Falstaff LIVING Nr. 07/2022
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ÖSTERREICHISCHE POST AG, PZ 17Z041047 P, FÜHRICHGASSE 8, 1010 WIEN<br />
<strong>LIVING</strong><br />
BETTEN-SPEZIAL<br />
TRICKS FÜR EINEN<br />
GUTEN SCHLAF<br />
STILSICHER<br />
DAS REVIVAL<br />
DER HAUSBAR<br />
TEPPICHDESIGN<br />
JAN KATH IM<br />
INTERVIEW<br />
7/<strong>2022</strong> WWW.FALSTAFF-<strong>LIVING</strong>.COM € 7,–<br />
9 004524 129408<br />
<strong>07</strong><br />
COOLE COUCHZONE<br />
DEKORATIVE SITZMÖBEL VOLLER GESCHICHTEN UND KOMFORT<br />
<strong>07</strong>
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DIE VOLLENDUNG BERUHIGTER HAUT<br />
Eine sanfte Umarmung aus Seide<br />
Eine neue Behandlung für empfindliche Haut, die Effektivität<br />
mit Luxus verbindet. Als letzter Schritt der täglichen Pflege<br />
schützt sie vor Rötungen sowie Trockenheit und erschafft<br />
von innen heraus eine weiche, geschmeidige Haut.<br />
Jede Anwendung führt zu einer HAUT WIE SEIDE.<br />
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Training.<br />
Regeneration.<br />
Erfolg.<br />
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EDITORIAL<br />
<strong>LIVING</strong><br />
TEAMARBEIT, UALITÄT,<br />
ÄSTHETIK - DIE DREI SÄULEN<br />
FÜR GUTES DESIGN<br />
Interieur<br />
Faszinierende Uhren gibt es nicht nur für das Handgelenk.<br />
Gerade für eine anspruchsvolle Wohnumgebung<br />
bieten sich auch hochwertige Tischuhren an. Und die<br />
müssen keineswegs alltäglich sein. Jaeger-LeCoultre<br />
fertigt das Zeit-Wunder Atmos,<br />
die Uhr die niemals aufgezogen<br />
werden muss. Und die<br />
Manufaktur L´Epee, baut eine<br />
mechanische 8-Tages Uhr in<br />
Form eines Rennwagens für den<br />
echten Automobil-Aficionado.<br />
Andrea Daum-Hübner<br />
Jüngst wurde ich gefragt, was ich in meinem Job<br />
als Herausgeberin eines Interior-Magazins denn<br />
am liebsten mache. Ich konnte die Frage nicht<br />
wirklich gut beantworten, da ich mich, egal was auch<br />
immer die vielseitige Welt des Designs zu bieten hat,<br />
stets ertappe, News und Themen schon fast ungesund in<br />
mich aufzusaugen und jede neue Ausgabe gern um das<br />
Dreifache gefüllt hätte. Also lautet die Antwort lapidar:<br />
einfach ALLES! Der Kosmos, der sich designaffinen<br />
Menschen auftut, ist unendlich und wert, bis ins kleinste<br />
Detail inspiziert zu werden. Und genau das ist es auch,<br />
was wir hier bei <strong>LIVING</strong> am besten können und lieben:<br />
den Puls der Zeit zu erkennen und Ihnen mit Dekoration<br />
und belebender Inspiration einige wertvolle Impulse für<br />
Ihr Zuhause mitzugeben. Über interessante Persönlichkeiten<br />
aus der Szene zu berichten, Designentwicklungen<br />
zu prognostizieren und Ihnen ein lebendiges Bild von<br />
den erfreulichen Dingen im Leben zu präsentieren.<br />
IN LAUNE FÜR SOFAS UND BETTEN<br />
Angelika Rosam<br />
Herausgeberin und Chefredakteurin<br />
<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong><br />
Atmos<br />
Foto: Rafaela Pröll<br />
Was sich näher im aktuellen <strong>LIVING</strong> lohnt, betrachtet<br />
zu werden? Nun, wir fangen einmal mit unserer ausführlichen<br />
Reportage über die Zukunft des Schlafes an. Sollten<br />
Sie ebenso Lust bekommen, sich wie in einem Luxushotel<br />
zu betten, dürfen wir auf die Seite 54 verweisen. Weiters<br />
heißt es, die nicht enden wollende Welt der runden,<br />
kurvigen und gemütlichen Couchen und Sitzmöbel zu<br />
erkunden wie unsere Recherche über Homebars, die<br />
zweifellos ein fulminantes Revival zelebrieren. Ein Highlight<br />
in unserem Magazin: Wir sprachen mit unserem<br />
langjährigen Freund, dem Teppichkreateur Jan Kath,<br />
der uns zum Auftakt des Design District in der Wiener<br />
Hofburg interessante News aus seiner Welt berichtet.<br />
An dieser Stelle möchte ich mich auch beim <strong>LIVING</strong>-<br />
Team bedanken, das unermüdlich stets hohen Ansprüchen<br />
und ständigen Veränderungen gerecht wird.<br />
Herzlichst Ihre<br />
ANGELIKA ROSAM<br />
angelika.rosam@falstaff-living.com<br />
angelikarosam, falstaff.living<br />
»Schöne Dinge sind<br />
in der Lage, das Beste<br />
in einem Menschen<br />
hervorzukehren.<br />
Weiters vermögen sie,<br />
nationale Grenzen im<br />
Kopf aufzuheben.«<br />
MAXIMILIAN WETSCHER<br />
MÖBELHAUS WETSCHER, S. 106<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
17<br />
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Time Fast
<strong>07</strong><br />
<strong>07</strong><br />
INHALT<br />
7/<strong>2022</strong><br />
86<br />
Die Mailänder Residenz<br />
von Gaia Trussardi wartet mit<br />
außergewöhnlichen Stücken auf.<br />
17 EDITORIAL<br />
20 ICONS<br />
22 EXHIBITION-TIPP<br />
30 BRANCHENTELEGRAMM<br />
32 MY TASTE<br />
80 ICNOMY<br />
82 ART FIVE<br />
194 MY FAVORITE PROJECTS<br />
202 DATES TO KNOW<br />
205 IMPRESSUM<br />
206 BEZUGSQUELLEN<br />
COVER<br />
FOTO: BRETZ WOHNTRÄUME GMBH<br />
9 004524 129408<br />
ÖSTERREICHISCHE POST AG, PZ 17Z041047 P, FÜHRICHGASSE 8, 1010 WIEN<br />
7/<strong>2022</strong> WWW.FALSTAFF-<strong>LIVING</strong>.COM € 7,–<br />
9 004524 129408<br />
<strong>LIVING</strong><br />
BETTEN-SPEZIAL STILSICHER TEPPICHDESIGN<br />
TRICKS FÜR EINEN DAS REVIVAL<br />
JAN KATH IM<br />
GUTEN SCHLAF DER HAUSBAR<br />
INTERVIEW<br />
COOLE COUCHZONE<br />
DEKORATIVE SITZMÖBEL VOLLER GESCHICHTEN UND KOMFORT<br />
58<br />
Herrliche Nächte<br />
versprechen die<br />
gemütlichen Betten,<br />
die die <strong>LIVING</strong>-Redaktion<br />
für Sie zusammengestellt<br />
hat.<br />
98<br />
Teppichdesigner Jan Kath im<br />
<strong>LIVING</strong>-Interview.<br />
TRENDS<br />
26 DESIGNERS TO WATCH<br />
Zwei New Yorker Designerinnen und ihre<br />
außergewöhnlichen Kreationen.<br />
28 EDITOR’S NOTEBOOK<br />
Die originellsten News und Highlights aus<br />
dem Design-Kosmos.<br />
34 SOFASURFEN IN DER COUCHZONE<br />
Die aktuellen Sofatrends.<br />
40 GANZ SCHÖN DANEBENSTEHEN<br />
Ein Hoch auf den Beistelltisch!<br />
42 SPIEGELKABINETT<br />
Wie kunstvolle Spiegel fast schon<br />
Gemälde ersetzen.<br />
44 ZUKUNFT DES SCHLAFENS<br />
<strong>LIVING</strong> hat nachgefragt, wie wir in den<br />
kommenden Jahren nächtigen werden.<br />
50 DER TRAUM VOM TIEFEN SCHLAF<br />
Was es braucht, um die Nacht nicht länger<br />
zum Tag zu machen.<br />
54 HOTELFLAIR FÜR ZU HAUSE<br />
Die Luxushotels setzen jetzt auf Betten,<br />
Polster und Bezüge für die eigenen vier<br />
Wände ihrer Gäste.<br />
58 ROMANTISCHE RELAX-OASEN<br />
Zwischen lieblichen Kissen schlummern.<br />
60 AUFGERÄUMTE RUHEZONEN<br />
Minimalistische Betten.<br />
62 NUR DER MANN IM MOND<br />
SCHAUT ZU …<br />
Accessoires für eine entspannte Nacht.<br />
64 KUNSTTRIP DUBLIN<br />
Mit diesen Kulturstätten lockt die irische<br />
Hauptstadt.<br />
78 TRAVEL DIARY<br />
<strong>LIVING</strong> zeigt ganz persönliche<br />
Mitbringsel aus Mexiko.<br />
DESIGN<br />
86 GAIAS WELT – EIN EKLEKTISCHES<br />
ALLERLEI<br />
Zu Gast bei Gaia Trussardi.<br />
92 DIE STADTMACHERIN<br />
Die dänische Stadtplanerin Helle Søholt<br />
im Interview.<br />
98 »DER TEPPICH IST FÜR MICH<br />
EIN MEDIUM«<br />
Der <strong>LIVING</strong>-Talk mit Teppichkreateur<br />
Jan Kath.<br />
104 … NUR FLIEGEN KÖNNEN<br />
SIE NICHT …<br />
Schicke Teppiche.<br />
106 TRADITIONELL ERFOLGREICH<br />
Ein Blick hinter die Kulissen heimischer<br />
Interieur-Unternehmen.<br />
112 INNOVATION UND DESIGN<br />
BEI SISLEY<br />
Ein Blick in die neue »Maison Sisley«.<br />
116 DESIGN ZWISCHEN PRÄZISION<br />
UND POESIE<br />
Industriedesigner Alfredo Häberli im<br />
Gespräch.<br />
118 KULTSTÜCK<br />
Guerlain bringt eine außergewöhnliche<br />
Künstleredition auf den Markt.<br />
120 HOTEL CONFIDENTIAL<br />
Alles über das neue »Alpin Resort Sacher<br />
Seefeld – Tirol«.<br />
Fotos: Francesco Dolfo, © Wittmann, Dimo Feldmann, beigestellt<br />
18 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
KULINARIK<br />
126 BAR OHNE KEEPER<br />
So vielseitig können Hausbars sein.<br />
132 SHAKE IT, BABY<br />
Accessoires für gelungene Cocktailvariationen.<br />
134 BESTECHEND EINFACH<br />
Diese Modelle sind bei den Esswerkzeugen<br />
angesagt.<br />
138 BARISTAS TOOLBOX<br />
Kaffee-Gadgets für Koffein-<br />
Liebhaber:innen.<br />
140 ESPRESSO LOVE<br />
Mit diesen Tassen wird der<br />
morgendliche Koffeinkick<br />
auch optisch ein Highlight.<br />
142 AUSWÄRTS ESSEN …<br />
Unternehmer Johannes Artmayr<br />
verrät seine Lieblingslokale rund<br />
um den Globus.<br />
RESIDENCES<br />
146 IM OBEREN PREISSEGMENT<br />
Die schönsten Luxuswohnungen<br />
im Wiener Zentrum.<br />
152 HÄUSER MIT RICHTIG<br />
GUTER ENERGIE<br />
Nachhaltiges Wohnen.<br />
158 HOTELIMMOBILIEN:<br />
JETZT ERST RECHT!<br />
Einblick in spannende Hotelprojekte.<br />
162 REDUCE TO THE MAX<br />
Was Mikrowohnungen alles können.<br />
166 SEMINAR MIT AUSSICHT<br />
Ein Winzer erfüllt sich seinen Traum:<br />
»The Resort« von Erich Scheiblhofer.<br />
170 »SERVICE, BITTE!«<br />
Wie serviciertes Wohnen das Leben<br />
erleichtert.<br />
174 VOM WOHNZIMMER IN<br />
DIE WERKSTATT<br />
Hybride Wohnprojekte.<br />
182 MEHR ALS NUR LANDSCHAFT<br />
Wieso das Waldviertel boomt.<br />
186 MY CITY<br />
Architektur-Highlights in Buenos Aires.<br />
188 SELBER MACHEN ODER<br />
PLANEN LASSEN?<br />
Eine Architektin, eine Interior-Designerin<br />
und eine Wohnbauträgerin im Talk.<br />
126<br />
Mit diesen schicken Hausbars schmecken<br />
die Cocktails gleich doppelt so gut.<br />
INSPIRATION<br />
198 MUSTERGÜLTIG<br />
Ikat im Trend.<br />
204 EVENT-CLIPPINGS<br />
<strong>LIVING</strong> zeigt die besten Design-<br />
Happenings der Szene.<br />
208 DESIGN-EYECATCHER IM<br />
BEAUTY-KOSMOS<br />
General-Managerin von Shiseido<br />
Austria Silvia Kloihofer im Talk.<br />
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Für Ihren Kinoabend<br />
am Morgen.<br />
Tageslicht ist der Rhythmus unseres Lebens.<br />
Finden Sie Ihren eigenen. Mit WAREMA Außenjalousien<br />
wird Ihre Tageslichtnutzung so flexibel wie Sie selbst –<br />
und zwar in jedem Raum Ihres Zuhauses.<br />
Mehr auf warema.at/meintageslicht<br />
Der SonnenLicht Manager
architektur / ICONS<br />
HUB OF HUTS, OLANG, SÜDTIROL<br />
Bereits 2016 entwarfen die Architekt:innen von noa* network of architecture das auskragende<br />
Schwimmbad für das Hotel »Hubertus«, 2019 wurden sie dann mit der erneuten Erweiterung<br />
beauftragt, die im Sommer dieses Jahres fertiggestellt wurde. »Das Wesentliche an diesem<br />
Projekt ist die Umkehrung der Horizonte und der daraus resultierende Effekt des Staunens<br />
für den Betrachter. Wenn man aber darüber nachdenkt, ist der Perspektivenwechsel eine sehr<br />
häufige Übung in Wellnessbereichen, wo sich die Ansichten ständig ändern, je nachdem, ob man<br />
in der Sauna liegt, im Ruheraum sitzt oder kopfüber im Schwimmbad taucht«, beschreibt Lukas<br />
Rungger, leitender Architekt, das Projekt. Sowohl das Schwimmbad als auch die Erweiterung<br />
befinden sich auf einer frei stehenden Plattform, die 15 Meter über dem Boden schwebt und mit<br />
einem Steg erreichbar ist. Die umgekehrten Dächer haben sowohl formale als auch funktionale<br />
Gründe: Hier trifft der Wunsch, die Architektur eines Bergdorfs nachzubilden, auf die praktische<br />
Notwendigkeit, die Wasseraufbereitungsanlage im Fall des Schwimmbads und die Sitzreihen<br />
im Fall der Saunas in den umgekehrten Dächern unterzubringen. noa.network/de<br />
Foto: © Alex Filz<br />
20 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
7 / 22 <strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
21
exhibition-tipp / AUSSTELLUNG<br />
Foto: Sammlung Berkson © Mutean/Rosenblum/Foto: Courtesy of Muntean/Rosenblum<br />
22 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
ALBERTINA: »HAUENSCHILD RITTER –<br />
MUNTEAN/ROSENBLUM«<br />
Zusammen ist man weniger allein, sagt man so schön, kein Wunder<br />
also, dass auch Künstler:innen sich immer wieder als Kollektive<br />
zusammentun. Die Albertina zeigt in dieser Ausstellung Werke zwei<br />
verschiedener österreichischer Künstlerkollektive – Hauenschild<br />
Ritter und Muntean/Rosenblum. Das Markenzeichen der Linzer<br />
Künstler Peter Hauenschild und Georg Ritter, die seit 1989 intensiv<br />
zusammenarbeiten, sind großformatige Bleistiftzeichnungen, die<br />
das aktuelle Zeitgeschehen, Gesellschaft und Umwelt thematisieren.<br />
Markus Muntean und Adi Rosenblum arbeiten seit 1992 zusammen<br />
und führen in ihren Zeichnungen, Gemälden, Performances und<br />
Installationen Motive der Kunstgeschichte und der Populärkultur<br />
zusammen. Bis 15. 1. 2023, albertina.at<br />
WEITERE AUSSTELLUNGSTIPPS:<br />
MAK: »Bilderbuchkunst«. Ein Einblick in die Welt der Bilderbücher<br />
– sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.<br />
12. 10. <strong>2022</strong>–5. 3. 2023, mak.at<br />
LEOPOLD MUSEUM: »TILLA DURIEUX«. Die umfassend angelegte<br />
Schau zeigt die Welt der Tilla Durieux, gefeierter Theater- und<br />
Filmstar. 14. 10. <strong>2022</strong>–27. 2. 2023, leopoldmuseum.org<br />
WESTLICHT: »World Press Photo 22«. Bereits zum 21. Mal<br />
präsentiert das WestLicht die wichtigste Leistungsschau der<br />
internationalen Pressefotografie. Bis 23. 10. <strong>2022</strong>, westlicht.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
23
MAXI SCHIEBETÜRENANLAGE, ABGEHÄNGTES SIDEBOARD SELF BOLD. DESIGN GIUSEPPE BAVUSO
<strong>LIVING</strong><br />
TRENDS<br />
54<br />
62<br />
44<br />
SOFASURFEN IN DER COUCHZONE<br />
Die aktuellen Sofa-Trends. (S. 34)<br />
ZUKUNFT DES SCHLAFENS<br />
So werden wir in den kommenden<br />
Jahren nächtigen. (S. 44)<br />
HOTELFLAIR FÜR ZU HAUSE<br />
In edlen Kissen schlummern. (S. 54)<br />
NUR DER MANN IM MOND<br />
SCHAUT ZU …<br />
Accessoires, die entspannen. (S. 62)<br />
Fotos: © Sofitel, © Luxury Living Group, © Baxter, beigestellt<br />
34
trends / PORTRÄTS<br />
Bitte, nehmen Sie Platz! Sowohl der<br />
»Upholstered Stitch Stool« (l.) als auch<br />
der »BB Stool« (Bild) wirken fast zu<br />
kunstvoll, um auf ihnen zu sitzen.<br />
TON IN TON<br />
DESIGNERS<br />
Geboren und aufgewachsen in São Paulo,<br />
Brasilien, wanderte Eny Lee Parker mit<br />
13 Jahren gemeinsam mit ihrer koreanischen<br />
Mutter in die USA aus. Als Designerin ist sie<br />
durchaus vielseitig, ihr primäres Medium ist<br />
allerdings mit Sicherheit Ton. Mithilfe dieses<br />
Materials möchte sie die Essenz der traditionellen<br />
Handwerkskunst ins Hier und Jetzt<br />
holen – mit Respekt vor natürlichen Ressourcen<br />
und bedachten Herstellungsverfahren.<br />
So schafft sie zeitlose Designs, die sowohl<br />
»lebende als auch nicht lebende Dinge ins<br />
Bewusstsein rücken«. Parker gründete erst<br />
2017 ihr eigenes Studio (während sie noch<br />
das Savannah College of Art and Design<br />
besuchte), kann aber mittlerweile schon zahlreiche<br />
Kollektionen und knapp 70.000 Instagram<br />
Follower:innen vorweisen. Grund dafür<br />
ist neben ihren fantasievollen organisch<br />
geformten Designs vor allem ihr Gespür für<br />
die richtige Vermarktung ihrer Produkte. So<br />
kam es auch, dass ihre »Oo«-Lampe (Bild<br />
rechts) online gehypt wurde und mittlerweile<br />
zu ihren bekanntesten Stücken zählt.<br />
Eny Lee Parker<br />
Die Keramikerin,<br />
Künstlerin und<br />
Designerin Eny<br />
Lee Parker lebt und<br />
arbeitet in New York.<br />
Ihr Fokus liegt<br />
vor allem auf der<br />
Erstellung von Möbeln,<br />
Beleuchtungen und<br />
Objekten.<br />
enyleeparker.com<br />
TO WATCH<br />
Die Grenzen des<br />
Gewöhnlichen sind da,<br />
um überschritten zu<br />
werden. Wie das geht,<br />
zeigen diese beiden New<br />
Yorker Designerinnen.<br />
TEXT AMELIE-CATHARINA BACHER<br />
Erleuchtend »Doppelt hält<br />
besser« lautet das Motto bei der<br />
»Oo Lamp«. Die Keramikleuchten<br />
werden in eigenen Studios in<br />
Queens sorgfältig von Hand<br />
gefertigt.<br />
Fotos: ROGER ARCHER/PHAATS PHOTOS, seandavidson, Matthew Williams, beigestellt<br />
26 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Yuko Nishikawa<br />
Aufgewachsen in<br />
einer kleinen Küstenstadt<br />
südlich von Tokio, erhielt<br />
Nishikawa ihren B.F.A. in<br />
Innenarchitektur vom<br />
New Yorker Fashion<br />
Institute of Technology<br />
im Jahr 2002. Seit 2018<br />
arbeitet sie Vollzeit in<br />
ihrem eigenen Studio.<br />
yukonishikawa.com<br />
VERSPIELTES DESIGN<br />
Villa Kunterbunt<br />
Neben ihren Keramikskulpturen<br />
ist Yuko<br />
Nishikawa vor allem für<br />
ihre Mobiles bekannt.<br />
Diese bestehen aus<br />
Papierzellstoff – hergestellt<br />
aus gesammeltem<br />
gebrauchtem Papier.<br />
Nach ihrem Studium arbeitete die New<br />
Yorker Künstlerin Yuko Nishikawa in Innenarchitektur-<br />
und Architekturbüros und entwarf<br />
dann neun Jahre lang Möbel und Leuchten<br />
für eine Möbelfirma. Während dieser Zeit<br />
begann sie, einen Raum in einem Keramikatelier<br />
zu mieten, und entdeckte dadurch ihre<br />
aktuelle Leidenschaft. »Ich mag das Mysterium<br />
der Art und Weise, wie das Erdmaterial<br />
Ton durch Wärme zu einem permanent<br />
umgewandelten Material wird. Keramik ist<br />
wie das Magma der Erde«, beschreibt sie ihre<br />
Faszination für das Material. Neben ihrem Job<br />
als Möbeldesignerin kristallisierte sich immer<br />
mehr heraus, dass sie Vollzeit in ihrem eigenen<br />
Studio arbeiten wollte – 2018 war es dann<br />
schließlich so weit. Seitdem zaubert sie in ihrem<br />
Studio unter anderem bunte Skulpturen,<br />
Lampen und Möbel. Ihre Inspiration dahinter?<br />
»Ich suche keine Inspiration. Ich suche nach<br />
Ideen, die mich begeistern und von denen<br />
ich glaube, dass sie für andere aufregend<br />
wären, um sie in einem bestimmten Raum<br />
und zu einer bestimmten Zeit zu erleben.«<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
27
editor’s notebook<br />
Entspannung<br />
Eine direkte Lichtquelle, die<br />
nach links und rechts<br />
schwenkbar ist, um den<br />
Lichtfokus einzustellen.<br />
Perfekt, um eine entspannte<br />
Atmosphäre für Nachttischbeleuchtung<br />
zu schaffen.<br />
naomipaul.co.uk<br />
Dekorativ<br />
Kissen sind eine gute<br />
Möglichkeit, ein Thema<br />
zu akzentuieren oder<br />
einen Designstil zu<br />
unterstreichen. Wie<br />
hier das »Passion Noir<br />
Bouquet«-Kissen in<br />
floraler Optik.<br />
modeabode.uk<br />
Die originellsten News und Highlights<br />
aus dem Design-Kosmos – was uns<br />
gefällt, was uns bewegt und welche<br />
Objekte Kultcharakter garantieren.<br />
Teppich-Salat<br />
Die Kooperation der<br />
britischen Designerin<br />
Bethan Laura Wood<br />
mit Christopher Farr<br />
sieht gut genug aus,<br />
um sie zu essen! Der<br />
»Jelly Salad«-Teppich<br />
widmet sich den<br />
Motiven, wie sie der<br />
Name bereits nennt.<br />
christopherfarr.com<br />
Visionärin<br />
Sema Topaloglu ist<br />
bekannt für ihr Talent, mit<br />
Materialien ästhetische<br />
Handwerkskunst zu<br />
schaffen. Mit Lampen und<br />
anderen Interior-Pieces.<br />
sematopaloglu.com<br />
Elegante Homebar<br />
Wie eine schöne Schatztruhe präsentiert<br />
sich »Madison Cabinet« von Bontempi. Der<br />
perfekte Ort, um Ihre Getränke und Liköre<br />
aufzubewahren. bontempi.it<br />
Folklore-Style<br />
Es muss bekanntlich<br />
nicht immer glänzend<br />
sein. Der »Marija<br />
Woven Rag«-Teppichsessel<br />
kommt etwa<br />
in feiner Vintage-<br />
Optik daher.<br />
anthropologie.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
28 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
THE CASSINA PERSPECTIVE<br />
cassina.com<br />
Mex-Hi - Sofa<br />
designed by Piero Lissoni
trends / NEWS-TICKER<br />
+++ BRANCHEN-<br />
TELEGRAMM<br />
Was kommt? Was ist en vogue?<br />
Wer designt mit wem und warum?<br />
Ein kurzer Newsflash aus der Welt<br />
des Designs und der Architektur.<br />
+++ CHRISTOPHER JOHN ROGERS X ORIOR. Für seine erste Möbelkollektion arbeitete<br />
der amerikanische Modedesigner mit der irischen Designmarke Orior<br />
zusammen. Die Sesselserie ist unverkennbar Rogers – bunt mit geometrischen Formen.<br />
Gute Sache: Der Erlös der Kollektion geht zu 100 Prozent an gemeinnützige<br />
Organisationen, die sich für die Stärkung und Unterstützung von People<br />
of Color in den USA einsetzen. +++<br />
+++ SCHMIDT & CHRISTIAN LACROIX MAISON. Christian Lacroix Maison und SCHMIDT Küchen<br />
und Wohnwelten haben sich für ein Projekt zusammengetan und gemeinsam »Algae<br />
Bloom« entworfen. Das prachtvolle, von der Natur inspirierte Tapetenmotiv wird mit einem<br />
innovativen Digitaldruckverfahren auf Möbelfronten appliziert. +++<br />
+++ AGAPE X JEAN NOUVEL. In Zusammenarbeit mit dem französischen Architekten<br />
Jean Nouvel hat die italienische Badezimmermarke Agape die neue Kollektion »Face à face« auf<br />
den Markt gebracht. Sowohl das Waschbecken als auch die Badewanne bestehen aus eckigen<br />
Elementen, wie zum Beispiel die schräge Rückenlehne der Badewanne (im Hintergrund<br />
zu sehen). Die Produkte sind in schwarzem oder weißem Marmor erhältlich. +++<br />
+++ GUCCI. Mit seiner neuesten Gucci-Home-Kollektion zelebriert der Kreativchef Alessandro<br />
Michele Barock und Romantik. Besonders hübsch ist das von Ginori 1735 für Gucci<br />
hergestellte Porzellan. Das Geschirr ist mit niedlichen Kirschzweigen, Blättern und Blüten<br />
verziert, die von alten Stoffen inspiriert wurden. Das Service umfasst eine Tasse<br />
mit passender Kanne sowie Zuckerdose und Milchgießer. +++<br />
+++ LOBMEYR. Modedesignerin Susanne Bisovsky hatte schon<br />
immer ein Faible für Lobmeyr-Kristall, kein Wunder also, dass es nun zu einer<br />
Zusammenarbeit gekommen ist. Jedes Stück des Trinkservice No. 267 »Wiener<br />
Chic« wird mit einem originalen Bisovsky-Strumpf kaschiert und sandgestrahlt –<br />
so wird es zu einem Unikat. +++<br />
Fotos: César Buitrago, LUC FREY, © Face à Face, Max Siedentopf, © Lobmeyr<br />
30 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Der Hauptsitz der Erholung.<br />
Fürs süße Nichtstun wie geschaffen ist der von Jehs + Laub kreierte Cordia Lounge Sessel, in dem einfach alles genau so sitzt, wie man es sich<br />
wünscht: Die Rückenlehne, die sich dank Kippmechanik in die perfekte Position neigt. Die kuschligen Daunenkissen, die den Körper wie ein Kokon<br />
umhüllen. Und die feine Buchenholzschale, die alles elegant in Form hält. Wenn man sich hier nicht entspannt, wo dann?<br />
COR.DE/CORDIALOUNGE<br />
COR interlübke Studio Wien, Tuchlauben 21, 1010 Wien, cor-interluebke.at | Grünbeck Einrichtungen, Margaretenstr. 93, 1050 Wien,<br />
gruenbeck.co.at | Einrichtungshaus Schwarzott, Wienerstraße 13-21, 2500 Baden, schwarzott.at | DOSTAL Innenarchitektur, Salzburgerstraße 205,<br />
4030 Linz, dostal.at | Schiffer & Sams, Salzburger Straße 152, 4820 Bad Ischl, sams.at | Sendlhofer Design, Hellbrunner Straße 7b, 5020 Salzburg,<br />
m-sendlhofer.at | Joes Möbelboutique, Grabenweg 12, 6020 Innsbruck, joesmoebel.at | Hutle – Einrichten.Tischlerei.Innenarchitektur, Lustenauerstraße<br />
87, 6850 Dornbirn, hutle.com | Knittelfelder Einrichtungshaus & Tischlerei, Pirching 41, 8200 Gleisdorf, knittelfelder.at | Die Einrichtung,<br />
Pischeldorfer Straße 90, 9020 Klagenfurt, die-einrichtung.at
my taste<br />
DIANA<br />
KLEIN<br />
DIANA KLEIN<br />
Ist seit April <strong>2022</strong> CEO der Wiener<br />
Porzellanmanufaktur Augarten – ein<br />
alles andere als naheliegender Schritt<br />
für die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin.<br />
Die vergangenen fünfzehn<br />
Jahre verbrachte sie im Management<br />
des Bauunternehmens Strabag. Dort<br />
entdeckte sie dank der Nähe zur<br />
Architektur und über das hauseigene<br />
Kunstforum ihre Designaffinität sowie<br />
ihr Interesse für Kunstgeschichte.<br />
Augarten selbst blickt auf eine über<br />
300-jährige Geschichte zurück: Das<br />
österreichische Traditionsunternehmen<br />
fertigt heute noch von Hand im<br />
Schloss Augarten.<br />
augarten.com<br />
Was lieben designaffine Menschen<br />
privat? Mit welchen Stücken<br />
umgeben sie sich, was hinterlässt<br />
Eindruck? Diana Klein hat uns<br />
ihre fünf Favoriten verraten.<br />
»Orlo«-Vasen und -Trays von<br />
Jarosinski & Vaugoin und<br />
»Moiré«-Gläser von Lobmeyr<br />
»Zwei wie Augarten sehr<br />
traditionsreiche Betriebe,<br />
die immer auch mit aktuellen<br />
Designer:innen und Künstler:innen<br />
zusammenarbeiten,<br />
wie hier mit Bodo Sperlein.«<br />
»Clash de Cartier«-<br />
Ohrringe von Cartier<br />
»›Clash de Cartier‹ drückt<br />
die Ambivalenz auch meiner<br />
eigenen Persönlichkeit aus.«<br />
»Super Soin<br />
Autobronzant<br />
Hydratant Visage«<br />
von Sisley<br />
»Der einzige Selbstbräuner,<br />
der meinem<br />
sehr hellen Teint ein<br />
natürliches, frisches<br />
Aussehen verleiht.«<br />
»Kaisergarten«-Dekor<br />
von Augarten<br />
»›Kaisergarten‹<br />
war mein erstes<br />
Augarten-Dekor.<br />
Die einzigartig<br />
gewinnende<br />
Farbenkombination<br />
steht damals wie<br />
heute im strengen<br />
Kontrast zur luxuriös<br />
gestalteten Goldarbeit.«<br />
»First Klein«-Clutch von Fendi<br />
»Asymmetrie mit unterschiedlichen<br />
Materialien bzw. Haptik – spannend,<br />
meine erste Luxustasche war<br />
außerdem von Fendi.«<br />
Fotos: © Lobmeyr, © Fendi, beigestellt<br />
32 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
OEW ONLINE<br />
THE RIGHT<br />
PLACE FOR<br />
HOME &<br />
DESIGN<br />
KÄRNTNER STRASSE 6, 1010 WIEN
design / POLSTERMÖBEL<br />
SOFASURFEN IN<br />
DER COUCHZONE<br />
Die neue Devise heißt Sesselrücken. Wenn sich Interior-<br />
Designer:innen auf Modulsysteme, geschwungene Formen<br />
und farbiges Leder konzentrieren und von Entwürfen aus<br />
den 1960er-Jahren inspiriert werden, entstehen Signature-<br />
Sitzmöbel voll Geschichten und Komfort. TEXT FLORENTINA WELLEY<br />
Integrierte Ablage<br />
Zur Serie »Horizonte« von Minotti<br />
gehören neben der Tischplatte,<br />
auch einige Beistelltische und<br />
ein Ablagetisch.<br />
minotti.com/de/horizonte<br />
Foto: © Minotti<br />
34 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Die neuen Sofas 2.0 rufen förmlich<br />
»bitte sitzen bleiben« ins Wohnzimmer,<br />
aber die vielseitigen Couchen<br />
sind mehr als nur ein Ort zum Sitzen.<br />
Mit sinnlichen Kurven, eckigen Kanten, gemütlichen<br />
Polstern und neuen Farben bringen<br />
sie eine persönliche Note ins Wohnzimmer.<br />
Schlüsselmerkmal der Sofas ist auch ihre Positionierung,<br />
meist in der Mitte eines Raums,<br />
die Gäste einlädt, herumzugehen und das Sofa<br />
von allen Seiten zu betrachten und zu benutzen.<br />
In Zeiten der Rückbesinnung auf Natur<br />
und Ressourcen haben Möbelhersteller wie<br />
Tacchini oder Poltronova wieder Entwürfe aus<br />
den 1960er-Jahren ausgegraben und neu aufgelegt,<br />
während andere auf nachhaltige Materialien<br />
setzen. Die neuen Living-Room-Stars ><br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
35
design / POLSTERMÖBEL<br />
Samtweiche Boxen<br />
Kultiviert und ungezwungen<br />
zeigt sich das Sofa »Miami Soft«<br />
von Paola Navone für Baxter aus<br />
besonders weichem Leder.<br />
baxter.it<br />
Fotos: © Baxter, © Poliform, © Moooi, © Wittmann, © Expormim<br />
><br />
sind übrigens voluminöse, bodentiefe Sofas,<br />
wie etwa das quietschgrüne »Bomboca«-Sofa<br />
der Campana Brothers für Louis Vuitton,<br />
deren futuristischer Entwurf zum echten<br />
Signature-Stück wird. Die beinlosen Sitzmöbel<br />
wirken wie Ruheoasen. Zu den wuchtigen<br />
Statement-Möbeln werden gerne filigrane<br />
Beistelltische kombiniert, denn Gegensätze<br />
ziehen sich bekanntlich an. Der Trend zu<br />
geschwungenen Sofas setzt sich fort, etwa mit<br />
flexiblen Polstern und Eckablage von Jean-<br />
Marie Massaud für Poliform, ergänzt durch<br />
multidirektionale Couchen. Auch rechteckige<br />
Korpusse und strenge Geometrie poppen<br />
wieder auf, etwa bei Poltronova. Die Strenge<br />
der Kanten und Ecken wird durch Kissen<br />
entschärft, die sich als lose Sitzkissen auf Sofas<br />
und Sesseln wiederfinden und neben ergonomischen<br />
auch optische Aufgaben erfüllen.<br />
Lederbezüge feiern ein Comeback und kehren<br />
in edlen Naturtönen auf den »Blocksofas« bei<br />
Tacchini und Poltronova zurück.<br />
MODERNE MODULE<br />
Baxter setzt heuer hingegen auf hellblaues<br />
Veloursleder. »Das gibt dem Sofa ›Miami Soft‹<br />
einen Hauch von sinnlichem Erleben und<br />
macht es sogar für alle interessant, die Leder<br />
»Sehr gefragt sind kurvige,<br />
organische Formen sowie<br />
modulare Sofas, die flexibel<br />
in der Form zusammenstellbar<br />
sind.«<br />
ALEXANDER SOVA Wittmann CEO<br />
Schöne Kurven<br />
Jean-Marie Massaud schuf<br />
für Poliform ein schwungvolles<br />
Sofa mit flexiblen Kissen.<br />
poliform.it<br />
36 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Hortensien<br />
Den »Hortensia Armchair«<br />
gibt es in über 396 Varianten<br />
von Farben und Stoffen.<br />
moooi.com<br />
Die harten Oberflächen der Regale sind ein<br />
schöner Kontrast zur weichen Polsterung<br />
und haben neben einer visuellen auch eine<br />
praktische Funktion.<br />
RADICAL DESIGN<br />
Bodentiefe Bogengeometrie<br />
Ein Dreisitzer-Sofa und drei<br />
verschiedene modulare<br />
Elemente von Neri&Hu machen<br />
eine flexible Gestaltung möglich.<br />
wittmann.at<br />
noch nie gemocht haben«, sagt Designerin<br />
Paola Navone. »Selbst ich war lange kein Fan<br />
von Ledersofas, weil ich Leder daheim immer<br />
als etwas zu offiziell empfand und es mich an<br />
Züge und Büros erinnerte«, so Pavone. Heute<br />
überzeugen die natürlich gefärbten Lederbezüge<br />
mit besonders weicher Haptik. Gefragte<br />
Sitze im neuen Sofa-Universum sind heute<br />
weich, smart und modular. So finden sich bei<br />
Minotti und Poliform integrierte Ablagen oder<br />
Regale an den Sofaenden. Ein Design, das<br />
dem Wunsch nach Multifunktionalität folgt.<br />
Modulare Sitzmöbel gehen eigentlich auf<br />
die brasilianische Moderne der 1970er-Jahre<br />
zurück, an der sich der Architekt Marcio<br />
Kogan von studio mk27 orientierte. Mit dem<br />
Sofa »Horizonte« für Minotti schuf er »eine<br />
schwimmende Insel mit quadratischen Linien,<br />
die den Horizont des Wohnraums markiert«.<br />
Natürlicher Rattan<br />
Rattan trifft auf flexible Polsterung. Die<br />
Kollektion »Cask« umfasst Poufs, Sessel<br />
und Ottomanen. expormim.com<br />
Designs von Modulserien, die sich auf das<br />
Wesentliche besinnen, Nachhaltigkeit mit<br />
Qualität und Komfort verbinden, erfüllen<br />
zusätzlich eine Aufgabe, auf die sich Möbelhersteller:innen<br />
rückbesinnen: nämlich demokratisches<br />
Design. Das sollte neben Ästhetik,<br />
Funktion und Ergonomie auch soziale Aufgaben<br />
erfüllen und richtete sich vorwiegend<br />
gegen eine Massenproduktion.<br />
» Radical Design« entstand im<br />
Italien der 1960er-Jahre rund um<br />
Gaetano Pesce, Achille Castiglioni,<br />
Superstudio und Archigram. Es galt<br />
als Grundlage der Postmoderne,<br />
die vor allem durch die ikonische<br />
Memphis Group mit Alessandro<br />
Mendini, Ettore Sottsass und Matteo<br />
Thun bekannt wurde. Heute ist dieser<br />
Designansatz aktueller denn je, wird<br />
neu interpretiert und findet sich in Re-<br />
Editionen der Möbel von damals. Etwa<br />
bei »Le Mura« von Tacchini. Mario Bellinis<br />
modulares Sofasystem »Le Mura«, ursprünglich<br />
aus dem Jahr 1972, steht wieder auf dem<br />
Programm des Möbelherstellers, dem bis heute<br />
das Manifest des »radikalen Designs« am<br />
Herzen liegt. Bei »Le Mura« fügen sich die ><br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
37
design / POLSTERMÖBEL<br />
><br />
mächtigen Sitzelemente aus Leder wie die<br />
römischen Mauern zusammen.<br />
Harte Schale, weicher Kern<br />
Die Kollektion »Saratoga by<br />
Lella and Massimo Vignelli« für<br />
Poltronova umfasst einen Armchair<br />
und zwei- bis viersitzige Sofas.<br />
poltronova.it<br />
BLÖCKE UND BLUMEN<br />
In der Hochblüte des radikalen Designs<br />
wurde »Saratoga«, ein Hybrid aus starren<br />
Kanten und weichen Formen, entworfen.<br />
» Saratoga« von Poltronova, designt von Lella<br />
und Massimo Vignelli 1964, zeichnet die Kombination<br />
aus glänzendem Polyesterlack für<br />
die Box und feinem Leder für die Polsterung<br />
aus. Blockmöbel gibt es auch bei Wittmann.<br />
Bei »Blocks«, verbindet das Designerpaar<br />
Neri&Hu Tradition mit Zeitgeist. Ihre vielseitige<br />
Modulserie, für deren Bogengeometrie<br />
Josef Hoffmanns »Club 1910«-Fauteuil Pate<br />
stand, ist organisch und geometrisch.<br />
»Es war uns schon immer wichtig,<br />
Stücke zu schaffen, die mit einer<br />
bestimmten Geschichte<br />
verbunden sind«, so das<br />
Designerduo. Neben<br />
Re-Editionen spielt auch<br />
das Thema Natur mit.<br />
Bodentiefes<br />
Signature Piece<br />
Das Sofa »Bomboca« von<br />
Humberto und Fernando<br />
Campana aus der Kollektion<br />
»Objets Nomades« für Louis<br />
Vuitton ist ein echter<br />
Eyecatcher.<br />
louisvuitton.com<br />
So ist die Ottomane »Cask« von Expormim aus<br />
natürlichem Rattan, die flexiblen Sitzpolster<br />
sind mit haptischen Textilien überzogen.<br />
»›Cask‹ ist eine moderne Variante eines historischen<br />
Handwerks, das die Raffinesse von<br />
Rattan mit der Weichheit der Polsterung kombiniert«,<br />
sagt Designer Jonas Bjerre-Poulsen<br />
von Norm Architects. Auch wer in dem<br />
»Hortensia«-Sessel von Andrés Reisinger und<br />
Júlia Esqué Platz nimmt, fühlt die sanfte Natur<br />
in Form einer Blüte. Der »Hortensia«-Sessel<br />
von Moooi soll der weichste Platz zu Hause sein<br />
und damit das Grundbedürfnis der Menschen<br />
nach echter Geborgenheit erfüllen. <<br />
Radikales Design<br />
Der Entwurf für das kastenförmige<br />
Ledersofa mit dem abnehmbaren Bezug von<br />
Mario Bellini für Tacchini stammt ursprünglich<br />
von 1972 und wird wieder neu aufgelegt.<br />
tacchini.it<br />
Fotos: © Poltronova, © Louis Vuitton, © Tacchini<br />
38 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
trends / BEISTELLTISCHE<br />
GANZ SCHÖN<br />
DANEBENSTEHEN<br />
Sie bewahren Fernbedienung, Erfrischungsgetränke und Co.,<br />
lassen sich wunderbar dekorieren und sind auch allein stehend<br />
ein Hingucker: ein Hoch auf den Beistelltisch!<br />
Kunstvoll<br />
Irgendwo zwischen<br />
Skulptur und Möbelstück<br />
findet man den<br />
bunten »Covado«-Coffee-Table<br />
von Designer<br />
Arthur Arbesser.<br />
arthurarbesser.com<br />
Vielseitig<br />
Bei den vielen Farben und<br />
Formen des Couchtisches<br />
von Roche Bobois weiß man<br />
gar nicht, wo man zuerst<br />
hinschauen soll.<br />
roche-bobois.com<br />
Goldig<br />
Der »Bell«-Couchtisch<br />
von Sebastian Herkner<br />
ist nicht nur dank seiner<br />
Materialkombination ein<br />
absoluter Hingucker.<br />
connox.at<br />
Chic<br />
Klassisches Wiener<br />
Geflecht trifft beim<br />
»DETOUR«-Tisch von<br />
GamFratesi auf<br />
modernes Design.<br />
gebruederthonetvienna.com<br />
Vielschichtig<br />
Inspiriert von Alexander<br />
Calders kinetischen<br />
Skulpturen verwandelte<br />
der Designer Jaime<br />
Hayon die Idee eines<br />
Mobiles in einen Tisch.<br />
andtradition.com<br />
Praktisch<br />
Dank seiner schwenkbaren<br />
Tischplatte steht<br />
der »Tuky«-Beistelltisch<br />
immer dort zur Verfügung,<br />
wo er gerade gebraucht<br />
wird. wittmann.at<br />
Gut gepolstert<br />
Edler geht es kaum –<br />
der »Marrakesh«-<br />
Coffee-Table von Fendi<br />
Casa begeistert mit eingebautem<br />
Ledertablett.<br />
fendicasa.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
40 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
An.<br />
Wir sind die mit<br />
den Schaltern. Aber<br />
auch so viel mehr.<br />
Smart-Home-Pioniere,<br />
Zukunftsgestalter,<br />
Vorausdenker und<br />
Designer. Im Herzen<br />
sind wir Ingenieure,<br />
die begeistern wollen.<br />
Wir schalten zu Hause<br />
das Leben und die<br />
Zukunft an. Steuern<br />
intuitiv Herzklopfen,<br />
Wohlgefühl und alles<br />
zwischen An und<br />
Aus.<br />
Der Gira G1: Steuern<br />
Sie Ihr Zuhause durch<br />
reine Intuition.<br />
Mehr erleben.<br />
gira.at/marke<br />
Gira / Marke
trends / SPIEGEL<br />
Ursprünglich gedacht, um das Antlitz darin zu überprüfen, sind Spiegel mittlerweile viel<br />
mehr als das. Kunstvolle Varianten schmücken gekonnt und frech unsere Wände und dürfen<br />
bereits fast schon mit Gemälden gleichgesetzt werden. Worauf warten Sie noch?<br />
2.<br />
1.<br />
5.<br />
3.<br />
4.<br />
6.<br />
7.<br />
1. Aufgefächert Inspiriert von der ikonischen Form des japanischen Fächers, wird der »Fan Wall Mirror« von Ghidini 1961 auf jeder Wand zum Hingucker. amara.com<br />
2. Zum Dahinschmelzen Es wirkt fast so, als ob der »Hologram«-Spiegel zu lange heißen Temperaturen ausgesetzt gewesen wäre. So oder so, die »geschmolzene«<br />
Form setzt spannende Akzente. kare.at 3. Architektonisch Wenn es um ausgefallene Muster geht, ist Fornasetti immer mit dabei. Ein weiteres Highlight seines Designs:<br />
der »Architettura«-Spiegel mit konvexem Glas. fornasetti.com 4. Fließend Die »Pond«-Serie von ferm <strong>LIVING</strong> vereint organische Formen mit fließenden Konturen und<br />
schafft so einen Spiegel, der zurückhaltend und auffällig zugleich ist. fermliving.de 5. Es grünt so grün Ob ein Prinz erscheint, wenn man den »Frog Prince«-Mirror küsst,<br />
ist nicht bekannt, ein schöner Anblick ist der Spiegel aus der »Fairy Tales«-Kollektion von Arte Veneziana aber auf jeden Fall. artemest.com 6. Farbspiel Die hübschen<br />
Aquarelle auf dem »Francis«-Wandspiegel sollen an die Oxidation antiker Spiegel sowie an die Farbtöne einer Make-up-Palette erinnern. petitefriture.com 7. Back to the<br />
80ies Formgebend für den »Tetris«-Spiegel von Seletti war ohne Zweifel das kultige Spiel aus den 80ern. seletti.it<br />
Fotos: beigestellt<br />
42 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
OHLINDA BY BRETZ<br />
INTERIOR INNOVATION AWARD WINNER<br />
ALEXANDER-BRETZ-STR. 2 D-55457 GENSINGEN TEL. 0049 06727-895-0 INFO@BRETZ.DE<br />
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trends / SCHLAFTRENDS<br />
Foto: © Luxury Living Group<br />
44 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Wie sich guter und schlechter Schlaf auf den menschlichen<br />
Organismus auswirken, ist zwar schon sehr gut, aber noch<br />
lange nicht fertig erforscht. Vor allem ist man sicher, dass<br />
das Thema bald eine Dimension wie der Ernährungs- oder<br />
Fitnessmarkt erreichen wird. <strong>LIVING</strong> hat nachgefragt, was in<br />
den Betten so los ist, und wagt einen kleinen Blick in die Zukunft.<br />
TEXT MANFRED GRAM<br />
Blauer Schlafsalon<br />
Dezent futuristisch kommt<br />
das »Club Bed« von Luxence<br />
Luxury Living rüber. Ein Hingucker<br />
am Salone im Mailand übrigens.<br />
luxurylivinggroup.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
45
trends / SCHLAFTRENDS<br />
In den Schlaf brettern<br />
Betten aus Massivholz sind auch<br />
in Zukunft ein Garant für gute Nächte.<br />
Schön, weil gleichzeitig auch grazil:<br />
das »Laria Maxi« vom Ökolabel.<br />
dormiente.com<br />
Plattformen wie TikTok, Twitch und<br />
YouTube, also jene, wo sich die<br />
Influencer:innen herumtreiben, sind<br />
nicht selten Fundgruben fürs Absurde.<br />
Man muss dabei nicht immer alles verstehen.<br />
Sleep-Streamer zum Beispiel. Diese bizarre<br />
Gattung von Content-Creators filmt sich<br />
nämlich beim Schlafen und lädt das Ganze<br />
als Livestream hoch. Anderen Menschen<br />
zusehen, wie sie Morpheus, dem Gott des<br />
Schlafes, huldigen, kann auf den einen oder<br />
anderen durchaus beruhigend wirken, letztlich<br />
hat es aber nur begrenztes Fun-Potenzial. Was<br />
macht der findige Sleep-Streamer also? Genau,<br />
er lässt sich beim Schlafen aktiv von außen<br />
stören und immer wieder aufwecken. Etwa<br />
mit Bots, die über Lautsprecher Botschaften<br />
ins Schlafzimmer brüllen. Man kann den<br />
Schlafenden aber auch via Armbänder Stromstöße<br />
verpassen oder sie mit grellen Farben,<br />
bunten Bildern und lauter Musik irritieren.<br />
Mit dieser Art von Schlafstörung lassen sich<br />
übrigens durchaus erkleckliche Sümmchen<br />
lukrieren. 34.000 US-Dollar pro Monat verdient<br />
»Der gesunde Schlaf ist und bleibt die wichtigste<br />
und kraftvollste Medizin der Natur.«<br />
GÜNTHER W. AMANN-JENNSON Schlafpsychologe und Schlafcoach, samina.com<br />
Fotos: © Dormiente, © Xiaomi, © Zzzleepandgo, © Itoki Corp, g Samina<br />
Smart träumen<br />
Soll demnächst auf den Markt<br />
kommen: das smarte Bett<br />
»8H Milan« von Xiaomi das sich<br />
mit Sprachbefehl steuern lässt und<br />
einen Antischnarchmodus hat.<br />
46 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
der australische TikToker Jakey Boehm auf<br />
diese Weise – liest man zumindest in der<br />
Tech-Bibel »Wired«. Aber wie gesagt: Man<br />
muss nicht alles verstehen. Vor allem weil<br />
Schlaf probleme stark zugenommen haben.<br />
Die Zahlen dazu sind nicht gerade aufmunternd.<br />
Zwei Drittel der Erwachsenen<br />
in den Industrieländern bekommen weniger<br />
als die (von Schlafforscher:innen) empfohlenen<br />
acht Stunden Schlaf. Nur die Hälfte der<br />
Österreicher:innen gibt an, gut zu schlafen. Das<br />
kann und wird wohl mittelfristig zum Problem<br />
werden. Insbesondere, da man aus etlichen<br />
Jahrzehnten Schlafforschung weiß, dass<br />
90 Prozent der körperlich-seelisch-geistigen<br />
Gesundheit von einem erholsamen Schlaf abhängen.<br />
Hat man also Schlafstörungen, wird’s<br />
gleich doppelt arg. Denn die können sowohl<br />
Ursache einer Reihe von Symptomen sein, aber<br />
auch Begleitsymptome. Etwa von Burn-out<br />
und Depressionen, aber auch Bluthochdruck,<br />
Diabetes, Stoffwechselerkrankungen oder<br />
Für Überflieger:innen<br />
Am Flughafen Wien stehen seit<br />
Anfang des Jahres Schlafkapseln.<br />
Es sind Multimediastationen mit<br />
Bett, in denen Reisende powernappen<br />
und übernachten können.<br />
Derartiges wird man in nächster Zeit<br />
öfters in öffentlichen Räumen sehen.<br />
Alzheimer. Die Palette hierzu ist riesig. Fix ist:<br />
Wer nicht gut schläft, hat wohl auf mehreren<br />
Gesundheitsfronten ein Problem.<br />
TRAUMZUKUNFT<br />
Deswegen zuerst einmal eine grundlegende<br />
Frage. Wie soll man sein Schlafzimmer<br />
gestalten? Günther W. Amann-Jennson<br />
beschäftigt sich seit fast 40 Jahren mit dem<br />
Thema. »Es gibt nichts, was keinen Einfluss<br />
auf den Schlaf haben kann. Im Positiven<br />
wie im Negativen«, erklärt er und fährt<br />
fort: »Den größten Einfluss auf Schlafund<br />
Regenerationsqualität hat das Trio<br />
Schlafraum, Schlafplatz und Bettsystem.«<br />
Allerdings ist die Thematik multikomplex,<br />
denn interne Schlafstörer wie Stress,<br />
Guter Stand<br />
Betten im Büro? Das japanische Sperr -<br />
holzlabel Koyoju Plywood hat die Lösung.<br />
Nap-Boxen, in denen man aufrecht schläft.<br />
Gewöhnungsbedürftige Zukunftsfitness<br />
für Schlafoptimierer:innen.<br />
><br />
»Ich habe eine Hypothese,<br />
die davon ausgeht, dass<br />
95 Prozent der Menschen<br />
einen biologisch minderwertigen<br />
Schlaf haben und<br />
an Schlafmangel leiden.«<br />
GÜNTHER W. AMANN-JENNSON<br />
Schlafpsychologe und Schlafcoach, samina.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
47
trends / SCHLAFTRENDS<br />
Digitaler Helfer<br />
Google greift jetzt auch in Schlaf und Träume<br />
ein. Der Google Nest Hub (zweite Generation)<br />
hat jetzt einen Schlafsensor, der unter anderem<br />
die Atmung misst und so Nächte analysiert.<br />
bereits eines in Berlin gibt. Und es gibt<br />
noch mehr Indizien. Seit Anfang des Jahres<br />
stehen beispielsweise am Flughafen Wien<br />
16 Schlafkabinen des italienischen Start-ups<br />
Zzzleepandgo. Es sind kleine Chill-out-<br />
Kapseln zum Arbeiten und Schlafen für<br />
Flughafengäste. Und ein japanisches Unternehmen<br />
will im nächsten Jahr mit der »Nap<br />
Box« sogar eigene Schlafkabinen fürs Büro<br />
auf den Markt bringen. Und zwar welche, in<br />
denen man aufrecht schläft. Ist das sinnvoll?<br />
»Der Flamingo-Schlaf, also stehend zu<br />
schlafen, wirft viele Fragen auf«, so Amann-<br />
Jennson, der fortfährt: »Die meisten Menschen<br />
finden allein den Anblick frustrierend<br />
und das Schlaferlebnis soll nicht optimal<br />
sein. Ein positiver Aspekt ist aber, dass beim<br />
Stehen mehr Gravitation induziert wird als<br />
beim flachen Schlafen. Das kann positive<br />
Effekte auslösen.« Spannend ist das allemal.<br />
Und wer weiß, vielleicht findet sich auch<br />
jemand, der eine Kamera in der Box montiert<br />
und Bilder streamt, wie er im Stand träumt,<br />
bevor ihn der Chef oder die Chefin weckt.<br />
<<br />
><br />
Ernährung, Koffein, Vitaminmangel oder<br />
Alkohol beeinflussen den Schlaf ebenfalls<br />
negativ. »Der Fokus auf die Verbesserung<br />
der Schlaf- und Regenerationsqualität wird<br />
für gesundheitsorientierte Menschen zum<br />
größten Game-Changer aller Zeiten«, ist sich<br />
der Schlafcoach und Schlafexperte sicher.<br />
Denn jeder Mensch muss schlafen.<br />
Amann-Jennson hat dazu 28 Thesen<br />
formuliert und die Zukunft des Schlafes aus<br />
unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.<br />
Aus gesundheitlichen und ökonomischen<br />
ebenso wie aus gesellschaftlichen. »Bereits in<br />
den nächsten fünf bis zehn Jahren ist davon<br />
auszugehen, dass der Schlaf-gesund-Markt<br />
die gleiche Dimension wie die Ernährungsund<br />
Fitnessmärkte erreichen wird«, prophezeit<br />
Amann-Jennson etwa und formuliert<br />
noch weitere sehr hochinteressante Thesen.<br />
Etwa, dass Architekt:innen und Wohnraumplaner:innen<br />
beim Thema »gesünder<br />
schlafen« verstärkt einbezogen werden. Oder<br />
dass Biotechnologien, künstliche Intelligenz<br />
und die Digitalisierung zunehmend auch<br />
den Schlaf beherrschen werden. Schlaf bzw.<br />
Schlafqualität werden demnach künftig zu<br />
Hause, im eigenen Bett, gemessen. Zurzeit tut<br />
sich hier übrigens schon einiges, aber: »Aus<br />
wissenschaftlicher Sicht sind die aktuellen<br />
Tracking-Methoden rund um den Schlaf<br />
noch unbefriedigend. Der Korrelationsunterschied<br />
zwischen Schlaflabormessungen und<br />
Apps bzw. Trackern liegt zwischen 30 und<br />
40 Prozent.«<br />
STEHEND K. O.<br />
Und – auch nicht schlecht: Bereits in naher<br />
Zukunft wird es normal sein, jederzeit und<br />
überall in Form von Nickerchens pausieren<br />
zu können. Etwa in »Schlaf-Cafés«, wie es<br />
Tagwache. Ein alter Hut, aber gut.<br />
Lichtwecker, die einen sanft aus<br />
dem Schlummerland befördern.<br />
Für viele die Nummer eins: der<br />
»SmartSleep« von Philips.<br />
Dufte<br />
Guter Schlaf hängt von vielen<br />
Faktoren ab. Zum Beispiel<br />
auch vom Raumklima. Der<br />
Sleep-Diffuser »The Ritual of<br />
Jing« kann beim Einschlafen<br />
Wunder bewirken. rituals.com<br />
Fotos: © Google, © Philips, © Rituals<br />
48 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Because you give your dreams the love you deserve.<br />
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trends / PSYCHOLOGIE DES SCHLAFENS<br />
DER<br />
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VOM<br />
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Foto: Image Point Fr/Shutterstock<br />
50 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
7 / 22 <strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
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trends / PSYCHOLOGIE DES SCHLAFENS<br />
Rund ein Drittel unseres Lebens bleibt im Dunkeln. Ein Geheimnis, das uns zumindest nicht<br />
bewusst ist. Denn ganze 25 Jahre verbringen wir – statistisch gesehen – im Bett, vornehmlich<br />
mit lebensnotwendiger Nachtruhe. Dennoch kann jede:r Vierte vom erholsamen Schlaf nur<br />
träumen. Über die häufigsten Störenfriede und die hilfreichsten Förderer unserer körperlichen<br />
und geistigen Regeneration. TEXT SUSANNA PIKHART<br />
Bloß nicht laut ansprechen und schon<br />
gar nichts fragen sollte man frühmorgens<br />
Menschen, die nicht gut<br />
geschlafen haben. Wer nämlich<br />
immer wieder und öfters in der Woche keine<br />
erholsame Nachtruhe findet, ist gereizt, übel<br />
gelaunt und anfällig für allerlei Krankheiten.<br />
Das wusste schon Friedrich Nietzsche, als er<br />
schrieb: »Allen aus dem Wege gehen, die<br />
schlecht schlafen und nachts wachen …« An<br />
einer anderen Stelle hielt der deutsche Philosoph<br />
folgerichtig fest: »Das Kunststück der<br />
Lebensweisheit ist, den Schlaf jeder Art zur<br />
rechten Zeit einzuschieben wissen.« Dem<br />
können die moderne Medizin und Schlafpsychologie<br />
nur zustimmen. Dennoch bleibt<br />
für viele Menschen der ausgeruhte Start in<br />
den Tag nur ein Wunschtraum. Und erst<br />
recht, wenn es darum geht, ganz ohne Hilfe,<br />
also Wecker, zu erwachen, was meist nur am<br />
Wochenende gelingt.<br />
Tatsächlich schlafen die meisten<br />
Österreicher:innen nicht ausreichend, und<br />
jede:r vierte ist sogar von Schlafstörungen<br />
betroffen. Das bestätigt Doz. Dr. Michael<br />
Saletu, der renommierteste Schlafmediziner<br />
des Landes, Neurologe und Präsident der<br />
Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin<br />
und Schlafforschung: »Schlafstörungen<br />
sind häufig, folgenschwer und vielfältig.<br />
80 Prozent der Schlafgestörten leiden an<br />
ihren Problemen länger als ein Jahr. Bei rund<br />
zehn Prozent der Menschen sind die Schlafschwierigkeiten<br />
so dramatisch, dass sie behandelt<br />
gehören.« Die häufigsten Probleme<br />
bereiten dabei Schnarchen und nächtliche<br />
Atemaussetzer sowie Albträume, aber auch<br />
unruhige Beine, genannt »Restless-Legs<br />
Syndrom«, sowie schlicht und einfach Einund<br />
Durchschlafschwierigkeiten.<br />
Wissenschaftlich bewiesen ist inzwischen,<br />
dass Frauen mehr Schlaf als Männer brauchen:<br />
bis zu neun Stunden tun ihr gut, während<br />
ihm sieben bis acht Stunden reichen.<br />
Allerdings: »Beide Geschlechter nehmen<br />
sich nicht genug Zeit für den Schlaf und<br />
glauben, dass fünf bis sechs Stunden ausreichen«,<br />
so der Schlafforscher. Weit gefehlt<br />
und teuer bezahlt. »Abgesehen davon, dass<br />
bei einer so kurzen Nachtruhe die Leistungsfähigkeit<br />
leidet, hat das auch gesundheitliche<br />
Konsequenzen«, so Dr. Saletu. »Diese Menschen<br />
sind nachweislich anfälliger für Fettleibigkeit,<br />
Diabetes und hohen Blutdruck.«<br />
TÄGLICHER »HAUSPUTZ«<br />
Doch was ist eigentlich der Sinn des Schlafs?<br />
Wirklich geklärt ist diese Frage unter Schlafforscher:innen,<br />
Chronobiolog:innen und<br />
Neurolog:innen nicht. Immerhin weiß man,<br />
dass während dieser Ruhephase der Körper<br />
viele Aufgaben erledigt, quasi »Hausputz«<br />
betreibt. Wir erleben also eine Art schlummernde<br />
Runderneuerung. Ob Gehirn,<br />
Organe, Muskeln, Haut oder Teile des Immunsystems<br />
– alles dient der Regeneration,<br />
Reinigung und dem Energieauftanken. Ab<br />
wann der Schlaf tatsächlich erholsam oder<br />
gesundheitsfördernd ist, steht teilweise noch<br />
in den Sternen. Dr. Saletu: »Es gibt keine<br />
exakte wissenschaft liche Definition darüber,<br />
welche Schlafstruktur dafür quantitativ notwendig<br />
ist. Wesentlich für die Beurteilung ist<br />
das daraus resultierende Tagesbefinden am<br />
Folgetag – Stichwort ›Qualität vor Quantität‹.«<br />
Die individuell optimale Schlafdauer<br />
sei immer dann erreicht, wenn man sich<br />
am Tag ausgeschlafen, leistungsfähig und<br />
emotional ausgeglichen fühlt.<br />
6 TIPPS FÜR ERHOLSAMEN SCHLAF<br />
1. Regelmäßiger Rhythmus. Jeden<br />
Tag möglichst zu ähnlichen Zeiten<br />
schlafen gehen und wieder aufstehen<br />
– auch am Wochenende.<br />
2. Gut gebettet. Wie man sich bettet,<br />
so liegt man – der Volksmund<br />
weiß es schon lange. Eine gute<br />
Matratze gehört unbedingt ins<br />
Bett, Fernseher und andere<br />
Elektrogeräte hingegen raus<br />
aus dem Schlafzimmer.<br />
3. Gesundes Raumklima. Die Raumtemperatur<br />
sollte um die 18 Grad<br />
Celsius liegen und die Luft genügend<br />
Sauerstoff enthalten. Daher:<br />
vor dem Zubettgehen noch einmal<br />
ordentlich durchlüften.<br />
4. Hell und dunkel. Morgens regen<br />
helles Licht und frische Luft an,<br />
abends erleichtert Dunkelheit das<br />
Schlafengehen. Daher: mithilfe<br />
von Rollos oder Vorhängen das<br />
Schlafzimmer abdunkeln, zusätzlich<br />
fungieren diese als Schutz<br />
vor Lärmquellen, die ebenfalls<br />
wachhalten können.<br />
5. Wohltuende Rituale. Sorgen,<br />
Stress oder kreisende Gedanken<br />
kann man mit kleinen Ritualen<br />
effektiv verscheuchen. Eine Tasse<br />
Tee, beruhigende Musik, ein<br />
warmes Bad, Tagebuch schreiben<br />
oder ein schönes Buch lesen<br />
machen den Kopf frei von lästigen<br />
Grübeleien. Ein entspannender<br />
Duft (z. B. Lavendel, Zirbe) kann<br />
ebenfalls ausgleichend wirken.<br />
6. Hilfe aus der Natur. Im Zusammenhang<br />
mit Schlafstörungen<br />
haben sich einige Heilpflanzen,<br />
am besten als Tee genossen,<br />
bewährt: Melisse, Passionsblume,<br />
Hopfen, Baldrian.<br />
Foto: Realstock/Shutterstock<br />
52 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
LICHTBLICKE<br />
Wer abends mit dem Handy oder<br />
Tablet zu Bett geht, bringt sich<br />
selbst um guten Schlaf: Die Helligkeit<br />
mit einem hohen Anteil von<br />
blauem Licht, das elektronische<br />
Geräte verbreiten, sorgt dafür, dass<br />
die menschliche Zirbeldrüse kein<br />
Melatonin ausschüttet – das tut sie<br />
nämlich nur bei Dunkelheit. So produzieren<br />
wir erst bei wenig blauem<br />
Licht das wichtige Schlafhormon,<br />
das uns müde macht und sanft<br />
einschlummern lässt.<br />
Nächtliche Regeneration<br />
Kuscheln ist gut, erholsamer<br />
Schlaf noch besser. Nur wer<br />
sich regelmäßig gut bettet,<br />
bleibt in jeder Lebenslage<br />
leistungsfähig und gesund.<br />
IDEALE BEDINGUNGEN<br />
Die gute Nachricht: 70 Prozent der Schlafstörungen<br />
haben keine organische Ursache.<br />
»Hier sind Ängste oder Depressionen häufige<br />
Ursachen oder schlicht mangelnde Schlafhygiene<br />
und ungünstige (räumliche) Bedingungen«,<br />
weiß die Wiener Psychologin<br />
Mag. Sabine Standenat. »Vor allem Letztere<br />
lassen sich meist ändern.« Ihre Tipps für eine<br />
schlaffördernde, angenehme Atmosphäre:<br />
»Verbannen Sie Belastendes aus dem Schlafzimmer.<br />
Wenn schon grübeln, dann am<br />
besten die Lösung fokussieren, nicht das<br />
Problem. Gestalten Sie die Abendstunden<br />
generell entspannt und verzichten Sie auf<br />
kreislaufanregende sowie konzentrierte<br />
Tätigkeiten. Regelmäßiges Sporttraining<br />
wirkt sich zwar prinzipiell günstig auf den<br />
Schlaf aus, sollte aber mindestens drei bis vier<br />
Stunden vor dem Zubettgehen stattfinden.<br />
Ebenso lang zurück sollte das letzte,<br />
möglichst nicht allzu üppige, Essen liegen,<br />
damit der Stoffwechsel bzw. Verdauungsapparat<br />
nicht überfordert wird.«<br />
Der Schlüssel zu gutem Schlaf ist nicht<br />
zuletzt ein wohltuendes Umfeld: »Angenehme<br />
Farben und Möbel sind hilfreich«, weiß<br />
Mediziner Dr. Saletu. »Das Schlafzimmer<br />
sollte gut belüftet sein, damit genug Sauerstoff<br />
vorhanden ist. Pflanzen können helfen,<br />
den Sauerstoffgehalt im Zimmer zu regulieren<br />
und die Luft zu reinigen.« Tipp: Aloe<br />
vera, Bergpalme, Efeutute, Grünlilie,<br />
Schwertfarn – sie alle entziehen der Raumluft<br />
Schadstoffe. Kühle Zimmertemperatur,<br />
frische Luftzufuhr und ruhige Umgebung<br />
sind ebenfalls maßgebende Förderer des<br />
gesunden Schlafs. Nicht zu vergessen ein<br />
optimales Bett samt individuell geeigneter<br />
Matratze. »Das Bett soll dem Körper wie<br />
beim ›Pawlow’schen Reflex‹ Schlaf und Entspannung<br />
suggerieren«, so Dr. Saletu. Während<br />
manche Menschen lieber härter liegen,<br />
bevorzugen andere eine weichere Matratze.<br />
Wichtig ist, dass sie auf die persönlichen<br />
Bedürfnisse abgestimmt ist. Probeliegen vor<br />
einem Kauf zahlt sich jedenfalls aus. Das gilt<br />
auch fürs Bett, das ausreichend Platz bieten<br />
sollte. Psychologin Mag. Standenat: »Nicht zu<br />
unterschätzen ist auch die wohlige Wirkung<br />
von frischer Bettwäsche sowie von angenehmen<br />
Naturmaterialien, sanften Farben<br />
und von gedämpftem, warmem, indirektem<br />
Licht statt greller Dekorstoffe und hell<br />
leuchtender Deckenlampe.«<br />
<<br />
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trends / SCHLAFEN WIE IM HOTEL<br />
HOTEL-<br />
FLAIR FÜR<br />
ZU HAUSE<br />
Fotos: Enrique Vega/The Licensing Project, beigestellt<br />
54 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Nirgends schläft man besser als in fremden Betten. Das ist<br />
kein Zufall: Luxushotels legen großen Wert auf perfekten<br />
Liegekomfort. Da ist es nur konsequent, dass sie ihre Betten,<br />
Polster und Bezüge auch als Home-Kollektion anbieten. Damit<br />
man auch daheim wie auf Wolken schlummert. TEXT KARIN CERNY<br />
Es ist stets aufs Neue ein magischer<br />
Moment, wenn man nach einem<br />
langen Tag in einer fremden Stadt in<br />
ein kuscheliges Hotelbett sinkt. Und<br />
sich sofort geborgen und zu Hause fühlt. Job<br />
und Alltag hinter sich lässt und zu träumen<br />
beginnt. Vielleicht liegt es an den vielen<br />
Pölstern in unterschiedlichen Größen, an<br />
der extrafluffigen Bettdecke, am perfekt<br />
gebügelten weißen Leinen – oder einfach<br />
daran, dass man verdammt müde ist. Auf<br />
jeden Fall schläft man wie ein Baby.<br />
LUXUS UND EXZELLENZ<br />
Kein Wunder, dass man dieses perfekte<br />
Erholungsgefühl auch außerhalb von Reisen<br />
haben möchte. Bademäntel, Handtücher<br />
und Beauty-Produkte lassen sich bereits seit<br />
geraumer Zeit in Luxusunterkünften käuflich<br />
erwerben. Mittlerweile boomen aber auch<br />
Betten, die hochwertigen Schlafkomfort in<br />
die eigenen vier Wände zaubern sollen. Es<br />
handelt sich um exklusive Maßanfertigungen,<br />
die mit viel Know-how, ausgeklügelter Handwerkskunst<br />
und gediegenem Design eigens<br />
fürs Hotel entwickelt wurden. Im Fachhandel<br />
bekommt man diese Betten nicht, man muss<br />
sich direkt vom Hotel beliefern lassen. Vom<br />
Design verzichten sie auf modischen Firlefanz,<br />
konzentrieren sich aufs Wesentliche: Sie sind<br />
robust und doch zeitlos elegant.<br />
PERSONALISIERTE BETTEN<br />
Four Seasons bietet in seinen Hotels und<br />
Resorts seit 2014 vollständig anpassbare<br />
Betten, die erlauben, Matratzenhärte und<br />
Kissen zu personalisieren. 2019 hat sich die<br />
Luxusmarke dann entschlossen, diese Betten<br />
auch online zu verkaufen. »Four Seasons<br />
><br />
Ruhen mit Stil<br />
Klassiker sind die Bettdeckenbezüge<br />
mit Volant in elegantem<br />
Grau oder Blau, die Sofitel<br />
im Shop anbietet.<br />
sofitelboutique.com<br />
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<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
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trends / SCHLAFEN WIE IM HOTEL<br />
Volles Programm<br />
Vom Bettrahmen über die<br />
Matratze bis zur Bettdecke<br />
und zum Bettüberzug:<br />
Das Four Seasons bietet<br />
ein komplettes Set an.<br />
shop.fourseasons.com<br />
Aber auch Sofitel bietet in seinem Onlineshop<br />
bereits seit 2004 Produkte an – von<br />
Bademänteln über Düfte bis zu Kissen. »Wir<br />
wollten unseren Kund:innen die Möglichkeit<br />
geben, das Sofitel-Gefühl in ihr eigenes<br />
Zuhause zu bringen und die Marke in ihrem<br />
täglichen Leben zu erleben«, sagt Alison<br />
Howard, Vice President Luxury Brands Accor<br />
Northern Europe. Bestseller sind Betten,<br />
Pölster und Bettwäsche. Hinzu kommen<br />
Designkooperationen: Karl Lagerfeld hat<br />
exklusiv für SO/ einen Bademantel kreiert,<br />
der japanische Mode- und Produktdesigner<br />
Kenzo Takada Polsterbezüge und Vasen.<br />
Klassiker sind die Bettdeckenbezüge mit<br />
Volant in elegantem Grau oder Blau. Dazu<br />
passen die Sofitel-Bettgestelle mit ihren<br />
Rückenlehnen in dezenten Farben.<br />
Das Marriott-Bett besteht aus einer<br />
bequemen Boxspringmatratze und ist klassisch<br />
schlicht gehalten. Außerdem im Shop<br />
erhältlich: Nackenrollen. Die kleinen, runden<br />
Pölster sind ideal, um nach einem langen<br />
Flug auszuspannen, aber auch, um bequem<br />
zu lesen. Erstaunlich, dass sie bisher kaum<br />
ihren Weg ins Eigenheim gefunden haben.<br />
Sie sorgen sofort für ein Urlaubsgefühl.<br />
<<br />
><br />
ist ein Synonym für Luxus und Exzellenz«,<br />
sagt Marc Speichert, Executive Vice President<br />
und Chief Commercial Officer. »Wir haben<br />
eine unglaublich starke Resonanz auf diese<br />
Produkte festgestellt.« Bisher ist die Four-<br />
Seasons-Home-Kollektion nur in den USA<br />
und Kanada erhältlich, gut möglich, dass<br />
sich der Markt aber bald erweitern wird.<br />
In den letzten Jahren sind die Verkäufe laut<br />
Speichert um 60 Prozent gestiegen. Das<br />
Sortiment wurde um handgegossene Kerzen,<br />
Samthausschuhe aus Italien und Reise-<br />
Accessoires erweitert.<br />
Weniger ist mehr<br />
Das Marriott-Bett besteht aus<br />
einer bequemen Boxspringmatratze<br />
und ist klassisch<br />
schlicht gehalten.<br />
europe.shopmarriott.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
56 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
HANDCRAFTED FOR A LIFETIME OF THE FINEST SLEEP<br />
VISPRING.COM<br />
1<strong>07</strong>0 WIEN Rooms Classic Interior, Smart Living 3652 LEIBEN Lorenz Projekt- u. Handels 4061 PASCHING Der Mayrhofer 4600 WELS Bruckmüller Wohnen<br />
4710 GRIESKIRCHEN Tischlerei Maier 4775 TAUFKIRCHEN AN DER PRAM Auinger 5020 SALZBURG Schlafwerkstatt Salzburg 6300 WÖRGL Osl Living<br />
6370 KITZBÜHEL Die Wohnidee Fritz Huber 6405 PFAFFENHOFEN Einrichtungshaus Föger 7091 BREITENBRUNN Frischmann Thomas 8045 GRAZ Möbel Tropper<br />
8280 FÜRSTENFELD Wohnanders 9020 KLAGENFURT FLW Handel – Standort Kärnten
trends / NEWS AM BETTENHIMMEL<br />
Individuell<br />
Bei Vispring lassen sich die Betten an die<br />
eigenen Bedürfnisse anpassen. Hier die<br />
Kombination aus »Opulence«-Matratze,<br />
»Viceroy«-Gestell und »Gate«-Kopfteil.<br />
vispring.com<br />
ROMANTISCHE<br />
RELAX-OASEN<br />
Samtige Oberflächen, abgerundete Formen und feenhafte Himmelbetten – so manche<br />
Genießer:innen benötigen zum Wohlfühlen und Entspannen das volle Romantikprogramm.<br />
Gut, dass die <strong>LIVING</strong>-Redaktion eine passende Auswahl zusammengestellt hat.<br />
Luxuriös<br />
Herrschaftlich lässt es sich im »Marie<br />
Antoniette«-Bett von K3 schlafen. Da hätte<br />
auch die Königin von Frankreich ihre Freude<br />
daran gehabt. artemest.com<br />
Paradiesisch<br />
Wie ein »schützendes Nest«<br />
wirkt der skulpturale Metallrahmen<br />
des »Paradise Bird«-<br />
Bettes von Luca Nichetto.<br />
wittmann.at<br />
Fotos: beigestellt<br />
58 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Süße Träume<br />
Bei seinen Produkten setzt<br />
Treca auf edle, natürliche<br />
Materialien – so auch beim<br />
»Diamant«-Kopfteil.<br />
treca.com<br />
Elegant<br />
In exklusiver Zusammenarbeit<br />
mit dem Topdesigner Ferris<br />
Rafauli bekam das »Grand-<br />
Vividus« ein Design-Update.<br />
hastens.com<br />
Runde Sachen<br />
Die Rundbögen des »Creole«-<br />
Bettes von Bretz Austria<br />
erinnern an die Architektur<br />
der »Goldenen 20er«.<br />
bretz-austria.at<br />
Himmlisch<br />
Im romantischen<br />
Himmel bett »ILletto«<br />
von Opinion Ciatti lässt<br />
es sich wahrhaft märchenhaft<br />
gut schlafen.<br />
opinionciatti.com<br />
Wohlfühlort<br />
Der runde Kopfteil des »Clip«-Bettes<br />
von Designer Nika Zupanc schafft ein<br />
herrliches Gefühl von Geborgenheit.<br />
ditreitalia.com<br />
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<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
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trends / NEWS AM BETTENHIMMEL<br />
Vielseitig<br />
Mit »Juna« hat Sebastian Herkner<br />
ein wandelbares Bett entworfen,<br />
inklusive ergänzender Sitzbank,<br />
Nachttisch und integriertem<br />
USB-Anschluss.<br />
schramm-werkstaetten.com<br />
Minimalistisch<br />
Bei arbaro trifft japanischer<br />
Stil auf italienische Handwerkskunst.<br />
Das Ergebnis?<br />
Zum Einschlafen schön.<br />
arbaro.it<br />
AUFGERÄUMTE<br />
RUHEZONEN<br />
Wenn im Kopf Chaos herrscht, rückt der Schlaf in weite Ferne. Eine minimalistische<br />
Umgebung, die auf das Wesentliche reduziert ist, kann dabei helfen, abzuschalten<br />
und Ruhe zu finden. Und wo startet man am besten mit der Reduktion? Richtig – im<br />
Schlafzimmer und beim Hauptakteur Bett.<br />
Fotos: beigestellt<br />
Federleicht<br />
Das »times«-Bett wirkt fast<br />
so, als würde es schweben,<br />
und verspricht durch seine<br />
klare Formensprache eine<br />
Nachtruhe ohne Ablenkungen.<br />
team7-home.com<br />
Schlicht<br />
Bequemlichkeit und klare<br />
Linien stehen beim »Asolo«-<br />
Bett von Antonio Citterio für<br />
Flexform im Vordergrund.<br />
flexform.it<br />
60 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Wandelbar<br />
»Stand By Me« von Francesco<br />
Binfaré für Edra passt in<br />
moderne genauso wie in<br />
klassiche Schlafzimmer.<br />
edra.com<br />
Geradlinig<br />
Nicht nur vom Namen her<br />
erinnert das »Flai«-Bett mit<br />
seinem schwebenden Design<br />
ans Fliegen.<br />
connox.at<br />
Gemütlich<br />
Das »Duke«-Boxspringbett<br />
von sedda mit Lederbezug ist<br />
sowohl mit Bettbank als auch<br />
ohne erhältlich.<br />
sedda.at<br />
Multifunktional<br />
30 Jahre nach der<br />
ersten Präsentation<br />
des »Maly«-Bettes<br />
wird der Klassiker<br />
mit »Peter Maly 2«<br />
neu interpretiert.<br />
ligne-roset.com<br />
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<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
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trends / GUTE-NACHT-STYLE<br />
Frische Luft<br />
Der »Airmega 150 Air<br />
Purifier« von Coway<br />
verfügt über eine<br />
dreistufige Filterung.<br />
store.moma.org<br />
Ordnungshüter<br />
Damit Handcreme, Buch und<br />
Schlafmaske nicht irgendwo<br />
herumkugeln, werden sie im<br />
hübschen Nachttisch von<br />
Guerra Vanni verstaut.<br />
artemest.com<br />
Neben dem passenden Bett gibt es noch weitere unterstützende Accessoires,<br />
die eine entspannte Atmosphäre schaffen und für einen erholsamen Schlaf<br />
sorgen. Die <strong>LIVING</strong>-Redaktion hat für Sie eine vielseitige Liste erstellt, die das<br />
Einschlafen garantiert erleichtert.<br />
Abtauchen<br />
Ein Bad vor dem Schlafengehen<br />
kann Wunder bewirken. Zum<br />
Beispiel mit Badezusatz von<br />
Dream Distillery.<br />
niche-beauty.com<br />
Wegweiser<br />
Auf über 400 Seiten<br />
bietet »The Book of<br />
Rituals« Anregungen<br />
für ein achtsames<br />
Leben.<br />
rituals.com<br />
Abgedunkelt<br />
Luxuriöser als mit der<br />
Fendi-Schlafmaske kann<br />
man störende Lichtquellen<br />
kaum abblocken.<br />
net-a-porter.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
62 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Müde cremen<br />
Mit der Mischung aus Melatonin,<br />
Lavendel und CBD wird die<br />
»The Good Night«-Creme zum<br />
Teil der Abendroutine.<br />
this.place<br />
Dufte Sache<br />
Wird der Aromadiffusor<br />
» Kaspar« mit den passenden<br />
Ölen gespeist, kreiert er eine<br />
relaxte Atmosphäre.<br />
madebyzen.com<br />
Nachhaltig<br />
Als Verschluss für das<br />
»Strimma«-Bettwäscheset<br />
werden ausschließlich Knöpfe<br />
aus recyceltem Plastik<br />
verwendet. alvalinen.de<br />
Ruhezone<br />
Damit der Fokus auch wirklich auf<br />
dem Einschlafen liegt, wird<br />
etwaige Unordnung hinter dem<br />
»FRAMINGHAM«-Paravent<br />
versteckt. maisonsdumonde.com<br />
Klangspiel<br />
Die Bose-»Sleepbuds«<br />
blockieren störende<br />
Geräusche und spielen stattdessen<br />
beruhigende Töne.<br />
bose.de<br />
Herzig<br />
Schmuckstücke,<br />
die beim Schlafen<br />
nur stören<br />
würden, finden<br />
auf der Ablage<br />
von AERIN ihre<br />
Nachtruhe.<br />
amara.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
63
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
Daran, dass die Ir:innen ein kunstsinniges<br />
Volk sind, dürfte kein Zweifel bestehen.<br />
Die meisten dürften dabei aber<br />
vor allem Literatur und Musik im Sinn<br />
haben. Immerhin vier Literaturnobelpreisträger<br />
stammen von der Grünen Insel, und man muss<br />
kein Fan von U2 sein, um den irischen Beitrag<br />
zur Popkultur zu schätzen. Aber bildende Kunst<br />
aus Irland? Da kommt man ins Grübeln. Das<br />
mag daran liegen, dass Figuren wie Francis<br />
Bacon oder die Designerin Eileen Gray, die<br />
erzkatholische Insel früh verlassen haben und<br />
jenseits ihrer Küste berühmt wurden.<br />
Doch im 21. Jahrhundert sieht das anders aus.<br />
Der Brexit im Vereinigten Königreich lässt die<br />
Fließrichtung des Brain-Drain über die Irische<br />
See umdrehen. Die Weltoffenheit der Ir:innen<br />
tut ihr Übriges. Wer heute in Dublin auf Spurensuche<br />
der zeitgenössischen Kunst geht, wird<br />
sein grünes Wunder erleben. Die im Zuge des<br />
Wirtschaftsbooms revitalisierten Ausgehviertel<br />
wie Temple Bar sind veritable Galerienviertel<br />
geworden. Zwar hat die vor genau 100 Jahren<br />
unabhängig gewordene Staat nicht die großen<br />
Museen wie die imperialen Hauptstädte,<br />
aber dafür viel freche Eigeninitiative. Und<br />
kuratorisch ist es sicher kein Nachteil, dass die<br />
geselligen Ir:innen es verstehen, Geschichten zu<br />
erzählen. Ob mit der Gitarre, dem Stift oder<br />
dem Pinsel. ><br />
Foto: LittlenySTOCK/Shutterstock, Shutterstock<br />
64 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
KUNST-<br />
T R I P<br />
D U B L I N<br />
Kaum jemand erzählt so gerne Geschichten wie<br />
die Ir:innen. Auch Kunst-Geschichten? Natürlich!<br />
Ein Wochenende in Dublin wird so zu einem Spaziergang<br />
durch alle Spielarten des Zeitgenössischen,<br />
eingerahmt von der bewegten irischen Geschichte.<br />
TEXT MAIK NOVOTNY<br />
Kunst auf allen Wegen<br />
Die Samuel Beckett Bridge<br />
überspannt den River Liffey in<br />
Dublin und rückt die Docklands ins<br />
Bewusstsein der Stadt. Auch der<br />
zweite irische Literaturgigant,<br />
James Joyce, hat übrigens eine<br />
Brücke in Dublin bekommen.<br />
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<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
65
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
><br />
>>> FREITAG<br />
Wer James Joyces Romanmonument<br />
»Ulysses« gelesen hat, das einen Tag in Dublin<br />
beschreibt, weiß, dass die Stadt sich perfekt für<br />
ausgedehnte Spaziergänge eignet. Das gilt auch<br />
heute noch. Wir starten in den Gassen südlich<br />
des Liffey, in denen sich am Wochenende das<br />
Pub- und Partyvolk drängt. Ein Pionier der<br />
Revitalisierung des Quartiers Temple Bar, die in<br />
den 1980er-Jahren begann, ist die gleichnamige,<br />
1983 eröffnete Galerie. Bis heute ist die Temple<br />
Bar Gallery ihrem Credo »von Künstlern für<br />
Künstler« treu geblieben. Die fünf Ausstellungen<br />
pro Jahr fördern und präsentieren irische<br />
Talente auf der Bühne der Welt, und mit der<br />
Dublin Art Book Fair betreibt man auch die<br />
einzige Kunstbuchmesse des Landes.<br />
KUNST UND WISSENSCHAFT<br />
Noch etwas älter ist die Douglas Hyde Gallery<br />
of Contemporary Art, die 1978 aus einer<br />
Spielend gelaufen<br />
Aus der Ausstellung »John<br />
Kindness: Playing with Food«<br />
in der Molesworth Gallery.<br />
Ein Spaziergang durch die Gassen um das Trinity College,<br />
wo Nachtleben und Wissenschaft einen Nährboden für die<br />
Kunst bilden.<br />
Erste Adresse<br />
Die kleine Molesworth Gallery<br />
in einem Townhouse aus dem<br />
18. Jahrhundert.<br />
Fotos: © John Kindness, © The Molesworth Gallery, © Louis Haugh, © The Temple Bar Gallery, Courtesy Sean Edwards and Tanya Leighton, Shutterstock<br />
66 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Kooperation des staatlichen Arts Council und<br />
des ehrwürdigen Trinity College als erste<br />
öffentlich finanzierte Galerie für zeitgenössische<br />
Kunst in Irland entstand. Bis heute lebt<br />
und profitiert die Galerie von der umfassenden<br />
Forschung und globalen Vernetzung der<br />
Universität, die die Kunst anregt und herausfordert<br />
und als Jungbrunnen für die Szene<br />
fungiert.<br />
Ein weiterer Fixpunkt der Szene findet sich<br />
gleich hinter dem Park des Trinity College:<br />
die kleine Molesworth Gallery, die auf zwei<br />
Etagen eines alten Stadthauses aus dem<br />
18. Jahrhundert ein dichtes Ausstellungsprogramm<br />
produziert. Die Galerie hat um die<br />
20 junge Künstler:innen unter ihren Fittichen,<br />
die stetig wachsende Sammlung der seit 1999<br />
bestehenden Galerie wird in zahlreichen<br />
Publikationen dokumentiert.<br />
><br />
Rahmensprengend<br />
Installation in der Galerie<br />
Douglas Hyde.<br />
TEMPLE BAR GALLERY<br />
Sean Edwards, bis 12. 11. 22<br />
templebargallery.com<br />
THE DOUGLAS HYDE<br />
Arthur Jafa: Love is the Message,<br />
The Message is Death, bis 6. 11. 22<br />
thedouglashyde.ie<br />
MOLESWORTH GALLERY<br />
John Kindness: Playing with Food, bis 6. 10. 22<br />
molesworthgallery.com<br />
Anstoßend<br />
Mit dem Objekt »Inheriting Absence<br />
(Glasses)« in der Temple Bar<br />
Gallery verarbeite Sean Edwards<br />
seine Familiengeschichte.<br />
Kunst im Mittagsschlaf<br />
Temple Bar ist das Ausgehviertel Nummer<br />
eins, und auch die gleichnamige Galerie<br />
braucht mal Ruhe nach der Partynacht.<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
67
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
>>> SAMSTAG<br />
Kunstgeschichte trifft<br />
Stadtgeschichte: drei<br />
Museen für zeitgenössische<br />
und angewandte Kunst, die<br />
in prachtvollen historischen<br />
Gemäuern zu Hause sind.<br />
><br />
Zwei besondere Figuren haben sich in die<br />
Räume des Charlemont House am Parnell<br />
Square eingeschrieben. Da ist zum einen der<br />
Kunstsammler Sir Hugh Lane, nach dem die<br />
hier ansässige Galerie benannt ist. Dieser<br />
zeigte 1904 in London die erste Ausstellung<br />
irischer Kunst und vermachte vier Jahre<br />
später seine Sammlung der Stadt Dublin, der<br />
die Galerie bis heute gehört. 1998 erwarb<br />
man das Atelier und das Archiv des Malers<br />
Francis Bacon und rekonstruierte es in der<br />
Galerie – mit archäologischer Präzision<br />
Bitte berühren<br />
Sofa von Rita Duffy in der<br />
Hugh Lane Gallery.<br />
Einladende Geste<br />
Die Hugh Lane Gallery<br />
im Charlemont House<br />
am Parnell Square.<br />
Leise durch die Nacht<br />
Aus der Serie »A Woman Walks Alone at Night,<br />
with a Camera« von Ruby Wallis im IMMA.<br />
Fotos: © Hugh Lane Gallery/Rita Duffy, Eugene Langan, ourtesy of Ruby Wallis, © National Museum of Ireland, © John Kindness, Shutterstock<br />
68 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Reif für die Insel<br />
Meeresgeschichtliches<br />
im National Museum<br />
of Ireland.<br />
Rein in die Rotunde<br />
Eines der vier in Dublin<br />
verteilten Häuser des<br />
National Museum of Ireland.<br />
wurde alles katalogisiert und einzeln transportiert,<br />
sogar der Staub. So kann man heute<br />
in die wilde Welt des notorisch chaotischen<br />
Giganten des 20. Jahrhunderts eintauchen.<br />
KASERNE UND SPITAL<br />
Auch der irische Staat hat sein großes<br />
Museum. Das Nationalmuseum (in ganzer<br />
gälischer Pracht: Ard-Mhúsaem na hÉireann –<br />
Na hEalaíona Maisiúla agus Stair) verteilt<br />
sich auf vier Standorte, darunter neben<br />
Archäologie, Naturgeschichte und einem<br />
Ableger auf dem Land das Museum of Arts &<br />
Decorative History. Dieses residiert in den<br />
ehemaligen Collins Barracks, einer Kaserne<br />
aus dem 18. Jahrhundert, deren Umfeld<br />
in den 1990er-Jahren zu einem neuen<br />
Museumsquartier entwickelt wurde. Hier<br />
wird die konfliktreiche irische Geschichte<br />
über Objekte wie Kleidung erzählt, eine<br />
Dauerausstellung widmet sich der ikonischen<br />
Designerin und Architektin Eileen Gray.<br />
Das Irish Museum of Modern Art (IMMA)<br />
wiederum hat sich seit 1991 im prachtvollen<br />
Royal Hospital Kilmainham aus dem<br />
17. Jahrhundert ausgebreitet und baut hier<br />
seine nationale Sammlung moderner und<br />
zeitgenössische Kunst, die derzeit rund<br />
3.500 Werke umfasst, kontinuierlich aus.<br />
><br />
DUBLIN CITY GALLERY THE HUGH LANE<br />
Bones in the Attic, bis 30. 10. 22<br />
hughlane.ie<br />
Auto-Antike<br />
»Scraping the Surface«<br />
von John Kindness im<br />
IMMA.<br />
IRISCHES NATIONALMUSEUM,<br />
MUSEUM OF DECORATIVE ARTS & HISTORY<br />
Dauerausstellung<br />
museum.ie<br />
IMMA – IRISH MUSEUM OF MODERN ART<br />
The Narrow Gate of the Here-and-Now, bis 13. 11. 22<br />
imma.ie<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
69
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
Kecke Kiste<br />
Das Gebäude der RHA<br />
stammt aus den 1970ern,<br />
doch die Institution selbst<br />
ist fast 200 Jahre alt.<br />
Street-Art im Innenraum<br />
Eine der sechs Galerien der<br />
Royal Hibernian<br />
Academy (RHA).<br />
><br />
>>> SONNTAG<br />
Zurück in den Gassen<br />
südlich des River Liffey,<br />
spüren wir dem Kunst-Boom<br />
der 1990er-Jahre nach<br />
und lassen uns die älteste<br />
Kunst-Geschichte Irlands<br />
erzählen.<br />
Sie dachten, wir hätten die Galerien<br />
im Stadtzentrum schon abgehandelt? Weit<br />
gefehlt, denn unser Spaziergang geht auch<br />
am Sonntag weiter. Und es dürfte nicht<br />
überraschen, dass auch hier die Galerien<br />
ebenso sehenswert sind wie die Häuser an<br />
ihrer Adresse. Die 1998 gegründete Kerlin<br />
Gallery, einer von Irlands führenden Orten<br />
für zeitgenössische Kunst, wurde vom<br />
britischen Minimalisten John Pawson<br />
entworfen und hat schon mehrere<br />
Künstler:innen ausgestellt, die für den<br />
prestigeträchtigen Turner Prize nominiert<br />
waren.<br />
Abstrakte Richtung<br />
Für »Twice in Dublin« ließ sich Nathalie<br />
Du Pasquier von der Architektur der<br />
Kerlin Gallery inspirieren.<br />
Fotos: Kate-Bowe O‘Brien, © RHA Gallery, Courtesy of Nathalie Du Pasquier, Courtesy of Kate Fahey, © Kerlin Gallery, Shutterstock<br />
70 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Prekäre Position<br />
Ausstellung »Kate Fahey –<br />
Mouthnotes« im Art-Space<br />
Pallas Projects.<br />
GESCHICHTE UND GESCHICHTEN<br />
Ein bienenkorbhaft summender Art-Space findet<br />
sich im historischen Quartier The Coombe<br />
in der südlichen Innenstadt. Hier ist Pallas Projects<br />
zu Hause, wie viele andere Galerien in der<br />
Aufbruchstimmung der 1990er-Jahre gegründet<br />
und nach langer Wanderschaft durch acht<br />
temporäre Orte jetzt mit permanentem Zuhause.<br />
Die Non-Profit-Organisation bietet Studioräume<br />
für Künstler:innen, das Programm umfasst<br />
Diskussionen, Publikationen, Performances und<br />
natürlich auch klassische Ausstellungsformate.<br />
Zum Abschluss unseres Walks tauchen wir<br />
nochmals tief in die Geschichte ein. Die Royal<br />
Hibernian Academy ist die älteste von Künstler:innen<br />
geführte Institution Irlands, sie feiert<br />
kommendes Jahr ihr 200-jähriges Bestehen, und<br />
ihre auf einem Open Call basierende Jahresausstellung<br />
findet ununterbrochen seit 1826 statt.<br />
Hier ist jedoch ausnahmsweise die Institution<br />
älter als das Gebäude, dieses stammt aus den<br />
1970ern und umfasst sechs Galerien, die parallele<br />
Ausstellungen ermöglichen. Nachdem wir alle<br />
absolviert haben, dürfen wir uns am Ende des<br />
Spaziergangs ein Guinness gönnen.<br />
<<br />
KERLIN GALLERY<br />
Nathalie Du Pasquier, bis 8. 10. 22<br />
kerlingallery.com<br />
PALLAS PROJECTS<br />
Art Nomads – Karavanserai, bis 8. 10. 22<br />
pallasprojects.org<br />
THE ROYAL HIBERNIAN ACADEMY<br />
Donald Teskey: Decade, bis 23. 10. 22<br />
rhagallery.ie<br />
Raum-Rahmen<br />
Ausstellung in der 1998<br />
gegründeten Kerlin Gallery.<br />
Intuitiv abstrakt<br />
»Collected Intervention<br />
Transmission« von Elizabeth<br />
Archbold in der RHA.<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
71
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
»DUBLIN IST EIN KULTURELLER<br />
SCHMELZTIEGEL«<br />
Der irische Kurator Brendan Fox arbeitet seit über zehn<br />
Jahren in Dublin. Im Interview erklärt er, wie sich hier<br />
eine besonders solidarische, engagierte und international<br />
vernetzte Kunstszene entwickelt hat. INTERVIEW MAIK NOVOTNY<br />
<strong>LIVING</strong> Von außen gesehen scheint Dublin<br />
eine reiche Galerienlandschaft vorzuweisen,<br />
aber relativ wenige große Häuser für Kunst.<br />
Woran liegt das?<br />
BRENDAN FOX Das stimmt. Die historische<br />
Architektur hat hier den Maßstab bestimmt,<br />
und oft wurden bestehende Gebäude zu<br />
Museen umgenutzt. Das hat Vor- und<br />
Nachteile, denn die Architektur kann der<br />
Kunst auch im Weg stehen. Im Stadtzentrum<br />
wiederum finden sich wichtige kleine<br />
Galerien wie die Temple Bar Gallery, die<br />
die Energie der Umgebung widerspiegeln.<br />
Dublin ist so gesehen eher eine Auswahl von<br />
Vorspeisen als ein Drei-Gänge-Menü, aber<br />
wer liebt nicht die Abwechslung!<br />
Wie hat sich die Kunstszene Dublins in den<br />
letzten Jahrzehnten entwickelt?<br />
Auf und ab, wie viele andere Städte. Derzeit<br />
haben wir eine massive Wohnungskrise, die<br />
auch die Kultur beeinflusst, weil es weniger<br />
Räume für die Kunst gibt. Trotzdem blüht die<br />
Szene auf, denn wenn man kämpfen muss,<br />
erzeugt das Solidarität und eine enorme<br />
künstlerische Energie. Eine andere Entwicklung<br />
ist, dass die großen Institutionen<br />
erkannt haben, dass es der Stadt hilft, wenn<br />
man junge Künstler:innen unterstützt und<br />
ihnen Räume zur Verfügung stellt.<br />
Szene-Insider<br />
Brendan Fox lebt und arbeitet<br />
als unabhängiger Kurator, Künstler und<br />
Autor in Dublin. Er initiierte die<br />
Ausstellung »Games for Artists and<br />
Non-Artists« am Irish Museum of Modern<br />
Art und gründete 2020 die interdisziplinäre<br />
Plattform Museum of Everyone (MOE).<br />
museumofeveryone.com<br />
brendanfoxart.com<br />
Inwiefern ist Irland ein guter Nährboden für<br />
Ihre eigene Praxis als Kurator?<br />
Ich arbeite seit zehn Jahren in Dublin als<br />
Kurator und habe 2020 das Museum of<br />
Everyone (MOE) gegründet, das die Stimmen<br />
von Künstler:innen verstärkt, insbesondere<br />
von queeren, schwarzen oder migrantischen.<br />
Es ist eine Art Mittelweg zwischen Institution<br />
und Community. Die Szene in Dublin ist<br />
ein zyklisches Ökosystem aus jungen und<br />
etablierten Künstler:innen, und dieser Austausch<br />
fasziniert mich. Dublin ist heute mehr<br />
den je ein kultureller Schmelztiegel.<br />
Wie international ist die Szene? Welche Rolle<br />
spielen die traditionellen irischen Beziehungen<br />
zu England und den USA?<br />
Wir sind eine Insel am Rand der Welt,<br />
aber sind international sehr hoch angesehen.<br />
Gerade die irische Geschichte macht das Land<br />
heute zu einem Mekka für internationale<br />
Künstler:innen, und für uns sind London<br />
und New York wichtige Destinationen, aber<br />
auch Berlin oder Lissabon. Figuren wie<br />
Aideen Barry oder Niamh O’Malley<br />
repräsentieren Irland auf der internationalen<br />
Bühne.<br />
Die irische Kultur ist vor allem berühmt für<br />
Literatur und Musik. Wie interagiert die Kunst<br />
mit diesen Sparten?<br />
Die Literatur ist ein elementarer Bestandteil<br />
der irischen Gesellschaft, und die Synergie<br />
mit der Kunst ist heute stärker denn je. Die<br />
junge Generation arbeitet mit neuen Arten<br />
des Storytelling, und Autor:innen wie Felicia<br />
Olusanya und Philly McMahon kombinieren<br />
Performance, Theater und Spoken Word.<br />
Welche Museen und Galerien würden Sie<br />
interessierten Besucher:innen empfehlen?<br />
Das IMMA mit seiner derzeitigen Ausstellungsserie<br />
»The Narrow Gate of the Hereand-Now«<br />
ist ein absolutes Must-see. In der<br />
Hugh Lane Gallery setze ich mich oft in das<br />
rekonstruierte Atelier von Francis Bacon, wo<br />
sich das heutige und das historische Dublin<br />
vermischen, und meditiere. Die Temple Bar<br />
und Douglas Hyde im Zentrum sind immer<br />
einen Besuch wert, The Complex und Pallas<br />
Projects machen derzeit sehr faszinierende<br />
Programme. Und nicht zu vergessen: Fast<br />
alle von ihnen sind gratis, daher kann der<br />
Spaziergang durch die Stadt eine bereichernde<br />
Erfahrung sein – und das, ohne einen Cent<br />
auszugeben!<br />
Zeitgemäße Positionen<br />
Die Dubliner Künstlerin Alice<br />
Rekab, die in mehreren wichtigen<br />
Galerien der Stadt regelmäßig<br />
ausstellt, thematisiert die Realität<br />
einer diversen Gesellschaft in<br />
ihren Werken.<br />
Fotos: Brendan Fox, DKPHOTO, Shutterstock<br />
72 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
WIR HABEN DEN SCHLÜSSEL<br />
ZU IHRER WUNSCHIMMOBILIE<br />
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trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
TIPPS & ADRESSEN<br />
Die Möglichkeiten, in Dublin sinnvoll seine Zeit<br />
zu verbringen, sind unendlich. Wir können gar<br />
nicht genug bekommen vom irischen Lifestyle.<br />
Das beginnt bei der Kulinarik und endet – wo<br />
sonst? – beim Shopping!<br />
Zurücklehnen<br />
Im »The Westin<br />
Dublin« erwartet einen<br />
die »Atrium Lounge« –<br />
ein prächtiges fünfstöckiges<br />
Glasatrium.<br />
HOTELS<br />
THE WESTIN DUBLIN*****<br />
Das »The Westin Dublin« bietet einen idyllischen<br />
Zufluchtsort mitten im Stadtzentrum mit einzigartigem<br />
Blick auf das Trinity College Dublin und das<br />
Dublin City Centre. Auch für Genießer:innen wird<br />
hier einiges geboten, denn gleich drei Restaurants<br />
erwarten die Gäste: das »Morelands Grill«, die<br />
»Atrium Lounge« und die »Mint Bar«.<br />
At College Green, Westmoreland Street,<br />
D02 HR67 Dublin<br />
T: +353 1 6451000, marriott.com<br />
THE WESTBURY*****<br />
Das »The Westbury« wurde 2020 bei einem<br />
Publikumspreis zum Nummer-eins-Hotel in Irland<br />
gewählt. Grund dafür waren höchstwahrscheinlich<br />
die luxuriösen Zimmer und Suiten sowie zahlreiche<br />
kulinarische Genüsse.<br />
Balfe Street, D02 CH66 Dublin<br />
T: +353 1 6791122, doylecollection.com<br />
THE MERRION HOTEL*****<br />
Die 142 Zimmer und Suiten des Hotels sind ebenso<br />
einladend wie stilvoll. »The Merrion Hotel«, eine<br />
geglückte Restaurierung von vier georgianischen<br />
Stadthäusern, verbindet exquisiten Komfort, entspannte<br />
Eleganz und fortschrittliche Einrichtung.<br />
Merrion Street Upper, D02 KF79 Dublin<br />
T: +353 1 6030600, merrionhotel.com<br />
»Westbury«<br />
Die Zimmer und Suiten<br />
präsentieren das Beste<br />
des irischen Designs.<br />
THE MARKER HOTEL*****<br />
An der Uferpromenade des Grand Canal Square<br />
gelegen, bietet das »The Marker Hotel« nicht nur<br />
eine tolle Lage, sondern auch noch allen Komfort<br />
und Luxus, den man sich als Gast wünschen kann.<br />
Ein besonderes Highlight ist das »Cocoon-Spa«<br />
(inklusive Infinity-Pool), welches bereits zahlreiche<br />
Auszeichnungen für die angebotenen Behandlungen<br />
erhalten hat.<br />
Grand Canal Square, Docklands, D02 CK38 Dublin<br />
T: +353 1 6875100, anantara.com<br />
PEMBROOKE HALL*****<br />
»Pembroke Hall« ist ein wunderschönes vierstöckiges<br />
und denkmalgeschütztes georgianisches<br />
Stadthaus, welches umfangreich und sorgfältig<br />
restauriert wurde. Nun trifft moderner Komfort auf<br />
das luxuriöse Flair vergangener Zeiten.<br />
Pembroke Road 76, Ballsbridge,<br />
DO4 PY89 Dublin<br />
T: +353 1 6689993, pembroke-hall.ie<br />
IVEAGH GARDEN HOTEL****<br />
Wenn Luxus und Nachhaltigkeit kombiniert werden,<br />
kann nur Gutes entstehen. Bestes Beispiel: das<br />
»Iveagh Garden Hotel«. Es hat den niedrigsten CO 2<br />
-<br />
Fußabdruck aller irischen Hotels und ist Europas<br />
erstes vollständig nachhaltiges Hotel. Eine urbane<br />
Oase, die traditionellen Luxus modern interpretiert.<br />
Harcourt Street 72–74, Saint Kevin’s,<br />
D02 P902 Dublin<br />
T: +353 1 568 5500, iveaghgardenhotel.ie<br />
CLONTARF CASTLE HOTEL****<br />
Wie der Name schon verrät, befindet sich das<br />
»Clontarf Castle Hotel« in einem Schloss aus dem<br />
elften Jahrhundert. Beeindruckende Architektur<br />
trifft auf Einrichtungen aus dem 21. Jahrhundert.<br />
Castle Avenue, Clontarf East, D03 W5NO Dublin<br />
T: +353 1 8332321, clontarfcastle.ie<br />
THE SHELBOURNE, AUTOGRAPH<br />
COLLECTION*****<br />
Seit fast 200 Jahren steht das »The Shelbourne«<br />
im Zentrum der irischen Hauptstadt, mit Blick<br />
auf den wunderschönen Park St. Stephen’s Green.<br />
Hier gibt es alles, was das Herz begehrt, vom<br />
Luxusspa über einen Schönheitssalon bis hin zum<br />
hauseigenen Floristen.<br />
St Stephen’s Green 27, D02 K224 Dublin<br />
T: +353 1 6634500, theshelbourne.com<br />
CONRAD DUBLIN*****<br />
Mit Blick auf die National Concert Hall und<br />
St. Stephen’s Green in Gehweite, ist das »Conrad«<br />
perfekt gelegen. Auch kulinarisch gibt es eine<br />
große Auswahl: von der »The Coburg«-Brasserie<br />
bis hin zur »Lemuel’s«-Bar.-<br />
Earlsfort Terrace 2, Saint Kevin’s,<br />
D02 V562 Dublin<br />
T: +353 1 6028900, hilton.com<br />
RESTAURANTS<br />
& CAFÉS<br />
CHAPTER ONE<br />
Ross Lewis machte das Fine-Dining-Restaurant<br />
bekannt, 2021 wurde es mit dem neuen finnischen<br />
Küchenchef und Miteigentümer Mickael Viljanen<br />
nochmals auf ein neues Level gehoben. Viljanen<br />
setzt auf klassische französische Techniken, kombiniert<br />
mit modernen Elementen und jeder Menge<br />
Kreativität sowie Persönlichkeit. Ein Konzept, das<br />
sich lohnt – mittlerweile wurde das »Chapter One«<br />
bereits mit zwei Michelin-Sternen geadelt.<br />
Parnell Square 18–19 , Rotunda,<br />
D01 T3V8 Dublin<br />
T: +353 1 8732266, chapteronerestaurant.com<br />
MORRISON GRILL<br />
Im »Morrison Hotel« befindet sich eines der besten<br />
Steakrestaurants in Dublin. Das »Morrison Grill«<br />
beherbergt einen der ersten Josper-Grills in<br />
Irland, eine Kombination aus Holzkohlegrill und<br />
Ofen, die sichergestellt, dass Steaks und Co.<br />
perfekt gegart werden. Küchenchef Sushil Kumar<br />
setzt für die Zubereitung der Speisen auf saisonale<br />
irische Produkte.<br />
Ormond Quay Lower, North City, D01 K5X5 Dublin<br />
T: +353 1 8872458, morrisonhotel.ie<br />
RESTAURANT PATRICK GUILBAUD<br />
Das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete<br />
Restaurant im Stadtzentrum von Dublin begeistert<br />
seit seiner Eröffnung im Jahr 1981 mit einer<br />
Mischung aus zeitgenössischer irischer Küche und<br />
klassisch französischen Wurzeln.<br />
Merrion Street Upper 21, D02 KF79 Dublin<br />
T: +353 1 6764192, restaurantpatrickguilbaud.ie<br />
THE PIG’S EAR<br />
Gute, ehrliche irische Küche mit einem modernen<br />
Touch – das findet man im »The Pig’s Ear«. Das<br />
moderne Ambiente gepaart mit dem ausgezeichneten<br />
Essen ist auf jeden Fall einen Besuch wert.<br />
Nassau Street 4, D02 YX74 Dublin<br />
T: +353 1 6703865, thepigsear.ie<br />
GROUNDSTATE COFFEE<br />
Was untertags ein gemütliches Café ist, wird<br />
abends zum entspannenden Yogastudio. Grund<br />
dafür sind die zwei Leidenschaften der beiden<br />
Gründer Andy und Mark. Neben herrlichem Kaffee<br />
bietet die Speisekarte auch allerlei Köstlichkeiten –<br />
sowohl vegan als auch mit Fleisch.<br />
James Street 48–50, The Liberties,<br />
D08 YK6N Dublin<br />
groundstated8.com<br />
Fotos: © The Westbury, © The Westin Dublin, Shutterstock<br />
74 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
»The Sidecar«<br />
»The Westbury Hotel«<br />
wartet mit zahlreichen<br />
Überraschungen auf –<br />
zum Beispiel mit dieser<br />
schicken Cocktailbar.<br />
3 LEAVES<br />
Fans der indischen Küche sind im »3 Leaves« bestens<br />
aufgehoben. Küchenchef Santosh und seine Frau<br />
Milie führen das Lokal voller Leidenschaft und Gastfreundschaft.<br />
Der Name bezieht sich auf die drei Gewürzblätter,<br />
die in der indischen Küche am häufigsten<br />
verwendet werden – Minze, Koriander und Curryblätter.<br />
Was als kleiner Stand auf dem Blackrock<br />
Market begann, hat sich mittlerweile zu einem<br />
mehrfach ausgezeichneten Restaurant entwickelt.<br />
Unit 30, Main Street 19 A, Blackrock Market,<br />
A94 V0D8 Dublin<br />
T: +353 87 7691361 , 3leaves.ie<br />
ETTO<br />
Die Speisen mit italienischem Einfluss werden mit<br />
saisonalen und frischen Produkten regionaler<br />
Hersteller:innen zubereitet. Das Menü wechselt<br />
täglich, eben je nachdem welche Produkte gerade<br />
besonders gut schmecken.<br />
Merrion Row 18, D02 A316 Dublin<br />
T: +353 1 6788872, etto.ie<br />
»Chapter One«<br />
Genuss auf höchstem<br />
Niveau trifft hier auf<br />
edles Ambiente.<br />
PICHET<br />
Die moderne Version eines klassischen Bistros hat<br />
seit seiner Eröffnung im Jahr 2009 bereits einige<br />
Auszeichnungen erhalten. Hier wird viel selbst<br />
Hand angelegt – vom morgendlichen Backen des<br />
eigenen Brotes bis hin zum Schlachten des<br />
Fleisches. Liebe zum Produkt, die man sieht und<br />
vor allem auch schmeckt.<br />
Trinity Street 14–15, D02 T998 Dublin<br />
T: +353 1 6771060, pichet.ie<br />
SHANAHAN’S ON THE GREEN<br />
Dank seines Gründers John M. Shanahan,<br />
eines amerikanischen Unternehmers, der die<br />
doppelte Staatsbürgerschaft in Irland und den<br />
Vereinigten Staaten besitzt, trifft hier das Beste<br />
aus der irischen und der amerikanischen Welt<br />
des Essens aufeinander. Die Gäste erleben<br />
die Freuden des amerikanischen Fine Dining<br />
gepaart mit irischem Flair. Die Karte bietet<br />
klassisches Steak ebenso wie Surf and Turf<br />
mit einheimischen Meeresfrüchten und eine<br />
Auswahl an erlesenen Weinen.<br />
St Stephen’s Green 119, D02 E894 Dublin<br />
T: +353 1 4<strong>07</strong>0939 , shanahans.ie<br />
CLEMENT & PEKOE<br />
Egal ob Kaffee- oder Teeliebhaber:in – hier<br />
kommen alle auf ihre Kosten. Es gibt eine<br />
große Auswahl an Loseblatt-Tees und<br />
verschiedenen Kaffeebohnen lokaler Röstereien.<br />
Blessington Street 24–25, Inns Quay,<br />
D<strong>07</strong> EC53 Dublin<br />
clementandpekoe.com<br />
LOVE SUPREME<br />
Klein, aber oho ist wohl eine treffende<br />
Beschreibung für das »Love Supreme«-Café im<br />
angesagten Vorort Stoneybatter. In dem hellen,<br />
minimalistisch eingerichteten Café kann man<br />
zum Kaffee selbst gemachtes Gebäck und<br />
Torten genießen.<br />
Manor Street 57, Stoneybatter, D<strong>07</strong> Dublin<br />
www.lovesupreme.ie<br />
TWO BOYS BREW<br />
Kevin und Taurean träumten immer schon<br />
davon, ein Café zu eröffnen, 2016 war es dann<br />
schließlich so weit und die beiden Freunde<br />
eröffneten das »Two Boy Brew«. Das Ergebnis?<br />
Eine umfangreiche Speisekarte, herrliche<br />
Heißgetränke und eine Atmosphäre, die zum<br />
Verweilen einlädt.<br />
North Circular Road 375, Phibsborough,<br />
D<strong>07</strong> FWY1 Dublin<br />
twoboysbrew.ie<br />
ONE SOCIETY<br />
Café mit leckerem Frühstück und Brunch bis<br />
15 Uhr, traditionelle Pizza mit regionalen<br />
Zutaten, Pasta und Drinks ab kurz vor 17 Uhr –<br />
das »One Society« bietet wahrlich alles, was<br />
das Genießer:innen-Herz sich wünschen kann.<br />
Lower Gardiner Street, Mountjoy, D01 Dublin<br />
T: +353 1 537 5261, onesociety.ie<br />
BARS & NIGHTLIFE<br />
THE SIDECAR<br />
Im »The Westbury«-Hotel gelegen, ist »The<br />
Sidecar« eine stylishe, elegante und moderne Variante<br />
einer 30er-Jahre-Cocktailbar, die bei den Irish<br />
Craft Cocktail Awards 2018 als beste Hotelbar und<br />
bei den Sunday Business Post Gold Star Awards<br />
2019 als beste Cocktailbar ausgezeichnet wurde.<br />
Balfe Street, D02 CH66 Dublin<br />
T: +353 1 6463328, doylecollection.com<br />
THE TEMPLE BAR PUB<br />
Das Pub ist zwar alles andere als ein Geheimtipp,<br />
aber trotz vieler Tourist:innen auf jeden Fall einen<br />
Besuch wert. Schließlich findet man hier eine der<br />
größten Whiskey-Sammlungen des Landes, tägliche<br />
Livemusik und Bierraritäten aus ganz Irland.<br />
Temple Bar 47/48, D02 N725 Dublin<br />
T: +353 1 6725286, thetemplebarpub.com<br />
THE LONG HALL<br />
»The Long Hall«, eine der ältesten Bars in Dublin,<br />
hat ihren alten Charme behalten und erinnert<br />
mit der viktorianischen Atmosphäre an längst<br />
vergangene Zeiten. Der perfekte Ort für ein<br />
erfrischendes Pint … oder auch mehrere.<br />
South Great George’s Street 51,<br />
D02 DV74 Dublin<br />
T: +353 1 4751590<br />
9 BELOW<br />
Eingebettet in den ehemaligen Keller des<br />
»Stephen’s Green Hibernian Club«, finden<br />
Besucher:innen hier vier intime Räume, in denen<br />
man relativ ungestört seine Cocktails genießen<br />
kann. Neben den Getränken überzeugt vor allem<br />
die elegante Einrichtung.<br />
St Stephen’s Green 9, D02 C891 Dublin<br />
T: +353 1 9059990, 9below.ie<br />
VINTAGE COCKTAIL CLUB<br />
Versteckt hinter einem diskreten Eingang in<br />
Dublins Temple Bar, ist der »Vintage Cocktail<br />
Club« der perfekte intime Treffpunkt. Die Bar im<br />
Stil der 1920er-Jahre serviert eine umfangreiche<br />
Auswahl an Cocktails, aber auch an kulinarischen<br />
Köstlichkeiten mangelt es hier nicht. Von Calamari<br />
bis hin zu reichlich gefüllten Käseplatten – bei der<br />
großen Selektion an Essen kann man ruhig ein<br />
paar Cocktails mehr probieren.<br />
Crown Alley 15, Temple Bar, D02 E229 Dublin<br />
T: +353 1 6753552, vintagecocktailclub.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
75
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
Ein Ort mit Geschichte<br />
Die Bibliothek im Trinity<br />
College wurde bereits<br />
im Jahr 1732 errichtet.<br />
DESIGN & SHOPPING<br />
MUSEEN & GALERIEN<br />
STEPHEN’S GREEN SHOPPING CENTRE<br />
Das Shoppingcenter begeistert nicht nur mit<br />
seinen mehr als 100 Geschäften, die sieben Tage<br />
in der Woche geöffnet sind, sondern auch mit<br />
seiner Optik.<br />
St. Stephen’s Green, D02 HX65 Dublin<br />
T: +353 1 4780888, stephensgreen.com<br />
CHUPI JEWELLERY<br />
Wunderschöner Schmuck – made in Ireland.<br />
Jedes Chupi-Schmuckstück wird in Irland aus<br />
100 Prozent recyceltem Gold und im Labor gezüchteten,<br />
recycelten oder abgebauten Diamanten<br />
hergestellt, die durch den »Kimberley Process«<br />
verifiziert sind. Hier findet man auf jeden Fall ein<br />
einzigartiges und nachhaltiges Erinnerungsstück.<br />
Powerscourt Townhouse, Top Floor,<br />
William Street South 59, D02 Dublin<br />
T: +353 1 551 0352, chupi.com<br />
IRISH DESIGN SHOP<br />
2008 gründeten Clare Grennan und Laura<br />
Caffrey den Irish Design Shop. Die Liebe zu<br />
irischem Handwerk und gutem Design veranlasste<br />
die beiden, ein Geschäft zu eröffnen,<br />
das den Kund:innen beides auf einmal bietet.<br />
Die Produkte entstehen durch eine homogene<br />
Mischung aus traditionellen Fähigkeiten und<br />
zeitgenössischer Ästhetik.<br />
Drury Street 41, D02 Dublin<br />
T: +353 1 6798871, irishdesignshop.com<br />
FIND<br />
»A new shop for old things« lautet das Motto von<br />
Find. Neben zahlreichen Vintage-Möbelstücken<br />
findet man in dem niedlichen Store auch allerlei<br />
Accessoires, Kleidungsstücke und mehr.<br />
Unit 1, Sauls Court, Cows Lane, Temple Bar,<br />
D08 Dublin, www.findonline.ie<br />
INDUSTRY & CO<br />
Was 2010 als kleine Boutique eröffnet wurde, hat<br />
sich mittlerweile zu einem von Dublins größten<br />
unabhängigen Design-Stores, inklusive Café, entwickelt.<br />
Besucher:innen finden hier eine mit viel<br />
Liebe und Sorgfalt zusammengestellte Mischung<br />
von Stücken lokaler irischer Designer:innen und<br />
Objekten aus Europa, den USA und Japan.<br />
Drury Street 41 A/B, Dublin 2<br />
T: +353 1 6139111, industryandco.com<br />
APRIL AND THE BEAR<br />
April and the Bear ist einer von Irlands führenden<br />
Einrichtungs- und Lifestyle-Läden, der bis zum<br />
Rand mit vielseitigen Haushaltswaren, exklusiven<br />
Kunstdrucken, wunderschönen Geschenken und<br />
schönen Möbeln gefüllt ist.<br />
Rathmines Road Lower 213, Rathmines,<br />
D06 A0E7 Dublin<br />
T: +353 1 5583527, aprilandthebear.com<br />
ARTICLE<br />
Hier findet man allerlei Dinge für das Zuhause, die<br />
das Leben schöner machen – von praktischen bis<br />
hin zu skurrilen Produkten. Wie zum Beispiel irische<br />
Wolldecken, handgefertigte Kerzen, farbenfrohe<br />
Schreibwaren oder Staubwedeln aus Straußenfedern.<br />
Besonderer Fokus liegt auf irischem und<br />
zeitgenössischem Design.<br />
Powerscourt Townhouse, South William Street,<br />
D02 T189 Dublin<br />
T: +353 1 6799268, article.ie<br />
AVOCA SUFFOLK STREET<br />
Das Avoca auf der Suffolk Street ist ein siebenstöckiges<br />
Minikaufhaus, das von der »Vogue UK«<br />
als eines der 100 besten Geschäfte außerhalb<br />
Londons genannt wurde. Trotz der Innenstadtlage<br />
fühlt man sich im Café in der obersten Etage Welten<br />
entfernt von Hektik und Trubel und kann hier einen<br />
Moment der Ruhe genießen, bevor man sich weiter<br />
durch das umfangreiche Angebot stöbert.<br />
Suffolk Street 11–13, D02 Dublin<br />
T: +353 1 6774215, avoca.com<br />
GUINESS STOREHOUSE<br />
Wer in Irland ist, kommt an Guiness nicht vorbei.<br />
Im Guiness Storehouse erfährt man auf sieben<br />
Etagen alles über die Geschichte von Irlands berühmtestem<br />
Bier – natürlich inklusive Kostproben.<br />
Und in der Guiness Academy lernt man, wie man<br />
das perfekte Pint zapft.<br />
St James’s Gate, D08 VF8H Dublin<br />
T: +353 1 4084800, guinness-storehouse.com<br />
TRINITY COLLEGE<br />
Das Trinity College gehört zu Recht zu den<br />
bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Dublin.<br />
Besonders beeindruckend ist die alte Bibliothek,<br />
die neben 200.000 alten Texten auch das berühmte<br />
»Book of Kells« beheimatet. Das Buch ist eine<br />
wunderschöne, reich illustrierte Handschrift<br />
aus dem neunten Jahrhundert und wurde 2011 in<br />
das Weltdokumentenerbe aufgenommen.<br />
College Green, D02 Dublin<br />
T: +353 1 8961000, tcd.ie<br />
IRISH WHISKEY MUSEUM<br />
Im Irish Whiskey Museum erfahren Besucher:innen<br />
alles Wissenswerte über die Geschichte des<br />
»Wassers des Lebens«, wie der Whiskey im<br />
Gälischen genannt wird. Das Museum beleuchtet<br />
die verschiedenen geschichtlichen Etappen des<br />
irischen Whiskeys und am Ende des Rundgangs<br />
wartet natürlich eine Verkostung.<br />
Grafton Street 119, D02 E620 Dublin<br />
T: +353 1 5250970, irishwhiskeymuseum.ie<br />
THE JEANIE JOHNSTON<br />
Kein Museum im klassischen Sinn ist die »Jeanie<br />
Johnston«, sondern eine originalgetreue Nachbildung<br />
des gleichnamigen Schiffes, das 1847 vom<br />
Stapel lief. Heute liegt es am Custom House Quay<br />
in Dublin vor Anker und erzählt die Geschichte<br />
der über 2.500 irischen Emigranten, die mit der<br />
» Jeanie Johnston« in die neue Welt segelten, um<br />
der Hungersnot zu Hause zu entfliehen.<br />
Custom House Quay, D01 Dublin<br />
T: +353 1 4730111, jeaniejohnston.ie<br />
Bord Gáis Energy Theatre<br />
Besonders schön ist die<br />
Spiegelung im Wasser.<br />
Fotos: Elena Schweitzer/Shutterstock, Dawid K Photography/Shutterstock, 4H4 Photography/Shutterstock, Shutterstock<br />
Magischer Ort<br />
Allein die Optik des<br />
Stephen’s Green Shopping<br />
Centre ist einen Besuch wert.<br />
ARCHITEKTUR<br />
BORD GÁIS ENERGY THEATRE<br />
Das Bord Gáis Energy Theatre entsprang der<br />
Feder des bekannten New Yorker Architekten<br />
Daniel Libeskind. Seine Idee hinter dem Design war<br />
es, die Bühne des Theaters auch architektonisch<br />
auszudrücken und das kulturelle Erlebnis bereits<br />
vor dem Betreten starten zu lassen.<br />
Grand Canal Square, Docklands,<br />
D02 PA03 Dublin<br />
T: +353 1 6777999, bordgaisenergytheatre.ie<br />
ST. PATRICK’S CATHEDRAL<br />
Die beeindruckende Kathedrale ist eines von<br />
Dublins Wahrzeichen und eine der größten Kirchen<br />
Irlands. Witziger Fakt am Rande: Die Sanierung<br />
wurde mit dem Geld der Guiness-Familie finanziert<br />
– noch heute erinnert eine Büste von<br />
Mr. Guiness daran.<br />
St Patrick’s Close, D08 H6X3 Dublin<br />
T: +353 1 4539472, stpatrickscathedral.ie<br />
76 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
SITZSYSTEM ROGER | DESIGN RODOLFO DORDONI<br />
COUCHTISCHE SUPERQUADRA | DESIGN MARCIO KOGAN / STUDIO MK27<br />
ENTDECKEN SIE MEHR BEI MINOTTI.COM/ROGER<br />
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FELDKIRCH: DESIGNKÜCHE DOLCEVITA<br />
FÜGEN-ZILLERTAL: EINRICHTUNGSHAUS WETSCHER<br />
GRAZ: SPÄTAUF MÖBEL, DESIGN & HANDWERK<br />
KLAGENFURT: ROOMS INTERIOR DESIGN<br />
LINZ-URFAHR: MANZENREITER<br />
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SALZBURG: FAMLER EINRICHTUNGEN<br />
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MÖBELAGENTUR MARKUS KILGA T. 0512 58 <strong>07</strong> 18 - MOEBELAGENTUR@KILGA.CC
trends / TRAVEL DIARY<br />
Tel Aviv, London oder Mailand – die Reiselust bringt<br />
nicht nur viele neue Storys, sondern bestimmt auch<br />
das eine oder andere außergewöhnliche Souvenir<br />
im Gepäck! <strong>LIVING</strong> zeigt ganz persönliche Mitbringsel,<br />
nachzushoppen für ihr Zuhause – diesmal aus Mexiko.<br />
Angelika Rosam<br />
Chefredakteurin<br />
<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong><br />
1. 3.<br />
4.<br />
2.<br />
SOU<br />
VEN<br />
IRS<br />
7.<br />
5.<br />
6.<br />
8.<br />
1. Rote Lichter-Freuden Kerzen wie Kerzenständer tun nicht nur der Seele gut, sondern sehen auch stylish aus. Wie hier die roten Dekorstücke von biaseditions.com.<br />
2. Ein Touch Folklore mit der Casa-De-Folklore-Schüssel aus Keramik mit bunten Ethnomotiven. Gesehen bei libertylondon.com 3. Kuschelpause Machen Sie es sich<br />
auf diesem »On Dirait Le Sud«-Kissen von Pôdevache bequem. Das hübsche Stück wurde mit einem Damendesign mit Blattformen im Hintergrund bedruckt. Perfekt für<br />
faule Herbstnachmittage. Über modesens.com 4. Romantisch Tee genießen Mit der vom Hippie-Look angehauchten Teekanne macht das heiße Getränk besonders Spaß.<br />
ibbidirect.co.uk 5. Zum Schmökern Erkunden Sie mit diesem aktualisierten Bildband die schönsten Villen und Casitas, Haciendas, Cabanas und Palapas Mexikos. Zu sehen<br />
sind auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Aufnahmen, die ein lebendiges und farbenfrohes Bild des mexikanischen Stils liefern. Taschen Verlag. 6. Perfekt gelegt Fraglos<br />
kommt der Teppich »Amsterdam« als Fest der Farben daher. Er ist ein mehrfarbiger Kelim-Chindi-Teppich mit einem auffälligen geometrischen Muster. Farbe: mehrfarbig<br />
und weiß. Über amazon.de 7. Farbenfroh Die farbenfrohen Gläser der »Sherry«-Edition werden einzeln von Hand gefertigt, wobei eine eigens entwickelte, raffinierte Methode<br />
des Farbauftrags zum Einsatz kommt. Die vier verschiedenen Rosatöne sehen in der Tat gut aus. cissywears.com 8. Inspirierend Die »Ubuntu«-Kollektion ist eine<br />
farbenfrohe Feier zweier Kulturen, die sich in abstrakten Mustern ausdrückt, die in zeitgenössische Artikel für Heim und Mode umgesetzt werden. lisatodddesigns.com<br />
Fotos: Rafaela Pröll, beigestellt<br />
78 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
SEIT 17<strong>07</strong><br />
Victor Vasarely, Positron, 1983–1989, 124 x 96 cm, € 75.000 – 110.000, Auktion 30. November<br />
Auktionswoche<br />
29. November – 2. Dezember<br />
Zeitgenössische Kunst<br />
Moderne, Juwelen, Uhren<br />
Palais Dorotheum, Wien<br />
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www.dorotheum.com<br />
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iconomy<br />
DESIGN-ICONS<br />
UNTER 100<br />
Bastle, bastle!<br />
Die »Norm 69« besteht aus<br />
69 Teilen, die man zu Hause<br />
selber zur Lampe zusammenstecken<br />
muss. Der Steckbaukasten,<br />
erhältlich in vier<br />
Größen, hat Fans auf<br />
der ganzen Welt.<br />
Produkt<br />
Norm 69<br />
Jahr: 1969/2002<br />
Design: Simon Karkov<br />
Hersteller:<br />
Normann Copenhagen<br />
Preis: ab 90 Euro<br />
Die dänische Designmarke Normann<br />
Copenhagen feiert heuer ihr 20-jähriges<br />
Firmenjubiläum. Zum Markenzeichen des<br />
Labels wurde die Lampe »Norm 69«.<br />
Warum eigentlich? TEXT MANFRED GRAM<br />
Manchmal brauchen<br />
gute Dinge ein bisschen<br />
Zeit, um zu reifen.<br />
Aber dann kann<br />
es sein, dass die Post so richtig abgeht.<br />
Ein gutes Beispiel für diese<br />
nicht allzu steile und daher auch<br />
leicht zu überprüfende These<br />
ist die Lampe »Norm 69« von<br />
Normann Copenhagen. 2002<br />
brachte das frisch gegründete<br />
dänische Designlabel diese<br />
Hängeleuchte als erstes Produkt<br />
seines Portfolios auf den Markt,<br />
und was soll man groß sagen: Sie<br />
entwickelte sich zu einer Art<br />
Markenzeichen des Hauses, das<br />
auch gleich zum Long- und Bestseller<br />
avancierte. Und das, obwohl<br />
die »Norm 69«, respektive ihr<br />
Entwurf, 2002 bereits 33 Jahre auf<br />
dem Buckel hatte, als sie das Licht<br />
der Serienreife erblickte.<br />
Simon Karkov ersann 1969 diese<br />
futuristische Hängeleuchte, die<br />
aus 69 Einzelteilen besteht. Das<br />
erklärt auch den Produktnamen,<br />
und jeder, der was anderes behauptet,<br />
lügt. Der eigentliche Clou<br />
der »Norm 69« ist aber, dass stolze<br />
Neubesitzer:innen die Lampe<br />
zu Hause selbst zusammenstecken<br />
müssen. Das geht zum Glück<br />
ohne Kleber und Werkzeug über<br />
die Bühne, schließlich will man<br />
die Sache nicht verkomplizieren<br />
und, was noch wichtiger ist, niemanden<br />
verprellen. Weshalb das<br />
verwendete Material für die Lampe<br />
derart flexibel ist, dass selbst<br />
ein Super-GAT (größter anzunehmender<br />
Tollpatsch) bei der Montage<br />
nichts kaputt machen kann.<br />
Das ist gleich doppelt gut, denn<br />
aus der Verhaltensökonomie<br />
kennt man seit einigen Jahren den<br />
sogenannten IKEA-Effekt, von<br />
dem Karkov anno 1969 freilich<br />
noch nichts wusste, der aber bei<br />
seinem Lampenschirm voll zum<br />
Tragen kommt. Der IKEA-Effekt<br />
besagt unter anderem, dass man<br />
Gegenständen mehr Wertschätzung<br />
entgegenbringt, wenn man<br />
sie selbst zusammengebaut hat.<br />
Das heißt, die »Norm 69« könnte<br />
unter Umständen das hässlichste<br />
Ding der Welt sein – kauft man es<br />
trotzdem und steckt es zusammen,<br />
bleibt einem nichts anderes<br />
übrig, als es auch zu lieben.<br />
Zum Glück ist Karkovs Lampe<br />
aber eine ästhetische Angelegenheit,<br />
die – so der Designer immer<br />
wieder in Interviews – intensiv<br />
von Blumen und Zapfen inspiriert<br />
ist. Hinter ihrer zackigen,<br />
futuristischen Anmutung verbirgt<br />
sich also ein biophiler Kern.<br />
Zudem verleugnet die Lampe<br />
auch nicht ihre dänische Herkunft,<br />
schirmt sie doch ganz<br />
traditionell die Glühbirne ab und<br />
erzeugt so ein angenehmes Licht<br />
für hyggelige Stunden. Dies und<br />
der (in der kleinsten Ausführung)<br />
unschlagbare Preis machen die<br />
»Norm 69« völlig zu Recht zu<br />
einer Bestseller-Ikone.<br />
SIMON KARKOV<br />
(*1932) studierte Architekt an der<br />
renommierten Danish Academy of<br />
Architecture. Trotz Ausflügen ins<br />
Design blieb er Architektur zeitlebens<br />
treu. Zuletzt arbeitete für die<br />
Frederiksberger Stadtverwaltung<br />
und entwarf ein Gymnasium und ein<br />
Krankenhaus. Seinen Ruhestand verbringt<br />
Karkov in der Türkei, arbeitet<br />
aber weiter an verschiedenen Projekten.<br />
Vor allem scheint es dem<br />
90-Jährigen das gehobene DIY-Prinzip<br />
angetan zu haben: »Ich träume<br />
davon, neue Wege für das Entwerfen<br />
von Möbeln und größeren Objekten<br />
mit dem Selbstmontage-Konzept<br />
zu entwickeln. Der Gedanke, dass<br />
dieses Konzept in einem größeren<br />
Maßstab funktionieren könnte,<br />
fasziniert mich.« Ein Doyen der<br />
Selbstmontage.<br />
Gesehen bei:<br />
connox.at<br />
andlight.at<br />
Fotos: Graa, Armgaard & Bangsbo Photography, beigestellt<br />
80 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Für eine Welt,<br />
in der ein Alltag<br />
nicht alltäglich ist.<br />
Um Welten besser wohnen<br />
Entdecken Sie<br />
zwei einzigartige<br />
Wohnwelten in Linz<br />
und Freistadt!<br />
Wohnen verändert die Welt. Natürlich nicht die große, ganze Welt „da draußen“.<br />
Aber die, die wir täglich vor Augen haben: unser Zuhause. Wir gestalten diese Umgebung<br />
für Sie. Ganzheitlich. Authentisch. Mitdenkend. Weil Einrichtung für uns eben so viel mehr<br />
ist als Einrichtung: es ist unsere Welt. Entdecken Sie mehr in unseren zwei einzigartigen<br />
Wohnwelten in Linz-Dornach und Freistadt sowie auf manzenreiter.at
art five<br />
KARIN SORGER<br />
Exklusiv in <strong>LIVING</strong>:<br />
Persönlichkeiten<br />
und Kenner:innen der<br />
Kunstszene verraten<br />
ihre Must-haves<br />
fürs Zuhause. Karin<br />
Sorger zeigt uns<br />
ihre Design- und<br />
Kunstfavoriten.<br />
1<br />
1. »Rasenbild« von Alex Ruthner<br />
»Die beruhigende Wirkung der Farbe Grün<br />
zeigt sich im Werk von Ruthner, dem Meister<br />
des Rasenstücks. Es bringt die Natur in Haus<br />
und strahlt Tiefe und Leichtigkeit zugleich aus.«<br />
4<br />
5<br />
2<br />
3. Vase und Salzfässchen von<br />
Franz Josef Altenburg<br />
»Sein fast sechs Jahrzehnte umspannendes<br />
Werk bildet die große<br />
Tradition der Wiener Keramik der<br />
Moderne ab.«<br />
4. »Jasmin«<br />
von Karo Kuchar<br />
»Kuchar überträgt<br />
Wandmaterial aus<br />
alten Gebäuden,<br />
die kurz vor der<br />
Renovierung stehen,<br />
auf fragile Stoffe.<br />
Mir gefällt die Idee,<br />
Raumgeschichte<br />
in ein feminines<br />
Kleidungsstück<br />
einzufangen.«<br />
2. »Ten or more«<br />
Jessica Nam Kim<br />
»Kims Figuren, Gesichter<br />
und Farben sind unverwechselbar.<br />
Ihren Werken<br />
haftet etwas Traumhaftes<br />
und Geheimnisvolles an.«<br />
5. »Wink Chair« von Toshiyuki Kita<br />
für Cassina, 1980<br />
»Die alte Mickey Mouse bekam nach 35 Jahren<br />
einen neuen Bezug aus Leder. Mein Lieblingsplatz<br />
zum Lesen und Telefonieren.«<br />
KARIN SORGER<br />
Karin Sorger ist Mitglied des Artcare-<br />
Teams, Mitbegründerin des FLOMYCA<br />
und Initiatorin der Most Wanted Female*<br />
Art Auction. Vor ihrem Wechsel in die<br />
Kunstwelt war die Juristin mehr als<br />
20 Jahre im Finanzwesen tätig.<br />
Fotos: Georg Schlosser, beigestellt<br />
82 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
WOHN(T)RÄUME IN DER CITY<br />
Mitten im Herzen von Wien bietet der kürzlich eröffnete Concept Store O’STYLE Living alles, was das Wohnen schöner macht. Exklusiv<br />
für den 1. Bezirk wird hier die gefragte exquisite Brand Rivièra Maison geführt. TOP: Neben einer professionellen Einrichtungsberatung<br />
bieten wir mit familieneigener Gartengestaltung www.ortmann-garten.at, Gesamtkonzepte für Indoor- & Outdoor-Optimierung an.<br />
Singerstraße 11, 1010 Wien | Tel: +43 1 430 16 21 | E-Mail: shop@ostyle-living.at | www.ostyle-living.at<br />
Öffnungszeiten: Mo – Sa 10.00 – 18.00 Uhr
<strong>LIVING</strong><br />
DESIGN<br />
98<br />
112<br />
Fotos: MAX ROMMEL_PH, Stefan Gergely, Francesco Dolfo, beigestellt<br />
106<br />
86<br />
GAIAS WELT – EIN EKLEKTISCHES<br />
ALLERLEI<br />
Zu Hause bei Gaia Trussardi. (S. 86)<br />
»DER TEPPICH IST FÜR MICH<br />
EIN MEDIUM«<br />
Teppichkreateur Jan Kath im Interview.<br />
(S. 98)<br />
TRADITIONELL ERFOLGREICH<br />
Österreichische Interieur-Unternehmen<br />
im Fokus. (S. 106)<br />
INNOVATION UND DESIGN<br />
BEI SISLEY<br />
Einblicke in die neue »Maison Sisley«.<br />
(S. 112)
design / HOMESTORY<br />
Kunterbuntes Esszimmer<br />
Tisch und Stühle hat Gaias<br />
Vater, Designer Nicola Trussardi,<br />
entworfen. Das Gemälde stammt<br />
von Rob Pruitt, die Lampen<br />
von Tom Dixon.<br />
86 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
GAIAS WELT –<br />
EIN EKLEKTISCHES<br />
ALLERLEI<br />
Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. So verschmelzen in dieser Mailänder<br />
Residenz von Gaia Trussardi diverse Stile und Vorlieben zu einer stimmigen<br />
Einheit – bezaubernd in Szene gesetzt von einer wahrhaft kreativen Seele.<br />
TEXT ALICE IDA ÜBERSETZUNG PAUL FLEISCHMANN<br />
FOTOS FRANCESCO DOLFO/<strong>LIVING</strong> INSIDE STYLING GIULIA TAGLIALATELA<br />
Obwohl es erst Sonntagmorgen ist,<br />
klingt Gaia Trussardis Stimme<br />
bereits frisch und voller Leben. Sie<br />
erzählt, dass sie um 6.30 Uhr aufgestanden<br />
ist und nach dem Frühstück eine<br />
kleine Trainingseinheit eingeschoben hat.<br />
Nach unserem Interview macht sie sich daran,<br />
dass Mittagessen für ihre Familie zuzubereiten.<br />
Der Ideenreichtum liegt ihr im Blut,<br />
immerhin ist sie das drittälteste Kind von<br />
Modeschöpfer Nicola Trussardi und Maria<br />
Luisa Gavazzeni. Nachdem sie fünf Jahre lang<br />
als Kreativdirektorin im Familiengeschäft<br />
aktiv gewesen war, trat sie 2018 von diesem<br />
Posten zurück, um ihrem Herzen zu folgen.<br />
Dafür ließ sie sich von ihrer Studienzeit in<br />
London inspirieren, wo sie seinerzeit Anthropologie<br />
und Zoologie studiert und Indie-<br />
Rock auf ihrer Gitarre komponiert hatte.<br />
»Mein Interesse daran, Luxusgüter zu verkaufen,<br />
war erloschen«, erklärt Gaia. »Da ich<br />
begriff, dass dieses Geschäft im Widerspruch<br />
zu jenen Werten und grundlegenden ><br />
Gastgeberin<br />
Nachdem Gaia Trussardi der<br />
Arbeit im Familienkonzern Adieu<br />
gesagt hat, sorgt sie nun als<br />
Musikerin und Restaurantbesitzerin<br />
für Furore.<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
87
design / HOMESTORY<br />
Blickfang<br />
Über dem aus Mikrozement<br />
gefertigten Kamin hängt ein<br />
markantes Gemälde des<br />
sizilianischen Künstlers<br />
Emanuele Diliberto.<br />
><br />
Veränderungen stand, die für unser Überleben<br />
auf diesem Planeten Priorität genießen<br />
sollten, musste ich eine Kurskorrektur<br />
vornehmen.«<br />
MUSIK UND GASTRONOMIE<br />
Um ihr Gewissen zu beruhigen, verfolgt sie<br />
nun vermehrt ihre Musik und macht als<br />
»Gogaia« gemeinsame Sache mit ein paar<br />
afrikanischen Musikern. »Ganz still und<br />
heimlich«, wie sie anmerkt, hat sie 2020 sogar<br />
ein eigenes Album veröffentlicht. Vielseitig,<br />
wie Gaia ist, hat sie sich zudem auf ein neues<br />
unternehmerisches Abenteuer eingelassen und<br />
im Juni <strong>2022</strong> mit dem befreundeten Koch<br />
Cesare Battisti in Mailand ein eigenes Restaurant<br />
namens »Marcel Boum« eröffnet. Ihr<br />
erklärtes Ziel besteht darin, einen kulinarischen<br />
Schmelztiegel fernab gängiger Stereotype zu<br />
Gediegen<br />
Das Bücherregal aus Eichenholz<br />
und polierter Bronze hat Barbarella<br />
Marchesi für ihre langjährige<br />
Freundin Gaia designt.<br />
88 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Kreatives Refugium<br />
In Gaias Studio unter dem Dach des<br />
Hauses lässt es sich hervorragend und<br />
in aller Ruhe arbeiten. Ihr Pult stammt<br />
ebenfalls von Freundin Barbarella<br />
Marchesi.<br />
schaffen, wo Kameruner, Ghanaer, Pakistaner<br />
und Italiener Seite an Seite arbeiten und gemeinsam<br />
an einem Strang ziehen. Umgesetzt<br />
mit viel geschäftlichem Know-how und multikulturellem<br />
Esprit. »Ich wollte ein Lokal kreieren,<br />
das unsere Zeit adäquat widerspiegelt.<br />
Afrika hat – so wie auch Italien – in den vergangenen<br />
30 Jahren durch die Globalisierung<br />
eine Phase der kulturellen Neuorientierung<br />
erlebt«, so Gaia. »Mit dem Restaurant möchte<br />
ich diesen Denkansatz betonen. Abseits aller<br />
Klischees vom exotischen Fremden.«<br />
VIELSEITIGES ZUHAUSE<br />
Die dynamische Geschäftsfrau, die ihren<br />
Idealen treu bleibt, wohnt mit ihrem Mann,<br />
Treppenhaus<br />
Um an ihren Arbeitsplatz zu<br />
gelangen, muss Gaia noch ein<br />
paar Stufen emporsteigen.<br />
Aufgelockert wird das Ambiente<br />
durch originelles Artwork.<br />
dem Schauspieler Adriano Giannini, zwei<br />
Kindern im Teenager-Alter und zwei Hunden<br />
in Mailand – liebäugelt aber mit einem<br />
Umzug in ländlichere Gefilde. »Adriano und<br />
ich haben ein Anwesen in den Hügeln der<br />
Toskana gekauft, das wir zurzeit renovieren.<br />
Solange die Kinder noch zur Schule gehen,<br />
verbringen wir nur die langen Wochenenden<br />
dort. Aber ich sehne mich nach einer Luftveränderung<br />
und einem Leben in der Natur.«<br />
Doch bis dahin muss jene kleine grüne<br />
Oase, die ihr derzeitiges Mailänder Domizil<br />
umgibt, als »Kompromisslösung« fungieren.<br />
Das frei stehende, zweistöckige Gebäude<br />
befindet sich in einer ehemaligen Industriegegend,<br />
die inzwischen wieder als Wohnraum<br />
erschlossen wurde. Das Erdgeschoß unterteilt<br />
sich in zwei separate Wohnzimmer. Eines<br />
davon ist mit einem offenen Kamin ausgestattet<br />
und bietet Einblick in den Essbereich,<br />
der wiederum an die Küche anschließt.<br />
><br />
Hausherrin<br />
Hier posiert Gaia vor einem stylishen<br />
Tresen aus Mikrozement. Die Gläser<br />
aus Kristallglas stammen aus dem<br />
Traditionshaus Baccarat.<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
89
design / HOMESTORY<br />
><br />
Im ersten Stock liegen die Schlafgemächer<br />
der Familie. Eine Etage höher befindet sich<br />
Gaias heimeliges Studio.<br />
BUNTES DOMIZIL<br />
Ihr Zuhause zeichnet sich durch ein<br />
besonders eklektisches Flair und seine relaxte<br />
Atmosphäre aus, was wohl auch auf die<br />
Indie-Rock-Wurzeln der Besitzerin zurückzuführen<br />
ist. Gaias Einrichtung umfasst Stücke,<br />
die sie über die Jahre hinweg gesammelt<br />
hat oder die aus anderen Häusern und Wohnungen<br />
der Familie stammen. So erinnert sie<br />
sich etwa gern daran, wie sie den Lehnsessel<br />
von Gae Aulenti, der vor dem Kamin steht, in<br />
Begleitung ihrer Mutter in Camden Town<br />
erstand, als sie während ihres Studiums ihr<br />
Londoner Apartment einrichten musste. Ein<br />
Sofa von Poltrona Frau, original aus den<br />
1970ern, hat nach einer Rundumerneuerung<br />
mit olivgrünem Samtbezug auch wieder Einkehr<br />
ins Wohnzimmer gehalten. Die beiden<br />
Teppiche, die Matteo Cibic für Jaipur Rugs<br />
designt hat, kaufte sie, weil sie auf diese Weise<br />
die Firma unterstützen wollte, die Fabriken<br />
Tierisch<br />
Die Tapete mit Raubkatzenmotiv<br />
von Cole & Son belebt das<br />
Badezimmer samt Waschbecken<br />
aus Granit.<br />
Süße Träume<br />
Das behagliche Schlafzimmer<br />
beruhigt mit angenehmen Farbtönen.<br />
Der Teppich in Mosaikoptik von<br />
Akomena ist ein echter Hingucker.<br />
»Kunstwerke zu sammeln, ist für mich eine Investition<br />
in etwas, das auf ewig Bestand haben wird – in Dinge, in<br />
die man sich verliebt und die man niemals aufgeben wird.«<br />
GAIA TRUSSARDI Musikerin und Gastronomin<br />
schloss, um dort angestellten Frauen zu ermöglichen,<br />
von ihren Heimatgemeinden aus<br />
zu arbeiten, wodurch sie wiederum mehr zum<br />
jeweiligen sozialen Gefüge beitragen konnten.<br />
Andere Möbelstücke stammen hingegen aus<br />
dem Familienunternehmen Trussardi und<br />
wurden von ihrem Vater höchstpersönlich<br />
entworfen. Dazu zählen der gläserne Esstisch<br />
und die Lederstühle sowie die schwarz<br />
lackierte Vitrine, die man in ihrem Studio<br />
bestaunen kann und die einst in einer der<br />
ersten Trussardi-Filialen stand, die Nicola<br />
Trussardi in den 1970ern eröffnete.<br />
HILFREICHE UNTERSTÜTZUNG<br />
Ein paar der maßgefertigten Designstücke<br />
steuerte Gaias Freundin und Innenarchitektin<br />
Barbarella Marchesi bei: »Barbarella verfügt<br />
über ein ausgezeichnetes Verständnis für<br />
die Wünsche ihrer Kundschaft«, erklärt Gaia.<br />
»Sie besitzt ein einmaliges Einfühlungsvermögen<br />
und schafft Objekte, mit denen man<br />
sich gut identifizieren kann.« So zeichnet<br />
Barbarella Marchesi auch für das kunstvolle<br />
Bücherregal »Smooth« verantwortlich, das<br />
Elemente aus Eichenholz mit polierter<br />
Bronze kombiniert und von den spannenden<br />
90 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Oase<br />
Gaia und ihren Mann zieht es in<br />
näherer Zukunft hinaus aufs Land.<br />
Bis dahin zelebrieren sie das Grün<br />
der Natur eben auf ihrer Terrasse.<br />
Stilsicher<br />
Perspektiven wie diese faszinieren<br />
mit minimaler Schlichtheit und<br />
bilden einen überraschenden<br />
Kontrast zur ansonsten so<br />
dominanten Farbenpracht.<br />
Kontrasten zwischen geometrischen Formen<br />
und organischer Linienführung sowie<br />
warmen und kalten Materialien profitiert.<br />
Von ihr stammt auch das Ensemble in Gaias<br />
Studio, welches etwa das Arbeitspult »Cross«<br />
und die Kredenz »Candy« umfasst.<br />
»Mit meinen Freunden zusammenzuarbeiten,<br />
ist für mich nicht ganz einfach, aber sie<br />
glücklich machen zu können, bereitet mir<br />
eine große Freude«, verrät Barbarella. »Es ist<br />
natürlich ein Vorteil, dass ich mich oft genug<br />
in ihren Häusern aufhalte und sich diese für<br />
mich fast so anfühlen, als würde ich selbst<br />
dort wohnen.«<br />
Ecke zum Wohlfühlen<br />
Der antike Lehnsessel<br />
gehörte einst Gaias Großmutter<br />
und wurde mit Stoff<br />
von Lisa Corti wieder auf<br />
Vordermann gebracht.<br />
FAIBLE FÜR DAS SCHÖNE<br />
Barbarellas Vorschläge – eine »animalische«<br />
Tapete fürs Bad sowie eine bunte Auswahl an<br />
Designstücken wie eine Kommode von<br />
Wrongwoods und ein einzigartiger Teppich von<br />
Elio Palmisano – halfen Gaia dabei, ein Zuhause<br />
zu erschaffen, das ihr persönliches Gespür für<br />
Design und Ästhetik perfekt zum Ausdruck<br />
bringt. Doch auch wenn Gaias Vorliebe für<br />
Design offensichtlich ist, wird sie vielleicht noch<br />
von ihrer Kunstleidenschaft übertroffen. So<br />
umfasst ihre Sammlung eine beeindruckende<br />
Bandbreite an zeitgenössischen und modernen<br />
Künstlern wie Rob Pruitt, Alighiero Boetti,<br />
Giorgio de Chirico, Pietro Consagra und<br />
Ignazio Moncada. »Kunstwerke zu sammeln, ist<br />
für mich eine Investition in etwas, das auf ewig<br />
Bestand haben wird – in Dinge, in die man sich<br />
verliebt und die man niemals aufgeben wird«,<br />
schwärmt Gaia. Und wir wissen, dass Gaia ihre<br />
liebgewordenen Dinge nicht so schnell wieder<br />
loslässt. Man darf gespannt sein, was ihr<br />
weiteres Leben noch für sie bereithält.<br />
<<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
91
design / MEISTER:INNEN DER ARCHITEKTUR<br />
DIE STADT-<br />
MACHERIN<br />
Die dänische Stadtplanerin Helle Søholt leitet das Büro Gehl People und<br />
entwickelt lebenswerte Orte in aller Welt – ob das nun in Kopenhagen,<br />
Schanghai oder Angkor Wat ist. Uns hat sie verraten, welche Städte sie liebt<br />
und wie man mit digitalen Tools Spielplätze plant. INTERVIEW WOJCIECH CZAJA<br />
<strong>LIVING</strong> Haben Sie eine Lieblingsstadt?<br />
HELLE SØHOLT Ohne jeden Zweifel<br />
Kopenhagen. Hier lebe ich, hier arbeite ich,<br />
hier fühle ich mich zu Hause.<br />
Wie nehmen Sie Kopenhagen wahr?<br />
Kopenhagen ist eine Stadt mit einer lebendigen<br />
Architektur- und Kulturszene, mit einem<br />
quirligen Leben, mit viel Grünraum und mit<br />
einer generell hohen Lebensqualität. Und es<br />
ist auch ein Ort, der Diversität zulässt und<br />
Gender-Equality fordert: Ich bin Geschäftsführerin<br />
eines großen Architekturbüros, ich<br />
arbeite in aller Welt, und zugleich bin ich<br />
Mutter zweier Teenager im Alter von 16 und<br />
19 Jahren. All das kann man in Kopenhagen<br />
gut unter einen Hut bringen.<br />
Und welche Städte schaffen es nach<br />
Kopenhagen sonst noch unter Ihre Favoriten?<br />
Ich gebe zu: Ich habe eine Schwäche für<br />
richtig große Megastädte. Da funktioniert<br />
zwar nicht immer alles so, wie es sollte,<br />
aber auch diese Städte üben eine ungemeine<br />
Faszination auf mich aus – etwa New York,<br />
São Paulo, Buenos Aires. Es ist unglaublich,<br />
wie viel Energie diese Städte bergen und wie<br />
sie einen selbst mit Energy boosten, sobald<br />
man sich durch ihre Straßen bewegt.<br />
Und eine Stadt, in der Sie sich überhaupt<br />
nicht wohlfühlen?<br />
Das ist schwer zu beantworten, denn in<br />
jeder Stadt gibt es etwas Interessantes, etwas<br />
Faszinierendes, das zumindest auf einer<br />
professionellen Ebene meine Begeisterung<br />
wecken kann. Persönliche Schwierigkeiten<br />
allerdings habe ich mit Hongkong.<br />
Inwiefern?<br />
Ich mag die Menschen, ich mag die Energie<br />
dieser Stadt, aber wenn ich mir anschaue,<br />
wie sich die Stadt in den letzten Jahren<br />
und Jahrzehnten entwickelt hat und welche<br />
unmenschlichen Wohn- und Siedlungsstrukturen<br />
sie hervorgebracht hat, dann frustriert<br />
und schockiert mich das. Hongkong ist<br />
irgendwie eine Stadt ohne Herz.<br />
Wollten Sie immer schon Architektin<br />
werden?<br />
Oh ja! Schon als kleines Mädchen wollte ich<br />
unbedingt Architektin werden. Ich bin am<br />
Land aufgewachsen, und meinen ersten<br />
Ferialjob hatte ich mit 14 Jahren, bin damals<br />
jeden Tag nach Kopenhagen in die Stadt<br />
hineingependelt. Sehr aufregend!<br />
Die meisten Architekt:innen entwerfen<br />
Gebäude und planen Innenräume zum<br />
Wohnen und Arbeiten, für Freizeit, Sport<br />
und Kultur. Sie konzentrieren sich vor allem<br />
auf den städtischen Raum dazwischen. Wie<br />
kam es dazu?<br />
Ich habe in London studiert und gearbeitet<br />
und habe auch an der Planung des weltberühmten<br />
Lloyd’s Building von Richard<br />
Rogers mitgewirkt. Einerseits eine tolle<br />
Erfahrung, andererseits aber auch ein sehr<br />
konservatives Milieu. Als Frau war es mir<br />
verboten, Hosen zu tragen. Rock und weiße<br />
Bluse waren Pflicht. Dieser permanente<br />
Fokus auf Technik, Wirtschaft und soziale<br />
Spielregeln und Verbote hat mich zermürbt.<br />
Ich wollte nicht mehr.<br />
Und dann?<br />
Einer meiner Professoren auf der Uni hat<br />
mich unterstützt und gesagt: »Helle, du<br />
vergeudest dein Talent, wenn du die ganze<br />
Zeit Schnitte zeichnest und Toiletten ><br />
Foto: © Gehl People<br />
92 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Die Stadt als sozialer Raum für alle<br />
Seit fast 25 Jahren setzt sich Helle Søholt dafür<br />
ein, die Lebensqualität in unseren Städten zu<br />
steigern – mit Wasser, Pflanzen, Radwegen,<br />
Fußgängerzonen und demokratischen Aufenthaltsbereichen<br />
für alle Bevölkerungsgruppen.<br />
gehlpeople.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
93
design / MEISTER:INNEN DER ARCHITEKTUR<br />
><br />
planst. Geh weg von hier! Du hast einen<br />
politischen Geist, du musst gesellschaftlich<br />
arbeiten!« Also bin ich zurück nach<br />
Kopenhagen, habe Jan Gehl angerufen,<br />
damals schon ein weltberühmter Guru auf<br />
dem Gebiet von Stadtplanung und urbaner<br />
Entwicklung, und ihm gesagt: »Ich will für<br />
Sie arbeiten!« So hat alles angefangen.<br />
Als Sie 2000 – damals noch mit Jahn Gehl – das<br />
Büro Gehl People gegründet haben, hatte das<br />
Auto fast überall auf der Welt noch eine städtische<br />
Vormachtstellung. Doch dann gab es einen<br />
Paradigmenwechsel.<br />
Ja, und plötzlich wurde eine ganze Reihe an<br />
Pionierprojekten realisiert. 2009 beispielsweise<br />
wurde der Times Square in New York<br />
vom Autoverkehr befreit. Das muss man<br />
sich einmal vorstellen! Zehn Jahre zuvor<br />
wäre so etwas unvorstellbar gewesen! Aber<br />
mit der Klimakrise, mit der zunehmenden<br />
gesellschaftlichen Debatte darüber, aber<br />
auch mit einer sozialen und politischen<br />
Sensibilisierung im Bereich Verkehr, Umgang<br />
mit Müll, Wasser und Energie, Leistbarkeit,<br />
Diversität und auch Inklusion von Randgruppen<br />
und einkommensschwächeren<br />
Menschen entstand plötzlich ein sehr<br />
großes Interesse für Stadt und für öffentliche<br />
Räume. Plötzlich wurde allen klar, dass die<br />
Stadt nicht allein den Autofahrer:innen<br />
gehört. Mich hat das sehr berührt.<br />
Es waren doch Büros wie auch Gehl People, die<br />
diesen Wandel überhaupt erst herbeigeführt<br />
haben!<br />
Ja, wir waren Teil dieser Entwicklung,<br />
wir haben gewiss unseren Beitrag geleistet.<br />
»Die Menschen wollen in der Lage sein, ihre Stadt zu<br />
benützen, sie sich anzueignen und die Freiheit zu haben,<br />
selbst zu entscheiden, wie sie sich durch die Stadt bewegen.«<br />
HELLE SØHOLT über Mobilität im urbanen Raum<br />
Partitur für die Seestadt Aspern, Wien<br />
Die vier Kilometer lange Ringstraße in der Seestadt<br />
Aspern ist ein 30 Meter breiter Spielplatz und<br />
Freizeitraum für Jung und Alt – mit Hügeln, Mulden,<br />
Gräsern, Weiden, Boccia-Feldern und Picknickflächen.<br />
Realisiert wurde das Projekt in Zusammen arbeit mit<br />
dem Wiener Büro 3:0 Landschaftsarchitektur.<br />
3zu0.com, aspern-seestadt.at<br />
Aber wir können nur Anregungen<br />
geben. Letztendlich war es eine soziale,<br />
gesellschaftspolitische Evolution.<br />
Wo stehen wir heute?<br />
Die Menschen wollen in der Lage sein, ihre<br />
Stadt zu benützen, sie sich anzueignen und<br />
die Freiheit zu haben, selbst zu entscheiden,<br />
wie sie sich durch die Stadt bewegen, ob das<br />
nun zu Fuß, mit dem Rad, mit dem E-Roller,<br />
mit dem Auto oder mit den öffentlichen<br />
Verkehrsmittel ist, sie wollen auf einer<br />
Parkbank sitzen, Menschen beobachten<br />
und einen Ort der Gemütlichkeit und<br />
Intimität finden.<br />
Ganz einfache, selbstverständlich Dinge<br />
eigentlich, oder?<br />
Ja, aber jede Transformation ist immer<br />
auch eine Challenge, denn eine Stadt ist ein<br />
chaotischer, komplexer Kosmos. Und damit<br />
Fotos: © Hertha Hurnaus, © Archdaily, Changheng Zhom<br />
94 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
»Jede Transformation ist immer auch eine Challenge, denn<br />
eine Stadt ist ein chaotischer, komplexer Kosmos. Und damit<br />
ist jedes Projekt ein Experiment mit ziemlich großem Risiko.«<br />
HELLE SØHOLT über Stadtentwicklung<br />
globalen Süden – ausgeht. Die Expert:innen<br />
in Kairo, Lagos, Istanbul und Neu-Delhi sind<br />
sehr ambitioniert und werfen sich extrem<br />
stark ins Zeug, um diese Städte lebenswerter<br />
zu machen. Das gibt mir Hoffnung.<br />
ist jedes Projekt am Ende ein Experiment<br />
mit ziemlich großem Risiko. Aber ganz<br />
ehrlich? Ich liebe Experimente!<br />
Die meisten Ihrer Auftraggeber:innen sind<br />
Gemeinden, Institutionen und diverse<br />
Stiftungen. Was sind die häufigsten Wünsche?<br />
Manche kontaktieren uns, weil sie eine<br />
gewisse Hardware benötigen und auf unsere<br />
Planungskompetenz zurückgreifen. Das<br />
können Plätze, Radwege oder Grünraumgestaltungen<br />
sein. Andere wiederum – vor<br />
allem größere Städte und Verbände – sind<br />
sehr breit und professionell aufgestellt und<br />
verfügen über so viel Know-how und Datenmaterial,<br />
dass sie oft nicht wissen, wie sie<br />
damit umgehen sollen und wie sie aus der<br />
Menge an Daten die nützlichen, relevanten<br />
herausfiltern. Wir helfen ihnen bei den<br />
Prozessen und begleitet sie auf einem oft<br />
jahrelangen Transformationsweg.<br />
Gibt es einen Unterschied zwischen westlichen<br />
und östlichen Gesellschaften, zwischen dem<br />
Global North und dem Global South?<br />
Natürlich. Die Wünsche und Bedürfnisse<br />
sind sehr stark von politischen, klimatischen<br />
und auch kulturellen Rahmenbedingungen<br />
abhängig. Damit muss man arbeiten. Was<br />
mir aber besonders imponiert, ist die Kraft<br />
und Energie, die vor allem von Menschen in<br />
sogenannten Entwicklungsländern – also im<br />
Inwiefern hat die Coronapandemie die<br />
Entwicklung von städtischer Lebensqualität<br />
vorangetrieben?<br />
Extrem stark! In der Pandemie haben wir<br />
alle erfahren, wie wertvoll eine schöne,<br />
respektvolle, funktionierende Stadt ist. Doch<br />
eine besonders große Auswirkung betrifft<br />
die Shoppingcenter in den USA. Aufgrund<br />
der Covid-Pandemie, aber auch der dramatischen<br />
Entwicklung des Onlinehandels<br />
stehen viele Shoppingcenter vor dem Aus.<br />
><br />
Shanghai Riverfront<br />
Auf einer Gesamtlänge von 42 Kilometern<br />
wurden seit 2014 Tausende Bäume gepflanzt,<br />
22 Brücken errichtet, beleuchtete Rad- und<br />
Spazierwege angelegt sowie alte Schuppen und<br />
Lagerhallen aus dem Dornröschenschlaf gerissen<br />
und mit Lokalen, Geschäften und Radverleihshops<br />
bestückt. Das Projekt wurde mit dem<br />
Shanghai Magnolia Award ausgezeichnet.<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
95
design / MEISTER:INNEN DER ARCHITEKTUR<br />
Grünes Stadtkonzept für Angkor Wat<br />
Für die kambodschanische Stadt Siem Reap<br />
entwickelt Helle Søholt derzeit ein Konzept<br />
für eine grüne Wohn- und Tourismusstadt.<br />
Aufgrund der benachbarten Tempelanlage<br />
Angkor Wat müssen die klimaadaptiven<br />
Maßnahmen sehr sensibel gesetzt werden<br />
und sich gut ins historische Ortsbild fügen.<br />
können wir die idealen Standorte für Spielplätze<br />
bestimmen. Eigentlich genial, oder?<br />
><br />
Wir sprechen hier von riesigen Anlagen,<br />
der quer über das gesamte Land verstreut<br />
sind. Aktuell arbeiten wir an einem Konzept,<br />
wie diese Gebäude umgenutzt oder abgerissen<br />
und wie die bereits versiegelten Flächen<br />
anderweitig sinnvoll genutzt werden können.<br />
Eine große Aufgabe für die Architektur!<br />
Eines verspreche ich Ihnen: Das Stadt- und<br />
Landschaftsbild in den USA wird sich in den<br />
kommenden zehn Jahren radikal verändern.<br />
Und welche Auswirkungen hat die<br />
Digitalisierung auf die Stadt von morgen?<br />
Als Stadtplanerin profitiere ich ganz stark<br />
von der Digitalisierung. Ich gebe Ihnen als<br />
Stichwort Digitalisierung und Kinderspielplatz.<br />
Haben Sie eine Idee, wie diese beiden<br />
Sachen zusammenhängen könnten?<br />
Google-Streetcars zusätzlich mit CO 2<br />
-Sensoren<br />
ausstattet. Damit messen wir die Luftqualität<br />
und die Schadstoffe. Und zweitens<br />
tracken wir die Wege und das Verhalten von<br />
Kindern und Jugendlichen auf Straßen und<br />
Plätzen. So erfahren wir, an welchen Orten<br />
sie sich am meisten und am liebsten aufhalten.<br />
Aus der Schnittmenge dieser Daten<br />
Sie leiten ein Unternehmen mit 75 Mitarbeitenden<br />
und haben Büros in Kopenhagen, New<br />
York und San Francisco. Kommen Sie jemals<br />
zur Ruhe?<br />
Ich bin an sich eine ruhige und, wie ich<br />
glaube, stark reflektierte Person. Das kommt<br />
mir zugute. Sonst wüsste ich nicht, wie ich<br />
den Laden schupfen soll. Außerdem: Die<br />
Energie aus all den Städten, in denen wir<br />
arbeiten, gibt auch mir Energie!<br />
Haben Sie einen Wunsch für die Zukunft?<br />
Ich leite mein Unternehmen nun seit fast<br />
25 Jahren. Und in all dieser Zeit habe ich<br />
meine Mitarbeitenden zu Change-Agents<br />
ausgebildet. Ich wünsche mir, dass sie meine<br />
Arbeit fortsetzen und die Welt zum Positiven<br />
verändern. Zum Beispiel auch in Indien und<br />
Afrika. Dort braucht es positive Impulse. Dort<br />
wird unsere Expertise dringend benötigt.<br />
<<br />
Erzählen Sie es uns!<br />
In Kopenhagen untersuchen wir gerade, wo<br />
wir in Zukunft sinnvollerweise Kinderspielplätze<br />
errichten wollen. Und das machen<br />
wir auf zweierlei Art: Erstens haben wir eine<br />
Kooperation mit Google, das nun seine<br />
Shared Space Vesterbro, Kopenhagen<br />
Wo heute noch Tausende Autos im Stau stehen, soll im<br />
berühmten Ausgehviertel Vesterbro schon bald eine<br />
Begegnung zone für Fußgänger:innen, Radfahrer:innen<br />
und Stadtgenießer:innen entstehen. Zu den wichtigsten<br />
Bausteinen des Projekts zählen Bäume und Wasserflächen.<br />
Fotos: © Gehl, beigestellt<br />
96 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
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»DER TEPPICH<br />
IST FÜR MICH<br />
EIN MEDIUM«<br />
Glühende Meteoriten, reflektierendes Wasser, blumige Fantasiewelten – Jan Kaths Teppichkreationen<br />
erzählen Geschichten, die bewegen. Neuerdings auch vom Krieg, in seiner<br />
von der Pop-Art inspirierten Kollektion »Rug Bombs« in Szene gesetzt. In der Wiener Hofburg<br />
geht es zum Design District ab 6. Oktober in seiner Ausstellung aber harmonisch zu. Das <strong>LIVING</strong>-<br />
Interview über Vergangenheitsbewältigung, barocke Entwürfe und geklautes Design.<br />
INTERVIEW ANGELIKA ROSAM<br />
Drei Jahre ist es her, da Teppichkreateur<br />
Jan Kath das letzte Mal beim<br />
Design District in der Wiener Hofburg<br />
einem fachkundigen Publikum<br />
seine Knüpfkunst zur Schau stellte. Das war<br />
noch vor der Pandemie und freilich vor unser<br />
aller Sorgenkind, dem Ukraine-Russland-<br />
Konflikt. Seitdem hat sich, Corona zum Trotz,<br />
so einiges nachhaltig Positives im Kath’schen<br />
Teppich-Imperium getan: neue Projekte, keine<br />
Entlassungen in der Krise, das Unternehmen<br />
ist ob einer stabil funktionierenden Infrastruktur<br />
und eines starken Teams weiterhin<br />
auf Erfolgskurs.<br />
ZWISCHEN METEORITEN UND<br />
FRANZÖSISCHEM SAVOIR-VIVRE<br />
Zum Design District <strong>2022</strong> ist der 50-Jährige<br />
nun wieder nach Wien gereist. Mit neuen<br />
Kollektionen bespielt er unter persönlicher<br />
Präsenz den Wintergarten in der Hofburg und<br />
demonstriert ein weiteres Mal seinen extravaganten<br />
Zugang zum Teppichdesign. Da ist<br />
»Spectrum« zum Beispiel, Teppiche, die mit<br />
ihren Strukturen und Farbwinkeln an glühende<br />
Meteoritenkerne oder reflektierendes Wasser<br />
erinnern und doch völlig abstrakt bleiben. In<br />
der Tat fühlt man sich hier sogar ein wenig in<br />
eine anthroposophische Malerei gebeamt. Mit<br />
der Romantik-Serie »Savonnerie Surprise«<br />
darf wiederum geträumt werden – die<br />
Hommage an die historischen »Savonnerie«-<br />
Pretiosen, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts<br />
in Frankreich hergestellt wurden, präsentiert<br />
französisches Gefühlsleben pur.<br />
Was wir in den letzten Jahren gelernt haben:<br />
Kath ist vielseitig und Kath ist immer für<br />
Überraschungen gut. Denn Teppiche sind<br />
seine Leinwand, Wolle seine Farbe, sagt er.<br />
Und in vielerlei Hinsicht sind Teppiche ein<br />
Spiegel ihrer Zeit. Sie reflektieren jene Situationen<br />
und Realitäten, mit denen Menschen<br />
über Jahre konfrontiert werden, und demonstrieren<br />
oft ernüchternde Resultate. Und als<br />
hätte Kath den Krieg in der Ukraine vorausgesehen,<br />
lernen wir den Sohn eines Teppichhändlers<br />
aus Bochum von einer Seite kennen,<br />
die uns bis dato nicht möglich erschien. Der<br />
Mann, der mit seinen Teppichen sonst die<br />
blumige Fantasie und Harmonie in uns regte,<br />
wird plötzlich auch ernst. Nach längerer<br />
Entwicklung im Sommer am Rande der<br />
documenta in Kassel vorgestellt, werden wir<br />
mit der neuen »Rug Bombs«-Kollektion mit<br />
Teppichen konfrontiert, die im wahrsten Sinne<br />
des Wortes wie eine Bombe eingeschlagen<br />
haben. Mit den Themen Gewalt und kriegerische<br />
Konflikte in den vergangenen Jahrzehnten<br />
will man provozieren: auf den<br />
Einzelstücken prangen Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge,<br />
Drohnen, fliehende Menschen –<br />
Kriegsszenen, die ein schonungsloses Bild der<br />
aktuellen Situation auf der Welt zeigen.<br />
»Erstmals trete ich nicht als Dekorateur,<br />
sondern als Künstler auf«, so Kath über die<br />
von der Pop-Art beeinflussten »Rug Bombs«.<br />
Diese neue Kollektion soll derzeit nicht im<br />
Verkauf erhältlich sein, sondern ausschließlich<br />
in mehreren Ausstellungen gezeigt werden.<br />
Nach Kassel ist ab 22. Oktober die Art<br />
Biennale in Bangkok nächster Schauplatz der<br />
extremen Teppichkunst. In der Wiener<br />
Hofburg hat man aber die Gelegenheit, die<br />
sanftere Seite Kaths zu inspizieren, und vielleicht<br />
auch Lust, das eine oder andere Unikat<br />
gleich mit nach Hause zu nehmen …<br />
<strong>LIVING</strong> bat den Designer und Künstler<br />
zum interessanten Talk über aktuelle Geschehnisse,<br />
Krisenbewältigung und darüber,<br />
warum Teppiche therapeutische Wirkung<br />
besitzen.<br />
<strong>LIVING</strong> Unser letztes Interview war 2019.<br />
Damals waren Sie mitten drinnen, mit Ihren<br />
neuen Kollektionen das verstaubte Image<br />
des Teppichs hochzupolieren. Was hat sich<br />
seitdem verändert?<br />
JAN KATH Ich bin meinem Konzept treu<br />
geblieben und versuche stetig, die Grenzen<br />
weiter zu verschieben und Sehgewohnheiten<br />
zu verändern. Über die Jahre sind einige Kollektionen<br />
hinzugekommen. Jetzt, in der Hofburg<br />
zeigen wie die »Savonnerie Surprise«-<br />
Teppiche, die ihren Ursprung in der Zeit kurz<br />
vor der Französischen Revolution, also im<br />
><br />
Foto: Dimo Feldmann<br />
98 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Explosive Kreationen<br />
Jan Kath erweckt den Kriegsteppich<br />
in seiner ersten von<br />
der Pop-Art beeinflussten<br />
Kollektion »Rug Bombs« mit<br />
klassischen persischen<br />
Teppichmotiven zum Leben.<br />
jan-kath.de<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
99
design / INTERVIEW<br />
Warten auf den Krieg<br />
Der Bildband »Armed America« des<br />
Fotografen Kyle Cassidy<br />
enthält diese Aufnahme, die Jan Kath<br />
in einen Teppich verwandelt hat.<br />
><br />
Barock haben. Natürlich bleiben wir auch<br />
hier unserem Konzept treu: Die alten Designs<br />
kommen in einem hochmodernen und<br />
zukunftsweisend neuen Kleid daher.<br />
Aber wir erleben Jan Kath erstmals auch ernst:<br />
Die Motive in Ihrer neuen Kollektion »Rug<br />
Bombs«, die nicht für den Verkauf, sondern nur<br />
für Ausstellungen gedacht ist, spiegeln die derzeit<br />
tragische Kriegssituation auf der Welt wider …<br />
Die Gründe, warum ich mich mit den Themen<br />
Krieg und Gewalt beschäftige, liegen Jahre<br />
zurück und haben die Wurzeln in meiner Kindheit.<br />
Der Auslöser war nicht der Konflikt in der<br />
Ukraine – Hellseher bin ich freilich keiner und<br />
die Entwicklung einer neuen Teppichkollektion<br />
dauert über viele Monate an –, sondern der<br />
Krieg im Irak und seine Folgen. Abu Ghraib<br />
und Guantánamo haben mich extrem beschäftigt<br />
und etwas in mir verändert. Ebenso der<br />
schmutzige Krieg in Syrien und die daraus<br />
resultierende Flüchtlingsbewegung haben tief<br />
liegende Erinnerungen geweckt.<br />
Wie dürfen wir das verstehen?<br />
Ich bin ein 1972er-Jahrgang. Zwar habe ich<br />
den Zweiten Weltkrieg nicht miterlebt, aber<br />
das Thema war bei uns immer präsent. Ich<br />
hatte eine starke Beziehung zu meinem<br />
Großvater mütterlicherseits, der als Wehrmachtssoldat<br />
in Polen, Frankreich und<br />
Russland kämpfte. Er hat mir viele Geschichten<br />
darüber erzählt, von den Ereignissen<br />
in den Schützengräben und von den<br />
Kämpfen kurz vor Stalingrad …<br />
Fair Trade<br />
Jan Kath steht für faire<br />
Arbeitsbedingungen. Er<br />
arbeitet prinzipiell nur mit<br />
natürlichen Materialien –<br />
mit reiner Seide und Wolle.<br />
Spiegel der Zeit<br />
»Big Mouse« von Kath ist ein<br />
innovativer Teppich mit einem<br />
Kopf im Stil von Mickey Mouse<br />
auf den Schultern eines<br />
bewaffneten Soldaten.<br />
Fotos: LarsLangemeier, beigestellt<br />
100 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Französisches Savoir-vivre<br />
Die »Savonnerie Surprise« Kollektion<br />
präsentiert Teppiche, die ihren<br />
Ursprung kurz vor der Zeit der<br />
Französischen Revolution haben.<br />
Sicher keine einfachen Themen für ein Kind.<br />
Ebenso sind die Geschehnisse in den letzten drei<br />
Jahren für uns alle zu einer großen Herausforderung<br />
geworden. Wie haben Sie die schwierige Zeit<br />
der Pandemie erlebt? Mussten Sie sich in der<br />
Produktion anpassen?<br />
Die Pandemie war eine große Zäsur – global,<br />
aber natürlich auch lokal, an jedem unserer<br />
Produktionsorte. Insgesamt sind wir mit einem<br />
blauen Auge davongekommen. Das hat auch<br />
damit zu tun, dass wir eine starke und gut funktionierende<br />
Infrastruktur aufgebaut haben, auf<br />
die wir uns immer verlassen konnten. Die Tatsache,<br />
dass wir niemanden entlassen haben, hat<br />
uns in den Produktionsländern viel Standing<br />
eingebracht und zahlt sich heute doppelt für uns<br />
aus. Kurz zur Erklärung: Unsere Designs sind<br />
extrem kompliziert. Deshalb suchen wir immer<br />
die besten Knüpferinnen und Knüpfer – und die<br />
können sich die Arbeitgeber aussuchen.<br />
Nachhaltigkeit ist im Interior-Design nicht nur<br />
Trend, sondern auch zur Notwendigkeit geworden.<br />
Was hat sich in Ihrer Produktion zu diesem<br />
Thema noch vorteilhaft verändert?<br />
Wir nehmen diese Bewegung weiterhin sehr<br />
ernst und legen allergrößten Wert auf gute und<br />
Die Magie der Nordlichter<br />
Die Farben des Polarlichts<br />
dienen der Kollektion<br />
»Spectrum« als Inspiration.<br />
faire Arbeitsbedingungen, verwenden so viele<br />
Naturmaterialien wie möglich. Allerdings ist es<br />
uns wichtig, kein Greenwashing zu betreiben.<br />
Es gibt auch bei uns insgesamt noch Luft nach<br />
oben. Vor allem im Zusammenhang mit der<br />
Fracht. Wir haben Wege gesucht, unsere<br />
Teppiche zunächst über Land und später auf<br />
dem Seeweg nach Europa und in die USA zu<br />
bringen. Die gibt es durchaus. Allerdings verzögert<br />
das den Liefertermin – und so viel Geduld<br />
haben viele Kund:innen leider (noch) nicht.<br />
Ihre Handwerker:innen müssen indes Geduld<br />
haben. Neue Kollektionen beanspruchen, wie Sie<br />
uns erzählten, jede Menge Zeit. Gibt es hier neue<br />
Techniken, die das Knüpfen vereinfachen?<br />
Ich bin in vielleicht vielerlei Hinsicht hochmodern<br />
und progressiv … aber wenn es ums<br />
Handwerk geht, da bin ich kompromisslos<br />
konservativ.<br />
Wie geht es im Fashion-Business voran? Sie wollten<br />
Ihr Know-how in der Modewelt vertiefen …<br />
Wir haben unsere Aktivität im Bereich der ><br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
101
design / INTERVIEW<br />
><br />
Haute Couture stark ausgebaut und entwickeln<br />
zusammen mit den größten und erfolgreichsten<br />
französischen Modelabels Teppiche<br />
für deren exklusive Showrooms.<br />
Und die Fashionwelt gibt natürlich auch Trends<br />
vor. Gibt es im Teppichdesign eine Farbe, die 2023<br />
ein Must-have ist?<br />
Bei dieser Frage tue ich mich schwer … schließlich<br />
begleitetet ein Teppich uns ja hoffentlich<br />
erheblich länger als nur eine Saison und sollte<br />
deshalb nicht so sehr der Mode unterworfen<br />
sein! Meine persönlichen aktuellen Teppichfavoriten<br />
sind in einem wasserfarbenen Grünblauton<br />
geknüpft. Im Handknüpfbereich<br />
versuchen wir, der rechteckigen Form treu zu<br />
blieben, weil diese eng mit der traditionellen<br />
Herstellungsart verbunden ist. Im schnelllebigeren<br />
Haute-Couture-Business ist es in der<br />
Tat so, dass eine Vielzahl von organischen<br />
»Odd Shapes« eine große Rolle spielt.<br />
Hauptsache ist, dass Sie nie aufhören werden, mit<br />
Ihren Teppichen Geschichten zu erzählen …<br />
Natürlich! Jede Kollektion hat eine eigene, oft<br />
sehr persönliche Geschichte und ist Teil eines<br />
eigenen kleinen Universums. Der Teppich ist für<br />
mich ein Medium. Während der Schriftsteller<br />
Feder und Tinte benutzt, der Maler Pinsel und<br />
Farbe, so berichte ich von meinen Erlebnissen in<br />
Wolle und Seide.<br />
Sie sagten einmal: Ihre Teppiche sind »Inseln zum<br />
Wohlfühlen und wirken heilsam«. Was meinen<br />
Sie damit genau? Können Teppiche therapeutisch<br />
wirken?<br />
Um diese Frage zu beantworten, möchte ich<br />
Ihnen von einer Erfahrung berichten, die ich<br />
vor gut 30 Jahren im Iran, in der Nähe von<br />
Schiras, machen durfte: Ich war zu Gast bei<br />
einer wohl angesehenen Familie und ich wurde<br />
durch ihr wunderschönes Haus geführt. Am<br />
Ende des Rundgangs durfte ich auch das private<br />
Lesezimmer des Gastgebers sehen. In diesem<br />
Raum war nichts als ein Sitzkissen, ein Leseständer<br />
für das aktuelle Buch, das er las, und ein<br />
großer Teppich. Diese ganz besondere Atmosphäre<br />
hat sich bei mir eingebrannt und steht<br />
bei mir heute noch als Sinnbild für Ruhe,<br />
Mediation und Konzentration. Für mich war<br />
dieser Ort der perfekte private Raum.<br />
Wo in einem Raum sollte Ihrer Meinung nach ein<br />
Teppich immer liegen? Gibt es hier Stilregeln, die<br />
zu beachten sind?<br />
Ich stelle eigentlich keine Regeln auf. Persönlich<br />
bin ich aber eher ein Freund der Symmetrie.<br />
ERFOLGREICH VERKNÜPFT<br />
Ali Rahimi besitzt mit seinem gleichnamigen Teppichunternehmen die<br />
Generalvertretung für Jan Kath in Österreich. Die beiden Unternehmer<br />
verbindet eine 20-jährige Freundschaft. Wir baten Rahimi zum Gespräch.<br />
<strong>LIVING</strong> Wie haben Sie Jan Kath kennengelernt<br />
und wie ergab sich diese konstruktive<br />
Partnerschaft?<br />
ALI RAHIMI Rahimi ist für Teppiche mit<br />
klassischem Design bekannt, aber die<br />
Nachfrage nach modernen Unikaten<br />
wurde immer größer, und so wussten wir,<br />
dass wir uns im Contemporary-Bereich<br />
weiterentwickeln müssen. Durch einen<br />
Freund wurde ich auf Jan Kath aufmerksam<br />
und wir haben uns schließlich getroffen<br />
– das ist mittlerweile rund zwanzig<br />
Jahre her. Wir haben uns auf Anhieb verstanden<br />
und sofort erkannt, dass wir in<br />
der Lage sind, mit unseren Unternehmen<br />
eine gegenseitige Symbiose einzugehen,<br />
und Ideen entwickeln können, wie wir uns<br />
bestmöglich unterstützen.<br />
Als Experte wissen Sie: Was macht die<br />
Kath-Teppiche so besonders?<br />
Seit Jahrzehnten hat man den Teppich<br />
wenig verändert, es waren immer dieselben<br />
Muster. Jan Kath hat es geschafft,<br />
mit klassischen Motiven zu arbeiten,<br />
diese aber völlig neu zu interpretieren. Er<br />
erzählt mit seinen Kreationen Geschichten,<br />
lässt der Fantasie freien Lauf. Er<br />
Und was ist ein absolutes No-Go?<br />
Geklautes Design. Das begegnet mir, nicht nur<br />
im Teppichdesign, immer wieder und macht<br />
mich einfach nur sprachlos.<br />
Sie waren stets ein Dauerreisender – New York,<br />
Nepal, Thailand, die Türkei und dann wieder<br />
Bochum. Hat Sie der Umstand der Pandemie<br />
etwas zur Ruhe kommen lassen?<br />
Mittlerweile hat sich mein Lebensmittelpunkt<br />
verschoben. Meine Frau Nairat und ich wohnen<br />
in Chiang Mai, im Norden Thailands, Bochum<br />
ist jetzt unser Zweitwohnsitz geworden.<br />
Gleiche Interessen<br />
V. l.: Jan Kath,<br />
<strong>LIVING</strong>-HG. A. Rosam<br />
und Ali Rahimi –<br />
bereits mehrmals<br />
lud man gemeinsam<br />
zu stimmigen<br />
Teppich-Events.<br />
spielt mit dem Material und verarbeitet<br />
nur reine Wolle und Seide, seine Teppiche<br />
sind »kunstfaserfrei«. Mit seiner eigens<br />
entwickelten »Brandtechnik« (die Seide<br />
verbrennt langsamer als die Wolle,<br />
so bleibt die Seide an der Oberfläche<br />
bestehen und es entsteht ein 3D-Effekt,<br />
der die Vintage-Optik ermöglicht) wird<br />
er als Vorreiter dieser einzigartigen<br />
Entwicklung gesehen.<br />
Was sind die Trends für 2023?<br />
Generell wird Fair Trade immer mehr<br />
zum Thema. Die Menschen legen beim<br />
Teppichkauf besonderen Wert auf<br />
Naturprodukte. Ebenso verlieren die<br />
Grautöne bei Teppichen, die über eine<br />
lange Zeit hinweg sehr gefragt waren,<br />
ein wenig an Bedeutung. Gefragt sind<br />
mutige Kreationen, starke Farben und<br />
altherkömmliches Verspieltes, aber neu<br />
interpretiert. Interessant ist auch seit der<br />
Energiekrise zu beobachten, dass nun<br />
viele Teppiche gekauft werden, um beispielsweise<br />
Fliesenböden wohnlicher zu<br />
gestalten. Das Zuhause soll mehr denn<br />
je ein gemütlicher Rückzugsort sein, und<br />
Teppiche spielen dabei eine große Rolle.<br />
Dennoch bin ich nach wie vor auf der ganzen<br />
Welt unterwegs, besonders freue ich mich,<br />
wieder in Wien in der Hofburg zu sein.<br />
Was uns besonders interessiert: Haben Sie zu<br />
Hause noch immer keinen Teppich liegen?<br />
Das stimmt nicht ganz. Ich hatte natürlich<br />
immer Teppiche in meiner Wohnung, ich<br />
könnte ohne gar nicht leben. Aber die Ent <br />
würfe waren nie von mir selber, sondern von<br />
befreundeten Designern. In unserem neuen<br />
Haus werden aber einige unserer Teppiche<br />
liegen. Das hat sich meine Frau so gewünscht. <<br />
Foto: Starpix/Alexander TUMA<br />
102 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
gervasoni1882.com<br />
Loll Collection,<br />
design Paola Navone
design / TEPPICHE<br />
Sanfte Töne<br />
An Collagen aus der<br />
Kindheit soll der<br />
»Patcha«-Teppich von<br />
Patricia Urquiola für<br />
cc-tapis erinnern.<br />
nest.co.uk<br />
Viel zu entdecken<br />
Ähnlich wie beim Blick durch ein<br />
Kaleidoskop finden die Augen<br />
auf dem »Pear Rug« immer<br />
wieder neue Details.<br />
finnishdesignshop.com<br />
Abgesehen von den schwebenden Eigenschaften sind Teppiche<br />
wahre Alleskönner. Sie schaffen Gemütlichkeit, verbessern die<br />
Raumakustik und schützen die Böden. Ein paar besonders schöne<br />
Modelle haben wir für Sie getestet. Es lohnt sich, hinzuschauen.<br />
Zuckerlrosa<br />
Der »Agata Coyamito« wurde<br />
von dem mythischen brasilianischen<br />
Achatstein und seiner<br />
außergewöhnlichen Musterung<br />
inspiriert. artemest.com<br />
Blütezeit<br />
Für die »Flora«-Kollektion beschäftigte<br />
sich der Künstler Santi Moix mit den<br />
Themen Leben und Tod – von der<br />
»Blüte« bis zum »Verfall«.<br />
nanimarquina.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
104 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Formvollendet<br />
Jonathan Adler ist für seine<br />
ausgefallenen Designs bekannt,<br />
kein Wunder also, dass auch<br />
seine Kollektion für Ruggable<br />
alles andere als gewöhnlich ist.<br />
ruggable.de<br />
Punktespiel<br />
Dank verschiedenster Formen<br />
und Linien ist der »Bumling«-<br />
Teppich ein absoluter Hingucker.<br />
rugvista.de<br />
Linientreu<br />
Der »Rankes«-<br />
Teppich von Geba<br />
wurde in Nepal aus<br />
100 Prozent tibetischer<br />
Schafwolle gefertigt.<br />
geba-rugs.com<br />
Prachtvoll<br />
Sommerliche Gefühle<br />
das ganze Jahr über:<br />
Der runde Teppich<br />
zeigt einen herrlichen<br />
Garten – betrachtet aus<br />
der Vogelperspektive.<br />
nazmiyalantiquerugs.com<br />
Fleckerlteppich<br />
Mit seiner Musterung ähnelt der<br />
»Speckled Squiggle«-Teppich hübschen<br />
Terrazzofliesen.<br />
okejstudio.com<br />
Wie der Phönix aus der Asche<br />
Inspiriert von der aufwendigen<br />
Stickerei japanischer Kimonos entstand<br />
der »Phoenix Green«-Teppich.<br />
wendymorrisondesign.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
105
design / ÖSTERREICHISCHES DESIGN<br />
TRADITIONELL<br />
ERFOLGREICH<br />
Zwischen Tradition und Moderne. Zwischen Familien und unternehmerischer<br />
Verantwortung. <strong>LIVING</strong> hat bei fünf renommierten<br />
heimischen Interieur-Unternehmen nachgefragt, was gutes Design<br />
ausmacht, und auch sonst einiges über die enge Verbindung von<br />
Teamarbeit, Qualität und Ästhetik erfahren. TEXT MANFRED GRAM<br />
Foto: MAX ROMMEL_PH<br />
106 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Was zeichnet österreichisches<br />
Design aus und gibt es so etwas<br />
überhaupt? Große Fragen sind<br />
nicht nur schwierig zu beantworten,<br />
sie klingen leider mitunter auch ein wenig<br />
banal. Im Vorfeld sollte man sich daher ein<br />
paar Gedanken machen, wem man derartige<br />
Fragen auftischen will. Heimische Traditionsunternehmen<br />
und Familienbetriebe sind dafür<br />
sicher ein guter Ansprechpartner, wie sie<br />
die Sache mit dem Austro-Design so sehen.<br />
Immerhin sind diese ja seit mehreren Jahrzehnten<br />
fest in der Design- und Möbelbranche<br />
verankert, kennen gute und schlechte Zeiten,<br />
Trends und Gegentrends und können das alles<br />
auch international gut einordnen.<br />
TRADITION VERPFLICHTET<br />
»Österreichisches Design wird national wie<br />
international unterschätzt«, ist sich Alexander<br />
Sova sicher, Geschäftsführer beim heimischen<br />
Möbelhersteller Wittmann. Seit 1896 gibt es<br />
das Unternehmen. Mittlerweile ist es seit fünf<br />
Generationen in Familienbesitz. »Design und<br />
Handwerk sind die Eckpfeiler unseres Unternehmens.<br />
Unsere Möbel entspringen dem<br />
Zusammenspiel von Kreativität, Erfahrung<br />
und handwerklicher Expertise«, erklärt Sova,<br />
der 2020 von der Familie engagiert wurde, um<br />
den Betrieb, der seinen Hauptstandort im<br />
niederösterreichischen Kamptal hat, zu leiten.<br />
Eine große Aufgabe, wie er erzählt: »Man trägt<br />
Verantwortung für Mitarbeiter:innen und<br />
Familien in der Region, die selbst schon seit<br />
Generationen in diesem Familienbetrieb<br />
arbeiten, und natürlich auch für das Vertrauen<br />
der Eigentümer.« Rund 120 Mitarbeiter:innen<br />
zählt man zur Zeit, in mehr als 50 Ländern<br />
weltweit ist der Möbelhersteller vertreten. Eine<br />
Erfolgsstory, die durchaus auf Design gebaut<br />
ist: »Zur Umsetzung neuer Ideen und ><br />
Zurücklehnen<br />
Luca Nichetto, Art Director<br />
bei Wittmann, hat die Möbelserie<br />
»Paradise Bird« kreiert.<br />
wittmann.at<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
1<strong>07</strong>
design / ÖSTERREICHISCHES DESIGN<br />
Führt die Geschäfte<br />
Seit 2020 ist Alexander Sova<br />
CEO bei Wittmann. Der heimische<br />
Möbelhersteller hat 1896 als<br />
Sattlerei begonnen.<br />
><br />
Formen geht Wittmann stets Partnerschaften<br />
mit den größten Designnamen ein.« Für<br />
die aktuelle Kollektion arbeitete man u. a. mit<br />
Christophe Pillet, Arthur Arbesser, Neri&Hu,<br />
Sebastian Herkner und Luca Nichetto zusammen.<br />
Der ist übrigens auch Art Director und<br />
für die Designstrategie verantwortlich.<br />
GUT HOLZ<br />
Einen Designchef hat auch der heimische<br />
Öko-Edelmöbel-Produzent TEAM 7.<br />
»Sebastian Desch ist bei uns für einen Großteil<br />
der Entwürfe zuständig«, erzählt Georg<br />
Emprechtinger. Er ist Geschäftsführer des<br />
Möbelherstellers, den es seit 1959 gibt. Mit<br />
Firmengründer Erwin Berghammer ist er<br />
nicht verwandt, man kennt sich aber schon<br />
lange: »Erwin und ich waren Nachbarn und<br />
gut befreundet. Als es um die Nachfolgeregelung<br />
von TEAM 7 ging, fragte er mich<br />
auf einer unserer Laufrunden, ob ich es mir<br />
vorstellen könne, als Geschäftsführer in das<br />
Unternehmen einzutreten.«<br />
Öko mit Style<br />
Die Möbel von TEAM 7 werden seit fast<br />
40 Jahren nachhaltig hergestellt.<br />
Nicht nur die Küche »echt.zeit«.<br />
team7-home.com<br />
Teamleader<br />
Georg Emprechtinger ist Chef<br />
bei TEAM 7. Er übernahm den Betrieb<br />
von seinem Nachbarn, Freund und<br />
Firmengründer Erwin Berghammer.<br />
Fotos: Juergen Hammerschmid, © TEAM 7, © Wetscher, Bildartisten<br />
108 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Starke Kombi<br />
Das Tiroler Unternehmen Wetscher produziert<br />
in der hauseigenen Tischlerei preisgekrönte<br />
Möbel, vertreibt aber auch Luxusmarken als<br />
Einrichtungshaus. Seit über 100 Jahren<br />
ist man im Geschäft. wetscher.com<br />
Emprechtinger konnte und ist jetzt Chef eines<br />
Unternehmens, das seit den frühen 1980er-<br />
Jahren auf Ökomöbel und Nachhaltigkeit<br />
setzt. Und man ist richtig erfolgreich. 730 Mitarbeiter:innen<br />
zählt man. Natürlich hat<br />
Emprechtinger auch eine Meinung zu Austro-<br />
Design: »Österreich blickt auf eine lange Handwerkstradition<br />
zurück. Das spiegelt auch das<br />
Design wider. Tradition wird mit Moderne,<br />
Handwerk mit neuester Technologie verbunden.<br />
Dabei hat das Naturmaterial Holz einen<br />
hohen Stellenwert.«<br />
SCHÖNE GRENZÜBERSCHREITUNGEN<br />
Einen hohen Stellenwert haben Holz und<br />
Handwerk auch beim Tiroler Familienunternehmen<br />
Wetscher. 1912 als kleine Tischlerei<br />
gegründet, wusste man damals im Zillertal<br />
freilich noch nicht, dass damit der Grundstein<br />
für eines der besten Einrichtungshäuser Europas<br />
gelegt war. Die Tischlerei gibt es nach wie<br />
vor. Sie zählt zu den innovativsten des Landes<br />
und räumt regelmäßig Designpreise ab.<br />
Parallel dazu kooperiert man in den Wetscher<br />
Wohngalerien mit starken Markenpartnern<br />
aus der Designwelt. Von B&B Italia über Vitra<br />
bis hin zu Minotti oder Flexform ist alles dabei,<br />
was in der Interior-Branche einen Namen<br />
hat. »Design hat einen sehr hohen Stellenwert<br />
in unserem Unternehmen und ist gleich nach<br />
den menschlichen, familiären Werten in unserer<br />
Werteskala gereiht. Noch vor wirtschaftlichen<br />
Faktoren«, erklärt Martin Wetscher,<br />
der die Geschäfte im Familienunternehmen<br />
führt. Sein Sohn Maximilian, der die fünfte<br />
Generation repräsentiert und seit 2016 mit<br />
an Bord ist, ergänzt: »Wir sind der Meinung,<br />
dass schöne Dinge auch immer das Beste im<br />
Menschen hervorkehren können. Zudem ist<br />
der Wesenskern schöner Dinge, dass sie<br />
grenzübergreifend sind und nationale<br />
Grenzen im Kopf aufzulösen vermögen.«<br />
ZEITLOSIGKEIT<br />
Über die Grenzen hinaus denkt auch das<br />
oberösterreichische Familienunternehmen<br />
Starke Partner<br />
Martin Wetscher (M.) mit<br />
Alessandro Minotti (3. v. l.)<br />
bei einer intensiven<br />
Lagebe sprechung mit<br />
Mitarbeiter:innen.<br />
sedda. Seit 1961 werden Polstermöbel<br />
hergestellt, die neben Österreich vor allem<br />
nach Südtirol, Deutschland und die Schweiz<br />
geliefert werden. Johannes Ragailler,<br />
Enkelsohn des Firmengründers Johann<br />
Thalermaier und für Marketing und Produktentwicklung<br />
verantwortlich, weiß, welche<br />
Faktoren für langfristigen Erfolg wichtig<br />
sind: »Handwerk und Design müssen Hand<br />
in Hand gehen«, erklärt er und fügt hinzu:<br />
><br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
109
design / ÖSTERREICHISCHES DESIGN<br />
Gründer<br />
sedda-Firmengründer<br />
Hans Thalermaier. Mittlerweile<br />
werkt schon die dritte<br />
Generation im Betrieb mit.<br />
Zeitlose Qualität<br />
Beim oberösterreichischen Familienunternehmen<br />
sedda werden Polstermöbel in hoher Qualität<br />
produziert. Die Sofagarnitur »Artemis« ist ein<br />
Highlight der aktuellen Kollektion. sedda.at<br />
><br />
»Und das Design eines langlebigen<br />
Qualitätsmöbels soll über viele Jahre seine<br />
Gültigkeit haben.«<br />
Das sieht auch Katharina List-Nagl nicht<br />
weitgehend anders, setzt aber noch eines<br />
drauf: »Design bedeutet für uns mehr als<br />
Ästhetik. Es ist die perfekte Kombination<br />
aus Form, Funktionalität und technischer<br />
Zuverlässigkeit.«<br />
List-Nagl führt die Geschäfte von F/LIST,<br />
einer 1950 in Niederösterreich gegründeten<br />
Tischlerei, die heute weltweit agiert und als<br />
High-End-Manufaktur neue Luxusmaßstäbe<br />
setzt. Man zählt über 900 Mitarbeiter:innen<br />
und stattet Yachten, Privatjets und Penthouses<br />
aus. »Wer starke Wurzeln hat, kann<br />
in der ganzen Welt zu Hause sein«, lautet die<br />
zentrale Firmenphilosophie des Familienbetriebs<br />
in der dritten Generation. Aber da<br />
ist noch mehr: »Die Familie hat bei uns einen<br />
so großen Stellenwert, dass wir jedes Teammitglied<br />
auch als Teil der F/LIST-Familie<br />
sehen. Wir sind überzeugt, dass sich ein gutes<br />
Gemeinschaftsgefühl, Respekt und Wertschätzung<br />
auf die Qualität der Arbeit auswirken.<br />
Es ist das Herzblut, das den Unterschied<br />
macht.« Komponenten, die auf jedes gute<br />
Design zutreffen und eine transnationale<br />
Angelegenheit sind.<br />
High End<br />
Star-Designstudio Carbone Interior hat es<br />
entworfen, F/LIST umgesetzt – das »Grand Hotel<br />
Quellenhof« im Schweizer Bad Ragaz. Luxus und<br />
Eleganz treffen hier auf Klassik und Zeitgeist.<br />
f-list.at<br />
<<br />
Management-Board<br />
Seit 1950 gibt es das Unternehmen F/LIST. In sieben<br />
Jahrzehnten avancierte man zum Global Player am<br />
Luxusmarkt. Aktuell managen Andreas Aigner (COO),<br />
Katharina List-Nagl (CEO), Werner Kartner (CCO),<br />
Michael Groiss (CFO; v. l.) den Erfolg.<br />
Fotos: © Arno Greiner, © Sedda, © F/LIST, Mathias Kniepeiss<br />
110 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Photography Max Rommel. Art Work Arthur Arbesser.<br />
mAk<br />
iNgTHE<br />
Differ<br />
encE<br />
ANDES by Luca Nichetto.<br />
www.wittmann.at
design / SISLEY<br />
In seinem Element<br />
Sisley-CEO Philippe d’Ornano<br />
hat das richtige Gespür, für<br />
jeden Store das passende<br />
Interior-Konzept zu kreieren.<br />
Couchtisch: Krystyna Dwernicka.<br />
Teppich »Sunburst« von<br />
Wendy Morrison.<br />
sisley-paris.com<br />
INNOVATION UND<br />
DESIGN BEI SISLEY<br />
In einer von Damen dominierten Branche zu arbeiten, ist für einen Mann nicht einfach,<br />
meint man. Nicht so für Sisley-CEO Philippe d’Ornano. Als Sohn des Gründers führt er das<br />
Beauty-Imperium erfolgreich fort, setzt auf Weiterentwicklung und hat jüngst in Wien die<br />
erste »Maison Sisley« eröffnet. Der <strong>LIVING</strong>-Lokalaugenschein. TEXT ANGELIKA ROSAM<br />
Fotos: Stefan Gergely, Angelika Rosam<br />
112 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Lippenbekenntnis<br />
Auch das dekorative Angebot<br />
der Beauty-Marke hat sich<br />
bereits durchgesetzt. Je nach<br />
Wunsch wird das passende<br />
Make-up gezaubert.<br />
Qualität setzt sich durch<br />
Seit 1976 wird man mit den<br />
innovativen Sisley-Produkten<br />
verwöhnt. Jahr für Jahr<br />
kommen neue Kassenschlager<br />
hinzu.<br />
Die Schönheit ist bei Sisley tief verwurzelt.<br />
Im Jahre 1976 von Hubert<br />
d’Ornano und seiner Gattin Isabelle<br />
gegründet, wuchs das französische<br />
Kosmetikunternehmen von Jahr zu Jahr –<br />
durch ein selektives Vertriebsnetz und einen<br />
hohen Anspruch für qualitative Produkte.<br />
Auch in Wien ist Sisley zu Hause, nun aber<br />
sogar mit einem eigenen, luxuriösen Salon:<br />
Die »Maison Sisley« öffnete jüngst ihre<br />
Pforten in der Wiener City und verspricht ob<br />
seines einladenden Designs und des vielseitigen<br />
Angebots, ein besonderer Beauty-Hotspot<br />
zu werden. »Sehen Sie«, so der Sohn,<br />
Philippe d’Ornano, zu <strong>LIVING</strong>, »wir haben<br />
hier einen Ort geschaffen, der nicht nur zur<br />
maximalen Entspannung dienen soll,<br />
sondern wo unsere Designphilosophie mit<br />
Kunst und unserer Familiengeschichte in das<br />
Shopkonzept integriert werden«, erklärt uns<br />
der sympathische Sisley-CEO, der eigens für<br />
das Opening-Event Ende September nach<br />
Wien angereist war.<br />
Wir sehen uns genau um. Die »Maison<br />
Sisley« ist in der Tat wie ein Townhouse.<br />
Während es sich im Eingangsbereich wie ein<br />
vielversprechender Beauty-Tempel mit einem<br />
großen Angebot an Schönheitsanwedungen<br />
anfühlt und auch ist, so wird es im zweiten<br />
Stock persönlich und gemütlich. Eine Wandmalerei<br />
mit Wald- und Landschaftsmotiven<br />
vermittelt Wohlfühlfaktor pur, das Interior,<br />
><br />
Gelungen<br />
Im ersten Bezirk eröffnete jüngst<br />
die erste »Maison Sisley«. Das<br />
Design ist einladend,<br />
chic und clean.<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
113
design / SISLEY<br />
><br />
mit warmen Farben und einem geschmackvollen<br />
Mustermix als stilvolle Einheit<br />
kreiert, lädt ein, länger zu verweilen.<br />
»Jede unserer Maisons«, so d’Ornano, und<br />
davon gibt es jetzt schon einige, weitere sind<br />
in Planung, »ist in einem anderen Stil konzipiert.<br />
Wir haben keine weltweit idente CI, so<br />
wie viele andere Unternehmen. Wir passen<br />
uns der Umgebung an und versuchen, unsere<br />
Identität mit jener der wichtigsten Charakteristika<br />
und Merkmale der Stadt zu vereinen,<br />
wo wir eine neue Maison eröffnen.«<br />
TALENT IN DIE WIEGE GELEGT<br />
Gerne gibt er zu, dass seine Mutter, Isabelle<br />
d’Ornano, eine angesehene Stilikone in Paris,<br />
bei der Entscheidungsfindung das Wort hat.<br />
»Meine Mutter hat stets das richtige Gespür,<br />
welche Elemente sie wie und wo integriert,<br />
ich vertraue ihr blind«, schmunzelt er und<br />
lässt ohne Zweifel erkennen, dass für ihn die<br />
Beauty-Branche wie maßgeschneidert ist. Er<br />
ist charmant, strahlt Luxus aus und ist bei der<br />
täglichen Pflegeroutine selbst das beste<br />
Aushängeschild seiner Produkte. Und das<br />
kommt nicht von ungefähr. Bereits der<br />
Großvater väterlicherseits, Guillaume<br />
d’Ornano, hatte sich der Beauty-Branche<br />
verschrieben, war 1935 Mitbegründer von<br />
Lancôme, lancierte die Parfummarke Jean<br />
d’Albret und das Hautpflegeunternehmen<br />
Orlane. »Wir leben und atmen diese Welt«,<br />
so Philippe, der kürzlich seiner Tochter die<br />
Leitung des Kreativstudios übergab.<br />
Ein Familienunternehmen kann durchaus<br />
kompliziert sein, meint er, dennoch führte<br />
die Arbeit den Clan immer wieder zusammen.<br />
Und der Erfolg gibt ihm recht: In über<br />
100 Ländern wird die Marke Sisley vertrieben,<br />
mit 31 Vertriebsniederlassungen und<br />
knapp 7.700 Verkaufsstellen. Graf Hubert,<br />
der 2015 verstarb, wäre stolz auf die Weiterentwicklung<br />
gewesen: »Was ich an meinem<br />
Vater am meisten bewundert habe, war<br />
seine enorme Energie. Er war ein Macher.<br />
Während andere immer nur nachdachten,<br />
setzte mein Vater Gedanken in Taten um.<br />
Und das versuche ich, so gut es geht, in<br />
meinen Charakter einzubauen.«<br />
<<br />
Quelle der Poesie und Farbe<br />
Diese fröhlich-beeindruckende<br />
Lampe im Store wurde von<br />
Elzbieta Radziwiłł entworfen.<br />
Wohlfühloase<br />
Die Beauty-Kabinen versprechen bestmögliche Behandlungen<br />
in bestmöglichem Ambiente. Die Wände<br />
sind mit der Tapete »Les Cellules« drapiert, die 1910<br />
von Jacques-Émile Ruhlmann entworfen wurde. Sie<br />
wurde nach Isabelle d’Ornanos Idee umgestaltet.<br />
<strong>LIVING</strong>-Beauty-Talk<br />
Zum Wiener Opening reiste<br />
Philippe d’Ornano an und stellte<br />
die neue Maison vor. <strong>LIVING</strong>-<br />
Herausgeberin Angelika Rosam<br />
traf den CEO zum Gespräch.<br />
Fotos: Stefan Gergely, Angelika Rosam<br />
114 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
RESPONSIBLE<br />
HOME DES<br />
MONATS<br />
TIMBER*LAA<br />
NATÜRLICH LEBEN UND WOHNEN<br />
1100 WIEN, KLEDERINGER STRASSE<br />
-<br />
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-<br />
-<br />
Bauen mit Holz: Seinerzeit Tradition – heute der Hightech Werkstoff für<br />
ökologisches, energetisches und ressourcenschonendes Bauen<br />
75% weniger Kohlenstoffemissionen durch die Verwendung von Holz als<br />
nachwachsender Rohstoff<br />
38 freifinanzierte Wohneinheiten mit 2 bis 4 Zimmern<br />
großzügige Freiflächen, private Eigengärten und Urban Gardening Beete<br />
PKW-Stellplätze in der hauseigenen Tiefgarage<br />
Stadtleben mit Landgenuss – erholsam, vielseitiger Freizeitspaß, viel Natur<br />
gute Verkehrsanbindung – U1-Station Oberlaa 10 Minuten entfernt<br />
Gesundes Raumklima, erholsamer und besser schlafen<br />
weniger Betriebskosten – smartes Heizsystem mittels Luftwärmepumpen<br />
und Stromerzeugung mit der gemeinschaftlichen Photovoltaikanlage<br />
„<br />
Roland Pichler,<br />
Geschäftsführer<br />
DIE WOHNKOMPANIE<br />
Verantwortungsvolles Bauen heißt,<br />
mit Vernunft jeden einzelnen Baustoff<br />
sorgsam auszuwählen.<br />
Wir freuen uns mit unserem ersten<br />
Holzmassivbau TIMBER*LAA für<br />
eine nachhaltige Lebensqualität im<br />
Kreislauf der Natur zu sorgen.<br />
Mehr Infos zum Projekt<br />
finden Sie hier:<br />
findmyhome.at/timberlaa
design / INTERVIEW<br />
DESIGN ZWISCHEN<br />
PRÄZISION UND POESIE<br />
Alfredo Häberli, Industriedesigner mit argentinischen Wurzeln,<br />
macht »am liebsten Dinge, die man täglich in der Hand hat«.<br />
Worauf es beim Arbeiten ankommt und für wen er am<br />
liebsten entwirft, erzählte er im <strong>LIVING</strong>-Interview.<br />
INTERVIEW FLORENTINA WELLEY<br />
Alfredo Häberli achtet auf das<br />
Notwendige. Vorzugsweise in<br />
smarte Workwear gekleidet, merkt<br />
man gleich, dass der Designer auf<br />
Industriestil setzt – was auch seine Entwürfe<br />
widerspiegeln. Da ist kein Schnörkel, keine<br />
irritierende Ablenkung, sein Design spricht<br />
eine klare, globale Sprache. Jetzt interpretierte<br />
er eine Rado-Uhrenikone neu. Kurz<br />
davor entwarf er ein Sofasystem und zurzeit<br />
forscht er an der Entwicklung eines Golfschlägers:<br />
aus Carbon.<br />
<strong>LIVING</strong> Sie haben argentinische Wurzeln,<br />
leben in der Schweiz. Spielen diese beiden<br />
Lebenswelten in Ihrer Arbeit mit?<br />
ALFREDO HÄBERLI Ja, die Poesie, das Unbeschreibliche,<br />
die Intuition, nicht in Worte<br />
fassen zu können, bestimmt meine argentinische<br />
Seite. Die Präzision, das Analytische,<br />
Forschende, Erfinderische stammen aus dem<br />
Studium und der Schweiz. Darum bewege ich<br />
mich zwischen Präzision und Poesie.<br />
Wie sind Sie an das Uhren-Redesign der<br />
»DiaStar Original 60-Year Anniversary«-<br />
Edition von Rado herangegangen?<br />
Erst einmal denke ich, wenn ich ikonische<br />
Modelle redesigne, dass ich alles falsch<br />
machen könnte. Dann versucht man,<br />
Geometrie zu verstehen und sie ins Heute<br />
zu bringen. Ich habe die Form schlanker<br />
und eleganter gemacht, auch die<br />
Farbe. Dann überlegte ich mir eine<br />
grafische Lösung für den Tagesanzeiger,<br />
damit sie global verständlich ist.<br />
Sie haben vor der Pandemie ein<br />
modulares Sofasystem entworfen.<br />
Geht es beim Entwurf eher<br />
um Komfort oder um Funktion?<br />
Das Ziel war für mich die<br />
Redesign<br />
»DiaStar Original 60-Year Anniversary«-<br />
Edition x Alfredo Häberli mit<br />
Milanaiseband aus Edelstahlgeflecht und<br />
Tagesanzeiger mit Leuchtmasse.<br />
rado.com<br />
Alfredo Häberli<br />
Der Industriedesigner trägt<br />
die Rado-»DiaStar« mit<br />
grauem Textilband.<br />
alfredo-haeberli.com<br />
Verbindung von Funktion,<br />
und darin ist Komfort unter<br />
anderem dabei. Also auf den<br />
menschlichen Körper und die<br />
daraus folgende Ergonomie zu<br />
achten. Eine Herausforderung<br />
ist es immer, Körpergrößen<br />
sind unterschiedlich. Das offene,<br />
geschwungene, weiche Rückenteil<br />
lässt ein aufrechtes oder ein<br />
entspanntes Sitzen für alle zu.<br />
Für wen und was entwerfen Sie am liebsten?<br />
Mein Slogan ist, ich arbeite nur für Menschen,<br />
die ich mag. Für Kinder entwerfe ich am<br />
liebsten, weil sie unschuldig an eine Idee<br />
herangehen.<br />
Ergonomisch<br />
Das modulare Sofasystem »Giro<br />
Soft« für Andreu World scheint<br />
im Raum zu schweben. Auch mit<br />
Beinen aus Holz erhältlich.<br />
andreuworld.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
116 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Exzellenz erfordert Disziplin, gesunden Menschenverstand<br />
und Besessenheit im Detail. Und Weitblick. Das ist<br />
die Basis jedes erfolgreichen Investments. Wir wollen<br />
Qualität Ihres Wunschhauses daher nicht nur im Sinn<br />
einer rein sachlichen Definition verstanden wissen.<br />
Dann würden wir das Ergebnis als gut empfinden, bloß<br />
weil wir heute damit zufrieden sind. Verstehen Sie uns<br />
nicht falsch: Natürlich schafft Qualität die Voraussetzung<br />
dafür, dass das Notwendige zum Vergnügen wird.<br />
Ihre ganze Wirkung offenbart sie jedoch erst über Zeit.<br />
Und zwar in jeder Hinsicht. Als perfektes Umfeld heute<br />
und als stabile Wertanlage im Lauf der Zeit.<br />
Wie bei allen Klassikern.<br />
YOUR<br />
LEGACY<br />
Eine Initiative von WUNSCHHAUS<br />
www.wunschhaus.at
design / BEAUTY-KULT<br />
KULT STÜCK<br />
Sammelstück<br />
Die weltweit auf 30 Exemplare<br />
limitierte Künstleredition ist<br />
exklusiv in Guerlain-Boutiquen<br />
erhältlich. guerlain.com<br />
DIE BLAUE STUNDE<br />
Zum 110-jährigen Jubiläum von<br />
»L’Heure Bleue« darf es schon<br />
etwas ganz Besonderes sein. In Zusammenarbeit<br />
mit dem Yves-Klein-<br />
Archiv präsentiert Guerlain das Parfum in<br />
einer exklusiven Künstleredition. Jedes der<br />
30 Exemplare wurde per Hand gefertigt und<br />
ist somit ein Einzelstück. Besonders spektakulär<br />
ist auch die Größe – im 1,5-Liter-Format<br />
kommt der unverkennbare Kultflakon mit dem<br />
»inverted heart«, der von Raymond Guerlain<br />
1912 entworfen wurde, besonders gut zur<br />
Geltung. »Umhüllt« ist er vollständig mit<br />
dem ikonischen von Yves Klein patentierten<br />
International Klein Blue (IKB) – einem tiefen,<br />
intensiven und lebendigen Ultramarinblau.<br />
Blau wie der Himmel zur »blauen Stunde«<br />
(oder, wie Jacques Guerlain es sagt, »when the<br />
night has not yet found its star«), die »L’Heure<br />
Bleue« ursprünglich inspiriert hat. So avanciert<br />
der Flakon endgültig zum Kunstwerk.<br />
Foto: © Guerlain<br />
118 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
NUR BIS 25.11.<strong>2022</strong><br />
15 €<br />
GESCHENKT *<br />
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Nicht anwendbar beim Kauf eines Geschenkgutscheins. Anbieter: LOBERON GmbH
design / HOTSPOT<br />
HOTEL CONFIDENTIAL<br />
Mitte September wurden die beiden österreichischen »Sacher«-<br />
Hotels um ein drittes bereichert. Aus dem »Astoria Resort<br />
Seefeld« wurde das »Alpin Resort Sacher Seefeld-Tirol«. Die<br />
Gäste erwartet hier gewohnte Exzellenz – typisch Sacher eben.<br />
TEXT AMELIE-CATHARINA BACHER<br />
Ambiente<br />
Im »DER MAX«-Restaurant wurde die<br />
Tiroler Stube zeitgeistig inszeniert. Bewusst<br />
wurde auf Trennwände verzichtet. Cremefarbene<br />
Stoffe und eine ausgefeilte Lichtarchitektur<br />
strahlen einladende Eleganz aus.<br />
Die Details wie Bilder und Tapeten wurden<br />
liebevoll von Elisabeth Gürtler ausgewählt.<br />
Weitläufig<br />
20.000 Quadratmeter Park,<br />
4.700 Quadratmeter Wellnessbereich<br />
und 81 Zimmer und<br />
Suiten – hier findet jeder Gast<br />
mehr als genug Platz zum Relaxen.<br />
Elegant alpin<br />
»Unverwechselbar gemütlich«<br />
lautet hier das Motto. Bereits<br />
seit 1950 ist das »Astoria<br />
Resort Seefeld« in Familienbesitz<br />
– seit 2015 unter der<br />
Führung von Elisabeth<br />
Gürtler. In den vergangenen<br />
Jahren wurde es mit Liebe<br />
zum Detail und nach den<br />
höchsten Qualitätsstandards<br />
umfangreich erweitert,<br />
umgebaut und verfeinert.<br />
Zimmer und Suiten<br />
Dank großer Glas fronten<br />
und hoher Decken sind<br />
die Zimmer und Suiten<br />
sehr hell und einladend.<br />
Natürliche Materialien<br />
wie Holz und Loden<br />
treffen hier auf hochwertigen<br />
Marmor und<br />
Hightech-Geräte.<br />
Cheers!<br />
Herrlich einladend wirkt die Hotelbar, die mit<br />
erfrischenden Drinks und einer hochwertigen<br />
Einrichtung lockt. Hier werden Klassiker ebenso<br />
serviert wie neue ausgefallene Kreationen.<br />
Wellness<br />
Für ein besonderes Entspannungserlebnis<br />
bietet das »Alpin Resort«<br />
ein Privat-Spa im großzügigen »Spa<br />
Chalet« an. Hier kann man neben<br />
privater Sauna und Dampfbad<br />
auch individuell abgestimmte<br />
Behandlungen genießen.<br />
Essen<br />
Im »Alpin Resort Sacher« wird besonders<br />
viel Wert auf Regionalität und hochwertige<br />
Produkte gelegt. Bereits zum zehnten Mal<br />
in Folge wurde das Küchenteam mit einer<br />
Gault-Millau-Haube prämiert.<br />
Alpin Resort Sacher Seefeld-Tirol<br />
Geigenbühelstraße 185, 6100 Seefeld, Österreich<br />
seefeld.sacher.com<br />
Fotos: Ing. Andreas Rottensteiner, Jan Hanser, David Johansson<br />
120 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Hawelgasse 17 | 1180 Wien<br />
Unsere Gruppe baut und entwickelt mehr als 1.000 Wohnungen im<br />
Großraum Wien, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark und Kärnten.<br />
Projektwebseite: www.parkandbloom.at<br />
home@vmfimmo.at +43 2236 370 135 www.vmfimmo.at
FÜR DEN KLIMASCHUTZ<br />
Außenliegender Sonnenschutz sperrt im Sommer die Hitze aus, im Winter hilft<br />
er beim Energiesparen. Sonnenschutzsysteme sind klar im Vorteil gegenüber<br />
Klimaanlagen, wenn es um die Nachhaltigkeit geht.<br />
W<br />
ie kann die Baubranche<br />
ihren Teil zum Erreichen<br />
der Klimaziele umfassend,<br />
schnell und erfolgreich<br />
umsetzen? Um diese Frage zu beantworten,<br />
lud Österreichs Marktführer für Sonnenund<br />
Wetterschutzsysteme, HELLA, Architekt:innen,<br />
Developer:innen und Fachpresse<br />
zum Vortrag von Prof. Amandus Samsøe<br />
Sattler, Präsident der Deutschen Gesellschaft<br />
für Nachhaltiges Bauen (DGNB e. V.), im<br />
Rahmen des ersten HELLA Architekturclubs<br />
ein. »Nachhaltigkeit ist in aller Munde und<br />
der sorgsame Umgang mit Baumaterialien<br />
und Energie stellen auch für die Architektur<br />
immer wichtiger werdende Faktoren dar.<br />
Nachhaltiges und damit einhergehendes<br />
innovatives Bauen und vor allem die<br />
Weiterverwendung bestehender Bauteile<br />
und Gebäude sind unumgänglich. Es gilt,<br />
Gestaltung und Technik eng mit einer<br />
ökologischen Bauweise zu vereinen«, so<br />
der Nachhaltigkeitsexperte und Architekt<br />
Prof. Amandus Samsøe Sattler.<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
122 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
HELLA<br />
NACHHALTIGER SONNENSCHUTZ<br />
Nachhaltigkeit gewinnt auch in der Baubranche<br />
laufend an Bedeutung und Sonnenschutz<br />
leistet hier einen unverzichtbaren Beitrag.<br />
Wir haben mit Andreas Kraler, dem ge -<br />
schäftsführenden Gesellschafter der HELLA<br />
Gruppe, gesprochen. Er führt das Familienunternehmen<br />
in dritter Generation.<br />
HELLA ist einer der führenden europäischen<br />
Anbieter für Sonnen- und Wetterschutztechnik.<br />
Wie wird der Nachhaltigkeitsgedanke<br />
in Ihrem Unternehmen gelebt?<br />
Andreas Kraler: Wir haben uns auf Premiumqualität<br />
spezialisiert und bieten Maßanfertigungen<br />
für das gesamte Sortiment an.<br />
Wir arbeiten hart daran, dass unsere Produkte<br />
ganz einfach funktionieren, digital<br />
steuerbar und langlebig sind sowie umweltschonend<br />
hergestellt werden. Zum Beispiel<br />
ist unser Mutterwerk in Abfaltersbach in<br />
Osttirol CO 2<br />
-neutral, weil wir unsere Energie<br />
über ein eigenes Wasserkraftwerk und<br />
mittels Biomasse erneuerbar erzeugen.<br />
Diese Anstrengungen honorieren unsere<br />
Partner, und das wirkt sich auch positiv<br />
auf den Auftragsstand aus. Als traditionsreiches<br />
Familienunternehmen haben wir<br />
das Thema auch ganz klar in unserer<br />
strategischen Planung verankert.<br />
Was sollte man besonders bei der Planung<br />
von nachhaltigem Sonnenschutz beachten?<br />
Intelligenter Sonnenschutz kann seine<br />
Potenziale voll entfalten, wenn er früh in<br />
die Planungsphase eingebunden ist. Es geht<br />
dabei nicht nur um Beschattung und Raumklima,<br />
sondern auch um die Führung des<br />
Tageslichts sowie um eine ästhetische<br />
Optik, die sich in das Straßenbild integriert.<br />
Sonnenschutz muss in einer nachhaltigen<br />
Stadt integraler Bestandteil von klimaeffizienten<br />
Gebäuden werden. Die Integration<br />
von digitalem Sonnenschutz ist dabei<br />
alternativlos.<br />
Stichwort digitaler Sonnenschutz. Passen<br />
Nachhaltigkeit und Digitalisierung<br />
zusammen?<br />
In unserem Fall schon! Systemischer Sonnenschutz<br />
wirkt wie eine passive Klimaanlage<br />
– ist aber viel umweltfreundlicher. Der<br />
Sonnenschutz kann ganz einfach gesteuert<br />
werden, mithilfe einer Fernbedienung, einer<br />
App oder via Sprachsteuerung. Wir haben<br />
V. l.: Andreas Kraler, geschäftsführender<br />
Gesellschafter der HELLA Gruppe, und<br />
Prof. Amandus Samsøe Sattler, Präsident<br />
der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges<br />
Bauen (DGNB e. V.), bei der Premiere des<br />
HELLA Architekturclubs in Wien.<br />
ein eigenes System entwickelt, das mit allen<br />
gängigen Smart-Home-Systemen verbunden<br />
werden kann: Dieses lässt die Sonne nur da<br />
rein, wo sie auch gewünscht ist. Sei es ein<br />
lichtdurchfluteter Raum im Winter oder ein<br />
kühles Schlafzimmer in heißen Sommernächten.<br />
Darüber hinaus helfen unsere<br />
Beschattungssysteme bei Ausstattung mit<br />
Wettersensoren mit, den Energieverbrauch<br />
zu reduzieren. Dann fordert die App den<br />
Nutzer oder die Nutzerin automatisch auf,<br />
je nach Wetterlage zu handeln, egal wo er<br />
oder sie sich gerade befindet.<br />
DER HELLA ARCHITEKTURCLUB<br />
Spannender Austausch, fesselnde<br />
Expert:innenvorträge und wertvolles<br />
Networking: Der HELLA Architekturclub<br />
wurde ins Leben gerufen, um Architekt:innen,<br />
Developer:innen und die Fachpresse zu<br />
vernetzen und neues Wissen in Hinblick auf die<br />
aktuellsten Architektur themen zu bieten. Die<br />
zweite Ausgabe des HELLA Architekturclubs<br />
findet im Oktober in Wien statt. Sie haben<br />
Interesse an einer Teilnahme? Dann wenden<br />
Sie sich bitte an marketing@hella.info.<br />
INFO<br />
www.hella.info<br />
ADVERTORIAL<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
123
<strong>LIVING</strong><br />
KULINARIK<br />
132<br />
126<br />
138<br />
BAR OHNE KEEPER<br />
So vielseitig können Hausbars<br />
sein. (S. 126)<br />
SHAKE IT, BABY<br />
Die passenden Accessoires<br />
für die Homebar. (S. 132)<br />
BESTECHEND EINFACH<br />
Diese Designs dominieren<br />
bei den Esswerkzeugen. (S. 134)<br />
BARISTAS TOOLBOX<br />
Gadgets für puren Kaffeegenuss.<br />
(S. 138)<br />
134<br />
Fotos: beigestellt
kulinarik / HOMEBARS<br />
Bar-Poesie<br />
Die Container »Tango« von<br />
Carlo Bartoli haben einen<br />
Durchmesser von 50 Zentimetern<br />
und sind in drei Höhen<br />
erhältlich. laurameroni.com<br />
Fotos: © Laurameroni, © Esigo<br />
126 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Der Trend zur Gastlichkeit macht ein fast in Vergessenheit<br />
geratenes Möbelstück jetzt zum Mittelpunkt jedes<br />
Wohnzimmers. Die vielseitigen Hausbars stehen, rollen,<br />
hängen oder lehnen an der Wand und glänzen durch raffinierte<br />
Details und luxuriöses Design. TEXT FLORENTINA WELLEY<br />
Alle kennen ihn: den guten alten<br />
Servierwagen. In den 1950er-<br />
Jahren wurde das mobile Möbelstück<br />
richtig gehypt, rollte an der<br />
Seite von Marilyn Monroe in »Das verflixte<br />
7. Jahr« und mit Grace Kelly in »Die oberen<br />
Zehntausend«. Bis in die 1970er-Jahre durfte<br />
auch eine Mini- oder Hausbar in keinem<br />
Haushalt fehlen. Meist versteckt in biederen<br />
Einbauschränken, waren die Bars mit<br />
Eierlikör, Whisky und der obligaten Flasche<br />
Wermut für einen Martini à la James Bond<br />
bestückt. Dann verschwanden die netten<br />
Trinkstationen wieder aus den Haushalten,<br />
Ausgehen war angesagt.<br />
DIE NEUEN DRINK CABINETS<br />
Dank dem neuen Bewusstsein für Hygge<br />
und Homing werden die praktischen, oft<br />
handgefertigten Möbelstücke wieder zum<br />
Gesprächsstoff. Denn gute Gastgeber:innen<br />
servieren ihren Gästen heute wieder selbst<br />
><br />
Wein-Trolley<br />
Minimalistischer Wein-Trolley<br />
»Carello« mit intelligenten<br />
Fächern von Esigo.<br />
esigo.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
127
kulinarik / HOMEBARS<br />
Sofasurfer<br />
Die »Cohen«-Bar von Longhi<br />
kann individuell aus<br />
verschiedenen Hölzern<br />
und Marmorfächern<br />
zusammengestellt werden.<br />
longhi.it<br />
><br />
Drinks aus den kostbaren Hausbars. So<br />
rollen mobile Barwagen, modern oder im<br />
Retro-Design, durch die Wohnzimmer. Fixe<br />
Standbars zeigen sich als wertvolle Designermöbel<br />
und platzsparende Wandbars als Mix<br />
zwischen Kunst und Handwerk. Auch klassische<br />
Barschränke sind wieder da. Eingebaut<br />
als praktische Verbindungselemente in Sofas<br />
oder Schränken, steht im Inneren der Drink<br />
Cabinets Ordnung im Mittelpunkt. Nur ein<br />
Merkmal der Vintage-Bars von früher hält<br />
sich bis heute: die Klappe. Sie dient als<br />
Bartisch und praktische Ablage. Wer schöne<br />
Gläser und Flaschen in den Blickpunkt<br />
rücken will, setzt auf transparente Barvitrinen,<br />
wie etwa die grazile Box »Float« aus<br />
gehärtetem Glas und satiniertem Messing<br />
von Pietro Russo für Baxter. Andere Barschränke<br />
verbergen den Inhalt hinter kunstvoll<br />
verarbeiteten Türen, wie bei Mobilfresno<br />
und SICIS. Je nach Bartyp sollte auch der<br />
Standort überlegt werden. Fixe Bars brauchen<br />
mehr Platz als eingebaute, mobile oder<br />
hängende. Und wer Wert auf eine unvergessliche<br />
Cocktail-Time zu Hause legt, wählt am<br />
besten ein kostbares Signature Piece. Wie<br />
etwa die handgefertigte »Torino«-Bar von<br />
Interior-Designer Jonathan Adler.<br />
DIE BAR ALS ART-OBJEKT<br />
»Mit einer eigenen Homebar kann man auch<br />
ein bisschen angeben«, sagt der Designer, der<br />
seinen Interior-Designs immer einen Hauch<br />
Glamour verleiht und manchmal Vintage-<br />
Modelle daruntermixt. Für den Barschrank<br />
setzte Adler kräftige Farben und dynamische<br />
Linien ein. »Ich habe meine ›Torino‹-Bar so<br />
Kupferskulptur<br />
Die aufklappbare Bar »Barista«<br />
von De Castelli punktet mit<br />
einem perfekten Innenleben.<br />
decastelli.com<br />
Fotos: © Longhi, © Decastelli, © Sicis, © Jonathan Adler, beigestellt<br />
128 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Diamantschliff<br />
Das »Diamante Cocktail<br />
Cabinet« hat Türen, die<br />
sich mittels Fernbedienung<br />
öffnen lassen.<br />
sicis.com<br />
gestaltet, dass sie als Kreuzung zwischen<br />
Kunst und Möbel, hedonistischem Design<br />
und Bequemlichkeit fungiert.« Sein Barschrank<br />
im modernen Art-déco-Stil, ergänzt<br />
durch einen Retro-Servierwagen aus Messing,<br />
dessen Tablett im selben Stil dekoriert<br />
wurde, bringt Luxus und Galeriefeeling mit<br />
sich. Wie auch der Barschrank »Mondrian«<br />
von Röthlisberger, der von Gemälden von<br />
Piet Mondrian inspiriert wurde. Der Designklassiker<br />
wurde von Designer Koni Ochsner<br />
1976 als funktionales Möbelstück für<br />
Stummer Diener<br />
Das »Valet Mixology<br />
Centre« von David<br />
Rockwell für Stellar<br />
Works lehnt lässig<br />
an der Wand.<br />
stellarworks.com<br />
Box aus Glas<br />
Die grazile Bar »Float«<br />
aus gehärtetem Glas und<br />
satiniertem Messing von<br />
Pietro Russo für Baxter<br />
hat auch integrierte<br />
LED-Leuchten.<br />
baxter.it<br />
Individualist:innen entworfen. Die hochglanzlackierte<br />
Barklappe kann als Theke<br />
verwendet werden, eine verspiegelte Basis<br />
reflektiert den Boden und lässt den Schrank<br />
optisch schweben. Auf poetische Eleganz und<br />
Einfachheit setzt wiederum die Containerbar<br />
der »Tango«-Kollektion von Bartoli Design.<br />
Die Bars bestehen aus einem Satz zylindrischer<br />
Behälter mit spiralförmigen Bändern,<br />
inspiriert von den Liegestangen der Boote am<br />
Comer See. Im Inneren sorgen kreisförmige<br />
Glasplatten mit spiegelpoliertem Stahlzubehör<br />
für Ordnung. Das mehrfarbige »Lacca«-<br />
Finish wurde exklusiv für den italienischen<br />
Möbelhersteller Laurameroni kreiert. Designer<br />
und Architekt David Rockwell lehnt hingegen<br />
sein »Valet«-Mixologie-Zentrum für Stellar<br />
Works ganz nebenbei an die Wand. Er setzte<br />
das Design des funktionalen Regal- und<br />
><br />
Signature Piece<br />
Interior-Designer<br />
Jonathan Adler macht<br />
seinen Barschrank zum<br />
luxuriösen Art-Objekt.<br />
jonathanadler.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
129
kulinarik / HOMEBARS<br />
><br />
Schranksets zeitgenössisch mit amerikanischem<br />
Nussbaum, geschwärztem Stahl und<br />
gebürstetem Messing um. Inspirieren ließ sich<br />
der New Yorker für seine Regalkollektion vom<br />
Wort »valet«, was zu Deutsch Diener:in bedeutet.<br />
Italienisches Lebensgefühl versprüht<br />
aber »Barista«, eine kompakte mobile Bar von<br />
De Castelli. Kupferstäbe mit unterschiedlichen<br />
Durchmessern verleihen dem Barschrank<br />
skulpturales Aussehen. »Barista« lässt sich wie<br />
ein Buch öffnen und gibt den Blick auf den<br />
Innenraum aus Edelstahl, in dem sich die<br />
Farben der Flaschen und Gläser spiegeln, frei.<br />
Galeriefeeling<br />
Mit dem Schrank »Mondrian« von<br />
Röthlisberger, erhältlich in limitierter<br />
Sonderausstattung mit Signatur,<br />
kommt Kunst ins Wohnzimmer.<br />
roethlisberger.ch<br />
LUXUS UND RETRO-FLAIR<br />
Rollende Drinks<br />
»rivet rocker« von bordbar<br />
ist platzsparend und<br />
erinnert an frühere Zeiten.<br />
bordbar.de<br />
Wandskulptur<br />
Die »Verona Bar« von<br />
Mobilfresno hängt an<br />
der Wand und hat ein<br />
durchdachtes Ordnungssystem<br />
im Inneren.<br />
mobilfresno.com<br />
130 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22<br />
Ein Art-Objekt ist auch das hängende<br />
» Diamante Cocktail Cabinet« von SICIS. Die<br />
Türen aus Vetrite-Glas erinnern an einen Diamantsolitär.<br />
Innenregale aus bronziertem Glas<br />
und LED-Beleuchtung sind kostbare Details.<br />
Auch die Wandbar »Verona« von Mobilfresno<br />
ist ein Kunstwerk. Der spanische Designer Paco<br />
Camús entwarf einen ausgeklügelten Barschrank<br />
aus Eiche mit Metallakzenten. Wer mit seinem<br />
Apéro direkt vom Sofa aus in den Abend starten<br />
möchte, wählt die Bar »Cohen« von Giuseppe<br />
Iasparra für Longhi. Der italienische Designer<br />
möchte, dass man sich in das edle Barfach, eingebaut<br />
am Couchende, verliebt. »Welcome on<br />
board« heißt es hingegen bei der Airline-Trolley-Edition<br />
»rivet rocker_new« aus Edelstahlblech<br />
mit Retro-Appeal von bordbar, inspiriert<br />
von der Luftfahrtlegende DC-3. Während der<br />
aerodynamische Wein-Trolley des italienischen<br />
Herstellers Esigo mit Minimalismus und<br />
praktischen Fächern punktet.<br />
<<br />
Fotos: beigestellt
Perfektion, die Sie<br />
fühlen können.<br />
Die Excellence Line von V-ZUG.<br />
Romain Grosjean, Rennfahrer
kulinarik / BAR-ACCESSOIRES<br />
Kosmisch<br />
Namensschilder<br />
waren gestern – jetzt<br />
bekommen Gäste<br />
Cocktailstäbchen mit<br />
ihrem Sternzeichen.<br />
joannabuchanan.com<br />
Alea iacta est<br />
Perfekt für den nächsten<br />
Spieleabend – das »Roll the<br />
Ice«-Set von Anthropologie.<br />
anthropologie.com<br />
SHAKE IT, BABY<br />
Gründe zum Anstoßen finden sich immer – wie gut, dass dank<br />
einer voll ausgestatteten Homebar die prickelnden Preziosen<br />
nicht weit sind. Und mit den passenden Accessoires wird nicht<br />
nur der Gaumen, sondern auch das Auge verwöhnt.<br />
Ab ins All!<br />
Mit dem »Houston«-Flaschenöffner<br />
gibt es kein Problem,<br />
sondern nur erfrischende<br />
Getränke.<br />
doiydesign.com<br />
Marmoriert<br />
Dank des praktischen Griffs<br />
kann man schnell zwischen<br />
den verschiedenen Jigger-<br />
Größen hin und her wechseln.<br />
oliverbonas.com<br />
Schräglage<br />
Gut in der Kurve liegt<br />
der »Sky«-Cocktail Shaker<br />
von Aurélien Barbry für<br />
Georg Jensen.<br />
shophorne.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
132 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Geschüttelt, nicht gerührt<br />
Zwölf Cocktailklassiker in<br />
jeweils zwölf neuen Variationen<br />
ergeben 144 köstliche<br />
Rezepte zum Ausprobieren.<br />
eu.assouline.com<br />
Edle Optik<br />
Alle Moscow-Mule-<br />
Liebhaber:innen werden mit<br />
der Tasse »Phil« ihre helle<br />
Freude haben.<br />
depot-online.at<br />
Eiskalt<br />
Eine Hommage an den griechischen<br />
Klassizismus, die auch<br />
noch die Getränke kühlt – der<br />
»Bordi Antichi«-Eiskübel.<br />
fornasetti.com<br />
Abwechslungsreich<br />
Puristisches Schwarz-Weiß<br />
trifft auf warm leuchtendes<br />
24-Karat-Gold. Der »Black<br />
Curl«-Digestifbecher ist von<br />
außen und innen ein Highlight.<br />
fuerstenberg-porzellan.com<br />
Goldig<br />
Mischen mit Stil<br />
gelingt mit dem<br />
schicken »Garrett«-<br />
Mixglas-Set von<br />
Ralph Lauren Home.<br />
amara.com<br />
Kraftpaket<br />
Der witzige<br />
»Ercolino«-<br />
Flaschenöffner<br />
von Andrea Branzi<br />
für Alessi bekommt<br />
jedes Getränk<br />
spielerisch auf.<br />
eu.alessi.com<br />
Allrounder<br />
Sieb, Zitrusmesser, Flaschenöffner,<br />
Rührer und Jigger –<br />
mit dem »Ohara Marble Bar<br />
Tool Set« ist man beinahe voll<br />
ausgestattet. cb2.com<br />
Architektonisch<br />
Diese Champagnerhülle<br />
ist eine<br />
Hommage an das<br />
New Yorker Chrysler<br />
Building und wahrlich<br />
ein Kunstwerk.<br />
artemest.com<br />
Rosige Aussichten<br />
Um unschöne Ränder auf Tischen zu vermeiden, bedarf<br />
es der passenden Untersetzer. Gut, wenn diese auch<br />
noch so hübsch sind wie die »Crystale« von Westwing.<br />
westwingnow.de<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
133
kulinarik / BESTECK<br />
In der Schwebe<br />
»Pirouette« von Ron Arad:<br />
Während die Griffe noch frei<br />
in der Luft schweben, setzen die<br />
Klingen bereits zur Landung an.<br />
superonda.de<br />
Foto: © Superonda<br />
134 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
BESTECHEND<br />
EINFACH<br />
Ein gutes Besteck muss elegant aussehen, aber auch<br />
praktisch zu handhaben sein. Während es in den Küchen<br />
beim Geschirr kreativ zugeht, dominieren bei den<br />
Esswerkzeugen die Klassiker, deren futuristischer<br />
Minimalismus erstaunlich modern bleibt. TEXT KARIN CERNY<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
135
kulinarik / BESTECK<br />
Markus Mraz erinnert sich noch<br />
genau, wie er vor rund 15 Jahren<br />
für sein Restaurant ein passendes<br />
Besteck gesucht hat. Keine einfache<br />
Aufgabe: »Ich habe lange gegoogelt, nichts hat<br />
mich angesprochen«, erzählt der Wiener<br />
Spitzenkoch. »Bis ich bei einem dänischen<br />
Anbieter auf eine futuristische Linie gestoßen<br />
bin, von der ich sofort fasziniert war.« Noch<br />
heute ist jenes Besteck, das Arne Jacobsen<br />
1956 ursprünglich für das »SAS Royal Hotel«<br />
in Kopenhagen entworfen hat, im Haubenlokal<br />
»Mraz & Sohn« im Einsatz. Mit seinen<br />
klaren Linien und seiner schlanken Form<br />
erinnert es an ein Sezierbesteck. Und passt<br />
damit ideal zum filigranen Fine Dining.<br />
SPACIGES DESIGN<br />
Man möchte mit diesem Besteck, das auch in<br />
Stanley Kubricks legendärem Sci-Fi-Film<br />
»2001: A Space Odyssey« (1968) verwendet<br />
Futurismus am Tisch<br />
Das Haubenlokal »Mraz & Sohn« setzt<br />
auf das futuristische Besteck von<br />
Arne Jacobsen aus dem Jahr 1956.<br />
georgjensen.com<br />
Goldene Zeiten<br />
Besteck in den Farben Gold und<br />
Schwarz boomt: »MetroChic d’Or«<br />
von Villeroy & Boch ist Edelstahl,<br />
vergoldet. villeroy-boch.at<br />
wurde, nicht unbedingt ein Schnitzel oder ein<br />
Gulasch verzehren – dafür eignet sich das<br />
gröbere Stelton-»EM« von Erik Magnussen<br />
viel besser. Aber in Kombination mit raffinierten<br />
Gerichten bleibt Arne Jacobsens Entwurf<br />
ein perfektes Match. Die Messer, Löffeln und<br />
Gabeln liegen nicht nur fest in der Hand, sie<br />
sind auch ein Kunstwerk für sich. Aber selbst<br />
bei diesem Designklassiker gibt es Probleme,<br />
mit denen man beim Kauf gar nicht rechnet:<br />
»Die Mokkalöffel werden mittlerweile nicht<br />
mehr produziert«, erzählt Markus Mraz.<br />
»Wir haben noch beim Hersteller direkt ein<br />
paar bekommen.« Auch bei Longsellern wie<br />
Arne Jacobsen kann man nie sicher sein, ob<br />
man Einzelteile nachbekommt. Das macht es<br />
für Restaurants schwer, gewagte Entwürfe<br />
einzusetzen. Das »Steirereck« setzt deshalb<br />
auf die traditionelle »Malmaison«-Serie des<br />
Christofle-Gedecks.<br />
FÜR DIE EWIGKEIT<br />
Und wie sieht es daheim aus? Tafelbesteck bekommt<br />
man meist bei der Hochzeit geschenkt:<br />
Man bindet sich ein Leben lang. Da ist die Ehe<br />
schon längst in die Brüche gegangen, den<br />
Messern, Gabeln und Löffeln aber bleibt man<br />
treu. Sie begleiten einen bis ins hohe Alter.<br />
Fotos: © Georg Jensen, © Villeroy-Boch, © Mono, © Designqvist<br />
136 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Zurück in die Zukunft<br />
Peter Raacke hat dieses<br />
Picknickbesteck in den<br />
1970er-Jahren entworfen.<br />
Es überzeugt durch<br />
Retro-Charme.<br />
mono.de<br />
Retro-Chic hat allerdings auch seinen<br />
Charme, wie man an den Entwürfen des<br />
deutschen Designers Peter Raacke sehen kann.<br />
Sein ikonografisches »Mono Clip« ist in seiner<br />
klobigen Art ein Kind der 1970er-Jahre.<br />
Slow Food boomt, Produkte, die aus der<br />
Gegend kommen, landen verstärkt auf unseren<br />
Tellern. Warum nicht auch beim Besteck auf<br />
Regionalität achten? Es gibt nämlich auch<br />
bahnbrechende heimische Entwürfe. Der<br />
namhafte Industriedesigner Thomas Feichtner<br />
wurde 1970 in Brasilien geboren, wuchs in<br />
Deutschland und Österreich auf, wo er mittlerweile<br />
auch wieder lebt. Sein Besteck »Fina« bei<br />
Carl Mertens aus Solingen stammt aus dem<br />
Jahr 2011 und orientiert sich an skandinavischer<br />
Klarheit. Es ist ein Besteck für alle<br />
Anlässe: markant und doch alltagstauglich.<br />
Und sicher auch in 100 Jahren noch modern.<br />
<<br />
Kaum ein Haushalt hat mehrere<br />
Bestecke zur Auswahl – sieht man<br />
von Erbstücken wie Familiensilber<br />
ab, das dann meist nur zu besonderen<br />
Anlässen herausgeholt und im Alltag durch<br />
ein praktisches Besteck ergänzt wird. Es gibt<br />
Abertausende Bücher über Designstühle,<br />
während man brauchbare Bücher über Besteckserien<br />
an einer Hand abzählen kann. Obwohl<br />
man täglich damit isst und nicht weniger<br />
Lebenszeit mit seinen Gabeln und Messern<br />
verbringt als mit einem geliebten Stuhl.<br />
Ein grundsätzliches Problem ist: Nur<br />
wenige Besteckkollektionen überleben ihr<br />
Entstehungsjahrzehnt. Sie werden schnell zu<br />
Sammelstücken, wie die Serie »WMF by Zaha<br />
Hadid«. Die Stararchitektin hat 20<strong>07</strong> ein stromlinienförmiges<br />
Besteck entworfen, mittlerweile<br />
ist es zu Höchstpreisen secondhand zu ersteigern.<br />
Ebenso kühn ist das Modell »Pirouette«<br />
von Ron Arad, ebenfalls 20<strong>07</strong>, beeinflusst von<br />
Flugzeugen: Während die Griffe noch frei in der<br />
Luft schweben, setzen die Messerklingen und<br />
Löffelmulden bereits zur Landung an. Die<br />
perfekte Balance beeindruckt nach wie vor, auch<br />
diese Serie ist ein gefragtes Sammelobjekt.<br />
Geht man nach aktuellen Trends, dann<br />
bleiben die Linien klassisch, aber die Farben<br />
ändern sich. Villeroy & Boch setzt auf Gold<br />
und Schwarz, um Glamour auf den Tisch zu<br />
zaubern. Ob einem das in zehn Jahren noch<br />
gefällt, muss jede:r für sich klären. Ein Besteck<br />
ist schließlich ein Langzeitinvestment.<br />
Heimischer Klassiker<br />
2011 hat Thomas Feichtner<br />
sein formschönes Besteck<br />
»Fina« kreiert, das zugleich<br />
sehr alltagstauglich ist.<br />
designqvist.at<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
137
kulinarik / KAFFEE-GADGETS<br />
Schwarzes Gold<br />
Frisch gemahlen<br />
können die Bohnen<br />
ihr volles Potenzial<br />
ausschöpfen. Zum<br />
Beispiel mit der<br />
elektrischen Mühle<br />
von Bodum.<br />
bodum.com<br />
Präzisionsarbeit<br />
Kaffeeexpert:innen<br />
wissen: Man misst<br />
nicht in Volumen,<br />
sondern in Gewicht. Statt<br />
des Löffels kommt daher die<br />
Waage »Pearl« von Acaia zum<br />
Einsatz. acaia.co<br />
Entschleunigend<br />
Pour-over-Kaffee hat nicht nur<br />
etwas Entspannendes an sich,<br />
sondern schmeckt auch hervorragend.<br />
Besonders hübsch:<br />
die »Quindio Vespre White«<br />
von Wolf & Miu.<br />
wolfmiu.com<br />
BARISTAS<br />
TOOLBOX<br />
Für die pure Kaffee-Perfektion bedarf es neben der<br />
richtigen Bohne auch des passenden Werkzeugs.<br />
Mit der schicken Auswahl an Gadgets, die die<br />
<strong>LIVING</strong>-Redaktion für Sie zusammengestellt hat,<br />
schmeckt der Wachmacher gleich doppelt so gut.<br />
To go<br />
Echte Liebhaber:innen<br />
wollen auch unterwegs nicht<br />
auf ihren Koffeinkick verzichten.<br />
Der »Nanopresso« von Wacaco<br />
macht es möglich.<br />
wacaco.com<br />
Schmuckstück<br />
Während man sehnsüchtig<br />
auf seinen<br />
Kaffee wartet, lenkt<br />
die hübsche<br />
Optik der Espressomaschine<br />
von AnZa<br />
ein wenig ab.<br />
anzacoffee.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
138 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
KÜCHEN<br />
MODULNOVA Flagshipstore<br />
Franz-Josefs-Kai 45, 1010 Wien<br />
Tel. +43 1 9053220 | modulnovawien.at<br />
Mo-Fr: 10:00-18:00 Uhr<br />
Sa: 10:00-16:00 Uhr<br />
ESKOLE Küchenstudio<br />
Lazarettgasse 39-41, 8020 Graz<br />
Tel. +43 316 995 427 | eskole.at<br />
Mo-Fr: 10:00-18:00 Uhr<br />
Sa: 10:00-14:00 Uhr<br />
ESKOLE Küchenstudio<br />
Salzburger Straße 205, 4030 Linz<br />
Tel. +43 732 922548 | eskole.at<br />
Mo-Fr: 10:00-18:00 Uhr<br />
Sa: 10:00-14:00 Uhr
kulinarik / ESPRESSO-TASSEN<br />
2.<br />
1.<br />
3.<br />
9.<br />
10.<br />
Oft mehrmals<br />
am Tag erweckt das<br />
»flüssige Gold« unsere<br />
Lebensgeister. Höchste Zeit also,<br />
dass es auch standesgemäß serviert<br />
wird – inklusive passender<br />
Untertasse, versteht sich.<br />
ESPRESSO<br />
LOVE<br />
4.<br />
5.<br />
7.<br />
6.<br />
8.<br />
1. Weniger ist mehr Minimalistische Einrichtung hört auch bei der Auswahl der Espressotassen nicht auf. Wie gut, dass die »Niki«-Espressotasse von Sagaform so<br />
herrlich zurückhaltend ist. debijenkorf.at 2. Einzelstück Handgefertigt in Portugal, ist jede gekaufte »Sandrine«-Tasse ein Unikat. westwingnow.de 3. Très bien Eine<br />
Hommage an die Pariser Bistros: die Espressotassen von Anthropologie bringen das Frankreich-Flair in die eigenen vier Wände. anthropologie.com 4. Edel Dank des<br />
Verzichts auf den Henkel wirkt das Set von Fürstenberg besonders filigran. fuerstenberg-porzellan.com 5. Grüne Welle Die stimmungsvollen Blumendekore der »Oriente<br />
Italiano«-Kollektion verbinden fernöstlichen Charme mit italienischer Porzellantradition. ginori1735.com 6. Erleuchtend Selbst wenn es draußen grau in grau ist, strahlt<br />
einem mit der »Solitario«-Tasse von Fornasetti bereits frühmorgens die Sonne entgegen. amara.com 7. Wachmacher Für Serax designte Sergio Herman unter anderem<br />
dieses hübsche Espresso-Set. serax.com 8. Aus anderen Sphären Außerirdisch gut schmeckt der Espresso in der »Cosmic Diner Lunar«-Tasse von Seletti. seletti.it<br />
9. Genussmomente Von klassischen amerikanischen Coffee-Shops inspiriert, kann man sich mit der »Ralph’s Coffee«-Tasse von Ralph Lauren Home das USA-Feeling nach<br />
Hause holen. ralphlauren.de 10. Goldig Die »Aegean«-Geschirrkollektion entstand in Anlehnung an die geschwungenen Linien griechisch-römischer Schätze und erinnert<br />
mit ihren 24-Karat-Gold-Details an die Pracht vergangener Zeiten. harrods.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
140 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
GAGGENAU<br />
KŌBŌ – DIE »MOCHI«-<br />
KOCHWERKSTATT<br />
Wer seine Lieblingsgerichte aus dem »Mochi«, dem »o.m.k«, der »Mochi Ramen<br />
Bar« oder der »Kikko Bā« nachkochen möchte, wird im »Mochi« KŌBŌ fündig.<br />
Eduard Dimant ist seit vielen<br />
Jahren passionierter Fan von<br />
Gaggenau und hat die Geräte<br />
auch in seiner privaten Küche.<br />
Vom Dampfbackofen über den<br />
Lavasteingrill bis zu innovativen<br />
Lüftungslösungen – Gaggenau vereint<br />
Küchengeräte mit professionellem<br />
Anspruch und ein ästhetisches Design zu<br />
einem stimmigen Gesamtkonzept.<br />
Bis zu 14 Personen haben im<br />
exklusiven KŌBŌ Kochstudio<br />
Platz und sitzen dabei, ganz nach<br />
japanischer Tradition, auf<br />
Augenhöhe mit den Köchen.<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
K<br />
ochen, Lernen und Feiern im<br />
»Mochi«-Style: Dass das KO − BO −<br />
weit mehr ist als eine Kochschule,<br />
verrät bereits der japanische<br />
Name, der übersetzt Werkstatt bedeutet. Ganz<br />
in diesem Sinne ist die neue Kochwerkstatt<br />
als Ort der Kreativität und des Austauschs<br />
gedacht. Ausgestattet ist das von der Tischlerei<br />
Prödl gestaltete Kochstudio mit hochwertigen<br />
Küchengeräten von Gaggenau – vom<br />
Dampfbackofen über die Teppanyaki-Platte<br />
bis zu edlen Weinkühlern. Für besondere<br />
Abende gibt es auch die Möglichkeit, die edle<br />
Kochwerkstatt für ein Chef’s-Table-Erlebnis<br />
in privater Atmosphäre zu buchen.<br />
Mit Gaggenau verbinden »Mochi«-<br />
Küchen chef Eddi Dimant nicht nur der<br />
gemeinsame Anspruch an exzellentes Handwerk<br />
und die Leidenschaft für kulinarische<br />
Meisterwerke: »Ich habe selbst seit vielen<br />
Jahren Gaggenau-Geräte in meiner privaten<br />
Küche im Einsatz. Die Qualität der verarbeiteten<br />
Materialien ist unvergleichlich, das<br />
Design zeitlos und die Funktionalität spürbar<br />
aus der Profiküche inspiriert. Daher freuen<br />
wir uns sehr über diese Partnerschaft.«<br />
Das »Prinzip Profiküche« hat lange Tradition<br />
bei Gaggenau. Durch die enge Zusammenarbeit<br />
mit Profiköchen können die hohen<br />
Ansprüche in private Küchen übertragen<br />
werden. Vereint mit den ästhetischen Ansprüchen<br />
privater Wohnräume macht Gaggenau<br />
mit außergewöhnlichen Küchengeräten<br />
kulinarische Exzellenz zu Hause möglich.<br />
Wie zaubert man selbst Nigiri, Sashimi<br />
und die beliebten »Mochi«-Sushi-Rolls? Und<br />
was braucht es für authentische Ramen von<br />
der Brühe bis zum Topping? Das dafür benötigte<br />
Fachwissen vermitteln Küchenchef und<br />
»Mochi«-Mitgründer Eddi Dimant und sein<br />
Team in ihren Kochkursen. In ausführlichen,<br />
mehrstündigen Masterclasses mit Eddi<br />
Dimant lernen die Teilnehmer*innen in<br />
kleiner Runde, wie man zu Hause ein ganzes<br />
»Izakaya«-Menü für Familie und Freunde<br />
zubereitet. Zusätzlich zu diesen Masterclasses<br />
gibt es auch Special Events zu besonderen<br />
Themen wie Kindheitserinnerungen aus<br />
Japan vom Culinary Chef des KO − BO − Takeshi<br />
Yoshida oder einen Kurs rund um die einzigartigen<br />
Saucen und Dressings, für die das<br />
»Mochi« besonders berühmt ist.<br />
Veranstaltet werden alle Kurse in der<br />
Ferdinandstraße 13. Die aktuellen Termine<br />
finden sich auf der KO − BO − -Website. Alle<br />
Kurse lassen sich online buchen und sind<br />
auch als Geschenkgutschein erhältlich.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter:<br />
gaggenau.com/at<br />
KŌBŌ, Ferdinandstraße 13, 1020 Wien<br />
k-o-b-o.com<br />
ADVERTORIAL<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
141
kulinarik / LOCATIONS<br />
»Philip<br />
Rachinger<br />
begeistert mich mit<br />
seiner Kreativität und<br />
Dynamik. Ein geschätzter<br />
Freund, der sowohl in der<br />
Küche als auch als<br />
Mensch immer<br />
›OIS‹ gibt!«<br />
»Eines unserer größten Erlebnisse, sowohl was Küche, Wein,<br />
Philosophie und auch die handelnden Personen betrifft!«<br />
»Mühltalhof«, Neufelden, muehltalhof.at<br />
»St. Hubertus«, St. Kassian, Südtirol, st-hubertus.it/de/<br />
AUSWÄRTS ESSEN …<br />
Wo trifft neuestes Design auf gemütliches Ambiente, Kunst<br />
auf kulinarisches Konzept? Unternehmer Johannes Artmayr<br />
verrät seine Lieblingslokale und was sie auszeichnet.<br />
»Gemüsekreationen,<br />
so<br />
vorzüglich wie<br />
kaum wo. Ein<br />
Gaumen-<br />
Highlight!«<br />
Alle Wege führen in die Küche!«, sagt<br />
Johannes Artmayr, Geschäftsführer<br />
von STRASSER Steine. »Durch<br />
mein Unternehmen setze ich mich<br />
besonders intensiv mit dem wohl wichtigsten<br />
Raum eines jeden Haushalts auseinander. Die<br />
Küche ist das Genusszentrum und dadurch<br />
ein Ort der Geselligkeit und Gemütlichkeit.«<br />
Johannes Artmayr liebt gutes Essen. Ob auf<br />
Reisen oder zu Hause – Restaurantbesuche<br />
sind für ihn und seine Frau wunderbare<br />
»Entspannungsinseln«. »Mich begeistern die<br />
scheinbar unerschöpfliche Kreativität der<br />
Köch:innen sowie die Liebe, Leidenschaft<br />
und Professionalität von den oft sehr jungen<br />
Menschen im ebenso wichtigen Servicebereich.«<br />
Ein Genussmensch durch und durch!<br />
»Rote Wand«, Lech, rotewand.com<br />
»Die<br />
eleganteste<br />
Küche im Westen<br />
Österreichs und<br />
für uns ein<br />
Fixpunkt im<br />
Skiurlaub.«<br />
Johannes Artmayr<br />
Johannes Artmayr hat<br />
vor rund 17 Jahren<br />
STRASSER Steine<br />
übernommen und das<br />
Unternehmen zum führenden<br />
Hersteller von<br />
hochwertigen Küchenarbeitsplatten<br />
in Europa<br />
entwickelt. Besonders<br />
stolz macht ihn die Weltneuheit<br />
»ALPINOVA«,<br />
die erste zu 100 Prozent<br />
recycelbare<br />
Küchenarbeitsplatte.<br />
strasser-steine.at<br />
»Eine Institution in Österreich und<br />
nicht wegzudenken aus unserem<br />
kulinarischen Jahresablauf!«<br />
»Essigbrätlein«, Nürnberg,<br />
Deutschland, essigbraetlein.de<br />
»Steirereck«, Wien, steirereck.at<br />
Fotos: Tschinkersten Fotografie, © West Werbeagentur GmbH, © Mario Riener Fotografie, Alex Moling, Simeon Johnke, © Cathrine Stukhard<br />
142 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
© ÖSW_RLP_Frame 9<br />
Q-Tower Living.<br />
Eine neue Dimension des Wohnkomforts.<br />
Q-Tower, THE MARKS, Wien 3<br />
Exklusive Eigentumswohnungen mit rund 45 bis 130 m²<br />
Großzügige Raumhöhe von 2,70 m in den Wohnräumen<br />
Hochwertige Ausstattung und individueller Freiraum<br />
Repräsentatives Foyer, begrünte Terrasse, Gemeinschaftsräume<br />
sowie Fitness- und Wellnessbereich im Haus<br />
Fertigstellung: Frühjahr 2023<br />
q-tower.at
HWB: 22 kWh/m²a; fGEE: 0,79 Unverbindliche Visualisierungen. Änderungen vorbehalten, kein Rechtsanspruch ableitbar. BUWOG / Stand Mai <strong>2022</strong><br />
KONTAKT:<br />
Klaudio Alexander Graf B.A., MLS<br />
+43 (0) 1 878 28 1214<br />
klaudio.graf@buwog.com<br />
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Dachgeschosswohnungen<br />
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<strong>LIVING</strong><br />
RESIDENCES<br />
182<br />
158<br />
Fotos: Mauritius Images/Volker Preusser, Sal Marston Photography, Gregor Hofbauer, Lukas Ilgner<br />
162<br />
188<br />
HOTELIMMOBILIEN:<br />
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Aktuelle Projekte im Fokus.<br />
(S. 158)<br />
REDUCE TO THE MAX<br />
Was Mikrowohnungen<br />
können. (S. 162)<br />
MEHR ALS NUR<br />
LANDSCHAFT<br />
Wieso das Waldviertel boomt.<br />
(S. 182)<br />
SELBER MACHEN ODER<br />
PLANEN LASSEN?<br />
Eine Architektin, eine<br />
Interior-Designerin und<br />
eine Wohnbauträgerin im<br />
Talk. (S. 188)
esidences / NEWS AM LUXUSMARKT<br />
IM OBEREN<br />
PREISSEGMENT<br />
Das Zentrum von Wien ist und bleibt erste Adresse fürs<br />
Luxuswohnen, auch wenn manche Nobel-Penthouses<br />
schon etwas länger auf die richtigen Käufer:innen warten.<br />
Denn auch bei diesen ist eine neue Generation herangewachsen:<br />
die jungen Bitcoin-Millionär:innen. TEXT MAIK NOVOTNY<br />
Grand Kinsky<br />
Mit unübertreffbarer Lage punktet<br />
dieses ursprünglich 1872 für Dominik<br />
Graf Kinsky errichtete Eckhaus in der<br />
Schellinggasse. Nach der Luxussanierung<br />
wurde es zum Grand Kinsky<br />
mit den vier neuen mehrgeschoßigen<br />
Penthouses namens »Theresia«,<br />
»Eleonora«, »Rosalie« und »Agnes«<br />
und mit zeitgemäßer Ausstattung<br />
wie Weinkeller, Pool, Fitnessclub und<br />
Digital-Concierge. grandkinsky.at<br />
Foto: © Grand Kinsky<br />
146 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
7 / 22 <strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
147
esidences / NEWS AM LUXUSMARKT<br />
Herzfeldhaus<br />
Ein imperiales Palais ist es zwar<br />
nicht, sondern einfach ein Haus,<br />
aber im ersten Bezirk sehen wir<br />
das nicht so eng, wenn die Lage<br />
stimmt. Und das tut sie bei diesem<br />
1869 errichteten Gründerzeithaus<br />
in der Fichtegasse. 18 Wohnungen<br />
von 60 bis 367 Quadratmetern<br />
sind hier im Angebot, darunter<br />
drei Penthousewohnungen.<br />
herzfeldhaus.estate<br />
Zuerst kamen die Fürst:innen. Dann<br />
kamen die Großbürger:innen. Dann<br />
kamen die Russ:innen. Wiens Innere<br />
Stadt und ihre Palais waren schon<br />
immer eine erlesene Adresse, auch wenn die<br />
Namen auf den Türschildern über die Jahrhunderte<br />
wechselten. Jetzt kommen neue<br />
dazu: die Crypto-Bros. Die wer? Zum<br />
Beispiel Eric Demuth (35), einer der drei<br />
Gründer des Kryptowährungsunternehmens<br />
Bitpanda. Dieser erwarb im April dieses<br />
Jahres gleich drei Wohnungen an der von<br />
Living Deluxe vermarkteten Topadresse<br />
Parkring 14. Kaufpreis: 19,85 Millionen Euro<br />
für insgesamt 746 Quadratmeter Nutzfläche<br />
und über 350 Quadratmeter Terrassenfläche.<br />
»Bitcoin-Millionäre investieren ihr Geld<br />
vermehrt in Immobilien«, vermeldet auch<br />
Engel & Völkers. Das heißt: Statt Pelzmänteln<br />
hängen heute also die Digital-Native-Kapperl<br />
in den edlen Garderoben der Ringstraßen-<br />
Apartments.<br />
NEUE GENERATION<br />
Ein Trend, der schon seit einer Weile zu<br />
beobachten ist, erklärt Susanne Thomanek<br />
von Living Deluxe. »Es kommt eine neue<br />
Generation von wohlhabenden, wirtschaftlich<br />
bereits sehr erfolgreichen jungen Leuten<br />
nach. Mit 30 ist der klassisch-elegante Altbau<br />
noch nicht so interessant, ein Penthouse entspricht<br />
mehr der Lebenseinstellung und den<br />
Werten dieser Generation. In diesem Alter<br />
will man etwas erleben, auch architektonisch,<br />
und sich klar von der Elterngeneration<br />
abgrenzen.«<br />
Manche suchen Terrassen mit Jacuzzi für<br />
ihre Träume von Partys über den Dächern,<br />
andere suchen Statussymbole und Diskretion<br />
oder schlicht einen Ort, um das in Hochgeschwindigkeit<br />
angewachsene Vermögen zu<br />
parken. Lagen wie der erste Bezirk in Wien<br />
»Die einzigartigen,<br />
seltenen Diamanten<br />
unter den Immobilien<br />
wird es immer geben.<br />
Das hält den Preis<br />
und den Wert stabil.«<br />
THOMAS HOPFGARTNER<br />
Geschäftsführer Living Deluxe<br />
garantieren Wertsteigerung über Jahre.<br />
Auch die Preise im Luxussegment wachsen<br />
immer noch stetig an, trotz oder wegen der<br />
Pandemie. Der Jahresbericht von Engel &<br />
Völkers <strong>2022</strong> verzeichnet eine kontinuierlich<br />
nach oben zeigende Linie, der Durchschnittspreis<br />
pro Quadratmeter im ersten Bezirk<br />
beläuft sich auf 13.656, der höchste gezahlte<br />
Preis im Jahr auf 26.003 Euro. Zwischen 2020<br />
und 2021 legte der Luxusmarkt in ganz<br />
Österreich um 31,5 Prozent zu und umfasst<br />
4,15 Milliarden Euro, wie RE/MAX in diesem<br />
Sommer berichtete. Luxuswohnungen steigen<br />
im Durchschnitt um 15,6 Prozent im Preis,<br />
Dachgeschoßwohnungen um 22,9 Prozent<br />
gegenüber dem Vorjahr.<br />
ÜBERSCHAUBARER MARKT<br />
»Der Luxusimmobilienmarkt in Österreich<br />
ist regional unterschiedlich strukturiert und<br />
auf jeden Fall überschaubar. Erstklassige<br />
Gastronomie und Gesundheitsversorgung<br />
sowie hochqualitative Kultur- und Einkaufsmöglichkeiten<br />
stehen auf der Wunschliste<br />
ganz oben. Daher sind auch im städtischen<br />
Bereich einzelne Bezirke in und um Wien<br />
Fotos: © Zoomvp, © Livingdeluxe<br />
148 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Parkring 14<br />
Für große Schlagzeilen sorgte<br />
diese Eins-a-Immobilie mit der<br />
Top-Ringstraßenadresse. Hier kam<br />
mit 32,5 Millionen Euro Wiens teuerstes<br />
Apartment auf den Markt<br />
und machte die Luxusanbieter<br />
Living Deluxe auf einen Schlag<br />
bekannt. Das große Apartment ist<br />
noch immer am Markt, drei andere<br />
sicherte sich Bitpanda-Gründer<br />
Eric Demuth. livingdeluxe.com<br />
und die Städte Innsbruck, Salzburg und<br />
Bregenz höchst begehrt und entsprechend<br />
teuer«, erklärt Bernhard Reikersdorfer,<br />
Geschäftsführer von RE/MAX Austria.<br />
Zwar ist inzwischen nahezu jedes Haus in<br />
der Inneren Stadt saniert und verwertet,<br />
doch sind immer noch ein paar Objekte im<br />
Bau und in Planung, und manche Prestige-<br />
Penthouses, wie zum Beispiel im 2019 eröffneten<br />
Grand Kinsky in der Schellinggasse<br />
oder die Luxuslofts in der ehemaligen<br />
Telegrafenzentrale am Börseplatz 1, sind<br />
><br />
Penthouse Goethehof<br />
Eine Topadresse zwischen<br />
Hofburg und Oper, die in diesem<br />
Jahr nicht weniger top wurde.<br />
Denn dieses Penthouse, das<br />
mit stattlichen 160 Quadratmetern<br />
Dachterrasse aufwartet, thront<br />
hoch über der <strong>2022</strong> unter großem<br />
Aufsehen eröffneten Heidi Horten<br />
Collection im Goethehof. Für<br />
8,2 Millionen Euro ist das von<br />
Hochkultur umzingelte Apartment<br />
zu haben. livingdeluxe.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
149
esidences / NEWS AM LUXUSMARKT<br />
><br />
noch zu haben. Auch in den Étages<br />
de Luxe am Werdertor stehen einige der<br />
Penthouse-Apartments – das größte für<br />
8,16 Millionen Euro – noch zum Verkauf.<br />
In der obersten Liftetage der Preissegmente<br />
heißt es eben oft, Geduld zu üben, bis die<br />
Käufer:innen auftauchen.<br />
»Der Luxusimmobilienmarkt in Österreich<br />
ist regional unterschiedlich strukturiert<br />
und auf jeden Fall überschaubar.«<br />
BERNHARD REIKERSDORFER Geschäftsführer RE/MAX Austria.<br />
JENSEITS DES KANALS<br />
Andere Bauträger wie Cuubuus sind an den<br />
Quartieren jenseits der Grenze des nahezu<br />
abgegrasten Ersten Bezirks unterwegs, wo<br />
noch etwas mehr Entwicklungsmöglichkeiten<br />
Das Artmann<br />
Drei Jahre stand das ehemalige<br />
Verwaltungsgebäude der Heeresverpflegung<br />
am Donaukanal leer,<br />
bis sich die Investoren von Cuubuus<br />
Architects & Developers des denkmalgeschützten<br />
Ziegelbaus annahmen.<br />
75 Eigentumswohnungen, darunter<br />
vier exklusive Penthouses, sind hier<br />
geplant. Zwar nicht mit Adresse 1010,<br />
aber mit Blick aufs Wasser und<br />
dem Augarten gleich ums Eck.<br />
das-artmann.at<br />
schlummern. Das ehemalige Heeresgebäude an<br />
der Oberen Donaustraße ist mit seiner Ziegelfassade<br />
à la Arsenal zwar kein fürstlicher<br />
Prunkbau, aber imperial ist es dennoch. Im<br />
denkmalgeschützten Altbau sowie in einem<br />
neuen Anbau sollen bis 2024 unter dem<br />
Namen »Das Artmann« 71 Wohnungen mit<br />
bis zu 288 Quadratmetern entstehen, die<br />
Kaufpreise beginnen bei rund 328.000 Euro.<br />
Dazu kommt das von vielen Interessent:innen<br />
erwartete Erster-Bezirk-Zubehör wie Gym,<br />
Guest-Lounges und Concierge-Dienst. Auf der<br />
anderen Seite der Inneren Stadt versucht »The<br />
Ambassy« am Modenapark, den Glamour des<br />
ersten Bezirks in den dritten zu transferieren,<br />
mit dem Lagebonus Botschaftsviertel. Bleibt<br />
die Frage, wie es weitergeht im Zentrum des<br />
Luxus. »Wien, die lebenswerteste Stadt der<br />
Welt, ist immer noch günstig im Vergleich zu<br />
London, Paris oder New York«, sagt Thomas<br />
Hopfgartner, Gründer von Living Deluxe. »Vor<br />
zehn Jahren hieß es in Wien schon: ›Der Plafond<br />
ist erreicht.‹ Heute sagt man: ›Hätten wir<br />
nur vor zehn Jahren gekauft!‹ Ich prognostiziere,<br />
dass es in zehn Jahren bei den richtigen<br />
Objekten genauso sein wird, weil sich die<br />
Spreu immer mehr vom Weizen trennt. Diese<br />
einzigartigen, seltenen Diamanten unter den<br />
Immobilien wird es immer geben. Das hält den<br />
Preis und den Wert stabil.«<br />
<<br />
Foto: © Das Artmann<br />
150 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
EXKLUSIVES LIFESTYLE-APARTMENT<br />
Mondsee. Direkt am Wasser.<br />
Seit vielen Generationen zieht es die Menschen an den Mondsee. Ist es die ruhige und gleichzeitig belebende<br />
Wirkung des Wassers? Sind es die zahlreichen Sportmöglichkeiten und die kulturellen Veranstaltungen? Die Traditionen<br />
und Berge und die freundlichen Bewohner? Die grossartigen Restaurants und Cafes? Das „See La Vie“ im<br />
Allgemeinen? Vielleicht alles zusammen oder ein bisschen von allem?<br />
Die Architektur ist geradlinig und modern. Mit viel Glas und Luft. Und immer im Blick: der SEE. Eine grossartige,<br />
unaufdringlich in die Landschaft eingebettete Architektur, auf einer Fläche von ca. 6.000 Quadratmetern. Mit<br />
gutdurchdachter Bepflanzung – parkähnlich mit einem kleinen Bach und viel Grün und Platz – direkt am Ufer des<br />
Mondsee.<br />
Ruhelage mit grossartigem Blick auf den See. Hauseigener Badeplatz mit Steg (Boje möglich!)<br />
Wohnfläche: ca. 155qm, Terrassenfläche: ca. 65qm, Gartenfläche: ca. 120qm<br />
Hobbyraum/Wellness: ca. 30qm, Tiefgaragenplätze: 2<br />
Wenn wir Sie für unser EXKLUSIVES Apartment direkt am Mondsee begeistern konnten, und Sie mehr darüber<br />
erfahren möchten, dann rufen Sie uns doch einfach an oder schreiben ein Mail. Wir freuen uns darauf.<br />
SELINA IMMOBILIEN & PROJEKTENTWICKLUNG GMBH<br />
+43 6232 63600 andrea.saller@selina-immobilien.at
esidences / ALTERNATIVE ENERGIEQUELLEN<br />
HÄUSER MIT RICHTIG<br />
GUTER ENERGIE<br />
Fossile Brennstoffe haben ein Ablaufdatum. Ab 2040 wird der Einsatz von Gas<br />
und Öl in der EU verboten sein. Wir haben uns schon jetzt nach Alternativen<br />
der Energieproduktion umgesehen und eine Tour de Force zu den innovativsten<br />
Leuchtturmprojekten unternommen. TEXT WOJCIECH CZAJA<br />
Denkwerkstätte, Hittisau<br />
Gestern Kuh- und Schweinestall, heute Hightech-Fabrik<br />
mit innovativem Energiekonzept. Der Strom aus der<br />
Photovoltaikanlage am Dach fließt direkt in die Produktion<br />
der LED-Leuchten. Zudem gibt es unter dem Parkplatz<br />
einen Eisspeicher, mit dem der Energieverbrauch<br />
des Gebäudes um rund 20 Prozent reduziert werden<br />
kann. georgbechterlicht.at, bechter.eu, 740.at<br />
Foto: Kurt Hoerbst<br />
152 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
7 / 22 <strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
153
esidences / ALTERNATIVE ENERGIEQUELLEN<br />
Solarer Trick<br />
An der Südseite der Denkwerkstätte<br />
befindet sich ein<br />
zwei geschoßiger Wintergarten,<br />
der nicht nur als Pausenraum,<br />
sondern auch als thermische<br />
Pufferzone dient.<br />
24 Kühe, 16 Kälber und zwölf Mutterschweine<br />
mit jeder Menge Ferkeln an<br />
den Zitzen: Das ist die Erinnerung an<br />
den ehemaligen, 1982 von seinem<br />
Vater errichteten Stall in Hittisau, Vorarlberg,<br />
in dem er sich nach der Schule einst täglich<br />
um die Tiere zu kümmern hatte. »Ich habe<br />
hier einen Teil meiner Kindheit verbracht«,<br />
sagt Architekt Georg Bechter. »Doch so sehr<br />
ich die Viecherln auch mochte, ich bin in<br />
keinster Weise nostalgisch veranlagt. Meine<br />
heutige Freude als Planender und Bauender<br />
beziehe ich lieber aus der Zukunftsvision.«<br />
In den letzten Jahren hat Bechter den Stall<br />
bis auf die tragende Holzkonstruktion demontiert<br />
und komplett umgebaut – zu einem<br />
Hybrid aus Büro, Labor, Schauraum und<br />
Lampenmanufaktur, in der er seine eigenen,<br />
von ihm entwickelten LED-Kugellämpchen<br />
produziert, für die er schon mit diversen<br />
Designpreisen ausgezeichnet wurde. Überaus<br />
innovativ ist auch das Energiekonzept, denn<br />
geheizt wird nachhaltig – mit einer Wärmepumpe,<br />
mit großflächiger Solarthermie an<br />
der Fassade sowie mit einer 33 Quadratmeter<br />
großen Photovoltaikanlage am Dach. An der<br />
Südseite der sogenannten Denkwerkstätte<br />
befindet sich ein zweigeschoßiger Wintergarten,<br />
der nicht nur ein kleines Pausencafé mit<br />
Bar und Gemeinschaftstisch beherbergt, sondern<br />
auch als thermische Pufferzone dient.<br />
Doch die größte Überraschung liegt an der<br />
Nordseite verborgen: Aus der ehemaligen<br />
Jauchegrube unter dem Parkplatz wurde ein<br />
Eisspeicher mit insgesamt 80 Kubikmetern<br />
Wasservolumen. Durch den jahreszeitbedingten<br />
Aggregatwechsel zwischen flüssig<br />
und eisförmig kann – wie bei Phase Change<br />
Materials – ein Vielfaches an Energie gespeichert<br />
werden. Quer durch den tonnenschweren<br />
Wasser- beziehungsweise Eisblock<br />
verlaufen 1.300 Laufmeter Entzugswärmetauscher,<br />
mit denen die Denkwerkstätte im<br />
»Wenn wir unseren Lebensraum<br />
erhalten wollen,<br />
werden wir unsere Lebensund<br />
Arbeitsbereiche und<br />
den Umgang mit Energie<br />
völlig neu denken müssen.«<br />
GERHARD RITTER Büro Bühel 740<br />
Sommer gekühlt und im Winter behaglich<br />
nach oben temperiert wird. Entwickelt wurde<br />
der Eisspeicher in Zusammenarbeit mit<br />
dem Energieinstitut Vorarlberg und dem<br />
Vorarlberger Haustechniker Gerhard Ritter<br />
vom technischen Büro Bühel 740.<br />
»Energie ist zu einem kostbaren Gut<br />
geworden«, sagt Ritter. »Wenn wir unseren<br />
Lebensraum erhalten wollen, werden wir<br />
unsere Lebens- und Arbeitsbereiche und den<br />
Umgang mit Energie völlig neu denken müssen.<br />
Gerade bei so einem radikalen Ansatz<br />
wie dem Eisspeicher müssen wir über den<br />
Fotos: Kurt Hoerbst, beigestellt<br />
154 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Sun Rock, Changhua, Taiwan<br />
Für den taiwanesischen Energieprovider Taipower<br />
entwickelt MVRDV dieses solare Kraftwerk, das<br />
rundum mit 4.000 Quadratmetern Photovoltaik<br />
verkleidet ist. Der Output beträgt rund eine Million<br />
Kilowattstunden pro Jahr. Im Inneren befinden sich<br />
Werkstätten und öffentliche Ausstellungsflächen.<br />
Geplante Fertigstellung: 2024. mvrdv.com,<br />
www.taipower.com.tw<br />
Tellerrand blicken. Zum Teil waren wir<br />
gezwungen, den rechtssicheren Raum zu<br />
verlassen. Nur so war die Errichtung des<br />
Eisspeichers möglich.« Das Risiko hat sich<br />
gelohnt: Allein dank dem Eisspeicher konnte<br />
der jährliche Energieverbrauch für das Produktionsgebäude<br />
um 4.000 Kilowattstunden<br />
reduziert werden. Das Projekt wurde mit<br />
dem österreichischen Staatspreis Architektur<br />
und Nachhaltigkeit 2021 ausgezeichnet.<br />
Dass die Zauberformel für nachhaltige<br />
Energie unter der Erdoberfläche verborgen<br />
liegt, kann auch der Wiener Architekt<br />
Johannes Zeininger bestätigen. Der von ihm<br />
geplante Smart-Block in Wien-Hernals ist<br />
Smart-Block Geblergasse, Wien<br />
Energiewende in der bestehenden gründerzeitlichen<br />
Stadt? Es geht! Der sogenannte „Smart-Block in<br />
Hernals ist Resultat eines Forschungsprojekts und<br />
versorgt den historischen Altbau mit geothermischer<br />
und solarthermischer Energie. Letztes Jahr wurde<br />
die innovative Sanierung mit dem österreichischen<br />
Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.<br />
zeininger.at, klimaaktiv.at<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
155
esidences / ALTERNATIVE ENERGIEQUELLEN<br />
Ortszentrum Stanz, Steiermark<br />
Die steirische Gemeinde Stanz denkt ihre Energieversorgung<br />
komplett um – mit einem ehrenamtlichen<br />
Taxisystem mit E-Cars, mit einem neu errichteten<br />
Biomasse-Heizkraftwerk sowie mit der Einführung<br />
von Energy-Tokens und einem eigenen E-kWh-Konto<br />
für jede:n Bürger:in. Das Projekt wird vom EU-Projekt<br />
Ecolise unterstützt. Im Bild: Passivholzwohnhaus<br />
im Ortszentrum von Nussmüller Architekten.<br />
stanz.at, ecolise.eu, nussmueller.at<br />
insgesamt 18 Liegenschaften erstreckt.«<br />
Einige Haustechnikelemente sind so konzipiert<br />
und dimensioniert, dass sie in Zukunft<br />
wie ein Lego-System schrittweise erweitert<br />
werden können. Zeininger: »Ich sehe dieses<br />
Projekt als Best-Practice-Beispiel, wie wir<br />
den gründerzeitlichen Baubestand in Wien<br />
fürs 21. Jahrhundert fit machen können,<br />
denn die Klimawende entscheidet sich in der<br />
bestehenden Stadt. Wir müssen dringend<br />
umdenken. Mit dem bisherigen Energiediktat<br />
von Gas und Öl wird es nicht gehen.«<br />
<<br />
><br />
Resultat eines jahrelangen Forschungsprojekts<br />
für den wohnfonds_wien sowie für<br />
den Klima- und Energiefonds, das sich mit<br />
der Frage beschäftigte, wie die gründerzeitliche<br />
Stadt klimafit gemacht werden kann.<br />
Unter dem Grundstück befinden sich<br />
18 Bohrungen, die 110 Meter in die Tiefe<br />
reichen und den gründerzeitlichen Bau im<br />
Winter mit Wärme versorgen. Im Sommer<br />
wiederum dient die geothermische Anlage<br />
als Erdspeicher, in dem bis zum Einbruch des<br />
kommenden Winters die Wärme aus den<br />
Solarkollektoren zwischengelagert werden<br />
kann.<br />
»Drei weitere Grundstückseigentümer<br />
überlegen bereits, sich dem Projekt anzuschließen«,<br />
erzählt der Architekt. »Unser<br />
mittelfristiges Ziel ist ein lokales Anergienetz,<br />
das sich über den gesamten Häuserblock mit<br />
Dutch Windwheel, Rotterdam<br />
Was wäre Holland ohne seine Windräder! Doepel Strijkers<br />
Architects planen nun ein völlig neu gedachtes Windrad<br />
mit 174 Meter Höhe: Im Gebäudeloch wird ein elektrisches<br />
Feld aufgebaut und mit Wasserdampf besprüht. Die positiv<br />
aufgeladen Moleküle werden vom Wind verdrängt und<br />
hinterlassen im System eine negative Spannung, die direkt<br />
ins Netz gespeist werden kann. dutchwindwheel.com,<br />
doepelstrijkers.com<br />
Fotos: Kurt hoerbst, beigestellt<br />
156 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
jpi.at<br />
WOHNEN<br />
ZWISCHEN<br />
STADT UND<br />
GRÜN.<br />
STOCK IM WEG<br />
1130 WIEN<br />
Exklusive Eigentumswohnungen,<br />
45 – 150 m 2<br />
Es grünt so grün in den 41 nach<br />
besonderen Nachhaltigkeits-Standards<br />
neu errichteten Wohnungen<br />
im Herzen von Hietzing.<br />
Das ist der perfekte Wohnsitz für alle,<br />
die das Pulsieren der Stadt und<br />
die Ruhe der Natur gleichsam lieben.<br />
Jetzt entdecken auf<br />
jpi.at/stock-im-weg<br />
office@jpi.at<br />
→ +43 1 596 60 20
esidences / HOTELS<br />
Volle Kraft voraus!<br />
Im Dezember eröffnet das Familienhotel<br />
Falkensteiner »Montafon«,<br />
ein Best-Practice-Beispiel, wenn es<br />
um erneuerbare Energie geht.<br />
falkensteiner.com<br />
Fotos: Falkensteiner Montafon Mountain Resort, Werner Streitfelder<br />
158 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Covid stoppte schlagartig das Hotelbusiness. Mutige<br />
Eigentümer:innen haben aber nicht w. o. gegeben,<br />
sondern in der Krise kräftig investiert und jetzt die richtigen<br />
Produkte parat. Die Assetklasse Hotels ist wieder sexy!<br />
TEXT HEIMO ROLLETT<br />
Die Lage könnte besser nicht sein. Im<br />
historischen Palais am Bauernmarkt 1,<br />
nur wenige Schritte vom Wiener<br />
Stephansdom entfernt, hat im April<br />
dieses Jahres ein buntes Gesamtkunstwerk<br />
eröffnet. Justament ein Hotel! Und das nach<br />
dieser Pandemie – wie passt denn das zusammen?<br />
»Wir glauben an die Hotellerie, vor allem<br />
an Boutiquehäuser mit einzigartigen Konzepten«,<br />
bestätigt Martin Lenikus, Eigentümer<br />
und Entwickler des »The Leo Grand«. Gespart<br />
hat man hier nicht, weder mit Ideen noch an<br />
Qualität. Sämtliche Möbel wurden selbst entworfen,<br />
die Muster für Tapeten und Teppiche<br />
ebenso. Alles referenziert irgendwie auf Kaiser<br />
Leopold I. und auf die schrill-opulent barocke<br />
Zeit damals. Das Betthaupt zitiert beispielsweise<br />
die Habsburgerlippe, am Teppich liegt<br />
uns »Leos« Erzfeind Ludwig XIV. zu Füßen.<br />
So geht es dahin durch das ganze Haus, eine<br />
Entdeckungsreise, die das Historische mit<br />
einem Augenzwinkern zwanglos in die Jetztzeit<br />
holt. Die Dots-Gruppe führt diese Idee im<br />
Restaurant und in der Bar konsequent weiter,<br />
der Schanigarten steht auf der von Lenikus<br />
initiierten und großteils auch bezahlten Begegnungs-<br />
und Fußgängerzone rund um das Haus.<br />
EIN ORDENTLICHES STATT DREI GARNI<br />
»Trotz der Phase des Umbruchs, der 2020<br />
durch die Pandemie ausgelöst wurde, hat sich<br />
die Assetklasse Hotel sehr gut erholt«, meint<br />
Markus Arnold, dessen Unternehmen kürzlich<br />
sogar eine eigene Hospitality-Abteilung zur<br />
Vermittlung von Hotelinvestments gegründet<br />
hat. Auffällig ist dennoch, dass die Häuser viel<br />
genauer an die Zielgruppen angepasst werden.<br />
Während sich das »Leo Grand« im absoluten<br />
Premiumbereich bewegt, spricht eine andere<br />
Neueröffnung hippe Individualtourist:innen<br />
><br />
»The Leo Grand«<br />
Das wohl mutigste Hotel Wiens – hier werden<br />
Kontraste gefeiert, Historisches trifft auf moderne<br />
Kunst, Luxus auf Lässigkeit. Die Muster und Möbel<br />
wurden von Gabriele Lenikus selbst entworfen.<br />
theleogrand.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
159
esidences / HOTELS<br />
»Gilbert«<br />
BWM Architekten gestalteten<br />
das Interieur des »Gilbert«<br />
und schufen an der Stelle des<br />
alten Hotels garni ein junges,<br />
urbanes Ambiente.<br />
hotel-gilbert.at<br />
Living-Apartments. 120 Millionen Euro nimmt<br />
Falkensteiner dafür in die Hand. Dass Hotels<br />
bei Investor:innen – auch bei privaten – beliebt<br />
sind, merkt der Konzern übrigens anhand<br />
seines Crowdinvesting-Engagements. In<br />
mittlerweile acht Durchgängen wurden rund<br />
2,3 Mil lionen Euro als ergänzende Finanzierung<br />
aufgestellt. Auch nicht schlecht: Rund<br />
zwei Drittel der Anleger:innen wählen eine<br />
erlebbare Rendite in Form von Urlaubsgutscheinen<br />
(Rendite-Wert sechs bis 6,5 Prozent).<br />
MORE TO COME<br />
> »Trotz der Phase des Umbruchs,<br />
der 2020 durch die<br />
Pandemie ausgelöst wurde,<br />
hat sich die Assetklasse<br />
Hotel sehr gut erholt.«<br />
und Young Professionals an. Dabei hatte<br />
die Eigentümerfamilie des »Hotel Gilbert« vor<br />
gar nicht allzu langer Zeit noch drei Hotels.<br />
Zwei verkaufte sie noch vor dem Corona-<br />
Wahnsinn, wie der Besitzer Jörg Kleindienst-<br />
Giendl erzählt. Statt drei Hotels garnis gibt es<br />
nun ein flottes Haus mit 57 Zimmern hinter<br />
dem Wiener MuseumsQuartier, das alle<br />
Stückerl spielt. »Die Lage ist zu gut, um etwas<br />
anderes zu machen oder nur ein Budgethotel<br />
hinzustellen. Wir haben ein Produkt, das<br />
die anderen drei wettmachen muss«, so<br />
Kleindienst-Giendl.<br />
Während Konzerne wie UBM sofort auf die<br />
Stopptaste bei Hotels gedrückt haben, kam das<br />
für andere Player nicht in rage. Beispiel: die<br />
Falkensteiner-Gruppe. Durch ihre mit dem<br />
Auto erreichbaren Destinationen in der Pandemie<br />
ohnehin schon stark im Vorteil, macht sie<br />
ungetrübt weiter. Das neueste Projekt liegt am<br />
Gardasee und umfasst ein Fünf-Sterne-Hotel<br />
mit 95 Zimmern und 150 bis 180 Premium-<br />
»Le Fonti di Salò«<br />
Am Grundstück einer alten Mineral wasserfabrik in Salò,<br />
einer kleinen Stadt am westlichen Ufer des Gardasees,<br />
entwickelt die Falkensteiner Michaeler Tourism Group ein<br />
neues Megaprojekt. Die Eröffnung ist für 2025 vorgesehen.<br />
fmtg.com<br />
MARKUS ARNOLD CEO Arnold Investments<br />
Das große Hotelsterben ist also ausgeblieben.<br />
Im Gegenteil, die Investor:innen haben offensichtlich<br />
großen Appetit auf diese Immobilienart.<br />
Arnold: »2020 wurde bei Hotel investments<br />
noch ein Rückgang verzeichnet, der 2021 mit<br />
einer Verdoppelung des Marktvolumens<br />
weitgehend kompensiert wurde. Aller Wahrscheinlichkeit<br />
nach wird spätestens 2023 eine<br />
ähnlich gute Performance wie im starken Jahr<br />
2019 erwartet.« Martin Lenikus bestätigt, dass<br />
das »The Leo Grand« nicht das letzte Hotel<br />
seiner Gruppe sein wird. Ein paar Meter weiter,<br />
am Bauernmarkt 9, bastelt das Team schon<br />
wieder an einem neuen Konzept. <<br />
Fotos: Gregor Hofbauer, Falkensteiner Resorts<br />
160 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
ZENTRUMSNAH – ZUKUNFTSORIENTIERT – LEBENSWERT<br />
www.link-city.at<br />
Ein Projekt der
esidences / MICRO HOMES<br />
REDUCE<br />
TO THE MAX<br />
Lifestylig<br />
Mobil, reduziert, günstig: Lifestyles<br />
begünstigen den Trend, auf kleinstem Raum<br />
zu wohnen. Aus dem österreichischen<br />
Wohnwagon sind mittlerweile ganze<br />
Modulhäuser als Produkt entstanden.<br />
wohnwagon.at<br />
Fotos: © Wohnwagon<br />
162 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Alternative Wohnideen sind gefragt. Mikrowohnungen zählen<br />
zu den Antworten. Sinn machen sie allerdings nur, wenn die<br />
Konzepte gut durchdacht sind und es Zusatzangebote an<br />
Flächen und Services gibt. Viele Anbieter:innen konzentrieren<br />
sich daher auf eindeutige Zielgruppen. Gut so! TEXT HEIMO ROLLETT<br />
Drei wesentliche Gründe gibt es für<br />
den Trend des Micro Living. Erstens<br />
gibt es immer mehr Einpersonenhaushalte.<br />
Zweitens gibt man sich in<br />
einer Gesellschaft des Überflusses gerne mit<br />
dem Wesentlichen zufrieden. Ausmisten ist<br />
angesagt, teilen statt besitzen, weniger ist<br />
mehr. Der Wohnwagon ist eine Reaktion<br />
darauf – auch auf den weiteren Trend, mobil<br />
zu bleiben. Der dritte Punkt ist banal: Kleinere<br />
Flächen kosten weniger Miete.<br />
GÜNSTIGER, WENNGLEICH TEURER<br />
»Bei der Wohnungssuche sind in der Regel die<br />
monatliche Gesamtbelastung und der absolute<br />
Kaufpreis einer Wohnung die wichtigsten<br />
Kennzahlen, wobei sensible Schwellenwerte zu<br />
berücksichtigen sind«, weiß Karina Schunker,<br />
Geschäftsführerin von EHL Wohnen.<br />
Wohnungen mit kleineren Flächen sind damit<br />
in Summe leistbarer im Vergleich zu größeren<br />
Einheiten. Auf die Quadratmeterfläche kalkuliert,<br />
seien kleinere Apartments jedoch tendenziell<br />
teurer, was beispielsweise auf höhere<br />
Herstellungskosten zurückzuführen ist. Aber<br />
»Auf einer begrenzten<br />
Fläche mehr Wohneinheiten<br />
und damit weiteren benötigten<br />
Wohnraum zu schaffen,<br />
ist mit sozial-ökologischen<br />
Gedanken verbunden.«<br />
KARINA SCHUNKER EHL Wohnen<br />
auch, weil sie mehr können, was am Trend des<br />
Co-Livings deutlich wird. Hier wird überhaupt<br />
nur in kleinsten Zimmern oder Miniapartments<br />
gewohnt, gelebt wird in den Gemeinschaftsräumen<br />
und gearbeitet oftmals auch in<br />
den angeschlossenen – mitunter exklusiven –<br />
Co-Working-Flächen. »Was wir allgemein<br />
wahrgenommen haben, ist, dass Gemeinschaftsräume<br />
besonders durch eine jüngere<br />
Bewohnerschaft sehr geschätzt und genutzt<br />
werden. Allen voran eingerichtete Co-Working-Spaces<br />
mit Internet«, erzählt Schunker.<br />
Das ist auch die Gruppe jener, die als digitale<br />
Nomad:innen oder einfach nur als modern<br />
Arbeitende mal hier ein Projekt betreuen, dann<br />
mit einem anderen Team in einer anderen<br />
Stadt den nächsten Job erledigen. Da stört eine<br />
große Wohnung, um die man sich kümmern<br />
muss, nur. Marken wie Zoku bieten ein Zuhause<br />
auf Zeit, hochmoderne und entspannte<br />
Arbeitsplätze im selben Haus und eine richtig<br />
gut betreute Gemeinschaft. Die Community-<br />
Manager sind dabei Kumpels und Helfer:innen<br />
– selbst wenn es darum geht, vielleicht<br />
doch eine Wohnung in der Stadt zu finden.<br />
JUNG UND ALT<br />
Zwei weitere Gruppen bieten sich perfekt für<br />
das Leben auf wenig Raum an: Student:innen<br />
und Senior:innen. Erstere werden von mittlerweile<br />
vielen internationalen Anbieter:innen<br />
gelockt, zu einem meist stattlichen Pauschalpreis<br />
bekommen sie die Räume und die komplette<br />
Infrastruktur – also z. B. Internet,<br />
Reini gung, Fitnesscenter, Aktivitätsprogramm<br />
und (jetzt besonders spannend) die Betriebskosten.<br />
Ein 16 Quadratmeter großes Studio bei<br />
District Living im Wiener DC Tower 3 kostet<br />
da schon um die 800 Euro Miete pro Monat.<br />
Eine ähnlich gute Aussicht verspricht Youniq<br />
Living im TrIIIple. Nicht so hoch gebaut, dafür<br />
gleich neben der Wiener Wirtschaftsuni liegt<br />
das Milestone. Sie alle haben das gleiche<br />
Geschäftsmodell: Die Immobilien werden<br />
entwickelt und dann mit dem Konzept des<br />
studentischen Mikrowohnens an eine:n<br />
><br />
Natürlich<br />
Anders als die urbanen Konzepte zielt<br />
der Wohnwagon darauf ab, autark in der<br />
Natur zu wohnen, zu entschleunigen.<br />
In Zeiten von Remote Work geht das<br />
auch immer leichter. wohnwagon.at<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
163
esidences / MICRO HOMES<br />
International<br />
In Wien bespielt die Marke TSH ein<br />
von S+B entwickeltes Haus am Tabor.<br />
Hier wohnen Student:innen, Langzeitmieter:innen<br />
und Hotelgäste unter einem<br />
Dach und mit zahlreichen Extras. TSH<br />
betreibt 15 Häuser quer durch Europa.<br />
thestudenthotel.com<br />
Fotos: Sal Marston Photography, Alba Gine, www.ewout.tv, Manfred Sodia Photography<br />
><br />
Investor:in verkauft. Das klappt derzeit<br />
noch recht gut, der Berater Savills mahnt aber<br />
zur Vorsicht und führt die Digitalisierung der<br />
Lehre und die allgemeine Trendumkehr des<br />
Investmentzyklus ins Treffen.<br />
Demografisch abgesichert ist hingegen<br />
die Überalterung unserer Gesellschaft. Hier<br />
hinken wir in Österreich brutal hinterher,<br />
dabei eignen sich für Silver Ager Mikrowohnungen<br />
besonders gut. Schon jetzt fehlen<br />
80.000 betreute Wohneinheiten, bis 2030<br />
müssten 101.500 Wohnungen zum Bestand<br />
dazukommen, um den Bedarf zu decken,<br />
rechnet man bei Silver Living, einem Anbieter<br />
von frei finanziertem Senior:innenwohnen,<br />
vor. Dessen Konzept funktioniert ähnlich wie<br />
bei den Student:innen, nur halt auf die Oldies<br />
abgestimmt. Ein Markt von 17,2 Milliarden<br />
Euro – so hoch schätzt Silver Living die<br />
nötigen Investitionen. In den kommenden<br />
Jahren werde sich das Senior:innenwohnproblem<br />
durch die »Babyboomer-Generation«<br />
in der Gesellschaft weiter verschärfen.<br />
Digitalisiert<br />
Mikroapartments eignen sich auch hervorragend<br />
für touristische Vermietungen – das ist das<br />
Geschäftsmodell von numa. Wie beim »numa<br />
Wood« in Wien sind die betrieblichen Abläufe<br />
><br />
><br />
<<br />
weitgehend digitalisiert und automatisiert.<br />
numastays.com<br />
164 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Raffiniert<br />
Zoku bietet Expats und Co. ein Zuhause und eine<br />
Community. Das Interieur des Miniapartments ist<br />
clever durchdacht, die Stiege etwa lässt sich<br />
komplett versenken. Das schafft Platz.<br />
livezoku.com<br />
HABEN UND TEILEN<br />
»Auf einer begrenzten Fläche mehr Wohneinheiten<br />
und damit weiteren benötigten<br />
Wohnraum zu schaffen, ist mit sozial-ökologischen<br />
Gedanken verbunden«, erklärt<br />
Wohnexpertin Karina Schunker einen<br />
Vorteil der kleineren Einheiten. »Ein gut<br />
geschnittener Wohnungsgrundriss wird bei<br />
einer Mikrowohnung vorausgesetzt, damit<br />
sich die Bewohner:innen wohlfühlen und<br />
somit die kleinere Quadratmeterfläche gar<br />
nicht als solche wahrgenommen wird.«<br />
Zusätzliche Gemeinschaftsräume helfen<br />
ebenso, meint Schunker und verweist auf<br />
Projekte wie The Metropolitan und auf das<br />
Wohnquartier Am Park von der Sozialbau<br />
und der ARE, wo sogar quartiersübergreifende<br />
Gemeinschaftsflächen mit einem<br />
einheitlichen Buchungssystem entstanden<br />
sind. In genau solchen Systemen könnte<br />
auch die Zukunft von Wohnen allgemein<br />
liegen. Die wesentlichen Funktionen<br />
des Wohnens bleiben intim und zu Hause,<br />
Arbeitsräume, BBQ-Terrassen, Musikräume,<br />
Pools und Heimkinos werden<br />
geteilt. Das reduziert die Fläche, kann aber<br />
ein Maximum an Spaß bringen.<br />
<<br />
Intergiert<br />
670 Mikroapartments vermietet Youniq<br />
im Wiener TrIIIple Tower. Gemeinschaftsräume<br />
wie ein Kino, eine Disco, Chill-out-Lounge,<br />
Dachterrassen und Gemeinschaftsküche<br />
werten die kleine eigene Wohnfläche auf.<br />
youniq-living.com<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
165
esidences / SCHEIBLHOFER<br />
SEMINAR MIT<br />
Seminarräume sind oft dunkel und ungemütlich. Im burgenländischen<br />
Luxushotel »The Resort« ist das anders: Große Fenster sorgen für<br />
Tageslicht, weil das »motivierter und kreativer macht«, so der Hausherr<br />
Erich Scheiblhofer, der viel Herzblut in das Projekt gesteckt hat.<br />
INTERVIEW KARIN CERNY<br />
<strong>LIVING</strong> hat bereits erfolgreich berichtet:<br />
Der burgenländische Starwinzer Erich<br />
Scheiblhofer hat sich mit seinem Vier-<br />
Sterne-Superior-Hotel »The Resort«<br />
einen Lebenstraum erfüllt. 118 Zimmer liegen<br />
da inmitten von Weingärten, die bahnbrechende<br />
Architektur stammt von Arkan Zeytinoglu,<br />
der in seinen Bauten die Geometrie des Lichts<br />
erforscht. Das Herzstück der weitläufigen<br />
Hotel anlage ist ein Aufenthaltsbereich mit<br />
lebenden Bäumen und einem Glasdach, durch<br />
das Tageslicht scheint. Ein weiterer Blickfang<br />
sind das Natur-Zierbecken und ein Spa-Bereich<br />
mit 4.000 Quadratmetern inklusive einer<br />
groß zügigen Saunawelt. Aber nicht nur das:<br />
Für verwöhnte Manager sind die Seminarräume<br />
des »The Resort« ein wichtiger Grund, das<br />
moderne Hotel im Burgenland zu besuchen.<br />
Hier kann man ungestört Mitarbeitermeetings<br />
abhalten, zu Vorträgen laden und in weiterer<br />
Folge ein gemütliches Wochenende in geschmackvollem<br />
Ambiente und mit genussvoller<br />
Kulinarik verbringen. Wir haben den<br />
Neohotelier über die Vorteile und Besonderheiten<br />
seiner Seminarräume befragt.<br />
<strong>LIVING</strong> Wie wollten Sie sich von gängigen<br />
Seminarräumen abgrenzen?<br />
ERICH SCHEIBLHOFER Schon die Architektur<br />
sollte etwas anderes vermitteln. Bei vielen<br />
Seminarräumen hat man das Gefühl, in einer<br />
anonymen Halle zu sitzen. Unsere Räume sind<br />
nicht unnötig hoch, das verbessert nicht nur<br />
die Akustik, sondern auch die Stimmung. Man<br />
fühlt sich wohl in ihnen, sie erinnern an ein<br />
Wohnzimmer. Wir haben einen hochwertigen<br />
Holzboden, der viel vom Lärm schluckt. Auch<br />
die Lamellendecke sorgt für einen guten ><br />
Foto: beigestellt<br />
166 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
AUSSICHT<br />
Essen mit Stil<br />
Auch der Ballroom im<br />
»The Resort« setzt auf<br />
viel Tageslicht und<br />
jede Menge Platz.<br />
theresort.at<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
167
esidences / SCHEIBLHOFER<br />
Nah am Wasser<br />
Ein echter Hingucker ist das<br />
Natur-Zierbecken, dessen Anblick<br />
herrlich entspannend wirkt.<br />
><br />
Klang. Und vielleicht das Wichtigste: Wir<br />
verfügen über sehr viel Tageslicht. In jedem<br />
unserer Seminarräume gibt es eine Front aus<br />
Glas. Man schaut also direkt hinaus ins Grüne.<br />
Für mich war das von Anfang an ein großes<br />
Anliegen, denn bei Tageslicht ist man einfach<br />
motivierter und kreativer.<br />
burgenländisches Dorf angelehnt. Wir haben<br />
eine große Lobby, den sogenannten Anger, der<br />
einer Straße nachgebildet ist. Diese ist sehr gut<br />
unterteilt, es gehen verschiedene Abzweigungen<br />
weg. Weiter hinten ist das Convention-<br />
Center, vorne die Kulinarik, Bar und der<br />
Spa-Bereich. Im Convention-Center ist man<br />
also im Hotel, aber trotzdem separat.<br />
Als Hotelgast bekommt man die Seminare<br />
dadurch kaum mit.<br />
Sind Seminare auf bestimmte Tage fixiert?<br />
Im Moment entwickelt es sich so, dass Seminare<br />
vor allem von Montag bis Freitag stattfinden<br />
Wie viele Seminarräume gibt es im<br />
»The Resort«?<br />
Drei an der Zahl. Diese kann man zu einem<br />
großen Ballroom öffnen, auch um ihn für<br />
Hochzeiten, Cocktailempfänge, Geburtstage<br />
oder andere Feste zu nutzen. Insgesamt sind<br />
das dann circa 400 Quadratmeter, unterteilt<br />
hat jeder Seminarraum circa 130 Quadratmeter.<br />
Zusätzlich gibt es noch einen kleineren<br />
Raum, den wir die »Tafelrunde« nennen.<br />
Da haben zwölf Stühle um einen fixen Tisch<br />
Platz, den man als Büroraum nutzen kann.<br />
Oder für abgeschirmte Besprechungen der<br />
Generaldirektor:innen, die sich zurückziehen<br />
wollen.<br />
Wie gelingt es, dass sich Seminarteilnehmer:innen<br />
und Hotelgäste nicht<br />
in dieQuere kommen?<br />
Unser Hotel ist von der Architektur an ein<br />
Kuschelambiente<br />
Ein idealer Rückzugsort: In<br />
den Zimmern dominieren Holz<br />
und Designklassiker<br />
bei der Einrichtung.<br />
Fotos: Kataneva Photography, beigestellt<br />
168 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Gemütliche Atmosphäre<br />
Die Seminarräume haben<br />
hochwertige Holzböden und<br />
eine perfekte Akustik.<br />
Winzer mit Ambitionen<br />
Erich Scheiblhofer hat sich<br />
mit »The Resort« einen<br />
Lebenstraum erfüllt.<br />
und am Wochenende eher die Kulinarik und<br />
die Wellness im Zentrum stehen. Meist haben<br />
Seminare ohnehin einen strengen Ablauf: Da<br />
wird von neun bis 17 Uhr gearbeitet, und<br />
dann geht es erst in den Spa-Bereich. Da<br />
macht sich der Privatgast schon wieder fertig<br />
für das Abendessen. Es gibt also kaum Überschneidungen.<br />
Das ist eine gute Mischung.<br />
Welche Zusatzangebote gibt es für<br />
Seminargäste?<br />
Die Anfragen sind sehr individuell. Manchen<br />
ist eine Liveschaltung wichtig, andere setzen<br />
auf teambildende Outdoorerlebnisse. Wir<br />
haben einen Klettergarten, den man nutzen<br />
kann. Oder das Angebot, mit E-Bikes eine<br />
Tour in den Nationalpark Neusiedler See zu<br />
machen, um dort die Fauna und Flora zu<br />
erkunden. Ein Besuch der Brücke von Andau<br />
an der Grenze zu Ungarn gehört zu unserem<br />
Kulturprogramm. Viele machen noch eine<br />
Einkaufstour ins Outlet-Center Parndorf.<br />
PAUSCHAL INDIVIDUAL<br />
Infos über die Angebote an Seminarräumen<br />
im »The Resort«, die allerdings<br />
noch individuell variieren und<br />
ergänzt werden können.<br />
Eine Halbtagspauschale ist ab<br />
42 Euro pro Person zu haben, eine<br />
Ganztagspauschale ab 59 Euro pro<br />
Person. Die Pauschalen inklu dieren<br />
unter anderem: unlimitiert Kaffee<br />
und Tee, Mineralwasser und Säfte<br />
über den Zeitraum des Seminars,<br />
Drei-Gänge-Businesslunch in<br />
Buffetform, Vormittags- bzw.<br />
Nachmittagssnack.<br />
Es sind drei Seminarräume vorhanden,<br />
die auch zusammengelegt<br />
werden können. Der kombinierte<br />
Ballroom umfasst ca. 400 Quadratmeter<br />
und kann auch für Feste genutzt<br />
werden. Mit Galabestuhlung<br />
(max. 120 Personen), Kinobestuhlung<br />
(max. 120 Personen) und natürlich<br />
auch ohne Stühle, um ordentlich<br />
feiern zu können. Die Seminarräume<br />
»Shiraz«, »Cabernet« und »Merlot«<br />
haben ca. 130 Quadratmeter. Es gibt<br />
Kinobestuhlung (max. 50 Personen),<br />
Klassenzimmerbestuhlung (max.<br />
36 Personen), U-Tafel-Bestuhlung<br />
(max. 36 Personen), Blockbestuhlung<br />
(max. 36 Personen) oder<br />
Sesselkreis (max. 26 Personen). Der<br />
kleinere Seminarraum »Zweigelt« ist<br />
25 Quadratmeter groß, mit Blockbestuhlung<br />
(max. zwölf Personen).<br />
theresort.at<br />
Wie stark wird auf individuelle Wünsche<br />
eingegangen?<br />
Jedes Seminar ist anders, es wird bei uns<br />
maßgeschneidert. Ich denke auch, das ist<br />
die Zukunft. Es wird kein Standardangebot<br />
mehr geben, sondern Seminare müssen<br />
verstärkt auf die speziellen Wünsche<br />
zugeschnitten werden.<br />
Wie sieht es mit der technischen Ausstattung aus?<br />
Als Neubau haben wir einen großen Vorteil,<br />
weil wir am neuesten Stand in Sachen Technik<br />
sind. Nicht nur, was Lüftung und Licht angeht,<br />
sondern auch bei unserer Medienausstattung.<br />
Wir haben 85-Zoll-Flip-TVs, die interaktiv<br />
genutzt werden können. Genauso läuft aber<br />
auch jede PowerPoint-Präsentation darauf.<br />
Eine Bose-Soundanlage in allen Räumen,<br />
Blackout-Vorhänge und ausreichend Stromanschlüsse<br />
für Laptops. Herausragend ist<br />
unsere LED-Wall mit zehn Metern Durchmesser<br />
und minimalem Pixelabstand von<br />
1,6 Millimetern. So etwas findet man nicht so<br />
häufig in Hotels.<br />
<<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
169
esidences / SERVICIERTE APARTMENTS<br />
Wo sind die Zeiten, in denen der Portier beim Betreten des Hauses<br />
den Hut gezogen und das Stubenmädchen picobello aufgeräumt hat,<br />
während man im Kaffeehaus war? Sie sind wieder da! Serviciertes<br />
Wohnen erleichtert den Alltag, sorgt für Kommunikation und schafft<br />
darüber hinaus Sicherheit. TEXT HEIMO ROLLETT<br />
Foto: MW-Architekturfotografie-<br />
170 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Zeitgemäß<br />
Guter Grundriss, Toplage – zu<br />
modernem Luxuswohnen wie im<br />
»The Masterpiece« gehört aber<br />
mehr, etwa ein Conciergeservice,<br />
der einem Alltagssorgen abnimmt.<br />
3si.at<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
171
esidences / SERVICIERTE APARTMENTS<br />
Wer eine Wohnung in den »Park<br />
Suites« im Wiener Cottage-Viertel<br />
zwischen Türkenschanzpark<br />
und Pötzleinsdorfer Schlosspark<br />
kauft, der hat bald einige Alltagssorgen<br />
weniger. Ein 24/7-Concierge sorgt dafür. Er<br />
holt die Wäsche aus der Reinigung, erledigt<br />
Einkäufe und organisiert frische Blumen.<br />
So lässt es sich leben! Ähnlich angenehm<br />
werden es die Bewohner:innen vom Projekt<br />
»Grünblick« im Wiener Viertel Zwei haben –<br />
es wird im Sommer 2025 fertiggestellt werden<br />
und setzt wie viele andere Immobilien im<br />
gehobenen Segment auf Zusatzservices in<br />
Form von Dienstleistungen und Amenities.<br />
HALLO, DIENSTMANN!<br />
Am beliebtesten ist wohl der Doorman, wie<br />
man ihn aus Nobelhäusern in New York<br />
kennt. Er ist Concierge, Rezeptionist, Sicherheitsmann<br />
und helfende Hand in einer Person<br />
– so beschreibt es das Projekt »Kayser«,<br />
das von ARE und JP entwickelte Haus mit<br />
Eigentumswohnungen am Wiener Franz-<br />
Josefs- Kai. Hier gibt es sogar wie im Hotel eine<br />
großzügige Lounge, was die Kommunikation<br />
unter den Bewohner:innen fördert – zusätzlich<br />
zum netten Dienstmann am Eingang.<br />
Die Spielformen des servicierten Wohnens<br />
sind mannigfaltig. Sie reichen von anonymen<br />
technologischen Lösungen bis zu Conciergediensten<br />
auf Fünf-Sterne-Hotel-Niveau. Kurze<br />
Serviceliste gefällig? Okay: Reinigung der<br />
Wohnung, Wäscheservice, Bügelservice,<br />
Organisation und Koordination von Fitnesstrainer:innen<br />
und Handwerker:innen und<br />
selbstverständlich das Entgegennehmen von<br />
Paketen, Botendienste, Taxiorganisation,<br />
Schlüsseldienst, Urlaubsservices, Betreuung<br />
von öffentlichen Flächen wie Partyraum,<br />
Community-Küchen, Weinkellern, Fitnessund<br />
Spa-Bereichen, Gartenpflege, Gassigehen,<br />
Einkaufen, Blumenservices, Kinderbetreuung,<br />
Frühstücksservice, Car-Management und,<br />
und, und. Manches wird selbst gemacht,<br />
anderes wird ausgelagert – jedenfalls haben<br />
die Bewohner:innen immer eine einzige<br />
Ansprechperson, die sich um alles kümmert.<br />
SYNERGIEN IN DER BETREUUNG<br />
Wer steckt aber eigentlich hinter diesen<br />
Services? Meist sind es Hausbetreuungen<br />
Komfortabler Alltag<br />
Frische Blumen? Einkäufe erledigen?<br />
Wäsche holen? In den »Park Suites« im<br />
Wiener Cottage-Viertel gibt es dafür<br />
ein 24/7-Service.<br />
park-suites.at<br />
und Facility-Management-Firmen, die diese<br />
Dienste als modulare Pakete anbieten, es<br />
haben sich aber auch schon eigene Agenturen<br />
auf das Service spezialisiert. Seit 2016 bietet<br />
William Premium Services Eigentümer:innen<br />
und Immobiliendeveloper:innen verschiedene<br />
Betriebs- und Conciergemodelle in Wien an.<br />
Praktisch dabei: Ein Doorman kann auch<br />
gleich diverse andere Aufgaben im Haus<br />
übernehmen, für die man extra Fachleute<br />
beauftragen müsste und die dafür immer wieder<br />
extra anfahren müssten. Aufzugskontrolle,<br />
Leuchtmittel auf den Allgemeinflächen überprüfen,<br />
Poolbetreuung etc. – für manche Dinge<br />
ist freilich eine Zusatzqualifikation nötig,<br />
professionelle Anbieter:innen haben dafür<br />
aber das entsprechend geschulte Personal.<br />
Ja, das kostet. Meist wird der Service über<br />
die Betriebskosten abgerechnet, je größer das<br />
Haus, desto besser verteilt sich die Zusatzbelastung,<br />
etwa wie im Turm II des TrIIIple,<br />
wo es 260 Wohnungen gibt – ihnen stehen ein<br />
Concierge, ein Rooftop-Pool, Spielplätze,<br />
Fotos: © Park Suites, © Werdertor, © Kayser<br />
172 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Facilities Ein Gemeinschaftspool,<br />
ein Kinderbecken und ein Spa-Bereich<br />
in einem Haus mitten im ersten<br />
Wiener Bezirk? Auch das sind<br />
noble Extraservices.<br />
amwerdertor.at<br />
Barbecue-Lounge, ein Salon mit Bibliothek<br />
und eine Eventküche zur Verfügung. Aber<br />
nicht überall geht es sich aus, dass ein Vollzeitbutler<br />
alle Wünsche erfüllt. In den letzten<br />
Jahren sind daher Hybridvarianten entstanden.<br />
Weil für manches reicht eine WhatsApp-<br />
Nachricht an den virtuellen Concierge, da<br />
muss ja keiner tagein, tagaus den Grüß-Gott-<br />
Kasper machen. William bietet einen mobilen<br />
Conciergedienst an, der regelmäßig in die<br />
Immobilie kommt, werterhaltende Facility-<br />
Aufgaben durchführt und halt nur an z. B. zwei<br />
Tagen in der Woche die Wäsche mitnimmt<br />
oder das Apartment reinigt. Eine Kombination<br />
aus Doorman und App findet sich beim<br />
erwähnten »Kayser«: Der beschriebene Concierge<br />
stellt die menschliche Komponente dar,<br />
die App namens »puck« die technologische.<br />
Sie ist quasi ein digitales Tool für die Hausverwaltung,<br />
Schäden lassen sich eingeben (und<br />
fotografieren), Räume können digital gebucht<br />
werden, Infos schnell und ortsunabhängig an<br />
die Bewohner:innen geschickt werden.<br />
NICHT NUR DIENSTLEISTUNGEN<br />
Real und digital<br />
Im »Kayser« setzt man auf einen<br />
Concierge für die persönliche Ansprache.<br />
Banale Dinge kann man auch über die<br />
moderne Hausverwaltungs-App<br />
namens »puck« erledigen.<br />
kayser.wien<br />
Nicht immer müssen Dienstleistungen im<br />
Vordergrund stehen – die Luxuswohnungen<br />
»Am Werdertor« verfügen fast selbstverständlich<br />
auch über einen Doorman, aber<br />
auch über einen großen Indoorpool, einen<br />
Kinderpool und ein ansehnliches Spa. Auch<br />
das sind Puzzlesteine des servicierten Wohnens,<br />
die vor allem mitten in der Wiener<br />
Innenstadt nicht selbstverständlich sind.<br />
Nahe liegt es, dass auch Hotels in diesen<br />
Dienstleistungen top sind. Vor rund zehn<br />
Jahren haben daher Immobilienentwickler:innen<br />
und Hotelmarken damit begonnen,<br />
unter den Namen bekannter Hospitality-<br />
Brands Wohneinheiten zu bauen und diese<br />
mit der Infrastruktur des angrenzenden<br />
Hotels upzugraden. Das Palais Hansen mit<br />
dem »Kempinski« ist ein Beispiel, das<br />
» Mandarin Oriental« plant Ähnliches in der<br />
Wiener Riemergasse.<br />
<<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
173
esidences / WOHNEN UND ARBEITEN<br />
Fotos: © ÖSW Music Box_Manfred Seidl<br />
174 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
VOM WOHN<br />
ZIMMER IN DIE<br />
WERKSTATT<br />
Immer mehr Wohnbauträger erkennen die Not monoton<br />
geplanter Quartiere und entwickeln daher hybride Projekte,<br />
die Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Kultur auf einem Grund -<br />
stück vereinen. Hier ein Überblick über die spannendsten<br />
Wohn-Arbeits-Kombinationen. TEXT WOJCIECH CZAJA<br />
Zwei riesige dreigeschoßige Löcher<br />
klaffen in der Fassade, eines rot und<br />
eines hellblau, aus der Ferne ertönen<br />
Menschenstimmen, Reden, Lachen,<br />
Widerhall, und je näher man kommt, desto<br />
wohler scheint sich der Klang auszubreiten,<br />
ganz so, als würden die hier Wohnenden den<br />
Resonanzkörper des umliegenden Hauses in<br />
Schwingung versetzen. Kein Wunder, handelt<br />
es sich doch beim sogenannten Quartiershaus<br />
im neuen Sonnwendviertel um Wiens erste<br />
»Music Box«. Das ungewöhnliche Gebäude<br />
dient nicht nur dem Wohnen, sondern umfasst<br />
auch diverse Wohn- und Arbeitsräume<br />
für musikaffine Leute.<br />
»Im Gegensatz zu einem klassischen Bauträgerwettbewerb<br />
wurde dieses Projekt in einem<br />
mehrstufigen dialogischen Verfahren entwickelt«,<br />
erklärt Architekt Heribert Wolfmayr,<br />
Partner im Wiener Architekturbüro heri &<br />
salli, die Genese der musikalischen Wohnkiste.<br />
»Wir haben uns damals gemeinsam<br />
angeschaut, was Wien auszeichnet und woran<br />
es in dieser Stadt mangelt. Und es hat sich ><br />
Music Box, Sonnwendviertel<br />
Die musikalische Wohnkiste in der Bloch-Bauer-Promenade 19<br />
umfasst 161 servicierte, möblierte Apartments zwischen 25 und<br />
54 Quadratmetern Wohnfläche. Je nach Größe und Ausstattungskategorie<br />
beträgt die Miete zwischen 760 und 1.400 Euro, die<br />
Mietdauer liegt zwischen zwei Monaten und zwei Jahren. In den<br />
Untergeschoßen der »Music Box« liegen Tanz- und Veranstaltungsräume<br />
sowie ein paar Musikproberäume, die allerdings noch<br />
auf eine:n gewerbliche:n Betreiber:in warten. Anmietung über<br />
room4rent. room4rent.at, heriundsalli.com, iba-wien.at<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
175
esidences / WOHNEN UND ARBEITEN<br />
><br />
herausgestellt, dass ausgerechnet diese<br />
weltbekannte Musikstadt in sämtlichen<br />
Bezirken über zu wenig professionell<br />
betriebene und hochwertig ausgestattete<br />
Musikproberäume verfügt. Vielen<br />
Musiker:innen fehlt die nötige Infrastruktur,<br />
und daher müssen sie sich in den Kellern<br />
ihrer Wohnhäuser oft notdürftig eine kleine<br />
Kammer einrichten. Dieses Defizit wollten<br />
wir beheben.«<br />
Das Resultat ist eine zehngeschoßige Box<br />
mit Concierge-Dienst und 161 Serviced<br />
Apartments in unterschiedlichen Größen<br />
und Ausstattungskategorien zwischen 25<br />
und 54 Quadratmetern. Alle Wohneinheiten<br />
sind teil- bis voll möbliert, in die meisten<br />
Apartments kann man mit Koffer einziehen<br />
und von der ersten Minute an wohnen. Zu<br />
den Extraleistungen zählen Sauna, Dampfbad<br />
und regelmäßige Apartmentreinigung.<br />
Die großen Resonanzlöcher, die die Architekt:innen<br />
als Stadtloggia bezeichnen, sowie<br />
die großen Roof Gardens am Dach sind<br />
öffentlich zugänglich.<br />
Doch die eigentliche Besonderheit liegt in<br />
der Tiefe verborgen: Im Untergeschoß sind<br />
diverse Tanz- und Veranstaltungsräume<br />
Die HausWirtschaft<br />
Geplant sind nicht nur 50 Wohneinheiten, sondern auch<br />
jede Menge Gewerbe: Auf einer Fläche von insgesamt<br />
3.500 Quadratmetern sollen hier bald Tonstudio, eine<br />
Gesundheitspraxis, diverse Kreativateliers und Co-<br />
Working-Spaces und sogar eine Tischlerei einziehen.<br />
Das Projekt von Bauträger EGW, einszueins architekten<br />
und realitylab knüpft damit an die Idee der durch mischten<br />
gründerzeitlichen Stadt an. Geplante Fertigstellung:<br />
Herbst 2023. diehauswirtschaft.at, einszueins.at,<br />
egw.at, realitylab.at<br />
untergebracht. Zudem befinden sich um den<br />
Vorplatz des Hauses ein paar Musikproberäume,<br />
die vom Rest des Gebäudes vollkommen<br />
schallentkoppelt sind. Das Angebot steht<br />
sowohl den Bewohner:innen des Hauses als<br />
auch externen Gästen zur Verfügung. Der<br />
Wermutstropfen: Aufgrund der Coronapandemie<br />
und der immer noch nicht ausbalancierten<br />
Gemengelage zwischen Kulturbetrieb<br />
und Wirtschaftlichkeit ist man noch auf der<br />
Suche nach professionellen Betreiber:innen,<br />
die das räumliche Angebot der Öffentlichkeit<br />
zugänglich machen.<br />
»Als ich in den 1990er-Jahren mit mehreren<br />
Bauträgern ein großes Wohnquartier in<br />
der Donaustadt entwickelt habe, gab es kaum<br />
eine Sensibilität für Nutzungen außerhalb des<br />
klassischen Wohnens«, sagt Kurt Hofstetter,<br />
Leiter und Koordinator der Internationalen<br />
Bauausstellung IBA Wien. »In der Zwischenzeit<br />
hat sich das dramatisch verändert. Wenn<br />
wir heute über Wohnen sprechen, dann meinen<br />
wir damit auch Arbeiten, Freizeit, Kultur,<br />
Mobilität, Infrastruktur, Nahversorgung und<br />
städtische Vernetzung mit der Nachbarschaft.<br />
Ein Projekt wie die ›Music Box‹ wäre damals<br />
undenkbar gewesen. Heute können wir uns<br />
Fotos: © Die Hauswirtschaft, © JAMJAM, © Kuku 23, Schreiner, Kastler – Büro f. Kommunikation GmbH/schreinerkastler.at<br />
176 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Wohnen & Gewerbehof, Seestadt Aspern<br />
In unmittelbarer Nähe zur U2-Station errichtet die Wirtschaftsagentur<br />
Wien in Zusammenarbeit mit den vier Bauträgern ARE,<br />
EGW, Schönere Zukunft und VWA Aphrodite einen Wohn- und<br />
Gewerbehof mit 270 Wohnungen und 7.500 Quadratmeter Platz<br />
für Handwerksbetriebe, produzierendes Gewerbe und produktionsnahe<br />
Dienstleistungsbetriebe. Anmietbare Gewerbeflächen<br />
in sämtlichen Größen – mit Ladehof, Schwerlastaufzug und<br />
Lagerräumlichkeiten. Kontakt über die Wirtschaftsagentur.<br />
wohnen-gewerbehof.at, wirtschaftsagentur.at<br />
an solchen Mixed-Use-Häusern ein Beispiel<br />
nehmen.« Mit Erfolg: Die »Music Box« ist<br />
eines der Wiener Showcase-Projekte, die im<br />
Rahmen der IBA <strong>2022</strong> noch bis Jahresende<br />
auf dem Areal des ehemaligen Nordwestbahnhofs<br />
zu sehen sind.<br />
Wohnen und Arbeiten unter einem<br />
Dach ist bei Weitem kein Einzelfall. In der<br />
Umkehrschleife des O-Wagens in der Bruno-<br />
Marek-Allee, Ecke Taborstraße, entsteht in<br />
den kommenden Jahren die sogenannte<br />
»HausWirtschaft«. Das Projekt, das der<br />
gemeinnützige Bauträger EGW in Zusammenarbeit<br />
mit einszueins architektur und<br />
dem realitylab realisiert, hat mit 50 Prozent<br />
einen beachtlich hohen Gewerbeanteil.<br />
Die 3.500 Quadratmeter Gewerbefläche<br />
><br />
Kuku 23, Wien-Liesing<br />
In der Gastgebgasse in Liesing befindet sich Wiens berühmteste<br />
Sargfabrik. Die Produktion der Holzpyjamas<br />
ist nun Geschichte, die Zukunft des Areals ist weitaus<br />
lebendiger geplant: Neben 240 Wohnungen der beiden<br />
Bauträger Heimbau und Siedlungs-Genossenschaft<br />
Altmannsdorf und Hetzendorf entsteht hier ein lebendiges<br />
Grätzel mit Kultur, Freizeit und Gastronomie. Absolutes<br />
Highlight sind die sogenannten Wohnateliers für Kreativschaffende.<br />
kuku23.at, heimbau.at, ah-wohnen.at<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
177
esidences / WOHNEN UND ARBEITEN<br />
Village im Dritten<br />
Für den Bauträger Austrian Real Estate (ARE) plant das Wiener<br />
Architekturbüro diesen gemischten Holzwohnbau für eine<br />
150-köpfige Baugruppe – mit Wohnen, Arbeiten und anmiet baren<br />
Wohn-Arbeits-Ateliers im Erdgeschoß. Die hybride Nutzung<br />
für Kreativschaffende und Klein gewerbetreibende soll das neue<br />
Stadtviertel in der Nähe der A23-Autobahnauffahrt beleben.<br />
Geplante Fertigstellung 2024. are.at, nonconform.at<br />
><br />
umfassen unter anderem Tischlerei, Zahnarzt,<br />
Tonstudio, Steuerberater, Co-Working-<br />
Spaces, Veranstaltungsräume sowie eine<br />
600 Quadratmeter große Gesundheitswerkstatt<br />
für Praktiker:innen und Therapeut:innen im<br />
physischen und psychischen Bereich.<br />
Die größte Schwierigkeit: Die gewerblichen<br />
Flächen im Erdgeschoß und in den ersten<br />
beiden Obergeschoßen verlangen nicht nur<br />
nach größeren und höheren Räumen,<br />
sondern auch nach einer Bündelung der<br />
Sanitärkerne. »Wie Sie sich vorstellen können,<br />
müssen wir hier zwischen Gewerbe- und<br />
Wohnbereich ganz schön viele Haustechnikschächte<br />
verziehen«, sagt Fritz Kittel,<br />
Geschäftsführer der EGW. »Das erzeugt einen<br />
gewissen Kostendruck, den wir bei einem<br />
klassischen Wohnprojekt nicht haben. Zudem<br />
müssen wir hier private und gewerbliche<br />
Mietrechtsformen miteinander kombinieren.<br />
Doch der Mehraufwand lohnt sich.«<br />
Nachdem im Zuge der Charta von Athen<br />
1933 viele Jahrzehnte lang Wohnen, Arbeiten<br />
und Freiheit strikt voneinander getrennt und<br />
zum Teil sogar auf eigene Stadtviertel verteilt<br />
wurden, scheinen wir heute wieder die Vorteile<br />
einer durchmischten Stadt wiederzuentdecken.<br />
Diese längst überfällige Entwicklung<br />
macht auch vor der Immobilienwirtschaft<br />
nicht halt, die ihr künftiges Portfolio – ob im<br />
gemein nützigen oder im freifinanzierten<br />
Bereich – nun völlig neu denken muss.<br />
<<br />
G’mischter Block, Wien-Favoriten<br />
Der sogenannte »G’mischte Block« ist Teil des Grätzelerneuerungsprogramms<br />
WieNeu+ der Stadt Wien, dessen Intention es ist,<br />
Stadtteile aufzuwerten und klimafit zu machen. Dazu gehört auch<br />
die Funktionsvermischung von Wohnen und Arbeiten. Das Avoris-<br />
Projekt im zehnten Bezirk umfasst neben 75 Mietwohnungen auch<br />
gewerbliche Einheiten im Ausmaß von 2.000 Quadratmetern,<br />
einen Bioladen, einen Veranstaltungsraum, einen Kindergarten und<br />
sogar eine anmietbare Showküche. avoris.at, t-hoch-n.com<br />
Fotos: © Nonconform, © Frame<br />
178 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
RAIFFEISEN IMMOBILIEN<br />
EXCLUSIVE<br />
HWB 118<br />
2753<br />
MARKT PIESTING<br />
Wohn-Loft mit Stil<br />
Stefan Schevcig +43 664 60 517 517 83<br />
Die ehem. Fabrikshallen der<br />
Hammerschmiede wurden zu einem<br />
exklusiven Wohn-Loft mit hohen Decken<br />
und großen Fenstern umgebaut.<br />
Im EG finden Sie ein Wohnzimmer,<br />
Gästezimmer, Bad mit Dusche, 3 Abstellräume<br />
und 1 große Halle. Im OG sind<br />
Schlafzimmer, Bad mit Wanne und<br />
einzigartiger Wohn-Essbereich.<br />
Außerdem befindet sich im Ostteil des<br />
Hauses eine 45 m² Einliegerwohnung.<br />
Ihnen steht ebenfalls ein großzügiger<br />
naturbelassener Garten zur Verfügung.<br />
KP 1.490.000 €<br />
340 m² Wohnfläche,<br />
6 Zimmer,<br />
425 m² Hallen<br />
(zB als Atelier oder Platz für Ihre<br />
Oldtimer-Sammlung nutzbar)<br />
HWB 81<br />
5700<br />
ZELL AM SEE<br />
Exklusives Landhaus<br />
Otto Pabinger, CMC, +43 664 6271761<br />
Die perfekte Mischung aus zentraler Lage und Naturverbundenheit stellt<br />
diese attraktive Immobilie im Herzen des Pinzgaus, Zell am See, dar.<br />
Das einladende Haus bietet die Möglichkeit, sowohl als liebevoll gepflegter<br />
Rückzugsort, als auch Familiendomizil mit genügend Platz genützt zu werden.<br />
KP 1.749.000 €<br />
Wfl. ca. 281 m²<br />
Hochwertige Ausstattung,<br />
Weinkeller<br />
raiffeisen-immobilien.at/exklusiv
THE PLACE TO BE<br />
Das exklusive Kitzbühel ist als Wohnsitz begehrter denn je. Auf dem heißen Immobilienmarkt<br />
überzeugt Karin Gornik mit Topobjekten, lokaler und globaler Expertise.<br />
Die Region Kitzbühel ist das Herz<br />
der Alpen und als Ganzjahresdestination<br />
für alle Generationen<br />
über die Jahre zum Dauerbrenner<br />
geworden. Speziell seit Beginn der Pandemie<br />
spürt man einen überaus starken Run<br />
auf die unterschiedlichsten Immobilien.<br />
Toplagen werden zu Höchstpreisen verkauft.<br />
Warum ist das so? Was macht die Region so<br />
attraktiv? Es dürfte der geniale Mix sein, der<br />
hier geboten wird. So mischen sich Einheimi<br />
sche entspannt mit Resident:innen, die vermehrt<br />
ihren ständigen Wohnsitz nach Tirol<br />
verlagern. Das zwischendurch notwendige<br />
Homeoffice hat gezeigt, dass die andauernde<br />
Präsenz in manchen Branchen nicht erforderlich<br />
ist. Was gibt es Schöneres, als eine<br />
Urlaubs destination mit dem Alltag verbinden<br />
zu können! Für die daraus entstandene neue<br />
Lebensqualität bietet die Region Kitzbühel<br />
wohl die besten Voraussetzungen: kurze<br />
Wege zur Autobahn sowie zu den Flughäfen<br />
Salzburg, Innsbruck und München (wer gerne<br />
privat fliegt, darf propellergetrieben auch<br />
im benachbarten St. Johann landen), neueste<br />
Technologie in allen Haushalten, perfekte<br />
medizinische Versorgung, internationales<br />
Flair durch edle Boutiquen mit namhafter<br />
Designerware, eine große Bandbreite an<br />
Restaurants von beliebten Tiroler Schmankerln<br />
bis hin zur Haubenküche und eine<br />
lückenlose Nahversorgung durch heimische<br />
Qualitätsbetriebe. Nicht zu vergessen die<br />
VISUALISIERUNG: JAMIE MCGREGOR SMITH, FOTOS: MICHAEL WERLBERGER PHOTOGRAPHY<br />
180 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
»Mountain Estate«<br />
in Reithbei Kitzbühel.<br />
IMMOBILIEN KITZ<br />
»Fichtenhof« in Jochberg.<br />
»Chalet Moosberg«<br />
in Aurach.<br />
ewige Konstante der wunderschönen Natur<br />
und der umgebenden Berge, Sport zu jeder<br />
Jahreszeit und Erholung pur. Es gäbe noch<br />
viel mehr Gründe, um hier sesshaft zu werden,<br />
weiß Karin Gornik, seit 20 Jahren Maklerin<br />
aus Leidenschaft und selbst mal aus der<br />
Gegend um Wien nach Kitzbühel gezogen.<br />
Sie wirft als Schlagworte »sicheres Investment,<br />
Werthaltigkeit und gesunde Wertentwicklung«<br />
ein. Sie muss es wissen, ihre nachweislichen<br />
Erfolge geben ihr recht. Profunde<br />
Marktkenntnis, Kompetenz und Diskretion<br />
sowie ein stabiles Netzwerk über die Landesgrenzen<br />
hinaus sind die perfekte Basis für<br />
ihre Kontinuität am umkämpften Immobilienmarkt.<br />
Großen Wert legt sie persönlich<br />
auf ständige Weiterbildung. Ziel ist es, durch<br />
profunde Beratung maßgeschneiderte,<br />
sichere Lösungen zu erarbeiten – oftmals<br />
eine Herausforderung. Der hohe Prozentsatz<br />
an persönlichen Empfehlungen ihrer<br />
Kund:innen und Geschäftspartner:innen ist<br />
wohl der schönste Beweis, vieles richtig<br />
gemacht zu haben. Karin Gornik ist auf den<br />
dynamischen Markt also bestens vorbereitet,<br />
immer am Puls der Zeit und erkennt Trends<br />
sehr früh. Mit ein Grund mehr, warum<br />
Projektentwickler:innen sie vertrauensvoll<br />
bereits in der Planungsphase für deren<br />
exklusive Objekte einbinden. Für die staatlich<br />
geprüfte und konzessionierte Maklerin<br />
zugleich die intensivste Vorbereitung auf den<br />
Vertrieb der zukünftigen Objekte, für die es<br />
oftmals schon vorgemerkte Interessent:innen<br />
gibt. Das Portfolio von Gornik Immobilien<br />
wird mit urigen Bauernhäusern, Luxuschalets<br />
und Landhäusern, Apartments und<br />
Grundstücken bespielt, manche davon nur<br />
völlig diskret und ohne Werbung angeboten.<br />
Am besten nimmt man Kontakt auf,<br />
bespricht die persönlichen Anforderungen<br />
und genießt dann völlig entspannt das<br />
dezente Coaching bis hin zur Traumimmobilie<br />
in den Tiroler Bergen. Diese könnte auch das<br />
hier noch als Visualisierung gezeigte, grandiose<br />
»Mountain Estate« in Reith sein, das sich derzeit<br />
in der Bauphase befindet, oder der in jedem<br />
Winkel äußerst charmante »Fichtenhof«,<br />
der in traumhafter Aussichtslage von Jochberg<br />
schon bezugsfertig auf seine Bewohner:innen<br />
wartet, oder »Chalet Moosberg« mit eigenem<br />
Teich. Neugierig auf mehr?<br />
INFO<br />
Gornik Immobilien GmbH<br />
Aschbachfeld 5, 6370 Kitzbühel<br />
T: +43 5356 72160<br />
office@immobilien-kitz.com<br />
immobilien-kitz.com<br />
ADVERTORIAL<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
181
esidences / WALDVIERTEL<br />
Das Waldviertel war in gewisser Weise ein Geheimtipp<br />
bei den Zweitwohn sitzen. Seit März 2020 wird die Region<br />
aber stark nachgefragt. Zu Recht. TEXT WALTER SENK<br />
Foto: Ernst Weingartner/Weingartner-Foto/picturedesk.com<br />
182 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Bauernhöfe<br />
Im Waldviertel findet man<br />
nicht nur seine Ruhe und<br />
Natur, sondern auch noch<br />
die außergewöhnlichsten<br />
Immobilien in allen Größen.<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
183
esidences / WALDVIERTEL<br />
Ein Sommer wie damals« – kein Satz<br />
bringt wohl das Lebensgefühl im<br />
Waldviertel besser auf den Punkt.<br />
Das wussten in den 60er-/70er-Jahren<br />
schon einige Wiener:innen zu schätzen und<br />
suchten sich in der bäuerlichen Umgebung<br />
einen Zweitwohnsitz. Die – mittlerweile –<br />
alteingesessenen »Zuagroasten« haben damals<br />
Immobilien gekauft, für die sich keine<br />
Einheimischen interessierten. Alte Bauernhäuser,<br />
Fabriken, Mühlen, Villen aus der<br />
Jahrhundertwende, Handwerkshäuser, alte<br />
Ställe, was auch immer. Bei vielen dieser<br />
Immobilien benötigte man aufgrund ihres<br />
desolaten Zustands schon eine große Vision,<br />
was aus ihnen einmal werden könnte.<br />
EINE NEUE ZEIT<br />
»Der Wohnsitz im Waldviertel ist wieder<br />
modern«, so Christian Fröschl, Regionalleiter<br />
s REAL Waldviertel. »Der Mensch liebt die<br />
ländliche Gemütlichkeit, wo man eben die<br />
Ruhe im Vergleich zur städtischen Hektik<br />
genießen kann.« Außerdem hat sich seit der<br />
Pandemie der Alltag neu strukturiert –<br />
»Homeoffice ist hoch geschätzt, und wenn<br />
man nur zwei- bis dreimal ins Büro muss<br />
ist selbst ein Hauptwohnsitz im Waldviertel<br />
eine sinnvolle Alternative«, so Fröschl. Die<br />
Nachfrage im nördlichen Niederösterreich<br />
hat sich intensiviert, was mit dem grundsätzlichen<br />
Bedürfnis nach (Bewegungs-)Freiheit<br />
und Natur zu tun hat. Das Waldviertel kann<br />
dies alles bieten, wobei sich eines zu früher<br />
verändert hat. Josef Wallenberger, Experte<br />
für Standort- und Regionalentwicklung<br />
und Geschäftsführer der Wallenberger &<br />
Linhard Regionalberatung in Horn: »Die<br />
Provinz wird nicht mehr als provinziell<br />
wahrgenommen.«<br />
»Obwohl es doch einen<br />
starken Anstieg der Preise<br />
in den letzten Jahren erlebt<br />
hat, ist das Waldviertel noch<br />
günstig im Verhältnis zum<br />
Großteil Österreichs.«<br />
CHRISTIAN FRÖSCHL Regionalleiter<br />
s REAL Waldviertel<br />
STEIGENDE NACHFRAGE –<br />
STEIGENDE PREISE<br />
Für Naturliebhaber:innen<br />
Ein »Klassiker«, würde<br />
man sagen – und noch dazu<br />
wunderschön renoviert. Der<br />
Bauernhof bei Rappottenstein<br />
bietet Waldviertel pur.<br />
»Die Nachfrage nach Grundstücken und<br />
Wohnimmobilien ist ungebrochen gut«, erklärt<br />
Peter Weinberger, Geschäftsführer Raiffeisen<br />
Immobilien NÖ, Wien & Burgenland und<br />
Sprecher Raiffeisen Immobilien Österreich.<br />
Das spürt man auch bei den durchschnittlichen<br />
Quadratmeterpreisen. Bei den Einfamilienhäusern<br />
legten diese von 2020 auf 2021 um<br />
34 Prozent zu, von 1.914 auf 2.577 Euro. Eigentumswohnungen<br />
verteuerten sich im gleichen<br />
Zeitraum um 28 Prozent auf 2.335 Euro pro<br />
Quadratmeter. Peter Weinberger vergleicht:<br />
»Im Niederösterreich-Durchschnitt betrugen<br />
die Preissteigerungen bei Einfamilienhäusern<br />
nur zehn Prozent, bei Eigentumswohnungen<br />
sieben.« Der Anstieg hat sich – nach der<br />
Welle der letzten 24 Monate –zuletzt wieder<br />
beruhigt und liegt laut ImmoScout bei sechs<br />
Prozent vom ersten Halbjahr 2021 auf das<br />
erste Halbjahr <strong>2022</strong>.<br />
Fotos: Mauritius Images/Volker Preusser, sREAL.Immobilien, Raiffeisen Immobilien<br />
184 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Jahrhundertwende<br />
Das ehrwürdige Hotel<br />
»Blauensteiner« in Gars am<br />
Kamp war bei den Kurgästen<br />
sehr beliebt. Jetzt steht das<br />
Unikat zum Verkauf.<br />
sreal.at<br />
ERSCHWINGLICHE IMMOBILIEN<br />
Auch wenn die Preise in den vergangenen<br />
zwei Jahren auffällig nach oben gingen,<br />
so bleiben Liegenschaften weiterhin erschwinglich,<br />
was ein großer Pluspunkt für<br />
die Region ist. Christian Fröschl: »Obwohl<br />
wir einen starken Anstieg der Preise in den<br />
letzten Jahren erlebt haben, ist das Waldviertel<br />
noch günstig im Verhältnis zum<br />
Großteil Österreichs.« Das liegt auch daran,<br />
dass von einem extrem niedrigen Niveau<br />
ausgegangen wurde. Michael Mack, Geschäftsführer<br />
von IMMOcontract, vergleicht<br />
mit den Wiener Preisen: »Hier liegt der<br />
durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein<br />
Einfamilienhaus aktuell bei rund 6.027 Euro.«<br />
Ähnliche Unterschiede zeigen sich bei den<br />
Grundstücken: »In Mödling können Grundstücke<br />
Preise von bis zu 550 Euro pro Quadratmeter<br />
erzielen, während es in Gmünd nur<br />
45 Euro sind«, so Michael Mack. Eines sollte<br />
man aber bei den Durchschnittspreisen<br />
beachten, meint der Geschäftsführer von<br />
IMMOcontract: »Es kommt regional zu<br />
großen Unterschieden. Der Preis für ein<br />
Einfamilienhaus im Bezirk Horn ist immerhin<br />
um 80 Prozent teurer als ein Haus im<br />
Bezirk Gmünd.«<br />
EINE GROSSE COMMUNITY<br />
Der Glaube, dass man im Waldviertel allein<br />
irgendwo im Nirgendwo sitzt, stimmt nicht<br />
»Das Waldviertel wird<br />
teurer werden, weil die<br />
Nachfrage so hoch ist. Die<br />
Menschen wollen hierher.«<br />
PETER WEINBERGER Raiffeisen<br />
Immobilien Österreich<br />
Entspannung<br />
Das Naturstamm-Blockhaus<br />
ist das ideale Hideaway im<br />
Kamptal mit großzügigem<br />
Wohnzimmer, offenem<br />
Küchenbereich und zwei<br />
Terrassen.<br />
raiffeisen-immobilien.at<br />
und hat auch nie gestimmt. Von Gars bis<br />
Gmünd finden sich die »Zuagroasten«<br />
zusammen. Man kennt sich – oft schon über<br />
Jahrzehnte –, man trifft sich, man tauscht sich<br />
aus. Oftmals entstehen aus den Treffen im<br />
Waldviertel auch neue Freundschaften in<br />
Wien. Die Region verbindet. Aber nicht nur<br />
die Zugereisten untereinander – auch mit der<br />
heimischen Bevölkerung wird oftmals ein<br />
sehr enger Kontakt gepflegt. Eine Win-Win-<br />
Situation für beide Seiten, vor allem, weil viele<br />
Häuser, die dem Verfall preisgegeben wären,<br />
von den Menschen aus der Stadt gekauft und<br />
renoviert werden. Das belebt das Landschaftsbild.<br />
Peter Weinberger sieht in den Ortschaften<br />
großes Potenzial: »Viele Ortskerne liegen<br />
brach. Hier gibt es Flächen die – entsprechend<br />
gewidmet und adaptiert – auch für Wohnzwecke<br />
genützt werden könnten.« Das würde<br />
die Gemeinden beleben, brächte Arbeitsplätze<br />
und Steuereinnahmen. Gleichzeitig könnte aus<br />
Leerständen leistbarer Wohnraum geschaffen<br />
werden. Zu vergleichsweise günstigen Preisen<br />
und ganz ohne weitere Bodenversiegelung.<br />
Peter Weinberger, selbst gebürtiger<br />
Waldviertler, ist überzeugt: »Das Waldviertel<br />
wird auch zukünftig im Trend bleiben.« Egal<br />
ob als Haupt- oder als Zweitwohnsitz. Denn<br />
wer möchte nicht wieder »einen Sommer wie<br />
damals« erleben?<br />
<<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
185
my city<br />
BUENOS AIRES<br />
Sie wird oft als das Paris<br />
Lateinamerikas bezeichnet:<br />
die argentinische<br />
Hauptstadt Buenos<br />
Aires. Nicht zu Unrecht: Als<br />
die Stadt zum Ende des 19. Jahrhunderts<br />
und am Anfang des<br />
20. Jahrhunderts explosionsartig<br />
zu einer Metropole anwuchs,<br />
importierte man sich architektonische<br />
Stile vor allem aus<br />
Europa – und die Archi tekt:innen<br />
gleich mit. Nachdem die<br />
spanischen Kolonialherren ihre<br />
ersten Spuren hinterlassen hatten,<br />
war es nach der Unabhängigkeit<br />
1816 vor allem die gerade modische<br />
französische Spielart der<br />
Architektur, die sich hier in<br />
prachtvollen Bauten wie dem<br />
Teatro Colón oder dem Palacio<br />
Barolo manifestierte, aber auch<br />
im Torre Monumental (English<br />
Tower), 1910 ge stiftet von der<br />
britischen Regierung. Die dynamisch<br />
wachsende Stadt blieb<br />
nicht stehen, denn ein stetiger<br />
Strom von Zuwander:innen<br />
sorgte für kulturelle Bereicherung.<br />
Ein Beispiel dafür ist die<br />
argentinische Nationalbibliothek,<br />
ein fast surreal brutalistischer<br />
Turm aus Sichtbeton, entworfen<br />
1961 vom italo-argentinischen<br />
Architekten Clorindo Testa.<br />
Schneller Vor lauf ins 21. Jahrhundert:<br />
Auch der Designer,<br />
Künstler und Architekt Adam<br />
Nathaniel Furman, geboren<br />
1982, ist ein Kosmopolit, der<br />
neben japanischen Wurzeln<br />
auch argentinische hat und<br />
Buenos Aires von vielen inspirierenden<br />
Besuchen kennt – für<br />
ihn ist die Stadt ein globaler<br />
Fixpunkt. Er hat die stets überraschende<br />
kulturelle Mixtur<br />
Lateinamerikas nach London<br />
mitgenommen, um sie dort<br />
farbenfroh und manchmal<br />
provokativ euphorisch in neue<br />
Formen zu gießen.<br />
»Diese Stadt ist<br />
die pure Freude.«<br />
ADAM NATHANIEL FURMAN<br />
ist Architekt, Künstler und Designer<br />
mit argentinischen und japanischen<br />
Wurzeln und lebt in London. Seine<br />
Werke wurden mehrfach ausgestellt,<br />
er lehrt an mehreren Universitäten.<br />
<strong>2022</strong> erschien sein Buch »Queer<br />
Spaces« (mit Joshua Mardell).<br />
adamnathanielfurman.com<br />
LANDMARKS<br />
Palacio de Aguas<br />
Corrientes<br />
Carlos Nyströmer, 1877–94<br />
»Die ehemalige städtische<br />
Pumpstation ist eines der<br />
weltweit großartigsten Gebäude<br />
des 19. Jahrhunderts.<br />
Diese Sinfonie aus Keramik<br />
ist mit 300.000 Fliesen bedeckt,<br />
die extra aus London<br />
herbeigeschafft wurden.«<br />
Palacio Barolo<br />
Mario Palanti, 1919–23<br />
»Eines der seltsamsten und<br />
intensivsten Bauwerke der<br />
Welt. Ein so dunkles wie schönes<br />
Bürogebäude mit einem<br />
fantastisch prachtvollen<br />
öffentlichen Raum im Erdgeschoß.<br />
Ein Pflichtbesuch!«<br />
Eckhaus Corrientes/<br />
Libertad<br />
Luis Wells, 1979<br />
»Ich liebe es, bei Spaziergängen<br />
hier vorbeizugehen.<br />
Es ist eine Vision davon,<br />
wie Fassaden abstrakte<br />
Kunstwerke sein können,<br />
die die Passanten erfreuen.«<br />
Kraftwerke der Italo<br />
Argentina Company<br />
»Diese kleinen Meisterwerke<br />
italienischer Neogotik sind<br />
überall in Buenos Aires verstreut.<br />
Sie erzählen von einer<br />
Zeit, in der man selbst banale<br />
Infrastruktur einer sorgfältigen<br />
und prachtvollen Architektur<br />
würdig erachtete.«<br />
Fotos: Pietro Cattaneo, Diego Grandi/Shutterstock, Alejo Martin/Shutterstock, beigestellt<br />
186 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />
Auf der Suche nach dem totalen Wohnen<br />
Senka Nikolic, Leiterin Projektentwicklung beim<br />
gemeinnützigen Bauträger Schwarzatal,<br />
Ulrike Schartner, Architektin und Partnerin bei<br />
gaupenraub +/–, und Alexandra Spitzer, Partnerin<br />
im designkollektiv (v. l.).<br />
188 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
Selber<br />
machen<br />
oder planen<br />
lassen<br />
Einerseits gibt es einen Trend<br />
zu Handwerk, do it yourself und<br />
Kreislaufwirtschaft. Andererseits<br />
werden die Planungsprozesse<br />
immer komplexer und verlangen<br />
nach professioneller Begleitung.<br />
Über den Spagat zwischen<br />
Selbstbau und Profiarbeit sprechen<br />
Architektin Ulrike Schartner,<br />
Interior-Designerin Alexandra Spitzer<br />
und Wohnbauträgerin Senka Nikolic.<br />
MODERATION UND TEXT WOJCIECH CZAJA<br />
FOTOS LUKAS ILGNER<br />
<strong>LIVING</strong> Selber machen: Worin sind<br />
Sie so richtig gut?<br />
SENKA NIKOLIC Ich habe einen<br />
grünen Daumen und liebe es,<br />
Pflanzen und Nutzpflanzen anzubauen.<br />
Ich habe im Burgenland einen kleinen<br />
Bioacker, den ich bewirtschafte.<br />
ULRIKE SCHARTNER Ich bin gut in textiler<br />
Fertigung. Ich häkle und stricke, und zwar<br />
am liebsten Teppiche aus alter Wolle und<br />
gebrauchten Textilien.<br />
ALEXANDRA SPITZER Ich habe ein Herz<br />
für Tiere. Unter anderem habe ich eine Kuh,<br />
die bei einem Biobauern eingestellt ist und mit<br />
der wir manchmal über die Almen wandern.<br />
Und was beherrschen Sie gar nicht? Wo sind<br />
Sie auf fremde Hilfe angewiesen?<br />
SCHARTNER Installateur- und Elektrikerarbeiten.<br />
NIKOLIC Computer und EDV.<br />
SPITZER Ich bin leider eine ziemlich<br />
schlechte Köchin.<br />
Bezogen auf das Bauen und Wohnen: Sind wir<br />
Österreicher:innen tendenziell selbstständige<br />
Häuslbauer:innen? Oder geben wir die<br />
Planung bereitwillig aus der Hand?<br />
NIKOLIC Wir sind schon eine ziemliche<br />
Häuslbauer-Nation! Und ein großer Teil der<br />
Einfamilienhäuser ist leider schlecht gebaut<br />
und weist eine geringe architektonische und<br />
baukulturelle Qualität auf. Die handwerkliche<br />
Qualität ist verloren gegangen, stattdessen<br />
sind wir sehr konsumorientiert und<br />
kaufen alles billig im Baumarkt ein.<br />
War das früher anders?<br />
SCHARTNER Vor 30 Jahren waren wir<br />
wirklich eine Häuslbauer-Nation. Wir ><br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
189
esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />
><br />
waren in der Lage, selbst Hand anzulegen<br />
und uns in die Errichtung eines Hauses einzubringen.<br />
Doch das, was wir heute vorfinden,<br />
hat nichts mehr mit Hausbau zu tun,<br />
sondern ist das Produkt von Baumarkt und<br />
Fertighausmarkt.<br />
NIKOLIC Ein Hausbau war früher ein<br />
Lebensprojekt, ein Ausdruck von Charakter<br />
und Persönlichkeit. Die Häuser wurden sehr<br />
hochwertig errichtet und auch eingerichtet,<br />
die Fenster, Türen, Möbel und Bodenoberflächen<br />
hatten Bestand für viele Jahrzehnte.<br />
Und es gab wirklich viele hoch spezialisierte<br />
Handwerker, die sich in so einen Hausbau<br />
Fokus auf Haftung und Langlebigkeit<br />
Wohnbauträgerin Senka Nikolic bezweifelt<br />
das Potenzial von Selbstbau. Statt Geld<br />
einzusparen, meint sie, verzichtet man<br />
eher auf Qualitätskontrolle und kauft sich<br />
langfristig sogar technische Probleme ein.<br />
eingebracht haben. Heute geht man in den<br />
Baumarkt und kauft schnell einen Laminatboden<br />
und eine Plastiktür für 120 Euro.<br />
SPITZER Auch im Interior-Bereich hinkt<br />
Österreich anderen Ländern leider weit<br />
hinterher. Umso erstaunlicher ist das angesichts<br />
der Tatsache, dass wir vor dem Zweiten<br />
Weltkrieg eine wirklich ausgeprägte Möbelund<br />
Handwerkskultur hatten! Ich sage nur:<br />
Wiener Werkstätte, Adolf Loos, Josef Frank,<br />
Margarete Schütte-Lihotzky. Und das<br />
Spannende ist: Wenn man sich alte Pläne<br />
anschaut, dann sieht man nur selten hochaufgelöste<br />
technische Details. Diese haben<br />
meist die Tischler, Schlosser und Tapezierer<br />
im Sinne des Gestalters selbstständig entwickelt.<br />
Das ist eine Expertise, die leider<br />
fast vollständig verschwunden ist.<br />
Woran liegt das?<br />
SPITZER Ich vermute, dass die Sensibilität<br />
für Möbelkultur und Innenarchitektur<br />
hierzulande in den Nachkriegsjahren zu<br />
einem großen Teil verloren gegangen ist –<br />
und sich die Branche seitdem nie wieder<br />
ganz erholt hat. Qualität und Langlebigkeit<br />
spielen leider meist eine untergeordnete<br />
Rolle. Die Hauptfaktoren sind: schnell, billig<br />
und verfügbar.<br />
NIKOLIC Der Vorteil aber ist: Früher konnten<br />
sich nur wenige Menschen ein Haus und<br />
eine schöne Einrichtung leisten. Heute ist das<br />
nicht nur der Oberschicht vorbehalten, sondern<br />
auch für die Mittelschicht zugänglich.<br />
Das Schnelle und Billige hat also auch zu<br />
einer gewissen Demokratisierung des<br />
Wohnens und zu einer sozial ausgeglichenen<br />
Landschaft geführt.<br />
SCHARTNER Beim Schnellen und Billigen<br />
muss ich eine Kritik anbringen. Wir können<br />
und dürfen uns den Pfusch heute nicht<br />
mehr leisten! Wir leben in einer Klimakrise,<br />
wir haben es mit Rohstoffengpässen und<br />
explodierenden Baustoffpreisen zu tun, und<br />
eigentlich ist es unsere Aufgabe, mit unseren<br />
Ressourcen sorgfältig umzugehen und<br />
Beständigkeit für viele, viele Jahrzehnte zu<br />
schaffen. Die Zeiten von Husch und Pfusch<br />
sind vorbei.<br />
Herz für soziale Gerechtigkeit<br />
Architektin Ulrike Schartner baut oft mit<br />
Obdachlosen und Freiwilligen. Dadurch wird<br />
die sonst teure Arbeitszeit zu einer billigen,<br />
manchmal sogar kostenlosen Ressource,<br />
mit der man viel Re-Use machen kann.<br />
Hat der Verlust des Handwerks, den Sie jetzt<br />
immer wieder angesprochen haben, auch mit<br />
der Ausbildung zu tun?<br />
SCHARTNER Das hat vor allem auch mit<br />
der Ausbildung zu tun! Damals gab es in der<br />
Schule Fächer wie technische und textile<br />
Werkerziehung, man hat Sägen, Bohren,<br />
Leimen, Töpfern, Nähen, Stricken und<br />
Weben gelernt. Heute lernt man das bestenfalls<br />
noch in der Theorie, kaum aber in der<br />
Praxis. Das merken wir vor allem bei unseren<br />
»Ein Hausbau war früher ein Lebensprojekt, ein Ausdruck<br />
der eigenen Persönlichkeit. Heute geht man in den<br />
Baumarkt und kauft eine Plastiktür für 120 Euro.«<br />
SENKA NIKOLIC Leiterin Projektentwicklung beim gemeinnützigen Bauträger Schwarzatal<br />
190 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
»Wir leben in einer Klima krise, wir müssen<br />
mit unseren Ressourcen sorgfältig umgehen.<br />
Die Zeiten von Husch und Pfusch sind vorbei.«<br />
ULRIKE SCHARTNER Architektin und Partnerin bei gaupenraub +/–<br />
jüngeren Bauherren. Sie sind selten bereit,<br />
Werkzeug in die Hand zu nehmen.<br />
SPITZER Früher gab es einen Masterlehrgang<br />
für Innenraumgestaltung an der Angewandten,<br />
heute gibt es im Osten Österreichs<br />
zwei relevante Ausbildungsstätten in diesem<br />
Bereich: die HTL Mödling und die New<br />
Design University (NDU) in St. Pölten, die<br />
seit ein paar Jahren sogar einen Masterabschluss<br />
anbietet.<br />
Das war jetzt die Analyse von der Vergangenheit<br />
bis zur Gegenwart. Wie geht es mit der<br />
Handwerks- und professionellen Planungskultur<br />
nun weiter?<br />
SPITZER Schön langsam merkt man, dass im<br />
privaten Wohnsektor das Interesse für professionelle<br />
Interior-Planung wieder steigt. Wir<br />
leben in einer Instagram-Welt, alle sehen die<br />
schönen Bilder in den sozialen Medien und<br />
wollen das auch haben – wissen aber nicht,<br />
wie. Allmählich lernen die Menschen, dass<br />
man diese Qualität als Planungsdienstleistung<br />
auch einkaufen kann.<br />
Was sind denn die häufigsten Wünsche und<br />
Vorstellungen, wenn jemand zu Ihnen kommt?<br />
SPITZER Im professionellen Objektbereich<br />
sind das klar definierte Aufgaben im Bereich<br />
Hotel, Retail und Gastronomie. Im Privatbereich<br />
sehnen sich die Kund:innen nach<br />
einem schönen, stimmigen Gesamtkonzept.<br />
Meist kommen sie mit Hunderten Mood-Bildern,<br />
die ihnen gefallen. Unsere Aufgabe ist<br />
es dann, aus der Flut die wichtigen und relevanten<br />
Leitbilder herauszufiltern. Themen,<br />
die man immer wieder findet, sind Bad,<br />
Küche, Schrankraum.<br />
Seit einigen Jahren ist in den Medien ein<br />
Do-it-yourself-Trend zu beobachten. Ist der<br />
Trend auch für Sie spürbar?<br />
SPITZER Im Social-Business-Bereich ist der<br />
Trend zum Selbermachen klar erkennbar, im<br />
kommerziellen Bereich ist das aber eher ein<br />
Nischenthema. Im Privatbereich sehen wir ein<br />
starkes Stadt-Land-Gefälle. Am Land helfen<br />
oft noch alle mit, da ist das Häuslbauen meist<br />
ein Familien- und Nachbarschaftsprojekt.<br />
SCHARTNER In unseren Projekten spielt<br />
DIY eine große Rolle. Und nachdem viele<br />
unserer Projekte im Social Business angesiedelt<br />
sind und wir immer wieder auch<br />
für Obdachloseneinrichtungen wie etwa<br />
VinziRast und VinziDorf arbeiten, drehen<br />
sich die klassischen Parameter von Architektur<br />
und Handwerk bei uns um: Material ist<br />
für uns etwas sehr Teures, aufgrund der<br />
Eigenleistung unserer Nutzer:innen und<br />
Auftraggeber:innen jedoch können wir auf<br />
günstige oder sogar kostenlose Arbeitskräfte<br />
zurückgreifen.<br />
»Im Interior-Bereich hinkt<br />
Österreich anderen Ländern<br />
leider weit hinterher. Und das,<br />
obwohl wir früher eine wirklich<br />
ausgeprägte Möbel- und<br />
Handwerkskultur hatten!«<br />
ALEXANDRA SPITZER Interior-Designerin<br />
und Partnerin im designkollektiv<br />
Wie wirkt sich diese Umdrehung auf die<br />
Architektur aus?<br />
SCHARTNER Wir bauen vor allem mit<br />
Spendenmaterialien und Recyclingprodukten.<br />
Mal finden wir alte, aber intakte Kastenfenster,<br />
mal bekommen wir Restbestände von Türen,<br />
Pflastersteinen und diversen Baumaterialien<br />
geschenkt. In einer sehr schönen, aber zeitintensiven<br />
Arbeit, die man sich am klassischen<br />
Handwerkermarkt niemals leisten könnte,<br />
werden die Sachen adaptiert und kombiniert.<br />
NIKOLIC Darum beneide ich Sie! Das können<br />
wir uns als gemeinnütziger Bauträger im<br />
Anspruch auf handwerkliche Qualität<br />
Interior-Designerin Alexandra Spitzer bedauert<br />
den Verlust der handwerklichen Kultur um<br />
1900. Doch allmählich, sagt sie, legen die<br />
Kund:innen wieder verstärkt Wert auf<br />
Handwerk – nicht zuletzt dank Instagram.<br />
Bereich des großvolumigen Wohnbaus leider<br />
nicht leisten. Aber manchmal gelingt es doch:<br />
In einer ehemaligen Arbeitersiedlung in<br />
Ternitz, die wir nun saniert haben, haben wir<br />
Studierende der TU Wien eingeladen, für uns<br />
Außenmöbel wie etwa Sitzbänke, Tische und<br />
Liegepodeste zu entwerfen und zu bauen.<br />
Und einige Bewohner:innen haben einfach<br />
mit Hand angelegt. Die Leute lieben diese<br />
Möbel. Das ist wirklich schön zu sehen.<br />
SCHARTNER Und nebenbei haben die<br />
Studierenden nicht irgendetwas Fiktives<br />
geplant, sondern haben ein reales Projekt<br />
geschaffen, von dem viele profitieren können.<br />
Das ist eine Win-Win-Situation für alle.<br />
Daher versuchen wir, in unseren Projekten<br />
immer wieder auch Schüler:innen, Lehrlinge<br />
und Studierende einzubeziehen.<br />
Welche Vorteile hat diese Arbeitsweise mit<br />
alten Produkten und Recyclingbaustoffen?<br />
SCHARTNER Alte Holzkastenfenster und alte<br />
Türen aus Vollholz sind oft hochwertiger ><br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
191
esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />
><br />
und langlebiger als billige Kunststofffenster<br />
oder Kartonwabentüren aus dem Baumarkt.<br />
Wo man altes Handwerk und Kulturgut<br />
erhalten kann, bitte unbedingt erhalten!<br />
Und welche Nachteile?<br />
SCHARTNER Wenn man so arbeitet, dann<br />
braucht man erstens viel Zeit, zweitens eine<br />
gute Kommunikation und drittens starke<br />
Nerven, denn es passieren immer wieder<br />
unvorhergesehene Dinge. Bauen ist ein Kräftedreieck<br />
mit den drei Größen Geld, Zeit und<br />
Qualität. In unseren sozialen Projekten muss<br />
man daher immer auf mindestens eines davon<br />
verzichten. Cheap and good won’t be fast!<br />
NIKOLIC Und auf Qualität will man am<br />
allerwenigsten verzichten, oder?<br />
SCHARTNER Auf Qualität soll man niemals<br />
verzichten!<br />
NIKOLIC Wir als gemeinnütziger Bauträger<br />
kommen hier so ziemlich in die Bredouille,<br />
wenn man sich dieses Kräftedreieck<br />
anschaut: Auf Qualität können wir nicht<br />
verzichten, Zeit ist für uns ein kostbares<br />
Gut, und die Geldmittel sind aufgrund der<br />
Fördergrenze beschränkt.<br />
Eine heikle Frage bei Selbstbau sind Haftung,<br />
Gewährleistung und die Abnahme durch den<br />
TÜV. Wie lösen Sie das Problem?<br />
SCHARTNER Bei unseren Projekten geht das<br />
nur, indem entweder der Bauherr oder wir<br />
auf die Gewährleistung verzichten und<br />
Eigenverantwortung übernehmen. Anders<br />
sind solche Projekte nicht realisierbar.<br />
NIKOLIC Im großvolumigen Wohnsegment<br />
ist das eine heikle Sache. Wir müssen uns<br />
gegen Risiko, Schaden und Dysfunktion<br />
absichern. Die Möbel in der Arbeitersiedlung<br />
in Ternitz haben nach einigen Korrekturen<br />
und Adaptierungen schließlich die nötige<br />
Genehmigung bekommen.<br />
Wie ist das bei Ihren Interior-Projekten?<br />
SPITZER Gerade Privatkund:innen wünschen<br />
sich in ihrem Einfamilienhaus oft<br />
besondere Lösungen, die nicht der Norm<br />
entsprechen oder bei denen die Firmen und<br />
Handwerker:innen keine Garantie oder<br />
Gewährleistungen übernehmen.<br />
DIE GESPRÄCHS-<br />
PARTNER:INNEN<br />
Und dann?<br />
SPITZER Wir sind leider gezwungen, uns bei<br />
solchen Sonderlösungen in Abstimmung mit<br />
den Bauherr:innen rechtlich abzusichern.<br />
Mittlerweile sind wir richtig gute Jurist:innen!<br />
Frau Nikolic, das Pariser Architekturbüro<br />
Lacaton & Vassal übergibt seine Wohnbauten in<br />
einer Art Edelrohbau – ohne Fliesen, ohne Wandfarbe,<br />
ohne Bodenbelag. Diese Arbeiten bringen<br />
die Mieter:innen mittels Selbstbau ein. Dafür können<br />
mit dem Budget größere Wohnflächen errichtet<br />
werden. Wäre so etwas auch für Sie denkbar?<br />
»Überlegen Sie sich gut, welche Komplexität und Problematik<br />
sich hinter den drei Buchstaben DIY verbirgt!«<br />
SENKA NIKOLIC Leiterin Projektentwicklung beim gemeinnützigen Bauträger Schwarzatal<br />
Senka Nikolic (55) studierte Architektur<br />
an der TU Sarajevo und arbeitete in<br />
diversen Architekturbüros sowie beim<br />
Bau träger ÖVW. Seit 2012 ist sie Leiterin<br />
Projektentwicklung und Technik beim<br />
gemeinnützigen Bauträger Schwarzatal.<br />
Erst unlängst wurde das Baugruppenhaus<br />
Gleis 21 mit dem New European Bauhaus<br />
Award <strong>2022</strong> ausgezeichnet. schwarzatal.at<br />
Alexandra Spitzer (54) studierte Architektur<br />
in Wien an der TU und Interior-Design<br />
an der NDU St. Pölten. 2014 gründete sie<br />
mit ihrem Partner Martin Ritt das Büro<br />
designkollektiv mit einem Schwerpunkt auf<br />
Interior-, Möbel- und Produktdesign. Zu ihren<br />
Auftraggebern zählen u. a. magdas, Caritas,<br />
Wombat’s Hostel sowie zahlreiche<br />
Privatbauherr:innen. designkollektiv.at<br />
Ulrike Schartner (56) absolvierte ein<br />
Kolleg für Innenausbau und Möbelbau<br />
und studierte Architektur in Wien und<br />
Stockholm. 1999 gründete sie gemeinsam<br />
mit Alexander Hagner das Architekturbüro<br />
gaupenraub +/–. Zu ihren Projekten zählen<br />
u. a. die Obdachlosenwohnheime der<br />
VinziRast und VinziDorf in Wien und<br />
Mayerling. Preis der Stadt Wien für<br />
Architektur 2020. gaupenraub.net<br />
»Im Social Business ist<br />
alles anders: Material ist<br />
für uns etwas sehr Teures,<br />
dafür aber können wir auf<br />
günstige und kostenlose<br />
Arbeitskräfte zurückgreifen.«<br />
ULRIKE SCHARTNER Architektin<br />
und Partnerin bei gaupenraub +/–<br />
NIKOLIC Ich kenne und liebe die Projekte von<br />
Lacaton & Vassal. Aber das sind ganz andere<br />
kulturelle und auch baurechtliche Schwierigkeiten.<br />
Ich finde die Idee reizvoll, aber für<br />
uns wäre die Umsetzung, ehrlich gesagt, sehr<br />
schwierig. Die derzeitigen Bauvorschriften und<br />
Förderrichtlinien lassen das nicht so einfach zu.<br />
Die könnte man doch für ein Pilotprojekt auch<br />
einmal aushebeln!<br />
NIKOLIC Könnte sein. Aber auch dann noch<br />
bezweifle ich, ob diese Form des Selbstbaus<br />
nachhaltig wäre. Unsere Aufgabe als gemeinnütziger<br />
Bauträger ist es, hohe technische Qualität<br />
zu schaffen, die viele Jahre währt. Beim Selbstbau<br />
gibt es keine Qualitätskontrolle und damit<br />
auch kein Commitment zu Nachhaltigkeit. Ich<br />
glaube, unterm Strich ist das vielleicht eine<br />
punktuelle Einsparung, aber keine langfristige.<br />
Zum Abschluss: Welche Dos and Don’ts können<br />
Sie Architekt:innen, Bauherr:innen, Kund:innen<br />
und Bewohner:innen mit auf den Weg geben?<br />
SCHARTNER Den Friseur seines Vertrauens<br />
sucht man sich sehr gewissenhaft aus. Das Gleiche<br />
sollte auch auf Architekt:innen zutreffen!<br />
SPITZER Dem schließe ich mich voll an!<br />
Auftraggeber:in und Planer:in gehen eine<br />
intensive, monate- bis jahrelange Beziehung ein.<br />
Gegenseitiges Vertrauen und eine gesunde<br />
Portion Empathie sind wichtige Erfolgsfaktoren.<br />
NIKOLIC Überlegen Sie sich gut, welche<br />
Komplexität und Problematik sich hinter den<br />
drei Buchstaben DIY verbirgt!<br />
Zu Beginn habe ich Sie gefragt, worin Sie richtig<br />
gut sind. Nun frage ich Sie: Was würden Sie<br />
denn gerne noch lernen?<br />
SCHARTNER Was für eine große Frage!<br />
Wasser in Wein verwandeln.<br />
SPITZER Irgendwann mache ich noch eine<br />
Tischlerlehre.<br />
NIKOLIC Ich würde gern singen können.<br />
<<br />
192 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
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Per LED-Druckknopf aktivieren Sie den Filter<br />
– und wählen im Handumdrehen die<br />
gewünschte Sprudelmenge. Dank zwei<br />
voneinander getrennter Wasserführungen<br />
im Inneren der Armatur kommen Leitungswasser<br />
und gefiltertes Wasser nicht<br />
miteinander in Berührung. Raffiniert!<br />
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Energieverbrauch, in der sich der Filter<br />
und die CO2-Flasche befinden. Mit nur<br />
wenigen Handgriffen kann ein Fachinstallateur<br />
das Wassersystem in der Küche<br />
installieren. Angesichts seiner kompakten<br />
Größe findet der Kühler problemlos in<br />
jeder Nische ab 40 cm Breite Platz. Auch<br />
der Austausch von Filter und CO2-Flasche<br />
ist in wenigen Sekunden erledigt.<br />
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Gemeinde bezirk gilt als eine der exklusivsten<br />
Adressen Wiens. Im Frühjahr <strong>2022</strong> war der<br />
Baubeginn des neuen Projekts »Park & Bloom«<br />
der Projektentwicklung- und Bauträger<br />
Gesellschaft VMF Immobilien. In absoluter<br />
Ruhelage werden 18 Wohneinheiten mit<br />
durchdachten Grundrissen und aus hochwertigen<br />
und nachhaltigen Materialien errichtet.<br />
Die Wohneinheiten bieten Wohnflächen<br />
zwischen 48 und 145 Quadratmetern und<br />
verfügen über großzügige Freiflächen wie<br />
Terrassen, Balkone oder einen privaten Eigengarten.<br />
Die Wohnanlage bietet außerdem<br />
15 Pkw-Stellplätze. Interessierte Käufer:innen<br />
können noch aus verschiedenen Grundrissvarianten<br />
wählen. Nachdem das Projekt noch<br />
im Bau ist, lassen sich individuelle Wünsche<br />
berücksichtigen.<br />
HORST LUKASEDER<br />
VMF Immobilien<br />
vmfimmo.at<br />
Faszination Immobilien:<br />
Drei Branchenprofis erzählen<br />
in <strong>LIVING</strong>, welche Projekte<br />
ihnen in Österreich besonders<br />
am Herzen liegen.<br />
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2024 mit der »Villa Schönbrunn« ein Refugium,<br />
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sechs Eigentumswohnungen mit einer Größe<br />
zwischen 58 und 157 Quadratmetern überzeugen<br />
mit ihren Grundrissen, großzügigen Außenflächen<br />
und hochwertiger Ausstattung sowie mit<br />
nachhaltiger Energieversorgung mittels Wärmepumpe.<br />
Wer gern einen Pool sein Eigen nennt,<br />
wird die Gartenwohnung der »Villa Schönbrunn«<br />
schätzen, die zudem mit einer Outdoorsauna<br />
ausgestattet wird. Das 127 Quadratmeter große<br />
Penthouse bietet großzügige Freiflächen auf<br />
der Wohnebene sowie eine Dachterrasse mit<br />
Whirlpool und herrlichem Panoramaausblick.<br />
Hier lässt es sich entspannen und mit einem<br />
Sundowner den Sonnenuntergang genießen.<br />
SONJA KASPAR<br />
OTTO Immobilien GmbH<br />
luxury.otto.at<br />
Fotos: SquareBytes, VMF Immobilien GmbH, Alexander Chitsazan, Arnold Poeschl, beigestellt<br />
194 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
BELETAGE AM RUCKERLBERG<br />
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immer schon der Inbegriff von Luxus.<br />
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<strong>LIVING</strong><br />
INSPIRATION<br />
204<br />
202<br />
MUSTERGÜLTIG<br />
Die schönsten Ikat-Stücke. (S. 198)<br />
DATES TO KNOW<br />
Ein kurzer Überblick über die<br />
wichtigsten Ausstellungen,<br />
Messen und Events in den<br />
kommenden Wochen. (S. 202)<br />
EVENT-CLIPPINGS<br />
<strong>LIVING</strong> zeigt die besten Design-<br />
Happenings der Szene. (S. 204)<br />
198<br />
Fotos: Nacasa & Partners, Andreas Tischler/Vienna Press, beigestellt<br />
204
inspiration / IKAT<br />
MUSTER-<br />
GÜLTIG<br />
Ikat<br />
ist ein wahrlich traditionsreiches<br />
Muster, entspringt es<br />
doch einer der ältesten Webtechniken<br />
der Welt. Die folgenden<br />
Seiten beweisen allerdings, dass<br />
es aktueller denn je ist.<br />
TEXT AMELIE-CATHARINA BACHER<br />
1.<br />
Fotos: beigestellt<br />
198 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
2. 3.<br />
5.<br />
4. 1. Ein Licht geht auf Mit fröhlichen Gelb- und Türkistönen erhellt der<br />
»Ahal«-Lampenschirm von Robert Kime auch ohne Glühbirne den<br />
Raum. robertkime.com<br />
2. Einladend Wenn sich Eleganz und Komfort verbinden, passieren<br />
wunderbare Dinge. Bestes Beispiel dafür: die gemütliche »Anatolia«-<br />
Chaiselongue. mindtheg.com<br />
3. Für schicke Vierbeiner Auch unsere felligen Freunde legen Wert auf<br />
schickes Interieur. Die Besitzer:innen erfreuen sich neben der Optik<br />
auch an der Strapazierfähigkeit des Hundebetts. teixitsvicens.com<br />
4. Blaue Periode Wer sich an den musterreichen Trend erst langsam<br />
herantasten möchte, ist mit dem Kissen aus 100 Prozent Baumwolle<br />
von Malagoon bestens beraten. debijenkorf.at<br />
5. Lesefreund Ob Zeitschrift oder Buch – im »Haverhill«-Sessel lässt es<br />
sich besonders gut schmökern. Die goldigen Akzente sorgen für eine<br />
elegante Note. anthropologie.com<br />
6. Bitte zu Tisch Der »Cala D’Or Agua Burdeos«-Stoff wirkt nicht nur<br />
als Tischtuch toll (Bild), auch als Vorhang oder für Tischsets kann er<br />
wunderbar eingesetzt werden. gastonydaniela.com<br />
6.<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
199
inspiration / IKAT<br />
7. 9.<br />
8.<br />
7. Vielseitig Dank einer wasserabweisenden<br />
Behandlung kann der in Nordfrankreich produzierte<br />
»Rayure«-Stoff mit Ikatmusterung<br />
sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich<br />
eingesetzt werden. pierrefrey.com<br />
8. Blumig Ikatmuster trifft auf Florales – der<br />
»Dahlia Fortuna«-Speiseteller von Elysian by<br />
Emily Morrison vereint die beiden Welten gekonnt<br />
miteinander. elysianbyem.com<br />
9. Gut getarnt Erst auf den zweiten Blick zeigt<br />
sich bei der nachhaltigen Tapete aus Vliesstoff<br />
von Omexco die hübsche Ikatmusterung.<br />
archiproducts.com<br />
10. Exotisch Das Design dieser ausgefallenen Tapete<br />
entstammt der »Origin Two«-Kollektion der Firma<br />
Gastón y Daniela. chicandfabric.com<br />
11. Auf Streifzug Der Stoff von Schumacher Fabric<br />
aus der »Mark D. Sikes«-Kollektion wirkt allein<br />
genauso gut wie in Kombination mit anderen<br />
Mustern. decoratorsbest.com<br />
12. Schick verstaut Schöner kann Stauraum<br />
kaum sein – die »Ikat Bone Inlay«-Kommode von<br />
NewyorkhomeDesign setzt auf blaues Ikatmuster<br />
und goldige Details. etsy.com<br />
12.<br />
10.<br />
11.<br />
Fotos: beigestellt<br />
200<br />
falstaff<br />
<strong>LIVING</strong> 7 / 22
TAUROA<br />
BEFLÜGELNDE TAGE<br />
AM WOLFGANGSEE<br />
Es gibt diese Orte, die einen unmittelbar ihre Magie spüren, ihre Geschichte inhalieren und<br />
ihre Seele fühlen lassen. Das zauberhafte »Landhaus zu Appesbach« lädt ein, beflügelnde<br />
Momente zu genießen – zu jeder Jahreszeit. Vom kulinarischen Erlebnis über ein Wohlfühlwochenende<br />
bis zum Bleiben für viel länger. Sogar Weihnachten kann man hier feiern …<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
W<br />
ie eingerahmt vom Schafberg,<br />
dem Zwölferhorn<br />
und der Postalm liegt der<br />
Wolfgangsee in einer einmaligen<br />
Naturlandschaft. Am Ortseingang<br />
von St. Wolfgang liegt das »Landhaus zu<br />
Appesbach«. Das wunderschöne ehemalige<br />
Herrenhaus blickt auf eine über 100-jährige<br />
Tradition zurück.<br />
Schon bei der Zufahrt taucht man ein in<br />
ein Gefühl des Besonderen, des Rückzugs in<br />
ein anderes Zeitgefüge. Über wenige Stufen<br />
betritt man ein stilvolles, gemütliches Ambiente,<br />
in dem man sich unverzüglich wohl<br />
fühlt. Jetzt also zuerst in eines der individuellen<br />
Zimmer oder Suiten mit allen zeitgemäßen<br />
Annehmlichkeiten eines Hauses<br />
dieser Klasse oder doch den Moment des<br />
Ankommens im Salon oder auf der Terrasse<br />
mit Blick über den See genießen.<br />
Kulinarisch überzeugt das Küchenteam im<br />
Restaurant oder – je nach Wetter – auf der<br />
herrlichen Terrasse oder in der Strandbar<br />
mit köstlichen traditionellen Kreationen<br />
und höchstem Respekt für die wertvollen<br />
Produkte der Region.<br />
NEUER WOHLFÜHLBEREICH<br />
Wunderbare Momente des Seins lassen sich<br />
auch im neuen Wohlfühlbereich genießen:<br />
bei einer entspannenden Massage, einer individuellen<br />
Behandlung, einem wohltuenden<br />
Saunagang oder beim erholsamen Dampfbadgenuss.<br />
Danach, davor oder einfach zum<br />
Innehalten laden im Ruheraum die weichen<br />
Polster der Liegen, das wärmende Feuer<br />
und die Aussicht über das Glasdach in den<br />
Himmel ein. Hier stellt sich nur die Frage, ob<br />
es entspannender ist, die Augen zu schließen<br />
oder die Gedanken dem Blick ins Unendliche<br />
folgen zu lassen.<br />
Mehr Infos zu den Spa-Schnuppertagen,<br />
Gansl- und Wildwochen sowie zu einem<br />
romantischen Urlaub finden Sie unter:<br />
landhauszuappesbach.at<br />
INFO UND BUCHUNGEN<br />
Landhaus zu Appesbach<br />
Au 18, 5360 St. Wolfgang<br />
T: +43 6138 2209<br />
willkommen@landhauszuappesbach.com<br />
landhauszuappesbach.at, tauroa.at<br />
ADVERTORIAL<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
201
inspiration / TERMINE<br />
DATES TO KNOW<br />
Was kann die Stadt? Welche Termine sollten notiert werden? Ein kurzer Überblick<br />
über die wichtigsten Ausstellungen, Messen und Events in den kommenden Wochen.<br />
1.<br />
Designart Tokyo <strong>2022</strong><br />
3.<br />
21.–30. 10. <strong>2022</strong><br />
Die Designart Tokyo ist ein stadtweites Design- und<br />
Kunstfestival. Die Messe findet seit 2017 jährlich im<br />
Herbst statt und umfasst Galerien und Geschäfte, die<br />
Ausstellungen und Präsentationen zu den Themen<br />
Kunst, Architektur, Inneneinrichtung, Produktdesign,<br />
Mode, Essen, Sport und Technologie veranstalten.<br />
Die Ziele der Veranstaltung sind die Wiederbelebung<br />
der Kreativwirtschaft mit Schwerpunkt Japan, die<br />
Bereitstellung einer Plattform, damit sich Menschen<br />
auf der ganzen Welt gegenseitig inspirieren können,<br />
und die Unterstützung von jungen Designer:innen und<br />
Künstler:innen, indem sie die Gelegenheit bekommen,<br />
ihre Werke zu präsentieren. designart.jp/en<br />
5.<br />
OKTOBER<br />
Copenhagen Architecture Festival<br />
1.<br />
6.–16. 10. <strong>2022</strong><br />
Das Überthema des diesjährigen Copenhagen<br />
Architecture Festival (CAFx) lautet »Sense of Place«.<br />
Untersucht wird, wie Menschen Orte erleben und<br />
ihnen Bedeutung verleihen, wie ein Zugehörigkeitsgefühl<br />
zu einem bestimmten Ort hergestellt werden<br />
kann und welche Rolle Nachhaltigkeit im städtischen<br />
Raum spielt. Das Architekturfestival ist das größte<br />
in ganz Skandinavien und umfasst Vorträge, Ausstellungen,<br />
Debatten und Filmvorführungen, die<br />
erforschen, wie sich Architektur mit dem täglichen<br />
Leben überschneidet. cafx.dk<br />
3.<br />
NOVEMBER<br />
Dubai Design Week <strong>2022</strong><br />
5.<br />
8.–13. 11. <strong>2022</strong><br />
Die jährliche Veranstaltung präsentiert etablierte<br />
kreative Talente aus Dubai und bietet gleichzeitig<br />
eine Plattform für aufstrebende Designer:innen.<br />
Das umfangreiche Programm umfasst eine Reihe<br />
von Vorträgen, Workshops, kostenlosen Ausstellungen,<br />
Pop-up-Events und Installationen. Ein weiteres Highlight<br />
der Dubai Design Week ist die MENA Graduate Show,<br />
eine Ausstellung mit Arbeiten von Studierenden von<br />
Universitäten aus der gesamten Region des Nahen<br />
Ostens und Nordafrikas.<br />
dubaidesignweek.ae<br />
2.<br />
Dutch Design Week <strong>2022</strong>, Eindhoven<br />
4.<br />
22.–30. 10. <strong>2022</strong><br />
Über 2.600 Designer:innen und kreative Köpfe<br />
bringt die Dutch Design Week zusammen. Das<br />
größte Design-Event in Nordeuropa präsentiert<br />
die neuesten Trends und Innovationen aus dem<br />
Designbereich. An verschiedenen Locations in ganz<br />
Eindhoven finden an den neun Tagen zahlreiche<br />
Ausstellungen, Netzwerkevents, Vorträge, Debatten<br />
und Auszeichnungen statt. Das diesjährige Thema:<br />
»Get Set«. »Get Set« bezieht sich darauf, dass wir als<br />
Bürger:innen in die richtige Einstellungen kommen<br />
müssen und uns darauf vorbereiten müssen, was<br />
kommt – alle Herausforderungen unserer aktuellen<br />
Zeit miteingeschlossen. ddw.nl<br />
6.<br />
Seoul Design <strong>2022</strong><br />
2.<br />
19. 10.–2. 11. <strong>2022</strong><br />
Das Programm der Seoul Design umfasst Ausstellungen,<br />
Kongresse, Konferenzen, Märkte, Seminare<br />
und Workshops. Das Festival ist eine erweiterte Version<br />
der Seoul Design Week, die in den letzten sieben<br />
Jahren über eine Million Besucher:innen verzeichnete.<br />
Das diesjährige Thema lautet übersetzt »Schönes<br />
Leben« und fokussiert sich auf ein fröhliches Leben<br />
nach der Coronapandemie sowie ein friedliches<br />
Leben als individuelles Recht. Mit einer Reihe von<br />
spannenden Seminaren wagt die Seoul Design auch<br />
den Schritt ins Metaverse. Dongdaemun Design Plaza<br />
(DDP), 281 Eulji-ro, Euljiro 7(chil)-ga, Jung-gu, Seoul,<br />
Südkorea. seouldesign<strong>2022</strong>.or.kr<br />
4.<br />
Salon Art + Design <strong>2022</strong>, New York City<br />
6.<br />
10.–14. 11. <strong>2022</strong><br />
Diesen November kehrt die Messe Salon Art + Design<br />
für ihre mittlerweile elfte Ausgabe zurück und vereint<br />
erneut Design und Kunst des 20. Jahrhunderts unter<br />
einem Dach. Die Veranstaltung bietet eine Mischung<br />
aus klassischen, modernen und zeitgenössischen<br />
Designstücken von bekannten internationalen Galerien.<br />
Die Bereitschaft des Salons, sowohl bildende als auch<br />
dekorative Kunst im Kontext des zeitgenössischen<br />
Lebens zu betrachten, basiert auf der Überzeugung,<br />
dass Designer:innen und Sammler:innen heute mehr<br />
denn je Umgebungen schaffen, anstatt Objekte zu<br />
sammeln. The Park Avenue Armory, 643 Park Ave,<br />
New York, NY 10065, USA. thesalonny.com<br />
Fotos: Nacasa&Partners, © Max Kneefel, beigestellt<br />
202 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
VAILLANT<br />
ALTBAUSANIERUNG 2.0<br />
Eine Vaillant-Wärmepumpe bringt neuen Komfort in eine historische Villa.<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
Atbausanierungen liegen im Trend,<br />
denn es entspricht dem Zeitgeist,<br />
historische Bausubstanz in<br />
modernen Lebensraum zu verwandeln.<br />
In Klosterneuburg befindet sich ein<br />
schönes Beispiel einer solchen Haus-Revitalisierung.<br />
Eine über hundert Jahre alte Villa<br />
wurde durch Sanierung zum zeitgemäßen<br />
Familienrefugium. Bei der Haustechnik<br />
investierte man nachhaltig in die Zukunft:<br />
Eine Vaillant-Wärmepumpe inklusive Kühlpuffer,<br />
Trinkwasserstation und Internet-<br />
Kommunikationsmodul garantieren Rundum-Wohnkomfort<br />
für viele Jahre.<br />
Die einstige Wiener Vorstadt-Villa – nach<br />
einem Entwurf des Klosterneuburger Architekten<br />
E.A. Plischke – ist über hundert Jahre<br />
alt. Kürzlich wurde das Haus umfassend<br />
modernisiert und an den zeitgemäßen Lifestyle<br />
einer Familie angepasst. »Wir haben<br />
den Altbau saniert, weil wir das Haus in seiner<br />
Charakteristik erhalten wollten. Auf den<br />
Komfort eines modernen Gebäudes wollten<br />
wir aber auch nicht verzichten.« Bei den Installationen<br />
waren die Bewohner deshalb<br />
auch kompromisslos: Mit einer modernen<br />
Vaillant-Wärmepumpe entschied man sich<br />
für zeitgemäße und nachhaltige Technik.<br />
WÄRMEPUMPE STATT ÖLHEIZUNG<br />
Das Haus wurde auch gartenseitig im Neubau<br />
ergänzt. Mit Baumeister Almir Mulamustafic<br />
hatte die Familie einen erfahrenen<br />
Experten an der Seite, der neben dem Blick<br />
für bauliche Details auch das Know-how für<br />
die Installationen und den Wechsel von Öl<br />
auf Erdwärme mitbrachte. Fachliche Unterstützung<br />
kam auch von Manuel Winkler,<br />
dem zuständigen Key-Account-Manager von<br />
Vaillant: »Der Umstieg auf Wärmepumpen-<br />
Technologie ist ein Investment. Weil aber<br />
finanzielle Zuschüsse gewährt werden und<br />
Erdwärme eine äußerst günstige Art der<br />
Energiegewinnung ist, lohnt es sich. Und:<br />
Das System ist umweltfreundlich und nahezu<br />
wartungsfrei.«<br />
Bei der Altbausanierung wurden vier Erdsonden<br />
– in Summe 448 Meter lang – mittels<br />
Tiefenbohrung in den Boden eingebracht.<br />
So gelangt die Erdwärme geräuschlos<br />
zur »Heizzentrale« in den Keller, wo das<br />
komplette Vaillant-System – bestehend aus<br />
Wärmepumpe, Warmwasserspeicher, Kühlpuffer<br />
und Trinkwasserstation – installiert<br />
wurde. Für Vaillant entschied sich der qualitätsbewusste<br />
Hausherr, weil er mit den<br />
Produkten bereits gute Erfahrungen<br />
gemacht hat: »Wir haben unseren Umbau<br />
in allen Bereichen auf zeitloses Design und<br />
Langlebigkeit ausgelegt. Deshalb passen die<br />
Vaillant-Produkte gut in unser Konzept.«<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
vaillant.at<br />
ADVERTORIAL<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
203
inspiration / REVIEW<br />
EVENT-CLIPPINGS<br />
Events, Messen, Präsentationen – <strong>LIVING</strong> zeigt die besten Design-Happenings aus der Szene.<br />
GLITZERNDES OPENING IN DER CITY<br />
Bulgari feierte die Eröffnung seiner neuen Boutique am Kohlmarkt inklusive Megaparty.<br />
Schickes Setting Die Ferstel-<br />
Passage verwandelte sich in<br />
eine fulminante Party-Location.<br />
Eröffnung v. l.: Bart De Boever (Bulgari Managing Director Northern Europe),<br />
Walter Bolognino (Bulgari Managing Director EMEA), Schauspielerin Edita<br />
Malovčić, Schauspielerin Coco König, Vincenzo Pujia (Bulgari Retail und<br />
Customer Experience Vice President) und Georg Eppacher (Store Manager Wien).<br />
Mutter-Tochter-Duo Kunsthistorikerin<br />
Katharina Husslein<br />
(l.) und Agnes Husslein-Arco,<br />
Direktorin Heidi Horten Museum.<br />
Strahlend Influencerin<br />
und Unternehmerin<br />
Xenia Adonts ist Markenbotschafterin<br />
der Brand.<br />
Ausgelassene<br />
Stimmung Der angesagte<br />
DJ Wolfram<br />
heizte den Gästen<br />
ordentlich ein.<br />
Besucher:innen Künstlerin<br />
Anouk Lamm Anouk (l.) und<br />
Juristin Marleen Roubik nahmen<br />
den neuen Store unter die Lupe.<br />
Am Kohlmarkt 4 eröffnete in Toplage die<br />
neue Boutique des römischen Juwelierhauses<br />
Bulgari. Ein Anlass, der ordentlich gefeiert<br />
werden musste. Inspiriert vom italienischen Dolce<br />
Vita konnten die Gäste zuerst die Boutique mitsamt<br />
der schillernden Schmuck-, Uhren- und Accessoire-<br />
Kreationen bewundern, um dann in der Ferstel-Passage<br />
die Nacht zum Tag zu machen, inklusive mediterraner<br />
Köstlichkeiten, Drinks und der Klänge von Star-DJ<br />
Wolfram. Bei der Gestaltung des neuen Stores ließ<br />
sich Bulgari von der reichen Geschichte seiner Heimatstadt<br />
Roms und der farbenfrohen italienischen Seele<br />
inspirieren. Das Designkonzept stammt von Stararchitekt<br />
Peter Marino – das Ergebnis? Edle Materialien<br />
sowie ein ausgeklügeltes Lichtkonzept.<br />
Partygäste v. l.: Society-Lady Graciela<br />
Binder, <strong>LIVING</strong>-Herausgeberin Angelika<br />
Rosam und Schmuckdesignerin<br />
Prinzessin Nathalie von Hohenzollern.<br />
Pretty in Pink Markenbotschafterin,<br />
Unternehmerin<br />
und Model<br />
Prinzessin Lilly zu Sayn<br />
Wittgenstein-Berleburg.<br />
204 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
EIN NEUER ORT FÜR DIE SCHÖNHEIT<br />
In der kürzlich eröffneten Maison Sisley findet man alles, was sich Beauty-Fans wünschen.<br />
Nur wenige Schritte vom Stephansdom entfernt bieten die 310 Quadratmeter großen Räumlichkeiten<br />
mehr als genug Platz für die neue Maison Sisley. Sisley-CEO Philippe d’Ornano war extra<br />
aus Paris angereist, um die Gäste zur exklusiven Eröffnung des Wohlfühltempels willkommen zu<br />
heißen. Die interessierten Besucher:innen konnten nicht nur den neuen Store erkunden, sondern be -<br />
kamen auch einen Einblick in das umfangreiche Angebot an Beautybehandlungen. Neben Champagner<br />
und Canapés konnte man sich unter anderem einer Haaranalyse unterziehen. Come in and find out!<br />
Beautyliebhaber:innen unter<br />
sich Bei der Eröffnung fand<br />
reger Austausch statt.<br />
Expert:innen Das<br />
Maison-Sisley-Team<br />
freut sich schon auf<br />
seine Kund:innen.<br />
Produktvielfalt Die Gäste konnten<br />
sich durch die umfangreiche Produktpalette<br />
testen.<br />
Leidenschaft fürs Produkt Sisley-CEO<br />
Philippe d’Ornano im Gespräch mit den<br />
interessierten Gästen.<br />
Auszeit Wer schön sein will muss …<br />
auch mal ordentlich entspannen!<br />
Zahlreiche Sitzgelegenheiten laden<br />
zum Verweilen ein.<br />
IMPRESSUM<br />
7/<strong>2022</strong><br />
Fotos: Andreas Tischler/Vienna Press, © Maison Sisley<br />
ZEITSCHRIFT FÜR INTERIEUR<br />
UND ARCHITEKTUR<br />
Die in dieser Ausgabe veröffentlichten<br />
Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.<br />
Übersetzung, Nachdruck, Vervielfältigung<br />
und Speicherung in Datenverarbeitungs -<br />
anlagen nur mit ausdrücklicher Genehmigung<br />
des Verlags. Zitate aus Beiträgen dieser<br />
Ausgabe sind ausschließlich mit Angabe<br />
der Quelle gestattet.<br />
MEDIENINHABER<br />
<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong> Verlags GmbH<br />
REDAKTIONSORT<br />
DES MEDIENINHABERS<br />
Wiesingerstraße 6/8, 1010 Wien<br />
T: +43 1 9042141<br />
F: +43 1 9042141-450<br />
hello@falstaff-living.com<br />
www.falstaff-living.com<br />
Gegenstand des Unternehmens<br />
ist die Heraus gabe, der Verlag<br />
und der Vertrieb von Zeitschriften<br />
und Druckwerken aller Art unter<br />
der Bezeichnung »<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong>«.<br />
GESELLSCHAFTER DER<br />
FALSTAFF <strong>LIVING</strong> VERLAGS GMBH<br />
<strong>Falstaff</strong> Verlags-Ges.m.b.H. (Anteil 51 %)<br />
Angelika Rosam (Anteil 39 %)<br />
Mag. Michaela Cholewa (Anteil 10 %)<br />
HERAUSGEBERIN<br />
Angelika Rosam<br />
CHEFREDAKTEURIN<br />
Angelika Rosam<br />
CHEFIN VOM DIENST<br />
Amelie-Catharina Bacher<br />
ART DIRECTOR<br />
Klaus Rauch<br />
PHOTO DIRECTOR<br />
Thomas Hopferwieser<br />
PRODUKTION/LITHO<br />
Konstantin Riemerschmid<br />
MITARBEITER:INNEN DIESER AUSGABE<br />
Karin Cerny, Wojciech Czaja, Paul Fleischmann,<br />
Manfred Gram, Sermin Kaya, Maik Novotny,<br />
Dr. Susanna Pikhart, Heimo Rollett, Walter Senk,<br />
Florentina Welley<br />
LEKTORAT<br />
Angelika Hierzenberger-Gokesch<br />
www.korrekturleserei.at<br />
GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />
Angelika Rosam, Mag. Taskin Yüksel, MSc. MPA<br />
BÜROLEITUNG<br />
Marion Rachbauer<br />
ANZEIGENKOORDINATION<br />
Christiane Ceccarelli, Magdalena Eser<br />
RECHNUNGSWESEN<br />
Sommer & Zarits Steuerberatung GmbH<br />
Robert Graf Platz 1, 7000 Eisenstadt<br />
ANZEIGEN- & PROMOTIONKONTAKT<br />
Mag. Michaela Cholewa MC Services, (Interieur,<br />
Immobilien, Auto), Kinga Mohrent (Auto, Lebensmittel,<br />
Niederösterreich), Nikolaus Peinitz (Sport,<br />
Salzburg/Tirol), Ricarda Posch-Steinacher<br />
( Lifestyle, Auto, Tourismus), Mag. Sara Zager<br />
(Kärnten/Steiermark)<br />
anzeigen@falstaff-living.com<br />
DIRECT SALES<br />
Timotheus Lamberg (Leitung)<br />
VERTRIEB, LESER- UND ABOSERVICE<br />
Michael Bergmeister (Leitung Innendienst)<br />
Thomas Wagner (Vertriebsmanager)<br />
HERSTELLER<br />
Druckerei Berger<br />
Wiener Straße 80, 3580 Horn<br />
VERTRIEB<br />
Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH<br />
St. Leonharder Straße 10, 5081 Anif<br />
www.pgvaustria.at<br />
DVR-Nummer: 06a9192<br />
202122021<br />
7 / 22<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
205
ezugsquellen<br />
Ab ins All!<br />
Mit dem »Houston«-<br />
Flaschenöffner<br />
gibt es kein<br />
Problem, sondern<br />
nur erfrischende<br />
Getränke.<br />
doiydesign.com<br />
A<br />
ACAIA acaia.co<br />
ADAM NATHANIEL FURMAN<br />
adamnathanielfurman.com<br />
ALBERTINA albertina.at<br />
ALESSI eu.alessi.com<br />
ALFREDO HÄBERLI<br />
alfredo-haeberli.com<br />
ALPIN RESORT SACHER<br />
SEEFELD – TIROL seefeld.sacher.com<br />
ALVA alvalinen.de<br />
AMARA amara.com<br />
AMAZON amazon.de<br />
AM WERDER TOR amwerdertor.at<br />
ANDLIGHT andlight.at<br />
ANDREU WORLD andreuworld.com<br />
ANTHROPOLOGIE anthropologie.com<br />
ANZA anzacoffee.com<br />
ARBARO arbaro.it<br />
ARCHIPRODUCTS archiproducts.com<br />
ARE are.at<br />
ARTEMEST artemest.com<br />
ARTHUR ARBESSER<br />
arthurarbesser.com<br />
ASPERN DEVELOPMENT AG<br />
aspern-seestadt.at<br />
ASSOULINE eu.assouline.com<br />
AUGARTEN augarten.com<br />
AVORIS avoris.at<br />
B<br />
BAXTER baxter.it<br />
BIAS biaseditions.com<br />
BODUM bodum.com<br />
BONTEMPI bontempi.it<br />
BORDBAR bordbar.de<br />
BOSE bose.de<br />
BRENDAN FOX brendanfoxart.com<br />
BRETZ AUSTRIA bretz-austria.at<br />
BÜBEL 740 740.at<br />
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CB2 cb2.com<br />
CHIC & FABRIC chicandfabric.com<br />
CHRISTOPHER FARR<br />
christopherfarr.com<br />
CISSY WEARS cissywears.com<br />
CONNOX connox.at<br />
COPENHAGEN ARCHITECTURE<br />
FESTIVAL cafx.dk<br />
D<br />
DAS ARTMANN das-artmann.at<br />
DE BIJENKORF debijenkorf.at<br />
DE CASTELLI decastelli.com<br />
DECORATORSBEST<br />
decoratorsbest.com<br />
DEPOT depot-online.at<br />
DESIGNART TOKYO designart.jp/en<br />
DESIGNKOLLEKTIV designkollektiv.at<br />
DESIGNQVIST designqvist.at<br />
DIE HAUSWIRTSCHAFT<br />
diehauswirtschaft.at<br />
DITRE ITALIA ditreitalia.com<br />
DOEPELSTRIJKERS<br />
doepelstrijkers.com<br />
DOIY doiydesign.com<br />
DORMIENTE dormiente.com<br />
DUBAI DESIGN WEEK<br />
dubaidesignweek.ae<br />
DUBLIN CITY GALLERY<br />
THE HUGH LANE hughlane.ie<br />
DUTCH DESIGN WEEK ddw.nl<br />
DUTCH WINDWHEEL<br />
dutchwindwheel.com<br />
E<br />
ECOLISE ecolise.eu<br />
EDRA edra.com<br />
EGW egw.at<br />
EINSZUEINS einszueins.at<br />
ELYSIAN BY EMILY MORRISON<br />
elysianbyem.com<br />
ENY LEE PARKER enyleeparker.com<br />
ESIGO esigo.com<br />
ESSIGBRÄTLEIN essigbraetlein.de<br />
ETSY etsy.com<br />
EXPORMIM expormim.com<br />
F<br />
FALKENSTEINER HOTELS &<br />
RESIDENCES falkensteiner.com<br />
FALKENSTEINER MICHAELER<br />
TOURISM GROUP fmtg.com<br />
FENDI CASA fendicasa.com<br />
FERM <strong>LIVING</strong> fermliving.de<br />
FINNISH DESIGN SHOP<br />
finnishdesignshop.com<br />
FLEXFORM flexform.it<br />
FORNASETTI fornasetti.com<br />
FOUR SEASONS shop.fourseasons.com<br />
FÜRSTENBERG<br />
fuerstenberg-porzellan.com<br />
F/LIST f-list.at<br />
G<br />
GASTÓN Y DANIELA<br />
gastonydaniela.com<br />
GAUPENRAUB +/– gaupenraub.net<br />
GEBA geba-rugs.com<br />
GEBRÜDER THONET VIENNA<br />
gebruederthonetvienna.com<br />
GEHL gehlpeople.com<br />
GEORG BECHTER ARCHITEKTUR +<br />
DESIGN bechter.eu<br />
GEORG BECHTER LICHT<br />
georgbechterlicht.at<br />
GEORG JENSEN georgjensen.com<br />
GILBERT hotel-gilbert.at<br />
GINORI 1735 ginori1735.com<br />
GRAND KINSKY grandkinsky.at<br />
GUERLAIN guerlain.com<br />
H<br />
HARRODS harrods.com<br />
HÄSTENS hastens.com<br />
HEIMBAU heimbau.at<br />
HERI & SALLI heriundsalli.com<br />
HERZFELDHAUS herzfeldhaus.estate<br />
HORNE shophorne.com<br />
I<br />
IBA WIEN iba-wien.at<br />
IBBI ibbidirect.co.uk<br />
IMMA imma.ie<br />
J<br />
JAN KATH jan-kath.com<br />
JOANNA BUCHANAN<br />
joannabuchanan.com<br />
JONATHAN ADLER jonathanadler.com<br />
K<br />
KARE kare.at<br />
KAYSER kayser.wien<br />
KERLIN GALLERY kerlingallery.com<br />
KLIMAAKTIV klimaaktiv.at<br />
KOLLITSCH kollitsch.eu<br />
KUKU23 kuku23.at<br />
L<br />
LAURAMERONI laurameroni.com<br />
LEOPOLD MUSEUM<br />
leopoldmuseum.org<br />
LIBERTY LONDON libertylondon.com<br />
LIGNE ROSET ligne-roset.com<br />
LISA TODD DESIGNS<br />
lisatodddesigns.com<br />
<strong>LIVING</strong> DELUXE livingdeluxe.com<br />
LONGHI longhi.it<br />
LOUIS VUITTON louisvuitton.com<br />
LUXURY <strong>LIVING</strong> GROUP<br />
luxurylivinggroup.com<br />
M<br />
MADE BY ZEN madebyzen.com<br />
MAISON DU MONDE<br />
maisonsdumonde.com<br />
MAK mak.at<br />
MINDTHEGAP mindtheg.com<br />
MINOTTI.COM minotti.com<br />
MOBILFRESNO mobilfresno.com<br />
MOE museumofeveryone.com<br />
MODE ABODE modeabode.uk<br />
MODESENS modesens.com<br />
MOLESWORTH GALLERY<br />
molesworthgallery.com<br />
MOMA DESIGN STORE store.moma.org<br />
MONO mono.de<br />
MOOOI moooi.com<br />
MÜHLTALHOF muehltalhof.at<br />
MUSEUM OF DECORATIVE ARTS &<br />
HISTORY museum.ie<br />
MVRDV ARCHITECTS mvrdv.com<br />
N<br />
NAMELESS ARCHITECTURE<br />
namelessarchitecture.com<br />
NANI MARQUINA nanimarquina.com<br />
NAOMI PAUL naomipaul.co.uk<br />
NAZMIYAL COLLECTION<br />
nazmiyalantiquerugs.com<br />
NEST nest.co.uk<br />
NET-A-PORTER net-a-porter.com<br />
NICHE-BEAUTY.COM niche-beauty.com<br />
NOA* – NETWORK OF ARCHITECTURE<br />
noa.network/de<br />
NONCONFORM nonconform.at<br />
NUMA numastays.com<br />
NUSSMÜLLER.ARCHITEKTEN<br />
nussmueller.at<br />
O<br />
OKEJ okejstudio.com<br />
OLIVER BONAS oliverbonas.com<br />
OPINION CIATTI opinionciatti.com<br />
OTTO IMMOBILIEN luxury.otto.at<br />
P<br />
PALLAS PROJECTS pallasprojects.org<br />
PARK SUITES park-suites.at<br />
PETITE FRITURE petitefriture.com<br />
PIERRE FREY pierrefrey.com<br />
POLIFORM poliform.it<br />
POLTRONOVA poltronova.it<br />
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RADO rado.com<br />
RAIFFEISEN IMMOBILIEN<br />
raiffeisen-immobilien.at<br />
RALPH LAUREN ralphlauren.de<br />
REALITYLAB realitylab.at<br />
RITUALS rituals.com<br />
RUGGABLE ruggable.de<br />
RUG VISTA rugvista.de<br />
ROBERT KIME robertkime.com<br />
ROCHE BOBOIS roche-bobois.com<br />
ROOM4RENT room4rent.at<br />
ROTE WAND rotewand.com<br />
RÖTHLISBERGER roethlisberger.ch<br />
S<br />
SALON ART + DESIGN thesalonny.com<br />
SAMINA samina.com<br />
SCHRAMM schramm-werkstaetten.com<br />
SCHWARZATAL schwarzatal.at<br />
SEDDA sedda.at<br />
SEMA TOPALOGLU sematopaloglu.com<br />
SERAX serax.com<br />
SELETTI seletti.it<br />
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SICIS sicis.com<br />
SISLEY PARIS sisley-paris.com<br />
SOFITEL BOUTIQUE<br />
sofitelboutique.com<br />
S REAL IMMOBILIEN sreal.at<br />
STANZ IM MÜRZTAL stanz.at<br />
STEIRERECK steirereck.at<br />
STELLAR WORKS stellarworks.com<br />
ST. HUBERTUS st-hubertus.it<br />
STRASSER strasser-steine.at<br />
SUPERONA superonda.de<br />
T<br />
TACCHINI tacchini.it<br />
TAIPOWER www.taipower.com.tw<br />
TEAM 7 team7-home.com<br />
TEIXITS VICENS teixitsvicens.com<br />
TEMPLE BAR GALLERY<br />
templebargallery.com<br />
THE DOUGLAS HYDE<br />
thedouglashyde.ie<br />
THE LEO GRAND theleogrand.com<br />
THE RESORT theresort.at<br />
THE ROYAL HIBERNIAN ACADEMY<br />
rhagallery.ie<br />
THE STUDENT HOTEL<br />
thestudenthotel.com<br />
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VILLEROY & BOCH villeroy-boch.at<br />
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WACACO wacaco.com<br />
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WESTLICHT westlicht.com<br />
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WOHNEN & GEWERBEHOF<br />
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WOHNWAGON wohnwagon.at<br />
WOLF & MIU wolfmiu.com<br />
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YOUNIQ youniq-living.com<br />
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ZEININGER ARCHITEKTEN zeininger.at<br />
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Foto: beigestellt<br />
206 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
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»Vital Perfection Uplifting and<br />
Firming Day Cream«<br />
Straffende Tagescreme,<br />
die sichtbare Zeichen der<br />
Hautalterung mildert.<br />
»Bioperformance Skin-Filler Serum«<br />
Das Duo ermöglicht dank der revolutionären<br />
MolecuShift-Technologie einen sofortigen<br />
Filler-Effekt für zu Hause.<br />
»Synchro Skin Radiant<br />
Lifting Foundation«<br />
Inspiriert durch<br />
Ukkiri, eine japanische<br />
Bezeichnung zur<br />
Beschreibung eines<br />
durchfeuchteten,<br />
gesunden und strahlenden<br />
Teints, fühlt sich die<br />
Foundation wie eine<br />
zweite Haut an.<br />
»Ultimune Power Infusing<br />
Concentrate« Ein Technologie-<br />
Kraftpaket, das mit dem hauteigenen<br />
Abwehrsystem agiert und auf<br />
das Gefäßsystem der Haut wirkt.<br />
Im Interview<br />
Silvia Kloihofer<br />
ist General-Managerin von<br />
Shiseido Austria und führt<br />
die 150-jährige Mission des<br />
Unternehmens fort.<br />
shiseido.de<br />
»Bei uns trifft Hightech-Beauty<br />
auf unvergleichbare Sensorik«<br />
Im Jahre 1872 in Tokio als erste westliche Apotheke eröffnet,<br />
gehört Shiseido 150 Jahre später zu den bedeutendsten<br />
Beauty-Marken der Welt. Wie die Brand so erfolgreich wurde<br />
(und welche Rolle das östliche Wissen in der Hautpflege spielt),<br />
erzählt Silvia Kloihofer von Shiseido Austria. INTERVIEW SERMIN KAYA<br />
<strong>LIVING</strong> Was ist die Philosophie hinter der<br />
Marke Shiseido?<br />
SILVIA KLOIHOFER Seit 150 Jahren ist es die<br />
Mission von Shiseido, wissenschaftliche Innovationen<br />
mit Hilfe modernster Technologie<br />
und unvergleichbarer Sensorik zu entwickeln,<br />
um die äußere und innere Schönheit von<br />
jedem von uns zu enthüllen. Dabei zeigt sich<br />
die Verbundenheit mit den japanischen<br />
Werten in vielen Bereichen. So sind in der<br />
japanischen Tradition Symbole wichtig und<br />
jedes einzelne Detail ist von Bedeutung –<br />
Shiseido vertritt diese Philosophie bis heute.<br />
Shiseido verkörpert neben Beauty luxuriöse<br />
Lebensart – was ist für Ihre Kund:innen wichtig?<br />
Ein Einkauf bei Shiseido ist nicht einfach<br />
nur ein Akt des Konsums, sondern ein echtes<br />
Erlebnis, das alle Sinne ansprechen soll.<br />
Omotenashi beschreibt die höchste Form<br />
der japanischen Gastfreundschaft, die alle<br />
Shiseido-Kund:innen bei der Beratung<br />
erleben dürfen. Diese subtile Kunst der Gastfreundschaft<br />
besteht darin, allen Kund:innen<br />
wie einem Gast mit Einfühlungsvermögen und<br />
Wertschätzung zu begegnen, so als würde man<br />
sie in seinem eigenen Haus willkommen<br />
heißen, und zeigt sich dabei in den ganzheitlichen<br />
Ritualen, wobei gekonnt östliches<br />
Wissen über Energie und Homöostase mit der<br />
westlichen Wissenschaft kombiniert werden.<br />
Immer mehr Beauty-Konzerne setzten mit<br />
hochwertigen Verpackungen neue Akzente.<br />
Nach welchen Kriterien wählen Sie das Design<br />
der Verpackung aus?<br />
In Japan hat jeder Gegenstand eine spirituelle<br />
Dimension, ein Leben und eine Seele, die es<br />
zu respektieren gilt. Bei Shiseido folgen wir<br />
fünf Grundsätzen – Wiederverwenden,<br />
Recyceln, Reduzieren, Ersetzen und Respekt.<br />
Wiederverwenden durch nachfüllbare Verpackungen,<br />
die die Marke bereits seit 1926<br />
anbietet. Recyceln durch das Bevorzugen von<br />
Verpackungen, die leicht zerlegbar und<br />
trennbar sind. Reduzieren durch die Wahl<br />
von dünneren und leichteren Materialien.<br />
Ersetzen durch die bevorzugte Verwendung<br />
von recycelten Materialien. Respekt, den wir<br />
durch unser tägliches Handeln zeigen, um<br />
besser zum Schutz der Umwelt beizutragen.<br />
Diese Philosophie hilft uns, unser Ziel,<br />
100 Prozent nachhaltige Verpackungen<br />
anzubieten, im Jahr 2025 zu erreichen.<br />
Gibt es bei Shiseido das ultimative Sammelstück,<br />
das in keinem Badezimmer fehlen darf?<br />
Unser ikonisches Ultimune-Serum ist ein echtes<br />
Must-have. Diese universelle Pflege – die<br />
die ultimative japanische Verkörperung einer<br />
präventiven Pflege darstellt – ist für alle Hauttypen<br />
und jedes Alter geeignet. Ausgestattet<br />
mit der doppelten Anti-Aging-Technologie<br />
ImuGenerationRED, stärkt sie grundlegend<br />
die inneren Abwehrkräfte der Haut und<br />
optimiert gleichzeitig ihren Vitalfluss.<br />
Fotos: Martin Steiger, beigestellt<br />
208 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
06<br />
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inspiration / PREVIEW<br />
<strong>LIVING</strong> 8/<strong>2022</strong><br />
Was erwartet Sie in der nächsten Ausgabe von <strong>LIVING</strong>? Welche Trends erobern den Markt,<br />
welche Designer:innen sind am Puls der Zeit, und was tut sich Neues in der Immobilienbranche?<br />
Eine kleine Vorschau, worauf Sie sich im kommenden Magazin freuen können.<br />
design<br />
Was bringt das Jahr 2023?<br />
Mit Sicherheit wieder jede Menge Ideen<br />
für außergewöhnliches Design. <strong>LIVING</strong><br />
versorgt Sie mit den aktuellen News der<br />
Branche, z. B. von Edra (im Bild v. l.:<br />
Monica Mazzei, Gründerin und Vizepräsidentin,<br />
ihr Sohn Umberto Manetti,<br />
Valerio Mazzei, Gründer und Präsident,<br />
und seine Söhne Edoardo und Niccolò<br />
Mazzei). Aber noch mit vielem mehr.<br />
residences<br />
bad-spezial<br />
Pure Entspannung<br />
Wenn es draußen kalt und nass<br />
ist, wird das Bad zum wohligen<br />
Rückzugsort. <strong>LIVING</strong> zeigt Ihnen die<br />
neuesten Trends von Armaturen<br />
bis hin zu Badewannen.<br />
Zeit zu feiern<br />
Man muss die Feste feiern,<br />
wie sie fallen, und in den<br />
Dezember fallen ganz schön<br />
viele. <strong>LIVING</strong> nimmt Sie mit<br />
auf eine Reise um die Welt<br />
und präsentiert Ihnen<br />
glamouröse TischSettings.<br />
kulianrik<br />
Cosy<br />
Wo lässt sich der Winter besser<br />
verbringen als in einem herrlichen<br />
Chalet? Wie gut, dass <strong>LIVING</strong> die<br />
schönsten für Sie herausgesucht<br />
hat. Umgeben von Wald und<br />
Bergen machen wir es uns so<br />
richtig gemütlich.<br />
<strong>LIVING</strong> 8/<strong>2022</strong><br />
erscheint am<br />
18. 11. <strong>2022</strong><br />
Fotos: Giorgia Panzera, DelightFULL, Jeff Mangione/KURIER/picturedesk.com, MYFACE<br />
210 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22
DAS FRISCHE GEFÜHL<br />
GEBE ICH NICHT<br />
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Audi grandsphere concept: Bei dem hier gezeigten Fahrzeug handelt es sich um ein Konzeptfahrzeug, das nicht als Serienmodell verfügbar ist.<br />
Audi RS e-tron GT: Stromverbrauch (kombiniert) in kWh/100 km: 20,6–22,6 (WLTP); CO₂-Emissionen (kombiniert) in g/km: 0. Angaben zu den<br />
Stromverbräuchen und CO₂-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit von der gewählten Ausstattung des Fahrzeugs. Symbolfoto. Stand 09/<strong>2022</strong>.<br />
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