll dabei ein sichtbares Element im Gebäudeinneren

sein. Gegen das Erdreich wird mit

Schaumglasschotter gedämmt. Die Module mit

je 3,5 Meter Breite und Längen bis 20 Meter

werden zu einem Gebäude zusammengesetzt.

Bei der Gebäudetechnik steht ebenfalls die

Nachhaltigkeit im Vordergrund – standardmäßig

erfolgt der Einbau von Wärmepumpen und Lüftungsanlagen

mit Wärmerückgewinnung. Auf die

Dächer können für den regenerativen Anteil PV-

Anlagen gebaut werden.

Besonderen Wert legt das Unternehmen

KommInvest auf die Reduzierung von Verbundbaustoffen,

um den Wertstoffkreislauf auch bei

einem späteren Rückbau nicht aus den Augen

zu verlieren.

Die neue Art zu bauen.

Wie laut sind Luftreiniger – muss man befürchten,

dass sie den Unterricht stören?

Wiesböck: Sie sind nicht geräuschfrei, aber

sehr leise. Am besten ist es – für die Wirkung

wie für die Geräuschverteilung –,

wenn man in einem Raum in jeder der

vier Ecken ein Gerät platziert. Solange der

Unterricht läuft, muss man nicht in den

Turbomodus, eine niedrige Stufe reicht,

und mit niedrigeren Einstellungen hört

Was sollte man beachten, wenn man Luftreinigungsgeräte

in einer Schule einsetzt?

Wiesböck: Man sollte alle ins Boot holen.

Ich gebe sehr gern eine Einführungsstunde,

die ich als Lehrstunde zum

Thema Luft und Luftreinigung nutze,

das kommt bei den Schülern gut an. Die

Lehrer sollten dabei sein und unbedingt

der Hausmeister.

ZUR PERSON

Peter Wiesböck ist Produktmanager bei Hefter

Systemform, einem Unternehmen des FP

Konzerns.

Fotos: privat, Adobe Stock/Gorodenkoff

bis 20 m

3,50 m

Vollholz-

Gebäudehülle

+

Bodenplatte aus

massivem Stahlbeton

Entdecken Sie, wie unkompliziert kommunale, gewerbliche oder private Bauprojekte sein können.

KommInvest GmbH & Co. KG • InnoPark am See 2 • 74595 Langenburg • 07905 92 100-0 • info@komm-invest.de

Nähere Infos unter

komm-invest.de

22 der gemeinderat 9/22


Planen & Bauen

KOMMUNALBAU

Planen & Bauen

Architektur

Kreative Lösungen

Von wegen von der Stange: Bildungseinrichtungen in Modulbauweise eröffnen

Kommunen vielfältige gestalterische Möglichkeiten – und die Bauweise ist

später nicht zu erkennen. Das zeigen zwei ganz unterschiedliche Kitas.

Die Kita Spalt mit konventionellem Eingang – auf der anderen Gebäudeseite gibt es aber „runde

Ecken“ mit großen Bullaugen. Dazu Holzfassade und Gründach: Vieles wurde neu gedacht.

Bildungsbauten in Stahlrahmenbauweise

sind nicht nur schnell errichtet,

nachhaltig und besonders flexibel.

Sie eröffnen auch vielfältige gestalterische

Möglichkeiten: Nahezu jeder

Entwurf für ein konventionelles Gebäude

lässt sich in der Modulbauweise umsetzen

– und bei entsprechender Gestaltung

ist später weder von außen noch von innen

zu erkennen, dass es sich um einen

Modulbau handelt. Ein weiterer Pluspunkt:

Modulare Gebäude kommen ohne

tragende Innen- und Außenwände aus. So

vergrößert sich die verfügbare Fläche,

und das bedeutet zusätzliche Freiheit bei

der Grundrissgestaltung.

Zum Beispiel die Kita im fränkischen

Spalt: Sie zeigt, dass modulare Rastermaße

die gestalterische Freiheit von

Architektinnen und Architekten keinesfalls

einschränken. Besonderes Highlight

sind die „runden Ecken“ mit ihren

charakteristischen großen Bullaugen in

der Holzfassade. Sie sind durch eine integrative

Planung sowie Detailabstimmungen

zwischen der Architektin, dem

Modulbauspezialisten Algeco und lokalen

Handwerksbetrieben wie Zimmerei

und Spenglerei entstanden, die für die

Ausführung zuständig waren. Die „runden

Ecken“ verleihen der Kita einen unverwechselbaren

Charakter und lassen

das Gebäude harmonisch mit dem Umfeld

verschmelzen.

Zugleich verbindet die Kita Spalt ressourcenschonendes

Bauen mit energiesparenden

Lösungen im laufenden Betrieb. So

senkt beispielsweise die hoch wärmegedämmte

Gebäudehülle in Verbindung mit

einer regenerativen Heiztechnik den Energieverbrauch

der Kindertageseinrichtung.

Für zusätzlichen Sonnenschutz sorgt das

begrünte Flachdach, das außerdem das

Raumklima verbessert.

GEPRÄGT VON DER UMLIEGENDEN NATUR

Ein weiteres Beispiel: Die Kita im nordrhein-westfälischen

Haan, die sich durch

großzügige Fenster, lichtdurchflutete

Räumlichkeiten und eine Außenfassade

in Holzoptik und Stahl auszeichnet und

sich so dezent in ihr natürliches Umfeld

einfügt. Dass es sich um einen Bau aus

51 Modulen handelt, ist nicht offensichtlich.

Die geschickte Anordnung der Module

sorgt für Spannung, liefert interessante

Perspektiven und lädt zum Entdecken

ein.

Ein zweigeschossiger Luftraum in der

Gebäudemitte ist maßgeblich dafür verantwortlich,

dass die Kita als räumlich

offene und durchlässige Einrichtung erscheint,

die wesentlich von der umliegenden

Natur geprägt ist. Zugleich verbindet

er die beiden Geschosse visuell und funktional

und sorgt dafür, dass Kinder und

Erziehende das Haus als eine zusammenhängende

Einheit erleben.

Das ressourcenschonende und energieeffiziente

Kitagebäude wurde innerhalb

weniger Wochen errichtet. Grundlage

sind einzelne Stahlraumzellen, von denen

die gesamte Gebäudelast aufgenommen

wird. Der Verzicht auf tragende

Wände erlaubt die Planung großer Räumlichkeiten

frei von Limitationen und mit

einer größeren verfügbaren Fläche.

Gleichzeitig erhalten die Auftraggeber

mit einem Modulbau maximale Flexibilität:

Auch nach der Fertigstellung bleiben

die Gebäude im Hinblick auf Raumauf-

Fotos: Algeco/Architekturbüro Schmale

Die Kita in Haan ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die standardisierten Grundelemente der

Modulbauweise viel Raum für individuelle Gestaltung lassen.

MODULGEBÄUDE FÜR BILDUNG, ARBEIT, PFLEGE & MEHR

INDUSTRIELL GEFERTIGT – MASSGESCHNEIDERT AUSGEFÜHRT

In unseren Modulgebäuden vereinen wir das Beste aus zwei Welten: Unsere fast 100-jährige Erfahrung als Baudienstleister

und unsere Prozesskenntnis im Ablauf von Bauprojekten kombiniert mit frischen Ideen und neuesten Trends. So liefern wir

stets maßgeschneiderte Lösungen komplett aus einer Hand – von Kita bis Bürogebäude.

Klingt interessant? Dann sprechen Sie uns bitte an!

teilung und Raumgröße variabel. Einzelne

Module können jederzeit schnell

und einfach hinzugefügt oder entfernt

werden – je nachdem, wie sich der Bedarf

in Zukunft entwickelt. Ebenso lassen sich

die „Smart Kitas“ später in Studentenwohnheime,

Sozialwohnungen oder Büros

verwandeln.

Ohne großen Aufwand ist zudem ein

kompletter Rückbau oder Standortwechsel

möglich. Dank ihrer robusten Stahlrahmbauweise

eignen sich die Module

ideal für dauerhafte Gebäudelösungen,

die auch spätere Orts- und Nutzungsveränderungen

mühelos überstehen.

MAXIMALE FLEXIBILTÄT BEI MINIMALEN

BAUZEITEN

Kommunen und Investoren profitieren

darüber hinaus von minimalen Bauzeiten

zu verlässlichen Festpreisen: In der Regel

reichen acht bis zwölf Wochen, um ein

Gebäude in Modulbauweise zu errichten

und schlüsselfertig zu übergeben. Der

hohe Vorfertigungsgrad im Werk verringert

die Bauzeit im Vergleich zu konventionell

errichteten Gebäuden erheblich.

Zertifizierte Abläufe und stetige Kontrollen

stellen eine hohe Qualität der Bauteile

sicher. Und bei der Fassadengestaltung

ist alles realisierbar, was auch konventionelle

Bauweisen bieten – das Spektrum

reicht von Putz auf Wärmedämmverbundsystemen

über Vorsatzmauerwerk

bis hin zu vorgehängten, hinterlüfteten

Fassadenelementen aus den verschiedensten

Materialien. Catherine Thiebaut

DIE AUTORIN

Catherine Thiebaut ist Marketing-Managerin für

das Modulbauunternehmen Algeco.

24 der gemeinderat 9/22

C + P MODULBAU GMBH & CO. KG | Tel. +49 6464 929-0 | modulbau@cpbau.de | www.cpbau.de


Planen & Bauen

KOMMUNALBAU

Planen & Bauen

DIE AUTOREN

Felix Holzwarth ist Geschäftsführer bei

Geiger Facility Management. Jasmin

Vetter ist im Bereich Marketing tätig.

Gebäudereinigung

Ein Ansprechpartner

für zahlreiche Objekte

Kindergärten, Schulen, Schwimmbäder, Parkhäuser: Sie alle sollen sauber

und betriebsbereit sein. Warum es sich lohnt, die Einzelbetreuung durch

einen kommunalen Reinigungsbetrieb zu ersetzen, erklärt Felix Holzwarth.

Das Thema Reinigung nimmt oft

Zeit und Ressourcen in Anspruch:

Es erfordert immensen Aufwand,

verschiedene Dienstleistende zu steuern

und laufend wiederkehrende, notwendige

Ausschreibungsverfahren revisionssicher

zu bewerkstelligen. Die versprochene

Qualität wird von Dienstleistenden nicht

immer realisiert, und „versteckte Produktivitätssteigerungen“

machen die Services

oft intransparent.

Das Konstrukt eines kommunalen Reinigungsbetriebes

bietet dafür eine Lösung:

mit maximaler Flexibilität und Einflussnahme

– bei gleichzeitig reduziertem

Aufwand.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt das

Beispiel einer Stadt im Unterallgäu. Sie

gründete bereits 2008 gemeinsam mit Geiger

Facility Management einen kommunalen

Reinigungsbetrieb, von dem insgesamt

90 Objekte betreut werden: 25 Kindergär-

ten und Schulen, 18 Sportanlagen – zum

Servicepaket gehören Turnhallen, eine

Eissporthalle sowie ein Hallen- und Freibad.

Hinzu kommen 47 weitere öffentliche

Liegenschaften, unter anderem WC-Anlagen,

eine Bibliothek und fünf Parkhäuser.

Bevor es zu dieser Zusammenarbeit

kam, war die Situation für die Stadt unübersichtlich

und nicht zufriedenstellend:

Immer wieder mussten Ausschreibungen

erfolgen. Das war aufwendig und führte

zudem zu vielen sowie vor allem zu oft

wechselnden Dienstleistenden mit unterschiedlichsten

Qualitätsstandards und

-kontrollsystemen.

Die Ziele für die Neuorganisation lagen

auf der Hand: Eine durchgängig gute Reinigungsqualität,

Beständigkeit beim Reinigungspersonal

und bei den Ansprechpersonen.

Zudem einheitliche Prozesse,

die Organisation und Qualitätssicherung

vereinfachen. Um diese Ziele zu erreichen,

war für die Stadt ein professioneller Managementpartner

mit entsprechender

Kernkompetenz unerlässlich.

Einige Stolperfallen galt es aber zu umgehen.

So mussten vor der Gründung des

kommunalen Reinigungsbetriebs alle

laufenden Verträge korrekt gekündigt

und unterschiedliche Laufzeiten beachtet

werden. Bei solchen Transformationen ist

gut beraten, wer einen Volljuristen für

Vertragswesen und Kommunalrecht an

seiner Seite hat.

GUTES PROJEKTMANAGEMENT SPIELT EINE

ZENTRALE ROLLE

Für die Implementierung war die Wahl

der richtigen Zeitschiene von großer Bedeutung,

um einen reibungslosen Übergang

zu gewährleisten. Ein routiniertes

Projektmanagement ist dabei unverzichtbar.

Außerdem galt es, die spezifischen

Anforderungen der unterschiedlichen

Liegenschaften mit den Leistungsverzeichnissen

in Einklang zu bringen. Das

ist nur durch ein kompetentes Team und

effiziente Abläufe zu gewährleisten.

Die Gründung des kommunalen Reinigungsbetriebs

rechnet sich, und die umgesetzten

Maßnahmen greifen. Durch die

übergeordnete Organisation konnten Prozesse

und Kosten kontinuierlich optimiert

werden. Parallele Verwaltungsstrukturen

wurden schrittweise abgebaut. Auch einheitliche

Tarife trugen zu Kosteneinsparungen

bei.

Konstant eingesetztes Personal und

eine gute Regelkommunikation erleichtern

die organisatorischen Abläufe, beispielsweise

die Personalplanung. Darüber

hinaus sind alle Beteiligten über Anforderungen

und aktuelle Problemstellungen

in einzelnen Objekten informiert

und können sie zeitnah sowie effizient

lösen.

Regelmäßige Fachschulungen des Personals

stellen eine weitere wichtige

Grundlage für die deutliche Steigerung

der Reinigungsqualität dar. Der Einsatz

neuester Reinigungstechnik, wie beispielsweise

Robotik, bietet weitere Optimierungspotenziale.

Vollständige operative und administrative

wie auch betriebswirtschaftliche

Transparenz garantiert der Stadt eine unmittelbare

Einflussnahme und bildet so

die Basis für eine langfristige, vertrauensvolle

Partnerschaft. Jasmin Vetter

Anzeige

Software hilft, Texte verständlich zu formulieren

Advertorial

Ein Selbstläufer ist Sauberkeit nicht – verschlankte Strukturen und Konstanz beim Personal können aber zu guten Ergebnissen führen.

26 der gemeinderat 9/22

Foto: Geiger Facility Management

Komplexe Formulierungen, endlose Schachtelsätze,

unpersönliche Ansprache: Oft sind

Behördentexte für Bürgerinnen und Bürger

Bücher mit sieben Siegeln. Dabei geht bürgernahe

Sprache ganz einfach, sagt Andreas

Förster, Lehrbeauftragter an der Hochschule

für öffentliche Verwaltung und Finanzen,

Ludwigsburg.

Herr Förster, haben Behörden und Beamtinnen

und Beamte keine Lust auf verständliche

Texte?

Andreas Förster: Viele würden gerne bürgernah

formulieren, doch es fehlt ihnen oft an Zeit und

Know-how. Die Folge: Es entstehen bleierne

Texte und die Bürgerinnen und Bürger sind frustriert,

da sie nicht verstehen, was der Staat von

ihnen will.

Wie ließe sich das verbessern?

Förster: Zum Beispiel durch Schulungen, Trainings,

Leitlinien und natürlich Software. Unsere

Software TextLab etwa analysiert die Verständlichkeit

von Texten und bietet zahlreiche Vorschläge

für eine moderne Behördensprache an.

Das gilt auch für die Tonalität des Texts, also ob

Foto: H&H Communication Lab

Andreas Förster: „Wer den Brief von Vater Staat

versteht, fragt nicht im Rathaus nach.“

und wie er Zielgruppen anspricht. Die Nutzenden

können TextLab genau auf ihre Bedürfnisse

anpassen. Zum Beispiel, ob und wie gegendert

wird, oder standardisierte Textbausteine und

rechtsverbindliche Begriffe hinterlegen. Etwas,

das für behördliche Schreiben sehr wichtig ist.

TextLab schreibt also Texte automatisch um?

Förster: Nein. Die Kontrolle der Inhalte bleibt

bei den Nutzenden. Die Software TextLab zeigt

aber, wo der Text schwer zu verstehen ist und

bietet Vorschläge für bürgerfreundliche Formulierungen.

Damit ist allen geholfen: Wer den

Brief von Vater Staat versteht, fragt nicht im Rathaus

nach. Zugleich wächst das bürgerliche Vertrauen

in den Staat, da dessen Kommunikation

nun klar und transparent ist. Und Behörden-Mitarbeitenden

entwickeln dank TextLab eine stärkere

Affinität für moderne, bürgernahe

Sprache!

Wie kann man sich von TextLab überzeugen?

Förster: Wer will, kann TextLab bei einer kostenlosen

Online-Demo in Aktion erleben.

H&H Communication Lab GmbH

Hindenburgring 31

89077 Ulm

Tel.: 0731 932 84-24

www.comlab-ulm.de

www.text-lab.de

www.gender-profi.de


Planen & Bauen

ÖFFENTLICHER RAUM

100 entwickelte Industrie- und

Logistikimmobilien stehen für

100-mal Versorgungssicherheit.

ZUR PERSON

Jan Paul ist Sprecher der Initiative

„Grün in die Stadt“ und Vizepräsident

des Bundesverbands Garten-, Landschafts-

und Sportplatzbau e. V.

(www.gruen-in-die-stadt.de)

Foto: BGL

Stadtbegrünung

„Überlebenswichtig“

Parkanlagen und Alleen, begrünte Dächer und Fassaden: Sie sind keine Deko-

Zugaben, sondern so wichtig wie Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung,

so Grünexperte Jan Paul – und sie helfen, langfristig Geld zu sparen.

Sie haben eine Umfrage in Auftrag gegeben:

Es ging darum, wie zufrieden Metropolen-Bewohner

mit dem Pflegezustand

der Grünflächen und dem Engagement

der Politik sind. Kritiker könnten einwenden,

dass angesichts der gravierenden aktuellen

Herausforderungen die Parks

zweitrangig sind. Warum sind Grünflächen

für Sie dennoch ein zentrales Thema?

Jan Paul: Ohne Grün ist eine Stadt nicht lebenswert.

Parkanlagen, Alleen, Dachund

Fassadenbegrünung oder Stadtwälder

sind gleichzusetzen mit Strom-, Wasser-

oder Abwasserversorgung. Unsere

Umfrageergebnisse zeigen, dass in nahezu

allen deutschen Millionenstädten

zwei Drittel der Menschen mindestens

einmal in der Woche eine städtische

Grünflache aufsuchen. Urbanes Grün ist

sozialer Treffpunkt, bietet Entspannung,

Bewegungsraum, Naturerleben.

Was bedeutet der Klimawandel in diesem

Kontext?

Paul: Durch ihn bekommen städtische

Grünflächen eine zusätzliche Dringlichkeit.

Denn sie kühlen die nähere Umge-

Foto: Adobe Stock/dudlajzov

Viel Grün, viel Wasser – und sehr viel mehr:

Jan Paul hebt Kopenhagen als Vorreiter im Bereich

nachhaltige Stadtentwicklung hervor.

bung ab und beugen Hitzeinseln vor, mildern die Folgen

von Starkregenereignissen, binden aktiv CO 2

und regulieren

insgesamt somit das städtische Mikroklima. Wenn man

bedenkt, dass bereits heute 79 Prozent der Menschen in

Deutschland die Rekordtemperaturen im Sommer als stark

bis teilweise belastend wahrnehmen, wird klar, wie wichtig

Investitionen in städtisches Grün auch mit Blick auf die

kommenden Jahre und Jahrzehnte sind. Es geht um die

Zukunftsfähigkeit unserer Städte. Deshalb werden wir

nicht müde, über Parks zu reden.

Viel Asphalt, Stein, Beton – und das bei zunehmend heißen

Sommern: Urbane Räume sind schlecht für den Klimawandel

aufgestellt. Oder sehen Sie das anders?

Mehr Informationen

erhalten Sie über den

folgenden QR Code:

#SYSTEMRELEVANZ

28 der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22


Planen & Bauen

ÖFFENTLICHER RAUM

„In bin Optimist und davon

überzeugt, dass wir unsere

Zukunft immer noch positiv

beeinflussen können. Aber

klar ist auch: Wir müssen

jetzt handeln.“

Jan Paul

Von der Brache zur grünen Oase: die

Ihlegärten in der Innenstadt von Burg,

finanziert unter anderem durch

öffentliche Förderprogramme.

Paul: Zumindest haben Städte und Metropolregionen

besonders große Herausforderungen.

Die Versiegelung ist ein

Hauptproblem der Urbanisierung. Im

Sommer heizen sich viele Städte bis zur

Unerträglichkeit auf, weil das Sonnenlicht

von den vielen versiegelten und insbesondere

von dunklen Flächen absorbiert

wird. Außerdem erhöhen sie die

Gefahr, dass das Wasser bei starken Regenfällen,

die sich durch den Klimawandel

häufen, nicht rechtzeitig abfließen

kann und es immer öfter zu massiven

Überschwemmungen und Hochwasser

kommt. Diesen reellen Bedrohungen für

Gesundheit und Sicherheit der Bürger

müssen Kommunen aktiv begegnen.

Ideen gibt es jede Menge – was sind gute

Maßnahmen?

Paul: Durch begrünte Dächer und Fassaden,

dezentrales Regenwassermanagement

und das Schwammstadtprinzip

kann der urbane Flächenfraß zumindest

kompensiert werden. Langfristig empfehlen

wir den Kommunen, mithilfe von

grün-blauer In-frastruktur eine Netto-

Null-Versiegelung anzustreben. Dadurch

würde nicht nur das Überflutungsrisiko

minimiert, sondern gleichzeitig werden

auch die Stadtquartiere aufgewertet.

Denn gerade Dach- und Fassadenbegrünung

wirkt wie eine Klimaanlage für Gebäude.

Eine sehr gute Kombination ist

übrigens Dachbegrünung mit Photovoltaikanlagen.

Denn der Kühlungseffekt

der Dachbegrünung kann zu einer Leistungssteigerung

der Solaranlage um bis

zu vier Prozent führen.

Um urbane Räume grüner werden zu lassen,

muss man letztlich die ganze Stadt

umbauen, seien es Straßen, Parkplätze, zugepflasterte

Fußgängerzonen oder verbaute

Gewässer. Was sind die größten Hindernisse

für mehr Grün in den Städten?

Paul: Ein sukzessiver Umbau der Städte

ist in den kommenden Jahrzehnten so

oder so unvermeidbar. Die Mobilität der

Zukunft macht Anpassungen der Verkehrsinfrastruktur

notwendig. Es entstehen

CO 2

-neutrale Wohn- und Arbeitsquartiere.

Es werden neue Konzepte für

aussterbende Einkaufsmeilen realisiert.

Uns ist es wichtig, dass Stadtgrün in den

Städten der Zukunft als zentraler Baustein

für urbane Lebensqualität und als

Lösungsansatz für die Abmilderung von

Klimafolgen konsequent mitgedacht

wird. Bisher passiert es allzu oft, dass

Stadtgrün lediglich als unnötige Kostenstelle

betrachtet wird.

Foto: Stadt Burg

Liegt es also am Geld?

Paul: Zum einen ja: Investitionen werden

gescheut. Zudem gibt es aufgrund

von bürokratischen Hürden und unzureichenden

finanziellen Anreizen nahezu

keine Kooperationen zwischen

Städten und Unternehmen in Deutschland.

Welches Potenzial in solchen Kooperationen

steckt, zeigt das Beispiel

Kopenhagen – die Stadt ist Vorreiter im

Bereich nachhaltige Stadtentwicklung.

Kommen Transformationspläne angesichts

des längst fortgeschrittenen Klimawandels

nicht zu spät?

Paul: Das hoffe ich nicht! Denn das

würde dann ja genauso für die Energiewende

und alle sonstigen Bemühungen

gelten, um den Klimawandel und die

Folgen der Erderwärmung abzumildern.

In bin Optimist und davon überzeugt,

dass wir unsere Zukunft und die unserer

Städte sowie Gemeinden immer

noch positiv beeinflussen können. Aber

klar ist auch: Wir müssen jetzt handeln.

Womit kann man beginnen?

Paul: Zum Glück fängt kaum eine Kommune

in Deutschland bei Null an. Es

gibt Parks, Wiesen, baumbewachsene

Straßen und wunderbare Alleen. Es ist

schon ein guter Anfang, wenn sich

Städte und Gemeinden ausreichend um

die Pflege und den Erhalt der bereits

bestehenden Grünflächen bemühen.

Die Hitze und die veränderten klimatischen

Bedingungen setzen insbesondere

den Stadtbäumen stark zu. Hier

muss investiert werden. Darüber hinaus

sollte man sich bei Neubepflanzungen

Gedanken machen, welche Pflanzen

und Gehölze besonders robust auf Trockenheit

und Hitze reagieren. Und

durch nachhaltigere Pflanzungen und

Ansaaten hitze- und trockenheitsangepasster

Pflanzen kann ein deutlich

größerer Beitrag für den Erhalt der Flora

und Fauna geleistet werden, als dies bisher

geschieht.

Transformation kostet aber eben Geld,

und Sie beklagen, dass die Investitionen

von Städten und Gemeinden ins

öffentliche Grün seit Jahren sinken.

Es gibt allerdings Fördermöglichkeiten

vom Bund und von der EU. Worauf sollte

man achten, wenn man sich hier auf den

Weg machen will?

Paul: Zunächst einmal müssen sich die

Entscheider in Städten und Kommunen

klar machen, dass Stadtgrün nicht teuer

ist. Überschwemmungen sind teuer, die

Behandlung von Menschen, die Atemwegsprobleme

aufgrund von Feinstaub

oder Kreislaufprobleme aufgrund von

Hitzeinseln haben, ist ebenfalls um ein

Vielfaches teurer. Es gibt zahlreiche

Förderprogramme, die sehr individuell

auf lokale-, kommunale und länderspezifische

Anforderungen zugeschnitten

sind. Weitere Informationen dazu stellen

wir auf unserer Website bereit. Der

Abruf dieser Fördergelder ist nicht mehr

oder weniger komplex als bei anderen

Förderprogrammen.

Wo liegt das Problem?

Paul: Uns erschreckt, dass die bereitgestellten

Gelder nicht überall ausgeschöpft

werden. Hier können wir nur

an die Kommunen appellieren, die Fördermöglichkeiten

abzurufen.

Best Practice-Beispiele findet man ebenfalls

auf Ihrer Website. Haben Sie ein

Lieblingsprojekt?

Paul: Eines der Projekte, die mich besonders

begeistern, sind die Ihlegärten und

der Weinberg im sachsen-anhaltinischen

Burg. Die beiden öffentlichen

Grünflächen sind im Rahmen der Landschaftsgartenschau

2018 entstanden

und liegen mitten im Stadtzentrum. Es

handelte sich dabei um vorher ungenutzte

Flächen. Die Ihlegärten waren

beispielsweise jahrzehntelang eine Industriebrache.

Finanziert wurde das

Projekt unter anderem durch das Förderprogramm

„Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“.

Es beeindruckt mich sehr,

wie meine Kolleginnen und Kollegen

aus dem Garten- und Landschaftsbau

daraus grüne und artenreiche Wohlfühlareale

für die Menschen in der Stadt geschaffen

haben.


Interview: Sabine Schmidt

Wir schaffen

Räume!

Modulare Gebäude:

schnell, flexibel, smart.

Innovative Lösungen für temporäre

und dauerhafte Gebäude zum Mieten

oder Kaufen – inkl. 360° Service.

30 der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22

www.algeco.de


KOMMUNALBAU

Planen & Bauen

Bebauungspläne treffen oft auch auf

Gegenwind. Doch Achtung beim

Veröffentlichen von Stellungnahmen: Der

Verstoß gegen datenschutzrechtliche

Bestimmungen kann Folgen haben.

Rechtsprechung

Vorsichtig umgehen

mit sensiblen Daten

Das Veröffentlichen von Klarnamen und anderen personenbezogenen

Informationen im Rahmen von Stellungnahmen ist hochproblematisch.

In der Bauleitplanung sollten Kommunen deshalb die Datenschutzvorgaben

sorgfältig prüfen, rät Anwalt Florian Penski.

auch die Verletzung datenschutzrechtlicher

Bestimmungen geltend – mit Erfolg.

Der VGH hat mit seiner Entscheidung

den Blick für ein bislang in der Praxis unterschätztes

Problem geschärft. Zunächst

sollten sich Kommunen bewusst sein, dass

sie personenbezogene Daten verarbeiten,

wenn im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung

Stellungnahmen Privater bei ihnen

eingehen. Zu diesen Daten gehören

Namen, Adressen, Telefonnummern oder

E-Mail-Adressen sowie Informationen über

die Grundstücke der Einwender.

EINE FRAGE DES EINZELFALLS

Das Baugesetzbuch (BauGB) selbst enthält

keine Vorgaben, wie mit diesen Daten

im weiteren Aufstellungsverfahren umzugehen

ist. Daher muss auf die allgemeinen

Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung

zurückgegriffen werden. Sie

setzt voraus, dass die Datenverarbeitung

für die Wahrnehmung der Aufgabe – hier

also der Bauleitplanung – erforderlich ist.

Wann das der Fall ist, ist – wie der VGH

festhält – eine Frage des Einzelfalls. Geht

es bei den Einwendungen beispielsweise

um besonders geschützte Tierarten auf

dem Grundstück des Einwenders, ist die

Information, um welches Grundstück es

sich handelt, für die Einordnung der umweltbezogenen

Stellungnahme unerlässlich.

Name oder E-Mail-Adresse des

Grundstückseigentümers sind hierfür

hingegen ohne Belang.

Die Auslegung einer ungeschwärzten

Stellungnahme verstieße damit gegen

datenschutzrechtliche Bestimmungen.

Wie der VGH feststellt, führen Datenschutzverstöße

jedoch grundsätzlich

nicht zur Unwirksamkeit eines Bebauungsplans,

da das Datenschutzrecht eigene

Rechtsfolgen vorsieht. Dazu gehören

beispielsweise Löschungs-, Auskunftsund

Schadensersatzansprüche.

Anders ist es, wenn der Verstoß gegen

datenschutzrechtliche Vorgaben zugleich

einen Verstoß gegen bauplanungsrechtliche

Bestimmungen darstellt. Einfallstor

sind hier besonders die Vorschriften über

die öffentliche Auslegung (§ 3 Abs. 2 S. 1

BauGB). So darf die öffentliche Auslegung

nach ständiger Rechtsprechung nicht so

durchgeführt werden, dass interessierte

Bürger in unzulässiger Weise davon abgehalten

werden, sich zur kommunalen

Planung zu äußern.

Insoweit sind keine hohen Anforderungen

zu stellen. Es reicht bereits aus,

dass ein nachvollziehbarer und berechtigter

Grund dafür vorliegt, dass sie von

einer Beteiligung absehen. Eine solche

abschreckende Wirkung kann auch die

Veröffentlichung personenbezogener

Daten haben, insbesondere wenn es um

die Kontaktdaten der Einwender geht.

Dies gilt umso mehr, wenn sie im Internet

veröffentlicht werden und damit für

eine unbegrenzte Anzahl an Personen

einsehbar sind.

Klar ist: Ein Einwender überlegt es sich

zweimal, zu einem Bauleitplanverfahren

Stellung zu nehmen, wenn er in diesem

Fall möglicherweise seine persönlichen

Daten „öffentlich zur Schau“ tragen

müsste.

DATEN LIEBER EINMAL ZU VIEL ALS

EINMAL ZU WENIG SCHWÄRZEN

Da in jedem Bauleitplanverfahren die

Möglichkeit einer erneuten Auslegung besteht,

muss man – so der VGH – damit

rechnen, dass Private von der Abgabe

einer Stellungnahme absehen. Den Kommunen

ist daher geraten, die einzuhaltenden

Datenschutzvorgaben auch in der

Bauleitplanung sorgfältig zu prüfen.

Eine Patentlösung gibt es nicht: Wie die

Entscheidung des VGH zeigt, ist in jedem

Einzelfall zu prüfen, ob personenbezogene

Daten aus einer Stellungnahme veröffentlicht

werden können. Dabei sollte

die Devise gelten: Lieber einmal zu viel

als einmal zu wenig geschwärzt. Denn es

ist damit zu rechnen, dass Verstöße gegen

datenschutzrechtliche Bestimmungen in

Normkontrollverfahren gegen Bauleitpläne

zukünftig häufiger vorgebracht

werden.

Florian Penski

DER AUTOR

Dr. Florian Penski ist Rechtsanwalt

in der Kanzlei Dombert in Potsdam.

Er berät in allen Fragen des

Öffentlichen Rechts, schwerpunktmäßig

im Datenschutz- und

Informationszugangsrecht.

Mit einer jüngst ergangenen Entscheidung

des Verwaltungsgerichtshofs

(VGH) Mannheim

reiht sich eine neue Fehlerquelle in die

bislang bekannten Unwirksamkeitsgründe

der Bauleitplanung ein: der Verstoß

gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen.

In dem zugrundeliegenden Fall

hatte die Stadt Weinheim (Baden-Württemberg,

rund 43.000 Einwohner) im

Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung

Stellungnahmen, die von Privatpersonen

eingegangen waren, im Internet

veröffentlicht – ohne deren persönliche

Daten zu anonymisieren.

Neben den Klarnamen, Postadressen

und Informationen über die zugehörigen

Grundstücke wurden teilweise auch die

E-Mail-Adressen bekanntgegeben. Gegner

des Bebauungsplans machten in einem

Normenkontrollverfahren neben den

inhaltlichen Planungsfehlern deshalb

Foto: Adobe Stock/Hermann

Ihr Lösungspartner für

mobile Raumsysteme mit Zukunft!

Mehr Informationen erhalten Sie

auf unserer Website www.grinbold-jodag.de

Grinbold-Jodag GmbH | Amerdinger Straße 16 | 89561 Dischingen

07327 9606 0 | info@grinbold-jodag.de

32 der gemeinderat 9/22


Planen & Bauen

ÖFFENTLICHER RAUM

entfaltet seine positiven Wirkungen. Sie

muss man ins Boot holen.

Zunehmend wichtig für Endkunden: Regionale Produkte – und der direkte Kontakt zu den Anbietern.

Mit welchen Vorlaufzeiten sollte man

rechnen?

Johnson: Ein Jahr sollte man schon veranschlagen,

bis alles geklärt ist und die

Kommune zum Beispiel entschieden hat,

ob der Wochenmarkt privat betrieben

werden soll. Beginnen sollte man dann

am besten im Frühling, im März oder

besser noch im April. Oder nach den

Sommerferien, auch das kann ein guter

Startpunkt sein.

Sie beobachten, dass Märkte Orte der persönlichen

Begegnung sind – oft sind das

vormittags aber Angebote für Menschen

in Elternzeit oder im Ruhestand. Wie sieht

es mit jungen Leuten aus?

CLEVER

BAUEN

Mit der ALHO

MODULBAUWEISE

Wochenmärkte

„Belebende Wirkung“

Vor Ort frische, regionale Produkte einkaufen, schlendern, mit anderen ins

Gespräch kommen: Damit punkten temporäre Stände – und werden gerade

in digitalen Zeiten immer beliebter, sagt Marktexperte Ingo Johnson.

Woher kommt das verstärkte Interesse an

Wochenmärkten?

Ingo Johnson: Sie beleben Innenstädte

und Quartiere – das ist vor allem für

Städte und Gemeinden wichtig: Wochenmärkte

wirken der zunehmenden

Verödung entgegen. Zudem steigt das

Interesse an regionalen Produkten. Und:

Viele – Beschicker und Anwohner –

schätzen Wochenmärkte als Orte der

persönlichen Begegnung und des Austauschs.

Leiden aber nicht auch Wochenmärkte

darunter, dass mehr online gekauft wird

und weniger Menschen auf der Straße

unterwegs sind?

Johnson: Selbstläufer sind sie tatsächlich

nicht, man muss schon etwas für sie tun

und sie auch gut vorbereiten: Es braucht

die passende Umgebung, die passende

Infrastruktur. Wenn alles stimmt, beobachten

wir aber genau das: Wochenmärkte

ziehen Menschen an, beleben

Marktplätze und die Umgebung gleich

mit. Zum Beispiel sehen wir oft, dass

kleine Geschäfte ihre Öffnungszeiten an

die des Wochenmarkts anpassen: Die

Anwohner kaufen Fisch und Käse – und

besuchen dann auch die Geschäfte nebenan.

Was muss man tun, wenn man neu einen

Wochenmarkt einrichten will?

Johnson: Zentral sind ein großes Netzwerk

an Beschickern und der gute Kontakt

zu ihnen. Wenn sie dabei sind und

am Ende tatsächlich gute Umsätze machen,

funktioniert ein Wochenmarkt und

Johnson: Sie sind für Wochenmärkte

enorm wichtig – und zwar auf beiden

Seiten: als Kunden wie als Beschicker.

Auch bei ihnen beobachten wir ein

verstärktes Interesse, denn gerade die

für die junge Generation so wichtigen

Themen Nachhaltigkeit und Regionalität

kann der Wochenmarkt perfekt

bedienen. Es ist allerdings wichtig, sie

dort anzusprechen, wo sie unterwegs

sind: im Internet. Damit haben wir

bereits begonnen: Wir etablieren nach

und nach individuelle Marktwebsiten

für all unsere Wochenmärkte und verstärken

unsere Aktivitäten in den sozialen

Medien.


Interview: Sabine Schmidt

ZUR PERSON

Ingo Johnson ist Vorstandsmitglied bei der

Deutschen Marktgilde eG.

34 der gemeinderat 9/22

Fotos: Adobe Stock/upixa, privat

ALHO Modulbau

BAUEN MIT MODULEN -

DIE INNOVATIVE LÖSUNG FÜR CLEVERE BAUHERREN

Modulbau – alles spricht dafür!

Profitieren Sie beim Bau von Schulen, Kindergärten und Kitas

von den Vorteilen unserer Bauweise:

▪ Kosten-, Termin- und Qualitätssicherheit

▪ 70% kürzere Bauzeit

▪ Saubere und leise Baustellen

▪ Zertifizierte Nachhaltigkeit

▪ Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

Fixe Kosten. Fixe Termine. Fix fertig.

www.alho.com


Planen & Bauen

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Planen & Bauen

Energetisch sanieren statt abreißen

Die Firma Sauter gestaltet Bestandsgebäude

energieffizient. Während Neubauten

heute standardmäßig bereits energieeffizient

geplant werden, sind ältere Immobilien

oft teure Energiefresser und

produzieren zudem viel CO 2

. Die Verlockung

ist daher groß, in die Jahre gekommene

Gebäude zurückzubauen – was allerdings

mit hohen Kosten und Aufwand

verbunden ist. Die Gebäudespezialisten

von Sauter bieten alternative Wege, um

veraltete Gebäude zu nachhaltigen Immobilien

zu machen. Ein sehr erfolgreiches

Anwendungsbeispiel sei das zell- und molekularbiologische

Labor (ZMF) in Tübingen,

so das Unternehmen: Nach Ende der

Modernisierung wurden die Einsparziele

sogar früher erreicht als geplant.

Das Gebäude aus den 1980er Jahren hat

verschiedene Nutzungsformen durchlebt

Das Zell- und molekularbiologische Labor (ZMF) in Tübingen, das momentan als Forschungslabor

der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen dient, wurde energetisch saniert.

und dient momentan als Forschungslabor

der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen.

Es wurde nie modernisiert, jetzt

aber entschloss sich die Universität Tübingen

zu einer energetischen Modernisierung.

Sauter erhielt den Auftrag und

erstellte daraufhin ein umfängliches Modernisierungskonzept.

Angestrebt wurden vor allem die Reduktion

der Energiekosten sowie eine

komfortable Möglichkeit zur Steuerung

und Überwachung für Nutzer und Betreiber.

Sauter kam nach eigenen Angaben

auf eine mögliche Verbrauchsreduktion

von 27 Prozent, 172 Tonnen weniger CO 2 -

Verbrauch und eine Reduktion der Energiekosten

um 39.282 Euro pro Jahr.

Eine Durchsicht der Zahlen nach dem

ersten Betriebsjahr 2018 zeigte, dass die

Ziele sogar leicht übertroffen werden

konnten. Außerdem ergab eine Analyse

der Werte, dass weitere Reduzierungen

möglich sind, vor allem im Bereich der

Wärmeerzeugung und -bereitstellung.

Daraufhin wurden mobile Energiezähler

installiert und der Anlagenbetrieb nachjustiert.

Nach dieser Einregulierungs- und

Nachjustierungsphase arbeitet die Anlage

endgültig nach dem tatsächlichen Bedarf

und spart weiter Energie. Die prognostizierte

Laufzeit des Einspar-Contractings

lag bei 7,2 Jahren. Die gesetzten Ziele wurden

bereits im Frühjahr 2022 erreicht.

www.sauter-cumulus.de

Zügig gebaut, dabei nachhaltig und mit kindgerechter Architektur

Foto: Sauter

Standardisiert und doch höchst individuell

Beim Bau seiner Modulgebäude setzt der

Baudienstleister Christmann + Pfeifer

(C + P) mit Stammsitz im hessischen Angelburg

auf das Baukastenprinzip. Die

Methode ist denkbar einfach, so das Unternehmen:

Die C + P SmartFit-Module

basieren auf einem fest definierten Standardraster.

Für die Planung und Realisierung

eines Modulgebäudes werden diese

vorkonfigurierten Raummodule wie aus

einem Baukasten zu verschiedensten Gebäudegeometrien

zusammengesetzt.

Dabei bleibe der Innenausbau komplett

flexibel gestaltbar. Auf diese Weise entstehe

eine standardisierte, gleichzeitig

aber hochindividuelle modulare Gebäudelösung.

Bei der Herstellung der Smart-

Fit-Module kombiniert C + P die Werkstoffe

Stahl und Holz zu einer ressourceneffizienten

hybriden Bauweise. Das Tragwerk

der Raummodule besteht aus einer

Stahlkonstruktion, die Außenwände

werden über vorgefertigte elementierte

Holzständerwände realisiert.

Dank der flexiblen Kombinationsmöglichkeiten

der SmartFit-Module lassen

sich unterschiedliche Gebäudearten realisieren:

Verwaltungsbauten seien ebenso

möglich wie Kitas und Hotels. C + P

übernimmt die komplette Abwicklung

von der Planung über Fertigung und Montage

der Raummodule bis zur Koordination

aller Gewerke auf der Baustelle.

www.cpbau.de

Robuste Bodenbeläge für Kliniken

Die OP-Bereiche des Evangelischen Krankenhauses

Oldenburg werden mit dem

neuen Belag noracare uneo der Firma nora

systems ausgestattet. Dabei handele es

Der Bodenbelag noracare uneo wurde entwickelt,

um höchsten Ansprüchen zu genügen.

Foto: nora systems

Foto: C + P

Bei der Fertigung der C + P SmartFit-Module

setzt die Firma Christmann + Pfeifer auf eine

Stahl-Holz-Hybridbauweise.

sich um ein Mammutprojekt, so das Unternehmen:

Seit 2011 werden in mehreren

Bauabschnitten unter weitestgehender Erhaltung

der vorhandenen Bausubstanz die

Zentrale Notaufnahme, Intensivstationen,

OPs sowie Untersuchungs- und Behandlungsräume

erneuert. Ziel ist die Zentralisierung

aller OPs auf einer Ebene. Nach

Abschluss der Baumaßnahmen sollen

zehn Säle zur Verfügung stehen.

An den Bodenbelag für den neuen OP-

Trakt wurden höchste Ansprüche gestellt

– er sollte hervorragende Hygieneeigenschaften

aufweisen, äußerst robust und

langlebig sowie einfach und wirtschaftlich

zu reinigen sein. Je nach Bereich waren

auch weitere Eigenschaften gefordert

wie elektrostatische Ableitfähigkeit, besonders

hohe Rutschfestigkeit oder Desinfektionsmittelbeständigkeit.

Die Verantwortlichen entschieden sich

für das nora-systems-Angebot für Kliniken:

weil es Bodenbeläge mit unterschiedlichen

Funktionen sind, wobei jeder Belag

perfekt die Ansprüche des jeweiligen Bereichs

abdecke und zugleich eine funktionsübergreifende

harmonische Gestaltung

ermögliche. Zum Einsatz kam auch

der neuentwickelte Belag noracare uneo,

der durch seine leistungsstarke Oberfläche

die Desinfektionsmittelbeständigkeit und

Rutschsicherheit bietet, die in den Waschbereichen

vor den OPs benötigt werden.

www.nora.com/de

Das Unternehmen Grinbold-Jodag aus

Dischingen im Landkreis Heidenheim ist

seit Jahrzehnten aktiv in den Bereichen

modulare und nachhaltige Gebäudelösungen.

Ein Schwerpunkt: Schulen und

Kindergärten in kindgerechter Architektur

und nach den aktuell gültigen Vorschriften

zu planen, im eigenen Werk zu

fertigen und vor Ort zu montieren. Die

Modulbauten bieten sich wegen der kurzen

Realisierungszeiten und der hohen

Planungssicherheit in vielen Fällen als

Alternative zum herkömmlichen Massivbau

an.

In nur wenigen Monaten wurde der

Neubau einer Kindertagesstätte mit über

1200 Quadratmetern in Neuried bei München

realisiert. Die Betreuungseinrichtung

überzeuge, so das Unternehmen, im

Inneren mit lichtdurchfluteten Räumen,

die eine Wohlfühlatmosphäre vermitteln

und die Kinder zum Spielen und Verweilen

einladen.

Die Praktikabilität und der Sicherheitsaspekt

der Kindertagesstätte spiegeln sich

unter anderem bei der Fußbodenheizung,

den Lärmschutzwänden, der Hausalarmanlage

und den Sicherheitsfenstern wider,

wie das Unternehmen betont. Das Gebäude

erfülle dabei auch die Anforderungen

an das aktuelle Gebäudeenergiegesetz

GEG sowie an den notwendigen

Brandschutz. Verbunden mit der kindgerechten

Architektur biete man mit den

Modulen von Grinbold-Jodag ein ansprechendes

und modernes Lernumfeld. Darüber

hinaus seien sie individuell planbar,

flexibel erweiterbar und äußerst

schnell bezugsfertig.

www.grinbold-jodag.de

Du willst eine müllfreie Stadt?

Setz Dich ein für Mehrweg!

Mach Mehrweg zum neuen Standard in Deiner Region mit

Deutschlands größtem Mehrwegsystem für To-go und Take-away.

recup.de/fuer-staedte

36 der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22

37


Umwelt & Verkehr

Abfall

Anzeige

Advertorial

ZUR PERSON

Florian Knappe ist Teamleiter Kreislaufwirtschaft

am Institut für Energie- und

Umweltforschung Heidelberg (ifeu).

Foto: privat

Kreislaufwirtschaft

„Ermutigung für die,

die Neues wagen“

Abriss sollte vermieden, Bauschutt sollte getrennt und wiederverwertet werden

– so die Theorie. In der Praxis liegen Hindernisse für nachhaltiges Bauen oft in

den Köpfen, beobachtet Abfallexperte Florian Knappe.

Der Bausektor hat einen hohen Ressourcenbedarf

und produziert große Mengen

CO 2

. Bestandsgebäude sollten umgenutzt

werden, statt neu zu bauen, oder Bauschutt

sollte zu hochwertigen Baustoffen

recycelt werden. Was kann eine Kommune

tun, wenn sie sich hier auf den Weg

machen will?

Florian Knappe: Der einfachste Einstieg,

um Materialkreisläufe zu schließen, ist

im Straßenbau gegeben, hier sind auch

bereits viele Kommunen dabei. Man hat

den Asphalt, den man abfräsen kann,

und darunter eine Schotterlage. Beides

ist grundsätzlich sehr gut wieder als solches

im Straßenbau verwertbar.

Wie sieht es beim Hochbau aus?

Knappe: Dort liegen die größeren Hürden

– und nach wie vor wird viel zu viel abgerissen

statt umgenutzt. Beim Abriss

wird Bauschutt zudem oft nicht ausreichend

getrennt und in einer Form

Wichtig wäre aus Sicht von Florian Knappe: Trennen von Bauschutt, Materialkreisläufe – und das langfristige Planen von Gebäuden in die Zukunft.

Foto: Adobe Stock/gopixa

Foto: EBK/Stadt Konstanz

Fahrzeugbranding: Die Initiative „Mülltrennung wirkt“ stellt Kommunen Motive kostenlos zur

Verfügung.

„Mülltrennung wirkt“: Verbraucheraufklärung

für mehr Recycling

Eine aktuelle Studie des Öko-Instituts belegt: Das Recycling von Verpackungen leistet einen

wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. Doch nur wenn Verbraucherinnen und

Verbraucher wissen, wie Abfalltrennung funktioniert, können die Potenziale des Verpackungsrecyclings

voll ausgeschöpft werden. Die Initiative „Mülltrennung wirkt“ unterstützt Kommunen

bei der Aufklärung ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Jährlich 1,95 Millionen Tonnen CO 2 -Äquivalente

sparen die dualen Systeme durch die Sammlung,

Sortierung und Verwertung von Glas-, Papier-

und Leichtverpackungen ein. Das ist so

viel, als würde eine Person 1,38 Millionen Mal

von Berlin nach New York fliegen. Gleichzeitig

werden durch Verpackungsrecycling im Jahr

rund vier Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe

erzeugt. Sie sind eine wichtige Rohstoffquelle

für die Wirtschaft. Zu diesen Ergebnissen kommt

eine aktuelle Studie des Öko-Instituts*.

Für die nächsten Jahre prognostiziert das

Öko-Institut sogar einen Anstieg des Klimaschutzbeitrags

durch Verpackungsrecycling. Allein

bei gleichen Rahmenbedingungen werden

durch die Verwertung von Verpackungen im Jahr

2030 2,23 Millionen Tonnen CO 2 -Äquivalente

eingespart. Mehr noch: Werden die Sammelmengen

in den Gelben Tonnen und Säcken

optimiert, indem Verbraucherinnen und Verbraucher

ihre Verpackungsabfälle konsequenter

trennen, steigt die Klimaentlastung laut Berechnungen

des Öko-Instituts im Jahr 2030 auf

2,55 Millionen Tonnen CO 2 -Äquivalente.

Potenziale nutzen: Aufklärungsarbeit

für mehr Verpackungsrecycling

Doch noch erschweren oder verhindern durchschnittlich

30 Prozent falsch entsorgter Abfall in

der Gelben Tonne oder im Gelben Sack das Recycling

wertvoller Rohstoffe. Umgekehrt gehen

falsch in den Restmüll geworfene Verpackungen

als Wertstoffe verloren. „Um das Klimaschutzpotenzial

von Verpackungsrecycling voll ausschöpfen

zu können, müssen wir die Menschen

sensibilisieren und motivieren, ihre Abfälle richtig

zu entsorgen“, erklärt Axel Subklew, Sprecher

der Initiative „Mülltrennung wirkt“. Die Initiative

der dualen Systeme hat es sich zur Aufgabe gemacht,

Verbraucherinnen und Verbraucher bundesweit

darüber aufzuklären, wie sie Verpackun-

gen und Restmüll richtig trennen und damit einen

aktiven Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz

leisten.

Gemeinsam für mehr Recycling:

Angebote für kommunale Abfallberatungen

Insbesondere wenn es um Fragen rund um die

regionale Abfallentsorgung geht, sind kommunale

Abfallberatungen für viele Verbraucherinnen

und Verbraucher erste Anlaufstelle. „Als

bundesweite Initiative können wir die regionale

Aufklärungsarbeit nicht vollständig abdecken.

Öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger sind

deshalb wichtige Partner für uns“, erklärt Axel

Subklew. Über eine einfache Postleitzahlensuche

auf der eigenen Website vermittelt „Mülltrennung

wirkt“ daher Nutzerinnen und Nutzern

den direkten Kontakt zu lokalen Ansprechpartnerinnen

und Ansprechpartnern. Um kommunale

Abfallberatungen bei ihrer Arbeit zu unterstützen,

hat die Initiative außerdem ein kostenloses

Angebot entwickelt:

_ Informationsmaterial zum Download, zum

Beispiel: Trenntabellen in verschiedenen

Sprachen, Poster und Flyer, Druckvorlagen

„Was kommt rein“ für Gelbe Tonnen und Säcke

sowie Glascontainer,

_ Fahrzeugbranding: Motive der Initiative „Mülltrennung

wirkt“ für das Branding von Sammel-

und Transportfahrzeugen,

_ Online-Seminare unter der Leitung von Axel

Subklew: Expertise und Austausch zu Themen

wie „Sammlung von Altglas“, „Sortierung von

Verpackungen“ oder „recyclinggerechtes Design

von Verpackungen“; Beratung zur Kommunikation

rund um die Umstellung vom Gelben

Sack auf die Gelbe Tonne.

Das Angebot steht unter www.mülltrennungwirkt.de

zur Verfügung. Die Registrierung ist

kostenlos.

*Weitere Informationen zur Studie unter:

www.mülltrennung-wirkt.de/de/studie-oeko-institut/

Initiative „Mülltrennung wirkt“

Axel Subklew

Sprecher der Initiative

E-Mail: subklew@mülltrennung-wirkt.de

www.mülltrennung-wirkt.de

38 der gemeinderat 9/22


Umwelt & Verkehr

Abfall

Umwelt & Verkehr

„Beim Abriss wird Bauschutt oft nicht

ausreichend getrennt und in einer Form

von der Baustelle abgefahren, die eine

hochwertige Verwertung erschwert“, so

Florian Knappe.

IFEU

Das Institut für Energie- und Umweltforschung

Heidelberg wurde 1978 von wissenschaftlichen

Mitarbeitern der

Universität Heidelberg gegründet. Ziel

war und ist es, unabhängige Forschungsarbeiten

zu umweltrelevanten

Themen zu ermöglichen. (ifeu.de)

von der Baustelle abgefahren, die eine

hochwertige Verwertung erschwert. Das

widerspricht den Vorgaben, wird aber

dennoch so praktiziert.

Was könnte und sollte man stattdessen

tun?

Knappe: Hier hat sich in den letzten Jahren

einiges getan – aktuell kann man recycliertes

Material vor allem im R-Beton

– ein ressourcenschonender Transportbeton

– verwerten, aber auch das ist

schon ein wichtiger Schritt. Oder aus

Dachziegeln kann man ein Granulat gewinnen,

das zum Beispiel von Dachbegrünungsunternehmen

händeringend

gesucht wird.

Oft wird der Kostenfaktor hervorgehoben:

Es ist teurer, Bauschutt ab Baustelle zu

trennen, als ihn zu entsorgen.

Knappe: Das stimmt nur bedingt: Tatsächlich

sind auf lange Sicht Ressourcenverschwendung

und CO 2

-Ausstoß teurer

als Wiederverwertung. Aber auch kurzfristig

muss Kreislaufwirtschaft nicht

viel teurer und für die Kommune aufwändiger

sein: Es gibt ambitionierte Abbruchunternehmen,

die sehr gute Arbeit

leisten. Man muss es aber wollen – und

aus meiner Sicht sollten es Städte und

Gemeinden unbedingt wollen: Sie sollten

eine Vorbildfunktion übernehmen und

Akzente im Baubereich setzen, sollten

entsprechend ausschreiben und mit den

Abbruchunternehmen zusammenarbeiten,

die nachhaltig unterwegs sind, das

heißt, dass man Mindeststandards einfordern

sollte.

Woran liegt es, dass das oft nicht geschieht?

Knappe: Es sind immer einzelne Personen

in den Verwaltungen, die neue

Wege einschlagen und sich damit exponieren.

Wenn es gut läuft, wird kein

Aufhebens darum gemacht, und alles

geht weiter seinen Gang. Wenn etwas

nicht so läuft, wie es soll, werden Verantwortliche

heftig in die Pflicht genommen.

Aus meiner Sicht brauchen

wir dringend Zweierlei: Würdigung,

wenn etwas Neues gelingt, und eine andere

Fehlerkultur.

Fotos: Adobe Stock:Pixavril, Sondem

Was könnte helfen, damit der Bereich

Bauen nachhaltiger wird?

Knappe: Zuallererst informieren und aufklären

– hier gibt es noch viel zu tun.

Zudem ist Ermutigung sehr wichtig, zum

Beispiel in Form von Auszeichnungen.

Oder man integriert neue Projekte gezielt

in die PR-Arbeit, stellt Best Practice-Beispiele

vor. Damit würdigt man diejenigen,

die sich hier engagiert haben – und

andere können an die guten Erfahrungen

anknüpfen.

Welches Projekt, das Sie begleitet haben,

könnte man hervorheben?

Knappe: Zum Glück gibt es inzwischen

viele Projekte, die Akzente setzen. Zum

Beispiel eine Schule in Prüm in der Eifel,

dieses Projekt wurde auch ausgezeichnet.

Dort musste das Schulgebäude umgebaut

werden, und der Schulbetrieb

wurde in eine temporäre Modulbauanlage

verlegt.

Was war in Sachen Nachhaltigkeit das

Besondere an dieser Lösung?

Ein wichtiges Anliegen des Experten: Diejenigen unterstützen, die sich für nachhaltiges Bauen

engagieren, und deren gute Ergebnisse anderen zugänglich machen.

Knappe: Die Module sind leicht auseinanderzunehmen

und sollen später für andere

Schulen zu deren Erweiterung eingesetzt

werden. Die Module werden

nicht entsorgt, vielmehr hat man andere

Nutzungen von Anfang an mitgedacht.

Darum muss es beim Bauen insgesamt

gehen: Zum einen Bauschutt trennen

und Baustoffe mit Rohstoffen aus dem

Materialkreislauf verwenden. Zum anderen

von vornherein Gebäude langfristig

denken, auch weit in die Zukunft hinein,

sie so planen, dass die nächste Generation

sie umgestalten und den jeweils aktuellen

Bedürfnissen anpassen kann,

ohne sie abreißen zu müssen.

Was ist außerdem hilfreich?

Knappe: Die Stadt Karlsruhe zum Beispiel:

Dort fasst der Stadtrat Grundsatzbeschlüsse,

auf die sich die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in der Verwaltung

beziehen können – sie müssen sich

also nicht exponieren, wenn sie nachhaltige

Wege einschlagen. Oder ein Hochbauamt,

das Baumaßnahmen ausschreibt,

für die R-Beton verwendet werden

muss, auch wenn das kurzfristig

teurer ist. Hamburg zum Beispiel hat

einmal einen interessanten Weg gewählt:

Dort sollte R-Beton für neue Schulbauten

verwendet werden, es gab aber keinen

Recycler vor Ort. Die Ausschreibung erfolgte

dann mit einem Spielraum von

mehreren Monaten, so dass die Bauunternehmen

aktiv werden und sich um R-

Beton kümmern konnten.

Und das hat funktioniert?

Knappe: Sehr gut sogar. Oder ein anderes

Beispiel: die Entsorgungsbetriebe in

Mainz. Dort hieß es: „Wenn nicht wir

mit gutem Beispiel vorangehen, wer

dann?“ Man baute nachhaltig mit Baustoffen,

die auf den Materialkreislauf

zurückgreifen und fand auch Nachahmer.

Dort war es der Chef der Entsorgungsbetriebe,

der das nachhaltige Konzept

vorangetrieben hat. Darum sollte

es immer wieder gehen: Diejenigen unterstützen,

die sich für nachhaltiges

Bauen engagieren – die Ergebnisse würdigen

und anderen zugänglich machen,

damit sie die guten Erfahrungen aufgreifen

können.


Interview: Sabine Schmidt

40 der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22

41


Umwelt & Verkehr

Abwasser

Umwelt & Verkehr

lässigkeit der gewonnenen Daten oder

auch die Harmonisierung und Standardisierung

der Verfahren. Es kann aber klar

und eindeutig gesagt werden, dass bereits

heute die aus dem Abwasser analysierbaren

Daten sehr wertvolle Informationen

für die Pandemiebekämpfung

liefern könnten.

Drei Vorteile des Systems stehen dabei

im Vordergrund: Schnelligkeit, Vollständigkeit

und Variantenerkennung.

Die Klärwerke stehen bereit, betont

Sabine Thaler – denn längst sei nachgewiesen,

dass Abwasserdaten wertvolle

Informationen für die Pandemiebekämpfung

liefern können.

DIE AUTORIN

Dipl.-Biologin Sabine Thaler leitet die

Stabsstelle Forschung und Innovation

bei der DWA Deutsche Vereinigung für

Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall.

Coronamonitoring

Abwasser hat es in sich

Es bietet viele Vorteile, noch aber gibt es kein flächendeckendes System für das

Coronamonitoring über den Abwasserpfad, bedauert DWA-Abwasserexpertin

Sabine Thaler. Sie erklärt, was sich aus Sicht ihres Verbandes ändern müsste.

Schnell, umfassend ohne Dunkelziffer,

kontinuierlich auch an Wochenenden

und Feiertagen – die Vorteile

des Coronamonitorings über den Abwasserpfad

sind seit langem bekannt. Ein

weiteres Plus, das sich aktuell immer

deutlicher abzeichnet: die Früherkennung

von Mutationen. Dies gilt besonders

für den gezielten Nachweis neuer Varianten

im heimischen Abwasser und für die

Verfolgung ihrer Verbreitung.

Die Abwasserwirtschaft steht bereit – es

fehlt aber ein konkreter Handlungsauftrag

von Bund oder Ländern sowie die Finanzierung.

Über die Abwassergebühren darf

das Coronamonitoring nach der aktuellen

Rechtslage nicht finanziert werden.

Die grundsätzliche Eignung des Coronamonitorings

über den Abwasserpfad

konnte in zahlreichen Forschungsprojekten

in Deutschland und anderen Staaten

unter Beweis gestellt werden. Fragmente

des Coronavirus SARS-CoV-2 werden über

den Stuhl ausgeschieden und gelangen in

das Abwasser. Durch einfache Probenahme

im Kanal oder in der Kläranlage

kann Corona im Labor nachgewiesen werden.

Wichtig dabei: Es handelt sich im

Abwasser nur um Fragmente des Virus,

eine Infektionsgefahr über den Abwasserpfad

besteht daher nicht.

Noch sind nicht alle Fragen final beantwortet,

beispielsweise der Einfluss

von Starkregenereignissen auf die Zuver-

Fotos: Adobe Stock/darknightsky, scaliger

_ Schnelligkeit: Über den Abwasserpfad

können die Trendentwicklung

und Hotspots bis zu zehn Tage früher

erkannt werden als über das bisherige

Meldesystem. Zudem fließt Abwasser

auch an Wochenenden und

an Feiertagen.

_ Vollständigkeit: Abwassermonitoring

kennt keine Dunkelziffer, über das

Abwasser wird jeder erfasst. Aktuell

fließen in die RKI-Statistik nur positive

PCR-Tests ein, selbst positive

offizielle Schnelltests bleiben unberücksichtigt.

Als Folge gehen alle

Der Coronatest gibt Aufschluss für einzelne. Über Trendentwicklungen und Hotspots könnten

dagegen die Klärwerke Auskunft geben – und das Abwassermonitoring kennt keine Dunkelziffer.

Experten aktuell von einer erheblichen

und nicht-quantifizierbaren

Dunkelziffer aus.

_ Variantenerkennung: Sind neue

Varianten aus anderen Regionen

oder Ländern bekannt, kann im

Intelligente Automatisierungstechnik

Abwasser gezielt nach ihnen gesucht

werden. Auch hier haben die

Forschungsprojekte gezeigt, dass der

Nachweis über das Abwasser einen

erheblichen Zeitvorteil von bis zu 14

Tagen aufweist. Zudem können klare

Aussagen über die Anteile ein-

Für Ihren Anwendungsfall die

perfekte Lösung!

› Plug & play - 100 % elektrisch

› 100 % automatisierbar

› Failsafe-Prinzip

› zu jeder Jahreszeit &

24/7 betriebsbereit

› sehr schnelles Öffnen

und Schließen

EMG elektrohydraulische

Versteller &

EMG ESSE Schnell-Schieber

42 der gemeinderat 9/22

www.emg.elexis.group

an

company


Umwelt & Verkehr

Abwasser

zelner Mutationen am Gesamtinfektionsgeschehen

getroffen werden.

Auch hier gibt es den üblichen

zeitlichen Vorsprung.

Die Vorteile des Systems sind eindeutig

und eindrucksvoll – und die Niederlande

sowie die Schweiz belegen seit langem

auch die Praxistauglichkeit des Verfahrens.

Beide Länder veröffentlichen online

über Dashboards aktuelle über das Abwasser

gewonnene Daten. Warum ist dies

in Deutschland nicht der Fall?

Die Abwasserwirtschaft steht grundsätzlich

bereit, ihr fehlen aber ein konkreter

Handlungsauftrag sowie eine gesicherte

Finanzierung. Abwassergebühren

sind zweckgebunden. Über Abwassergebühren

dürfen daher nur Aufgaben

der Abwasserentsorgung finanziert werden.

Da Corona über den Abwasserpfad

nicht infektiös ist, handelt es sich bei

Coronamonitoring um keine originäre

Aufgabe der Abwasserentsorgungspflichtigen.

Nach derzeitiger Rechtslage

ist daher keine Umlage der Zusatzkosten

eines Coronamonitorings über die Abwassergebühren

möglich.

NOCH FEHLT DER HANDLUNGSAUFTRAG

Die Betreiber der Kläranlagen benötigen

eine externe Finanzierung seitens des

Bundes, der Länder oder der Kommunen

für die Dienstleistung Coronamonitoring.

Die Kosten sind dabei überschaubar. An

den Forschungsstandorten werden jährliche

Kosten für das Coronamonitoring

von rund 60.000 Euro veranschlagt.

Würde man nur das Abwasser der 235

größten Kläranlagen in Deutschland auf

das Coronavirus untersuchen, wären bereits

50 Prozent der Gesamtbevölkerung

erfasst. Die Kosten lägen dann bei nur

rund 14 Millionen Euro pro Jahr.

Zudem braucht die Abwasserwirtschaft

einen konkreten Handlungsauftrag.

Möglich ist der Nachweis der Präsenz-

oder Absenz von infizierten Personen

im Einzugsgebiet, eine Trendanalyse,

der Nachweis und die Ausbreitung von

Virusvarianten sowie die Identifikation

von lokalen Hotspots. Die Politik muss

ihren konkreten Informationsbedarf definieren,

dann kann die Abwasserwirtschaft

zeitnah eine entsprechende Monitoringstrategie

aufbauen.

Mittel- und langfristig könnte ein entsprechendes

Abwassermonitoring auf

andere Krankheitserreger ausgedehnt

werden. Die Niederlande beispielsweise

beproben das Abwasser bereits seit Jahren

auf Polio-Viren. Optimistisch stimmt

für Deutschland der Entwurf des Bundesumweltministeriums

für eine Nationale

Wasserstrategie. Im Kapitel „Mikrobiologische

Gesundheitsgefahren erkennen

(Pandemievorsorge)“ heißt es: „Durch den

Aufbau eines Abwassermonitorings sollen

Gesundheitsgefahren durch Krankheitserreger

(Bakterien, Viren) für die Bevölkerung

frühzeitig detektiert werden.“

Zum Jahresende wird die Ressortabstimmung

über die Nationale Wasserstrategie

erwartet. Die Abwasserwirtschaft

steht für die Pandemievorsorge bereit.


Sabine Thaler

So werden Sie zum Wahlsieger!

Für nur 44,90 Euro.

empfiehlt

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

die teuerste Wahl ist eine verlorene Wahl. „WAHLEN gewinnen“,

das neue Handbuch von Achim Moeller und Gwendolin Jungblut, ist

Ihr unverzichtbares Werkzeug für einen erfolgreichen Wahlkampf.

In sechs Kapiteln erfahren Sie

wie die unsichtbaren Muster von Wahlsiegen aussehen,

wie die persönlichen Wahlchancen verbessert werden,

wie wichtig die Persönlichkeit des Kandidaten ist,

wie man Themen aufgreift, die Menschen wirklich interessieren,

welche Aktionen in der Öffentlichkeit ankommen.

Die Autoren und Wahlsiegberater Achim Moeller und Gwendolin Jungblut wissen, worüber sie schreiben. Sie sind

seit 30 Jahren erfolgreich in der politischen Beratung tätig und haben u.a. über 750 Bürgermeisterkandidaten und

450 Fraktionen europaweit im Wahlkampf begleitet. Auf ca. 100 Arbeitsblättern online geben sie zusätzlich zu

ihrem Handbuch ihre Arbeitshilfen und Werkzeuge weiter.

JA, ich möchte „WAHLEN gewinnen“ zum Preis von 44,90 Euro (zzgl. Versand) bestellen.

Name, Vorname

Noch steht die Finanzierung aus, so Sabine Thaler: Über die Abwassergebühren darf das Coronamonitoring aktuell nicht finanziert werden.

Foto: Adobe Stock/Martina Berg

Organisation

Straße, Nr.

PLZ, Ort

Email für Rückfragen

Vertragsbedingungen: Bitte senden Sie das Formular an die angegebene Faxnummer bzw. E-Mail-Adresse.

Die Rechnung wird Ihnen mit Ihrer Buchlieferung zugestellt.

FAX-ANTWORT an

0791/95061-188341

oder per E-Mail an

info@pro-vs.de

oder unter

treffpunkt-kommune.de/

ratgeber-wahlen-

gewinnen-buch

Datum

Unterschrift

Widerrufsbelehrung: Mit der Bestellung darf keine Kündigung einhergehen. Der Vertrag kann innerhalb von 14 Tagen nach Bestellung durch eine schriftliche

Mitteilung an den Verlag widerrufen werden.

44 der gemeinderat 9/22

Kontakt: pVS – pro Verlag & Service GmbH & Co. KG, Stauffenbergstraße 18, 74523 Schwäbisch Hall, Tel.: 0791/95061-8300


Umwelt & Verkehr

Abwasser

Umwelt & Verkehr

DIE AUTOREN

Prof. Dr. Thomas Schwartz forscht am

Institut für Funktionelle Grenzflächen

(IFG) des Karlsruher Instituts für Technologie

(KIT). Prof. Dr. Dr. Martin Exner war

Direktor des Instituts für Hygiene und

öffentliche Gesundheit am Universitätsklinikum

Bonn.

Forschung

Belastetes Wasser

Was kann und muss gegen Antibiotika-resistente Krankheitserreger in Gewässern

getan werden? Die Wissenschaftler Thomas Schwartz und Martin Exner

präsentieren Forschungsergebnisse und erläutern, welche Konsequenzen

daraus folgen sollten.

Interdisziplinäre Forschungspartner

haben sich in einem Verbundvorhaben

zum Ziel gemacht, die „Biologische

bzw. hygienisch-medizinische Relevanz

und Kontrolle Antibiotika-resistenter

Krankheitserreger in klinischen, landwirtschaftlichen

und kommunalen Abwässern

und deren Bedeutung in Rohwässern“

zu untersuchen. Das Projekt mit

dem Akronym „HyReKA“ wurde vom

Bundesministerium für Bildung und Forschung

(BMBF) gefördert.

Was tut sich im Wasser, was nicht zuträglich ist? Das Projekt „HyReKA“ hat Antibiotikaresistenzen im Wasserkreislauf untersucht.

Im Rahmen des Projektes wurden ausgehend

vom Menschen oder Tier die Eintragspfade

von Antibiotika-resistenten

Bakterien, Antibiotika-Resistenzgenen und

Antibiotika-Rückständen bis zur Umwelt

qualitativ und quantitativ charakterisiert.

Mit den neu erlangten Erkenntnissen

konnten auch geeignete technische Verfahren

identifiziert werden, um die Ausbreitung

in die Umwelt zu unterbrechen.

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse

gewinnen die regulatorischen An-

Foto: Adobe Stock/ryanking999

forderungen an die Abwasserentsorgung,

die im Infektionsschutzgesetz

definiert sind, eine neue Bedeutung.

In §41 des IfSG – Abwasser heißt es:

„Die Abwasserbeseitigungspflichtigen

haben darauf hinzuwirken, dass Abwasser

so beseitigt wird, dass Gefahren

für die menschliche Gesundheit

durch Krankheitserreger nicht entstehen.“

Dies sind die Kernbotschaften aus

einigen Teilbereichen des Projektes:

_ Krankenhäuser stellen eine starke

Quelle für multiresistente Bakterien

und Antibiotikarückstände

dar. Rohabwasser aus Klinikbereichen

mit hohem Antibiotikaverbrauch

erschien hochbelastet

mit multiresistenten Erregern,

bei denen zum Teil nur noch ein

oder zwei Antibiotika wirken und

die damit als hochkritisch zu bewerten

sind. Diese hohe Kontamination

des Abwassers ließ sich

über die angeschlossene Kanalisation

bis zur Kläranlage nachweisen.

Trotz Reduktion in der

Kläranlage wurden multiresistente

Erreger auch im Kläranlagenablauf

und in nachfolgenden

Gewässern nachgewiesen.

_ Kommunale Kläranlagen können

nur unzureichend fakultativ pathogene

Bakterien und Antibiotikaresistenzen

reduzieren. Unabhängig

vom Einzugsgebiet der

Kläranlagen und deren Größe

wurde ein Großteil der untersuchten

Antibiotikaresistenzgene

und fakultativpathogenen Bakterien

in den Ausläufen der Kläranlagen

nachgewiesen. Auch

besonders kritisch zu bewertende

Antibiotikaresistenzgene (zum

Beispiel gegen Reserveantibiotika)

wurden noch im konventionell

behandelten Kläranlagenablauf

nachgewiesen. Technische Membranverfahren

ermöglichten eine

signifikante Verbesserung der

Belastungssituationen auch für

die nachfolgende Umwelt.

_ In Geflügel- und Schweineschlachthöfen

konnte ein ubiquitäres Vorkommen

von den fakultativ-pathogenen

Erregern auch mit be-

sonders kritischen Antibiotikaresistenzgenen

in den Abwässern

festgestellt werden. Betriebseigene

Kläranlagen von Geflügelschlachthöfen,

die das Abwasser mittels

Ultrafiltration und Ozon aufbereiten,

reduzierten die Gesamtkeimbelastung

deutlich. Untersuchungen

von Gülle aus Schweinemastbetrieben

zeigten eine hohe Belastung

an Antibiotikaresistenzgenen,

die auch von klinischer Relevanz

sind.

_ Flugzeugabwasser enthalten eine

große Vielfalt unterschiedlicher

Resistenzgene. Die relative Abundanz

von Resistenzgenen im Abwasser

von Flugzeugen war signifikant

höher als im kommunalen

Rohabwasser.

GEZIELTES (AB-) WASSERMONITORING

Die genannten Erkenntnisse müssen

Konsequenzen für regulatorische Anforderungen

der Abwasserentsorgung

im Infektionsschutzgesetz finden.

Dazu wurde im „HyReKA“-Projekt unter

Mitarbeit des Umweltbundesamts

ein neues Indikatorsystem zur Risikobewertung

etabliert, um Handlungsempfehlungen

bei hoher mikrobiologischer

und Rückstandsbelastung in

kritischen Bereichen einzuleiten.

Zentrale oder dezentrale Maßnahmen

zur weitergehenden Abwasserbehandlung

sind vor allem dann notwendig,

wenn nachfolgend Schutzgüter

(Badegewässer, Trinkwasserentnahmestellen,

Entnahmestellen für landwirtschaftliche

Bewässerung) betroffen

sind. Eine Priorisierung von Kläranlagen

kann über das genannte Indikatorsystem

durch ein gezieltes Monitoring

vorgenommen werden.

Dazu müssen das Einzugsgebiet der

Kläranlagen, die Belastungssituation

des Ablaufs (auch mit multiresistenten

fakultativ-pathogenen Bakterien) und

das aufnehmende Gewässer in Bezug

auf Volumen berücksichtigt werden.

Solche Maßnahmen sind erforderlich,

um den Kontakt von Mensch und Tier

mit gesundheitsrelevanten Bakterien

zu minimieren und eine Kolonisierung

zu unterbinden.

Thomas Schwartz, Martin Exner

Rattenbekämpfung per Funk

mit ToxProtect ®

im Kanal

oberirdisch

NEU

oberirdisch

46 der gemeinderat 9/22

47

der gemeinderat 9/22 0911/131312-0

www.ball-b.de


Umwelt & Verkehr

Abwasser

Umwelt & Verkehr

Beim Sedimentschlamm- und Schwimmschlammabzug kommt es darauf an, die Abflussventile möglichst schnell zu öffnen und zu schließen.

Alex Hoffmann empfiehlt dafür automatisierte Lösungen.

Abwassertechnik

Reibungsloser Ablauf im Klärwerk

Fotos: EMG Automation, privat

Abwasserleitung mit Hilfe eines Schnellschlussschiebers.

Welche herkömmlichen Möglichkeiten gibt

es für das Öffnen und Schließen der Ventile?

Was können sie – und wo sind ihre

Grenzen?

Hoffmann: Gelegentlich sieht man noch

Ablassventile, die von Hand über einen

Hebel geöffnet werden. Das ist allerdings

nicht mehr Stand der Technik. Prinzipiell

kann man die Schieber auch mit

dem Pneumatikzylinder betätigen, Pneumatik

ist jedoch aufwendig im Verlegen

der Leitungen und recht wartungsintensiv.

Bei Pneumatikzylindern besteht außerdem

die Gefahr, dass im Winter die

Leitungen zufrieren. Weit verbreitet sind

Spindelantriebe – sie sind allerdings

langsam. Ein weiterer Nachteil: Bei einer

Störung, etwa einem Stromausfall, bleibt

das Ventil in der aktuellen Position einfach

stehen.

Welche Vorteile bieten hier intelligente,

automatisierte Lösungen?

Hoffmann: Sie kombinieren die Vorzüge

der bisherigen Methoden – und bieten

darüber hinaus Zusatzfunktionen. Wir

haben zu diesem Zweck beispielsweise

die Schnellschlussschiebereinheit

„ESSE“ entwickelt. Sie funktioniert nach

dem „Plug & Play“-Prinzip und ist vollständig

elektrisch, kommt also ohne

Pneumatik oder Hydraulik aus. Durch

induktive Endlagenschalter erfolgt die

Positionsrückmeldung der Komponente

an die speicherprogrammierbare Steuerung

(SPS) der Kläranlage. Die Einheit ist

komplett automatisierbar und benötigt

kaum Wartung. Im Fall eines Stromausfalls

ist außerdem auch der Handbetrieb

mit Hilfe eines Hebels möglich.

Ein weiterer Pluspunkt von intelligenten

Lösungen ist das sogenannte Failsafe-

Prinzip. Wie funktioniert das genau?

Hoffmann: Dieses Prinzip stammt aus der

Bremstechnik: Ein Hubgerät muss zuerst

die Bremse öffnen, erst dann kann ein

Kran oder Förderband betrieben werden.

Bei Abschalten des Stroms oder im Fall

einer Störung schließt die Bremse immer

automatisch. Mit dem entwickelten Antrieb

haben wir dieses Prinzip auf das

Betätigen eines Ventils übertragen.

Warum ist das wichtig? Was könnte sonst

im Klärwerk passieren?

Hoffmann: Bei einer Störung schließt die

Armatur sofort und verhindert unkontrolliertes

Auslaufen von Wasser oder

Schlamm. Uns ist ein Fall bekannt, bei

dem während einer Störung ein Abflussventil

nicht geschlossen werden konnte

und als Folge ein ganzer Faulturm auslief

– ein Failsafe-Antrieb verhindert so

etwas. Interview: Hannah Henrici

ZUR PERSON

Alex Hoffmann ist Area Sales Manager

beim Unternehmen EMG Automation

GmbH mit Sitz in Wenden.

Abwasser muss immer gereinigt werden, auch nachts und an Wochenenden –

und das muss zuverlässig geschehen. Welche wichtige Rolle Abflussventile

dabei spielen und wie sie arbeiten, erklärt Experte Alex Hoffmann.

Deutschland hat eines der am besten ausgebauten

Klärwerknetze weltweit mit

rund 10.000 Kläranlagen. Welche aktuellen

Entwicklungen sehen Sie und Ihre Kollegen

dort?

Alex Hoffmann: Wir beobachten den Trend,

dass Automatisierung und Digitalisierung

auch hier Einzug halten. Beispielsweise

werden die Ablassprozesse am

Vorklärbecken zunehmend automatisiert

und zentral gesteuert. Der Grund dafür:

Vorklärung ist ein 24/7-Prozess und findet

auch nachts und am Wochenende

statt. Für die Komponente am Vorklärbecken

bedeutet das: Sie muss stets Rückmeldung

über den aktuellen Zustand geben

– etwa, ob das Abflussventil offen

oder geschlossen ist.

Automatisierte Lösungen sorgen dafür,

dass dieses Abflussventil am Vorklärbecken

möglichst schnell geöffnet und geschlossen

wird. Warum ist das wichtig?

Hoffmann: Dafür muss zunächst erläutert

werden, was ein Vorklärbecken genau

ist. In jedem Klärwerk gibt es ein solches

trichterförmiges Becken. Dort findet

die zweite Reinigungsstufe statt. Es

gibt zwei Arten von Klärschlamm und

somit zwei unterschiedliche Prozesse

für die Trennung von Schlamm und

Wasser: Sedimentschlamm und

Schwimmschlamm. Der Sedimentschlamm

setzt sich am Boden des Beckens

ab. Alle vier bis fünf Stunden

muss die Abwasserleitung schnell geöffnet

und der Schlamm am Boden herausgezogen

werden. Danach muss die Abwasserleitung

sofort geschlossen werden,

damit das Wasser nicht abfließt.

Beim Verwenden von Schwimmschlamm

sammelt der Abstreifer den

Schlamm von der Oberfläche. Sobald

der Schlamm gesammelt ist, öffnet die

Infratech.de

PARTNER

Rethinking

Infrastructure

Auf der InfraTech erreichen Sie alle Ihre Zielgruppen wie

Kommunen, Planer, Wasserverbände aber auch Bauunternehmen

und den Baustoffhandel. Beinahe 200 Aussteller

haben sich bereits angemeldet. Auf der Website finden Sie

den Messeplan sowie die aktuelle Ausstellerliste!

Wir bieten Ihnen verschiedene Möglichkeiten, sich auf der

InfraTech 2022 zu präsentieren. Zur Auswahl stehen die reine

Standfläche oder die Standbaupakete Basis, Premium und

Luxus. Möchten Sie sich einen der letzten Plätze sichern?

Nehmen gerne Kontakt mit uns auf über info@infratech.de oder

per Telefon mit dem Projektteam: +31 6 152 168 50.

VERANSTALTER

48 der gemeinderat 9/22


Umwelt & Verkehr

Abwasser

Umwelt & Verkehr

Es ist dringend erforderlich, sich einen

belastbaren Überblick über Zustand,

Wert und konkrete Reparaturerfordernisse

von Abwassersystem zu verschaffen,

so Robert Stein.

DER AUTOR

Dr.-Ing. Robert Stein ist Geschäftsführer

der Stein Infrastructure Management

GmbH. Dort entwickelt er seit 1998

innovative Ansätze zur Optimierung von

Investitions- und Instandhaltungsstrategien

für Wasserver- und Abwasserentsorgungssysteme.

Asset Management

Beurteilung der

baulichen Substanz

Rohrsysteme liegen in vielerlei Hinsicht im Dunkeln. Man könnte aber mehr erkennen,

als es aktuell meist der Fall ist, sagt Robert Stein – und Geld sparen

sowie Gebühren optimieren. Der Ingenieur erklärt, worauf es ankommt.

Im Asset Management von Abwasserinfrastruktursystemen

hat sich in

Deutschland in den letzten 17 Jahren

ein Paradigmenwechsel vollzogen. Ausgangslage

war die Erkenntnis, dass wesentliche

technische und kaufmännische

Daten, die als Grundlage für ein Asset

Management nach wie vor genutzt werden,

nicht ausreichend sind. Diese Qualitätsdefizite

betreffen im Bereich der technischen

Daten vor allem Schadens- und

Zustandsklassen und im Bereich der

kaufmännischen Daten die Buch- und

Restbuchwerte.

Die Buch- respektive Restbuchwerte

sind als Managementinformation für die

Optimierung von Investitionsentscheidungen

nur bedingt hilfreich. Die Abschreibungsdauer,

die den Buchwerten

zugrunde liegt, ist oftmals eine geschätzte,

politische Größe. Im Idealfall

repräsentiert die Abschreibungsdauer

den tatsächlichen Mittelwert der technischen

Nutzungsdauer von Anlageelementen

innerhalb des Netzes. Das bedeutet,

dass selbst in diesem Idealfall viele Netzobjekte

nicht so lange nutzbar sind, sodass

Abschreibungsverluste eintreten

werden. Andererseits sind sie länger

nutzbar, ohne Einnahmen in Form von

Gebühren generieren zu können. Eine

realistische Ableitung von objektspezifischen

Nutzungsdauern ist also nicht

möglich.

Foto: Adobe Stock/Mulderphoto

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Effiziente Filtertechnik

Für die Stadtwerke Solms kam die Frage

auf, bestehende Hochbehälteranlagen, die

für die Versorgung von rund 3000 Haushalten

zuständig waren, zu sanieren oder

eine Neuanlage bauen zu lassen. Man entschied

sich für einen rund 600 Quadratmeter

großen Neubau, um die drei Altanlagen

zu ersetzen. Die Firma Grünbeck

Wasseraufbereitung konzipierte die gesamte

Wasseraufbereitungsanlage.

In der unternehmenseigenen Fertigung

wurde die Anlage komplett vormontiert.

Die Vormontage umfasste die Installation

(Wasser und Luft), die Verkabelung sowie

die Parametrierung aller Messgeräte. Da

auch die anlageninterne Verrohrung bereits

maßgenau vorgefertigt wurde,

konnte die Montage in nur zwei Wochen

umgesetzt werden.

Die Wasseraufbereitungsanlage besteht

aus einer Kombination von zweistraßiger

Ultrafiltrationsanlage und UV-

Desinfektionsanlage, die bei Wasserdargeboten

dieser Art vorgeschrieben ist. In

Solms werden zukünftig zwei Brunnen

Foto: Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH

Das Problem bei den Schadens- und Zustandsklassen

ist, dass die Schadensfeststellung

in einem Entwässerungssystem

mithilfe der TV-Inspektion über einen

längeren Zeitraum erfolgt. Bis ein Entwässerungssystem

vollständig inspiziert

ist, können 15 und mehr Jahre vergehen.

Das gilt auch für die Wiederholungsinspektionen,

obwohl in Deutschland hierfür

Fristen von zehn Jahren vorgegeben

sind. Bei derart langen Zeiträumen ändern

sich die normativen Bewertungsund

Klassifizierungssysteme von Schäden,

so dass in der Regel keine homogenen

und damit vergleichbaren Bewertungen

in der Datenbank vorliegen.

Unabhängig davon repräsentiert nur

eine geringe Menge an Zustandsdaten die

aktuelle bauliche Situation. Hinzu

kommt, dass die Zustandsklasse durch

den schwersten Einzelschaden, der in

einer Haltung festgestellt wird, definiert

wird. Dies mag zur Ableitung einer Sanierungspriorität

ausreichend sein, nicht

aber zur Ableitung einer Sanierungsentscheidung

in Bezug auf die Reparatur-,

Renovierungs- oder Erneuerungsbedürftigkeit

einer Haltung. Kritisch ist auch,

dass „unpräzise“, nicht-fachgerechte oder

nicht-regelwerkskonforme Schadensbewertungen

des Inspekteurs bis zu mehreren

Klassenwechseln bei der Zustandsklasse

führen können. Die Zustandsklasse

ist somit kein resilientes Kriterium

zur Beurteilung von Haltungsobjekten.

ALTERNATIVES SONDIERUNGSKONZEPT

Für die Prozessanalyse der aktuellen

Managementansätze und deren Optimierung

müssen Bedingungen, Kriterien

und Grenzen von Interventionsentscheidungen

erfasst werden. Dabei müssen

alle Hintergrund- und Randbedingungen,

die Entscheidungen des Auftraggebers

über die Hauptart der Sanierung

(Reparatur, Renovierung, Erneuerung)

und den Zeitpunkt der Sanierung beeinflussen,

widerspruchsfrei in ein transparentes

Entscheidungsmodell übertragen

werden. Die Ableitung der geeignetsten

Strategie ist ein iterativer Optimierungsprozess.

Die gesamte Grünbeck-Anlage wurde im Werk geplant, vormontiert und anschließend am eigentlichen

Aufstellort in Solms (Foto) installiert.

In der Regel formulieren Netzbetreiber

mindestens vier Zielstellungen, die alle

erreicht werden sollen:

_ Reduzierung der Risiken im Netz

durch Abbau der kritischsten Schäden,

_ Erhalt des Substanzwertes und Minimierung

von Abschreibungsverlusten,

_ Verstetigung der Gebühreneinnahmen

und transparente Kommunikation

gegenüber Verwaltungsgremien und

Bürgern,

_ Erhöhung der Resilienz bei Mitarbeiterfluktuation

durch Konservierung

und Dokumentation des Best Practice-

Handlungs- und Entscheiderwissens.

Diese Ziele sind nur mit modernen Asset

Management-Systemen erreichbar, die

eine realistische, ingenieurmäßige Beurteilung

der baulichen Substanz eines

Objektes und deren Entwicklung über

die Zeit berechnen und prognostizieren

können.

Robert Stein

und ein Stollen für die Wasserversorgung

der Taunusseite eingesetzt. In der Summe

werden maximal 65 m³/h die Aufbereitung

durchlaufen, eine Steigerung auf bis

zu zweimal 45 m³/h wäre möglich (mehr

dazu auf www.treffpunkt-kommune.de).

Die Grünbeck-Ultrafiltrationsanlage

wurde konzipiert, um aus gering belasteten

Rohwässern mit gelegentlichen Trübungsspitzen

oder mikrobieller Belastung

Wasser zu erzeugen, das der Trinkwasserverordnung

entspricht. Aufgrund

ihrer Filtrationseigenschaften eignet sich

eine Ultrafiltrationsanlage insbesondere

zur Abtrennung von Kolloiden, Viren,

Mikroorganismen, Makromolekülen und

ungelösten Kohlenwasserstoffen.

www.gruenbeck.de

50 der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22

51


Umwelt & Verkehr

Wasser

Umwelt & Verkehr

Trinkwasser

Kunststoff ist

die Lösung

Der Wasserturm in Zittau: Außen nach wie vor

sichtbar das historische Wahrzeichen der

Stadt, innen saniert und neu mit einer extrem

langlebigen Kunststoffwanne in Betrieb.

Sanieren statt abreißen: In Zittau versorgt ein Turm Stadt und Umgebung

bereits seit 150 Jahren zuverlässig mit Trinkwasser. Jetzt wurde sein Innenleben

modernisiert – und soll mindestens weitere 100 Jahre halten.

Im sächsischen Zittau (29.000 Einwohner)

steht einer der schönsten Wassertürme

Deutschlands. Das Gebäude

wurde von 1864 bis 1868 von dem berühmten

Londoner Ingenieur Sir John

Aird konstruiert und gilt als historisches

Wahrzeichen der Stadt. Herz der 12,35 m

über dem Gelände gelegenen Anlage ist

der 92 Tonnen schwere, im Dachgeschoss

des Turms gelegene Wasserbehälter mit

einem Fassungsvermögen von 750 Kubikmeter.

Mehr als 150 Jahre wurde er zuverlässig

und ohne technische Unterstützung

von Pumpen betrieben und versorgte einen

Teil von Zittau und Umgebung mit

Trinkwasser. Doch der zentrale gusseiserne

Wasserbehälter im Turm war nun

marode geworden und genügte zuletzt

den modernen Hygieneanforderungen an

Trinkwasser nicht mehr. Vor allem die

Dichtungen aus Naturkautschuk machten

Maik Marx, dem verantwortlichen Netzingenieur

der Stadtwerke Zittau, und seinem

Team Sorgen und mussten erneuert

werden.

Eine klassische Sanierung erwies sich

jedoch schnell als große technische und

finanzielle Herausforderung: Eine Erneuerung

des Behälters hätte eine Zerlegung

in seine Einzelteile erfordert. Das

sind immerhin 209 gusseiserne Platten

mit 3180 Schrauben, die von drei Spannbändern

zusammengehalten werden.

Dazu wiederum hätte man das Dach des

22 Meter hohen Turms abnehmen müssen,

damit man später mit einem Kran

auch den neuen Behälter wieder hätte einsetzen

können.

Eine weit weniger bekannte Technik,

die auf den ersten Blick so gar nicht zu

einem denkmalgeschützten, historischen

Wasserturm passt, schien Marx und sei-

Fotos: Simona AG

nen Mitarbeitern nicht nur technisch

machbar und finanziell attraktiv, sondern

auch schneller realisierbar und nachhaltiger:

Das Einhängen eines Wasserbehälters

mit einer relativ leichten und extrem

langlebigen Kunststoffwanne aus Polyethylen

(PE)-Platten.

Im Gespräch mit Dominik Schnorr,

Technischer Leiter der rheinland-pfälzischen

IKS Kunststoff- und Stahlverarbeitungs

GmbH, und Wolfgang Krämer, verantwortlicher

Ingenieur für Wasserbehälter

bei der Simona AG, festigte sich

die Idee. „Das Verfahren einer Kunststoffauskleidung

von Trinkwasserbehältern

wird seit Jahren erfolgreich angewandt

und gewinnt zunehmend an Bekanntheit.

Die eingesetzten PE Platten

– und auch die zugehörigen Rohre – sind

für die hohen Ansprüche der Trinkwasserversorgung

zugelassen“, versichern

Maik Marx und Stadtwerke-Chef Rocco

Deckert.

Die genaue technische Planung übertrugen

die Stadtwerke der IKS, die wiederum

für die Kunststoffarbeiten auf das

Know-how des Kunststoffherstellers Simona

zurückgreift. Konkret wurde das

Lebendige Seen?

Die Seen der Welt

brauchen eine

Zukunft –

unsere Projekte

helfen dabei.

Helfen Sie mit!

historische gusseiserne Wasserbecken

erhalten, am oberen Rand jedoch mit einer

passgenauen Einhängevorrichtung

versehen. An ihr wurden individuell für

das Becken hergestellte PE 100 Platten

eingehangen und vor Ort verschweißt.

Das neue Trinkwasserbecken kleidet

den alten Wasserbehälter innen wie eine

neue Kunststoffhaut aus und ermöglicht

so eine weitere Nutzung für mindestens

100 bis 120 Jahre. Wenn alles seinen geregelten

Gang nimmt, stehen das Trio

Marx, Schnorr und Krämer für die nächste

Sanierung des Wasserbehälters also nicht

mehr zur Verfügung, das wird dann nämlich

noch sehr lange dauern …


Christine Endres

DIE AUTORIN

Christine Endres ist Marketing Manager Infrastructure

& Aquaculture beim Kunststoffhersteller

Simona AG.

Ihre Spende für

Living Lakes.

www.globalnature.org • info@globalnature.org • Tel. 07732-9995-85

Freely/fotolia.com

Innenansichten: Die

Graugussbeschichtung im

Wasserbehälter des Zittauer

Turms war im Laufe der

Jahre marode geworden, und

ein Betrieb des Behälters

genügte den Anforderunen

der Hygienebestimmungen

an Trinkwasser nicht mehr.

Langlebige PE-Platten sind

die Lösung.

52 der gemeinderat 9/22


Umwelt & Verkehr

Wasser

Anzeige

Advertorial

25 bis 30 Prozent des Trinkwassers

in Baden-Württemberg wird durch

Oberflächenwasser gedeckt – unter

anderem aus dem Bodensee.

Die smarte Antwort auf steigende Anforderungen

im Regenwassermanagement

Wassermanagement

Anpassung muss sein

Jede Flächenversiegelung ist eine Unterbrechung des natürlichen Wasserkreislaufes.

Überschwemmungen, vor allem bei steigenden Starkregenphänomenen, können die

unangenehme Folge sein. Mit dem modularen RAUSIKKO-System hat es sich REHAU

zur Aufgabe gemacht, Balance zurück in den ökologischen Regenablauf zu bringen. Ziel

ist es, den natürlichen Wasserkreislauf dort so weit wie möglich wiederherzustellen,

wo er vorher durch Versiegelung unterbrochen wurde.

schen Interface, das Ihnen die Bemessung der

Anlagen schnell, einfach und effizient ermöglicht.

Die Integration von Open-Street-Map-Karten

und der neue „Drag and Drop“-Box-Konfigurator

vereinfachen und beschleunigen die

Planung. Neben den bisherigen Regelwerken

ist zudem der Berechnungsansatz des DWA-

Arbeitsblatts A 102-2 integriert, der im Fokus

der Genehmigungsbehörden für den Gewässerschutz

steht. Durch diese Neuerung ermöglichen

wir Ihnen eine einfache und schnelle Dimensionierung

der Behandlungsanlagen zur

Regenwasserbewirtschaftung bei der Einleitung

in Oberflächengewässer. Schnittstellen ermöglichen

das Einspielen von Umweltdaten sowie

den Export in LV Software und die Langzeitsimulation

mit STORM®.

RAUSIKKO DESIGN ist kostenlos verfügbar.

Neben den Video Tutorials unterstützt REHAU

bei der Bemessung der RAUSIKKO-Anlagen zur

Regenwasserbewirtschaftung und begleitet sowohl

die Planung als auch die Bauausführung.

Dabei steht Ihnen das REHAU Planungscenter

für alle Fragen rund ums Regenwassermanagement

zur Verfügung.

Erfahren Sie mehr über die Software RAUSIKKO

DESIGN: www.rehau.de/rausikko-design

WBW

Der Wasserwirtschaftsverband Baden-

Württemberg ist Interessensvertreter

für alle im Bereich der Wasserwirtschaft

tätigen Unternehmen, Ingenieurbüros,

Behörden, Gebietskörperschaften, Hochschulen

und Bildungseinrichtungen

sowie die Öffentlichkeit. Mitglieder des

WBW sind Fachleute und Interessenten

aus allen Bereichen der Wasserwirtschaft.

DER AUTOR

Dipl.-Ing. Matthias Weiß ist Vizepräsident

des Wasserwirtschaftsverbands

Baden-Württemberg e. V. (WBW).

Noch ist die Versorgung sichergestellt, zunehmende Hitze und Trockenheit

machen sich aber bemerkbar. Worum es aus Sicht der Wasserwirtschaft jetzt

gehen muss, erklärt Matthias Weiß am Beispiel Baden-Württemberg.

Verdorrte Maisfelder, rissige Böden,

vertrocknete Wälder, Niedrigstwasser

und trocken gefallene Gewässer,

Fischsterben, verringerte Kühlleistung

in Kraftwerken, versiegte Brunnen,

niedrige Grundwasserstände – und

vieles mehr im Sommer 2022: Das alles

zeichnet ein Bild dramatischer Veränderungen

im Wasserhaushalt.

Wasser galt bisher in Baden-Württemberg

nicht als knappe Ressource. Vom

durchschnittlichen jährlichen Wasserdargebot

aus Niederschlag und Zuflüssen

von rund 49 Milliarden m³/a wurden bislang

nur zehn Prozent für Trinkwasser

als Kühl- und Prozesswasser von Industrie

und Gewerbe sowie für die Bewässerung

landwirtschaftlicher Flächen genutzt.

Der Sommer 2022 war in Baden-Württemberg

mit 20,1 °C (1961 bis 1990:

16,2 °C) nach 2003 der zweitwärmste.

Die Niederschlagssumme im Sommer erreichte

nach vorläufigen Berechnungen

nur 190 l/m² (292 l/m²). Gemessen an den

anderen Bundesländern schaffte es Baden-Württemberg

dennoch auf Platz zwei

der nassesten Regionen (Deutscher Wetterdienst).

Das Jahr 2022 wird damit wieder

als Extremjahr in die Wetterstatistik

eingehen – und diese häufen sich signifikant

in den letzten 20 Jahren.

70 bis 75 Prozent des Trinkwassers

wird aus Grundwasser gewonnen. Hydrogeologisch

bedingt sind die Grundwasservorkommen

allerdings sehr unterschiedlich

verteilt. Nur in den Randbereichen

des Landes (Rheintal, Donauried)

Foto: Adobe Stock/Mikalai

Foto:REHAU

Nachhaltiges Komplettsystem: Mit RAUSIKKO wird anfallendes Niederschlagswasser unterirdisch

gesammelt und sicher abgeleitet.

Ein sicheres, nachhaltiges und wirtschaftliches

Regenwassermanagement entlastet die Kanalisation,

schützt die Umwelt – und hilft sparen.

Das ganzheitliche Portfolio von REHAU ist darauf

ausgelegt, Niederschlagswasser gereinigt in

den natürlichen Wasserkreislauf zurückzuführen.

Beginnend bei der temporären Rückhaltung

über die Reinigung bis hin zur anschließenden

kontrollierten Versickerung oder Ableitung des

anfallenden Niederschlagswassers, sobald der

Boden, ein Oberflächengewässer oder der

öffentliche Kanal wieder Wasser aufnehmen

kann. Mit RAUSIKKO Solution bietet der Polymerspezialist

ein nachhaltiges Komplettsystem,

das anfallende Niederschlagswasser unterirdisch

zu sammeln, von Fest- und Schadstoffen

zu reinigen und sicher vom Grundstück abzuleiten,

während die darüber liegenden Flächen

vollständig nutzbar bleiben.

Durch die richtige Planung, Dimensionierung

und Umsetzung können Systeme zum Regenwassermanagement

zukünftig noch besser auf

die Herausforderungen der Zukunft ausgerichtet

und Infrastruktureinrichtungen nachhaltig umgesetzt

werden. Mit der neuen RAUSIKKO

DESIGN Software können Sie aktiv die Zukunft

rund um den nachhaltigen Umgang mit Regenwasser

gestalten. Die Bemessungssoftware

punktet mit Anwenderfreundlichkeit, Planungssicherheit

und Konnektivität. Die innovative

Neuentwicklung vereint die Integration der bisherigen

Regelwerke in einem intuitiven grafi-

Über REHAU

REHAU Industries ist Teil der globalen REHAU

Group, die sich auf polymerbasierte Lösungen

spezialisiert hat. Mit ihren insgesamt mehr als

20.000 Mitarbeitenden erwirtschaftet die

Gruppe einen Jahresumsatz von über 4 Milliarden

Euro.

REHAU Industries SE & Co. KG

Rheniumhaus

Helmut-Wagner-Str. 1

95111 Rehau

Tel.: 09283 77-0

E-Mail: info@rehau.com

www.rehau.com

54 der gemeinderat 9/22


Umwelt & Verkehr

Wasser

Umwelt & Verkehr

ONLINE

KLIWA – Klimaveränderungen und

Wasserwirtschaft: www.kliwa.de

LUBW – Landesanstalt für Umwelt

Baden-Württemberg: www.lubw.de

DVGW – Deutscher Verein des Gas- und

Wasserfaches: www.dvgw.de

WBW – Wasserwirtschaftsverband

Baden-Württemberg: www.wbw-ev.de

Umweltministerium Baden-Württemberg:

um.baden-wuerttemberg.de

Rissige Böden, Niedrigstwasser, trocken

gefallene Gewässer: Die Folgen von Hitze

und Trockenheit zeichnen ein Bild dramatischer

Veränderungen im Wasserhaushalt,

so Matthias Weiß.

befinden sich ergiebige Grundwasservorkommen,

im Landesinnern sind sie deutlich

weniger ergiebig. Daher werden 25

bis 30 Prozent des Trinkwassers durch

Oberflächenwasser gedeckt (Bodensee,

Donau).

Noch hat die öffentliche Wasserversorgung

ihren Versorgungsauftrag gut erfüllen

können. Jedoch treten erste Einschränkungen

auf (kleinere Kommunen,

unter anderem Hochschwarzwald mit

versiegenden privaten Quellen).

WAS KOMMT AUF UNS ZU?

Die mit Klimamodellen zu prognostizierende

Steigerung der Temperaturen kann

abgeschätzt werden – schwieriger wird es

beim Niederschlagsgeschehen und der

Grundwasserneubildung für unseren

wichtigsten natürlichen Wasserspeicher.

Verlässliche und ausreichende Niederschläge

insbesondere während der Vegetationsruhe

in den Wintermonaten sind

Voraussetzung für die Grundwasserneubildung

– die geht allerdings deutlich

zurück! Für das Jahr 2050 wird im

Schnitt eine Grundwasserneubildung von

132 l/m² und Jahr (bzw. mm/a) prognostiziert,

was ein Drittel (-32 Prozent!) weniger

ist als im Mittel der Jahre 1991 bis

2020. Bereits seit 2002 sind in Baden-

Württemberg keine grundwasserneubildungsreichen

Jahre mehr zu verzeichnen.

Die Grundwasservorräte gehen zurück

oder stagnieren bestenfalls. Es ist daher

dringlich, die örtliche Versorgungssituation

zu überprüfen.

Die öffentliche Wasserversorgung ist

ein wesentlicher Beitrag zur Daseinsvorsorge

(auch für Krankenhäuser und Altersheime)

und steht in kommunaler Verantwortung

(§ 44 Wassergesetz Baden-

Württemberg). Über Auf- und Ausbau

sowie Betrieb der Wasserversorgung

muss vor Ort entschieden werden.

Bewährt hat sich in Baden-Württemberg

das dreigliedrige System aus örtlicher

Wasserversorgung, 169 regionalen

Gruppenwasserversorgungen und vier

Fernwasserversorgungen. Dazu gehören

Bodensee, Donauried/Donau, Talsperre

Kleine Kinzig, regionale Vorkommen des

Zweckverbands Wasserversorgung

Nordostwürttemberg – womit schon traditionell

ein Ausgleich zwischen Wassermangelgebieten

und Überschussgebieten

erfolgte. Auch diese Versorger werden

kommunal verantwortet.

Aufgrund des Klimawandels ergibt sich

auch ein höherer Wasserbedarf durch die

Beregnungsbedürftigkeit in der Landwirtschaft,

die als neuer Nutzer der Wasservorräte

hinzukommt. Zusammen mit

weiteren fachlichen Disziplinen und Bedürfnissen

nehmen konkurrierende Nutzungsansprüche

zu. Die Abwägung für

Entscheidungen wird nur gelingen, wenn

das Bewusstsein für den Wert unserer

wichtigsten Ressourcen gesteigert wird.

Der im Wasserhaushaltsgesetz bestehende

Vorrang für die öffentliche Wasserversorgung

muss weiter untermauert

werden.

pro Einwohner und Tag in den letzten

Jahren moderat angestiegen. In Spitzenzeiten

ist von einer Verdopplung des

Trinkwasserbedarfs auszugehen.

DARGEBOT

Die vorhandenen Bezugskapazitäten aus

eigenen Brunnen und Quellen sind hinsichtlich

ihrer aktuellen Leistungsfähigkeit

und der wasserrechtlichen Genehmigung

zu überprüfen. Bei Defiziten können

neue interne Verbundmöglichkeiten für

einen Ausgleich sorgen, die Reaktivierung

alter Gewinnungsanlagen geprüft oder

der Bau neuer Gewinnungsanlagen in die

Überlegungen einbezogen werden. Wenn

die eigenen Ressourcen nicht ausreichen,

sind bestehende regionale Verbundstrukturen

auf eine Erweiterung hin zu prüfen

oder Neuanschlüsse zu planen. Gleiches

gilt für Fernwasserbezüge. Jedoch auch

diese Versorger hatten und haben eine

hohe Auslastung.

QUALITÄT

In vielen Fällen wird es zu einer Mischwasserversorgung

kommen, die ergänzende

Aufbereitungsmaßnahmen nach

sich ziehen kann. Gleiches gilt, falls Rohwässer

mit einer qualitativen Belastung

zur Versorgung herangezogen werden

sollen.

WASSERRECHTE

Wasserrechte und Bezugsrechte sollten

flexibel und ausreichend gestaltet

werden.

KONTINUIERLICHES MONITORING

Es ist anzustreben, das nutzbare Wasserdargebot

über Bilanzmodelle den Entnahmen

aller Nutzergruppen gegenüberzustellen

und in einem Echtzeitmonitoring

zu überwachen. Das Monitoring wird

schon heute durch die staatliche Wasserwirtschaftsverwaltung

unterstützt. Es

sind bereits einige Versorger (zum Beispiel

in Hessen) dazu übergegangen, die

Versorgungssituation ihren Kunden über

ein Ampelsystem aktuell anzuzeigen und

in den Stufen Gelb und Rot aktiv zu Wassersparmaßnahmen

(zum Beispiel keine

Poolbefüllung) aufzufordern oder zu verpflichten.

BETRIEBSOPTIMIERUNG

Hierzu zählen die Überprüfung der Funktion

und Größe der Speicheranlagen oder

die Minimierung von Wasserverlusten.

Aus Gründen der Betriebssicherheit sind

Redundanzen zu berücksichtigen.

MASTERPLAN WASSERVERSORGUNG

Mit der Umsetzung des Masterplans Wasserversorgung

(2021) in den ersten zehn

Land- und Stadtkreisen unterstützt das

Land Baden-Württemberg mit einer detaillierten

Erhebung der Versorgungsstrukturen

die Überprüfung. Hieraus

sollen Handlungsoptionen zur Verbesserung

der Versorgungssituation kommunenscharf

abgeleitet werden.

FINANZIERUNG

Die Investitionen für resultierende Maßnahmen

werden häufig aufwändig sein

– zum Beispiel Leitungsbau, Brunnenbau,

zusätzlicher Speicherraum. Die Landesförderung

für den Ausbau der wasserwirtschaftlichen

Infrastruktur sollte deshalb

entsprechend angepasst werden.


Matthias Weiß

WASSERBEDARF

Der Anspruch an den Wasserbedarf in

einem Wasserversorgungsgebiet kann

umso genauer definiert werden, je besser

die Bedürfnisse der unterschiedlichen

Nutzergruppen aus der Vergangenheit

bekannt sind oder zukünftig prognostiziert

werden (Haushalte, Gewerbe, Industrie,

Landwirtschaft, Veränderung von

Siedlungsstrukturen, des demografischen

Wandels, Klimawandel). Der mittlere spezifische

Trinkwasserbedarf pro Einwohner

und Jahr ist mit derzeit rund 129 Liter

Foto: Adobe Stock/Scheidle-Design

56 der gemeinderat 9/22


HOCHWASSER

Anzeige

Advertorial

die statistische Eintretenswahrscheinlichkeit

von Hochwasser größer, so dass

in zehn Jahren ein heutiges HQ100 eventuell

ein HQ25 sein wird.

Lesen Sie den

ganzen Text auf

www.treffpunktkommune.de

Mobiler Deichschutz als Alternative zu Sandsäcken: Er kann erhöht werden, wenn noch mehr Wasser

kommt – er darf und kann aber überlaufen und bietet auch dann noch Schutz.

Schutzsysteme

Schnell aufgebaut

Starkregenereignissen nehmen zu, Vorwarnzeiten sind kurz – und Sandsäcke

helfen nur bedingt, so Walter Wagenhuber: Sie brauchen zu viel Zeit, zu viel

Logistik, zu viel Personal. Der Hochwasserexperte stellt Alternativen vor.

Allein für 100 Meter Sandsackwall

braucht es eine stundenlange Vorbereitungs-

und Aufbauzeit mit

viel Logistik und Personaleinsatz. Dafür

sind zahlreiche Fragen zu klären: Gibt es

im Ernstfall sofort genügend Helfer? Gibt

es genug Logistik, um die Sandsäcke zu

befüllen, zu transportieren, zu verbauen?

Sind die Sandsäcke, die man eingelagert

hat, noch einsatzfähig?

Den verschiedenen Arten von Sandsäcken

ist eine begrenzte Lagerhaltbarkeit

gemeinsam, und in der Regel werden sie

nur einmal verwendet. Zudem kommen

die meisten Sandsäcke aus Asien und sind

mit Pestiziden stark belastet. Bereits gefüllte

Säcke, die etwas schneller einsatzfähig

sind, verrotten im Lager schnell.

Eine Alternative sind Sandsackersatzsysteme,

die 25 Jahre ohne Ersatzbeschaffungskosten

einsatzfähig und nur mit

minimalen Aufbaukosten verbunden

sind. Ihre Vorteile:

_ Sie sind um ein Vielfaches schneller

errichtet als ein Sandsackwall, mit

wenigen Helfenden.

_ Sie sind günstiger als Sandsäcke –

unter der Voraussetzung, dass die

Personal-, Logistik-, Entsorgungs- und

Wiederbeschaffungskosten für Sandsackwälle

mitberechnet und der längeren

Nutzungsdauer der Ersatzsysteme

gegenübergestellt werden. Sehr

robuste Sandsackersatzsysteme werden

bis zu 25 Jahre ohne Ersatzbeschaffungen

100-fach immer wieder

eingesetzt.

_ Sie sind sicherer im Einsatz als

Sandsäcke.

_ Sie sind erheblich gesünder für die

Einsatzkräfte, denn Sandsäcke sind

schwer (rund 20kg).

Der wichtigste Aspekt bei der Systemwahl

ist die Standsicherheit des Sandsackersatzsystems.

Denn das BWK-Merkblatt 6

fordert eine Überströmbarkeit von mobilen

Hochwasserschutz-Systemen.

Der Grund dafür: Es ist gesellschaftlicher

Konsens, dass Hochwasserschutz

nicht flächendeckend für ein größtmögliches

Hochwasser (HQ extrem) ausgelegt

wird. Das wäre zu teuer und würde vielerorts

meterhohe Deiche und Betonmauern

zur Folge haben. Bei zunehmenden

Starkregenhäufigkeiten wird außerdem

Foto: Mobildeich GmbH

ENTSCHEIDEND IST DIE STANDSICHERHEIT

– SELBST BEI ÜBERSTRÖMUNG

Mobiler Hochwasserschutz wird in der

Regel für ein HQ100 oder noch häufigeres

Ereignis bemessen. Das bedeutet, dass

der vorgesorgte Hochwasserschutz im

Verlauf eines extremen Hochwassers zu

klein ausgelegt ist und den Überflutungszeitpunkt

zwar verzögern kann, aber irgendwann

überlastet sein wird. Dann

muss das System ohne aufwändige Hilfsmaßnahmen

unbedingt lagesicher bleiben

– auch bei Überströmung! Eine sichere

Überströmung bedeutet ein zunächst

langsames Fluten des geschützten

Bereiches.

Wird ein nicht-überströmbares System

dagegen über die (hoffentlich bekannte)

Belastungsgrenze hinaus eingestaut,

kann es gefährlich werden. Das Überschreiten

der Belastungsgrenze führt zu

einem plötzlichen Versagen des Systems

durch Aufschwimmen oder Umkippen

bzw. Kollabieren. Dabei versagt schlagartig

ein mittlerer bis großer Bereich der

Schutzlinie, und das aufgestaute Flutwasser

schießt in einer Flutwelle durch

den geschützten Bereich.

Schon ab einer Stauhöhe von 60 Zentimetern

ist diese Flutwelle lebensgefährlich.

Sie kann größere Schäden verursachen,

als auftreten würden, wenn kein

Hochwasserschutz aufgebaut worden

wäre.

Wichtig ist also: Alle Sandsackersatzsysteme

sind schneller im Aufbau als

Sandsackwälle. Für die Sicherheit von

Einsatzkräften und Bevölkerung sollte

man im Detail prüfen, welches System

geeignet ist. Am besten ist es, sich bei den

Einsatzstellen beraten zu lassen.


Walter Wagenhuber

DER AUTOR

Dr.-Ing. Walter Wagenhuber ist Geschäftsführer

der Mobildeich GmbH.

Grafik: HPC

Der Ausschnitt einer Gefahrenkarte mit Fließgeschwindigkeiten und Überflutungstiefen.

Risiken analysieren und vorbeugen

Überflutungen ganzer Orte, Schlammlawinen und Gefahr für Leib und Leben. Die zerstörerische

Kraft des Wassers durch Starkregen wird uns immer wieder vor Augen geführt. Im Großen – im

Ahrtal 2021 und im Kleinen – in Bayern im August dieses Jahres. Regen lässt sich nicht aufhalten.

Jedoch kann man die spezifischen Risiken evaluieren und geeignete Maßnahmen identifizieren,

um die Folgen abzuschwächen.

HPC unterstützt Kommunen und Eigentümer

mit der geeigneten Herangehensweise, die

Starkregengefahr einzustufen.

In einem ersten Schritt hilft eine Fließweganalyse,

mögliche Gefahrenpunkte zu erkennen. Bei

der Fließweganalyse werden auf Basis hochauflösender

digitaler Geländemodelle (1x1 Meter-

Raster) Abflussbahnen berechnet. Unser Abflussmodellierer-Tean

berücksichtigt neben Niederschlagsmengen

unter anderem auch die

Bodenversiegelung. So werd Straßen als bevorzugte

Fließwege und vermeintliche Durchlässe

als Engpässe identifiziert werden, deren Drainagefunktion

durch die Wassermassen überlastet

werden (Foto rechts). Neben Worst-Case-

Betrachtungen können auch Szenarien für

starke Regenereignisse abgebildet werden, die

nicht sofort in einer Katastrophe enden.

In einem zweiten Schritt werden durch umfangreiche

dynamische Modelle detaillierte

Starkregenrisikoanalysen erstellt. Diese betrachten

zeitabhängige Überflutungsflächen,

Überflutungshöhen und Fließgeschwindigkeiten

für verschiedene Starkregenszenarien. Die vorliegenden

Modelle müssen hierzu bei Bedarf

durch Vermessungen oder Erfassung von Durchlässen

den Gegebenheiten vor Ort angepasst

werden.

Die Ergebnisse der Modelle können anschließend

in Gefahren- und Risikokarten dargestellt

werden (Grafik oben). Letztlich werden in einem

dritten Schritt gefährdete Orte weiter betrachtet

und geeignete Gegenmaßnahmen zur Minderung

des Überflutungsrisikos abgeleitet. Beispielsweise

können verbesserte Rückstaubereiche,

Rückhaltevolumina im Einzugsgebiet oder

die gezielte Ableitung von Sturzfluten die zerstörerischen

Folgen von Starkregenereignissen abschwächen.

Der Erfolg der Gegenmaßnahmen

wird vor der Umsetzung anhand der Modelle

überprüft.

Zusätzlich zur technischen Bewertung des

Starkregenrisikos berät das interdisziplinäre

Team der HPC auch Rettungskräfte wie Feuerwehren

und THW. Dank der ermittelten Ergebnisse

können Evakuierungspläne und –szenarien

erarbeitet bzw. optimiert werden.

Wenn Sie sich zu diesem Thema weiter informieren

möchten, laden wir Sie ein, unsere

Website zu besuchen oder an unserem kostenlosen

Webinar am Mittwoch, 19. Oktober, von

14 – 15 Uhr teilzunehmen. Informationen hierzu

und das Anmeldeformular finden Sie unter

www.hpc.ag/starkregen.

HPC AG

Nördlinger Straße 16

86655 Harburg/Schwaben

Tel.: 09080 999-0

E-Mail: starkregen@hpc.ag

www.hpc.ag/starkregen

58 der gemeinderat 9/22


Umwelt & Verkehr

HOCHWASSER

Umwelt & Verkehr

Beide Phänomene müssen zusammengedacht

werden, so Stefan Bröker: Im

Sommer 2021 war zu viel Wasser das

Problem, 2022 erreichte die Ahr wegen

Trockenheit kaum noch den Rhein.

DER AUTOR

Diplom-Volkswirt Stefan Bröker ist Pressesprecher

der DWA Deutsche Vereinigung

für Wasserwirtschaft, Abwasser

und Abfall.

Wasserwirtschaft

Jetzt (re-) agieren

Starkregen und Hochwasser, aber auch Trockenheit und Dürre sind Folgen des

Klimawandels. Eine intelligente wasserwirtschaftliche Anpassung ist möglich,

sollte aber unbedingt jetzt beginnen, so DWA-Pressesprecher Stefan Bröker.

Die Jahresniederschläge werden sich

in den meisten Regionen Deutschlands

nicht verändern, da sind sich

die meisten Studien einig. Die Sommer

werden aber – meistens! – deutlich trockener,

die Winter dafür nasser. Die Folge: Die

Gefahr von Überflutungen durch Hochwasser

oder Starkregen nehmen zu, gleichzeitig

drohen aber auch langanhaltende

Trockenphasen mit Wassermangel.

Im Fokus steht vor allem der Wasserrückhalt

vor Ort. Dies ist die gute Nachricht:

Die Wasserwirtschaft verfügt über

ein breites Spektrum von Maßnahmen, die

gleichzeitig die Gefahr vor Überflutungen

mindern und Wasser für Trockenphasen

vorhalten. Diese Maßnahmen müssen nur

flächendeckend umgesetzt werden. Dabei

sind alle gefordert: Wasserwirtschaft, Politik

sowie Bürgerinnen und Bürger.

Zum Beispiel die Ahr: Kaum etwas verdeutlicht

die Spannbreite der wasserwirtschaftlichen

Extremereignisse wie sie.

Sommer 2021: Jahrhunderthochwasser

mit katastrophalen Folgen und Rekordwerten

bei Abfluss und Pegelständen.

Sommer 2022: Die Ahr erreicht aufgrund

der anhaltenden Trockenheit kaum noch

den Rhein, sondern versickert bereits vor

der Mündung. Hochwasser/Starkregen

sowie Dürre/Trockenheit: Das sind die

zwei Seiten der Medaille Klimawandel.

Es gilt, jetzt zu handeln. Maßnahmen

zur Überflutungsvorsorge und zur Wasserressourcensicherung

müssen zeitnah

eingeleitet werden – eine flächendeckende

Umsetzung benötigt viel Zeit. Nicht nur

Geld ist knapp, es fehlen auch Fachkräfte

und vor allem dringend benötigte Flächen.

Nach wie vor gelten die Beschaffung von

Flächen für den Hochwasserschutz oder

die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie

– auch sie dient mit der Renaturierung

von Gewässern der Hochwasservorsorge

– als die größten Probleme.

Im Fokus der wasserwirtschaftlichen

Klimaanpassung steht vor allem der Wasserrückhalt

mit dem Ziel eines natürlichen

Wasserhaushalts. Notwendig ist ein stärkerer

Wasserrückhalt in Böden, vor allem

durch Wiedervernässung und den Schutz

von Mooren. Notwendig sind auch die

Ausrichtung der Flächennutzung am Wasserhaushalt

sowie abflussbremsende und

versickerungsfördernde Maßnahmen. Wo

es erforderlich ist, darf auch der Auf- und

Ausbau von Wasserspeichern, wie beispielsweise

Talsperren, kein Tabu sein. Sie

sind Multifunktionsanlagen und dienen

unter anderem sich grundsätzlich gegenüberstehenden

Zielen: dem Freihalten von

Kapazitäten für den Hochwasserschutz

und dem Vorhalten von Wasser für die Versorgungssicherheit.

Diese Ziele müssen angemessen abgewogen

und transparent kommuniziert

werden. Regional muss aber auch ein zielgerichteter

Aus- und Neubau gefördert

werden, dies gilt ebenso für überregionale

Verbundsysteme.

Im urbanen Raum muss das Prinzip

Schwammstadt konsequent umgesetzt

Foto: Adobe Stock/Christian

werden. Eine blau-grüne Infrastruktur

trägt mit Wasser und Stadtgrün maßgeblich

zur aktiven Klimafolgenanpassung

durch Überflutungsvorsorge, Hitzeanpassung

sowie integriertem Regenwasserund

Ressourcenmanagement bei. Gründächer

speichern Wasser und geben es

zeitversetzt wieder ab. Abflüsse werden

so insbesondere bei Starkregenereignissen

vermindert, gleichzeitig steht das

Wasser anschließend in der Stadt zur Verfügung.

Gleiches gilt für Versickerungsflächen.

Für extreme Starkregen müssen

multifunktionale Retentionsflächen zur

Verfügung stehen. Öffentlicher Raum, der

im Starkregenfall als Zwischenspeicher

genutzt werden kann, ansonsten aber für

andere Nutzungen zur Verfügung steht.

Spiel- und Sportplätze sind hierfür hervorragende

Beispiele.

Klimaanpassung kostet Geld, auch in

der Wasserwirtschaft – aber die Kosten

extremer Wetterereignisse sind deutlich

höher. Das Forschungsinstitut Prognos

beziffert diese Schäden in einer aktuellen

Studie im Auftrag der Bundesministerien

für Wirtschaft und Umwelt für den Zeitraum

2018 bis 2021 auf 80 Milliarden

Euro. Allein auf die Flutkatastrophe 2021

entfallen 40 Milliarden. Aber auch die

trockenen Sommer 2018 und 2019 schlagen

mit Hitze- und Dürreschäden in einer

Gesamthöhe von 35 Milliarden zu Buche.

Seit dem Jahr 2000 belaufen sich die

durchschnittlichen jährlichen Schäden

durch extreme Wetterereignisse auf gut

6,6 Milliarden, Tendenz deutlich steigend.

Schäden durch klimatische Extremereignisse

lassen sich nie ganz verhindern,

Überflutungen auch durch eine Vielzahl

an Maßnahmen nie ganz vermeiden.

Durch eine intelligente wasserwirtschaftliche

Anpassung an den Klimawandel

können die Folgen von Starkregen und

Trockenheit aber deutlich minimiert werden.

Das ist unsere gemeinsame Aufgabe.


Stefan Bröker

60 der gemeinderat 9/22


Technik & Innovation

Digitale Kommune

Technik & Innovation

DAS CYBERHILFSWERK

Damit Kommunen und öffentliche

Unternehmen bei Cyber-Schadenslagen

schnell reagieren können, strebt die

AG Kritis die Gründung eines Cyber-

Hilfswerks (CHW) an. Die dafür notwendigen

Maßnahmen wurden im „Konzept

zur Steigerung der Bewältigungskapazitäten

in Cyber-Großschadenslagen“

festgelegt.

https://ag.kritis.info/chw-konzept/

DER AUTOR

Manuel Atug ist Gründer und Sprecher

der unabhängigen Arbeitsgruppe

Kritische Infrastrukturen (AG Kritis).

IT-Sicherheit

Digitale Ersthelfer

Die Bedrohung durch Hackerangriffe und Ransomware wird weiter zunehmen –

und die Frage, wie Kommunen ihre Infrastrukturen schützen können, wird immer

drängender. Eine Antwort könnten Cyberhilfswerke mit ehrenamtlicher

Unterstützung sein. In Sachsen-Anhalt soll demnächst ein Pilotprojekt starten.

Ransomware-Angriffe auf Kommunen,

also Lösegelderpressungen

nach erfolgter Verschlüsselung der

Daten, werden mit großer Wahrscheinlichkeit

in Zukunft weiter zunehmen. Inzwischen

werden nicht nur die Daten

verschlüsselt, sondern auch die Backups

vorher vernichtet oder mitverschlüsselt.

Als wäre das nicht genug, werden die

Daten vorher abgegriffen – und wenn eine

Kommune nicht zahlen möchte, wird gedroht,

die abgegriffenen Daten der betroffenen

Bürgerinnen und Bürger zu veröffentlichen.

Immer wieder tauchen dann

mehrere hundert Megabyte an vertraulichen

Daten im Internet auf.

Kommunen können sich – ebenso wie

Wirtschaftsunternehmen – nicht vollständig

vor Cyberangriffen schützen.

Allerdings geht es bei ihnen um personenbezogene

und teilweise hoheitliche

Daten der Bürgerschaft, deren Schutzanspruch

sehr hoch ist. Aus diesem

Grund sollten sich Städte und Gemeinden

mit den Ländern und dem Bund zusammentun.

Foto: Adobe Stock/Gorodenkoff

Gefahr aus dem Netz: Städte,

Gemeinden und Landkreise

müssen die hochsensiblen Daten

ihrer Bürgerinnen und Bürger

vor Cyberkriminellen schützen.

Es braucht Ausbildungs- und Schulungskonzepte

für alle kommunalen Mitarbeitenden

und auch die Führungsebenen,

mit deren Hilfe eine nachhaltige Digitalisierung

gelingen kann. Dazu muss

Medienkompetenz vermittelt werden, aber

auch IT-Sicherheit, Programmierkenntnisse,

Algorithmen und Datenstrukturen

gehören dazu. Ohne diese Basiskompetenz

können Kommunen nicht IT-Sicherheit leben.

Denn sie ist kein Produkt – man muss

sie vielmehr in Form von strukturierten

Prozessen leben, insbesondere die nachhaltige

Form, die den kommenden Generationen

keine Technologieschulden vererbt.

Das geht nur durch (Aus-) Bildung.

Hier sollten alle Beteiligten an einem

Strang ziehen. Zwar werden Miesepeter

einwenden: „Wenn sie gut ausgebildet

sind, wechseln die Arbeitskräfte doch

alle in die Wirtschaft und sind weg.“ Es

mag sein, dass einige gehen werden –

doch dann bildet man eben die Nachfolgenden

konsequent neu aus. Zudem bleiben

diejenigen, die in die Wirtschaft

wechseln, meist bei einem Arbeitgeber in

der Kommune – was das Stadtsäckchen

auch auffüllt, so dass wieder Geld für

Bildung da ist.

EHRENAMTLICH EINGESETZTES

CYBERWISSEN KANN UNTERSTÜTZEN

Langfristig muss die Bildungspolitik der

Bundesrepublik insgesamt so konzipiert

sein, dass wir im aktuellen Informationszeitalter

zu digitaler Kompetenz befähigen.

Hilfe für Kommunen gibt es bei den

Ländern sowie beim Bundesamt für Sicherheit

in der Informationstechnik (BSI).

Meist allerdings werden Kommunen alleingelassen.

Das ist ein unschönes strukturelles

Defizit, das behoben werden

sollte. Datenpakete aus einem globalen

Internet machen schließlich keinen Halt

an kommunalen Grenzen.

Anzeige

Advertorial

Anzeige

Advertorial

Ist das Onlinezugangsgesetz noch realisierbar?

Die smarte Sitzbank für das Informationszeitalter

Serviceportale können vollständig und medienbruchfrei mit „enaio“ verknüpft werden.

Die Zielsetzung des Onlinezugangsgesetzes

ist klar definiert: 600 Verwaltungsleistungen

sollen bis Ende 2022 von den öffentlichen

Verwaltungen realisiert werden. Dieses Vorhaben

hat sich bisher als Utopie herausgestellt,

sodass der IT-Planungsrat den OZG-Booster

und OZG 2.0 eingeführt hat.

Mit dem OZG-Booster sollen insgesamt 35 der

„Einer-für-Alle“-Leistungen digital bis Ende

2022 dargestellt werden. Das OZG 2.0 gilt als

verlängerter Arm des OZG, um sich den 600 digitalen

Verwaltungsdienstleistungen zu nähern.

Für den öffentlichen Sektor bedeutet dies

Digitalisierungsprozesse zu schaffen. Daher

ist ein Dokumentenmanagementsystem wie

„enaio“ essenziell. Hochgeladene Dateien müssen

in das verwaltungsinterne DMS übertragen

werden. Für eine ganzheitliche Digitalisierung ist

die medienbruchfreie Arbeit wichtig, da die Mitarbeitenden

direkt aus dem DMS mit den Antragstellenden

kommunizieren können.

Foto: OPTIMAL SYSTEMS

Backend-Lösung für das OZG 2.0 und den

OZG-Booster

Der digitale Dialog gelingt nur, wenn Prozesse

effizienter und digital gestaltet werden. Ein Unternehmen

stellt einen Antrag über das Web.

Dieser gelangt in den OZG-Server. Falls die

Sachbearbeitung den Antrag ausdruckt, widerspricht

dies der Zielsetzung des OZG. Der digitale

Weg geht heute anders: Mit „enaio“ findet

der Antrag seinen Weg in die elektronische Akte.

OPTIMAL SYSTEMS

Vertriebsgesellschaft mbH Hannover

Wöhlerstraße 42

30163 Hannover

E-Mail: hannover@optimal-systems.de

www.optimal-systems.de

Foto: messWERK GmbH

Natürlich kann man auf der ibench ausgezeichnet

sitzen, aber dieses innovative Outdoor-Möbel

kann noch mehr. Das in Deutschland

entwickelte, variable Konzept ermöglicht

die Anpassung und Ausstattung mit vielen

technischen, akustischen und optischen Finessen.

Die ibench bietet den schnellen, aber

unkomplizierten Einstieg in die Digitalisierung

von Städten und Gemeinden.

An der ibench lassen sich auch E-Bikes

aufladen.

Mit der ibench müssen Sie sich keine Gedanken

um die Erschließung des Aufstellortes machen.

Durch die in die Sitzfläche integrierten, leistungsfähigen

Solarmodule versorgt sich die Sitzbank

völlig autark. Stellen Sie die ibench einfach

an einen sonnenbeschienenen Platz, wo

Sie sich eine Sitzgelegenheit mit Ambientbeleuchtung

und Handy-Ladestation wünschen.

Multi-Ladestation

Mit der ibench ermöglichen Sie es den Benutzern,

ihre elektronischen Geräte einfach und bequem

zu laden. Zwei USB-Ladebuchsen stehen

ebenso zur Verfügung wie zwei QI-Ladeflächen

für das kabellose Laden. Auch für die neue Mobilität

mit E-Bike und E-Scooter bietet die

ibench Lademöglichkeiten, während der Nutzer

zu einer kurzen Verweilpause eingeladen ist.

Die neue ibench ist ein wahres Konnektivitätswunder.

Stellen Sie Ihren Besuchern kostenfrei

Internet per WLAN-Hotspot zur Verfügung.

Ermöglichen Sie Musikwiedergabe über integrierte

Körperschallwandler per Bluetooth in Stereoqualität

oder erfassen Sie Umweltdaten, die

Sie schon immer haben wollten.

Nutzen Sie Ihre neue Stadtmöblierung multifunktional.

Mit der ibench bekommen Sie eine

Sitzbank, die nicht nur modern aussieht sondern

mit durchdachten Features wie LED-Downlight

und seitlichem Monitor Akzente für die

Wahrnehmung Ihres öffentlichen Raumes setzt.

Beleuchtete Stadtmöbel geben Besuchern ein

Gefühl von Sicherheit. Zugleich betonen Sie gewünschte

Aufenthaltsorte durch den Einsatz von

Leuchtelementen.

messWERK GmbH

Fahrstraße 2

75181 Pforzheim

Tel.: 07231 42 50 420

Fax: 07231 42 50 429

E-Mail: info@messwerk.biz

www.ibench.eu


Digitale Kommune

Damit Hacker nicht Kommunen lahmlegen: Wichtig ist die digitale (Aus-) Bildung der Mitarbeitenden,

betont Sicherheitsexperte Manuel Atug. Ebenso empfiehlt er das Cyberhilfswerk.

Das Cyberhilfswerk (CHW) der unabhängigen

Arbeitsgruppe Kritische Infrastrukturen

(AG Kritis) ist eine Methode,

um die Kompetenzen der Bevölkerung

ehrenamtlich einzusetzen – ähnlich wie

es beim Technischen Hilfswerk (THW)

der Fall ist.

Das Ziel: Bei zukünftigen Cyber-physischen

Vorfällen und Gefahren gegenüber

kritischen Infrastrukturen sollen

Ehrenamtliche – als digitale Ersthelferinnen

und Ersthelfer – im Amtshilfeverfahren

den Kommunen Hilfestellung und

Bevölkerungsschutz geben. Denn das

Wissen in jeder Kommune separat vorzuhalten,

ist weder sinnvoll noch realisierbar.

MIT VEREINTEN KRÄFTEN HOCHSENSIBLE

DATEN SCHÜTZEN

Foto: Adobe Stock/tippapatt

Das Land Sachsen-Anhalt möchte dieses

Jahr ein CHW als Pilotprojekt starten – die

Planung läuft bereits, und auch das Technische

Hilsfwerk ist mit einer Methodikentwicklung

beschäftigt. Das Cyberhilfswerk

der AG Kritis hat inzwischen im

Koalitionsvertrag Berücksichtigung gefunden,

da mehr und mehr der Sinn verstanden

und die Notwendigkeit eingesehen

wird.

Wesentlich für den Aufbau eines Cyberhilfswerks

ist es, die Szenarien und

daraus abgeleitet die Aufgabenstellungen

für die Ehrenamtlichen zu definieren,

damit die Tätigkeiten klar sind. Zudem

sollte man das Ganze idealerweise nur

unter Amtshilfeverfahren betreiben, damit

das CHW nicht der vergünstigte Arm

der Einsparmaßnahmen in den IT-Sicherheitsbereichen

der betroffenen Kommunen

wird.

Eine andere Idee zum Schutz der IT-Sicherheit

ist die Einrichtung kommunaler

Computer Emergency Response Teams

(CERT). Auch hier halten die Kommunen

nicht einzeln, sondern beispielsweise

landes- oder bundesweit IT-Sicherheitsexpertinnen

und -experten für Vorfallbehandlung

und Incident Response vor.

Sie können zentralistisch agieren und

denken. So können sie alle Kommunen

vor Cybergefahren schützen oder nach

Vorfällen zur Hilfe eilen, getreu dem

Motto: „sharing is caring“ – gemeinsam

geht es besser. Manuel Atug

TECHNISCHES

OBJEKTMANAGEMENT

TECHNISCHES

OBJEKTMANAGEMENT

TECHNISCHES

OBJEKTMANAGEMENT

SOFTWARE

SOFTWARE

FÜR SOFTWARE INSTANDHALTUNG,

FÜR WARTUNG INSTANDHALTUNG,

FÜR INSTANDHALTUNG,

UND

WARTUNG FACILITY UND

WARTUNG MANAGEMENT

UND

FACILITY MANAGEMENT

DIE

FACILITY MANAGEMENT

TOMapp DIE

TOMapp

DIE

Unterstützung TOMapp am

Unterstützung Ort des Geschehens

Gesche-

am

Unterstützung Ort des

am

Ort des hens

Geschehens

MIT TOM DEM STEIGENDEN

ANSPRUCH MIT TOM DEM IM STEIGENDEN

FM BEGEGNEN.

ANSPRUCH IM FM BEGEGNEN.

Ihr digitaler Wartungsplaner, der Sie rechtzeitig an Prüf- und Wartungsintervalle

Ihr digitaler Wartungsplaner, der Sie rechtzeitig an Prüf- und Wartungs-

Ihr digitaler erinnert Wartungsplaner, und alle Aufgaben der Sie rechtzeitig der Facility an Manager Prüf- und effektiv

Wartungsintervalle

erinnert und alle Aufgaben der Facility Manager effektiv

intervalle

einplant. Optimal

erinnert

abgestimmt

und alle Aufgaben

dank leistungsstarkem

der Facility Manager

Kernmodul

effektiv

einplant.

und um fangreichen

Optimal abgestimmt

optionalen

dank

Zusatzmodulen.

leistungsstarkem Kernmodul

einplant. Optimal abgestimmt dank leistungsstarkem Kernmodul

und um fangreichen optionalen Zusatzmodulen.

und um fangreichen optionalen Zusatzmodulen.

„Ich bin zwar Einzelgänger.

Aber ich will nicht

der Einzige sein.“

Hilf dem Schneeleoparden mit deiner Spende:

wwf.de/wilderei

Die letzten Schneeleoparden werden aus ihrem Lebensraum vertrieben und für ihr Fell

getötet. Der WWF schlichtet Konflikte und bekämpft Wilderei. Hilf mit deiner Spende.

WWF-Spendenkonto: IBAN DE06 5502 0500 0222 2222 22, Bank für

Sozialwirtschaft.

IT

OT

Jetzt mehr erfahren:

Jetzt www.tom-instandhaltungssoftware.de

mehr erfahren:

Jetzt mehr erfahren:

www.tom-instandhaltungssoftware.de


Technik & Innovation

Digitale Kommune

Technik & Innovation

ZUM NACHLESEN

BREKO Marktanalyse 2022:

Schnelles Internet

Es geht voran

Glasfaser für alle bis 2030: Das ist das Ziel der Bundesregierung. Den aktuellen

Ausbau- und Entwicklungsstand hat der Bundesverband Breitbandkommunikation

(BREKO) in seiner Marktanalyse 2022 aufgearbeitet.

Die Ergebnisse: Der Anteil der Glasfaseranschlüsse

(„Homes Passed“)

im Verhältnis zur Gesamtzahl aller

Haushalte und Unternehmen („Glasfaserquote“)

ist bis Juni 2022 auf 26 Prozent

gestiegen. Das entspreche einem

Zuwachs von 4,4 Millionen auf insgesamt

12,7 Millionen Glasfaseranschlüsse

deutschlandweit im Vergleich zum Ende

des Jares 2020. Den größten Teil dieser

Anschlüsse realisieren mit 8,8 Millionen

und 71 Prozent die alternativen Netzbetreiber,

also die Wettbewerber der Deutschen

Telekom. Mit seinem Wachstum an

Glasfaseranschlüssen liege Deutschland

europaweit auf dem dritten Platz hinter

Frankreich und Großbritannien.

Entsprechend fällt die Zwischenbilanz

von Studienleiter Prof. Dr. Jens Böcker

aus: „Ich freue mich, einen positiven

Überblick zum Glasfaserausbau in

Deutschland geben zu können, dessen

Fortschritt für die Digitalisierung und

damit auch für den Klima- und Umweltschutz

von größter Bedeutung ist. Mit 4,4

Millionen neuen (Homes Passed) Glasfaseranschlüssen

seit Ende 2020 haben die

Netzbetreiber im Jahr 2021 und in der

Foto: Adobe Stock/m.mphoto

Laut Marktanalyse hat inzwischen jeder vierte Haushalt in Deutschland Zugang zum Glasfasernetz

– und die Nachfrage steige.

ersten Hälfte des Jahres 2022 das Ausbautempo

forciert.“

Die Investitionen in die digitale Infrastruktur

seien im Jahr 2021 auf insgesamt

elf Milliarden Euro und damit wiederholt

auf Rekordniveau gestiegen. Hier dominieren

ebenfalls die alternativen Netzbetreiber.

Ihre Investitionen in Höhe von 6,5

Milliarden entsprechen 59 Prozent des

gesamten Investitionsvolumens.

Die Prognose für den weiteren Ausbau

sei zwar grundsätzlich positiv, bleibe allerdings

risikobehaftet. Für das Jahr 2025,

für das die Bunderegierung das Ziel ausgegeben

hat, 50 Prozent der Haushalte und

Unternehmen mit Glasfaser zu versorgen,

prognostiziert die BREKO Marktanalyse

2022 eine Abdeckung von 40 bis 53 Prozent.

Wie das Ergebnis letztendlich ausfällt,

hänge allerdings mehr denn je von

den politischen Rahmenbedingungen und

der schwer abschätzbaren Entwicklung im

Zusammenhang mit dem Krieg Russlands

in der Ukraine ab.

Dazu BREKO-Präsident Norbert Westfal:

„Durch die weltpolitische Lage ist die

aktuelle Situation schwierig, und das betrifft

auch die am Glasfaserausbau beteiligten

Unternehmen. Preissteigerungen,

Lieferengpässe und Fachkräftemangel

sind deutlich spürbar. Wir haben die

Chance, die sehr ambitionierten Ziele der

Bundesregierung bis 2025 und 2030 zu

erreichen. Dafür brauchen wir aber die

Unterstützung von der Politik in Bund,

Ländern und Kommunen, um gemeinsam

die Voraussetzungen für einen

schnellen Ausbau zu schaffen und bestehende

Hürden gezielt und schnell abzubauen.“

Der größte Hebel bleibe die

Gestaltung einer staatlichen Förderung,

die den eigenwirtschaftlichen Ausbau

sinnvoll ergänze und nicht behindere.

„Fördermaßnahmen dürfen auch zukünftig

nur dort erfolgen, wo keine Wirtschaftlichkeit

für einen Ausbau besteht“,

so Westfal. „Wir setzen weiter große Erwartungen

in die von der Bundesregierung

beauftragte Potenzialanalyse. Darüber

hinaus steht auch die Beschleunigung und

Digitalisierung der Genehmigungsverfahren

weiter ganz oben auf der Prioritätenliste.

Die Politik muss jetzt ihr Versprechen

einlösen, die Verwaltung in Deutschland

umfassend zu digitalisieren. Die Faxgeräte

in den Ämtern müssen endlich der Vergangenheit

angehören.“

Red.

Das perfekte Duo für die Gremienarbeit

Sitzungsdienst und Ratsinformation von regisafe

Bereits bei 400 Verwaltungen deutschlandweit im Einsatz: Entscheiden auch Sie sich für das unschlagbare Duo aus

Sitzungsdienst und Ratsinformationssystem von regisafe. Mehr erfahren unter: www.regisafe.de/ratsinformationssystem

comundus regisafe GmbH

Heerstraße 111 · 71332 Waiblingen · Fon 07151 96528-200 · info@regisafe.de

www.regisafe.de

Ein Unternehmen der PDV.group


Digitale Kommune

Anzeige

Advertorial

Papierberge könnten Vergangenheit sein – um aber tatsächlich in der digitalen Zukunft ankommen

zu können, sollte man unbedingt die Mitarbeitenden ins Boot holen, betont Alexander Dörner.

E-Government

Attraktiv für alle

Der Transformationsprozess von der Papier- zur E-Akte ist aufwändig – und

nicht nur vorgegeben, sondern auch sinnvoll, betont Alexander Dörner. Der

Digitalexperte erklärt, inwiefern der Fortschritt allen Seiten nützt.

Wie ist aus Ihrer Sicht der aktuelle Stand

bei der digitalen Transformation der kommunalen

Verwaltung?

Alexander Dörner: Die kommunale Verwaltung

steht unter Druck. Die gesetzlichen

Vorgaben aus dem Onlinezulassungsgesetz

müssen umgesetzt werden – was die

digitale Transformation befeuert. Doch

durch die Kombination aus demographischem

Wandel und Fachkräftemangel

fehlt das nötige Know-how. Im Januar

2021 gingen knapp 1,4 Millionen Mitarbeitende

in den Ruhestand, und 2030

wird jede zehnte Stelle im öffentlichen

Sektor unbesetzt bleiben.

Was kann helfen?

Dörner: Ein attraktiver Arbeitsplatz sowie

flexible Arbeitszeiten und -orte sind entscheidend.

Hierfür ist eine digitale Lösung

unumgänglich, mit deren Hilfe die

Schriftgutverwaltung unterstützt und

vereinfacht wird. Bürgerinnen und Bürger

fordern zudem die Einhaltung der

Wahlkampfversprechen – das kommt in

dieser Gemengelage noch dazu.

Wie kann ein erfolgreicher Einstieg in

die Digitalisierung gelingen? Und was ist

nötig für die kontinuierliche Weiterentwicklung?

Dörner: Ein guter Ausgangspunkt für einen

erfolgreichen Digitalisierungsprozess

ist eine E-Akte-Lösung. Damit werden

alle Informationen zentral und für

alle berechtigten Mitarbeitenden erreichbar

abgelegt. Auf dieser Grundlage können

Verwaltungsprozesse sukzessive mit

wenig Aufwand digitalisiert werden. Ein

erfahrener Hersteller wie die Ceyoniq

Technology begleitet diesen Prozess

langfristig.

Welche Hürden gilt es insbesondere in Digitalisierungsprojekten

des öffentlichen

Sektors zu überwinden?

Dörner: Eine Hürde bleibt die Personalknappheit.

Um Ressourcen zu schonen,

ist die Wahl eines Standardproduktes

sinnvoll, das eine starke technologische

Basis liefert und sich stetig sowie auch

individuell ausbauen lässt. Ein weiterer,

im öffentlichen Sektor oftmals stiefmütterlich

behandelter Aspekt ist das

Change Management. Nur wenn eine

hohe Akzeptanz für die Lösung geschaffen

wird, wenn möglichst alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter ins Boot geholt

werden, kann der Wandel gelingen.

Inwiefern entlastet eine E-Akte-Lösung die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der

kommunalen Verwaltung?

Dörner: Eine geeignete Lösung kann die

Arbeitsumgebung so gestalten, dass sie

sich auf die Aufgaben konzentrieren, für

die sie ihre volle Kompetenz einbringen

können. Dafür werden Prozesse durch

automatisierte Workflows verschlankt

sowie Durchlaufzeiten deutlich verkürzt.

Die durchgehende Automatisierung von

Routineaufgaben spart dabei nicht nur

Kosten und Zeit, sondern wirkt sich auch

positiv auf die Attraktivität des Arbeitsplatzes

aus. Zudem kann standort- und

zeitunabhängig gearbeitet werden, da

alle benötigen Informationen jederzeit

und überall zur Verfügung stehen – auch

das ist für immer mehr Bewerberinnen

und Bewerber interessant.

Wie muss eine digitale E-Akte beschaffen

sein, damit sie in der kommunalen Verwaltung

gut angenommen wird?

Dörner: Um die Akzeptanz der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter zu gewinnen, gilt

es, mehrere Aspekte zu beachten. Zuerst

einmal muss die Lösung aufgrund gesetzlicher

Vorgaben barrierefrei gestaltet

sein. Darüber hinaus sollte sie intuitiv

nutzbar sein und durch die Nutzung des

Vokabulars der kommunalen Verwaltung

nur wenig Schulungsaufwand erfordern.

Entscheidend sind die einfache

Anbindung der Fachverfahren sowie der

Schnittstellen, mit denen die Einbindung

in die bestehende Systemlandschaft ermöglicht

wird. Nicht zuletzt sorgen unterschiedliche

Clients dafür, dass alle Beschäftigten

die Arbeitsumgebung finden,

die für sie geeignet ist, und dass Mobilität

nicht zu Einschränkungen führt. Ein

schneller Projektstart sowie eine zügige

Umsetzung sorgen dabei für eine positive

Grundstimmung.


Interview: Hannah Henrici

ZUR PERSON

Alexander Dörner ist

Bereichsleiter Expert

Center eGovernment

beim Sofwareunternehmen

Ceyoniq Technology

GmbH.

Fotos: Ceyoniq Technology, Adobe Stock/Studio Romantic

Foto: vialytics GmbH

Schluss mit Zettelwirtschaft! Das vialytics-System ersetzt die herkömmliche Streckenkontrolle mit Stift und Papier..

Künstliche Intelligenz für sichere Straßen und Radwege

Der Erfolg kommunalen Erhaltungsmanagements hängt von den Zustandsdaten ab. Diese zu

erheben und zu pflegen, frisst in Bauämtern wertvolle Zeit, die besser in die Umsetzung von

Maßnahmen gesteckt werden kann. Mit vialytics beschleunigen Kommunen ihre

Streckenkontrolle und organisieren die Erhaltung und Unterhaltung ihrer Straßen in einem

System mit künstlicher Intelligenz.

Wie der Sprung im kommunalen Erhaltungsmanagement

auf eine digitale Lösung gelingen

kann, zeigt die schwäbische Gemeinde Urbach.

Hier ist Volker Steiner für die Straßeninstandhaltung

zuständig. Im Gespräch über seine Arbeit

berichtet der ausgebildete Straßenbaumeister

von der Zeit vor vialytics, von schweren

Ordnern mit Kostentabellen und Lageplänen, in

die Schäden händisch mit Textmarkern eingetragen

werden mussten. Jetzt überblickt er alle

Daten in einer übersichtlichen Weboberfläche.

„Das neue vialytics-System ist für mich eine

erhebliche Erleichterung“, bekräftigt Volker

Steiner. „Und wenn ich auf einer Baustelle bin,

kann ich Schäden direkt vor Ort ins System übertragen.“

Die Zustandsdaten für das vialytics-Straßenmanagementsystem

erfasst der Straßenbaumeister

mit einem Smartphone an der Windschutzscheibe

seines kommunalen Fahrzeugs.

Alle vier Meter nimmt das System ein georeferenziertes

Bild der Straßen und Radwege auf

und erkennt darauf kaputte Stellen dank künstlicher

Intelligenz ganz automatisch. Zudem kann

jederzeit eine Gefahrenstelle manuell per

Knopfdruck dokumentiert werden, inklusive

Foto, Zeitstempel und genauem Standort. Damit

ersetzt das System die herkömmliche Streckenkontrolle

mit Stift und Papier.

Alle gesammelten Daten landen im Web-System

am Rechner. Im Kartenmodus lassen sich

Straßenschäden und Gefahrenstellen detailliert

anzeigen und in eine Planungsansicht überführen,

um langfristige Erhaltungsmaßnahmen oder

schnelle Reparaturen zu organisieren. In der Gemeinde

Urbach finden sich vom Vollausbau über

den Straßen- und Wasserbau bis hin zu Belagsarbeiten

alle wichtigen Maßnahmen in dieser

Liste wieder. Volker Steiner und seine Kollegen

teilen die Oberfläche dafür in verschiedene Planungsebenen

ein, zum Beispiel zur Kostenschätzung

bei Ausschreibungen, aber auch um

bereits laufende Maßnahmen zu dokumentieren

und deren Gesamtsumme für den Jahresabschluss

zu berechnen. Das findet auch der Urbacher

Gemeinderat spannend, der über das

vialytics-System einen Einblick in das umfassende

Erhaltungsmanagement erhält und dank

aktueller Daten möglichst objektiv Entscheidungen

für Sanierungsmaßnahmen treffen kann.

Über 200 Kommunen in Deutschland und

Europa arbeiten bereits aktiv mit dem vialytics-

System, um ihre Straßen und Radwege besser

in Schuss zu halten. vialytics-Gründer und -CEO

Danilo Jovicic-Albrecht erklärt den Bedarf an

der digitalen Lösung: „Jede Bürgerin und jeder

Bürger möchte in lebenswerten Städten und Gemeinden

wohnen. Unser Straßenmanagementsystem

hilft allen Kommunen, ihre Straßen effizienter

zu verwalten und das meiste aus dem

kommunalen Haushalt herauszuholen.“

vialytics GmbH

Elias Bernhard

Silberburgstraße 187

70178 Stuttgart

Tel.: 0170 5688 904

E-Mail: e.bernhard@vialytics.de

www.vialytics.de

68 der gemeinderat 9/22


Technik & Innovation

Digitale Kommune

Mobilfunkausbau

„Keine Abstimmung im Hinterzimmer“

Dirk Neubauer erklärt, warum er sich für den Mobilfunkausbau in seinem

Landkreis einsetzt. Transparente Kommunikation und offene Debatten sind

für ihn dabei das A und O, um allen Anspruchsgruppen gerecht zu werden.

Wie ist es um den Mobilfunkausbau in

Ihrer Gemeinde bestellt?

Dirk Neubauer: Es gibt zwei Perspektiven:

Auf der einen Seite spielt die hohe Relevanz

einer funktionierenden Mobilfunkinfrastruktur

eine Rolle – und auf der

anderen Seite stehen die Menschen, die

Bedenken haben. Ein Dilemma: Die

große Mehrheit beklagt sich über

schlechten Empfang oder gar Funklöcher

und will unbedingt ein besseres Netz.

Wenn man dann aber die Lösung bietet,

wendet häufig eine Minderheit ein, dass

sie keinen Funkturm in 100 Meter Entfernung

zu ihrem Zuhause haben will –

aus optischen Gründen oder aus Sorge

vor gesundheitlichen Folgen.

Wie vermitteln Sie zwischen den unterschiedlichen

Perspektiven?

Neubauer: Es hilft, eine klare Position zu

diesem Thema zu haben und miteinander

zu sprechen. Die Bürgerinnen und Bürger

wissen, dass ich mich für den Mobilfunkausbau

einsetze. Weil ich fest daran

glaube, dass wir ihn brauchen – für

grundlegende Bedürfnisse wie den Notruf,

aber auch, um Zukunftstechnologien

wie autonomes Fahren zu ermöglichen.

Zudem wissen wir, dass Mobilfunk bei

den hohen Sicherheitsauflagen in

Deutschland unbedenklich ist. Aus diesen

Gründen scheue ich keine Debatte.

Und ich gehe auf die Sorgen ein, wenn sie

begründet sind.

Was ist bei der Standortsuche innerhalb

der Kommune wichtig?

Neubauer: Das Wichtigste ist die Transparenz.

Bei Vorhaben zu Infrastrukturprojekten

hat es sich bewährt, offen zu sprechen

sowie die Vor- und Nachteile abzu-

Die einen wollen einen besseren Empfang, die anderen wollen keinen

Funkmast in ihrer Nähe – und Dirk Neubauer will vermitteln: Er sucht

den Dialog und scheut keine Debatte, betont der Landrat.

wägen. Hier sind wir als gewählte Entscheidungsvertreter

gefragt, mit Funkmastbetreibern wie Vantage Towers und

Mobilfunkunternehmen die Anforderungen und Möglichkeiten

durchzusprechen, um gemeinsam den besten Standort

zu finden. Die Netzabdeckung, aber auch die Topographie,

umliegende Gebäude oder baurechtliche Auflagen

spielen hier eine große Rolle.

Was sollten Funkmastbetreiber bei der Standortsuche beachten?

Neubauer: Wichtig ist, dass die Politik und die Verwaltungen

frühzeitig einbezogen werden. Dann kann ich meine Kommune

über das Bauvorhaben aufklären und zwischen den

Interessen der Menschen vor Ort und den Funkmastbetreibern

vermitteln. Die wichtigste Regel lautet: Es darf keine

Abstimmung im Hinterzimmer sein!

Haufe

Eingruppierungsmanager

In nur 4 Schritten zur

rechtssicheren Eingruppierung

Die Software für rechtssichere

Eingruppierungen im öffentlichen

Dienst

In 4 Schritten zur rechtssicheren

Eingruppierung

Gemeinsam machen wir sie

zu Internethelden!

In Portugal dauert eine Baugenehmigung für einen neuen

Mobilfunkstandort rund vier Wochen. In Deutschland dauert

es in der Regel ein bis eineinhalb Jahre. Was müsste sich

ändern?

Neubauer: Wir müssen Verfahren für wichtige Themen vereinfachen.

Dazu gehören erneuerbare Energien ebenso wie

der Mobilfunkausbau. Entscheidungen darüber müssen

dort getroffen werden, wo es die Menschen auch betrifft –

in den Kommunen. Dann würden Verfahren nicht nur beschleunigt,

sondern würden in der Bevölkerung auch positiver

aufgenommen werden.


Interview: Sabine Schmidt

Arbeitsvorgänge einfach delegieren

Datensicherheit garantiert

Jetzt 4 Wochen

kostenlos

testen

Foto: Adobe Stock/P.S.DES!GN, privat

ZUR PERSON

Dirk Neubauer (parteilos) ist seit

August 2022 Landrat von Mittelsachsen.

Zuvor war er seit 2013

Bürgermeister der Stadt Augustusburg.

www.carrierwerke.de

der gemeinderat 9/22

Mehr Infos unter:

www.haufe.de/eingruppierung


NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Technik & Innovation

Das bundesweite Informationssystem für Leitungsrecherchen (BIL) verarbeitet nun auch Katastrophenwarnungen

des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Schnell und zuverlässig warnen

Zukunftsfähig

Der Katastrophenwarndienst „KAT-

WARN“ wurde an das BIL-Portal angeschlossen.

Mit „KATWARN“ werden Warnungen

vom Zivil- und Katastrophenschutz

in Gefahrensituationen gemeldet,

beispielsweise bezüglich Großbränden,

Umweltkatastrophen oder Bombenfunden.

Das funktioniert hauptsächlich über

eine Smartphone-App, aber auch über das

Bundesweite Informationssystem für Leitungsrecherchen

(BIL). Das Bundesamt

für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

(BBK) stellt diese amtlichen

Warnungen und Informationen aus den

Bereichen Bevölkerungsschutz, Wetter

und Hochwasser ortsbezogen bereit.

Die Integration der Meldungen in das

BIL-Portal ermöglicht es der BIL-Betreibergemeinschaft,

alle Warnungen auf

Relevanz für ihre Infrastruktur zu prüfen.

Berührt eine Warnmeldung den Zuständigkeitsbereich

eines Betreibers,

wird er direkt benachrichtigt und kann

sofort entsprechende Maßnahmen einleiten.

Komfortable Zusatzfunktionalitäten

wie eine automatisierte Benachrichtigung

der Leitstelle, die Integration in eigene

Dispatching-Systeme oder die Definition

einer Zuständigkeitsfläche eigens für

„KATWARN“-Meldungen sind möglich.

Das inhaltliche und räumliche Filterangebot

helfe laut BIL, sich auf das Wesentliche

zu konzentrieren: den sicheren Betrieb

der Infrastruktur.

Die Verarbeitung der BBK-Meldungen

innerhalb des BIL-Portals gestattet darüber

hinaus den Aufbau einer Statistik

aller zurückliegenden Ereignisse. Ziel ist

es, die Leitstelle kurzfristig besser zu informieren

und die Meldungen über einen

Eingangskanal für das gesamte Versorgungsgebiet

zentral zu erfassen. Das BIL-

Portal öffnet sich damit einer neuen Nutzergruppe

aus dem Hause der Betreiber:

den Mitarbeitenden aus der Leitstelle.

www.bil-leitungsauskunft.de

Foto: BIL/iStockphoto.com/Nikada

Förderprogramm für

digitale Schulen

Nach rund drei Jahren DigitalPakt Schule

sind noch längst nicht alle Mittel verplant

oder abgeflossen. Zur Sicherstellung

der erfolgreichen Umsetzung des

DigitalPaktes hat der Bundesverband für

Straßenbeleuchtung und Infrastruktur –

für den öffentlichen Sektor (BVSI) das

Förderprogramm DigitalPakt-Lotsen zur

Begleitung und Umsetzung der Maßnahme

etabliert.

Der Hintergrund: Die fortschreitende

Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft

immens – während aber der Einsatz

von digitalen Medien und Werkzeugen im

Alltag vieler Menschen zur Gewohnheit

geworden ist, hinken die Schulen als Bildungsinstitutionen

noch hinterher, so der

BVSI. Mit Hilfe des DigitalPakt Schule sollen

die standardisierten analogen Bildungsangebote

durch digitale Inhalte und

Werkzeuge sinnvoll ergänzt werden.

Um das Förderprogramm des BVSI in

Anspruch zu nehmen, können sich öffentliche

und private Träger unkompliziert

bewerben. Das Formular ist auf der Website

des Verbands abrufbar. Die Träger

bekommen ein erfahrenes Projekt-Lotsen-

Team zur Seite gestellt, das die Maßnahme

von A bis Z begleitet sowie viele

Aufgabenstellungen und die Koordinierung

übernimmt.

www.bvsi.org

„Die Bürger von Troisdorf sind nicht nur unsere Kunden, sondern auch die Aktionäre der Stadtwerke.

Unser Engagement für die Stadt ist die Dividende für die Troisdorfer Bürger. Eine ebenso enge Verbindung

pflegen wir auch mit unserem IT-Dienst leister rku.it. Schließlich ist Zukunftsfähigkeit immer auch eine

Frage der Kontinuität, Professionalität und Partnerschaft auf Augenhöhe.“

Andrea Vogt, Geschäftsführerin der Stadtwerke Troisdorf GmbH

72 der gemeinderat 9/22

rku-it.de

Foto: Adobe Stock/Karsten

Grafik: Axians Infoma GmbH

Glasfaser: Zukunft für Kommunen

Die carrierwerke unterstützen Kommunen

und Stadtwerke dabei, sich zum Internetanbieter

zu entwickeln. Dabei ist

die Richtung klar: Flächendeckende Breitbandanschlüsse,

die unter anderem Voraussetzung

für die Digitalisierung der

Verwaltung sind. Denn, so die Einschätzung

des Unternehmens: Man könne

zwar online problemlos Versicherungen

abschließen und einkaufen. Es sei aber

deutlich schwieriger, online einen Reisepass

zu beantragen oder ein Auto zulassen

zu wollen – je nach Region sei es

sogar unmöglich.

Dabei könnten Verwaltungsdienstleistungen

medienbruchfrei und damit

Ohne schnelles Internet kann der digitale Wandel nicht gelingen – und die carrierwerke plädieren

dafür, jetzt in den Glasfaserausbau zu investieren.

Anzeige

Der logische Weg zur smarten Verwaltung

Die Aufgabenvielfalt in den Kommunen nimmt

stetig zu – und zwingt zum Handeln. Fachkräftemangel,

die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes

sowie die wachsenden Anforderungen

an eine serviceorientierte Verwaltung

erfordern zunehmend durchgängige digitale

Prozesse. Mit Smart Infoma unterstützt Axians

Infoma diesen Weg. Dabei berücksichtigen die

drei Smart-Infoma-Kernelemente die Ansprüche

an New Work ebenso wie die wirksame

Verbindung von Bürgerinnen und Bürgern und

Verwaltung durch bessere Prozesse und eine

Software, die eigenständig Lösungen anbietet.

Die drei Smart-Infoma-Kernelemente auf einen

Blick.

Mehr Automatisierung gehört zu den Voraussetzungen,

die für eine smarte Verwaltung stehen.

Das Stichwort hier: Künstliche Intelligenz (KI).

Sie hat das Potenzial, auch die öffentliche Verwaltung

grundlegend zu verändern. So lassen

sich nicht nur Routinetätigkeiten mittels KI

automatisieren und damit freiwerdende Ressourcen

für neue Aufgabenbereiche einsetzen.

Vielmehr ermöglicht ihr Einsatz, neue Erkenntnisse

zu gewinnen und dadurch Entscheidungswege

zu optimieren, zum Beispiel durch die Erstellung

von Prognosen als Basis für die

Haushaltsplanung.

Das dritte Kernelement Smart Infoma konzentriert

sich daher voll auf das Thema KI. Der

Fokus liegt zunächst auf den Bereichen Deep

Learning sowie Machine Learning mit der KI-

Sprache Python. Für die Erstellung und Umsetzung

von Vorhersagemodellen sowie deren Training

und Optimierung beim Kunden wurden die

Machine Learning Modelle des eRechnungs-

Managers genutzt, die bereits seit geraumer Zeit

Kontierungsvorschläge auf Grundlage vergangener

Kontierungen präsentieren. Darüber hinaus

steht die Entwicklung weiterer konkret anwendbarer

Services auf dem Programm.

durchgängig online angeboten werden –

von der Antragstellung bis zum endgültigen

Bescheid. Der Gang zum Amt

wäre damit in den meisten Fällen überflüssig,

man könnte öffentliche Dienstleistungen

schneller, effizienter, transparenter

und kostengünstiger in Anspruch

nehmen.

Für die carrierwerke heißt das: „Der

digitale Staat muss die Zukunft sein, doch

es gibt noch viel zu tun.“ Zu den Grundvoraussetzungen

gehören für das Unternehmen

die interne Umstrukturierung

und ein allgemeines Umdenken der Behörden

– und eine flächendeckende Infrastruktur.

Mehr noch: „Jede Kommune kann und

muss genau jetzt den richtigen Schritt

wagen und in Glasfaser investieren. Denn

ein digitaler Staat kann nicht digital sein

ohne leistungsstarkes, zuverlässiges

Glasfaserinternet.“

www.carrierwerke.de

Advertorial

Den Verwaltungsalltag durch Vereinfachung

und möglichst hohen Zeitgewinn zu erleichtern,

ist das Ziel. Mit Blick auf das Potenzial heute

schon vorhandener Daten wird Axians Infoma

seine Produkte daher konsequent um die Verwendung

von Verfahren zur automatisierten Entscheidungsfindung

und zu Künstlicher Intelligenz

erweitern.

Aktuelle Trends, neue Technologien und wichtige

Zukunftsthemen frühzeitig umzusetzen, gehört

seit jeher zur Strategie von Axians Infoma.

Smart Infoma ist die logische Folge.

Axians Infoma GmbH

Hörvelsinger Weg 17-21

89081 Ulm

Tel.: 0731/1551 637

E-Mail: hanne-kathrin.mueller@axians-infoma.de

www.smartverwalten.de


NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Anzeige

Advertorial

Licht breitet sich in Luft schneller aus als in Glas. Das nutzt die AccuCore HCF Hohlkernfaser.

Daten übertragen in Highspeed

Die Firma LWL-Sachsenkabel hat bekanntgegeben,

dass sie europaweit der

erste Vertriebspartner für die patentierte

AccuCore HCF Hohlkernfaser von OFS Fitel,

LLC sei. Die Faser wurde zum Highspeed-Datentransport

entwickelt und ermöglicht

höhere Übertragungsraten als

herkömmliche Festkernfasern. Statt über

einen siliziumbasierten Kern überträgt die

HCF-Faser (Hollow Core Fiber) die Lichtsignale

über einen Luftkern. Die Latenzzeit

werde so um rund 30 Prozent reduziert,

was einer Zeitersparnis von 1,5 Mikrosekunden

pro Kilometer Übertragungsstrecke

entspreche.

Damit eigne sich die Faser insbesondere

für Anwendungsbereiche, in denen Latenzwerte

von größerer Bedeutung sind

Foto: OFS Fitel, LLC.

als die Dämpfung. Eingesetzt wird sie

unter anderem in Hochleistungsrechnern

sowie bei zeitkritischen Anwendungen

wie Hochfrequenzhandel an Börsen und

im Bankwesen. In naher Zukunft sollen

weitere Einsatzbereiche mit geringer Latenztoleranz

hinzukommen, darunter

autonomes Fahren, 5G-Antennenanbindung

und Secure Communications.

Die AccuCore HCF Faser unterstützt

aktuell Datenübertragungen im Wellenlängenbereich

um 1550nm – an einer Ausweitung

des Wellenlängenspektrums

wird seitens OFS gearbeitet. Sie ist in Ausführungen

für den Innen- und Außenbereich

erhältlich. Anwender können zwischen

Kabelvarianten mit zwei oder vier

Fasern wählen, verfügbar sind Streckenlängen

von einem Meter bis zu einem

Kilometer. Da die Fasern mit Standard-

Steckverbindern wie LC und SC versehen

werden können, lassen sie sich laut Hersteller

problemlos in Standard-Festkernfasernetze

einbinden.

bit.ly/accucore_hohlkernfaser

DAS DIGITALE

DIENSTRECHT

Jetzt 30 Tage Team HFI Digital

Ausführlichere

gratis testen!

Telefon: 089 55233 531

Informationen

finden Sie hier!

E-Mail: digital@hugendubel.info

www.hugendubel.info

74 der gemeinderat 9/22

Nur bei uns!

Das Digitale Dienstrecht

Exklusiv bei Hugendubel Fachinformationen

Beamtenrecht – Tarifrecht – Öffentliches Arbeitsrecht

Tarif-

recht

Beamten-

recht

Das passgenaue, individuelle Onlinepaket für die öffentliche Verwaltung

Stellen Sie sich Ihr individuelles Premium-Paket zusammen und wählen Sie Ihre

Walhalla-Wunschtitel zum Beamten- und Tarifrecht!

• Unverbindliche Testfreischaltung mit Nutzungsauswertung

• Individuelles Paket

• Einfacher Zugang

• Die Behördenlizenz – einfach, flexibel, individuell

• Flexible Zusammenstellung der Lizenzen innerhalb des Pakets

Arbeits-

recht

Foto: netfiles

Die netfiles-Datenräume sind benutzerfreundlich und gleichzeitig vor unbefugtem Zugriff geschützt.

Sicherer Datenaustausch in Kommunen

Mit virtuellen Datenräumen bietet netfiles

eine sichere und Compliance-gerechte Lösung

für den Datenaustausch in Kommunen und

öffentlichen Unternehmen.

Kommunalverwaltungen und öffentliche Unternehmen

müssen tagtäglich eine Vielzahl von

unterschiedlichen Dokumenten standort- und

organisationsübergreifend austauschen. Dabei

unterliegt ein großer Anteil der Daten dem Datenschutz

und insbesondere der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung

der Europäischen Union

zum Schutz personenbezogener Daten).

Vielfach genutzte Lösungen wie E-Mail oder

Cloudspeicher-Dienste amerikanischer Anbieter

sind dabei im Hinblick auf europäische Datenschutzanforderungen

und Datensicherheit kritisch

zu betrachten und wenig geeignete Lösungen

für den öffentlichen Bereich. Selbst bei einer

Verschlüsselung von E-Mails, die oftmals

kompliziert in der Anwendung ist, stößt diese

Lösung bei großen Datenmengen schnell an

technische Grenzen. Unabhängig davon, dass

hier zudem keine Kontrolle über die Zustellung

der Daten besteht.

Kontrolle über die Daten

Mit einem virtuellen Datenraum von netfiles gehören

diese Probleme und Sicherheitsrisiken

der Vergangenheit an. Kommunen und öffentliche

Unternehmen können mit dieser Lösung

ihre vertraulichen und/oder personenbezogenen

Daten mit einem Höchstmaß an Sicherheit

und Effizienz online austauschen und bereitstellen.

Dabei kontrollieren und steuern sie, wer

ihre Daten erhält und wie sie genutzt werden

dürfen: ob nur zur Ansicht, zum Download oder

zur Bearbeitung.

Im netfiles-Datenraum werden sämtliche Dokumente

mit dem Advanced Encryption Standard

(AES) 256-Bit stark verschlüsselt und vor

unbefugtem Zugriff geschützt. Beim Upload von

Dateien in den Datenraum werden diese automatisch

auf Computerviren geprüft und schützen

die Computer aller Benutzer vor potenziellen

Gefahren.

Einfache Bedienbarkeit

Für die netfiles GmbH steht die Benutzerfreundlichkeit

im Mittelpunkt der Entwicklung des

netfiles-Datenraums. Die Benutzeroberfläche

und Bedienung ist ähnlich einfach wie bei der

Nutzung des Dateimanagers unter den Betriebssystemen

Windows oder MacOS auf einem

Desktop-Computer. Sowohl Administratoren als

auch Benutzer können den Datenraum sofort

effizient und ohne aufwändige Schulung oder

Einarbeitung in Handbücher einsetzen. Netfiles

wird als „Software as a Service (SaaS)“ angeboten

und die Anwendung erfolgt ausschließlich

über einen Webbrowser, ohne Installation von

Software oder Plugins.

Made in Germany

Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung ist die netfiles

GmbH einer der ersten und führenden deutschen

Anbieter von virtuellen Datenräumen. Das

Unternehmen ist in Deutschland ansässig, unterliegt

den strengen Auflagen des Bundesdatenschutzgesetzes

(BDSG) und der europäischen

Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Die IT-Sicherheitsverfahren der netfiles GmbH

wurden vom TÜV Süd nach ISO/IEC 27001

zertifiziert. Die Server des Anbieters befinden

sich ausschließlich in hochsicheren Rechenzentren

in Deutschland.

Interessierte Kommunen und Unternehmen

können den netfiles-Datenraum kostenlos und

unverbindlich 14 Tage lang testen: www.netfiles.

com/test

netfiles GmbH

Marktler Strasse 2b

84489 Burghausen

Tel. 0 86 77/9 15 96-12

vertrieb@netfiles.de

www.netfiles.com


Politik & Gesellschaft

ENERGIE

Politik & Gesellschaft

Was Metropolen können, können

Kleinstädte auch: Die Entwicklung zur

Smart City. Im österreichischen Weiz

gehört dazu ein Automatisierungssystem,

das heißt zum Beispiel: Daten über

Energieerzeugung sowie Energieverbrauch

sind jederzeit visualisiert und

zugänglich.

Energiemonitoring

Nachhaltig mit

Dashboard

Ein Beispiel aus Österreich: Weiz zeigt, wie sich eine Kleinstadt zu einer energiebewussten

Smart City entwickelt. Neu ist aktuell ein Visualisierungssystem – Softwareexperte

Johannes Petrowisch erklärt die Entwicklungen.

Ein Beispiel für ökologisches Verantwortungsbewusstsein

ist die österreichische

Kleinstadt Weiz in der

Oststeiermark (12.000 Einwohner). Weiz

ist Teil der Energieregion Weiz-Gleisdorf,

die sich das Ziel gesetzt hat, bis 2050 mehr

Energie zu generieren als zu verbrauchen.

Um die Region bestmöglich einzubinden,

berät das Weizer Energie-Innovations-Zentrum

Personen und Unternehmen,

die sich in den Bereichen Energie

und Klima weiterbilden möchten. „Wir

geben Privatpersonen und Unternehmen

jeder Größe Beratung zum sinnvollen und

effizienten Umgang mit Energie ohne

allzu hohe Investitionen“, erklärt Franz

Kern, Gründungsgeschäftsführer und

Energieexperte des W.E.I.Z. „Darüber hinaus

dient das Innovationszentrum als

Versuchsplattform für Energie- und Klimaschutzprojekte.“

Energie über Wind- und Wasserkraft

zu gewinnen, ist in der Region rund um

Weiz nicht ausreichend möglich. Zentral

auf dem Weg zur Energiewende der österreichischen

Kleinstadt ist daher neben der

Biomasse vor allem die Solarenergie. Aus

diesem Grund wurden auf allen vier Gebäuden

des Innovationszentrums W.E.I.Z.

Photovoltaikanlagen installiert. In dem

Gebäudekomplex finden sich auf rund

7000 Quadratmetern Nutzfläche neben

Bildungs- und Forschungseinrichtungen

diverse Start-up-Unternehmen.

Auch viele der dort ansässigen Unternehmen

streben Klimaneutralität an, betätigen

sich in der Energie- und Umwelttechnik

und arbeiten eng mit Bildungsinstituten

zusammen. „In solchen Projekten

agieren wir als Vermittler für die Zusammenarbeit

zwischen den einzelnen Projektteilnehmern

sowie für Förderprojekte,

die wir oft als Anwender in Form von Pilotund

Demonstrationsprojekten auch gleich

im Haus umsetzen“, berichtet Franz Kern.

Von Anfang an wurde im ältesten Gebäude

des Innovationszentrums W.E.I.Z.

mit einer Gebäudeautomatisierungslösung

gearbeitet. Nach einer langen Einsatzzeit

war sie schließlich überholt und

musste ausgetauscht werden. Dabei

konnte der Funktionsumfang erweitert

werden. Beispielsweise gab es zuvor

keine Möglichkeit, die Daten zu visualisieren

oder in Echtzeit zu überwachen.

Dass dies jedoch ein wichtiger Aspekt ist,

weiß Franz Kern: „Um die Wirksamkeit

von Energieeffizienzmaßnahmen besser

erfassen und überprüfen zu können, ge-

Foto: Copa-Data

nügt es nicht, den gesamten Verbrauch

erst mit der bereits ausgestellten Abrechnung

zu erfahren. Deshalb beschlossen

wir, anlässlich der anstehenden Modernisierung

der Gebäudetechnik, ein Energiemonitoring

einzuführen.“

Der Auftrag zur Erneuerung der Gebäudeautomatisierung

wurde an das Elektroinstallations-

und Automatisierungsunternehmen

VariCon e.U. erteilt – und das

Unternehmen stellte für die Kommunikation

vom LON-Bus auf den KNX-Standard

um. Wie bereits in einigen vorherigen industriellen

Anwendungen wird als Visualisierungslösung

die Softwareplattform

zenon von Copa-Data genutzt.

Im Vergleich zum ursprünglichen Auftragsumfang

wurde die aktualisierte Lösung

deutlich erweitert – ohne hohe zusätzliche

Investitionskosten. Die erste

Maßnahme stellte die Integration der

Photovoltaikanlagen auf den Dächern der

Gebäude im System dar. Zusätzlich ist ein

Netz an Ladestationen für die Elektromobilität

an das Innovationszentrum

W.E.I.Z. angeschlossen. Eine dieser Stationen

ist mit einer großflächigen LED-

Wall verbunden, die sich je nach Tageszeit

in die Hauptlastrichtung des Straßenverkehrs

drehen lässt. So können energierelevante

Informationen über die gesamte

Stadt visualisiert werden.

GENAUE VORHERSAGEN ÜBER DEN

ENERGIEVERBRAUCH SIND MÖGLICH

An einer stark frequentierten Stelle ist

außerdem eine Fußgänger- und Radfahrerzählanlage

installiert, deren Informationen

ebenfalls visualisiert werden. Auf

ähnliche Weise werden die Personenbewegungen

auch in einem Gebäude des Innovationszentrums

W.E.I.Z. mitverfolgt und

die Anzahl der anwesenden Personen registriert.

So können genauere Vorhersagen

über den Energieverbrauch getroffen werden.

Ein weiteres Plus: Auch die Vorschriften

während der COVID-19 Pandemie

konnten so leichter eingehalten werden.

Mit der Digitalisierung haben sich die

Kernaufgaben der Kommunen erweitert.

Nicht nur Wasserversorgung und Müllabfuhr,

sondern auch Informations-,

Kommunikations- und Datentechnik gehören

zur Daseinsvorsorge. Auch hier ist

die Stadt Weiz fortschrittlich und überschreitet

die passive Infrastruktur: Das

Innovationszentrum W.E.I.Z. bietet unter

dem Namen Weiz.OnLine ein schnelles

Glasfasernetz bis in einzelne Wohnungen,

Büros und Produktionshallen an.

Ein weiterer Service ist darüber hinaus

das Energiedatenmanagement für private

und gewerbliche Kunden. Ein lokaler Getränkegroßhändler

ist einer der ersten

Nutzer dieses Service, der so seine Energieverbräuche

ohne eigene Systeminstallation

im Blick behalten und seine Energieeffizienz

verbessern kann.

Johannes Petrowisch

DER AUTOR

Johannes Petrowisch ist Director bei Copa-Data

Central Eastern Europe/Middle East.

76 der gemeinderat 9/22


Sicherheit

Technik & Innovation

Klassenräume müssen für Schülerinnen

und Schüler zugänglich sein – Schließsysteme

helfen aber, Sicherheit im

Gebäude zu gewährleisten.

Schließsysteme

Smarte Alternativen

zum Schlüsselbund

Foto: Adobe Stock/Syda Productions

diese Systeme jedoch schnell an ihre

Grenzen.

ZENTRALE ZUTRITTSVERWALTUNG

FÜR RATHÄUSER

Smarte Zutrittskontrollen sind im Gegensatz

zu mechanischen Anlagen einfacher

zu handhaben – schließlich muss man die

gesamte mechanische Anlage austauschen,

wenn nur ein Schlüssel verloren

geht. Mit einer zentralen Zutrittsverwaltung,

die zu jeder Zeit und von jedem Ort

aus flexibel gesteuert werden kann, können

Berechtigungen einfach geändert

werden. Dabei können jedem Mitarbeiter

individuelle Zutrittsberechtigungen für

einzelne Türen gewährt und bei Verlust

des Transponders unverzüglich durch die

Haustechniker gelöscht werden.

Eine automatische Freischaltung ausgewählter

Türen kann zu Zeiten des Publikumsverkehrs

erfolgen. Anschließend

müssen Türen mit einem Transponder geöffnet

werden. Auch eine sukzessive Umstellung

und die Anbindung bereits vorhandener

Systeme, beispielsweise Zeiterfassung

oder Alarmanlage, sind möglich.

Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich

von digitalen Schließsystemen ist

die Amok- und Gewaltprävention in Schulen.

Hier kann eine Kombination von mechanischen

und elektronischen Systemen

mit verschließbaren Knauf- und Blindzylindern

oder Beschlägen zur mechanischen

Öffnung zum Einsatz kommen.

FLEXIBLE LÖSUNGEN FÜR SCHULEN

Während der Schulzeiten können die Türen

durch die Haustechnik auf „Offen“

programmiert werden. Vor und nach den

Schulzeiten schließt der Hausmeister für

zusätzliche Sicherheit mit einem mechanischen

Schlüssel auf oder zu. Auch können

die Klassenzimmer mit einem Anti-

Amok-Knaufzylinder gesichert und von

innen ohne Schlüssel verriegelt werden.

Damit Lehrerinnen und Lehrer trotzdem

ins Klassenzimmer gelangen, können

sie die Verriegelung per Schlüssel

oder Transponder aufheben. Der Zutritt

zu sensibleren Bereichen wie dem Chemielager,

in dem Gefahrenstoffe lagern

oder genutzt werden, können über die

Software protokolliert werden.

VERNETZTE LIEGENSCHAFTEN

Mehrere Standorte können mit nur einem

Schließsystem verbunden werden. Das

macht den Zugang zu Liegenschaften wie

dem Baubetriebshof oder öffentlichen

Veranstaltungsräumen leicht. Die Haustechniker

programmieren die entsprechenden

Schließanlagen für die vorgesehene

Nutzung. Die dazugehörigen Transponder

können über Terminals Tür- und

Torantriebe, Fahrstühle oder Schranken

ansteuern. Für vielfach genutzte Turnhallen

können Vereine Transponder mit zeitlicher

Autorisierung erhalten. Auch ein

einmaliges Freischalten einer Tür für eine

bestimmte Zeit ist möglich und erlaubt

Vereinsmitgliedern, den ausgewählten Bereich

zu betreten, bevor die Tür wieder

automatisch verriegelt wird.


Beatrix Drescher

Öffentliche Einrichtungen haben hohe Sicherheitsanforderungen. Kein Wunder:

Dort kommen viele Menschen zusammen, und es wird mit vertraulichen Daten

agiert. Lösungsansätze gibt es für unterschiedliche Bedürfnisse.

GfS SMARTDisplay

Um wertvolle Informationen ebenso

wie Schülerinnen und Schüler

oder Lehrerinnen und Lehrer zu

schützen, lohnt es sich, bei Schließsystemen

genau hinzuschauen.

VdS-BrandSchutzTage 2022

am 7. und 8. Dezember in der Koelnmesse

Mechanische Schließanlagen sind gerade

bei Rathäusern oftmals für kleinere

Mitarbeiterzahlen geeignet, bei denen die

Anzahl der vergebenen Schlüssel gering

ist. Je nach Ort und Nutzung geraten

FACHMESSE I FACHTAGUNGEN I THEMENFOREN

Wir entwickeln individuelle Brandschutzlösungen

für private, gewerbliche und

kommunale Auftraggeber.

Anzeigepaneel zur Fluchttürüberwachung

7 Zoll Touch-Farbdisplay

Zugriffssicherung per Code-Tastatur

Bis zu 64 Endgeräte

Türenliste mit Statusanzeige

BUS-Datenleitung

NEU

Wir erklären‘s Ihnen:

Unser Beraterteam steht Ihnen

Mo. – Do.: 8.00 – 17.00 Uhr

Fr.: 8.00 – 14.00 Uhr

zur Verfügung

040-7 90 19 50

G eballtes Fachwissen für Brandschutz-Verantwortliche in Wirtschaft, Kommunal- und Bauverwaltung

8 hochkarätige Fachtagungen zum baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutz

Internationale Fachmesse mit Themenforen und VdS-BrandSchutzTalk

Der große Branchentreff

Wir freuen uns auf Sie!

vds-brandschutztage.de

sinfiro.de

Sicherheit an Türen

www.gfs-online.com


Sicherheit

Technik & Innovation

Polizeipräsenz bei Demonstrationen soll

emotionales Überkochen verhindern

– manches kann aber auch durch

Offenheit und Transparenz aufgefangen

werden, sagt Günter Knappe.

DER AUTOR

Günter Knappe ist als Journalist und

Kommunikationsexperte Berater von

Unternehmen und Institutionen. Mit

seiner Agentur Knappe1A verantwortete

er unter anderem die gemeinsame

Krisenkommunikation von Stadt und

Landkreis Karlsruhe während der

Corona-Pandemie.

Krisenkommunikation

Eingestellt auf die

heiß-kalte Jahreszeit

Kommunen sollten sich auf einen „Wut-Winter“ vorbereiten, empfiehlt Kommunikationsexperte

Günter Knappe. Agieren, nicht reagieren – das ist einer

seiner Tipps. Ebenso: Den Dialog suchen und ansprechbar sein.

Corona, Krieg, Klima, Energie –

wenn es derzeit den deutschen

Kommunen an etwas nicht mangelt,

dann an nie da gewesenen Herausforderungen.

Es häufen sich mittlerweile

die Situationen, in denen die Kommunen

zwar gefordert sind, Krisenkommunikation

zu betreiben, aber selbst keinen bis

wenig Einfluss auf deren Entstehung und

Bekämpfung haben. In diesem Spannungsfeld

agieren die Verwaltungen von

Gemeinden, Städten und Kreisen spätestens

seit dem Frühjahr 2020 ohne Pause.

Ein ganzes ABC ließe sich aus Schlagworten

zusammenstellen, die das kommunikative

Hamsterrad beschreiben, aus dem

Fotos: Adobe Stock/Wirestock, Fokussiert

sich die Pressestellen und Kommunikationsverantwortlichen

in den letzten Monaten

kaum befreien konnten. Mit dem

„Wut-Winter“ bauen extreme Akteure

aus dem politischen Spektrum derzeit

ein politisches Drohszenario auf, das alle

staatlichen Ebenen und Stellen vor

enorme kommunikative Hürden stellen

wird. Ausöser sind die geballten Folgen

von Ukraine-Krieg, Energiekrise, Inflation

sowie Pandemie – Experten erwarten

Proteste und Mobilisierungsaktionen

einschlägiger Szenen wie zum Beispiel

der „Querdenker“. Der Verfassungsschutz

hat dafür in diesem Jahr sogar

eine neue Kategorie eingeführt: sogenannte

Delegitimierer, die jede Möglichkeit

nutzen, die Demokratie und unseren

Zusammenhalt zu hinterfragen.

Diesem Angriff auf das Vertrauen in

staatliche Institutionen gilt es entschieden

entgegenzutreten. Aus Sicht der

Kommunen kann nur eine strategisch

abgestimmte und – sehr wichtig – transparente

Krisenkommunikation dafür

sorgen, im „Wut-Winter“ nicht unter die

sprichwörtlichen Räder zu geraten.

FRISCHE IDEEN BRINGEN GUTE

ERGEBNISSE

Es kann sinnvoll sein, sich externe Hilfe

an Bord zu holen: Experten, die mit

Blick von außen auf Zusammenhänge

und Zielgruppen schauen; Partner, die

bei der kommunikativen Positionierung

von Entscheidungsträgern unterstützen

und frische Ideen zur Gestaltung von

Formaten und Kanälen einbringen.

Die Stadt Karlsruhe hat damit gute

Erfahrungen gemacht: Sie hat in der

Corona-Pandemie angefangen, virtuelle

Pressekonferenzen mit dem Oberbürgermeister

abzuhalten und sie als Videomitschnitt

im Anschluss zu veröffentlichen.

Diese ungewohnte Praxis

führte zu verblüffenden Reaktionen:

Teils erreichten die Aufzeichnungen, in

denen sich die Stadtverwaltung und ihr

Oberhaupt den kritischen Fragen der

Pressevertreter stellten, auf YouTube bis

zu 2000 Aufrufe – durchaus ein Spitzenwert.

Auch Kommentare und andere

Rückmeldungen formulieren eindeutig,

dass diese transparente Kommunikationspraxis

außerhalb des „Hinterzimmers“

gut ankommt.

Kommunen sind außerdem gut beraten,

wenn sie sich angesichts der unbequemen

Situation nicht gegenüber

dem Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern

verschließen und ihre Krisenkommunikation

mit einem inklusiven Anspruch

gestalten. Menschen und Interessensgruppen

mitnehmen, vor Ort

ansprechbar sein – das ist das Gebot

der Stunde.

Die Pressestellen der Kommunen und

ihre Verantwortlichen sollten darauf

achten, mit ihrer Arbeit vor das Geschehen

zu kommen und nicht ins Hintertreffen

zu geraten: Agieren, nicht reagieren.

Wenn sich Engpässe oder Problemstellen

auftun, lohnt es sich immer,

sie anzusprechen, bevor es andere tun

– schließlich möchte jeder als Teil der

Lösung und nicht als Teil des Problems

wahrgenommen werden.


Günter Knappe

ZEIT / ZUTRITT / WEB-PORTAL / BAUHOFLÖSUNGEN

www.aida-orga.de

MOBILE LEISTUNGSERFASSUNG

ZUTRITTS-

STEUERUNG

PERSONAL-

EINSATZPLANUNG

ZEITERFASSUNG

ZEITWIRTSCHAFT

ERFASSUNG

SELFSERVICE

+ WORKFLOW

MOBILE

DATENERFASSUNG

AIDA ORGA GmbH

Gültlinger Str. 3/1

75391 Gechingen

Tel.: 07056 / 92 95-0

E-Mail: info@aida-orga.de

Eine Welt, die deutlich unberechenbarer, unübersichtlicher, anstrengender und auch teurer wird,

braucht dringend Verständigung und Reflexion – so die Erfahrung des Kommunikationsexperten.

der gemeinderat 9/22


Technik & Innovation

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Technik & Innovation

blueSmar t.

Kontrolle

ist alles.

Wer, wann, wo Zutritt erhält – mit der

elektronischen Zutritts organisation

blueSmart von Winkhaus haben Sie

die volle Kontrolle.

blueSmart Vorteile

+ Schlüsselbetätigtes System

+ Nahezu kontakloses Öffnen

von Türen

+ Batterielose und desinfizierbare

Schlüssel

+ Flächenbündige Schließzylinder

+ Virtuelle Netzwerk-Technologie

+ Intelligente Befehlsverbreitung

+ Zutrittsberechtigungen per

App empfangen und übertragen

+ Rückprotokollierung von

Komponentendaten an die

Verwaltungssoftware

+ Online-Komfort zum Offline-Preis

+ Für jede Tür den passenden

Komponententyp

Fluchtwegtüren und -fenster überwachen

Das Unternehmen GfS – Gesellschaft für

Sicherheitstechnik ist Anbieter von einfach

zu installierenden, robusten Fluchtwegsicherungslösungen.

Nun verstärkt

die Firma ihr Portfolio im Segment der

Türsicherungen. Denn ob Rathäuser,

Schulen oder Betriebshöfe – überall dort,

wo Gebäude weitläufig sind und es viele

Notausgänge abzusichern gilt, gebe es

laut Unternehmen das Bedürfnis, von

einem zentralen Punkt aus die Fluchtwegtüren

und -fenster in der Gebäudehülle

zu überwachen.

Eine Lösung bietet das GfS SMART-

Display. Auf dem 7“ Touch-Farbdisplay

Auf dem GfS SMARTDisplay mit 7“ Touch-

Farbdisplay werden verschiedene Alarmzustände

der Fluchttür- und Fensterüberwachung

angezeigt.

Prozesse sicher digitalisieren

Foto: GfS

Auch im HR-Bereich ist die Digitalisierung

zu einer richtungsweisenden Aufgabenstellung

geworden. Die Firma

Aida bietet Kunden die Vorteile von

digital gestützten Verwaltungsabläufen

– sei es für die Zeitwirtschaft, für

Abwesenheitsplanung oder papierloses

Antragswesen. Zur gleichberechtigten

Teilnahme aller Beschäftigten gibt es

vielfältige Buchungsmöglichkeiten –

und mit dem Virtuellen Personalbüro

auch ein modernes, nach Maßgaben

der BITV 2.0 barrierefrei gestaltetes

Web-Portal.

Der Aida Webservice lasse sich laut

Unternehmen unter anderem durch

SingleSignOn (SSO) gut in bestehende

Portallösungen integrieren, um die Sicherheit

personenbezogener Daten und

werden verschiedene Alarmzustände

der Fluchttür- und Fensterüberwachung

wie Notauf, Daueroffen, Tür-zu-lange-

Offen und Sabotage angezeigt, unter

Angabe des genauen Standorts. Ein Notauf

erzeugt einen leisen, Aufmerksamkeit

erzeugenden akustischen Alarm,

der am Touch-Display quittiert werden

kann. In einer weiteren Ausbaustufe

wird es möglich sein, einzelne Türen

oder auch Gruppen von Türen von der

Zentrale aus für die berechtigte Begehung

freizuschalten.

Nutzer des GfS SMARTDisplays können

im User-Interface bequem Türenlisten

erstellen und ändern. Dadurch

werden die automatisch eingelesenen

Bus-Adressen geordnet und nutzerfreundlich

beschriftet. Das führe zu

einer Plug-and-Play Lösung mit maximalem

Komfort, so GfS. Geschützt wird

die Eingabe der Türenlisten durch einen

kundenspezifischen PIN-Code. Das GfS

SMARTDisplay sei damit und dank seines

geschmackvollen Designs auch für

Bereiche mit Publikumsverkehr geeignet.

Zusätzlich können am GfS SMART-

Display Statistiken und Logfiles ausgelesen

werden.

www.gfs-online.com

den Aufwand in der IT zu minimieren.

Die Webanwendung ist modular aufgebaut

und individuell anpassbar.

www.aida-orga.de

Ziel des modular aufgebauten und individuell

anpassbaren Web-Portals von Aida ist die

erfolgreiche Digitalisierung des HR-Bereichs.

Foto: Aida Orga

Foto: Martin Duckek Fotografie, Ulm

„Erlebnisreich Wohnen Balingen“: Ein wesentlicher Bestandteil der positiven Projekterfahrungen

war, dass alle Beteiligten an einem Strang gezogen haben.

Brandschutz im Holzbau

Das Unternehmen Sinfiro verweist darauf,

dass der Holzbau bezüglich seiner

Brandfestigkeit immer noch mit Vorbehalten

kämpfe. Die Antwort von Sinfero:

Holz ist zwar brennbar, aber diese

Eigenschaft schließe die Verwendung

mit entsprechenden Maßnahmen nicht

aus.

Im Wesentlichen gelte es, im Holzbau

zu verhindern, dass sich trotz Oberflächen-

oder Querschnittsveränderungen

von Bauteilen im Rahmen des Abbrandes

ein Feuer und der Rauch ausbreiten

können. Schwierig werde der Brandschutz

im Holzbau allerdings erst ab

einer Gebäudehöhe von mehr als sieben

Metern, also für die Gebäudeklassen 4

und 5. Für diese Bauten gelten baurechtlich

weitergehende Vorgaben.

Einen möglichen Lösungsansatz für

den Brandschutz im Holzbau der Gebäudeklasse

4 mit sichtbaren Holzoberflächen

in Verbindung mit einem flexibel

nutzbaren, über alle Geschosse

führenden Atrium zeige das Projekt

„Erlebnisreich Wohnen Balingen“. Der

Wunsch nach einfachen Lösungen,

möglichst wenig Anlagentechnik und

flexibler Nutzungsmöglichkeit war Bestandteil

der Brandschutzplanung. Die

Anforderung, die Konstruktion und

somit das verwendete Material Holz

sichtbar zu belassen und zeigen zu

können, war ebenfalls Teil der Aufgabenstellung.

Der dreigeschossige Neubau beherbergt

29 Wohneinheiten. Vom Erdgeschoss

bis in das zweite Obergeschoss

wurde in der Gebäudemitte das Atrium

ausgeführt, das als Ort der Zusammenkunft

und Kommunikationsbereich für

die Gebäudenutzer dient. Zu den Wohnungen

sind vom Atrium aus Massivholzwände

mit Öffnungen (Türen und

Fenster) ausgeführt. Zu den Außenbereichen

ist das Atrium verglast.

Das positive Projektfazit von Sinfiro:

Wenn alle Beteiligten, einschließlich

der Genehmigungsbehörde und Brandschutzdienststelle,

an einem Strang ziehen,

führe dies zum Erfolg. Erforderlich

sei dafür eine intensive Abstimmung,

um die noch vorhandenen Vorbehalte

im Brandschutz gegenüber dem Baustoff

Holz auszuräumen.

VIELVERSPRECHENDE ERFAHRUNGEN

Der moderne Holzbau sei dem klassischen

Massivbau bereits in weiten Teilen

ebenbürtig, so die Brandschutzexperten.

Noch bedürfe es aber vieler

Erfahrungswerte bei Planern und Baurechtsbehörden

im Holzbau, die zum

Beispiel durch Referenzobjekte gewonnen

werden können. Dazu sei von den

Projektbeteiligten Offenheit auch gegenüber

alternativen Nachweisverfahren

und auf den ersten Blick unkonventionellen

Ansätzen erforderlich.

Das gemeinsame Erarbeiten von projektbezogenen

Regeldetails wird zukünftig

im Planungsprozess an Relevanz

gewinnen, davon ist man bei Sinfero

überzeugt. Die Forschung sei seit

einiger Zeit dabei, den Holzbau mit

validierten Grundlagen zu versorgen,

die in den Projekten übernommen und

dort angewandt werden können.

Die Fertigungsmethoden fordern im

Holzbau ein großes Maß an Planungstiefe

und Sorgfalt, bieten dafür aber eine

hohe Genauigkeit. Dies solle sich der

Brandschutz zunutze machen zum Beispiel

aufgrund der Genauigkeit von Bauteilfügungen

bei der Fugenausbildung

für Lösungen, mit denen der Übertrag

von Feuer und Rauch verhindert wird.

www.sinfiro.de

VIELSEITIGE

ZUTRITTSLÖSUNGEN

–––

FÜR JEDEN ZUTRITTSPUNKT

Vielfältige Beschläge, Schlösser, Zylinder

und Wandleser für Türen aller Art sowie

Aufzüge, Zufahrten, Tore, Möbel u.v.m.

–––

FÜR MASSGESCHNEIDERTE SYSTEME

Flexible Kombination von virtueller Vernetzung,

Funkvernetzung, Mobile Access,

Online- und Cloud-Systemen.

–––

FÜR EFFIZIENTEN BETRIEB

Optimierte digitale Prozesse durch Integration

mit Drittsystemen sowie Einbindung in

die vorhandene IT- und Systemlandschaft.

SECURITY ESSEN, 20.– 23.9.2022

HALLE 6, STAND 6B27

LIGHT + BUILDING, 2.– 6.10.2022

FRANKFURT, HALLE 8.0, STAND E90

82 winkhaus.de

der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22

SALTO Systems GmbH

www.saltosystems.de

83


Anzeige

Advertorial

Woran erinnern Sie sich gerne im Rahmen

dieser Städtepartnerschaft?

Dr. Fassbinder: In Pomerode leben Nachfahren

der Pommern, die im 19. Jahrhundert die Region

verlassen haben. Wir hatten einmal eine

Delegation aus Pomerode zu Gast, die in Pommern-Platt

mit unseren Leuten sprechen konnte.

Das heißt: Jemand kommt aus Brasilien und

spricht Plattdeutsch mit uns. Das war ein emotionaler

Moment, der die historische Tiefe dieser

Partnerschaft aufzeigt. Zudem lernen wir das

Thema Klimaschutz aus der Perspektive des

Globalen Südens kennen. Das ist das Bereichernde

bei diesen Partnerschaften.

Was würden Sie anderen deutschen Städten

mit auf den Weg geben, die mit dem Gedanken

spielen, eine solche Klimapartnerschaft mit

einer Stadt aus dem Globalen Süden einzugehen?

Dr. Fassbinder: Ich kann es nur jeder Stadt

empfehlen. Beide Partner können ihre Erfahrungen

einbringen, weil wir als kommunale Praktiker

die Themen kennen: Menschen unter anderem

mit Strom, mit Wasser, mit Straßen, mit

Bildungund mit Kultur zu versorgen. Das sind

Themen, die weltweit die gleichen sind. Da können

wir uns gegenseitig unterstützen und voneinander

lernen. So können wir den Blick auf

unsere Welt schärfen. Das ist auf jeden Fall

bereichernd.

Gegenseitige Unterstützung: Die Stadt Greifswald hat eine Klimapartnerschaft mit der brasilianischen

Stadt Pomerode.

Ein schärferer Blick auf die Welt

Dr. Stefan Fassbinder vertritt als Oberbürgermeister

die Stadt Greifswald. Er äußert sich

über die Vorteile der Städtepartnerschaft mit

der brasilianischen Stadt Pomerode.

Greifswald ist entwicklungspolitisch sehr aktiv.

Wie kam die Partnerschaft mit der brasilianischen

Stadt Pomerode zustande?

Dr. Fassbinder: Wir sind im internationalen

Austausch sehr aktiv. Die Partnerschaft mit

Pomerode gibt es schon seit 21 Jahren und wir

kooperieren auf kultureller Ebene, auf Unternehmensebene

und auf Universitätsebene.

Wir haben uns im Jahre 2014 gemeinsam

um das Förderprojekt „Klimapartnerschaften“

der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt

von Engagement Global beworben. Das ist bis

heute eine feste Säule unserer Zusammenarbeit.

Was sind die genauen Kooperationsfelder

dieser Partnerschaft?

Dr. Fassbinder: Das ist vor allem das Thema

Radverkehr. Dort sind wir in Greifswald seit vielen

Jahren deutschlandweit vorne dabei. Pomerode

möchte sich auf den Weg machen, mehr

Menschen für das Radfahren zu begeistern.

Ganz konkret fördern wir den Ausbau der Radinfrastruktur

in Pomerode und erfassen dabei

auch die Verkehrsmittelwahl. Weitere Pfeiler der

Zusammenarbeit sind die Umweltbildung und

die Umrüstung auf LED-Beleuchtung.

Was sind die Pläne für die Zukunft?

Dr. Fassbinder: Wir haben eine Nachhaltigkeitsstrategie

in Greifswald verabschiedet, und darüber

wollen wir jetzt mit Pomerode in einen Dialog

treten. Beide Städte sind sehr daran interessiert,

weitere Projekte anzugehen.

Engagement Global gGmbH

Service für Entwicklungsinitiativen

Friedrich-Ebert-Allee 40

53113 Bonn

Tel.: 0228 20 717-2670

E-Mail: info@engagement-global.de

www.engagement-global.de

Foto: Engagement Global gGmbH

Kommunen bewegen viel

Kommunen bewegen viel

beim Klimaschutz – egal ob

beim Klimaschutz egal ob

in Pommern oder Pomerode.

in Pommern oder Pomerode.

Dr. Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister von Greifswald

Dr. Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister von Greifswald

Seit 2016 verbindet eine kommunale Klimapartnerschaft die Stadt Greifswald mit

Seit Pomerode 2016 in verbindet Brasilien. Ob eine zu kommunale Radwegesystemen Klimapartnerschaft oder nachhaltigen die Sperrmüllprojekten: Stadt Greifswald mit

Die

Pomerode Gemeinden in tauschen Brasilien. Ideen Ob zu aus Radwegesystemen und unterstützen oder sich nachhaltigen bei der Umsetzung Sperrmüll neuer pro jekten: Projekte.

Die

Gemeinden Wenn auch tauschen Sie sich mit Ideen Ihrer aus Kommune und unterstützen für lokale sich Nachhaltigkeit bei der Umsetzung und eine neuer gerechtere

Projekte.

Globalisierung Wenn auch Sie einsetzen sich mit möchten, Ihrer Kommune berät, vernetzt für lokale und Nachhaltigkeit fördert Sie dieund Servicestelle eine gerechtere

Kommunen

Globalisierung in der Einen einsetzen Welt. möchten, info@service-eine-welt.de berät, vernetzt und | fördert www.service-eine-welt.de

Sie die Servicestelle Kommunen

in der Einen Welt. info@service-eine-welt.de | www.service-eine-welt.de

mit ihrer

mit ihrer

im Auftrag des

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt ist Teil von ENGAGEMENT GLOBAL und arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums

im Auftrag des

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die ENGAGEMENT Servicestelle GLOBAL Kommunen gGmbH in der | Service Einen für Welt Entwicklungsinitiativen ist Teil von ENGAGEMENT | Friedrich-Ebert-Alle GLOBAL und arbeitet 40 | 53113 im Bonn Auftrag | www.engagement-global.de

des Bundesministeriums

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH | Service für Entwicklungsinitiativen | Friedrich-Ebert-Alle 40 | 53113 Bonn | www.engagement-global.de

Foto: Martin Magunia


Wirtschaft & Finanzen

Beschaffung

Rohstoffgewinnung entlang internationaler Lieferketten

große Risiken bei Produkten, die Städte und Gemeinden

einkaufen. So kommt es in vielen sogenannten sensiblen

Produktgruppen – auch schon während des Herstellungsprozesses

– zu Umweltverschmutzung oder zur Verletzung

von Arbeits- und Menschenrechten. Dazu gehören Textilien,

landwirtschaftliche Produkte wie Lebensmittel oder Holz,

Spielwaren und Sportgeräte, Natursteine und IT-Produkte.

Werden dagegen soziale und ökologische Kriterien beim

Einkauf berücksichtigt, führt dies zu einer Steigerung der

Nachfrage nach nachhaltigen Produkten. Dies stärkt Hersteller,

die bereits nachweislich unter besseren Bedingungen

produzieren, und schafft Anreize für alle Händler und Hersteller,

Arbeits- und Umweltschutz bei ihrem eigenen Einkauf

oder der Produktion zu berücksichtigen. Auf diese

Weise wirkt die öffentliche Nachfrage wie ein Hebel, der das

Potential hat, den Markt zu lenken und damit zu besseren

Produktionsweisen beizutragen.

Arbeitskleidung, Baustoffe, Tablets: Es

sind vielfältige Themen- und Beschaffungsfelder,

bei denen die öffentliche

Hand Vorbild sein und sogar den Markt

lenken kann, so Tim Stoffels.

DER AUTOR

Tim Stoffel ist Experte für nachhaltige

öffentliche Beschaffung und Geschäftsführer

für Bündnis 90/Die Grünen im

Rat der Stadt Bonn.

Nachhaltigkeit

Kommunen können

starke Akzente setzen

Die öffentliche Hand kauft im Jahr für 500 Milliarden Euro ein. Davon entfallen

über 50 Prozent auf Kommunen. Tim Stoffel erläutert, warum es sich lohnt, die

kommunale Vergabe nachhaltig zu gestalten, und wie die Umsetzung gelingt.

Was Städte und Gemeinden einkaufen,

ist so vielfältig wie

ihre Aufgaben: Das reicht von

Baustoffen über Büromöbel oder Textilien,

zum Beispiel Arbeitsbekleidung, bis

hin zu IT-Hardware wie Computer,

Smartphones und Tablets. Bei der Herstellung

dieser Produkte kommt es häufig

zu negativen Folgen für die Umwelt und

für die Menschen, die diese Produkte herstellen.

Durch die Berücksichtigung von sozialen

und ökologischen Kriterien bei Ausschreibungen

können diese Folgen aber

vermindert oder ganz vermieden werden.

Auch der CO 2

-Fußabdruck einer Kommune

lässt sich so reduzieren.

ANREIZE FÜR UNTERNEHMEN GEBEN,

DIE NACHHALTIG PRODUZIEREN

Neben den gängigen Nachhaltigkeitskriterien

– zum Beispiel bei elektrischen

Geräten auf einen niedrigen Verbrauch zu

achten –, bergen gerade Herstellung und

Foto: Adobe Stock/Monkey Business

ÖKOLOGISCHE UND SOZIALE KRITERIEN

Anders als private Unternehmen oder Endverbraucherinnen

und -verbaucher müssen sich Kommunen als öffentliche

Auftraggeber an das Vergaberecht halten und vor allem für

einen fairen Wettbewerb sorgen. Mittlerweile steht ein fairer

Wettbewerb aber sozialen sowie ökologischen Anforderungen

nicht mehr im Weg.

Veränderte Regulierungen der Europäischen Union und

das reformierte Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen

(GWB) ermöglichen die Einbeziehung von sozialen, ökologischen

und innovativen Kriterien in allen Phasen der Beschaffung.

Viele Landesvergabegesetze gehen sogar einen

Schritt weiter und machen zum Beispiel die Einhaltung der

Internationalen Kernarbeitsnormen zur verpflichtenden Bedingung

für öffentliche Ausschreibungen.

Die rechtliche Freiheit, Nachhaltigkeitskriterien im unterschwelligen

und oberschwelligen Bereich des Vergaberechts

zu berücksichtigen, beantwortet aber noch nicht die Frage

der konkreten Umsetzung. Viele Kommunen erlassen Ratsbeschlüsse,

mit denen sie sich zu einer nachhaltigen Beschaffung

verpflichten. Dadurch gibt es einen politischen

Auftrag und auch politischen Rückhalt, wenn es um die

Umsetzung geht. Eine entsprechende Vergabeordnung kann

zudem in dezentral organisierten Beschaffungsstrukturen

für die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in kommunale

Ausschreibungen sorgen.

Mit oder ohne Ratsbeschlüsse können viele Produkte recht

unkompliziert und oft kostenneutral nachhaltiger eingekauft

werden. Ökologisch angebauter und fair gehandelter

Kaffee ist zwar fast immer teurer als ein konventionelles

Produkt. Aber gerade bei komplexeren Gütern muss Nachhaltigkeit

nicht immer zu höheren Ausgaben führen. Kommunale

Pilotprojekte wie die Ausschreibung von öko-fairer

Arbeitsbekleidung und Brandschutzbekleidung zum Beispiel

durch die Stadt Bonn weisen keine oder nur geringe

Mehrkosten auf.

Einer der einfachsten Wege führt dabei über Gütezeichen,

von denen die Einhaltung bestimmter Stan-

„ Wir lernen jetzt für die

digitale Zukunft. Und das

soll Schule machen.“

Fördern, was NRW bewegt.

Manfred vom Sondern, Chief Digital Officer von

Gelsenkirchen, macht seine Heimatstadt zur

digitalen Vorzeigekommune. Dazu gehören

modern ausgestattete Schulen und Klassenzimmer

mit interaktiven Whiteboards. Ermöglicht durch: die

NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen.

Die ganze Geschichte unter:

nrwbank.de/gelsenkirchen

86 der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22


Wirtschaft & Finanzen

Beschaffung

Parlament & Verwaltung

ONLINE

Orientierung bei Beschaffungsprozessen

bieten Onlineportale, zum Beispiel:

www.kompass-nachhaltigkeit.de

www.siegelklarheit.de

Kehrmaschine im Herbsteinsatz: Bei

Kommunalfahrzeugen gibt es viel

Raum für nachhaltiges Beschaffen – in

diesem Themenfeld sind viele Hersteller

auch bereits mit auf dem Weg.

dards bei der Herstellung von Produkten

garantiert wird. Die Vorteile sind dabei

die eindeutige Auflistung der Standards

und die Kontrolle durch unabhängige

Dritte. Orientierung bietet die Plattform

www.siegelklarheit.de, auf der Informationen

zu Nachhaltigkeitskriterien und

deren Nachweise zu finden sind. Für

nachhaltige Büromaterialien gibt es zum

Beispiel den Blauen Engel und das FSC-

Siegel, für nachhaltige Textilien das

GOTS-Siegel.

MIT POTENZIELLEN ANBIETERN FRÜHZEITIG

DEN DIALOG SUCHEN

Dort wo der Markt noch keine oder kaum

nachhaltige Alternativen zur Verfügung

stellt, ist es sinnvoll, potenzielle Bieter

auf die nachhaltige Ausrichtung der eigenen

Beschaffung hinzuweisen und mit

ihnen in den Austausch über Möglichkeiten

und Hindernisse für die Bereitstellung

nachhaltiger Produkte zu treten.

Dies kann auch in organisierter

Form über Bieterdialoge erfolgen, die oft

zur Vorbereitung von größeren Ausschreibungen

mit neuen Nachhaltigkeitskriterien

durchgeführt werden.

Nicht jede Kommune muss dabei das Rad

neu erfinden. Erste Schritte lassen sich

ganz einfach auf der Grundlage bereits

bestehender Ausschreibungen machen.

Um schnell Erfolge zu erzielen und Erfahrungen

mit nachhaltiger Beschaffung

zu sammeln, empfiehlt es sich, die

nächsten größeren Ausschreibungen auf

sensible Produktgruppen hin zu untersuchen.

Durch eine kurze Marktrecherche

kann festgestellt werden, ob es bereits

passende Gütezeichen gibt und

ebenso genügend Anbieter am Markt.

Über die Plattform www.kompass-nachhaltigkeit.de

können allgemeine Informationen

und Fallbeispiele zur rechtskonformen

Anwendung von zielführenden

Nachhaltigkeitsstandards herausgesucht

und auch gleich Beispielfirmen

identifiziert werden.

Zudem gibt es zahlreiche Unterstützungsangebote

von Seiten des Bundes,

des Umweltbundesamts, der Kompetenzstelle

für Nachhaltige Beschaffung und

der Servicestelle Kommunen in der Einen

Welt (SKEW). Auch Nichtregierungsorganisationen

wie Femnet, Südwind oder die

CIR können dabei helfen, erfolgreich

nachhaltig zu beschaffen.


Tim Stoffel

Foto: Adobe Stock/Nejron Photo

Was macht Kommunen attraktiv – was können sie in einem Vorstellungsgespräch bieten? Und auch:

Wie kann man Mitarbeitende motivieren, Führungspositionen zu übernehmen?

Personalmanagement

Wer bewirbt sich

eigentlich bei wem?

von Führungspositionen durch Mitarbeitende.

Es geht also darum, womit man

punkten kann.

WAS KÖNNEN SIE AN SICH BEWERBEN?

_ Was bieten Sie an interessanten

Aufgabenbereichen?

_ Wie sieht Ihr Konzept für die persönliche

und berufliche Entwicklung

Ihrer Mitarbeitenden aus?

_ Wer sind die Teammitglieder? Und

wie ist das Klima vor Ort?

_ Gibt es Routinen oder spezielle

Events, bei denen Mitarbeitende

zusammenkommen? Zum Beispiel

bei Angeboten der Gesundheitsförderung

oder in der Kantine?

_ Was ist mit Parkplätzen, Jobticket

oder Jobbike?

_ In welchem Rahmen sind Homeoffice,

Arbeit in Teilzeit und Sabbatical

möglich?

_ Wer steht zur Verfügung bei Fragen

zur Position?

Der Fachkräftemangel zeigt sich zunehmend – und kommunale Arbeitgeber müssen

sowohl neue Mitarbeitende von sich überzeugen als auch ihre Beschäftigten

binden. zfm-Beraterin Theresa Meister erklärt, wie das gelingen kann.

_ Gibt es Fortbildungen zu Führung –

auch für Mitarbeitende, die keine

Führungsposition innehaben?

Foto: Adobe Stock/dieter76

Aufbau und Inhalt von Stellenausschreibungen

im öffentlichen

Dienst folgen größtenteils demselben

Muster: Sie starten mit den Voraussetzungen,

die für die Position erforderlich

sind, dann folgt eine Vielzahl an

Aufgabenfeldern, die drängend darauf

warten, bearbeitet zu werden. Sie schließen

– mit Glück – mit dem Hinweis, dass

Unterlagen digital angehängt werden

können. Ab und an wird die Ausschreibung

noch um den ansprechenden Zusatz

„Daneben erwarten wir von den Bewerberinnen

und Bewerbern …“ ergänzt.

Dieser Standard bei Stellenausschreibungen

hat sich über die letzten Jahrzehnte

bewährt – mit Blick auf die heutige

Marktlage ist er jedoch nicht mehr

zeitgemäß. Der Markt an Stellenausschreibungen

ist enorm, wenn man sich

auf den größten Jobbörsen Deutschlands

wie monster.de oder arbeitsagentur.de

umschaut – und das über alle Branchen

hinweg. Der Markt an qualifizierten Bewerbenden

hingegen bietet das exakte

Gegenteil: Laut einer Studie des Ifo-Instituts

hat der Fachkräftemangel im Juli

2022 sogar einen neuen Höchststand erreicht.

Wenn man diese Ausgangslage berücksichtigt,

stellt sich die Frage: Wer bewirbt

sich hier eigentlich bei wem? So seltsam

es womöglich klingen mag: Arbeitgeber

sind nun diejenigen, die sich bewerben

müssen. Und das sowohl bei potenziell

neuen Mitarbeitenden, die man über Jobbörsen

erreicht, als auch bei denen, die

bereits in einem Haus aktiv sind. Denn

ausbleibende Bewerbungen auf vakante

Stellen sind nur ein Problem – außerdem

klagen auch immer mehr Organisationen

über einen Rückgang in der Übernahme

Viele Benefits abseits des Finanziellen besitzen

eine hohe Entscheidungsrelevanz

für Bewerbende. Schauen Sie sich um –

auch bei Kolleginnen und Kollegen aus der

Privatwirtschaft: Was bewerben sie?

Insgesamt geht es nicht mehr darum,

dass Sie eine Stelle bieten – sondern darum,

was Sie neben dieser Stelle noch

bieten und wie Sie das möglichst ansprechend

an Bewerbende herantragen.


Theresa Meister

DIE AUTORIN

Theresa Meister, Psychologin M.Sc., ist

Beraterin bei zfm – Zentrum für Management-

und Personalberatung in Bonn.

88 der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22

89


Parlament & Verwaltung

TOP-STELLENMARKT

Parlament & Verwaltung

Analoges Lernen bleibt, dazu kommen

digitale Angebote − und viele neue

Themen: Studierende befassen sich

unter anderem damit, wie man an

Fördermittel der EU und des Bundes

gelangt.

DER AUTOR

Falk Enderle ist freier Journalist mit

den Schwerpunkten Wirtschaft,

Kultur und Digitales.

Qualifizierung

Fit für die moderne

Arbeitswelt

Hochschulen vermitteln längst nicht nur mehr Wissen – ihr Ziel ist es auch,

kommunale Fach- und Führungskräfte auf die vielfältigen Herausforderungen

der hochdynamischen Gegenwart und auf die Zukunft vorzubereiten.

Die Herausforderungen unserer Zeit

sind enorm: Energiewende, Klimawandel,

Digitalisierung, Corona

– und nun der Krieg gegen die Ukraine.

Zahlreiche Folgen des Strukturwandels

und der sich überlappenden

Krisen lasten auf den Kommunen. Sie

brauchen gut ausgebildete Sachgebietsund

Abteilungsleiter, um die Folgen zu

bewältigen und die Kommunen fit für die

Zukunft zu machen.

Das betont Professor Patrick Sensburg

vom Fachbereich Allgemeine Verwaltung

der Hochschule für Polizei und Verwaltung

Nordrhein-Westfalen. „Gegenwärtige

Entwicklungen erfordern eine aktive Verwaltung,

die vorbereitet ist, administrative

Aufgaben und Arbeitsweisen an aktuelle

Entwicklungen anzupassen. Für den Bürgermeister

oder die Bürgermeisterin vor

Ort ist es wichtig, auf Führungskräfte

bauen zu können, die Themen auf die

Agenda setzen, Prozesse aktiv mitgestalten

und organisationsbezogene Entscheidungen

treffen.“

Sie müssen nach Meinung von Sensburg

ebenso das Rüstzeug für zukünftige Problemstellungen

erlernt haben, denn die

Welt von morgen werde wieder neue Herausforderungen

bringen. Wie geht die

Hochschule dabei vor? Die Studieninhalte

sollen die Lernenden darauf vorbereiten,

aktuelle Probleme mit Partnern aus Zivilgesellschaft

und Wirtschaft zu bewältigen,

Reformprozesse strategisch zu steuern

und aktiv daran mitzuwirken, erklärt

Sensburg. Unabdingbar dabei seien soziale

Kompetenzen, die bei der Übernahme

von Verantwortung für Menschen, Projekte

und Prozesse von Führungskräften

gefordert sind.

WEIT GEFÄCHERTE HOCHSCHULANGEBOTE

„Diese Entwicklung von Kompetenzen

des Verwaltungs- und Personalmanagements,

der Personalführung, von sozial-,

wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen

Fähigkeiten trägt dazu bei, die eigene

Verwaltungsorganisation zukunftsfähig

und bürgerorientiert aufzustellen“,

erklärt Sensburg. „Zudem berücksichtigt

der Master of Public Management die

wachsende Bedeutung der Europäisierung

für staatliches und kommunales Handeln.“

Entscheidend sei dabei, dass es nicht

nur um die Vertiefung von Wissen aus

vorangegangenen Studiengängen der Lernenden

geht, sondern um die Herausbildung

von Führungsfähigkeiten in allen

Themenlagen. Der MPM-Studiengang an

Foto: Adobe Stock/BalanceFormCreative

der HSPV in Gelsenkirchen ist interdisziplinär

ausgerichtet, um Fach- und Führungskräften

im öffentlichen Dienst eine

möglichst breite Wissensbasis mitzugeben.

Politische, gesellschaftsrelevante

und tagesaktuelle Themen werden in den

Modulen in Hausarbeiten und Masterarbeiten

aufgegriffen oder im Rahmen von

Verwaltungsmanagementprojekten von

einer Projektgruppe wissenschaftlich bearbeitet

und der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Durch den kontinuierlichen Austausch

mit Vertretern der Berufspraxis,

die bei der Gestaltung und Fortentwicklung

des Studiengangs beteiligt sind, gelingt

es, die Bedarfe in den Behörden

frühzeitig zu identifizieren und thematisch

zu integrieren“, so Sensburg. Ein

weiterer Mehrwert ist die Verbindung der

zukünftigen Führungskräfte untereinander:

Durch die Alumni-Struktur besteht

inzwischen ein Netzwerk von Führungskräften

über die Landesgrenzen und unterschiedlichen

Behörden hinaus.

Laut Dr. Daniel Zimmermann, Leitender

Studienmanager für den Masterstudiengang

Public Management an der

Werden Sie Moorund

Klimaschützer!

Gärtnern Sie torffrei!

Hier wird schon überall

torffrei gegärtnert

Weitere Infos unter www.NABU.de/moorschutz

Hochschule Ludwigsburg, wird in den

kommenden Jahren das Thema Digitalisierung

alles überlagern. „Natürlich gibt

es dafür Experten innerhalb der Verwaltungen,

aber dabei handelt es sich auch

um ein starkes Querschnittsthema.”

Der Druck auf die Kommunen, das Onlinezugangsgesetz

umzusetzen, ist hoch.

Daher ist das Thema mittlerweile nicht

nur im Modul E-Government und Verwaltungsinformatik

der Hochschule Ludwigsburg

zu finden, sondern auch in anderen

Bereichen. Dazu gehören die Verbindung

von Digitalisierung sowie Führung

und Führungsentwicklung. „Die

Tools dafür sind vorhanden, ebenso das

Wissen und die gesetzliche Grundlage“,

sagt Zimmermann. „Vieles hängt aber

vom politischen Willen in den Rathäusern

ab, dies zeigt auch die Forschung.“

Nach einem Reassessment der Studienmodule

setzt die Hochschule Ludwigsburg

weiterhin auf Europäisierung der Verwaltung

und Nachhaltigkeit. Hierbei soll es

um die Frage gehen, wie sich Kommunen

strategisch gegenüber der EU positionieren,

wie sie Politik aktiv gestalten, wie sie

12556

ArcoImages/J. de Cuveland

Quelle: elnariz - stock.adobe.com

Ab 1. Mai 2023 suchen wir:

Eine/n Erste/n

Beigeordnete/n (m/w/d)

Ab dem 23. September finden Sie

unter dormagen.de/bgo die offizielle

Ausschreibung. Der zu übernehmende

Geschäftsbereich umfasst Recht und

Ordnung; Bildung, Kultur und Sport

sowie Integration mit über 150

Mitarbeitenden.

nachhaltig agieren können und insbesondere

an Fördermittel der EU und des Bundes

gelangen.

„Wir sehen bei unseren berufsbegleitend

Studierenden eine enorme Belastung:

durch Corona, durch die hohe Zahl an Geflüchteten,

die betreut werden müssen,

und die Herausforderungen der Zukunft“,

fügt Zimmermann hinzu. „Daher legen

wir mit Coaching-Konzepten auch Wert

auf Selbstmanagement und Resilienz.“

Doch auch die Resilienz der Kommune

steht auf dem Programm: durch aktive

Wirtschaftsförderung, interkommunale

Zusammenarbeit und Möglichkeiten der

Bürgerbeteiligung. Das Studium schaffe

darüber hinaus Verbindungen, dies bestätigt

auch Daniel Zimmermann: „Das berufliche

Netzwerk, das sich im Studium

über Fachebenen hinweg bildet, wird von

unseren Studierenden genutzt und geschätzt.“

Ein Gewinn durch Austausch

von Informationen und Ideen in einer Zeit,

in der die kommenden Herausforderungen

nicht immer abzuschätzen sind – sei es in

den großen Städten oder in kleineren Gemeinden.


Falk Enderle

Sie interessieren sich für die zukünftige

Position der/des ersten Beigeordneten

(B 3 LBesO NRW) bei der Stadt Dormagen?

90 der gemeinderat 9/22


TOP Stellenmarkt für für kommunale

Das Karriereportal für den öffentlichen Dienst

Fach- und Führungskräfte

In Kooperation mit

Gestalten Sie als tatkräftige und innovative Führungspersönlichkeit unsere

historisch einzigartig geprägte Stadt!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Amtsleitung Stadtentwicklung und Stadtplanung (w/m/d)

In verantwortungsvoller Position gestalten Sie Lebensqualität vor Ort!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein*e

Erste Beigeordnete / Erster Beigeordneter (w/m/d)

Mit Ihrem Einsatz sichern Sie den Schutz der Landeshauptstadt Erfurt!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Amtsleitung Brandschutz, Rettungsdienst und

Katastrophenschutz (w/m/d)

Mit finanzwirtschaftlicher Expertise steuern Sie unseren Haushalt!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein*e

Beigeordnete/r und Stadtkämmerin/Stadtkämmerer (w/m/d)

Bringen Sie Ihre Ideen aktiv in die Entwicklung und Umsetzung neuer

Projekte ein!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Abteilungsleitung Umwelt und Abfall (w/m/d)

Entwickeln Sie unsere Innovative Stadt Lünen!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein*e

Beigeordnete / Beigeordneter (w/m/d) für die

Innovative Stadt Lünen

Gehen Sie kreativ voran für die naturnahe und lebenswerte

Entwicklung unserer Stadt!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Fachbereichsleitung Stadtentwicklung (w/m/d)

Führen Sie komplexe Bauprojekte zum Erfolg!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein*e

Technische Beigeordnete * Technischer Beigeordneter (w/m/d)

Gestalten Sie als Führungspersönlichkeit neue Arbeitswelten der Zukunft!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Geschäftsführung Interne Prozesse (w/m/d)

Als Gesicht des Hauses der Innovation wirken Sie in entscheidender

Position an der Zukunft unserer Region mit!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Geschäftsführung (w/m/d) für das „Haus der Innovation“

Interessiert? Bewerben Sie sich direkt bei der Beratungsgesellschaft zfm. Für einen ersten vertraulichen

Kontakt stehen Ihnen dort unter der Rufnummer 0228 265004 unsere Berater*innen

Julia Schwick, Waishna Jeyadevan und Roland Matuszewski gerne zur Verfügung.

Aktuelle Stellenangebote finden Sie unter: www.treffpunkt-kommune.de/top-stellenmarkt

Human Kapital

als Erfolgsfaktor

Weitere Informationen

finden Sie unter:

www.zfm-bonn.de


Produkte & Dienstleistungen

ANBIETER

Produkte & Dienstleistungen

Top-

Anbieter

BELEUCHTUNG

Lichtmasten

ELEKTROMOBILITÄT

Elektrotransporter

Grünflächenpflege

Grünflächenpflege mit System

PUBLIC DESIGN

Außenmöblierung

Gewerbliche Leitsysteme

AUSSENANLAGEN

Bodengitter

Belastbare Flächen

ohne Versiegelung!

» Parklätze

» Feuerwehrflächen

» Wege

» Bankette uvm.

BAUEN

Mauerwerk

ecoraster.de

So geht

Lichtmast heute!

Wartungsfrei, langlebig, sicher.

FUCHS Europoles GFK GmbH

Europoles-Straße 1

92318 Neumarkt i.d.OPf.

T: +49 9181 896 -1208

gfk@fuchs-soehne.de

gfk.fuchs-europoles.de

Prüfung & Messung von Masten

Wir prüfen für Ihre

Sicherheit!

FACHTAGUNG DRESDEN 2019

RAUM 1 STAND 12

Wir prüfen für Ihre Sicherheit

3D-Standsicherheitsprüfungen an Beleuchtungsmasten aller Art

Nach Nach DIN EN DIN ISO/IEC EN 17025 17025:2018 akkreditiert akkreditiert und DIN und ISO DIN 9001:2015 ISO 9001:2015 TÜV-zertifiziert.

TÜV-zertifiziert.

Standsicherheitsprüfungen

an Beleuchtungsmasten

aller Art

Nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018

akkreditiert und DIN ISO 9001:2015

TÜV-zertifiziert

REI-LUX Prüf-, Mess-,

Verfahrenstechnik GmbH & Co. KG

41812 Erkelenz, www.rei-lux.de

REI-LUX PRÜF-, MESS-, VERFAHRENSTECHNIK GMBH & CO. KG

REI-LUX Bernhard-Hahn-Straße PRÜF-, MESS-, 30a VERFAHRENSTECHNIK Tel. 02431 8051 GMBH 85, Fax &-89

CO. KG

41812 Erkelenz41812 Erkelenz www.rei-lux.de

BREITBANDAUSBAU

Glasfasernetze

Dienste

Software

Netz

Beratung

Die richtige

www.carrierwerke.de

Lösung

für alle, die

Internet wollen!

ZEICHEN

SETZEN.

E-Transporter aus Deutschland.

WES

tropos-motors.de

ENERGIEVERSORGUNG

Photovoltaik

GREEN

FREIFLÄCHENPHOTOVOLTAIK

Die Experten für

kommunale

Photovoltaikanlagen

Mäh- und Absaugtechnik

Vertikutieren, Mähen, Absaugen

– leistungsstark

– verschiedene Größen und Typen

Infos anfordern!

STOLL GmbH

Maschinenbau

Raiffeisenstr. 29

74592 Kirchberg

Tel. 07954 9880-0

Fax 07954 9880-30

info@stoll-landschaftspflege.de

Kanalgeräte und

Schachtregulierungen

Sicher

durch den

Winter

LAGER & BETRIEBS-

EINRICHTUNGEN

Feuerwehr & Rettungsdienste

Einsatzspinde & Garderoben

mit Schwarz-Weiß-Trennung

ÖFFENTLICHER RAUM

Vogelabwehr/-schutz

ZIEGLER Metallbearbeitung GmbH

Free Call 0800 100 4901 · info@ziegler-metall.de

www.ziegler-metall.de

projekt w

Systeme aus Stahl

Fahnenmasten

URBANE SYSTEME

Einhausungen für Abstellplätze

Fahrradüberdachungen vom Profi

• Individuell planbar

• Massiv und langlebig

• Anpassbar durch Baukastensystem

• Optional mit Dachbegrünung

• Offen oder abschließbar

• 100% made in Germany

Tel.: 05258 98280

www.projekt-w.de

info@projekt-w.de

Wartehallen

ks-original.de

info@ks-original.de

Hotline 0800 7002070

Modulbau

Ihr Breitband-Spezialist

für den Glasfaserausbau.

www.connectcom.de

info@connectcom.de

T +49 7022 9607 100

LÄSST ORTE AUFBLÜHEN:

UNSER SCHNELLSTES

GLASFASERNETZ.

deutsche-glasfaser.de/

kommunen

Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH

Am Kuhm 31 · 46325 Borken DG_2299_0

E-GOVERNMENT

DTVP Informationstechnik

Das Portal bietet umfassende

E-Vergabe für Vergabestellen

und unterstützt diese bei der

elektronischen Durchführung

von Vergabeverfahren

www.dtvp.de

Produktberatung Vergabestellen

Tel: 030 / 37 43 43 – 810

Fax: 030 / 37 43 43 – 822

E-Mail: vergabestellen@dtvp.de

WES Green GmbH

Europa-Allee 6 · 54343 Föhren

Tel. +49(0)6502 99994- 0

www.wesgreen.de

KOMMUNALTECHNIK

Akku- und Elektrowerkzeuge

MEHR POWER

MEHR MAKITA

WWW.MAKITA.DE

94 der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22

Obere Mühle 11

74906 Bad Rappenau

Tel.: 07066 / 99 20-0

www.beck-tec.de

Winterdienstgeräte und Technik

www.buchermunicipal.com

www.vogelabwehr.de

Nachhaltige Vogelabwehr

Bundesweit tätig

Tel. 0800 866 4000

PERSONAL

Zeitwirtschaft,

Zutrittsberechtigung

AIDA ORGA GMBH

Gültlinger Straße 3/1

75391 Gechingen

Telefon 07056 9295-0

Fax 07056 9295-29

www.aida-orga.de

info@aida-orga.de

AIDA bietet

umfangreiches Know-how

aus über

45 Jahren Erfahrung

und über

9.000 Kunden.

Hugo

Knödler GmbH

Weinstadt

Heinkelstrasse 44

71384 Weinstadt

Tel. 07151 / 99 51 60

www.fahnenmast.com

Fax. 07151/ 99 51 66

www.knoedler.de

Fahnenmasten, Absperrpfosten,

Fahrradständer, Alu-Leitern,

Reparatur von Fahnenmasten

Fahrradständer

Fahrradständer

Stadtmobiliar

Überdachungen

Johannes Teeken GmbH

Postfach 1307 • 29447 Dannenberg

T 05861 8440 • www.teeken.de

RATTENBEKÄMPFUNG

derschutzbox

Rattenbekämpfung per Funk

mit ToxProtect ®

www.knoedler.de

0911/131312-0

im Kanal

oberirdisch

NEU

oberirdisch

www.ball-b.de


Schädlingsbekämpfung

SOFTWARE

Kommunale Softwarelösungen

VERKEHRSTECHNIK

Absperrpoller / -pfosten

MARKT

Produkte & Dienstleistungen

Schädlingsbekämpfungsservices

für

Städte und Gemeinden

Vogelabwehrsysteme,

Bekämpfung von Nagern (auch giftfrei)

und Eichenprozessionsspinnern.

info@anticimex.de

RAUMSYSTEME

Container

Mobile Räume mieten.

Flexible Raumlösungen

für jede Branche.

www.container.de

www.anticimex.de

Freecall 0800 / 233 04 00

RECYCLINGPRODUKTE

Qualitätsprodukte aus

Recycling-Gummigranulat

Fallschutz und Zubehör

aus Recycling-Gummigranulat

kraiburg-relastec.com

PROSOZ Herten GmbH

Ewaldstr. 261 | 45699 Herten

Tel. (02366) 188-0

E-Mail: info@prosoz.de

www.prosoz.de

SPORT UND SPIEL

Eissport- und Solaranlagenbau

Public Design

– Absperrpoller/-pfosten

– Außenmöblierung

– Bänke

– Fahnenmasten

– Fahrradständer

Verkehrswesen

– Verkehrsplanung und ÖPNV

– Verkehrstechnik

Bremicker Verkehrstechnik GmbH

Telefon +49 881 642-0

Mail vertrieb@bremicker-vt.de

Top-

Anbieter

VERKEHRSWESEN

Beratung und Gutachten

Baustoffe

Grün, sozial, ästhetisch

Anfang 2022 realisierte die Gemeinschaftsschule

„Am Schlossplatz“ in Limbach

im Neckar-Odenwald-Kreis einen

Schulneubau zur Erweiterung der Raumkapazitäten

im Schulbetrieb. Dabei sollten

ästhetisch, ökologisch und sozial

konstante Freiraumstrukturen geschaffen

werden. Das wurde mittels eines „grünen

Klassenzimmers“ erreicht.

Zum Schuljahr 2021/22 wurde ein

neues Schulhaus mit modernster digitaler

Ausstattung und Wlan im gesamten

Schulgebäude eröffnet. Im Zuge der Neubaumaßnahme

wurde der Schulpausenhof,

der bisher auf der Vorderseite des

alten Schulgebäudes angesiedelt war, auf

die Gebäuderückseite verlegt. Hier entstand

eine rund 1000 Quadratmeter große

gepflasterte Schulhoffläche. Zentrales

Element im Schulhof ist das „grüne Klassenzimmer“:

ein mit Sandsteinquadersteinen

gefasstes Rondell, das am Rand

Foto: Adolf Blatt GmbH + Co. KG

entlang kreisförmig Sitzmöglichkeiten

und schattigen Aufenthaltsraum bietet.

Die Materialwahl für die Flächenbefestigung

fiel auf das sandsteingelbe Quadratund

Rechteckpflaster des Betonsteinwerks

Adolf Blatt.

www.blatt-beton.de

Die neu gestalteten Freiräume bieten ein sehr

gutes Umfeld für erfolgreiches Lernen im

„Grünen Klassenzimmer“.

Kommunaltechnik

Neue Modelle

Bei der GaLaBau-Messe Mitte September

in Nürnberg hat das Unternehmen Energreen

seine Maschinen präsentiert: Neben

Neu- und Weiterentwicklungen bei

Vorsatzgeräten war auch eine neue Baureihe

bei ferngesteuerten Geräteträgern

dabei.

Mit dieser Leistungsklasse will die

Firma den Wunsch zahlreicher Praktiker

nach mehr Leistung bei kompakten Abmessungen

erfüllen. Damit umfasse laut

Unternehmen die Robo-Baureihe nun

sechs starke Typen, die eine zielgerichtete

und wirtschaftliche Nutzung in verschiedensten

Einsatzbereichen ermöglichen.

Zudem wurden der kompakte RobiMINI,

der Bestseller RoboEVO in einer Variante

mit Vier-Meter-Ausleger sowie das „Kraftpaket“

RoboMIDI präsentiert.

www.energreengermany.de

SICHERHEIT

Zutrittskontrollsysteme

Straßenreinigung

Recycling

Modulbau

Modulgebäude für Bildung,

Arbeit, Pflege und mehr:

Industriell gefertigt –

maßgeschneidert ausgeführt.

www.cpbau.de

VIELSEITIGE

ZUTRITTSLÖSUNGEN

SALTO Systems GmbH

www.saltosystems.de

www.knoedler.de

Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG

Hessenweg 9

D-48157 Münster

Hamburg Berlin Halle Wissen

Düsseldorf Hamburg . Berlin Remseck . Halle ..

München

. Wissen

Düsseldorf Remseck ..

München

T. +49 251 4908- 0

zutrittsorganisation@winkhaus.de

www.winkhaus.de

Spielplatzgeräte

Spielplatzgeräte

der besonderen Art

SPOGG Sport-Güter GmbH

Schulstraße 27 · D-35614 Asslar-Berghausen

Tel. 06 44 3/81 12 62 · Fax 0 64 43/81 12 69

www.hally-gally-spielplatzgeraete.de

UMWELT

Versorgung

®

ENERGIE

INFRASTRUKTUR

INDUSTRIE

MOBILITÄT

bernard-gruppe.com

WEITERBILDUNG

Umweltklimaschutz

Weiterbildung

per Fernstudium

Gepr. Umwelt- und

Klimaschutzmanager/in (SGD)

Gepr. Energiemanager/in (SGD)

Studieren neben dem Beruf

Start jederzeit – an 365 Tagen

Start ohne Risiko –

der sgd-Testmonat

Jetzt Infos

anfordern!

www.sgd.de/

energie

Foto: Fiedler

Saubere Wege, Plätze und Flächen

Der Flächenreiniger FFR 1200 von Fiedler

eignet sich zum Reinigen von Straßen

und von Bodenflächen. Er arbeitet mit

oder ohne Absaugcontainer vom Trägerfahrzeug.

Der FFR 1200 kann unterschiedliche

Untergründe wie Betonplatten,

Asphaltflächen, Epoxidharz- sowie

Natursteinböden effizient säubern.

Er verfügt über zwei vierfach gelagerte

Rotorarme, die mit bis zu 350 bar als Heiß-

Der Flächenreiniger FFR 1200 verfügt über zwei

vierfach gelagerte Rotorarme, die mit bis zu 350

bar als Heiß- und Kaltwasserreiniger arbeiten.

und Kaltwasserreiniger arbeiten können.

Für besonders stark verunreinigte Flächen

gibt es die Möglichkeit, sie vorher mittels

einer Sprühleiste (zum Beispiel bei der

Entfernung von Ölspuren) einzusprühen.

Die Aufnahme des Schmutzwassers erfolgt

direkt hinter dem Flächenreiniger

über eine integrierte Saugleiste.

Mit seiner Arbeitsbreite von 1200 mm

und einem Arbeitsbereich von 2500 mm

empfiehlt das Unternehmen den Flächenreiniger

für alle, die große Flächen im

öffentlichen Bereich unterhalten müssen.

Von der Grundreinigung, Kaugummientfernung

(mittels Heißwasser), Ölspurbeseitigung

bis zur täglichen Unterhaltsreinigung

sei dieses Anbaugerät die optimale

Lösung. Insgesamt bietet Fiedler

Kunden eine komplette Palette von Anund

Aufbaugeräten im Kommunal-, Umweltbereich

und Winterdiensttechnik.

www.fiedler.de

Mehr Nachhaltigkeit

Ein flächendeckendes und einheitliches

System für Mehrwegverpackungen in der

Gastronomie in ganz Deutschland: Das

ist die Vision von Recup. Seit sechs Jahren

führt das Münchner Unternehmen das

gleichnamige Mehrwegsystem gemeinsam

mit Städten und Regionen ein – allein

2022 steht Recup mit 150 städtischen Akteuren

im Austausch, um für das Thema

Mehrweg zu sensibilisieren.

So lässt sich Mehrweg mit Recup umsetzen:

Zunächst nehmen die kommunalen

Akteure Kontakt mit der Firma auf

unter recup.de/fuer-staedte. Anschließend

finden Gespräche mit lokalen Gastronomiebetreibenden

über Mehrweg

statt. Als nächsten Schritt empfiehlt das

Unternehmen die Motivation zur Teilnahme

durch finanzielle Anreize. Zudem

sei es wichtig, Vorreiter in Sachen Mehrweg

hervorzuheben.

www.recup.de

Elektronische und mechanische Schließsysteme

für Objekte jeder Größenordnung.

kleusberg.de/modulbau

kleusberg.de/modulbau

kleusberg.de/modulbau

der gemeinderat 9/22

der gemeinderat 9/22

97


Vorschau der gemeinderat 10/22

Die nächste

Ausgabe

erscheint ab

24. Oktober

IMPRESSUM

der gemeinderat

Das unabhängige Magazin für

die kommunale Praxis

Herausgeber

pVS - pro Verlag und Service GmbH & Co. KG

Geschäftsführer Marcus Baumann,

Marc Becker, Tilmann Distelbarth

Verlagsleitung Beate Semmler (V.i.S.d.P.)

Schnelles Internet für alle

Um attraktiv für Bürgerinnen und Bürger und ebenso für Unternehmen zu bleiben,

machen Kommunen sowie Anbieter Tempo beim eigenwirtschaftlichen Breitbandausbau.

Zudem stehen Fördermittel von Bund und Ländern zur Verfügung. In unserer

Oktoberausgabe beleuchten wir den aktuellen Stand.

Fit für den Winter

Noch ist der heiße Sommer im Kopf, und

doch sollten Städte und Gemeinden jetzt

Geräte und Fahrzeuge fit für die kalte Jahreszeit

machen – denn nicht nur die Sommer,

auch die Winter werden extremer.

Wir zeigen, welche Fahrzeuge, Aufbauten

und Zusatzgeräte mit großen Schneemengen

fertig werden und was es beim Einsatz

von Streugut zu beachten gilt.

Foto: Adobe Stock/220 Selfmade studio

Extra: Schutz vor Viren

Jetzt aber kommt erst einmal der Herbst

– und mit ihm die Sorge vor einer erneuten

Coronawelle. Um Infektionen mit

dem Virus zu verhindern, können Kommunen

verschiedene Maßnahmen ergreifen.

Eine Möglichkeit: die Installation

von mobilen Luftreinigern. In der

nächsten Ausgabe stellen wir weitere

Maßnahmen vor.

Foto: Adobe Stock/Christian Schwier

Foto: Adobe Stock/Exclusive Dn

Leitung Produktmanagement Print & Digital

Lisa Hofmann-Vorbach

Chefredakteur Wolfram Markus

Redaktionsleitung Dr. Sabine Schmidt,

Dirk Täuber (Sonderthemen)

Redaktion Beatrix Drescher, Yannis Gaukel

(Volo.), Hannah Henrici

Leitung Sales Management

Michael Wilhelm Blaser

Sales Management

Jörg Benzing, Dagmar von Dahlen,

Daria Schiz-Salov, Sabrina Wenzel

Vertrieb

Christina Kircher (christina.kircher@pro-vs.de)

Layout und Grafik

Heilbronner Stimme Medienproduktion

Erscheinungsweise monatlich

Bezugsbedingungen

Der Einzelpreis beträgt 8,50 Euro

zzgl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Jahresabonnement: 95,50 Euro

inkl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Es gelten die Mediadaten Nr. 45

vom 1. Januar 2022

Verlags- und Redaktions an schrift

pVS - pro Verlag und Service

GmbH & Co. KG, Stauffenbergstraße 18,

74523 Schwäbisch Hall

Tel. 0791 95061-8300, info@pro-vs.de

Konto

Sparkasse Schwäbisch Hall–Crailsheim,

IBAN DE91 6225 0030 0005 2553 00

Druck und Herstellung

MÖLLER PRO MEDIA GmbH

Zeppelinstraße 6, 16356 Ahrensfelde

Tel. 030 41909-0, Fax 030 41909-299

Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise

– nur mit Genehmigung des Verlages.

Gedruckt auf umweltfreundlichem UltraMag

Plus Silk-Recyclingpapier aus 100% Altpapier,

zertifiziert mit den Umweltsiegeln „Der Blaue

Engel“, „EU-Ecolabel“, FSC- und PEFC-Siegel.

ISSN 0723-8274

SODA JET ®

SPRUDELNDE FRISCHE.

MEHR ENERGIE UND

GESUNDHEIT FÜR BÜROS,

PRAXEN ODER SCHULEN.

➜ immer verfügbar

➜ einfach installiert

➜ umweltschonend

➜ kostengünstig

➜ leistungsstark bis zu 2,6 l/min.

➜ mikrobiologisch geprüft vom TZW

nach Arbeitsblatt W 516 (4.2)

SODA JET ® ist eine Marke der Grünbeck

Wasseraufbereitung GmbH.

TIPP:

Trinkwasserspender

werden ab sofort staatlich

gefördert. Weitere Infos dazu

➜ www.sodajet.de/

foerderung

98 der gemeinderat 9/22


Unterschiedliche

Anforderungen –

eine intelligente

Lösung.

ÜBER

Copyright © 2022 Husqvarna AB (publ). Alle Rechte vorbehalten.

JAHRE

HUSQVARNA RIDER

HUSQVARNA RIDER

HUSQVARNA P500 Serie

Dank des frontmontierten Mähdecks und der Knicklenkung bieten

Husqvarna Rider eine optimale Manövrierbarkeit. Das Mähen um Bäume,

Sträucher oder unter Bänken ist sehr einfach. Husqvarna Rider vereinen

hohe Leistung und extreme Vielseitigkeit im kompakten, robusten Format.

Damit werden unterschiedlichste Anforderungen mit nur einer einzigen,

intelligenten Lösung gemeistert.

Überzeugen Sie sich selbst und besuchen Sie unseren Fachhändler!

Weitere Informationen finden Sie auf www.husqvarna.de

HUSQVARNA RIDER P520D

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!