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Zukunft Arbeit und Wirtschaft

Der beste Weg die Zukunft vorherzusehen, ist diese aktiv mitzugestalten. Das Ziel dieser Kampagne ist es für Unternehmen Anreize zu schaffen alle Werkzeuge, die Ihnen zu Verfügung stehen erfolgreich zu nutzten. Auch die heimische Landwirtschaft, wird als Quelle unserer Nahrungsmittel massiv an Bedeutung gewinnen. Wir liefern unseren Leser:innen einen umfangreichen Ratgeber zu den Themen Lebensmittel, Landtechnik und Digitalisierung, der nicht nur aufklärt, sondern auch lösungsorientierte Konzepte vorstellt. Hier findet Ihr spannende Beitrage von Expert:innen wie, Mag. Huber-Heim (Circular Economy Forum), Dr. Lang (Fonds Gesundes Österreich), Obmann Hannes Royer (Landschaft leben) und Christian Leitner (Agropictures).

Der beste Weg die Zukunft vorherzusehen, ist diese aktiv mitzugestalten. Das Ziel dieser Kampagne ist es für Unternehmen Anreize zu schaffen alle Werkzeuge, die Ihnen zu Verfügung stehen erfolgreich zu nutzten.



Auch die heimische Landwirtschaft, wird als Quelle unserer Nahrungsmittel massiv an Bedeutung gewinnen. Wir liefern unseren Leser:innen einen umfangreichen Ratgeber zu den Themen Lebensmittel, Landtechnik und Digitalisierung, der nicht nur aufklärt, sondern auch lösungsorientierte Konzepte vorstellt.



Hier findet Ihr spannende Beitrage von Expert:innen wie, Mag. Huber-Heim (Circular Economy Forum), Dr. Lang (Fonds Gesundes Österreich), Obmann Hannes Royer (Landschaft leben) und Christian Leitner (Agropictures).

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EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET

Ein umfassender Ratgeber rund um die Zukunft der Arbeitswelt

Lesen Sie die gesamte Kampagne auf www.unternehmensratgeber.info

Zukunft Arbeit

und Wirtschaft

FOTO: IFAA

THEMENSPECIAL:

Österreichs

Landwirtschaft

AB SEITE 17

Erfolgsfaktoren für

einen gelungenen Arbeitsund

Gesundheitsschutz

Seite 8

Unabhängig geprüft:

Hygienisch und sicher.

Berührungslos.

HEPA H13-gefiltert.

Die Zeit der

Einzelkämpfer:innen ist vorbei!

Seite 3

Arbeitswelt: Es ist Zeit

zu handeln!

Seite 6

Warum müssen wir

HR neu denken?

Seite 11


2 | Lesen Sie mehr unter unternehmensratgeber.info

IN DIESER AUSGABE

VORWORT

10

e

Warum wir HR neu denken

müssen

13

Wir brauchen eine

Verbesserung des Images der

Lehre

THEMENSPECIAL AB SEITE

17

Österreichs

Landwirtschaft

EDITORIAL

Nikolaus

Linsbichler

Project Manager

Project Manager: Nikolaus Linsbichler

Project Manager: Maximilian Listl

Business Development Manager: Anna Deisenhammer

Lektorat: Sophie Müller Layout: Juraj Príkopa

Sales Director: Florian Rohm, BA

Managing Director: Bob Roemké

Medieninhaber: Mediaplanet GmbH, Bösendorferstraße

4/23, 1010 Wien, ATU 64759844 · FN 322799f FG Wien

Impressum: mediaplanet.com/at/impressum/

Distribution: Der Standard Verlagsgesellschaft m.b.H.

Druck: Mediaprint Zeitungsdruckerei Ges.m.b.H. &

Co.KG

Kontakt bei Mediaplanet: Tel: +43 1 236 34380 E-Mail:

hello-austria@mediaplanet.com

ET: 30.09.2022

Bleiben Sie in Kontakt:

Mediaplanet GmbH

Mediaplanet Austria

@austriamediaplanet

Maximilian

Listl

Project Manager

@DerUnternehmensratgeber

FOTO: MEDIAPLANET

Text

Karin

Huber-Heim

Die Zeit der Einzelkämpfer:innen

ist vorbei!

Wie kann Europa seinen Wohlstand fördern und

gleichzeitig seine Abhängigkeit von Rohstoffen und

Energie verringern? Fragen wie diese beschäftigen

so manche:n Wirtschaftstreibende:n spätestens seit

Pandemie und Ukrainekrieg.

Eine der Antworten auf

die Frage der Abhängigkeit

ist aus Sicht der

EU-Kommission sowie

so mancher Pionierunternehmen

die Entwicklung und Etablierung

einer Kreislaufwirtschaft. Derzeit

finden wir nirgendwo sonst eine

bessere Antwort auf die multiplen

wirtschaftlichen und politischen

Herausforderungen, denen wir

uns auch noch in den kommenden

Jahrzehnten stellen werden

müssen.

Gestörte Lieferketten, Ressourcenmangel

oder hohe Rohstoffund

Energiepreise treiben die

politische Diskussion an. Als

europäische Wachstums- und

Innovationsstrategie, unterstützt

durch Direktiven und Fördergelder

in Milliardenhöhe, findet das

Denken in Wirtschaftskreisläufen

auch langsam aber sicher Einzug

in die Chef:innenetagen.

Kaum ein Unternehmen kann

in einem Umfeld rapider globaler

Veränderungen alle notwendigen

Innovationsleistungen alleine

stemmen. Herausforderungen wie

der Klimawandel und die Erschöpfung

natürlicher Ressourcen sind

so vielfältig, dass sie nicht nur

durch Innovationsprozesse von

einzelnen Akteur: innen gelöst

werden können. Eine moderne

Kreislaufwirtschaft verstärkt diese

Anforderungen um vieles mehr.

Bereits heute sehen wir, dass

Erfolgsmodelle immer branchen-

und sektorenübergreifend

sind und eine neue, nachhaltige

Wertschöpfung über einzelne

Unternehmensgrenzen hinausgehen

muss.

Digitalisierung wird dabei von

Unternehmen als wichtige Wegbereiterin

für den Übergang von

einer linearen zu einer zirkulären

Wirtschaft verstanden. Sie ermöglicht

transparentere und kreislauffähigen

Lieferketten – etwa

durch Zugang zu zuverlässigeren

Umweltdaten, Inhaltsstoffen und

Komponenten oder geographischen

Daten zu entstehenden

Materiallagern – und gewährleistet

eine einfachere Rückverfolgbarkeit

von Ressourcen.

Der österreichische csrTAG am

13. Oktober 2022 in Wien, der unter

dem Motto „Künstliche Intelligenz

& Kreislaufwirtschaft“ steht, zeigt

unternehmerische Innovation in

diesem Bereich auf und bietet

Akteur: innen ein Forum für

Wissens- und Beziehungsaufbau.

Österreichs größter jährlicher

Kongress für Unternehmen mit

Verantwortung greift hiermit ein

hochaktuelles Thema auf, das

auch zahlreiche Spannungsfelder

eröffnet. Die Teilnehmer: innen

erfahren am csrTAG 2022, welche

Unternehmen und welche

Branchen führend bei der

Umsetzung zukunftsweisender

Technologien für Kreislaufwirtschaft

sind und welche Rolle

Design und Kreativität dabei

spielen.

FOTO: KARIN HUBER-HEIM

Karin Huber-Heim

Executive Director,

Circular Economy

Forum Austria

Lesen Sie mehr

unter

www.respact.at

www.csrtag.at

www.circulareconomyforum.at


MEDIAPLANET | 3

FOTO: AUSTRIAN START UPS

Diese Fähigkeiten hätten Gründer:innen

gerne schon in der Schule gelernt

Jährlich steigen die Budgets,

die in das österreichische

Bildungssystem fließen.

Trotzdem lautet der

häufigste Satz, den man von

Schülerinnen und Schülern

und Student:innen hört,

folgendermaßen: „Wofür

lerne ich das?“

Die meisten Fähigkeiten,

die im Arbeitsleben

gebraucht werden,

lernen Absolvent:innen

in ihren ersten Jahren „on the job“.

Was passiert jedoch mit denjenigen,

die sich ihren ersten Job selbst

erschaffen? Die folgenden Fähigkeiten

hätten Gründer:innen gerne

schon in der Schule gelernt.

1

Wie baue ich ein erfolgreiches

Team auf

65 % aller Start-ups scheitern

aufgrund von Konflikten zwischen

den Gründerinnen und Gründern.

In der Anfangsphase ist es die

Kernaufgabe der Gründer:innen,

Mitstreiter:innen zu finden, die

sowohl ihre Fähigkeiten ergänzen,

als auch ihre Visionen und Ambitionen

teilen. Als Daumenregel gilt,

dass es drei Charaktere braucht, die

im Gründer:innen-Team vorhanden

sein sollten: ein:e Hustler:in (kann

die Vision verkaufen), ein:e Hipster:in

(kann die Vision visualisieren

und kommunizieren) und ein:e

Hacker:in (kann das Produkt entwickeln).

Die zweite große Herausforderung

besteht darin, die ersten

Mitarbeiter:innen an Bord zu holen.

2

Klare Kommunikation

Ein Schlüsselfaktor, um potenzielle

Mitarbeiter:innen, Investor:innen

und Kund:innen von einer Idee zu

überzeugen, ist die Fähigkeit, diese

klar und einprägsam zu kommunizieren.

Sei es bei Präsentationen,

in einer E-Mail oder in Teammeetings.

Es geht also darum, die

Kommunikation der Message an die

Empfänger:innen und das Setting

anzupassen. Während es beispielsweise

bei der Präsentation der Vision

des Unternehmens wichtig ist, mit

dem „Warum“ anzufangen und die

Zielgruppe mit einer Geschichte zu

catchen, ist es in der Kommunikation

via E-Mail hingegen wichtig,

das KISS-Prinzip („Keep it simple

and stupid“) zu befolgen und jedes

überflüssige Wort zu streichen.

3

Die Kunst, gutes Feedback

zu geben

Oft stehen sich die Teammitglieder

eines jungen Start-ups sehr nahe.

Die vielen, oft nächtelangen,

Stunden, die man damit verbringt,

eine Idee in die Tat umzusetzen,

schweißen zusammen und aus

Kolleg:innen werden Freundinnen

und Freunde. Dies hat jedoch zur

Folge, dass es vielen schwerfällt,

offen und ehrlich Feedback und

Kritik an die Teammitglieder zu

äußern. Ein Schritt aus diesem

Zwiespalt heraus ist die Wahrnehmung

des Feedbacks als Geschenk.

Es zu geben kostet Energie und

hilft dem Gegenüber, sich zu verbessern.

Umsetzbares Feedback,

das auch mit diesem Ziel gegeben

wird, ist eine Kernvoraussetzung

für eine gute Zusammenarbeit im

Team.

Diese drei Fähigkeiten sind nur

ein kleiner Einblick in die Fülle an

Herausforderungen, vor denen

Gründer:innen stehen. Um sich auf

die Reise als Gründer:in vorzubereiten,

helfen der Austausch mit

Gleichgesinnten und gezielte

Initiativen wie das Entrepreneurial

Leadership Program.

Lesen Sie mehr

unter

austrianstartups.

com


4 | Lesen Sie mehr unter unternehmensratgeber.info

EXPERTISE

FOTO: UNSPLASH

Psychische

Gesundheit

am Arbeitsplatz

Unsere Arbeitswelt hat sich verändert. Die Beschleunigung von Arbeitsprozessen,

Zusammenarbeit über geografische Grenzen hinweg, längere Arbeitszeiten und ein

Zuwachs an Arbeitsplätzen im Dienstleistungsbereich fordern die Menschen.

Bereits 2013 hat die

Novelle des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes

(ASchG) einer Zunahme

der psychischen Belastungen am

Arbeitsplatz Rechnung getragen.

Arbeitgeber:innen wurden verpflichtet,

die für die Sicherheit und

physische und psychische Gesundheit

der Arbeitnehmer:innen

bestehenden Gefahren zu ermitteln

und zu beurteilen und erforderliche

Maßnahmen abzuleiten.

Was hält uns psychisch gesund?

Der Mensch ist ein soziales Wesen.

Gute Beziehungen am Arbeitsplatz

sind zentral für unser Wohlbefinden:

ein freundlicher Umgang

miteinander, Kolleg:innen, die

einander unterstützen und

Führungskräfte, die Ziele, Prioritäten

und auch Anerkennung klar

kommunizieren.

Wir brauchen zudem die

Sicherheit, dass uns bei

Meinungsunterschieden oder

Fehlern kein herabwürdigendes

Verhalten droht.

Aber auch den individuellen

Fähigkeiten entsprechende Aufgaben

und eine passende Arbeitsmenge

sind von Bedeutung. Hohe

Anforderungen können durchaus

für eine bestimmte Zeit leistungsmotivierend

sein. Mitarbeiter:innen

müssen allerdings sowohl

die wesentlichen Ressourcen zur

Aufgabenerfüllung zur Verfügung

haben, als auch die eigenen

Kompetenzen dazu bewusst wahrnehmen.

Nach Phasen höherer

Leistungsansprüche ist auch

wieder eine Phase des „Normalbetriebs“

wichtig; das heißt, ein

Arbeitspensum, das in der zur

Verfügung stehenden Zeit gut zu

bewältigen ist.

Sorgsam gestaltete Arbeitsabläufe,

die Doppelgleisigkeiten,

Stehzeiten und Ähnliches verhindern,

fördern psychisches

Wohlbefinden ebenso, wie die

Möglichkeit sich einbringen, die

eigene Arbeit mitgestalten und sich

persönlich und fachlich weiterentwickeln

zu können. Gute Umgebungsbedingungen,

wie angenehme

Temperatur, ausreichende

Beleuchtung oder auch ausreichend

Ruhe für konzentrierte Arbeit, sind

ebenso zu beachten.

Zuletzt hat uns die Pandemie

in ein unfreiwilliges Experiment

mit neuen Belastungen gezwungen.

Die Resilienzforschung hat

dazu unter anderem individuelle

Fähigkeiten zur Krisenbewältigung

benannt: Herausforderungen als

Lernchance zu betrachten, Denken

an Lösungen, Zukunftsorientierung

und Vertrauen, dass sich die

Situation auch wieder verbessert.

Dies sind Strategien, die resiliente

Menschen bewusst anwenden

und weniger resiliente Menschen

bewusst lernen können.

FOTO: OTM KARRIEREBERATUNG GMBH

Mag. Martina Pöltl

Selbstständige

Arbeitspsychologin,

Coach, Fachkraft f.

Ergonomie

m.poeltl@

aspekte-arbeit.at


MEDIAPLANET | 5

INSIGHT

Zukunftsstrategie Betriebliche Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) findet steigenden Zuspruch, weil gesunde

und motivierte Beschäftigte eine Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit sind.

Was versteht man unter Betrieblicher

Gesundheitsförderung?

BGF als moderne Unternehmens- bzw.

Organisationsentwicklungsstrategie hat

das Ziel, die Gesundheit am Arbeitsplatz

zu stärken und das Wohlbefinden der

Beschäftigten zu verbessern. Während

sich der präventionsorientierte Zugang

des Arbeitnehmerschutzes der Vorbeugung

von arbeitsbedingten Gefahren und

Krankheiten widmet, knüpft die Gesundheitsförderung

an folgende Frage an: Wo

und wie wird Gesundheit hergestellt? Dies

passiert ganzheitlich mit körperlichen,

psychischen und sozialen Aspekten.

Studien belegen sowohl die Wirksamkeit

als auch die Wirtschaftlichkeit der BGF,

insbesondere wenn eine Verbesserung der

Arbeitsorganisation und -bedingungen,

die Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung

und die Stärkung persönlicher

Kompetenzen erreicht werden können.

Wie können Unternehmen gesundheitsfördernde

Maßnahmen erfolgreich in

ihre Unternehmensstruktur etablieren?

Gesundheitsfördernde Maßnahmen können

erfolgreich etabliert werden, indem sie

ein umfassendes Projekt zur Einführung

der BGF umsetzen und sich dabei beraten

und begleiten lassen. Dabei macht das

Wesen der BGF die Kombination von Maßnahmen

zur Schaffung von unterstützenden

Arbeitsbedingungen in Verbindung

mit der Befähigung der Beschäftigten,

ihren Lebensstil gesünder zu gestalten,

aus. BGF ist dann erfolgreich, wenn sie systematisch

durchgeführt wird und neben

einer Bedarfsanalyse eine Prioritätensetzung

und während der Umsetzung eine

kontinuierliche Bewertung der Ergebnisse

vornimmt. Dabei sind die Partizipation der

gesamten Belegschaft und gesundheitliche

Chancengerechtigkeit zentrale Anliegen.

BGF sollte außerdem bei allen wichtigen

Entscheidungen und in allen Unternehmensbereichen

berücksichtigt werden.

So kann eine gesundheitsfördernde

Unternehmenskultur entstehen und im

Denken und Handeln der Führungskräfte

und Beschäftigten nachhaltig verankert

werden.

Welche Trends sind abzusehen?

Immer mehr Unternehmen erkennen den

Nutzen und die Notwendigkeit von BGF

und lassen sich mit einem BGF-Gütesiegel

zertifizieren. Sie dürfen jedoch nach der

Pilotphase nicht aufhören, sondern sollten

die BGF kontinuierlich weiterentwickeln.

Auf organisatorischer Ebene empfiehlt

sich, dass BGF in den Regelbetrieb

integriert und im Sinne eines betrieblichen

Gesundheitsmanagements institutionalisiert

wird. Betriebe sollten sich dabei

thematisch auf den aktuellen Strukturwandel

und seine Herausforderungen für

Gesundheit und Wohlbefinden in der

Arbeitswelt ausrichten, insbesondere was

die zunehmende Digitalisierung und

Flexibilisierung aber auch den demografischen

und klimatischen Wandel betrifft.

FOTO: ETTL

Dr. Gert Lang

Gesundheitsreferent

für Betriebliche

Gesundheitsförderung,

Fonds Gesundes

Österreich

Lesen Sie mehr

unter

fgoe.org

Bezahlte Anzeige

Die Arbeitsfähigkeit

wiedergewinnen rechnet sich.

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Eingliederungsmanagement (BEM). BEM sorgt dafür, Ihre Beschäftigten bis zum Regelpensionsalter fit

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6 | Lesen Sie mehr unter unternehmensratgeber.info

INSIGHT

FOTO: UNSPLASH

Arbeitswelt: Es ist

Zeit zu handeln!

Digitalisierung als Chance erkennen, um an den

wahren Problemen zu arbeiten Leitbetriebe

rüsten sich für die Zukunft der Arbeitswelt

Andreas Gnesda

Vorsitzender des

Beirates der Leitbetriebe

Austria

Arbeitswelten-Experte,

Keynote-Boschafter,

Autor

FOTO: LEITBETRIEBE AUSTRIA

Seit vielen Jahren prophezeien

Wirtschaftswissenschaftler:innen

und

Soziolog:innen massive

Änderungen am Arbeitsmarkt –

und jetzt ist es soweit. Wir stehen

am Beginn der Wende.

Die Digitalisierung wird in

nahezu allen Diskussionen als

Hauptmotiv dafür betrachtet.

Wissen ist immer und überall

verfügbar, Technologien erlauben

uns, quer über den ganzen Globus

online zusammenzuarbeiten und

verbunden zu sein und reproduzierbare

Prozesse werden nach und

nach von künstlicher Intelligenz

ersetzt. Technologie ist der Motor

für Veränderung, die Ursachen

für Probleme liegen jedenfalls in

anderen Bereichen.

Unser Bildungssystem baut im

Wesentlichen noch immer auf der

Anhäufung von Wissen auf, statt

den Umgang mit neuen Tools und

in diesem Zusammenhang Persönlichkeit

und soziales Verhalten zu

trainieren. Es gibt heute kaum eine

Mitarbeiter:innenausschreibung,

die nicht exzellente MS-Office-

Kenntnisse, wirtschaftliches und

kaufmännisches Grundlagenwissen

oder den Umgang mit Social-

Media und Kommunikationstools

voraussetzt. Wo wird all dies aber

in unseren Schulen gelehrt?

Hinzu kommt der demographische

Wandel. Niedrige Geburtenraten

lassen die europäische

Bevölkerung schrumpfen. Gleichzeitig

wird der Anziehungsfaktor

für Menschen aus anderen Ländern

und Kontinenten immer größer.

Nahezu ein Viertel der unselbständig

Beschäftigten in unserem Land

hat nicht österreichische Wurzeln.

Unsere Volkswirtschaft würde ohne

diese Arbeitskräfte schon lange

nicht mehr funktionieren. Und

dennoch schaffen es Unternehmen

– trotz Zuwanderung – kaum noch,

qualifizierte Mitarbeiter:innen

anzuwerben. Hinzu kommt, dass in

den nächsten Jahren die geburtenstarken

Jahrgänge der Baby-

Boomer-Generation in Pension

gehen werden. Viele Unternehmen

berichten uns, dass die Beschäftigtenstruktur

veraltet ist, in den

nächsten Jahren bis zu einem

Drittel der Belegschaft in Pension

geht und dass davon so gut wie

alle Führungskräfte betroffen sind.

Und unsere Systeme stehen für

die Prolongation dieser Umstände.

Es fehlt an Motivation, länger im

Arbeitsprozess zu bleiben. Für die

Politik waren Pensionsversprechen

über Jahrzehnte ein probates

Geschenk für den Wahltag.

Jetzt multiplizieren sich die

Folgen aus einem reformbedürftigen

Bildungssystem, dem demographischen

Wandel und

politischen Systemen, die oftmals

den falschen Zielen dienen.

Gleichzeitig ist für junge Menschen

sinnerfüllende Arbeit in maximaler

Freiheit wichtiger als das Gehalt.

Energiekrise, Inflation und

Auswirkungen der Pandemie

flankieren die Situation. Es ist

höchste Zeit zu Handeln – in der

Leitbetriebe-Community machen

wir uns das zum Auftrag!

Lesen Sie mehr

unter

leitbetriebe.at/

category/

digitalisierung/


MEDIAPLANET | 7

Entgeltliche Einschaltung

FOTO: SHUTTERSTOCK

Beratung mit

Bodenhaftung

Dipl.-Inf. Michael Jungmann und Dipl.-Ing. Roman Wambacher von Digital Enabler

stehen Industrieunternehmen mit Rat und Tat zur Seite, die im Rahmen der digitalen

Transformation (auch) mit vorhandenen Fachkräften neue Wege gehen möchten.

Michael Jungmann

Roman

Wambacher

FOTO: FOTOGRAFIE SCHWAMBERGER

FOTO: FOTOGRAFIE SCHWAMBERGER

Welche Herausforderungen birgt

die digitale Transformation?

Vielleicht überraschend, sehen wir

die größte Herausforderung nicht

in der Technik. Ein wesentlicher

Aspekt der digitalen Transformation

ist – neben neuen Geschäftsmodellen

sowie Möglichkeiten

der Integration mit Kunden und

Partnern –, dass sie neue Arbeitswelten

ermöglicht aber gleichzeitig

auch erfordert. Arbeit wird zunehmend

hybrider, enge Kooperationen

treten an die Stelle starrer Kunden-/

Lieferantenbeziehungen, neue

interdisziplinäre und ortsunabhängige

Projektteams entstehen und

die Arbeit ist vernetzter. Spannend

hieran ist, dass wir uns in der Industrie

dem Trend nicht entziehen

können – wir müssen unsere Art zu

arbeiten komplett neu denken, um

zu bestehen und erfolgreich zu sein.

Die Herausforderungen für Unternehmen

liegen nun darin, diesen

Wandel systemisch umzusetzen,

aktiv zu gestalten und zu steuern.

Dies erfordert das Management

von verschiedenen Teilnehmern,

sowohl intern als auch extern. Wenn

wir das richtig machen, lösen sich

viele heute noch unlösbare Aufgaben,

wie z. B. die Umsetzung von

Innovation oder der oft genannte

Fachkräftemangel, fast von selbst.

Mit welchem Fokus wurde Digital

Enabler gegründet?

Wir arbeiten seit 15 Jahren fachlich

in der Maschinen- und Anlagenbaubranche

– damals haben wir Softwarekomponenten

und Systeme

geliefert, so wie in der klassischen

Industrie physische Bauteile geliefert

werden. Wir haben dabei festgestellt,

dass es für unsere Kunden

zunehmend schwieriger wurde, diese

„Bauteile“ zu beschreiben – bzw.

es oft unmöglich wäre, weil sie so

komplex sind. Wir haben erkannt,

dass wir als Industrie eine neue Art

zu arbeiten benötigen. Hier haben

wir unseren Fokus ausgebaut – wir

möchten als „Enabler“ Kunden

befähigen, digitale Lösungen selbst

zu entwickeln und dabei flexibel

Kompetenzen und Kapazitäten am

Markt zu nutzen. Dies reicht von der

gemeinsamen Analyse von Business

Cases, über gemeinsame Innovation

bis hin zum individuellen Coaching

auf Management-, methodischer

und fachlicher Ebene. Damit einher

geht natürlich auch die Befähigung

in die andere Richtung: In die

Produkte und Strategien unserer

Kunden abzutauchen gibt uns die

notwendige Bodenhaftung für alle

Aktivitäten – bis hin zur zuverlässigen

Lieferung von Komponenten,

die wir nun gemeinsam definieren.

Gibt es aus Ihrer Sicht schon

genug Bewusstsein für diese

Thematiken?

Unser Unternehmen wurde

2016 als Antwort auf die vorhin

beschriebene Entwicklung

gegründet. Wir sehen durchaus

unterschiedliche Geschwindigkeiten

in verschiedenen Unternehmen.

Hierfür gibt es mehrere

Faktoren: das Bewusstsein, welche

strukturellen Änderungen notwendig

sind; die Bereitschaft,

Änderungen durchzuführen;

Vertrauen in die eigene Organisation

und in die Partner und die

Bereitschaft, sich auf eine neue Art

zu arbeiten einzulassen. Das sind

auch genau die Themen, in denen

wir unsere Kunden unterstützen

– auch wieder mit Bodenhaftung

und Erfahrung.

Wo liegt die Stärke Ihrer Arbeit?

Aus unserer Sicht ist es die

Kombination aus dem „Enabling“

– also Kunden dort abzuholen, wo

sie stehen –, einem kompetenten

Umsetzungspartner mit langjähriger

Erfahrung im Maschinen- und

Anlagenbau und darüber hinaus

einem offenen Netzwerk von

Partnern in unterschiedlichen

Bereichen und deren vertrauensbasierter

Kooperation.

Lesen Sie mehr

unter

digital-enabler.

com/zaw


8 | Lesen Sie mehr unter unternehmensratgeber.info

INSIGHT

FOTO: IFAA

Arbeits- und Gesundheitsschutz –

wie die Erfüllung einer Pflicht zum

Unternehmenserfolg beitragen kann

Lesen Sie mehr

unter

www.arbeits

wissenschaft.net

Arbeitgeber:innen sind

gesetzlich verpflichtet,

für Sicherheit und

Gesundheitsschutz der

Beschäftigten am Arbeitsplatz zu

Aktuelle Herausforderungen verdeutlichen,

dass es sinnvoll ist, sich

mit dem Arbeitsschutz und dabei

auch mit den Gefährdungen durch

psychische Belastung zu beschäftigen.

Denn, ein wirkungsvoller

und gut organisierter Arbeits- und

Gesundheitsschutz macht Unternehmen

wettbewerbsfähiger, da er

dazu beiträgt, die Leistungsfähigkeit

der Beschäftigten zu erhalten.

Auch wenn sich nicht alle

Maßnahmen des Arbeits- und

Gesundheitsschutzes kurzfristig

in Euro und Cent rechnen, können

sichere und ergonomisch gestaltete

Arbeitsplätze auf mittlere und

lange Sicht die Gesundheit und

Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter:innen

erhalten, wenn nicht

sogar fördern. Außerdem lässt

sich vermuten, dass das Arbeiten

mit ergonomisch gut gestalteten

Arbeitsmitteln mehr Freude

bereitet und effektiver ist als das

Hantieren mit ungeeigneten oder

unergonomischen Werkzeugen.

Im Wettbewerb um Fachkräfte

trägt ein gelebter Arbeitsschutz

darüber hinaus zum positiven

Image und zur Wettbewerbsfähigkeit

eines Unternehmens bei. Die

Vorteile einer guten Arbeitsschutzorganisation

äußern sich nicht

nur im Erhalt der Gesundheit der

Beschäftigten, sondern können

auch zu einer höheren Produktivität

beitragen.

Erfolgsfaktoren für einen gelungenen

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Arbeits- und Gesundheitsschutz

ist Führungsaufgabe und muss in

bestehende Unternehmensstrukturen

und -prozesse integriert werden.

Dies beginnt sinnvollerweise

bereits bei der Unternehmensleitung

und führt bis in die unterste

Führungsebene. Aber auch die

Beschäftigten müssen befähigt

werden, sich zu beteiligen und

eigenverantwortlich mitzuwirken.

Mit Zunahme der Möglichkeiten

der Digitalisierung kommt dieser

Eigenverantwortung von Beschäftigten

eine weitaus höhere

Bedeutung zu als noch vor einigen

Jahren. Dies gilt zum Beispiel auch

bei der sachgerechten Verwendung

von Arbeitsmitteln und ergonomischen

Hilfsmitteln wie Hebehilfen.

Auch das korrekte Einstellen eines

Bildschirms will gekonnt sein.

Wenn sich alle Beteiligten verantwortlich

fühlen und kooperieren,

kann der Arbeits- und Gesundheitsschutz

so zum Selbstläufer

werden.

Dr. Stephan Sandrock leitet den

Fachbereich Arbeits- und

Leistungsfähigkeit am ifaa - Institut

für angewandte Arbeitswissenschaft

e. V. Das ifaa ist das

Forschungsinstitut der Metall- und

Elektroindustrie zur Gestaltung der

Arbeitswelt.

FOTO: IFAA

Dr. Stephan

Sandrock

Leitung Fachbereich

Arbeits- und Leistungsfähigkeit,

ifaa


MEDIAPLANET | 9

Entgeltliche Einschaltung

FOTO: SHUTTERSTOCK

Familienfreundliches

Employer Branding

Im Wettbewerb um die besten Köpfe sind Unternehmen gefordert, sich als

attraktive, familienfreundliche Arbeitgeber:innen zu positionieren.

Eine familienbewusste

Personalpolitik hat sich

in vielen Unternehmen

bereits als wichtiger

Erfolgsfaktor etabliert. Zudem

rückt familienfreundliches Engagement

immer mehr ins Zentrum der

Arbeitnehmer:innenzufriedenheit

und zählt bei Bewerberinnen und

Bewerbern zu den entscheidenden

Kriterien bei der Arbeitsplatzwahl.

Familienfreundlichkeit bringt

viele Vorteile und kann zu einem

zentralen Wettbewerbsvorteil und

Image-Attribut werden. Studien

zufolge erhalten familienfreundliche

Arbeitgeber:innen rund zehn

Prozent mehr Bewerbungen als der

Durchschnitt. Zudem sinkt die Mitarbeiter:innenfluktuation

um zehn

Prozent, was sich wiederum positiv

auf die Kund:innenloyalität auswirken

kann. Wenn die Beschäftigten

Beruf, Familie und Freizeit besser

miteinander vereinbaren können,

steigen Zufriedenheit, Motivation,

Mitarbeiter:innenbindung und

Produktivität.

Unternehmen aller Art können

durch familienfreundliches

Employer Branding ihre Arbeitgeber:innenmarke

stärken und

sich von Wettbewerberinnen

und Wettbewerbern abgrenzen

und so behaupten. Gütesiegel,

wie beispielsweise die staatliche

Zertifizierung berufundfamilie,

bilden einen hohen Qualitätsstandard

von Arbeitgeberinnen

und Arbeitgebern ab. Sie werden

von Jobsuchenden sehr positiv

aufgenommen und auch von

bestehenden Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern wertgeschätzt.

Zertifizierung berufundfamilie

mit staatlichem Gütezeichen

Die Zertifizierung ist ein maßgeschneidertes

Instrument für

Unternehmen aller Branchen,

Unternehmensgrößen sowie

Rechts- und Unternehmensformen.

Der Prozess wird von qualifizierten

Beraterinnen und Beratern

betreut, die das Unternehmen

nachhaltig dabei unterstützen,

familienfreundliche Maßnahmen

zu definieren, zu evaluieren und

zu planen. Gemeinsam mit den

Beschäftigten werden individuelle

Maßnahmen entwickelt, die auf die

Bedürfnisse aller Beteiligten abgestimmt

sind. So können Maßnahmen

nachhaltig umgesetzt und die

Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens

langfristig gesteigert werden.

Nach positiver Begutachtung

durch eine externe Zertifizierungsstelle

wird das Unternehmen vom

zuständigen Bundesministerium

mit einem staatlichen Gütezeichen

ausgezeichnet. Mit dem Einsatz

des staatlichen Gütezeichens in

der Öffentlichkeitsarbeit und im

internen wie externen Employer

Branding wird die familienfreundliche

Positionierung der Arbeitgeber:innenmarke

nachhaltig und

glaubwürdig gefestigt.

Best Practices zu familienfreundlichem

Employer Branding

Familienfreundlichkeit will

gesehen werden. Wie sich das in

der Praxis umsetzen lässt, zeigen

zahlreiche Best Practices auf der

Website des Netzwerks „Unternehmen

für Familien“. Das Booklet

zum diesjährigen Sonderpreis des

Staatspreises zum Thema „Familienfreundliches

Employer

Branding im digitalen Recruiting

und Personalmarketing” vereint

auf einen Blick alle eingereichten

Projekte zum Nachlesen.

QR Code zu Best

Practices im Netzwerk

„Unternehmen

für Familien“

QR Code zum Booklet

zum Sonderpreis

zum Staatspreis

2022


10 | Lesen Sie mehr unter unternehmensratgeber.info

INSIGHT

FOTO: SHUTTERSTOCK

Warum wir

Human

Resources neu

denken müssen

Text Univ.-Prof. Dr. Isabell M. Welpe


MEDIAPLANET | 11

FOTO: SHUTTERSTOCK

Univ.-Prof. Dr.

Isabell M. Welpe

Co-Founder TUM

Blockchain Center

FOTO: I. WELPE

Aufgrund der Digitalisierung

und der

damit einhergehenden

Disruption

ändern sich nicht

nur die Wertschöpfungsketten,

sondern auch die Geschäfts- und

Organisationsmodelle vieler Unternehmen.

Ein zentraler und im

Zuge der Digitalisierung zunehmend

bedeutsamer Erfolgsfaktor

ist Kund:innenfokus und -zentriertheit.

Damit Unternehmen ihre

Unternehmenskultur, Strukturen

und Prozesse erfolgreich auf die

neuen Erfolgsfaktoren ausrichten

können, sind Anpassungen

innerhalb der Organisation und

des zentralen Bereichs der Human

Resources erforderlich. Dabei ist

die Personalfunktion, also das

Suchen, Finden und Binden von

Talenten, eine der strategisch

wichtigsten Aufgaben einer Organisation.

Um die neuen Erfolgsfaktoren

seitens des Personals gut zu

unterstützen, müssen sich Human

Resources teilweise neu erfinden

und ihre Schwerpunkte und Prozesse

neu denken.

Was bedeutet Digital Work

Design für Human Resources

konkret?

Digital Work Design bedeutet, dass

sich die Personalfunktion auf die

neue Realität für Unternehmen,

also auf Digitalisierung, Dezentralisierung

und Disruption, einstellt.

Für die HR-Abteilung bedeutet

dies zum Beispiel, den Fokus auf

tatsächliche Fähigkeiten und

Kompetenzen anstatt auf formale

Qualifikationen und Abschlüsse

zu legen. Die Talentmärkte werden

sich noch stärker als bisher globalisieren

und gleichzeitig erleben wir

schon heute einen großen Mangel

an Fach- und Führungskräften.

Deshalb sind auch die Abkehr vom

„One-Size-Fits-All“-Denken und

das aktive Ansprechen potenzieller

Bewerber:innen wichtig.

Was ist ein entscheidender Erfolgsfaktor

für virtuell arbeitende

Teams?

Generell sind alle Teams, virtuell

oder nicht, erfolgreicher, wenn sie

viele der folgenden Verhaltensweisen

aufweisen (Organizational-

Citizenship-Verhalten):

• Hilfsbereitschaft

• Sportsgeist

• Loyalität

• Compliance

• Individuelle Initiative

• Zivilgesellschaftliche Tugenden

• Selbstentwicklung

Prof. Dr. Welpe ist Vortragende

des diesjährigen HR-Summits,

der vom 12. bis 13. Oktober 2022

in der Wiener Hofburg stattfindet.

Sie spricht über die Zukunft des

HR-Managements und wie Unternehmen

DAOs, NFTs und Social

Tokens für sich nutzen können.

Für virtuelle Teams kommt noch

hinzu, dass diese – anders als

Teams an einem gemeinsamen

Ort – stärker auf Klarheit bezüglich

Aufgabenstellung, Rollenverteilung

und Struktur angewiesen

sind.

Wie kann man als Führungskraft

am besten Einfluss auf Menschen

und Organisation nehmen?

Obwohl es viele Definitionen zu

Leadership gibt, ist ihnen ein

Aspekt gemein: das Einflussnehmen.

Ohne Einflussnahme erfolgt

keine Führung, unabhängig davon,

wie die formale Position in der

Organisation lautet. Doch worauf

wollen Führungskräfte Einfluss

nehmen? Auf die Gefühle,

Gedanken und Handlungen der

Menschen im Unternehmenskontext.

Es gibt dafür zwei verschiedene

Möglichkeiten: Erstens, ich

führe durch die Struktur meiner

Arbeit, die Prozesse, die Vorgaben,

die ich mache, unabhängig von mir

als Person. Und zweitens: Ich führe

durch meine Person, also durch

mein Sprechen, meine Kommunikation,

mein persönliches Wirken.

Beide Ansätze haben Vor- und

Nachteile. Der Vorteil des Führens

durch Struktur ist, dass die

ausgestalteten Strukturen und

Prozesse auch dann im Unternehmen

verbleiben, wenn die Führungskraft

das Unternehmen

verlassen hat oder vorübergehend

nicht vor Ort ist.


12 | Lesen Sie mehr unter unternehmensratgeber.info

EXPERTPANEL

Entgeltliche Einschaltung

Wenn Betriebliche Gesundheitsförderung zum entscheidenden Faktor wird

Mag.a Renate

Krenn

ASZ Geschäftsführerin

FOTO: ASZ

Unsere Arbeitswelt ist ordentlich

in Bewegung. Neue Arbeitszeitmodelle,

Vollbeschäftigung,

Fachkräftemangel – es ist für

Unternehmen schwierig geworden,

qualifizierte Mitarbeiter:innen

zu gewinnen und zu halten.

Betriebliche Gesundheitsförderung

(BGF) kann hier zum Schlüsselfaktor

für Motivation und Zufriedenheit

werden. Nur reicht der

berühmte Obstkorb längst nicht

mehr aus. Gesundheits-Coaching

trifft schon eher den Zahn der

Zeit, und zwar physisch und

psychisch. Individuell aber auch

gruppendynamisch ist es für den

sozialen Zusammenhalt wichtig.

Wir vom ASZ, Österreichs erstes

Zentrum für Prävention in der

Arbeitswelt, gehen schon seit

Jahren mit unseren Kund:innen

diesen Weg. Wir konzipieren maßgeschneiderte

Jahresprogramme

mit innovativen Gesundheitsangeboten

und sehr persönlicher

Betreuung aus allen Disziplinen –

von Ernährung über Sport und

Ergonomie bis zur Psychologie. Vor

allem die Evaluierung psychischer

Belastungen und das schnelle Setzen

von Maßnahmen sind in Zeiten

wie diesen besonders wichtig,

denn aufgrund unserer derzeitigen

Lebenssituation nehmen Zukunftsängste

zu, die ihre negativen

Auswirkungen auf die Gesundheit

zeigen. Wir unterstützen deshalb

unter anderem mit unserer

APsy-Serviceline, einer anonymen

Telefon-Sofort-Hilfe für Mitarbeiter:innen

unserer Kund:innen, die

wirklich viel genutzt wird.

Ganz wichtig bei alldem sind

aber die Führungskräfte. „Gesundes

Führen“ ist das Motto der

Zukunft! Die ASZ-Führungskräfteseminare

liefern hier praktische

Wege und Lösungen.

Lesen Sie mehr

unter

www.asz.at

Entgeltliche Einschaltung

Gelebte Nachhaltigkeit

Erich Steindl

MSc /

Geschäftsführer

FOTO: DRUCKEREI JANETSCHEK

110 Jahre produziert die Druckerei

Janetschek nun schon Bücher

und Druckwerke aller Art. Worte

achtsam zu Papier zu bringen ist

hier seit 1912 gelebter Arbeitsalltag.

Heute zählen neben Druckprodukten

auch das Design und der Medienbereich

zum Produktportfolio.

Ein kreatives Team unterstützt die

Auftraggebenden bei der Entwicklung

der Kommunikationslösungen

– sowohl im gedruckten als

auch im digitalen Bereich. Dabei

beweist sich das Unternehmen

nicht nur als klassische Druckerei,

sondern immer mehr Kund:innen

schätzen auch die Expertise zum

Thema Nachhaltigkeit.

Schon 2003 hat Janetschek

erkannt, dass eine ökologische

Ausrichtung des Betriebes positive

Auswirkungen auf Umwelt und

Geschäftserfolg hat. Seit 2010

veröffentlicht die Druckerei alle

drei Jahre einen Nachhaltigkeitsbericht,

jener für 2022 wurde

soeben fertig. Seit 2014 können

alle unvermeidbaren CO2-Emissionen,

die beim Druck entstehen,

durch Humusaufbau in regionalen

Ackerflächen gebunden werden.

Dieses Projekt ermöglicht

Janetschek-Kund:innen die Bestellung

klimaneutraler Drucksorten.

So konnte sich die Druckerei als

Betrieb, der für umweltfreundliche

Druckproduktionen steht, klar

positionieren. Im Mittelpunkt der

erfolgreichen Nachhaltigkeitsstrategie

stehen Umwelt, Wirtschaft

und Soziales, denn neben dem

ökologischen Engagement wird bei

Janetschek vor allem die Verantwortung

gegenüber den Menschen

sehr hoch bewertet.

Lesen Sie mehr

unter

www.janetschek.

at/druckereijanetschek-gmbh/


MEDIAPLANET | 13

FOTOS: SHUTTERSTOCK

Entgeltliche Einschaltung

Leadership muss sich entwickeln. Oder sterben.

Anton

Pappenscheller

Experte für

Leadership

und Unternehmensentwicklung

FOTO: CAROLINE VLASEK

Entgeltliche Einschaltung

Leadership, wie wir es heute

kennen, hat uns sehr

weit gebracht – bis zum

Mond und weiter, doch

bei den Herausforderungen auf der

Erde hat es versagt. Die Strategien,

die uns an diesen Punkt geführt

haben, funktionieren offensichtlich

nicht mehr. Corona, Klima,

Inflation, Krieg …

Mit den Antworten des Managements

können wir die neuen

Herausforderungen ebenso nicht

bewältigen. Höher, schneller,

weiter ist keine Lösung, denn die

Ressourcen sind begrenzt.

In der Natur gibt es nur zwei

Möglichkeiten: Entweder ein

Organismus entwickelt sich und

wächst oder er bildet sich zurück

und stirbt ab. Unsere Art zu führen

muss heute einen Evolutionsschritt

vollziehen!

Darwin erläutert in „Die Abstammung

des Menschen“, dass jene

Gemeinschaft am besten floriert,

welche die größte Anzahl an

einander wohlwollenden Mitgliedern

hat. Das Gesetz des Stärkeren

ist also in Wahrheit das Gesetz der

Kooperation.

Die neue Art von Leadership

richtet sich somit an einem größeren

Bezugsrahmen aus, erkennt

neue Wachstumsfelder und berücksichtigt

unsere gemeinsamen

Ziele. Sie denkt nicht nur mit

dem Kopf, sondern wagt es auch,

mit dem Herzen zu spüren. Sie

schafft völlig neue Möglichkeiten,

trotz Wettbewerb zu kooperieren,

Wachstum und Entwicklung zu

fördern und für das Gesamte einen

Beitrag zu leisten. Sie führt durch

Mensch-Sein.

Wir sehen, dass dieser

Umschwung bereits passiert! Nun

braucht es noch mehr Leader:innen

der neuen Generation, die

diesen Entwicklungsschritt beherzt

vollziehen und fruchtbares

Neuland betreten.

Mehr zum Leadership

der Zukunft

unter:

www.FUTURE.at/

Leadership-

Akademie

Der Mensch im Mittelpunkt

mit Human Centric Lighting

Kunstlicht hat unser Leben

revolutioniert. Wir können

zu jeder Zeit von überall aus

arbeiten. Für einen gesunden,

leistungsfähigen Lebensrhythmus

braucht der Mensch aber

natürlich wechselnde Tageslichtverhältnisse.

Arbeiten in

Innenräumen bei schlechtem

Licht macht uns müde, niedergeschlagen

und antriebslos.

Human Centric Lighting (HCL)

erzeugt mit dem richtigen Licht zur

richtigen Zeit eine Arbeitsumgebung,

die den natürlichen

Tageslichtverlauf mit seinen

visuellen, biologischen und

emotionalen Wirkungen nachempfindet.

Dafür werden die Leuchten

über eine intelligente Steuerung

mit passenden Lichtprofilen

angesteuert. Über Farbtemperaturen

und Beleuchtungsstärken kann

HCL den Verlauf des Tageslichts so

simulieren, dass es den zirkadianen

Rhythmus (die „innere Uhr“)

des Menschen positiv unterstützt.

Eine neutral- oder kaltweiße

Lichtfarbe kann morgens aktivieren,

während warmweißes Licht

entspannt und ideal in die

Abendstunden passt. HCL

unterstützt Gesundheit, Wohlbefinden

und Leistungsfähigkeit.

Weiterführende

Informationen finden

Sie unter

hcl.ledvance.de


14 | Lesen Sie mehr unter unternehmensratgeber.info

INSIGHT

FOTOS: UNSPLASH

Digitalisierung

am Bau –

Tablets sind

zu wenig

Die zunehmende Digitalisierung des

Bauwesens wird uns vor zahlreiche

Herausforderungen stellen, sichert aber

schlussendlich unsere Leistungsfähigkeit.

In unserem digitalen Zeitalter

schreiten innovative

Techniken und Ideen immer

schneller voran. Obwohl sich

mittlerweile weltweit tausende

Expert:innen und Startups mit

der digitalen Transformation der

Bauwirtschaft – einer der größten

Wirtschaftszweige der Welt –

beschäftigen, hinkt diese insgesamt

in punkto Digitalisierung

aber immer noch weit hinterher.

Dabei muss bei allen Bemühungen

der Digitalisierung weitergedacht

werden, als es oft der Fall ist, und

immer mit dem ersten Schritt

begonnen werden.

Wie in vielen anderen Branchen

ist der Fachkräftemangel auch

in der Baubranche ein massives

Problem, welches u. a. auf den

demographischen Wandel zurückzuführen

ist. Aber auch der „Bauberuf“

selbst, der im Gegensatz

zu anderen Branchen bei vielen

Jugendlichen nicht mehr attraktiv

genug ist, führt zu einer Verknappung

der Fachkräfte. Lohn- bzw.

Gehaltserhöhungen sind dabei

kein Mittel zur Verbesserung dieser

Situation, da junge Generationen

schlichtweg andere Prioritäten

setzen. Schlussendlich wird die

Baubranche zukünftig nicht mehr

die Anzahl an Arbeitsstunden zur

Verfügung haben, um ein entsprechendes

Bauvolumen abarbeiten

zu können.

Abhilfe können hier die in anderen

Bereichen schon etablierten

Felder „Big Data“, „Smart Homes“

und Automatisierung liefern.

Damit diese auch wirksam eingesetzt

werden können, braucht

es jedoch mehr als nur ein paar

Tablets und Apps auf der Baustelle.

Es muss die Basis in Form einer

Organisation und Optimierung

der Herstellprozesse geschaffen

werden, bei der wertschöpfende

Prozesse, wie der Einbau von

Beton, optimiert und nicht wertschöpfende

Prozesse, wie die

Abrechnung, eliminiert werden. In

weiterer Folge gelangt man zu einer

Erhöhung der Datenqualität, die

es erst ermöglicht, entsprechende

Schlussfolgerungen aus den

Daten ziehen zu können, die im

Prozess wieder rückgeführt werden

können. Software-Roboter können

dann übernehmen und automatisieren,

sodass administrative

Tätigkeiten gegen Null gehen und

sich Fachkräfte auf das konzentrieren

können, wofür sie ausgebildet

wurden: das BAUEN.

Um nachhaltig wettbewerbsfähig

zu sein, müssen also die Entwicklung

der Mitarbeiter:innen, die

Veränderung der Unternehmenskultur

sowie die Entwicklung neuer

Bauprozesse bzw. Geschäftsmodelle

vorrangige Ansatzpunkte sein.

„Building Information Modeling“,

kurz BIM, kann hier methodischer

Treiber sein. Allein die Visualisierungen

lösen bei Projektbeteiligten

oftmals schon ein Umdenken aus.

Diese (Daten-)Modelle liefern die

Informationen zur digitalen

Baustelle der Zukunft.

FOTO: W. HABERFELLNER

Dipl. Ing. Walter

Haberfellner

Lektor für Digitalisierung

und

Innovation an der FH

Campus Wien

Lesen Sie mehr

unter

www.bmhaberfellner.at


MEDIAPLANET | 15

Wir brauchen eine Verbesserung des Images der Lehre!

Unsere Wirtschaft braucht gut ausgebildete Fachkräfte, doch seit Jahren sinken die Lehrlingszahlen. Darum gilt

es nicht zuletzt, das Image der Lehre zu verbessern und diese für junge Menschen wieder attraktiv zu machen.

Schon seit Jahren beklagen so

einige Wirtschaftsbereiche

einen sich verstärkenden Fachkräftemangel

– ein besorgniserregendes

Problem, das

das Wirtschaftswachstum in Österreich

hemmt und sich besonders seit Beginn

der Coronapandemie immer weiter verschärft

hat. In vielen Branchen fehlen gut

ausgebildete Fachkräfte an allen Ecken

und Enden.

Dieser Fachkräftemangel geht

Hand in Hand mit einem Lehrlingsmangel:

zahlreiche Betriebe melden

einen qualitativen und quantitativen

Rückgang der Bewerber:innen für ihre

Lehrstellen. Ursächlich dafür ist neben

dem demographischen Wandel und

einem generellen, stark forcierten Trend

Richtung akademischer Ausbildung

insbesondere, dass noch immer zu viele

Menschen in Österreich glauben, mit

einer Lehre komme man im Leben nicht

weit – und man könne erst recht keine

Karriere machen. Dies ist ein gefährlicher

Irrglaube, den es zu behandeln

gilt, denn: In der Industrie finden bereits

rund 20 Prozent aller Unternehmen kein

ausreichend qualifiziertes Personal, im

Dienstleistungsbereich sind es sogar

zirka 34 Prozent. Dass es mit einer Lehre

schwerer sei, einen guten Job zu finden,

kann schon allein durch diese Tatsache

widerlegt werden; die Nachfrage nach

gut ausgebildeten Fachkräften ist ganz

offensichtlich groß. Und eine gute

Ausbildung stellt die Lehre zweifellos

dar. Sie gilt über Europa hinaus als

österreichisches Erfolgsmodell, sogar

die USA blicken nicht neidlos auf unser

bewährtes und modernes System der

dualen Ausbildung. So wurde im April

2022 mit einem „Memorandum of

Understanding“ zum Thema Lehre eine

Kooperation zwischen Österreich und

den USA ins Leben gerufen und damit

vereinbart, eng zusammenzuarbeiten,

um dieses Ausbildungsmodell angepasst

auch in den USA zu entwickeln.

Die Lehre als österreichischer Exportschlager

ist zweifellos eine Ausbildung,

die Respekt verdient hat und den Weg in

eine erfolgreiche Zukunft eröffnen kann.

Damit diese Überzeugung auch bei der

Mehrheit der Österreicher:innen

ankommt, muss noch viel getan werden

– verpflichtende Berufsorientierung an

Schulen wäre hierbei ein wichtiger

Schritt. Denn vor allem damit kann

sichergestellt werden, dass junge

Menschen schon früh erfahren, welche

Ausbildungsmöglichkeiten ihnen

offenstehen. Von politischen Verantwortlichen

wäre daher dringendst gefordert,

der Lehre als Motor unserer Wirtschaft

mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Entgeltliche Einschaltung

Wer Fachkräfte will, muss mehr

in die Lehre investieren!

Nur drei von 100 Bildungseuros fließen in die Berufsschulen. „Das muss sich

rasch ändern!“, fordert younion _ Die Daseinsgewerkschaft.

FOTO: ZUKUNFT.LEHRE.ÖSTERREICH

Mario Derntl

Managing Director

bei zukunft.lehre.

österreich

Lesen Sie mehr

unter

zukunft-lehre.at

Daniel Waidinger

Bundesjugendreferent

FOTO: YOUNION

„Die duale Ausbildung ist ein

Erfolgsmodell und bereitet junge

Menschen optimal auf die Zukunft

vor“, sagt Richard Tiefenbacher,

Jugendvorsitzender der younion _

Die Daseinsgewerkschaft. Aber es

müsse auch konstant an der Verbesserung

der Ausbildungsbedingungen

gearbeitet werden: „Denn

schwarze Schafe gibt es nicht nur

in Märchenbüchern, sondern auch

am Ausbildungsmarkt, und die

schaden dem Image.“

Jeder dritte Lehrling ist laut

österreichischem Lehrlingsmonitor

unzufrieden mit der

Ausbildung, ein Drittel muss

Überstunden machen, viele davon

unbezahlt und unfreiwillig, 18

Prozent müssen ausbildungsfremde

Tätigkeiten durchführen.

Tiefenbacher: „Das kann nicht

sein. Wenn Lehrlinge unter

solchen Bedingungen, also mit

unbezahlten Überstunden und

Autoputzen für den Chef, in das

Berufsleben einsteigen, dann darf

sich niemand wundern, wenn das

Image der Lehre darunter leidet.“

Der Jugendvorsitzende weiter:

„Dazu kommt, dass nur drei von

100 Bildungseuros in die Berufsschulen

fließen. Overhead-Projektoren

und herunterfallender Putz

sind dort keine Seltenheit. Das ist

bezeichnend für den Stellenwert,

den die Lehrausbildung offenbar

bei den politischen Verantwortlichen

hat. Angesichts des Fachkräftebedarfs

ist das eine Katastrophe,

denn die Lehre ist Teil der Lösung

gegen den Fachkräftemangel, aber

nur dann, wenn auch die Ausbildungs-

und Arbeitsbedingungen

passen.“

„Wir haben vor Jahren schon

davor gewarnt, wie gefährlich

es ist, wenn Betriebe immer

weniger ausbilden. Erst seitdem

der Fachkräftebedarf eklatant

ist, haben viele offenbar ihren

Hausverstand wieder eingeschaltet

und bilden selbst Lehrlinge

aus“, ergänzt Daniel Waidinger,

Jugendreferent in der younion _

Die Daseinsgewerkschaft.

Lange Zeit ging die Zahl der

angebotenen Lehrstellen zurück,

nun steigen sie wieder. „Dass jetzt

Fachkräfte fehlen, weil zu wenig

ausgebildet worden ist, ist das

eine, aber es muss auch das Image

der Lehre verbessert und damit in

die Ausbildungsqualität und

Attraktivität der Lehre investiert

werden, damit sich junge Menschen

wieder verstärkt für eine

Lehrausbildung entscheiden.

Wenn Lehrlingen und ihrer

Ausbildung dieselbe Aufmerksamkeit

geschenkt würde wie dem

Jammern wegen des Fachkräftemangels,

hätten wir schon längst

kein Problem mehr“, so Tiefenbacher.

FOTO: YOUNION

Richard

Tiefenbacher

Bundesjugendvorsitzender


16 | Lesen Sie mehr unter unternehmensratgeber.info

EVENTKALENDER

Leadership-Skills fürs digitale

Zeitalter

Beginn 06.10.2022, Online

www.imh.at/leadership-online

Praxiswissen Arbeitsrecht

Beginn 10.10.2022, Online

www.imh.at/arbeitsrecht

Führen im Generationenmix

12.-13.10.2022, Renaissance Wien

Hotel, Wien

www.imh.at/generationenmix

Bauprozesse erfolgreich

digitalisieren

18.-19.10.2022, Arcotel Donauzentrum,

Wien

www.imh.at/bau-digital

Lehrlinge verstehen, führen &

motivieren

18.-19.10.2022, Hilton Vienna Plaza,

Wien

www.imh.at/lehrlinge

Dr. Reinhard K. Sprenger: Die

Magie des Konflikts

22.11.2022, Hilton Vienna Plaza, Wien

www.imh.at/sprenger

Psychologisches Wissen für

interne Revision

28.-29.11.2022, Wien

www.imh.at/psychologie-revision

Spezialtag mit Dr. Thomas Müller:

Profiling

29.11.2022, Renaissance Wien Hotel,

Wien

www.imh.at/mueller

Spezialtag mit Neurobiologe Dr.

Hufnagl: Hirngerecht arbeiten

24.01.2023, Radisson Blu Park Royal

Palace Hotel, Wien

www.imh.at/hufnagl

Neu in der Führung

16.11.2022 – 09.03.2023, Innsbruck

www.FUTURE.at/NIF

Leadership Excellence

30.11.2022 – 14.04.2023, St. Oswald

in NÖ

www.FUTURE.at/LE

Coaching-Kompetenz für

Führungskräfte

01.12.2022 – 12.05.2023, Mutters in

Tirol

www.FUTURE.at/CFF

Coaching-Kompetenz für

Führungskräfte

19.01.2023-16.06.2023, Wien

www.FUTURE.at/CFF

Neu in der Führung

26.01.2023 – 21.04.2023, Wien

www.FUTURE.at/NIF

Ausbildung zum Internen Coach

für Unternehmenskultur und

Leadership

20.02.2023 – 12.04.2024, Matrei in

Tirol und Montan in Südtirol

www.FUTURE.at/UIC

HR INSIDE SUMMIT

12.-13. Oktober 2022, Hofburg Wien,

Tickets ab € 129,-

www.hrsummit.at/

Startup Live Vienna

14.-15. Oktober 2022, Talent Garden,

Vienna

www.startuplive.org/vienna

Startup Live Linz

04.-05. November 2022, factory300,

Linz

www.startuplive.org/linz

Lehrlingsforum

01.-02. Dezember 2022, Wien

businesscircle.at/humanresources/konferenz/lehrlingsforum/

www.lfi.at

Kärntner Bildungstag: Menschen

mit Geschichten begeistern und

Kunden gewinnen

24.10.22

Bildungshaus Schloss Krastowitz,

Klagenfurt

Zwischen Idyll und Skandal: Die

Landwirtschaft im Dialog mit der

Gesellschaft

07.11.22

Gödersdorf

DiaLogisch - Bauernhof goes

online

13.10.22

Online

Green Care - Gesundheit fördern

am Hof

01.02.23

Kärnten

Arbeitsorganisation und

Zeitmanagement für Bäuerinnen

und Bauern

08.11.22

Treffen am Ossiacher See

Denk neu - innovative Ideen für

meinen Hof

30.11.22

St. Pölten, LK NÖ

Denk neu - innovative Ideen für

meinen Hof

30.11.22

St. Pölten, LK NÖ

Einstieg in die Alpakahaltung

22.10.22

Wagrain im Pongau

Bio-Freilandschweinehaltung

02.11.22

St. Margarethen im Lungau

Kochen zwischen Tradition und

Moderne

03.11.22

Lungau

Melkroboterbetriebe in der

Praxis

16.11.22

Flachgau

ZLG Bäuerliche Obstverarbeitung

15.12.2022-20.4.2023

Salzburg

Landwirtschaft zwischen Glück

und Erschöpfung

08.02.23

St. Johann im Pongau

Wurstwerkstatt

23.02.23

Salzburg

LG/ZLG Bienenpädagogik

4.3.-4.6.2023

Salzburg

Bio-Enten für Anfänger

08.03r.23

Flachgau

Bio-Puten für Anfänger

28.03.23

Flachgau

Gärtnern auf kleinstem Raum +

Praxis

28.04.23

Salzburg

Vom Feld in kompakte

Dosis - nährstoffreiche

Verarbeitungsmethoden

13.12.2022

Online via Zoom

www.kaerntnermessen.at

20.–22. JÄN. 2023

AGRAR MESSE

ALPEN-ADRIA

MESSEGELÄNDE

KLAGENFURT

#agrarmesse2023


MEDIAPLANET | 17

THEMENSPECIAL

Österreichs

Landwirtschaft

Die Quelle unserer Lebensmittel

FOTO: SHUTTERSTOCK

Versorgen und vorsorgen für morgen

Josef Moosbrugger

LKÖ

FOTO: LKÖ/APA-FOTOSERVICE/SCHEDL

Als die Landwirtschaftskammern

„Versorgungssicherheit“

zum

Jahresschwerpunkt

2020 erklärten, konnte noch

niemand erahnen, wie sehr dieses

Thema aufgrund von COVID-19,

Klimawandel und Russland-Krieg

in der Ukraine in den Fokus rücken

würde.

Das weltweite Ausmaß dieser

Krisen rüttelt massiv an unserem

Sicherheitsempfinden, wie auch

eine Marketagent-Umfrage im

Auftrag der LK Österreich ergeben

hat. 67 % der Befragten sehen

die Versorgungssicherheit durch

den Ukraine-Russland-Krieg

gefährdet, etwa bei Treibstoff oder

Nahrungsmitteln. 88 % wünschen

sich künftig mehr Unabhängigkeit

vom internationalen Handel bzw.

viele auch mehr Selbstversorgung.

Gleichzeitig geben 65 % an, wegen

der Teuerungen vermehrt auf den

Kauf günstiger Lebensmittel zu

achten. Dieses Auseinanderklaffen

zwischen Wunsch und Handlungsbereitschaft

erzeugt ein großes

Spannungsfeld, gerade auch für

die bäuerlichen Betriebe, die selbst

mit massiven Kostensteigerungen

zu kämpfen haben. Wir brauchen

daher Stabilität – und nicht noch

höhere Standards.

Als Chance sehen wir die Tatsache,

dass die Wertschätzung

gegenüber unseren bäuerlichen

Betrieben und ihren Leistungen

steigt. Jeder vernünftige Mensch

ist froh, Produzent:innen von

Nahrungsmitteln und Rohstoffen

im eigenen Land zu haben. Und wir

alle sollten regionale Hersteller:innen

und Wirtschaftskreisläufe als

eine Antwort auf die zentralen

Herausforderungen unserer Zeit

verstehen. Sie stärken unsere

Unabhängigkeit und bedeuten

gleichzeitig auch Klimaschutz, weil

CO2-intensive Transporte entfallen

und sie so für hohe Nachhaltigkeit

stehen. Unsere Land- und Forstwirtschaft

mit ihren Lebensmitteln,

nachwachsenden Rohstoffen

und erneuerbaren Energien birgt

enormes Potenzial, das wir nutzen

sollten. Die Abhängigkeit, die sich

bei Gas und Energie im Laufe der

Jahrzehnte eingeschlichen hat,

müssen wir mit erneuerbaren

Energien wie Bioenergie verringern

und im Lebensmittelbereich

von vorn herein verhindern.

Österreich kann froh über und

stolz auf seine vielfältige, flächendeckende

und bäuerliche Familienlandwirtschaft

und

-forstwirtschaft sein. Diese bietet

gerade in solch herausfordernden

Zeiten viel Verlässlichkeit und

Sicherheit. Wir brauchen unsere

Land- und Forstwirtschaft, unsere

Land- und Forstwirtschaft aber

auch uns. Der tägliche Einkauf ist

jedenfalls die beste Möglichkeit,

für rot-weiß-roten Zusammenhalt

zu sorgen.


18 | Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info/landwirtschaft

EXPERTISE

FOTO: LAND SCHAFFT LEBEN

Hannes Royer

Bergbauer und

Obmann von Land

schafft Leben

Lebensmittel: ein wichtiger

Wert in der Krise

Die österreichische Lebensmittelproduktion sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch

unser touristisches Potenzial. Warum wir uns das beim Lebensmitteleinkauf vor Augen halten

sollten und wie man Geld sparen kann, ohne zum Billigsten zu greifen, lesen Sie hier.

Wohnen, Heizen,

Autofahren: Alles

wird gerade teurer.

Auch steigende

Lebensmittelpreise tragen das

ihre dazu bei, dass wir gerade die

höchste Inflation seit fast 50 Jahren

durchleben. Im Supermarkt greifen

deshalb viele zu den billigeren

Produkten. Logisch, denn anders

als etwa beim Tanken haben wir

hier zumindest die Wahl zwischen

teureren und günstigeren Lebensmitteln.

Doch dabei unterläuft uns

gerne ein Denkfehler – sparen sollten

wir nämlich besser woanders.

Die Lebensmittel mit den niedrigsten

Preisen sind häufig jene,

die nicht in Österreich produziert

werden; oder solche, deren Herkunft

und Produktionsbedingungen

nicht nachvollziehbar und damit

austauschbar sind, wie es bei Preiseinstiegsmarken

oft der Fall ist. Das

bedeutet natürlich nicht, dass diese

Produkte automatisch schlecht

sind. Ihnen fehlt aber ein wichtiger

Mehrwert, den österreichische

Produkte bieten, nämlich: unsere

Wirtschaft in Schwung zu halten.

An unsere Lebensmittelproduktion

sind hunderttausende Arbeitsplätze

gebunden, die zu sichern

gerade in wirtschaftlich herausfordernden

Zeiten wie diesen ein

gesamtgesellschaftliches Anliegen

sein sollte. Doch heimische

Lebensmittel sind auch in anderer

Hinsicht Wirtschaftstreiber. Denn

jene, die unsere Lebensmittel

produzieren, also Bäuerinnen

und Bauern, erhalten auch den

ländlichen Lebens- und Erholungsraum.

Gepflegte Wälder und Felder,

Wiesen, auf denen Schi gefahren,

und Almen, auf denen gewandert

werden kann: All das gibt es

nur, weil die Landwirtschaft den

Großteil unserer Flächen bewirtschaftet.

Das ist einerseits gut für

uns, schließlich nutzen wir alle

gerne in unserer Freizeit den ländlichen

Raum in irgendeiner Art

und Weise. Andererseits ist unsere

Landschaft aber auch unser wichtigstes

touristisches Potenzial. Und

von diesem sind wiederum viele

weitere Arbeitsplätze abhängig,

man denke nur an die Gastronomie

oder den Einzelhandel.

Auch wenn es auf den ersten

Blick verlockend sein mag, zum

billigeren No-Name-Produkt mit

unbekannter Herkunft zu greifen,

sollten wir uns also beim nächsten

Mal vorher überlegen, was das

eigentlich bedeutet – und zwar am

Ende des Tages auch für uns selbst.

Dass wir unsere Gürtel momentan

alle etwas enger schnallen müssen,

ist natürlich klar. Im Lebensmittelbereich

gibt es dafür aber eine viel

bessere Möglichkeit, als konsequent

das Billigste zu kaufen: weniger

wegwerfen. 360 Euro landen

pro Person jährlich in Form von

Lebensmitteln im Müll. 360 Euro,

die wir uns locker sparen könnten,

denn dabei handelt es sich um

Lebensmittel, die eigentlich noch

genießbar gewesen wären.

Vielleicht trägt die Krise ja dazu

bei, dass wir den Wert von

Lebensmitteln wieder mehr

wahrnehmen – ganz allgemein,

und vor allem, wenn es um

heimische geht.


MEDIAPLANET | 19

INSIGHT

Familienbetriebe

sind die besseren Krisenmanager

Warum Österreichs Bäuerinnen und Bauern uns trotz multipler Krisen mit

Lebensmitteln versorgen können und wie fatal eine Importabhängigkeit wäre

„Eine eigenständige Versorgung

mit Essen und Energie ist von

unschätzbarem Wert. Was uns

Abhängigkeiten von Importen

kosten, spüren wir gerade alle

hautnah. Mehr denn je brauchen

wir jetzt robuste, krisensichere und

faire Wertschöpfungsketten“, sagt

der Bauernbund-Präsident Georg

Strasser. Er möchte, dass alle Akteurinnen

und Akteure vom Hof bis

zum Teller an einem Strang ziehen:

„Bekennen wir uns zu Lebensmitteln

aus Österreich. Nur so erhalten

wir die Versorgungssicherheit

unseres Landes auch in Zukunft

aufrecht.“

Und die Antwort auf bessere

Versorgungssicherheit steckt im

Wort „Familienbetrieb“. Aufgrund

kleiner Strukturen und einer vielfältigen

Art in der Bewirtschaftung

sind unsere bäuerlichen Familienbetriebe

viel eher in der Lage, mit

Krisensituationen umzugehen.

Auch im EU-Vergleich hält hier

Österreichs Landwirtschaft stand.

Mehrere EU-Institutionen stufen

sie als „sehr krisenresilient“ ein.

Also, als sehr stabil – obwohl

Krieg, Pandemie, Teuerung und

Klimawandel unsere Bäuerinnen

und Bauern außerordentlich

fordern.

Trotz vieler fleißiger Hände in

den Familienbetrieben werden die

Herausforderungen nicht kleiner.

Wir spüren die geopolitischen

Turbulenzen tagtäglich. „Alles

wird teurer“ schreiben namhafte

Tageszeitungen nicht nur so – die

Preise im Supermarktregal sind

tatsächlich merklich gestiegen.

Krisengewinner:innen sind die

Bäuerinnen und Bauern aber nicht,

weiß Strasser: „Vom Hof bis zum

Teller treiben die Energiekosten

die Preise. Sie schlagen von der

Urproduktion bis hin zur Verarbeitung,

Verpackung und Logistik voll

durch. Das wirkt sich unmittelbar

auch auf die Preise im Supermarkt

aus.“ Am Beispiel eines Erdbeerjoghurts

einfach erklärt: Teurer

werden aufgrund der Energiekosten

nicht nur der Rohstoff

Milch und die Fruchtzubereitung,

sondern auch der Joghurtbecher,

der Aluminiumdeckel sowie der

Transport.

Das Problem: Die bäuerlichen

Familien haben dennoch nicht

mehr von den Preissteigerungen:

„Die Preise für die Konsumenten

steigen nicht im selben Ausmaß

wie die Kosten in der Landwirtschaft,

etwa für Treibstoffe,

Dünger, Strom oder Futtermittel.

Steuern wir diesen Kostenexplosionen

etwa mit einer Entkopplung

von Gas- und Strompreis

nicht entgegen, könnte das vielen

Familien den Hof und damit deren

Existenz kosten. Das hätte fatale

Auswirkungen für die Versorgung

mit Lebensmitteln“, fordert der

Bauernbund-Chef eine Änderung

der „Merit-Order“ auf EU-Ebene.

Um den Betrieben zeitnah zu

helfen, hat die Bundesregierung

ein 110 Mio. Euro schweres

Versorgungssicherungspaket

geschnürt und die Steuergrenzen

für die Landwirtschaft angepasst.

„Zudem werden im Herbst mehr

als 150.000 Bäuerinnen und Bauern

im Zuge der Stromkostenbremse

unterstützt. Das soll zumindest

einen Teil der Mehrkosten in der

Lebensmittelerzeugung abfedern

und weitere Preissteigerungen im

Supermarktregal bremsen“, erklärt

Strasser.

FOTO: BAUERNBUND

Georg Strasser

Bauernbund


20 | Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info/landwirtschaft

INFOGRAFIK

Anders ackern:

und mit Bäumen der Trockenheit trotzen

Mediaplanet

ET 30.09.2022

Sonderthema „ Oberösterreichs LW“

200 x 89 mm

FOTO: WWW.UNENDLICH-VIEL-ENERGIE.DE

saatbau linz – wichtiger Partner der

Landwirtschaft und Lebensmittelproduzenten

www.saatbau.com

Wir versorgen

termingerecht unsere

Landwirte mit Saatgut aller

Kulturen, das von unseren

Mitarbeitern in gewohnt

hoher Qualität produziert

wird.

Wir gewährleisten

als verlässlicher Partner der

nationalen und internationalen

Lebensmittelwirtschaft

die Lieferung hochwertiger,

zertifizierter, agrarischer

Rohstoffe an unsere Partnerbetriebe.

Wir schaffen

gemeinsam mit unseren bäuerlichen

Lieferanten und Kunden

in der Lebensmittelwirtschaft

die Voraussetzung dafür, die Bevölkerung

auch im Ernstfall mit

heimischen Qualitätsprodukten

zu versorgen.

Wir sichern

mit der Züchtung standortangepasster,

klimafitter

Sorten unseren Landwirten

stabile Erträge und Qualitäten

des Erntegutes sowie

den Erhalt der heimischen

Kulturartenvielfalt.

Unserer Züchtungs- und Entwicklungsarbeit ist die Basis für umweltstabile Sorten und heimische Qualitätsprodukte.

Unserer Züchtungs- und Entwicklungsarbeit ist die Basis für umweltstabile Sorten und heimische Qualitätsprodukte.


MEDIAPLANET | 21

INSIGHT

Fit für den

Klimawandel

Das zunehmend schwankende Klima ist für die Landwirtschaft eine außerordentliche

Herausforderung. Besonders im Osten Österreichs stehen niedrige und schlecht verteilte

Regenmengen immer länger anhaltenden Hitzewellen gegenüber, sodass Felder immer

öfter kargen Sandflecken gleichen. Was tun also, wenn keine Beregnung möglich ist?

Humus: Die Zufuhr von toter

organischer Substanz in den

Boden und der Aufbau von Humus

erhöhen die Pufferfähigkeit des

Bodens, d. h. er ist auf Dürre besser

vorbereitet und kann in seinen

vielen Bodenporen Wasser besser

speichern. Dies gelingt primär

über eine vielfältige Fruchtfolge,

die über die Jahre hinweg mehr

Kohlenstoff über Pflanzenreste am

Feld hinterlegt, als durch die Ernte

weggenommen wird. Abgesehen

davon, spielen die Bodenbearbeitung

und ihre vielen Facetten eine

wesentliche Rolle.

Kulturen: Das Klima wird

bedeutend trockener. Das heißt,

wir müssen auch unsere Kulturen

an diese Trockenheit anpassen.

Dabei muss offen darüber gesprochen

werden, welche der an unser

Klima gewöhnten Kulturen noch

mit der Veränderung umgehen

können. Natürlich spielt Züchtung

auch eine Rolle, aber noch viel

wichtiger ist die Frage: Welche

neuen Pflanzen könnten bei uns

in Zukunft wachsen? Dabei kann

ein Blick in Richtung Zentralasien

oder Mittelmeerraum durchaus

die eine oder andere Lösung

bieten.

Bäume: Wir benötigen jede

Menge Bäume, die uns helfen,

Wasser produktiv zu verdunsten.

Je mehr Wasser verdunsten kann,

desto eher kommt es wieder in

Form von Regen zurück auf die

Felder. Damit diese Verdunstung

so produktiv wie möglich verläuft,

kann man sich des Konzepts der

Agroforstwirtschaft bedienen.

Dabei werden Baumreihen mit

regelmäßigem Abstand auf die

Felder gepflanzt. Der Effekt ist,

dass aufgrund der Bäume Wasser

aus tieferen Schichten verdunstet,

und die Bäume gleichzeitig

Mikroklima-Korridore erzeugen,

in denen die Bodentemperatur

und unproduktive Verdunstung

auf den Flächen der Ackerkulturen

reduziert werden. Ein positiver

Nebeneffekt ist, dass diese Bäume

gleichzeitig CO2 binden.

Gute Rahmenbedingungen und

Wissen zu diesen drei Punkten

sind wichtig für eine erfolgreiche

Anpassung der Landwirtschaft an

dürre Bedingungen. Leider sind

diese Rahmenbedingungen

insbesondere im Hinblick auf

Agroforstwirtschaft noch sehr

bedürftig und hindern so interessierte

Bauern und Bäuerinnen

daran, Baumreihen auf ihre Felder

zu pflanzen. Die Politik bleibt also

gefordert, den Bauern und

Bäuerinnen ihre Arbeit zu

ermöglichen.

FOTO: LFBÖ

Zeno

Piatti -Fünfkirchen

Land&Forst

Betriebe

In Kreisläufen denken & handeln

Die Lebendigkeit der Böden und

die Qualität unserer Biere sind

eng miteinander verbunden.

Gewissermaßen sind sie die Basis

unseres Tuns, denn wenn der Boden

gesund ist, ist auch das Korn gesund,

das darauf wächst und aus dem wir

schlussendlich unser Bier brauen.

Hier geht´s zu unserem

Nachhaltigkeitsbericht


22 | Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info/landwirtschaft

EXPERTISE

Faszination Landtechnik

Christian Leitner aus dem Salzburger Land betreibt einen der größten YouTube-Kanäle der

deutschsprachigen Agrar-Szene. Das ganze Jahr lang ist er mit der Kamera unterwegs, um für

seine Zuschauer:innen neue Geschichten aus der Landwirtschaft einzufangen. Im Interview

spricht der Filmemacher über seine Arbeit und die Motivation, die dahintersteckt.

Christian, wie kommt man dazu,

landwirtschaftliche Videos zu

drehen?

Als Kind wollte ich selbst Bauer

werden. Weil das zuhause aber

nicht möglich war, habe ich mir auf

den Höfen in der Nachbarschaft

die Grundlagen angeeignet und

später Landwirtschaft studiert.

Dieses Interesse ist dann bald

mit einem weiteren Hobby verschmolzen:

dem Fotografieren und

Filmen. Schon als Teenager bin

ich mit dem Fahrrad losgezogen,

um die Landwirte bei der Arbeit

zu filmen. Die Ergebnisse wurden

mit der Zeit professioneller und so

kam es, dass immer mehr Leute auf

mich aufmerksam wurden. Ich war

zehn Jahre lang als Videojournalist

für ein landwirtschaftliches Fachmagazin

tätig, bevor ich mich 2019

mit „Agropictures“ selbständig

machte. Ich verfilme heute alle

Themen der Landwirtschaft, im

Auftrag meiner Kunden, aber auch

aus eigener Motivation heraus, und

präsentiere die Videos dann auf

meinem YouTube-Kanal.

Das klingt sehr spannend! Welche

Motivation treibt dich bei

deiner Arbeit an?

Für mich ist jeder Drehtag ein neues

Abenteuer. Durch meine Arbeit

bekomme ich spannende Einblicke

in verschiedene Betriebe und Unternehmen.

Die Menschen in dieser

Sparte sind bodenständig und

legen Wert auf Handschlagqualität.

Das macht die Zusammenarbeit

angenehm. Früher waren es eher

die großen Maschinen, die mich

begeistert haben. Heute geht es mir

in erster Linie um die Geschichte,

die dahintersteckt. Die Kamera ist

für mich nur ein Werkzeug, um meine

Erlebnisse zu dokumentieren.

Dabei sind die Themen unglaublich

vielseitig: Heute filmen wir einen

Mähdrescher mit 800 PS und 14

Meter breitem Schneidwerk an der

Ostsee, morgen begleiten wir einen

Bergbauern in Südtirol bei der

Heuernte.

Was fasziniert dich und deine

Zuschauer:innen an der Landwirtschaft?

Die Landwirtschaft ist eine

riesige Spielwiese. Ich kenne

keinen Beruf, der vielseitiger ist:

Als Landwirt arbeitest du mit

Menschen, Maschinen, Tieren

und Pflanzen. Du bist selbständiger

Unternehmer und musst

deine Finanzen im Blick haben.

Gleichzeitig bist du aber auch den

Gesetzen der Natur unterworfen.

Am Ende des Tages hast du ein

Ergebnis: Du siehst was du mit

deinen eigenen Händen geschaffen

hast. Diese Mischung macht

für mich den Reiz aus.

Wie soll es in Zukunft weiter

gehen?

Seit diesem Frühjahr ist meine

Freundin Bianca mit an Bord. Sie

kümmert sich um die Finanzen

und unterstützt mich bei den

Dreharbeiten und im Social-

Media-Bereich. Ich bin dankbar,

dass ich meine Leidenschaft zum

Beruf machen konnte und wir

heute zu zweit davon leben

können – das empfinde ich als

großes Privileg.

FOTO: AGROPICTURES.COM

Christian Leitner

agropictures.com

Zum YouTube Kanal

Entgeltliche Einschaltung

Verdichtungen im Boden entgegenwirken mit

einem Reifendruckregelsystem von TerraCare

TerraCare

FOTO: TERRACARE

In der Landwirtschaft gibt es

ein stetig wachsendes Problem:

Die Geräte werden größer und

schwerer, wodurch Verdichtungen

im Boden entstehen, die

das Pflanzenwachstum negativ

beeinflussen und die Wasseraufnahmefähigkeit

der Böden

verringern. Die Folge: eine

verminderte Durchwurzelung,

die zu Stresssituationen bei

Trockenheit führt.

Um diesen negativen Auswirkungen

entgegenzusteuern, setzen

immer mehr Landwirte und

-wirtinnen auf Reifendruckregelsysteme.

Mit einem solchen

System, wie vom österreichischen

Hersteller TerraCare, lässt sich

der Reifendruck bei Traktoren

und Anhängern per Knopfdruck

bequem anpassen. Je höher die

Auflagefläche des Reifens ist, desto

geringer sind der Schlupf und die

Belastung auf den Boden. In der

Folge kann damit der Dieselverbrauch

gesenkt und beim richtigen

Einsatz der Reifendruckregeltechnik

auch die Standzeit des Traktorreifens

verlängert und somit bares

Geld gespart werden.

TerraCare bietet eine Lösung, die

im eigenen Betrieb auf ihre

Praxistauglichkeit getestet wurde.

Standardmäßig wird jedes Gerät

mit hochwertigen Drehdurchführungen,

langlebigen Edelstahlkomponenten

und einer

Geschwindigkeitsüberwachung

ausgerüstet. Die Bedienung via

Display ist sehr einfach, das System

im Fuhrpark beliebig erweiterbar.

Auf Wunsch wird am Traktor,

Anhänger oder in der Front ein

Zusatzkompressor installiert, um

die Befüllzeiten zu reduzieren.

Lesen Sie mehr

unter:


MEDIAPLANET | 23

Information ist der Schlüssel

Schon länger helfen Maschinen den Bäuerinnen und Bauern bei der Ernte.

Dabei sind die technischen Helfer der nächsten Generation hochdigitalisiert —

was auch der Umwelt zugutekommt.

Text

Johannes Lau

Auf den Äckern sind

bereits vielerorts

sensorgesteuerte

Maschinen unterwegs,

die landwirtschaftliche Tätigkeiten

erleichtern und effektiver

gestalten: „Precision Farming“

oder „Smart Farming“ lauten die

Fachausdrücke. Anstatt flächendeckend

und einheitlich zu arbeiten,

wird der Zugang je nach Aufgabe

und Gelände individualisiert, das

heißt, die Maschinen werden auf

Grundlage von elektronischen

Messungen so genau wie möglich

eingesetzt. Das betrifft nicht

nur die Arbeit auf dem Feld mit

entsprechenden Assistenzsystemen,

sondern auch die Lieferlogistik

sowie die Kontrolle der

Körperfunktionen von Nutztieren.

Darüber hinaus lässt sich so bei

der Tierhaltung die artgerechte

Betreuung der einzelnen Tiere in

größeren Herden möglich machen.

Wenn beispielsweise frühzeitig

eine Krankheit erkannt wird, spart

dies Medikamente und kosten.

Informationen sind somit der

Schlüssel in der modernen

Landwirtschaft: Diese verlangen

auch die Konsument:innen, die

zunehmend auf eine genaue

Rückverfolgbarkeit in der Nahrungsmittelproduktion

bestehen.

Auch deshalb sollten im Agrarbetrieb

heutzutage zahlreiche Daten

gebündelt werden, um etwa die

Arbeitsprozesse dynamischer und

effizienter zu gestalten. Das ist

nicht nur für das Geschäftsbuch

gut, sondern ebenso für die

Umwelt, denn ein digitales

Management des Fuhrparks

gestaltet den Transport wirtschaftlicher

und reduziert den Treibstoffverbrauch.

Die Betriebsmittel

lassen sich auf smarte Weise

intelligenter einsetzen – wo sie

weniger gebraucht werden, wird

ihr Einsatz entsprechend reduziert.

Das gilt genauso für den

Wasserverbrauch und den

Gebrauch von Pflanzen- und

Düngemitteln: Anstatt alle Flächen

einheitlich zu begießen, wird nach

Bedarf begossen. Denkbar ist in

Zukunft auch, dass man mit

digitaler Hilfe den Einsatz von

Chemie deutlich reduziert— zum

Beispiel, wenn Roboter die

Bestandspflege präzise gesteuert

mechanisch verrichten.

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