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Lagerhaus Magazin 04_2022

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Nr. 4

Das Lagerhaus-Magazin

2022

Fürs

Leben

am Land

Ein Tag ist nicht genug Traditionelle Musik Bauen: Dachformen

Die schönsten Weitwanderwege

Das Hackbrett als Saiten- Dächer als die „fünfte

Österreichs. und Schlaginstrument. Fassade“ eines

Hauses.

€ 1,– | Für Lagerhaus-Kunden gratis!


Beim Sanieren und Bauen

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Inhalt

Editorial

4 Gut zu wissen

6 Buntes Landleben – Kinderseite

7 Mondkalender

Garten & Beet

9 Saisonkalender – Beerenstark

10 Jetzt den Frühling pflanzen – Pflanzen

Sie im Herbst Ihre Blumenzwiebeln.

12 Exotische Schönheiten – Orchideen

Essen & Trinken

14 Plutzerparade – Speisekürbisse

16 Wir wollen Stollen –

Der Christstollen in der Adventzeit

18 Auf die Plätzchen, fertig, los! – Was

wäre die Vorweihnachtszeit ohne Kekse?

21 Heißer Stoff – Glühwein, Punsch & Bowle

Brauchtum

22 Einfach gestrickt –

Zeit für ein neues Hobby

24 Vom Hacken & Schlagen – Das Hackbrett

26 Helfen als Hobby – Erwin Reis über

seine Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr

28 Oh, Tannenbaum! – Tanne, Fichte oder

Kiefer? Welcher Baum passt zu Ihnen?

31 Fische ernten – Abfischfeste im Waldviertel

Reisen in Österreich

34 Ein Tag ist nicht genug –

Die 10 großen Weitwanderwege in Österreich

Bauen & Wohnen

39 Manche mögen‘s heiß – Die Heimsauna

43 Nachhaltig sanieren – 5 mögliche

Maßnahmen, um Energie zu sparen

47 Alles unter Dach und Fach – Dächer

gelten als die 5. Fassade eines Hauses

202021021

Liebe Leserin, lieber Leser,

schneller, als mir oft lieb ist, neigt sich das Jahr allmählich

dem Ende zu und Weihnachten steht schon wieder fast vor

der Türe. Nach wie vor aktuell ist das Thema Energie sparen.

In Zeiten von Ressourcenverknappung und zunehmenden

Umweltbelastungen gewinnt energieeffizientes Bauen

und Wohnen immer mehr an Bedeutung. In der aktuellen

Ausgabe zeigen wir Ihnen Maßnahmen, wie Sie mit energetischer

Sanierung Ihre Energiekosten senken können.

Besonders freut es mich, dass uns auch in dieser Ausgabe

wieder ein Mitarbeiter der Lagerhaus Franchise einen Einblick

in sein Hobby gibt. Im Interview spricht Herr Reis über

sein ehrenamtliches Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr

Hornsburg. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 26.

Erfahren Sie außerdem im aktuellen Magazin den Unterschied

zwischen Zither und Hackbrett, warum sich die

Sauna für zuhause lohnt und wie Sie Fische im Waldviertel

„ernten“ können. Weiters geben wir Ihnen Tipps fürs Keksebacken,

Stricken und Weitwandern in Österreich.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Herbst- und ruhige Weihnachtszeit

und viel Freude beim Lesen!

Ihr

Thomas Marx

Geschäftsführer, Lagerhaus Franchise GmbH

Impressum

Herausgeber & Medieninhaber: RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Raiffeisenstraße 1, 2100

Korneuburg Für den Inhalt verantwortlich: Lagerhaus Franchise GmbH, Geschäftsführer

Thomas Marx, Raiffeisenstraße 1, 2100 Korneuburg Verleger, Produktion: Österreichischer

Agrarverlag – Druck und Verlags GmbH Nfg. KG, Sturzgasse 1a, 1140 Wien, Gruppenleitung:

Gerald Stiptschitsch Redaktion: Christiane Bartal, Beate Fröhlich, Viktoria Heim, Michaela

Kolitsch, Angelika Kraft, Alexandra Pickner, Gerald Stiptschitsch, Martin Tury-Rakar

Grafik: Angelika Kraft, Gerald Stiptschitsch Druck: Ferdinand Berger & Söhne GmbH, Horn.

Coverfoto: Getty Images Offenlegung gemäß Mediengesetz § 25: Medien inhaber: RWA

Raiffeisen Ware Austria AG, Raiffeisenstraße 1, 2100 Korneuburg,

www.rwa.at. Bereichsleiter, Haus & Garten/Baustoff-Fachhandel: Thomas Marx. Grundlegende

Richtung des Magazins: Periodisch erscheinendes Informationsblatt zu Haus, Garten

und Baustoff-Fachhandel. Abonnement-Verwaltung und Kontakt: Sie können das Magazin

kostenlos unter magazin.lagerhaus.at abonnieren. Abbestellungen richten Sie bitte per Mail

an magazin@lagerhaus-franchise.at Hinweis: Das Werk ist einschließlich aller seiner Teile

urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des

Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Herausgebers bzw. der Autoren unzulässig

und strafbar. Für die Richtigkeit der Angaben wird trotz sorgfältiger Recherche keine Haftung

übernommen. Abdrucke, auch auszugsweise, sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung des

Herausgebers und des Autors gestattet. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im Heft

auf die Anführung akademischer Grade und das Hinzufügen der jeweiligen weiblichen

Formulierungen bei geschlechtsspezifischen Hinweisen verzichtet. Alle personalen Begriffe

sind sinngemäß geschlechtsneutral, also weiblich und männlich, zu lesen. Alle Abbildungen,

sofern nicht anders angeführt: Getty Images, Lagerhaus Franchise/RWA

Datenschutz: Nähere Informationen unter rwa.at/datenschutz

Fürs Leben am Land 3


Aktuell

Gut zu wissen!

Fürs

Leben

am Land

Gratis im Abo

Unser Magazin „Fürs Leben am

Land“ ist für alle Lagerhaus-

Kunden kostenlos!

4 x jährlich

fundiertes Fachwissen

in den Bereichen Garten

& Beet, Essen & Trinken

sowie Bauen & Wohnen

Inspirierende Beiträge rund

um‘s Reisen in Österreich

Wissenswertes über

Brauchtum aus der Region

Mondkalender

Nr. 4

Das Lagerhaus-Magazin

Fürs

Leben

am Land

2022

Versorgungssicherheit durch heimische Landwirtschaft

Landwirte ernten

heuer 5 Mio. t Getreide

Foto: RWA

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Österreichs.

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Die Raiffeisen Ware Austria AG (RWA)

ist das Großhandels- und Dienstleistungsunternehmen

der Lagerhaus-Genossenschaften

in Österreich und bildet

im Verbund mit ihnen die führende

Kraft fürs Land. Für die heimische

Lebensmittelversorgung spielt

sie als Großhändler für landwirtschaftliche

Erzeugnisse, gemeinsam

mit den Lagerhaus-Genossenschaften,

eine wichtige Rolle. Die über Jahrzente

aufgebaute Infrastruktur stellt

beispielsweise eine Getreidelagerkapazität

von über 1,8 Mio. t für die heimische

Bevölkerung zur Verfügung.

Damit können, auch in Zeiten von unsicheren

Ernten, Lieferketten aufrecht

erhalten und die Lebensmittelindustrie

in Österreich versorgt werden. Die

Rohstoffe dafür liefern wiederum

unsere Bauern – besonders Weizen,

das Brotgetreide schlechthin, ist dieses

Jahr von Bedeutung. Aber auch

Roggen, Gerste, Hafer und Mais kommen

aus heimischem Anbau: Knapp

5 Mio. t beträgt die heurige Getreideernte

voraussichtlich. Unsere Bauern

stellen damit 80 % des Getreideverbrauchs

in Österreich zur Verfügung.

Da sie qualitativ sehr hochwertiges

und international gefragtes Getreide

produzieren, wird ein Anteil exportiert

und im Gegenzug dafür niedrigere

Qualitäten, z. B. für die industrielle

Nutzung oder als Tierfutter, importiert.

Für weitere Informationen

rund um die heurige Getreideernte

lohnt sich ein Blick in die „Unser

Land“-Magazin Ausgabe 9/2022. Ab

Seite 12 widmet sich der „Schwerpunkt

Getreideernte“ dem Thema u. a.

mit einer Rundschau zu verschiedenen

Lagerhaus-Genossenschaften und

ihren jeweiligen regionalen Erfahrungen

mit der heurigen Getreideernte.

Info: https://unserland.mein-epaper.at

4

Lagerhaus


News & Facts rund ums Lagerhaus

Aktuell

Lagerhaus TV-Spot

Dreh-Location gesucht

Sie haben mit Lagerhaus gebaut oder stecken mitten im Bau Ihres Traumhauses

und möchten gerne live bei einer Filmproduktion dabei sein? Perfekt!

Wir sind auf der Suche nach neuen Dreh-Locations für zukünftige Lagerhaus

Werbespots. Erzählen Sie uns Ihre Geschichte! Wir möchten Sie gerne über Ihr

Traumhaus interviewen und Ihre Homestory auf Radio Lagerhaus, unserer

Website und im Fürs Leben am Land Magazin veröffentlichen. Als kleine Aufwandsentschädigung

erhalten Sie von uns Lagerhaus-Gutscheine nach Vereinbarung.

Bei Interesse schicken Sie uns bitte Ihre Kontaktdaten mit der Information

über den Zustand Ihres Hauses (Neubau oder Rohbau) an redaktion@

lagerhaus-franchise.at. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

Foto: RWA

Wahr oder falsch

Was ist dran an

Bauernregeln?

„Wenn‘s im Oktober friert und schneit, bringt

der Jänner milde Zeit!“ Bauernregeln wie diese

gibt es viele. Alte Volkssprüche waren im

deutschsprachigen Raum schon im 16. Jh. sehr

verbreitet und wurden über Generationen weitergegeben.

Aufgrund von Beobachtungen an bestimmten Tagen (meist Feiertagen)

hat man Rückschlüsse auf das zu erwartende Wetter gezogen und interpretiert,

wie sich dieses auf die Landwirtschaft auswirken könnte. Statistische

Untersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass an Bauernregeln tatsächlich

etwas Wahres dran ist – zumindest bis zu einem gewissen Grad: Die

Eintrittswahrscheinlichkeit liegt bei etwa 60 %. Unter der Voraussetzung allerdings,

dass man die Region der Entstehung und die Entstehungszeit der jeweiligen

Regel berücksichtigt. Was sind Lostage? Lostage sind bestimmte Tage

im Bauernjahr und orientieren sich am Heiligenkalender des Kirchenjahres.

Wie die Bauernregeln geben sie nach alten Überlieferungen Vorhersagen über

das Wetter und damit zusammenhängend die günstigsten Zeitpunkte für bestimmte

landwirtschaftliche Arbeiten (etwa Aussaat oder Ernte).

Wussten Sie, dass ...

... die Mandel gar

keine Nuss ist?

Auch Kokosnüsse und Cashews sind

botanisch gesehen keine Nüsse.

Tatsächlich ist vieles, was wir Nuss

nennen, eine Mogelpackung. Einige

Samen und Früchte sehen aus wie

Nüsse und wurden daher logischerweise

auch so genannt. Trotzdem

sind etwa Cashews, Paranüsse, Pinienkerne

und Muskatnüsse eigentlich

große Samenkörner. Kokosnüsse,

Pistazien, Pekannüsse und Mandeln

zählen hingegen zu den Steinfrüchten

– genau wie Zwetschken, Pfirsiche

oder Kirschen. Die Sheanuss ist sogar

eine Beere. Echte Nüsse sind z. B. Macadamianüsse,

Haselnüsse, Walnüsse,

Erdnüsse und Maroni. Kurios: Obwohl

Mandeln keine Nüsse sind, sogar aus

einer ganz anderen Pflanzenfamilie

stammen, lösen sie bei Nussallergikern

eine ähnliche allergische Reaktion

aus.

Fürs Leben am Land 5


In der Weihnachtsbäckerei

Zimtsterne schmecken nicht nur gut, sie

lassen sich auch super einfach selber

machen. Und ein nettes Weihnachtsgeschenk

für Oma und Opa sind

sie noch dazu!

Was du brauchst:

210 g Mehl

1 TL Backpulver

1 TL Zimt

130 g Butter

120 g Zucker

45 g Staubzucker

Und so geht‘s:

1. Mehl, Backpulver, Zimt, Butter und Zucker verkneten und eine halbe

Stunde in den Kühlschrank stellen.

2. Nun den Teig ausrollen, Sterne ausstechen und auf ein mit Back-

papier ausgelegtes Blech legen.

3. Bei 200 °C etwa 10 Minuten backen und gut auskühlen lassen.

4. Den Staubzucker mit Wasser verrühren, so dass eine zähflüssige

Masse entsteht und die Sterne damit bestreichen. Gut trocknen lassen.

Oh, Tannenbaum

Bestimmt formst du gerne verschiedene

Dinge mit einer Knetmasse. Wie wäre es

mit einem bunt geschmückten Christbaum

und vielen Geschenkspäckchen?

Bastelspaß

Diese schönen Geschenkanhänger

kannst du ganz leicht selbst her-

stellen. Dazu benötigst du Filz in

verschiedenen Farben. Zeichne das

gewünschte Motiv (z. B. Stern,

Weihnachtsbaum) auf Papier vor,

leg es auf den Filz und schneide

beides mit einer Schere aus. Mach

ein kleines Loch hinein und fädle

ein schönes Band hindurch. Wenn

du möchtest, kannst du den An-

hänger noch mit dem Namen des

Beschenkten beschriften, damit

auch sicher jeder sein Packerl

unter dem Weihnachtsbaum findet.

Fehlersuchbild

Beim rechten Bild

haben sich 9 Fehler eingeschlichen.

Kannst du sie finden?

Auflösung:

6

Lagerhaus


&

Mondkalender 2022

Oktober KW 39 – 44

November

Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

KW 44 – 46

Mond

Sternzeichen

Setzen/Säen

Düngen

Gießen

Unkraut jäten

Gehölze schneiden

Rasenmähen

Kompost

Schädlingsbekämpfung

Lagern/Konservieren

Waschen/Putzen

Lüften

Haareschneiden

Dauerwelle

Nagelpflege

Hautpflege

November KW 46 – 48

Dezember

Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa

16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31

KW 48 – 52

Mond

Sternzeichen

Setzen/Säen

Düngen

Gießen

Unkraut jäten

Gehölze schneiden

Rasenmähen

Kompost

Schädlingsbekämpfung

Lagern/Konservieren

Waschen/Putzen

Lüften

Haareschneiden

Dauerwelle

Nagelpflege

Hautpflege

Bunte Symbole: Tätigkeiten gelingen besonders gut Hellblaue Symbole: Tätigkeiten besser verschieben Zunehmender Mond Vollmond Abnehmender Mond Neumond

Erstellt von Susanne Janschitz


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Beerenstark!

Wilde Früchte haben im Herbst Hochsaison.

Wir verraten Ihnen, welche Sie bedenkenlos vernaschen dürfen.

Text: Angelika Kraft

Garten & Beet

Beerenbuffet im Herbst

Sanddorn

Feuerdorn

Goji-Beere

Vogelbeere

Hagebutte

Die Früchte des Sanddorns

sind zwar roh genießbar,

allerdings schmecken sie nicht

besonders gut. Viel besser

eignen sie sich für saure

Marmeladen, Säfte oder Liköre.

Extraplus: Sanddorn besitzt

enorm viel Vitamin C.

Vorsicht! Die Kerne des

Feuerdorns sind leicht giftig.

Wenn die Früchte jedoch

gekocht und die Kerne durch

ein Sieb gestrichen und entfernt

werden, lässt sich das Mus

hervorragend als fruchtig-süßer

Brotaufstrich verwenden.

Bei uns als Bocksdorn bekannt,

ähnelt die Goji-Beere jenen des

Sanddorns. Auch sie beinhaltet

einen Energiecocktail aus

Vitaminen und Mineralien. In

China ist die Goji-Beere Teil der

traditionellen Medizin, sie soll

Leber und Nieren stärken.

Achtung! Vogelbeeren sind roh

leicht giftig. Gekocht schmecken

sie jedoch hervorragend als

leicht säuerliche Marmelade, die

v. a. zu Wildgerichten perfekt

harmoniert. Auch zu Likör oder

Schnaps lässt sich die

Vogelbeere verarbeiten.

Die Früchte der Wildrose machen

sich wunderbar in Marmeladen.

Außerdem behalten Hagebutten

beim Erhitzen ihren hohen

Vitamin C-Gehalt, weshalb man

aus den getrockneten Früchten

einen gesunden Tee für die

kalten Monate herstellen kann.

Eibenbeere

Weißdorn

Berberitze

Kornelkirsche

Weintraube

Diese Beere ist anders als andere

Wildbeeren, denn sie schmeckt

überhaupt nicht säuerlich,

sondern süß. Gewöhnungsbedürftig

ist nur ihre Konsistenz,

denn sie ist sehr schleimig.

Achtung, der Kern im Inneren

der Eibenbeere ist giftig.

Ähnlich wie die Früchte des

Sanddorns sind auch jene des

Weißdorns keine kulinarische

Offenbarung, es empfiehlt sich,

die mehlig schmeckenden Beeren

mit anderem Obst zu mischen.

Sie sind gesund und können sich

positiv auf das Herz auswirken.

Die Beeren der Berberitze reifen

im Oktober und hängen in

Trauben von den Ästen. Die

Früchte schmecken sauer,

machen sich in Marmelade und

Schnaps aber hervorragend.

Getrocknet sind sie eine tolle

Vitaminbombe für den Winter.

Bei uns auch unter dem Namen

Dirndl bekannt, sind die

glänzend roten Früchte

sowohl geschmacklich als auch

gesundheitlich eine Wucht. Vor

allem, wenn sie richtig reif sind,

schmecken sie fein-säuerlich –

ein bisschen wie Sauerkirschen.

Sie gehören zu den ältesten

Kulturpflanzen der Menschheit,

schmecken als frische Beeren,

getrocket als Rosinen oder

gepresst und vergoren zu Wein.

Zudem liefern sie das wertvolle

Traubenkernöl, das viele

Antioxidantien enthält.

Wacholderbeere

Schlehe

Holunderbeere

Aroniabeere

Brombeere

Streng genommen handelt es

sich bei der Wacholderbeere

nicht um eine Beere, sondern

um einen Zapfen des

Wacholderstrauchs. Getrocknet

passt die Wacholderbeere mit

ihrem süßlich-bitteren Aroma

besonders gut zu Wildgerichten.

Die Früchte benötigen den ersten

Frost, bevor sie genießbar sind.

Wenn man so lange wartet, haben

die Vögel die meisten Beeren

jedoch bereits gestibitzt. Daher:

Pflücken Sie sie vor dem ersten

Frost und legen Sie die Früchte

über Nacht in den Tiefkühler.

Der Holunder ist einer der

vielseitigsten Wildsträucher. Die

kleinen schwarzen Beeren sind

säurearm, dafür umso

vitaminreicher. In der Küche wird

die Holunderbeere gerne zu Saft,

Gelee oder Marmelade

verarbeitet.

Die Früchte der Eberesche sind

nicht nur für den Menschen

gesund. Forscher haben

herausgefunden, dass sich auch

Zugvögel vor ihrer Reise damit

stärken. Aus den Beeren lässt

sich ein gesund-herber Saft oder

Tresteröl herstellen.

Bei fast jedem Waldspaziergang

im Herbst kann man wilde

Brombeeren finden. Die

schwarzen Früchte, die in ihrer

Form der Himbeere ähneln,

schmecken süß-säuerlich und

lassen sich hervorragend zu

Marmelade verarbeiten.

Fürs Leben am Land 9


Garten & Beet

Jetzt den

Frühling

p fl a n z e n

Auch wenn man

sich das im Moment

nicht vorstellen

kann: Jetzt im

Herbst ist die ideale

Pflanzzeit, um eine

Kollektion an

Blumenzwiebeln

unter die Erde zu

bringen, die im

kommenden Frühjahr

einen farbenfrohen

Garten

zaubern.

Text: Angelika Kraft

Narzissen, Lilien und Tulpen

– jeder kennt die typischen

Zwiebelblumen, die gesetzt

werden, um als farbenfrohe

Frühlingsboten den Garten zu verschönern.

Damit Sie lange Freude an

ihnen haben, geben wir Ihnen ein paar

gute Tipps und Tricks mit auf den Weg

in den Garten.

Der richtige Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt, um Zwiebelblumen

zu pflanzen, ist von September

bis November, hängt aber natürlich

ein bisschen von der Wetterlage ab.

Werden die Zwiebeln beispielsweise in

einem sehr milden Herbst zu früh gesetzt,

können sie, bedingt durch den

noch erwärmten Boden und die Sonnenstrahlen

des Spätherbstes, zu früh

austreiben. Die Pflanze droht dann zu

erfrieren.

Augen auf beim Zwiebelkauf

Beim Kauf sollte man statt Tütenware

lieber lose oder in Netze verpackte

Zwiebeln wählen. Nur so kann man

sich von der Qualität der Blumenzwiebeln

überzeugen. Sie müssen trocken,

druckfest, glatthäutig und schimmelfrei

sein. Wichtig: Die Zwiebeln dürfen

noch keinen Austrieb haben.

Kurze Lagerung

Pflanzen Sie die Zwiebeln möglichst

rasch nach dem Kauf ein, denn bei zu

langer Lagerung können sie eintrocknen

und sind dann nicht mehr zu gebrauchen.

Für kurze Zeit kann man sie

kühl und dunkel lagern.

Bodenarbeit

Ein gut vorbereiteter Boden ist für die

Blütenpracht im Frühjahr die halbe

Miete. Das Erdreich im Beet sollte mindestens

25 cm tief ausgehoben und

aufgelockert werden, dann haben es

die Wurzeln später leichter. Kommen

die Zwiebeln in einen sehr schweren

oder lehmigen Boden, sollte in das

Pflanzloch eine 2 bis 5 cm dicke Kiesschicht

eingearbeitet werden. So kann

das Wasser gut ablaufen und es bildet

sich keine Staunässe. Die Zwiebeln

können dann nicht verfaulen.

Ab in die Erde

Für das Setzen der Zwiebeln gibt es

eine einfache Formel. Sie werden doppelt

so tief eingegraben wie sie hoch

10

Lagerhaus


Frühlingsboten

Neben Krokussen und Narzissen sind

Tulpen die wohl beliebtesten Frühlingsboten

überhaupt. Wer sich nächstes Jahr

an den bunten Blumen erfreuen möchte,

muss sie jetzt pflanzen.

Garten & Beet

Info

sind. Zu tief sollten die Zwiebeln hingegen

auch nicht gepflanzt werden,

denn aufgrund ihrer konischen Form

schieben sie sich ohnehin tiefer in den

Boden, je größer sie werden.

Beim Pflanzabstand gilt: Weniger ist

mehr. Damit das Beet im Frühjahr

wirklich so prachtvoll blüht wie auf

der Packung gezeigt, werden oft weitaus

mehr Zwiebeln benötigt, als vielleicht

angenommen. Für ein üppiges

Tulpenbeet sind es mindestens 50

Stück pro Quadratmeter.

Husch ins Körbchen

Blumenzwiebeln stehen auf dem Speiseplan

von Wühlmäusen ganz weit

oben. Um den Nagern einen Strich

durch die Rechnung zu machen, sollten

Sie die Zwiebeln in einen Pflanzkorb

setzen. Alternativ können Sie

auch Kaninchendraht in das Pflanzloch

legen. Zudem hilft es, der Erde ein

sogenanntes Vergrämungsmittel beizumischen.

Der intensive Geruch verdirbt

Wühlmäusen den Appetit.

Schnipp, schnapp

Sind die Blumen nach der ersten Blüte

verwelkt, sollten Sie beim Rückschnitt

einiges beachten: Wichtig ist, zuerst

nur die verwelkten Blüten zu entfernen.

Die Blätter hingegen bleiben länger

frisch und verbleiben so lange an

den Pflanzen, bis sie ebenfalls welk

sind. Aus dem Saft, der sich in den

Stielen und Blättern befindet, zieht die

Zwiebel nämlich Kraft und Nährstoffe

für das kommende Jahr.

Winterschlaf

Nach dem Abschneiden der Blätter

und Stiele kann man die Zwiebeln entweder

ausgraben oder – wenn sie winterhart

sind – in der Erde belassen.

Wurden sie richtig und tief genug gesetzt,

überstehen diese in der Erde

auch eisige Winter. £

Die schönsten

Zwiebelpflanzen

• Der Krokus liefert die ersten

knallbunten Farbtupfer nach

dem Winter.

• Narzissen, auch als Osterglocken

bekannt, sind ebenfalls

zuverlässige Frühjahrsblüher.

• Schneeglöckchen sind gleichermaßen

bekannte wie auch

begehrte Zwiebelblumen.

• Die blaue bis purpurne

Zwiebeliris zählt ebenfalls zu

den Frühjahrsblühern.

• Für eine unglaubliche Vielfalt

stehen Tulpen. Sie gibt es

im Fachhandel in den unterschiedlichen

Formen und

Farben.

• Zierlauch blüht etwas später

im Frühjahr, dann jedoch umso

imposanter und eindrucksvoller.

• Lilien sind klassische Gartenpflanzen,

die größtenteils im

Sommer blühen.

Fürs Leben am Land 11


Garten & Beet

12 Lagerhaus


Exotische Schönheiten

Orchideen gibt es in vielen attraktiven Farben und

Blütenformen. Die meisten Sorten sind ganz unkompliziert

– wenn Sie ein paar Regeln befolgen. Wir haben die

Antworten auf die häufigsten Fragen.

Text: Angelika Kraft

Garten & Beet

1

2

Welche Orchidee ist besonders pflegeleicht?

Orchideen der Gattung Phalaenopsis

zählen zu den am häufigsten angebotenen

Orchideen. Ursprünglich stammen sie aus dem tropischen

Regenwald. Im Laufe der Zeit wurden Sorten gezüchtet, die sich besonders

gut für die Zimmerkultur eignen. Sie sind pflegeleicht, widerstandsfähig

und blühen bei richtiger Behandlung immer wieder neu.

Welche Erde wird beim Umtopfen verwendet?

Am besten gedeihen die Pflanzen in einer speziellen Orchideenerde.

Das Substrat sollte luftdurchlässig und grob sein. Vom Herbst bis in

den Frühling kann umgetopft werden, jünger Pflanzen alle 2, ältere

Pflanzen alle 3 Jahre.

3

4

Welche Temperaturen eignen sich am besten?

Die Ansprüche sind von Orchidee zu Orchidee verschieden. Ideal sind

Temperaturen zwischen 18 und 20 °C, vertragen wird auch eine Nachtabsenkung,

jedoch sollte diese nicht unter 16 °C liegen. Trockene Heizungsluft

vertragen Orchideen nicht. Ideal ist eine relative Luftfeuchtigkeit

von 50 bis 65 %.

Wie werden Orchideen gegossen?

In der Regel sollten Orchideen einmal in der Woche aus dem Übertopf

genommen und für 10 Minuten in abgestandenes oder abgekochtes

Leitungswasser getaucht werden. Die überschüssige Feuchtigkeit abfließen

lassen. Staunässe im Übertopf ist zu vermeiden.

5

Was ist beim Düngen zu beachten?

Orchideen haben einen relativ geringen Nährstoffstoffbedarf und

reagieren empfindlich auf Überdüngung. Daher ist ein spezieller Dünger

empfehlenswert, der auf die Bedürfnisse von Orchideen abgestimmt

ist. Während der Blüte kann alle 2 Wochen gedüngt werden.

Mehr Tipps zu Orchideen: rlh.at/orchideen-pflege

Fürs Leben am Land 13


Essen & Trinken

Plutzer-

Parade

Herbstzeit ist Kürbiszeit!

Daher stellen wir Ihnen die

beliebtesten Speisekürbisse vor.

Text: Angelika Kraft

Hokkaido

Wenn man an Kürbis denkt, fällt einem

meist als erstes der Hokkaido ein. Dass

der intensiv orange Plutzer zu den beliebtesten

Speisekürbissen zählt, ist

nicht verwunderlich, denn er ist wahnsinnig

vielseitig und einfach zuzubereiten.

Sein mildes, nussiges Aroma erinnert

an Maroni und bietet eine hervorragende

Basis für Chutneys, Suppen,

Risotti, Eintöpfe, Kuchen und

noch vieles mehr.

Zeitspar-Tipp: Der Hokkaido muss

nicht geschält werden, Sie können die

dünne Schale einfach mitessen.

Muskat-Kürbis

Der Muskat-Kürbis ist der Hingucker

unter den Kürbissen. Groß und eindrucksvoll,

mit einer kunstvoll gerippten

Schale lacht er uns im Herbst in

leuchtenden Farben von Dunkelgrün

bis Hellbraun entgegen. Sein festes

Fruchtfleisch schmeckt saftig, aromatisch

und leicht fruchtig. Dazu kommt

die feine Muskatnote, die dem Kürbis

seinen Namen gegeben hat.

Butternuss

Die Butternuss steht oft im Schatten

des Hokkaidos. Doch dafür gibt es

eigentlich gar keinen Grund, denn es

gibt viele gute Gründe, um zur Butternuss

zu greifen. Der hohe Anteil an

zartem, hell-orangem Fruchtfleisch,

das fast auf der Zunge zergeht sowie

sein buttriges (daher der Name!) und

leicht nussiges Aroma begeistert Kürbisfans

sofort. Sie lieben ihn roh, in der

Pfanne geröstet, zu einem aromatischen

Püree verarbeitet, pikant gefüllt

oder püriert als Kürbissuppe.

Spaghetti-Kürbis

Der Shooting-Star unter den Kürbissen

ist der Spaghetti-Kürbis. Und das,

obwohl er von außen eher unscheinbar

aussieht: Mit seiner oval-runden, länglichen

Form und seiner gelben Schale

erinnert er zuweilen an eine Honigmelone.

Der richtige Wow-Effekt zeigt

sich erst, wenn man den gebackenen

oder gekochten Kürbis aufschneidet.

Denn dann präsentiert sich das Fruchtfleisch

wie eine Portion Spaghetti. Ein

Schöpfer Sugo und etwas Parmesan

darüber – fertig ist das perfekte „Nudelgericht“,

das sich direkt aus dem

Kürbis essen lässt.

14

Lagerhaus


Rezept

Kürbis-Tonic-

Marmelade

Aufwand

45 Min.

Schwierigkeit

•££££

4 Gläser

á 250ml

Zutaten

450 g Hokkaido-Kürbis

1 Bio-Zitrone

10 g Ingwer

100 ml Orangensaft

150 ml Tonic-Water

500 g Gelierzucker 1:1

So geht’s

1 | Den Kürbis schälen, entkernen und würfeln.

2 | Die Zitrone heiß abwaschen, die Schale abreiben

und den Saft auspressen. Dann den Ingwer

schälen und fein reiben.

3 | Kürbis, Orangensaft, Tonic, Zitronenschale und

-saft sowie den Ingwer in einen großen Topf

geben. Einmal aufkochen und 20 Minuten weich

kochen.

4 | Mit einem Stabmixer alles fein pürieren.

Den Zucker zugeben und weitere 5 Minuten

sprudelnd kochen.

5 | Die Marmelade in saubere Gläser füllen und

auskühlen lassen.

Foto: Kostbarmacher

Hier geht‘s zum Rezept: rlh.at/kuerbis-tonic

Weitere köstliche Rezepte finden Sie unter:

www.kostbarmacher.at

Fürs Leben am Land 15


Essen & Trinken

Wir wollen

Stollen!

Für viele gehört der Christstollen

zur Weihnachtszeit wie „Stille Nacht“

und ein Tannenbaum.

Text: Angelika Kraft

Angeblich soll die Form des in

Zucker gehüllten Christstollens

an das in weiße Windeln

eingewickelte Jesuskind

erinnern. Daher ist es auch kein

Wunder, dass diese süße Köstlichkeit

zu den beliebtesten Gebildbroten der

Adventzeit zählt – und das schon seit

langer, langer Zeit. Erste Aufzeichnungen

aus dem Jahre 1474 belegen, dass

der Christstollen, damals noch Christbrot

genannt, aus Mehl, Germ und

Wasser zubereitet wurde. Eine ganz

schön fade Angelegenheit. In vielen

Gegenden jedoch war die Adventzeit

als Fastenzeit bekannt. Butter war verboten,

die klassischen Stollenzutaten

wie Zucker, Rosinen, Trockenfrüchte,

Mandeln und Gewürze waren entweder

noch unbekannt oder sündhaft

teuer. Somit galt der Stollen als echtes

Prestigegebäck. Im 15. Jh., so rechnet

Michael Schulze in seinem lesenswerten

Buch „Stollen – Geschichte und

Gegenwart eines Weihnachtsgebäcks“

vor, kosteten 3 kg Zucker so viel wie

ein ganzes Rind.

Stollenhochburg Sachsen

An dieser Stelle kommt die heutige

Stollenhochburg Sachsen ins Spiel.

Kurfürst Ernst und sein Bruder Herzog

Heinrich schrieben einst dem

Papst in Rom eine Protestnote – und

das sogar mit Erfolg. In dem sogenannten

„Butterbrief“ erlaubte Papst

Innozenz VIII. im Jahr 1491 den Sachsen

die Verwendung von Butter und

weiteren Zutaten – wenn auch nur

gegen Bezahlung. Das Geld der Sachsen

kam dem Freiburger Dom zugute,

der Geschmack des Christstollens war

gerettet und die sächsischen Bäcker

konnten sich fortan gegenüber der

Konkurrenz einen enormen Wettbewerbsvorteil

verschaffen. Der beginnende

Handel mit Gewürzen und die

Experimentierfreude der Bäcker taten

ihr übriges und katapultierten das

Backwerk schließlich in neue Dimensionen.

Heute ist der Christstollen weit über

die Grenzen Sachsens hinaus bekannt

und darf eigentlich bei keiner Adventjause

fehlen. £

Tipp

So bleibt der Stollen

lange frisch

Damit der Stollen lange frisch

bleibt, sollten Sie ihn richtig

anschneiden. Dazu mittig teilen

und scheibchenweise nach

außen vorarbeiten. Ist der

Appetit gestillt, schieben Sie die

beiden Hälften wieder fest

aneinander. So wird das Aus -

trocknen an der Schnittstelle

verhindert. Anschließend kann

der Stollen in ein Leinentuch gewickelt

werden. Zusätzlich

empfiehlt sich die Aufbewahrung

in einer Blechdose.

Außerdem lässt sich Christstollen

auch wunderbar einfrieren.

Dazu einfach in Scheiben

schneiden und in Gefrierbeutel

packen. Später lässt sich die

Leckerei dann bequem portionsweise

wieder auftauen und

vernaschen.

16

Lagerhaus


Essen & Trinken

Fürs Leben am Land 17


Essen & Trinken

18

Lagerhaus


Auf die Plätzchen,

fertig, los!

Essen & Trinken

Himmlisch duftende Schokoladenträume, knusperzarte

Zimtkekse und cremig gefüllte Doppeldecker – die Adventzeit

wäre ohne Weihnachtsbäckerei nur halb so schön.

Text: Angelika Kraft

Draußen schneit es dicke

Flocken, der Schneemann

im Garten grinst uns durch

das Küchenfenster frech

an, im Radio läuft stimmungsvolle

Weihnachtsmusik. Jetzt findet man ja

sogar noch Gefallen an „Last Christmas“

und in der Küche verbreitet sich

schön langsam der Duft von Zucker,

Zimt und Schokolade. Klingt ganz

schön kitschig, oder? Na, wunderbar!

Denn das sind die optimalen Voraussetzungen

für ein weihnachtliches

Backvergnügen.

Backe, backe, Kekse!

Damit Ihre Weihnachtsbäckerei auch

tasächlich eine gute Figur auf dem

Kekserlteller macht, haben wir ein

paar Tipps und Tricks für Sie parat:

Für die meisten Teige lassen sich die

Zutaten am besten verarbeiten, wenn

sie Zimmertemperatur haben. Daher

Butter und Eier einige Stunden vor

Verwendung aus dem Kühlschrank

nehmen. Nur beim Mürbteig muss die

Butter kalt sein.

Verwenden Sie glattes Mehl, denn griffiges

ergibt einen brüchigen Teig.

Die Kekse schmecken besser, wenn

man statt bereits gemahlener Nüsse

frisch gemahlene verwendet.

Beim Ausrollen des Teigs auf der mit

Mehl bestäubten Arbeitsfläche nur

kleine Teigmengen verwenden, sonst

wird zu viel Mehl eingearbeitet und

das beeinträchtigt die Konsistenz der

Kekse. Oder noch besser: Rollen Sie

den Keksteig zwischen 2 Lagen Backpapier

aus.

Achten Sie darauf, den Teig gleichmäßig

dick auszurollen, damit die Kekse

auch gleichzeitig durchgebacken sind.

Kontrollieren Sie die Kekse während

der Backzeit. Manchmal nehmen die

hinten auf dem Backblech liegenden

Kekse schneller Farbe an als die vorderen.

Dann einfach das Backblech bei

der Hälfte der Backzeit umdrehen.

Legen Sie die Kekse zum Auskühlen

auf ein Kuchengitter. Dann kann die

Luft zirkulieren, die Kekse schwitzen

nicht und bleiben knusprig.

Bevor Sie die Kekse verpacken, müssen

sie ganz abgekühlt sein und die

Glasur gut ausgehärtet. Schlichten Sie

die Kekssorten getrennt in gut verschließbare

Dosen, damit sich die Aromen

nicht untereinander vermischen.

Damit Kekse aus Nuss- oder Lebkuchenteig

Feuchtigkeit aus der Luft ziehen

können, sollten die Dosen noch

1 bis 2 Tage geöffnet bleiben. Verpackt

man sie zusammen mit einigen Apfelspalten,

bleiben sie länger weich. Dann

wären noch die heiklen Vanillekipferl.

Wer sie zu sorglos behandelt, macht

aus den leicht zerbrechlichen Stücken

oft Vanillebrösel. Daher sollten sie

nach ihrem Bad in Vanillezucker am

besten einzeln in die Dose gelegt werden.

Zwischen jede Schicht kommt

eine Lage Backpapier.

Kekse schmecken bei sachgemäßer

Lagerung mehrere Wochen frisch. Sollen

sie länger halten, kann man sie

auch einfrieren.

Kindheitserinnerungen

Weihnachtskekse wecken bei den

meisten Menschen Kindheitserinnerungen.

An den wunderbar süßen

Duft, der einem das Wasser im Mund

zusammenlaufen lässt. An das Glücksgefühl,

die Teigschüssel am Ende ausschlecken

zu dürfen. An den Nervenkitzel

beim Stibitzen der süßen Naschereien

vor dem Heiligen Abend.

Daher: Ja, der adventliche Terminkalender

ist vollgepackt mit Besorgungen

und Einladungen. Ja, das schlechte

Gewissen plagt ob der ständigen

Schlemmerei. Trotzdem – nehmen Sie

sich eine Auszeit vom Stress und gönnen

Sie sich einen Nachmittag voller

Hingabe beim Backen und Verzieren,

voller Freude über das vollbrachte

Werk – und voller Kindheitserinnerungen.

£

Fürs Leben am Land 19


Festliche Weihnachtsdeko für

die schönste Zeit des Jahres.

Sorgen Sie für weihnachtliche Stimmung in Ihrem Haus.

Das passende Sortiment dazu finden Sie in einem Lagerhaus in Ihrer Nähe.

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Essen & Trinken

Heißer Stoff

Wenn es draußen kalt und ungemütlich wird, beleben

heiße Getränke den Geist und wärmen den Körper von innen.

Text: Laura Hehn

Glühwein, Punsch & Co

schmecken am besten,

wenn man sie mit guten

Freunden am Christkindlmarkt

genießt. Auch zuhause lassen

sich die würzigen Heißgetränke ganz

leicht selbst zubereiten. Großer Vorteil

dabei: Man kann sowohl Qualität

als auch Geschmack nach eigenem

Gusto bestimmen.

Glühwein

Die Basis eines guten Glühweins ist ein

guter Wein, achten Sie hier auf Qualität.

Ob Sie Rot- oder Weißwein verwenden,

hängt von Ihren persönlichen

Vorlieben ab. Den unverwechselbaren

Geschmack erhält Glühwein durch die

richtige Gewürzmischung. In klassischen

Rezepten werden gerne Zimt,

Gewürznelken und Anis verwendet.

Zum Verfeinern eignen sich Orangenoder

Zitronenschalen. Wichtig ist,

dass Glühwein auf keinen Fall gekocht,

sondern nur erhitzt werden darf, damit

das Aroma der Früchte und Gewürze

erhalten bleibt und der Alkohol

nicht verfliegt.

Punsch

Vom Glühwein zum Punsch! Ursprünglich

stammt die flüssig-süße Verführung

aus Indien. Die Einwohner benannten

das aus Arrak (Zuckerschnaps),

Tee, Wasser, Zitronen und

Zucker bestehende Getränk „Panc“.

Das bedeutet in der Hindisprache die

Ziffer 5 und steht für seine 5 Zutaten.

Britische Seefahrer entdeckten Ende

des 17. Jh. den seltsamen Trank und

brachten ihn in ihre Heimat. Das Getränk

erfreute sich bald großer Beliebtheit

und wurde, entsprechend seiner

ursprünglichen Bezeichnung,

„Punch“ genannt.

Heute ist die Auswahl an unterschiedlichen

Punschsorten riesig und reicht

vom fruchtigen Orangen- oder Beerenpunsch

über den sündig-cremigen

Eierlikör-Punsch bis hin zum gewöhnungsbedürftigen

Gummibärchen-

Punsch, in dem ebensolche in einem

Energydrink schwimmen.

Feuerzangenbowle

Die Feuerzangenbowle, die überraschenderweise

keine Bowle, sondern

ein Punsch ist, wurde durch den

gleichnamigen Film mit Heinz Rühmann

berühmt und ist – wohl auch

aufgrund ihrer spektakulären Zubereitung

– besonders am Silvesterabend

sehr beliebt.

Die Basis bilden Rotwein, Gewürze

und Orangenscheiben, das Tüpfelchen

auf dem i erhält dieses Getränk allerdings

erst im feurigen Finale. Mit Hilfe

eines perforierten Blechs – der sogenannten

„Feuerzange“ – hält man

einen in Rum getränkten und brennenden

kegelförmigen Zuckerhut

über den Punsch, der langsam

schmilzt, karamellisiert und in das

heiße Getränk tröpfelt. Ein Augenund

Gaumenschmaus! £

Fürs Leben am Land 21


Brauchtum

Einfach

gestrickt

Die Wintermonate sind die perfekte Zeit für ein neues Hobby.

Wir verraten Ihnen, warum Sie jetzt unbedingt

mit dem Stricken beginnen sollten.

Text: Angelika Kraft

Wenn man an‘s Stricken

denkt, kommt einem

oft die Großmama in

den Sinn, wie sie in

ihrer Kittelschürze im großen Fauteuil

sitzt und mit den Nadeln klimpert. Dabei

entdecken immer mehr junge

Frauen und Männer dieses schöne

Hobby. Und das zu Recht, denn Stricken

stärkt die geistige und körperliche

Gesundheit, ist gesellig, jederzeit

ausführbar und bereitet Ihnen und

Ihren Mitmenschen Freude. Ganz

nebenbei entstehen so individuelle,

handgemachte, nachhaltige und ausgefallene

Kleidungsstücke und modische

Accessoires für alle möglichen Anlässe.

Die Geschichte des Strickens

Bereits im 2. Jh. n. Chr. wurde das Stricken

in Asien erfunden. Erst viel später,

im 13. Jh., etablierten sich in Paris

die ersten gewerblichen Produzenten,

die das Stricken zu einer der wichtigsten

Handwerksgilden in Frankreich

machten. Noch bis ins 20. Jh. hatte

Stricken hauptsächlich praktische

Gründe. Es ermöglichte vielen Frauen

durch den Verkauf der selbst hergestellten,

warmen Kleidungsstücke

ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Mit Beginn der Industrialisierung und

der maschinellen Massenanfertigung

konnte Kleidung von nun an in großer

Menge produziert werden. Das Stricken

geriet dadurch immer mehr ins

Hintertreffen.

Seit einiger Zeit jedoch erfreut sich

die Tradition des Strickens einer

neuen Beliebtheit – kein Wunder in

einer so schnelllebigen Zeit. Selbst designen,

stricken, häkeln und ein Statement

setzen, dass man sich von der

breiten Masse distanziert, liegt voll im

Trend.

Stricken führt

zu einem

vollkommenen

Entspannungszustand.

Stricken für die Gesundheit

Wie bereits erwähnt, ist Stricken gut

für die Gesundheit. Glauben Sie nicht?

Wir haben den Beweis: Es gibt tatsächlich

Studien, die belegen, dass Stricken

ähnlich erholsam ist, wie meditieren

oder Yoga machen. Das Harvard

Medical Institut etwa fand in einer

Studie heraus, dass Stricken zu einem

vollkommenen Entspannungszustand

22

Lagerhaus


Eine links, eine rechts,

eine fallen lassen.

Stricken fördert die motorischen und

kognitiven Fähigkeiten und hat auf

Körper und Geist eine ähnlich positive

Wirkung wie beispielsweise Meditation.

Zudem werden beim Stricken

Denkfähigkeit und die Kreativität

gefördert.

Brauchtum

führt. Durch die regelmäßige Wiederholung

der immer selben Tätigkeit

kommt der Geist zur Ruhe und kann

abschalten. Dies mindert Stress und

kann sogar blutdrucksenkend wirken.

Auf los geht‘s los

Wenn Sie jetzt so richtig Lust bekommen

haben, die Stricknadeln zu

schwingen – kein Problem, denn viel

braucht es gar nicht, um zu beginnen:

2 Stricknadeln und Wolle. Beginnen

Sie mit etwas Einfachem, einem Schal

vielleicht, und steigern Sie sich über

eine Haube bis hin zum Pullover. Wer

die Grundlagen des Strickens erstmal

beherrscht, dem sind keine Grenzen

gesetzt. Sie können süße Kuscheltiere,

praktische Blumenübertöpfe oder modische

Taschen stricken.

Wie Stricken genau geht, können Sie

in zahlreichen Magazinen, Büchern,

im Internet oder in Kursen an der

Volkshochschule erlernen. Vielleicht

haben Sie ja sogar im Freundes- oder

Familienkreis jemanden, der es Ihnen

beibringen kann. Denn mehr Spaß als

Stricken macht nur Stricken in netter

Gesellschaft.

Und eines ist klar: Wer einmal mit

dem Stricken angefangen hat, will gar

nicht mehr aufhören. Also, schnappen

Sie sich 2 Nadeln und ein Knäuel

Wolle, machen Sie sich eine Tasse Tee

und ab auf‘s Sofa. Und das große Stricken

kann beginnen! £

Tipp

Strick-Trends 2023

Trend 1: Gemeinsam

Gemeinsam stricken macht

noch mehr Spaß. Wer Freude

am Handarbeiten hat, das aber

nicht alleine tun möchte, sucht

sich einfach ein Strickcafé in

seiner Nähe. Hier wird gemeinsam

gestrickt, gehäkelt,

gestickt und dabei geplaudert

und Tipps ausgetauscht.

Trend 2: Nachhaltig

Das Thema Nachhaltigkeit

zieht sich durch alle Lebensbereiche

und macht somit

natürlich auch vor dem Stricken

nicht Halt. Nachhaltige und

biologisch kontrollierte Wolle

liegt daher total im Trend.

Trend 3: Bunt

Umso trister das Wetter, desto

bunter die Farben. Wenn es

draußen kalt und grau ist, sollen

uns wenigsten die bunten

Pullover, Hauben und Fäustlinge

wärmen. Heuer liegen daher

besonders knallige Farben im

Trend – das gilt natürlich auch

für die Strickmode.

Fürs Leben am Land 23


Brauchtum

Musikinstrument mit Tradition

Vom Hacken

und Schlagen

Das Zusammenwirken von Rhythmus,

Harmonie und Melodie unter Anwendung von

2 Schlägeln sowie der unverkennbare, obertonreiche

Klang machen die Faszination aus, die

von diesem Instrument ausgeht.

Text: Sandra Steiner

Das ist doch eh irgendwie

das Gleiche ... mögen sich

manche Menschen im Gespräch

über traditionelle

Musikinstrumente wie die Zither oder

das Hackbrett vielleicht denken. In gewisser

Weise gibt es durchaus Ähnlichkeiten,

zumal eine frühe Form der

Zither sozusagen als Vorläufer des

Hackbretts gilt. Bei beiden handelt es

sich um Saiteninstrumente, die gerade

für die alpenländische (Volks-)

Musik ganz typisch sind. Die wesentlichsten

Unterschiede liegen wohl in

der Form des Instruments sowie in

der Art, es zu spielen. Der Zither werden

die Klänge durch das Zupfen mit

den Fingern entlockt. Beim Hackbrett

Aus der Familie der

Zitherinstrumente

Geschlagen oder gehackt,

aber nur selten gezupft: So

werden dem Hackbrett

seine Klänge entlockt. Mit

Holzschlägeln, die

entweder bloß verwendet

werden oder mit Filz bzw.

Leder überzogen sind.

werden die Seiten mit 2 sogenannten

Klöppeln bzw. Schlägeln geschlagen

(„gehackt“). Diese werden zwischen

Zeige- und Mittelfinger balanciert

und mit dem Daumen gesteuert. Die

Schlägel sind meist aus Holz (manchmal

auch aus Metall), mit Filz oder Leder

überzogen. Die Klangfarbe des

Instruments hängt demnach wesentlich

von der Bauart und der Auswahl

der Schlägel ab. Modernere Instrumente

haben einen trapezförmigen

Resonanzkörper mit einem oder mehreren

kleinen Schalllöchern. Ältere

Modelle oder solche aus anderen Regionen

können auch rechteckig sein

oder eine Halbtrapez-Form aufweisen.

Gespielt wird das Saiteninstrument

im Sitzen. Dabei wird das Brett

mit dem unteren, breiten Ende mit

den Beinen gestützt und mit dem oberen

schmalen Ende auf die Tischkante

gelegt. Einfacher geht es, wenn man

einen speziellen Hackbrett-Tisch als

Unterstützung verwendet. So lässt es

sich auch im Stehen gut spielen. Die

Saiten am Hackbrett liegen waagrecht

und werden durch kleine Metallstäbchen,

Stimmwirbel (zum Stimmen des

24

Lagerhaus


Auf und Ab

Vom Hofmusikinstrument

zum Arme-Leute-Instrument

und wieder zurück: Die Bedeutung

des Hackbretts war

im Laufe der Jahrhunderte

nicht immer gleich hoch.

Brauchtum

Instruments), in Holzzargen an den

Seiten gehalten.

Gestern und heute

Wo genau der Ursprung des heutigen

Hackbretts liegt, lässt sich nicht so genau

eruieren. Ein Einfluss durch das

aus dem orientalischen Raum stammende

Saiteninstrument Santur liegt

jedenfalls nahe. Als Urform von Zither

und Hackbrett gilt das Psalterium,

eine griffbrettlose Brettzither. Sie

wird mehr gezupft als geschlagen und

soll etwa seit dem 11. Jh. in dieser

Das Hackbrett

zählt sowohl zu

den Saiten- als

auch zu den Schlaginstrumenten.

Form bekannt sein. Erste Abbildungen

eines eindeutig trapezförmigen

und mit Schlägeln geschlagenen

Hackbretts stammen aus dem 12. Jh.

aus Byzanz (Oströmisches Kaiserreich

mit der damaligen Hauptstadt Konstantinopel,

dem heutigen Istanbul).

Mitte des 15. Jh. waren die Bezeichnungen

Dulce Melos („süßer Klang“),

Doulcemer oder schließlich Hackbrett

gebräuchlich. Letzteres findet sich

1447 in einem Eintrag im Zürcher

Ratsbuch. Im 17. Jh. erlebte das Hackbrett

seine Blütezeit. Viele barocke

Stücke aus der damaligen Zeit wurden

für das Salterio (in Italien und Spanien

gebräuchliche Kastenzither, die

gezupft oder geschlagen wurde) geschrieben.

Zu Beginn des 19. Jh. war

das Hackbrett – sieht man von der regionalen

Volksmusik ab – weniger gefragt.

Doch zum Glück gewinnt es

heute wieder zunehmend an Bedeutung,

auch abseits der Volksmusik.

Die Faszination, die von diesem Instrument

ausgeht, findet großen Anklang

und hat sich inzwischen auch in

Klassik, Jazz, Rock und World-Music

bis hin zu Neuer Musik etabliert. £

Info

Das Hackbrett in unterschiedlichen

Kulturen

In nahezu jedem Kulturraum

findet sich ein hackbrettartiges

Musikinstrument mit den an

die entsprechende Musikkultur

angepassten Eigenschaften und

Stimmungen. In Österreich gebräuchlich:

Das Steirische Hackbrett

(diatonisch gestimmt, mit

bloßen oder mit Leder belegten

Holzschlägeln), das Osttiroler

Hackbrett (größerer Korpus,

diatonisch gestimmt) und das

Salzburger Hackbrett (chromatisch

gestimmt, Holzschlägel mit

Filz überzogen).

Fürs Leben am Land 25


Brauchtum

Interview

Helfen

als Hobby

4.490 freiwillige Feuerwehren gibt es in Österreich.

Erwin Reis, Baustoff-Einkaufsregionalleiter bei Lagerhaus Franchise,

begann mit 15 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Hornsburg,

die er heute als Kommandant leitet.

Interview: Eva Mühlbacher (Radio Lagerhaus/MAXFIVE GmbH), Text: Angelika Kraft

Wie sind Sie zur Freiwilligen

Feuerwehr gekommen?

Ich bin ein geborener Hornsburger

und bei uns am Land ist es üblich, dass

man mit dem vollendeten 15. Lebensjahr

der Freiwilligen Feuerwehr beitritt.

Schon als kleiner Bub habe ich

die großen Feuerwehrautos bewundert

und sehnsüchtig auf meinen 15.

Geburtstag gewartet, um endlich beitreten

zu können.

Warum ist es Ihnen wichtig,

sich ehrenamtlich zu betätigen?

Ich finde, jeder sollte soziale Verantwortung

übernehmen. In Österreich

geht es uns nicht schlecht und die Freiwillige

Feuerwehr ist eine ganz hervorragende

Möglichkeit, sich in der

Gesellschaft einzubringen und etwas

zurückzugeben.

Aus wie vielen Mitgliedern besteht

die Freiwillige Feuerwehr Hornsburg?

Wir haben derzeit rund 45 Mitglieder.

Die jüngsten sind 15 Jahre alt, die ältesten

– die sogenannten Reservisten

(Anm.: laut Feuerwehrgesatz wird man

mit 65 Jahren in den Reservestand versetzt)

– sind knappe 80 Jahre alt. Die

Freiwillige Feuerwehr ist somit auch

immer ein Ort, wo sich Jung und Alt

treffen.

Was ist das Geheimnis, dass sich

alle Mitglieder auch generationenübergreifend

verstehen?

Eine Institution wie die Freiwillige

Feuerwehr verbindet einfach Generationen.

Wenn man ein gemeinsames

Interesse hat, gemeinsame Erlebnisse

teilt, ist es ganz egal, wie alt man ist.

Gibt es auch weibliche Mitglieder

bei der Freiwilligen Feuerwehr

Hornsburg?

Ja, wir haben derzeit eine Frau unter

den Mitgliedern – meine Frau. Warum

nicht mehr weibliche Kameraden dabei

sind, hat vermutlich traditionelle

Gründe. Früher waren nur Männer bei

der Freiwilligen Feuerwehr, das hat

sich in den vergangenen Jahren auch

in anderen Gemeinden Gottseidank

geändert und der Frauenanteil steigt.

Wir sind über jedes neue Mitglied

dankbar – egal, ob Mann oder Frau.

Wie finanziert sich die Freiwillige

Feuerwehr Hornsburg?

Wir leben größtenteils von Spenden

der Bevölkerung, von Unterstützung

der Gemeinde und des Landes Niederösterreich.

Außerdem müssen wir

auch selbst zur Mittelbeschaffung beitragen.

So veranstalten wir zahlreiche

Feste wie etwa den jährlichen Faschingsgschnas,

einen Kirtag oder

einen Weihnachtspunsch. Dieses Geld

fließt in den Kauf von Ausrüstungsgegenständen,

Uniformen und in die

Erhaltung der Infrastruktur.

Wie wird man Feuerwehrkommandant?

Man durchläuft eine bestimmte Führungsausbildung.

Erst wird man Gruppenkommandant,

anschließend Zugskommandant.

Wenn man dann von

einem Kollegen vorgeschlagen und von

der Mitgliederversammlung gewählt

wird, kann man für die Dauer von fünf

Jeder sollte

soziale Verantwortung

übernehmen.

Die Freiwillige

Feuerwehr ist eine

tolle

Möglichkeit.

26

Lagerhaus


Brauchtum

Die Freiwillige Feuerwehr Hornsburg

zählt derzeit 45 Mitglieder. Erwin Reis

zeichnet als Feuerwehrkommandant

verantwortlich.

Foto: Freiwillige Feuerwehr Hornsburg

Jahren den Posten des Feuerwehrkommandanten

übernehmen.

Was sind Ihre Aufgaben als

Kommandant?

Meine Hauptaufgabe ist es, die Freiwillige

Feuerwehr Hornsburg nach

außen zu vertreten. Außerdem habe

ich im Einsatzfall die Aufgabe, als Einsatzleiter

zu fungieren. Und schließlich

bin ich verantwortlich für sämtliche

Abläufe in der Feuerwehr und dass

alles reibungslos abläuft.

Wie viele Einsätze haben Sie

im Jahr?

Wir sind eine kleine Gemeinde mit

rund 300 Einwohnern und da sich in

unserem Einsatzgebiet keine Autobahn,

Bundesstraße oder großes Einkaufszentrum

befindet, haben wir

Gottseidank relativ wenige Einsätze.

Es sind zwischen 15 und 20 Stück pro

Jahr, wobei der Großteil davon technische

Einsätze wie etwa Fahrzeugbergungen,

das Entfernen von Straßenbehinderungen,

Einsätze nach Starkregen

oder kleinere Waldbrände sind.

Wie ist das Gefühl nach einem

Einsatz, wenn man dann zu Hause

im Bett liegt?

Man hat das unheimlich schöne Gefühl,

etwas Gutes getan zu haben. Und

man ist erleichtert und froh, wenn alles

gut gegangen ist und alle wieder gesund

nachhause gekommen sind.

Wie wichtig ist das gemeinsame

Aufarbeiten nach einem Einsatz?

Ich glaube, es ist ganz wichtig – vor allem

für die jungen Kameraden – dass

man nach einem Einsatz miteinander

redet. Sollte es ein schlimmerer Einsatz

gewesen sein, wo man vielleicht

traumatische Bilder im Kopf hat, gibt

es von Seiten der Feuerwehr sogenannte

Peers, die man im Bedarfsfall

anfordern kann und die psychologische

Betreuung bereitstellen.

Welches besondere Erlebnis haben

Sie gemeinsam mit Ihren Kollegen

erlebt?

Schöne Erlebnisse hat man ganz viele,

da möchte ich gar keines speziell herausgreifen.

Aber etwas Besonderes

sind natürlich die Landeswettbewerbe,

wo man sich mit 10.000 anderen

Feuerwehrmitgliedern misst, sich

über den Erfolg der anderen freut und

am Abend gemeinsam feiert.

Wenn jemand der Freiwilligen

Feuerwehr Hornsburg beitreten

möchte, wo kann er sich informieren?

Am besten auf unserer Homepage

unter www.ff-hornsburg.at £

Info

Die Feuerwehr

in Österreich

In Österreich gibt es lediglich

sechs Berufsfeuerwehren

(Graz, Innsbruck, Klagenfurt,

Linz, Salzburg und Wien).

Daneben gibt es 312 Betriebsfeuerwehren,

diese sind jedoch

hauptsächlich für innerbetriebliche

Einsätze zuständig und

rücken nur bei größeren Einsätzen

in Gebiete außerhalb des

Firmengeländes aus.

Der Großteil des österreichischen

Feuerwehrwesens wird jedoch

von den 4.490 Freiwilligen

Feuerwehren betrieben. Über

300.000 Männer und Frauen

arbeiten hier unentgeltlich.

Die erste Freiwillige Feuerwehr

wurde im Jahr 1851 von Ferdinand

Leitenberger im böhmischen

Reichstadt gegründet.

Fürs Leben am Land 27


Brauchtum

Oh, Tannenbaum!

Welcher Christbaum soll heuer zu Weihnachten Ihr Heim schmücken?

Ob Tanne, Fichte oder Kiefer – jede Baumart hat ihre Vor- und Nachteile.

Wir haben für Sie die beliebtesten Bäume unter die Lupe genommen.

Text: Angelika Kraft

Heiliger Abend. Gespannte

Stille. Dann endlich: Das

Glöckchen läutet. Die Kinder

stürmen das Wohnzimmer,

um noch einen Blick auf das

Christkind zu erhaschen. Doch schon

wieder war es schneller. Nur das offene

Fenster und ein wehender Vorhang

lassen erahnen, dass es gerade

noch da war. Zurück bleiben ein festlich

geschmückter, im Schein der Kerzen

hell erleuchteter Christbaum und

die einstimmige Meinung aller Familienmitglieder,

dass dieser Baum nun

wirklich der Schönste ist, den sie jemals

hatten.

Schon Tage zuvor wurde er ausgewählt,

der perfekte Baum. Gleichmäßig

gewachsen sollte er sein, mit saftig

grünen Nadeln, die lange am Baum

bleiben. Bereits hier stellte sich die

Frage aller Fragen: Tanne oder Fichte?

Auf den ersten Blick sehen sich die beiden

immergrünen Gehölze aufs Verwechseln

ähnlich, doch bei näherer

Betrachtung erkennt man den Unterschied:

Fichte sticht, Tanne nicht, sagt

man. Und es stimmt – während Fichtennadeln

unangenehm picksen, sind

Tannennadeln schön weich und ihre

Spitze ist abgerundet. Daher ist die

Tanne – genau genommen die Nordmanntanne

– der beliebteste unter den

Christbäumen. Aber auch andere Nadelbäume

sollten in Betracht gezogen

werden. Wir wollen Ihnen auf der

nächsten Seite eine kleine Entscheidungshilfe

geben.

Info

Der Christbaum

Der erste Christbaum wurde

vermutlich im Jahr 1539 in Straßburg

aufgestellt. Aufzeichnungen

aus dem Elsass belegen, dass

ab 1605 die Bäume geschmückt

wurden. In der zweiten Hälfte des

19. Jh. gelangte der Weihnachtsbaum

dann auch nach Österreich.

Prinzessin Henriette von

Nassau-Weihburg, im Volksmund

später die „Christkindlbringerin“

genannt, soll 1816 erstmals einen

Christbaum für ihre Tochter aufgestellt

haben.

28

Lagerhaus


Die Nordmanntanne

Der mit Abstand beliebteste Christbaum

in Österreich ist die Nordmanntanne.

Ist auch kein Wunder, denn sie

überzeugt mit einem gleichmäßigen,

dichten Wuchs, starken Ästen, die

selbst schweren Weihnachtsschmuck

tragen und einem wunderbaren Duft.

Die satt-grünen Nadeln sind 2 bis 3

Zentimeter lang und glänzen wunderschön.

Sie stechen nicht und haben

eine lange Haltbarkeit.

Die Blaufichte

Die Blaufichte ist ein ebenfalls sehr beliebter

Christbaum in Österreich. Sie

besticht mit ihrem intensiven Duft

und ihrer kräftigen stahlblauen Färbung,

die besonders mit einfarbigem

Weihnachtsschmuck sehr edel wirkt.

Der aufrechte, gleichmäßige Wuchs

sorgt dafür, dass die Blaufichte auch in

kleine Wohnzimmer passt. Die stabilen

Äste können einiges an Schmuck

tragen und sind durch den etagenartigen

Wuchs am besten für echte Kerzen

geeignet. Aber Vorsicht: Die Blaufichte

sticht!

Ebenfalls aus der Familie der Fichten:

die Weißfichte. Sie ist durch ihren

kompakten Wuchs auch schon als kleiner

Baum hübsch anzusehen. Daher ist

sie auch als Zweit-, Dekorations- oder

Friedhofsbäumchen beliebt.

Außerdem: Die bei uns beheimatete

Rotfichte war früher als gut duftender

Weihnachtsbaum weit verbreitet, wird

aber auch heute noch gerne für einen

traditionell geschmückten Weihnachtsbaum

verwendet. Nachteil: Ihre

Zweige sind sehr dünn und sie verliert

schnell ihre Nadeln.

Die Nobilistanne

Die Edeltanne wird manchmal auch als

„Charakterbaum“ bezeichnet – und

das trifft es ziemlich gut: Kein Baum

sieht aus wie der andere. Diese Individualität

ist oft das entscheidende Argument

für ihre Liebhaber. Außerdem

besticht sie durch eine besonders hohe

Nadelhaltbarkeit. Die weichen Nadeln

sind gut zu schmücken und duften

wunderbar nach Tannenwald. Ebenso

verströmt die Nobilistanne einen

leichten Orangengeruch. Stechen Sie

die kleinen Beulen am Stamm – die sogenannten

Harztaschen – mit einer

Nadel an, um den Duft zu verstärken.

Die Kiefer

Die Kiefer steht ein wenig im Schatten

der Tannen und Fichten, dabei besticht

sie durch ihren Duft und eine

deutlich längere Haltbarkeit. Ihr

Wuchs ist nicht immer ganz gleichmäßig,

sie überzeugt aber dafür mit schönen,

sattgrünen Nadeln. £

Tipp

So bleibt Ihr Christbaum

lange schön

• Kaufen Sie einen frisch geschlagenen

Baum. Wenn Sie mit

der Hand einen Zweig entlang

fahren, sollte dieser nach

Harz riechen.

• Transportieren Sie den Baum

am besten im Inneren des

Autos oder gut verpackt und

montiert mit der Spitze nach

hinten auf dem Dachträger.

• Lagern Sie den Baum in einen

Kübel mit Wasser, an einem

frostfreien Ort.

• Einen Tag, bevor der Baum im

Zimmer aufgestellt wird, sollte

er aus dem Netz genommen

werden, damit sich die

Äste schön entfalten können.

• Verwenden Sie Ständer die mit

Wasser gefüllt werden können.

Ein Baum kann, je nach

Zimmertemperatur, bis zu 3 Liter

Wasser pro Tag benötigen.

• Platzieren Sie Ihren Christbaum

nicht direkt bei der Heizung,

damit er nicht vorzeitig

austrocknet.

Brauchtum

Fürs Leben am Land 29


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Brauchtum

Fische ernten

Fotos: Waldviertel Tourismus/Studio Kerschbaum

Von wegen kalter Oktober – im Waldviertel kochen die Teiche, denn

jetzt ist Zeit für das alljährliche Abfischfest. Einmal im Jahr wird bei

dieser Art des Erntedanks das Wasser aus dem Teich abgelassen,

um die darin gewachsenen Fische „ernten“ zu können.

Text: Laura Hehn

Fürs Leben am Land 31


Brauchtum

Blau, gebraten oder gebacken

– Karpfengerichte haben in

Österreich eine lange Tradition

und werden zu Weihnachten

gerne gereicht. Wer dabei

Wert auf heimischen Fisch legt, landet

über kurz oder lang oben im Norden

Niederösterreichs, in der Genuss Region

Waldviertler Karpfen.

Waldviertel = Karpfenviertel

Die Wurzeln der Waldviertler Teichwirtschaft

reichen bis ins Mittelalter

zurück, erste Teiche wurden bereits

im 15. Jh. angelegt. Heute gibt es hier

mehr als 1.000 Teiche und mit einer

Jahresproduktion von bis zu 500 Tonnen

ist das Waldviertel Österreichs

größte Karpfenzuchtregion.

Der Karpfen selbst ist ein naturnahes

Produkt und lebt – anders als viele seiner

fischigen Artgenossen – in äußerst

geräumigem Umfeld. Das dankt er mit

seinem geringen Fettgehalt von 3 bis

7 %. Er ist somit eine mehr als gesunde

Alternative am Speiseplan – und das

eben v. a. auf der weihnachtlichen

Festtagstafel. Wissen Sie übrigens,

woher diese Tradition stammt? Die

Christen erklärten die Adventszeit zur

Fastenzeit, in der kein Fleisch gegessen

werden durfte. Um den Heiligen

Abend aber trotzdem gebührend feiern

zu können, kam Fisch auf den

Tisch und hier galt der Karpfen als

einer der hochwertigsten Vertreter.

Das Leben als Speisefisch

Das Leben als Karpfen startet temperaturabhängig

zwischen Ende Mai und

Anfang Juni. Besonders gerne laichen

die Mutterkarpfen in überschwemmten

Gebieten. Nach 4 bis 6 Tagen

schlüpfen die Karpfen-Winzlinge, die

vorsichtig abgefischt und in Brutteiche

gesetzt werden. In diesem Stadium

wird der Karpfen als K0 bezeichnet

– denn er hat noch keinen Sommer

erlebt – und ernährt sich hauptsächlich

von Plankton im Wasser. Nach wenigen

Wochen, im Sommer, spricht

man von K1-Karpfen. Der etwa 50 g

leichte Fisch frisst bereits gemahlenes

Futter, um groß und stark zu werden.

Wer Brutteich und ersten Winter

überlebt, darf im nächsten Frühjahr in

Wer Wert auf

heimischen

Fisch legt,

landet in der

Genuss Region

Waldviertler

Karpfen.

32

Lagerhaus


die bis zu 5 Hektar großen Streckteiche

übersiedeln. Die Mission dabei:

Wachsen, wachsen und noch einmal

wachsen. Denn der Weg ist weit, bis

der Fisch im vierten Jahr zum K4 und

somit zum stattlichen Speisekarpfen

von etwa 3 kg wird.

Waldviertler Abenteuer

Knapp bevor der Waldviertler Karpfen

im vierten Jahr verkaufsfertig ist,

kommt er in die sogenannten „Abwachsteiche“.

Das Abfischen steht

nun kurz bevor. Schon 10 bis 14 Tage

vorher wird behutsam der Wasserspiegel

gesenkt, damit sich alle Fische

an der tiefsten Stelle des Teiches, der

Fischgrube, versammeln.

An der vom Wasser freigegebenen

Sandbank der Uferzone versammeln

sich die Besucher, um hautnah am Abfischerlebnis

teilhaben zu können. Die

Fischer in ihren typischen Gummihosen

tragen das Karpfennetz aus, um es

anschließend an den Rand der Fischgrube

zu ziehen. „Jetzt kocht der

Teich“, sagt man, wenn durch die Bewegungen

der Fische das Wasser im

Netz zum Wallen gebracht wird. Nun

werden die Fische mit den Keschern

aus dem Netz gehoben, nach Größe

und Fischart sortiert und auf Lkws

verladen.

Werfen Sie die Freizeitangel aus

Der Waldviertler Herbst ist der ideale

Zeitpunkt, um seine „Freizeitangel“

nach den Karpfenteichen des Waldviertels

auszuwerfen. Es ist ein waschechtes

Waldviertler Abenteuer und

ein „Fang“ für die ganze Familie: Natur,

Teichwirtschaft und Kulinarik stehen

bei den Abfischfesten in der Erlebniswelt

Gallien, in Heidenreichstein,

am Klosterteich Stift Geras,

beim Schloss Waldreichs sowie am

Sitzenberger Schlossteich im Mittelpunkt.

Im Anglerparadies Hessendorf

wird es am Nationalfeiertag einen

eigenen Fischverkauf geben. Bei den

Abfischfesten kann man den Fischern

bei ihrer spannenden Arbeit zusehen

und all die kulinarischen Köstlichkeiten

wie etwa Karpfenkaviar, Fischsuppe,

Karpfentatar, Karpfensushi

und Steckerlfisch verkosten. £

Info

Anglerparadies Hessendorf

Fischverkauf am

26. Oktober 2022

www.anglerparadieshessendorf.at

Erlebniswelt Gallien

Abfischfest am

15. und 16. Oktober 2022

www.gallien.at

Bruneiteich Heidenreichstein

Abfischfest am 29. Oktober 2022

www.abfischfest.at

Klosterteich Stift Geras

Abfischfest am 29. Oktober 2022

www.stiftgeras.at

Schloss Waldreichs

Abfischfest im November 2022

www.ottenstein.at

Sitzenberger Schlossteich

Abfischfest am 22. Oktober 2022

www.sitzenberg-reidling.gv.at/

Fotos: NÖ Teichwirteverband, Waldviertel Tourismus/Studio Kerschbaum

Brauchtum

Fürs Leben am Land 33


Reisen

Ein Tag ist

nicht genug ...

Einfach die Sachen packen, dem Stress entfliehen, den Alltag für

eine kurze Zeit hinter sich lassen … Das wäre schön! Der Wunsch

nach einer kurzen Auszeit führt immer mehr Menschen in die

Natur und zum Weitwandern. Wir stellen Ihnen

10 große Weitwanderwege in Österreich vor.

Text: Angelika Kraft

34 Lagerhaus


Reisen

Fürs

Leben am Land 35


Reisen

Rast mit Aussicht

Pause auf dem Nordalpenweg

mit Blick auf die

Zugspitze.

Zentralalpenweg

Der Zentralalpenweg führt auf seinen

1.200 km von Hainburg nach Feldkirch.

Er ist damit der längste Wanderweg

Österreichs. Er verläuft durch die

6 Bundesländer Niederösterreich, Burgenland,

Steiermark, Salzburg, Kärnten,

Tirol und Vorarlberg, berührt die

2 Nationalparks Donau-Auen und

Hohe Tauern sowie den Naturpark

Sölktäler. Da er selbst für erfahrene

Bergwanderer eine echte Herausforderung

darstellt, wurde eine leichtere,

nahezu gletscherfreie Ausweichroute

angelegt.

Nordalpenweg

Fotos: Christoph Jorda

Südalpenweg

Der 660 km lange Südalpenweg führt

als dritte Höhenroute Österreichs von

Bad Radkersburg durch das südsteirische

Weinland und die stillen Wälder

der Soboth. Dann erreicht er die Karawanken

und schließt den aussichtsreichen

Karnischen Höhenweg mit ein.

Dieser erlaubt traumhafte Ausblicke

auf die Südtiroler Dolomiten.

Mindestens 300 km Wanderweg

müssen sie aufweisen,

durch wenigstens

3 verschiedene Bundesländer

verlaufen und teilweise

durch alpines oder hochalpines Gelände

führen. Das sind die Vorgaben,

die ein Wanderweg erfüllen muss, um

in die Liga der großen österreichischen

Weitwanderwege aufgenommen zu

werden.

Etwa 75 Personen ist es bisher gelungen,

alle 10 Weitwanderwege – und das

sind in Summe immerhin beachtliche

8.000 km – zu begehen, einem Weitwanderer

sogar 2 Mal. Noch eines haben

alle 10 Weitwanderwege gemein –

auf ihnen kann man alle landschaftlichen

Facetten unseres schönen Landes

kennen lernen. Also, kommen Sie mit

auf eine spannende Wandertour durch

Österreich!

Nordalpenweg

Der nordalpine Weitwanderweg war

der erste Weitwanderweg in Österreich.

Er misst 1.000 km und ist die österreichische

Ost-West-Durchquerung

schlechthin. Der Weg erstreckt sich

vom Neusiedler See bzw. Wienerwald

durch die nördliche Kalkzone der Ostalpen

bis zum Bodensee. Dabei durchquert

er 7 Bundesländer. Es werden im

Dachstein- und Hochköniggebiet sowie

auf der Zugspitze und in den Lechtaler

Alpen Höhen bis nahe 3.000 m

dieses Großteils bereits hochalpinen

Weitwanderweges erklommen. So

sind neben der alpinen Ausrüstung unbedingt

Trittsicherheit, in einigen Bereichen

Schwindelfreiheit und gelegentlich

sogar Gletschererfahrung, sowie

bei Nebel Orientierungsgeschick

notwendig.

Voralpenweg

Der familienfreundliche Voralpenweg

führt durch die Bundesländer Wien,

Niederösterreich, Oberösterreich und

Salzburg. Er reicht von Wien bis Bad

Reichenhall und kann durch die bayerischen

Voralpen als Maximiliansweg

nach Bregenz fortgesetzt werden. In

diesem Falle berührt er dann ein weiteres

Bundesland. Vom Kahlenberg bei

Wien führt der Weg jeweils auf einer

nördlichen Wienerwaldroute und

einer südlichen Wienerwaldroute

nach Gresten, wobei zwischen dem

Kruckensattel (über Hainfeld im Gölsental)

und Wilhelmsburg die Möglichkeit

besteht, von der Südroute auf

die Nordroute, und umgekehrt, zu

wechseln.

36

Lagerhaus


Nord-Süd-Weitwanderweg

Der Nord-Süd-Weitwanderweg misst

500 km und ist der Klassiker unter den

Österreichischen Weitwanderwegen.

Er führt vom Nebelstein durch das

Waldviertel in die Wachau. Von dort

erreicht man das Ötscherland und

Mariazell. Hohe Veitsch, Hochschwab

und Eisenerzer Reichenstein bilden

das alpine Herzstück, schließlich gelangt

man über die weststeirischen Almen

nach Eibiswald. Über 7.000 Wanderer

haben ihn seit seiner Eröffnung

im Jahr 1970 bereits begangen.

Pilgerwege nach Mariazell

Das sternförmige Netz der Pilgerwege

nach Mariazell umfasst gesamt rund

1.400 km und verbindet die Städte

Wien, Eisenstadt, Graz, Klagenfurt,

Linz, Salzburg und das Waldviertel mit

Mariazell. Seit Ewigkeiten pilgern

zahlreiche Menschen aus allen Richtungen

in den steirischen Wallfahrtsort.

Dieser Jahrhunderte alten Tradition

werden die 7 Äste der Mariazeller

Wege heute noch gerecht.

Ostösterreichischer

Grenzlandweg

Die 700 km des fast ganzjährig begehbaren

Ostösterreichischen Grenzlandwegs

verlaufen vom Waldviertel durch

das Weinviertel und Wien zum Neusiedler

See. Über den Hochwechsel

und die Oststeiermark wird Bad Radkersburg

erreicht. Eine zusätzliche,

über den Geschriebenstein führende

Route folgt der burgenländisch-ungarischen

Grenze.

Eisenwurzenweg

Der Eisenwurzenweg führt auf seinen

580 km vom nördlichsten Punkt, Rottal

im Waldviertel, zum südlichsten

Punkt Österreichs, dem Kärntner Seebergsattel.

Er durchquert dabei Waldund

Mostviertel, das Gesäuse, um

schließlich aus dem Murtal heraus die

Seetaler Alpen und die Saualpe zu

überschreiten. Über den Hochobir

wird schließlich die slowenische

Grenze erreicht.

Salzsteigweg

Der Salzsteigweg ist mit 430 km der

kürzeste der 10 Weitwanderwege, und

führt vom Mühlviertel über Linz und

das Steyrtal zum Toten Gebirge. Nach

der Überschreitung der Niederen Tauern

sowie der Nockberge erreichen Sie

schließlich den Endpunkt des Weges

in Arnoldstein.

Rupertiweg

Der Rupertiweg verfügt über eine

Streckenlänge von 560 km und führt

vom Böhmerwald über Salzburg ins

Berchtesgadenerland und den Pinzgau.

Vom Gasteinertal geht es über den

Alpenhauptkamm nach Mallnitz und

in die Reißeckgruppe, anschließend

von Spittal/Drau nach Hermagor und

weiter aufs Nassfeld.

Reisen

Fürs Leben am Land 37


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Die Sauna für daheim

Manche

Bauen & Wohnen

mögen´s heiß!

Winterzeit ist Erkältungszeit. Um sich gegen

das ungemütliche Wetter abzuhärten, schwören

viele auf das Saunieren. Praktisch, wenn man

eine eigene Schwitzkammer zuhause hat.

Text: Angelika Kraft

Fürs Leben am Land 39


Bauen & Wohnen

An kalten Tagen soll man sich

bekanntlich warme Gedanken

machen. Oder man hat Glück

und kann eine Heimsauna

sein Eigen nennen.

Wie gut, dass unsere Urahnen

vor etwa 40.000

Jahren auf die Idee gekommen

sind, im Feuer

erhitzte Steine als Wärmequelle für

ihre Höhlen zu nutzen. So konnten sie

sich vor der eisigen Kälte schützen und

ganz nebenbei die Entstehung einer

der beliebtesten Wellness-Anwendungen

überhaupt vorantreiben – die der

Sauna.

Bereits seit rund 2.000 Jahren setzen

sich Menschen in den überhitzten

Raum, um ihrem Körper und ihrer Gesundheit

etwas Gutes zu tun. Das Saunieren

hat von damals bis heute natürlich

ein paar großartige Entwicklung

erfahren – von den Heißluftbädern der

Griechen über die prunkvollen Thermenkomplexe

der Römer bis hin zu

den zahllosen Sauna-Varianten der

Gegenwart. Ihnen allen gemein ist das

Bedürfnis nach Wärme, Reinigung und

Saunabaden

ist nicht nur

gesund,

es ist auch ein

Erlebnis für

die Sinne.

Entspannung. Neben Saunamöglichkeiten

in Schwimmbädern, Fitnessstudios

und Thermenhotels gibt es natürlich

auch immer mehr Saunen für‘s

Eigenheim.

Schwitzen ist gesund

Ein Saunabesuch zahlt sich aus – sowohl

für den Körper, als auch für den

Geist. So soll er etwa unser Herz-Kreislauf-System

in Schwung bringen, die

hohen Temperaturen können zudem

eine vermehrte Bildung von Antikörpern

bewirken und damit das Immunsystem

kräftigen. Außerdem kann ein

Saunagang die Haut glätten und mit

Feuchtigkeit versorgen. Nicht zuletzt

sorgt die kleine Auszeit für eine herrliche

Entspannung. Dabei helfen u. a. die

Endorphine, die der Körper beim Saunieren

vermehrt ausschüttet. Das hebt

die Stimmung und sorgt für ein gesteigertes

Wohlbefinden.

Kein Wunder also, dass das Saunieren

für immer mehr Menschen das Mittel

Nummer eins für Gesundheitsprävention

und Wellness ist.

Tipps für den Saunabesuch

Um dieses Feuerwerk optimal genießen

zu können, sollten Sie ein paar Regeln

befolgen. Das Wichtigste zuerst:

Gehen Sie weder hungrig, noch mit

vollem Magen in die Sauna. Nehmen

Sie sich Zeit für Ihren Saunagang, um

ausgiebig zu entspannen. Vorher oder

während des Saunagangs mehr zu trinken,

ist übrigens nicht notwendig. Vor

dem Saunagang sollten Sie jedoch duschen,

um den Fettfilm auf der Haut zu

entfernen. Trocknen Sie sich anschließend

gründlich ab. Beides zusammen

sorgt dafür, dass Sie leichter schwitzen.

Anfänger nehmen am besten auf

der untersten Bank Platz, umso weiter

oben, desto heißer ist es. Legen Sie

nach Möglichkeit die Beine hoch. Das

entlastet Ihre Venen und sorgt dafür,

dass am ganzen Körper dieselbe Temperatur

herrscht. Nach einer Phase des

Vorschwitzens folgt der Aufguss als

Höhepunkt des Sauna-Erlebnisses und

danach eventuell noch eine Phase des

Nachschwitzens. Die letzten 2 Minuten

erheben Sie sich von Ihrer Liegeposition

und setzen sich senkrecht hin, um

den Kreislauf wieder anzukurbeln.

Insgesamt sollte ein Saunagang 10 bis

15 Minuten dauern. Jetzt wäre es perfekt,

wenn Sie 2 bis 3 Minuten Sauerstoff

an der frischen Luft tanken. Danach

steht eine kalte Dusche an – und

damit ist eine richtig kalte Dusche ge-

40

Lagerhaus


Bauen & Wohnen

meint. Wer hofft, mit lauwarmem Wasser

davonzukommen, wird sehr wahrscheinlich

mit Kreislaufproblemen zu

kämpfen haben. Nun ist Entspannung

angesagt. Bademantel an und mindestens

eine Viertelstunde gemütlich auf

eine Liege legen und ausrasten. Damit

ist ein Saunagang beendet. Wer will, ist

nun bereit für den nächsten. Mindestens

3 dieser Saunagänge pro Woche

sind übrigens perfekt.

Eine Sauna für zuhause

Immer mehr Menschen wünschen sich

eine Sauna im eigenen Heim. Dazu sollten

zuvor einige Fragen geklärt werden.

Was z. B. den Platz einer Heimsauna

betrifft, richtet sich dieser nach

der gewünschten Saunagröße und

-bauweise . Ein Wandabstand von mindestens

10 cm ist bei allen Saunen notwendig,

zusätzlich muss ein umlaufender

Montageraum von mindestens

50 cm eingerechnet werden. Der Raum,

in dem sich die Sauna befindet, muss

trocken und gut belüftbar sein. Ein

Fliesen- oder Steinfußboden ist ratsam.

In der Regel wird ein Stromanschluss

mit 230, für größere Modelle

400 Volt benötigt. Oft ist ein eigener

Wasseranschluss nötig.

Holz ist bei der Sauna ein wichtiges

Element. Dabei kommen v. a. Fichten-,

Kiefer-, Tannen- oder Zedernholz für

die Wände und Decken zum Einsatz.

Für Saunaliegen und Kopfstützen wird

meist Lindenholz verwendet, da es

langlebig ist und eine höhere Dichte

besitzt, wodurch sich das Holz selbst

nicht stark aufheizt.

Welche Öfen gibt es?

Eine Sauna lässt sich entweder mit

einem Holz- oder einem Elektroofen

beheizen. Ein Holzofen schafft mit seinem

knisternden Feuer, dem flackernden

Licht der Flammen und den holzigen

Aromen für eine unverwechselbare

Stimmung. Ein Holzofen muss jedoch

regelmäßig gereinigt werden. Ein

Elektroofen hingegen ist deutlich

schneller auf Temperatur, die Temperaturkontrolle

ist bei dieser Variante

viel einfacher und auch die Reinigung

des Ofens entfällt.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen:

Viel Spaß beim Schwitzen! £

Fürs Leben am Land 41


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Renovieren statt Neukauf

Nachhaltig

Bauen & Wohnen

sanieren

5 mögliche Maßnahmen,

um Energie zu sparen.

Text: Mario Witti

Fürs Leben am Land 43


Bauen & Wohnen

Durch einfach verglaste Fenster geht unglaublich viel

Energie verloren. Der Einbau von Fenstern mit

Wärmeschutzverglasung lohnt sich daher immer.

Die Energiekosten steigen

derzeit ins Unermessliche.

Daher ist es auch kein Wunder,

dass sich viele Menschen

gerade Gedanken über die Energieeffizienz

ihres Hauses machen. Wir

zeigen Ihnen 5 Möglichkeiten, wie sich

mit energetischer Sanierung bares

Geld sparen lässt.

Gut gedämmt

ist halb gewonnen

Alte Häuser verfügen häufig über

keine oder eine zu geringe Wärmedämmung.

Dadurch geht kontinuierlich

eine Menge der Heizenergie verloren.

Ein ungedämmtes Haus verbraucht

pro Quadratmeter Wohnfläche

bis zu fünfmal so viel Heizmittel

als ein nach modernen Standards gedämmtes

Haus. Das macht sich finanziell

natürlich ordentlich bemerkbar.

Vor allem eine Dämmung der obersten

Geschoßdecke (Dachboden bzw. Dach)

bringt eine große Energieersparnis,

ebenso die Dämmung nach unten (Kellerdecke).

Der Vorteil: Diese Maßnahme

bringt mit relativ geringen Kosten

große Einsparungen.

Neben Dach- und Kellerdecke kann

natürlich zusätzlich die komplette

Hausfassade mit einer Wärmedämmung

versehen werden. Gerade bei alten

Häusern ist das Einsparungspotenzial

der Fassadendämmung enorm.

Wichtig dabei ist die Auswahl des

Dämmstoffes. Er muss zumindest

schwer entflammbar und atmungsaktiv

sein, damit das Haus nicht schwitzt.

Lassen Sie sich bitte individuell beraten,

ob bei Ihrem Haus Styropor, Mineralwolle

oder ein natürlicher und

nachhaltiger Werkstoff wie etwa Kokosfasern

oder Schafwolle die beste

Wahl ist.

Fenster, die

Augen des Hauses

Im Rahmen der Fassadendämmung

können sinnvollerweise auch die alten,

oft noch einfach verglasten Fenster

gegen Modelle mit Isolier- bzw. Wärmeschutzverglasung

getauscht werden.

Wie gut ein Fenster dämmt, wird durch

den sogenannten Wärmedurchgangskoeffizient

bestimmt, auch U-Wert genannt.

Angegeben wird dieser Wert in

der Einheit W/m 2 K, also Watt pro Quadratmeter

und Kelvin. Verbraucher

sollten beim Kauf neuer Fenster darauf

achten, dass dieser Wert so niedrig

wie möglich ist. Je geringer der U-

Wert, desto weniger Energie geht

durch die Fenster verloren. Den besten

Wärmeschutz bietet ein Dreischeiben-

Wärmeschutzglas mit einem U-Wert

von 0,5 bis 0,7 W/m 2 K.

Alles fließt

Wussten Sie, dass die Warmwasserbereitung

nach der Heizung der zweitgrößte

Energieverbraucher im Haushalt

ist? Wird Warmwasser im Sommer

mit der Heizungsanlage bereitet,

ist der Heizkessel dafür in der Regel zu

groß dimensioniert und damit unwirtschaftlich.

Eine Möglichkeit, hier Kosten einzusparen,

ist es, im Sommer Sonnenkollektoren

zur Warmwasserbereitung zu

nutzen und nur im Winter die Heizungsanlage

dafür zu verwenden. Vor

allem in Kombination mit einem Pufferspeicher

ist Solarthermie besonders

energieeffizient. Wer auf derart

erneuerbare Energieträger umsteigt,

darf sich unter Umständen sogar über

staatliche Förderungen freuen.

Eine weitere Variante der energiesparenden

Warmwasserbereitung ist der

Einbau einer Trinkwasserwärmepumpe.

Diese nützt das Prinzip der

44

Lagerhaus


Die Energiekosten

steigen.

Eine gut geplante

Sanierung

kann helfen,

bares Geld

zu sparen.

Wärmepumpe und gewinnt einen

Großteil der benötigten Wärme direkt

aus der Umgebungsluft. Vor allem im

Heizungskeller oder nahe elektrischen

Geräten wie Tiefkühltruhen fällt eine

Menge Abwärme an, die Jahr für Jahr

sinnlos verpufft. Genau diese Abwärme

nutzen Trinkwasser-Wärmepumpen,

um damit das Brauchwasser

zu beheizen. Mit einer Trinkwasser-

Wärmepumpe lassen sich bis zu 70 %

der Stromkosten für die Warmwasserbereitung

sparen.

Kuschelige Wärme

Im nächsten Schritt einer umfassenden

Sanierung kann nun das alte Heizsystem

durch ein neues ersetzt werden.

Dabei stellt sich natürlich sofort

die Systemfrage, denn die Auswahl ist

groß. Neben Gas und Öl kommen im

Sinne des Umweltschutzes, der Nachhaltigkeit

und v. a. aufgrund der aktuellen

Situation für viele Hausbesitzer

nur noch alternative Systeme wie Wärmepumpe

oder Pellets in Frage.

Wenn Sie Ihre alte Heizung gegen eine

neue auf Basis erneuerbarer Energie

austauschen, dürfen Sie ebenfalls

staatliche Fördergelder erwarten,

denn klimafreundliche Heizungen

werden aktuell mit bis zu 40 % der Anschaffungskosten

gefördert.

Doch die Entscheidung für das neue

Heizsystem hängt noch von vielen weiteren

Parametern ab: Das aktuelle

Heizsystem, eventuell vorhandene

Heizkörper, die räumlichen Verhältnisse

sowie die Lage des Hauses spielen

eine große Rolle.

Vor allem für schlecht gedämmte Altbauten

mit hohem Energiebedarf

kommt häufig nur eine Pelletsanlage

in Frage. Zu bedenken ist lediglich,

dass ein ausreichend großer und geeigneter

Lagerplatz für die Pellets vorhanden

sein muss.

Unter Strom

Schließlich kann man sich noch dem

umfangreichen Thema der Stromerzeugung

widmen, mit der sich ebenfalls

eine Menge Geld sparen lässt.

Mit einer Photovoltaikanlage etwa lassen

sich bis zu 50 % des Strombedarfs

selbst herstellen. Mit Hilfe eines

Stromspeichers (Batterie) kann dieser

Wert sogar auf bis zu 80 % gesteigert

werden.

Was lohnt sich?

Die Frage, welche Sanierungsmaßnahmen

sich lohnen, lässt sich leider nicht

pauschal beantworten. Für jedes Gebäude

muss individuell festgestellt

werden, welche Umbauten energetisch

und wirtschaftlich sinnvoll sind.

Ganz allgemein kann gesagt werden,

dass grundsätzlich jede energetische

Sanierungsmaßnahme den Energieverbrauch

reduziert. Unabhängige

Energieberater können helfen, den Gesamtzustand

der Immobilie zu bewerten.

Anschließend empfehlen sie

konkrete Sanierungsmaßnahmen und

stehen oft auch bei der Umsetzung mit

Rat und Tat zur Seite. £

Mehr Tipps gibt es unter

rlh.at/bauen-sanieren

Fotos: Internorm, ISOVER

Bauen & Wohnen

Fürs Leben am Land 45


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Bauen & Wohnen

Alles unter

Dach & Fach

Dächer gelten als die „fünfte Fassade“ eines Hauses.

Die Wahl für Ihr Haus muss also gut durchDACHt sein.

Text: Angelika Kraft

Bereits seit Jahrtausenden gilt das Dach als schützendes

Element. So haben sich im Laufe der Zeit –

bedingt durch die technischen Möglichkeiten –

unterschiedliche Dachformen entwickelt.

Die Entscheidung, welches Dach am besten zum neuen

Haus passt, ist aus vielen Gründen eine wichtige, denn das

Dach prägt nicht nur die Optik eines Hauses, es entscheidet

auch über den verfügbaren Wohnraum und es beeinflusst

maßgeblich die Gesamtkosten des Hauses. Ebenfalls nicht

unwesentlich: Die Form des Daches bestimmt, welche erneuerbaren

Energiequellen, wie Photovoltaik-Module oder

Solarkollektoren sowie Gestaltungselemente wie Dachfenster

integriert werden können.

Wer sich erstmalig mit Dächern auseinandersetzt, stellt

schnell fest, dass es unzählige Formen, Konstruktionsarten

und Fachbegriffe gibt. Wir möchten auf den folgenden Seiten

ein wenig Licht ins Dunkle bringen und einen ersten

Überblick verschaffen.

Info

Unter einem Dach versteht man im Bauwesen den oberen

Abschluss eines Gebäudes. Es schützt die darunter

liegenden Räume und Flächen vor Sonne, Witterung

und anderen von oben eindringenden Einflüssen.

Der First ist der obere, waagrechte Abschluss jedes

Steildachs, an dem die geneigten Dachflächen aufeinander

treffen. Passend dazu ist die Traufe der untere

Abschluss eines Dachs. Sie bildet gleichzeitig die Tropfkante

des Dachs bei Regen. Hier wird daher auch meist

die Entwässerung, z. B. die Regenrinne angebracht. Der

Ortgang bezeichnet schließlich die schräg verlaufende

seitliche Kante einer Dachfläche. Er wird gerne auch als

Stirn des Hauses bezeichnet.

Fürs Leben am Land 47


Bauen & Wohnen

Das Flachdach hat sich zu einer der

beliebtesten Dachformen entwickelt.

Kein Wunder, denn es bietet viele Vorteile.

Das Flachdach

Ein Flachdach ist alles unter einem

Neigungsgrad von 10°. Es ist die einfachste

Variante eines Daches und es

hat sich in den vergangenen Jahren zu

einer der beliebtesten Dachformen

für moderne Neubauten entwickelt.

Der Hauptvorteil des Flachdachs ist

das Wegfallen von Dachschrägen, wodurch

der Wohnraum besonders effizient

genutzt werden kann – bei keiner

anderen Dachform entsteht so viel

Wohnfläche. Außerdem besticht diese

Dachform durch niedrige Anschaffungskosten

und unzähle Gestaltungsmöglichkeiten

von Lichtkuppeln

bis zu Dachfenstern. Zudem ist eine

Begrünung oder sogar eine Begehbarmachung

in Form einer Dachterrasse

oder eines Dachgartens möglich. Dies

ist insbesondere bei kleinen Grundstücken

eine interessante Option.

Das Flachdach muss jedoch eine bautechnische

Hürde überwinden, denn

trotz einer Dachneigung von üblicherweise

1,1 bis 2,9° fließt Regenwasser

nicht so einfach ab. Daher muss beim

Bau eines Flachdachs absolut sorgfältig

gearbeitet werden und es darf

nicht die kleinste Lücke in der Abdeckung

gelassen werden. Weiters entfällt

bei dieser Dachform der Dachboden

als Stauraum.

Das Satteldach

Das Satteldach – auch Giebeldach genannt

– ist der Klassiker, quasi die Ur-

Form, unter den Dächern. Es ist nun

einmal das, was man sich unter einem

Dach vorstellt: 2 Dachschrägen mit

gleichem Winkel, die sich an der

höchsten Stelle berühren. Es ist archi-

Das Sattel- oder Giebeldach ist das beliebteste

unter den Dächern. Es eignet sich hervorragend für

die Montage einer Photovoltaik- oder Solaranlage.

48

Lagerhaus


tektonisch einfach, daher relativ günstig und gewährt dem

Mauerwerk darunter dennoch guten Schutz. Das Wasser

wird beim Satteldach nach beiden Seiten hin zur Traufe

(der untere Teil des Dachs) abgeleitet. Bei richtiger Ausrichtung

lässt es sich optimal für Photovoltaik oder Solaranlagen

nutzen. Das Satteldach bietet mit Gaupen oder

Dachfenstern viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Beachten sollten Bauherren lediglich, dass die vorhandenen

Dachschrägen die Wohnfläche reduzieren und dass das

Aufstellen von Möbeln dadurch etwas herausfordernd sein

kann.

Das Walmdach

Das charmante Walmdach ist durch die 4 geneigten Flächen

in der Konstruktion etwas aufwendiger als das Satteldach.

Diese Dachform besteht aus 2 trapezförmigen Hauptdachflächen

und 2 dreieckigen Walmdachflächen. Das Walmdach

gilt als besonders ästhetisch und witterungsbeständig.

Es ist sehr robust, bietet maximale Stabilität und

Schutz vor Wind und Wetter, weshalb es gerne in der Seeund

Alpenregion eingesetzt wird. Der niedrige Dachstuhl

bietet ein Luftpolster und damit eine gute Isolation. Diese

Dachform ist ebenfalls perfekt für Photovoltaik- und Solaranlagen

geeignet. Zu beachten ist, dass diese Dachkonstruktion

in der Anschaffung etwas teurer ist und eine Lichtzufuhr

im Dachgeschoß nur über ebenfalls kostenintensive

Dachfenster möglich. Zudem gilt auch hier: Die Dachschrägen

reduzieren die Wohnfläche im Obergeschoß.

Das Zeltdach

Das pyramidenförmige Zeltdach ist eine mediterran anmutende

Dachform, die mit ihren meist 4 schrägen Dachflächen

zu einer Spitze zusammentreffen. Die einfache Konstruktion

findet besonders bei kleinen quadratischen

Grundflächen Verwendung. Bei einem Neigungsgrad ab 35°

kann die Fläche sogar als Wohnraum genutzt werden und

ermöglicht damit 2 Vollgeschoße. Achten Sie darauf, dass

das Dach steil genug ist, damit das Wasser abfließen kann.

Für Regionen mit hoher Schneelast ist diese Dachform

nicht geeignet.

Das Pultdach

Sobald ein flaches Dach einen Neigungswinkel von mehr

als 10° besitzt, spricht man von einem Pultdach. Hier trifft

das Dach nicht mittig aufeinander, sondern schließt an

einer Hauskante ab. Es ist somit quasi ein halbes Satteldach,

an dem Regenwasser nur zu einer Seite der Traufe abfließen

kann. Das Pultdach besticht mit seiner einfachen

und somit günstigen Grundkonstruktion, einem geringen

Pflegeaufwand sowie einer guten Raumnutzung im Dachgeschoß.

Zudem eignet es sich besonders gut für Solar- und

Photovoltaikanlagen, denn im Vergleich zur Grundfläche

hat keine andere Dachform mehr Fläche zur Verfügung, die

sich zur Sonne hin ausrichten lässt. Es sollte darauf geachtet

werden, dass die hohe Wand nicht der Witterung ausgesetzt

wird. Somit ist diese Bauform ungeeignet, wenn Witterungseinflüsse

von allen Seiten kommen. £

Bauen & Wohnen

Das Walmdach ist zwar aufwändiger in der Konstruktion

und daher etwas teurer in der Anschaffung, es ist dafür

aber besonders ästhetisch und witterungsbeständig.

Fürs Leben am Land 49


Vorschau

In der

nächsten

Ausgabe

Erscheint im

Februar 2023

Gartenträume

Mediterraner Garten,

Bauerngarten oder Nutzgarten –

so realisieren Sie Ihren Traum.

Kulina(r)risch

Im Fasching kommen

Krapfen und Heringsschmaus

auf den Tisch.

Musikalisch

Instrumentenbau – ein

altes Handwerk. Wir haben

einen Trompetenbauer besucht.

Österreich

Atemberaubendes

Naturschauspiel – die

schönsten Wasserfälle.

50 Lagerhaus


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