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Falstaff LIVING Nr. 07/2022

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<strong>LIVING</strong><br />

BETTEN-SPEZIAL<br />

TRICKS FÜR EINEN<br />

GUTEN SCHLAF<br />

STILSICHER<br />

DAS REVIVAL<br />

DER HAUSBAR<br />

TEPPICHDESIGN<br />

JAN KATH IM<br />

INTERVIEW<br />

7/<strong>2022</strong> WWW.FALSTAFF-<strong>LIVING</strong>.COM € 7,–<br />

9 004524 129408<br />

<strong>07</strong><br />

COOLE COUCHZONE<br />

DEKORATIVE SITZMÖBEL VOLLER GESCHICHTEN UND KOMFORT<br />

<strong>07</strong>


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Eine neue Behandlung für empfindliche Haut, die Effektivität<br />

mit Luxus verbindet. Als letzter Schritt der täglichen Pflege<br />

schützt sie vor Rötungen sowie Trockenheit und erschafft<br />

von innen heraus eine weiche, geschmeidige Haut.<br />

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EDITORIAL<br />

<strong>LIVING</strong><br />

TEAMARBEIT, UALITÄT,<br />

ÄSTHETIK - DIE DREI SÄULEN<br />

FÜR GUTES DESIGN<br />

Interieur<br />

Faszinierende Uhren gibt es nicht nur für das Handgelenk.<br />

Gerade für eine anspruchsvolle Wohnumgebung<br />

bieten sich auch hochwertige Tischuhren an. Und die<br />

müssen keineswegs alltäglich sein. Jaeger-LeCoultre<br />

fertigt das Zeit-Wunder Atmos,<br />

die Uhr die niemals aufgezogen<br />

werden muss. Und die<br />

Manufaktur L´Epee, baut eine<br />

mechanische 8-Tages Uhr in<br />

Form eines Rennwagens für den<br />

echten Automobil-Aficionado.<br />

Andrea Daum-Hübner<br />

Jüngst wurde ich gefragt, was ich in meinem Job<br />

als Herausgeberin eines Interior-Magazins denn<br />

am liebsten mache. Ich konnte die Frage nicht<br />

wirklich gut beantworten, da ich mich, egal was auch<br />

immer die vielseitige Welt des Designs zu bieten hat,<br />

stets ertappe, News und Themen schon fast ungesund in<br />

mich aufzusaugen und jede neue Ausgabe gern um das<br />

Dreifache gefüllt hätte. Also lautet die Antwort lapidar:<br />

einfach ALLES! Der Kosmos, der sich designaffinen<br />

Menschen auftut, ist unendlich und wert, bis ins kleinste<br />

Detail inspiziert zu werden. Und genau das ist es auch,<br />

was wir hier bei <strong>LIVING</strong> am besten können und lieben:<br />

den Puls der Zeit zu erkennen und Ihnen mit Dekoration<br />

und belebender Inspiration einige wertvolle Impulse für<br />

Ihr Zuhause mitzugeben. Über interessante Persönlichkeiten<br />

aus der Szene zu berichten, Designentwicklungen<br />

zu prognostizieren und Ihnen ein lebendiges Bild von<br />

den erfreulichen Dingen im Leben zu präsentieren.<br />

IN LAUNE FÜR SOFAS UND BETTEN<br />

Angelika Rosam<br />

Herausgeberin und Chefredakteurin<br />

<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong><br />

Atmos<br />

Foto: Rafaela Pröll<br />

Was sich näher im aktuellen <strong>LIVING</strong> lohnt, betrachtet<br />

zu werden? Nun, wir fangen einmal mit unserer ausführlichen<br />

Reportage über die Zukunft des Schlafes an. Sollten<br />

Sie ebenso Lust bekommen, sich wie in einem Luxushotel<br />

zu betten, dürfen wir auf die Seite 54 verweisen. Weiters<br />

heißt es, die nicht enden wollende Welt der runden,<br />

kurvigen und gemütlichen Couchen und Sitzmöbel zu<br />

erkunden wie unsere Recherche über Homebars, die<br />

zweifellos ein fulminantes Revival zelebrieren. Ein Highlight<br />

in unserem Magazin: Wir sprachen mit unserem<br />

langjährigen Freund, dem Teppichkreateur Jan Kath,<br />

der uns zum Auftakt des Design District in der Wiener<br />

Hofburg interessante News aus seiner Welt berichtet.<br />

An dieser Stelle möchte ich mich auch beim <strong>LIVING</strong>-<br />

Team bedanken, das unermüdlich stets hohen Ansprüchen<br />

und ständigen Veränderungen gerecht wird.<br />

Herzlichst Ihre<br />

ANGELIKA ROSAM<br />

angelika.rosam@falstaff-living.com<br />

angelikarosam, falstaff.living<br />

»Schöne Dinge sind<br />

in der Lage, das Beste<br />

in einem Menschen<br />

hervorzukehren.<br />

Weiters vermögen sie,<br />

nationale Grenzen im<br />

Kopf aufzuheben.«<br />

MAXIMILIAN WETSCHER<br />

MÖBELHAUS WETSCHER, S. 106<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

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<strong>07</strong><br />

<strong>07</strong><br />

INHALT<br />

7/<strong>2022</strong><br />

86<br />

Die Mailänder Residenz<br />

von Gaia Trussardi wartet mit<br />

außergewöhnlichen Stücken auf.<br />

17 EDITORIAL<br />

20 ICONS<br />

22 EXHIBITION-TIPP<br />

30 BRANCHENTELEGRAMM<br />

32 MY TASTE<br />

80 ICNOMY<br />

82 ART FIVE<br />

194 MY FAVORITE PROJECTS<br />

202 DATES TO KNOW<br />

205 IMPRESSUM<br />

206 BEZUGSQUELLEN<br />

COVER<br />

FOTO: BRETZ WOHNTRÄUME GMBH<br />

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7/<strong>2022</strong> WWW.FALSTAFF-<strong>LIVING</strong>.COM € 7,–<br />

9 004524 129408<br />

<strong>LIVING</strong><br />

BETTEN-SPEZIAL STILSICHER TEPPICHDESIGN<br />

TRICKS FÜR EINEN DAS REVIVAL<br />

JAN KATH IM<br />

GUTEN SCHLAF DER HAUSBAR<br />

INTERVIEW<br />

COOLE COUCHZONE<br />

DEKORATIVE SITZMÖBEL VOLLER GESCHICHTEN UND KOMFORT<br />

58<br />

Herrliche Nächte<br />

versprechen die<br />

gemütlichen Betten,<br />

die die <strong>LIVING</strong>-Redaktion<br />

für Sie zusammengestellt<br />

hat.<br />

98<br />

Teppichdesigner Jan Kath im<br />

<strong>LIVING</strong>-Interview.<br />

TRENDS<br />

26 DESIGNERS TO WATCH<br />

Zwei New Yorker Designerinnen und ihre<br />

außergewöhnlichen Kreationen.<br />

28 EDITOR’S NOTEBOOK<br />

Die originellsten News und Highlights aus<br />

dem Design-Kosmos.<br />

34 SOFASURFEN IN DER COUCHZONE<br />

Die aktuellen Sofatrends.<br />

40 GANZ SCHÖN DANEBENSTEHEN<br />

Ein Hoch auf den Beistelltisch!<br />

42 SPIEGELKABINETT<br />

Wie kunstvolle Spiegel fast schon<br />

Gemälde ersetzen.<br />

44 ZUKUNFT DES SCHLAFENS<br />

<strong>LIVING</strong> hat nachgefragt, wie wir in den<br />

kommenden Jahren nächtigen werden.<br />

50 DER TRAUM VOM TIEFEN SCHLAF<br />

Was es braucht, um die Nacht nicht länger<br />

zum Tag zu machen.<br />

54 HOTELFLAIR FÜR ZU HAUSE<br />

Die Luxushotels setzen jetzt auf Betten,<br />

Polster und Bezüge für die eigenen vier<br />

Wände ihrer Gäste.<br />

58 ROMANTISCHE RELAX-OASEN<br />

Zwischen lieblichen Kissen schlummern.<br />

60 AUFGERÄUMTE RUHEZONEN<br />

Minimalistische Betten.<br />

62 NUR DER MANN IM MOND<br />

SCHAUT ZU …<br />

Accessoires für eine entspannte Nacht.<br />

64 KUNSTTRIP DUBLIN<br />

Mit diesen Kulturstätten lockt die irische<br />

Hauptstadt.<br />

78 TRAVEL DIARY<br />

<strong>LIVING</strong> zeigt ganz persönliche<br />

Mitbringsel aus Mexiko.<br />

DESIGN<br />

86 GAIAS WELT – EIN EKLEKTISCHES<br />

ALLERLEI<br />

Zu Gast bei Gaia Trussardi.<br />

92 DIE STADTMACHERIN<br />

Die dänische Stadtplanerin Helle Søholt<br />

im Interview.<br />

98 »DER TEPPICH IST FÜR MICH<br />

EIN MEDIUM«<br />

Der <strong>LIVING</strong>-Talk mit Teppichkreateur<br />

Jan Kath.<br />

104 … NUR FLIEGEN KÖNNEN<br />

SIE NICHT …<br />

Schicke Teppiche.<br />

106 TRADITIONELL ERFOLGREICH<br />

Ein Blick hinter die Kulissen heimischer<br />

Interieur-Unternehmen.<br />

112 INNOVATION UND DESIGN<br />

BEI SISLEY<br />

Ein Blick in die neue »Maison Sisley«.<br />

116 DESIGN ZWISCHEN PRÄZISION<br />

UND POESIE<br />

Industriedesigner Alfredo Häberli im<br />

Gespräch.<br />

118 KULTSTÜCK<br />

Guerlain bringt eine außergewöhnliche<br />

Künstleredition auf den Markt.<br />

120 HOTEL CONFIDENTIAL<br />

Alles über das neue »Alpin Resort Sacher<br />

Seefeld – Tirol«.<br />

Fotos: Francesco Dolfo, © Wittmann, Dimo Feldmann, beigestellt<br />

18 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


KULINARIK<br />

126 BAR OHNE KEEPER<br />

So vielseitig können Hausbars sein.<br />

132 SHAKE IT, BABY<br />

Accessoires für gelungene Cocktailvariationen.<br />

134 BESTECHEND EINFACH<br />

Diese Modelle sind bei den Esswerkzeugen<br />

angesagt.<br />

138 BARISTAS TOOLBOX<br />

Kaffee-Gadgets für Koffein-<br />

Liebhaber:innen.<br />

140 ESPRESSO LOVE<br />

Mit diesen Tassen wird der<br />

morgendliche Koffeinkick<br />

auch optisch ein Highlight.<br />

142 AUSWÄRTS ESSEN …<br />

Unternehmer Johannes Artmayr<br />

verrät seine Lieblingslokale rund<br />

um den Globus.<br />

RESIDENCES<br />

146 IM OBEREN PREISSEGMENT<br />

Die schönsten Luxuswohnungen<br />

im Wiener Zentrum.<br />

152 HÄUSER MIT RICHTIG<br />

GUTER ENERGIE<br />

Nachhaltiges Wohnen.<br />

158 HOTELIMMOBILIEN:<br />

JETZT ERST RECHT!<br />

Einblick in spannende Hotelprojekte.<br />

162 REDUCE TO THE MAX<br />

Was Mikrowohnungen alles können.<br />

166 SEMINAR MIT AUSSICHT<br />

Ein Winzer erfüllt sich seinen Traum:<br />

»The Resort« von Erich Scheiblhofer.<br />

170 »SERVICE, BITTE!«<br />

Wie serviciertes Wohnen das Leben<br />

erleichtert.<br />

174 VOM WOHNZIMMER IN<br />

DIE WERKSTATT<br />

Hybride Wohnprojekte.<br />

182 MEHR ALS NUR LANDSCHAFT<br />

Wieso das Waldviertel boomt.<br />

186 MY CITY<br />

Architektur-Highlights in Buenos Aires.<br />

188 SELBER MACHEN ODER<br />

PLANEN LASSEN?<br />

Eine Architektin, eine Interior-Designerin<br />

und eine Wohnbauträgerin im Talk.<br />

126<br />

Mit diesen schicken Hausbars schmecken<br />

die Cocktails gleich doppelt so gut.<br />

INSPIRATION<br />

198 MUSTERGÜLTIG<br />

Ikat im Trend.<br />

204 EVENT-CLIPPINGS<br />

<strong>LIVING</strong> zeigt die besten Design-<br />

Happenings der Szene.<br />

208 DESIGN-EYECATCHER IM<br />

BEAUTY-KOSMOS<br />

General-Managerin von Shiseido<br />

Austria Silvia Kloihofer im Talk.<br />

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am Morgen.<br />

Tageslicht ist der Rhythmus unseres Lebens.<br />

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wird Ihre Tageslichtnutzung so flexibel wie Sie selbst –<br />

und zwar in jedem Raum Ihres Zuhauses.<br />

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Der SonnenLicht Manager


architektur / ICONS<br />

HUB OF HUTS, OLANG, SÜDTIROL<br />

Bereits 2016 entwarfen die Architekt:innen von noa* network of architecture das auskragende<br />

Schwimmbad für das Hotel »Hubertus«, 2019 wurden sie dann mit der erneuten Erweiterung<br />

beauftragt, die im Sommer dieses Jahres fertiggestellt wurde. »Das Wesentliche an diesem<br />

Projekt ist die Umkehrung der Horizonte und der daraus resultierende Effekt des Staunens<br />

für den Betrachter. Wenn man aber darüber nachdenkt, ist der Perspektivenwechsel eine sehr<br />

häufige Übung in Wellnessbereichen, wo sich die Ansichten ständig ändern, je nachdem, ob man<br />

in der Sauna liegt, im Ruheraum sitzt oder kopfüber im Schwimmbad taucht«, beschreibt Lukas<br />

Rungger, leitender Architekt, das Projekt. Sowohl das Schwimmbad als auch die Erweiterung<br />

befinden sich auf einer frei stehenden Plattform, die 15 Meter über dem Boden schwebt und mit<br />

einem Steg erreichbar ist. Die umgekehrten Dächer haben sowohl formale als auch funktionale<br />

Gründe: Hier trifft der Wunsch, die Architektur eines Bergdorfs nachzubilden, auf die praktische<br />

Notwendigkeit, die Wasseraufbereitungsanlage im Fall des Schwimmbads und die Sitzreihen<br />

im Fall der Saunas in den umgekehrten Dächern unterzubringen. noa.network/de<br />

Foto: © Alex Filz<br />

20 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


7 / 22 <strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

21


exhibition-tipp / AUSSTELLUNG<br />

Foto: Sammlung Berkson © Mutean/Rosenblum/Foto: Courtesy of Muntean/Rosenblum<br />

22 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


ALBERTINA: »HAUENSCHILD RITTER –<br />

MUNTEAN/ROSENBLUM«<br />

Zusammen ist man weniger allein, sagt man so schön, kein Wunder<br />

also, dass auch Künstler:innen sich immer wieder als Kollektive<br />

zusammentun. Die Albertina zeigt in dieser Ausstellung Werke zwei<br />

verschiedener österreichischer Künstlerkollektive – Hauenschild<br />

Ritter und Muntean/Rosenblum. Das Markenzeichen der Linzer<br />

Künstler Peter Hauenschild und Georg Ritter, die seit 1989 intensiv<br />

zusammenarbeiten, sind großformatige Bleistiftzeichnungen, die<br />

das aktuelle Zeitgeschehen, Gesellschaft und Umwelt thematisieren.<br />

Markus Muntean und Adi Rosenblum arbeiten seit 1992 zusammen<br />

und führen in ihren Zeichnungen, Gemälden, Performances und<br />

Installationen Motive der Kunstgeschichte und der Populärkultur<br />

zusammen. Bis 15. 1. 2023, albertina.at<br />

WEITERE AUSSTELLUNGSTIPPS:<br />

MAK: »Bilderbuchkunst«. Ein Einblick in die Welt der Bilderbücher<br />

– sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.<br />

12. 10. <strong>2022</strong>–5. 3. 2023, mak.at<br />

LEOPOLD MUSEUM: »TILLA DURIEUX«. Die umfassend angelegte<br />

Schau zeigt die Welt der Tilla Durieux, gefeierter Theater- und<br />

Filmstar. 14. 10. <strong>2022</strong>–27. 2. 2023, leopoldmuseum.org<br />

WESTLICHT: »World Press Photo 22«. Bereits zum 21. Mal<br />

präsentiert das WestLicht die wichtigste Leistungsschau der<br />

internationalen Pressefotografie. Bis 23. 10. <strong>2022</strong>, westlicht.com<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

23


MAXI SCHIEBETÜRENANLAGE, ABGEHÄNGTES SIDEBOARD SELF BOLD. DESIGN GIUSEPPE BAVUSO


<strong>LIVING</strong><br />

TRENDS<br />

54<br />

62<br />

44<br />

SOFASURFEN IN DER COUCHZONE<br />

Die aktuellen Sofa-Trends. (S. 34)<br />

ZUKUNFT DES SCHLAFENS<br />

So werden wir in den kommenden<br />

Jahren nächtigen. (S. 44)<br />

HOTELFLAIR FÜR ZU HAUSE<br />

In edlen Kissen schlummern. (S. 54)<br />

NUR DER MANN IM MOND<br />

SCHAUT ZU …<br />

Accessoires, die entspannen. (S. 62)<br />

Fotos: © Sofitel, © Luxury Living Group, © Baxter, beigestellt<br />

34


trends / PORTRÄTS<br />

Bitte, nehmen Sie Platz! Sowohl der<br />

»Upholstered Stitch Stool« (l.) als auch<br />

der »BB Stool« (Bild) wirken fast zu<br />

kunstvoll, um auf ihnen zu sitzen.<br />

TON IN TON<br />

DESIGNERS<br />

Geboren und aufgewachsen in São Paulo,<br />

Brasilien, wanderte Eny Lee Parker mit<br />

13 Jahren gemeinsam mit ihrer koreanischen<br />

Mutter in die USA aus. Als Designerin ist sie<br />

durchaus vielseitig, ihr primäres Medium ist<br />

allerdings mit Sicherheit Ton. Mithilfe dieses<br />

Materials möchte sie die Essenz der traditionellen<br />

Handwerkskunst ins Hier und Jetzt<br />

holen – mit Respekt vor natürlichen Ressourcen<br />

und bedachten Herstellungsverfahren.<br />

So schafft sie zeitlose Designs, die sowohl<br />

»lebende als auch nicht lebende Dinge ins<br />

Bewusstsein rücken«. Parker gründete erst<br />

2017 ihr eigenes Studio (während sie noch<br />

das Savannah College of Art and Design<br />

besuchte), kann aber mittlerweile schon zahlreiche<br />

Kollektionen und knapp 70.000 Instagram<br />

Follower:innen vorweisen. Grund dafür<br />

ist neben ihren fantasievollen organisch<br />

geformten Designs vor allem ihr Gespür für<br />

die richtige Vermarktung ihrer Produkte. So<br />

kam es auch, dass ihre »Oo«-Lampe (Bild<br />

rechts) online gehypt wurde und mittlerweile<br />

zu ihren bekanntesten Stücken zählt.<br />

Eny Lee Parker<br />

Die Keramikerin,<br />

Künstlerin und<br />

Designerin Eny<br />

Lee Parker lebt und<br />

arbeitet in New York.<br />

Ihr Fokus liegt<br />

vor allem auf der<br />

Erstellung von Möbeln,<br />

Beleuchtungen und<br />

Objekten.<br />

enyleeparker.com<br />

TO WATCH<br />

Die Grenzen des<br />

Gewöhnlichen sind da,<br />

um überschritten zu<br />

werden. Wie das geht,<br />

zeigen diese beiden New<br />

Yorker Designerinnen.<br />

TEXT AMELIE-CATHARINA BACHER<br />

Erleuchtend »Doppelt hält<br />

besser« lautet das Motto bei der<br />

»Oo Lamp«. Die Keramikleuchten<br />

werden in eigenen Studios in<br />

Queens sorgfältig von Hand<br />

gefertigt.<br />

Fotos: ROGER ARCHER/PHAATS PHOTOS, seandavidson, Matthew Williams, beigestellt<br />

26 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Yuko Nishikawa<br />

Aufgewachsen in<br />

einer kleinen Küstenstadt<br />

südlich von Tokio, erhielt<br />

Nishikawa ihren B.F.A. in<br />

Innenarchitektur vom<br />

New Yorker Fashion<br />

Institute of Technology<br />

im Jahr 2002. Seit 2018<br />

arbeitet sie Vollzeit in<br />

ihrem eigenen Studio.<br />

yukonishikawa.com<br />

VERSPIELTES DESIGN<br />

Villa Kunterbunt<br />

Neben ihren Keramikskulpturen<br />

ist Yuko<br />

Nishikawa vor allem für<br />

ihre Mobiles bekannt.<br />

Diese bestehen aus<br />

Papierzellstoff – hergestellt<br />

aus gesammeltem<br />

gebrauchtem Papier.<br />

Nach ihrem Studium arbeitete die New<br />

Yorker Künstlerin Yuko Nishikawa in Innenarchitektur-<br />

und Architekturbüros und entwarf<br />

dann neun Jahre lang Möbel und Leuchten<br />

für eine Möbelfirma. Während dieser Zeit<br />

begann sie, einen Raum in einem Keramikatelier<br />

zu mieten, und entdeckte dadurch ihre<br />

aktuelle Leidenschaft. »Ich mag das Mysterium<br />

der Art und Weise, wie das Erdmaterial<br />

Ton durch Wärme zu einem permanent<br />

umgewandelten Material wird. Keramik ist<br />

wie das Magma der Erde«, beschreibt sie ihre<br />

Faszination für das Material. Neben ihrem Job<br />

als Möbeldesignerin kristallisierte sich immer<br />

mehr heraus, dass sie Vollzeit in ihrem eigenen<br />

Studio arbeiten wollte – 2018 war es dann<br />

schließlich so weit. Seitdem zaubert sie in ihrem<br />

Studio unter anderem bunte Skulpturen,<br />

Lampen und Möbel. Ihre Inspiration dahinter?<br />

»Ich suche keine Inspiration. Ich suche nach<br />

Ideen, die mich begeistern und von denen<br />

ich glaube, dass sie für andere aufregend<br />

wären, um sie in einem bestimmten Raum<br />

und zu einer bestimmten Zeit zu erleben.«<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

27


editor’s notebook<br />

Entspannung<br />

Eine direkte Lichtquelle, die<br />

nach links und rechts<br />

schwenkbar ist, um den<br />

Lichtfokus einzustellen.<br />

Perfekt, um eine entspannte<br />

Atmosphäre für Nachttischbeleuchtung<br />

zu schaffen.<br />

naomipaul.co.uk<br />

Dekorativ<br />

Kissen sind eine gute<br />

Möglichkeit, ein Thema<br />

zu akzentuieren oder<br />

einen Designstil zu<br />

unterstreichen. Wie<br />

hier das »Passion Noir<br />

Bouquet«-Kissen in<br />

floraler Optik.<br />

modeabode.uk<br />

Die originellsten News und Highlights<br />

aus dem Design-Kosmos – was uns<br />

gefällt, was uns bewegt und welche<br />

Objekte Kultcharakter garantieren.<br />

Teppich-Salat<br />

Die Kooperation der<br />

britischen Designerin<br />

Bethan Laura Wood<br />

mit Christopher Farr<br />

sieht gut genug aus,<br />

um sie zu essen! Der<br />

»Jelly Salad«-Teppich<br />

widmet sich den<br />

Motiven, wie sie der<br />

Name bereits nennt.<br />

christopherfarr.com<br />

Visionärin<br />

Sema Topaloglu ist<br />

bekannt für ihr Talent, mit<br />

Materialien ästhetische<br />

Handwerkskunst zu<br />

schaffen. Mit Lampen und<br />

anderen Interior-Pieces.<br />

sematopaloglu.com<br />

Elegante Homebar<br />

Wie eine schöne Schatztruhe präsentiert<br />

sich »Madison Cabinet« von Bontempi. Der<br />

perfekte Ort, um Ihre Getränke und Liköre<br />

aufzubewahren. bontempi.it<br />

Folklore-Style<br />

Es muss bekanntlich<br />

nicht immer glänzend<br />

sein. Der »Marija<br />

Woven Rag«-Teppichsessel<br />

kommt etwa<br />

in feiner Vintage-<br />

Optik daher.<br />

anthropologie.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

28 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


THE CASSINA PERSPECTIVE<br />

cassina.com<br />

Mex-Hi - Sofa<br />

designed by Piero Lissoni


trends / NEWS-TICKER<br />

+++ BRANCHEN-<br />

TELEGRAMM<br />

Was kommt? Was ist en vogue?<br />

Wer designt mit wem und warum?<br />

Ein kurzer Newsflash aus der Welt<br />

des Designs und der Architektur.<br />

+++ CHRISTOPHER JOHN ROGERS X ORIOR. Für seine erste Möbelkollektion arbeitete<br />

der amerikanische Modedesigner mit der irischen Designmarke Orior<br />

zusammen. Die Sesselserie ist unverkennbar Rogers – bunt mit geometrischen Formen.<br />

Gute Sache: Der Erlös der Kollektion geht zu 100 Prozent an gemeinnützige<br />

Organisationen, die sich für die Stärkung und Unterstützung von People<br />

of Color in den USA einsetzen. +++<br />

+++ SCHMIDT & CHRISTIAN LACROIX MAISON. Christian Lacroix Maison und SCHMIDT Küchen<br />

und Wohnwelten haben sich für ein Projekt zusammengetan und gemeinsam »Algae<br />

Bloom« entworfen. Das prachtvolle, von der Natur inspirierte Tapetenmotiv wird mit einem<br />

innovativen Digitaldruckverfahren auf Möbelfronten appliziert. +++<br />

+++ AGAPE X JEAN NOUVEL. In Zusammenarbeit mit dem französischen Architekten<br />

Jean Nouvel hat die italienische Badezimmermarke Agape die neue Kollektion »Face à face« auf<br />

den Markt gebracht. Sowohl das Waschbecken als auch die Badewanne bestehen aus eckigen<br />

Elementen, wie zum Beispiel die schräge Rückenlehne der Badewanne (im Hintergrund<br />

zu sehen). Die Produkte sind in schwarzem oder weißem Marmor erhältlich. +++<br />

+++ GUCCI. Mit seiner neuesten Gucci-Home-Kollektion zelebriert der Kreativchef Alessandro<br />

Michele Barock und Romantik. Besonders hübsch ist das von Ginori 1735 für Gucci<br />

hergestellte Porzellan. Das Geschirr ist mit niedlichen Kirschzweigen, Blättern und Blüten<br />

verziert, die von alten Stoffen inspiriert wurden. Das Service umfasst eine Tasse<br />

mit passender Kanne sowie Zuckerdose und Milchgießer. +++<br />

+++ LOBMEYR. Modedesignerin Susanne Bisovsky hatte schon<br />

immer ein Faible für Lobmeyr-Kristall, kein Wunder also, dass es nun zu einer<br />

Zusammenarbeit gekommen ist. Jedes Stück des Trinkservice No. 267 »Wiener<br />

Chic« wird mit einem originalen Bisovsky-Strumpf kaschiert und sandgestrahlt –<br />

so wird es zu einem Unikat. +++<br />

Fotos: César Buitrago, LUC FREY, © Face à Face, Max Siedentopf, © Lobmeyr<br />

30 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Der Hauptsitz der Erholung.<br />

Fürs süße Nichtstun wie geschaffen ist der von Jehs + Laub kreierte Cordia Lounge Sessel, in dem einfach alles genau so sitzt, wie man es sich<br />

wünscht: Die Rückenlehne, die sich dank Kippmechanik in die perfekte Position neigt. Die kuschligen Daunenkissen, die den Körper wie ein Kokon<br />

umhüllen. Und die feine Buchenholzschale, die alles elegant in Form hält. Wenn man sich hier nicht entspannt, wo dann?<br />

COR.DE/CORDIALOUNGE<br />

COR interlübke Studio Wien, Tuchlauben 21, 1010 Wien, cor-interluebke.at | Grünbeck Einrichtungen, Margaretenstr. 93, 1050 Wien,<br />

gruenbeck.co.at | Einrichtungshaus Schwarzott, Wienerstraße 13-21, 2500 Baden, schwarzott.at | DOSTAL Innenarchitektur, Salzburgerstraße 205,<br />

4030 Linz, dostal.at | Schiffer & Sams, Salzburger Straße 152, 4820 Bad Ischl, sams.at | Sendlhofer Design, Hellbrunner Straße 7b, 5020 Salzburg,<br />

m-sendlhofer.at | Joes Möbelboutique, Grabenweg 12, 6020 Innsbruck, joesmoebel.at | Hutle – Einrichten.Tischlerei.Innenarchitektur, Lustenauerstraße<br />

87, 6850 Dornbirn, hutle.com | Knittelfelder Einrichtungshaus & Tischlerei, Pirching 41, 8200 Gleisdorf, knittelfelder.at | Die Einrichtung,<br />

Pischeldorfer Straße 90, 9020 Klagenfurt, die-einrichtung.at


my taste<br />

DIANA<br />

KLEIN<br />

DIANA KLEIN<br />

Ist seit April <strong>2022</strong> CEO der Wiener<br />

Porzellanmanufaktur Augarten – ein<br />

alles andere als naheliegender Schritt<br />

für die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin.<br />

Die vergangenen fünfzehn<br />

Jahre verbrachte sie im Management<br />

des Bauunternehmens Strabag. Dort<br />

entdeckte sie dank der Nähe zur<br />

Architektur und über das hauseigene<br />

Kunstforum ihre Designaffinität sowie<br />

ihr Interesse für Kunstgeschichte.<br />

Augarten selbst blickt auf eine über<br />

300-jährige Geschichte zurück: Das<br />

österreichische Traditionsunternehmen<br />

fertigt heute noch von Hand im<br />

Schloss Augarten.<br />

augarten.com<br />

Was lieben designaffine Menschen<br />

privat? Mit welchen Stücken<br />

umgeben sie sich, was hinterlässt<br />

Eindruck? Diana Klein hat uns<br />

ihre fünf Favoriten verraten.<br />

»Orlo«-Vasen und -Trays von<br />

Jarosinski & Vaugoin und<br />

»Moiré«-Gläser von Lobmeyr<br />

»Zwei wie Augarten sehr<br />

traditionsreiche Betriebe,<br />

die immer auch mit aktuellen<br />

Designer:innen und Künstler:innen<br />

zusammenarbeiten,<br />

wie hier mit Bodo Sperlein.«<br />

»Clash de Cartier«-<br />

Ohrringe von Cartier<br />

»›Clash de Cartier‹ drückt<br />

die Ambivalenz auch meiner<br />

eigenen Persönlichkeit aus.«<br />

»Super Soin<br />

Autobronzant<br />

Hydratant Visage«<br />

von Sisley<br />

»Der einzige Selbstbräuner,<br />

der meinem<br />

sehr hellen Teint ein<br />

natürliches, frisches<br />

Aussehen verleiht.«<br />

»Kaisergarten«-Dekor<br />

von Augarten<br />

»›Kaisergarten‹<br />

war mein erstes<br />

Augarten-Dekor.<br />

Die einzigartig<br />

gewinnende<br />

Farbenkombination<br />

steht damals wie<br />

heute im strengen<br />

Kontrast zur luxuriös<br />

gestalteten Goldarbeit.«<br />

»First Klein«-Clutch von Fendi<br />

»Asymmetrie mit unterschiedlichen<br />

Materialien bzw. Haptik – spannend,<br />

meine erste Luxustasche war<br />

außerdem von Fendi.«<br />

Fotos: © Lobmeyr, © Fendi, beigestellt<br />

32 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


OEW ONLINE<br />

THE RIGHT<br />

PLACE FOR<br />

HOME &<br />

DESIGN<br />

KÄRNTNER STRASSE 6, 1010 WIEN


design / POLSTERMÖBEL<br />

SOFASURFEN IN<br />

DER COUCHZONE<br />

Die neue Devise heißt Sesselrücken. Wenn sich Interior-<br />

Designer:innen auf Modulsysteme, geschwungene Formen<br />

und farbiges Leder konzentrieren und von Entwürfen aus<br />

den 1960er-Jahren inspiriert werden, entstehen Signature-<br />

Sitzmöbel voll Geschichten und Komfort. TEXT FLORENTINA WELLEY<br />

Integrierte Ablage<br />

Zur Serie »Horizonte« von Minotti<br />

gehören neben der Tischplatte,<br />

auch einige Beistelltische und<br />

ein Ablagetisch.<br />

minotti.com/de/horizonte<br />

Foto: © Minotti<br />

34 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Die neuen Sofas 2.0 rufen förmlich<br />

»bitte sitzen bleiben« ins Wohnzimmer,<br />

aber die vielseitigen Couchen<br />

sind mehr als nur ein Ort zum Sitzen.<br />

Mit sinnlichen Kurven, eckigen Kanten, gemütlichen<br />

Polstern und neuen Farben bringen<br />

sie eine persönliche Note ins Wohnzimmer.<br />

Schlüsselmerkmal der Sofas ist auch ihre Positionierung,<br />

meist in der Mitte eines Raums,<br />

die Gäste einlädt, herumzugehen und das Sofa<br />

von allen Seiten zu betrachten und zu benutzen.<br />

In Zeiten der Rückbesinnung auf Natur<br />

und Ressourcen haben Möbelhersteller wie<br />

Tacchini oder Poltronova wieder Entwürfe aus<br />

den 1960er-Jahren ausgegraben und neu aufgelegt,<br />

während andere auf nachhaltige Materialien<br />

setzen. Die neuen Living-Room-Stars ><br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

35


design / POLSTERMÖBEL<br />

Samtweiche Boxen<br />

Kultiviert und ungezwungen<br />

zeigt sich das Sofa »Miami Soft«<br />

von Paola Navone für Baxter aus<br />

besonders weichem Leder.<br />

baxter.it<br />

Fotos: © Baxter, © Poliform, © Moooi, © Wittmann, © Expormim<br />

><br />

sind übrigens voluminöse, bodentiefe Sofas,<br />

wie etwa das quietschgrüne »Bomboca«-Sofa<br />

der Campana Brothers für Louis Vuitton,<br />

deren futuristischer Entwurf zum echten<br />

Signature-Stück wird. Die beinlosen Sitzmöbel<br />

wirken wie Ruheoasen. Zu den wuchtigen<br />

Statement-Möbeln werden gerne filigrane<br />

Beistelltische kombiniert, denn Gegensätze<br />

ziehen sich bekanntlich an. Der Trend zu<br />

geschwungenen Sofas setzt sich fort, etwa mit<br />

flexiblen Polstern und Eckablage von Jean-<br />

Marie Massaud für Poliform, ergänzt durch<br />

multidirektionale Couchen. Auch rechteckige<br />

Korpusse und strenge Geometrie poppen<br />

wieder auf, etwa bei Poltronova. Die Strenge<br />

der Kanten und Ecken wird durch Kissen<br />

entschärft, die sich als lose Sitzkissen auf Sofas<br />

und Sesseln wiederfinden und neben ergonomischen<br />

auch optische Aufgaben erfüllen.<br />

Lederbezüge feiern ein Comeback und kehren<br />

in edlen Naturtönen auf den »Blocksofas« bei<br />

Tacchini und Poltronova zurück.<br />

MODERNE MODULE<br />

Baxter setzt heuer hingegen auf hellblaues<br />

Veloursleder. »Das gibt dem Sofa ›Miami Soft‹<br />

einen Hauch von sinnlichem Erleben und<br />

macht es sogar für alle interessant, die Leder<br />

»Sehr gefragt sind kurvige,<br />

organische Formen sowie<br />

modulare Sofas, die flexibel<br />

in der Form zusammenstellbar<br />

sind.«<br />

ALEXANDER SOVA Wittmann CEO<br />

Schöne Kurven<br />

Jean-Marie Massaud schuf<br />

für Poliform ein schwungvolles<br />

Sofa mit flexiblen Kissen.<br />

poliform.it<br />

36 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Hortensien<br />

Den »Hortensia Armchair«<br />

gibt es in über 396 Varianten<br />

von Farben und Stoffen.<br />

moooi.com<br />

Die harten Oberflächen der Regale sind ein<br />

schöner Kontrast zur weichen Polsterung<br />

und haben neben einer visuellen auch eine<br />

praktische Funktion.<br />

RADICAL DESIGN<br />

Bodentiefe Bogengeometrie<br />

Ein Dreisitzer-Sofa und drei<br />

verschiedene modulare<br />

Elemente von Neri&Hu machen<br />

eine flexible Gestaltung möglich.<br />

wittmann.at<br />

noch nie gemocht haben«, sagt Designerin<br />

Paola Navone. »Selbst ich war lange kein Fan<br />

von Ledersofas, weil ich Leder daheim immer<br />

als etwas zu offiziell empfand und es mich an<br />

Züge und Büros erinnerte«, so Pavone. Heute<br />

überzeugen die natürlich gefärbten Lederbezüge<br />

mit besonders weicher Haptik. Gefragte<br />

Sitze im neuen Sofa-Universum sind heute<br />

weich, smart und modular. So finden sich bei<br />

Minotti und Poliform integrierte Ablagen oder<br />

Regale an den Sofaenden. Ein Design, das<br />

dem Wunsch nach Multifunktionalität folgt.<br />

Modulare Sitzmöbel gehen eigentlich auf<br />

die brasilianische Moderne der 1970er-Jahre<br />

zurück, an der sich der Architekt Marcio<br />

Kogan von studio mk27 orientierte. Mit dem<br />

Sofa »Horizonte« für Minotti schuf er »eine<br />

schwimmende Insel mit quadratischen Linien,<br />

die den Horizont des Wohnraums markiert«.<br />

Natürlicher Rattan<br />

Rattan trifft auf flexible Polsterung. Die<br />

Kollektion »Cask« umfasst Poufs, Sessel<br />

und Ottomanen. expormim.com<br />

Designs von Modulserien, die sich auf das<br />

Wesentliche besinnen, Nachhaltigkeit mit<br />

Qualität und Komfort verbinden, erfüllen<br />

zusätzlich eine Aufgabe, auf die sich Möbelhersteller:innen<br />

rückbesinnen: nämlich demokratisches<br />

Design. Das sollte neben Ästhetik,<br />

Funktion und Ergonomie auch soziale Aufgaben<br />

erfüllen und richtete sich vorwiegend<br />

gegen eine Massenproduktion.<br />

» Radical Design« entstand im<br />

Italien der 1960er-Jahre rund um<br />

Gaetano Pesce, Achille Castiglioni,<br />

Superstudio und Archigram. Es galt<br />

als Grundlage der Postmoderne,<br />

die vor allem durch die ikonische<br />

Memphis Group mit Alessandro<br />

Mendini, Ettore Sottsass und Matteo<br />

Thun bekannt wurde. Heute ist dieser<br />

Designansatz aktueller denn je, wird<br />

neu interpretiert und findet sich in Re-<br />

Editionen der Möbel von damals. Etwa<br />

bei »Le Mura« von Tacchini. Mario Bellinis<br />

modulares Sofasystem »Le Mura«, ursprünglich<br />

aus dem Jahr 1972, steht wieder auf dem<br />

Programm des Möbelherstellers, dem bis heute<br />

das Manifest des »radikalen Designs« am<br />

Herzen liegt. Bei »Le Mura« fügen sich die ><br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

37


design / POLSTERMÖBEL<br />

><br />

mächtigen Sitzelemente aus Leder wie die<br />

römischen Mauern zusammen.<br />

Harte Schale, weicher Kern<br />

Die Kollektion »Saratoga by<br />

Lella and Massimo Vignelli« für<br />

Poltronova umfasst einen Armchair<br />

und zwei- bis viersitzige Sofas.<br />

poltronova.it<br />

BLÖCKE UND BLUMEN<br />

In der Hochblüte des radikalen Designs<br />

wurde »Saratoga«, ein Hybrid aus starren<br />

Kanten und weichen Formen, entworfen.<br />

» Saratoga« von Poltronova, designt von Lella<br />

und Massimo Vignelli 1964, zeichnet die Kombination<br />

aus glänzendem Polyesterlack für<br />

die Box und feinem Leder für die Polsterung<br />

aus. Blockmöbel gibt es auch bei Wittmann.<br />

Bei »Blocks«, verbindet das Designerpaar<br />

Neri&Hu Tradition mit Zeitgeist. Ihre vielseitige<br />

Modulserie, für deren Bogengeometrie<br />

Josef Hoffmanns »Club 1910«-Fauteuil Pate<br />

stand, ist organisch und geometrisch.<br />

»Es war uns schon immer wichtig,<br />

Stücke zu schaffen, die mit einer<br />

bestimmten Geschichte<br />

verbunden sind«, so das<br />

Designerduo. Neben<br />

Re-Editionen spielt auch<br />

das Thema Natur mit.<br />

Bodentiefes<br />

Signature Piece<br />

Das Sofa »Bomboca« von<br />

Humberto und Fernando<br />

Campana aus der Kollektion<br />

»Objets Nomades« für Louis<br />

Vuitton ist ein echter<br />

Eyecatcher.<br />

louisvuitton.com<br />

So ist die Ottomane »Cask« von Expormim aus<br />

natürlichem Rattan, die flexiblen Sitzpolster<br />

sind mit haptischen Textilien überzogen.<br />

»›Cask‹ ist eine moderne Variante eines historischen<br />

Handwerks, das die Raffinesse von<br />

Rattan mit der Weichheit der Polsterung kombiniert«,<br />

sagt Designer Jonas Bjerre-Poulsen<br />

von Norm Architects. Auch wer in dem<br />

»Hortensia«-Sessel von Andrés Reisinger und<br />

Júlia Esqué Platz nimmt, fühlt die sanfte Natur<br />

in Form einer Blüte. Der »Hortensia«-Sessel<br />

von Moooi soll der weichste Platz zu Hause sein<br />

und damit das Grundbedürfnis der Menschen<br />

nach echter Geborgenheit erfüllen. <<br />

Radikales Design<br />

Der Entwurf für das kastenförmige<br />

Ledersofa mit dem abnehmbaren Bezug von<br />

Mario Bellini für Tacchini stammt ursprünglich<br />

von 1972 und wird wieder neu aufgelegt.<br />

tacchini.it<br />

Fotos: © Poltronova, © Louis Vuitton, © Tacchini<br />

38 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


trends / BEISTELLTISCHE<br />

GANZ SCHÖN<br />

DANEBENSTEHEN<br />

Sie bewahren Fernbedienung, Erfrischungsgetränke und Co.,<br />

lassen sich wunderbar dekorieren und sind auch allein stehend<br />

ein Hingucker: ein Hoch auf den Beistelltisch!<br />

Kunstvoll<br />

Irgendwo zwischen<br />

Skulptur und Möbelstück<br />

findet man den<br />

bunten »Covado«-Coffee-Table<br />

von Designer<br />

Arthur Arbesser.<br />

arthurarbesser.com<br />

Vielseitig<br />

Bei den vielen Farben und<br />

Formen des Couchtisches<br />

von Roche Bobois weiß man<br />

gar nicht, wo man zuerst<br />

hinschauen soll.<br />

roche-bobois.com<br />

Goldig<br />

Der »Bell«-Couchtisch<br />

von Sebastian Herkner<br />

ist nicht nur dank seiner<br />

Materialkombination ein<br />

absoluter Hingucker.<br />

connox.at<br />

Chic<br />

Klassisches Wiener<br />

Geflecht trifft beim<br />

»DETOUR«-Tisch von<br />

GamFratesi auf<br />

modernes Design.<br />

gebruederthonetvienna.com<br />

Vielschichtig<br />

Inspiriert von Alexander<br />

Calders kinetischen<br />

Skulpturen verwandelte<br />

der Designer Jaime<br />

Hayon die Idee eines<br />

Mobiles in einen Tisch.<br />

andtradition.com<br />

Praktisch<br />

Dank seiner schwenkbaren<br />

Tischplatte steht<br />

der »Tuky«-Beistelltisch<br />

immer dort zur Verfügung,<br />

wo er gerade gebraucht<br />

wird. wittmann.at<br />

Gut gepolstert<br />

Edler geht es kaum –<br />

der »Marrakesh«-<br />

Coffee-Table von Fendi<br />

Casa begeistert mit eingebautem<br />

Ledertablett.<br />

fendicasa.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

40 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


An.<br />

Wir sind die mit<br />

den Schaltern. Aber<br />

auch so viel mehr.<br />

Smart-Home-Pioniere,<br />

Zukunftsgestalter,<br />

Vorausdenker und<br />

Designer. Im Herzen<br />

sind wir Ingenieure,<br />

die begeistern wollen.<br />

Wir schalten zu Hause<br />

das Leben und die<br />

Zukunft an. Steuern<br />

intuitiv Herzklopfen,<br />

Wohlgefühl und alles<br />

zwischen An und<br />

Aus.<br />

Der Gira G1: Steuern<br />

Sie Ihr Zuhause durch<br />

reine Intuition.<br />

Mehr erleben.<br />

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trends / SPIEGEL<br />

Ursprünglich gedacht, um das Antlitz darin zu überprüfen, sind Spiegel mittlerweile viel<br />

mehr als das. Kunstvolle Varianten schmücken gekonnt und frech unsere Wände und dürfen<br />

bereits fast schon mit Gemälden gleichgesetzt werden. Worauf warten Sie noch?<br />

2.<br />

1.<br />

5.<br />

3.<br />

4.<br />

6.<br />

7.<br />

1. Aufgefächert Inspiriert von der ikonischen Form des japanischen Fächers, wird der »Fan Wall Mirror« von Ghidini 1961 auf jeder Wand zum Hingucker. amara.com<br />

2. Zum Dahinschmelzen Es wirkt fast so, als ob der »Hologram«-Spiegel zu lange heißen Temperaturen ausgesetzt gewesen wäre. So oder so, die »geschmolzene«<br />

Form setzt spannende Akzente. kare.at 3. Architektonisch Wenn es um ausgefallene Muster geht, ist Fornasetti immer mit dabei. Ein weiteres Highlight seines Designs:<br />

der »Architettura«-Spiegel mit konvexem Glas. fornasetti.com 4. Fließend Die »Pond«-Serie von ferm <strong>LIVING</strong> vereint organische Formen mit fließenden Konturen und<br />

schafft so einen Spiegel, der zurückhaltend und auffällig zugleich ist. fermliving.de 5. Es grünt so grün Ob ein Prinz erscheint, wenn man den »Frog Prince«-Mirror küsst,<br />

ist nicht bekannt, ein schöner Anblick ist der Spiegel aus der »Fairy Tales«-Kollektion von Arte Veneziana aber auf jeden Fall. artemest.com 6. Farbspiel Die hübschen<br />

Aquarelle auf dem »Francis«-Wandspiegel sollen an die Oxidation antiker Spiegel sowie an die Farbtöne einer Make-up-Palette erinnern. petitefriture.com 7. Back to the<br />

80ies Formgebend für den »Tetris«-Spiegel von Seletti war ohne Zweifel das kultige Spiel aus den 80ern. seletti.it<br />

Fotos: beigestellt<br />

42 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


OHLINDA BY BRETZ<br />

INTERIOR INNOVATION AWARD WINNER<br />

ALEXANDER-BRETZ-STR. 2 D-55457 GENSINGEN TEL. 0049 06727-895-0 INFO@BRETZ.DE<br />

FLAGSHIP: BRETZ STORE SALZGRIES 2 1010 WIEN TEL. 01-5851-792 BRETZ.DE


trends / SCHLAFTRENDS<br />

Foto: © Luxury Living Group<br />

44 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Wie sich guter und schlechter Schlaf auf den menschlichen<br />

Organismus auswirken, ist zwar schon sehr gut, aber noch<br />

lange nicht fertig erforscht. Vor allem ist man sicher, dass<br />

das Thema bald eine Dimension wie der Ernährungs- oder<br />

Fitnessmarkt erreichen wird. <strong>LIVING</strong> hat nachgefragt, was in<br />

den Betten so los ist, und wagt einen kleinen Blick in die Zukunft.<br />

TEXT MANFRED GRAM<br />

Blauer Schlafsalon<br />

Dezent futuristisch kommt<br />

das »Club Bed« von Luxence<br />

Luxury Living rüber. Ein Hingucker<br />

am Salone im Mailand übrigens.<br />

luxurylivinggroup.com<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

45


trends / SCHLAFTRENDS<br />

In den Schlaf brettern<br />

Betten aus Massivholz sind auch<br />

in Zukunft ein Garant für gute Nächte.<br />

Schön, weil gleichzeitig auch grazil:<br />

das »Laria Maxi« vom Ökolabel.<br />

dormiente.com<br />

Plattformen wie TikTok, Twitch und<br />

YouTube, also jene, wo sich die<br />

Influencer:innen herumtreiben, sind<br />

nicht selten Fundgruben fürs Absurde.<br />

Man muss dabei nicht immer alles verstehen.<br />

Sleep-Streamer zum Beispiel. Diese bizarre<br />

Gattung von Content-Creators filmt sich<br />

nämlich beim Schlafen und lädt das Ganze<br />

als Livestream hoch. Anderen Menschen<br />

zusehen, wie sie Morpheus, dem Gott des<br />

Schlafes, huldigen, kann auf den einen oder<br />

anderen durchaus beruhigend wirken, letztlich<br />

hat es aber nur begrenztes Fun-Potenzial. Was<br />

macht der findige Sleep-Streamer also? Genau,<br />

er lässt sich beim Schlafen aktiv von außen<br />

stören und immer wieder aufwecken. Etwa<br />

mit Bots, die über Lautsprecher Botschaften<br />

ins Schlafzimmer brüllen. Man kann den<br />

Schlafenden aber auch via Armbänder Stromstöße<br />

verpassen oder sie mit grellen Farben,<br />

bunten Bildern und lauter Musik irritieren.<br />

Mit dieser Art von Schlafstörung lassen sich<br />

übrigens durchaus erkleckliche Sümmchen<br />

lukrieren. 34.000 US-Dollar pro Monat verdient<br />

»Der gesunde Schlaf ist und bleibt die wichtigste<br />

und kraftvollste Medizin der Natur.«<br />

GÜNTHER W. AMANN-JENNSON Schlafpsychologe und Schlafcoach, samina.com<br />

Fotos: © Dormiente, © Xiaomi, © Zzzleepandgo, © Itoki Corp, g Samina<br />

Smart träumen<br />

Soll demnächst auf den Markt<br />

kommen: das smarte Bett<br />

»8H Milan« von Xiaomi das sich<br />

mit Sprachbefehl steuern lässt und<br />

einen Antischnarchmodus hat.<br />

46 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


der australische TikToker Jakey Boehm auf<br />

diese Weise – liest man zumindest in der<br />

Tech-Bibel »Wired«. Aber wie gesagt: Man<br />

muss nicht alles verstehen. Vor allem weil<br />

Schlaf probleme stark zugenommen haben.<br />

Die Zahlen dazu sind nicht gerade aufmunternd.<br />

Zwei Drittel der Erwachsenen<br />

in den Industrieländern bekommen weniger<br />

als die (von Schlafforscher:innen) empfohlenen<br />

acht Stunden Schlaf. Nur die Hälfte der<br />

Österreicher:innen gibt an, gut zu schlafen. Das<br />

kann und wird wohl mittelfristig zum Problem<br />

werden. Insbesondere, da man aus etlichen<br />

Jahrzehnten Schlafforschung weiß, dass<br />

90 Prozent der körperlich-seelisch-geistigen<br />

Gesundheit von einem erholsamen Schlaf abhängen.<br />

Hat man also Schlafstörungen, wird’s<br />

gleich doppelt arg. Denn die können sowohl<br />

Ursache einer Reihe von Symptomen sein, aber<br />

auch Begleitsymptome. Etwa von Burn-out<br />

und Depressionen, aber auch Bluthochdruck,<br />

Diabetes, Stoffwechselerkrankungen oder<br />

Für Überflieger:innen<br />

Am Flughafen Wien stehen seit<br />

Anfang des Jahres Schlafkapseln.<br />

Es sind Multimediastationen mit<br />

Bett, in denen Reisende powernappen<br />

und übernachten können.<br />

Derartiges wird man in nächster Zeit<br />

öfters in öffentlichen Räumen sehen.<br />

Alzheimer. Die Palette hierzu ist riesig. Fix ist:<br />

Wer nicht gut schläft, hat wohl auf mehreren<br />

Gesundheitsfronten ein Problem.<br />

TRAUMZUKUNFT<br />

Deswegen zuerst einmal eine grundlegende<br />

Frage. Wie soll man sein Schlafzimmer<br />

gestalten? Günther W. Amann-Jennson<br />

beschäftigt sich seit fast 40 Jahren mit dem<br />

Thema. »Es gibt nichts, was keinen Einfluss<br />

auf den Schlaf haben kann. Im Positiven<br />

wie im Negativen«, erklärt er und fährt<br />

fort: »Den größten Einfluss auf Schlafund<br />

Regenerationsqualität hat das Trio<br />

Schlafraum, Schlafplatz und Bettsystem.«<br />

Allerdings ist die Thematik multikomplex,<br />

denn interne Schlafstörer wie Stress,<br />

Guter Stand<br />

Betten im Büro? Das japanische Sperr -<br />

holzlabel Koyoju Plywood hat die Lösung.<br />

Nap-Boxen, in denen man aufrecht schläft.<br />

Gewöhnungsbedürftige Zukunftsfitness<br />

für Schlafoptimierer:innen.<br />

><br />

»Ich habe eine Hypothese,<br />

die davon ausgeht, dass<br />

95 Prozent der Menschen<br />

einen biologisch minderwertigen<br />

Schlaf haben und<br />

an Schlafmangel leiden.«<br />

GÜNTHER W. AMANN-JENNSON<br />

Schlafpsychologe und Schlafcoach, samina.com<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

47


trends / SCHLAFTRENDS<br />

Digitaler Helfer<br />

Google greift jetzt auch in Schlaf und Träume<br />

ein. Der Google Nest Hub (zweite Generation)<br />

hat jetzt einen Schlafsensor, der unter anderem<br />

die Atmung misst und so Nächte analysiert.<br />

bereits eines in Berlin gibt. Und es gibt<br />

noch mehr Indizien. Seit Anfang des Jahres<br />

stehen beispielsweise am Flughafen Wien<br />

16 Schlafkabinen des italienischen Start-ups<br />

Zzzleepandgo. Es sind kleine Chill-out-<br />

Kapseln zum Arbeiten und Schlafen für<br />

Flughafengäste. Und ein japanisches Unternehmen<br />

will im nächsten Jahr mit der »Nap<br />

Box« sogar eigene Schlafkabinen fürs Büro<br />

auf den Markt bringen. Und zwar welche, in<br />

denen man aufrecht schläft. Ist das sinnvoll?<br />

»Der Flamingo-Schlaf, also stehend zu<br />

schlafen, wirft viele Fragen auf«, so Amann-<br />

Jennson, der fortfährt: »Die meisten Menschen<br />

finden allein den Anblick frustrierend<br />

und das Schlaferlebnis soll nicht optimal<br />

sein. Ein positiver Aspekt ist aber, dass beim<br />

Stehen mehr Gravitation induziert wird als<br />

beim flachen Schlafen. Das kann positive<br />

Effekte auslösen.« Spannend ist das allemal.<br />

Und wer weiß, vielleicht findet sich auch<br />

jemand, der eine Kamera in der Box montiert<br />

und Bilder streamt, wie er im Stand träumt,<br />

bevor ihn der Chef oder die Chefin weckt.<br />

<<br />

><br />

Ernährung, Koffein, Vitaminmangel oder<br />

Alkohol beeinflussen den Schlaf ebenfalls<br />

negativ. »Der Fokus auf die Verbesserung<br />

der Schlaf- und Regenerationsqualität wird<br />

für gesundheitsorientierte Menschen zum<br />

größten Game-Changer aller Zeiten«, ist sich<br />

der Schlafcoach und Schlafexperte sicher.<br />

Denn jeder Mensch muss schlafen.<br />

Amann-Jennson hat dazu 28 Thesen<br />

formuliert und die Zukunft des Schlafes aus<br />

unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.<br />

Aus gesundheitlichen und ökonomischen<br />

ebenso wie aus gesellschaftlichen. »Bereits in<br />

den nächsten fünf bis zehn Jahren ist davon<br />

auszugehen, dass der Schlaf-gesund-Markt<br />

die gleiche Dimension wie die Ernährungsund<br />

Fitnessmärkte erreichen wird«, prophezeit<br />

Amann-Jennson etwa und formuliert<br />

noch weitere sehr hochinteressante Thesen.<br />

Etwa, dass Architekt:innen und Wohnraumplaner:innen<br />

beim Thema »gesünder<br />

schlafen« verstärkt einbezogen werden. Oder<br />

dass Biotechnologien, künstliche Intelligenz<br />

und die Digitalisierung zunehmend auch<br />

den Schlaf beherrschen werden. Schlaf bzw.<br />

Schlafqualität werden demnach künftig zu<br />

Hause, im eigenen Bett, gemessen. Zurzeit tut<br />

sich hier übrigens schon einiges, aber: »Aus<br />

wissenschaftlicher Sicht sind die aktuellen<br />

Tracking-Methoden rund um den Schlaf<br />

noch unbefriedigend. Der Korrelationsunterschied<br />

zwischen Schlaflabormessungen und<br />

Apps bzw. Trackern liegt zwischen 30 und<br />

40 Prozent.«<br />

STEHEND K. O.<br />

Und – auch nicht schlecht: Bereits in naher<br />

Zukunft wird es normal sein, jederzeit und<br />

überall in Form von Nickerchens pausieren<br />

zu können. Etwa in »Schlaf-Cafés«, wie es<br />

Tagwache. Ein alter Hut, aber gut.<br />

Lichtwecker, die einen sanft aus<br />

dem Schlummerland befördern.<br />

Für viele die Nummer eins: der<br />

»SmartSleep« von Philips.<br />

Dufte<br />

Guter Schlaf hängt von vielen<br />

Faktoren ab. Zum Beispiel<br />

auch vom Raumklima. Der<br />

Sleep-Diffuser »The Ritual of<br />

Jing« kann beim Einschlafen<br />

Wunder bewirken. rituals.com<br />

Fotos: © Google, © Philips, © Rituals<br />

48 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Because you give your dreams the love you deserve.<br />

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trends / PSYCHOLOGIE DES SCHLAFENS<br />

DER<br />

TRAUM<br />

VOM<br />

TIEFEN<br />

SCHLAF<br />

Foto: Image Point Fr/Shutterstock<br />

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trends / PSYCHOLOGIE DES SCHLAFENS<br />

Rund ein Drittel unseres Lebens bleibt im Dunkeln. Ein Geheimnis, das uns zumindest nicht<br />

bewusst ist. Denn ganze 25 Jahre verbringen wir – statistisch gesehen – im Bett, vornehmlich<br />

mit lebensnotwendiger Nachtruhe. Dennoch kann jede:r Vierte vom erholsamen Schlaf nur<br />

träumen. Über die häufigsten Störenfriede und die hilfreichsten Förderer unserer körperlichen<br />

und geistigen Regeneration. TEXT SUSANNA PIKHART<br />

Bloß nicht laut ansprechen und schon<br />

gar nichts fragen sollte man frühmorgens<br />

Menschen, die nicht gut<br />

geschlafen haben. Wer nämlich<br />

immer wieder und öfters in der Woche keine<br />

erholsame Nachtruhe findet, ist gereizt, übel<br />

gelaunt und anfällig für allerlei Krankheiten.<br />

Das wusste schon Friedrich Nietzsche, als er<br />

schrieb: »Allen aus dem Wege gehen, die<br />

schlecht schlafen und nachts wachen …« An<br />

einer anderen Stelle hielt der deutsche Philosoph<br />

folgerichtig fest: »Das Kunststück der<br />

Lebensweisheit ist, den Schlaf jeder Art zur<br />

rechten Zeit einzuschieben wissen.« Dem<br />

können die moderne Medizin und Schlafpsychologie<br />

nur zustimmen. Dennoch bleibt<br />

für viele Menschen der ausgeruhte Start in<br />

den Tag nur ein Wunschtraum. Und erst<br />

recht, wenn es darum geht, ganz ohne Hilfe,<br />

also Wecker, zu erwachen, was meist nur am<br />

Wochenende gelingt.<br />

Tatsächlich schlafen die meisten<br />

Österreicher:innen nicht ausreichend, und<br />

jede:r vierte ist sogar von Schlafstörungen<br />

betroffen. Das bestätigt Doz. Dr. Michael<br />

Saletu, der renommierteste Schlafmediziner<br />

des Landes, Neurologe und Präsident der<br />

Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin<br />

und Schlafforschung: »Schlafstörungen<br />

sind häufig, folgenschwer und vielfältig.<br />

80 Prozent der Schlafgestörten leiden an<br />

ihren Problemen länger als ein Jahr. Bei rund<br />

zehn Prozent der Menschen sind die Schlafschwierigkeiten<br />

so dramatisch, dass sie behandelt<br />

gehören.« Die häufigsten Probleme<br />

bereiten dabei Schnarchen und nächtliche<br />

Atemaussetzer sowie Albträume, aber auch<br />

unruhige Beine, genannt »Restless-Legs­<br />

Syndrom«, sowie schlicht und einfach Einund<br />

Durchschlafschwierigkeiten.<br />

Wissenschaftlich bewiesen ist inzwischen,<br />

dass Frauen mehr Schlaf als Männer brauchen:<br />

bis zu neun Stunden tun ihr gut, während<br />

ihm sieben bis acht Stunden reichen.<br />

Allerdings: »Beide Geschlechter nehmen<br />

sich nicht genug Zeit für den Schlaf und<br />

glauben, dass fünf bis sechs Stunden ausreichen«,<br />

so der Schlafforscher. Weit gefehlt<br />

und teuer bezahlt. »Abgesehen davon, dass<br />

bei einer so kurzen Nachtruhe die Leistungsfähigkeit<br />

leidet, hat das auch gesundheitliche<br />

Konsequenzen«, so Dr. Saletu. »Diese Menschen<br />

sind nachweislich anfälliger für Fettleibigkeit,<br />

Diabetes und hohen Blutdruck.«<br />

TÄGLICHER »HAUSPUTZ«<br />

Doch was ist eigentlich der Sinn des Schlafs?<br />

Wirklich geklärt ist diese Frage unter Schlafforscher:innen,<br />

Chronobiolog:innen und<br />

Neurolog:innen nicht. Immerhin weiß man,<br />

dass während dieser Ruhephase der Körper<br />

viele Aufgaben erledigt, quasi »Hausputz«<br />

betreibt. Wir erleben also eine Art schlummernde<br />

Runderneuerung. Ob Gehirn,<br />

Organe, Muskeln, Haut oder Teile des Immunsystems<br />

– alles dient der Regeneration,<br />

Reinigung und dem Energieauftanken. Ab<br />

wann der Schlaf tatsächlich erholsam oder<br />

gesundheitsfördernd ist, steht teilweise noch<br />

in den Sternen. Dr. Saletu: »Es gibt keine<br />

exakte wissenschaft liche Definition darüber,<br />

welche Schlafstruktur dafür quantitativ notwendig<br />

ist. Wesentlich für die Beurteilung ist<br />

das daraus resultierende Tagesbefinden am<br />

Folgetag – Stichwort ›Qualität vor Quantität‹.«<br />

Die individuell optimale Schlafdauer<br />

sei immer dann erreicht, wenn man sich<br />

am Tag ausgeschlafen, leistungsfähig und<br />

emotional ausgeglichen fühlt.<br />

6 TIPPS FÜR ERHOLSAMEN SCHLAF<br />

1. Regelmäßiger Rhythmus. Jeden<br />

Tag möglichst zu ähnlichen Zeiten<br />

schlafen gehen und wieder aufstehen<br />

– auch am Wochenende.<br />

2. Gut gebettet. Wie man sich bettet,<br />

so liegt man – der Volksmund<br />

weiß es schon lange. Eine gute<br />

Matratze gehört unbedingt ins<br />

Bett, Fernseher und andere<br />

Elektrogeräte hingegen raus<br />

aus dem Schlafzimmer.<br />

3. Gesundes Raumklima. Die Raumtemperatur<br />

sollte um die 18 Grad<br />

Celsius liegen und die Luft genügend<br />

Sauerstoff enthalten. Daher:<br />

vor dem Zubettgehen noch einmal<br />

ordentlich durchlüften.<br />

4. Hell und dunkel. Morgens regen<br />

helles Licht und frische Luft an,<br />

abends erleichtert Dunkelheit das<br />

Schlafengehen. Daher: mithilfe<br />

von Rollos oder Vorhängen das<br />

Schlafzimmer abdunkeln, zusätzlich<br />

fungieren diese als Schutz<br />

vor Lärmquellen, die ebenfalls<br />

wachhalten können.<br />

5. Wohltuende Rituale. Sorgen,<br />

Stress oder kreisende Gedanken<br />

kann man mit kleinen Ritualen<br />

effektiv verscheuchen. Eine Tasse<br />

Tee, beruhigende Musik, ein<br />

warmes Bad, Tagebuch schreiben<br />

oder ein schönes Buch lesen<br />

machen den Kopf frei von lästigen<br />

Grübeleien. Ein entspannender<br />

Duft (z. B. Lavendel, Zirbe) kann<br />

ebenfalls ausgleichend wirken.<br />

6. Hilfe aus der Natur. Im Zusammenhang<br />

mit Schlafstörungen<br />

haben sich einige Heilpflanzen,<br />

am besten als Tee genossen,<br />

bewährt: Melisse, Passionsblume,<br />

Hopfen, Baldrian.<br />

Foto: Realstock/Shutterstock<br />

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LICHTBLICKE<br />

Wer abends mit dem Handy oder<br />

Tablet zu Bett geht, bringt sich<br />

selbst um guten Schlaf: Die Helligkeit<br />

mit einem hohen Anteil von<br />

blauem Licht, das elektronische<br />

Geräte verbreiten, sorgt dafür, dass<br />

die menschliche Zirbeldrüse kein<br />

Melatonin ausschüttet – das tut sie<br />

nämlich nur bei Dunkelheit. So produzieren<br />

wir erst bei wenig blauem<br />

Licht das wichtige Schlafhormon,<br />

das uns müde macht und sanft<br />

einschlummern lässt.<br />

Nächtliche Regeneration<br />

Kuscheln ist gut, erholsamer<br />

Schlaf noch besser. Nur wer<br />

sich regelmäßig gut bettet,<br />

bleibt in jeder Lebenslage<br />

leistungsfähig und gesund.<br />

IDEALE BEDINGUNGEN<br />

Die gute Nachricht: 70 Prozent der Schlafstörungen<br />

haben keine organische Ursache.<br />

»Hier sind Ängste oder Depressionen häufige<br />

Ursachen oder schlicht mangelnde Schlafhygiene<br />

und ungünstige (räumliche) Bedingungen«,<br />

weiß die Wiener Psychologin<br />

Mag. Sabine Standenat. »Vor allem Letztere<br />

lassen sich meist ändern.« Ihre Tipps für eine<br />

schlaffördernde, angenehme Atmosphäre:<br />

»Verbannen Sie Belastendes aus dem Schlafzimmer.<br />

Wenn schon grübeln, dann am<br />

besten die Lösung fokussieren, nicht das<br />

Problem. Gestalten Sie die Abendstunden<br />

generell entspannt und verzichten Sie auf<br />

kreislaufanregende sowie konzentrierte<br />

Tätigkeiten. Regelmäßiges Sporttraining<br />

wirkt sich zwar prinzipiell günstig auf den<br />

Schlaf aus, sollte aber mindestens drei bis vier<br />

Stunden vor dem Zubettgehen stattfinden.<br />

Ebenso lang zurück sollte das letzte,<br />

möglichst nicht allzu üppige, Essen liegen,<br />

damit der Stoffwechsel bzw. Verdauungsapparat<br />

nicht überfordert wird.«<br />

Der Schlüssel zu gutem Schlaf ist nicht<br />

zuletzt ein wohltuendes Umfeld: »Angenehme<br />

Farben und Möbel sind hilfreich«, weiß<br />

Mediziner Dr. Saletu. »Das Schlafzimmer<br />

sollte gut belüftet sein, damit genug Sauerstoff<br />

vorhanden ist. Pflanzen können helfen,<br />

den Sauerstoffgehalt im Zimmer zu regulieren<br />

und die Luft zu reinigen.« Tipp: Aloe<br />

vera, Bergpalme, Efeutute, Grünlilie,<br />

Schwertfarn – sie alle entziehen der Raumluft<br />

Schadstoffe. Kühle Zimmertemperatur,<br />

frische Luftzufuhr und ruhige Umgebung<br />

sind ebenfalls maßgebende Förderer des<br />

gesunden Schlafs. Nicht zu vergessen ein<br />

optimales Bett samt individuell geeigneter<br />

Matratze. »Das Bett soll dem Körper wie<br />

beim ›Pawlow’schen Reflex‹ Schlaf und Entspannung<br />

suggerieren«, so Dr. Saletu. Während<br />

manche Menschen lieber härter liegen,<br />

bevorzugen andere eine weichere Matratze.<br />

Wichtig ist, dass sie auf die persönlichen<br />

Bedürfnisse abgestimmt ist. Probeliegen vor<br />

einem Kauf zahlt sich jedenfalls aus. Das gilt<br />

auch fürs Bett, das ausreichend Platz bieten<br />

sollte. Psychologin Mag. Standenat: »Nicht zu<br />

unterschätzen ist auch die wohlige Wirkung<br />

von frischer Bettwäsche sowie von angenehmen<br />

Naturmaterialien, sanften Farben<br />

und von gedämpftem, warmem, indirektem<br />

Licht statt greller Dekorstoffe und hell<br />

leuchtender Deckenlampe.«<br />

<<br />

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trends / SCHLAFEN WIE IM HOTEL<br />

HOTEL-<br />

FLAIR FÜR<br />

ZU HAUSE<br />

Fotos: Enrique Vega/The Licensing Project, beigestellt<br />

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Nirgends schläft man besser als in fremden Betten. Das ist<br />

kein Zufall: Luxushotels legen großen Wert auf perfekten<br />

Liegekomfort. Da ist es nur konsequent, dass sie ihre Betten,<br />

Polster und Bezüge auch als Home-Kollektion anbieten. Damit<br />

man auch daheim wie auf Wolken schlummert. TEXT KARIN CERNY<br />

Es ist stets aufs Neue ein magischer<br />

Moment, wenn man nach einem<br />

langen Tag in einer fremden Stadt in<br />

ein kuscheliges Hotelbett sinkt. Und<br />

sich sofort geborgen und zu Hause fühlt. Job<br />

und Alltag hinter sich lässt und zu träumen<br />

beginnt. Vielleicht liegt es an den vielen<br />

Pölstern in unterschiedlichen Größen, an<br />

der extrafluffigen Bettdecke, am perfekt<br />

gebügelten weißen Leinen – oder einfach<br />

daran, dass man verdammt müde ist. Auf<br />

jeden Fall schläft man wie ein Baby.<br />

LUXUS UND EXZELLENZ<br />

Kein Wunder, dass man dieses perfekte<br />

Erholungsgefühl auch außerhalb von Reisen<br />

haben möchte. Bademäntel, Handtücher<br />

und Beauty-Produkte lassen sich bereits seit<br />

geraumer Zeit in Luxusunterkünften käuflich<br />

erwerben. Mittlerweile boomen aber auch<br />

Betten, die hochwertigen Schlafkomfort in<br />

die eigenen vier Wände zaubern sollen. Es<br />

handelt sich um exklusive Maßanfertigungen,<br />

die mit viel Know-how, ausgeklügelter Handwerkskunst<br />

und gediegenem Design eigens<br />

fürs Hotel entwickelt wurden. Im Fachhandel<br />

bekommt man diese Betten nicht, man muss<br />

sich direkt vom Hotel beliefern lassen. Vom<br />

Design verzichten sie auf modischen Firlefanz,<br />

konzentrieren sich aufs Wesentliche: Sie sind<br />

robust und doch zeitlos elegant.<br />

PERSONALISIERTE BETTEN<br />

Four Seasons bietet in seinen Hotels und<br />

Resorts seit 2014 vollständig anpassbare<br />

Betten, die erlauben, Matratzenhärte und<br />

Kissen zu personalisieren. 2019 hat sich die<br />

Luxusmarke dann entschlossen, diese Betten<br />

auch online zu verkaufen. »Four Seasons<br />

><br />

Ruhen mit Stil<br />

Klassiker sind die Bettdeckenbezüge<br />

mit Volant in elegantem<br />

Grau oder Blau, die Sofitel<br />

im Shop anbietet.<br />

sofitelboutique.com<br />

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trends / SCHLAFEN WIE IM HOTEL<br />

Volles Programm<br />

Vom Bettrahmen über die<br />

Matratze bis zur Bettdecke<br />

und zum Bettüberzug:<br />

Das Four Seasons bietet<br />

ein komplettes Set an.<br />

shop.fourseasons.com<br />

Aber auch Sofitel bietet in seinem Onlineshop<br />

bereits seit 2004 Produkte an – von<br />

Bademänteln über Düfte bis zu Kissen. »Wir<br />

wollten unseren Kund:innen die Möglichkeit<br />

geben, das Sofitel-Gefühl in ihr eigenes<br />

Zuhause zu bringen und die Marke in ihrem<br />

täglichen Leben zu erleben«, sagt Alison<br />

Howard, Vice President Luxury Brands Accor<br />

Northern Europe. Bestseller sind Betten,<br />

Pölster und Bettwäsche. Hinzu kommen<br />

Designkooperationen: Karl Lagerfeld hat<br />

exklusiv für SO/ einen Bademantel kreiert,<br />

der japanische Mode- und Produktdesigner<br />

Kenzo Takada Polsterbezüge und Vasen.<br />

Klassiker sind die Bettdeckenbezüge mit<br />

Volant in elegantem Grau oder Blau. Dazu<br />

passen die Sofitel-Bettgestelle mit ihren<br />

Rückenlehnen in dezenten Farben.<br />

Das Marriott-Bett besteht aus einer<br />

bequemen Boxspringmatratze und ist klassisch<br />

schlicht gehalten. Außerdem im Shop<br />

erhältlich: Nackenrollen. Die kleinen, runden<br />

Pölster sind ideal, um nach einem langen<br />

Flug auszuspannen, aber auch, um bequem<br />

zu lesen. Erstaunlich, dass sie bisher kaum<br />

ihren Weg ins Eigenheim gefunden haben.<br />

Sie sorgen sofort für ein Urlaubsgefühl.<br />

<<br />

><br />

ist ein Synonym für Luxus und Exzellenz«,<br />

sagt Marc Speichert, Executive Vice President<br />

und Chief Commercial Officer. »Wir haben<br />

eine unglaublich starke Resonanz auf diese<br />

Produkte festgestellt.« Bisher ist die Four-<br />

Seasons-Home-Kollektion nur in den USA<br />

und Kanada erhältlich, gut möglich, dass<br />

sich der Markt aber bald erweitern wird.<br />

In den letzten Jahren sind die Verkäufe laut<br />

Speichert um 60 Prozent gestiegen. Das<br />

Sortiment wurde um handgegossene Kerzen,<br />

Samthausschuhe aus Italien und Reise-<br />

Accessoires erweitert.<br />

Weniger ist mehr<br />

Das Marriott-Bett besteht aus<br />

einer bequemen Boxspringmatratze<br />

und ist klassisch<br />

schlicht gehalten.<br />

europe.shopmarriott.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

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HANDCRAFTED FOR A LIFETIME OF THE FINEST SLEEP<br />

VISPRING.COM<br />

1<strong>07</strong>0 WIEN Rooms Classic Interior, Smart Living 3652 LEIBEN Lorenz Projekt- u. Handels 4061 PASCHING Der Mayrhofer 4600 WELS Bruckmüller Wohnen<br />

4710 GRIESKIRCHEN Tischlerei Maier 4775 TAUFKIRCHEN AN DER PRAM Auinger 5020 SALZBURG Schlafwerkstatt Salzburg 6300 WÖRGL Osl Living<br />

6370 KITZBÜHEL Die Wohnidee Fritz Huber 6405 PFAFFENHOFEN Einrichtungshaus Föger 7091 BREITENBRUNN Frischmann Thomas 8045 GRAZ Möbel Tropper<br />

8280 FÜRSTENFELD Wohnanders 9020 KLAGENFURT FLW Handel – Standort Kärnten


trends / NEWS AM BETTENHIMMEL<br />

Individuell<br />

Bei Vispring lassen sich die Betten an die<br />

eigenen Bedürfnisse anpassen. Hier die<br />

Kombination aus »Opulence«-Matratze,<br />

»Viceroy«-Gestell und »Gate«-Kopfteil.<br />

vispring.com<br />

ROMANTISCHE<br />

RELAX-OASEN<br />

Samtige Oberflächen, abgerundete Formen und feenhafte Himmelbetten – so manche<br />

Genießer:innen benötigen zum Wohlfühlen und Entspannen das volle Romantikprogramm.<br />

Gut, dass die <strong>LIVING</strong>-Redaktion eine passende Auswahl zusammengestellt hat.<br />

Luxuriös<br />

Herrschaftlich lässt es sich im »Marie<br />

Antoniette«-Bett von K3 schlafen. Da hätte<br />

auch die Königin von Frankreich ihre Freude<br />

daran gehabt. artemest.com<br />

Paradiesisch<br />

Wie ein »schützendes Nest«<br />

wirkt der skulpturale Metallrahmen<br />

des »Paradise Bird«-<br />

Bettes von Luca Nichetto.<br />

wittmann.at<br />

Fotos: beigestellt<br />

58 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Süße Träume<br />

Bei seinen Produkten setzt<br />

Treca auf edle, natürliche<br />

Materialien – so auch beim<br />

»Diamant«-Kopfteil.<br />

treca.com<br />

Elegant<br />

In exklusiver Zusammenarbeit<br />

mit dem Topdesigner Ferris<br />

Rafauli bekam das »Grand-<br />

Vividus« ein Design-Update.<br />

hastens.com<br />

Runde Sachen<br />

Die Rundbögen des »Creole«-<br />

Bettes von Bretz Austria<br />

erinnern an die Architektur<br />

der »Goldenen 20er«.<br />

bretz-austria.at<br />

Himmlisch<br />

Im romantischen<br />

Himmel bett »ILletto«<br />

von Opinion Ciatti lässt<br />

es sich wahrhaft märchenhaft<br />

gut schlafen.<br />

opinionciatti.com<br />

Wohlfühlort<br />

Der runde Kopfteil des »Clip«-Bettes<br />

von Designer Nika Zupanc schafft ein<br />

herrliches Gefühl von Geborgenheit.<br />

ditreitalia.com<br />

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trends / NEWS AM BETTENHIMMEL<br />

Vielseitig<br />

Mit »Juna« hat Sebastian Herkner<br />

ein wandelbares Bett entworfen,<br />

inklusive ergänzender Sitzbank,<br />

Nachttisch und integriertem<br />

USB-Anschluss.<br />

schramm-werkstaetten.com<br />

Minimalistisch<br />

Bei arbaro trifft japanischer<br />

Stil auf italienische Handwerkskunst.<br />

Das Ergebnis?<br />

Zum Einschlafen schön.<br />

arbaro.it<br />

AUFGERÄUMTE<br />

RUHEZONEN<br />

Wenn im Kopf Chaos herrscht, rückt der Schlaf in weite Ferne. Eine minimalistische<br />

Umgebung, die auf das Wesentliche reduziert ist, kann dabei helfen, abzuschalten<br />

und Ruhe zu finden. Und wo startet man am besten mit der Reduktion? Richtig – im<br />

Schlafzimmer und beim Hauptakteur Bett.<br />

Fotos: beigestellt<br />

Federleicht<br />

Das »times«-Bett wirkt fast<br />

so, als würde es schweben,<br />

und verspricht durch seine<br />

klare Formensprache eine<br />

Nachtruhe ohne Ablenkungen.<br />

team7-home.com<br />

Schlicht<br />

Bequemlichkeit und klare<br />

Linien stehen beim »Asolo«-<br />

Bett von Antonio Citterio für<br />

Flexform im Vordergrund.<br />

flexform.it<br />

60 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Wandelbar<br />

»Stand By Me« von Francesco<br />

Binfaré für Edra passt in<br />

moderne genauso wie in<br />

klassiche Schlafzimmer.<br />

edra.com<br />

Geradlinig<br />

Nicht nur vom Namen her<br />

erinnert das »Flai«-Bett mit<br />

seinem schwebenden Design<br />

ans Fliegen.<br />

connox.at<br />

Gemütlich<br />

Das »Duke«-Boxspringbett<br />

von sedda mit Lederbezug ist<br />

sowohl mit Bettbank als auch<br />

ohne erhältlich.<br />

sedda.at<br />

Multifunktional<br />

30 Jahre nach der<br />

ersten Präsentation<br />

des »Maly«-Bettes<br />

wird der Klassiker<br />

mit »Peter Maly 2«<br />

neu interpretiert.<br />

ligne-roset.com<br />

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trends / GUTE-NACHT-STYLE<br />

Frische Luft<br />

Der »Airmega 150 Air<br />

Purifier« von Coway<br />

verfügt über eine<br />

dreistufige Filterung.<br />

store.moma.org<br />

Ordnungshüter<br />

Damit Handcreme, Buch und<br />

Schlafmaske nicht irgendwo<br />

herumkugeln, werden sie im<br />

hübschen Nachttisch von<br />

Guerra Vanni verstaut.<br />

artemest.com<br />

Neben dem passenden Bett gibt es noch weitere unterstützende Accessoires,<br />

die eine entspannte Atmosphäre schaffen und für einen erholsamen Schlaf<br />

sorgen. Die <strong>LIVING</strong>-Redaktion hat für Sie eine vielseitige Liste erstellt, die das<br />

Einschlafen garantiert erleichtert.<br />

Abtauchen<br />

Ein Bad vor dem Schlafengehen<br />

kann Wunder bewirken. Zum<br />

Beispiel mit Badezusatz von<br />

Dream Distillery.<br />

niche-beauty.com<br />

Wegweiser<br />

Auf über 400 Seiten<br />

bietet »The Book of<br />

Rituals« Anregungen<br />

für ein achtsames<br />

Leben.<br />

rituals.com<br />

Abgedunkelt<br />

Luxuriöser als mit der<br />

Fendi-Schlafmaske kann<br />

man störende Lichtquellen<br />

kaum abblocken.<br />

net-a-porter.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

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Müde cremen<br />

Mit der Mischung aus Melatonin,<br />

Lavendel und CBD wird die<br />

»The Good Night«-Creme zum<br />

Teil der Abendroutine.<br />

this.place<br />

Dufte Sache<br />

Wird der Aromadiffusor<br />

» Kaspar« mit den passenden<br />

Ölen gespeist, kreiert er eine<br />

relaxte Atmosphäre.<br />

madebyzen.com<br />

Nachhaltig<br />

Als Verschluss für das<br />

»Strimma«-Bettwäscheset<br />

werden ausschließlich Knöpfe<br />

aus recyceltem Plastik<br />

verwendet. alvalinen.de<br />

Ruhezone<br />

Damit der Fokus auch wirklich auf<br />

dem Einschlafen liegt, wird<br />

etwaige Unordnung hinter dem<br />

»FRAMINGHAM«-Paravent<br />

versteckt. maisonsdumonde.com<br />

Klangspiel<br />

Die Bose-»Sleepbuds«<br />

blockieren störende<br />

Geräusche und spielen stattdessen<br />

beruhigende Töne.<br />

bose.de<br />

Herzig<br />

Schmuckstücke,<br />

die beim Schlafen<br />

nur stören<br />

würden, finden<br />

auf der Ablage<br />

von AERIN ihre<br />

Nachtruhe.<br />

amara.com<br />

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trends / ARTY<br />

WEEKEND<br />

Daran, dass die Ir:innen ein kunstsinniges<br />

Volk sind, dürfte kein Zweifel bestehen.<br />

Die meisten dürften dabei aber<br />

vor allem Literatur und Musik im Sinn<br />

haben. Immerhin vier Literaturnobelpreisträger<br />

stammen von der Grünen Insel, und man muss<br />

kein Fan von U2 sein, um den irischen Beitrag<br />

zur Popkultur zu schätzen. Aber bildende Kunst<br />

aus Irland? Da kommt man ins Grübeln. Das<br />

mag daran liegen, dass Figuren wie Francis<br />

Bacon oder die Designerin Eileen Gray, die<br />

erzkatholische Insel früh verlassen haben und<br />

jenseits ihrer Küste berühmt wurden.<br />

Doch im 21. Jahrhundert sieht das anders aus.<br />

Der Brexit im Vereinigten Königreich lässt die<br />

Fließrichtung des Brain-Drain über die Irische<br />

See umdrehen. Die Weltoffenheit der Ir:innen<br />

tut ihr Übriges. Wer heute in Dublin auf Spurensuche<br />

der zeitgenössischen Kunst geht, wird<br />

sein grünes Wunder erleben. Die im Zuge des<br />

Wirtschaftsbooms revitalisierten Ausgehviertel<br />

wie Temple Bar sind veritable Galerienviertel<br />

geworden. Zwar hat die vor genau 100 Jahren<br />

unabhängig gewordene Staat nicht die großen<br />

Museen wie die imperialen Hauptstädte,<br />

aber dafür viel freche Eigeninitiative. Und<br />

kuratorisch ist es sicher kein Nachteil, dass die<br />

geselligen Ir:innen es verstehen, Geschichten zu<br />

erzählen. Ob mit der Gitarre, dem Stift oder<br />

dem Pinsel. ><br />

Foto: LittlenySTOCK/Shutterstock, Shutterstock<br />

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KUNST-<br />

T R I P<br />

D U B L I N<br />

Kaum jemand erzählt so gerne Geschichten wie<br />

die Ir:innen. Auch Kunst-Geschichten? Natürlich!<br />

Ein Wochenende in Dublin wird so zu einem Spaziergang<br />

durch alle Spielarten des Zeitgenössischen,<br />

eingerahmt von der bewegten irischen Geschichte.<br />

TEXT MAIK NOVOTNY<br />

Kunst auf allen Wegen<br />

Die Samuel Beckett Bridge<br />

überspannt den River Liffey in<br />

Dublin und rückt die Docklands ins<br />

Bewusstsein der Stadt. Auch der<br />

zweite irische Literaturgigant,<br />

James Joyce, hat übrigens eine<br />

Brücke in Dublin bekommen.<br />

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trends / ARTY<br />

WEEKEND<br />

><br />

>>> FREITAG<br />

Wer James Joyces Romanmonument<br />

»Ulysses« gelesen hat, das einen Tag in Dublin<br />

beschreibt, weiß, dass die Stadt sich perfekt für<br />

ausgedehnte Spaziergänge eignet. Das gilt auch<br />

heute noch. Wir starten in den Gassen südlich<br />

des Liffey, in denen sich am Wochenende das<br />

Pub- und Partyvolk drängt. Ein Pionier der<br />

Revitalisierung des Quartiers Temple Bar, die in<br />

den 1980er-Jahren begann, ist die gleichnamige,<br />

1983 eröffnete Galerie. Bis heute ist die Temple<br />

Bar Gallery ihrem Credo »von Künstlern für<br />

Künstler« treu geblieben. Die fünf Ausstellungen<br />

pro Jahr fördern und präsentieren irische<br />

Talente auf der Bühne der Welt, und mit der<br />

Dublin Art Book Fair betreibt man auch die<br />

einzige Kunstbuchmesse des Landes.<br />

KUNST UND WISSENSCHAFT<br />

Noch etwas älter ist die Douglas Hyde Gallery<br />

of Contemporary Art, die 1978 aus einer<br />

Spielend gelaufen<br />

Aus der Ausstellung »John<br />

Kindness: Playing with Food«<br />

in der Molesworth Gallery.<br />

Ein Spaziergang durch die Gassen um das Trinity College,<br />

wo Nachtleben und Wissenschaft einen Nährboden für die<br />

Kunst bilden.<br />

Erste Adresse<br />

Die kleine Molesworth Gallery<br />

in einem Townhouse aus dem<br />

18. Jahrhundert.<br />

Fotos: © John Kindness, © The Molesworth Gallery, © Louis Haugh, © The Temple Bar Gallery, Courtesy Sean Edwards and Tanya Leighton, Shutterstock<br />

66 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Kooperation des staatlichen Arts Council und<br />

des ehrwürdigen Trinity College als erste<br />

öffentlich finanzierte Galerie für zeitgenössische<br />

Kunst in Irland entstand. Bis heute lebt<br />

und profitiert die Galerie von der umfassenden<br />

Forschung und globalen Vernetzung der<br />

Universität, die die Kunst anregt und herausfordert<br />

und als Jungbrunnen für die Szene<br />

fungiert.<br />

Ein weiterer Fixpunkt der Szene findet sich<br />

gleich hinter dem Park des Trinity College:<br />

die kleine Molesworth Gallery, die auf zwei<br />

Etagen eines alten Stadthauses aus dem<br />

18. Jahrhundert ein dichtes Ausstellungsprogramm<br />

produziert. Die Galerie hat um die<br />

20 junge Künstler:innen unter ihren Fittichen,<br />

die stetig wachsende Sammlung der seit 1999<br />

bestehenden Galerie wird in zahlreichen<br />

Publikationen dokumentiert.<br />

><br />

Rahmensprengend<br />

Installation in der Galerie<br />

Douglas Hyde.<br />

TEMPLE BAR GALLERY<br />

Sean Edwards, bis 12. 11. 22<br />

templebargallery.com<br />

THE DOUGLAS HYDE<br />

Arthur Jafa: Love is the Message,<br />

The Message is Death, bis 6. 11. 22<br />

thedouglashyde.ie<br />

MOLESWORTH GALLERY<br />

John Kindness: Playing with Food, bis 6. 10. 22<br />

molesworthgallery.com<br />

Anstoßend<br />

Mit dem Objekt »Inheriting Absence<br />

(Glasses)« in der Temple Bar<br />

Gallery verarbeite Sean Edwards<br />

seine Familiengeschichte.<br />

Kunst im Mittagsschlaf<br />

Temple Bar ist das Ausgehviertel Nummer<br />

eins, und auch die gleichnamige Galerie<br />

braucht mal Ruhe nach der Partynacht.<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

67


trends / ARTY<br />

WEEKEND<br />

>>> SAMSTAG<br />

Kunstgeschichte trifft<br />

Stadtgeschichte: drei<br />

Museen für zeitgenössische<br />

und angewandte Kunst, die<br />

in prachtvollen historischen<br />

Gemäuern zu Hause sind.<br />

><br />

Zwei besondere Figuren haben sich in die<br />

Räume des Charlemont House am Parnell<br />

Square eingeschrieben. Da ist zum einen der<br />

Kunstsammler Sir Hugh Lane, nach dem die<br />

hier ansässige Galerie benannt ist. Dieser<br />

zeigte 1904 in London die erste Ausstellung<br />

irischer Kunst und vermachte vier Jahre<br />

später seine Sammlung der Stadt Dublin, der<br />

die Galerie bis heute gehört. 1998 erwarb<br />

man das Atelier und das Archiv des Malers<br />

Francis Bacon und rekonstruierte es in der<br />

Galerie – mit archäologischer Präzision<br />

Bitte berühren<br />

Sofa von Rita Duffy in der<br />

Hugh Lane Gallery.<br />

Einladende Geste<br />

Die Hugh Lane Gallery<br />

im Charlemont House<br />

am Parnell Square.<br />

Leise durch die Nacht<br />

Aus der Serie »A Woman Walks Alone at Night,<br />

with a Camera« von Ruby Wallis im IMMA.<br />

Fotos: © Hugh Lane Gallery/Rita Duffy, Eugene Langan, ourtesy of Ruby Wallis, © National Museum of Ireland, © John Kindness, Shutterstock<br />

68 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Reif für die Insel<br />

Meeresgeschichtliches<br />

im National Museum<br />

of Ireland.<br />

Rein in die Rotunde<br />

Eines der vier in Dublin<br />

verteilten Häuser des<br />

National Museum of Ireland.<br />

wurde alles katalogisiert und einzeln transportiert,<br />

sogar der Staub. So kann man heute<br />

in die wilde Welt des notorisch chaotischen<br />

Giganten des 20. Jahrhunderts eintauchen.<br />

KASERNE UND SPITAL<br />

Auch der irische Staat hat sein großes<br />

Museum. Das Nationalmuseum (in ganzer<br />

gälischer Pracht: Ard-Mhúsaem na hÉireann –<br />

Na hEalaíona Maisiúla agus Stair) verteilt<br />

sich auf vier Standorte, darunter neben<br />

Archäologie, Naturgeschichte und einem<br />

Ableger auf dem Land das Museum of Arts &<br />

Decorative History. Dieses residiert in den<br />

ehemaligen Collins Barracks, einer Kaserne<br />

aus dem 18. Jahrhundert, deren Umfeld<br />

in den 1990er-Jahren zu einem neuen<br />

Museumsquartier entwickelt wurde. Hier<br />

wird die konfliktreiche irische Geschichte<br />

über Objekte wie Kleidung erzählt, eine<br />

Dauerausstellung widmet sich der ikonischen<br />

Designerin und Architektin Eileen Gray.<br />

Das Irish Museum of Modern Art (IMMA)<br />

wiederum hat sich seit 1991 im prachtvollen<br />

Royal Hospital Kilmainham aus dem<br />

17. Jahrhundert ausgebreitet und baut hier<br />

seine nationale Sammlung moderner und<br />

zeitgenössische Kunst, die derzeit rund<br />

3.500 Werke umfasst, kontinuierlich aus.<br />

><br />

DUBLIN CITY GALLERY THE HUGH LANE<br />

Bones in the Attic, bis 30. 10. 22<br />

hughlane.ie<br />

Auto-Antike<br />

»Scraping the Surface«<br />

von John Kindness im<br />

IMMA.<br />

IRISCHES NATIONALMUSEUM,<br />

MUSEUM OF DECORATIVE ARTS & HISTORY<br />

Dauerausstellung<br />

museum.ie<br />

IMMA – IRISH MUSEUM OF MODERN ART<br />

The Narrow Gate of the Here-and-Now, bis 13. 11. 22<br />

imma.ie<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

69


trends / ARTY<br />

WEEKEND<br />

Kecke Kiste<br />

Das Gebäude der RHA<br />

stammt aus den 1970ern,<br />

doch die Institution selbst<br />

ist fast 200 Jahre alt.<br />

Street-Art im Innenraum<br />

Eine der sechs Galerien der<br />

Royal Hibernian<br />

Academy (RHA).<br />

><br />

>>> SONNTAG<br />

Zurück in den Gassen<br />

südlich des River Liffey,<br />

spüren wir dem Kunst-Boom<br />

der 1990er-Jahre nach<br />

und lassen uns die älteste<br />

Kunst-Geschichte Irlands<br />

erzählen.<br />

Sie dachten, wir hätten die Galerien<br />

im Stadtzentrum schon abgehandelt? Weit<br />

gefehlt, denn unser Spaziergang geht auch<br />

am Sonntag weiter. Und es dürfte nicht<br />

überraschen, dass auch hier die Galerien<br />

ebenso sehenswert sind wie die Häuser an<br />

ihrer Adresse. Die 1998 gegründete Kerlin<br />

Gallery, einer von Irlands führenden Orten<br />

für zeitgenössische Kunst, wurde vom<br />

britischen Minimalisten John Pawson<br />

entworfen und hat schon mehrere<br />

Künstler:innen ausgestellt, die für den<br />

prestigeträchtigen Turner Prize nominiert<br />

waren.<br />

Abstrakte Richtung<br />

Für »Twice in Dublin« ließ sich Nathalie<br />

Du Pasquier von der Architektur der<br />

Kerlin Gallery inspirieren.<br />

Fotos: Kate-Bowe O‘Brien, © RHA Gallery, Courtesy of Nathalie Du Pasquier, Courtesy of Kate Fahey, © Kerlin Gallery, Shutterstock<br />

70 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Prekäre Position<br />

Ausstellung »Kate Fahey –<br />

Mouthnotes« im Art-Space<br />

Pallas Projects.<br />

GESCHICHTE UND GESCHICHTEN<br />

Ein bienenkorbhaft summender Art-Space findet<br />

sich im historischen Quartier The Coombe<br />

in der südlichen Innenstadt. Hier ist Pallas Projects<br />

zu Hause, wie viele andere Galerien in der<br />

Aufbruchstimmung der 1990er-Jahre gegründet<br />

und nach langer Wanderschaft durch acht<br />

temporäre Orte jetzt mit permanentem Zuhause.<br />

Die Non-Profit-Organisation bietet Studioräume<br />

für Künstler:innen, das Programm umfasst<br />

Diskussionen, Publikationen, Performances und<br />

natürlich auch klassische Ausstellungsformate.<br />

Zum Abschluss unseres Walks tauchen wir<br />

nochmals tief in die Geschichte ein. Die Royal<br />

Hibernian Academy ist die älteste von Künstler:innen<br />

geführte Institution Irlands, sie feiert<br />

kommendes Jahr ihr 200-jähriges Bestehen, und<br />

ihre auf einem Open Call basierende Jahresausstellung<br />

findet ununterbrochen seit 1826 statt.<br />

Hier ist jedoch ausnahmsweise die Institution<br />

älter als das Gebäude, dieses stammt aus den<br />

1970ern und umfasst sechs Galerien, die parallele<br />

Ausstellungen ermöglichen. Nachdem wir alle<br />

absolviert haben, dürfen wir uns am Ende des<br />

Spaziergangs ein Guinness gönnen.<br />

<<br />

KERLIN GALLERY<br />

Nathalie Du Pasquier, bis 8. 10. 22<br />

kerlingallery.com<br />

PALLAS PROJECTS<br />

Art Nomads – Karavanserai, bis 8. 10. 22<br />

pallasprojects.org<br />

THE ROYAL HIBERNIAN ACADEMY<br />

Donald Teskey: Decade, bis 23. 10. 22<br />

rhagallery.ie<br />

Raum-Rahmen<br />

Ausstellung in der 1998<br />

gegründeten Kerlin Gallery.<br />

Intuitiv abstrakt<br />

»Collected Intervention<br />

Transmission« von Elizabeth<br />

Archbold in der RHA.<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

71


trends / ARTY<br />

WEEKEND<br />

»DUBLIN IST EIN KULTURELLER<br />

SCHMELZTIEGEL«<br />

Der irische Kurator Brendan Fox arbeitet seit über zehn<br />

Jahren in Dublin. Im Interview erklärt er, wie sich hier<br />

eine besonders solidarische, engagierte und international<br />

vernetzte Kunstszene entwickelt hat. INTERVIEW MAIK NOVOTNY<br />

<strong>LIVING</strong> Von außen gesehen scheint Dublin<br />

eine reiche Galerienlandschaft vorzuweisen,<br />

aber relativ wenige große Häuser für Kunst.<br />

Woran liegt das?<br />

BRENDAN FOX Das stimmt. Die historische<br />

Architektur hat hier den Maßstab bestimmt,<br />

und oft wurden bestehende Gebäude zu<br />

Museen umgenutzt. Das hat Vor- und<br />

Nachteile, denn die Architektur kann der<br />

Kunst auch im Weg stehen. Im Stadtzentrum<br />

wiederum finden sich wichtige kleine<br />

Galerien wie die Temple Bar Gallery, die<br />

die Energie der Umgebung widerspiegeln.<br />

Dublin ist so gesehen eher eine Auswahl von<br />

Vorspeisen als ein Drei-Gänge-Menü, aber<br />

wer liebt nicht die Abwechslung!<br />

Wie hat sich die Kunstszene Dublins in den<br />

letzten Jahrzehnten entwickelt?<br />

Auf und ab, wie viele andere Städte. Derzeit<br />

haben wir eine massive Wohnungskrise, die<br />

auch die Kultur beeinflusst, weil es weniger<br />

Räume für die Kunst gibt. Trotzdem blüht die<br />

Szene auf, denn wenn man kämpfen muss,<br />

erzeugt das Solidarität und eine enorme<br />

künstlerische Energie. Eine andere Entwicklung<br />

ist, dass die großen Institutionen<br />

erkannt haben, dass es der Stadt hilft, wenn<br />

man junge Künstler:innen unterstützt und<br />

ihnen Räume zur Verfügung stellt.<br />

Szene-Insider<br />

Brendan Fox lebt und arbeitet<br />

als unabhängiger Kurator, Künstler und<br />

Autor in Dublin. Er initiierte die<br />

Ausstellung »Games for Artists and<br />

Non-Artists« am Irish Museum of Modern<br />

Art und gründete 2020 die interdisziplinäre<br />

Plattform Museum of Everyone (MOE).<br />

museumofeveryone.com<br />

brendanfoxart.com<br />

Inwiefern ist Irland ein guter Nährboden für<br />

Ihre eigene Praxis als Kurator?<br />

Ich arbeite seit zehn Jahren in Dublin als<br />

Kurator und habe 2020 das Museum of<br />

Everyone (MOE) gegründet, das die Stimmen<br />

von Künstler:innen verstärkt, insbesondere<br />

von queeren, schwarzen oder migrantischen.<br />

Es ist eine Art Mittelweg zwischen Institution<br />

und Community. Die Szene in Dublin ist<br />

ein zyklisches Ökosystem aus jungen und<br />

etablierten Künstler:innen, und dieser Austausch<br />

fasziniert mich. Dublin ist heute mehr<br />

den je ein kultureller Schmelztiegel.<br />

Wie international ist die Szene? Welche Rolle<br />

spielen die traditionellen irischen Beziehungen<br />

zu England und den USA?<br />

Wir sind eine Insel am Rand der Welt,<br />

aber sind international sehr hoch angesehen.<br />

Gerade die irische Geschichte macht das Land<br />

heute zu einem Mekka für internationale<br />

Künstler:innen, und für uns sind London<br />

und New York wichtige Destinationen, aber<br />

auch Berlin oder Lissabon. Figuren wie<br />

Aideen Barry oder Niamh O’Malley<br />

repräsentieren Irland auf der internationalen<br />

Bühne.<br />

Die irische Kultur ist vor allem berühmt für<br />

Literatur und Musik. Wie interagiert die Kunst<br />

mit diesen Sparten?<br />

Die Literatur ist ein elementarer Bestandteil<br />

der irischen Gesellschaft, und die Synergie<br />

mit der Kunst ist heute stärker denn je. Die<br />

junge Generation arbeitet mit neuen Arten<br />

des Storytelling, und Autor:innen wie Felicia<br />

Olusanya und Philly McMahon kombinieren<br />

Performance, Theater und Spoken Word.<br />

Welche Museen und Galerien würden Sie<br />

interessierten Besucher:innen empfehlen?<br />

Das IMMA mit seiner derzeitigen Ausstellungsserie<br />

»The Narrow Gate of the Hereand-Now«<br />

ist ein absolutes Must-see. In der<br />

Hugh Lane Gallery setze ich mich oft in das<br />

rekonstruierte Atelier von Francis Bacon, wo<br />

sich das heutige und das historische Dublin<br />

vermischen, und meditiere. Die Temple Bar<br />

und Douglas Hyde im Zentrum sind immer<br />

einen Besuch wert, The Complex und Pallas<br />

Projects machen derzeit sehr faszinierende<br />

Programme. Und nicht zu vergessen: Fast<br />

alle von ihnen sind gratis, daher kann der<br />

Spaziergang durch die Stadt eine bereichernde<br />

Erfahrung sein – und das, ohne einen Cent<br />

auszugeben!<br />

Zeitgemäße Positionen<br />

Die Dubliner Künstlerin Alice<br />

Rekab, die in mehreren wichtigen<br />

Galerien der Stadt regelmäßig<br />

ausstellt, thematisiert die Realität<br />

einer diversen Gesellschaft in<br />

ihren Werken.<br />

Fotos: Brendan Fox, DKPHOTO, Shutterstock<br />

72 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


WIR HABEN DEN SCHLÜSSEL<br />

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trends / ARTY<br />

WEEKEND<br />

TIPPS & ADRESSEN<br />

Die Möglichkeiten, in Dublin sinnvoll seine Zeit<br />

zu verbringen, sind unendlich. Wir können gar<br />

nicht genug bekommen vom irischen Lifestyle.<br />

Das beginnt bei der Kulinarik und endet – wo<br />

sonst? – beim Shopping!<br />

Zurücklehnen<br />

Im »The Westin<br />

Dublin« erwartet einen<br />

die »Atrium Lounge« –<br />

ein prächtiges fünfstöckiges<br />

Glasatrium.<br />

HOTELS<br />

THE WESTIN DUBLIN*****<br />

Das »The Westin Dublin« bietet einen idyllischen<br />

Zufluchtsort mitten im Stadtzentrum mit einzigartigem<br />

Blick auf das Trinity College Dublin und das<br />

Dublin City Centre. Auch für Genießer:innen wird<br />

hier einiges geboten, denn gleich drei Restaurants<br />

erwarten die Gäste: das »Morelands Grill«, die<br />

»Atrium Lounge« und die »Mint Bar«.<br />

At College Green, Westmoreland Street,<br />

D02 HR67 Dublin<br />

T: +353 1 6451000, marriott.com<br />

THE WESTBURY*****<br />

Das »The Westbury« wurde 2020 bei einem<br />

Publikumspreis zum Nummer-eins-Hotel in Irland<br />

gewählt. Grund dafür waren höchstwahrscheinlich<br />

die luxuriösen Zimmer und Suiten sowie zahlreiche<br />

kulinarische Genüsse.<br />

Balfe Street, D02 CH66 Dublin<br />

T: +353 1 6791122, doylecollection.com<br />

THE MERRION HOTEL*****<br />

Die 142 Zimmer und Suiten des Hotels sind ebenso<br />

einladend wie stilvoll. »The Merrion Hotel«, eine<br />

geglückte Restaurierung von vier georgianischen<br />

Stadthäusern, verbindet exquisiten Komfort, entspannte<br />

Eleganz und fortschrittliche Einrichtung.<br />

Merrion Street Upper, D02 KF79 Dublin<br />

T: +353 1 6030600, merrionhotel.com<br />

»Westbury«<br />

Die Zimmer und Suiten<br />

präsentieren das Beste<br />

des irischen Designs.<br />

THE MARKER HOTEL*****<br />

An der Uferpromenade des Grand Canal Square<br />

gelegen, bietet das »The Marker Hotel« nicht nur<br />

eine tolle Lage, sondern auch noch allen Komfort<br />

und Luxus, den man sich als Gast wünschen kann.<br />

Ein besonderes Highlight ist das »Cocoon-Spa«<br />

(inklusive Infinity-Pool), welches bereits zahlreiche<br />

Auszeichnungen für die angebotenen Behandlungen<br />

erhalten hat.<br />

Grand Canal Square, Docklands, D02 CK38 Dublin<br />

T: +353 1 6875100, anantara.com<br />

PEMBROOKE HALL*****<br />

»Pembroke Hall« ist ein wunderschönes vierstöckiges<br />

und denkmalgeschütztes georgianisches<br />

Stadthaus, welches umfangreich und sorgfältig<br />

restauriert wurde. Nun trifft moderner Komfort auf<br />

das luxuriöse Flair vergangener Zeiten.<br />

Pembroke Road 76, Ballsbridge,<br />

DO4 PY89 Dublin<br />

T: +353 1 6689993, pembroke-hall.ie<br />

IVEAGH GARDEN HOTEL****<br />

Wenn Luxus und Nachhaltigkeit kombiniert werden,<br />

kann nur Gutes entstehen. Bestes Beispiel: das<br />

»Iveagh Garden Hotel«. Es hat den niedrigsten CO 2<br />

-<br />

Fußabdruck aller irischen Hotels und ist Europas<br />

erstes vollständig nachhaltiges Hotel. Eine urbane<br />

Oase, die traditionellen Luxus modern interpretiert.<br />

Harcourt Street 72–74, Saint Kevin’s,<br />

D02 P902 Dublin<br />

T: +353 1 568 5500, iveaghgardenhotel.ie<br />

CLONTARF CASTLE HOTEL****<br />

Wie der Name schon verrät, befindet sich das<br />

»Clontarf Castle Hotel« in einem Schloss aus dem<br />

elften Jahrhundert. Beeindruckende Architektur<br />

trifft auf Einrichtungen aus dem 21. Jahrhundert.<br />

Castle Avenue, Clontarf East, D03 W5NO Dublin<br />

T: +353 1 8332321, clontarfcastle.ie<br />

THE SHELBOURNE, AUTOGRAPH<br />

COLLECTION*****<br />

Seit fast 200 Jahren steht das »The Shelbourne«<br />

im Zentrum der irischen Hauptstadt, mit Blick<br />

auf den wunderschönen Park St. Stephen’s Green.<br />

Hier gibt es alles, was das Herz begehrt, vom<br />

Luxusspa über einen Schönheitssalon bis hin zum<br />

hauseigenen Floristen.<br />

St Stephen’s Green 27, D02 K224 Dublin<br />

T: +353 1 6634500, theshelbourne.com<br />

CONRAD DUBLIN*****<br />

Mit Blick auf die National Concert Hall und<br />

St. Stephen’s Green in Gehweite, ist das »Conrad«<br />

perfekt gelegen. Auch kulinarisch gibt es eine<br />

große Auswahl: von der »The Coburg«-Brasserie<br />

bis hin zur »Lemuel’s«-Bar.-<br />

Earlsfort Terrace 2, Saint Kevin’s,<br />

D02 V562 Dublin<br />

T: +353 1 6028900, hilton.com<br />

RESTAURANTS<br />

& CAFÉS<br />

CHAPTER ONE<br />

Ross Lewis machte das Fine-Dining-Restaurant<br />

bekannt, 2021 wurde es mit dem neuen finnischen<br />

Küchenchef und Miteigentümer Mickael Viljanen<br />

nochmals auf ein neues Level gehoben. Viljanen<br />

setzt auf klassische französische Techniken, kombiniert<br />

mit modernen Elementen und jeder Menge<br />

Kreativität sowie Persönlichkeit. Ein Konzept, das<br />

sich lohnt – mittlerweile wurde das »Chapter One«<br />

bereits mit zwei Michelin-Sternen geadelt.<br />

Parnell Square 18–19 , Rotunda,<br />

D01 T3V8 Dublin<br />

T: +353 1 8732266, chapteronerestaurant.com<br />

MORRISON GRILL<br />

Im »Morrison Hotel« befindet sich eines der besten<br />

Steakrestaurants in Dublin. Das »Morrison Grill«<br />

beherbergt einen der ersten Josper-Grills in<br />

Irland, eine Kombination aus Holzkohlegrill und<br />

Ofen, die sichergestellt, dass Steaks und Co.<br />

perfekt gegart werden. Küchenchef Sushil Kumar<br />

setzt für die Zubereitung der Speisen auf saisonale<br />

irische Produkte.<br />

Ormond Quay Lower, North City, D01 K5X5 Dublin<br />

T: +353 1 8872458, morrisonhotel.ie<br />

RESTAURANT PATRICK GUILBAUD<br />

Das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete<br />

Restaurant im Stadtzentrum von Dublin begeistert<br />

seit seiner Eröffnung im Jahr 1981 mit einer<br />

Mischung aus zeitgenössischer irischer Küche und<br />

klassisch französischen Wurzeln.<br />

Merrion Street Upper 21, D02 KF79 Dublin<br />

T: +353 1 6764192, restaurantpatrickguilbaud.ie<br />

THE PIG’S EAR<br />

Gute, ehrliche irische Küche mit einem modernen<br />

Touch – das findet man im »The Pig’s Ear«. Das<br />

moderne Ambiente gepaart mit dem ausgezeichneten<br />

Essen ist auf jeden Fall einen Besuch wert.<br />

Nassau Street 4, D02 YX74 Dublin<br />

T: +353 1 6703865, thepigsear.ie<br />

GROUNDSTATE COFFEE<br />

Was untertags ein gemütliches Café ist, wird<br />

abends zum entspannenden Yogastudio. Grund<br />

dafür sind die zwei Leidenschaften der beiden<br />

Gründer Andy und Mark. Neben herrlichem Kaffee<br />

bietet die Speisekarte auch allerlei Köstlichkeiten –<br />

sowohl vegan als auch mit Fleisch.<br />

James Street 48–50, The Liberties,<br />

D08 YK6N Dublin<br />

groundstated8.com<br />

Fotos: © The Westbury, © The Westin Dublin, Shutterstock<br />

74 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


»The Sidecar«<br />

»The Westbury Hotel«<br />

wartet mit zahlreichen<br />

Überraschungen auf –<br />

zum Beispiel mit dieser<br />

schicken Cocktailbar.<br />

3 LEAVES<br />

Fans der indischen Küche sind im »3 Leaves« bestens<br />

aufgehoben. Küchenchef Santosh und seine Frau<br />

Milie führen das Lokal voller Leidenschaft und Gastfreundschaft.<br />

Der Name bezieht sich auf die drei Gewürzblätter,<br />

die in der indischen Küche am häufigsten<br />

verwendet werden – Minze, Koriander und Curryblätter.<br />

Was als kleiner Stand auf dem Blackrock<br />

Market begann, hat sich mittlerweile zu einem<br />

mehrfach ausgezeichneten Restaurant entwickelt.<br />

Unit 30, Main Street 19 A, Blackrock Market,<br />

A94 V0D8 Dublin<br />

T: +353 87 7691361 , 3leaves.ie<br />

ETTO<br />

Die Speisen mit italienischem Einfluss werden mit<br />

saisonalen und frischen Produkten regionaler<br />

Hersteller:innen zubereitet. Das Menü wechselt<br />

täglich, eben je nachdem welche Produkte gerade<br />

besonders gut schmecken.<br />

Merrion Row 18, D02 A316 Dublin<br />

T: +353 1 6788872, etto.ie<br />

»Chapter One«<br />

Genuss auf höchstem<br />

Niveau trifft hier auf<br />

edles Ambiente.<br />

PICHET<br />

Die moderne Version eines klassischen Bistros hat<br />

seit seiner Eröffnung im Jahr 2009 bereits einige<br />

Auszeichnungen erhalten. Hier wird viel selbst<br />

Hand angelegt – vom morgendlichen Backen des<br />

eigenen Brotes bis hin zum Schlachten des<br />

Fleisches. Liebe zum Produkt, die man sieht und<br />

vor allem auch schmeckt.<br />

Trinity Street 14–15, D02 T998 Dublin<br />

T: +353 1 6771060, pichet.ie<br />

SHANAHAN’S ON THE GREEN<br />

Dank seines Gründers John M. Shanahan,<br />

eines amerikanischen Unternehmers, der die<br />

doppelte Staatsbürgerschaft in Irland und den<br />

Vereinigten Staaten besitzt, trifft hier das Beste<br />

aus der irischen und der amerikanischen Welt<br />

des Essens aufeinander. Die Gäste erleben<br />

die Freuden des amerikanischen Fine Dining<br />

gepaart mit irischem Flair. Die Karte bietet<br />

klassisches Steak ebenso wie Surf and Turf<br />

mit einheimischen Meeresfrüchten und eine<br />

Auswahl an erlesenen Weinen.<br />

St Stephen’s Green 119, D02 E894 Dublin<br />

T: +353 1 4<strong>07</strong>0939 , shanahans.ie<br />

CLEMENT & PEKOE<br />

Egal ob Kaffee- oder Teeliebhaber:in – hier<br />

kommen alle auf ihre Kosten. Es gibt eine<br />

große Auswahl an Loseblatt-Tees und<br />

verschiedenen Kaffeebohnen lokaler Röstereien.<br />

Blessington Street 24–25, Inns Quay,<br />

D<strong>07</strong> EC53 Dublin<br />

clementandpekoe.com<br />

LOVE SUPREME<br />

Klein, aber oho ist wohl eine treffende<br />

Beschreibung für das »Love Supreme«-Café im<br />

angesagten Vorort Stoneybatter. In dem hellen,<br />

minimalistisch eingerichteten Café kann man<br />

zum Kaffee selbst gemachtes Gebäck und<br />

Torten genießen.<br />

Manor Street 57, Stoneybatter, D<strong>07</strong> Dublin<br />

www.lovesupreme.ie<br />

TWO BOYS BREW<br />

Kevin und Taurean träumten immer schon<br />

davon, ein Café zu eröffnen, 2016 war es dann<br />

schließlich so weit und die beiden Freunde<br />

eröffneten das »Two Boy Brew«. Das Ergebnis?<br />

Eine umfangreiche Speisekarte, herrliche<br />

Heißgetränke und eine Atmosphäre, die zum<br />

Verweilen einlädt.<br />

North Circular Road 375, Phibsborough,<br />

D<strong>07</strong> FWY1 Dublin<br />

twoboysbrew.ie<br />

ONE SOCIETY<br />

Café mit leckerem Frühstück und Brunch bis<br />

15 Uhr, traditionelle Pizza mit regionalen<br />

Zutaten, Pasta und Drinks ab kurz vor 17 Uhr –<br />

das »One Society« bietet wahrlich alles, was<br />

das Genießer:innen-Herz sich wünschen kann.<br />

Lower Gardiner Street, Mountjoy, D01 Dublin<br />

T: +353 1 537 5261, onesociety.ie<br />

BARS & NIGHTLIFE<br />

THE SIDECAR<br />

Im »The Westbury«-Hotel gelegen, ist »The<br />

Sidecar« eine stylishe, elegante und moderne Variante<br />

einer 30er-Jahre-Cocktailbar, die bei den Irish<br />

Craft Cocktail Awards 2018 als beste Hotelbar und<br />

bei den Sunday Business Post Gold Star Awards<br />

2019 als beste Cocktailbar ausgezeichnet wurde.<br />

Balfe Street, D02 CH66 Dublin<br />

T: +353 1 6463328, doylecollection.com<br />

THE TEMPLE BAR PUB<br />

Das Pub ist zwar alles andere als ein Geheimtipp,<br />

aber trotz vieler Tourist:innen auf jeden Fall einen<br />

Besuch wert. Schließlich findet man hier eine der<br />

größten Whiskey-Sammlungen des Landes, tägliche<br />

Livemusik und Bierraritäten aus ganz Irland.<br />

Temple Bar 47/48, D02 N725 Dublin<br />

T: +353 1 6725286, thetemplebarpub.com<br />

THE LONG HALL<br />

»The Long Hall«, eine der ältesten Bars in Dublin,<br />

hat ihren alten Charme behalten und erinnert<br />

mit der viktorianischen Atmosphäre an längst<br />

vergangene Zeiten. Der perfekte Ort für ein<br />

erfrischendes Pint … oder auch mehrere.<br />

South Great George’s Street 51,<br />

D02 DV74 Dublin<br />

T: +353 1 4751590<br />

9 BELOW<br />

Eingebettet in den ehemaligen Keller des<br />

»Stephen’s Green Hibernian Club«, finden<br />

Besucher:innen hier vier intime Räume, in denen<br />

man relativ ungestört seine Cocktails genießen<br />

kann. Neben den Getränken überzeugt vor allem<br />

die elegante Einrichtung.<br />

St Stephen’s Green 9, D02 C891 Dublin<br />

T: +353 1 9059990, 9below.ie<br />

VINTAGE COCKTAIL CLUB<br />

Versteckt hinter einem diskreten Eingang in<br />

Dublins Temple Bar, ist der »Vintage Cocktail<br />

Club« der perfekte intime Treffpunkt. Die Bar im<br />

Stil der 1920er-Jahre serviert eine umfangreiche<br />

Auswahl an Cocktails, aber auch an kulinarischen<br />

Köstlichkeiten mangelt es hier nicht. Von Calamari<br />

bis hin zu reichlich gefüllten Käseplatten – bei der<br />

großen Selektion an Essen kann man ruhig ein<br />

paar Cocktails mehr probieren.<br />

Crown Alley 15, Temple Bar, D02 E229 Dublin<br />

T: +353 1 6753552, vintagecocktailclub.com<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

75


trends / ARTY<br />

WEEKEND<br />

Ein Ort mit Geschichte<br />

Die Bibliothek im Trinity<br />

College wurde bereits<br />

im Jahr 1732 errichtet.<br />

DESIGN & SHOPPING<br />

MUSEEN & GALERIEN<br />

STEPHEN’S GREEN SHOPPING CENTRE<br />

Das Shoppingcenter begeistert nicht nur mit<br />

seinen mehr als 100 Geschäften, die sieben Tage<br />

in der Woche geöffnet sind, sondern auch mit<br />

seiner Optik.<br />

St. Stephen’s Green, D02 HX65 Dublin<br />

T: +353 1 4780888, stephensgreen.com<br />

CHUPI JEWELLERY<br />

Wunderschöner Schmuck – made in Ireland.<br />

Jedes Chupi-Schmuckstück wird in Irland aus<br />

100 Prozent recyceltem Gold und im Labor gezüchteten,<br />

recycelten oder abgebauten Diamanten<br />

hergestellt, die durch den »Kimberley Process«<br />

verifiziert sind. Hier findet man auf jeden Fall ein<br />

einzigartiges und nachhaltiges Erinnerungsstück.<br />

Powerscourt Townhouse, Top Floor,<br />

William Street South 59, D02 Dublin<br />

T: +353 1 551 0352, chupi.com<br />

IRISH DESIGN SHOP<br />

2008 gründeten Clare Grennan und Laura<br />

Caffrey den Irish Design Shop. Die Liebe zu<br />

irischem Handwerk und gutem Design veranlasste<br />

die beiden, ein Geschäft zu eröffnen,<br />

das den Kund:innen beides auf einmal bietet.<br />

Die Produkte entstehen durch eine homogene<br />

Mischung aus traditionellen Fähigkeiten und<br />

zeitgenössischer Ästhetik.<br />

Drury Street 41, D02 Dublin<br />

T: +353 1 6798871, irishdesignshop.com<br />

FIND<br />

»A new shop for old things« lautet das Motto von<br />

Find. Neben zahlreichen Vintage-Möbelstücken<br />

findet man in dem niedlichen Store auch allerlei<br />

Accessoires, Kleidungsstücke und mehr.<br />

Unit 1, Sauls Court, Cows Lane, Temple Bar,<br />

D08 Dublin, www.findonline.ie<br />

INDUSTRY & CO<br />

Was 2010 als kleine Boutique eröffnet wurde, hat<br />

sich mittlerweile zu einem von Dublins größten<br />

unabhängigen Design-Stores, inklusive Café, entwickelt.<br />

Besucher:innen finden hier eine mit viel<br />

Liebe und Sorgfalt zusammengestellte Mischung<br />

von Stücken lokaler irischer Designer:innen und<br />

Objekten aus Europa, den USA und Japan.<br />

Drury Street 41 A/B, Dublin 2<br />

T: +353 1 6139111, industryandco.com<br />

APRIL AND THE BEAR<br />

April and the Bear ist einer von Irlands führenden<br />

Einrichtungs- und Lifestyle-Läden, der bis zum<br />

Rand mit vielseitigen Haushaltswaren, exklusiven<br />

Kunstdrucken, wunderschönen Geschenken und<br />

schönen Möbeln gefüllt ist.<br />

Rathmines Road Lower 213, Rathmines,<br />

D06 A0E7 Dublin<br />

T: +353 1 5583527, aprilandthebear.com<br />

ARTICLE<br />

Hier findet man allerlei Dinge für das Zuhause, die<br />

das Leben schöner machen – von praktischen bis<br />

hin zu skurrilen Produkten. Wie zum Beispiel irische<br />

Wolldecken, handgefertigte Kerzen, farbenfrohe<br />

Schreibwaren oder Staubwedeln aus Straußenfedern.<br />

Besonderer Fokus liegt auf irischem und<br />

zeitgenössischem Design.<br />

Powerscourt Townhouse, South William Street,<br />

D02 T189 Dublin<br />

T: +353 1 6799268, article.ie<br />

AVOCA SUFFOLK STREET<br />

Das Avoca auf der Suffolk Street ist ein siebenstöckiges<br />

Minikaufhaus, das von der »Vogue UK«<br />

als eines der 100 besten Geschäfte außerhalb<br />

Londons genannt wurde. Trotz der Innenstadtlage<br />

fühlt man sich im Café in der obersten Etage Welten<br />

entfernt von Hektik und Trubel und kann hier einen<br />

Moment der Ruhe genießen, bevor man sich weiter<br />

durch das umfangreiche Angebot stöbert.<br />

Suffolk Street 11–13, D02 Dublin<br />

T: +353 1 6774215, avoca.com<br />

GUINESS STOREHOUSE<br />

Wer in Irland ist, kommt an Guiness nicht vorbei.<br />

Im Guiness Storehouse erfährt man auf sieben<br />

Etagen alles über die Geschichte von Irlands berühmtestem<br />

Bier – natürlich inklusive Kostproben.<br />

Und in der Guiness Academy lernt man, wie man<br />

das perfekte Pint zapft.<br />

St James’s Gate, D08 VF8H Dublin<br />

T: +353 1 4084800, guinness-storehouse.com<br />

TRINITY COLLEGE<br />

Das Trinity College gehört zu Recht zu den<br />

bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Dublin.<br />

Besonders beeindruckend ist die alte Bibliothek,<br />

die neben 200.000 alten Texten auch das berühmte<br />

»Book of Kells« beheimatet. Das Buch ist eine<br />

wunderschöne, reich illustrierte Handschrift<br />

aus dem neunten Jahrhundert und wurde 2011 in<br />

das Weltdokumentenerbe aufgenommen.<br />

College Green, D02 Dublin<br />

T: +353 1 8961000, tcd.ie<br />

IRISH WHISKEY MUSEUM<br />

Im Irish Whiskey Museum erfahren Besucher:innen<br />

alles Wissenswerte über die Geschichte des<br />

»Wassers des Lebens«, wie der Whiskey im<br />

Gälischen genannt wird. Das Museum beleuchtet<br />

die verschiedenen geschichtlichen Etappen des<br />

irischen Whiskeys und am Ende des Rundgangs<br />

wartet natürlich eine Verkostung.<br />

Grafton Street 119, D02 E620 Dublin<br />

T: +353 1 5250970, irishwhiskeymuseum.ie<br />

THE JEANIE JOHNSTON<br />

Kein Museum im klassischen Sinn ist die »Jeanie<br />

Johnston«, sondern eine originalgetreue Nachbildung<br />

des gleichnamigen Schiffes, das 1847 vom<br />

Stapel lief. Heute liegt es am Custom House Quay<br />

in Dublin vor Anker und erzählt die Geschichte<br />

der über 2.500 irischen Emigranten, die mit der<br />

» Jeanie Johnston« in die neue Welt segelten, um<br />

der Hungersnot zu Hause zu entfliehen.<br />

Custom House Quay, D01 Dublin<br />

T: +353 1 4730111, jeaniejohnston.ie<br />

Bord Gáis Energy Theatre<br />

Besonders schön ist die<br />

Spiegelung im Wasser.<br />

Fotos: Elena Schweitzer/Shutterstock, Dawid K Photography/Shutterstock, 4H4 Photography/Shutterstock, Shutterstock<br />

Magischer Ort<br />

Allein die Optik des<br />

Stephen’s Green Shopping<br />

Centre ist einen Besuch wert.<br />

ARCHITEKTUR<br />

BORD GÁIS ENERGY THEATRE<br />

Das Bord Gáis Energy Theatre entsprang der<br />

Feder des bekannten New Yorker Architekten<br />

Daniel Libeskind. Seine Idee hinter dem Design war<br />

es, die Bühne des Theaters auch architektonisch<br />

auszudrücken und das kulturelle Erlebnis bereits<br />

vor dem Betreten starten zu lassen.<br />

Grand Canal Square, Docklands,<br />

D02 PA03 Dublin<br />

T: +353 1 6777999, bordgaisenergytheatre.ie<br />

ST. PATRICK’S CATHEDRAL<br />

Die beeindruckende Kathedrale ist eines von<br />

Dublins Wahrzeichen und eine der größten Kirchen<br />

Irlands. Witziger Fakt am Rande: Die Sanierung<br />

wurde mit dem Geld der Guiness-Familie finanziert<br />

– noch heute erinnert eine Büste von<br />

Mr. Guiness daran.<br />

St Patrick’s Close, D08 H6X3 Dublin<br />

T: +353 1 4539472, stpatrickscathedral.ie<br />

76 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


SITZSYSTEM ROGER | DESIGN RODOLFO DORDONI<br />

COUCHTISCHE SUPERQUADRA | DESIGN MARCIO KOGAN / STUDIO MK27<br />

ENTDECKEN SIE MEHR BEI MINOTTI.COM/ROGER<br />

W I E N<br />

BY SPÄTAUF GMBH<br />

PARKRING 20<br />

A-1010 WIEN<br />

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MINOTTI STUDIO<br />

FELDKIRCH: DESIGNKÜCHE DOLCEVITA<br />

FÜGEN-ZILLERTAL: EINRICHTUNGSHAUS WETSCHER<br />

GRAZ: SPÄTAUF MÖBEL, DESIGN & HANDWERK<br />

KLAGENFURT: ROOMS INTERIOR DESIGN<br />

LINZ-URFAHR: MANZENREITER<br />

LOCHAU: PLATZHIRSCH HOME <strong>LIVING</strong><br />

SALZBURG: FAMLER EINRICHTUNGEN<br />

ST. JOHANN IN TIROL: AUFSCHNAITER<br />

MÖBELAGENTUR MARKUS KILGA T. 0512 58 <strong>07</strong> 18 - MOEBELAGENTUR@KILGA.CC


trends / TRAVEL DIARY<br />

Tel Aviv, London oder Mailand – die Reiselust bringt<br />

nicht nur viele neue Storys, sondern bestimmt auch<br />

das eine oder andere außergewöhnliche Souvenir<br />

im Gepäck! <strong>LIVING</strong> zeigt ganz persönliche Mitbringsel,<br />

nachzushoppen für ihr Zuhause – diesmal aus Mexiko.<br />

Angelika Rosam<br />

Chefredakteurin<br />

<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong><br />

1. 3.<br />

4.<br />

2.<br />

SOU<br />

VEN<br />

IRS<br />

7.<br />

5.<br />

6.<br />

8.<br />

1. Rote Lichter-Freuden Kerzen wie Kerzenständer tun nicht nur der Seele gut, sondern sehen auch stylish aus. Wie hier die roten Dekorstücke von biaseditions.com.<br />

2. Ein Touch Folklore mit der Casa-De-Folklore-Schüssel aus Keramik mit bunten Ethnomotiven. Gesehen bei libertylondon.com 3. Kuschelpause Machen Sie es sich<br />

auf diesem »On Dirait Le Sud«-Kissen von Pôdevache bequem. Das hübsche Stück wurde mit einem Damendesign mit Blattformen im Hintergrund bedruckt. Perfekt für<br />

faule Herbstnachmittage. Über modesens.com 4. Romantisch Tee genießen Mit der vom Hippie-Look angehauchten Teekanne macht das heiße Getränk besonders Spaß.<br />

ibbidirect.co.uk 5. Zum Schmökern Erkunden Sie mit diesem aktualisierten Bildband die schönsten Villen und Casitas, Haciendas, Cabanas und Palapas Mexikos. Zu sehen<br />

sind auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Aufnahmen, die ein lebendiges und farbenfrohes Bild des mexikanischen Stils liefern. Taschen Verlag. 6. Perfekt gelegt Fraglos<br />

kommt der Teppich »Amsterdam« als Fest der Farben daher. Er ist ein mehrfarbiger Kelim-Chindi-Teppich mit einem auffälligen geometrischen Muster. Farbe: mehrfarbig<br />

und weiß. Über amazon.de 7. Farbenfroh Die farbenfrohen Gläser der »Sherry«-Edition werden einzeln von Hand gefertigt, wobei eine eigens entwickelte, raffinierte Methode<br />

des Farbauftrags zum Einsatz kommt. Die vier verschiedenen Rosatöne sehen in der Tat gut aus. cissywears.com 8. Inspirierend Die »Ubuntu«-Kollektion ist eine<br />

farbenfrohe Feier zweier Kulturen, die sich in abstrakten Mustern ausdrückt, die in zeitgenössische Artikel für Heim und Mode umgesetzt werden. lisatodddesigns.com<br />

Fotos: Rafaela Pröll, beigestellt<br />

78 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


SEIT 17<strong>07</strong><br />

Victor Vasarely, Positron, 1983–1989, 124 x 96 cm, € 75.000 – 110.000, Auktion 30. November<br />

Auktionswoche<br />

29. November – 2. Dezember<br />

Zeitgenössische Kunst<br />

Moderne, Juwelen, Uhren<br />

Palais Dorotheum, Wien<br />

+43-1-515 60-570<br />

www.dorotheum.com<br />

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iconomy<br />

DESIGN-ICONS<br />

UNTER 100<br />

Bastle, bastle!<br />

Die »Norm 69« besteht aus<br />

69 Teilen, die man zu Hause<br />

selber zur Lampe zusammenstecken<br />

muss. Der Steckbaukasten,<br />

erhältlich in vier<br />

Größen, hat Fans auf<br />

der ganzen Welt.<br />

Produkt<br />

Norm 69<br />

Jahr: 1969/2002<br />

Design: Simon Karkov<br />

Hersteller:<br />

Normann Copenhagen<br />

Preis: ab 90 Euro<br />

Die dänische Designmarke Normann<br />

Copenhagen feiert heuer ihr 20-jähriges<br />

Firmenjubiläum. Zum Markenzeichen des<br />

Labels wurde die Lampe »Norm 69«.<br />

Warum eigentlich? TEXT MANFRED GRAM<br />

Manchmal brauchen<br />

gute Dinge ein bisschen<br />

Zeit, um zu reifen.<br />

Aber dann kann<br />

es sein, dass die Post so richtig abgeht.<br />

Ein gutes Beispiel für diese<br />

nicht allzu steile und daher auch<br />

leicht zu überprüfende These<br />

ist die Lampe »Norm 69« von<br />

Normann Copenhagen. 2002<br />

brachte das frisch gegründete<br />

dänische Designlabel diese<br />

Hängeleuchte als erstes Produkt<br />

seines Portfolios auf den Markt,<br />

und was soll man groß sagen: Sie<br />

entwickelte sich zu einer Art<br />

Markenzeichen des Hauses, das<br />

auch gleich zum Long- und Bestseller<br />

avancierte. Und das, obwohl<br />

die »Norm 69«, respektive ihr<br />

Entwurf, 2002 bereits 33 Jahre auf<br />

dem Buckel hatte, als sie das Licht<br />

der Serienreife erblickte.<br />

Simon Karkov ersann 1969 diese<br />

futuristische Hängeleuchte, die<br />

aus 69 Einzelteilen besteht. Das<br />

erklärt auch den Produktnamen,<br />

und jeder, der was anderes behauptet,<br />

lügt. Der eigentliche Clou<br />

der »Norm 69« ist aber, dass stolze<br />

Neubesitzer:innen die Lampe<br />

zu Hause selbst zusammenstecken<br />

müssen. Das geht zum Glück<br />

ohne Kleber und Werkzeug über<br />

die Bühne, schließlich will man<br />

die Sache nicht verkomplizieren<br />

und, was noch wichtiger ist, niemanden<br />

verprellen. Weshalb das<br />

verwendete Material für die Lampe<br />

derart flexibel ist, dass selbst<br />

ein Super-GAT (größter anzunehmender<br />

Tollpatsch) bei der Montage<br />

nichts kaputt machen kann.<br />

Das ist gleich doppelt gut, denn<br />

aus der Verhaltensökonomie<br />

kennt man seit einigen Jahren den<br />

sogenannten IKEA-Effekt, von<br />

dem Karkov anno 1969 freilich<br />

noch nichts wusste, der aber bei<br />

seinem Lampenschirm voll zum<br />

Tragen kommt. Der IKEA-Effekt<br />

besagt unter anderem, dass man<br />

Gegenständen mehr Wertschätzung<br />

entgegenbringt, wenn man<br />

sie selbst zusammengebaut hat.<br />

Das heißt, die »Norm 69« könnte<br />

unter Umständen das hässlichste<br />

Ding der Welt sein – kauft man es<br />

trotzdem und steckt es zusammen,<br />

bleibt einem nichts anderes<br />

übrig, als es auch zu lieben.<br />

Zum Glück ist Karkovs Lampe<br />

aber eine ästhetische Angelegenheit,<br />

die – so der Designer immer<br />

wieder in Interviews – intensiv<br />

von Blumen und Zapfen inspiriert<br />

ist. Hinter ihrer zackigen,<br />

futuristischen Anmutung verbirgt<br />

sich also ein biophiler Kern.<br />

Zudem verleugnet die Lampe<br />

auch nicht ihre dänische Herkunft,<br />

schirmt sie doch ganz<br />

traditionell die Glühbirne ab und<br />

erzeugt so ein angenehmes Licht<br />

für hyggelige Stunden. Dies und<br />

der (in der kleinsten Ausführung)<br />

unschlagbare Preis machen die<br />

»Norm 69« völlig zu Recht zu<br />

einer Bestseller-Ikone.<br />

SIMON KARKOV<br />

(*1932) studierte Architekt an der<br />

renommierten Danish Academy of<br />

Architecture. Trotz Ausflügen ins<br />

Design blieb er Architektur zeitlebens<br />

treu. Zuletzt arbeitete für die<br />

Frederiksberger Stadtverwaltung<br />

und entwarf ein Gymnasium und ein<br />

Krankenhaus. Seinen Ruhestand verbringt<br />

Karkov in der Türkei, arbeitet<br />

aber weiter an verschiedenen Projekten.<br />

Vor allem scheint es dem<br />

90-Jährigen das gehobene DIY-Prinzip<br />

angetan zu haben: »Ich träume<br />

davon, neue Wege für das Entwerfen<br />

von Möbeln und größeren Objekten<br />

mit dem Selbstmontage-Konzept<br />

zu entwickeln. Der Gedanke, dass<br />

dieses Konzept in einem größeren<br />

Maßstab funktionieren könnte,<br />

fasziniert mich.« Ein Doyen der<br />

Selbstmontage.<br />

Gesehen bei:<br />

connox.at<br />

andlight.at<br />

Fotos: Graa, Armgaard & Bangsbo Photography, beigestellt<br />

80 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Für eine Welt,<br />

in der ein Alltag<br />

nicht alltäglich ist.<br />

Um Welten besser wohnen<br />

Entdecken Sie<br />

zwei einzigartige<br />

Wohnwelten in Linz<br />

und Freistadt!<br />

Wohnen verändert die Welt. Natürlich nicht die große, ganze Welt „da draußen“.<br />

Aber die, die wir täglich vor Augen haben: unser Zuhause. Wir gestalten diese Umgebung<br />

für Sie. Ganzheitlich. Authentisch. Mitdenkend. Weil Einrichtung für uns eben so viel mehr<br />

ist als Einrichtung: es ist unsere Welt. Entdecken Sie mehr in unseren zwei einzigartigen<br />

Wohnwelten in Linz-Dornach und Freistadt sowie auf manzenreiter.at


art five<br />

KARIN SORGER<br />

Exklusiv in <strong>LIVING</strong>:<br />

Persönlichkeiten<br />

und Kenner:innen der<br />

Kunstszene verraten<br />

ihre Must-haves<br />

fürs Zuhause. Karin<br />

Sorger zeigt uns<br />

ihre Design- und<br />

Kunstfavoriten.<br />

1<br />

1. »Rasenbild« von Alex Ruthner<br />

»Die beruhigende Wirkung der Farbe Grün<br />

zeigt sich im Werk von Ruthner, dem Meister<br />

des Rasenstücks. Es bringt die Natur in Haus<br />

und strahlt Tiefe und Leichtigkeit zugleich aus.«<br />

4<br />

5<br />

2<br />

3. Vase und Salzfässchen von<br />

Franz Josef Altenburg<br />

»Sein fast sechs Jahrzehnte umspannendes<br />

Werk bildet die große<br />

Tradition der Wiener Keramik der<br />

Moderne ab.«<br />

4. »Jasmin«<br />

von Karo Kuchar<br />

»Kuchar überträgt<br />

Wandmaterial aus<br />

alten Gebäuden,<br />

die kurz vor der<br />

Renovierung stehen,<br />

auf fragile Stoffe.<br />

Mir gefällt die Idee,<br />

Raumgeschichte<br />

in ein feminines<br />

Kleidungsstück<br />

einzufangen.«<br />

2. »Ten or more«<br />

Jessica Nam Kim<br />

»Kims Figuren, Gesichter<br />

und Farben sind unverwechselbar.<br />

Ihren Werken<br />

haftet etwas Traumhaftes<br />

und Geheimnisvolles an.«<br />

5. »Wink Chair« von Toshiyuki Kita<br />

für Cassina, 1980<br />

»Die alte Mickey Mouse bekam nach 35 Jahren<br />

einen neuen Bezug aus Leder. Mein Lieblingsplatz<br />

zum Lesen und Telefonieren.«<br />

KARIN SORGER<br />

Karin Sorger ist Mitglied des Artcare-<br />

Teams, Mitbegründerin des FLOMYCA<br />

und Initiatorin der Most Wanted Female*<br />

Art Auction. Vor ihrem Wechsel in die<br />

Kunstwelt war die Juristin mehr als<br />

20 Jahre im Finanzwesen tätig.<br />

Fotos: Georg Schlosser, beigestellt<br />

82 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


WOHN(T)RÄUME IN DER CITY<br />

Mitten im Herzen von Wien bietet der kürzlich eröffnete Concept Store O’STYLE Living alles, was das Wohnen schöner macht. Exklusiv<br />

für den 1. Bezirk wird hier die gefragte exquisite Brand Rivièra Maison geführt. TOP: Neben einer professionellen Einrichtungsberatung<br />

bieten wir mit familieneigener Gartengestaltung www.ortmann-garten.at, Gesamtkonzepte für Indoor- & Outdoor-Optimierung an.<br />

Singerstraße 11, 1010 Wien | Tel: +43 1 430 16 21 | E-Mail: shop@ostyle-living.at | www.ostyle-living.at<br />

Öffnungszeiten: Mo – Sa 10.00 – 18.00 Uhr


<strong>LIVING</strong><br />

DESIGN<br />

98<br />

112<br />

Fotos: MAX ROMMEL_PH, Stefan Gergely, Francesco Dolfo, beigestellt<br />

106<br />

86<br />

GAIAS WELT – EIN EKLEKTISCHES<br />

ALLERLEI<br />

Zu Hause bei Gaia Trussardi. (S. 86)<br />

»DER TEPPICH IST FÜR MICH<br />

EIN MEDIUM«<br />

Teppichkreateur Jan Kath im Interview.<br />

(S. 98)<br />

TRADITIONELL ERFOLGREICH<br />

Österreichische Interieur-Unternehmen<br />

im Fokus. (S. 106)<br />

INNOVATION UND DESIGN<br />

BEI SISLEY<br />

Einblicke in die neue »Maison Sisley«.<br />

(S. 112)


design / HOMESTORY<br />

Kunterbuntes Esszimmer<br />

Tisch und Stühle hat Gaias<br />

Vater, Designer Nicola Trussardi,<br />

entworfen. Das Gemälde stammt<br />

von Rob Pruitt, die Lampen<br />

von Tom Dixon.<br />

86 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


GAIAS WELT –<br />

EIN EKLEKTISCHES<br />

ALLERLEI<br />

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. So verschmelzen in dieser Mailänder<br />

Residenz von Gaia Trussardi diverse Stile und Vorlieben zu einer stimmigen<br />

Einheit – bezaubernd in Szene gesetzt von einer wahrhaft kreativen Seele.<br />

TEXT ALICE IDA ÜBERSETZUNG PAUL FLEISCHMANN<br />

FOTOS FRANCESCO DOLFO/<strong>LIVING</strong> INSIDE STYLING GIULIA TAGLIALATELA<br />

Obwohl es erst Sonntagmorgen ist,<br />

klingt Gaia Trussardis Stimme<br />

bereits frisch und voller Leben. Sie<br />

erzählt, dass sie um 6.30 Uhr aufgestanden<br />

ist und nach dem Frühstück eine<br />

kleine Trainingseinheit eingeschoben hat.<br />

Nach unserem Interview macht sie sich daran,<br />

dass Mittagessen für ihre Familie zuzubereiten.<br />

Der Ideenreichtum liegt ihr im Blut,<br />

immerhin ist sie das drittälteste Kind von<br />

Modeschöpfer Nicola Trussardi und Maria<br />

Luisa Gavazzeni. Nachdem sie fünf Jahre lang<br />

als Kreativdirektorin im Familiengeschäft<br />

aktiv gewesen war, trat sie 2018 von diesem<br />

Posten zurück, um ihrem Herzen zu folgen.<br />

Dafür ließ sie sich von ihrer Studienzeit in<br />

London inspirieren, wo sie seinerzeit Anthropologie<br />

und Zoologie studiert und Indie-<br />

Rock auf ihrer Gitarre komponiert hatte.<br />

»Mein Interesse daran, Luxusgüter zu verkaufen,<br />

war erloschen«, erklärt Gaia. »Da ich<br />

begriff, dass dieses Geschäft im Widerspruch<br />

zu jenen Werten und grundlegenden ><br />

Gastgeberin<br />

Nachdem Gaia Trussardi der<br />

Arbeit im Familienkonzern Adieu<br />

gesagt hat, sorgt sie nun als<br />

Musikerin und Restaurantbesitzerin<br />

für Furore.<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

87


design / HOMESTORY<br />

Blickfang<br />

Über dem aus Mikrozement<br />

gefertigten Kamin hängt ein<br />

markantes Gemälde des<br />

sizilianischen Künstlers<br />

Emanuele Diliberto.<br />

><br />

Veränderungen stand, die für unser Überleben<br />

auf diesem Planeten Priorität genießen<br />

sollten, musste ich eine Kurskorrektur<br />

vornehmen.«<br />

MUSIK UND GASTRONOMIE<br />

Um ihr Gewissen zu beruhigen, verfolgt sie<br />

nun vermehrt ihre Musik und macht als<br />

»Gogaia« gemeinsame Sache mit ein paar<br />

afrikanischen Musikern. »Ganz still und<br />

heimlich«, wie sie anmerkt, hat sie 2020 sogar<br />

ein eigenes Album veröffentlicht. Vielseitig,<br />

wie Gaia ist, hat sie sich zudem auf ein neues<br />

unternehmerisches Abenteuer eingelassen und<br />

im Juni <strong>2022</strong> mit dem befreundeten Koch<br />

Cesare Battisti in Mailand ein eigenes Restaurant<br />

namens »Marcel Boum« eröffnet. Ihr<br />

erklärtes Ziel besteht darin, einen kulinarischen<br />

Schmelztiegel fernab gängiger Stereotype zu<br />

Gediegen<br />

Das Bücherregal aus Eichenholz<br />

und polierter Bronze hat Barbarella<br />

Marchesi für ihre langjährige<br />

Freundin Gaia designt.<br />

88 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Kreatives Refugium<br />

In Gaias Studio unter dem Dach des<br />

Hauses lässt es sich hervorragend und<br />

in aller Ruhe arbeiten. Ihr Pult stammt<br />

ebenfalls von Freundin Barbarella<br />

Marchesi.<br />

schaffen, wo Kameruner, Ghanaer, Pakistaner<br />

und Italiener Seite an Seite arbeiten und gemeinsam<br />

an einem Strang ziehen. Umgesetzt<br />

mit viel geschäftlichem Know-how und multikulturellem<br />

Esprit. »Ich wollte ein Lokal kreieren,<br />

das unsere Zeit adäquat widerspiegelt.<br />

Afrika hat – so wie auch Italien – in den vergangenen<br />

30 Jahren durch die Globalisierung<br />

eine Phase der kulturellen Neuorientierung<br />

erlebt«, so Gaia. »Mit dem Restaurant möchte<br />

ich diesen Denkansatz betonen. Abseits aller<br />

Klischees vom exotischen Fremden.«<br />

VIELSEITIGES ZUHAUSE<br />

Die dynamische Geschäftsfrau, die ihren<br />

Idealen treu bleibt, wohnt mit ihrem Mann,<br />

Treppenhaus<br />

Um an ihren Arbeitsplatz zu<br />

gelangen, muss Gaia noch ein<br />

paar Stufen emporsteigen.<br />

Aufgelockert wird das Ambiente<br />

durch originelles Artwork.<br />

dem Schauspieler Adriano Giannini, zwei<br />

Kindern im Teenager-Alter und zwei Hunden<br />

in Mailand – liebäugelt aber mit einem<br />

Umzug in ländlichere Gefilde. »Adriano und<br />

ich haben ein Anwesen in den Hügeln der<br />

Toskana gekauft, das wir zurzeit renovieren.<br />

Solange die Kinder noch zur Schule gehen,<br />

verbringen wir nur die langen Wochenenden<br />

dort. Aber ich sehne mich nach einer Luftveränderung<br />

und einem Leben in der Natur.«<br />

Doch bis dahin muss jene kleine grüne<br />

Oase, die ihr derzeitiges Mailänder Domizil<br />

umgibt, als »Kompromisslösung« fungieren.<br />

Das frei stehende, zweistöckige Gebäude<br />

befindet sich in einer ehemaligen Industriegegend,<br />

die inzwischen wieder als Wohnraum<br />

erschlossen wurde. Das Erdgeschoß unterteilt<br />

sich in zwei separate Wohnzimmer. Eines<br />

davon ist mit einem offenen Kamin ausgestattet<br />

und bietet Einblick in den Essbereich,<br />

der wiederum an die Küche anschließt.<br />

><br />

Hausherrin<br />

Hier posiert Gaia vor einem stylishen<br />

Tresen aus Mikrozement. Die Gläser<br />

aus Kristallglas stammen aus dem<br />

Traditionshaus Baccarat.<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

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design / HOMESTORY<br />

><br />

Im ersten Stock liegen die Schlafgemächer<br />

der Familie. Eine Etage höher befindet sich<br />

Gaias heimeliges Studio.<br />

BUNTES DOMIZIL<br />

Ihr Zuhause zeichnet sich durch ein<br />

besonders eklektisches Flair und seine relaxte<br />

Atmosphäre aus, was wohl auch auf die<br />

Indie-Rock-Wurzeln der Besitzerin zurückzuführen<br />

ist. Gaias Einrichtung umfasst Stücke,<br />

die sie über die Jahre hinweg gesammelt<br />

hat oder die aus anderen Häusern und Wohnungen<br />

der Familie stammen. So erinnert sie<br />

sich etwa gern daran, wie sie den Lehnsessel<br />

von Gae Aulenti, der vor dem Kamin steht, in<br />

Begleitung ihrer Mutter in Camden Town<br />

erstand, als sie während ihres Studiums ihr<br />

Londoner Apartment einrichten musste. Ein<br />

Sofa von Poltrona Frau, original aus den<br />

1970ern, hat nach einer Rundumerneuerung<br />

mit olivgrünem Samtbezug auch wieder Einkehr<br />

ins Wohnzimmer gehalten. Die beiden<br />

Teppiche, die Matteo Cibic für Jaipur Rugs<br />

designt hat, kaufte sie, weil sie auf diese Weise<br />

die Firma unterstützen wollte, die Fabriken<br />

Tierisch<br />

Die Tapete mit Raubkatzenmotiv<br />

von Cole & Son belebt das<br />

Badezimmer samt Waschbecken<br />

aus Granit.<br />

Süße Träume<br />

Das behagliche Schlafzimmer<br />

beruhigt mit angenehmen Farbtönen.<br />

Der Teppich in Mosaikoptik von<br />

Akomena ist ein echter Hingucker.<br />

»Kunstwerke zu sammeln, ist für mich eine Investition<br />

in etwas, das auf ewig Bestand haben wird – in Dinge, in<br />

die man sich verliebt und die man niemals aufgeben wird.«<br />

GAIA TRUSSARDI Musikerin und Gastronomin<br />

schloss, um dort angestellten Frauen zu ermöglichen,<br />

von ihren Heimatgemeinden aus<br />

zu arbeiten, wodurch sie wiederum mehr zum<br />

jeweiligen sozialen Gefüge beitragen konnten.<br />

Andere Möbelstücke stammen hingegen aus<br />

dem Familienunternehmen Trussardi und<br />

wurden von ihrem Vater höchstpersönlich<br />

entworfen. Dazu zählen der gläserne Esstisch<br />

und die Lederstühle sowie die schwarz<br />

lackierte Vitrine, die man in ihrem Studio<br />

bestaunen kann und die einst in einer der<br />

ersten Trussardi-Filialen stand, die Nicola<br />

Trussardi in den 1970ern eröffnete.<br />

HILFREICHE UNTERSTÜTZUNG<br />

Ein paar der maßgefertigten Designstücke<br />

steuerte Gaias Freundin und Innenarchitektin<br />

Barbarella Marchesi bei: »Barbarella verfügt<br />

über ein ausgezeichnetes Verständnis für<br />

die Wünsche ihrer Kundschaft«, erklärt Gaia.<br />

»Sie besitzt ein einmaliges Einfühlungsvermögen<br />

und schafft Objekte, mit denen man<br />

sich gut identifizieren kann.« So zeichnet<br />

Barbarella Marchesi auch für das kunstvolle<br />

Bücherregal »Smooth« verantwortlich, das<br />

Elemente aus Eichenholz mit polierter<br />

Bronze kombiniert und von den spannenden<br />

90 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Oase<br />

Gaia und ihren Mann zieht es in<br />

näherer Zukunft hinaus aufs Land.<br />

Bis dahin zelebrieren sie das Grün<br />

der Natur eben auf ihrer Terrasse.<br />

Stilsicher<br />

Perspektiven wie diese faszinieren<br />

mit minimaler Schlichtheit und<br />

bilden einen überraschenden<br />

Kontrast zur ansonsten so<br />

dominanten Farbenpracht.<br />

Kontrasten zwischen geometrischen Formen<br />

und organischer Linienführung sowie<br />

warmen und kalten Materialien profitiert.<br />

Von ihr stammt auch das Ensemble in Gaias<br />

Studio, welches etwa das Arbeitspult »Cross«<br />

und die Kredenz »Candy« umfasst.<br />

»Mit meinen Freunden zusammenzuarbeiten,<br />

ist für mich nicht ganz einfach, aber sie<br />

glücklich machen zu können, bereitet mir<br />

eine große Freude«, verrät Barbarella. »Es ist<br />

natürlich ein Vorteil, dass ich mich oft genug<br />

in ihren Häusern aufhalte und sich diese für<br />

mich fast so anfühlen, als würde ich selbst<br />

dort wohnen.«<br />

Ecke zum Wohlfühlen<br />

Der antike Lehnsessel<br />

gehörte einst Gaias Großmutter<br />

und wurde mit Stoff<br />

von Lisa Corti wieder auf<br />

Vordermann gebracht.<br />

FAIBLE FÜR DAS SCHÖNE<br />

Barbarellas Vorschläge – eine »animalische«<br />

Tapete fürs Bad sowie eine bunte Auswahl an<br />

Designstücken wie eine Kommode von<br />

Wrongwoods und ein einzigartiger Teppich von<br />

Elio Palmisano – halfen Gaia dabei, ein Zuhause<br />

zu erschaffen, das ihr persönliches Gespür für<br />

Design und Ästhetik perfekt zum Ausdruck<br />

bringt. Doch auch wenn Gaias Vorliebe für<br />

Design offensichtlich ist, wird sie vielleicht noch<br />

von ihrer Kunstleidenschaft übertroffen. So<br />

umfasst ihre Sammlung eine beeindruckende<br />

Bandbreite an zeitgenössischen und modernen<br />

Künstlern wie Rob Pruitt, Alighiero Boetti,<br />

Giorgio de Chirico, Pietro Consagra und<br />

Ignazio Moncada. »Kunstwerke zu sammeln, ist<br />

für mich eine Investition in etwas, das auf ewig<br />

Bestand haben wird – in Dinge, in die man sich<br />

verliebt und die man niemals aufgeben wird«,<br />

schwärmt Gaia. Und wir wissen, dass Gaia ihre<br />

liebgewordenen Dinge nicht so schnell wieder<br />

loslässt. Man darf gespannt sein, was ihr<br />

weiteres Leben noch für sie bereithält.<br />

<<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

91


design / MEISTER:INNEN DER ARCHITEKTUR<br />

DIE STADT-<br />

MACHERIN<br />

Die dänische Stadtplanerin Helle Søholt leitet das Büro Gehl People und<br />

entwickelt lebenswerte Orte in aller Welt – ob das nun in Kopenhagen,<br />

Schanghai oder Angkor Wat ist. Uns hat sie verraten, welche Städte sie liebt<br />

und wie man mit digitalen Tools Spielplätze plant. INTERVIEW WOJCIECH CZAJA<br />

<strong>LIVING</strong> Haben Sie eine Lieblingsstadt?<br />

HELLE SØHOLT Ohne jeden Zweifel<br />

Kopenhagen. Hier lebe ich, hier arbeite ich,<br />

hier fühle ich mich zu Hause.<br />

Wie nehmen Sie Kopenhagen wahr?<br />

Kopenhagen ist eine Stadt mit einer lebendigen<br />

Architektur- und Kulturszene, mit einem<br />

quirligen Leben, mit viel Grünraum und mit<br />

einer generell hohen Lebensqualität. Und es<br />

ist auch ein Ort, der Diversität zulässt und<br />

Gender-Equality fordert: Ich bin Geschäftsführerin<br />

eines großen Architekturbüros, ich<br />

arbeite in aller Welt, und zugleich bin ich<br />

Mutter zweier Teenager im Alter von 16 und<br />

19 Jahren. All das kann man in Kopenhagen<br />

gut unter einen Hut bringen.<br />

Und welche Städte schaffen es nach<br />

Kopenhagen sonst noch unter Ihre Favoriten?<br />

Ich gebe zu: Ich habe eine Schwäche für<br />

richtig große Megastädte. Da funktioniert<br />

zwar nicht immer alles so, wie es sollte,<br />

aber auch diese Städte üben eine ungemeine<br />

Faszination auf mich aus – etwa New York,<br />

São Paulo, Buenos Aires. Es ist unglaublich,<br />

wie viel Energie diese Städte bergen und wie<br />

sie einen selbst mit Energy boosten, sobald<br />

man sich durch ihre Straßen bewegt.<br />

Und eine Stadt, in der Sie sich überhaupt<br />

nicht wohlfühlen?<br />

Das ist schwer zu beantworten, denn in<br />

jeder Stadt gibt es etwas Interessantes, etwas<br />

Faszinierendes, das zumindest auf einer<br />

professionellen Ebene meine Begeisterung<br />

wecken kann. Persönliche Schwierigkeiten<br />

allerdings habe ich mit Hongkong.<br />

Inwiefern?<br />

Ich mag die Menschen, ich mag die Energie<br />

dieser Stadt, aber wenn ich mir anschaue,<br />

wie sich die Stadt in den letzten Jahren<br />

und Jahrzehnten entwickelt hat und welche<br />

unmenschlichen Wohn- und Siedlungsstrukturen<br />

sie hervorgebracht hat, dann frustriert<br />

und schockiert mich das. Hongkong ist<br />

irgendwie eine Stadt ohne Herz.<br />

Wollten Sie immer schon Architektin<br />

werden?<br />

Oh ja! Schon als kleines Mädchen wollte ich<br />

unbedingt Architektin werden. Ich bin am<br />

Land aufgewachsen, und meinen ersten<br />

Ferialjob hatte ich mit 14 Jahren, bin damals<br />

jeden Tag nach Kopenhagen in die Stadt<br />

hineingependelt. Sehr aufregend!<br />

Die meisten Architekt:innen entwerfen<br />

Gebäude und planen Innenräume zum<br />

Wohnen und Arbeiten, für Freizeit, Sport<br />

und Kultur. Sie konzentrieren sich vor allem<br />

auf den städtischen Raum dazwischen. Wie<br />

kam es dazu?<br />

Ich habe in London studiert und gearbeitet<br />

und habe auch an der Planung des weltberühmten<br />

Lloyd’s Building von Richard<br />

Rogers mitgewirkt. Einerseits eine tolle<br />

Erfahrung, andererseits aber auch ein sehr<br />

konservatives Milieu. Als Frau war es mir<br />

verboten, Hosen zu tragen. Rock und weiße<br />

Bluse waren Pflicht. Dieser permanente<br />

Fokus auf Technik, Wirtschaft und soziale<br />

Spielregeln und Verbote hat mich zermürbt.<br />

Ich wollte nicht mehr.<br />

Und dann?<br />

Einer meiner Professoren auf der Uni hat<br />

mich unterstützt und gesagt: »Helle, du<br />

vergeudest dein Talent, wenn du die ganze<br />

Zeit Schnitte zeichnest und Toiletten ><br />

Foto: © Gehl People<br />

92 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Die Stadt als sozialer Raum für alle<br />

Seit fast 25 Jahren setzt sich Helle Søholt dafür<br />

ein, die Lebensqualität in unseren Städten zu<br />

steigern – mit Wasser, Pflanzen, Radwegen,<br />

Fußgängerzonen und demokratischen Aufenthaltsbereichen<br />

für alle Bevölkerungsgruppen.<br />

gehlpeople.com<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

93


design / MEISTER:INNEN DER ARCHITEKTUR<br />

><br />

planst. Geh weg von hier! Du hast einen<br />

politischen Geist, du musst gesellschaftlich<br />

arbeiten!« Also bin ich zurück nach<br />

Kopenhagen, habe Jan Gehl angerufen,<br />

damals schon ein weltberühmter Guru auf<br />

dem Gebiet von Stadtplanung und urbaner<br />

Entwicklung, und ihm gesagt: »Ich will für<br />

Sie arbeiten!« So hat alles angefangen.<br />

Als Sie 2000 – damals noch mit Jahn Gehl – das<br />

Büro Gehl People gegründet haben, hatte das<br />

Auto fast überall auf der Welt noch eine städtische<br />

Vormachtstellung. Doch dann gab es einen<br />

Paradigmenwechsel.<br />

Ja, und plötzlich wurde eine ganze Reihe an<br />

Pionierprojekten realisiert. 2009 beispielsweise<br />

wurde der Times Square in New York<br />

vom Autoverkehr befreit. Das muss man<br />

sich einmal vorstellen! Zehn Jahre zuvor<br />

wäre so etwas unvorstellbar gewesen! Aber<br />

mit der Klimakrise, mit der zunehmenden<br />

gesellschaftlichen Debatte darüber, aber<br />

auch mit einer sozialen und politischen<br />

Sensibilisierung im Bereich Verkehr, Umgang<br />

mit Müll, Wasser und Energie, Leistbarkeit,<br />

Diversität und auch Inklusion von Randgruppen<br />

und einkommensschwächeren<br />

Menschen entstand plötzlich ein sehr<br />

großes Interesse für Stadt und für öffentliche<br />

Räume. Plötzlich wurde allen klar, dass die<br />

Stadt nicht allein den Autofahrer:innen<br />

gehört. Mich hat das sehr berührt.<br />

Es waren doch Büros wie auch Gehl People, die<br />

diesen Wandel überhaupt erst herbeigeführt<br />

haben!<br />

Ja, wir waren Teil dieser Entwicklung,<br />

wir haben gewiss unseren Beitrag geleistet.<br />

»Die Menschen wollen in der Lage sein, ihre Stadt zu<br />

benützen, sie sich anzueignen und die Freiheit zu haben,<br />

selbst zu entscheiden, wie sie sich durch die Stadt bewegen.«<br />

HELLE SØHOLT über Mobilität im urbanen Raum<br />

Partitur für die Seestadt Aspern, Wien<br />

Die vier Kilometer lange Ringstraße in der Seestadt<br />

Aspern ist ein 30 Meter breiter Spielplatz und<br />

Freizeitraum für Jung und Alt – mit Hügeln, Mulden,<br />

Gräsern, Weiden, Boccia-Feldern und Picknickflächen.<br />

Realisiert wurde das Projekt in Zusammen arbeit mit<br />

dem Wiener Büro 3:0 Landschaftsarchitektur.<br />

3zu0.com, aspern-seestadt.at<br />

Aber wir können nur Anregungen<br />

geben. Letztendlich war es eine soziale,<br />

gesellschaftspolitische Evolution.<br />

Wo stehen wir heute?<br />

Die Menschen wollen in der Lage sein, ihre<br />

Stadt zu benützen, sie sich anzueignen und<br />

die Freiheit zu haben, selbst zu entscheiden,<br />

wie sie sich durch die Stadt bewegen, ob das<br />

nun zu Fuß, mit dem Rad, mit dem E-Roller,<br />

mit dem Auto oder mit den öffentlichen<br />

Verkehrsmittel ist, sie wollen auf einer<br />

Parkbank sitzen, Menschen beobachten<br />

und einen Ort der Gemütlichkeit und<br />

Intimität finden.<br />

Ganz einfache, selbstverständlich Dinge<br />

eigentlich, oder?<br />

Ja, aber jede Transformation ist immer<br />

auch eine Challenge, denn eine Stadt ist ein<br />

chaotischer, komplexer Kosmos. Und damit<br />

Fotos: © Hertha Hurnaus, © Archdaily, Changheng Zhom<br />

94 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


»Jede Transformation ist immer auch eine Challenge, denn<br />

eine Stadt ist ein chaotischer, komplexer Kosmos. Und damit<br />

ist jedes Projekt ein Experiment mit ziemlich großem Risiko.«<br />

HELLE SØHOLT über Stadtentwicklung<br />

globalen Süden – ausgeht. Die Expert:innen<br />

in Kairo, Lagos, Istanbul und Neu-Delhi sind<br />

sehr ambitioniert und werfen sich extrem<br />

stark ins Zeug, um diese Städte lebenswerter<br />

zu machen. Das gibt mir Hoffnung.<br />

ist jedes Projekt am Ende ein Experiment<br />

mit ziemlich großem Risiko. Aber ganz<br />

ehrlich? Ich liebe Experimente!<br />

Die meisten Ihrer Auftraggeber:innen sind<br />

Gemeinden, Institutionen und diverse<br />

Stiftungen. Was sind die häufigsten Wünsche?<br />

Manche kontaktieren uns, weil sie eine<br />

gewisse Hardware benötigen und auf unsere<br />

Planungskompetenz zurückgreifen. Das<br />

können Plätze, Radwege oder Grünraumgestaltungen<br />

sein. Andere wiederum – vor<br />

allem größere Städte und Verbände – sind<br />

sehr breit und professionell aufgestellt und<br />

verfügen über so viel Know-how und Datenmaterial,<br />

dass sie oft nicht wissen, wie sie<br />

damit umgehen sollen und wie sie aus der<br />

Menge an Daten die nützlichen, relevanten<br />

herausfiltern. Wir helfen ihnen bei den<br />

Prozessen und begleitet sie auf einem oft<br />

jahrelangen Transformationsweg.<br />

Gibt es einen Unterschied zwischen westlichen<br />

und östlichen Gesellschaften, zwischen dem<br />

Global North und dem Global South?<br />

Natürlich. Die Wünsche und Bedürfnisse<br />

sind sehr stark von politischen, klimatischen<br />

und auch kulturellen Rahmenbedingungen<br />

abhängig. Damit muss man arbeiten. Was<br />

mir aber besonders imponiert, ist die Kraft<br />

und Energie, die vor allem von Menschen in<br />

sogenannten Entwicklungsländern – also im<br />

Inwiefern hat die Coronapandemie die<br />

Entwicklung von städtischer Lebensqualität<br />

vorangetrieben?<br />

Extrem stark! In der Pandemie haben wir<br />

alle erfahren, wie wertvoll eine schöne,<br />

respektvolle, funktionierende Stadt ist. Doch<br />

eine besonders große Auswirkung betrifft<br />

die Shoppingcenter in den USA. Aufgrund<br />

der Covid-Pandemie, aber auch der dramatischen<br />

Entwicklung des Onlinehandels<br />

stehen viele Shoppingcenter vor dem Aus.<br />

><br />

Shanghai Riverfront<br />

Auf einer Gesamtlänge von 42 Kilometern<br />

wurden seit 2014 Tausende Bäume gepflanzt,<br />

22 Brücken errichtet, beleuchtete Rad- und<br />

Spazierwege angelegt sowie alte Schuppen und<br />

Lagerhallen aus dem Dornröschenschlaf gerissen<br />

und mit Lokalen, Geschäften und Radverleihshops<br />

bestückt. Das Projekt wurde mit dem<br />

Shanghai Magnolia Award ausgezeichnet.<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

95


design / MEISTER:INNEN DER ARCHITEKTUR<br />

Grünes Stadtkonzept für Angkor Wat<br />

Für die kambodschanische Stadt Siem Reap<br />

entwickelt Helle Søholt derzeit ein Konzept<br />

für eine grüne Wohn- und Tourismusstadt.<br />

Aufgrund der benachbarten Tempelanlage<br />

Angkor Wat müssen die klimaadaptiven<br />

Maßnahmen sehr sensibel gesetzt werden<br />

und sich gut ins historische Ortsbild fügen.<br />

können wir die idealen Standorte für Spielplätze<br />

bestimmen. Eigentlich genial, oder?<br />

><br />

Wir sprechen hier von riesigen Anlagen,<br />

der quer über das gesamte Land verstreut<br />

sind. Aktuell arbeiten wir an einem Konzept,<br />

wie diese Gebäude umgenutzt oder abgerissen<br />

und wie die bereits versiegelten Flächen<br />

anderweitig sinnvoll genutzt werden können.<br />

Eine große Aufgabe für die Architektur!<br />

Eines verspreche ich Ihnen: Das Stadt- und<br />

Landschaftsbild in den USA wird sich in den<br />

kommenden zehn Jahren radikal verändern.<br />

Und welche Auswirkungen hat die<br />

Digitalisierung auf die Stadt von morgen?<br />

Als Stadtplanerin profitiere ich ganz stark<br />

von der Digitalisierung. Ich gebe Ihnen als<br />

Stichwort Digitalisierung und Kinderspielplatz.<br />

Haben Sie eine Idee, wie diese beiden<br />

Sachen zusammenhängen könnten?<br />

Google-Streetcars zusätzlich mit CO 2<br />

-Sensoren<br />

ausstattet. Damit messen wir die Luftqualität<br />

und die Schadstoffe. Und zweitens<br />

tracken wir die Wege und das Verhalten von<br />

Kindern und Jugendlichen auf Straßen und<br />

Plätzen. So erfahren wir, an welchen Orten<br />

sie sich am meisten und am liebsten aufhalten.<br />

Aus der Schnittmenge dieser Daten<br />

Sie leiten ein Unternehmen mit 75 Mitarbeitenden<br />

und haben Büros in Kopenhagen, New<br />

York und San Francisco. Kommen Sie jemals<br />

zur Ruhe?<br />

Ich bin an sich eine ruhige und, wie ich<br />

glaube, stark reflektierte Person. Das kommt<br />

mir zugute. Sonst wüsste ich nicht, wie ich<br />

den Laden schupfen soll. Außerdem: Die<br />

Energie aus all den Städten, in denen wir<br />

arbeiten, gibt auch mir Energie!<br />

Haben Sie einen Wunsch für die Zukunft?<br />

Ich leite mein Unternehmen nun seit fast<br />

25 Jahren. Und in all dieser Zeit habe ich<br />

meine Mitarbeitenden zu Change-Agents<br />

ausgebildet. Ich wünsche mir, dass sie meine<br />

Arbeit fortsetzen und die Welt zum Positiven<br />

verändern. Zum Beispiel auch in Indien und<br />

Afrika. Dort braucht es positive Impulse. Dort<br />

wird unsere Expertise dringend benötigt.<br />

<<br />

Erzählen Sie es uns!<br />

In Kopenhagen untersuchen wir gerade, wo<br />

wir in Zukunft sinnvollerweise Kinderspielplätze<br />

errichten wollen. Und das machen<br />

wir auf zweierlei Art: Erstens haben wir eine<br />

Kooperation mit Google, das nun seine<br />

Shared Space Vesterbro, Kopenhagen<br />

Wo heute noch Tausende Autos im Stau stehen, soll im<br />

berühmten Ausgehviertel Vesterbro schon bald eine<br />

Begegnung zone für Fußgänger:innen, Radfahrer:innen<br />

und Stadtgenießer:innen entstehen. Zu den wichtigsten<br />

Bausteinen des Projekts zählen Bäume und Wasserflächen.<br />

Fotos: © Gehl, beigestellt<br />

96 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


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design / INTERVIEW<br />

»DER TEPPICH<br />

IST FÜR MICH<br />

EIN MEDIUM«<br />

Glühende Meteoriten, reflektierendes Wasser, blumige Fantasiewelten – Jan Kaths Teppichkreationen<br />

erzählen Geschichten, die bewegen. Neuerdings auch vom Krieg, in seiner<br />

von der Pop-Art inspirierten Kollektion »Rug Bombs« in Szene gesetzt. In der Wiener Hofburg<br />

geht es zum Design District ab 6. Oktober in seiner Ausstellung aber harmonisch zu. Das <strong>LIVING</strong>-<br />

Interview über Vergangenheitsbewältigung, barocke Entwürfe und geklautes Design.<br />

INTERVIEW ANGELIKA ROSAM<br />

Drei Jahre ist es her, da Teppichkreateur<br />

Jan Kath das letzte Mal beim<br />

Design District in der Wiener Hofburg<br />

einem fachkundigen Publikum<br />

seine Knüpfkunst zur Schau stellte. Das war<br />

noch vor der Pandemie und freilich vor unser<br />

aller Sorgenkind, dem Ukraine-Russland-<br />

Konflikt. Seitdem hat sich, Corona zum Trotz,<br />

so einiges nachhaltig Positives im Kath’schen<br />

Teppich-Imperium getan: neue Projekte, keine<br />

Entlassungen in der Krise, das Unternehmen<br />

ist ob einer stabil funktionierenden Infrastruktur<br />

und eines starken Teams weiterhin<br />

auf Erfolgskurs.<br />

ZWISCHEN METEORITEN UND<br />

FRANZÖSISCHEM SAVOIR-VIVRE<br />

Zum Design District <strong>2022</strong> ist der 50-Jährige<br />

nun wieder nach Wien gereist. Mit neuen<br />

Kollektionen bespielt er unter persönlicher<br />

Präsenz den Wintergarten in der Hofburg und<br />

demonstriert ein weiteres Mal seinen extravaganten<br />

Zugang zum Teppichdesign. Da ist<br />

»Spectrum« zum Beispiel, Teppiche, die mit<br />

ihren Strukturen und Farbwinkeln an glühende<br />

Meteoritenkerne oder reflektierendes Wasser<br />

erinnern und doch völlig abstrakt bleiben. In<br />

der Tat fühlt man sich hier sogar ein wenig in<br />

eine anthroposophische Malerei gebeamt. Mit<br />

der Romantik-Serie »Savonnerie Surprise«<br />

darf wiederum geträumt werden – die<br />

Hommage an die historischen »Savonnerie«-<br />

Pretiosen, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts<br />

in Frankreich hergestellt wurden, präsentiert<br />

französisches Gefühlsleben pur.<br />

Was wir in den letzten Jahren gelernt haben:<br />

Kath ist vielseitig und Kath ist immer für<br />

Überraschungen gut. Denn Teppiche sind<br />

seine Leinwand, Wolle seine Farbe, sagt er.<br />

Und in vielerlei Hinsicht sind Teppiche ein<br />

Spiegel ihrer Zeit. Sie reflektieren jene Situationen<br />

und Realitäten, mit denen Menschen<br />

über Jahre konfrontiert werden, und demonstrieren<br />

oft ernüchternde Resultate. Und als<br />

hätte Kath den Krieg in der Ukraine vorausgesehen,<br />

lernen wir den Sohn eines Teppichhändlers<br />

aus Bochum von einer Seite kennen,<br />

die uns bis dato nicht möglich erschien. Der<br />

Mann, der mit seinen Teppichen sonst die<br />

blumige Fantasie und Harmonie in uns regte,<br />

wird plötzlich auch ernst. Nach längerer<br />

Entwicklung im Sommer am Rande der<br />

documenta in Kassel vorgestellt, werden wir<br />

mit der neuen »Rug Bombs«-Kollektion mit<br />

Teppichen konfrontiert, die im wahrsten Sinne<br />

des Wortes wie eine Bombe eingeschlagen<br />

haben. Mit den Themen Gewalt und kriegerische<br />

Konflikte in den vergangenen Jahrzehnten<br />

will man provozieren: auf den<br />

Einzelstücken prangen Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge,<br />

Drohnen, fliehende Menschen –<br />

Kriegsszenen, die ein schonungsloses Bild der<br />

aktuellen Situation auf der Welt zeigen.<br />

»Erstmals trete ich nicht als Dekorateur,<br />

sondern als Künstler auf«, so Kath über die<br />

von der Pop-Art beeinflussten »Rug Bombs«.<br />

Diese neue Kollektion soll derzeit nicht im<br />

Verkauf erhältlich sein, sondern ausschließlich<br />

in mehreren Ausstellungen gezeigt werden.<br />

Nach Kassel ist ab 22. Oktober die Art<br />

Biennale in Bangkok nächster Schauplatz der<br />

extremen Teppichkunst. In der Wiener<br />

Hofburg hat man aber die Gelegenheit, die<br />

sanftere Seite Kaths zu inspizieren, und vielleicht<br />

auch Lust, das eine oder andere Unikat<br />

gleich mit nach Hause zu nehmen …<br />

<strong>LIVING</strong> bat den Designer und Künstler<br />

zum interessanten Talk über aktuelle Geschehnisse,<br />

Krisenbewältigung und darüber,<br />

warum Teppiche therapeutische Wirkung<br />

besitzen.<br />

<strong>LIVING</strong> Unser letztes Interview war 2019.<br />

Damals waren Sie mitten drinnen, mit Ihren<br />

neuen Kollektionen das verstaubte Image<br />

des Teppichs hochzupolieren. Was hat sich<br />

seitdem verändert?<br />

JAN KATH Ich bin meinem Konzept treu<br />

geblieben und versuche stetig, die Grenzen<br />

weiter zu verschieben und Sehgewohnheiten<br />

zu verändern. Über die Jahre sind einige Kollektionen<br />

hinzugekommen. Jetzt, in der Hofburg<br />

zeigen wie die »Savonnerie Surprise«-<br />

Teppiche, die ihren Ursprung in der Zeit kurz<br />

vor der Französischen Revolution, also im<br />

><br />

Foto: Dimo Feldmann<br />

98 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Explosive Kreationen<br />

Jan Kath erweckt den Kriegsteppich<br />

in seiner ersten von<br />

der Pop-Art beeinflussten<br />

Kollektion »Rug Bombs« mit<br />

klassischen persischen<br />

Teppichmotiven zum Leben.<br />

jan-kath.de<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

99


design / INTERVIEW<br />

Warten auf den Krieg<br />

Der Bildband »Armed America« des<br />

Fotografen Kyle Cassidy<br />

enthält diese Aufnahme, die Jan Kath<br />

in einen Teppich verwandelt hat.<br />

><br />

Barock haben. Natürlich bleiben wir auch<br />

hier unserem Konzept treu: Die alten Designs<br />

kommen in einem hochmodernen und<br />

zukunftsweisend neuen Kleid daher.<br />

Aber wir erleben Jan Kath erstmals auch ernst:<br />

Die Motive in Ihrer neuen Kollektion »Rug<br />

Bombs«, die nicht für den Verkauf, sondern nur<br />

für Ausstellungen gedacht ist, spiegeln die derzeit<br />

tragische Kriegssituation auf der Welt wider …<br />

Die Gründe, warum ich mich mit den Themen<br />

Krieg und Gewalt beschäftige, liegen Jahre<br />

zurück und haben die Wurzeln in meiner Kindheit.<br />

Der Auslöser war nicht der Konflikt in der<br />

Ukraine – Hellseher bin ich freilich keiner und<br />

die Entwicklung einer neuen Teppichkollektion<br />

dauert über viele Monate an –, sondern der<br />

Krieg im Irak und seine Folgen. Abu Ghraib<br />

und Guantánamo haben mich extrem beschäftigt<br />

und etwas in mir verändert. Ebenso der<br />

schmutzige Krieg in Syrien und die daraus<br />

resultierende Flüchtlingsbewegung haben tief<br />

liegende Erinnerungen geweckt.<br />

Wie dürfen wir das verstehen?<br />

Ich bin ein 1972er-Jahrgang. Zwar habe ich<br />

den Zweiten Weltkrieg nicht miterlebt, aber<br />

das Thema war bei uns immer präsent. Ich<br />

hatte eine starke Beziehung zu meinem<br />

Großvater mütterlicherseits, der als Wehrmachtssoldat<br />

in Polen, Frankreich und<br />

Russland kämpfte. Er hat mir viele Geschichten<br />

darüber erzählt, von den Ereignissen<br />

in den Schützengräben und von den<br />

Kämpfen kurz vor Stalingrad …<br />

Fair Trade<br />

Jan Kath steht für faire<br />

Arbeitsbedingungen. Er<br />

arbeitet prinzipiell nur mit<br />

natürlichen Materialien –<br />

mit reiner Seide und Wolle.<br />

Spiegel der Zeit<br />

»Big Mouse« von Kath ist ein<br />

innovativer Teppich mit einem<br />

Kopf im Stil von Mickey Mouse<br />

auf den Schultern eines<br />

bewaffneten Soldaten.<br />

Fotos: LarsLangemeier, beigestellt<br />

100 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Französisches Savoir-vivre<br />

Die »Savonnerie Surprise« Kollektion<br />

präsentiert Teppiche, die ihren<br />

Ursprung kurz vor der Zeit der<br />

Französischen Revolution haben.<br />

Sicher keine einfachen Themen für ein Kind.<br />

Ebenso sind die Geschehnisse in den letzten drei<br />

Jahren für uns alle zu einer großen Herausforderung<br />

geworden. Wie haben Sie die schwierige Zeit<br />

der Pandemie erlebt? Mussten Sie sich in der<br />

Produktion anpassen?<br />

Die Pandemie war eine große Zäsur – global,<br />

aber natürlich auch lokal, an jedem unserer<br />

Produktionsorte. Insgesamt sind wir mit einem<br />

blauen Auge davongekommen. Das hat auch<br />

damit zu tun, dass wir eine starke und gut funktionierende<br />

Infrastruktur aufgebaut haben, auf<br />

die wir uns immer verlassen konnten. Die Tatsache,<br />

dass wir niemanden entlassen haben, hat<br />

uns in den Produktionsländern viel Standing<br />

eingebracht und zahlt sich heute doppelt für uns<br />

aus. Kurz zur Erklärung: Unsere Designs sind<br />

extrem kompliziert. Deshalb suchen wir immer<br />

die besten Knüpferinnen und Knüpfer – und die<br />

können sich die Arbeitgeber aussuchen.<br />

Nachhaltigkeit ist im Interior-Design nicht nur<br />

Trend, sondern auch zur Notwendigkeit geworden.<br />

Was hat sich in Ihrer Produktion zu diesem<br />

Thema noch vorteilhaft verändert?<br />

Wir nehmen diese Bewegung weiterhin sehr<br />

ernst und legen allergrößten Wert auf gute und<br />

Die Magie der Nordlichter<br />

Die Farben des Polarlichts<br />

dienen der Kollektion<br />

»Spectrum« als Inspiration.<br />

faire Arbeitsbedingungen, verwenden so viele<br />

Naturmaterialien wie möglich. Allerdings ist es<br />

uns wichtig, kein Greenwashing zu betreiben.<br />

Es gibt auch bei uns insgesamt noch Luft nach<br />

oben. Vor allem im Zusammenhang mit der<br />

Fracht. Wir haben Wege gesucht, unsere<br />

Teppiche zunächst über Land und später auf<br />

dem Seeweg nach Europa und in die USA zu<br />

bringen. Die gibt es durchaus. Allerdings verzögert<br />

das den Liefertermin – und so viel Geduld<br />

haben viele Kund:innen leider (noch) nicht.<br />

Ihre Handwerker:innen müssen indes Geduld<br />

haben. Neue Kollektionen beanspruchen, wie Sie<br />

uns erzählten, jede Menge Zeit. Gibt es hier neue<br />

Techniken, die das Knüpfen vereinfachen?<br />

Ich bin in vielleicht vielerlei Hinsicht hochmodern<br />

und progressiv … aber wenn es ums<br />

Handwerk geht, da bin ich kompromisslos<br />

konservativ.<br />

Wie geht es im Fashion-Business voran? Sie wollten<br />

Ihr Know-how in der Modewelt vertiefen …<br />

Wir haben unsere Aktivität im Bereich der ><br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

101


design / INTERVIEW<br />

><br />

Haute Couture stark ausgebaut und entwickeln<br />

zusammen mit den größten und erfolgreichsten<br />

französischen Modelabels Teppiche<br />

für deren exklusive Showrooms.<br />

Und die Fashionwelt gibt natürlich auch Trends<br />

vor. Gibt es im Teppichdesign eine Farbe, die 2023<br />

ein Must-have ist?<br />

Bei dieser Frage tue ich mich schwer … schließlich<br />

begleitetet ein Teppich uns ja hoffentlich<br />

erheblich länger als nur eine Saison und sollte<br />

deshalb nicht so sehr der Mode unterworfen<br />

sein! Meine persönlichen aktuellen Teppichfavoriten<br />

sind in einem wasserfarbenen Grünblauton<br />

geknüpft. Im Handknüpfbereich<br />

versuchen wir, der rechteckigen Form treu zu<br />

blieben, weil diese eng mit der traditionellen<br />

Herstellungsart verbunden ist. Im schnelllebigeren<br />

Haute-Couture-Business ist es in der<br />

Tat so, dass eine Vielzahl von organischen<br />

»Odd Shapes« eine große Rolle spielt.<br />

Hauptsache ist, dass Sie nie aufhören werden, mit<br />

Ihren Teppichen Geschichten zu erzählen …<br />

Natürlich! Jede Kollektion hat eine eigene, oft<br />

sehr persönliche Geschichte und ist Teil eines<br />

eigenen kleinen Universums. Der Teppich ist für<br />

mich ein Medium. Während der Schriftsteller<br />

Feder und Tinte benutzt, der Maler Pinsel und<br />

Farbe, so berichte ich von meinen Erlebnissen in<br />

Wolle und Seide.<br />

Sie sagten einmal: Ihre Teppiche sind »Inseln zum<br />

Wohlfühlen und wirken heilsam«. Was meinen<br />

Sie damit genau? Können Teppiche therapeutisch<br />

wirken?<br />

Um diese Frage zu beantworten, möchte ich<br />

Ihnen von einer Erfahrung berichten, die ich<br />

vor gut 30 Jahren im Iran, in der Nähe von<br />

Schiras, machen durfte: Ich war zu Gast bei<br />

einer wohl angesehenen Familie und ich wurde<br />

durch ihr wunderschönes Haus geführt. Am<br />

Ende des Rundgangs durfte ich auch das private<br />

Lesezimmer des Gastgebers sehen. In diesem<br />

Raum war nichts als ein Sitzkissen, ein Leseständer<br />

für das aktuelle Buch, das er las, und ein<br />

großer Teppich. Diese ganz besondere Atmosphäre<br />

hat sich bei mir eingebrannt und steht<br />

bei mir heute noch als Sinnbild für Ruhe,<br />

Mediation und Konzentration. Für mich war<br />

dieser Ort der perfekte private Raum.<br />

Wo in einem Raum sollte Ihrer Meinung nach ein<br />

Teppich immer liegen? Gibt es hier Stilregeln, die<br />

zu beachten sind?<br />

Ich stelle eigentlich keine Regeln auf. Persönlich<br />

bin ich aber eher ein Freund der Symmetrie.<br />

ERFOLGREICH VERKNÜPFT<br />

Ali Rahimi besitzt mit seinem gleichnamigen Teppichunternehmen die<br />

Generalvertretung für Jan Kath in Österreich. Die beiden Unternehmer<br />

verbindet eine 20-jährige Freundschaft. Wir baten Rahimi zum Gespräch.<br />

<strong>LIVING</strong> Wie haben Sie Jan Kath kennengelernt<br />

und wie ergab sich diese konstruktive<br />

Partnerschaft?<br />

ALI RAHIMI Rahimi ist für Teppiche mit<br />

klassischem Design bekannt, aber die<br />

Nachfrage nach modernen Unikaten<br />

wurde immer größer, und so wussten wir,<br />

dass wir uns im Contemporary-Bereich<br />

weiterentwickeln müssen. Durch einen<br />

Freund wurde ich auf Jan Kath aufmerksam<br />

und wir haben uns schließlich getroffen<br />

– das ist mittlerweile rund zwanzig<br />

Jahre her. Wir haben uns auf Anhieb verstanden<br />

und sofort erkannt, dass wir in<br />

der Lage sind, mit unseren Unternehmen<br />

eine gegenseitige Symbiose einzugehen,<br />

und Ideen entwickeln können, wie wir uns<br />

bestmöglich unterstützen.<br />

Als Experte wissen Sie: Was macht die<br />

Kath-Teppiche so besonders?<br />

Seit Jahrzehnten hat man den Teppich<br />

wenig verändert, es waren immer dieselben<br />

Muster. Jan Kath hat es geschafft,<br />

mit klassischen Motiven zu arbeiten,<br />

diese aber völlig neu zu interpretieren. Er<br />

erzählt mit seinen Kreationen Geschichten,<br />

lässt der Fantasie freien Lauf. Er<br />

Und was ist ein absolutes No-Go?<br />

Geklautes Design. Das begegnet mir, nicht nur<br />

im Teppichdesign, immer wieder und macht<br />

mich einfach nur sprachlos.<br />

Sie waren stets ein Dauerreisender – New York,<br />

Nepal, Thailand, die Türkei und dann wieder<br />

Bochum. Hat Sie der Umstand der Pandemie<br />

etwas zur Ruhe kommen lassen?<br />

Mittlerweile hat sich mein Lebensmittelpunkt<br />

verschoben. Meine Frau Nairat und ich wohnen<br />

in Chiang Mai, im Norden Thailands, Bochum<br />

ist jetzt unser Zweitwohnsitz geworden.<br />

Gleiche Interessen<br />

V. l.: Jan Kath,<br />

<strong>LIVING</strong>-HG. A. Rosam<br />

und Ali Rahimi –<br />

bereits mehrmals<br />

lud man gemeinsam<br />

zu stimmigen<br />

Teppich-Events.<br />

spielt mit dem Material und verarbeitet<br />

nur reine Wolle und Seide, seine Teppiche<br />

sind »kunstfaserfrei«. Mit seiner eigens<br />

entwickelten »Brandtechnik« (die Seide<br />

verbrennt langsamer als die Wolle,<br />

so bleibt die Seide an der Oberfläche<br />

bestehen und es entsteht ein 3D-Effekt,<br />

der die Vintage-Optik ermöglicht) wird<br />

er als Vorreiter dieser einzigartigen<br />

Entwicklung gesehen.<br />

Was sind die Trends für 2023?<br />

Generell wird Fair Trade immer mehr<br />

zum Thema. Die Menschen legen beim<br />

Teppichkauf besonderen Wert auf<br />

Naturprodukte. Ebenso verlieren die<br />

Grautöne bei Teppichen, die über eine<br />

lange Zeit hinweg sehr gefragt waren,<br />

ein wenig an Bedeutung. Gefragt sind<br />

mutige Kreationen, starke Farben und<br />

altherkömmliches Verspieltes, aber neu<br />

interpretiert. Interessant ist auch seit der<br />

Energiekrise zu beobachten, dass nun<br />

viele Teppiche gekauft werden, um beispielsweise<br />

Fliesenböden wohnlicher zu<br />

gestalten. Das Zuhause soll mehr denn<br />

je ein gemütlicher Rückzugsort sein, und<br />

Teppiche spielen dabei eine große Rolle.<br />

Dennoch bin ich nach wie vor auf der ganzen<br />

Welt unterwegs, besonders freue ich mich,<br />

wieder in Wien in der Hofburg zu sein.<br />

Was uns besonders interessiert: Haben Sie zu<br />

Hause noch immer keinen Teppich liegen?<br />

Das stimmt nicht ganz. Ich hatte natürlich<br />

immer Teppiche in meiner Wohnung, ich<br />

könnte ohne gar nicht leben. Aber die Ent ­<br />

würfe waren nie von mir selber, sondern von<br />

befreundeten Designern. In unserem neuen<br />

Haus werden aber einige unserer Teppiche<br />

liegen. Das hat sich meine Frau so gewünscht. <<br />

Foto: Starpix/Alexander TUMA<br />

102 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


gervasoni1882.com<br />

Loll Collection,<br />

design Paola Navone


design / TEPPICHE<br />

Sanfte Töne<br />

An Collagen aus der<br />

Kindheit soll der<br />

»Patcha«-Teppich von<br />

Patricia Urquiola für<br />

cc-tapis erinnern.<br />

nest.co.uk<br />

Viel zu entdecken<br />

Ähnlich wie beim Blick durch ein<br />

Kaleidoskop finden die Augen<br />

auf dem »Pear Rug« immer<br />

wieder neue Details.<br />

finnishdesignshop.com<br />

Abgesehen von den schwebenden Eigenschaften sind Teppiche<br />

wahre Alleskönner. Sie schaffen Gemütlichkeit, verbessern die<br />

Raumakustik und schützen die Böden. Ein paar besonders schöne<br />

Modelle haben wir für Sie getestet. Es lohnt sich, hinzuschauen.<br />

Zuckerlrosa<br />

Der »Agata Coyamito« wurde<br />

von dem mythischen brasilianischen<br />

Achatstein und seiner<br />

außergewöhnlichen Musterung<br />

inspiriert. artemest.com<br />

Blütezeit<br />

Für die »Flora«-Kollektion beschäftigte<br />

sich der Künstler Santi Moix mit den<br />

Themen Leben und Tod – von der<br />

»Blüte« bis zum »Verfall«.<br />

nanimarquina.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

104 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Formvollendet<br />

Jonathan Adler ist für seine<br />

ausgefallenen Designs bekannt,<br />

kein Wunder also, dass auch<br />

seine Kollektion für Ruggable<br />

alles andere als gewöhnlich ist.<br />

ruggable.de<br />

Punktespiel<br />

Dank verschiedenster Formen<br />

und Linien ist der »Bumling«-<br />

Teppich ein absoluter Hingucker.<br />

rugvista.de<br />

Linientreu<br />

Der »Rankes«-<br />

Teppich von Geba<br />

wurde in Nepal aus<br />

100 Prozent tibetischer<br />

Schafwolle gefertigt.<br />

geba-rugs.com<br />

Prachtvoll<br />

Sommerliche Gefühle<br />

das ganze Jahr über:<br />

Der runde Teppich<br />

zeigt einen herrlichen<br />

Garten – betrachtet aus<br />

der Vogelperspektive.<br />

nazmiyalantiquerugs.com<br />

Fleckerlteppich<br />

Mit seiner Musterung ähnelt der<br />

»Speckled Squiggle«-Teppich hübschen<br />

Terrazzofliesen.<br />

okejstudio.com<br />

Wie der Phönix aus der Asche<br />

Inspiriert von der aufwendigen<br />

Stickerei japanischer Kimonos entstand<br />

der »Phoenix Green«-Teppich.<br />

wendymorrisondesign.com<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

105


design / ÖSTERREICHISCHES DESIGN<br />

TRADITIONELL<br />

ERFOLGREICH<br />

Zwischen Tradition und Moderne. Zwischen Familien und unternehmerischer<br />

Verantwortung. <strong>LIVING</strong> hat bei fünf renommierten<br />

heimischen Interieur-Unternehmen nachgefragt, was gutes Design<br />

ausmacht, und auch sonst einiges über die enge Verbindung von<br />

Teamarbeit, Qualität und Ästhetik erfahren. TEXT MANFRED GRAM<br />

Foto: MAX ROMMEL_PH<br />

106 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Was zeichnet österreichisches<br />

Design aus und gibt es so etwas<br />

überhaupt? Große Fragen sind<br />

nicht nur schwierig zu beantworten,<br />

sie klingen leider mitunter auch ein wenig<br />

banal. Im Vorfeld sollte man sich daher ein<br />

paar Gedanken machen, wem man derartige<br />

Fragen auftischen will. Heimische Traditionsunternehmen<br />

und Familienbetriebe sind dafür<br />

sicher ein guter Ansprechpartner, wie sie<br />

die Sache mit dem Austro-Design so sehen.<br />

Immerhin sind diese ja seit mehreren Jahrzehnten<br />

fest in der Design- und Möbelbranche<br />

verankert, kennen gute und schlechte Zeiten,<br />

Trends und Gegentrends und können das alles<br />

auch international gut einordnen.<br />

TRADITION VERPFLICHTET<br />

»Österreichisches Design wird national wie<br />

international unterschätzt«, ist sich Alexander<br />

Sova sicher, Geschäftsführer beim heimischen<br />

Möbelhersteller Wittmann. Seit 1896 gibt es<br />

das Unternehmen. Mittlerweile ist es seit fünf<br />

Generationen in Familienbesitz. »Design und<br />

Handwerk sind die Eckpfeiler unseres Unternehmens.<br />

Unsere Möbel entspringen dem<br />

Zusammenspiel von Kreativität, Erfahrung<br />

und handwerklicher Expertise«, erklärt Sova,<br />

der 2020 von der Familie engagiert wurde, um<br />

den Betrieb, der seinen Hauptstandort im<br />

niederösterreichischen Kamptal hat, zu leiten.<br />

Eine große Aufgabe, wie er erzählt: »Man trägt<br />

Verantwortung für Mitarbeiter:innen und<br />

Familien in der Region, die selbst schon seit<br />

Generationen in diesem Familienbetrieb<br />

arbeiten, und natürlich auch für das Vertrauen<br />

der Eigentümer.« Rund 120 Mitarbeiter:innen<br />

zählt man zur Zeit, in mehr als 50 Ländern<br />

weltweit ist der Möbelhersteller vertreten. Eine<br />

Erfolgsstory, die durchaus auf Design gebaut<br />

ist: »Zur Umsetzung neuer Ideen und ><br />

Zurücklehnen<br />

Luca Nichetto, Art Director<br />

bei Wittmann, hat die Möbelserie<br />

»Paradise Bird« kreiert.<br />

wittmann.at<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

1<strong>07</strong>


design / ÖSTERREICHISCHES DESIGN<br />

Führt die Geschäfte<br />

Seit 2020 ist Alexander Sova<br />

CEO bei Wittmann. Der heimische<br />

Möbelhersteller hat 1896 als<br />

Sattlerei begonnen.<br />

><br />

Formen geht Wittmann stets Partnerschaften<br />

mit den größten Designnamen ein.« Für<br />

die aktuelle Kollektion arbeitete man u. a. mit<br />

Christophe Pillet, Arthur Arbesser, Neri&Hu,<br />

Sebastian Herkner und Luca Nichetto zusammen.<br />

Der ist übrigens auch Art Director und<br />

für die Designstrategie verantwortlich.<br />

GUT HOLZ<br />

Einen Designchef hat auch der heimische<br />

Öko-Edelmöbel-Produzent TEAM 7.<br />

»Sebastian Desch ist bei uns für einen Großteil<br />

der Entwürfe zuständig«, erzählt Georg<br />

Emprechtinger. Er ist Geschäftsführer des<br />

Möbelherstellers, den es seit 1959 gibt. Mit<br />

Firmengründer Erwin Berghammer ist er<br />

nicht verwandt, man kennt sich aber schon<br />

lange: »Erwin und ich waren Nachbarn und<br />

gut befreundet. Als es um die Nachfolgeregelung<br />

von TEAM 7 ging, fragte er mich<br />

auf einer unserer Laufrunden, ob ich es mir<br />

vorstellen könne, als Geschäftsführer in das<br />

Unternehmen einzutreten.«<br />

Öko mit Style<br />

Die Möbel von TEAM 7 werden seit fast<br />

40 Jahren nachhaltig hergestellt.<br />

Nicht nur die Küche »echt.zeit«.<br />

team7-home.com<br />

Teamleader<br />

Georg Emprechtinger ist Chef<br />

bei TEAM 7. Er übernahm den Betrieb<br />

von seinem Nachbarn, Freund und<br />

Firmengründer Erwin Berghammer.<br />

Fotos: Juergen Hammerschmid, © TEAM 7, © Wetscher, Bildartisten<br />

108 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Starke Kombi<br />

Das Tiroler Unternehmen Wetscher produziert<br />

in der hauseigenen Tischlerei preisgekrönte<br />

Möbel, vertreibt aber auch Luxusmarken als<br />

Einrichtungshaus. Seit über 100 Jahren<br />

ist man im Geschäft. wetscher.com<br />

Emprechtinger konnte und ist jetzt Chef eines<br />

Unternehmens, das seit den frühen 1980er-<br />

Jahren auf Ökomöbel und Nachhaltigkeit<br />

setzt. Und man ist richtig erfolgreich. 730 Mitarbeiter:innen<br />

zählt man. Natürlich hat<br />

Emprechtinger auch eine Meinung zu Austro-<br />

Design: »Österreich blickt auf eine lange Handwerkstradition<br />

zurück. Das spiegelt auch das<br />

Design wider. Tradition wird mit Moderne,<br />

Handwerk mit neuester Technologie verbunden.<br />

Dabei hat das Naturmaterial Holz einen<br />

hohen Stellenwert.«<br />

SCHÖNE GRENZÜBERSCHREITUNGEN<br />

Einen hohen Stellenwert haben Holz und<br />

Handwerk auch beim Tiroler Familienunternehmen<br />

Wetscher. 1912 als kleine Tischlerei<br />

gegründet, wusste man damals im Zillertal<br />

freilich noch nicht, dass damit der Grundstein<br />

für eines der besten Einrichtungshäuser Europas<br />

gelegt war. Die Tischlerei gibt es nach wie<br />

vor. Sie zählt zu den innovativsten des Landes<br />

und räumt regelmäßig Designpreise ab.<br />

Parallel dazu kooperiert man in den Wetscher<br />

Wohngalerien mit starken Markenpartnern<br />

aus der Designwelt. Von B&B Italia über Vitra<br />

bis hin zu Minotti oder Flexform ist alles dabei,<br />

was in der Interior-Branche einen Namen<br />

hat. »Design hat einen sehr hohen Stellenwert<br />

in unserem Unternehmen und ist gleich nach<br />

den menschlichen, familiären Werten in unserer<br />

Werteskala gereiht. Noch vor wirtschaftlichen<br />

Faktoren«, erklärt Martin Wetscher,<br />

der die Geschäfte im Familienunternehmen<br />

führt. Sein Sohn Maximilian, der die fünfte<br />

Generation repräsentiert und seit 2016 mit<br />

an Bord ist, ergänzt: »Wir sind der Meinung,<br />

dass schöne Dinge auch immer das Beste im<br />

Menschen hervorkehren können. Zudem ist<br />

der Wesenskern schöner Dinge, dass sie<br />

grenzübergreifend sind und nationale<br />

Grenzen im Kopf aufzulösen vermögen.«<br />

ZEITLOSIGKEIT<br />

Über die Grenzen hinaus denkt auch das<br />

oberösterreichische Familienunternehmen<br />

Starke Partner<br />

Martin Wetscher (M.) mit<br />

Alessandro Minotti (3. v. l.)<br />

bei einer intensiven<br />

Lagebe sprechung mit<br />

Mitarbeiter:innen.<br />

sedda. Seit 1961 werden Polstermöbel<br />

hergestellt, die neben Österreich vor allem<br />

nach Südtirol, Deutschland und die Schweiz<br />

geliefert werden. Johannes Ragailler,<br />

Enkelsohn des Firmengründers Johann<br />

Thalermaier und für Marketing und Produktentwicklung<br />

verantwortlich, weiß, welche<br />

Faktoren für langfristigen Erfolg wichtig<br />

sind: »Handwerk und Design müssen Hand<br />

in Hand gehen«, erklärt er und fügt hinzu:<br />

><br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

109


design / ÖSTERREICHISCHES DESIGN<br />

Gründer<br />

sedda-Firmengründer<br />

Hans Thalermaier. Mittlerweile<br />

werkt schon die dritte<br />

Generation im Betrieb mit.<br />

Zeitlose Qualität<br />

Beim oberösterreichischen Familienunternehmen<br />

sedda werden Polstermöbel in hoher Qualität<br />

produziert. Die Sofagarnitur »Artemis« ist ein<br />

Highlight der aktuellen Kollektion. sedda.at<br />

><br />

»Und das Design eines langlebigen<br />

Qualitätsmöbels soll über viele Jahre seine<br />

Gültigkeit haben.«<br />

Das sieht auch Katharina List-Nagl nicht<br />

weitgehend anders, setzt aber noch eines<br />

drauf: »Design bedeutet für uns mehr als<br />

Ästhetik. Es ist die perfekte Kombination<br />

aus Form, Funktionalität und technischer<br />

Zuverlässigkeit.«<br />

List-Nagl führt die Geschäfte von F/LIST,<br />

einer 1950 in Niederösterreich gegründeten<br />

Tischlerei, die heute weltweit agiert und als<br />

High-End-Manufaktur neue Luxusmaßstäbe<br />

setzt. Man zählt über 900 Mitarbeiter:innen<br />

und stattet Yachten, Privatjets und Penthouses<br />

aus. »Wer starke Wurzeln hat, kann<br />

in der ganzen Welt zu Hause sein«, lautet die<br />

zentrale Firmenphilosophie des Familienbetriebs<br />

in der dritten Generation. Aber da<br />

ist noch mehr: »Die Familie hat bei uns einen<br />

so großen Stellenwert, dass wir jedes Teammitglied<br />

auch als Teil der F/LIST-Familie<br />

sehen. Wir sind überzeugt, dass sich ein gutes<br />

Gemeinschaftsgefühl, Respekt und Wertschätzung<br />

auf die Qualität der Arbeit auswirken.<br />

Es ist das Herzblut, das den Unterschied<br />

macht.« Komponenten, die auf jedes gute<br />

Design zutreffen und eine transnationale<br />

Angelegenheit sind.<br />

High End<br />

Star-Designstudio Carbone Interior hat es<br />

entworfen, F/LIST umgesetzt – das »Grand Hotel<br />

Quellenhof« im Schweizer Bad Ragaz. Luxus und<br />

Eleganz treffen hier auf Klassik und Zeitgeist.<br />

f-list.at<br />

<<br />

Management-Board<br />

Seit 1950 gibt es das Unternehmen F/LIST. In sieben<br />

Jahrzehnten avancierte man zum Global Player am<br />

Luxusmarkt. Aktuell managen Andreas Aigner (COO),<br />

Katharina List-Nagl (CEO), Werner Kartner (CCO),<br />

Michael Groiss (CFO; v. l.) den Erfolg.<br />

Fotos: © Arno Greiner, © Sedda, © F/LIST, Mathias Kniepeiss<br />

110 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Photography Max Rommel. Art Work Arthur Arbesser.<br />

mAk<br />

iNgTHE<br />

Differ<br />

encE<br />

ANDES by Luca Nichetto.<br />

www.wittmann.at


design / SISLEY<br />

In seinem Element<br />

Sisley-CEO Philippe d’Ornano<br />

hat das richtige Gespür, für<br />

jeden Store das passende<br />

Interior-Konzept zu kreieren.<br />

Couchtisch: Krystyna Dwernicka.<br />

Teppich »Sunburst« von<br />

Wendy Morrison.<br />

sisley-paris.com<br />

INNOVATION UND<br />

DESIGN BEI SISLEY<br />

In einer von Damen dominierten Branche zu arbeiten, ist für einen Mann nicht einfach,<br />

meint man. Nicht so für Sisley-CEO Philippe d’Ornano. Als Sohn des Gründers führt er das<br />

Beauty-Imperium erfolgreich fort, setzt auf Weiterentwicklung und hat jüngst in Wien die<br />

erste »Maison Sisley« eröffnet. Der <strong>LIVING</strong>-Lokalaugenschein. TEXT ANGELIKA ROSAM<br />

Fotos: Stefan Gergely, Angelika Rosam<br />

112 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Lippenbekenntnis<br />

Auch das dekorative Angebot<br />

der Beauty-Marke hat sich<br />

bereits durchgesetzt. Je nach<br />

Wunsch wird das passende<br />

Make-up gezaubert.<br />

Qualität setzt sich durch<br />

Seit 1976 wird man mit den<br />

innovativen Sisley-Produkten<br />

verwöhnt. Jahr für Jahr<br />

kommen neue Kassenschlager<br />

hinzu.<br />

Die Schönheit ist bei Sisley tief verwurzelt.<br />

Im Jahre 1976 von Hubert<br />

d’Ornano und seiner Gattin Isabelle<br />

gegründet, wuchs das französische<br />

Kosmetikunternehmen von Jahr zu Jahr –<br />

durch ein selektives Vertriebsnetz und einen<br />

hohen Anspruch für qualitative Produkte.<br />

Auch in Wien ist Sisley zu Hause, nun aber<br />

sogar mit einem eigenen, luxuriösen Salon:<br />

Die »Maison Sisley« öffnete jüngst ihre<br />

Pforten in der Wiener City und verspricht ob<br />

seines einladenden Designs und des vielseitigen<br />

Angebots, ein besonderer Beauty-Hotspot<br />

zu werden. »Sehen Sie«, so der Sohn,<br />

Philippe d’Ornano, zu <strong>LIVING</strong>, »wir haben<br />

hier einen Ort geschaffen, der nicht nur zur<br />

maximalen Entspannung dienen soll,<br />

sondern wo unsere Designphilosophie mit<br />

Kunst und unserer Familiengeschichte in das<br />

Shopkonzept integriert werden«, erklärt uns<br />

der sympathische Sisley-CEO, der eigens für<br />

das Opening-Event Ende September nach<br />

Wien angereist war.<br />

Wir sehen uns genau um. Die »Maison<br />

Sisley« ist in der Tat wie ein Townhouse.<br />

Während es sich im Eingangsbereich wie ein<br />

vielversprechender Beauty-Tempel mit einem<br />

großen Angebot an Schönheitsanwedungen<br />

anfühlt und auch ist, so wird es im zweiten<br />

Stock persönlich und gemütlich. Eine Wandmalerei<br />

mit Wald- und Landschaftsmotiven<br />

vermittelt Wohlfühlfaktor pur, das Interior,<br />

><br />

Gelungen<br />

Im ersten Bezirk eröffnete jüngst<br />

die erste »Maison Sisley«. Das<br />

Design ist einladend,<br />

chic und clean.<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

113


design / SISLEY<br />

><br />

mit warmen Farben und einem geschmackvollen<br />

Mustermix als stilvolle Einheit<br />

kreiert, lädt ein, länger zu verweilen.<br />

»Jede unserer Maisons«, so d’Ornano, und<br />

davon gibt es jetzt schon einige, weitere sind<br />

in Planung, »ist in einem anderen Stil konzipiert.<br />

Wir haben keine weltweit idente CI, so<br />

wie viele andere Unternehmen. Wir passen<br />

uns der Umgebung an und versuchen, unsere<br />

Identität mit jener der wichtigsten Charakteristika<br />

und Merkmale der Stadt zu vereinen,<br />

wo wir eine neue Maison eröffnen.«<br />

TALENT IN DIE WIEGE GELEGT<br />

Gerne gibt er zu, dass seine Mutter, Isabelle<br />

d’Ornano, eine angesehene Stilikone in Paris,<br />

bei der Entscheidungsfindung das Wort hat.<br />

»Meine Mutter hat stets das richtige Gespür,<br />

welche Elemente sie wie und wo integriert,<br />

ich vertraue ihr blind«, schmunzelt er und<br />

lässt ohne Zweifel erkennen, dass für ihn die<br />

Beauty-Branche wie maßgeschneidert ist. Er<br />

ist charmant, strahlt Luxus aus und ist bei der<br />

täglichen Pflegeroutine selbst das beste<br />

Aushängeschild seiner Produkte. Und das<br />

kommt nicht von ungefähr. Bereits der<br />

Großvater väterlicherseits, Guillaume<br />

d’Ornano, hatte sich der Beauty-Branche<br />

verschrieben, war 1935 Mitbegründer von<br />

Lancôme, lancierte die Parfummarke Jean<br />

d’Albret und das Hautpflegeunternehmen<br />

Orlane. »Wir leben und atmen diese Welt«,<br />

so Philippe, der kürzlich seiner Tochter die<br />

Leitung des Kreativstudios übergab.<br />

Ein Familienunternehmen kann durchaus<br />

kompliziert sein, meint er, dennoch führte<br />

die Arbeit den Clan immer wieder zusammen.<br />

Und der Erfolg gibt ihm recht: In über<br />

100 Ländern wird die Marke Sisley vertrieben,<br />

mit 31 Vertriebsniederlassungen und<br />

knapp 7.700 Verkaufsstellen. Graf Hubert,<br />

der 2015 verstarb, wäre stolz auf die Weiterentwicklung<br />

gewesen: »Was ich an meinem<br />

Vater am meisten bewundert habe, war<br />

seine enorme Energie. Er war ein Macher.<br />

Während andere immer nur nachdachten,<br />

setzte mein Vater Gedanken in Taten um.<br />

Und das versuche ich, so gut es geht, in<br />

meinen Charakter einzubauen.«<br />

<<br />

Quelle der Poesie und Farbe<br />

Diese fröhlich-beeindruckende<br />

Lampe im Store wurde von<br />

Elzbieta Radziwiłł entworfen.<br />

Wohlfühloase<br />

Die Beauty-Kabinen versprechen bestmögliche Behandlungen<br />

in bestmöglichem Ambiente. Die Wände<br />

sind mit der Tapete »Les Cellules« drapiert, die 1910<br />

von Jacques-Émile Ruhlmann entworfen wurde. Sie<br />

wurde nach Isabelle d’Ornanos Idee umgestaltet.<br />

<strong>LIVING</strong>-Beauty-Talk<br />

Zum Wiener Opening reiste<br />

Philippe d’Ornano an und stellte<br />

die neue Maison vor. <strong>LIVING</strong>-<br />

Herausgeberin Angelika Rosam<br />

traf den CEO zum Gespräch.<br />

Fotos: Stefan Gergely, Angelika Rosam<br />

114 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


RESPONSIBLE<br />

HOME DES<br />

MONATS<br />

TIMBER*LAA<br />

NATÜRLICH LEBEN UND WOHNEN<br />

1100 WIEN, KLEDERINGER STRASSE<br />

-<br />

-<br />

-<br />

-<br />

-<br />

-<br />

-<br />

-<br />

-<br />

Bauen mit Holz: Seinerzeit Tradition – heute der Hightech Werkstoff für<br />

ökologisches, energetisches und ressourcenschonendes Bauen<br />

75% weniger Kohlenstoffemissionen durch die Verwendung von Holz als<br />

nachwachsender Rohstoff<br />

38 freifinanzierte Wohneinheiten mit 2 bis 4 Zimmern<br />

großzügige Freiflächen, private Eigengärten und Urban Gardening Beete<br />

PKW-Stellplätze in der hauseigenen Tiefgarage<br />

Stadtleben mit Landgenuss – erholsam, vielseitiger Freizeitspaß, viel Natur<br />

gute Verkehrsanbindung – U1-Station Oberlaa 10 Minuten entfernt<br />

Gesundes Raumklima, erholsamer und besser schlafen<br />

weniger Betriebskosten – smartes Heizsystem mittels Luftwärmepumpen<br />

und Stromerzeugung mit der gemeinschaftlichen Photovoltaikanlage<br />

„<br />

Roland Pichler,<br />

Geschäftsführer<br />

DIE WOHNKOMPANIE<br />

Verantwortungsvolles Bauen heißt,<br />

mit Vernunft jeden einzelnen Baustoff<br />

sorgsam auszuwählen.<br />

Wir freuen uns mit unserem ersten<br />

Holzmassivbau TIMBER*LAA für<br />

eine nachhaltige Lebensqualität im<br />

Kreislauf der Natur zu sorgen.<br />

Mehr Infos zum Projekt<br />

finden Sie hier:<br />

findmyhome.at/timberlaa


design / INTERVIEW<br />

DESIGN ZWISCHEN<br />

PRÄZISION UND POESIE<br />

Alfredo Häberli, Industriedesigner mit argentinischen Wurzeln,<br />

macht »am liebsten Dinge, die man täglich in der Hand hat«.<br />

Worauf es beim Arbeiten ankommt und für wen er am<br />

liebsten entwirft, erzählte er im <strong>LIVING</strong>-Interview.<br />

INTERVIEW FLORENTINA WELLEY<br />

Alfredo Häberli achtet auf das<br />

Notwendige. Vorzugsweise in<br />

smarte Workwear gekleidet, merkt<br />

man gleich, dass der Designer auf<br />

Industriestil setzt – was auch seine Entwürfe<br />

widerspiegeln. Da ist kein Schnörkel, keine<br />

irritierende Ablenkung, sein Design spricht<br />

eine klare, globale Sprache. Jetzt interpretierte<br />

er eine Rado-Uhrenikone neu. Kurz<br />

davor entwarf er ein Sofasystem und zurzeit<br />

forscht er an der Entwicklung eines Golfschlägers:<br />

aus Carbon.<br />

<strong>LIVING</strong> Sie haben argentinische Wurzeln,<br />

leben in der Schweiz. Spielen diese beiden<br />

Lebenswelten in Ihrer Arbeit mit?<br />

ALFREDO HÄBERLI Ja, die Poesie, das Unbeschreibliche,<br />

die Intuition, nicht in Worte<br />

fassen zu können, bestimmt meine argentinische<br />

Seite. Die Präzision, das Analytische,<br />

Forschende, Erfinderische stammen aus dem<br />

Studium und der Schweiz. Darum bewege ich<br />

mich zwischen Präzision und Poesie.<br />

Wie sind Sie an das Uhren-Redesign der<br />

»DiaStar Original 60-Year Anniversary«-<br />

Edition von Rado herangegangen?<br />

Erst einmal denke ich, wenn ich ikonische<br />

Modelle redesigne, dass ich alles falsch<br />

machen könnte. Dann versucht man,<br />

Geometrie zu verstehen und sie ins Heute<br />

zu bringen. Ich habe die Form schlanker<br />

und eleganter gemacht, auch die<br />

Farbe. Dann überlegte ich mir eine<br />

grafische Lösung für den Tagesanzeiger,<br />

damit sie global verständlich ist.<br />

Sie haben vor der Pandemie ein<br />

modulares Sofasystem entworfen.<br />

Geht es beim Entwurf eher<br />

um Komfort oder um Funktion?<br />

Das Ziel war für mich die<br />

Redesign<br />

»DiaStar Original 60-Year Anniversary«-<br />

Edition x Alfredo Häberli mit<br />

Milanaiseband aus Edelstahlgeflecht und<br />

Tagesanzeiger mit Leuchtmasse.<br />

rado.com<br />

Alfredo Häberli<br />

Der Industriedesigner trägt<br />

die Rado-»DiaStar« mit<br />

grauem Textilband.<br />

alfredo-haeberli.com<br />

Verbindung von Funktion,<br />

und darin ist Komfort unter<br />

anderem dabei. Also auf den<br />

menschlichen Körper und die<br />

daraus folgende Ergonomie zu<br />

achten. Eine Herausforderung<br />

ist es immer, Körpergrößen<br />

sind unterschiedlich. Das offene,<br />

geschwungene, weiche Rückenteil<br />

lässt ein aufrechtes oder ein<br />

entspanntes Sitzen für alle zu.<br />

Für wen und was entwerfen Sie am liebsten?<br />

Mein Slogan ist, ich arbeite nur für Menschen,<br />

die ich mag. Für Kinder entwerfe ich am<br />

liebsten, weil sie unschuldig an eine Idee<br />

herangehen.<br />

Ergonomisch<br />

Das modulare Sofasystem »Giro<br />

Soft« für Andreu World scheint<br />

im Raum zu schweben. Auch mit<br />

Beinen aus Holz erhältlich.<br />

andreuworld.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

116 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Exzellenz erfordert Disziplin, gesunden Menschenverstand<br />

und Besessenheit im Detail. Und Weitblick. Das ist<br />

die Basis jedes erfolgreichen Investments. Wir wollen<br />

Qualität Ihres Wunschhauses daher nicht nur im Sinn<br />

einer rein sachlichen Definition verstanden wissen.<br />

Dann würden wir das Ergebnis als gut empfinden, bloß<br />

weil wir heute damit zufrieden sind. Verstehen Sie uns<br />

nicht falsch: Natürlich schafft Qualität die Voraussetzung<br />

dafür, dass das Notwendige zum Vergnügen wird.<br />

Ihre ganze Wirkung offenbart sie jedoch erst über Zeit.<br />

Und zwar in jeder Hinsicht. Als perfektes Umfeld heute<br />

und als stabile Wertanlage im Lauf der Zeit.<br />

Wie bei allen Klassikern.<br />

YOUR<br />

LEGACY<br />

Eine Initiative von WUNSCHHAUS<br />

www.wunschhaus.at


design / BEAUTY-KULT<br />

KULT STÜCK<br />

Sammelstück<br />

Die weltweit auf 30 Exemplare<br />

limitierte Künstleredition ist<br />

exklusiv in Guerlain-Boutiquen<br />

erhältlich. guerlain.com<br />

DIE BLAUE STUNDE<br />

Zum 110-jährigen Jubiläum von<br />

»L’Heure Bleue« darf es schon<br />

etwas ganz Besonderes sein. In Zusammenarbeit<br />

mit dem Yves-Klein-<br />

Archiv präsentiert Guerlain das Parfum in<br />

einer exklusiven Künstleredition. Jedes der<br />

30 Exemplare wurde per Hand gefertigt und<br />

ist somit ein Einzelstück. Besonders spektakulär<br />

ist auch die Größe – im 1,5-Liter-Format<br />

kommt der unverkennbare Kultflakon mit dem<br />

»inverted heart«, der von Raymond Guerlain<br />

1912 entworfen wurde, besonders gut zur<br />

Geltung. »Umhüllt« ist er vollständig mit<br />

dem ikonischen von Yves Klein patentierten<br />

International Klein Blue (IKB) – einem tiefen,<br />

intensiven und lebendigen Ultramarinblau.<br />

Blau wie der Himmel zur »blauen Stunde«<br />

(oder, wie Jacques Guerlain es sagt, »when the<br />

night has not yet found its star«), die »L’Heure<br />

Bleue« ursprünglich inspiriert hat. So avanciert<br />

der Flakon endgültig zum Kunstwerk.<br />

Foto: © Guerlain<br />

118 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


NUR BIS 25.11.<strong>2022</strong><br />

15 €<br />

GESCHENKT *<br />

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FALSTAFF22AT<br />

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Jetzt kostenlos den neuen Katalog anfordern unter loberon.at<br />

*Mindestbestellwert 60 €. Nicht mit weiteren Aktionen kombinierbar. Es besteht ein Widerrufsrecht (21 Tage).<br />

Nicht anwendbar beim Kauf eines Geschenkgutscheins. Anbieter: LOBERON GmbH


design / HOTSPOT<br />

HOTEL CONFIDENTIAL<br />

Mitte September wurden die beiden österreichischen »Sacher«-<br />

Hotels um ein drittes bereichert. Aus dem »Astoria Resort<br />

Seefeld« wurde das »Alpin Resort Sacher Seefeld-Tirol«. Die<br />

Gäste erwartet hier gewohnte Exzellenz – typisch Sacher eben.<br />

TEXT AMELIE-CATHARINA BACHER<br />

Ambiente<br />

Im »DER MAX«-Restaurant wurde die<br />

Tiroler Stube zeitgeistig inszeniert. Bewusst<br />

wurde auf Trennwände verzichtet. Cremefarbene<br />

Stoffe und eine ausgefeilte Lichtarchitektur<br />

strahlen einladende Eleganz aus.<br />

Die Details wie Bilder und Tapeten wurden<br />

liebevoll von Elisabeth Gürtler ausgewählt.<br />

Weitläufig<br />

20.000 Quadratmeter Park,<br />

4.700 Quadratmeter Wellnessbereich<br />

und 81 Zimmer und<br />

Suiten – hier findet jeder Gast<br />

mehr als genug Platz zum Relaxen.<br />

Elegant alpin<br />

»Unverwechselbar gemütlich«<br />

lautet hier das Motto. Bereits<br />

seit 1950 ist das »Astoria<br />

Resort Seefeld« in Familienbesitz<br />

– seit 2015 unter der<br />

Führung von Elisabeth<br />

Gürtler. In den vergangenen<br />

Jahren wurde es mit Liebe<br />

zum Detail und nach den<br />

höchsten Qualitätsstandards<br />

umfangreich erweitert,<br />

umgebaut und verfeinert.<br />

Zimmer und Suiten<br />

Dank großer Glas fronten<br />

und hoher Decken sind<br />

die Zimmer und Suiten<br />

sehr hell und einladend.<br />

Natürliche Materialien<br />

wie Holz und Loden<br />

treffen hier auf hochwertigen<br />

Marmor und<br />

Hightech-Geräte.<br />

Cheers!<br />

Herrlich einladend wirkt die Hotelbar, die mit<br />

erfrischenden Drinks und einer hochwertigen<br />

Einrichtung lockt. Hier werden Klassiker ebenso<br />

serviert wie neue ausgefallene Kreationen.<br />

Wellness<br />

Für ein besonderes Entspannungserlebnis<br />

bietet das »Alpin Resort«<br />

ein Privat-Spa im großzügigen »Spa<br />

Chalet« an. Hier kann man neben<br />

privater Sauna und Dampfbad<br />

auch individuell abgestimmte<br />

Behandlungen genießen.<br />

Essen<br />

Im »Alpin Resort Sacher« wird besonders<br />

viel Wert auf Regionalität und hochwertige<br />

Produkte gelegt. Bereits zum zehnten Mal<br />

in Folge wurde das Küchenteam mit einer<br />

Gault-Millau-Haube prämiert.<br />

Alpin Resort Sacher Seefeld-Tirol<br />

Geigenbühelstraße 185, 6100 Seefeld, Österreich<br />

seefeld.sacher.com<br />

Fotos: Ing. Andreas Rottensteiner, Jan Hanser, David Johansson<br />

120 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Hawelgasse 17 | 1180 Wien<br />

Unsere Gruppe baut und entwickelt mehr als 1.000 Wohnungen im<br />

Großraum Wien, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark und Kärnten.<br />

Projektwebseite: www.parkandbloom.at<br />

home@vmfimmo.at +43 2236 370 135 www.vmfimmo.at


FÜR DEN KLIMASCHUTZ<br />

Außenliegender Sonnenschutz sperrt im Sommer die Hitze aus, im Winter hilft<br />

er beim Energiesparen. Sonnenschutzsysteme sind klar im Vorteil gegenüber<br />

Klimaanlagen, wenn es um die Nachhaltigkeit geht.<br />

W<br />

ie kann die Baubranche<br />

ihren Teil zum Erreichen<br />

der Klimaziele umfassend,<br />

schnell und erfolgreich<br />

umsetzen? Um diese Frage zu beantworten,<br />

lud Österreichs Marktführer für Sonnenund<br />

Wetterschutzsysteme, HELLA, Architekt:innen,<br />

Developer:innen und Fachpresse<br />

zum Vortrag von Prof. Amandus Samsøe<br />

Sattler, Präsident der Deutschen Gesellschaft<br />

für Nachhaltiges Bauen (DGNB e. V.), im<br />

Rahmen des ersten HELLA Architekturclubs<br />

ein. »Nachhaltigkeit ist in aller Munde und<br />

der sorgsame Umgang mit Baumaterialien<br />

und Energie stellen auch für die Architektur<br />

immer wichtiger werdende Faktoren dar.<br />

Nachhaltiges und damit einhergehendes<br />

innovatives Bauen und vor allem die<br />

Weiterverwendung bestehender Bauteile<br />

und Gebäude sind unumgänglich. Es gilt,<br />

Gestaltung und Technik eng mit einer<br />

ökologischen Bauweise zu vereinen«, so<br />

der Nachhaltigkeitsexperte und Architekt<br />

Prof. Amandus Samsøe Sattler.<br />

FOTOS: BEIGESTELLT<br />

122 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


HELLA<br />

NACHHALTIGER SONNENSCHUTZ<br />

Nachhaltigkeit gewinnt auch in der Baubranche<br />

laufend an Bedeutung und Sonnenschutz<br />

leistet hier einen unverzichtbaren Beitrag.<br />

Wir haben mit Andreas Kraler, dem ge -<br />

schäftsführenden Gesellschafter der HELLA<br />

Gruppe, gesprochen. Er führt das Familienunternehmen<br />

in dritter Generation.<br />

HELLA ist einer der führenden europäischen<br />

Anbieter für Sonnen- und Wetterschutztechnik.<br />

Wie wird der Nachhaltigkeitsgedanke<br />

in Ihrem Unternehmen gelebt?<br />

Andreas Kraler: Wir haben uns auf Premiumqualität<br />

spezialisiert und bieten Maßanfertigungen<br />

für das gesamte Sortiment an.<br />

Wir arbeiten hart daran, dass unsere Produkte<br />

ganz einfach funktionieren, digital<br />

steuerbar und langlebig sind sowie umweltschonend<br />

hergestellt werden. Zum Beispiel<br />

ist unser Mutterwerk in Abfaltersbach in<br />

Osttirol CO 2<br />

-neutral, weil wir unsere Energie<br />

über ein eigenes Wasserkraftwerk und<br />

mittels Biomasse erneuerbar erzeugen.<br />

Diese Anstrengungen honorieren unsere<br />

Partner, und das wirkt sich auch positiv<br />

auf den Auftragsstand aus. Als traditionsreiches<br />

Familienunternehmen haben wir<br />

das Thema auch ganz klar in unserer<br />

strategischen Planung verankert.<br />

Was sollte man besonders bei der Planung<br />

von nachhaltigem Sonnenschutz beachten?<br />

Intelligenter Sonnenschutz kann seine<br />

Potenziale voll entfalten, wenn er früh in<br />

die Planungsphase eingebunden ist. Es geht<br />

dabei nicht nur um Beschattung und Raumklima,<br />

sondern auch um die Führung des<br />

Tageslichts sowie um eine ästhetische<br />

Optik, die sich in das Straßenbild integriert.<br />

Sonnenschutz muss in einer nachhaltigen<br />

Stadt integraler Bestandteil von klimaeffizienten<br />

Gebäuden werden. Die Integration<br />

von digitalem Sonnenschutz ist dabei<br />

alternativlos.<br />

Stichwort digitaler Sonnenschutz. Passen<br />

Nachhaltigkeit und Digitalisierung<br />

zusammen?<br />

In unserem Fall schon! Systemischer Sonnenschutz<br />

wirkt wie eine passive Klimaanlage<br />

– ist aber viel umweltfreundlicher. Der<br />

Sonnenschutz kann ganz einfach gesteuert<br />

werden, mithilfe einer Fernbedienung, einer<br />

App oder via Sprachsteuerung. Wir haben<br />

V. l.: Andreas Kraler, geschäftsführender<br />

Gesellschafter der HELLA Gruppe, und<br />

Prof. Amandus Samsøe Sattler, Präsident<br />

der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges<br />

Bauen (DGNB e. V.), bei der Premiere des<br />

HELLA Architekturclubs in Wien.<br />

ein eigenes System entwickelt, das mit allen<br />

gängigen Smart-Home-Systemen verbunden<br />

werden kann: Dieses lässt die Sonne nur da<br />

rein, wo sie auch gewünscht ist. Sei es ein<br />

lichtdurchfluteter Raum im Winter oder ein<br />

kühles Schlafzimmer in heißen Sommernächten.<br />

Darüber hinaus helfen unsere<br />

Beschattungssysteme bei Ausstattung mit<br />

Wettersensoren mit, den Energieverbrauch<br />

zu reduzieren. Dann fordert die App den<br />

Nutzer oder die Nutzerin automatisch auf,<br />

je nach Wetterlage zu handeln, egal wo er<br />

oder sie sich gerade befindet.<br />

DER HELLA ARCHITEKTURCLUB<br />

Spannender Austausch, fesselnde<br />

Expert:innenvorträge und wertvolles<br />

Networking: Der HELLA Architekturclub<br />

wurde ins Leben gerufen, um Architekt:innen,<br />

Developer:innen und die Fachpresse zu<br />

vernetzen und neues Wissen in Hinblick auf die<br />

aktuellsten Architektur themen zu bieten. Die<br />

zweite Ausgabe des HELLA Architekturclubs<br />

findet im Oktober in Wien statt. Sie haben<br />

Interesse an einer Teilnahme? Dann wenden<br />

Sie sich bitte an marketing@hella.info.<br />

INFO<br />

www.hella.info<br />

ADVERTORIAL<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

123


<strong>LIVING</strong><br />

KULINARIK<br />

132<br />

126<br />

138<br />

BAR OHNE KEEPER<br />

So vielseitig können Hausbars<br />

sein. (S. 126)<br />

SHAKE IT, BABY<br />

Die passenden Accessoires<br />

für die Homebar. (S. 132)<br />

BESTECHEND EINFACH<br />

Diese Designs dominieren<br />

bei den Esswerkzeugen. (S. 134)<br />

BARISTAS TOOLBOX<br />

Gadgets für puren Kaffeegenuss.<br />

(S. 138)<br />

134<br />

Fotos: beigestellt


kulinarik / HOMEBARS<br />

Bar-Poesie<br />

Die Container »Tango« von<br />

Carlo Bartoli haben einen<br />

Durchmesser von 50 Zentimetern<br />

und sind in drei Höhen<br />

erhältlich. laurameroni.com<br />

Fotos: © Laurameroni, © Esigo<br />

126 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Der Trend zur Gastlichkeit macht ein fast in Vergessenheit<br />

geratenes Möbelstück jetzt zum Mittelpunkt jedes<br />

Wohnzimmers. Die vielseitigen Hausbars stehen, rollen,<br />

hängen oder lehnen an der Wand und glänzen durch raffinierte<br />

Details und luxuriöses Design. TEXT FLORENTINA WELLEY<br />

Alle kennen ihn: den guten alten<br />

Servierwagen. In den 1950er-<br />

Jahren wurde das mobile Möbelstück<br />

richtig gehypt, rollte an der<br />

Seite von Marilyn Monroe in »Das verflixte<br />

7. Jahr« und mit Grace Kelly in »Die oberen<br />

Zehntausend«. Bis in die 1970er-Jahre durfte<br />

auch eine Mini- oder Hausbar in keinem<br />

Haushalt fehlen. Meist versteckt in biederen<br />

Einbauschränken, waren die Bars mit<br />

Eierlikör, Whisky und der obligaten Flasche<br />

Wermut für einen Martini à la James Bond<br />

bestückt. Dann verschwanden die netten<br />

Trinkstationen wieder aus den Haushalten,<br />

Ausgehen war angesagt.<br />

DIE NEUEN DRINK CABINETS<br />

Dank dem neuen Bewusstsein für Hygge<br />

und Homing werden die praktischen, oft<br />

handgefertigten Möbelstücke wieder zum<br />

Gesprächsstoff. Denn gute Gastgeber:innen<br />

servieren ihren Gästen heute wieder selbst<br />

><br />

Wein-Trolley<br />

Minimalistischer Wein-Trolley<br />

»Carello« mit intelligenten<br />

Fächern von Esigo.<br />

esigo.com<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

127


kulinarik / HOMEBARS<br />

Sofasurfer<br />

Die »Cohen«-Bar von Longhi<br />

kann individuell aus<br />

verschiedenen Hölzern<br />

und Marmorfächern<br />

zusammengestellt werden.<br />

longhi.it<br />

><br />

Drinks aus den kostbaren Hausbars. So<br />

rollen mobile Barwagen, modern oder im<br />

Retro-Design, durch die Wohnzimmer. Fixe<br />

Standbars zeigen sich als wertvolle Designermöbel<br />

und platzsparende Wandbars als Mix<br />

zwischen Kunst und Handwerk. Auch klassische<br />

Barschränke sind wieder da. Eingebaut<br />

als praktische Verbindungselemente in Sofas<br />

oder Schränken, steht im Inneren der Drink<br />

Cabinets Ordnung im Mittelpunkt. Nur ein<br />

Merkmal der Vintage-Bars von früher hält<br />

sich bis heute: die Klappe. Sie dient als<br />

Bartisch und praktische Ablage. Wer schöne<br />

Gläser und Flaschen in den Blickpunkt<br />

rücken will, setzt auf transparente Barvitrinen,<br />

wie etwa die grazile Box »Float« aus<br />

gehärtetem Glas und satiniertem Messing<br />

von Pietro Russo für Baxter. Andere Barschränke<br />

verbergen den Inhalt hinter kunstvoll<br />

verarbeiteten Türen, wie bei Mobilfresno<br />

und SICIS. Je nach Bartyp sollte auch der<br />

Standort überlegt werden. Fixe Bars brauchen<br />

mehr Platz als eingebaute, mobile oder<br />

hängende. Und wer Wert auf eine unvergessliche<br />

Cocktail-Time zu Hause legt, wählt am<br />

besten ein kostbares Signature Piece. Wie<br />

etwa die handgefertigte »Torino«-Bar von<br />

Interior-Designer Jonathan Adler.<br />

DIE BAR ALS ART-OBJEKT<br />

»Mit einer eigenen Homebar kann man auch<br />

ein bisschen angeben«, sagt der Designer, der<br />

seinen Interior-Designs immer einen Hauch<br />

Glamour verleiht und manchmal Vintage-<br />

Modelle daruntermixt. Für den Barschrank<br />

setzte Adler kräftige Farben und dynamische<br />

Linien ein. »Ich habe meine ›Torino‹-Bar so<br />

Kupferskulptur<br />

Die aufklappbare Bar »Barista«<br />

von De Castelli punktet mit<br />

einem perfekten Innenleben.<br />

decastelli.com<br />

Fotos: © Longhi, © Decastelli, © Sicis, © Jonathan Adler, beigestellt<br />

128 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Diamantschliff<br />

Das »Diamante Cocktail<br />

Cabinet« hat Türen, die<br />

sich mittels Fernbedienung<br />

öffnen lassen.<br />

sicis.com<br />

gestaltet, dass sie als Kreuzung zwischen<br />

Kunst und Möbel, hedonistischem Design<br />

und Bequemlichkeit fungiert.« Sein Barschrank<br />

im modernen Art-déco-Stil, ergänzt<br />

durch einen Retro-Servierwagen aus Messing,<br />

dessen Tablett im selben Stil dekoriert<br />

wurde, bringt Luxus und Galeriefeeling mit<br />

sich. Wie auch der Barschrank »Mondrian«<br />

von Röthlisberger, der von Gemälden von<br />

Piet Mondrian inspiriert wurde. Der Designklassiker<br />

wurde von Designer Koni Ochsner<br />

1976 als funktionales Möbelstück für<br />

Stummer Diener<br />

Das »Valet Mixology<br />

Centre« von David<br />

Rockwell für Stellar<br />

Works lehnt lässig<br />

an der Wand.<br />

stellarworks.com<br />

Box aus Glas<br />

Die grazile Bar »Float«<br />

aus gehärtetem Glas und<br />

satiniertem Messing von<br />

Pietro Russo für Baxter<br />

hat auch integrierte<br />

LED-Leuchten.<br />

baxter.it<br />

Individualist:innen entworfen. Die hochglanzlackierte<br />

Barklappe kann als Theke<br />

verwendet werden, eine verspiegelte Basis<br />

reflektiert den Boden und lässt den Schrank<br />

optisch schweben. Auf poetische Eleganz und<br />

Einfachheit setzt wiederum die Containerbar<br />

der »Tango«-Kollektion von Bartoli Design.<br />

Die Bars bestehen aus einem Satz zylindrischer<br />

Behälter mit spiralförmigen Bändern,<br />

inspiriert von den Liegestangen der Boote am<br />

Comer See. Im Inneren sorgen kreisförmige<br />

Glasplatten mit spiegelpoliertem Stahlzubehör<br />

für Ordnung. Das mehrfarbige »Lacca«-<br />

Finish wurde exklusiv für den italienischen<br />

Möbelhersteller Laurameroni kreiert. Designer<br />

und Architekt David Rockwell lehnt hingegen<br />

sein »Valet«-Mixologie-Zentrum für Stellar<br />

Works ganz nebenbei an die Wand. Er setzte<br />

das Design des funktionalen Regal- und<br />

><br />

Signature Piece<br />

Interior-Designer<br />

Jonathan Adler macht<br />

seinen Barschrank zum<br />

luxuriösen Art-Objekt.<br />

jonathanadler.com<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

129


kulinarik / HOMEBARS<br />

><br />

Schranksets zeitgenössisch mit amerikanischem<br />

Nussbaum, geschwärztem Stahl und<br />

gebürstetem Messing um. Inspirieren ließ sich<br />

der New Yorker für seine Regalkollektion vom<br />

Wort »valet«, was zu Deutsch Diener:in bedeutet.<br />

Italienisches Lebensgefühl versprüht<br />

aber »Barista«, eine kompakte mobile Bar von<br />

De Castelli. Kupferstäbe mit unterschiedlichen<br />

Durchmessern verleihen dem Barschrank<br />

skulpturales Aussehen. »Barista« lässt sich wie<br />

ein Buch öffnen und gibt den Blick auf den<br />

Innenraum aus Edelstahl, in dem sich die<br />

Farben der Flaschen und Gläser spiegeln, frei.<br />

Galeriefeeling<br />

Mit dem Schrank »Mondrian« von<br />

Röthlisberger, erhältlich in limitierter<br />

Sonderausstattung mit Signatur,<br />

kommt Kunst ins Wohnzimmer.<br />

roethlisberger.ch<br />

LUXUS UND RETRO-FLAIR<br />

Rollende Drinks<br />

»rivet rocker« von bordbar<br />

ist platzsparend und<br />

erinnert an frühere Zeiten.<br />

bordbar.de<br />

Wandskulptur<br />

Die »Verona Bar« von<br />

Mobilfresno hängt an<br />

der Wand und hat ein<br />

durchdachtes Ordnungssystem<br />

im Inneren.<br />

mobilfresno.com<br />

130 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22<br />

Ein Art-Objekt ist auch das hängende<br />

» Diamante Cocktail Cabinet« von SICIS. Die<br />

Türen aus Vetrite-Glas erinnern an einen Diamantsolitär.<br />

Innenregale aus bronziertem Glas<br />

und LED-Beleuchtung sind kostbare Details.<br />

Auch die Wandbar »Verona« von Mobilfresno<br />

ist ein Kunstwerk. Der spanische Designer Paco<br />

Camús entwarf einen ausgeklügelten Barschrank<br />

aus Eiche mit Metallakzenten. Wer mit seinem<br />

Apéro direkt vom Sofa aus in den Abend starten<br />

möchte, wählt die Bar »Cohen« von Giuseppe<br />

Iasparra für Longhi. Der italienische Designer<br />

möchte, dass man sich in das edle Barfach, eingebaut<br />

am Couchende, verliebt. »Welcome on<br />

board« heißt es hingegen bei der Airline-Trolley-Edition<br />

»rivet rocker_new« aus Edelstahlblech<br />

mit Retro-Appeal von bordbar, inspiriert<br />

von der Luftfahrtlegende DC-3. Während der<br />

aerodynamische Wein-Trolley des italienischen<br />

Herstellers Esigo mit Minimalismus und<br />

praktischen Fächern punktet.<br />

<<br />

Fotos: beigestellt


Perfektion, die Sie<br />

fühlen können.<br />

Die Excellence Line von V-ZUG.<br />

Romain Grosjean, Rennfahrer


kulinarik / BAR-ACCESSOIRES<br />

Kosmisch<br />

Namensschilder<br />

waren gestern – jetzt<br />

bekommen Gäste<br />

Cocktailstäbchen mit<br />

ihrem Sternzeichen.<br />

joannabuchanan.com<br />

Alea iacta est<br />

Perfekt für den nächsten<br />

Spieleabend – das »Roll the<br />

Ice«-Set von Anthropologie.<br />

anthropologie.com<br />

SHAKE IT, BABY<br />

Gründe zum Anstoßen finden sich immer – wie gut, dass dank<br />

einer voll ausgestatteten Homebar die prickelnden Preziosen<br />

nicht weit sind. Und mit den passenden Accessoires wird nicht<br />

nur der Gaumen, sondern auch das Auge verwöhnt.<br />

Ab ins All!<br />

Mit dem »Houston«-Flaschenöffner<br />

gibt es kein Problem,<br />

sondern nur erfrischende<br />

Getränke.<br />

doiydesign.com<br />

Marmoriert<br />

Dank des praktischen Griffs<br />

kann man schnell zwischen<br />

den verschiedenen Jigger-<br />

Größen hin und her wechseln.<br />

oliverbonas.com<br />

Schräglage<br />

Gut in der Kurve liegt<br />

der »Sky«-Cocktail Shaker<br />

von Aurélien Barbry für<br />

Georg Jensen.<br />

shophorne.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

132 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Geschüttelt, nicht gerührt<br />

Zwölf Cocktailklassiker in<br />

jeweils zwölf neuen Variationen<br />

ergeben 144 köstliche<br />

Rezepte zum Ausprobieren.<br />

eu.assouline.com<br />

Edle Optik<br />

Alle Moscow-Mule-<br />

Liebhaber:innen werden mit<br />

der Tasse »Phil« ihre helle<br />

Freude haben.<br />

depot-online.at<br />

Eiskalt<br />

Eine Hommage an den griechischen<br />

Klassizismus, die auch<br />

noch die Getränke kühlt – der<br />

»Bordi Antichi«-Eiskübel.<br />

fornasetti.com<br />

Abwechslungsreich<br />

Puristisches Schwarz-Weiß<br />

trifft auf warm leuchtendes<br />

24-Karat-Gold. Der »Black<br />

Curl«-Digestifbecher ist von<br />

außen und innen ein Highlight.<br />

fuerstenberg-porzellan.com<br />

Goldig<br />

Mischen mit Stil<br />

gelingt mit dem<br />

schicken »Garrett«-<br />

Mixglas-Set von<br />

Ralph Lauren Home.<br />

amara.com<br />

Kraftpaket<br />

Der witzige<br />

»Ercolino«-<br />

Flaschenöffner<br />

von Andrea Branzi<br />

für Alessi bekommt<br />

jedes Getränk<br />

spielerisch auf.<br />

eu.alessi.com<br />

Allrounder<br />

Sieb, Zitrusmesser, Flaschenöffner,<br />

Rührer und Jigger –<br />

mit dem »Ohara Marble Bar<br />

Tool Set« ist man beinahe voll<br />

ausgestattet. cb2.com<br />

Architektonisch<br />

Diese Champagnerhülle<br />

ist eine<br />

Hommage an das<br />

New Yorker Chrysler<br />

Building und wahrlich<br />

ein Kunstwerk.<br />

artemest.com<br />

Rosige Aussichten<br />

Um unschöne Ränder auf Tischen zu vermeiden, bedarf<br />

es der passenden Untersetzer. Gut, wenn diese auch<br />

noch so hübsch sind wie die »Crystale« von Westwing.<br />

westwingnow.de<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

133


kulinarik / BESTECK<br />

In der Schwebe<br />

»Pirouette« von Ron Arad:<br />

Während die Griffe noch frei<br />

in der Luft schweben, setzen die<br />

Klingen bereits zur Landung an.<br />

superonda.de<br />

Foto: © Superonda<br />

134 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


BESTECHEND<br />

EINFACH<br />

Ein gutes Besteck muss elegant aussehen, aber auch<br />

praktisch zu handhaben sein. Während es in den Küchen<br />

beim Geschirr kreativ zugeht, dominieren bei den<br />

Esswerkzeugen die Klassiker, deren futuristischer<br />

Minimalismus erstaunlich modern bleibt. TEXT KARIN CERNY<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

135


kulinarik / BESTECK<br />

Markus Mraz erinnert sich noch<br />

genau, wie er vor rund 15 Jahren<br />

für sein Restaurant ein passendes<br />

Besteck gesucht hat. Keine einfache<br />

Aufgabe: »Ich habe lange gegoogelt, nichts hat<br />

mich angesprochen«, erzählt der Wiener<br />

Spitzenkoch. »Bis ich bei einem dänischen<br />

Anbieter auf eine futuristische Linie gestoßen<br />

bin, von der ich sofort fasziniert war.« Noch<br />

heute ist jenes Besteck, das Arne Jacobsen<br />

1956 ursprünglich für das »SAS Royal Hotel«<br />

in Kopenhagen entworfen hat, im Haubenlokal<br />

»Mraz & Sohn« im Einsatz. Mit seinen<br />

klaren Linien und seiner schlanken Form<br />

erinnert es an ein Sezierbesteck. Und passt<br />

damit ideal zum filigranen Fine Dining.<br />

SPACIGES DESIGN<br />

Man möchte mit diesem Besteck, das auch in<br />

Stanley Kubricks legendärem Sci-Fi-Film<br />

»2001: A Space Odyssey« (1968) verwendet<br />

Futurismus am Tisch<br />

Das Haubenlokal »Mraz & Sohn« setzt<br />

auf das futuristische Besteck von<br />

Arne Jacobsen aus dem Jahr 1956.<br />

georgjensen.com<br />

Goldene Zeiten<br />

Besteck in den Farben Gold und<br />

Schwarz boomt: »MetroChic d’Or«<br />

von Villeroy & Boch ist Edelstahl,<br />

vergoldet. villeroy-boch.at<br />

wurde, nicht unbedingt ein Schnitzel oder ein<br />

Gulasch verzehren – dafür eignet sich das<br />

gröbere Stelton-»EM« von Erik Magnussen<br />

viel besser. Aber in Kombination mit raffinierten<br />

Gerichten bleibt Arne Jacobsens Entwurf<br />

ein perfektes Match. Die Messer, Löffeln und<br />

Gabeln liegen nicht nur fest in der Hand, sie<br />

sind auch ein Kunstwerk für sich. Aber selbst<br />

bei diesem Designklassiker gibt es Probleme,<br />

mit denen man beim Kauf gar nicht rechnet:<br />

»Die Mokkalöffel werden mittlerweile nicht<br />

mehr produziert«, erzählt Markus Mraz.<br />

»Wir haben noch beim Hersteller direkt ein<br />

paar bekommen.« Auch bei Longsellern wie<br />

Arne Jacobsen kann man nie sicher sein, ob<br />

man Einzelteile nachbekommt. Das macht es<br />

für Restaurants schwer, gewagte Entwürfe<br />

einzusetzen. Das »Steirereck« setzt deshalb<br />

auf die traditionelle »Malmaison«-Serie des<br />

Christofle-Gedecks.<br />

FÜR DIE EWIGKEIT<br />

Und wie sieht es daheim aus? Tafelbesteck bekommt<br />

man meist bei der Hochzeit geschenkt:<br />

Man bindet sich ein Leben lang. Da ist die Ehe<br />

schon längst in die Brüche gegangen, den<br />

Messern, Gabeln und Löffeln aber bleibt man<br />

treu. Sie begleiten einen bis ins hohe Alter.<br />

Fotos: © Georg Jensen, © Villeroy-Boch, © Mono, © Designqvist<br />

136 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Zurück in die Zukunft<br />

Peter Raacke hat dieses<br />

Picknickbesteck in den<br />

1970er-Jahren entworfen.<br />

Es überzeugt durch<br />

Retro-Charme.<br />

mono.de<br />

Retro-Chic hat allerdings auch seinen<br />

Charme, wie man an den Entwürfen des<br />

deutschen Designers Peter Raacke sehen kann.<br />

Sein ikonografisches »Mono Clip« ist in seiner<br />

klobigen Art ein Kind der 1970er-Jahre.<br />

Slow Food boomt, Produkte, die aus der<br />

Gegend kommen, landen verstärkt auf unseren<br />

Tellern. Warum nicht auch beim Besteck auf<br />

Regionalität achten? Es gibt nämlich auch<br />

bahnbrechende heimische Entwürfe. Der<br />

namhafte Industriedesigner Thomas Feichtner<br />

wurde 1970 in Brasilien geboren, wuchs in<br />

Deutschland und Österreich auf, wo er mittlerweile<br />

auch wieder lebt. Sein Besteck »Fina« bei<br />

Carl Mertens aus Solingen stammt aus dem<br />

Jahr 2011 und orientiert sich an skandinavischer<br />

Klarheit. Es ist ein Besteck für alle<br />

Anlässe: markant und doch alltagstauglich.<br />

Und sicher auch in 100 Jahren noch modern.<br />

<<br />

Kaum ein Haushalt hat mehrere<br />

Bestecke zur Auswahl – sieht man<br />

von Erbstücken wie Familiensilber<br />

ab, das dann meist nur zu besonderen<br />

Anlässen herausgeholt und im Alltag durch<br />

ein praktisches Besteck ergänzt wird. Es gibt<br />

Abertausende Bücher über Designstühle,<br />

während man brauchbare Bücher über Besteckserien<br />

an einer Hand abzählen kann. Obwohl<br />

man täglich damit isst und nicht weniger<br />

Lebenszeit mit seinen Gabeln und Messern<br />

verbringt als mit einem geliebten Stuhl.<br />

Ein grundsätzliches Problem ist: Nur<br />

wenige Besteckkollektionen überleben ihr<br />

Entstehungsjahrzehnt. Sie werden schnell zu<br />

Sammelstücken, wie die Serie »WMF by Zaha<br />

Hadid«. Die Stararchitektin hat 20<strong>07</strong> ein stromlinienförmiges<br />

Besteck entworfen, mittlerweile<br />

ist es zu Höchstpreisen secondhand zu ersteigern.<br />

Ebenso kühn ist das Modell »Pirouette«<br />

von Ron Arad, ebenfalls 20<strong>07</strong>, beeinflusst von<br />

Flugzeugen: Während die Griffe noch frei in der<br />

Luft schweben, setzen die Messerklingen und<br />

Löffelmulden bereits zur Landung an. Die<br />

perfekte Balance beeindruckt nach wie vor, auch<br />

diese Serie ist ein gefragtes Sammelobjekt.<br />

Geht man nach aktuellen Trends, dann<br />

bleiben die Linien klassisch, aber die Farben<br />

ändern sich. Villeroy & Boch setzt auf Gold<br />

und Schwarz, um Glamour auf den Tisch zu<br />

zaubern. Ob einem das in zehn Jahren noch<br />

gefällt, muss jede:r für sich klären. Ein Besteck<br />

ist schließlich ein Langzeitinvestment.<br />

Heimischer Klassiker<br />

2011 hat Thomas Feichtner<br />

sein formschönes Besteck<br />

»Fina« kreiert, das zugleich<br />

sehr alltagstauglich ist.<br />

designqvist.at<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

137


kulinarik / KAFFEE-GADGETS<br />

Schwarzes Gold<br />

Frisch gemahlen<br />

können die Bohnen<br />

ihr volles Potenzial<br />

ausschöpfen. Zum<br />

Beispiel mit der<br />

elektrischen Mühle<br />

von Bodum.<br />

bodum.com<br />

Präzisionsarbeit<br />

Kaffeeexpert:innen<br />

wissen: Man misst<br />

nicht in Volumen,<br />

sondern in Gewicht. Statt<br />

des Löffels kommt daher die<br />

Waage »Pearl« von Acaia zum<br />

Einsatz. acaia.co<br />

Entschleunigend<br />

Pour-over-Kaffee hat nicht nur<br />

etwas Entspannendes an sich,<br />

sondern schmeckt auch hervorragend.<br />

Besonders hübsch:<br />

die »Quindio Vespre White«<br />

von Wolf & Miu.<br />

wolfmiu.com<br />

BARISTAS<br />

TOOLBOX<br />

Für die pure Kaffee-Perfektion bedarf es neben der<br />

richtigen Bohne auch des passenden Werkzeugs.<br />

Mit der schicken Auswahl an Gadgets, die die<br />

<strong>LIVING</strong>-Redaktion für Sie zusammengestellt hat,<br />

schmeckt der Wachmacher gleich doppelt so gut.<br />

To go<br />

Echte Liebhaber:innen<br />

wollen auch unterwegs nicht<br />

auf ihren Koffeinkick verzichten.<br />

Der »Nanopresso« von Wacaco<br />

macht es möglich.<br />

wacaco.com<br />

Schmuckstück<br />

Während man sehnsüchtig<br />

auf seinen<br />

Kaffee wartet, lenkt<br />

die hübsche<br />

Optik der Espressomaschine<br />

von AnZa<br />

ein wenig ab.<br />

anzacoffee.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

138 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


KÜCHEN<br />

MODULNOVA Flagshipstore<br />

Franz-Josefs-Kai 45, 1010 Wien<br />

Tel. +43 1 9053220 | modulnovawien.at<br />

Mo-Fr: 10:00-18:00 Uhr<br />

Sa: 10:00-16:00 Uhr<br />

ESKOLE Küchenstudio<br />

Lazarettgasse 39-41, 8020 Graz<br />

Tel. +43 316 995 427 | eskole.at<br />

Mo-Fr: 10:00-18:00 Uhr<br />

Sa: 10:00-14:00 Uhr<br />

ESKOLE Küchenstudio<br />

Salzburger Straße 205, 4030 Linz<br />

Tel. +43 732 922548 | eskole.at<br />

Mo-Fr: 10:00-18:00 Uhr<br />

Sa: 10:00-14:00 Uhr


kulinarik / ESPRESSO-TASSEN<br />

2.<br />

1.<br />

3.<br />

9.<br />

10.<br />

Oft mehrmals<br />

am Tag erweckt das<br />

»flüssige Gold« unsere<br />

Lebensgeister. Höchste Zeit also,<br />

dass es auch standesgemäß serviert<br />

wird – inklusive passender<br />

Untertasse, versteht sich.<br />

ESPRESSO<br />

LOVE<br />

4.<br />

5.<br />

7.<br />

6.<br />

8.<br />

1. Weniger ist mehr Minimalistische Einrichtung hört auch bei der Auswahl der Espressotassen nicht auf. Wie gut, dass die »Niki«-Espressotasse von Sagaform so<br />

herrlich zurückhaltend ist. debijenkorf.at 2. Einzelstück Handgefertigt in Portugal, ist jede gekaufte »Sandrine«-Tasse ein Unikat. westwingnow.de 3. Très bien Eine<br />

Hommage an die Pariser Bistros: die Espressotassen von Anthropologie bringen das Frankreich-Flair in die eigenen vier Wände. anthropologie.com 4. Edel Dank des<br />

Verzichts auf den Henkel wirkt das Set von Fürstenberg besonders filigran. fuerstenberg-porzellan.com 5. Grüne Welle Die stimmungsvollen Blumendekore der »Oriente<br />

Italiano«-Kollektion verbinden fernöstlichen Charme mit italienischer Porzellantradition. ginori1735.com 6. Erleuchtend Selbst wenn es draußen grau in grau ist, strahlt<br />

einem mit der »Solitario«-Tasse von Fornasetti bereits frühmorgens die Sonne entgegen. amara.com 7. Wachmacher Für Serax designte Sergio Herman unter anderem<br />

dieses hübsche Espresso-Set. serax.com 8. Aus anderen Sphären Außerirdisch gut schmeckt der Espresso in der »Cosmic Diner Lunar«-Tasse von Seletti. seletti.it<br />

9. Genussmomente Von klassischen amerikanischen Coffee-Shops inspiriert, kann man sich mit der »Ralph’s Coffee«-Tasse von Ralph Lauren Home das USA-Feeling nach<br />

Hause holen. ralphlauren.de 10. Goldig Die »Aegean«-Geschirrkollektion entstand in Anlehnung an die geschwungenen Linien griechisch-römischer Schätze und erinnert<br />

mit ihren 24-Karat-Gold-Details an die Pracht vergangener Zeiten. harrods.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

140 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


GAGGENAU<br />

KŌBŌ – DIE »MOCHI«-<br />

KOCHWERKSTATT<br />

Wer seine Lieblingsgerichte aus dem »Mochi«, dem »o.m.k«, der »Mochi Ramen<br />

Bar« oder der »Kikko Bā« nachkochen möchte, wird im »Mochi« KŌBŌ fündig.<br />

Eduard Dimant ist seit vielen<br />

Jahren passionierter Fan von<br />

Gaggenau und hat die Geräte<br />

auch in seiner privaten Küche.<br />

Vom Dampfbackofen über den<br />

Lavasteingrill bis zu innovativen<br />

Lüftungslösungen – Gaggenau vereint<br />

Küchengeräte mit professionellem<br />

Anspruch und ein ästhetisches Design zu<br />

einem stimmigen Gesamtkonzept.<br />

Bis zu 14 Personen haben im<br />

exklusiven KŌBŌ Kochstudio<br />

Platz und sitzen dabei, ganz nach<br />

japanischer Tradition, auf<br />

Augenhöhe mit den Köchen.<br />

FOTOS: BEIGESTELLT<br />

K<br />

ochen, Lernen und Feiern im<br />

»Mochi«-Style: Dass das KO − BO −<br />

weit mehr ist als eine Kochschule,<br />

verrät bereits der japanische<br />

Name, der übersetzt Werkstatt bedeutet. Ganz<br />

in diesem Sinne ist die neue Kochwerkstatt<br />

als Ort der Kreativität und des Austauschs<br />

gedacht. Ausgestattet ist das von der Tischlerei<br />

Prödl gestaltete Kochstudio mit hochwertigen<br />

Küchengeräten von Gaggenau – vom<br />

Dampfbackofen über die Teppanyaki-Platte<br />

bis zu edlen Weinkühlern. Für besondere<br />

Abende gibt es auch die Möglichkeit, die edle<br />

Kochwerkstatt für ein Chef’s-Table-Erlebnis<br />

in privater Atmosphäre zu buchen.<br />

Mit Gaggenau verbinden »Mochi«-<br />

Küchen chef Eddi Dimant nicht nur der<br />

gemeinsame Anspruch an exzellentes Handwerk<br />

und die Leidenschaft für kulinarische<br />

Meisterwerke: »Ich habe selbst seit vielen<br />

Jahren Gaggenau-Geräte in meiner privaten<br />

Küche im Einsatz. Die Qualität der verarbeiteten<br />

Materialien ist unvergleichlich, das<br />

Design zeitlos und die Funktionalität spürbar<br />

aus der Profiküche inspiriert. Daher freuen<br />

wir uns sehr über diese Partnerschaft.«<br />

Das »Prinzip Profiküche« hat lange Tradition<br />

bei Gaggenau. Durch die enge Zusammenarbeit<br />

mit Profiköchen können die hohen<br />

Ansprüche in private Küchen übertragen<br />

werden. Vereint mit den ästhetischen Ansprüchen<br />

privater Wohnräume macht Gaggenau<br />

mit außergewöhnlichen Küchengeräten<br />

kulinarische Exzellenz zu Hause möglich.<br />

Wie zaubert man selbst Nigiri, Sashimi<br />

und die beliebten »Mochi«-Sushi-Rolls? Und<br />

was braucht es für authentische Ramen von<br />

der Brühe bis zum Topping? Das dafür benötigte<br />

Fachwissen vermitteln Küchenchef und<br />

»Mochi«-Mitgründer Eddi Dimant und sein<br />

Team in ihren Kochkursen. In ausführlichen,<br />

mehrstündigen Masterclasses mit Eddi<br />

Dimant lernen die Teilnehmer*innen in<br />

kleiner Runde, wie man zu Hause ein ganzes<br />

»Izakaya«-Menü für Familie und Freunde<br />

zubereitet. Zusätzlich zu diesen Masterclasses<br />

gibt es auch Special Events zu besonderen<br />

Themen wie Kindheitserinnerungen aus<br />

Japan vom Culinary Chef des KO − BO − Takeshi<br />

Yoshida oder einen Kurs rund um die einzigartigen<br />

Saucen und Dressings, für die das<br />

»Mochi« besonders berühmt ist.<br />

Veranstaltet werden alle Kurse in der<br />

Ferdinandstraße 13. Die aktuellen Termine<br />

finden sich auf der KO − BO − -Website. Alle<br />

Kurse lassen sich online buchen und sind<br />

auch als Geschenkgutschein erhältlich.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter:<br />

gaggenau.com/at<br />

KŌBŌ, Ferdinandstraße 13, 1020 Wien<br />

k-o-b-o.com<br />

ADVERTORIAL<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

141


kulinarik / LOCATIONS<br />

»Philip<br />

Rachinger<br />

begeistert mich mit<br />

seiner Kreativität und<br />

Dynamik. Ein geschätzter<br />

Freund, der sowohl in der<br />

Küche als auch als<br />

Mensch immer<br />

›OIS‹ gibt!«<br />

»Eines unserer größten Erlebnisse, sowohl was Küche, Wein,<br />

Philosophie und auch die handelnden Personen betrifft!«<br />

»Mühltalhof«, Neufelden, muehltalhof.at<br />

»St. Hubertus«, St. Kassian, Südtirol, st-hubertus.it/de/<br />

AUSWÄRTS ESSEN …<br />

Wo trifft neuestes Design auf gemütliches Ambiente, Kunst<br />

auf kulinarisches Konzept? Unternehmer Johannes Artmayr<br />

verrät seine Lieblingslokale und was sie auszeichnet.<br />

»Gemüsekreationen,<br />

so<br />

vorzüglich wie<br />

kaum wo. Ein<br />

Gaumen-<br />

Highlight!«<br />

Alle Wege führen in die Küche!«, sagt<br />

Johannes Artmayr, Geschäftsführer<br />

von STRASSER Steine. »Durch<br />

mein Unternehmen setze ich mich<br />

besonders intensiv mit dem wohl wichtigsten<br />

Raum eines jeden Haushalts auseinander. Die<br />

Küche ist das Genusszentrum und dadurch<br />

ein Ort der Geselligkeit und Gemütlichkeit.«<br />

Johannes Artmayr liebt gutes Essen. Ob auf<br />

Reisen oder zu Hause – Restaurantbesuche<br />

sind für ihn und seine Frau wunderbare<br />

»Entspannungsinseln«. »Mich begeistern die<br />

scheinbar unerschöpfliche Kreativität der<br />

Köch:innen sowie die Liebe, Leidenschaft<br />

und Professionalität von den oft sehr jungen<br />

Menschen im ebenso wichtigen Servicebereich.«<br />

Ein Genussmensch durch und durch!<br />

»Rote Wand«, Lech, rotewand.com<br />

»Die<br />

eleganteste<br />

Küche im Westen<br />

Österreichs und<br />

für uns ein<br />

Fixpunkt im<br />

Skiurlaub.«<br />

Johannes Artmayr<br />

Johannes Artmayr hat<br />

vor rund 17 Jahren<br />

STRASSER Steine<br />

übernommen und das<br />

Unternehmen zum führenden<br />

Hersteller von<br />

hochwertigen Küchenarbeitsplatten<br />

in Europa<br />

entwickelt. Besonders<br />

stolz macht ihn die Weltneuheit<br />

»ALPINOVA«,<br />

die erste zu 100 Prozent<br />

recycelbare<br />

Küchenarbeitsplatte.<br />

strasser-steine.at<br />

»Eine Institution in Österreich und<br />

nicht wegzudenken aus unserem<br />

kulinarischen Jahresablauf!«<br />

»Essigbrätlein«, Nürnberg,<br />

Deutschland, essigbraetlein.de<br />

»Steirereck«, Wien, steirereck.at<br />

Fotos: Tschinkersten Fotografie, © West Werbeagentur GmbH, © Mario Riener Fotografie, Alex Moling, Simeon Johnke, © Cathrine Stukhard<br />

142 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


© ÖSW_RLP_Frame 9<br />

Q-Tower Living.<br />

Eine neue Dimension des Wohnkomforts.<br />

Q-Tower, THE MARKS, Wien 3<br />

Exklusive Eigentumswohnungen mit rund 45 bis 130 m²<br />

Großzügige Raumhöhe von 2,70 m in den Wohnräumen<br />

Hochwertige Ausstattung und individueller Freiraum<br />

Repräsentatives Foyer, begrünte Terrasse, Gemeinschaftsräume<br />

sowie Fitness- und Wellnessbereich im Haus<br />

Fertigstellung: Frühjahr 2023<br />

q-tower.at


HWB: 22 kWh/m²a; fGEE: 0,79 Unverbindliche Visualisierungen. Änderungen vorbehalten, kein Rechtsanspruch ableitbar. BUWOG / Stand Mai <strong>2022</strong><br />

KONTAKT:<br />

Klaudio Alexander Graf B.A., MLS<br />

+43 (0) 1 878 28 1214<br />

klaudio.graf@buwog.com<br />

kennedygarden.buwog.at<br />

Wohnqualität ganz oben –<br />

Dachgeschosswohnungen<br />

nahe Schönbrunn.<br />

PENZINGER STRASSE 76<br />

1140 WIEN


<strong>LIVING</strong><br />

RESIDENCES<br />

182<br />

158<br />

Fotos: Mauritius Images/Volker Preusser, Sal Marston Photography, Gregor Hofbauer, Lukas Ilgner<br />

162<br />

188<br />

HOTELIMMOBILIEN:<br />

JETZT ERST RECHT!<br />

Aktuelle Projekte im Fokus.<br />

(S. 158)<br />

REDUCE TO THE MAX<br />

Was Mikrowohnungen<br />

können. (S. 162)<br />

MEHR ALS NUR<br />

LANDSCHAFT<br />

Wieso das Waldviertel boomt.<br />

(S. 182)<br />

SELBER MACHEN ODER<br />

PLANEN LASSEN?<br />

Eine Architektin, eine<br />

Interior-Designerin und<br />

eine Wohnbauträgerin im<br />

Talk. (S. 188)


esidences / NEWS AM LUXUSMARKT<br />

IM OBEREN<br />

PREISSEGMENT<br />

Das Zentrum von Wien ist und bleibt erste Adresse fürs<br />

Luxuswohnen, auch wenn manche Nobel-Penthouses<br />

schon etwas länger auf die richtigen Käufer:innen warten.<br />

Denn auch bei diesen ist eine neue Generation herangewachsen:<br />

die jungen Bitcoin-Millionär:innen. TEXT MAIK NOVOTNY<br />

Grand Kinsky<br />

Mit unübertreffbarer Lage punktet<br />

dieses ursprünglich 1872 für Dominik<br />

Graf Kinsky errichtete Eckhaus in der<br />

Schellinggasse. Nach der Luxussanierung<br />

wurde es zum Grand Kinsky<br />

mit den vier neuen mehrgeschoßigen<br />

Penthouses namens »Theresia«,<br />

»Eleonora«, »Rosalie« und »Agnes«<br />

und mit zeitgemäßer Ausstattung<br />

wie Weinkeller, Pool, Fitnessclub und<br />

Digital-Concierge. grandkinsky.at<br />

Foto: © Grand Kinsky<br />

146 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


7 / 22 <strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

147


esidences / NEWS AM LUXUSMARKT<br />

Herzfeldhaus<br />

Ein imperiales Palais ist es zwar<br />

nicht, sondern einfach ein Haus,<br />

aber im ersten Bezirk sehen wir<br />

das nicht so eng, wenn die Lage<br />

stimmt. Und das tut sie bei diesem<br />

1869 errichteten Gründerzeithaus<br />

in der Fichtegasse. 18 Wohnungen<br />

von 60 bis 367 Quadratmetern<br />

sind hier im Angebot, darunter<br />

drei Penthousewohnungen.<br />

herzfeldhaus.estate<br />

Zuerst kamen die Fürst:innen. Dann<br />

kamen die Großbürger:innen. Dann<br />

kamen die Russ:innen. Wiens Innere<br />

Stadt und ihre Palais waren schon<br />

immer eine erlesene Adresse, auch wenn die<br />

Namen auf den Türschildern über die Jahrhunderte<br />

wechselten. Jetzt kommen neue<br />

dazu: die Crypto-Bros. Die wer? Zum<br />

Beispiel Eric Demuth (35), einer der drei<br />

Gründer des Kryptowährungsunternehmens<br />

Bitpanda. Dieser erwarb im April dieses<br />

Jahres gleich drei Wohnungen an der von<br />

Living Deluxe vermarkteten Topadresse<br />

Parkring 14. Kaufpreis: 19,85 Millionen Euro<br />

für insgesamt 746 Quadratmeter Nutzfläche<br />

und über 350 Quadratmeter Terrassenfläche.<br />

»Bitcoin-Millionäre investieren ihr Geld<br />

vermehrt in Immobilien«, vermeldet auch<br />

Engel & Völkers. Das heißt: Statt Pelzmänteln<br />

hängen heute also die Digital-Native-Kapperl<br />

in den edlen Garderoben der Ringstraßen-<br />

Apartments.<br />

NEUE GENERATION<br />

Ein Trend, der schon seit einer Weile zu<br />

beobachten ist, erklärt Susanne Thomanek<br />

von Living Deluxe. »Es kommt eine neue<br />

Generation von wohlhabenden, wirtschaftlich<br />

bereits sehr erfolgreichen jungen Leuten<br />

nach. Mit 30 ist der klassisch-elegante Altbau<br />

noch nicht so interessant, ein Penthouse entspricht<br />

mehr der Lebenseinstellung und den<br />

Werten dieser Generation. In diesem Alter<br />

will man etwas erleben, auch architektonisch,<br />

und sich klar von der Elterngeneration<br />

abgrenzen.«<br />

Manche suchen Terrassen mit Jacuzzi für<br />

ihre Träume von Partys über den Dächern,<br />

andere suchen Statussymbole und Diskretion<br />

oder schlicht einen Ort, um das in Hochgeschwindigkeit<br />

angewachsene Vermögen zu<br />

parken. Lagen wie der erste Bezirk in Wien<br />

»Die einzigartigen,<br />

seltenen Diamanten<br />

unter den Immobilien<br />

wird es immer geben.<br />

Das hält den Preis<br />

und den Wert stabil.«<br />

THOMAS HOPFGARTNER<br />

Geschäftsführer Living Deluxe<br />

garantieren Wertsteigerung über Jahre.<br />

Auch die Preise im Luxussegment wachsen<br />

immer noch stetig an, trotz oder wegen der<br />

Pandemie. Der Jahresbericht von Engel &<br />

Völkers <strong>2022</strong> verzeichnet eine kontinuierlich<br />

nach oben zeigende Linie, der Durchschnittspreis<br />

pro Quadratmeter im ersten Bezirk<br />

beläuft sich auf 13.656, der höchste gezahlte<br />

Preis im Jahr auf 26.003 Euro. Zwischen 2020<br />

und 2021 legte der Luxusmarkt in ganz<br />

Österreich um 31,5 Prozent zu und umfasst<br />

4,15 Milliarden Euro, wie RE/MAX in diesem<br />

Sommer berichtete. Luxuswohnungen steigen<br />

im Durchschnitt um 15,6 Prozent im Preis,<br />

Dachgeschoßwohnungen um 22,9 Prozent<br />

gegenüber dem Vorjahr.<br />

ÜBERSCHAUBARER MARKT<br />

»Der Luxusimmobilienmarkt in Österreich<br />

ist regional unterschiedlich strukturiert und<br />

auf jeden Fall überschaubar. Erstklassige<br />

Gastronomie und Gesundheitsversorgung<br />

sowie hochqualitative Kultur- und Einkaufsmöglichkeiten<br />

stehen auf der Wunschliste<br />

ganz oben. Daher sind auch im städtischen<br />

Bereich einzelne Bezirke in und um Wien<br />

Fotos: © Zoomvp, © Livingdeluxe<br />

148 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Parkring 14<br />

Für große Schlagzeilen sorgte<br />

diese Eins-a-Immobilie mit der<br />

Top-Ringstraßenadresse. Hier kam<br />

mit 32,5 Millionen Euro Wiens teuerstes<br />

Apartment auf den Markt<br />

und machte die Luxusanbieter<br />

Living Deluxe auf einen Schlag<br />

bekannt. Das große Apartment ist<br />

noch immer am Markt, drei andere<br />

sicherte sich Bitpanda-Gründer<br />

Eric Demuth. livingdeluxe.com<br />

und die Städte Innsbruck, Salzburg und<br />

Bregenz höchst begehrt und entsprechend<br />

teuer«, erklärt Bernhard Reikersdorfer,<br />

Geschäftsführer von RE/MAX Austria.<br />

Zwar ist inzwischen nahezu jedes Haus in<br />

der Inneren Stadt saniert und verwertet,<br />

doch sind immer noch ein paar Objekte im<br />

Bau und in Planung, und manche Prestige-<br />

Penthouses, wie zum Beispiel im 2019 eröffneten<br />

Grand Kinsky in der Schellinggasse<br />

oder die Luxuslofts in der ehemaligen<br />

Telegrafenzentrale am Börseplatz 1, sind<br />

><br />

Penthouse Goethehof<br />

Eine Topadresse zwischen<br />

Hofburg und Oper, die in diesem<br />

Jahr nicht weniger top wurde.<br />

Denn dieses Penthouse, das<br />

mit stattlichen 160 Quadratmetern<br />

Dachterrasse aufwartet, thront<br />

hoch über der <strong>2022</strong> unter großem<br />

Aufsehen eröffneten Heidi Horten<br />

Collection im Goethehof. Für<br />

8,2 Millionen Euro ist das von<br />

Hochkultur umzingelte Apartment<br />

zu haben. livingdeluxe.com<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

149


esidences / NEWS AM LUXUSMARKT<br />

><br />

noch zu haben. Auch in den Étages<br />

de Luxe am Werdertor stehen einige der<br />

Penthouse-Apartments – das größte für<br />

8,16 Millionen Euro – noch zum Verkauf.<br />

In der obersten Liftetage der Preissegmente<br />

heißt es eben oft, Geduld zu üben, bis die<br />

Käufer:innen auftauchen.<br />

»Der Luxusimmobilienmarkt in Österreich<br />

ist regional unterschiedlich strukturiert<br />

und auf jeden Fall überschaubar.«<br />

BERNHARD REIKERSDORFER Geschäftsführer RE/MAX Austria.<br />

JENSEITS DES KANALS<br />

Andere Bauträger wie Cuubuus sind an den<br />

Quartieren jenseits der Grenze des nahezu<br />

abgegrasten Ersten Bezirks unterwegs, wo<br />

noch etwas mehr Entwicklungsmöglichkeiten<br />

Das Artmann<br />

Drei Jahre stand das ehemalige<br />

Verwaltungsgebäude der Heeresverpflegung<br />

am Donaukanal leer,<br />

bis sich die Investoren von Cuubuus<br />

Architects & Developers des denkmalgeschützten<br />

Ziegelbaus annahmen.<br />

75 Eigentumswohnungen, darunter<br />

vier exklusive Penthouses, sind hier<br />

geplant. Zwar nicht mit Adresse 1010,<br />

aber mit Blick aufs Wasser und<br />

dem Augarten gleich ums Eck.<br />

das-artmann.at<br />

schlummern. Das ehemalige Heeresgebäude an<br />

der Oberen Donaustraße ist mit seiner Ziegelfassade<br />

à la Arsenal zwar kein fürstlicher<br />

Prunkbau, aber imperial ist es dennoch. Im<br />

denkmalgeschützten Altbau sowie in einem<br />

neuen Anbau sollen bis 2024 unter dem<br />

Namen »Das Artmann« 71 Wohnungen mit<br />

bis zu 288 Quadratmetern entstehen, die<br />

Kaufpreise beginnen bei rund 328.000 Euro.<br />

Dazu kommt das von vielen Interessent:innen<br />

erwartete Erster-Bezirk-Zubehör wie Gym,<br />

Guest-Lounges und Concierge-Dienst. Auf der<br />

anderen Seite der Inneren Stadt versucht »The<br />

Ambassy« am Modenapark, den Glamour des<br />

ersten Bezirks in den dritten zu transferieren,<br />

mit dem Lagebonus Botschaftsviertel. Bleibt<br />

die Frage, wie es weitergeht im Zentrum des<br />

Luxus. »Wien, die lebenswerteste Stadt der<br />

Welt, ist immer noch günstig im Vergleich zu<br />

London, Paris oder New York«, sagt Thomas<br />

Hopfgartner, Gründer von Living Deluxe. »Vor<br />

zehn Jahren hieß es in Wien schon: ›Der Plafond<br />

ist erreicht.‹ Heute sagt man: ›Hätten wir<br />

nur vor zehn Jahren gekauft!‹ Ich prognostiziere,<br />

dass es in zehn Jahren bei den richtigen<br />

Objekten genauso sein wird, weil sich die<br />

Spreu immer mehr vom Weizen trennt. Diese<br />

einzigartigen, seltenen Diamanten unter den<br />

Immobilien wird es immer geben. Das hält den<br />

Preis und den Wert stabil.«<br />

<<br />

Foto: © Das Artmann<br />

150 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


EXKLUSIVES LIFESTYLE-APARTMENT<br />

Mondsee. Direkt am Wasser.<br />

Seit vielen Generationen zieht es die Menschen an den Mondsee. Ist es die ruhige und gleichzeitig belebende<br />

Wirkung des Wassers? Sind es die zahlreichen Sportmöglichkeiten und die kulturellen Veranstaltungen? Die Traditionen<br />

und Berge und die freundlichen Bewohner? Die grossartigen Restaurants und Cafes? Das „See La Vie“ im<br />

Allgemeinen? Vielleicht alles zusammen oder ein bisschen von allem?<br />

Die Architektur ist geradlinig und modern. Mit viel Glas und Luft. Und immer im Blick: der SEE. Eine grossartige,<br />

unaufdringlich in die Landschaft eingebettete Architektur, auf einer Fläche von ca. 6.000 Quadratmetern. Mit<br />

gutdurchdachter Bepflanzung – parkähnlich mit einem kleinen Bach und viel Grün und Platz – direkt am Ufer des<br />

Mondsee.<br />

Ruhelage mit grossartigem Blick auf den See. Hauseigener Badeplatz mit Steg (Boje möglich!)<br />

Wohnfläche: ca. 155qm, Terrassenfläche: ca. 65qm, Gartenfläche: ca. 120qm<br />

Hobbyraum/Wellness: ca. 30qm, Tiefgaragenplätze: 2<br />

Wenn wir Sie für unser EXKLUSIVES Apartment direkt am Mondsee begeistern konnten, und Sie mehr darüber<br />

erfahren möchten, dann rufen Sie uns doch einfach an oder schreiben ein Mail. Wir freuen uns darauf.<br />

SELINA IMMOBILIEN & PROJEKTENTWICKLUNG GMBH<br />

+43 6232 63600 andrea.saller@selina-immobilien.at


esidences / ALTERNATIVE ENERGIEQUELLEN<br />

HÄUSER MIT RICHTIG<br />

GUTER ENERGIE<br />

Fossile Brennstoffe haben ein Ablaufdatum. Ab 2040 wird der Einsatz von Gas<br />

und Öl in der EU verboten sein. Wir haben uns schon jetzt nach Alternativen<br />

der Energieproduktion umgesehen und eine Tour de Force zu den innovativsten<br />

Leuchtturmprojekten unternommen. TEXT WOJCIECH CZAJA<br />

Denkwerkstätte, Hittisau<br />

Gestern Kuh- und Schweinestall, heute Hightech-Fabrik<br />

mit innovativem Energiekonzept. Der Strom aus der<br />

Photovoltaikanlage am Dach fließt direkt in die Produktion<br />

der LED-Leuchten. Zudem gibt es unter dem Parkplatz<br />

einen Eisspeicher, mit dem der Energieverbrauch<br />

des Gebäudes um rund 20 Prozent reduziert werden<br />

kann. georgbechterlicht.at, bechter.eu, 740.at<br />

Foto: Kurt Hoerbst<br />

152 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


7 / 22 <strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

153


esidences / ALTERNATIVE ENERGIEQUELLEN<br />

Solarer Trick<br />

An der Südseite der Denkwerkstätte<br />

befindet sich ein<br />

zwei geschoßiger Wintergarten,<br />

der nicht nur als Pausenraum,<br />

sondern auch als thermische<br />

Pufferzone dient.<br />

24 Kühe, 16 Kälber und zwölf Mutterschweine<br />

mit jeder Menge Ferkeln an<br />

den Zitzen: Das ist die Erinnerung an<br />

den ehemaligen, 1982 von seinem<br />

Vater errichteten Stall in Hittisau, Vorarlberg,<br />

in dem er sich nach der Schule einst täglich<br />

um die Tiere zu kümmern hatte. »Ich habe<br />

hier einen Teil meiner Kindheit verbracht«,<br />

sagt Architekt Georg Bechter. »Doch so sehr<br />

ich die Viecherln auch mochte, ich bin in<br />

keinster Weise nostalgisch veranlagt. Meine<br />

heutige Freude als Planender und Bauender<br />

beziehe ich lieber aus der Zukunftsvision.«<br />

In den letzten Jahren hat Bechter den Stall<br />

bis auf die tragende Holzkonstruktion demontiert<br />

und komplett umgebaut – zu einem<br />

Hybrid aus Büro, Labor, Schauraum und<br />

Lampenmanufaktur, in der er seine eigenen,<br />

von ihm entwickelten LED-Kugellämpchen<br />

produziert, für die er schon mit diversen<br />

Designpreisen ausgezeichnet wurde. Überaus<br />

innovativ ist auch das Energiekonzept, denn<br />

geheizt wird nachhaltig – mit einer Wärmepumpe,<br />

mit großflächiger Solarthermie an<br />

der Fassade sowie mit einer 33 Quadratmeter<br />

großen Photovoltaikanlage am Dach. An der<br />

Südseite der sogenannten Denkwerkstätte<br />

befindet sich ein zweigeschoßiger Wintergarten,<br />

der nicht nur ein kleines Pausencafé mit<br />

Bar und Gemeinschaftstisch beherbergt, sondern<br />

auch als thermische Pufferzone dient.<br />

Doch die größte Überraschung liegt an der<br />

Nordseite verborgen: Aus der ehemaligen<br />

Jauchegrube unter dem Parkplatz wurde ein<br />

Eisspeicher mit insgesamt 80 Kubikmetern<br />

Wasservolumen. Durch den jahreszeitbedingten<br />

Aggregatwechsel zwischen flüssig<br />

und eisförmig kann – wie bei Phase Change<br />

Materials – ein Vielfaches an Energie gespeichert<br />

werden. Quer durch den tonnenschweren<br />

Wasser- beziehungsweise Eisblock<br />

verlaufen 1.300 Laufmeter Entzugswärmetauscher,<br />

mit denen die Denkwerkstätte im<br />

»Wenn wir unseren Lebensraum<br />

erhalten wollen,<br />

werden wir unsere Lebensund<br />

Arbeitsbereiche und<br />

den Umgang mit Energie<br />

völlig neu denken müssen.«<br />

GERHARD RITTER Büro Bühel 740<br />

Sommer gekühlt und im Winter behaglich<br />

nach oben temperiert wird. Entwickelt wurde<br />

der Eisspeicher in Zusammenarbeit mit<br />

dem Energieinstitut Vorarlberg und dem<br />

Vorarlberger Haustechniker Gerhard Ritter<br />

vom technischen Büro Bühel 740.<br />

»Energie ist zu einem kostbaren Gut<br />

geworden«, sagt Ritter. »Wenn wir unseren<br />

Lebensraum erhalten wollen, werden wir<br />

unsere Lebens- und Arbeitsbereiche und den<br />

Umgang mit Energie völlig neu denken müssen.<br />

Gerade bei so einem radikalen Ansatz<br />

wie dem Eisspeicher müssen wir über den<br />

Fotos: Kurt Hoerbst, beigestellt<br />

154 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Sun Rock, Changhua, Taiwan<br />

Für den taiwanesischen Energieprovider Taipower<br />

entwickelt MVRDV dieses solare Kraftwerk, das<br />

rundum mit 4.000 Quadratmetern Photovoltaik<br />

verkleidet ist. Der Output beträgt rund eine Million<br />

Kilowattstunden pro Jahr. Im Inneren befinden sich<br />

Werkstätten und öffentliche Ausstellungsflächen.<br />

Geplante Fertigstellung: 2024. mvrdv.com,<br />

www.taipower.com.tw<br />

Tellerrand blicken. Zum Teil waren wir<br />

gezwungen, den rechtssicheren Raum zu<br />

verlassen. Nur so war die Errichtung des<br />

Eisspeichers möglich.« Das Risiko hat sich<br />

gelohnt: Allein dank dem Eisspeicher konnte<br />

der jährliche Energieverbrauch für das Produktionsgebäude<br />

um 4.000 Kilowattstunden<br />

reduziert werden. Das Projekt wurde mit<br />

dem österreichischen Staatspreis Architektur<br />

und Nachhaltigkeit 2021 ausgezeichnet.<br />

Dass die Zauberformel für nachhaltige<br />

Energie unter der Erdoberfläche verborgen<br />

liegt, kann auch der Wiener Architekt<br />

Johannes Zeininger bestätigen. Der von ihm<br />

geplante Smart-Block in Wien-Hernals ist<br />

Smart-Block Geblergasse, Wien<br />

Energiewende in der bestehenden gründerzeitlichen<br />

Stadt? Es geht! Der sogenannte „Smart-Block in<br />

Hernals ist Resultat eines Forschungsprojekts und<br />

versorgt den historischen Altbau mit geothermischer<br />

und solarthermischer Energie. Letztes Jahr wurde<br />

die innovative Sanierung mit dem österreichischen<br />

Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.<br />

zeininger.at, klimaaktiv.at<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

155


esidences / ALTERNATIVE ENERGIEQUELLEN<br />

Ortszentrum Stanz, Steiermark<br />

Die steirische Gemeinde Stanz denkt ihre Energieversorgung<br />

komplett um – mit einem ehrenamtlichen<br />

Taxisystem mit E-Cars, mit einem neu errichteten<br />

Biomasse-Heizkraftwerk sowie mit der Einführung<br />

von Energy-Tokens und einem eigenen E-kWh-Konto<br />

für jede:n Bürger:in. Das Projekt wird vom EU-Projekt<br />

Ecolise unterstützt. Im Bild: Passivholzwohnhaus<br />

im Ortszentrum von Nussmüller Architekten.<br />

stanz.at, ecolise.eu, nussmueller.at<br />

insgesamt 18 Liegenschaften erstreckt.«<br />

Einige Haustechnikelemente sind so konzipiert<br />

und dimensioniert, dass sie in Zukunft<br />

wie ein Lego-System schrittweise erweitert<br />

werden können. Zeininger: »Ich sehe dieses<br />

Projekt als Best-Practice-Beispiel, wie wir<br />

den gründerzeitlichen Baubestand in Wien<br />

fürs 21. Jahrhundert fit machen können,<br />

denn die Klimawende entscheidet sich in der<br />

bestehenden Stadt. Wir müssen dringend<br />

umdenken. Mit dem bisherigen Energiediktat<br />

von Gas und Öl wird es nicht gehen.«<br />

<<br />

><br />

Resultat eines jahrelangen Forschungsprojekts<br />

für den wohnfonds_wien sowie für<br />

den Klima- und Energiefonds, das sich mit<br />

der Frage beschäftigte, wie die gründerzeitliche<br />

Stadt klimafit gemacht werden kann.<br />

Unter dem Grundstück befinden sich<br />

18 Bohrungen, die 110 Meter in die Tiefe<br />

reichen und den gründerzeitlichen Bau im<br />

Winter mit Wärme versorgen. Im Sommer<br />

wiederum dient die geothermische Anlage<br />

als Erdspeicher, in dem bis zum Einbruch des<br />

kommenden Winters die Wärme aus den<br />

Solarkollektoren zwischengelagert werden<br />

kann.<br />

»Drei weitere Grundstückseigentümer<br />

überlegen bereits, sich dem Projekt anzuschließen«,<br />

erzählt der Architekt. »Unser<br />

mittelfristiges Ziel ist ein lokales Anergienetz,<br />

das sich über den gesamten Häuserblock mit<br />

Dutch Windwheel, Rotterdam<br />

Was wäre Holland ohne seine Windräder! Doepel Strijkers<br />

Architects planen nun ein völlig neu gedachtes Windrad<br />

mit 174 Meter Höhe: Im Gebäudeloch wird ein elektrisches<br />

Feld aufgebaut und mit Wasserdampf besprüht. Die positiv<br />

aufgeladen Moleküle werden vom Wind verdrängt und<br />

hinterlassen im System eine negative Spannung, die direkt<br />

ins Netz gespeist werden kann. dutchwindwheel.com,<br />

doepelstrijkers.com<br />

Fotos: Kurt hoerbst, beigestellt<br />

156 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


jpi.at<br />

WOHNEN<br />

ZWISCHEN<br />

STADT UND<br />

GRÜN.<br />

STOCK IM WEG<br />

1130 WIEN<br />

Exklusive Eigentumswohnungen,<br />

45 – 150 m 2<br />

Es grünt so grün in den 41 nach<br />

besonderen Nachhaltigkeits-Standards<br />

neu errichteten Wohnungen<br />

im Herzen von Hietzing.<br />

Das ist der perfekte Wohnsitz für alle,<br />

die das Pulsieren der Stadt und<br />

die Ruhe der Natur gleichsam lieben.<br />

Jetzt entdecken auf<br />

jpi.at/stock-im-weg<br />

office@jpi.at<br />

→ +43 1 596 60 20


esidences / HOTELS<br />

Volle Kraft voraus!<br />

Im Dezember eröffnet das Familienhotel<br />

Falkensteiner »Montafon«,<br />

ein Best-Practice-Beispiel, wenn es<br />

um erneuerbare Energie geht.<br />

falkensteiner.com<br />

Fotos: Falkensteiner Montafon Mountain Resort, Werner Streitfelder<br />

158 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Covid stoppte schlagartig das Hotelbusiness. Mutige<br />

Eigentümer:innen haben aber nicht w. o. gegeben,<br />

sondern in der Krise kräftig investiert und jetzt die richtigen<br />

Produkte parat. Die Assetklasse Hotels ist wieder sexy!<br />

TEXT HEIMO ROLLETT<br />

Die Lage könnte besser nicht sein. Im<br />

historischen Palais am Bauernmarkt 1,<br />

nur wenige Schritte vom Wiener<br />

Stephansdom entfernt, hat im April<br />

dieses Jahres ein buntes Gesamtkunstwerk<br />

eröffnet. Justament ein Hotel! Und das nach<br />

dieser Pandemie – wie passt denn das zusammen?<br />

»Wir glauben an die Hotellerie, vor allem<br />

an Boutiquehäuser mit einzigartigen Konzepten«,<br />

bestätigt Martin Lenikus, Eigentümer<br />

und Entwickler des »The Leo Grand«. Gespart<br />

hat man hier nicht, weder mit Ideen noch an<br />

Qualität. Sämtliche Möbel wurden selbst entworfen,<br />

die Muster für Tapeten und Teppiche<br />

ebenso. Alles referenziert irgendwie auf Kaiser<br />

Leopold I. und auf die schrill-opulent barocke<br />

Zeit damals. Das Betthaupt zitiert beispielsweise<br />

die Habsburgerlippe, am Teppich liegt<br />

uns »Leos« Erzfeind Ludwig XIV. zu Füßen.<br />

So geht es dahin durch das ganze Haus, eine<br />

Entdeckungsreise, die das Historische mit<br />

einem Augenzwinkern zwanglos in die Jetztzeit<br />

holt. Die Dots-Gruppe führt diese Idee im<br />

Restaurant und in der Bar konsequent weiter,<br />

der Schanigarten steht auf der von Lenikus<br />

initiierten und großteils auch bezahlten Begegnungs-<br />

und Fußgängerzone rund um das Haus.<br />

EIN ORDENTLICHES STATT DREI GARNI<br />

»Trotz der Phase des Umbruchs, der 2020<br />

durch die Pandemie ausgelöst wurde, hat sich<br />

die Assetklasse Hotel sehr gut erholt«, meint<br />

Markus Arnold, dessen Unternehmen kürzlich<br />

sogar eine eigene Hospitality-Abteilung zur<br />

Vermittlung von Hotelinvestments gegründet<br />

hat. Auffällig ist dennoch, dass die Häuser viel<br />

genauer an die Zielgruppen angepasst werden.<br />

Während sich das »Leo Grand« im absoluten<br />

Premiumbereich bewegt, spricht eine andere<br />

Neueröffnung hippe Individualtourist:innen<br />

><br />

»The Leo Grand«<br />

Das wohl mutigste Hotel Wiens – hier werden<br />

Kontraste gefeiert, Historisches trifft auf moderne<br />

Kunst, Luxus auf Lässigkeit. Die Muster und Möbel<br />

wurden von Gabriele Lenikus selbst entworfen.<br />

theleogrand.com<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

159


esidences / HOTELS<br />

»Gilbert«<br />

BWM Architekten gestalteten<br />

das Interieur des »Gilbert«<br />

und schufen an der Stelle des<br />

alten Hotels garni ein junges,<br />

urbanes Ambiente.<br />

hotel-gilbert.at<br />

Living-Apartments. 120 Millionen Euro nimmt<br />

Falkensteiner dafür in die Hand. Dass Hotels<br />

bei Investor:innen – auch bei privaten – beliebt<br />

sind, merkt der Konzern übrigens anhand<br />

seines Crowdinvesting-Engagements. In<br />

mittlerweile acht Durchgängen wurden rund<br />

2,3 Mil lionen Euro als ergänzende Finanzierung<br />

aufgestellt. Auch nicht schlecht: Rund<br />

zwei Drittel der Anleger:innen wählen eine<br />

erlebbare Rendite in Form von Urlaubsgutscheinen<br />

(Rendite-Wert sechs bis 6,5 Prozent).<br />

MORE TO COME<br />

> »Trotz der Phase des Umbruchs,<br />

der 2020 durch die<br />

Pandemie ausgelöst wurde,<br />

hat sich die Assetklasse<br />

Hotel sehr gut erholt.«<br />

und Young Professionals an. Dabei hatte<br />

die Eigentümerfamilie des »Hotel Gilbert« vor<br />

gar nicht allzu langer Zeit noch drei Hotels.<br />

Zwei verkaufte sie noch vor dem Corona-<br />

Wahnsinn, wie der Besitzer Jörg Kleindienst-<br />

Giendl erzählt. Statt drei Hotels garnis gibt es<br />

nun ein flottes Haus mit 57 Zimmern hinter<br />

dem Wiener MuseumsQuartier, das alle<br />

Stückerl spielt. »Die Lage ist zu gut, um etwas<br />

anderes zu machen oder nur ein Budgethotel<br />

hinzustellen. Wir haben ein Produkt, das<br />

die anderen drei wettmachen muss«, so<br />

Kleindienst-Giendl.<br />

Während Konzerne wie UBM sofort auf die<br />

Stopptaste bei Hotels gedrückt haben, kam das<br />

für andere Player nicht in rage. Beispiel: die<br />

Falkensteiner-Gruppe. Durch ihre mit dem<br />

Auto erreichbaren Destinationen in der Pandemie<br />

ohnehin schon stark im Vorteil, macht sie<br />

ungetrübt weiter. Das neueste Projekt liegt am<br />

Gardasee und umfasst ein Fünf-Sterne-Hotel<br />

mit 95 Zimmern und 150 bis 180 Premium-<br />

»Le Fonti di Salò«<br />

Am Grundstück einer alten Mineral wasserfabrik in Salò,<br />

einer kleinen Stadt am westlichen Ufer des Gardasees,<br />

entwickelt die Falkensteiner Michaeler Tourism Group ein<br />

neues Megaprojekt. Die Eröffnung ist für 2025 vorgesehen.<br />

fmtg.com<br />

MARKUS ARNOLD CEO Arnold Investments<br />

Das große Hotelsterben ist also ausgeblieben.<br />

Im Gegenteil, die Investor:innen haben offensichtlich<br />

großen Appetit auf diese Immobilienart.<br />

Arnold: »2020 wurde bei Hotel investments<br />

noch ein Rückgang verzeichnet, der 2021 mit<br />

einer Verdoppelung des Marktvolumens<br />

weitgehend kompensiert wurde. Aller Wahrscheinlichkeit<br />

nach wird spätestens 2023 eine<br />

ähnlich gute Performance wie im starken Jahr<br />

2019 erwartet.« Martin Lenikus bestätigt, dass<br />

das »The Leo Grand« nicht das letzte Hotel<br />

seiner Gruppe sein wird. Ein paar Meter weiter,<br />

am Bauernmarkt 9, bastelt das Team schon<br />

wieder an einem neuen Konzept. <<br />

Fotos: Gregor Hofbauer, Falkensteiner Resorts<br />

160 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


ZENTRUMSNAH – ZUKUNFTSORIENTIERT – LEBENSWERT<br />

www.link-city.at<br />

Ein Projekt der


esidences / MICRO HOMES<br />

REDUCE<br />

TO THE MAX<br />

Lifestylig<br />

Mobil, reduziert, günstig: Lifestyles<br />

begünstigen den Trend, auf kleinstem Raum<br />

zu wohnen. Aus dem österreichischen<br />

Wohnwagon sind mittlerweile ganze<br />

Modulhäuser als Produkt entstanden.<br />

wohnwagon.at<br />

Fotos: © Wohnwagon<br />

162 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Alternative Wohnideen sind gefragt. Mikrowohnungen zählen<br />

zu den Antworten. Sinn machen sie allerdings nur, wenn die<br />

Konzepte gut durchdacht sind und es Zusatzangebote an<br />

Flächen und Services gibt. Viele Anbieter:innen konzentrieren<br />

sich daher auf eindeutige Zielgruppen. Gut so! TEXT HEIMO ROLLETT<br />

Drei wesentliche Gründe gibt es für<br />

den Trend des Micro Living. Erstens<br />

gibt es immer mehr Einpersonenhaushalte.<br />

Zweitens gibt man sich in<br />

einer Gesellschaft des Überflusses gerne mit<br />

dem Wesentlichen zufrieden. Ausmisten ist<br />

angesagt, teilen statt besitzen, weniger ist<br />

mehr. Der Wohnwagon ist eine Reaktion<br />

darauf – auch auf den weiteren Trend, mobil<br />

zu bleiben. Der dritte Punkt ist banal: Kleinere<br />

Flächen kosten weniger Miete.<br />

GÜNSTIGER, WENNGLEICH TEURER<br />

»Bei der Wohnungssuche sind in der Regel die<br />

monatliche Gesamtbelastung und der absolute<br />

Kaufpreis einer Wohnung die wichtigsten<br />

Kennzahlen, wobei sensible Schwellenwerte zu<br />

berücksichtigen sind«, weiß Karina Schunker,<br />

Geschäftsführerin von EHL Wohnen.<br />

Wohnungen mit kleineren Flächen sind damit<br />

in Summe leistbarer im Vergleich zu größeren<br />

Einheiten. Auf die Quadratmeterfläche kalkuliert,<br />

seien kleinere Apartments jedoch tendenziell<br />

teurer, was beispielsweise auf höhere<br />

Herstellungskosten zurückzuführen ist. Aber<br />

»Auf einer begrenzten<br />

Fläche mehr Wohneinheiten<br />

und damit weiteren benötigten<br />

Wohnraum zu schaffen,<br />

ist mit sozial-ökologischen<br />

Gedanken verbunden.«<br />

KARINA SCHUNKER EHL Wohnen<br />

auch, weil sie mehr können, was am Trend des<br />

Co-Livings deutlich wird. Hier wird überhaupt<br />

nur in kleinsten Zimmern oder Miniapartments<br />

gewohnt, gelebt wird in den Gemeinschaftsräumen<br />

und gearbeitet oftmals auch in<br />

den angeschlossenen – mitunter exklusiven –<br />

Co-Working-Flächen. »Was wir allgemein<br />

wahrgenommen haben, ist, dass Gemeinschaftsräume<br />

besonders durch eine jüngere<br />

Bewohnerschaft sehr geschätzt und genutzt<br />

werden. Allen voran eingerichtete Co-Working-Spaces<br />

mit Internet«, erzählt Schunker.<br />

Das ist auch die Gruppe jener, die als digitale<br />

Nomad:innen oder einfach nur als modern<br />

Arbeitende mal hier ein Projekt betreuen, dann<br />

mit einem anderen Team in einer anderen<br />

Stadt den nächsten Job erledigen. Da stört eine<br />

große Wohnung, um die man sich kümmern<br />

muss, nur. Marken wie Zoku bieten ein Zuhause<br />

auf Zeit, hochmoderne und entspannte<br />

Arbeitsplätze im selben Haus und eine richtig<br />

gut betreute Gemeinschaft. Die Community-<br />

Manager sind dabei Kumpels und Helfer:innen<br />

– selbst wenn es darum geht, vielleicht<br />

doch eine Wohnung in der Stadt zu finden.<br />

JUNG UND ALT<br />

Zwei weitere Gruppen bieten sich perfekt für<br />

das Leben auf wenig Raum an: Student:innen<br />

und Senior:innen. Erstere werden von mittlerweile<br />

vielen internationalen Anbieter:innen<br />

gelockt, zu einem meist stattlichen Pauschalpreis<br />

bekommen sie die Räume und die komplette<br />

Infrastruktur – also z. B. Internet,<br />

Reini gung, Fitnesscenter, Aktivitätsprogramm<br />

und (jetzt besonders spannend) die Betriebskosten.<br />

Ein 16 Quadratmeter großes Studio bei<br />

District Living im Wiener DC Tower 3 kostet<br />

da schon um die 800 Euro Miete pro Monat.<br />

Eine ähnlich gute Aussicht verspricht Youniq<br />

Living im TrIIIple. Nicht so hoch gebaut, dafür<br />

gleich neben der Wiener Wirtschaftsuni liegt<br />

das Milestone. Sie alle haben das gleiche<br />

Geschäftsmodell: Die Immobilien werden<br />

entwickelt und dann mit dem Konzept des<br />

studentischen Mikrowohnens an eine:n<br />

><br />

Natürlich<br />

Anders als die urbanen Konzepte zielt<br />

der Wohnwagon darauf ab, autark in der<br />

Natur zu wohnen, zu entschleunigen.<br />

In Zeiten von Remote Work geht das<br />

auch immer leichter. wohnwagon.at<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

163


esidences / MICRO HOMES<br />

International<br />

In Wien bespielt die Marke TSH ein<br />

von S+B entwickeltes Haus am Tabor.<br />

Hier wohnen Student:innen, Langzeitmieter:innen<br />

und Hotelgäste unter einem<br />

Dach und mit zahlreichen Extras. TSH<br />

betreibt 15 Häuser quer durch Europa.<br />

thestudenthotel.com<br />

Fotos: Sal Marston Photography, Alba Gine, www.ewout.tv, Manfred Sodia Photography<br />

><br />

Investor:in verkauft. Das klappt derzeit<br />

noch recht gut, der Berater Savills mahnt aber<br />

zur Vorsicht und führt die Digitalisierung der<br />

Lehre und die allgemeine Trendumkehr des<br />

Investmentzyklus ins Treffen.<br />

Demografisch abgesichert ist hingegen<br />

die Überalterung unserer Gesellschaft. Hier<br />

hinken wir in Österreich brutal hinterher,<br />

dabei eignen sich für Silver Ager Mikrowohnungen<br />

besonders gut. Schon jetzt fehlen<br />

80.000 betreute Wohneinheiten, bis 2030<br />

müssten 101.500 Wohnungen zum Bestand<br />

dazukommen, um den Bedarf zu decken,<br />

rechnet man bei Silver Living, einem Anbieter<br />

von frei finanziertem Senior:innenwohnen,<br />

vor. Dessen Konzept funktioniert ähnlich wie<br />

bei den Student:innen, nur halt auf die Oldies<br />

abgestimmt. Ein Markt von 17,2 Milliarden<br />

Euro – so hoch schätzt Silver Living die<br />

nötigen Investitionen. In den kommenden<br />

Jahren werde sich das Senior:innenwohnproblem<br />

durch die »Babyboomer-Generation«<br />

in der Gesellschaft weiter verschärfen.<br />

Digitalisiert<br />

Mikroapartments eignen sich auch hervorragend<br />

für touristische Vermietungen – das ist das<br />

Geschäftsmodell von numa. Wie beim »numa<br />

Wood« in Wien sind die betrieblichen Abläufe<br />

><br />

><br />

<<br />

weitgehend digitalisiert und automatisiert.<br />

numastays.com<br />

164 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Raffiniert<br />

Zoku bietet Expats und Co. ein Zuhause und eine<br />

Community. Das Interieur des Miniapartments ist<br />

clever durchdacht, die Stiege etwa lässt sich<br />

komplett versenken. Das schafft Platz.<br />

livezoku.com<br />

HABEN UND TEILEN<br />

»Auf einer begrenzten Fläche mehr Wohneinheiten<br />

und damit weiteren benötigten<br />

Wohnraum zu schaffen, ist mit sozial-ökologischen<br />

Gedanken verbunden«, erklärt<br />

Wohnexpertin Karina Schunker einen<br />

Vorteil der kleineren Einheiten. »Ein gut<br />

geschnittener Wohnungsgrundriss wird bei<br />

einer Mikrowohnung vorausgesetzt, damit<br />

sich die Bewohner:innen wohlfühlen und<br />

somit die kleinere Quadratmeterfläche gar<br />

nicht als solche wahrgenommen wird.«<br />

Zusätzliche Gemeinschaftsräume helfen<br />

ebenso, meint Schunker und verweist auf<br />

Projekte wie The Metropolitan und auf das<br />

Wohnquartier Am Park von der Sozialbau<br />

und der ARE, wo sogar quartiersübergreifende<br />

Gemeinschaftsflächen mit einem<br />

einheitlichen Buchungssystem entstanden<br />

sind. In genau solchen Systemen könnte<br />

auch die Zukunft von Wohnen allgemein<br />

liegen. Die wesentlichen Funktionen<br />

des Wohnens bleiben intim und zu Hause,<br />

Arbeitsräume, BBQ-Terrassen, Musikräume,<br />

Pools und Heimkinos werden<br />

geteilt. Das reduziert die Fläche, kann aber<br />

ein Maximum an Spaß bringen.<br />

<<br />

Intergiert<br />

670 Mikroapartments vermietet Youniq<br />

im Wiener TrIIIple Tower. Gemeinschaftsräume<br />

wie ein Kino, eine Disco, Chill-out-Lounge,<br />

Dachterrassen und Gemeinschaftsküche<br />

werten die kleine eigene Wohnfläche auf.<br />

youniq-living.com<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

165


esidences / SCHEIBLHOFER<br />

SEMINAR MIT<br />

Seminarräume sind oft dunkel und ungemütlich. Im burgenländischen<br />

Luxushotel »The Resort« ist das anders: Große Fenster sorgen für<br />

Tageslicht, weil das »motivierter und kreativer macht«, so der Hausherr<br />

Erich Scheiblhofer, der viel Herzblut in das Projekt gesteckt hat.<br />

INTERVIEW KARIN CERNY<br />

<strong>LIVING</strong> hat bereits erfolgreich berichtet:<br />

Der burgenländische Starwinzer Erich<br />

Scheiblhofer hat sich mit seinem Vier-<br />

Sterne-Superior-Hotel »The Resort«<br />

einen Lebenstraum erfüllt. 118 Zimmer liegen<br />

da inmitten von Weingärten, die bahnbrechende<br />

Architektur stammt von Arkan Zeytinoglu,<br />

der in seinen Bauten die Geometrie des Lichts<br />

erforscht. Das Herzstück der weitläufigen<br />

Hotel anlage ist ein Aufenthaltsbereich mit<br />

lebenden Bäumen und einem Glasdach, durch<br />

das Tageslicht scheint. Ein weiterer Blickfang<br />

sind das Natur-Zierbecken und ein Spa-Bereich<br />

mit 4.000 Quadratmetern inklusive einer<br />

groß zügigen Saunawelt. Aber nicht nur das:<br />

Für verwöhnte Manager sind die Seminarräume<br />

des »The Resort« ein wichtiger Grund, das<br />

moderne Hotel im Burgenland zu besuchen.<br />

Hier kann man ungestört Mitarbeitermeetings<br />

abhalten, zu Vorträgen laden und in weiterer<br />

Folge ein gemütliches Wochenende in geschmackvollem<br />

Ambiente und mit genussvoller<br />

Kulinarik verbringen. Wir haben den<br />

Neohotelier über die Vorteile und Besonderheiten<br />

seiner Seminarräume befragt.<br />

<strong>LIVING</strong> Wie wollten Sie sich von gängigen<br />

Seminarräumen abgrenzen?<br />

ERICH SCHEIBLHOFER Schon die Architektur<br />

sollte etwas anderes vermitteln. Bei vielen<br />

Seminarräumen hat man das Gefühl, in einer<br />

anonymen Halle zu sitzen. Unsere Räume sind<br />

nicht unnötig hoch, das verbessert nicht nur<br />

die Akustik, sondern auch die Stimmung. Man<br />

fühlt sich wohl in ihnen, sie erinnern an ein<br />

Wohnzimmer. Wir haben einen hochwertigen<br />

Holzboden, der viel vom Lärm schluckt. Auch<br />

die Lamellendecke sorgt für einen guten ><br />

Foto: beigestellt<br />

166 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


AUSSICHT<br />

Essen mit Stil<br />

Auch der Ballroom im<br />

»The Resort« setzt auf<br />

viel Tageslicht und<br />

jede Menge Platz.<br />

theresort.at<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

167


esidences / SCHEIBLHOFER<br />

Nah am Wasser<br />

Ein echter Hingucker ist das<br />

Natur-Zierbecken, dessen Anblick<br />

herrlich entspannend wirkt.<br />

><br />

Klang. Und vielleicht das Wichtigste: Wir<br />

verfügen über sehr viel Tageslicht. In jedem<br />

unserer Seminarräume gibt es eine Front aus<br />

Glas. Man schaut also direkt hinaus ins Grüne.<br />

Für mich war das von Anfang an ein großes<br />

Anliegen, denn bei Tageslicht ist man einfach<br />

motivierter und kreativer.<br />

burgenländisches Dorf angelehnt. Wir haben<br />

eine große Lobby, den sogenannten Anger, der<br />

einer Straße nachgebildet ist. Diese ist sehr gut<br />

unterteilt, es gehen verschiedene Abzweigungen<br />

weg. Weiter hinten ist das Convention-<br />

Center, vorne die Kulinarik, Bar und der<br />

Spa-Bereich. Im Convention-Center ist man<br />

also im Hotel, aber trotzdem separat.<br />

Als Hotelgast bekommt man die Seminare<br />

dadurch kaum mit.<br />

Sind Seminare auf bestimmte Tage fixiert?<br />

Im Moment entwickelt es sich so, dass Seminare<br />

vor allem von Montag bis Freitag stattfinden<br />

Wie viele Seminarräume gibt es im<br />

»The Resort«?<br />

Drei an der Zahl. Diese kann man zu einem<br />

großen Ballroom öffnen, auch um ihn für<br />

Hochzeiten, Cocktailempfänge, Geburtstage<br />

oder andere Feste zu nutzen. Insgesamt sind<br />

das dann circa 400 Quadratmeter, unterteilt<br />

hat jeder Seminarraum circa 130 Quadratmeter.<br />

Zusätzlich gibt es noch einen kleineren<br />

Raum, den wir die »Tafelrunde« nennen.<br />

Da haben zwölf Stühle um einen fixen Tisch<br />

Platz, den man als Büroraum nutzen kann.<br />

Oder für abgeschirmte Besprechungen der<br />

Generaldirektor:innen, die sich zurückziehen<br />

wollen.<br />

Wie gelingt es, dass sich Seminarteilnehmer:innen<br />

und Hotelgäste nicht<br />

in dieQuere kommen?<br />

Unser Hotel ist von der Architektur an ein<br />

Kuschelambiente<br />

Ein idealer Rückzugsort: In<br />

den Zimmern dominieren Holz<br />

und Designklassiker<br />

bei der Einrichtung.<br />

Fotos: Kataneva Photography, beigestellt<br />

168 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Gemütliche Atmosphäre<br />

Die Seminarräume haben<br />

hochwertige Holzböden und<br />

eine perfekte Akustik.<br />

Winzer mit Ambitionen<br />

Erich Scheiblhofer hat sich<br />

mit »The Resort« einen<br />

Lebenstraum erfüllt.<br />

und am Wochenende eher die Kulinarik und<br />

die Wellness im Zentrum stehen. Meist haben<br />

Seminare ohnehin einen strengen Ablauf: Da<br />

wird von neun bis 17 Uhr gearbeitet, und<br />

dann geht es erst in den Spa-Bereich. Da<br />

macht sich der Privatgast schon wieder fertig<br />

für das Abendessen. Es gibt also kaum Überschneidungen.<br />

Das ist eine gute Mischung.<br />

Welche Zusatzangebote gibt es für<br />

Seminargäste?<br />

Die Anfragen sind sehr individuell. Manchen<br />

ist eine Liveschaltung wichtig, andere setzen<br />

auf teambildende Outdoorerlebnisse. Wir<br />

haben einen Klettergarten, den man nutzen<br />

kann. Oder das Angebot, mit E-Bikes eine<br />

Tour in den Nationalpark Neusiedler See zu<br />

machen, um dort die Fauna und Flora zu<br />

erkunden. Ein Besuch der Brücke von Andau<br />

an der Grenze zu Ungarn gehört zu unserem<br />

Kulturprogramm. Viele machen noch eine<br />

Einkaufstour ins Outlet-Center Parndorf.<br />

PAUSCHAL INDIVIDUAL<br />

Infos über die Angebote an Seminarräumen<br />

im »The Resort«, die allerdings<br />

noch individuell variieren und<br />

ergänzt werden können.<br />

Eine Halbtagspauschale ist ab<br />

42 Euro pro Person zu haben, eine<br />

Ganztagspauschale ab 59 Euro pro<br />

Person. Die Pauschalen inklu dieren<br />

unter anderem: unlimitiert Kaffee<br />

und Tee, Mineralwasser und Säfte<br />

über den Zeitraum des Seminars,<br />

Drei-Gänge-Businesslunch in<br />

Buffetform, Vormittags- bzw.<br />

Nachmittagssnack.<br />

Es sind drei Seminarräume vorhanden,<br />

die auch zusammengelegt<br />

werden können. Der kombinierte<br />

Ballroom umfasst ca. 400 Quadratmeter<br />

und kann auch für Feste genutzt<br />

werden. Mit Galabestuhlung<br />

(max. 120 Personen), Kinobestuhlung<br />

(max. 120 Personen) und natürlich<br />

auch ohne Stühle, um ordentlich<br />

feiern zu können. Die Seminarräume<br />

»Shiraz«, »Cabernet« und »Merlot«<br />

haben ca. 130 Quadratmeter. Es gibt<br />

Kinobestuhlung (max. 50 Personen),<br />

Klassenzimmerbestuhlung (max.<br />

36 Personen), U-Tafel-Bestuhlung<br />

(max. 36 Personen), Blockbestuhlung<br />

(max. 36 Personen) oder<br />

Sesselkreis (max. 26 Personen). Der<br />

kleinere Seminarraum »Zweigelt« ist<br />

25 Quadratmeter groß, mit Blockbestuhlung<br />

(max. zwölf Personen).<br />

theresort.at<br />

Wie stark wird auf individuelle Wünsche<br />

eingegangen?<br />

Jedes Seminar ist anders, es wird bei uns<br />

maßgeschneidert. Ich denke auch, das ist<br />

die Zukunft. Es wird kein Standardangebot<br />

mehr geben, sondern Seminare müssen<br />

verstärkt auf die speziellen Wünsche<br />

zugeschnitten werden.<br />

Wie sieht es mit der technischen Ausstattung aus?<br />

Als Neubau haben wir einen großen Vorteil,<br />

weil wir am neuesten Stand in Sachen Technik<br />

sind. Nicht nur, was Lüftung und Licht angeht,<br />

sondern auch bei unserer Medienausstattung.<br />

Wir haben 85-Zoll-Flip-TVs, die interaktiv<br />

genutzt werden können. Genauso läuft aber<br />

auch jede PowerPoint-Präsentation darauf.<br />

Eine Bose-Soundanlage in allen Räumen,<br />

Blackout-Vorhänge und ausreichend Stromanschlüsse<br />

für Laptops. Herausragend ist<br />

unsere LED-Wall mit zehn Metern Durchmesser<br />

und minimalem Pixelabstand von<br />

1,6 Millimetern. So etwas findet man nicht so<br />

häufig in Hotels.<br />

<<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

169


esidences / SERVICIERTE APARTMENTS<br />

Wo sind die Zeiten, in denen der Portier beim Betreten des Hauses<br />

den Hut gezogen und das Stubenmädchen picobello aufgeräumt hat,<br />

während man im Kaffeehaus war? Sie sind wieder da! Serviciertes<br />

Wohnen erleichtert den Alltag, sorgt für Kommunikation und schafft<br />

darüber hinaus Sicherheit. TEXT HEIMO ROLLETT<br />

Foto: MW-Architekturfotografie-<br />

170 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Zeitgemäß<br />

Guter Grundriss, Toplage – zu<br />

modernem Luxuswohnen wie im<br />

»The Masterpiece« gehört aber<br />

mehr, etwa ein Conciergeservice,<br />

der einem Alltagssorgen abnimmt.<br />

3si.at<br />

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<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

171


esidences / SERVICIERTE APARTMENTS<br />

Wer eine Wohnung in den »Park<br />

Suites« im Wiener Cottage-Viertel<br />

zwischen Türkenschanzpark<br />

und Pötzleinsdorfer Schlosspark<br />

kauft, der hat bald einige Alltagssorgen<br />

weniger. Ein 24/7-Concierge sorgt dafür. Er<br />

holt die Wäsche aus der Reinigung, erledigt<br />

Einkäufe und organisiert frische Blumen.<br />

So lässt es sich leben! Ähnlich angenehm<br />

werden es die Bewohner:innen vom Projekt<br />

»Grünblick« im Wiener Viertel Zwei haben –<br />

es wird im Sommer 2025 fertiggestellt werden<br />

und setzt wie viele andere Immobilien im<br />

gehobenen Segment auf Zusatzservices in<br />

Form von Dienstleistungen und Amenities.<br />

HALLO, DIENSTMANN!<br />

Am beliebtesten ist wohl der Doorman, wie<br />

man ihn aus Nobelhäusern in New York<br />

kennt. Er ist Concierge, Rezeptionist, Sicherheitsmann<br />

und helfende Hand in einer Person<br />

– so beschreibt es das Projekt »Kayser«,<br />

das von ARE und JP entwickelte Haus mit<br />

Eigentumswohnungen am Wiener Franz-<br />

Josefs- Kai. Hier gibt es sogar wie im Hotel eine<br />

großzügige Lounge, was die Kommunikation<br />

unter den Bewohner:innen fördert – zusätzlich<br />

zum netten Dienstmann am Eingang.<br />

Die Spielformen des servicierten Wohnens<br />

sind mannigfaltig. Sie reichen von anonymen<br />

technologischen Lösungen bis zu Conciergediensten<br />

auf Fünf-Sterne-Hotel-Niveau. Kurze<br />

Serviceliste gefällig? Okay: Reinigung der<br />

Wohnung, Wäscheservice, Bügelservice,<br />

Organisation und Koordination von Fitnesstrainer:innen<br />

und Handwerker:innen und<br />

selbstverständlich das Entgegennehmen von<br />

Paketen, Botendienste, Taxiorganisation,<br />

Schlüsseldienst, Urlaubsservices, Betreuung<br />

von öffentlichen Flächen wie Partyraum,<br />

Community-Küchen, Weinkellern, Fitnessund<br />

Spa-Bereichen, Gartenpflege, Gassigehen,<br />

Einkaufen, Blumenservices, Kinderbetreuung,<br />

Frühstücksservice, Car-Management und,<br />

und, und. Manches wird selbst gemacht,<br />

anderes wird ausgelagert – jedenfalls haben<br />

die Bewohner:innen immer eine einzige<br />

Ansprechperson, die sich um alles kümmert.<br />

SYNERGIEN IN DER BETREUUNG<br />

Wer steckt aber eigentlich hinter diesen<br />

Services? Meist sind es Hausbetreuungen<br />

Komfortabler Alltag<br />

Frische Blumen? Einkäufe erledigen?<br />

Wäsche holen? In den »Park Suites« im<br />

Wiener Cottage-Viertel gibt es dafür<br />

ein 24/7-Service.<br />

park-suites.at<br />

und Facility-Management-Firmen, die diese<br />

Dienste als modulare Pakete anbieten, es<br />

haben sich aber auch schon eigene Agenturen<br />

auf das Service spezialisiert. Seit 2016 bietet<br />

William Premium Services Eigentümer:innen<br />

und Immobiliendeveloper:innen verschiedene<br />

Betriebs- und Conciergemodelle in Wien an.<br />

Praktisch dabei: Ein Doorman kann auch<br />

gleich diverse andere Aufgaben im Haus<br />

übernehmen, für die man extra Fachleute<br />

beauftragen müsste und die dafür immer wieder<br />

extra anfahren müssten. Aufzugskontrolle,<br />

Leuchtmittel auf den Allgemeinflächen überprüfen,<br />

Poolbetreuung etc. – für manche Dinge<br />

ist freilich eine Zusatzqualifikation nötig,<br />

professionelle Anbieter:innen haben dafür<br />

aber das entsprechend geschulte Personal.<br />

Ja, das kostet. Meist wird der Service über<br />

die Betriebskosten abgerechnet, je größer das<br />

Haus, desto besser verteilt sich die Zusatzbelastung,<br />

etwa wie im Turm II des TrIIIple,<br />

wo es 260 Wohnungen gibt – ihnen stehen ein<br />

Concierge, ein Rooftop-Pool, Spielplätze,<br />

Fotos: © Park Suites, © Werdertor, © Kayser<br />

172 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Facilities Ein Gemeinschaftspool,<br />

ein Kinderbecken und ein Spa-Bereich<br />

in einem Haus mitten im ersten<br />

Wiener Bezirk? Auch das sind<br />

noble Extraservices.<br />

amwerdertor.at<br />

Barbecue-Lounge, ein Salon mit Bibliothek<br />

und eine Eventküche zur Verfügung. Aber<br />

nicht überall geht es sich aus, dass ein Vollzeitbutler<br />

alle Wünsche erfüllt. In den letzten<br />

Jahren sind daher Hybridvarianten entstanden.<br />

Weil für manches reicht eine WhatsApp-<br />

Nachricht an den virtuellen Concierge, da<br />

muss ja keiner tagein, tagaus den Grüß-Gott-<br />

Kasper machen. William bietet einen mobilen<br />

Conciergedienst an, der regelmäßig in die<br />

Immobilie kommt, werterhaltende Facility-<br />

Aufgaben durchführt und halt nur an z. B. zwei<br />

Tagen in der Woche die Wäsche mitnimmt<br />

oder das Apartment reinigt. Eine Kombination<br />

aus Doorman und App findet sich beim<br />

erwähnten »Kayser«: Der beschriebene Concierge<br />

stellt die menschliche Komponente dar,<br />

die App namens »puck« die technologische.<br />

Sie ist quasi ein digitales Tool für die Hausverwaltung,<br />

Schäden lassen sich eingeben (und<br />

fotografieren), Räume können digital gebucht<br />

werden, Infos schnell und ortsunabhängig an<br />

die Bewohner:innen geschickt werden.<br />

NICHT NUR DIENSTLEISTUNGEN<br />

Real und digital<br />

Im »Kayser« setzt man auf einen<br />

Concierge für die persönliche Ansprache.<br />

Banale Dinge kann man auch über die<br />

moderne Hausverwaltungs-App<br />

namens »puck« erledigen.<br />

kayser.wien<br />

Nicht immer müssen Dienstleistungen im<br />

Vordergrund stehen – die Luxuswohnungen<br />

»Am Werdertor« verfügen fast selbstverständlich<br />

auch über einen Doorman, aber<br />

auch über einen großen Indoorpool, einen<br />

Kinderpool und ein ansehnliches Spa. Auch<br />

das sind Puzzlesteine des servicierten Wohnens,<br />

die vor allem mitten in der Wiener<br />

Innenstadt nicht selbstverständlich sind.<br />

Nahe liegt es, dass auch Hotels in diesen<br />

Dienstleistungen top sind. Vor rund zehn<br />

Jahren haben daher Immobilienentwickler:innen<br />

und Hotelmarken damit begonnen,<br />

unter den Namen bekannter Hospitality-<br />

Brands Wohneinheiten zu bauen und diese<br />

mit der Infrastruktur des angrenzenden<br />

Hotels upzugraden. Das Palais Hansen mit<br />

dem »Kempinski« ist ein Beispiel, das<br />

» Mandarin Oriental« plant Ähnliches in der<br />

Wiener Riemergasse.<br />

<<br />

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<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

173


esidences / WOHNEN UND ARBEITEN<br />

Fotos: © ÖSW Music Box_Manfred Seidl<br />

174 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


VOM WOHN­<br />

ZIMMER IN DIE<br />

WERKSTATT<br />

Immer mehr Wohnbauträger erkennen die Not monoton<br />

geplanter Quartiere und entwickeln daher hybride Projekte,<br />

die Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Kultur auf einem Grund -<br />

stück vereinen. Hier ein Überblick über die spannendsten<br />

Wohn-Arbeits-Kombinationen. TEXT WOJCIECH CZAJA<br />

Zwei riesige dreigeschoßige Löcher<br />

klaffen in der Fassade, eines rot und<br />

eines hellblau, aus der Ferne ertönen<br />

Menschenstimmen, Reden, Lachen,<br />

Widerhall, und je näher man kommt, desto<br />

wohler scheint sich der Klang auszubreiten,<br />

ganz so, als würden die hier Wohnenden den<br />

Resonanzkörper des umliegenden Hauses in<br />

Schwingung versetzen. Kein Wunder, handelt<br />

es sich doch beim sogenannten Quartiershaus<br />

im neuen Sonnwendviertel um Wiens erste<br />

»Music Box«. Das ungewöhnliche Gebäude<br />

dient nicht nur dem Wohnen, sondern umfasst<br />

auch diverse Wohn- und Arbeitsräume<br />

für musikaffine Leute.<br />

»Im Gegensatz zu einem klassischen Bauträgerwettbewerb<br />

wurde dieses Projekt in einem<br />

mehrstufigen dialogischen Verfahren entwickelt«,<br />

erklärt Architekt Heribert Wolfmayr,<br />

Partner im Wiener Architekturbüro heri &<br />

salli, die Genese der musikalischen Wohnkiste.<br />

»Wir haben uns damals gemeinsam<br />

angeschaut, was Wien auszeichnet und woran<br />

es in dieser Stadt mangelt. Und es hat sich ><br />

Music Box, Sonnwendviertel<br />

Die musikalische Wohnkiste in der Bloch-Bauer-Promenade 19<br />

umfasst 161 servicierte, möblierte Apartments zwischen 25 und<br />

54 Quadratmetern Wohnfläche. Je nach Größe und Ausstattungskategorie<br />

beträgt die Miete zwischen 760 und 1.400 Euro, die<br />

Mietdauer liegt zwischen zwei Monaten und zwei Jahren. In den<br />

Untergeschoßen der »Music Box« liegen Tanz- und Veranstaltungsräume<br />

sowie ein paar Musikproberäume, die allerdings noch<br />

auf eine:n gewerbliche:n Betreiber:in warten. Anmietung über<br />

room4rent. room4rent.at, heriundsalli.com, iba-wien.at<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

175


esidences / WOHNEN UND ARBEITEN<br />

><br />

herausgestellt, dass ausgerechnet diese<br />

weltbekannte Musikstadt in sämtlichen<br />

Bezirken über zu wenig professionell<br />

betriebene und hochwertig ausgestattete<br />

Musikproberäume verfügt. Vielen<br />

Musiker:innen fehlt die nötige Infrastruktur,<br />

und daher müssen sie sich in den Kellern<br />

ihrer Wohnhäuser oft notdürftig eine kleine<br />

Kammer einrichten. Dieses Defizit wollten<br />

wir beheben.«<br />

Das Resultat ist eine zehngeschoßige Box<br />

mit Concierge-Dienst und 161 Serviced<br />

Apartments in unterschiedlichen Größen<br />

und Ausstattungskategorien zwischen 25<br />

und 54 Quadratmetern. Alle Wohneinheiten<br />

sind teil- bis voll möbliert, in die meisten<br />

Apartments kann man mit Koffer einziehen<br />

und von der ersten Minute an wohnen. Zu<br />

den Extraleistungen zählen Sauna, Dampfbad<br />

und regelmäßige Apartmentreinigung.<br />

Die großen Resonanzlöcher, die die Architekt:innen<br />

als Stadtloggia bezeichnen, sowie<br />

die großen Roof Gardens am Dach sind<br />

öffentlich zugänglich.<br />

Doch die eigentliche Besonderheit liegt in<br />

der Tiefe verborgen: Im Untergeschoß sind<br />

diverse Tanz- und Veranstaltungsräume<br />

Die HausWirtschaft<br />

Geplant sind nicht nur 50 Wohneinheiten, sondern auch<br />

jede Menge Gewerbe: Auf einer Fläche von insgesamt<br />

3.500 Quadratmetern sollen hier bald Tonstudio, eine<br />

Gesundheitspraxis, diverse Kreativateliers und Co-<br />

Working-Spaces und sogar eine Tischlerei einziehen.<br />

Das Projekt von Bauträger EGW, einszueins architekten<br />

und realitylab knüpft damit an die Idee der durch mischten<br />

gründerzeitlichen Stadt an. Geplante Fertigstellung:<br />

Herbst 2023. diehauswirtschaft.at, einszueins.at,<br />

egw.at, realitylab.at<br />

untergebracht. Zudem befinden sich um den<br />

Vorplatz des Hauses ein paar Musikproberäume,<br />

die vom Rest des Gebäudes vollkommen<br />

schallentkoppelt sind. Das Angebot steht<br />

sowohl den Bewohner:innen des Hauses als<br />

auch externen Gästen zur Verfügung. Der<br />

Wermutstropfen: Aufgrund der Coronapandemie<br />

und der immer noch nicht ausbalancierten<br />

Gemengelage zwischen Kulturbetrieb<br />

und Wirtschaftlichkeit ist man noch auf der<br />

Suche nach professionellen Betreiber:innen,<br />

die das räumliche Angebot der Öffentlichkeit<br />

zugänglich machen.<br />

»Als ich in den 1990er-Jahren mit mehreren<br />

Bauträgern ein großes Wohnquartier in<br />

der Donaustadt entwickelt habe, gab es kaum<br />

eine Sensibilität für Nutzungen außerhalb des<br />

klassischen Wohnens«, sagt Kurt Hofstetter,<br />

Leiter und Koordinator der Internationalen<br />

Bauausstellung IBA Wien. »In der Zwischenzeit<br />

hat sich das dramatisch verändert. Wenn<br />

wir heute über Wohnen sprechen, dann meinen<br />

wir damit auch Arbeiten, Freizeit, Kultur,<br />

Mobilität, Infrastruktur, Nahversorgung und<br />

städtische Vernetzung mit der Nachbarschaft.<br />

Ein Projekt wie die ›Music Box‹ wäre damals<br />

undenkbar gewesen. Heute können wir uns<br />

Fotos: © Die Hauswirtschaft, © JAMJAM, © Kuku 23, Schreiner, Kastler – Büro f. Kommunikation GmbH/schreinerkastler.at<br />

176 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Wohnen & Gewerbehof, Seestadt Aspern<br />

In unmittelbarer Nähe zur U2-Station errichtet die Wirtschaftsagentur<br />

Wien in Zusammenarbeit mit den vier Bauträgern ARE,<br />

EGW, Schönere Zukunft und VWA Aphrodite einen Wohn- und<br />

Gewerbehof mit 270 Wohnungen und 7.500 Quadratmeter Platz<br />

für Handwerksbetriebe, produzierendes Gewerbe und produktionsnahe<br />

Dienstleistungsbetriebe. Anmietbare Gewerbeflächen<br />

in sämtlichen Größen – mit Ladehof, Schwerlastaufzug und<br />

Lagerräumlichkeiten. Kontakt über die Wirtschaftsagentur.<br />

wohnen-gewerbehof.at, wirtschaftsagentur.at<br />

an solchen Mixed-Use-Häusern ein Beispiel<br />

nehmen.« Mit Erfolg: Die »Music Box« ist<br />

eines der Wiener Showcase-Projekte, die im<br />

Rahmen der IBA <strong>2022</strong> noch bis Jahresende<br />

auf dem Areal des ehemaligen Nordwestbahnhofs<br />

zu sehen sind.<br />

Wohnen und Arbeiten unter einem<br />

Dach ist bei Weitem kein Einzelfall. In der<br />

Umkehrschleife des O-Wagens in der Bruno-<br />

Marek-Allee, Ecke Taborstraße, entsteht in<br />

den kommenden Jahren die sogenannte<br />

»HausWirtschaft«. Das Projekt, das der<br />

gemeinnützige Bauträger EGW in Zusammenarbeit<br />

mit einszueins architektur und<br />

dem realitylab realisiert, hat mit 50 Prozent<br />

einen beachtlich hohen Gewerbeanteil.<br />

Die 3.500 Quadratmeter Gewerbefläche<br />

><br />

Kuku 23, Wien-Liesing<br />

In der Gastgebgasse in Liesing befindet sich Wiens berühmteste<br />

Sargfabrik. Die Produktion der Holzpyjamas<br />

ist nun Geschichte, die Zukunft des Areals ist weitaus<br />

lebendiger geplant: Neben 240 Wohnungen der beiden<br />

Bauträger Heimbau und Siedlungs-Genossenschaft<br />

Altmannsdorf und Hetzendorf entsteht hier ein lebendiges<br />

Grätzel mit Kultur, Freizeit und Gastronomie. Absolutes<br />

Highlight sind die sogenannten Wohnateliers für Kreativschaffende.<br />

kuku23.at, heimbau.at, ah-wohnen.at<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

177


esidences / WOHNEN UND ARBEITEN<br />

Village im Dritten<br />

Für den Bauträger Austrian Real Estate (ARE) plant das Wiener<br />

Architekturbüro diesen gemischten Holzwohnbau für eine<br />

150-köpfige Baugruppe – mit Wohnen, Arbeiten und anmiet baren<br />

Wohn-Arbeits-Ateliers im Erdgeschoß. Die hybride Nutzung<br />

für Kreativschaffende und Klein gewerbetreibende soll das neue<br />

Stadtviertel in der Nähe der A23-Autobahnauffahrt beleben.<br />

Geplante Fertigstellung 2024. are.at, nonconform.at<br />

><br />

umfassen unter anderem Tischlerei, Zahnarzt,<br />

Tonstudio, Steuerberater, Co-Working-<br />

Spaces, Veranstaltungsräume sowie eine<br />

600 Quadratmeter große Gesundheitswerkstatt<br />

für Praktiker:innen und Therapeut:innen im<br />

physischen und psychischen Bereich.<br />

Die größte Schwierigkeit: Die gewerblichen<br />

Flächen im Erdgeschoß und in den ersten<br />

beiden Obergeschoßen verlangen nicht nur<br />

nach größeren und höheren Räumen,<br />

sondern auch nach einer Bündelung der<br />

Sanitärkerne. »Wie Sie sich vorstellen können,<br />

müssen wir hier zwischen Gewerbe- und<br />

Wohnbereich ganz schön viele Haustechnikschächte<br />

verziehen«, sagt Fritz Kittel,<br />

Geschäftsführer der EGW. »Das erzeugt einen<br />

gewissen Kostendruck, den wir bei einem<br />

klassischen Wohnprojekt nicht haben. Zudem<br />

müssen wir hier private und gewerbliche<br />

Mietrechtsformen miteinander kombinieren.<br />

Doch der Mehraufwand lohnt sich.«<br />

Nachdem im Zuge der Charta von Athen<br />

1933 viele Jahrzehnte lang Wohnen, Arbeiten<br />

und Freiheit strikt voneinander getrennt und<br />

zum Teil sogar auf eigene Stadtviertel verteilt<br />

wurden, scheinen wir heute wieder die Vorteile<br />

einer durchmischten Stadt wiederzuentdecken.<br />

Diese längst überfällige Entwicklung<br />

macht auch vor der Immobilienwirtschaft<br />

nicht halt, die ihr künftiges Portfolio – ob im<br />

gemein nützigen oder im freifinanzierten<br />

Bereich – nun völlig neu denken muss.<br />

<<br />

G’mischter Block, Wien-Favoriten<br />

Der sogenannte »G’mischte Block« ist Teil des Grätzelerneuerungsprogramms<br />

WieNeu+ der Stadt Wien, dessen Intention es ist,<br />

Stadtteile aufzuwerten und klimafit zu machen. Dazu gehört auch<br />

die Funktionsvermischung von Wohnen und Arbeiten. Das Avoris-<br />

Projekt im zehnten Bezirk umfasst neben 75 Mietwohnungen auch<br />

gewerbliche Einheiten im Ausmaß von 2.000 Quadratmetern,<br />

einen Bioladen, einen Veranstaltungsraum, einen Kindergarten und<br />

sogar eine anmietbare Showküche. avoris.at, t-hoch-n.com<br />

Fotos: © Nonconform, © Frame<br />

178 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


RAIFFEISEN IMMOBILIEN<br />

EXCLUSIVE<br />

HWB 118<br />

2753<br />

MARKT PIESTING<br />

Wohn-Loft mit Stil<br />

Stefan Schevcig +43 664 60 517 517 83<br />

Die ehem. Fabrikshallen der<br />

Hammerschmiede wurden zu einem<br />

exklusiven Wohn-Loft mit hohen Decken<br />

und großen Fenstern umgebaut.<br />

Im EG finden Sie ein Wohnzimmer,<br />

Gästezimmer, Bad mit Dusche, 3 Abstellräume<br />

und 1 große Halle. Im OG sind<br />

Schlafzimmer, Bad mit Wanne und<br />

einzigartiger Wohn-Essbereich.<br />

Außerdem befindet sich im Ostteil des<br />

Hauses eine 45 m² Einliegerwohnung.<br />

Ihnen steht ebenfalls ein großzügiger<br />

naturbelassener Garten zur Verfügung.<br />

KP 1.490.000 €<br />

340 m² Wohnfläche,<br />

6 Zimmer,<br />

425 m² Hallen<br />

(zB als Atelier oder Platz für Ihre<br />

Oldtimer-Sammlung nutzbar)<br />

HWB 81<br />

5700<br />

ZELL AM SEE<br />

Exklusives Landhaus<br />

Otto Pabinger, CMC, +43 664 6271761<br />

Die perfekte Mischung aus zentraler Lage und Naturverbundenheit stellt<br />

diese attraktive Immobilie im Herzen des Pinzgaus, Zell am See, dar.<br />

Das einladende Haus bietet die Möglichkeit, sowohl als liebevoll gepflegter<br />

Rückzugsort, als auch Familiendomizil mit genügend Platz genützt zu werden.<br />

KP 1.749.000 €<br />

Wfl. ca. 281 m²<br />

Hochwertige Ausstattung,<br />

Weinkeller<br />

raiffeisen-immobilien.at/exklusiv


THE PLACE TO BE<br />

Das exklusive Kitzbühel ist als Wohnsitz begehrter denn je. Auf dem heißen Immobilienmarkt<br />

überzeugt Karin Gornik mit Topobjekten, lokaler und globaler Expertise.<br />

Die Region Kitzbühel ist das Herz<br />

der Alpen und als Ganzjahresdestination<br />

für alle Generationen<br />

über die Jahre zum Dauerbrenner<br />

geworden. Speziell seit Beginn der Pandemie<br />

spürt man einen überaus starken Run<br />

auf die unterschiedlichsten Immobilien.<br />

Toplagen werden zu Höchstpreisen verkauft.<br />

Warum ist das so? Was macht die Region so<br />

attraktiv? Es dürfte der geniale Mix sein, der<br />

hier geboten wird. So mischen sich Einheimi­<br />

sche entspannt mit Resident:innen, die vermehrt<br />

ihren ständigen Wohnsitz nach Tirol<br />

verlagern. Das zwischendurch notwendige<br />

Homeoffice hat gezeigt, dass die andauernde<br />

Präsenz in manchen Branchen nicht erforderlich<br />

ist. Was gibt es Schöneres, als eine<br />

Urlaubs destination mit dem Alltag verbinden<br />

zu können! Für die daraus entstandene neue<br />

Lebensqualität bietet die Region Kitzbühel<br />

wohl die besten Voraussetzungen: kurze<br />

Wege zur Autobahn sowie zu den Flughäfen<br />

Salzburg, Innsbruck und München (wer gerne<br />

privat fliegt, darf propellergetrieben auch<br />

im benachbarten St. Johann landen), neueste<br />

Technologie in allen Haushalten, perfekte<br />

medizinische Versorgung, internationales<br />

Flair durch edle Boutiquen mit namhafter<br />

Designerware, eine große Bandbreite an<br />

Restaurants von beliebten Tiroler Schmankerln<br />

bis hin zur Haubenküche und eine<br />

lückenlose Nahversorgung durch heimische<br />

Qualitätsbetriebe. Nicht zu vergessen die<br />

VISUALISIERUNG: JAMIE MCGREGOR SMITH, FOTOS: MICHAEL WERLBERGER PHOTOGRAPHY<br />

180 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


»Mountain Estate«<br />

in Reithbei Kitzbühel.<br />

IMMOBILIEN KITZ<br />

»Fichtenhof« in Jochberg.<br />

»Chalet Moosberg«<br />

in Aurach.<br />

ewige Konstante der wunderschönen Natur<br />

und der umgebenden Berge, Sport zu jeder<br />

Jahreszeit und Erholung pur. Es gäbe noch<br />

viel mehr Gründe, um hier sesshaft zu werden,<br />

weiß Karin Gornik, seit 20 Jahren Maklerin<br />

aus Leidenschaft und selbst mal aus der<br />

Gegend um Wien nach Kitzbühel gezogen.<br />

Sie wirft als Schlagworte »sicheres Investment,<br />

Werthaltigkeit und gesunde Wertentwicklung«<br />

ein. Sie muss es wissen, ihre nachweislichen<br />

Erfolge geben ihr recht. Profunde<br />

Marktkenntnis, Kompetenz und Diskretion<br />

sowie ein stabiles Netzwerk über die Landesgrenzen<br />

hinaus sind die perfekte Basis für<br />

ihre Kontinuität am umkämpften Immobilienmarkt.<br />

Großen Wert legt sie persönlich<br />

auf ständige Weiterbildung. Ziel ist es, durch<br />

profunde Beratung maßgeschneiderte,<br />

sichere Lösungen zu erarbeiten – oftmals<br />

eine Herausforderung. Der hohe Prozentsatz<br />

an persönlichen Empfehlungen ihrer<br />

Kund:innen und Geschäftspartner:innen ist<br />

wohl der schönste Beweis, vieles richtig<br />

gemacht zu haben. Karin Gornik ist auf den<br />

dynamischen Markt also bestens vorbereitet,<br />

immer am Puls der Zeit und erkennt Trends<br />

sehr früh. Mit ein Grund mehr, warum<br />

Projektentwickler:innen sie vertrauensvoll<br />

bereits in der Planungsphase für deren<br />

exklusive Objekte einbinden. Für die staatlich<br />

geprüfte und konzessionierte Maklerin<br />

zugleich die intensivste Vorbereitung auf den<br />

Vertrieb der zukünftigen Objekte, für die es<br />

oftmals schon vorgemerkte Interessent:innen<br />

gibt. Das Portfolio von Gornik Immobilien<br />

wird mit urigen Bauernhäusern, Luxuschalets<br />

und Landhäusern, Apartments und<br />

Grundstücken bespielt, manche davon nur<br />

völlig diskret und ohne Werbung angeboten.<br />

Am besten nimmt man Kontakt auf,<br />

bespricht die persönlichen Anforderungen<br />

und genießt dann völlig entspannt das<br />

dezente Coaching bis hin zur Traumimmobilie<br />

in den Tiroler Bergen. Diese könnte auch das<br />

hier noch als Visualisierung gezeigte, grandiose<br />

»Mountain Estate« in Reith sein, das sich derzeit<br />

in der Bauphase befindet, oder der in jedem<br />

Winkel äußerst charmante »Fichtenhof«,<br />

der in traumhafter Aussichtslage von Jochberg<br />

schon bezugsfertig auf seine Bewohner:innen<br />

wartet, oder »Chalet Moosberg« mit eigenem<br />

Teich. Neugierig auf mehr?<br />

INFO<br />

Gornik Immobilien GmbH<br />

Aschbachfeld 5, 6370 Kitzbühel<br />

T: +43 5356 72160<br />

office@immobilien-kitz.com<br />

immobilien-kitz.com<br />

ADVERTORIAL<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

181


esidences / WALDVIERTEL<br />

Das Waldviertel war in gewisser Weise ein Geheimtipp<br />

bei den Zweitwohn sitzen. Seit März 2020 wird die Region<br />

aber stark nachgefragt. Zu Recht. TEXT WALTER SENK<br />

Foto: Ernst Weingartner/Weingartner-Foto/picturedesk.com<br />

182 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Bauernhöfe<br />

Im Waldviertel findet man<br />

nicht nur seine Ruhe und<br />

Natur, sondern auch noch<br />

die außergewöhnlichsten<br />

Immobilien in allen Größen.<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

183


esidences / WALDVIERTEL<br />

Ein Sommer wie damals« – kein Satz<br />

bringt wohl das Lebensgefühl im<br />

Waldviertel besser auf den Punkt.<br />

Das wussten in den 60er-/70er-Jahren<br />

schon einige Wiener:innen zu schätzen und<br />

suchten sich in der bäuerlichen Umgebung<br />

einen Zweitwohnsitz. Die – mittlerweile –<br />

alteingesessenen »Zuagroasten« haben damals<br />

Immobilien gekauft, für die sich keine<br />

Einheimischen interessierten. Alte Bauernhäuser,<br />

Fabriken, Mühlen, Villen aus der<br />

Jahrhundertwende, Handwerkshäuser, alte<br />

Ställe, was auch immer. Bei vielen dieser<br />

Immobilien benötigte man aufgrund ihres<br />

desolaten Zustands schon eine große Vision,<br />

was aus ihnen einmal werden könnte.<br />

EINE NEUE ZEIT<br />

»Der Wohnsitz im Waldviertel ist wieder<br />

modern«, so Christian Fröschl, Regionalleiter<br />

s REAL Waldviertel. »Der Mensch liebt die<br />

ländliche Gemütlichkeit, wo man eben die<br />

Ruhe im Vergleich zur städtischen Hektik<br />

genießen kann.« Außerdem hat sich seit der<br />

Pandemie der Alltag neu strukturiert –<br />

»Homeoffice ist hoch geschätzt, und wenn<br />

man nur zwei- bis dreimal ins Büro muss<br />

ist selbst ein Hauptwohnsitz im Waldviertel<br />

eine sinnvolle Alternative«, so Fröschl. Die<br />

Nachfrage im nördlichen Niederösterreich<br />

hat sich intensiviert, was mit dem grundsätzlichen<br />

Bedürfnis nach (Bewegungs-)Freiheit<br />

und Natur zu tun hat. Das Waldviertel kann<br />

dies alles bieten, wobei sich eines zu früher<br />

verändert hat. Josef Wallenberger, Experte<br />

für Standort- und Regionalentwicklung<br />

und Geschäftsführer der Wallenberger &<br />

Linhard Regionalberatung in Horn: »Die<br />

Provinz wird nicht mehr als provinziell<br />

wahrgenommen.«<br />

»Obwohl es doch einen<br />

starken Anstieg der Preise<br />

in den letzten Jahren erlebt<br />

hat, ist das Waldviertel noch<br />

günstig im Verhältnis zum<br />

Großteil Österreichs.«<br />

CHRISTIAN FRÖSCHL Regionalleiter<br />

s REAL Waldviertel<br />

STEIGENDE NACHFRAGE –<br />

STEIGENDE PREISE<br />

Für Naturliebhaber:innen<br />

Ein »Klassiker«, würde<br />

man sagen – und noch dazu<br />

wunderschön renoviert. Der<br />

Bauernhof bei Rappottenstein<br />

bietet Waldviertel pur.<br />

»Die Nachfrage nach Grundstücken und<br />

Wohnimmobilien ist ungebrochen gut«, erklärt<br />

Peter Weinberger, Geschäftsführer Raiffeisen<br />

Immobilien NÖ, Wien & Burgenland und<br />

Sprecher Raiffeisen Immobilien Österreich.<br />

Das spürt man auch bei den durchschnittlichen<br />

Quadratmeterpreisen. Bei den Einfamilienhäusern<br />

legten diese von 2020 auf 2021 um<br />

34 Prozent zu, von 1.914 auf 2.577 Euro. Eigentumswohnungen<br />

verteuerten sich im gleichen<br />

Zeitraum um 28 Prozent auf 2.335 Euro pro<br />

Quadratmeter. Peter Weinberger vergleicht:<br />

»Im Niederösterreich-Durchschnitt betrugen<br />

die Preissteigerungen bei Einfamilienhäusern<br />

nur zehn Prozent, bei Eigentumswohnungen<br />

sieben.« Der Anstieg hat sich – nach der<br />

Welle der letzten 24 Monate –zuletzt wieder<br />

beruhigt und liegt laut ImmoScout bei sechs<br />

Prozent vom ersten Halbjahr 2021 auf das<br />

erste Halbjahr <strong>2022</strong>.<br />

Fotos: Mauritius Images/Volker Preusser, sREAL.Immobilien, Raiffeisen Immobilien<br />

184 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Jahrhundertwende<br />

Das ehrwürdige Hotel<br />

»Blauensteiner« in Gars am<br />

Kamp war bei den Kurgästen<br />

sehr beliebt. Jetzt steht das<br />

Unikat zum Verkauf.<br />

sreal.at<br />

ERSCHWINGLICHE IMMOBILIEN<br />

Auch wenn die Preise in den vergangenen<br />

zwei Jahren auffällig nach oben gingen,<br />

so bleiben Liegenschaften weiterhin erschwinglich,<br />

was ein großer Pluspunkt für<br />

die Region ist. Christian Fröschl: »Obwohl<br />

wir einen starken Anstieg der Preise in den<br />

letzten Jahren erlebt haben, ist das Waldviertel<br />

noch günstig im Verhältnis zum<br />

Großteil Österreichs.« Das liegt auch daran,<br />

dass von einem extrem niedrigen Niveau<br />

ausgegangen wurde. Michael Mack, Geschäftsführer<br />

von IMMOcontract, vergleicht<br />

mit den Wiener Preisen: »Hier liegt der<br />

durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein<br />

Einfamilienhaus aktuell bei rund 6.027 Euro.«<br />

Ähnliche Unterschiede zeigen sich bei den<br />

Grundstücken: »In Mödling können Grundstücke<br />

Preise von bis zu 550 Euro pro Quadratmeter<br />

erzielen, während es in Gmünd nur<br />

45 Euro sind«, so Michael Mack. Eines sollte<br />

man aber bei den Durchschnittspreisen<br />

beachten, meint der Geschäftsführer von<br />

IMMOcontract: »Es kommt regional zu<br />

großen Unterschieden. Der Preis für ein<br />

Einfamilienhaus im Bezirk Horn ist immerhin<br />

um 80 Prozent teurer als ein Haus im<br />

Bezirk Gmünd.«<br />

EINE GROSSE COMMUNITY<br />

Der Glaube, dass man im Waldviertel allein<br />

irgendwo im Nirgendwo sitzt, stimmt nicht<br />

»Das Waldviertel wird<br />

teurer werden, weil die<br />

Nachfrage so hoch ist. Die<br />

Menschen wollen hierher.«<br />

PETER WEINBERGER Raiffeisen<br />

Immobilien Österreich<br />

Entspannung<br />

Das Naturstamm-Blockhaus<br />

ist das ideale Hideaway im<br />

Kamptal mit großzügigem<br />

Wohnzimmer, offenem<br />

Küchenbereich und zwei<br />

Terrassen.<br />

raiffeisen-immobilien.at<br />

und hat auch nie gestimmt. Von Gars bis<br />

Gmünd finden sich die »Zuagroasten«<br />

zusammen. Man kennt sich – oft schon über<br />

Jahrzehnte –, man trifft sich, man tauscht sich<br />

aus. Oftmals entstehen aus den Treffen im<br />

Waldviertel auch neue Freundschaften in<br />

Wien. Die Region verbindet. Aber nicht nur<br />

die Zugereisten untereinander – auch mit der<br />

heimischen Bevölkerung wird oftmals ein<br />

sehr enger Kontakt gepflegt. Eine Win-Win-<br />

Situation für beide Seiten, vor allem, weil viele<br />

Häuser, die dem Verfall preisgegeben wären,<br />

von den Menschen aus der Stadt gekauft und<br />

renoviert werden. Das belebt das Landschaftsbild.<br />

Peter Weinberger sieht in den Ortschaften<br />

großes Potenzial: »Viele Ortskerne liegen<br />

brach. Hier gibt es Flächen die – entsprechend<br />

gewidmet und adaptiert – auch für Wohnzwecke<br />

genützt werden könnten.« Das würde<br />

die Gemeinden beleben, brächte Arbeitsplätze<br />

und Steuereinnahmen. Gleichzeitig könnte aus<br />

Leerständen leistbarer Wohnraum geschaffen<br />

werden. Zu vergleichsweise günstigen Preisen<br />

und ganz ohne weitere Bodenversiegelung.<br />

Peter Weinberger, selbst gebürtiger<br />

Waldviertler, ist überzeugt: »Das Waldviertel<br />

wird auch zukünftig im Trend bleiben.« Egal<br />

ob als Haupt- oder als Zweitwohnsitz. Denn<br />

wer möchte nicht wieder »einen Sommer wie<br />

damals« erleben?<br />

<<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

185


my city<br />

BUENOS AIRES<br />

Sie wird oft als das Paris<br />

Lateinamerikas bezeichnet:<br />

die argentinische<br />

Hauptstadt Buenos<br />

Aires. Nicht zu Unrecht: Als<br />

die Stadt zum Ende des 19. Jahrhunderts<br />

und am Anfang des<br />

20. Jahrhunderts explosionsartig<br />

zu einer Metropole anwuchs,<br />

importierte man sich architektonische<br />

Stile vor allem aus<br />

Europa – und die Archi tekt:innen<br />

gleich mit. Nachdem die<br />

spanischen Kolonialherren ihre<br />

ersten Spuren hinterlassen hatten,<br />

war es nach der Unabhängigkeit<br />

1816 vor allem die gerade modische<br />

französische Spielart der<br />

Architektur, die sich hier in<br />

prachtvollen Bauten wie dem<br />

Teatro Colón oder dem Palacio<br />

Barolo manifestierte, aber auch<br />

im Torre Monumental (English<br />

Tower), 1910 ge stiftet von der<br />

britischen Regierung. Die dynamisch<br />

wachsende Stadt blieb<br />

nicht stehen, denn ein stetiger<br />

Strom von Zuwander:innen<br />

sorgte für kulturelle Bereicherung.<br />

Ein Beispiel dafür ist die<br />

argentinische Nationalbibliothek,<br />

ein fast surreal brutalistischer<br />

Turm aus Sichtbeton, entworfen<br />

1961 vom italo-argentinischen<br />

Architekten Clorindo Testa.<br />

Schneller Vor lauf ins 21. Jahrhundert:<br />

Auch der Designer,<br />

Künstler und Architekt Adam<br />

Nathaniel Furman, geboren<br />

1982, ist ein Kosmopolit, der<br />

neben japanischen Wurzeln<br />

auch argentinische hat und<br />

Buenos Aires von vielen inspirierenden<br />

Besuchen kennt – für<br />

ihn ist die Stadt ein globaler<br />

Fixpunkt. Er hat die stets überraschende<br />

kulturelle Mixtur<br />

Lateinamerikas nach London<br />

mitgenommen, um sie dort<br />

farbenfroh und manchmal<br />

provokativ euphorisch in neue<br />

Formen zu gießen.<br />

»Diese Stadt ist<br />

die pure Freude.«<br />

ADAM NATHANIEL FURMAN<br />

ist Architekt, Künstler und Designer<br />

mit argentinischen und japanischen<br />

Wurzeln und lebt in London. Seine<br />

Werke wurden mehrfach ausgestellt,<br />

er lehrt an mehreren Universitäten.<br />

<strong>2022</strong> erschien sein Buch »Queer<br />

Spaces« (mit Joshua Mardell).<br />

adamnathanielfurman.com<br />

LANDMARKS<br />

Palacio de Aguas<br />

Corrientes<br />

Carlos Nyströmer, 1877–94<br />

»Die ehemalige städtische<br />

Pumpstation ist eines der<br />

weltweit großartigsten Gebäude<br />

des 19. Jahrhunderts.<br />

Diese Sinfonie aus Keramik<br />

ist mit 300.000 Fliesen bedeckt,<br />

die extra aus London<br />

herbeigeschafft wurden.«<br />

Palacio Barolo<br />

Mario Palanti, 1919–23<br />

»Eines der seltsamsten und<br />

intensivsten Bauwerke der<br />

Welt. Ein so dunkles wie schönes<br />

Bürogebäude mit einem<br />

fantastisch prachtvollen<br />

öffentlichen Raum im Erdgeschoß.<br />

Ein Pflichtbesuch!«<br />

Eckhaus Corrientes/<br />

Libertad<br />

Luis Wells, 1979<br />

»Ich liebe es, bei Spaziergängen<br />

hier vorbeizugehen.<br />

Es ist eine Vision davon,<br />

wie Fassaden abstrakte<br />

Kunstwerke sein können,<br />

die die Passanten erfreuen.«<br />

Kraftwerke der Italo<br />

Argentina Company<br />

»Diese kleinen Meisterwerke<br />

italienischer Neogotik sind<br />

überall in Buenos Aires verstreut.<br />

Sie erzählen von einer<br />

Zeit, in der man selbst banale<br />

Infrastruktur einer sorgfältigen<br />

und prachtvollen Architektur<br />

würdig erachtete.«<br />

Fotos: Pietro Cattaneo, Diego Grandi/Shutterstock, Alejo Martin/Shutterstock, beigestellt<br />

186 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />

Auf der Suche nach dem totalen Wohnen<br />

Senka Nikolic, Leiterin Projektentwicklung beim<br />

gemeinnützigen Bauträger Schwarzatal,<br />

Ulrike Schartner, Architektin und Partnerin bei<br />

gaupenraub +/–, und Alexandra Spitzer, Partnerin<br />

im designkollektiv (v. l.).<br />

188 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Selber<br />

machen<br />

oder planen<br />

lassen<br />

Einerseits gibt es einen Trend<br />

zu Handwerk, do it yourself und<br />

Kreislaufwirtschaft. Andererseits<br />

werden die Planungsprozesse<br />

immer komplexer und verlangen<br />

nach professioneller Begleitung.<br />

Über den Spagat zwischen<br />

Selbstbau und Profiarbeit sprechen<br />

Architektin Ulrike Schartner,<br />

Interior-Designerin Alexandra Spitzer<br />

und Wohnbauträgerin Senka Nikolic.<br />

MODERATION UND TEXT WOJCIECH CZAJA<br />

FOTOS LUKAS ILGNER<br />

<strong>LIVING</strong> Selber machen: Worin sind<br />

Sie so richtig gut?<br />

SENKA NIKOLIC Ich habe einen<br />

grünen Daumen und liebe es,<br />

Pflanzen und Nutzpflanzen anzubauen.<br />

Ich habe im Burgenland einen kleinen<br />

Bioacker, den ich bewirtschafte.<br />

ULRIKE SCHARTNER Ich bin gut in textiler<br />

Fertigung. Ich häkle und stricke, und zwar<br />

am liebsten Teppiche aus alter Wolle und<br />

gebrauchten Textilien.<br />

ALEXANDRA SPITZER Ich habe ein Herz<br />

für Tiere. Unter anderem habe ich eine Kuh,<br />

die bei einem Biobauern eingestellt ist und mit<br />

der wir manchmal über die Almen wandern.<br />

Und was beherrschen Sie gar nicht? Wo sind<br />

Sie auf fremde Hilfe angewiesen?<br />

SCHARTNER Installateur- und Elektrikerarbeiten.<br />

NIKOLIC Computer und EDV.<br />

SPITZER Ich bin leider eine ziemlich<br />

schlechte Köchin.<br />

Bezogen auf das Bauen und Wohnen: Sind wir<br />

Österreicher:innen tendenziell selbstständige<br />

Häuslbauer:innen? Oder geben wir die<br />

Planung bereitwillig aus der Hand?<br />

NIKOLIC Wir sind schon eine ziemliche<br />

Häuslbauer-Nation! Und ein großer Teil der<br />

Einfamilienhäuser ist leider schlecht gebaut<br />

und weist eine geringe architektonische und<br />

baukulturelle Qualität auf. Die handwerkliche<br />

Qualität ist verloren gegangen, stattdessen<br />

sind wir sehr konsumorientiert und<br />

kaufen alles billig im Baumarkt ein.<br />

War das früher anders?<br />

SCHARTNER Vor 30 Jahren waren wir<br />

wirklich eine Häuslbauer-Nation. Wir ><br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

189


esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />

><br />

waren in der Lage, selbst Hand anzulegen<br />

und uns in die Errichtung eines Hauses einzubringen.<br />

Doch das, was wir heute vorfinden,<br />

hat nichts mehr mit Hausbau zu tun,<br />

sondern ist das Produkt von Baumarkt und<br />

Fertighausmarkt.<br />

NIKOLIC Ein Hausbau war früher ein<br />

Lebensprojekt, ein Ausdruck von Charakter<br />

und Persönlichkeit. Die Häuser wurden sehr<br />

hochwertig errichtet und auch eingerichtet,<br />

die Fenster, Türen, Möbel und Bodenoberflächen<br />

hatten Bestand für viele Jahrzehnte.<br />

Und es gab wirklich viele hoch spezialisierte<br />

Handwerker, die sich in so einen Hausbau<br />

Fokus auf Haftung und Langlebigkeit<br />

Wohnbauträgerin Senka Nikolic bezweifelt<br />

das Potenzial von Selbstbau. Statt Geld<br />

einzusparen, meint sie, verzichtet man<br />

eher auf Qualitätskontrolle und kauft sich<br />

langfristig sogar technische Probleme ein.<br />

eingebracht haben. Heute geht man in den<br />

Baumarkt und kauft schnell einen Laminatboden<br />

und eine Plastiktür für 120 Euro.<br />

SPITZER Auch im Interior-Bereich hinkt<br />

Österreich anderen Ländern leider weit<br />

hinterher. Umso erstaunlicher ist das angesichts<br />

der Tatsache, dass wir vor dem Zweiten<br />

Weltkrieg eine wirklich ausgeprägte Möbelund<br />

Handwerkskultur hatten! Ich sage nur:<br />

Wiener Werkstätte, Adolf Loos, Josef Frank,<br />

Margarete Schütte-Lihotzky. Und das<br />

Spannende ist: Wenn man sich alte Pläne<br />

anschaut, dann sieht man nur selten hochaufgelöste<br />

technische Details. Diese haben<br />

meist die Tischler, Schlosser und Tapezierer<br />

im Sinne des Gestalters selbstständig entwickelt.<br />

Das ist eine Expertise, die leider<br />

fast vollständig verschwunden ist.<br />

Woran liegt das?<br />

SPITZER Ich vermute, dass die Sensibilität<br />

für Möbelkultur und Innenarchitektur<br />

hierzulande in den Nachkriegsjahren zu<br />

einem großen Teil verloren gegangen ist –<br />

und sich die Branche seitdem nie wieder<br />

ganz erholt hat. Qualität und Langlebigkeit<br />

spielen leider meist eine untergeordnete<br />

Rolle. Die Hauptfaktoren sind: schnell, billig<br />

und verfügbar.<br />

NIKOLIC Der Vorteil aber ist: Früher konnten<br />

sich nur wenige Menschen ein Haus und<br />

eine schöne Einrichtung leisten. Heute ist das<br />

nicht nur der Oberschicht vorbehalten, sondern<br />

auch für die Mittelschicht zugänglich.<br />

Das Schnelle und Billige hat also auch zu<br />

einer gewissen Demokratisierung des<br />

Wohnens und zu einer sozial ausgeglichenen<br />

Landschaft geführt.<br />

SCHARTNER Beim Schnellen und Billigen<br />

muss ich eine Kritik anbringen. Wir können<br />

und dürfen uns den Pfusch heute nicht<br />

mehr leisten! Wir leben in einer Klimakrise,<br />

wir haben es mit Rohstoffengpässen und<br />

explodierenden Baustoffpreisen zu tun, und<br />

eigentlich ist es unsere Aufgabe, mit unseren<br />

Ressourcen sorgfältig umzugehen und<br />

Beständigkeit für viele, viele Jahrzehnte zu<br />

schaffen. Die Zeiten von Husch und Pfusch<br />

sind vorbei.<br />

Herz für soziale Gerechtigkeit<br />

Architektin Ulrike Schartner baut oft mit<br />

Obdachlosen und Freiwilligen. Dadurch wird<br />

die sonst teure Arbeitszeit zu einer billigen,<br />

manchmal sogar kostenlosen Ressource,<br />

mit der man viel Re-Use machen kann.<br />

Hat der Verlust des Handwerks, den Sie jetzt<br />

immer wieder angesprochen haben, auch mit<br />

der Ausbildung zu tun?<br />

SCHARTNER Das hat vor allem auch mit<br />

der Ausbildung zu tun! Damals gab es in der<br />

Schule Fächer wie technische und textile<br />

Werkerziehung, man hat Sägen, Bohren,<br />

Leimen, Töpfern, Nähen, Stricken und<br />

Weben gelernt. Heute lernt man das bestenfalls<br />

noch in der Theorie, kaum aber in der<br />

Praxis. Das merken wir vor allem bei unseren<br />

»Ein Hausbau war früher ein Lebensprojekt, ein Ausdruck<br />

der eigenen Persönlichkeit. Heute geht man in den<br />

Baumarkt und kauft eine Plastiktür für 120 Euro.«<br />

SENKA NIKOLIC Leiterin Projektentwicklung beim gemeinnützigen Bauträger Schwarzatal<br />

190 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


»Wir leben in einer Klima krise, wir müssen<br />

mit unseren Ressourcen sorgfältig umgehen.<br />

Die Zeiten von Husch und Pfusch sind vorbei.«<br />

ULRIKE SCHARTNER Architektin und Partnerin bei gaupenraub +/–<br />

jüngeren Bauherren. Sie sind selten bereit,<br />

Werkzeug in die Hand zu nehmen.<br />

SPITZER Früher gab es einen Masterlehrgang<br />

für Innenraumgestaltung an der Angewandten,<br />

heute gibt es im Osten Österreichs<br />

zwei relevante Ausbildungsstätten in diesem<br />

Bereich: die HTL Mödling und die New<br />

Design University (NDU) in St. Pölten, die<br />

seit ein paar Jahren sogar einen Masterabschluss<br />

anbietet.<br />

Das war jetzt die Analyse von der Vergangenheit<br />

bis zur Gegenwart. Wie geht es mit der<br />

Handwerks- und professionellen Planungskultur<br />

nun weiter?<br />

SPITZER Schön langsam merkt man, dass im<br />

privaten Wohnsektor das Interesse für professionelle<br />

Interior-Planung wieder steigt. Wir<br />

leben in einer Instagram-Welt, alle sehen die<br />

schönen Bilder in den sozialen Medien und<br />

wollen das auch haben – wissen aber nicht,<br />

wie. Allmählich lernen die Menschen, dass<br />

man diese Qualität als Planungsdienstleistung<br />

auch einkaufen kann.<br />

Was sind denn die häufigsten Wünsche und<br />

Vorstellungen, wenn jemand zu Ihnen kommt?<br />

SPITZER Im professionellen Objektbereich<br />

sind das klar definierte Aufgaben im Bereich<br />

Hotel, Retail und Gastronomie. Im Privatbereich<br />

sehnen sich die Kund:innen nach<br />

einem schönen, stimmigen Gesamtkonzept.<br />

Meist kommen sie mit Hunderten Mood-Bildern,<br />

die ihnen gefallen. Unsere Aufgabe ist<br />

es dann, aus der Flut die wichtigen und relevanten<br />

Leitbilder herauszufiltern. Themen,<br />

die man immer wieder findet, sind Bad,<br />

Küche, Schrankraum.<br />

Seit einigen Jahren ist in den Medien ein<br />

Do-it-yourself-Trend zu beobachten. Ist der<br />

Trend auch für Sie spürbar?<br />

SPITZER Im Social-Business-Bereich ist der<br />

Trend zum Selbermachen klar erkennbar, im<br />

kommerziellen Bereich ist das aber eher ein<br />

Nischenthema. Im Privatbereich sehen wir ein<br />

starkes Stadt-Land-Gefälle. Am Land helfen<br />

oft noch alle mit, da ist das Häuslbauen meist<br />

ein Familien- und Nachbarschaftsprojekt.<br />

SCHARTNER In unseren Projekten spielt<br />

DIY eine große Rolle. Und nachdem viele<br />

unserer Projekte im Social Business angesiedelt<br />

sind und wir immer wieder auch<br />

für Obdachloseneinrichtungen wie etwa<br />

VinziRast und VinziDorf arbeiten, drehen<br />

sich die klassischen Parameter von Architektur<br />

und Handwerk bei uns um: Material ist<br />

für uns etwas sehr Teures, aufgrund der<br />

Eigenleistung unserer Nutzer:innen und<br />

Auftraggeber:innen jedoch können wir auf<br />

günstige oder sogar kostenlose Arbeitskräfte<br />

zurückgreifen.<br />

»Im Interior-Bereich hinkt<br />

Österreich anderen Ländern<br />

leider weit hinterher. Und das,<br />

obwohl wir früher eine wirklich<br />

ausgeprägte Möbel- und<br />

Handwerkskultur hatten!«<br />

ALEXANDRA SPITZER Interior-Designerin<br />

und Partnerin im designkollektiv<br />

Wie wirkt sich diese Umdrehung auf die<br />

Architektur aus?<br />

SCHARTNER Wir bauen vor allem mit<br />

Spendenmaterialien und Recyclingprodukten.<br />

Mal finden wir alte, aber intakte Kastenfenster,<br />

mal bekommen wir Restbestände von Türen,<br />

Pflastersteinen und diversen Baumaterialien<br />

geschenkt. In einer sehr schönen, aber zeitintensiven<br />

Arbeit, die man sich am klassischen<br />

Handwerkermarkt niemals leisten könnte,<br />

werden die Sachen adaptiert und kombiniert.<br />

NIKOLIC Darum beneide ich Sie! Das können<br />

wir uns als gemeinnütziger Bauträger im<br />

Anspruch auf handwerkliche Qualität<br />

Interior-Designerin Alexandra Spitzer bedauert<br />

den Verlust der handwerklichen Kultur um<br />

1900. Doch allmählich, sagt sie, legen die<br />

Kund:innen wieder verstärkt Wert auf<br />

Handwerk – nicht zuletzt dank Instagram.<br />

Bereich des großvolumigen Wohnbaus leider<br />

nicht leisten. Aber manchmal gelingt es doch:<br />

In einer ehemaligen Arbeitersiedlung in<br />

Ternitz, die wir nun saniert haben, haben wir<br />

Studierende der TU Wien eingeladen, für uns<br />

Außenmöbel wie etwa Sitzbänke, Tische und<br />

Liegepodeste zu entwerfen und zu bauen.<br />

Und einige Bewohner:innen haben einfach<br />

mit Hand angelegt. Die Leute lieben diese<br />

Möbel. Das ist wirklich schön zu sehen.<br />

SCHARTNER Und nebenbei haben die<br />

Studierenden nicht irgendetwas Fiktives<br />

geplant, sondern haben ein reales Projekt<br />

geschaffen, von dem viele profitieren können.<br />

Das ist eine Win-Win-Situation für alle.<br />

Daher versuchen wir, in unseren Projekten<br />

immer wieder auch Schüler:innen, Lehrlinge<br />

und Studierende einzubeziehen.<br />

Welche Vorteile hat diese Arbeitsweise mit<br />

alten Produkten und Recyclingbaustoffen?<br />

SCHARTNER Alte Holzkastenfenster und alte<br />

Türen aus Vollholz sind oft hochwertiger ><br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

191


esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />

><br />

und langlebiger als billige Kunststofffenster<br />

oder Kartonwabentüren aus dem Baumarkt.<br />

Wo man altes Handwerk und Kulturgut<br />

erhalten kann, bitte unbedingt erhalten!<br />

Und welche Nachteile?<br />

SCHARTNER Wenn man so arbeitet, dann<br />

braucht man erstens viel Zeit, zweitens eine<br />

gute Kommunikation und drittens starke<br />

Nerven, denn es passieren immer wieder<br />

unvorhergesehene Dinge. Bauen ist ein Kräftedreieck<br />

mit den drei Größen Geld, Zeit und<br />

Qualität. In unseren sozialen Projekten muss<br />

man daher immer auf mindestens eines davon<br />

verzichten. Cheap and good won’t be fast!<br />

NIKOLIC Und auf Qualität will man am<br />

allerwenigsten verzichten, oder?<br />

SCHARTNER Auf Qualität soll man niemals<br />

verzichten!<br />

NIKOLIC Wir als gemeinnütziger Bauträger<br />

kommen hier so ziemlich in die Bredouille,<br />

wenn man sich dieses Kräftedreieck<br />

anschaut: Auf Qualität können wir nicht<br />

verzichten, Zeit ist für uns ein kostbares<br />

Gut, und die Geldmittel sind aufgrund der<br />

Fördergrenze beschränkt.<br />

Eine heikle Frage bei Selbstbau sind Haftung,<br />

Gewährleistung und die Abnahme durch den<br />

TÜV. Wie lösen Sie das Problem?<br />

SCHARTNER Bei unseren Projekten geht das<br />

nur, indem entweder der Bauherr oder wir<br />

auf die Gewährleistung verzichten und<br />

Eigenverantwortung übernehmen. Anders<br />

sind solche Projekte nicht realisierbar.<br />

NIKOLIC Im großvolumigen Wohnsegment<br />

ist das eine heikle Sache. Wir müssen uns<br />

gegen Risiko, Schaden und Dysfunktion<br />

absichern. Die Möbel in der Arbeitersiedlung<br />

in Ternitz haben nach einigen Korrekturen<br />

und Adaptierungen schließlich die nötige<br />

Genehmigung bekommen.<br />

Wie ist das bei Ihren Interior-Projekten?<br />

SPITZER Gerade Privatkund:innen wünschen<br />

sich in ihrem Einfamilienhaus oft<br />

besondere Lösungen, die nicht der Norm<br />

entsprechen oder bei denen die Firmen und<br />

Handwerker:innen keine Garantie oder<br />

Gewährleistungen übernehmen.<br />

DIE GESPRÄCHS-<br />

PARTNER:INNEN<br />

Und dann?<br />

SPITZER Wir sind leider gezwungen, uns bei<br />

solchen Sonderlösungen in Abstimmung mit<br />

den Bauherr:innen rechtlich abzusichern.<br />

Mittlerweile sind wir richtig gute Jurist:innen!<br />

Frau Nikolic, das Pariser Architekturbüro<br />

Lacaton & Vassal übergibt seine Wohnbauten in<br />

einer Art Edelrohbau – ohne Fliesen, ohne Wandfarbe,<br />

ohne Bodenbelag. Diese Arbeiten bringen<br />

die Mieter:innen mittels Selbstbau ein. Dafür können<br />

mit dem Budget größere Wohnflächen errichtet<br />

werden. Wäre so etwas auch für Sie denkbar?<br />

»Überlegen Sie sich gut, welche Komplexität und Problematik<br />

sich hinter den drei Buchstaben DIY verbirgt!«<br />

SENKA NIKOLIC Leiterin Projektentwicklung beim gemeinnützigen Bauträger Schwarzatal<br />

Senka Nikolic (55) studierte Architektur<br />

an der TU Sarajevo und arbeitete in<br />

diversen Architekturbüros sowie beim<br />

Bau träger ÖVW. Seit 2012 ist sie Leiterin<br />

Projektentwicklung und Technik beim<br />

gemeinnützigen Bauträger Schwarzatal.<br />

Erst unlängst wurde das Baugruppenhaus<br />

Gleis 21 mit dem New European Bauhaus<br />

Award <strong>2022</strong> ausgezeichnet. schwarzatal.at<br />

Alexandra Spitzer (54) studierte Architektur<br />

in Wien an der TU und Interior-Design<br />

an der NDU St. Pölten. 2014 gründete sie<br />

mit ihrem Partner Martin Ritt das Büro<br />

designkollektiv mit einem Schwerpunkt auf<br />

Interior-, Möbel- und Produktdesign. Zu ihren<br />

Auftraggebern zählen u. a. magdas, Caritas,<br />

Wombat’s Hostel sowie zahlreiche<br />

Privatbauherr:innen. designkollektiv.at<br />

Ulrike Schartner (56) absolvierte ein<br />

Kolleg für Innenausbau und Möbelbau<br />

und studierte Architektur in Wien und<br />

Stockholm. 1999 gründete sie gemeinsam<br />

mit Alexander Hagner das Architekturbüro<br />

gaupenraub +/–. Zu ihren Projekten zählen<br />

u. a. die Obdachlosenwohnheime der<br />

VinziRast und VinziDorf in Wien und<br />

Mayerling. Preis der Stadt Wien für<br />

Architektur 2020. gaupenraub.net<br />

»Im Social Business ist<br />

alles anders: Material ist<br />

für uns etwas sehr Teures,<br />

dafür aber können wir auf<br />

günstige und kostenlose<br />

Arbeitskräfte zurückgreifen.«<br />

ULRIKE SCHARTNER Architektin<br />

und Partnerin bei gaupenraub +/–<br />

NIKOLIC Ich kenne und liebe die Projekte von<br />

Lacaton & Vassal. Aber das sind ganz andere<br />

kulturelle und auch baurechtliche Schwierigkeiten.<br />

Ich finde die Idee reizvoll, aber für<br />

uns wäre die Umsetzung, ehrlich gesagt, sehr<br />

schwierig. Die derzeitigen Bauvorschriften und<br />

Förderrichtlinien lassen das nicht so einfach zu.<br />

Die könnte man doch für ein Pilotprojekt auch<br />

einmal aushebeln!<br />

NIKOLIC Könnte sein. Aber auch dann noch<br />

bezweifle ich, ob diese Form des Selbstbaus<br />

nachhaltig wäre. Unsere Aufgabe als gemeinnütziger<br />

Bauträger ist es, hohe technische Qualität<br />

zu schaffen, die viele Jahre währt. Beim Selbstbau<br />

gibt es keine Qualitätskontrolle und damit<br />

auch kein Commitment zu Nachhaltigkeit. Ich<br />

glaube, unterm Strich ist das vielleicht eine<br />

punktuelle Einsparung, aber keine langfristige.<br />

Zum Abschluss: Welche Dos and Don’ts können<br />

Sie Architekt:innen, Bauherr:innen, Kund:innen<br />

und Bewohner:innen mit auf den Weg geben?<br />

SCHARTNER Den Friseur seines Vertrauens<br />

sucht man sich sehr gewissenhaft aus. Das Gleiche<br />

sollte auch auf Architekt:innen zutreffen!<br />

SPITZER Dem schließe ich mich voll an!<br />

Auftraggeber:in und Planer:in gehen eine<br />

intensive, monate- bis jahrelange Beziehung ein.<br />

Gegenseitiges Vertrauen und eine gesunde<br />

Portion Empathie sind wichtige Erfolgsfaktoren.<br />

NIKOLIC Überlegen Sie sich gut, welche<br />

Komplexität und Problematik sich hinter den<br />

drei Buchstaben DIY verbirgt!<br />

Zu Beginn habe ich Sie gefragt, worin Sie richtig<br />

gut sind. Nun frage ich Sie: Was würden Sie<br />

denn gerne noch lernen?<br />

SCHARTNER Was für eine große Frage!<br />

Wasser in Wein verwandeln.<br />

SPITZER Irgendwann mache ich noch eine<br />

Tischlerlehre.<br />

NIKOLIC Ich würde gern singen können.<br />

<<br />

192 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


Sprudelgenuss direkt aus der Armatur<br />

mit ELEMENTS Grohe Blue<br />

Die Grohe Blue ELEMENTS-Edition ermöglicht Sprudelgenuss<br />

direkt aus der Armatur. Erhältlich ist die Grohe Blue Edition<br />

in 15 ELEMENTS Badausstellungen in ganz Österreich.<br />

Kistenschleppen war gestern: Dank Grohe<br />

Blue genießen Sie köstliches gefiltertes<br />

und gekühltes Wasser direkt aus der<br />

Armatur – ganz nach Geschmack in den<br />

Varianten still, medium oder sprudelnd.<br />

Das ist nicht nur erfrischend einfach,sondern<br />

auch einfach erfrischend.<br />

Intuitive Bedienung<br />

Leitungswasser oder gefiltertes Wasser?<br />

Sie haben die Wahl! Über den Hebel an<br />

der Armatur erhalten Sie gewöhnliches<br />

Mischwasser für den täglichen Gebrauch.<br />

Per LED-Druckknopf aktivieren Sie den Filter<br />

– und wählen im Handumdrehen die<br />

gewünschte Sprudelmenge. Dank zwei<br />

voneinander getrennter Wasserführungen<br />

im Inneren der Armatur kommen Leitungswasser<br />

und gefiltertes Wasser nicht<br />

miteinander in Berührung. Raffiniert!<br />

Einfache Installation und Wartung<br />

Die Grohe Blue ELEMENTS-Edition besteht<br />

aus einer exklusiven Einhand-Armatur<br />

sowie einer Kühleinheit mit niedrigem<br />

Energieverbrauch, in der sich der Filter<br />

und die CO2-Flasche befinden. Mit nur<br />

wenigen Handgriffen kann ein Fachinstallateur<br />

das Wassersystem in der Küche<br />

installieren. Angesichts seiner kompakten<br />

Größe findet der Kühler problemlos in<br />

jeder Nische ab 40 cm Breite Platz. Auch<br />

der Austausch von Filter und CO2-Flasche<br />

ist in wenigen Sekunden erledigt.<br />

DER EINFACHSTE<br />

WEG ZUM<br />

NEUEN BAD<br />

15 ELEMENTS Badausstellungen in<br />

ganz Österreich verwirklichen Ihr<br />

Traumbad – von der Planung bis<br />

zur Montage bei Ihnen zuhause.<br />

Bei ELEMENTS erhalten Sie nicht nur<br />

die Grohe Blue Edition für den perfekten<br />

Sprudelgenuss in Ihrem Zuhause.<br />

ELEMENTS bietet Ihnen auch<br />

den einfachsten Weg zum neuen<br />

Bad. Lassen Sie sich in einer der österreichweit<br />

15 ELEMENTS Badausstellungen<br />

inspirieren.


PARK & BLOOM<br />

MY<br />

FAVORITE<br />

PROJECTS<br />

VILLA SCHÖNBRUNN<br />

In der Hawelgasse 17 in Wien-Währing<br />

entsteht ein modernes Bauprojekt mit<br />

18 luxuriösen Wohneinheiten. Der 18. Wiener<br />

Gemeinde bezirk gilt als eine der exklusivsten<br />

Adressen Wiens. Im Frühjahr <strong>2022</strong> war der<br />

Baubeginn des neuen Projekts »Park & Bloom«<br />

der Projektentwicklung- und Bauträger<br />

Gesellschaft VMF Immobilien. In absoluter<br />

Ruhelage werden 18 Wohneinheiten mit<br />

durchdachten Grundrissen und aus hochwertigen<br />

und nachhaltigen Materialien errichtet.<br />

Die Wohneinheiten bieten Wohnflächen<br />

zwischen 48 und 145 Quadratmetern und<br />

verfügen über großzügige Freiflächen wie<br />

Terrassen, Balkone oder einen privaten Eigengarten.<br />

Die Wohnanlage bietet außerdem<br />

15 Pkw-Stellplätze. Interessierte Käufer:innen<br />

können noch aus verschiedenen Grundrissvarianten<br />

wählen. Nachdem das Projekt noch<br />

im Bau ist, lassen sich individuelle Wünsche<br />

berücksichtigen.<br />

HORST LUKASEDER<br />

VMF Immobilien<br />

vmfimmo.at<br />

Faszination Immobilien:<br />

Drei Branchenprofis erzählen<br />

in <strong>LIVING</strong>, welche Projekte<br />

ihnen in Österreich besonders<br />

am Herzen liegen.<br />

Die kaiserliche Sommerresidenz in unmittelbarer<br />

Nachbarschaft, idyllische Grünoasen<br />

direkt vor der Haustüre, erlesener<br />

Komfort in den eigenen vier Wänden: Mit viel<br />

Liebe zum Detail entsteht in Hietzing bis Anfang<br />

2024 mit der »Villa Schönbrunn« ein Refugium,<br />

das höchsten Ansprüchen gerecht wird. Die<br />

sechs Eigentumswohnungen mit einer Größe<br />

zwischen 58 und 157 Quadratmetern überzeugen<br />

mit ihren Grundrissen, großzügigen Außenflächen<br />

und hochwertiger Ausstattung sowie mit<br />

nachhaltiger Energieversorgung mittels Wärmepumpe.<br />

Wer gern einen Pool sein Eigen nennt,<br />

wird die Gartenwohnung der »Villa Schönbrunn«<br />

schätzen, die zudem mit einer Outdoorsauna<br />

ausgestattet wird. Das 127 Quadratmeter große<br />

Penthouse bietet großzügige Freiflächen auf<br />

der Wohnebene sowie eine Dachterrasse mit<br />

Whirlpool und herrlichem Panoramaausblick.<br />

Hier lässt es sich entspannen und mit einem<br />

Sundowner den Sonnenuntergang genießen.<br />

SONJA KASPAR<br />

OTTO Immobilien GmbH<br />

luxury.otto.at<br />

Fotos: SquareBytes, VMF Immobilien GmbH, Alexander Chitsazan, Arnold Poeschl, beigestellt<br />

194 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


BELETAGE AM RUCKERLBERG<br />

Die schöne Etage – die Beletage – war<br />

immer schon der Inbegriff von Luxus.<br />

Moderne Noblesse verspricht auch das<br />

neue Bauprojekt am Ruckerlberg. In erhabener<br />

Ruhelage in der Ruckerlberggasse beherbergen<br />

fünf Villen ca. 23 noble Wohneinheiten: attrak -<br />

tive Zwei- bis Vierzimmerwohnungen ab ca.<br />

55 bis zu ca. 123 Quadratmeter sowie zwei<br />

charmante Penthäuser mit ca. 55 beziehungs -<br />

weise ca. 96 Quadratmeter. Und die Grazer<br />

Innenstadt mit den Restaurants, Bars, Boutiquen,<br />

Kinos und internationalen Kulturveranstaltungen<br />

ist gerade einmal acht Auto minuten von Ihrem<br />

neuen Zuhause entfernt. Gönnen Sie sich Ihren<br />

prächtigen Logenplatz mit eleganten, lichtdurchfluteten<br />

Räumen, einer hochwertigen Ausstattung<br />

und einer modernen Formensprache. Großzügige<br />

Glasflächen sowie die Balkone und Terrassen<br />

eröffnen Ihnen ein eindrucksvolles Panorama.<br />

Denn der Süden der Stadt liegt Ihnen zu Füßen.<br />

MARTIN KOSS<br />

Kollitsch Immobilien GmbH<br />

kollitsch.eu<br />

Ihr luxuriöses Zuhause<br />

in einzigartiger Lage!!<br />

Villa Nobilis<br />

Hietzinger Hauptstraße 41, 1130 Wien<br />

In begehrenswerter Lage im 13. Wiener Gemeindebezirk<br />

gelangen insgesamt 17 exklusive Wohneinheiten zum Verkauf.<br />

Das Wohnprojekt, welches aus einer historischen und<br />

aufwendigst modernisierten Villa sowie einem gut durchdachten<br />

Zubau besteht, lässt aufgrund der hochwertigen Ausstattung,<br />

der großzügigen Grundrisse und der vielen Grünflächen die<br />

Herzen höherschlagen.<br />

Unsere ExpertInnen für Eigentumwohnungen unterstützen Sie<br />

sehr gerne bei der Suche nach Ihrem neuen Wohn(t)raum:<br />

T +43 1 512 76 90-416 | E wohnung@ehl.at<br />

HWB 57,4 kwh/m²a, fGEE 1,02<br />

ehl.at/villa-nobilis<br />

Wir leben<br />

Immobilien.


was macht<br />

edelstahlpools<br />

so besonders?<br />

Es ist das elitäre Material, das elegante Erscheinungsbild,<br />

die lange Lebensdauer und die Nachhaltigkeit.<br />

Ausgezeichnet mit dem Oscar<br />

der Schwimmbadindustrie<br />

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<strong>LIVING</strong><br />

INSPIRATION<br />

204<br />

202<br />

MUSTERGÜLTIG<br />

Die schönsten Ikat-Stücke. (S. 198)<br />

DATES TO KNOW<br />

Ein kurzer Überblick über die<br />

wichtigsten Ausstellungen,<br />

Messen und Events in den<br />

kommenden Wochen. (S. 202)<br />

EVENT-CLIPPINGS<br />

<strong>LIVING</strong> zeigt die besten Design-<br />

Happenings der Szene. (S. 204)<br />

198<br />

Fotos: Nacasa & Partners, Andreas Tischler/Vienna Press, beigestellt<br />

204


inspiration / IKAT<br />

MUSTER-<br />

GÜLTIG<br />

Ikat<br />

ist ein wahrlich traditionsreiches<br />

Muster, entspringt es<br />

doch einer der ältesten Webtechniken<br />

der Welt. Die folgenden<br />

Seiten beweisen allerdings, dass<br />

es aktueller denn je ist.<br />

TEXT AMELIE-CATHARINA BACHER<br />

1.<br />

Fotos: beigestellt<br />

198 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


2. 3.<br />

5.<br />

4. 1. Ein Licht geht auf Mit fröhlichen Gelb- und Türkistönen erhellt der<br />

»Ahal«-Lampenschirm von Robert Kime auch ohne Glühbirne den<br />

Raum. robertkime.com<br />

2. Einladend Wenn sich Eleganz und Komfort verbinden, passieren<br />

wunderbare Dinge. Bestes Beispiel dafür: die gemütliche »Anatolia«-<br />

Chaiselongue. mindtheg.com<br />

3. Für schicke Vierbeiner Auch unsere felligen Freunde legen Wert auf<br />

schickes Interieur. Die Besitzer:innen erfreuen sich neben der Optik<br />

auch an der Strapazierfähigkeit des Hundebetts. teixitsvicens.com<br />

4. Blaue Periode Wer sich an den musterreichen Trend erst langsam<br />

herantasten möchte, ist mit dem Kissen aus 100 Prozent Baumwolle<br />

von Malagoon bestens beraten. debijenkorf.at<br />

5. Lesefreund Ob Zeitschrift oder Buch – im »Haverhill«-Sessel lässt es<br />

sich besonders gut schmökern. Die goldigen Akzente sorgen für eine<br />

elegante Note. anthropologie.com<br />

6. Bitte zu Tisch Der »Cala D’Or Agua Burdeos«-Stoff wirkt nicht nur<br />

als Tischtuch toll (Bild), auch als Vorhang oder für Tischsets kann er<br />

wunderbar eingesetzt werden. gastonydaniela.com<br />

6.<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

199


inspiration / IKAT<br />

7. 9.<br />

8.<br />

7. Vielseitig Dank einer wasserabweisenden<br />

Behandlung kann der in Nordfrankreich produzierte<br />

»Rayure«-Stoff mit Ikatmusterung<br />

sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich<br />

eingesetzt werden. pierrefrey.com<br />

8. Blumig Ikatmuster trifft auf Florales – der<br />

»Dahlia Fortuna«-Speiseteller von Elysian by<br />

Emily Morrison vereint die beiden Welten gekonnt<br />

miteinander. elysianbyem.com<br />

9. Gut getarnt Erst auf den zweiten Blick zeigt<br />

sich bei der nachhaltigen Tapete aus Vliesstoff<br />

von Omexco die hübsche Ikatmusterung.<br />

archiproducts.com<br />

10. Exotisch Das Design dieser ausgefallenen Tapete<br />

entstammt der »Origin Two«-Kollektion der Firma<br />

Gastón y Daniela. chicandfabric.com<br />

11. Auf Streifzug Der Stoff von Schumacher Fabric<br />

aus der »Mark D. Sikes«-Kollektion wirkt allein<br />

genauso gut wie in Kombination mit anderen<br />

Mustern. decoratorsbest.com<br />

12. Schick verstaut Schöner kann Stauraum<br />

kaum sein – die »Ikat Bone Inlay«-Kommode von<br />

NewyorkhomeDesign setzt auf blaues Ikatmuster<br />

und goldige Details. etsy.com<br />

12.<br />

10.<br />

11.<br />

Fotos: beigestellt<br />

200<br />

falstaff<br />

<strong>LIVING</strong> 7 / 22


TAUROA<br />

BEFLÜGELNDE TAGE<br />

AM WOLFGANGSEE<br />

Es gibt diese Orte, die einen unmittelbar ihre Magie spüren, ihre Geschichte inhalieren und<br />

ihre Seele fühlen lassen. Das zauberhafte »Landhaus zu Appesbach« lädt ein, beflügelnde<br />

Momente zu genießen – zu jeder Jahreszeit. Vom kulinarischen Erlebnis über ein Wohlfühlwochenende<br />

bis zum Bleiben für viel länger. Sogar Weihnachten kann man hier feiern …<br />

FOTOS: BEIGESTELLT<br />

W<br />

ie eingerahmt vom Schafberg,<br />

dem Zwölferhorn<br />

und der Postalm liegt der<br />

Wolfgangsee in einer einmaligen<br />

Naturlandschaft. Am Ortseingang<br />

von St. Wolfgang liegt das »Landhaus zu<br />

Appesbach«. Das wunderschöne ehemalige<br />

Herrenhaus blickt auf eine über 100-jährige<br />

Tradition zurück.<br />

Schon bei der Zufahrt taucht man ein in<br />

ein Gefühl des Besonderen, des Rückzugs in<br />

ein anderes Zeitgefüge. Über wenige Stufen<br />

betritt man ein stilvolles, gemütliches Ambiente,<br />

in dem man sich unverzüglich wohl<br />

fühlt. Jetzt also zuerst in eines der individuellen<br />

Zimmer oder Suiten mit allen zeitgemäßen<br />

Annehmlichkeiten eines Hauses<br />

dieser Klasse oder doch den Moment des<br />

Ankommens im Salon oder auf der Terrasse<br />

mit Blick über den See genießen.<br />

Kulinarisch überzeugt das Küchenteam im<br />

Restaurant oder – je nach Wetter – auf der<br />

herrlichen Terrasse oder in der Strandbar<br />

mit köstlichen traditionellen Kreationen<br />

und höchstem Respekt für die wertvollen<br />

Produkte der Region.<br />

NEUER WOHLFÜHLBEREICH<br />

Wunderbare Momente des Seins lassen sich<br />

auch im neuen Wohlfühlbereich genießen:<br />

bei einer entspannenden Massage, einer individuellen<br />

Behandlung, einem wohltuenden<br />

Saunagang oder beim erholsamen Dampfbadgenuss.<br />

Danach, davor oder einfach zum<br />

Innehalten laden im Ruheraum die weichen<br />

Polster der Liegen, das wärmende Feuer<br />

und die Aussicht über das Glasdach in den<br />

Himmel ein. Hier stellt sich nur die Frage, ob<br />

es entspannender ist, die Augen zu schließen<br />

oder die Gedanken dem Blick ins Unendliche<br />

folgen zu lassen.<br />

Mehr Infos zu den Spa-Schnuppertagen,<br />

Gansl- und Wildwochen sowie zu einem<br />

romantischen Urlaub finden Sie unter:<br />

landhauszuappesbach.at<br />

INFO UND BUCHUNGEN<br />

Landhaus zu Appesbach<br />

Au 18, 5360 St. Wolfgang<br />

T: +43 6138 2209<br />

willkommen@landhauszuappesbach.com<br />

landhauszuappesbach.at, tauroa.at<br />

ADVERTORIAL<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

201


inspiration / TERMINE<br />

DATES TO KNOW<br />

Was kann die Stadt? Welche Termine sollten notiert werden? Ein kurzer Überblick<br />

über die wichtigsten Ausstellungen, Messen und Events in den kommenden Wochen.<br />

1.<br />

Designart Tokyo <strong>2022</strong><br />

3.<br />

21.–30. 10. <strong>2022</strong><br />

Die Designart Tokyo ist ein stadtweites Design- und<br />

Kunstfestival. Die Messe findet seit 2017 jährlich im<br />

Herbst statt und umfasst Galerien und Geschäfte, die<br />

Ausstellungen und Präsentationen zu den Themen<br />

Kunst, Architektur, Inneneinrichtung, Produktdesign,<br />

Mode, Essen, Sport und Technologie veranstalten.<br />

Die Ziele der Veranstaltung sind die Wiederbelebung<br />

der Kreativwirtschaft mit Schwerpunkt Japan, die<br />

Bereitstellung einer Plattform, damit sich Menschen<br />

auf der ganzen Welt gegenseitig inspirieren können,<br />

und die Unterstützung von jungen Designer:innen und<br />

Künstler:innen, indem sie die Gelegenheit bekommen,<br />

ihre Werke zu präsentieren. designart.jp/en<br />

5.<br />

OKTOBER<br />

Copenhagen Architecture Festival<br />

1.<br />

6.–16. 10. <strong>2022</strong><br />

Das Überthema des diesjährigen Copenhagen<br />

Architecture Festival (CAFx) lautet »Sense of Place«.<br />

Untersucht wird, wie Menschen Orte erleben und<br />

ihnen Bedeutung verleihen, wie ein Zugehörigkeitsgefühl<br />

zu einem bestimmten Ort hergestellt werden<br />

kann und welche Rolle Nachhaltigkeit im städtischen<br />

Raum spielt. Das Architekturfestival ist das größte<br />

in ganz Skandinavien und umfasst Vorträge, Ausstellungen,<br />

Debatten und Filmvorführungen, die<br />

erforschen, wie sich Architektur mit dem täglichen<br />

Leben überschneidet. cafx.dk<br />

3.<br />

NOVEMBER<br />

Dubai Design Week <strong>2022</strong><br />

5.<br />

8.–13. 11. <strong>2022</strong><br />

Die jährliche Veranstaltung präsentiert etablierte<br />

kreative Talente aus Dubai und bietet gleichzeitig<br />

eine Plattform für aufstrebende Designer:innen.<br />

Das umfangreiche Programm umfasst eine Reihe<br />

von Vorträgen, Workshops, kostenlosen Ausstellungen,<br />

Pop-up-Events und Installationen. Ein weiteres Highlight<br />

der Dubai Design Week ist die MENA Graduate Show,<br />

eine Ausstellung mit Arbeiten von Studierenden von<br />

Universitäten aus der gesamten Region des Nahen<br />

Ostens und Nordafrikas.<br />

dubaidesignweek.ae<br />

2.<br />

Dutch Design Week <strong>2022</strong>, Eindhoven<br />

4.<br />

22.–30. 10. <strong>2022</strong><br />

Über 2.600 Designer:innen und kreative Köpfe<br />

bringt die Dutch Design Week zusammen. Das<br />

größte Design-Event in Nordeuropa präsentiert<br />

die neuesten Trends und Innovationen aus dem<br />

Designbereich. An verschiedenen Locations in ganz<br />

Eindhoven finden an den neun Tagen zahlreiche<br />

Ausstellungen, Netzwerkevents, Vorträge, Debatten<br />

und Auszeichnungen statt. Das diesjährige Thema:<br />

»Get Set«. »Get Set« bezieht sich darauf, dass wir als<br />

Bürger:innen in die richtige Einstellungen kommen<br />

müssen und uns darauf vorbereiten müssen, was<br />

kommt – alle Herausforderungen unserer aktuellen<br />

Zeit miteingeschlossen. ddw.nl<br />

6.<br />

Seoul Design <strong>2022</strong><br />

2.<br />

19. 10.–2. 11. <strong>2022</strong><br />

Das Programm der Seoul Design umfasst Ausstellungen,<br />

Kongresse, Konferenzen, Märkte, Seminare<br />

und Workshops. Das Festival ist eine erweiterte Version<br />

der Seoul Design Week, die in den letzten sieben<br />

Jahren über eine Million Besucher:innen verzeichnete.<br />

Das diesjährige Thema lautet übersetzt »Schönes<br />

Leben« und fokussiert sich auf ein fröhliches Leben<br />

nach der Coronapandemie sowie ein friedliches<br />

Leben als individuelles Recht. Mit einer Reihe von<br />

spannenden Seminaren wagt die Seoul Design auch<br />

den Schritt ins Metaverse. Dongdaemun Design Plaza<br />

(DDP), 281 Eulji-ro, Euljiro 7(chil)-ga, Jung-gu, Seoul,<br />

Südkorea. seouldesign<strong>2022</strong>.or.kr<br />

4.<br />

Salon Art + Design <strong>2022</strong>, New York City<br />

6.<br />

10.–14. 11. <strong>2022</strong><br />

Diesen November kehrt die Messe Salon Art + Design<br />

für ihre mittlerweile elfte Ausgabe zurück und vereint<br />

erneut Design und Kunst des 20. Jahrhunderts unter<br />

einem Dach. Die Veranstaltung bietet eine Mischung<br />

aus klassischen, modernen und zeitgenössischen<br />

Designstücken von bekannten internationalen Galerien.<br />

Die Bereitschaft des Salons, sowohl bildende als auch<br />

dekorative Kunst im Kontext des zeitgenössischen<br />

Lebens zu betrachten, basiert auf der Überzeugung,<br />

dass Designer:innen und Sammler:innen heute mehr<br />

denn je Umgebungen schaffen, anstatt Objekte zu<br />

sammeln. The Park Avenue Armory, 643 Park Ave,<br />

New York, NY 10065, USA. thesalonny.com<br />

Fotos: Nacasa&Partners, © Max Kneefel, beigestellt<br />

202 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


VAILLANT<br />

ALTBAUSANIERUNG 2.0<br />

Eine Vaillant-Wärmepumpe bringt neuen Komfort in eine historische Villa.<br />

FOTOS: BEIGESTELLT<br />

Atbausanierungen liegen im Trend,<br />

denn es entspricht dem Zeitgeist,<br />

historische Bausubstanz in<br />

modernen Lebensraum zu verwandeln.<br />

In Klosterneuburg befindet sich ein<br />

schönes Beispiel einer solchen Haus-Revitalisierung.<br />

Eine über hundert Jahre alte Villa<br />

wurde durch Sanierung zum zeitgemäßen<br />

Familienrefugium. Bei der Haustechnik<br />

investierte man nachhaltig in die Zukunft:<br />

Eine Vaillant-Wärmepumpe inklusive Kühlpuffer,<br />

Trinkwasserstation und Internet-<br />

Kommunikationsmodul garantieren Rundum-Wohnkomfort<br />

für viele Jahre.<br />

Die einstige Wiener Vorstadt-Villa – nach<br />

einem Entwurf des Klosterneuburger Architekten<br />

E.A. Plischke – ist über hundert Jahre<br />

alt. Kürzlich wurde das Haus umfassend<br />

modernisiert und an den zeitgemäßen Lifestyle<br />

einer Familie angepasst. »Wir haben<br />

den Altbau saniert, weil wir das Haus in seiner<br />

Charakteristik erhalten wollten. Auf den<br />

Komfort eines modernen Gebäudes wollten<br />

wir aber auch nicht verzichten.« Bei den Installationen<br />

waren die Bewohner deshalb<br />

auch kompromisslos: Mit einer modernen<br />

Vaillant-Wärmepumpe entschied man sich<br />

für zeitgemäße und nachhaltige Technik.<br />

WÄRMEPUMPE STATT ÖLHEIZUNG<br />

Das Haus wurde auch gartenseitig im Neubau<br />

ergänzt. Mit Baumeister Almir Mulamustafic<br />

hatte die Familie einen erfahrenen<br />

Experten an der Seite, der neben dem Blick<br />

für bauliche Details auch das Know-how für<br />

die Installationen und den Wechsel von Öl<br />

auf Erdwärme mitbrachte. Fachliche Unterstützung<br />

kam auch von Manuel Winkler,<br />

dem zuständigen Key-Account-Manager von<br />

Vaillant: »Der Umstieg auf Wärmepumpen-<br />

Technologie ist ein Investment. Weil aber<br />

finanzielle Zuschüsse gewährt werden und<br />

Erdwärme eine äußerst günstige Art der<br />

Energiegewinnung ist, lohnt es sich. Und:<br />

Das System ist umweltfreundlich und nahezu<br />

wartungsfrei.«<br />

Bei der Altbausanierung wurden vier Erdsonden<br />

– in Summe 448 Meter lang – mittels<br />

Tiefenbohrung in den Boden eingebracht.<br />

So gelangt die Erdwärme geräuschlos<br />

zur »Heizzentrale« in den Keller, wo das<br />

komplette Vaillant-System – bestehend aus<br />

Wärmepumpe, Warmwasserspeicher, Kühlpuffer<br />

und Trinkwasserstation – installiert<br />

wurde. Für Vaillant entschied sich der qualitätsbewusste<br />

Hausherr, weil er mit den<br />

Produkten bereits gute Erfahrungen<br />

gemacht hat: »Wir haben unseren Umbau<br />

in allen Bereichen auf zeitloses Design und<br />

Langlebigkeit ausgelegt. Deshalb passen die<br />

Vaillant-Produkte gut in unser Konzept.«<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

vaillant.at<br />

ADVERTORIAL<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

203


inspiration / REVIEW<br />

EVENT-CLIPPINGS<br />

Events, Messen, Präsentationen – <strong>LIVING</strong> zeigt die besten Design-Happenings aus der Szene.<br />

GLITZERNDES OPENING IN DER CITY<br />

Bulgari feierte die Eröffnung seiner neuen Boutique am Kohlmarkt inklusive Megaparty.<br />

Schickes Setting Die Ferstel-<br />

Passage verwandelte sich in<br />

eine fulminante Party-Location.<br />

Eröffnung v. l.: Bart De Boever (Bulgari Managing Director Northern Europe),<br />

Walter Bolognino (Bulgari Managing Director EMEA), Schauspielerin Edita<br />

Malovčić, Schauspielerin Coco König, Vincenzo Pujia (Bulgari Retail und<br />

Customer Experience Vice President) und Georg Eppacher (Store Manager Wien).<br />

Mutter-Tochter-Duo Kunsthistorikerin<br />

Katharina Husslein<br />

(l.) und Agnes Husslein-Arco,<br />

Direktorin Heidi Horten Museum.<br />

Strahlend Influencerin<br />

und Unternehmerin<br />

Xenia Adonts ist Markenbotschafterin<br />

der Brand.<br />

Ausgelassene<br />

Stimmung Der angesagte<br />

DJ Wolfram<br />

heizte den Gästen<br />

ordentlich ein.<br />

Besucher:innen Künstlerin<br />

Anouk Lamm Anouk (l.) und<br />

Juristin Marleen Roubik nahmen<br />

den neuen Store unter die Lupe.<br />

Am Kohlmarkt 4 eröffnete in Toplage die<br />

neue Boutique des römischen Juwelierhauses<br />

Bulgari. Ein Anlass, der ordentlich gefeiert<br />

werden musste. Inspiriert vom italienischen Dolce<br />

Vita konnten die Gäste zuerst die Boutique mitsamt<br />

der schillernden Schmuck-, Uhren- und Accessoire-<br />

Kreationen bewundern, um dann in der Ferstel-Passage<br />

die Nacht zum Tag zu machen, inklusive mediterraner<br />

Köstlichkeiten, Drinks und der Klänge von Star-DJ<br />

Wolfram. Bei der Gestaltung des neuen Stores ließ<br />

sich Bulgari von der reichen Geschichte seiner Heimatstadt<br />

Roms und der farbenfrohen italienischen Seele<br />

inspirieren. Das Designkonzept stammt von Stararchitekt<br />

Peter Marino – das Ergebnis? Edle Materialien<br />

sowie ein ausgeklügeltes Lichtkonzept.<br />

Partygäste v. l.: Society-Lady Graciela<br />

Binder, <strong>LIVING</strong>-Herausgeberin Angelika<br />

Rosam und Schmuckdesignerin<br />

Prinzessin Nathalie von Hohenzollern.<br />

Pretty in Pink Markenbotschafterin,<br />

Unternehmerin<br />

und Model<br />

Prinzessin Lilly zu Sayn<br />

Wittgenstein-Berleburg.<br />

204 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


EIN NEUER ORT FÜR DIE SCHÖNHEIT<br />

In der kürzlich eröffneten Maison Sisley findet man alles, was sich Beauty-Fans wünschen.<br />

Nur wenige Schritte vom Stephansdom entfernt bieten die 310 Quadratmeter großen Räumlichkeiten<br />

mehr als genug Platz für die neue Maison Sisley. Sisley-CEO Philippe d’Ornano war extra<br />

aus Paris angereist, um die Gäste zur exklusiven Eröffnung des Wohlfühltempels willkommen zu<br />

heißen. Die interessierten Besucher:innen konnten nicht nur den neuen Store erkunden, sondern be -<br />

kamen auch einen Einblick in das umfangreiche Angebot an Beautybehandlungen. Neben Champagner<br />

und Canapés konnte man sich unter anderem einer Haaranalyse unterziehen. Come in and find out!<br />

Beautyliebhaber:innen unter<br />

sich Bei der Eröffnung fand<br />

reger Austausch statt.<br />

Expert:innen Das<br />

Maison-Sisley-Team<br />

freut sich schon auf<br />

seine Kund:innen.<br />

Produktvielfalt Die Gäste konnten<br />

sich durch die umfangreiche Produktpalette<br />

testen.<br />

Leidenschaft fürs Produkt Sisley-CEO<br />

Philippe d’Ornano im Gespräch mit den<br />

interessierten Gästen.<br />

Auszeit Wer schön sein will muss …<br />

auch mal ordentlich entspannen!<br />

Zahlreiche Sitzgelegenheiten laden<br />

zum Verweilen ein.<br />

IMPRESSUM<br />

7/<strong>2022</strong><br />

Fotos: Andreas Tischler/Vienna Press, © Maison Sisley<br />

ZEITSCHRIFT FÜR INTERIEUR<br />

UND ARCHITEKTUR<br />

Die in dieser Ausgabe veröffentlichten<br />

Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.<br />

Übersetzung, Nachdruck, Vervielfältigung<br />

und Speicherung in Datenverarbeitungs -<br />

anlagen nur mit ausdrücklicher Genehmigung<br />

des Verlags. Zitate aus Beiträgen dieser<br />

Ausgabe sind ausschließlich mit Angabe<br />

der Quelle gestattet.<br />

MEDIENINHABER<br />

<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong> Verlags GmbH<br />

REDAKTIONSORT<br />

DES MEDIENINHABERS<br />

Wiesingerstraße 6/8, 1010 Wien<br />

T: +43 1 9042141<br />

F: +43 1 9042141-450<br />

hello@falstaff-living.com<br />

www.falstaff-living.com<br />

Gegenstand des Unternehmens<br />

ist die Heraus gabe, der Verlag<br />

und der Vertrieb von Zeitschriften<br />

und Druckwerken aller Art unter<br />

der Bezeichnung »<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong>«.<br />

GESELLSCHAFTER DER<br />

FALSTAFF <strong>LIVING</strong> VERLAGS GMBH<br />

<strong>Falstaff</strong> Verlags-Ges.m.b.H. (Anteil 51 %)<br />

Angelika Rosam (Anteil 39 %)<br />

Mag. Michaela Cholewa (Anteil 10 %)<br />

HERAUSGEBERIN<br />

Angelika Rosam<br />

CHEFREDAKTEURIN<br />

Angelika Rosam<br />

CHEFIN VOM DIENST<br />

Amelie-Catharina Bacher<br />

ART DIRECTOR<br />

Klaus Rauch<br />

PHOTO DIRECTOR<br />

Thomas Hopferwieser<br />

PRODUKTION/LITHO<br />

Konstantin Riemerschmid<br />

MITARBEITER:INNEN DIESER AUSGABE<br />

Karin Cerny, Wojciech Czaja, Paul Fleischmann,<br />

Manfred Gram, Sermin Kaya, Maik Novotny,<br />

Dr. Susanna Pikhart, Heimo Rollett, Walter Senk,<br />

Florentina Welley<br />

LEKTORAT<br />

Angelika Hierzenberger-Gokesch<br />

www.korrekturleserei.at<br />

GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />

Angelika Rosam, Mag. Taskin Yüksel, MSc. MPA<br />

BÜROLEITUNG<br />

Marion Rachbauer<br />

ANZEIGENKOORDINATION<br />

Christiane Ceccarelli, Magdalena Eser<br />

RECHNUNGSWESEN<br />

Sommer & Zarits Steuerberatung GmbH<br />

Robert Graf Platz 1, 7000 Eisenstadt<br />

ANZEIGEN- & PROMOTIONKONTAKT<br />

Mag. Michaela Cholewa MC Services, (Interieur,<br />

Immobilien, Auto), Kinga Mohrent (Auto, Lebensmittel,<br />

Niederösterreich), Nikolaus Peinitz (Sport,<br />

Salzburg/Tirol), Ricarda Posch-Steinacher<br />

( Lifestyle, Auto, Tourismus), Mag. Sara Zager<br />

(Kärnten/Steiermark)<br />

anzeigen@falstaff-living.com<br />

DIRECT SALES<br />

Timotheus Lamberg (Leitung)<br />

VERTRIEB, LESER- UND ABOSERVICE<br />

Michael Bergmeister (Leitung Innendienst)<br />

Thomas Wagner (Vertriebsmanager)<br />

HERSTELLER<br />

Druckerei Berger<br />

Wiener Straße 80, 3580 Horn<br />

VERTRIEB<br />

Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH<br />

St. Leonharder Straße 10, 5081 Anif<br />

www.pgvaustria.at<br />

DVR-Nummer: 06a9192<br />

202122021<br />

7 / 22<br />

<strong>LIVING</strong><br />

falstaff<br />

205


ezugsquellen<br />

Ab ins All!<br />

Mit dem »Houston«-<br />

Flaschenöffner<br />

gibt es kein<br />

Problem, sondern<br />

nur erfrischende<br />

Getränke.<br />

doiydesign.com<br />

A<br />

ACAIA acaia.co<br />

ADAM NATHANIEL FURMAN<br />

adamnathanielfurman.com<br />

ALBERTINA albertina.at<br />

ALESSI eu.alessi.com<br />

ALFREDO HÄBERLI<br />

alfredo-haeberli.com<br />

ALPIN RESORT SACHER<br />

SEEFELD – TIROL seefeld.sacher.com<br />

ALVA alvalinen.de<br />

AMARA amara.com<br />

AMAZON amazon.de<br />

AM WERDER TOR amwerdertor.at<br />

ANDLIGHT andlight.at<br />

ANDREU WORLD andreuworld.com<br />

ANTHROPOLOGIE anthropologie.com<br />

ANZA anzacoffee.com<br />

ARBARO arbaro.it<br />

ARCHIPRODUCTS archiproducts.com<br />

ARE are.at<br />

ARTEMEST artemest.com<br />

ARTHUR ARBESSER<br />

arthurarbesser.com<br />

ASPERN DEVELOPMENT AG<br />

aspern-seestadt.at<br />

ASSOULINE eu.assouline.com<br />

AUGARTEN augarten.com<br />

AVORIS avoris.at<br />

B<br />

BAXTER baxter.it<br />

BIAS biaseditions.com<br />

BODUM bodum.com<br />

BONTEMPI bontempi.it<br />

BORDBAR bordbar.de<br />

BOSE bose.de<br />

BRENDAN FOX brendanfoxart.com<br />

BRETZ AUSTRIA bretz-austria.at<br />

BÜBEL 740 740.at<br />

C<br />

CB2 cb2.com<br />

CHIC & FABRIC chicandfabric.com<br />

CHRISTOPHER FARR<br />

christopherfarr.com<br />

CISSY WEARS cissywears.com<br />

CONNOX connox.at<br />

COPENHAGEN ARCHITECTURE<br />

FESTIVAL cafx.dk<br />

D<br />

DAS ARTMANN das-artmann.at<br />

DE BIJENKORF debijenkorf.at<br />

DE CASTELLI decastelli.com<br />

DECORATORSBEST<br />

decoratorsbest.com<br />

DEPOT depot-online.at<br />

DESIGNART TOKYO designart.jp/en<br />

DESIGNKOLLEKTIV designkollektiv.at<br />

DESIGNQVIST designqvist.at<br />

DIE HAUSWIRTSCHAFT<br />

diehauswirtschaft.at<br />

DITRE ITALIA ditreitalia.com<br />

DOEPELSTRIJKERS<br />

doepelstrijkers.com<br />

DOIY doiydesign.com<br />

DORMIENTE dormiente.com<br />

DUBAI DESIGN WEEK<br />

dubaidesignweek.ae<br />

DUBLIN CITY GALLERY<br />

THE HUGH LANE hughlane.ie<br />

DUTCH DESIGN WEEK ddw.nl<br />

DUTCH WINDWHEEL<br />

dutchwindwheel.com<br />

E<br />

ECOLISE ecolise.eu<br />

EDRA edra.com<br />

EGW egw.at<br />

EINSZUEINS einszueins.at<br />

ELYSIAN BY EMILY MORRISON<br />

elysianbyem.com<br />

ENY LEE PARKER enyleeparker.com<br />

ESIGO esigo.com<br />

ESSIGBRÄTLEIN essigbraetlein.de<br />

ETSY etsy.com<br />

EXPORMIM expormim.com<br />

F<br />

FALKENSTEINER HOTELS &<br />

RESIDENCES falkensteiner.com<br />

FALKENSTEINER MICHAELER<br />

TOURISM GROUP fmtg.com<br />

FENDI CASA fendicasa.com<br />

FERM <strong>LIVING</strong> fermliving.de<br />

FINNISH DESIGN SHOP<br />

finnishdesignshop.com<br />

FLEXFORM flexform.it<br />

FORNASETTI fornasetti.com<br />

FOUR SEASONS shop.fourseasons.com<br />

FÜRSTENBERG<br />

fuerstenberg-porzellan.com<br />

F/LIST f-list.at<br />

G<br />

GASTÓN Y DANIELA<br />

gastonydaniela.com<br />

GAUPENRAUB +/– gaupenraub.net<br />

GEBA geba-rugs.com<br />

GEBRÜDER THONET VIENNA<br />

gebruederthonetvienna.com<br />

GEHL gehlpeople.com<br />

GEORG BECHTER ARCHITEKTUR +<br />

DESIGN bechter.eu<br />

GEORG BECHTER LICHT<br />

georgbechterlicht.at<br />

GEORG JENSEN georgjensen.com<br />

GILBERT hotel-gilbert.at<br />

GINORI 1735 ginori1735.com<br />

GRAND KINSKY grandkinsky.at<br />

GUERLAIN guerlain.com<br />

H<br />

HARRODS harrods.com<br />

HÄSTENS hastens.com<br />

HEIMBAU heimbau.at<br />

HERI & SALLI heriundsalli.com<br />

HERZFELDHAUS herzfeldhaus.estate<br />

HORNE shophorne.com<br />

I<br />

IBA WIEN iba-wien.at<br />

IBBI ibbidirect.co.uk<br />

IMMA imma.ie<br />

J<br />

JAN KATH jan-kath.com<br />

JOANNA BUCHANAN<br />

joannabuchanan.com<br />

JONATHAN ADLER jonathanadler.com<br />

K<br />

KARE kare.at<br />

KAYSER kayser.wien<br />

KERLIN GALLERY kerlingallery.com<br />

KLIMAAKTIV klimaaktiv.at<br />

KOLLITSCH kollitsch.eu<br />

KUKU23 kuku23.at<br />

L<br />

LAURAMERONI laurameroni.com<br />

LEOPOLD MUSEUM<br />

leopoldmuseum.org<br />

LIBERTY LONDON libertylondon.com<br />

LIGNE ROSET ligne-roset.com<br />

LISA TODD DESIGNS<br />

lisatodddesigns.com<br />

<strong>LIVING</strong> DELUXE livingdeluxe.com<br />

LONGHI longhi.it<br />

LOUIS VUITTON louisvuitton.com<br />

LUXURY <strong>LIVING</strong> GROUP<br />

luxurylivinggroup.com<br />

M<br />

MADE BY ZEN madebyzen.com<br />

MAISON DU MONDE<br />

maisonsdumonde.com<br />

MAK mak.at<br />

MINDTHEGAP mindtheg.com<br />

MINOTTI.COM minotti.com<br />

MOBILFRESNO mobilfresno.com<br />

MOE museumofeveryone.com<br />

MODE ABODE modeabode.uk<br />

MODESENS modesens.com<br />

MOLESWORTH GALLERY<br />

molesworthgallery.com<br />

MOMA DESIGN STORE store.moma.org<br />

MONO mono.de<br />

MOOOI moooi.com<br />

MÜHLTALHOF muehltalhof.at<br />

MUSEUM OF DECORATIVE ARTS &<br />

HISTORY museum.ie<br />

MVRDV ARCHITECTS mvrdv.com<br />

N<br />

NAMELESS ARCHITECTURE<br />

namelessarchitecture.com<br />

NANI MARQUINA nanimarquina.com<br />

NAOMI PAUL naomipaul.co.uk<br />

NAZMIYAL COLLECTION<br />

nazmiyalantiquerugs.com<br />

NEST nest.co.uk<br />

NET-A-PORTER net-a-porter.com<br />

NICHE-BEAUTY.COM niche-beauty.com<br />

NOA* – NETWORK OF ARCHITECTURE<br />

noa.network/de<br />

NONCONFORM nonconform.at<br />

NUMA numastays.com<br />

NUSSMÜLLER.ARCHITEKTEN<br />

nussmueller.at<br />

O<br />

OKEJ okejstudio.com<br />

OLIVER BONAS oliverbonas.com<br />

OPINION CIATTI opinionciatti.com<br />

OTTO IMMOBILIEN luxury.otto.at<br />

P<br />

PALLAS PROJECTS pallasprojects.org<br />

PARK SUITES park-suites.at<br />

PETITE FRITURE petitefriture.com<br />

PIERRE FREY pierrefrey.com<br />

POLIFORM poliform.it<br />

POLTRONOVA poltronova.it<br />

R<br />

RADO rado.com<br />

RAIFFEISEN IMMOBILIEN<br />

raiffeisen-immobilien.at<br />

RALPH LAUREN ralphlauren.de<br />

REALITYLAB realitylab.at<br />

RITUALS rituals.com<br />

RUGGABLE ruggable.de<br />

RUG VISTA rugvista.de<br />

ROBERT KIME robertkime.com<br />

ROCHE BOBOIS roche-bobois.com<br />

ROOM4RENT room4rent.at<br />

ROTE WAND rotewand.com<br />

RÖTHLISBERGER roethlisberger.ch<br />

S<br />

SALON ART + DESIGN thesalonny.com<br />

SAMINA samina.com<br />

SCHRAMM schramm-werkstaetten.com<br />

SCHWARZATAL schwarzatal.at<br />

SEDDA sedda.at<br />

SEMA TOPALOGLU sematopaloglu.com<br />

SERAX serax.com<br />

SELETTI seletti.it<br />

SEOUL DESIGN seouldesign<strong>2022</strong>.or.kr<br />

SHOP MARRIOTT<br />

europe.shopmarriott.com<br />

SICIS sicis.com<br />

SISLEY PARIS sisley-paris.com<br />

SOFITEL BOUTIQUE<br />

sofitelboutique.com<br />

S REAL IMMOBILIEN sreal.at<br />

STANZ IM MÜRZTAL stanz.at<br />

STEIRERECK steirereck.at<br />

STELLAR WORKS stellarworks.com<br />

ST. HUBERTUS st-hubertus.it<br />

STRASSER strasser-steine.at<br />

SUPERONA superonda.de<br />

T<br />

TACCHINI tacchini.it<br />

TAIPOWER www.taipower.com.tw<br />

TEAM 7 team7-home.com<br />

TEIXITS VICENS teixitsvicens.com<br />

TEMPLE BAR GALLERY<br />

templebargallery.com<br />

THE DOUGLAS HYDE<br />

thedouglashyde.ie<br />

THE LEO GRAND theleogrand.com<br />

THE RESORT theresort.at<br />

THE ROYAL HIBERNIAN ACADEMY<br />

rhagallery.ie<br />

THE STUDENT HOTEL<br />

thestudenthotel.com<br />

THIS PLACE this.place<br />

TRECA treca.com<br />

T-HOCH-N ARCHITEKTUR ZT GMBH<br />

t-hoch-n.com<br />

V<br />

VILLEROY & BOCH villeroy-boch.at<br />

VISPRING vispring.com<br />

VMF vmfimmo.at<br />

W<br />

WACACO wacaco.com<br />

WENDY MORRISON<br />

wendymorrisondesign.com<br />

WESTLICHT westlicht.com<br />

WESTWING westwingnow.de<br />

WETSCHER wetscher.com<br />

WIRTSCHAFTSAGENTUR WIEN<br />

wirtschaftsagentur.at<br />

WITTMANN wittmann.at<br />

WOHNEN & GEWERBEHOF<br />

wohnen-gewerbehof.at<br />

WOHNWAGON wohnwagon.at<br />

WOLF & MIU wolfmiu.com<br />

Y<br />

YOUNIQ youniq-living.com<br />

YUKO NISHIKAWA yukonishikawa.com<br />

Z<br />

ZEININGER ARCHITEKTEN zeininger.at<br />

ZOKU livezoku.com<br />

123&<br />

3SI IMMOGROUP 3si.at<br />

3:0 LANDSCHAFTSARCHITEKTUR<br />

3zu0.com<br />

&TRADITION andtradition.com<br />

:AH! ah-wohnen.at<br />

Foto: beigestellt<br />

206 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


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»Vital Perfection Uplifting and<br />

Firming Day Cream«<br />

Straffende Tagescreme,<br />

die sichtbare Zeichen der<br />

Hautalterung mildert.<br />

»Bioperformance Skin-Filler Serum«<br />

Das Duo ermöglicht dank der revolutionären<br />

MolecuShift-Technologie einen sofortigen<br />

Filler-Effekt für zu Hause.<br />

»Synchro Skin Radiant<br />

Lifting Foundation«<br />

Inspiriert durch<br />

Ukkiri, eine japanische<br />

Bezeichnung zur<br />

Beschreibung eines<br />

durchfeuchteten,<br />

gesunden und strahlenden<br />

Teints, fühlt sich die<br />

Foundation wie eine<br />

zweite Haut an.<br />

»Ultimune Power Infusing<br />

Concentrate« Ein Technologie-<br />

Kraftpaket, das mit dem hauteigenen<br />

Abwehrsystem agiert und auf<br />

das Gefäßsystem der Haut wirkt.<br />

Im Interview<br />

Silvia Kloihofer<br />

ist General-Managerin von<br />

Shiseido Austria und führt<br />

die 150-jährige Mission des<br />

Unternehmens fort.<br />

shiseido.de<br />

»Bei uns trifft Hightech-Beauty<br />

auf unvergleichbare Sensorik«<br />

Im Jahre 1872 in Tokio als erste westliche Apotheke eröffnet,<br />

gehört Shiseido 150 Jahre später zu den bedeutendsten<br />

Beauty-Marken der Welt. Wie die Brand so erfolgreich wurde<br />

(und welche Rolle das östliche Wissen in der Hautpflege spielt),<br />

erzählt Silvia Kloihofer von Shiseido Austria. INTERVIEW SERMIN KAYA<br />

<strong>LIVING</strong> Was ist die Philosophie hinter der<br />

Marke Shiseido?<br />

SILVIA KLOIHOFER Seit 150 Jahren ist es die<br />

Mission von Shiseido, wissenschaftliche Innovationen<br />

mit Hilfe modernster Technologie<br />

und unvergleichbarer Sensorik zu entwickeln,<br />

um die äußere und innere Schönheit von<br />

jedem von uns zu enthüllen. Dabei zeigt sich<br />

die Verbundenheit mit den japanischen<br />

Werten in vielen Bereichen. So sind in der<br />

japanischen Tradition Symbole wichtig und<br />

jedes einzelne Detail ist von Bedeutung –<br />

Shiseido vertritt diese Philosophie bis heute.<br />

Shiseido verkörpert neben Beauty luxuriöse<br />

Lebensart – was ist für Ihre Kund:innen wichtig?<br />

Ein Einkauf bei Shiseido ist nicht einfach<br />

nur ein Akt des Konsums, sondern ein echtes<br />

Erlebnis, das alle Sinne ansprechen soll.<br />

Omotenashi beschreibt die höchste Form<br />

der japanischen Gastfreundschaft, die alle<br />

Shiseido-Kund:innen bei der Beratung<br />

erleben dürfen. Diese subtile Kunst der Gastfreundschaft<br />

besteht darin, allen Kund:innen<br />

wie einem Gast mit Einfühlungsvermögen und<br />

Wertschätzung zu begegnen, so als würde man<br />

sie in seinem eigenen Haus willkommen<br />

heißen, und zeigt sich dabei in den ganzheitlichen<br />

Ritualen, wobei gekonnt östliches<br />

Wissen über Energie und Homöostase mit der<br />

westlichen Wissenschaft kombiniert werden.<br />

Immer mehr Beauty-Konzerne setzten mit<br />

hochwertigen Verpackungen neue Akzente.<br />

Nach welchen Kriterien wählen Sie das Design<br />

der Verpackung aus?<br />

In Japan hat jeder Gegenstand eine spirituelle<br />

Dimension, ein Leben und eine Seele, die es<br />

zu respektieren gilt. Bei Shiseido folgen wir<br />

fünf Grundsätzen – Wiederverwenden,<br />

Recyceln, Reduzieren, Ersetzen und Respekt.<br />

Wiederverwenden durch nachfüllbare Verpackungen,<br />

die die Marke bereits seit 1926<br />

anbietet. Recyceln durch das Bevorzugen von<br />

Verpackungen, die leicht zerlegbar und<br />

trennbar sind. Reduzieren durch die Wahl<br />

von dünneren und leichteren Materialien.<br />

Ersetzen durch die bevorzugte Verwendung<br />

von recycelten Materialien. Respekt, den wir<br />

durch unser tägliches Handeln zeigen, um<br />

besser zum Schutz der Umwelt beizutragen.<br />

Diese Philosophie hilft uns, unser Ziel,<br />

100 Prozent nachhaltige Verpackungen<br />

anzubieten, im Jahr 2025 zu erreichen.<br />

Gibt es bei Shiseido das ultimative Sammelstück,<br />

das in keinem Badezimmer fehlen darf?<br />

Unser ikonisches Ultimune-Serum ist ein echtes<br />

Must-have. Diese universelle Pflege – die<br />

die ultimative japanische Verkörperung einer<br />

präventiven Pflege darstellt – ist für alle Hauttypen<br />

und jedes Alter geeignet. Ausgestattet<br />

mit der doppelten Anti-Aging-Technologie<br />

ImuGenerationRED, stärkt sie grundlegend<br />

die inneren Abwehrkräfte der Haut und<br />

optimiert gleichzeitig ihren Vitalfluss.<br />

Fotos: Martin Steiger, beigestellt<br />

208 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


06<br />

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inspiration / PREVIEW<br />

<strong>LIVING</strong> 8/<strong>2022</strong><br />

Was erwartet Sie in der nächsten Ausgabe von <strong>LIVING</strong>? Welche Trends erobern den Markt,<br />

welche Designer:innen sind am Puls der Zeit, und was tut sich Neues in der Immobilienbranche?<br />

Eine kleine Vorschau, worauf Sie sich im kommenden Magazin freuen können.<br />

design<br />

Was bringt das Jahr 2023?<br />

Mit Sicherheit wieder jede Menge Ideen<br />

für außergewöhnliches Design. <strong>LIVING</strong><br />

versorgt Sie mit den aktuellen News der<br />

Branche, z. B. von Edra (im Bild v. l.:<br />

Monica Mazzei, Gründerin und Vizepräsidentin,<br />

ihr Sohn Umberto Manetti,<br />

Valerio Mazzei, Gründer und Präsident,<br />

und seine Söhne Edoardo und Niccolò<br />

Mazzei). Aber noch mit vielem mehr.<br />

residences<br />

bad-spezial<br />

Pure Entspannung<br />

Wenn es draußen kalt und nass<br />

ist, wird das Bad zum wohligen<br />

Rückzugsort. <strong>LIVING</strong> zeigt Ihnen die<br />

neuesten Trends von Armaturen<br />

bis hin zu Badewannen.<br />

Zeit zu feiern<br />

Man muss die Feste feiern,<br />

wie sie fallen, und in den<br />

Dezember fallen ganz schön<br />

viele. <strong>LIVING</strong> nimmt Sie mit<br />

auf eine Reise um die Welt<br />

und präsentiert Ihnen<br />

glamouröse Tisch­Settings.<br />

kulianrik<br />

Cosy<br />

Wo lässt sich der Winter besser<br />

verbringen als in einem herrlichen<br />

Chalet? Wie gut, dass <strong>LIVING</strong> die<br />

schönsten für Sie herausgesucht<br />

hat. Umgeben von Wald und<br />

Bergen machen wir es uns so<br />

richtig gemütlich.<br />

<strong>LIVING</strong> 8/<strong>2022</strong><br />

erscheint am<br />

18. 11. <strong>2022</strong><br />

Fotos: Giorgia Panzera, DelightFULL, Jeff Mangione/KURIER/picturedesk.com, MYFACE<br />

210 falstaff <strong>LIVING</strong> 7 / 22


DAS FRISCHE GEFÜHL<br />

GEBE ICH NICHT<br />

MEHR HER.<br />

GEBERIT AQUACLEAN. DAS DUSCH-WC.<br />

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Mit Geberit AquaClean erleben Sie ein völlig neues Gefühl von Frische und<br />

Sauberkeit: Das WC mit Duschfunktion reinigt den Po auf Knopfdruck mit einem<br />

warmen Wasserstrahl. Weitere Informationen zu den vielfältigen Dusch-WC<br />

Modellen auf www.geberit-aquaclean.at.


Elektrisch. Und voller<br />

wunderbarer Details.<br />

Der rein elektrische Audi grandsphere concept<br />

und der rein elektrische Audi RS e-tron GT.<br />

Visionen mit Leben füllen.<br />

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Audi grandsphere concept: Bei dem hier gezeigten Fahrzeug handelt es sich um ein Konzeptfahrzeug, das nicht als Serienmodell verfügbar ist.<br />

Audi RS e-tron GT: Stromverbrauch (kombiniert) in kWh/100 km: 20,6–22,6 (WLTP); CO₂-Emissionen (kombiniert) in g/km: 0. Angaben zu den<br />

Stromverbräuchen und CO₂-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit von der gewählten Ausstattung des Fahrzeugs. Symbolfoto. Stand 09/<strong>2022</strong>.<br />

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