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Kunstbulletin November 2022

Unsere November Ausgabe für 2022 mit Beiträgen zu Latefa Wiersch, Ann Demeester, Kunst und Klima, Grace Schwindt, uvm.

Unsere November Ausgabe für 2022 mit Beiträgen zu Latefa Wiersch, Ann Demeester, Kunst und Klima, Grace Schwindt, uvm.

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November 2022 Fr. 10.– / € 8.–


*Aargauer Kunsthaus

27. 8. 2022 – 15. 1. 2023

Aargauerplatz CH–5001 Aarau

Di – So 10 – 17 Uhr Do 10 – 20 Uhr

www.aargauerkunsthaus.ch

Eine Frau ist eine Frau

ist eine Frau …

Eine Geschichte

der Künstlerinnen

Suzanne Baumann, Blaubart, 1991

Aargauer Kunsthaus, Aarau / Schenkung Suzanne Baumann


FOKUS

20 Latefa Wiersch — Soziale Klischees mit groben Nadelstichen aufgespiesst. Alice Henkes

30 Ann Demeester — Ein Plädoyer für die Neugier. Claudia Jolles, Deborah Keller

40 Kunst und Klima — Gutes Brot für alle! Raphael Portmann

44 Grace Schwindt — Körper und Metamorphosen. Kristin Schmidt

50 Barbezat-Villetard — Au gré de nos humeurs. Ingrid Dubach-Lemainque

54 Enrica Borghi — Arte plastica, didattica e collettiva. Barbara Fässler

HINWEISE

56 Animation — Genius Loci — Adrien Mérigeau / Bern — Das entfesselte Geld

57 Bern — Lang/Baumann / Biel — Francis Upritchard

58 Bregenz — Martin Chramosta

59 Friedrichshafen — Riikka Tauriainen

60 Genf — Barthélemy Toguo

61 Genf — Rudolf Polanszky / Interlaken — Fussball ißt unser Leben

62 Konstanz — Andrea Vogel / Luzern — Shara Hughes

63 Moutier — Niklaus Manuel Güdel / Neuss — Harald Klingelhöller

64 Vevey — Alec Soth / Bertien van Manen / Gillian Wearing / Carmen Winant

65 Wien — Johanna Bruckner

66 Winterthur — Richard Kennedy

67 Winterthur — To Watch the War

68 Yverdon-les-Bains — Melting Pot

69 Zug — Richard Gerstl

70 Zürich — Queer Trust

71 Zürich — Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger

72 Zürich — Wind und Wetter / Zürich — Joan Hernández Pijuan

73 Zürich — Valentin Hauri und Rhea Myers

BESPRECHUNGEN

74 Aarau — Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau … — Weibliche Sicht

76 Baden — Gabi Fuhrimann — Blick zurück und nach vorne

78 Baden — Mark Wallinger — Action Painting aus einer neuen Perspektive

80 Basel — Earthbound — Mit Virtual Reality zu Erdverbundenheit

82 Basel/Muttenz — Maude Léonard-Contant — Sprachgründe

84 Basel/Muttenz — Werner von Mutzenbecher — Essenzen dessen, was wir sind

88 Bern — Isamu Noguchi — Im Wechselspiel von Kunst und Design

90 Chur — Venedigsche Sterne — Gestickte Gegenwart mit Tradition

92 Lyon — La Biennale de Lyon — Die Welt als Kulisse

94 Thun — The Other Kabul — Reflexionen über ein fremdes Land

96 Zürich — Eva Hesse — Fears and Tears

98 Zürich — Niki de Saint Phalle — Mitreissend aktuell

100 NOTIERT

116 AGENDA

159 IMPRESSUM, MEDIADATEN, RÄTSEL

1


Christoph Rütimann, Handlauf Kunst Museum Winterthur, 2022 (Video-Stills)

29.10.2022 – 19.3.2023


Editorial — Auf Spurensuche am Körper

Der Körper ist wie eine Landkarte. Herkunft, Lebensumstände und

Traumata werden ihm, oft über Generationen hinweg, eingeschrieben

und verformen sich im Blick eines Gegenübers zur Projektionsfläche.

Mit diesem Spannungsfeld agieren sowohl Latefa Wiersch

als auch Grace Schwindt in ihrer Kunst – wenn auch auf ganz unterschiedliche

Weise. Wiersch, die im Kunsthaus Langenthal derzeit

ihre erste institutionelle Einzelausstellung präsentiert, nutzt

das Angeborene sowie die Klischees, die unseren Körpern anhaften,

als Ausgangsmaterial für ihre Puppeninstallationen: Mit kruden

Stichen vernäht sie diese Versatzstücke des Menschseins zu

Gestalten, die verstörend, aber auch mitleiderregend, befremdend,

aber auch urmenschlich wirken. Sexualisierung und Exotisierung

von weiblichen oder migrantischen Körpern treibt sie dabei

schonungslos auf die Spitze, sodass der Anblick fast beschämt.

Wierschs konfrontative Darstellungen kratzen an den Machtverhältnissen

von Betrachtenden und Betrachtetem, kehren sie – zumindest

für den Moment – gänzlich um, wenn die Künstlerin ihre

Puppen in Performances zum Leben erweckt.

Selbstermächtigung vollzieht sich gerade bei Künstlerinnen oft

über die Auseinandersetzung mit dem Körper und mit Körperlichkeit.

Das zeigt sich auch in der aktuellen Ausstellung zum weiblichen

Kunstschaffen im Aargauer Kunsthaus oder beim grossen

Auftritt von Niki de Saint Phalle im Kunsthaus Zürich. Dessen neue

Direktorin Ann Demeester sagt im Gespräch: «Die Erfahrung der

Welt ist Körper, ist Emotionalität!» Künstlerinnen und Künstler

führen uns die damit verbundenen Ambivalenzen immer wieder

vor Augen. Sie trainieren uns darin, Mehrdeutigkeiten auszuhalten

und unsere Narben als Spuren zu lesen. Deborah Keller

TITELBILD · Latefa Wiersch · Original Features, 2022, Detail, Figur aus diversen Materialien,

ca. 165 x 53 x 28 cm, Ausstellungsansicht Kunsthaus Langenthal. Foto: Cedric Mussano

3


Jens Bähring

David Berweger

Maya Bringolf

Kurt Bruckner

Jonas Burkhalter

Nora Dal Cero

Veronika Dierauer

Andrea Ehrat

30.10.2022 — 26.2.2023

ERNTE 22

Sandra Fehr-Rüegg

Sasha Huber

Nadja Kirschgarten

Marc Lee

Alexandra Meyer

Anna Meyer

Corina Rauer

Beatrix Schären

Fabian Stamm

Martin Volmer

Andrin Winteler

Beat Wolf

Ying Xu

Vorschau: ab 4.12.2022 | Junge Malerei aus Süddeutschland und der Deutschschweiz


In jedem seiner Meisterwerke

wohnt ein Zauber inne.

„Das Zauberwort“, Bleistift auf Hartplatte, 1970

E. Pfeifer (1913-1978)

Für mehr Information:

www.arspinxit.swiss / www.emilpfeifer.swiss


Memory

of Light

Alexander Hahn

29.10.2022 – 02.04.2023

Light of

Memory


Zwei Träume.

Ein Lebensgefühl.

Be one of us.

drivenbydreams.ch


ZUKUNFTSERINNERUNGEN

MAYA BRINGOLF, PATRICIA BUCHER,

ARNOLD HELBLING, TAIYO ONORATO & NICO KREBS

16. Oktober – 27. November 2022

Zeit für Gespräche: Sonntag, 23. Oktober, 13 – 17 Uhr

Anna Ninck, Kunstvermittlerin, beantwortet im Einzelgespräch

spontane Fragen oder führt durch die Ausstellung

Finissage: Sonntag, 27. November, 15 Uhr

Ausstellungsrundgang und Gespräch mit den

Kunstschaffenden und Sarah Merten

Galerie im Gluri Suter Huus

Bifangstrasse 1, 5430 Wettingen

www.glurisuterhuus.ch

Mi – Sa 15 – 18 Uhr, So 11 – 17 Uhr

Abb.: Taiyo Onorato & Nico Krebs, W28, 2021;

Grafik: aorta.design, Baden


Print Art Now

Collecting at Edition VFO

Print Art Now

Print Art Now

Musée Jenisch Vevey

Print

Art Now

Cabinet cantonal des estampes

Print Art Now

15.09.22 – 15.01.23


MUSÉE CANTONAL

DES BEAUX-ARTS

LAUSANNE

Lubaina Himid.

So Many Dreams

Lubaina Himid, Le Rodeur: The Exchange, 2016. Courtesy Künstlerin und Hollybush Gardens, London. © Lubaina Himid. Foto: Andy Keate

4.11.2022

5.2.2023 mcba.ch


Kapwani

Kiwanga

27.10.–

15.1.2023

Zurich Art Prize 2022

hauskonstruktiv.ch

powered by

artlog.

net

Das grösste kunstjournalistische

Netzwerk der Schweiz


Alabaster 03.12.22-02.04.23

Das Musée d’art du Valais a 75 ans.

Le Kunstmuseum Wallis wird 75 Jahre alt.

Das Kunstmuseum Wallis wird 75 Jahre alt.

Das Kunstmuseum du Valais a 75 ans.

Das Musée d’art Wallis a 75 ans.

Le Musée d’art du Valais a 75 Jahre alt.

Das Musée d’art du Valais wird 75 Jahre alt.

Le Kunstmuseum du Valais a 75 ans.

Das Kunstmuseum Wallis a 75 ans.

Le Musée d’art Wallis wird 75 Jahre alt.

Le Musée d’art du Valais a 75 ans.

Le Kunstmuseum Wallis a 75 ans.

Das Musée d’art Wallis wird 75 Jahre alt.

Le Musée d’art Wallis a 75 ans.

Musée d’art du Valais, Sion | Kunstmuseum Wallis, Sitten

musees-valais.ch

© Yves Tauvel. Photo © Musées cantonaux du Valais, Sion. Michel Martinez


© Lionel Estève, So Much to Give #2 (detail), 2022

xippas.com

Lionel Estève

So Much

05.11.22 → 23.12.22

xippas

GENEVA


Museum Langmatt

Stiftung Langmatt

Sidney und Jenny Brown

Römerstrasse 30

CH-5401 Baden

www.langmatt.ch

Mark

Wallinger

18.9.—

11.12.2022

Mark Wallinger, Proteus Painting 8, , 2021

Plastilin auf Holzfaserplatte,

84 × 59,5 cm (Ausschnitt)

© Pro Litteris, Foto: Damian Griffiths


KAFKA FOR KIDS

& OTHER TROUBLING TALES

26.11. 2022 05.02. 2023

ROEE ROSEN

Roee Rosen, Kafka for Kids, 2022, Videostill (Detail), Foto: Goni Riskin, © the artist


RENÉE

Inevitable

GREEN

Distances

Renée Green, Import / Export Funk Office, 1992. Installation detail. Courtesy the artist and Free Agent Media. Image: Frank Sperling.

In collaboration with

KW Institute for

Contemporary Art,

Berlin

24. September 2022

bis 8. Januar 2023

Limmatstrasse 270, 8005 Zürich

migrosmuseum.ch migros-kulturprozent.ch


TERRITORIES

OF

14.09.2022

08.01.2023

Revital Cohen & Tuur Van Balen, Trapped in the Dream of the Other, 2017

Otto Piene, Black Stacks Helium Sculpture, 1976

Über die Wiederkehr

des Verdrängten

WASTE

Hira Nabi, All That Perishes at the

Edge of Land, 2019

Bildnachweis: Otto Piene: Installation, The River:

Images of the Mississippi, Walker Art Center,

Minneapolis © 2022 ProLitteris, Zürich; Foto:

courtesy Walker Art Center, Minneapolis / Hira

Nabi: Filmstill © Hira Nabi / Revital Cohen &

Tuur Van Balen: © Revital Cohen & Tuur Van Balen


FOKUS

Latefa Wiersch — Soziale Klischees mit

Original Features, 2022, Ausstellungsansicht Kunsthaus Langenthal. Foto: Cedric Mussano

20 Kunstbulletin 11/2022


groben Nadelstichen aufgespiesst

FOKUS // LATEFA WIERSCH

21


Aus alltäglichen Materialien erschafft Latefa Wiersch Objekte

und Puppen, die wie seltsame Mischwesen aus Mensch, Tier,

Pflanze wirken. Die Künstlerin reflektiert mit ihren Installationen

und Performances, was es in unserer Gesellschaft bedeutet,

Mensch zu sein. Das Kunsthaus Langenthal zeigt ihre erste institutionelle

Einzelausstellung. Alice Henkes

Wie ein Guide durch die Ausstellung steht sie im Gang im zweiten Obergeschoss

des Kunsthaus Langenthal: eine lebensgrosse Figur mit dunklem Bart. Die Kleidung

mischt Elemente arabischer Männerkleidung mit westlicher Sportswear. Das Gesicht

ist mit groben Nadelstichen genäht, wie mit spontanen, halb karikierenden, halb suchenden

Strichen gezeichnet. Das bewusst Imperfekte erzeugt aber auch eine Art

von Verletzlichkeit und gibt der Figur dadurch etwas sehr Menschliches, etwas Berührendes.

Die Gesichtszüge der Gestalt sind denen des Hauptdarstellers aus Rainer

Werner Fassbinders Film ‹Angst essen Seele auf› nachempfunden: El Hedi Ben

Salem M’barek Mohammed Mustafa. Als der Film um die Beziehung zwischen einer

alternden deutschen Reinigungskraft und einem marokkanischen Einwanderer 1974

in die Kinos kam, wurde er als antirassistisches Statement gefeiert. Über die Situation

des tunesisch-marrokkanischen Schauspielers in Deutschland wurde nicht gesprochen.

Erst 2011 arbeitete die Filmemacherin Viola Shafik in ihrer Dokumentation

‹Jannat’Ali› auf, dass El Hedi Ben Salem M’barek Mohammed Mustafa von Fassbinder

und seinem Team am Filmset und im privaten Umgang mit grosser Gleichgültigkeit

behandelt worden war. Auf der Leinwand mochte er die Hauptrolle spielen,

abseits davon lebte er in einer Sphäre der Unsichtbarkeit, in der sich die meisten

Menschen mit Migrationshintergrund damals wiederfanden.

Weiblichkeit als Maschinenartiges

Die Figur im weissen Sportswear-Pulli mit bekanntem Markenlogo vorne drauf

führt die Besucherinnen und Besucher in diese Sphäre der Unsichtbarkeit. Eine

Sphäre, die noch heute inmitten der westlichen Gesellschaft existiert und in der das

sogenannte Fremde und Andere sich mit Unterdrücktem und Verdrängtem mischt.

Ein Bereich voller verborgener Sehnsüchte und Aggressionen, unausgesprochener

Ängste und Begierden. In Latefa Wierschs erster grosser Einzelausstellung wird

aus dieser Sphäre der Unsichtbarkeit ein Ort, an dem das Banale und das Bizarre

einander begegnen, das Heitere und das Brutale, das Aufrührende und das Absurde.

Wiersch erschafft aus alltäglichen Materialien und Textilien Figuren, die einem

Frankenstein’schen Labor entstiegen scheinen und in denen sich Menschliches,

Tierisches, Maschinenartiges mischen. In Performances werden sie unterschiedlichen

Akteur:innen zum gleichwertigen Gegenüber. Entsetzlich, aber auch berührend,

fremd, aber auch sehr vertraut. Es sind Figuren, die sonderbar aussehen und die sich

dennoch gleich mitteilen.

22 Kunstbulletin 11/2022


Original Features, 2022, Objekt aus diversen Materialien, 140 x 110 x 160 cm. Foto: Cedric Mussano

FOKUS // LATEFA WIERSCH

23


Original Features, 2022, HD-Video, 9’28’’. Foto: Cedric Mussano

24 Kunstbulletin 11/2022


FOKUS // LATEFA WIERSCH

25


Original Features, 2022, Ausstellungsansicht Kunsthaus Langenthal. Foto: Cedric Mussano

26 Kunstbulletin 11/2022


FOKUS // LATEFA WIERSCH

27


Der Blick der Figur im Sportpulli geht in Richtung eines kleinen Raums, in dem

ein wuchtiges Objekt steht, das wie ein Mix aus Mensch und Gebäude wirkt. Zwei

riesige Brüste prangen über einem Torbogen, der in das Innere der Figur führt. Die

bizarre Überbetonung weiblicher Körperteile lässt Weiblichkeit als etwas Monströses

erscheinen, aber auch als etwas rein Mechanisches: Man muss nur an den richtigen

Stellen drücken, ziehen, reiben, und es fliesst Milch, es entsteht Lust, Wärme,

vielleicht sogar ein Kind. Einen erkennbaren Kopf hat die Figur nicht, aber wozu soll

denn auch ein Kopf gut sein? Die Biologie macht ihre Sache gut, da muss nicht weiter

drüber nachgedacht werden.

Latefa Wiersch (*1982, Dortmund) lebt in Zürich

2002–2006 Design, Fachhochschule Bielefeld, Diplom

2006 Fine Art, University of Sydney, Sydney College of the Arts, NSW, Australien

2007/08 Fine Art, Kunstakademie Münster

2008–2011 Fine Art, Universität der Künste Berlin, Diplom

2011/12 Fine Art, Universität der Künste Berlin, Meisterschülerin

2017–2019 Master Contemporary Arts Practice, Hochschule der Künste Bern

Einzelausstellungen und Performances (Auswahl)

2021 ‹Monsterhood Part II – Sennentuntschi, a cultural appropriation›, Performance Frauen*Themen

Tage ‹Dortmund Goes Black›, Schauspiel Dortmund

2018 ‹Artpop – To Be High To Be Creative›, Junkere 11, Bern

2016 ‹What’s Happening in the Basement›, Studienhaus Soest, im Rahmen des Wilhelm-Morgner-

Stipendiums, Soest

2015 ‹Peepshow›, Gepäckausgabe, Kunstverein Glarus

Gruppenausstellungen und Projekte (Auswahl)

2021 Swiss Art Awards, 2021

2020 ‹Bonus Track›, Projekt mit Seda Hepsev und Ana Ruiz De Sabando, Kunsthaus Aussersihl

2019 ‹Monsterhood –The Making of›, Performance mit Emma Murray, Dampfzentrale Bern;

‹Rauschende Körper›, Performance mit Emma Murray im Rahmen der Ausstellung ‹Ekstase›,

Zentrum Paul Klee in Zusammenarbeit mit der Dampfzentrale, Bern

2017 ‹The Gang›, Kunst-am-Bau-Projekt, Rote Fabrik, Zürich

28 Kunstbulletin 11/2022


Anregung zu dieser Arbeit fand Latefa Wiersch im Schweizer Mythos vom Sennentuntschi,

aber auch in E.T.A. Hoffmanns Erzählung vom ‹Sandmann› – Stoffe, die sich

mit der Erschaffung künstlicher Menschen, künstlicher Frauen befassen. Mit ihrer

Interpretation davon zeigt die Künstlerin eine radikale Auseinandersetzung mit tradierten

Vorstellungen von Weiblichkeit, die nur scheinbar überholt sind und in leicht

modifizierter Form immer wieder neu aufploppen.

Es ist eines der Kernthemen der Künstlerin, die in Dortmund geboren wurde und

heute in Zürich lebt. Seit einigen Jahren betreibt Latefa Wiersch den Instagram-Account

@artpop_insta, auf dem sie regelmässig Fotos postet, die ein genähtes Alter

Ego zeigen, eine Puppe, die sich auf Partys tummelt oder in Brockenhäusern, die im

Atelier zu sehen ist oder bei Kunst-Events, in öffentlichen Momenten, aber auch in

sehr privaten Situationen. Mit ihrem Instagram-Projekt karikiert Wiersch den Trend

zur permanenten Selbstdarstellung und zur Vermischung von privater und beruflicher

Sphäre, der vor allem für Kunstschaffende ganz normal geworden ist. Sie hinterfragt

dabei insbesondere auch, wie Frauen sich in den sozialen Medien zeigen: Ihre

Künstlerinnen-Puppe erscheint immer wieder in neuen Outfits, mit neuen Frisuren,

cool, hip und vor allem sexy.

Wild und rassig?

Latefa Wiersch hinterfragt klischierte Vorstellungen von Weiblichkeit, indem sie

mit drastischen Übertreibungen arbeitet. In einem abgedunkelten Raum der Ausstellung,

in dem nur die darin gezeigten Figuren mit Spots beleuchtet sind, sitzt eine

Puppe mit Schwangerschaftsbauch und dicken Brüsten. Auf ihrem runden Bauch

ist eine Kaiserschnittnarbe sichtbar. Ihre Arme und die gespreizten Beine stecken in

glänzend schwarzen Hüllen. Auch diese Figur hat keinen Kopf, sondern nur eine üppige

dunkle Lockenperücke, die sie als «rassige» Schwarze ausweist. Die schwarze

Lackkleidung unterstreicht ihre «wilde» Erotik. Auch hier sind die Nähte, welche die

Figur zusammenhalten, deutlich sichtbar. Latefa Wiersch zeigt damit ihre Arbeitsweise

und sie zeigt zudem, wie Klischeebilder konstruiert werden, wie wir uns Vorstellungen

vom Sein der anderen zusammenbasteln. Ihre Nadel trifft ins Schwarze,

und aus der Grobmaschigkeit, mit der die Figur gearbeitet ist, wird sichtbar, wie ungenau

und leer der Blick ist, mit dem wir andere betrachten und beurteilen.

Alice Henkes ist Redaktorin bei Radio SRF2 Kultur. Sie lebt in Biel. alice.henkes@bluewin.ch

→ ‹Latefa Wiersch – Original Features›, Kunsthaus Langenthal, bis 13.11.; Performance ‹Neon Bush Girl

Society› und Artist Talk zur Finissage, 14–15.30 Uhr ↗ www.kunsthauslangenthal.ch

→ Performancepreis Schweiz 2022, Präsentationen der Finalist:innen (u. a. Latefa Wiersch), Kunstmuseum

Luzern, 12.11.; Rahmenprogramm 11.–13.11. (→ S. 113) ↗ www.performanceartaward.ch

FOKUS // LATEFA WIERSCH

29


Ann Demeester — Ein Plädoyer für

die Neugier

Das Kunsthaus Zürich befindet sich in einer Zeit der Veränderung.

Der Erweiterungsbau von David Chipperfield wurde Ende

2021 eröffnet. Nach einer hitzigen medialen Debatte um Bührle

ist das Haus nun dabei, sich die räumlichen Verhältnisse anzueignen

und seine Rolle unter neuer Leitung zu definieren: Ann

Demeester, ehemalige Direktorin des Frans Hals Museums in

Haarlem, hat per Oktober die Leitung übernommen. Worin liegt

für die Belgierin der Reiz des Kunsthauses, wie will sie es in die

Zukunft führen? Im Gespräch mit der Kunstbulletin-Redaktion

spricht sie von den vier Museumsmodellen am Heimplatz, vom

nötigen Muskeltraining, um mit der historischen Aufarbeitung

sowie mit einer superschnellen Gegenwart Schritt zu halten,

und von der Bedeutung des «CQ». Claudia Jolles, Deborah Keller

30 Kunstbulletin 11/2022


Ann Demeester im Chipperfield-Bau, Kunsthaus Zürich. Foto: Franca Candrian, Kunsthaus Zürich

FOKUS // ANN DEMEESTER

31


Kunstbulletin: Sie sind nun seit Anfang Jahr regelmässig in Zürich, seit Mitte Juli

leben Sie hier. Wie nehmen Sie das hiesige Kunstgeschehen wahr?

Ann Demeester: Was ich schon immer spannend fand, ist die Konzentration von sehr verschiedenen

Kunstszenen: Ich sehe aufmerksame, dominante, teils international tätige

Galerien, aber auch viele kleinere Project Spaces neben den grösseren Häusern

wie Migros Museum und Kunsthalle. Und nun ist da auch das erweiterte Kunsthaus

als grösste Institution, ein bisschen wie «Battleship Galactica». Die Künstler:innen-

Szene muss ich noch besser kennenlernen, denn die Institutionen kann man von

ausserhalb kennenlernen, die Szene nicht. Die Atmosphäre erscheint mir kollegial,

bisher habe ich zwischen den Kunstmuseen keinen Territorialismus gespürt, eher

das Gegenteil: dass man Berührungspunkte sucht. Vielleicht hat das auch mit einer

neuen Generation zu tun, denn ich bin ja nicht die Einzige, die neu ist, ich bin auch

nicht die einzige Frau. Ich glaube, wir sind alle sehr geprägt von Ideen der Koproduktion

und Kollaboration.

Kunstbulletin: Sie hatten eine lange «Einarbeitungsphase» an der Seite des scheidenden

Direktors Christoph Becker. Wie sah und sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Demeester: Ich versuche mit möglichst vielen der 250 Mitglieder des Teams zu sprechen.

Ich treffe Kolleg:innen, Künstler:innen, Stakeholders. Und ich evaluiere zukünftige

Chancen und Risiken für das Kunsthaus. Daneben arbeite ich im Hintergrund

mit dem Kurator:innen-Team am Programm 2024 und an einer Neuinterpretation der

Bührle-Sammlung ab Ende 2023. Mein Alltag pendelt also zwischen operativ und

observativ, teilweise fühle ich mich wieder wie eine Journalistin oder wie eine Anthropologin.

Am Anfang fand ich diese lange Übergangszeit ehrlich gesagt ab und zu

frustrierend. Aber dann merkte ich, dass sie ein Privileg ist, denn das Haus ist gross

und sehr schnell gewachsen, und normalerweise hat man nie die Chance, einfach zu

beobachten, man muss immer sofort handeln.

Das Museum als Parlament von Ideen

Kunstbulletin: Was sind Ihre persönlichen Highlights des Kunsthaus Zürich, wo sehen

Sie Herausforderungen?

Demeester: Mich fasziniert die Sammlung. Das Museum ist wie ein «Archipel», um

Edouard Glissant und Hans Ulrich Obrist zu zitieren. Die Frage lautet, wie wir die

Hauptinseln aktivieren und zugleich Verbindungen dazwischen schaffen können. Die

Sammlung ist riesig, hat ihre Höhen und Tiefen, und ich habe natürlich meine Favoriten,

aber eigentlich möchte ich gerne weiter bohren. Denn «First Love» ist nie so interessant.

Als Aussenstehende finde ich Hodler wahnsinnig spannend. Er ist eine Art

Nationalheld, darum auch kompliziert, aber aus meiner holländischen, belgischen

Perspektive ist sein Symbolismus, der ja auch politisch ist, konservativ, doch auch

skurril, faszinierend. Das bedeutet nicht unbedingt, dass Hodler für das Kunsthaus

sehr wichtig wird, aber ich denke, er ist eine interessante Position. Wichtig scheint

mir der Ursprung des Kunsthaus Zürich als Künstlerhaus. Das ist ziemlich einzigartig,

denn die meisten Museen haben ihre Wurzeln in der Bourgeoisie, in Sammlern, der

32 Kunstbulletin 11/2022


Aristokratie oder dem Staat – hier kam die Initiative von Künstlern. Und schliesslich:

Das Museum ist auch ein «Parlament von Ideen», um Bruno Latours ‹Parlament der

Dinge› zu variieren. Wir sind nicht nur für Objekte zuständig, sondern auch für Ideen,

die in der Gesellschaft zirkulieren, aber von Künstler:innen vielleicht anders gesehen

werden. Die Kunsthaus-Erweiterung sehe ich in diesem Sinne als grosse Chance:

Jetzt haben wir das Gebäude und müssen nun unsere Identität neu formulieren.

Kunstbulletin: Von der neuen Direktion des Kunsthauses erhoffen sich viele mehr

«Publikumsnähe». Sie haben beim ersten Presseauftritt Ende Juni davon gesprochen,

dass Museen einladender und demokratisch werden sollten. Wie wollen Sie

das gewährleisten?

Demeester: Das kann ich noch nicht konkret beantworten, denn Publikumsnähe ist in

Holland etwas völlig anderes als in der Schweiz. In Holland waren wir als Museum

immer sehr aktiv in den Medien – ich selbst, aber auch die Kurator:innen. Wir versuchten

immer, eine Art Dolmetscherrolle zu spielen: Wie redet man in einfachen

Worten über Kunst in der Öffentlichkeit. Die Mainstream-Medien bieten Zugang zu

Bevölkerungsgruppen, die vielleicht sonst keine Ausstellungen besuchen. Zudem haben

wir viel mit verschiedenen sozialen Einrichtungen und Bildungsorganisationen

zusammengearbeitet, etwa mit der IMC Weekend School, die eine zusätzliche und

motivierende Ausbildung für junge Menschen an Orten in den Niederlanden bietet, an

denen sie am dringendsten benötigt wird, aber auch mit dem lokalen Sûr Atelier, einer

nachhaltigen Kleidungsmarke. Auch mit der Radboud-Universität, die Ärzte mithilfe

von Künstler:innen ausbildet, hatten wir ein Projekt. Mehrere wissenschaftliche Studien

zeigen, dass die professionelle Kunstbetrachtung, die vom Wechsel zwischen

Detail- und Gesamtsicht geprägt ist, die Diagnosefähigkeit der Mediziner:innen verbessert,

weil sie nicht nur auf die Symptome, sondern auf den Menschen als Ganzes

achten. Amerikanische Universitäten wie Harvard und Stanford bieten daher seit

einigen Jahren die Kunstbetrachtung als Fach im medizinischen Lehrplan an – und

eben auch die Radboud. Zwei Kunstschaffende des Seminars haben wir also mit ihren

Medizinstudent:innen eingeladen, ihre Übungen bei uns im Frans Hals Museum

durchzuführen. Es war eine wissenschaftliche und zugleich spielerische Möglichkeit,

die Ernsthaftigkeit des Museums aufzulockern.

Wenn man fachfremde Akteur:innen einbezieht, fühlen sich Besucher:innen ermutigt,

ihre eigene Sichtweise auf Kunst zu äussern, was sie sonst aus Hemmung oft

nicht tun, da sie ja keine Spezialisten sind. Ihnen antworte ich: Ich bin zwar die Direktorin,

doch auch ich bin keine Spezialistin. Und schliesslich ist mir die Perspektive

der Kunstschaffenden sehr wichtig, nicht nur als Produzent:innen von Kunst,

sondern auch ihr Blick auf Kunst und Kunstgeschichte. Ein Museum denkt stets im

Dreieck Objekt, Kurator:in, Publikum. Die Rolle der Kunstschaffenden ist nicht klar,

abgesehen davon, dass sie die Werke liefern. Und ich frage mich: Wie können wir das

künstlerische Auge stärker im Museum involvieren?

Kunstbulletin: Die Kunst ändert sich aktuell fundamental, sie wird installativer, kollektiver,

partizipativer. Welche Rolle kann hier das Museum spielen?

FOKUS // ANN DEMEESTER

33


Demeester: Ja, die Kunst ist aktuell zu vielfältig und zu dynamisch, als dass wir sie

wirklich spiegeln oder inkorporieren könnten. Museen sind im Wesen langsam im

Vergleich zu einer hyperbeschleunigten Gesellschaft. Aber wir können versuchen,

immer wieder verschiedene Aspekte zu zeigen. Und ich glaube, das macht man am

besten in Zusammenarbeit mit Künstler:innen, auch ausserhalb des Ausstellungskontexts.

Das ist eine Herausforderung für ein Museum: Jede Künstlerin, jeder Künstler

ist ein Mensch und bringt Ideen, die vielleicht nicht zu unseren üblichen konservatorischen

Prinzipien und Präsentationsformen passen. Doch wir benötigen diesen

Sprengstoff, um mit der Art und Weise in Verbindung zu bleiben, wie Kunst funktioniert,

und um neue Öffnung zu schaffen für das Publikum. Im Kunsthaus haben ja

auch Kurator:innen wie Harald Szeemann, Toni Stooss, Bice Curiger immer wieder

versucht, das Format der Ausstellung zu sprengen, und wir können dies nun auf die

künstlerische Perspektive erweitern. Gleichzeitig sollte das Kunsthaus ein Bilderpalast

bleiben, eine Oase für Kunstbetrachtung, eine Sauna für den Geist, wir sind nicht

das totale Experimentierlabor. Zu viel Experiment ist für das Publikum auch nicht

ertragbar (lacht). Man braucht Ruhepunkte, wo es einfach Malerei an der Wand gibt.

Kunstbulletin: Auch die Architektur und der Platz davor spielen in diesem Kontext

ein Rolle. Wo verorten Sie diese?

Demeester: Ich denke, man muss versuchen, die Zwischenräume zu aktivieren. Das Foyer

ist vielen zu monumental. Aber es ist nur ein leerer Behälter, den man aktivieren

Werke von Anna Boghiguian und Kader Attia, Moser-Bau, Kunsthaus Zürich. Foto: Franca Candrian

34 Kunstbulletin 11/2022


kann – spielerisch oder seriös. Faszinierend finde ich, dass das Kunsthaus, rein architektonisch

gesehen, aus vier Museen und vier zeittypischen museologischen Modellen

besteht: Der Moser-Bau von 1910 wirkt mit seinem Jugendstil salonartig, wie

ein grosszügiger Wohnraum – man betrachtete das Museum als öffentlichen Salon.

Dann kam Ende der 1950er der Pfister-Saal, eine riesige Halle, in der alles stattfinden

kann – das Museum als Maschine, die Ausstellungen produziert, fast wie ein

Kongresszentrum. Dann folgte der Müller-Bau, der fast wie ein Bahnhof oder Supermarkt

wirkt – offen, viel Tageslicht, durchlässig. Der neue Chipperfield-Bau verkörpert

nun eigentlich eine sehr klassische Museums-Idee, ruhig, zurückhaltend, keine

Architektur, die Aufmerksamkeit auf sich zieht – eine klassische Idee vom Museum

als Ruhepol, ideal für die Kunst. Die Frage ist, wie wir die verschiedenen Gebäude mit

ihrer je eigenen musealen Idee aktivieren können.

Raum für Subjektivität und Ambiguität

Kunstbulletin: Wenn Sie die Sammlungen umschichten und neu aufteilen könnten,

was würden Sie tun? Wie würden Sie die Sammlungsräume, in denen ein kapitales

Meisterwerk neben dem anderen präsentiert wird, auflockern?

Demeester: Mein Ideal wären zwei parallele Trakte im Museum: einerseits klassische

Ausstellungsräume, die nicht unbedingt rein chronologisch sein müssen, aber können,

und andererseits Playgrounds, Räume des Experiments, wo Künstler:innen –

Sammlung Bührle, Chipperfield-Bau, Kunsthaus Zürich. Foto: Juliet Haller, Amt für Städtebau, Zürich

FOKUS // ANN DEMEESTER

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nicht nur wir Kurator:innen – transhistorische Verbindungen aufzeigen können.

Viele Kunstschaffende sehen die Kunstgeschichte nicht als etwas Starres, sondern

als etwas, womit man arbeiten kann. Der Vorläufer des Museums ist ja die Wunderkammer,

in der alles versammelt wurde. Erst Ende des 19. Jahrhunderts, als diese

zu öffentlichen Institutionen wurden, sind wissenschaftliche Kriterien eingeführt

worden, welche die Linearität, Chronologie und Kausalität didaktisch vermittelten.

Solche Kriterien sind wichtig, wenn man Kunst studieren will, aber für die Belebung

und Erfahrung von Kunst sind sie nicht zentral. Ich verstehe, dass wir etwas isolieren

müssen, um es zu studieren. Und als Museum sind wir ein Institut des Wissens, aber

wir sind auch ein Institut des Erfahrens. Wir sollten deshalb das Subjektive auch zulassen.

In diesem Sinne können auch die einzelnen Sammlungen – Merzbacher, Looser,

Bührle – als Hindernis oder als interessante Perspektive gesehen werden: Was

ist subjektiv an diesen Sammlungen? Was nicht? Was erzählt die Sammlung über die

Person, aber auch über das Zeitalter, den Zeitgeist?

Kunstbulletin: In Bezug auf die Sammlung Bührle bestehen in der Öffentlichkeit verschiedene

Forderungen, wie damit umzugehen sei. Was ist Ihre Idee von einer angemessenen

Herangehensweise an ein so belastetes Erbe?

Demeester: Ich glaube, wenn eine Geschichte so belastet und kompliziert ist, muss

man diese Komplexität darstellen. In der Historiografie hat man mittlerweile erkannt,

dass es nicht nur eine Geschichte gibt, ihre Textur ist vielstimmig. Sie ist eine Kombination

aus textlicher und mündlicher Überlieferung. Unsere Herausforderung ist

es, wie man diese sich widersprechenden Stimmen darstellt und gleichzeitig dafür

sorgt, dass man sich die Kunst dennoch ansehen kann, ohne einen schwarzen Filter

darüber zu legen. Die Kunst selber ist nicht schuld. Aber den Kontext muss man aktiv

und polyphonisch vermitteln. Bisher hat sich das Kunsthaus auf Fakten berufen. Und

ja, es gibt Fakten, aber die reichen nicht, es gibt auch Emotionen. Es gibt Erfahrungen

von Opfern, von Tätern, von Menschen in einer Grauzone, die nie eine Position

einnehmen konnten. Wenn man eine solche Geschichte in die Öffentlichkeit bringt,

muss man versuchen, diese Ambiguität zu artikulieren, und akzeptieren, dass wir es

vielleicht nie richtig machen können. Interessant ist ja auch, dass sich die Rezeptionsgeschichte

von Bührle im Laufe der Zeit änderte. Es kommen stets neue Einsichten

und Fakten hinzu, aber immer wieder auch ein neuer Zeitgeist. Und der Zeitgeist

wechselt aktuell sehr schnell. In zwei Jahren, glaube ich, werden wir schon wieder

andere Diskussionen führen über Erinnerungskultur und darüber, wie die Schweiz

umgeht mit ihrer Geschichte mit dem Zweiten Weltkrieg. Auch für ein Museum ist

diese Geschichte nie zu Ende geschrieben, wir müssen uns immer mitbewegen.

Kunstbulletin: Was sind konkret die nächsten Schritte in der nun begonnen Evaluation

der bisherigen Provenienzforschung zur Bührle-Sammlung?

Demeester: Die Bearbeitung geschieht in drei Schritten: Zuerst werden wir beginnen,

mit verschiedenen Interessensvertreter:innen zu reden. In einem zweiten Schritt soll

ein Symposium – hoffentlich in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum und dem

Museum Rietberg – die Kernfrage stellen: Wie gehen Museen mit einer umstrittenen

36 Kunstbulletin 11/2022


Lawrence Weiner, Chipperfield-Bau, Kunsthaus Zürich. Foto: Juliet Haller, Amt für Städtebau, Zürich

FOKUS // ANN DEMEESTER

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Historie um? Denn keine Sammlung ist unschuldig, dessen sind wir uns jetzt bewusst.

Das Symposium beinhaltet einen Teil über Methodik für Fachleute und einen

zweiten öffentlichen Teil. Als Drittes werden wir dann eine neue Ausstellung der

Bührle-Sammlung realisieren, wobei wir die Diskussionspunkte nicht scheuen und

das Publikum mit einbeziehen wollen. Das ist eine Herausforderung, weil das Kunsthaus

keine Erfahrung damit hat, und wir nun auch überlegen, mit wem in der Schweiz

wir reden müssen, der das gut macht. Man kann voneinander lernen, bestimmte Methodologien

studieren, auch wenn es immer um einen spezifischen Kontext geht.

Kunstbulletin: Schauen wir etwas allgemeiner in die Zukunft des Kunsthauses: Gibt

es schon erste Eckpunkte Ihres Programms?

Demeester: Ja und nein. 2024 wird das erste Jahr sein, in dem ich wirklich mit dem

Team zusammenarbeite. Zwei Ausstellungen haben wir bereits geplant, einerseits

Kiki Kogelnik in Kooperation mit dem Kunstforum in Wien, und eine grosse Schau zu

Marina Abramović zusammen mit dem Stedelijk Museum und mit der Royal Academy

in Amsterdam. Diese Positionen waren hier im Haus «bereits am Kochen». Mein eigenes

Programm wird man erst ab 2025, 2026 sehen. Aber ich denke, meine «signature»

ist nicht die Hauptsache, sondern dass wir Schritt für Schritt an einem Programm

arbeiten, das «kitzelt» und zeitgemäss ist. Wir haben es ja mit der Vergangenheit und

der Gegenwart zu tun, die Vergangenheit ist langsam und die Gegenwart ist super

schnell – der Kunsthistoriker George Kubler spricht in ‹The Shape of Time› vom «dark

continent of the now». Die Herausforderung ist es, hier ein Gleichgewicht zu finden,

dass man nicht zu schnell geht und nicht zu langsam. Das ist ein Muskel, den das

Kunsthaus mehr trainieren muss.

Kunstbulletin: Aber Sie als ehemalige Journalistin haben ihn trainiert, denn das ist ja

auch im Journalismus ein tägliches Dilemma …

Demeester: Ja, das bringe ich mit, das habe ich gelernt – jedoch in Belgien und Holland.

Jetzt müssen wir schauen, wie man das als Kunsthaus in der Schweiz macht.

Denn die Annäherung an eine Thematik funktioniert hier anders. Beispielsweise im

Fall Bührle: Für mich ist es klar, dass es einerseits konkret um Bührle, um die Sammlung

und seine Biografie geht, er aber andererseits auch ein Pars pro toto ist für die

Vergangenheitsbewältigung der Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Die Schweiz

war ideologisch neutral, wirtschaftlich involviert, und Bührle ist ein Symbol dafür. Die

Ann Demeester (*1975, Brügge, Belgien) lebt in Zürich

Studium der Germanistik (Niederländisch/Englisch/Norwegisch) und Kulturwissenschaft/

Cultural Studies

2006–2014 Direktorin von De Appel arts centre, Amsterdam, Zentrum für zeitgenössische Kunst

und Curatorial Programme – Ausbildung für Jung-Kurator:innen

2014–2022 Direktorin des Frans Hals Museum, Haarlem

2020–2022 Professur für Kunst und Kultur an der Radboud Universiteit, Nijmegen

Sie arbeitete zudem als Kunstkritikerin bei renommierten Zeitungen, war Assistentin des

Kunsthistorikers und Kurators Jan Hoet, kuratierte am Stedelijk Museum für aktuelle

Kunst in Gent und am Museum MARTa Herford.

38 Kunstbulletin 11/2022


Fragen stellen sich bei jeder Geschichte, die wir in Europa jetzt überarbeiten – der

Holocaust, Sklaverei, Kolonialismus … Es gibt Schuld und Verantwortung. Die Schuld

können wir nicht mehr übernehmen, aber die Verantwortung schon. Als Aussenstehende

habe ich dabei vielleicht einen gewissen Vorteil, da ich die Dinge ohne emotionale

Involviertheit betrachten kann, aber ich habe auch einen Nachteil, da man

schnell etwas berühren kann, was so empfindlich ist, dass es explodiert. Die grosse

Herausforderung ist eben auch der Umgang mit Ambiguität und das Finden von

fairen und gerechten Lösungen. Es ist einfach, einzuordnen – der war gut, der war

schlecht – aber, die Realität ist «all shades of grey».

Die relevanten Fragen stellen

Kunstbulletin: Zusammengefasst: Welche Rolle spielt das Museum heute in der Gesellschaft?

Demeester: Einerseits richten wir uns als Museen immer noch zu sehr auf Auge und

Hirn aus – aber die Erfahrung der Welt ist ja auch Körper, ist Emotionalität! Kunst

lebt zudem von Ambivalenz, doch in unserem heutigen Umfeld sind Komplexität und

Ambiguität eigentlich suspekt. Anne Keller hatte mir damals ein kleines Büchlein

gegeben von Elif Shafak, ‹Hört einander zu!›, das diese Erkenntnis sehr gut auf den

Punkt bringt. Wir wünschen uns Einfachheit und Gewissheit darüber, wie die Dinge

sind. Doch die Realität ist eher wie das visuelle Umfeld des Games ‹Fortnite›, das

mein Sohn oft spielt: Die Umgebung ist dort in verschiedene zwei- und dreidimensionale

Schichten gegliedert, die sich stetig wandeln. Auf jede Schicht folgt eine

nächste und noch eine ... Für ein Museum ist das zusätzlich komplex, weil wir so auf

Ordnung, Tradition und Kanon ausgerichtet sind. Doch positiv gesehen ist das Museum

auch ein Zentrum für Neugier. James Lee Byars hat mal im Rahmen seiner Performance

‹The World Question Center› verschiedene Intellektuelle, Kunstschaffende,

Politiker:innen darum gebeten, ihm eine Frage zu stellen, die sie als relevant erachten.

Ich glaube, darauf muss sich ein Museum auch wieder ausrichten: Wir haben ja

nicht alle Antworten, aber welche Fragen sind wichtig? Und wie stimulieren wir im

Publikum Neugier? Aktuelle Leadership Studies benennen zwei wichtige Soft Skills,

um Erfolg zu haben und glücklich zu sein: Empathie und den «Curiosity Quotient».

Lange sprach man nur von der Bedeutung von IQ und EQ, heute scheint es wichtiger,

dass man neugierig ist, immer wieder neue Fragen stellt und sich in die Perspektive

eines anderen einfühlen kann. Das ist etwas, was wir als Museum tun können, dass

wir die Neugier der Menschen für Kunst aber auch für breitere Themen stimulieren,

das muss für uns möglich sein.

Claudia Jolles und Deborah Keller, die bisherige und die neue Chefredakteurin des Kunstbulletin, leben in

Zürich. redaktion@kunstbulletin.ch

↗ www.kunsthaus.ch

→ ‹The Art of Critique›, Publikation im Auftrag von Ann Demeester, hg. von Melanie Bühler, Frans Hals

Museum, Lenz Press 2022, Mailand ↗ www.lenz.press

FOKUS // ANN DEMEESTER

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Kunst und Klima — Gutes Brot

für alle!

Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger · Copain, Installation,

Mühlerama 2022. Foto: Martin Stollenwerk

40 Kunstbulletin 11/2022


Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger

·Weizenfeld, Friedhof

Sihlfeld, 2022

Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger · Copain, Installation, Mühlerama 2022. Foto: Martin Stollenwerk

FOKUS // KUNST UND KLIMA

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Mit der Ausstellung ‹Copain› haben Steiner & Lenzlinger im Mühlerama

in Zürich eine Hommage an das Brot – eines der wichtigsten

Grundnahrungsmittel weltweit – geschaffen. In der Schweiz

verzehren wir pro Person jährlich über 30 kg davon. Doch was hat

Brot mit dem Klima zu tun? Raphael Portmann

Die Vielzahl der Brotformen und -farben, die uns Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger im

Mühlerama in Zürich präsentieren, lädt ein zum Staunen und Schmunzeln. Texte von

den Bäcker:innen, von den Kunstschaffenden selbst oder Zitate von Dritten regen zu

vertieftem Nachdenken über das alltäglichste Nahrungsmittel der Welt an. Mir wird

immer klarer: Egal ob Tessinerbrot, Schüttelbrot, Hostie, Schwedisches Knäckebrot

oder das Brötchen aus dem Nachtzug – hinter jedem Brot steckt eine eigene Geschichte,

geprägt vom Anbau des Getreides, dem Mahlen, der Herstellung des Teigs,

dem Backen und zu guter Letzt von uns Konsument:innen. In der Ausstellung ‹Tod –

unser täglich Brot›, die parallel zu ‹Copain› im Forum des Friedhofs Sihlfeld in Zürich

gezeigt wird, tritt noch ein weiterer Aspekt dieser Geschichte in den Vordergrund,

den die Kuratoren Reto Bühler und Juri Steiner so formulieren: «Das Brot, als Symbol

des Lebens, kann nur durch die Zerstörung, den ‹Tod› des Weizenfeldes erschaffen

werden.» Brot ist Teil eines Kreislaufs wie alles Lebendige auf diesem Planeten. Steiner

& Lenzlinger haben diesen Kreislauf in ihren künstlerischen Prozess integriert:

Im Frühling haben sie ein Weizenfeld im Friedhof Sihlfeld angebaut, das Korn selbst

geerntet, im Mühlerama gemahlen und zu Brot für die Ausstellung verarbeitet.

«Copain» (dt.: Kumpel) stammt vom Lateinischen «companionis» ab, der Person,

mit der man sein Brot teilt. Stellen Sie sich eine Welt vor, in der wir das Essen und Teilen

von Brot zelebrieren! Eine Welt, in der das 1-Franken-Supermarkt-Ruchbrot nicht

mehr existiert. Brote gäbe es hauptsächlich in einer der vielen Quartierbäckereien zu

kaufen, die bei ihren Produkten auf strengste ökologische und soziale Kriterien achten.

Sie arbeiteten mit langen Gärzeiten und Sauerteigkulturen und stellten gesundes,

nahrhaftes Brot her. Allen an der Wertschöpfungskette beteiligten Menschen

würde ein gutes Auskommen ermöglicht. Menschen mit niedrigem Einkommen erhielten

Gutscheine, um sich das Qualitätsbrot leisten zu können. Weil das Brot seinen

wahren Preis hätte, auch nach einer Woche noch problemlos geniessbar wäre und

richtig gut schmeckte, landete keine Krume davon im Abfall.

Foodwaste wird auch in ‹Copain› angesprochen, in einem Text mit Verweis auf die

Aess-Bar, die in Zusammenarbeit mit Bäckereien Backwaren vom Vortag stark vergünstigt

verkauft. Gemäss einer ETH-Studie von 2019 werfen wir in der Schweiz etwa

jedes vierte gekaufte Brot weg. 1/2 In der gesamten Nahrungsmittelkette ist es sogar

noch krasser: 54 Prozent des für die menschliche Ernährung bestimmten Getreides

wird nicht durch den Menschen verzehrt, ist also Foodwaste. Mehr als bei jedem anderen

Lebensmittel. Und hier sind wir bereits beim Klima: Ein Viertel der durch die

Ernährung verursachten Treibhausgasemissionen ist auf Foodwaste zurückzuführen.

42 Kunstbulletin 11/2022


Brot steht heute im Verruf, ungesund zu sein, auch weil viele Menschen klagen,

dass sie Brot schlecht vertragen. Anstatt dem Brot die Schuld zu geben, muss man in

diesem Kontext die industrielle Brotherstellung hinterfragen. 3 Der Zwang zu billigem

Brot und der Drang, überall und immer «Frisches» anbieten zu können, führt zu kurzen

Gärzeiten und industriellen Brotzusätzen, die gesundheitsschädigend sind. Und

natürlich bedarf es dafür auch so billigen Mehls, wie es sich mit einer umweltschonenden

Produktion nicht herstellen lässt. In der Brotindustrie sind dieselben verheerenden

Mechanismen am Werk wie andernorts: Profitmaximen und das Bedienen angeblicher

Bedürfnisse nach übermässigem Konsum von Billigprodukten schaden der

Umwelt und geben den Konsument:innen keine wahre Befriedigung, sind ihrer Gesundheit

sogar unzuträglich. «Das industriell gefertigte Brot in unseren Supermarktregalen

ist ein Produkt aus (…) mit synthetischem Dünger behandeltem (…) Weizen,

der routinemässig mit krebserregenden, chemisch hergestellten Herbiziden behandelt

wird», zitiert ‹Copain› die britische Brotexpertin Vanessa Kimbell. «Er wird mit

einem einzigen monokulturellen Hefestamm schnell verarbeitet; das Brot mit Konservierungsstoffen,

Emulgatoren und Enzymen vollgepumpt, bevor es in verschwenderische

Plastiktüten verpackt und über weite Strecken transportiert wird. Es ist ein

Brot, das unsere Gesundheit und unseren Planeten zerstört.» Ich denke dabei sofort

an die Pestizidopfer, Insekten in Miniatursärgen, im Friedhof Forum Sihlfeld.

Eine neue Brotkultur

Es ist höchste Zeit, das Brot, wie es in den 1970er-Jahren als billiges Industrieprodukt

entstand, zu verabschieden. In einer neuen Lebenskunst der Wertschätzung

und Resonanz mit diesem grossartigen Grundnahrungsmittel, den Menschen, die es

herstellen, und dem Land, das dafür bereitgestellt werden muss, steckt ein grosses

Potenzial für eine lebenswerte Zukunft. Wenn wir unsere Beziehung zu Brot verändern

können, können wir dies auch mit anderen Konsumgütern. Copines, copains, lasst

uns, zusammen mit den bereits vielen kreativen und innovativen Menschen in diesem

Bereich, die Geschichte des Brots, von der Herstellung des Weizens bis zum genüsslichen

Reinbeissen, neu schreiben. Das bedingt aber nicht nur einen kulturellen Wertewandel,

sondern auch entsprechende politische Massnahmen. Gutes Brot für alle!

Raphael Portmann, Klimawissenschaftler an der Agroscope Reckenholz und Mitgründer von Degrowth

Schweiz. raphael.portmann@agroscope.admin.ch

1 C. Beretta und S. Hellweg, ‹Lebensmittelverluste in der Schweiz – Umweltbelastung und Vermeidungs -

po ten tiale›, 2019, Studie im Auftrag des BAFU

2 ‹Unser täglich entsorgtes Brot – Wie in der Schweiz jedes Jahr Hunderttausende Tonnen Getreide verloren

gehen› ↗ www.nzz.ch

3 Harald Friedl, ‹Schönes neues Brot – Doku (2020)› ↗ www.youtube.com; NDR, ‹Unser Brot – Handwerk oder

Massenware?› ↗ www.ndr.de

→ Kunst und Klima: ein Klimaforscher kommentiert eine visuelle Vorlage seiner Wahl.

→ ‹Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger – Copain›, Mühlerama, Zürich, bis 16.6. ↗ www.muehlerama.ch

→ ‹Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger – Tod: Unser täglich Brot›, Friedhof Forum, Zürich, bis 13.6. (→ S. 71)

↗ www.stadt-zuerich.ch → gemeinsame Katalogvernissage: 6.11., Mühlerama

FOKUS // KUNST UND KLIMA

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Grace Schwindt — Körper und

Metamorphosen

Foto: Katalin Déer

Der widerspenstige Körper, der rebellierende Körper, der unangepasste

Körper – in Grace Schwindts Kunst ist Körper lichkeit

eine Metapher für Seinszustände. Ihre Werke balancie ren zwischen

zärtlich und fragil auf der einen Seite und stark und

beständig auf der anderen. In Zeichnungen, Plastiken, Installationen

und Performances arbeitet die Künstle rin die Kraft und

Schönheit des verletzten Körpers heraus. Jetzt sind ihre aktuellen

Arbeiten im Kunstmuseum St. Gallen zu se hen und werden

punktuell performativ belebt. Kristin Schmidt

44 Kunstbulletin 11/2022


The Boxer, 2022, Performance mit einer Boxerin, einer Sängerin, einer Tänzerin, einer Schlagzeugerin

und einem Bodybuilder, Kunstmuseum St. Gallen. Foto: Sebastian Stadler

FOKUS // GRACE SCHWINDT

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«Von den Gestalten zu künden, die einst sich verwandelten in neue Körper, so treibt

mich der Geist.» Ovid erzählt in den Metamorphosen von der unsteten Physis. Götter

verwandeln sich selbst, verwandeln Menschen und Halbgötter in Tiere, Pflanzen

oder Felsen. Mal ist die Verwandlung von Dauer, mal nur vorübergehend. Die Liste der

Verwandelten ist lang und ebenso lang diejenige der Motive für eine Transformation:

Sie kann schützen, sie kann aus Rache erfolgen oder als Strafe, sie kann – wie etwa

bei Philemon und Baucis – Treue und Redlichkeit belohnen. Diese Gestaltwandlungen

haben Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten herausgefordert. Auch

wenn sich Grace Schwindt nicht auf Ovid bezieht, steht ihr Interesse an fliessenden

Übergängen zwischen Mensch, Tier und Pflanze in einer langen künstlerischen Tradition.

Eigenständig ist Schwindts Haltung trotzdem. Die Künstlerin beobachtet, wie

Körper heute gelesen und eingeordnet werden und welche Zwänge damit verbunden

sind: «Ich thematisiere, wie man als Körper in der Gesellschaft funktionieren muss –

innerhalb bestimmter Kategorien wie sexueller Orientierung, Alter, Geschlecht. Ich

empfinde das als gewalttätig.»

Integrierte Verletzungen

Wiederkehrende Motive in Grace Schwindts Arbeit sind hervortretende Knochen,

der senkrecht gestellte Fuss mit nach innen gerollten Zehen und eine fragile Balance

der Körper. In ihrer aktuellen Soloschau ‹Defiant Bodies› im Kunstmuseum St. Gallen

zeigt sie verletzte Körper, Körper, die deformiert sind oder entzweit, und betont diese

Brüche: «Meine Arbeiten erlauben, über Traumata zu reden, aber gleichzeitig bestehen

sie in jeder Figur auf Stärke und Ruhe.» Bruchstellen, Verformungen, Fragmente:

«Die Figuren zeigen ihre Wunden, aber auch die verletzte Form ist in sich eine vollständige

Form: Ich integriere die Verletzung.» Sie wird als lebendige, reiche Oberfläche

gestaltet und damit als besonders ästhetisches Element.

Jede dieser verletzten Plastiken weist weit über sich hinaus: «Es ist möglich, über

einen individuellen Körper oder ein individuelles Trauma historische Traumata zu verstehen.»

Die Künstlerin arbeitet mit Keramik und Bronze und kombiniert mitunter

beide Materialien. ‹In Two Parts› beispielsweise besteht aus einem weissen Keramikkopf

mit einer grossen Abbruchstelle. Diese Stelle ist glasiert mit metallischen,

tiefblauen und Rottönen. Das Gegenstück zur Fehlstelle ist daneben platziert, jedoch

aus Bronze gegossen und in sonorem Blau patiniert. Auf diese Weise bilden die

gegensätzlichen Materialien eine Einheit: «Keramik ist als Material sehr fragil und

Bronze sehr stark. Dieses Zusammenspiel ist mir wichtig.»

Ihre Kleinplastiken präsentiert Schwindt im ersten Ausstellungssaal auf einzelnen,

teils schwarz versengten Sockeln. Die Maserung des Holzes tritt dadurch dreidimensional

hervor. Auch dies eine Form der ästhetischen Verletzung – allerdings

etwas offensichtlich auf diesen Effekt getrimmt. Sehr stimmig hingegen ist ihre Inszenierung

im Oberlichtsaal. Hier platziert sie ein Duzend Kleinplastiken auf einem

einzigen, fast raumfüllenden Kubus. Dadurch stehen sie in einem eigenen Kontext

und ihre Dimension verschiebt sich von klein zu gross. Oder wird alles neben dem

46 Kunstbulletin 11/2022


Resting Point, 2022, Bronze patiniert, Naturseil, Stahl, Dimensionen gesamt: 128 x 60 x 550 cm,

Courtesy Zeno X Gallery, Antwerpen. Foto: Sebastian Stadler

FOKUS // GRACE SCHWINDT

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Grace Schwindt (*1979, Offenbach) lebt in London

Einzelausstellungen und Performances (Auswahl)

2019 ‹Five Surfaces All White›, Centre for Contemporary Arts, Glasgow; ‹Knock Out›,

Performance, Volksbühne, Berlin

2018 ‹Silent Dance›, Zeno X Gallery, Antwerpen; ‹The Boxer›, Performance, David Robert Arts

Foundation, London; ‹Opera and Steel›, Performance, Frascati Theater, Amsterdam

2017 ‹Opera and Steel›, Performance, Kaaitheater, Brüssel

2016 ‹Run a Home, Build a Town, Lead a Revolution – An Exhibition in Three Acts›, MARCO –

Museo de Arte Contemporánea, Vigo

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2020 ‹Refugees – Forced to Flee›, Imperial War Museum, London

2019 ‹Mariner – A Painted Ship Upon a Painted Ocean›, The Arts Institute, Plymouth, Andrew

Brownsword Gallery, Bath und John Hansard Gallery, Southampton

2018 ‹Prosecute my Posture›, Garage, Rotterdam

2017 ‹Moving/Image›, Arko Art Centre, Seoul

2016 ‹Ensemble sin órganos at Centro de Arte Contemporáneo›, Havanna

2015 14 th Istanbul Biennale

2015 Art Unlimited, Art Basel

In Two Parts, 2022, Keramik glasiert, Bronze patiniert, 2-teilig, 11,9 x 10,7 x 21,2 cm / 7,9 x 8,5 x 9 cm,

Courtesy Zeno X Gallery, Antwerpen. Foto: Sebastian Stadler

48 Kunstbulletin 11/2022


Kubus plötzlich kleiner? Die Masse der Plastiken sind ebenso wichtig wie die des Sockels:

«Stelle ich die Plastiken auf eine Bühne, dann wird diese zum Sockel. Aber was

passiert, wenn dieser Sockel zehn Zentimeter weniger hoch ist als im musealen Kontext

üblich? Zudem hat er eine Treppe erhalten – eine Referenz zur Theaterbühne.»

Als Bühne wird der Sockel während dreier Performances im Laufe der Ausstellung

genutzt: Eine Boxerin, ein Bodybuilder, eine Tänzerin, eine Sängerin und eine Schlagzeugerin

agieren dabei miteinander, nebeneinander und autonom. Sie bewegen sich

frei in den Museumsräumen – nicht nur auf der Bühne – und halten immer wieder inne.

Die Übergänge zwischen Skulptur, Objekt und Performance sind dabei fliessend:

Das Kostüm der Sängerin mit seiner neun Meter langen Schleppe ist Teil der Ausstellung,

die Stickerei darauf ist von einer Zeichnung übertragen. Die Silhouette eines

liegenden Boxers an der Wand oder die skulpturalen Eckpfosten eines Boxringes

finden ihre Entsprechung in der Figur der Boxerin. Zudem stehen die Performerinnen

und der Performer für Schwindts Thema des Körpers: «Ich arbeite gerne mit lebendigen

Körpern. Bei diesen Körpern geht es um Erinnerungen, Vorschläge und Fantasien

vom kranken Körper und vom gesunden Körper.»

Neue lebensgrosse Plastiken

Erstmals arbeitet die Künstlerin auch mit lebensgrossen Plastiken. Zusammengekauert

oder als Mensch-Vogel-Wesen sind sie durch Seile mit dem Boxringfragment

verbunden. Vor dem Museum im Stadtpark bäumt sich ein Körper, der in einen

steinernen Wasserfall übergeht. Hier drängt sich die Erinnerung an surrealistische

Bildfindungen auf – eine Assoziation, die Schwindt nicht überrascht, mit der sie jedoch

brechen will: «Der Surrealismus ist eine eigene Sprache. Sie ist auch bereits

wieder eine Referenz, und es fühlt sich künstlich an, diese Kategorisierungen zu

machen. Ich kämpfe gegen eine eindeutige Lesbarkeit an, dagegen, dass man den

Anderen einordnen muss, um ihn zu verstehen.» In diese Offenheit gehört auch das

hierarchiefreie Nebeneinander von Tier, Mensch und Pflanze. Im Falle von ‹Defiant

Bodies› wird sogar ein kranker Baum im Stadtpark ein selbstverständlicher Teil der

Ausstellung. Indem sie ‹Arched Figure› daneben platziert, verbindet Grace Schwindt

den Aussenraum mit dem Inneren des Hauses. Dort wiederum ist der Rundgang genauso

durchdacht: «Es gibt mehrere Bewegungen. ‹Inside Out› zeigt nicht raus aus

der Ausstellung, sondern wieder auf den Anfang. ‹Gravity› im Foyer lenkt durch die

Treppe wieder in die Ausstellung. Im Oberlichtsaal kreuzen sich die Wege durch die

Ausstellung. Hier liegt der Boxer mit dem Blick nach oben, er ist k. o., bewusstlos, es

ist der Moment der Ruhe, der Moment des Nichtfunktionierens.» Diesen Moment und

damit die Performance zu erleben macht Grace Schwindts Ausstellung vollständig.

Die Zitate stammen aus einem Gespräch mit der Künstlerin am 14.9.2022.

Kristin Schmidt, Kunsthistorikerin, lebt in St. Gallen, post@kristinschmidt.de

→ ‹Grace Schwindt – Defiant Bodies›, Kunstmuseum St. Gallen, bis 5.2.; noch folgende Performancetermine:

9.12., 20 Uhr; 5.2., 15 Uhr ↗ www.kunstmuseumsg.ch

FOKUS // GRACE SCHWINDT

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Barbezat-Villetard — Au gré de

nos humeurs

L’humeur, 2022, vue de l’exposition, ‹Parallels – part 2 : The Commuter›, CAN Centre d’art Neuchâtel.

Photo : S. Verdon

50 Kunstbulletin 11/2022


Le CAN, Centre d’art de Neuchâtel, a conçu le projet ‹Parallels›,

une exposition collective structurée en trois chapitres qui entremêle

quinze présentations individuelles se succédant ou se

côtoyant durant l’année 2022. Le duo Barbezat-Villetard a été invité

à accompagner les métamorphoses de ‹Parallels› avec leur

intervention évolutive, ‹L’Humeur›. Ingrid Dubach-Lemainque

Au commencement, il y a toujours un lieu. Ici à Neuchâtel, le CAN, sis presque incognito

derrière une devanture carrelée d’un ancien magasin d’appareils de chauffage,

dans une petite rue de la vieille ville. On y pénètre, comme auparavant le personnel,

par l’entrée de service et l’intervention de Barbezat-Villetard débute là, dès le seuil,

avec la vitre de la porte d’entrée rendue opaque par une fine pellicule dont seul un

rond a été découpé (un ersatz d’œilleton). Le message paraît clair : l’espace est clos.

C’est avec les lieux, le cadre architectural que le duo franco-suisse développe ce

qu’il nomme des « situations ». Une « situation », et non une « installation » : un terme

qui met sur la piste d’une intervention conçue, créée pour et avec l’espace d’une manière

presque organique. Ici, ce sont les espaces intermédiaires – « l’interzone » selon

la terminologie adoptée par l’équipe du CAN – qu’ils ont investi. « L’atmosphère

y est assez inaccueillante et souvent odorante », nous expliquent Camille Villetard et

Matthieu Barbezat. « Lorsqu’on pénètre dans ce lieu, on a à aucun moment le sentiment

d’entrer dans un centre d’art, ni par extension dans quelque lieu public que

ce soit. Au CAN, on entre depuis l’arrière d’un décor, dans un non-lieu où tout paraît

suspendu. On arrive quelque part égaré. C’est précisément cet aspect hors temps

et hors lieu qui nous a intéressé et que nous avons cherché à exploiter. » D’abord, il

faut en effet emprunter un long couloir au plafond scandé de tuyauteries, puis une

longue et raide volée d’escaliers avant d’atteindre, à l’étage, un plateau réaménagé à

l’occasion de la série d’expositions de cette année et distribué, à l’aide de cloisons,

en petites salles indépendantes. À première vue, le lieu semble vide, un peu stérile,

presque inhospitalier.

Oser la lenteur

Alors, il faut s’arrêter, prendre le temps et regarder autour, et surtout, au-dessus

de soi. Percevoir d’abord cette lumière immersive qui nous accompagne depuis notre

entrée dans le Centre, issue de néons LED discrètement placés en hauteur : la teinte

en varie subtilement dans des tons de rouge grâce à des capteurs qui mesurent la

pression atmosphérique du jour. Et déjà le titre ludique et accrocheur donné au travail

s’éclaire un peu : ‹l’Humeur› … Puis se laisser surprendre par le léger voile de

brouillard qui s’élève dans le couloir derrière nous – lui aussi l’œuvre de capteurs

qui ont agi quelques minutes après avoir enregistré notre passage – et qui humidifie

l’atmosphère du Centre au point de rendre le sol glissant. Se questionner enfin

sur l’étrange présence de fauteuils disséminés dans l’espace au gré des recomposi-

FOKUS // BARBEZAT-VILLETARD

51


tions : pour cette dernière partie de cycle d’expositions, c’est dans la librairie que les

neuf pièces ont été disposées de telle sorte à former un carré fermé. Au plafond, un

ventilateur se met en route à intervalles réguliers.

L’intervention des artistes a supposé, en amont, un face-à-face méticuleux avec

l’espace intérieur du CAN : une analyse fine et détaillée, presque maniaque des angles,

des lignes de fuite et des fractures. Le résultat ? Une subtile entreprise de déconstruction,

non pour transfigurer mais pour souligner, révéler l’architecture brute. Les

moyens sont minimaux, l’empreinte sur l’espace, elle aussi minimaliste et éphémère.

Aux commandes de cette « situation », deux artistes à la sensibilité complémentaire,

un duo qui n’en est pas à son coup d’essai. Ailleurs, dans le passé, il a déjà opéré dans

des sites très différents – comme toujours, leur travail se conçoit in situ : à Porrentruy

par exemple, en 2020, dans les salles et la cour rythmée d’arcades des Halles/EAC ;

à Paris, au Centre culturel suisse en 2017, jouant sur des correspondances d’architecture

en extérieur et en intérieur ou encore en 2015 à Sion, avec une intervention

emblématique de leur réflexion sur l’espace, créant des « zones fantômes » dans le

château de la Majorie.

Barbezat-Villetard (Matthieu Barbezat, *1981, Nyon, et Camille Villetard, *1987, Paris)

Ils travaillent ensemble depuis 2014, vivent entre Paris et le Canton de Neuchâtel et ont effectué une

partie de leur formation à l’EDHEA, École de design et Haute école d’art du Valais (Sierre).

Expositions personnelles (sélection)

2021 ‹Aucun souvenir assez solide›, Ferme-Asile, Sion

2020 ‹A Hue et a Dia›, Château de Gruyères ; ‹Longs temps›, EAC Espace d’art contemporain, Porrentruy

2019 ‹Erewhon›, Kunsthalle Arbon

2017 ‹Invisibles tropisms›, GSN Project, Moncton, New Brunswick (Canada) ; ‹When the hammer

hits, (…)›, Win or Lose, Los Angeles ; ‹Like Ripples on a Blank Shore›, Centre culturel suisse, Paris

2015 ‹A dissident room – Prix culturel Manor Sion 2015›, Musée d’art du Valais, Sion

L’humeur, 2022, vue de l’exposition ‹Parallels – part 1 : Astral Borders›, CAN Centre d’art Neuchâtel.

Photo : S. Verdon

52 Kunstbulletin 11/2022


À Neuchâtel, ils réussissent le tour de force de concevoir un travail qui évolue,

se complète et change de tonalité, à partir d’un existant (le bâti) mais aussi d’un

contexte plus mouvant (une exposition en plusieurs chapitres). Le corridor investi

par Villetard-Barbezat et qui distribue, à l’étage, les salles d’exposition se conçoit

dès lors comme « l’artère centrale » du projet et la métaphore organique du bâtiment

se file si l’on en croit les artistes qui disent avoir travaillé « ce lieu comme un vivant,

avec un corps architectural en proie à ses humeurs …». Ils complètent : « Avant d’être

un centre d’art, le CAN est une maison, un lieu avec lequel on partage donc une certaine

intimité physique et émotionnelle. Il y est question de liens, d’histoires voire

de fictions. C’est ainsi que nous avons cherché à tisser des analogies entre l’architecture

du lieu et le corps d’un vivant. Le corps architectural, et son vocabulaire autour

du construit, présentent des similitudes avec le fonctionnement d’un corps. On

pense au système de ventilation, réseau d’eau, chauffage. La tuyauterie apparente

et particulièrement importante du CAN est devenue fluidité, fuite, connexion, système

sanguin. Les chaises ont rapidement été assimilées sous la forme de cellules

voyageant dans l’ensemble du corps. Avec le ventilateur Orion, nous avons réveillé un

vieux poumon. Le lieu et toute l’imagerie de sa machine corporelle ont cherché à être

révélés et sublimés. »

Voyage immobile

Alors, ‹l’Humeur› prend tout son sens : réceptacle des variations atmosphériques,

tel un baromètre, elle s’accorde aux fluctuations du lieu, aux artistes et œuvres

d’art invités, car, si le rouge a pris le dessus pour ce dernier chapitre, le bleu puis

le vert ont dominé les deux premières parties du cycle d’expositions ; mais encore,

elle enveloppe le visiteur, l’invitant momentanément à plonger dans un univers parallèle.

Au-delà du geste conceptuel, la poésie de la « situation » imaginée par le

duo se perçoit aisément. Des échappées imaginaires s’offrent au visiteur : à lui de

se laisser envahir par l’atmosphère du lieu au fur et à mesure de sa déambulation

dans l’espace. Synonyme de passage, de courant d’air mais aussi d’attente, le couloir

du centre d’art ne pourrait-il pas évoquer une salle d’attente de médecin ? Un

couloir d’hôpital ? Voire un espace indéfini d’aéroport où flotte le parfum du voyage ?

« L’expérience du CAN à travers notre installation est celle d’un voyage, d’un transit »

confirme le duo. « Le voyage, comme déplacement, est généralement associé à une

perte de repère – autant spatio- que temporel –, auquel s’ajoute une perception et

une interprétation subjective. Les différents éléments que nous avons mis en place

cherchent autant à renouveler l’expérience de cette entrée dans le centre d’art, qu’à

transporter le visiteur ailleurs – peut-être dans la stratosphère. » Sans surprise, le

film de Stanley Kubrick, ‹2001, L’Odyssée de l’espace›, constitue l’une des références

cinématographiques qui a inspiré les artistes.

Ingrid Dubach-Lemainque, critique et historienne d’art, vit sur le lac de Morat. idubachlemainque@gmail.com

→ ‹Barbezat-Villetard – L’Humeur›, CAN Centre d’art Neuchâtel, jusqu’au 18.12. ↗ www.can.ch

FOKUS // BARBEZAT-VILLETARD

53


Enrica Borghi — Arte plastica,

didattica e collettiva

Onde, 2022, dettaglio, contenitori in plastica di scarto tagliati e assemblati. Foto: Irene Fanizza

54 Kunstbulletin 11/2022


La rassegna ‹Giardini in Arte› del Monte Verità ad Ascona, dedicata

al tema della sostenibilità e riutilizzo, invita in questa edizione

Enrica Borghi con le sue elaborazioni scultoree di bottiglie di

plastica. ‹Molecole d’acqua› si presenta come opera individuale,

risultato di un workshop didattico e collettivo. Barbara Fässler

Da un quarto di secolo Enrica Borghi usa scarti di bottiglie di plastica che elabora

con tecniche artigianali come l’intaglio, l’intreccio o il mosaico, creando sculture e installazioni

prevalentemente figurative: dal vestito della sposa al totem, dal mandala

al tappeto, dalla molecola d’acqua all’onda. La sua ricerca sul riciclaggio e l’acqua è

quindi perfetta per la rassegna ‹Giardini in Arte› dedicata al rapporto uomo-natura e

che quest’anno esplora il tema della sostenibilità e del riutilizzo.

La mostra, dal titolo ‹Molecole d’Acqua› e curata da Nicoletta Mongini e Riccardo

Caldura, presenta numerose opere scultoree in bianco e nero. Il progetto è stato sviluppato

con gli studenti dell’Accademia di Belle Arti di Venezia che hanno partecipato

al workshop ‹Venezia Waste Value› organizzato insieme all’associazione culturale

CREA. L’intenzione: sensibilizzare al tema dello spreco e dell’inquinamento dell’acqua

e collegare simbolicamente la laguna veneta e il Lago Maggiore.

Il fatto che nella mostra non si comunichi che si tratti di un’operazione didattica

e collettiva e che le bottiglie siano state sponsorizzate da una fabbrica, potrebbe

provocare dei malintesi nella comprensione: le opere paiono di primo impatto come

bricolage con materiali recuperati.

Con la crescita dell’attenzione ai temi di sostenibilità ambientale nella contemporaneità,

alcuni artisti trasformano in opere materie plastiche trovate, realizzando

effetti metamorfici sorprendenti. Negli assemblaggi di Tony Cragg con oggetti di plastica

recuperati, la percezione cromatica dell’insieme prevale sul riconoscimento

del singolo pezzo. Liz Larner lega, colora e unifica i rifiuti di plastica fino a trasformarli

in paesaggi terrestri o marini che inondano lo spazio. Ma l’artista che stupisce

di più in questa corrente dell’alterazione di materie riutilizzate è il Ghanese El

Anatsui con i suoi arazzi tessuti insieme a pezzi di metallo, plastica e stoffa. Nella

sua opera, forma e funzione dell’oggetto originario spariscono per dare luce a un

organismo stupefacente.

Nelle elaborazioni di Enrica Borghi esposte al Monte Verità, invece, la materia prima

rimane completamente riconoscibile. Non avviene quella trasformazione magica

che conosciamo dal processo alchemico, oppure quell’effetto causato dalle famose

immagini illusorie – Kippbilder – nelle quali è possibile vedere due soggetti differenti

a seconda del punto di vista.

Barbara Fässler è artista, critica d’arte e docente di arti visive alla KMSU. barbarasic.faessler@gmail.com

→ ‹Enrica Borghi – Molecole d’acqua›, fino al 1.11., Fondazione Monte Verità, Ascona

↗ www.monteverita.org

FOKUS // ENRICA BORGHI

55


HINWEISE

Genius Loci — Adrien Mérigeau

Animation — Ein Teppich, der gleichzeitig ein

Trampolin ist. Ein überkochender Topf, dessen

Dampf den Hintergrund in abstrakte Formen

verwandelt. Eine umgefallene Dose, deren

Inhalt zum Fluss wird. In Adrien Mérigeaus

‹Genius Loci› hängt alles zusammen. ‹Genius

Loci› ist einer jener Filme, die sich nur schwer

in Worte fassen lassen. Der flüssige Übergang

zwischen den Bildsequenzen, die gekonnt das

Narrativ untermalen und die Wechsel zwischen

Realität, Vorstellung und Spiritualität verschwimmen

lassen. Bildkomposition, Farben

und Formen erinnern an Gemälde von zeitgenössischen

Kunstschaffenden und vereinen

unterschiedliche Stile des 20. Jahrhunderts in

diesen kurzweiligen 16 Minuten. ‹Genius Loci›

des französischen Filmemachers und Animators

Adrien Mérigeau ist ein Film, der sich

Zeit lässt und getrost mehrmals angeschaut

werden kann, ohne repetitiv zu werden. Das

Narrativ ist verschnörkelt und lässt ausgiebigen

Raum für individuelle Interpretationen. So

gelingt es ‹Genius Loci› trotz seiner experimentellen

Natur, sich im Gedächtnis festzusetzen.

Und es erstaunt auch nicht, dass der Film für

einen Oscar nominiert und an zahlreichen Animationsfestivals

ausgezeichnet wurde.

Dominique Marconi

Das entfesselte Geld

Bern — Zwei Ventilatoren drehen an den

Stirnseiten des Tresors, in dem das Mysterium

‹Geld› konzis szenografiert vorgestellt wird. An

den Wänden flackern Nullen und Einsen, nie

endende Datenströme der Finanzwelt, und auf

zentral platzierten Bildschirmen lässt sich ein

Börsenring per Knopfdruck aktivieren. Über

allem schwebt ein permanenter Geräuschteppich.

Die Reizüberflutung ist total und gewollt,

ermüdet aber auf die Dauer. Ruhe findet man in

kleinen Kabinen, wo einige wichtige Stationen

der Geschichte des Geldes vorgestellt werden –

von den Münzen des Krösus über die fatale

‹South Sea Bubble› und John Laws ungedecktes

Notengeld bis zu dem Manifest, das mit Bitcoin

die erste Krypto währung begründete. Eine Vitrine

präsentiert Sparkässeli in grosser Vielfalt,

und in Videos werden verschiedene Aspekte

des Geldes angesprochen: Ist eine «Fesselung»

durch strenge regulatorische Vorgaben besser

als eine «Entfesselung», die grössere Flexibilität

verspricht, aber auch grösseren Schwankungen

unterworfen ist? Nach dem Besuch

lässt sich an der kleinen Bar verweilen, und auf

den Tischen sind Kärtchen mit themenrelevanten

Fragen bereit. In der Innenstadt entsteht

gegenüber der Nationalbank ein Satellit des

Historischen Museums, mit dem ‹Entfesselten

Geld› hat die langfristige Zusammenarbeit der

beiden Institutionen begonnen. TS

Adrien Mérigeau · Genius Loci, 2019, 16’20’’

↗ www.vimeo.com/715848386

Das entfesselte Geld, zentraler Handelsring,

Ausstellungsansicht. Foto: Stefan Wermuth

→ Historisches Museum, bis 8.1. ↗ www.bhm.ch

56 Kunstbulletin 11/2022


Lang/Baumann

Bern — Diese Wand hat ihren grossen Auftritt.

Elegant schwingt sie durch den Raum. Ihre Kurve

setzt die Symmetrie des Ladenlokals, in dem

der Affspace untergebracht ist, stilvoll ausser

Kraft. Rund 1400 leicht versetzt angeordnete

Glaskuben, die von hinten mit Licht versorgt

werden, machen sie zu einer glamourösen

Erscheinung. Sie heisst ‹Perfect #6› und ist

Teil der Werkgruppe, in der sich Sabina Lang

und Daniel Baumann mit modular aufgebauten

Wänden in Verbindung mit Licht beschäftigen.

Der Titel verströmt das kapitalistische

Versprechen, Makellosigkeit liesse sich in Serie

herstellen. Dabei zeigt sich aus der Nähe, dass

viele einzelne Handgriffe die Wand geformt haben.

Ausserdem weisen die Glaskuben Dellen

und ungerade Kanten auf, was sie von Weitem

wie kleine, weiche Luftkissen wirken lässt.

‹Perfect #6› erinnert damit an die bekannten

‹Comfort›-Werke, in denen das Künstlerduo

monumentale, aufgeblasene Kunststoffkörper

auf gebaute Architekturen legte. Neu ist,

dass hier Lang/Baumann mit vorgefundenem

Material arbeiten. Sie erhielten die Glaskuben

(insgesamt 8000!) aus einem Umbau. Und so

liest sich das Werk im Kontext des Affspace,

einem Offspace für Architektur, fast wie ein

Statement in der Nachhaltigkeitsdebatte.

Denn, was aus dem Re-use entsteht, ist doch

einfach – perfect. MA

Lang/Baumann · Perfect #6, Installation für

den Affspace Bern, 2022

→ Affspace – Offspace für Architektur, bis 19.11.

↗ www.affspace.ch

Francis Upritchard

Biel — Der erste Raum im Centre Pasquart ist

bis auf eine einzelne Vitrine komplett leer. Mein

Blick schweift nur kurz über die kleinen Figuren,

die darin wie in einem zu breit geratenen

Setzkasten platziert wurden. Sind das kleine

Zentauren? Sie glänzen golden. Später werde

ich erfahren, dass die gebürtige Neuseeländerin

Francis Upritchard (*1976, lebt in London) vor

allem mit Materialien wie Gummi, Bronze, Stein

und Glas arbeitet. Vier Figuren auf geschliffenen

Holzsockeln erwarten mich im nächsten

Raum. Lange Gewänder aus bunt gemusterten

Stoffen umhüllen ihre androgynen, aus

Polymerton modellierten, teils geschmückten

Körper. Die Kleidung wirkt traditionell, ohne

dass ich sie einer spezifischen Kultur zuordnen

könnte. Ihre bemalten Gesichter, Arme und Füs -

se zieren eine Bandbreite von Farben und geometrischen

Mustern. Ihre Augen sind entweder

geschlossen oder blicken durch mich ins Leere.

Trotzdem scheinen sie präsent, so als könnten

sie jeden Moment von ihren Sockeln springen.

Ich frage mich, ob ‹A Loose Hold›, der Titel der

Schau, diese Qualität der Figuren beschreibt.

Die über hundert ausgestellten Werke wurden

fast alle eigens für die erste Solopräsentation

von Upritchard in der Schweiz angefertigt. Die

skulpturale Rauminstallation wurde vom Roman

‹Piranesi›, 2020, der britischen Autorin Susanne

Clarke inspiriert. Die Erzählung spielt in einem

Haus mit einer Vielzahl von Gängen und Atrien,

bei dessen Betreten einem schrittweise die

Erinnerung verloren geht. Ohne das Buch gelesen

zu haben, glaube ich, ein Gefühl für diesen

fiktiven Ort zu erhalten, während ich mich durch

die installativen Welten von Upritchard bewege.

Glitzernde Tränen, eingefroren in Kristallperlen,

schmücken die Gesichter in den Werken im

nächsten Raum. Der Titel ‹Polyphemus Carpet›

verweist auf die griechische Mythologie, via

Google finde ich das Bild eines einäugigen Zyklopen.

Bei Upritchard besitzt er aber anstelle

von einem einzigen Auge gleich mehrere. Links

vom vieläugigen Riesen steht wieder eine Art

Vitrine. Die Auslage dahinter erinnert an ein

Warenhaus. ‹Orange Creepers Gloves›, ‹Mouse

HINWEISE // ANIMATION / BERN / BIEL

57


Mole Gloves›, ‹Rich Relative Gloves› usw. Die

Titel verkaufen sich gut. Die Handschuhe

tragen Ringe mit winzigen Gesichtern darauf.

Sie schauen unzufrieden drein, als wollten sie

sagen: Mehr schöne Handschuhe machen dich

auch nicht glücklicher – it will give you nothing

more than ‹A Loose Hold›. Beim Blick auf die

langhalsigen Vasen auf der anderen Seite der

Vitrine kommt mir ein kitschiger Gedanke:

Sollen sie die Kristall-Tränen fassen?

Oben in der Salle Poma sticht mir schliesslich

ein eigenartiger Geruch in die Nase. Er erinnert

ans Meer. Ein monumentaler Skulpturengarten

öffnet sich vor mir. Die Farbe und Beschaffenheit

der Skulpturen wecken Assoziationen

an Stein. Bei näherer Betrachtung wirkt ihre

Oberfläche aber zusammengekleistert oder

mumifiziert. Tatsächlich wurden sie aus Balata,

einem wilden Gummi, handgefertigt. ‹A Loose

Hold›, wie sich nun herausstellt, leitet sich

von der Arbeit mit dem Material ab. Denn es

braucht eine gewisse Geschwindigkeit und Lockerheit,

damit der Gummi verarbeitet werden

kann. Dinosaurier, Meerjungfrauen, Zentauren

und andere Wesen posieren keck, gequält oder

angriffslustig auf Felsbrocken und Boden.

Die Atmosphäre ist kühl, weder gruselig noch

fröhlich. Die Figuren bewegen sich zwischen

monströs und lieblich. Das Gefühl, mich durch

einen Science-Fiction- oder Fantasy-Roman

zu bewegen, der weder einen Anfang hat noch

ein Ende nimmt, verfestigt sich. It’s still just

‹A Loose Hold›. Anna Lena Eggenberg, CAS

Schreiben in Kunst und Kultur, ZHdK, 2022

Francis Upritchard · A Loose Hold, 2022, Pasquart,

Courtesy Kate MacGarry. Foto: Angus Mill

→ Centre Pasquart, bis 20.11. ↗ pasquart.ch

Martin Chramosta

Bregenz — Martin Chramosta (*1982) zeigt

im Künstlerhaus Bregenz Werke aus seinem

Studienaufenthalt 2021/22 am Istituto Svizzero

in der Villa Maraini in Rom. Es ist seine erste

institutionelle Ausstellung in Österreich. In

seiner Arbeit reflektiert er Architektur und

den Umgang mit Vergangenheit. Er nimmt die

allerorts präsenten historischen Fragmente auf

und fügt sie zu eklektizistischen Konglomeraten

in Wandreliefs zusammen. Entstanden sind

fiktive Fassadenobjekte, angelehnt an historische

Ruinen aus dem Jugendstil, dem italienischen

Razionalismo und Ausgrabungsstätten,

versetzt mit künstlich geformten Stein- und

Gartenanlagen. Im Zoologischen Garten von

Rom entdeckte Chramosta Felsenlandschaften,

die auf den Schweizer Bildhauer Urs

Eggenschwiler zurückgehen und die dringend

der Restaurierung bedürfen, im Kontext einer

reichen Vielfalt historischer Bauten aber kaum

Beachtung finden.

Die zwölfteilige Werkgruppe der ‹Case Ispirate›,

2021/22, Reliefs aus gebranntem, weissem Ton,

oszilliert zwischen Bild, Zeichnung und Objekt.

Sie verbinden sich mit der hellen Wand und erinnern

an aus der Zeit gerissene Fragmente, die

ein Eigenleben als verspielte Zuckerbäckerei

weiterführen oder als verführerische Trugbilder

locken. Mit seinen Werken denkt Chramosta

über den Umgang und die Funktion von Kunst

im öffentlichen Raum nach. So mussten im

19. Jahrhundert in Rom alte Villen und Gärten

einem ausufernden Bauboom weichen. Viele

der hastig entsorgten «Trümmer» finden sich

noch heute als Spolien an Wänden oder wurden

als Bodenfüller und Fundamente für Neubauten

verwendet, so auch auf dem Hügel der Villa

Maraini. In einer mehrere Meter hohen Installation

verbindet der Künstler drei orangefarbig

glasierte Keramiktableaus, die auf abstrahierten,

antiken Bildreferenzen basieren, mit einem

Netzwerk aus verschweissten Eisenstäben.

Das Metallgitter entspricht einem historischen

Stadtplan von Rom, der damals für alle

Bürger:innen verständlich und zugänglich war.

Schaut man genauer hin, verbirgt sich in der

58 Kunstbulletin 11/2022


grossflächigen Arbeit auch eine Türklinke. So

verbindet Chramosta seine Objekte humorvoll

mit dem Alltag und dem Zeitgeist und erinnert

an Balkongitter und Gartentüren, die mit Fundstücken

und gestalterischen Erzeugnissen der

jeweiligen Besitzer:innen dekoriert werden. IK

Martin Chramosta · Case ispirate, 2021/22,

weisser Ton gebrannt, Masse variabel

Martin Chramosta · Casa ispirata, 2021/22;

weisser Ton gebrannt

→ Künstlerhaus Bregenz, bis 13.11.

↗ www.kuenstlerhaus-bregenz.at

Riikka Tauriainen

Friedrichshafen — Wenn von Wasser die Rede

ist, geht es meistens um mehr als um das

blosse H 2O. Wasser ist nicht nur lebenswichtiges

Element, sondern enthält selbst Leben, wie

ein Tropfen aus dem Bodensee zeigt: Unzählige

Kleinstwesen bewegen sich darin. Winzig sind

sie und nur unter dem Mikroskop zu sehen.

Weniger bedeutsam sind sie deshalb nicht, wie

so vieles, was dem menschlichen Auge verborgen

bleibt. Riikka Tauriainen befasst sich seit

einigen Jahren vertieft mit der flüssigen Welt,

mit dem, was darin schwimmt, treibt, tönt,

aber auch stört oder schädigt. Einen wichtigen

Impuls dafür lieferte das Genua-Stipendium

der Stadt Zürich 2018. In der Hafenstadt widmete

die gebürtige Finnin ihre Aufmerksamkeit

beispielsweise Quallen, Oktopussen und

Seepferdchen. Später kamen eine kollaborative

Arbeit über den Rhein, Installationen über Plastikmüll

in Gewässern und andere Aspekte des

flüssigen Elements hinzu. So ist das Stipendium

der ZF Kunststiftung ein folgerichtiger

Schritt in Tauriainens künstlerischer Laufbahn,

denn der Atelierstandort ist Friedrichshafen

am Bodensee. Die Künstlerin hat hier Kontakt

zum Institut für Seeforschung Langenargen

aufgenommen, ist mit dessen Forschungsschiff

‹Kormoran› mitgefahren, hat von Bord, vom

Seeufer aus und unter Wasser gefilmt, konnte

das Labor nutzen und eigene Aufnahmen des

Bodenseeplanktons realisieren. Sie untersuchte

den akustischen Raum unter Wasser, hat

sich in die Zwischenbereiche am Ufer begeben,

die Schönheit des Sees in der Totale festgehalten

ebenso wie die Sonnenreflexionen im

flachen Wasser. Dort hat sie auch Fundstücke

gesammelt, angefangen von Steinen und Muscheln

bis hin zu Kronkorken, Trinkhalmen und

Scherben. Aus all den Untersuchungen, den

Aufnahmen, den vorgängigen Recherchen und

einem dichten Netz an Wissen hat die in Zürich

lebende Künstlerin ihre Installation ‹Ecotone

Encounters› entwickelt. Sie wird im Zeppelin

Museum Friedrichshafen in einem eigenen

Raum präsentiert. Die Farbstimmung gleicht

der eines Aquariums. Kniehohe Tische mit amö-

HINWEISE // BIEL / BREGENZ / FRIEDRICHSHAFEN

59


enhafter Grundfläche zeigen die natürlichen,

die von Menschenhand gemachten und weggeworfenen

Fundstücke. Dahinter zoomt das

Video hinein in den Kosmos eines Wassertropfens,

gibt sich dem Wellengeschaukel hin und

verknüpft die Bilder mit Zitaten aus Tauriainens

Recherchen. Die Künstlerin gibt dem Wasser

eine Stimme. Sie spricht nicht über das Wasser,

sondern lässt das Wasser und alles, was sich

darin befindet, mitsprechen. KS

Riikka Tauriainen · Ecotone Encounters,

2022, Filmstill und Ausstellungsansicht

ZF Kunststiftung. Foto: Laura Rodríguez

Barthélemy Toguo

Genf — Diesen Herbst wurde in der Entwicklungszone

von Frontenex im Stadtviertel

Eaux-Vives eine zukunftsweisende Verdichtung

mit 156 Wohnungen eingeweiht, die neben

nachhaltiger Architektur (Benoît Frignani,

Anderegg, Rinaldi & arch. ass.) durch viel Grün

(Michel Desvigne) besticht. Der Delegierte des

Verwaltungsrates der koordinierenden Société

Privée de Gérance und Kunstmäzen Thierry

Barbier-Mueller entwickelte dazu zusammen

mit der Präsidentin der NGO Art for the World,

Adelina von Fürstenberg, mehrere Kunstam-Bau-Projekte,

die für ein urbanes, aufgeschlossenes

Klima sorgen. So wurden nicht nur

zwei spielerische Stuhlskulpturen von Pablo

Reinoso (*1955) und Pol Quadens (*1960) um

das über der Tiefgarage angelegte Birkenwäldchen

errichtet. Auch Barthélemy Toguo (*1967)

konnte entlang des Eingangswegs neben einer

alten Hecke seine bislang bedeutendste Bronzegruppe

realisieren, die den abgründigen Kontext

von Klimaerwärmung und Mitgrationskrise

in visionäre Poesie verwandelt. Vom Künstler

wie «ein Satz mit Kommas und Punkten»

imaginiert, begegnet man zwischen Köpfen mit

herzblattförmigen Zungenerweiterungen wie zu

einem letzten SOS aus dem Wasser gereckten

Händen. Dieser Appell wirkt umso dringlicher,

als in der Mitte eine bodenlose Barke mit weiteren

Köpfen und Händen auf den Sitzbrettern

zu sehen ist. Mensch, ändere Dein Leben! KHO

→ ZF Kunststiftung im Zeppelin Museum,

bis 4.12.

↗ www.zf-kunststiftung.com

Barthélemy Toguo · Sur le chemin de l’espoir,

Bronzesetzungen, 200 m, Plateau de Frontenex

© ProLitteris. Foto: SPG

→ Plateau de Frontenex 7

↗ www.artfortheworld.net

60 Kunstbulletin 11/2022


Rudolf Polanszky

Genf — Die Happenings der Wiener Aktionisten

regten Rudolf Polanszky (*1951) erst einmal

zu Fragen an: Wo liegt der Ursprung der Kunst

im Menschen? Warum bringt Kunst eine selbst

für das psychosomatische Gefüge, das sie in

Gang setzt, überraschende Welt hervor? Der

junge Mann begann dann in auffälligem Kontrast

zum finsteren Ernst, mit dem die Wiener

Aktionisten die österreichische Gesellschaft

abkanzelten, mit der chaotischen Dynamik der

Materie zu spielen. Er zeichnete etwa mit einer

Sprungfeder unter dem Hintern oder schlief mit

farbgetränkten Schwämmen am Körper und

produzierte oft zugleich Fotoserien und Videos.

Seit den 1990er-Jahren findet er jedoch in

den sogenannten ‹Reconstructions› sein

Experimentierfeld: Er beklebt Leinwände mit

bevorzugt spiegelnden Industrieabfällen, tritt

auf diese ein, bespritzt sie mit Farbe oder

spiesst sie zu Skulpturen auf. Zerfallendes,

Erschlaffendes überführt er damit – zumindest

vorderhand – wieder in kraftvolle, neue Ideen

generierende Formen. Die Werke enthüllen mit

ihren Metalltönen, gepaart mit viel Weiss oder

Schwarz, ihre Buntheit erst auf den zweiten

Blick. Eine feine Auswahl dieser chromatisch

aparten Arbeiten ist nun erstmals im Welschland

in der Galerie mezzanin zu sehen. KHO

Fussball ißt unser Leben

Interlaken — Elf rote Trikots hängen im Kunsthaus

Interlaken: «S. Bishwakrma Nepal 24

Died in Qatar» steht auf einem, stellvertretend

für über 6500 auf den Baustellen der diesjährigen

WM getötete Arbeiter:innen. Das Werk

des Palästinensers Mohamed Badarne ist mit

dem Aktualitätsbezug eher die Ausnahme in

der Schau ‹Fussball ißt unser Leben›. Vielen

Beiträgen, etwa der Fotografie eines Fussballfelds

‹Zürich I› von Gursky oder den spielenden

Figuren von Niki de Saint Phalle, und dem

umtriebigen Direktor Heinz Häsler merkt man

stärker die Faszination fürs Spiel an. Punktuell

werden unschöne Begleiterscheinungen

beleuchtet – zum Beispiel in Werner Reiterers

Tor-Installation ‹WC/WM›, die als Fotografie

präsentiert ist. Andere, wie die Urgewalt der

Fans, bleiben aber absent. Eher interessieren

Grundelemente des Spiels: Diana Dodson fügt

in Zeitschriften-Fotos Fussbälle ein, während

Arthur Debert solche aus Videobildern des

Finalspiels 1998 tilgt. Auch der Starkult ist in

die Jahre gekommen, treten doch die Kicker

Chapuisat und Yakin 2001 gegeneinander in

Anzügen an und ruinieren diese lustvoll im

Video von Ingeborg Lüscher. Kurz: Die Aktualität

hätte mehr Potenzial geboten, dennoch findet

sich auf begrenztem Platz im Kunsthaus eine

kurzweilige Auswahl spannender Werke. AD

Rudolf Polanszky · Reconstructions / Translinear

Fragments / Double Twin Pictures, 2021,

div. Medien auf Leinwand, 145 x 175 cm

→ Galerie mezzanin, bis 26.11.

↗ www.galeriemezzanin.com

Ingeborg Lüscher · Fusion, 2001, Filmstill,

Courtesy Videoart © ProLitteris

→ Kunsthaus Interlaken, bis 27.11.

↗ www.kunsthausinterlaken.ch

HINWEISE // FRIEDRICHSHAFEN / GENF / INTERLAKEN

61


Andrea Vogel

Konstanz — ‹Handarbeit› ist ein an sich unscheinbarer

Begriff, der im Kontext des Schaffens

von Andrea Vogel aber an Dringlichkeit gewinnt.

Das verdeutlicht ihre so betitelte Schau

anlässlich des Konstanzer Kunstpreises 2022

im Kunstverein. Sowohl bei Performances –

etwa den ‹Sculpture Massages› – als auch bei

ihren textilen Installationen kommt der Arbeit

mit den Händen eine zentrale Rolle zu.

Die Installation ‹Fragile Stabilität› etwa zeigt

gehäkelte, gestrickte und geklöppelte Spitzendeckeli,

welche mit schwarzem Epoxidharz

gehärtet wurden. Diese liebevoll gefertigten

Unikate landen oft in Brockenhäusern, werden

vergessen und harren dennoch dank solidem

Garn der Zeit. Als Skulptur stehen sie nun

prekär aneinandergelehnt im Raum, zerbrechlich

und gleichzeitig bedrohlich wie Sägeblätter

einer Kreissäge. Neben den gezeigten Videoarbeiten

fallen zudem vor allem die Gobelinstickereien

ins Auge. Andrea Vogel übermalt

diese gestickten Nachahmungen klassischer

Malerei mit schwarzer Ölfarbe, um jeweils

nur die Hände auszusparen. Damit gelingt es

ihr, den Kitsch dieser Bilder abzustauben und

stattdessen auf die Sorgfalt und Ausdauer von

deren Entstehung zu verweisen. Hinter jedem

Bild verbergen sich stumme und unbekannte

Hände, welchen nun mit ‹Handarbeit› eine

späte Würdigung zugestanden wird. AU

Shara Hughes

Luzern — Zum Ausstellungsauftakt kleine Formate,

wie Kinderzeichnungen. Dann, im Hauptsaal,

der Paukenschlag mit grossen Gemälden,

die zeigen: Diese Malerei ist meisterhaft, in ihrer

Farbigkeit und Ausdruckskraft. Dabei lässt

sich kaum ein Werk landläufig als harmonische

Komposition beschreiben. Ganz im Gegenteil

sind die Leinwände Schauplätze widerstrebender

Kräfte und Energien. Wer bekennt sich

heute überhaupt noch zur Landschaftsmalerei?

Kitschgefahr lauert an jeder Ecke. Wer

wollte noch unschuldig einen Sonnenauf- oder

Sonnenuntergang auf die Leinwand bannen?

Die Postkartenindustrie war da schneller und

unverfrorener. Warum also wagt sich eine junge

Künstlerin wie Shara Hughes (*1981, Atlanta)

an dieses heisse Eisen? Indem sie das Genre

von einer Metaebene aus betrachtet, umschifft

sie den Kitsch grossräumig. Sie greift Reizthemen

unerschrocken auf und lässt sie versatzstückartig

in einen Wettbewerb mit dem Unerwarteten

treten. Sonnenaufgänge zelebriert sie

nicht, sondern lässt sie auf eine schüchterne

Andeutung zusammenschrumpfen. Ohne

Resonanzraum platziert sie diese in wenigen

abstrakten Linien wie einen Fremdkörper über

eine Seenlandschaft, die an Munch gemahnt.

Der Sonnenaufgang als quantité négligeable,

könnte man meinen, oder als i-Tüpfelchen! MH

Andrea Vogel · Biedermeier, 2012, Fotografie

→ Kunstverein Konstanz, bis 4.12.

↗ www.kunstverein-konstanz.de

Shara Hughes · Lake Norway, 2020, Öl und Acryl

auf Leinwand, 172,5 x 152,5 cm

→ Kunstmuseum Luzern, bis 20.11.

↗ www.kunstmuseumluzern.ch

62 Kunstbulletin 11/2022


Niklaus Manuel Güdel

Moutier — Künstler und Kunsthistoriker: Kann

man wirklich beides sein? Die Antwort auf diese

Frage könnte in der aktuellen Ausstellung von

Niklaus Manuel Güdel (*1988, Delémont) zu finden

sein. Güdel, Direktor des neu gegründeten

Institut Hodler, ist selbst Maler. Bisher hatte er

seine beiden Tätigkeiten bewusst voneinander

getrennt. Mit der Einladung der Kuratorin des

jurassischen Kunstmuseums wagt er heute

den Schritt in die Öffentlichkeit. Dass Güdel

Kunstgeschichte studiert hat, zeigt sich an

mehreren Stellen, so zum Beispiel in ‹Superstitions,

nach Goya›, ein grossformatiges Triptychon,

das sich auf das Gemälde des spanischen

Meisters ‹Vuelto de Brujas›, 1797/98, bezieht.

Andre Inspirationsquellen sind zeitgenössische

Œuvres wie die von Françoise Petrovitch oder

Yan Pei-Ming. In seinen Werken versucht Güdel

Abstraktion und Figuration zu verbinden, indem

er Gegenstände, Figuren oder sogar Tiere in

weis ser Farbe malt, oftmals vor einem kontrastreichen

Hintergrund. Mit dem Weiss drückt der

Maler die Distanz und das Vergessen aus, geht

aber gleichzeitig das Risiko ein, auch die Betrachtenden

auf Distanz zu halten. Man spürt,

dass Güdel noch auf der Suche ist: Nach vielen

Porträts, Genremalerei und Stillleben sind nun

in seinen jüngsten Arbeiten die menschlichen

Figuren fast verschwunden. Im Katalog schreibt

er, dass er «sich heute als das fühlt, was er

immer zu sein glaubte, aber nie wirklich war: ein

Landschaftsmaler». Affaire à suivre. IDL

Niklaus Manuel Güdel · Superstitions, d’après

Goya, 2021, Öl auf Leinwand, Triptychon,

240 x 570 cm. Foto: Pierre Montavon

→ Musée jurassien des arts, bis 13.11.

↗ www.musee-moutier.ch

Harald Klingelhöller

Neuss — Inzwischen ist manche Kunst eine

Kaskade atemloser Diskurse in Workshops und

Web-Foren. Bei Harald Klingelhöller (*1954) dagegen

erhält die Sprache buchstäblich Gewicht

und einen Ort auf Zeit: ‹Abend wird Abenden

Gleich›; ‹Die Furcht verlässt ihren Gegenstand

und geht über in Hass› … Der Titel eröffnet jeder

Skulptur ein weites semantisches Feld in Metaphern

oder sozial konnotierten Feststellungen,

während ihre plastische Form die visuellen

Strukturen der geschriebenen oder gesprochenen

Worte aufnimmt: die Zeichenzahl,

proportionale Wortlängen und die Gliederung

der Zeilen, Wiederholungen oder Versionen

in wechselnden Materialien, als «Schatten»

oder «Echo». Keine Illustration, sondern ein

sprachbemessenes Objekt tritt physisch neben

den Textteil, bis die räumliche Gestalt im Titel

wiederum ihren sprachlichen Niederschlag

findet: ‹Abend wird Abenden Gleich (dreifach,

sternförmig)›, 2020.

Der mehrfachen Präsenz einer einzelnen Arbeit

entsprechend, potenzieren sich die Bezüge in

Klingelhöllers aktueller Ausstellung in Thomas

Schüttes Skulpturenhalle. Das Zentrum des

ovalen Raums mit seinen hohen rohen Betonwänden

bildet ein Backsteinpavillon aus zwei

sich überschneidenden konischen Rundformen.

Klingelhöller verspannt diese Rotunde mit einer

losen Kette, deren Metallglieder sich reihen

in der Zahl der titelgebenden Buchstaben ‹Im

Traum der Träumer erwachen die Geträumten›.

Wenn ‹Schneefall erzählt›, so der Ausstellungstitel,

versinken wir tiefer ins Träumen, um

immer wieder und noch heller zu erwachen.

Arbeiten aus verschiedenen Werktypen eröffnen

eine randlose Landschaft metaphorischer

Verschiebungen und Wege um schwebende,

liegende, sich anlagernde Objekte. Möglicher

Beginn und Fluchtpunkt ist ein weisser

Wandschrank mit Schubladen im schlanken

proportionalen Schriftblock der Worte: ‹Räume

hinter Räumen hinter erzählten Räumen›. Dieter

Schwarz, der die Skulpturenhalle seit ihrer

Eröffnung 2016 kuratiert, weist darauf hin,

dass neben der lesbaren, sichtbaren Ausstel-

HINWEISE // KONSTANZ / LUZERN / MOUTIER / NEUSS

63


lung in den «Schatten» und «Echos» auch eine

Welt abwesender Skulpturen evoziert wird. Die

Werktitel an den Wänden bleiben diskret. Die

räumlichen Elemente lenken den Schritt, wo

sich Blicke über Sterne oder aufgeschlagene

Schachteln am Boden, über heckenhohe Balustraden

von Buchstaben oder zwischen Mobiles

aus transponierten Schatten von Skulpturen

vortasten. Beim Sehen und Gehen und Spielen

mit Worten sucht die Imagination ihre Fixpunkte

zwischen Erahntem und Geträumtem,

Gesehenem und Gedachtem. HRR

Harald Klingelhöller · Schneefall erzählt,

Ausstellungsansichten Skulpturenhalle Neuss

2022

→ Skulpturenhalle, Thomas Schütte Stiftung,

bis 11.12.

↗ www.thomas-schuette-stiftung.de

Alec Soth / Bertien van Manen /

Gillian Wearing / Carmen Winant

Vevey — Alle zwei Jahre herrscht in Vevey im

Herbst eine besondere Stimmung. Der Grund

dafür ist das Festival Images Vevey, eine

Biennale, die im September stattfindet. Die

ganze Stadt an der Waadtländer Riviera vibriert

dann drei Wochen lang im Rhythmus der Veranstaltung:

An jeder Ecke sind Fotoausstellungen

zu sehen, sei es drinnen – in Museen oder

Geschäften – oder draussen – in Parks oder

an Hausfassaden.

Vevey versteht sich als «ville d’images».

Neben dem Festival gibt es auch das CFPV,

die bekannteste Fotoschule der Schweiz.

Schon länger plante die von der Stadt Vevey

unterstützte Stiftung ‹Images Vevey› einen

dauerhaften Ausstellungsort zu eröffnen. Vor

etwas mehr als einem Jahr war es so weit! Der

Espace Images Vevey befindet sich direkt am

Bahnhof im ersten Stock des Gebäudes. Dort

werden drei- bis viermal im Jahr kostenlos

temporäre Fotoausstellungen angeboten. Die

Räumlichkeiten sind geräumig und geschmackvoll

renoviert: Es handelt sich um ehemalige

Eisenbahnerwohnungen – eine Geschichte,

die zur Bezeichnung des Ortes geführt hat:

‹L’Appartement›. Spürbar ist der Wunsch der

Organisatoren, auf dieser intimen Ebene zu

spielen: Das Publikum entdeckt die Fotoausstellungen

im «Salon», im «Korridor» oder

im «Schlafzimmer», und in der ehemaligen

Küche sind die Kasse und die Buchhandlung

zu finden. Diese einzigartige Raumaufteilung

ermöglicht es, mehrere kleine Ausstellungen

und Künstler:innen unter ein Dach zu bringen.

Derzeit sind vier kleine Ausstellungen zu sehen,

die alle mit dem diesjährigen Festivalthema

‹Together – La vie ensemble› in Verbindung

stehen. So wurde die Niederländerin Bertien

van Manen eingeladen, ihre zwischen 2002

und 2005 entstandene Fotoserie ‹Give me your

image› im Salon auszustellen: Die zahlreichen

Reisen der Fotografin durch Europa, auf denen

sie bei Freund:innen und Bekannten wohnte,

führten zu diesen intimen Stillleben-Fotogra-

64 Kunstbulletin 11/2022


fien, die Details aus der Wohnung archivieren

(kleine Ecken, Gegenstände, Fotos …). Die Bilder

wirken, als wären sie «gestohlen» worden, was

die Betrachtenden in die Position von Voyeuren

versetzen kann.

Neben Arbeiten der Amerikaner:innen Carmen

Winant und Alec Soth ist ‹Your Views› der englischen

Künstlerin Gillian Wearing zweifellos

das Hauptwerk der aktuellen Präsentation. Mit

diesem 2013 initiierten Videoprojekt lud die

Künstlerin Menschen auf der ganzen Welt ein,

die Aussicht zu filmen, die sie von ihren Fenstern

aus haben. Das partizipative Werk erhält in

der heutigen Zeit, nach zwei Jahren Pandemie,

eine besondere Bedeutung. Und es fällt schwer,

die hypnotische (fast dreistündige) Abfolge von

Fensteransichten zu verlassen. IDL

Bertien van Manen · Give me your image,

Toulouse, 2003, Fotografie

Johanna Bruckner

Wien — ‹Boynciana› betitelt Johanna Bruckner

(*1984, Wien) die Ausstellung mit neuen

Werken, die sich um Themen hybrider Körperkonzepte

im Transhumanismus dreht. Den

Begriff Boynciana findet man so auf keiner

digitalen Plattform, aber die Bandbreite an

Vorschlägen reicht von einem seltenen Storch

(Boyciana) über einen italienischen Fotografen

(Bonciani) bis zu einem asiatischen Steakhouse

(Boy’n’Cow) oder natürlich zu Beyoncé, der

Pop-Ikone. Die Verwischung unterschiedlicher

abstrakter Körperwelten und nicht-normativer

Realitäten liegt auch dem mehrschichtigen

Ansatz von Bruckners digitalen Arbeiten zugrunde.

In ihrem neuesten Video ‹Along Tissue,

a Leap, Passing› zeigt die Zürcher Künstlerin,

wie der «toxische Körper zu einem Ort wird,

an dem sich soziale, ökologische und algorithmische

Dynamiken verhandeln lassen», so die

Presseinformation. Es geht um den Einfluss

chemischer Verbindungen auf menschliche und

nicht-menschliche Entitäten, deren potenziell

entgrenzende Wirkung sich in unserem Verhalten

im Alltag niederschlagen. Immersivität,

das Ineinanderfliessen von queeren Strukturen

und sexuellem Begehren sind weitere Anknüpfungspunkte

der Medienkünstlerin. Die Ausstellung

ist Teil des Kooperationsprogramms

mit dem Erste Bank MehrWert-Kunstpreis, der

dieses Jahr an Bruckner ging. PG

Gillian Wearing · Your Views, 2013, Farbvideo

mit Ton, 162’40’’, Courtesy Maureen Paley,

London, Tanya Bonakdar Gallery, NY, und Regen

Projects, LA

→ L’Appartement, bis 13.11.

↗ www.images.ch/fr/espace-images

Johanna Bruckner · Boynciana, Ausstellungsansicht

Das Weisse Haus, Wien, 2022.

Foto: Lea Sonderegger

→ Das Weisse Haus, bis 12.11.

↗ www.dasweissehaus.at

HINWEISE // NEUSS / VEVEY / WIEN

65


Richard Kennedy

Winterthur — Schrill, schräg und subversiv

sind die Arbeiten von Richard Kennedy (*1985).

In Kontrast dazu nimmt sich sein Name wie

ein ironisches Amalgam aus dem Vor- bzw.

Nachnamen zweier ehemaliger US-Präsidenten

aus. Dem Klischee, weisser Cis-Mann aus

gutbürgerlichem Haus, entspricht der Afroamerikaner

jedenfalls ebenso wenig wie seine

knallbunte Kunst. Bereits der Auftakt der

Schau provoziert: Auf dem Boden steht ein

monumentales Dreieck, darauf eine schwarze

Schaufensterpuppe und unter einer Glasvitrine

bemalte Stiefel mit der Aufschrift «Gay».

Darüber schwebt eine an der Decke montierte

Webarbeit, die sich aus Streifen zerschnittener

Malereien zusammensetzt, die Kennedy in ein

Sportnetz gewoben hat. Noch am Eröffnungsabend

dienten einige ausgestellte Arbeiten als

Requisiten der Klang- und Gesangs-Performance

‹Dread/Rest›, die der Künstler mit seiner

fünfköpfigen Crew aufgeführt hat. Nun sind

sie zu Kunstwerken avanciert, ihre szenische

Verwendung Vergangenheit. Während die

dreieckige Bodeninstallation mit dem Glitzer-

Glamour-Touch an eine extravagante Tanzfläche

gemahnt, weckt die androgyne Puppe

in gewagter Latex-Kleidung und befestigtem

Reifrockgerüst mit aufblasbaren Kunststoffmaschen

Assoziationen an ein Kostüm für einen

Pride-Anlass. Der Schmuck aus Dreadlocks

und Federn indes, der ihrem Kopf aufgesetzt

ist, könnte einer ethnologischen Sammlung

entstammen. Das, was uns Kennedy hier zeigt,

ist ein Konglomerat kultureller Versatzstücke:

‹tbt›, so der Name der Arbeit, vereint exotische

Haarpracht mit viktorianischer Ballkultur und

aufreizendem Stripperkostüm. Hier geht es um

Transgression, um das Aufbrechen kultureller,

modischer und geschlechtlicher Grenzen sowie

letztlich um einen ungezwungenen Umgang mit

kultureller Aneignung.

Das Faible des Künstlers, europäische Traditionen

in den Dienst der queeren afroamerikanischen

Erfahrung zu stellen, zeigt auch die

auf einen Sockel gestellte Büste ‹Prophetess›

neben dem Eingang zum Seitenlichtsaal: Durch

die ausgestreckte Zunge konterkariert der

keinem spezifischen Geschlecht zuzuordnende

Gipskopf mit den afrikanischen Gesichtszügen

die westliche Tradition der Büste, die gewöhnlich

das hehre Antlitz einer berühmten Person

trägt. Weniger in Abgrenzung als vielmehr in

Analogie zur westlichen Tradition lesen sich die

leeren Kasernenbetten im Seitenlichtsaal. Im

musealen Kontext werden die rohen Gerüste zu

Readymades, die zusammen mit dem Ausstellungstitel

‹Awake in a Nightmare› Assoziationen

an ein Gefängnis oder an Militärbunker wecken.

Auf diese Weise konterkarieren sie die leuchtende

Fröhlichkeit der ungegenständlichen

Malereien an den Wänden.

Auch wenn Kennedys Kunst dazu anregt, über

gesellschaftlich relevante Themen nachzudenken:

Konkrete politische Aussagen sind

ihr keine zu entnehmen. Stattdessen müssen

seine exzentrischen Arbeiten als Vexierspiel

mit offenem Ausgang gelesen werden. GB

Richard Kennedy · Awake in a Nightmare, 2022,

Ausstellungsansicht Kunsthalle Winterthur

Richard Kennedy · The War of the Rosé,

2021, Acryl auf Leinwand, Sportnetz, ca.

270 x 420 cm, Courtesy Peres Projects, Berlin

→ Kunsthalle Winterthur, bis 14.11.

↗ www.kunsthallewinterthur.ch

66 Kunstbulletin 11/2022


To Watch the War

Winterthur — Seit Februar schaut die Welt auf

den Osten der Ukraine, wo nach dem Einmarsch

der russischen Armee bis zum heutigen Tag

gekämpft wird. Die Ausstellung in der Coalmine

in Winterthur blickt in dieselbe Richtung und

bietet trotzdem eine eigene Perspektive.

Der Krieg in der Ukraine wird nicht nur mit

Gewehren, Panzern und Artillerie geführt.

Wichtige Waffe ist das Smartphone und die

darin verbaute Kamera. Videos kursieren auf

Social-Media-Plattformen und Messengerdiensten,

und noch bevor ein Offizier, ein:e

Kriegsexpert:in oder eine Zeitung das Geschehene

einordnen kann, haben es schon Tausende

Menschen auf ihrem Bildschirm; direkt,

roh und rücksichtslos. Die Wirkungsmacht

des bewegten Bildes zeigen die in der Ukraine

lebenden Kuratoren Olexii Kuchanskyi und Oleksiy

Radynski zusammen mit Annette Amberg

in der Ausstellung ‹To Watch the War – The

Moving Image Amidst the Invasion of Ukraine

(2014–2022)› in der Coalmine.

Anhand von 21 Videoarbeiten ukrainischer

Künstler:innen zeichnen die Kuratierenden

die Geschehnisse in der Ostukraine nach. Die

Ausstellung umfasst den Zeitraum von beinahe

zehn Jahren ab 2013, kurz vor der russischen

Annexion der Halbinsel Krim, und endet mit

dem Ausbruch des «Great War».

Bewegt man sich durch die Räume der Coalmine,

so beschleicht einen ein Gefühl der

Überforderung. An den weissen Wänden hängen

Bildschirme, davor stehen Holzhocker. Sie

laden ein, sich einen Kopfhörer zu greifen und

in die Arbeiten einzutauchen.

Neuere und experimentelle Werke bedienen

sich zumeist Found Footage, die auf YouTube

oder auf Messengerdiensten zirkulieren,

und kombinieren diese mit digital erzeugten

Figuren. Dem gegenüber werden im ruhigen

Dokumentationsstil Geschichten erzählt,

beispielsweise aus der Hafenstadt Mariupol

und von ihren Anwohnern. Während die Kamera

langsam über das Asowsche Meer schwenkt,

liest man im Untertitel die Übersetzung der

ukrainischen Erzählstimme: «Seemine».

Entgegen dem Umgang mit unseren Smartphones,

auf denen unangenehme Bilder mit

einem Wisch verschwinden, gibt es in den fensterlosen

Räumen der Coalmine kein schnelles

Entrinnen vor den schweren Inhalten. Klar, als

Besucher:in entscheiden wir selbst, welche

Arbeiten wir genauer anschauen wollen. Doch

die Videokünstler:innen ziehen uns mit ihren

Arbeiten unweigerlich in Bann, sodass wir bereit

sind, uns den Bildern und Geschichten zu

stellen. Die Ausstellung wird in ihrer Fülle auch

zu einem facettenreichen Archiv zu den Geschehnissen

in einem Land, das bis vor Kurzem

in unseren Breitengraden wenig Beachtung

fand. Dominik Rogenmoser im Rahmen von CAS

Schreiben in Kunst und Kultur, ZHdK, 2022.

Dana Kavelina · Letter to a Turtledove, 2020

Andriy Rachynsky & Daniil Revkovsky ·

Sky.Invasion, 2022

→ Coalmine, Raum für Fotografie, bis 18.12.

↗ www.coalmine.ch

HINWEISE // WINTERTHUR

67


Melting Pot

Yverdon-les-Bains — Unter dem auch metaphorischen

Begriff laufen nicht weniger als 38

Keramikausstellungen in der Romandie. Anlass

war der im September in Genf abgehaltene

Kongress der Internationalen Keramikakademie,

die dort 1952 entstand. Die im Centre d’art

contemporain Yverdon-les-Bains/CACY und

im Musée Yverdon et région/MYR wurde von

der Künstlerin und Keramiklehrerin Patricia

Glave für die waadtländische visarte mit dem

Untertitel ‹ou comment changer du plomb en

or› kuratiert. Sie ist insofern einzigartig, als

dass sie eine allgemeine Kunstszene ausleuchtet.

Gerade so vermag sie zu verdeutlichen,

wie innovativ und inhaltsreich der Griff unter

anderem zu Keramik für Kunstschaffende

unterschiedlichster Ausbildung in den letzten

Jahren geworden ist – eine globale Tendenz!

Im CACY sind zwanzig Positionen zu sehen, die

mit «archaischen» oder Hightech-Verfahren

sowie alltäglichen und künstlerischen Verwendungen

von Keramik heraus zu (kunst-)

philosophischen Gedanken anregen. Berückend

eröffnet die von Sandrine Pelletier

(*1976) bearbeitete Stellwand gegenüber dem

Eingang diese Spannungsfelder. Um das in eine

Tontafel eingravierte Textfragment ‹Le cendre

hésite entre feu et poussière› des afrikanischen

Dichters Noël X. Ebony (ca. 1950–1986) hat

sie die Wand so mit handgefertigten Kacheln

überzogen, dass diese, statt für pflegeleichte

Beständigkeit zu sorgen, teils schon wieder

zu Boden gebröckelt sind. Dass sich Warten

in der Kunst bisweilen auszahlt, beweisen die

süssen Figürchen von Keiko Machida (*1976),

die sie während des Trocknens, Brennens

und Kühlens grösserer Werke modelliert hat.

Wie belebend für viele Keramikschaffende

die Naturbegegnung ist, zeigt Laure Gonthier

(*1983) mit den für Glasuren «eingeäscherten»

Pflanzen, die sie auf einem Papier über einem

Lautsprecher zu kaum hörbaren Tonaufnahmen

vom Wachstums ort tanzen lässt. Und Christian

Gonzenbach (*1975), der flüssiges Aluminium

in eingemauerte Vasen leerte, sodass das

Metall beim Abkühlen und Festwerden zu

floralen Gebilden hochschoss, thematisiert das

Miteinander von Kontrolle und Zufall bei allem

plastischen Schaffen, das materielle Transformationsprozesse

impliziert.

Im MYR fragt Guillaume Pilet (*1984) ausser -

dem, wie museale Szenografie unsere Wahrnehmung

von Objekten prägt – seien es

wertvolle antike Amphoren oder trivialer

Schnickschnack. So hat er Behälter und andere

Tonfiguren aus der Sammlung und aus seiner

Hand auf Sockeln wie zu einer grossen Revue

gruppiert. Und mit allen sympathisieren wir

plötzlich, schreiben ihnen Charaktere und

Identitäten zu, als wären sie Individuen unserer

Gattung! KHO

Sandrine Pelletier · Melting Pot, Ausstellungsansicht

CACY 2022. Foto: Emile Barret

Guillaume Pilet · Melting Pot, Ausstellungsansicht

MYR 2022. Foto: Emile Barret

→ Centre d’art contemporain und Musée

Yverdon Région, bis 6.11.

↗ centre-art-yverdon.ch

↗ musee-yverdon-region.ch

68 Kunstbulletin 11/2022


Richard Gerstl

Zug — Bei jeder Begegnung mit Richard Gerstl

(1883–1908) berührt die Jugendlichkeit des

Künstlers aufs Neue: Mit 15 wird er in die Akademie

aufgenommen. Mit 25 bereits scheidet

er, nach der Affäre mit Arnold Schönbergs

Frau Mathilde, durch Freitod aus dem Leben.

In knapp fünf Jahren entwickelt er ein einzigartiges

malerisches Können, das die enorme

Spannweite zwischen spätem Impressionismus

und einer Vorwegnahme der (Wiener) Aktionskunst

der 1960er durchmisst. Gerstl war

als wacher und sensibler Geist hochgebildet,

belesen und informiert über die aktuellsten

Kunstströmungen, denen er in der Secession

begegnen konnte. Die Schau in Zug, wo sich – in

der Stiftung Sammlung Kamm – der grösste

Gerstl-Bestand ausserhalb Wiens befindet,

bietet erstmals seit rund dreissig Jahren in der

Schweiz einen umfassenden Überblick über

das Schaffen des Künstlers. Sie wartet mit den

entscheidenden Hauptwerken auf – angefangen

bei den frühen Selbstporträts, darunter

der Halbakt auf blauem Grund des knapp

Zwanzigjährigen, bis zum Selbstbildnis als Akt,

entstanden 1908, kurze Zeit vor seinem Tod.

Wir begegnen den teils in expressivem und in

jeder Beziehung radikalem Duktus gemalten

Gruppen- und Einzelbildern der Familie und

Freunde Schönbergs, aber auch den am Traunsee

entstandenen Landschaften sowie zwei der

seltenen Selbstporträt-Zeichnungen.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit

dem Leopold Museum in Wien, das sie 2020

zeigte. Wegen Corona musste das Kunsthaus

Zug sie auf 2022 verschieben. Während das

Leopold Museum Gerstls Werk einbettete in

sein damals aktuelles Umfeld, so fragt Zugs

Kurator Matthias Haldemann nach der Bedeutung

dieses Werkes als Inspirationsquelle vor

allem für die Wiener Avantgarde der 1960er,

deren körperbetonte Aktionskunst teils direkt

an Gerstl anschliesst. Vor allem Otto Muehl ist

da vertreten – mit Materialbildern der 1960er-

Jahre, aber auch mit ganz direkten malerischen

Bearbeitungen einzelner Gerstl-Motive und

mit einem Film von Terese Schulmeister, zu

dem er das Drehbuch schrieb. Zu sehen sind

überdies drei ‹Schüttbilder› von 2020, die

Hermann Nitsch vor seinem Tode am 18. April

dieses Jahres noch für Zug bereitgestellt hat.

Gewichtig ist auch Günter Brus vertreten – mit

einem Video und Fotodokumentationen seiner

Aktionen. Mit Gerstl setzen sich auch Georg

Baselitz und Adrian Schiess auseinander. Weitere

Künstler:innen: Martha Jungwirth, Arnulf

Rainer, Herbert Brandl, Theo Altenberg. NO

Richard Gerstl · Gruppenbild mit Schönberg,

1908, Öl auf Leinwand, 169 x 110 cm,

Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm

© ProLitteris

Otto Muehl · Schönberg Familienbild, 1988,

Öl auf Leinwand, 150 x 160 cm, Privatbesitz,

Courtesy Konzett Gallery © ProLitteris

→ Kunsthaus Zug, bis 4.12.

↗ www.kunsthauszug.ch

HINWEISE // YVERDON-LES-BAINS / ZUG

69


Queer Trust

Zürich — Anders als in der Prozesskunst der

1960er-Jahre, welche die Entstehung hauptsächlich

des Kunstwerks sichtbar machte,

schliesst das kuratorische Verständnis

prozessbasierter Kunst von Philipp/Phila

Bergmann und Thea Reifler die Organisation

der Ausstellung und die Ausstellung als bewegliches

Medium mit ein. Die beiden, die seit

2020 die Shedhalle in Zürich leiten, sprechen

deshalb auch von «prozessbasiertem Ausstellungsmachen»,

bei dem vieles bis zuletzt

ungewiss bleibt: «Wir fragen in der Regel keine

fertigen Werke an, sondern bieten Kunstschaffenden

den Raum, diese zu entwickeln, und

dem Publikum verschiedene Möglichkeiten,

mit den Werken und den Kunstschaffenden in

Kontakt zu kommen.» ‹Prozessbasiert› gründet

also auf Austausch. Das erfordert Vertrauen,

was in der aktuellen Protozone ‹Queer Trust›,

einer multimedialen Gruppenschau mit Live-

Elementen, thematisiert wird.

Der Begriff ‹queer› weist dabei über die Frage

von sexueller Orientierung und Geschlecht

hinaus und bezieht sich auf Handlungen

jenseits normierter Abläufe, welche die Arbeit

in Institutionen und die Beziehungen zwischen

Menschen häufig strukturieren. Am Eröffnungswochenende

fand an zwei Tagen eine

mehrstündige Performance von Choreograf:in

und Live-Künstler:in Dana Michel statt. Gekleidet

in schlotternde Anzughosen und Hemd, die

langen Socken halb von den Füssen gestreift,

bewegte sie sich scheinbar absichtslos durch

den Raum. Sie schlurfte, robbte oder zog sich

kauernd über den Boden und interagierte dabei

mit einem Staubsauger oder architektonischen

Elementen. Bisweilen verweilte sie in spastisch

anmutenden Bewegungen, die sich als reflektierende

Navigationsmethode erweisen. Nach

jeder Regung musste sich der Körper orientieren

und aufkommende körperliche Frustration

durch Vertrauen in die nächste Bewegung

überwinden. Wer die Live-Performances

verpasst hat: In der Ausstellung ist ein Video

einer ähnlichen Performance von Dana Michel

zu sehen.

Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė hingegen

zeigen mit ‹Leave No Trace (Athens) I–VIII› eine

räumliche Installation aus in Metallrahmen

gespannten und bedruckten Chiffon-Textilien.

Je nach Blickwinkel erscheinen oder verschwinden

in den transparenten Flächen Bilder

von Performance-Dokumentationen. Die Arbeit

verweist auf die Komplexität von Gedächtniskonstruktion:

Erinnerungen werden vom Gehirn

bei jedem Aufrufen verändert zusammengesetzt.

Es stellt sich somit die Frage, inwiefern

man eigenen Erinnerungen isoliert trauen

kann. SME

Dana Michel · The Schenectady Report,

2022, Performance, Shedhalle Zürich.

Foto: Carla Schleiffer

Dorota Gawęda & Eglė Kulbokaitė · Leave No

Trace (Athens) I–VIII, 2022, Aluminium, Holz,

Digitaldruck auf Chiffon, je 110 x 200 cm; Votive

Flowers (I–VI), 2022, Edelstahl, Plastikblumen

mit Glasfaseroptik. Foto: Carla Schleiffer

→ Shedhalle, bis 4.12.

↗ www.shedhalle.ch

70 Kunstbulletin 11/2022


Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger

Zürich — Wo man hinschaut, sieht man Brote.

Brotlaibe, Brotstangen, fliegende Weggli oder

Karawanen von «Totenbeinli», jenes harte Süssgebäck,

das wir in den Tee dippen, wenn wir bei

den Grosseltern eingeladen sind. Überdacht

wird die Installation von einem riesigen Mobile,

das durch getrocknete Brotscheiben in Balance

gehalten wird. Unter ihm ein wilder Garten aus

Brotarrangements, Weizenähren, gusseisernem

Grabschmuck und Knochenresten. Mit abwechselnder

Leichtigkeit, Witz, Ernsthaftigkeit und

strategischer Übersteigerung illustrieren die

Kunstschaffenden Gerda Steiner (*1967) und

Jörg Lenzlinger (*1964) im Friedhof Forum Sihlfeld

in ihrer geübten poetischen Handschrift

jene Geschichten, welche die Themenfelder

des Sterbens und der Nahrungsaufbereitung

vom Weizen verbinden. Darunter befinden sich

Geschichten aus der nordischen Mythologie,

Inszenierungen von kulturellen Praktiken in

der Schweiz und anderswo und persönlichen

Erinnerungen von Steiner & Lenzlinger. Auf den

Tischen treffen sich Objekte aus der Sammlung

des Friedhofs und dem persönlichen

Fundus des Duos und verschmelzen zu neuen

Skulpturen. Manche sind mit gefundenen oder

erfundenen Texten und Titeln kommentiert, wie

«Trauer-Anzeige für den Kollegen Brotlaib» aus

dem Jahr 1917, «Das Brot, das fehlt» oder «Mumifizierter

Brotkopf aus der Innenschweiz».

Die Ausstellung ‹Tod – unser täglich Brot›

im Friedhof Forum gleich beim Eingang des

Zürcher Friedhofs Sihlfeld ist eine Erinnerung

an die Alltäglichkeit der Vergänglichkeit. Die

Ausstellung ist stark von der bisherigen künstlerischen

Praxis und Recherche von Steiner &

Lenzlinger beeinflusst. Eine bekannte Arbeit ist

‹Namida›. Dafür sammelte das Duo 2012 für die

Ausstellung ‹Power Sources› im japanischen

Mito Tränen von Besucher:innen. Eine mikroskopische

Darstellung der salzhaltigen Augenflüssigkeit

wurde für das Friedhof Forum auf

textile Taschentücher gedruckt, die wiederum

Auffangstationen für zukünftige Tränen sein

können. Somit schliesst sich der Kreislauf

eines emphatischen Annäherungsversuches an

die Emotionen rund um den Tod, angereichert

mit der wissenschaftlichen Neugier, die Thematik

im Detail verstehen zu wollen.

Man kann ihre Arbeit als ironischen Kommentar

zum modernen Verständnis unserer Gesellschaft

lesen, alles verstehen zu wollen, oder als

poetischen Ausdruck der nie endenden Suche

nach Antworten. Beides trifft zu. Die Schönheit

an der Arbeit von Steiner & Lenzlinger ist das

Chaos, das sie säen. Wer in die Räumlichkeiten

des Friedhof Forums Sihlfeld tritt, braucht erst

einmal einen Moment, um das üppige Bild zu

verdauen und sich mit den Eindrücken auseinanderzusetzen.

Am besten gelingt das mit

einem Spaziergang durch die beeindruckende

Grünanlage des Friedhofs gleich im Anschluss.

Linda Walter im Rahmen von CAS Schreiben in

Kunst und Kultur, ZHdK, 2022

Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger · Tod – unser

täglich Brot, 2022, Friedhof Forum Sihlfeld,

Rauminstallation, Detail

→ Friedhof Forum Sihlfeld, bis 13.6.

↗ www.stadt-zuerich.ch

(suche: Steiner Lenzlinger)

→ ‹Steiner & Lenzlinger – Copain›, Mühlerama

Zürich, bis 16.6. (→ S. 40–43)

↗ www.muehlerama.ch

HINWEISE // ZÜRICH

71


Wind und Wetter

Zürich — Das Wetter bietet eine unerschöpfliche

Fülle an Diskussionsstoff und hilft über

manche Lücken im Smalltalk hinweg. Dasselbe

Wetter wird aber auch akribisch beobachtet

und notiert, wie die mit Originalexponaten aus

der Sammlung der Zentralbibliothek bestückte

Ausstellung ‹Wind und Wetter› in der Schatzkammer

im Predigerchor aufzeigt. Der chronologisch

aufgebaute Rundgang beginnt mit einem

Bericht zur Landwirtschaft aus der Römerzeit,

lässt uns teilhaben an einer illustrierten Pergamenthandschrift

aus der Klosterbibliothek

Rheinau mit milden Wintern im 13. Jahrhundert

und führt uns in die Gegenwart, wo wir zur

Kenntnis nehmen müssen, dass die Jahrestemperatur

im Kanton Zürich 1996 zum letzten

Mal unter dem langjährigen Mittel lag. Mit

dem Zürcher Universalgelehrten Johann Jakob

Scheuchzer (1672–1733) hielt die instrumentelle

Wettererfassung samt barometrischen

Höhenmessungen Einzug in der Schweiz. Er

zeichnete auch mithilfe eines damals neuen

Mikroskops 100 Schneeflocken in poetischer

Detailtreue. Im 19. Jahrhundert wurden dann

mehrere ganzjährig bemannte Wetterstationen

eingerichtet, so auch auf dem Säntis. Ein zeitgenössischer

Kurzfilm bringt uns schliesslich

zur ‹Seegfrörni› von 1963, der vorerst letzten in

einer langen Reihe. Es gibt viel zu entdecken

in diesen alten Dokumenten. TS

Joan Hernández Pijuan

Zürich — Möchte man das Innenleben eines

buddhistischen Mönches darstellen, dann

würden Bilder, wie der Katalane Joan Hernández

Pijuan (1931–2005) sie schuf, vor unseren

inneren Augen aufscheinen: karg, monochrom,

weit und lichtvoll. Mit Kohlestift gezeichnete

archaische Zeichen, Ornamente und Gitterstrukturen

herrschen vor, zuweilen sind Kürzel

mit dem Pinsel auf zartes Papier gesetzt,

oder der Bildgrund wird von einem rudimentär

dargestellten Baum belebt. Andernorts

definiert ein ockerfarbener Binnenrahmen

einen weissen, einfarbig anmutenden Bildraum

und suggeriert ein Fenster mit Blick auf

eine Landschaft. Pijuan war inspiriert von der

herben Schönheit Kataloniens; vom leeren, nur

von einzelnen Bäumen durchsetzten Land und

vom Himmel; ebenso von Bodenstrukturen als

Folge extensiver Bewirtschaftung. In monochromen

Farbüberlagerungen verschränken

sich Erinnerungen an diese Umgebung mit Ornamenten

von maurischen Bauten. Horizontale,

eng gesetzte Zickzackschraffuren im grossformatigen

Ölbild ‹Ornamental Sobre Siena›, 1993,

erfüllen etwa die Galerie Andres Thalmann mit

wellenartigen Vibrationen und leuchtenden

Ockergelbtönen. Die Schau offenbart, dass die

minimalistisch anmutenden Werke Pijuans

poetische Beschwörungen einer Ur-Landschaft

sind, die in uns allen noch schlummert. DvB

Herrliberg Wipkingen, Hagel in Herrliberg und

Unwetter mit Feuer in Wipkingen im Juni 1586

→ Schatzkammer der Zentralbibliothek Zürich,

bis 9.12. ↗ www.zb.uzh.ch

J. Hernández Pijuan · Ornamental sobre siena,

1993, Öl, Leinwand, 145 x 200 cm © ProLitteris

→ Galerie Andres Thalmann, bis 19.11.

↗ www.andresthalmann.com

72 Kunstbulletin 11/2022


Valentin Hauri und Rhea Myers

Zürich — It takes two to tango? Manchmal

braucht es die vergleichende Betrachtung

zweier gegensätzlicher Positionen, um sie

wiederum einzeln zu entschlüsseln. Im

Kunstverein Last Tango am Sihlquai begegnen

sich derzeit Valentin Hauri (*1954, Baden) und

Rhea Myers (*1973, UK) und präsentieren eine

zunächst ästhetisch unerwartete Gegenüberstellung.

16 Ölbilder von Hauri sind im Ausstellungsraum

neben vier Reproduktionen der NFT-

Serie ‹Tokens Equal Text› von Rhea Myers – auf

Bildschirmen und als Siebdrucke – im Dialog

zueinander arrangiert. Beim Eintreten fällt der

Blick auf eine tiefblau gestrichene Eckwand,

die als verbindende Rahmung der beiden

künstlerischen Positionen die Suche nach Zusammenhängen

evoziert. «Bust of Apollo, Neon

Pink Grid, Sand Dunes Stretching Away, Cyan/

Navy Blue Gradient» lässt sich auf einem Bildschirm

in jeweils vier unterschiedlich farbigen

Zeilen lesen. Auch die anderen Reproduktionen

der NFT-Serie von Rhea Myers folgen einem

identischen formalen Muster. Die scheinbar

zusammenhanglosen Textfragmente wecken

kurze gedankliche Bildschnipsel – «Yellow

Sports Car» –, die mit dem Lesen der nächsten

Zeile – «Phosphor Green Grid» – sofort wieder

durch neue Assoziationen verwischt werden.

Rhea Myers nutzt Blockchain einerseits als

Medium für ihre Kunst und macht sie zugleich

auch zum Inhalt ihrer Arbeiten. Als «Rare Art»

sind digitale Editionen auf der Grundlage von

Blockchain-Token zum Ausdruck des Eigentums

von Werten geworden, durch deren technologische

Mechanismen Marktwert und Einzigartigkeit

bestimmt werden. In die nüchterne

Darstellung der Tokens trägt Myers diverse

konzeptuelle Ebenen hinein, die einer systematischen

Verschlüsselungsmethode folgen

und durch deren Verknüpfung sie Aspekte der

Originalität und des Eigentums digitaler Kunst

hinterfragt. Die formalen Bedingungen der

Darstellungen sind jedoch durch die einzelnen

Prozessschritte bis ins Unkenntliche getrieben,

sodass sich das ästhetische Resultat kaum

mehr entschlüsseln lässt.

Ebenso wie das Verfahren von Myers durch

ein Algorithmus-Protokoll bestimmt ist, folgt

Valentin Hauri seit einigen Jahren in seiner

Arbeitsweise einer strikten Formel. Für die Entstehung

der Bilder ist jeweils nur ein Versuch

vorgesehen. Alle Ölgemälde sind auf Leinwände

mit einem 10:9-Verhältnis gemalt. Er arbeitet

nach der Technik «alla prima» – wet into

wet –, die keine späteren Korrekturen zulässt.

So erstreckt sich am langen Ende des Ausstellungsraumes

eine weisse Struktur wie ein

heller Blitz über drei Leinwände. Der Titel der

Arbeit ‹Thunderstorm at Jennie Richee›, die als

Triptychon den Raum abschliesst, verweist auf

eine Serie des Künstlers Henry Darger. Dargers

Schaffen wird der Outsider Art zugeschrieben.

Referenzen auf Künstler:innen, die von gesellschaftlichen

Normen oder dem akademischen

Kunstbetrieb abweichen, finden sich in zahlreichen

weiteren Werken von Hauri. In seinen

Darstellungen sind jedoch jegliche figurativen

Elemente verschwunden, wie ausradiert aus

Szenen, in denen nun abstrakte Formen hervortreten.

Sowohl Myers als auch Hauri bringen

durch konzeptionelle Verschlüsselungsstrategien

Fragen von Authentizität, Identität und

Abweichung zur Sprache, ohne sich dabei auf

Körperlichkeit oder bekannte Narrative zu

beziehen. Der Entschlüsselungsprozess ihrer

Arbeiten wird zum Abtragen von Schichten,

hinter denen immer neue Ebenen hervortreten,

deren Ursprünge sich aber trotzdem nie gänzlich

offenbaren. Wiebke Wiesner im Rahmen

von MA Curatorial Studies, ZHdK, 2022

Valentin Hauri & Rhea Myers · Ausstellungsansicht

Last Tango, Zürich, 2022. Foto: Kilian

Bannwart

→ Last Tango, bis 13.11. ↗ www.lasttango.info

HINWEISE // ZÜRICH

73


BESPRECHUNGEN

Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau … — Weibliche Sicht

Anhand von Werken von rund vierzig Künstlerinnen nähert sich

die Gastkuratorin Elisabeth Bronfen im Aargauer Kunsthaus der

Kunstgeschichte der weiblichen Kreativität in formal-ästhetischer

Hinsicht. Befragt wird ihr Einfluss auf die Kunstströmungen

wie auch die Erinnerungskultur.

Aarau — Monografische Ausstellungen von Künstlerinnen liegen seit den letzten

Jahren im Trend. Ausgehend von der hauseigenen Sammlung bietet das Aargauer

Kunsthaus nun eine Übersichtsschau zum weiblichen Kunstschaffen der 1970erbis

1990er-Jahre. Der etwas irritierende Titel ‹Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau …›

versammelt eine breite Palette von Werken von Künstlerinnen von Louise Bourgeois

und Sonja Sekula über Heidi Bucher bis zu Rosina Kuhn, Cécile Hummel oder Muda

Mathis – der sogenannten zweiten Welle der Frauenbewegung. Ihre Dekonstruktionen

des «typisch Weiblichen» sind kategorisiert in Körperbilder, Interieurs, Selbstbildnisse,

Pop-Art und surreale Aspekte.

«Mit einem vom feministischen Diskurs um sexuelle Differenz geschärften Blick»

auf die Werke von Künstlerinnen beleuchtet die Kulturwissenschaftlerin Elisabeth

Bronfen als Gastkuratorin die Eigenart der schweizerischen Klassischen Moderne

und Postmoderne. Jenseits von normativen oder erotisch aufgeladenen Bildern des

«Frauseins» unter einem männlichen Blick werden so ungewohnte Bildwelten, konträre

künstlerische Arbeitsweisen und ihr ungeheurer Facettenreichtum durchforstet.

Der Rundgang wird mit beeindruckenden Fotoarbeiten des eigenen Körpers eröffnet:

Prominent wirken Hannah Villigers plastische Körperteile, Katrin Freisagers spärlich

bekleidete, selbstbewusst dreinschauende Frauenfiguren. Dazu gesellt sich Marianne

Müller, die sich als weibliche Junggesellenmaschine inszeniert. In krassem Gegensatz

zu dieser fulminant gefeierten Körperlichkeit verorten sich Visualisierungen

des sich auflösenden Körpers in atmosphärisch dichten Bildwelten. So in den fast

immateriell wirkenden Bildchiffren von Leiko Ikemura, die das Unsagbare formulieren.

Mit Inbrunst unterwandert Miriam Cahn typisch weibliche Selbstdarstellungen

in ‹Morgengrauen›. Ebenso Klaudia Schifferle, wenn sie sich im starken Doppelporträt

‹Fräulein Wunderbar› mit verzerrt wirkenden Gesichtszügen darstellt.

Eine Entdeckung ist Doris Stauffer, Mitbegründerin der F+F-Schule für Kunst

und Design 1971 und der Frauenbefreiungsbewegung (FBB) 1969. Ihre Assemblagen

und ihre «Hexenkurse» bildeten einen subversiven Kommentar zur damaligen eingeschränkten

weiblichen Lebenswelt. Damit übte und übt sie eine weitreichende Wirkung

auf nachfolgende Generationen aus. Dominique von Burg

→ ‹Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau …›, Aargauer Kunsthaus, bis 15.1. ↗ www.aargauerkunsthaus.ch

74 Kunstbulletin 11/2022


Katrin Freisager · Nadia, 1995; Pipilotti, 1995, Farbfotografien auf Aluminium, je 167 x 82 cm, Aargauer

Kunsthaus, Aarau / Depositum der Sammlung Andreas Züst. Foto: Zoe Tempest

BESPRECHUNGEN // AARAU

75


Gabi Fuhrimann — Blick zurück und nach vorne

Sie hat zeitlebens auf Holz gemalt. Ihr Markenzeichen: Frauenfiguren

in geometrisch gemusterten Kleidern, die im ähnlich

gerasterten Hintergrund verschwinden. Dass die Holztafeln oft

wörtlich zwei Seiten aufweisen, zeigt eine Hommage an die vor

einem Jahr verstorbene Künstlerin Gabi Fuhrimann.

Baden — Man muss in der Kunstgeschichte weit zurückgehen, um Kunstschaffende

zu finden, die so ausschliesslich auf Holz malten wie die Ennetbadenerin Gabi Fuhrimann

(1958–2021). Verwarf sie ein Gemälde, drehte sie den Bildträger um und schuf

auf der anderen Seite etwas Neues. Meist arbeitete sie gleichzeitig an verschiedenen

Werken, entwarf, korrigierte, zögerte, übte sich in Farbmustern. Diesem Findungsprozess

und dem skulpturalen Aspekt ihrer Werke wollte man Rechnung tragen. «Also

hängten wir nicht einfach Bild an Bild», sagt Kuratorin Claudia Spinelli vom Kunstraum

Baden, die zusammen mit Fuhrimanns Ehemann, dem Künstler Rolf Winnewisser,

die Ausstellung konzipierte. «Janusköpfige Bilder mit ihren zwei Gesichtern. Ein

Blick zurück und ein Blick nach vorne», beschreibt Winnewisser die Ausgangslage.

So lassen sich die rund dreissig auf Sockeln montierten oder teilweise hängenden

Doppelbilder wie Skulpturen umrunden. Ein schmales Holzbrettchen mit dem

titelgebenden Zitat ‹entre chien et loup› – die Redewendung meint den Zeitpunkt der

Dämmerung, wenn der Hund nicht mehr vom Wolf zu unterscheiden ist – hängt gleich

eingangs über der Schau. Spielt die Künstlerin damit auf eigene diffuse Unsicherheiten

beim Malprozess an, oder zitiert sie womöglich ganz einfach eine gleichnamige

Alain-Delon-Biografie? Denn auch wenn Fuhrimann die Kunstgeschichte als Inspirationsquelle

nutzte, so kannte sie keine Berührungsängste mit dem Trivialen: Walt-

Disney-Figuren, Gangsterfilme und Kinderwelten. So lässt sie etwa keck eine Füchsin

in Stiefeln und Trenchcoat die Gans aus dem bekannten Kinderlied stehlen. Eine

prächtige Farbtafel mit einer hinter Streifen verschwindenden Figur, von der lediglich

eine Hand und zwei Waden in Erscheinung treten, lässt tief blicken: Die Rückseite der

Tafel ist gespickt mit Bildzitaten berühmter Gemälde – Badende, Jägerinnen, Odalisken.

Verbirgt sich hier die tätige Kunstmalerin hinter den jahrhundertelang nur als

passive Modelle dargestellten Frauen? Auf einer Sperrholzplatte wiederum erkennt

man Farbproben, kleine Monotypien von Figuren und eine schwebende, grüne Schale.

Auf ihrer Kehrseite springt eine Frau in buntem Karomuster mit erhobenen Armen

förmlich aus dem Raster. Der fröhliche Anblick tut gut, bevor man in den Film von Max

Treier eintaucht, dessen Kamera ein letztes Mal über das mittlerweile leer geräumte

Atelier der Künstlerin streift. Zutiefst berührende Aufnahmen einer abwesenden und

doch so präsenten, einzigartigen Künstlerin. Feli Schindler

→ ‹Gabi Fuhrimann – Entre chien et loup›, Kunstraum Baden, bis 20.11.; Finissage mit Podium, 20.11.,

16 Uhr: ‹Wie sich Künstler:innen entscheiden› ↗ www.kunstraum.baden.ch

76 Kunstbulletin 11/2022


Gabi Fuhrimann · o. T., undatiert, Vorder- und Rückseite, Öl auf Sperrholz, 109,5 x 124,5 cm.

Fotos: Rolf Bismarck

BESPRECHUNGEN // BADEN

77


Mark Wallinger — Action Painting aus einer neuen Perspektive

Das Museum Langmatt zeigt erstmals in der Schweiz die aktuelle

Malerei Mark Wallingers und setzt so den Dialog zwischen

heutigen Positionen und dem Bestand französischer Impressionisten

fort. Gleichzeitig hat es sich einen cleveren Denker ins

Haus geholt, der mit den Mythen der Malerei an sich spielt.

Baden — Mark Wallinger (*1959, Chigwell), Biennale-Teilnehmer und Turner-Preisträger,

ist eigentlich für andere Arbeiten bekannt als die Art von Malerei, die aktuell

im Museum Langmatt zu sehen ist … Und, ist es denn überhaupt Malerei? Man

stutzt! Im Hauptsaal empfängt einen die Serie ‹Action Paintings›, für welche der

Londoner Künstler seine Hände in silberne Farbe eintauchte. Die «leuchtenden»

Gesten auf den schwarzen Leinwänden wirken ein wenig wie die Spuren freudiger

Kindergärtler:innen, die mit Fingerfarben auf eine Scheibe losgelassen wurden –

wenn auch «edeler» aufgrund der Grossformate, des Hell-Dunkel-Kontrasts. Zudem

spielt Wallinger mit Format und Symmetrien, indem er die Dimension der Leinwände

an seinem Körper und der Armlänge ausrichtete und sie bei der Arbeit gezielt drehte.

Technik und Material der ‹Proteus Paintings›, vordergründig abwechslungsreiche

polychrome Arbeiten im Format A1, sind ebenso spielerisch: Buntes Plastilin wurde

auf Gaze auf Holz aufgetragen. Im Lockdown mit beschränktem Platz habe er gemerkt,

dass Plastilin auch auf der Basis von Leinöl funktioniere, worauf es «kein Halten»

mehr gegeben habe, so Wallinger. Es entstanden vielfarbige Werke mithilfe von

Hitze und Terpentin. Mehr geknetet als gemalt, funktionieren sie in der prächtigen

Villa als Teil kontrastierender Seherfahrungen: Sie lassen sich etwa als Gegenstück

zu Monets impressionistischer Haltung lesen oder nehmen vermeintlich die detailreichen

Tapeten oder Aderstrukturen im Marmor auf …

Beide Serien sind, obwohl ohne Pinsel entstanden, für Grundfragen der Malerei

anschlussfähig. Eine solche wirft Wallinger gezielt hintersinnig auf, indem er die eine

Werkreihe mit der Tradition des Action Paintings verknüpft. Die Proteus-Serie lässt

gar die Frage nach der Rolle des Künstlers, speziell Malers als intuitiven «Schöpfer»

anklingen: Proteus ist antiker Meeresgott, aber auch titelgebend für ein Kapitel

in James Joyces Epos ‹Ulysses›, wobei es beim Gott ebenso wie im Text, vereinfacht

gesagt, um Fragen von Umformung oder Fantasie geht. Man sollte Wallinger, der als

kritischer «Konzeptkünstler» bekannt wurde, nicht unterschätzen: Wenn er die Arbeit

mit Plastilin im Katalog als «gute Art» von «Kunsttherapie» beschreibt, ist eine

gewisse Ironie herauszuhören. Da hinterfragt der ausgebildete Maler neben dem Medium

auch seine eigene Rolle und die des Künstlers – wobei der Grad der Kritik und

kritischen Reflexion in der Ausstellung nie ganz ablesbar wird. Adrian Dürrwang

→ ‹Mark Wallinger›, Museum Langmatt, bis 11.12. ↗ www.langmatt.ch

78 Kunstbulletin 11/2022


Mark Wallinger · Proteus Painting 10, 2021, Plastilin auf Holzfaserplatte, 84 x 59,5 cm © ProLitteris.

Foto: Damian Griffiths

BESPRECHUNGEN // BADEN

79


Earthbound — Mit Virtual Reality zu Erdverbundenheit

In ‹Earthbound – im Dialog mit der Natur› präsentiert das Haus

für Elektronische Künste internationale Kunstschaffende, die

mit Kunst und Wissenschaft an einer nachhaltigen Beziehung

zu unserem Planeten arbeiten. Technologien helfen, doch Wunder

vollbringen können auch sie nicht.

Basel — Eine Gruppe von Pflanzen empfängt uns beim Eingang. Sie sind nicht zur

Zierde hier, sondern um mit uns zu sprechen. Wenn wir sie berühren, übersetzen

Computerprogramme ihre Reaktionen in Klänge. Dass pflanzliche Organismen sensibel

sind, ist bekannt. Spannend an ‹Akousmaflore›, 2007, von Grégory Lasserre und

Anaïs met den Ancxt ist, dass ich mir übergriffig vorkomme, wenn ich die Blätter anfasse.

Erdverbundenheit, das zeigt der Auftakt in die Ausstellung zum Thema im HEK,

ist eine zwiespältige Angelegenheit.

Der Blick in die Sozialen Medien bestätigt den Befund. Wir sammeln und posten

unablässig Videos von Tieren. Wir verehren und missbrauchen sie gleichzeitig in belustigenden

Animationen. Melanie Bonajo lässt in ihrer filmischen Collage ‹Progress

vs. Sunsets – Reformulating the Nature Documentary›, 2017, Kinder solche Bilder reflektieren.

Die einfühlsamen Bemerkungen werfen trotz der poppigen Ästhetik ernsthafte

Fragen wie beispielsweise zu den Rechten von Tieren auf.

Vielleicht hilft die Virtual Reality, unser Verlangen nach der Verbundenheit mit

Tieren zu befriedigen, ohne dass wir sie dabei verletzen. In ‹The Jellyfish›, 2020, von

Mélodie Mousset und Eduardo Fouilloux können wir mittels VR-Brille problemlos mit

einem Medusen-Schwarm tauchen. Dabei bleiben wir nicht passiv, sondern aktivieren

die Geschöpfe mit unserem Gesang (nur keine Hemmungen!). Es ist eines der

wenigen unbeschwerten, poetischen Werke. Auch der ‹Atmospheric Forest›, 2020,

von Rasa Smite und Raitis Smits lässt uns zwar in die virtuelle Realität eines Waldes

eintreten; doch müssen wir hier lernen, dass der intensive Waldduft ein Krankheitssymptom

ist. Die Arbeit des litauischen Künstlerduos basiert auf wissenschaftlichen

Daten, die sie sinnlich vermitteln. Ähnlich gehen Sissel Marie Tonn und Jonathan

Reus vor. Sie nutzten die Datenbank des Niederländischen Meteorologischen Instituts,

damit wir in ‹The Intimate Earthquake Archive›, 2016–2022, von Gasbohrungen

verursachte Erdbeben am eigenen Leib erfahren können. An einer konkreten Lösung

arbeitet der Mexikaner Gilberto Esparza. Mit einem interdisziplinären Team entwickelt

er seit 2019 ‹Korallysis›. Diese kinetische keramische Struktur soll dazu dienen,

neue Korallenkolonien anzusiedeln. Ein Hauch Optimismus, doch Alexandra Daisy

Ginsberg führt uns in ‹The Substitute›, 2019, gleich wieder die Grenzen der Technologie

vor Augen: Ein ausgestorbenes Nashorn bleibt für immer verloren, auch wenn es

als lebensgrosses digitales Imitat vor uns steht. Meret Arnold

→ ‹Earthbound – Im Dialog mit der Natur›, Haus der Elektronischen Künste, bis 13.11. ↗ www.hek.ch

80 Kunstbulletin 11/2022


Mélodie Mousset · Edo Fouilloux, The Jellyfish, 2020, Screenshot aus VR-Installation

Rasa Smite & Raitis Smits · Atmospheric Forest, 2020, Screenshot aus VR-Installation

BESPRECHUNGEN // BASEL

81


Maude Léonard-Contant — Sprachgründe

Ein Boden aus Sand, eine Tischplatte aus Schiefer, Buchstaben

aus Holz, Gefässe aus Ton und Pflanzen. Maude Léonard-

Contant entwirft in der Ausstellung ‹Digs› im Kunsthaus Baselland

einen gleichsam mineralischen wie organischen Raum, in

dem Sprache lagert, sich formt und wieder verhallt.

Basel/Muttenz — Die Plots hängen über die Brüstung, rollen aus auf die Galerie.

Doch eine Handlung zeigt sich nicht. Buchstaben tauchen fragmentarisch auf zwischen

den Falten und Schichten des Papiers. Ein Layout wie ein Stück Land, so die

dritte Bedeutung von «Plot». Kleine blaue Lecksteine sind darauf verteilt und trainieren

die Zunge, die wir brauchen, um Wörter zu formen. Zunge und Sprache – im

französischen «langue» sind sie eins. Maude Léonard-Contant (*1979) weiss, was es

bedeutet, neue Sprachen zu lernen. Aufgewachsen im französischsprachigen Québec,

studierte sie in Montreal, das auch Tiohtià:ke oder Mooniyang heisst. Nach einem

Zwischenhalt in Glasgow kam sie in die Schweiz, wo sie ihre Zunge zuerst an

den Luzerner, dann an den Basler Dialekt gewöhnen musste. 2020 integrierte sie im

Kunstmuseum Luzern erstmals eigene Texte in ihr skulpturales Werk. Nun, im Kunsthaus

Baselland, schaffen Sprache und Material ihr künstlerisches Habitat.

Im ersten Raum erstreckt sich auf dem Boden eine Landschaft aus rotem Ölsand,

der sowohl an einen Sandkasten als auch an die tieferen Schichten des kanadischen

Waldbodens erinnert. Maude Léonard-Contant hat aus diesem Heimatgrund Worte

und Satzfragmente ausgegraben. Die Negativformen sind leer, als müssten sie

erst mit Bedeutung gefüllt werden. Im Verlaufe der Ausstellung wird die Künstlerin

die Grabungsstätte verändern, neue Funde zum Vorschein bringen und andere verschwinden

lassen. Im zweiten Raum haben die Buchstaben einen Körper, doch stehen

sie nicht im Verbund eines Wortes. Als Fries ziehen sie den Wänden entlang rund

um eine Tischskulptur, die Maude Léonard-Contant für die Schau entworfen hat. Wir

sind eingeladen, die Buchstaben, die uns über Kopfhörer vorgesprochen werden, mit

Kreide auf die schieferne Tischplatte zu schreiben. Geradezu körperlich können wir

dadurch die Entstehung von bekannten und fremden Wörtern nachvollziehen.

Im letzten Raum schliesslich fügen sich die Buchstaben und Worte zu Texten.

Aus Lautsprechern fallen die Szenen und Erinnerungen wie Tropfen in den Raum

und verklingen, während der Blick von der Liege nach draussen schweift. Säulen aus

schwarz-weissen Keramikelementen wachsen vom Boden bis durch die Glasdecke;

dazwischen strecken sich Winter-Schachtelhalme in die Höhe. Als Maude Léonard-

Contant auf diese urtümliche Pflanze in der Schweiz stiess, fühlte sie sich zuhause.

Ein Gefäss mit Kalkmilch und eines mit Tusche nähren die Entfaltung der Pflanze und

der Sprache, als wäre beides organisch miteinander verbunden. Meret Arnold

→ ‹Maude Léonard-Contant – Digs›, Kunsthaus Baselland, bis 13.11. ↗ www.kunsthausbaselland.ch

82 Kunstbulletin 11/2022


Maude Léonard-Contant · Digs, 2022, Ausstellungsansichten Kunsthaus Baselland

BESPRECHUNGEN // BASEL/MUTTENZ

83


Werner von Mutzenbecher — Essenzen dessen, was wir sind

Werner von Mutzenbecher ist Künstler. Und er ist ein Mensch,

der durch die Kunst das Menschsein zu vermitteln vermag. Der

ursprünglich aus Deutschland stammende Maler bringt eine authentische

Leichtigkeit wie auch eine Schwere – beide dem Leben

zu gleichen Teilen eigen – in seinen Werken zum Ausdruck.

Basel/Muttenz — «Ich bin Purist.» Werner von Mutzenbecher steht vor seinen

Kunstwerken, und es ist ihm anzusehen, dass er immer noch strotzt vor Schaffensdrang.

Der inzwischen 85-jährige Maler und Medienkünstler wehrte sich ausdrücklich

gegen den Begriff der Retrospektive für seine aktuelle Ausstellung im Kunsthaus

Baselland, die uns auf eine Reise von seinen frühesten Arbeiten aus den 1950er-Jahren

bis zu neuesten Werken führt. Für von Mutzenbecher ist die Schau vielmehr ein

Abbild dessen, wo er als Künstler steht – in der Welt und mit der Welt.

Werner von Mutzenbecher (*1937) wurde in Frankfurt am Main geboren und gelangte

schliesslich über Schlesien in die Schweiz. Schule und Kunststudium absolvierte

er in Basel, wo er später, von 1987 bis 2000, die Fachklasse für freies bildnerisches

Gestalten an der HGK leitete. Sein eigenes künstlerisches Schaffen bleibt

nicht unberührt von Themen, die aus Erfahrungen mit Krieg, Identitätssuche und

dem Dialog mit dem Idealen herrühren. Was ist unsere Vorstellung von Frieden?

Der Künstler vermag es, durch eine klare Formensprache, die einen so stringenten

wie konzeptuellen Charakter aufweist, und zugleich durch das Erzeugen geheimnisvoller

Bildatmosphären sowohl den Verstand als auch das Gefühl anzusprechen.

Bildkompositorische Konzepte, stets aus der Realität gegriffen, werden immer wieder

analytisch betrachtet, verworfen, wieder aufgegriffen und in einer intensiven

Dichte neu aufgebaut. Ein Parcours aus assoziativen, formalen und thematischen

Verbindungen, der den Anspruch auf Vollständigkeit überspringt, führt uns im hinteren

Teil des Kunsthaus Baselland zu den anfänglichen Bildern. Das ‹Totenzimmer› erscheint

in dunklen Schattierungen und in fast bedrohlicher Melancholie. Der Lebende,

der auf den toten Liegenden schaut, ist womöglich Werner von Mutzenbechers

eigener Doppelgänger. Das, was zwischen Leben und Sterben liegt, das Existenzielle,

ist deutlich spürbar und zieht sich durch das gesamte Werk des Künstlers.

Weiter lässt sich eine Bewegung ausgehend vom Figürlichen erkennen, dem er

sich langsam zu entziehen versucht – über energisches, abstraktes Action Painting

bis hin zu geometrischen, klaren Formen. «Mit der Figur habe ich immer gerungen»,

erzählt Werner von Mutzenbecher. Vielleicht auch um sie. Denn sie taucht immer wieder

auf. In seinen Bildern der 1980er-Jahre entstehen konstruierte Volumina, denen,

so scheint es, eine eigene, fast technische Logik innewohnt. Doch auch diese Bilder

sind keineswegs emotionslos. Vielmehr sind es ganz bewusste, innere Zustände, mit

denen der Künstler ans Malen heranging. Politische wie gesellschaftliche Diskurse

84 Kunstbulletin 11/2022


Werner von Mutzenbecher · Behälter, 1980er; Figur, 1990, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland

2022. Foto: Gina Folly

Werner von Mutzenbecher · Fadenkreuz diagonal vor Schachtel, 1989; Fadenkreuz, 1989; Silhouette,

1964, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2022. Foto: Gina Folly

BESPRECHUNGEN // BASEL/MUTTENZ

85


und Krisen beschäftigen ihn sehr. Dabei bezog er immer Position. Diese verarbeitete

er in seiner Malerei, welche er auch als psychomotorische Angelegenheit bezeichnet.

So entsteht eine Art Aura um seine Bilder – vor allem, wenn wir an Walter Benjamins

Definition derselben als «einmalige Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag»

denken. Etwas Metaphysisches schwingt jedenfalls mit in diesen grossflächigen,

in jeder Hinsicht vielschichtigen und räumlich wirkungsvollen Bildern, die häufig in

Grund- und Signalfarben angelegt sind.

Werner von Mutzenbecher bleibt jedoch nicht auf der Leinwand, oder auf dem

Zeitungspapier. Er zog in den 1970ern durch die Welt, mit einer analogen Super-

8-Kamera und mit einem Blick, der die Formen und Figuren von Rom bis New York auf

all ihre potenziellen Geheimnisse, den Raum, die Linie, den Körper hin untersuchte.

Sein analytisches Auge äusserte sich im Werk immer wieder in einem Hang zur Narration

und zur Überlagerung verschiedener Ebenen, die schliesslich die Verhältnisse

in den Dimensionen von Raum und Zeit zu verschieben vermögen. Was sehe ich?

Wer sieht mich? Plötzlich sind verschiedene Perspektiven möglich, andere Tempi und

Chronologien. Die Filme sind ein Spiel aus Arrangements und Fragmenten: Werner

von Mutzenbecher wird ein Meister des Bildes im Bild. Der Ausschnitt der Kamera

scheint begrenzt, und doch eröffnet er ganz ungeahnte Möglichkeiten, die den Horizont

der Imagination weiter werden lassen. Durch Performances des Künstlers vor

der Kamera bekommt der Körper auf einmal eine ganz neue Funktion.

Ines Goldbach, Direktorin des Kunsthaus Baselland, formuliert den Ansatz des

Künstlers wie folgt: «Die Themen verlangen nach der Wahl der Gattungen, nicht umgekehrt.»

So arbeitete sich Werner von Mutzenbecher durch eine enorme Spannbreite

an künstlerischen Methoden und Disziplinen, um dem Wesen seiner Arbeit auf

den Grund zu gehen. Auch die Literatur wurde zu einem zentralen Moment in seinem

Werk. Ausgehend von der zeichnenden Linie das Schreiben begreifend, druckte der

Künstler, der nie den Anspruch auf ein Gesamtkunstwerk hatte, Novalis’ ‹Hymne an

die Nacht› auf Papier. Es war auch seine Art, diesem von ihm geliebten Gedicht näher

zu kommen. Dabei arbeitete der Künstler immer nah am Leben – eben: nah an der

Figur, am Körper. Etwas davon zieht sich durch – das Körpernahe, das der eignen

(Künstler-)Identität und dem Menschsein Nahe – und bleibt haften an der Welt in und

um uns. So, wie – mit Werner von Mutzenbecher gesprochen – auch die «tote Malerei

weiterleben wird». Valeska Marina Stach

→ ‹Werner von Mutzenbecher›, Kunsthaus Baselland, bis 13.11. ↗ www.kunsthausbaselland.ch

86 Kunstbulletin 11/2022


Werner von Mutzenbecher · Zeitungsbilder I/II, 2017, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland 2022.

Foto: Gina Folly

Werner von Mutzenbecher · Rheinhafen, Basel, 1977; Chicago, 1978 / New York, 1978, Ausstellungsansicht

Kunsthaus Baselland 2022. Foto: Gina Folly

BESPRECHUNGEN // BASEL/MUTTENZ

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Isamu Noguchi — Im Wechselspiel von Kunst und Design

Viele kennen die «Japanlampen», aber kaum den Designer und

noch weniger den Künstler hinter den sogenannten Akari-Leuchten:

Das Zentrum Paul Klee präsentiert erstmals in der Schweiz

den bedeutenden japanisch-US-amerikanischen Bildhauer und

Designer Isamu Noguchi in einer breit angelegten Retrospektive.

Bern — Über die grosse Ausstellungshalle zieht sich in nahezu voller Länge eine

Bahn der runden Akari-Lampen. So wie der japanische Begriff für Licht und Leichtigkeit

steht, so prägnant und leicht wirkt deren Ansammlung. Wie eine «Milchstrasse»,

so Fabienne Eggelhöfer, Kuratorin der mit Feingespür für das Behagliche und

Unbehagliche, für das Verspielte und Ernsthafte ausgerichteten Werkschau zu Isamu

Noguchi (1904–1988) im Zentrum Paul Klee. Zumal die vom Designer und Künstler

selbst benannten «Lichtskulpturen» immer wieder dezent in der Schau auftauchen,

begleiten sie uns in der Tat wie Fixsterne durch die zahlreichen Objekte, Skulpturen,

Bilder und Modelle. Passend bilden die Plastik ‹Solar›, 1958, und eine Fotowand mit

dem Modell der ‹Sculpture to be seen from Mars›, 1947, einen Abschluss der «Sternenbahn».

So utopisch dieses Skulptur-Projekt erscheint, so ernst war es Noguchi

damit. Zeitlebens bewegte sich der amerikanische Künstler mit japanischen Wurzeln

zwischen den Kulturen, zwischen den USA, Europa und Asien, insbesondere Japan.

Davon geprägt, ging es ihm stets um eine gesellschaftsrelevante Kunst, mit den Mitteln

handwerklicher Traditionen wie auch modernster Technik; in der Auseinandersetzung

mit der Umgebung, mit den Künsten und dem politischen Geschehen.

Noguchi kam früh zu Erfolg mit Auftragswerken, mit Porträtbüsten von Zeitgenoss:innen

etwa oder dem Design eines Babyphones. In der Folge liess er sich

als Assistent von Constantin Brâncuși in Paris erstmals von abstrakter Kunst inspirieren,

zu Skulpturen mit gerundeten Formen und polierten Oberflächen. Sein Verständnis

der Interaktion von Skulptur, Raum und Betrachter:in nahm hier ebenfalls

seinen Anfang. Während des Zweiten Weltkriegs kam er mit dem Surrealismus in Berührung

und entwickelte fein ausbalancierte, aber ebenso unstet wirkende Figuren

aus zusammengesteckten Einzelteilen wie ‹Strange Bird›, 1945. Aus den ‹Interlocking

Sculptures› ging auch der berühmte ‹Coffee Table›, 1944, hervor. Letztlich weitete sich

sein Œuvre bis hin zu Entwürfen für Kriegsmahnmale oder Bühnenbilder zu Stücken

gegen den Rassismus. Er entwarf aber auch Tanzkostüme oder das Design des aerodynamischen

‹Dymaxion Car›, 1932/33, von Buckminster Fuller und schliesslich auch

Gartenanlagen und Spielplätze, wovon die Marmorrutsche ‹Slide Mantra› an der Biennale

Venedig 1986 zeugte. Und dies alles stets im Bemühen, Kunst gegenüber den

Menschen in eine stimmige und glaubhafte, mal spielerische, mal nachdenkliche Resonanz

zu bringen. Marc Munter

→ ‹Isamu Noguchi›, Zentrum Paul Klee, bis 8.1. ↗ wwwzpk.org

88 Kunstbulletin 11/2022


Isamu Noguchi · Mitosis, 1962, Bronze, 36,8 x 56,5 x 41,8 cm, MoMA, New York, James Thrall Soby

Bequest © ProLitteris. Digitalbild: MoMA, New York / Scala, Florenz

Isamu Noguchi mit Akari-Lampen, 1955, The Noguchi Museum Archives © ProLitteris.

Foto: Louise Dahl-Wolfe

BESPRECHUNGEN // BERN

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Venedigsche Sterne — Gestickte Gegenwart mit Tradition

Bestickte historische Textilien treffen auf moderne und zeitgenössische

Kunst. Die Ausstellung in Chur zeigt die weit gereisten

Motive des traditionellen, aber global inspirierten Bündner

Kreuzstichs und erzählt im Zeitgenössischen, wie gestickte

Kunst zu Gesellschaftskritik werden kann.

Chur — Bettwäsche für die Aussteuer, Tauftücher und Trachtenstücke bilden den

Auftakt der Ausstellung ‹Venedigsche Sterne› im Bündner Kunstmuseum. Die alpinen

Stickereien aus dem 17. bis 19. Jahrhundert entstammen dem Fundus des Rätischen

Museums. Mit ihren Motiven wie Löwen, Granatäpfel oder dem «Venedigschen

Stern» verweisen sie auf einen Kulturaustausch, denn die Sujets kamen über das

damalige Handelszentrum Venedig und den Mittleren Osten ins Engadin und wurden

im Kreuzstich zum Bündner Kulturgut. Die gleichen Motive waren somit auch der

türkischen Künstlerin Gözde İlkin vertraut. Sie stickte sie auf Textilien der Aussteuer

ihrer Mutter und lädt uns damit ein, den Bündner Kreuzstich in einem erweiterten

Kontext zu betrachten.

Stickerei in der Kunst ist nicht neu. Alice Bailly, Sophie Taeuber-Arp oder Ernst

Ludwig Kirchner haben als Pionier:innen bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts der

Kunst mit dem traditionellen Handwerk neue Impulse gegeben. Dass sich zahlreiche

zeitgenössische Kunstschaffende, besonders Künstlerinnen, dem Sticken widmen,

hat aber sogar das Kuratorenteam Stephan Kunz und Susann Wintsch überrascht.

Angelehnt an die Motivik von Werken Sophie Taeuber-Arps spinnt etwa Isa Melsheimer

weisse Fäden von der Wand in den Raum. Diese dialogische Verbindung von Vergangenheit

und Gegenwart durch das Garn steht stellvertretend für die ganze Schau.

Während Louise Bourgeois Kleidungsstücke zu persönlichen Botschaften machte,

visualisiert Véronique Arnold Geschichten von Arbeiterinnen aus der Textilbranche.

Bearbeitet werden aber nicht nur Textilien: Eliza Bennet bestickte ihre eigene Handfläche,

zu sehen in der Fotografie und im Video ‹A woman’s work is never done›, 2012.

Politische und sozialkritische Töne werden auch laut, wenn Rozita Sharafjahan

Porträts von Sängerinnen aus islamisch geprägten Ländern bestickt, denen das Singen

in der Öffentlichkeit verboten ist. Nicht weniger beeindrucken die ‹One Thousand

Individuals›, 2021/22, der Afghanin Latifa Zafar Attaii, die als Geflüchtete in Teheran

lebt. Sie hat Passfotos von Menschen, die, wie sie selbst, der diskriminierten und

verfolgten ethnischen Gruppe der Hazara (übersetzt «die Tausend») angehören, bis

zur Anonymität bestickt und schützt sie damit vor Verfolgung. So tragisch die Thematik

ist, der Arbeit liegt keine Trauer zugrunde, sondern – wie die bunte Farbpalette

verdeutlicht – vielmehr die Hoffnung auf eine Zukunft von Gleichberechtigung. Kunst

und Stickerei werden so zu Formen des Protests. Seraina Peer

→ ‹Venedigsche Sterne – Kunst und Stickerei›, Bündner Kunstmuseum, bis 20.11. ↗ kunstmuseum.gr.ch

90 Kunstbulletin 11/2022


Louise Bourgeois · Polar Star, 2008 (Wand hinten); Untitled, 1996 (rechts) © The Easton Foundation /

ProLitteris; Johanna Natalie Wintsch · Stickereien von 1922 bis 1924 (Wand links); historische Stickereien

aus dem Rätischen Museum (Vitrinen), Ausstellungsansicht Bündner Kunstmuseum Chur 2022

Latifa Zafar Attaii · One Thousand Individuals, 2021/22, Ausstellungsansicht Bündner Kunstmuseum

Chur 2022

BESPRECHUNGEN // CHUR

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La Biennale de Lyon — Die Welt als Kulisse

Ambitioniert verkündet die 16. Lyon-Biennale für zeitgenössische

Kunst ein ‹Manifest der Zerbrechlichkeit›. Vor Ort geht

es eher um den Ruin des ästhetischen Spätkapitalismus. Vom

Unbehagen der Scheinheiligkeit begleitet, gibt es bei dieser

Biennale dennoch gute Kunst zu entdecken.

Lyon — «Sie haben mich auf Instagram entdeckt», sagt die 81-jährige Künstlerin

Sylvie Selig fidel vor ihrem fünfzig Meter langen epischen Gemälde. Gemeint sind die

Kuratoren Sam Bardaouil und Till Fellrath, die das Selbstdarstellungs-Tool fleissig

nutzen. Seligs unberechnende Werkkraft gehört zu den Highlights der 16. Lyon-Biennale.

Daneben Szenen ausgebeuteter Arbeiter des 53-jährigen saudi-arabischen Malers

Mohammed Kazem. Und Balletttänzer:innen, die ein Kapitel des «Performance-

Monuments» aufführen, das die Ungarin Eszter Salamon dem punkigen Freigeist

Valeska Gert errichtet. Dazu kommen historische Gipskopien antiker Skulpturen,

geflickte Gemälde aus dem Hospiz-Museum.

All das könnte bewegen. Doch zwischen wenig nachhaltig mit Plastikfolie bespannten

Ausstellungswänden fragt man sich, ob die Biennale selbst den «Widerstand»

leistet, den sie propagiert. Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen des

Biennale-Teams oder € 1,2 Millionen Sponsoring aus Doha lassen am Einsatz für

«Fragilität» zweifeln. Besonders im dritten Stock des MAC Lyon, welcher der allegorischen

Galionsfigur Louise Brunet gewidmet ist. Seidenarbeiterin, 1834 in der

Canut-Revolte in Lyon aufgetaucht, dann mit Seidenhändlern und 18 Frauen nach

Beirut gereist, dort verschwunden – ein prima intersektionales Narrativ. Nur hat es

kaum mit den Werken zu tun. Im Motiv-Mix aus Menschenzoo-Plakaten, Propaganda-

und Ex-voto-Gemälden, homoerotischen Akten, Fotos von Oktopussen und allerlei

Fragmenten erscheint die Welt als Kulisse, das politische Anliegen als Aufreger,

verflachen Werke zu Likes. So läutet diese Biennale den Ruin des ästhetischen Spätkapitalismus

ein. Hans Op de Beeck inszeniert das mit ‹We Were the Last to Stay› in

Halle 4 der Fagor-Fabrik, Markus Schinwald gibt ihm mit ‹Panorama 22› in Halle 1

neuromantische Züge, Taryn Simons ‹Paperwork and the Will of the Capit› geopolitische

Tragweite. Im ruinösen Musée Guimet spielen Ugo Shiavis durchwucherte

Server-Regale und 3D-Animationen schaurig-schöne Aussichtslosigkeit. Im Kapitel

‹Beirut and the Golden Sixties› im MAC Lyon, Neuaufguss der Schau im Berliner Gropius

Bau, positionieren sich Joana Hadjithomas und Khalil Joreige klar: ‹Comme la

nuit se fait quand le jour s’en va› zeigt Aufzeichnungen von Überwachungskameras

des Sursock-Museums, vor und nach der Explosion im Beiruter Hafen. Zerstörung als

Werk. Sich danach weiterhin erhaben mit fein gehängter Kunst als Gamechanger zu

verstehen lässt stattdessen alles, wie es ist. J. Emil Sennewald

→ 16. Biennale d’art contemporain de Lyon, bis 31.12. ↗ www.labiennaledelyon.com

92 Kunstbulletin 11/2022


Sylvie Selig · Stateless, 2017–2019, (Detail) Öl auf Leinwand, Länge 50 m; vorne: Objekt aus der

Sammlung Lugdunum – Musée & théâtres romains, Ausstellungsansicht Biennale de Lyon 2022,

Fagor-Werke Halle 1. Foto: Blaise Adilon

Ugo Schiavi · Grafted Memory System, 2022, Stahl, Pflanzen, Insekten, CGI-Videos, Fossilien,

Knochen,elektrische Kabel, LEDs für den Gartenbau, Ton, Ausstellungsansicht Biennale de Lyon 2022,

Musée Guimet. Foto: Blandine Soulage

BESPRECHUNGEN // LYON

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The Other Kabul — Reflexionen über ein fremdes Land

Mit Afghanistan verbinden die meisten Menschen im Westen die

seit Jahrzehnten andauernden Kriege und Konflikte. Eine Ausstellung

mit Werken von afghanischen und nicht-afghanischen

Kunstschaffenden im Kunstmuseum Thun will die verborgene

Schönheit des Landes sichtbar machen.

Thun — Sie strahlen hell und farbenfroh wie Sinnbilder der Hoffnung und der Lebensfreude:

die Leuchtobjekte von Iftikhar Dadi und Elizabeth Dadi. Das pakistanisch-amerikanische

Duo beschäftigt sich mit Blumen, die symbolisch für bestimmte

Länder oder Regionen stehen und damit politisch aufgeladen sind. Die stilisierten,

mit Lichtelementen bestückten Blüten erinnern an Leuchtreklamen, die ihre Botschaft

still, aber unübersehbar ausstrahlen. Es ist nicht die einzige Arbeit, die mit

dem Ausstellungstitel ‹The Other Kabul – Remains of the Garden› verbunden ist. Das

Gartenmotiv findet sich explizit auch in einer Bildserie von Arshi Irshad Ahmadzai.

Die Künstlerin, die seit Kurzem in Weimar lebt, arrangiert Motive wie Bäume, Blumen

und Wasser zu abstrahierten, mehrdeutigen Gärten. In ihren Collagen verbinden

sich Schrift und Malerei, Stoffe und Papiermaché. Benannt ist ihre Serie ‹Bagh-e Babur›

nach einer grossen Gartenanlage in Kabul. Diese besteht seit fünfhundert Jahren

und ist eine der wenigen Grünanlagen der afghanischen Hauptstadt – für deren

Bewohner:innen ein beliebter Ort der Entspannung. Doch seit die Taliban im vergangenen

Jahr die Macht übernommen haben, ist der Besuch stark eingeschränkt: Männer

und Frauen dürfen die Anlage nicht mehr gemeinsam besuchen. Gärten können

also durchaus auch Spiegel politischer und gesellschaftlicher Verhältnisse sein.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Thun vereint Arbeiten von zwanzig Künstlerinnen

und Künstlern aus Afghanistan und dem Nahen Osten, aus europäischen Ländern

und der Schweiz. Eingerichtet wurde sie von Susann Wintsch, der Kuratorin des

Vereins Treibsand. Wintsch beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Kunst aus dem vorderasiatischen

Raum. Mit ihrer Ausstellung will sie Afghanistan nicht erklären, und

sie will auch nicht einfach die düsteren Bilder aus den Nachrichten wiederholen. Sie

möchte das berühmte Fünkchen Hoffnung glimmen lassen. Dabei enthält die Schau

so manche Arbeit, die auf den ersten Blick weit freundlicher scheint, als sie es ist.

Die im Iran geborene, heute in Frankfurt lebende Künstlerin Parastou Forouhar zeigt

in ornamentalen Bildern Häuser, Höfe und Gärten, private Lebenswelten, die friedlich

erscheinen. Nur wenn man genau hinsieht, entdeckt man in den reichen Mustern und

Arabesken Frauenfiguren, die sich von Dächern oder in Brunnenschächte stürzen.

‹Domestic Suicide for all Seasons› heisst die Bildserie denn auch, die darauf Bezug

nimmt, dass die Suizidrate unter Frauen in Afghanistan enorm hoch ist. Alice Henkes

→ ‹The Other Kabul – Remains of the Garden›, Kunstmuseum Thun, bis 4.12. ↗ kunstmuseumthun.ch

→ Symposium ‹Zeitgenössische Kunst aus Afghanistan›, HKB Bern, 4.11. ↗ www.hkb.bfh.ch

94 Kunstbulletin 11/2022


Parastou Forouhar · Sturz, aus der Serie ‹Domestic Suicide for All Seasons›, 2022, digitale Zeichnung

auf Japanpapier, 160 x 93,5 cm

BESPRECHUNGEN // THUN

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Eva Hesse — Fears and Tears

Eva Hesse, die deutsch-amerikanische Künstlerin mit jüdischen

Wurzeln, hat der Nachwelt trotz traumatischer Erlebnisse in der

Kindheit grossartige Werke hinterlassen. Fragile Objekte und

Ölgemälde bei Hauser & Wirth in Zürich zeugen von ihrer Zerrissenheit,

aber ebenso von ihrer Verspieltheit.

Zürich — Zwei und fünf Jahre alt waren Eva und Helen Hesse, als sie nach der

Reichskristallnacht 1938 mit einem der letzten Kindertransporte aus Nazideutschland

nach Holland geschickt wurden. Die Eltern reisten nach und emigrierten 1939

mit den Mädchen in die USA. «Will it be a better world?» fragt der Vater in seinem

Tagebuch, das in der Galerie Hauser & Wirth an der Zürcher Bahnhofstrasse eine Fotografie

mit den Mädchen auf dem Ozeandampfer zeigt. Besser wurde die Welt nicht,

im Gegenteil: Die Eltern liessen sich 1945 scheiden. Der Vater erhielt das Sorgerecht

für die Töchter. 1946 sprang die Mutter in den Tod. «Fears and tears», wie Eva in ihrem

Tagebuch festhält, begleiteten sie zeitlebens.

In den 1950ern absolvierte die schöne und begabte Schülerin ein Kunststudium

an der Cooper Union in New York und an der Yale School of Art and Architecture in New

Haven. «Malerei ist das, womit ich mich am besten ausdrücken kann», schreibt sie.

Die Ölbilder von 1960 zeigen rudimentäre Figuren: kahlköpfig, weiblich, gespenstisch

und oft zu zweit. «I dreamt about my mother. My thoughts were obsessed with finding

her», notiert die Vielschreiberin. Sind die Gemälde also ein verzweifelter Versuch, die

verlorene Mutter zurückzuholen? Oder geht es um die Beziehung zur Schwester, die

sie einst so tapfer an die Hand nahm und die heute, gemeinsam mit Art Advisor Barry

Rosen und Sylvia Bandi von der Zürcher Galerie, den Nachlass betreut?

Nach einem Jahresaufenthalt im deutschen Kettwig 1964/65 arbeitete Eva – aufgewühlt

vom Besuch im Land ihrer Herkunft und deprimiert wegen des Dauerkonflikts

mit Ehemann und Künstler Tom Doyle – produktiver denn je. Sie entwickelte

sich von der Malerin zur grossartigen Objektkünstlerin. Das Relief ‹Ringaround Arosie›

etwa oder die schiefen Bodenzylinder ‹Repetition Nineteen› gehören heute zu

den ikonischen Werken der 1960er. Eva Hesse verwendete alles, was in den Handwerksschuppen

von New York zu haben war: Drähte, Schläuche, Schnüre, Glasfaser,

Folien, Latex, Harz, Polyester. «Matter matters» war ihre Devise. Virtuosität bewies

sie auch im Kleinen: Elf ‹studioworks›, formvollendete Experimente aus verleimtem

Papier und verleimter Gaze, präsentieren sich auf einer Rotunde in der Galerie, als

wären sie Schiffchen auf hoher See – fragil und verspielt wie die Künstlerin selbst.

Sie hat sie 1969 geschaffen, im gleichen Jahr, in dem sie den monumentalen Latexparavent

‹Expanded expansion› vollendete. 1970 starb sie an einem Gehirntumor im

Alter von erst 34 Jahren. Feli Schindler

→ ‹Eva Hesse – Forms & Figures›, Hauser & Wirth, Bahnhofstr. 1, bis 19.11. ↗ www.hauserwirth.com

96 Kunstbulletin 11/2022


Eva Hesse · 1969, Courtesy Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie. Foto: Hermann Landshoff

Eva Hesse · Studioworks, 1969 © The Estate of Eva Hesse, Courtesy Hauser & Wirth. Foto: Thomas Müller

BESPRECHUNGEN // ZÜRICH

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Niki de Saint Phalle — Mitreissend aktuell

Mit einer explosiven, bewegten und bewegenden Schau verabschiedet

sich Christoph Becker nach 22 Jahren vom Zürcher

Kunsthaus. ‹Niki de Saint Phalle› zeigt, wie frisch und zeitgemäss

das Schaffen dieser schönen, verletzlichen, vielseitig engagierten

Powerfrau ist. Und wie viel komplexer, als man dachte.

Zürich — Rund hundert Werke aus allen Schaffensphasen, von der kleinen Assemblage

bis zur überlebensgrossen Skulptur; von frühen Ölgemälden bis zu späten Lithografien,

die das Recht auf Abtreibung oder die globale Erwärmung thematisieren:

Sie alle stehen repräsentativ für die mitreissende Kunst der als Catherine Marie-

Agnès de Saint Phalle (1930–2002) bei Paris geborenen und in San Diego verstorbenen

Künstlerin. Wer vor allem die bunten ‹Nanas› kennt, die als selbstbestimmte

Frauenwesen besonders gern im öffentlichen Raum auftreten, wird überrascht sein

vom Facettenreichtum ihres Werks. Von dem, was sie bereits als junge Frau, als Performerin

zu sagen hat; wie aktuell sich eines ihrer grossen Themen, das Thema Körperlichkeit,

erweist.

Unruhiges Leben, beunruhigende Kunst. Man tut gut daran, sich genügend Zeit

zu lassen für Niki de Saint Phalles Anfänge und die wilden 1960er und 1970er, die so

wichtig sind für alles, was folgt. Was da an Aggressivität und Emotionalität zusammenkommt,

ist packend, ergreifend, existenziell. Sich von hier aus zu den berühmten

‹Nana›-Figuren und ihren Verwandten hinzudenken, die unter anderem de Saint

Phalles sehr persönlichen Feminismus verkörpern, ist eine intensive Erfahrung. Geburt

und Tod, Hochzeit und Krieg, Innen und Aussen, Herzenssache – Schmerzenssache,

Verletzungen und Befreiendes, konkretes Engagement und magisches Geheimnis:

Alles findet sich im Œuvre de Saint Phalles, für die Kunst einst nichts weniger

bedeutete als «Erlösung und Notwendigkeit». Konzentriert erscheint es im grössten

Werk der Zürcher Ausstellung, dem über sechs Meter breiten Relief-Schiessbild

‹King-Kong›, ein ebenso phänomenaler wie monströs aufgeladener Lebensfries in

Weiss, von Schwarz verwundet. Die Künstlerin zählt es rückblickend zu ihren wichtigsten

Werken. Sechs Jahrzehnte nach seiner Entstehung hat es, gerade mit seiner

Kritik an den bestehenden (männlich dominierten) Machtverhältnissen, nichts von

seiner Aktualität verloren. 1966, vier Jahre nach ‹King-Kong›, wird die Künstlerin ihr

Publikum ins Innere «der grössten Hure der Welt» locken und 1967 fordern: «Les Nanas

au pouvoir». Sie und viele für Aussenbereiche erfundenen Grossfiguren sind im

Modell oder in Bildzeugnissen präsent und lassen die Magie aufblitzen, die in Nikis

real gewordenen Traumwelten, allen voran dem ‹Tarotgarten› in Italien, die Menschen

verzaubert. Es ist, wie Becker sagt: «Ihre Kunst ist ohne Attitüde und Arroganz, und

niemand kann sich ihr entziehen.» Angelika Maass

→ ‹Niki de Saint Phalle›, Kunsthaus Zürich, bis 8.1. ↗ www.kunsthaus.ch

98 Kunstbulletin 11/2022


Niki de Saint Phalle · Skull, 1990, diverse Materialien, 230 x 310 x 210 cm, Ausstellungsansicht Kunsthaus

Zürich 2022 © ProLitteris. Foto: Franca Candrian

Niki de Saint Phalle · Ausstellungsansicht Kunsthaus Zürich 2022 mit ‹King-Kong›, 1962 (links),

‹L’accouchement rose›, 1964 (rechts) © ProLitteris. Foto: Franca Candrian

BESPRECHUNGEN // ZÜRICH

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NOTIERT // KUNSTRÄUME

balagan Arts

Basel — balagan Arts ist ein experimenteller

Raum, in dem Künstlerinnen, Schriftstellerinnen,

Philosophinnen, Kunsthistorikerinnen,

Galeristinnen ihre Projekte vorstellen und

miteinander in Dialog treten können. Laut der

Leiterin des Raums, Ruth E. Herzka, geht es um

die «Sichtbarmachung der Kunst von Frauen,

die nach wie vor in der Museums- und Ausstellungslandschaft

unterrepräsentiert sind».

Aktuell zeigt balagan Arts das Projekt ‹Häutungen›,

mit Werken von Nadine Seeger (Projektleitung),

Elsbeth Gyger, Patricia Huijnen, Regula

Hurter, Regina Simon und Simone Thiele. Die

Bilder, Objekte und Performances setzen sich

mit der Urerfahrung des Hautabstreifens und

des sich Erneuerns auseinander. Dieser Vorgang,

dieses Handeln soll in den Werken sichtbar

gemacht werden, und das Schaufenster zur

Strasse bildet die durchlässige Aussenhaut.

Zürich — Damit hat wohl niemand gerechnet:

Das Museum Haus Konstruktiv muss seine

grossartigen Räume 2025 aufgeben, das ewz

meldet Eigenbedarf an. Die Stadt will bis 2040

den CO 2 -Ausstoss auf Netto-Null reduzieren.

Zu den dringlichsten Vorhaben gehört

der Ersatz fossil betriebener Heizungen, die

auf Stadtgebiet rund 50 Prozent der direkten

CO 2 -Emissionen verursachen. Nun wurde in

der Innenstadt ein Standort für eine Energiezentrale

gesucht, in welcher dereinst Wärme

und Kälte mit Seewasser als Energiequelle produziert

werden sollen. Als einzige umsetzbare

Lösung erwies sich offenbar das Konzept einer

Energiezentrale im ewz-Unterwerk Selnau. So

nachvollziehbar das Klimavorhaben, so bitter

ist der Entscheid für das Kulturleben der Stadt

und natürlich für das Museum Haus Konstruktiv

selbst. Beim Einzug ins ewz-Unterwerk

Selnau im Jahr 2001 musste die Stiftung über

CHF 7 Millionen investieren. Der Bau ist ein

erstklassiges Denkmal der Industriearchitektur

des 20. Jahrhunderts und damit ein idealer

Ausstellungsort. Der Stadtrat sicherte nun dem

Museum Hilfe bei der Suche einer neuen Lokalität

zu, doch es dürfte schwierig werden, einen

ebenbürtigen Ersatz zu finden. Seit 36 Jahren

pflegt das Museum das Erbe der Zürcher

Konkreten und dokumentiert seine Wirkung bis

in die Gegenwart. Um diese Erfolgsgeschichte

fortzusetzen, braucht es die Unterstützung der

öffentlichen Hand. Träger des Museum Haus

Konstruktiv ist die Stiftung für konstruktive,

konkrete und konzeptuelle Kunst. Der bisherige

Museumsbetrieb finanziert sich zu zwei Dritteln

aus privaten Mitteln und zu einem Drittel

durch Stadt und Kanton Zürich.

balagan Arts, Eröffnung mit Arbeiten von

Harriet Riddell, Aussenansicht, 2020

→ balaganArts, 12.–26.11.; Performances

am 12./19./20./26.11.

↗ www.balagan-arts.ch

Museum Haus Konstruktiv

Museum Haus Konstruktiv, 2018.

Foto: Peter Baracchi

↗ www.hauskonstruktiv.ch

100 Kunstbulletin 11/2022


Edition VFO

Zürich — Die Edition VFO (Verein für Originalgraphik)

zieht zum 75-Jahr-Jubiläum ins

Löwenbräu. Die gemeinnützige Institution

fördert die experimentelle Auseinandersetzung

mit dem Medium Druck in enger Zusammenarbeit

mit den Künstler:innen. Der neue Standort

im Löwenbräu verschafft dem umtriebigen

Kunstverein sowie der zeitgenössischen

Druckgrafik eine grössere Sichtbarkeit und

betont den Stellenwert der nicht-kommerziellen

Institution innerhalb der Kunstszene. Die

Eröffnungsausstellung trägt den Titel ‹Staging

the Ordinary› und verhandelt die Themen Performanz

und Inszenierung. Eigens für die Schau

konzipiert die Künstlerin Zilla Leutenegger eine

räumliche Installation. Zu den ausstellenden

Künstler:innen gehören Roman Signer, Charlotte

Herzig, Izidora I Lethe, Caro Niederer und

Ulla von Brandenburg.

Genf — Das Geneva International Film Festival/

GIFF präsentiert Filme, Serien, interaktive Installationen

und VR-Projekte und zieht jeweils

rund 50’000 Gäste an. Dieses Jahr realisiert

das Festival zusätzlich im Rahmen von DA-Z/

Digital Art Zürich das mobile Programm ‹GIFF

Unlimited›. Auf der Plaine de Plainpalais in Genf

wird zudem in Kooperation mit digitalswitzerland

das Programm ‹Musée VR› angeboten, das

einen Einblick in die Kunstgeschichte durch

das Prisma virtueller Realitäten bietet. Weitere

Programmpunkte sind ‹GIFF Digital Night› sowie

die Retrospektive ‹Synthetische Welten› in

Kooperation mit dem Kultur- und Co-Working-

Raum HiFlow und den Cinémas du Grütli.

Dorota Grajewska · VR-Projekt, GIFF, 2021

→ GIFF, 28. Geneva International Film Festival,

4.–13.11. ↗ www.giff.ch

17 th Instanbul Biennial

Löwenbräu-Areal, 2022

→ ‹Staging the Ordinary›, 11.11.–13.3.

↗ www.edition-vfo.ch

GROSSANLÄSSE

GIFF

Istanbul — Die 17. Ausgabe der Istanbul

Biennial wird von Ute Meta Bauer, Amar Kanwar

und David Teh kuratiert. Die Planung fiel mitten

in die Pandemie, und das Trio hat auf diese

Zeiten der Unsicherheit mit einem offenen

Konzept reagiert. Dieses umfasst mehr als

fünfzig Projekte, die alle das Ergebnis langjähriger

Zusammenarbeit sind. Dazu gehören eine

Musikkomposition für Wasserbüffel, Puppenspiele,

ein Knödelfest, Forschungsprojekte zu

feministischen Archiven, Dialoge mit Vögeln

und ein Poesiekanal. Die Biennale will eine

Einladung zum gemeinsamen Nachdenken, Reden,

Lesen, Sehen und Zuhören sein. Mit über

500 Umweltschützer:innen, Künstler:innen,

Architekt:innen etc. legt die Grossausstellung

den Fokus auf Prozess und Partizipation.

Die Veranstaltungsorte reichen von einem

Hamam aus dem 15. Jahrhundert über einen

Heilkräutergarten, fünfzig Buchhandlungen,

einen unabhängigen Radiosender bis zu einer

ehemaligen griechischen Mädchenschule

und thematisieren unterschiedliche soziale

NOTIERT // KUNSTRÄUME / GROSSANLÄSSE 101


Aspekte, mit denen die Menschen in Istanbul

konfrontiert sind. In einem Statement äussern

sich die Verantwortlichen wie folgt: «In unseren

Lebenszeiten hat sich ein grosser planetarischer

Komplex aus sozialen, ökologischen

und mentalen Krisen gebildet. Doch viele der

Ursachen sind alles andere als neu: Ausbeutung,

Gier, Intoleranz; Versagen von Führung

und Verantwortung … Wie können wir lernen,

uns zu entschuldigen und zu vergeben, Gewalt

und Brutalität zu überwinden? Vormoderne

Gesellschaften hatten einige Antworten auf

diese Fragen, Einsichten, die verblasst sind

oder durch monolithisches Denken, spaltende

und reduzierende Ideologien begraben wurden.

Was einst als unorthodox unterdrückt oder als

primitiv oder abergläubisch verspottet wurde,

könnte der Schlüssel zu unserer kreativen

Entwicklung sein.»

Galerien besetzte zehnköpfige Beirat sorgt für

eine gute nationale Verankerung und Resonanz.

Die Messe bietet Ausstellungsflächen im klassischen

Galerien-Sektor an sowie im Bereich

‹New Position› für junge Kunstschaffende und

dem Sektor ‹Neumarkt› für junge Galerien und

kuratierte Sonderprojekte.

Der jährlich verliehene Art Cologne-Kunstpreis

à CHF 10’000 geht 2022 an Monika Sprüth. Sie

gründete ihre Galerie 1983 in Köln und ging Ende

der 1990er-Jahre eine Partnerschaft mit Philomene

Magers ein. Seither firmiert die Galerie

unter dem Doppelnamen Sprüth Magers und

gilt weltweit als eine der wichtigsten Galerien.

Zum Programm gehören Peter Fischli & David

Weiss, John Baldessari, Jenny Holzer, Barbara

Kruger, Cindy Sherman, Rosemarie Trockel und

andere klingende Namen mehr.

Art Cologne, Stand von Sprüth Magers, 2021

Cooking Sections artists portraits, 2022.

Foto: Ruth Clark

→ bis 20.11.; Besuch kostenlos, elektronische

Registrierung ist empfohlen ↗ 17bvisit.iksv.org

Art Cologne

Köln — Die 1967 von den Galeristen Hein Stünke

und Rudolf Zwirner gegründete Art Cologne

gilt als eine der ältesten Kunstmessen der Welt.

In diesem Jahr präsentieren 190 Galerien ein

breites Angebot moderner und zeitgenössischer

Arbeiten. Mit acht belgischen und sieben niederländischen

Galerien bilden die Benelux-Länder

einen wichtigen Ausstellungsschwerpunkt,

zudem ist die Türkei mit drei Galerien vertreten.

Der mehrheitlich durch namhafte deutsche

→ Köln Messe, 16.–21.11. ↗ www.artcologne.de

Paris Photo

Paris — Paris Photo, die führende internationale

Foto-Messe, kehrt in das Grand Palais

Ephémère im Herzen von Paris zurück. Die

25. Ausgabe gruppiert sich um drei Sektoren,

‹Main Sector›, ‹Curiosa Sector› und ‹Book Sector›,

und versammelt 183 Galerien – darunter

fünf aus der Schweiz – und 34 Verleger. Zudem

wird mit dem Programm ‹Elles x Paris Photo›,

kuratiert von Federica Chiocchetti, Direktorin

des Musée des beaux-arts du Locle, die Visibilität

von Frauen gefördert.

→ Grand Palais Ephémère, 10.–13.11.

↗ www.parisphoto.com

102 Kunstbulletin 11/2022


Artissima

Turin — Artissima ist die einzige Kunstmesse

in Italien, die ausschliesslich auf zeigenössische

Kunst ausgerichtet ist. Die diesjährige

Ausgabe wird von Luigi Fassi geleitet und ist

in vier Hauptsektionen sowie drei kuratierte

Sektionen unterteilt, die sowohl physisch wie

auch auf einer virtuellen Plattform präsentiert

werden. Das Thema ‹Transformative Experience›

zieht sich als verbindendes Motto durch

alle Sektionen. 186 internationale Galerien sind

beteiligt, darunter annex14, Weiss Falk, Sébastien

Bertrand, Fabienne Levy und Urs Meile aus

der Schweiz.

untersuchen Themen wie Freiheit, Zusammenhalt,

Eigensinn und Kampfgeist. Die Internationalen

Kurzfilmtage beziehen für diese Ausgabe

neue Lokalitäten auf dem Sulzerareal, und zu

den bestehenden Spielstellen-Partnern Cameo

und oxyd stossen neu das blue Cinema Maxx

und das Kulturlokal Kraftfeld dazu.

Ignacio Vuelta, Playa Chica, 2021

→ 8.–13.11.

↗ www.kurzfilmtage.ch

AUSSENPROJEKTE

Frederico Tosi · Untitled (delfino e topi), 2022,

Terrakotta, 15 x 60 x 30 cm, Courtesy Monica

De Cardenas, Zuoz/Milano

→ 4.–6.11. ↗ www.artissima.art

Kurzfilmtage Winterthur

Winterthur — Die Internationalen Kurzfilmtage

Winterthur richten dieses Jahr einen besonderen

Fokus auf die Andenstaaten. In acht

Kurzfilmprogrammen werden unterschiedliche

Lebensrealitäten und aktuelle Fragestellungen

umkreist. Weitere Schwerpunkte bilden Israel

mit vier Programmen sowie die im Irak geborene

Filmerin Kurdwin Ayub. Es werden Kurzfilme

gezeigt, die schon in Cannes, Locarno oder an

der Berlinale liefen, aber auch neue Entdeckungen

aus der Region. Zudem steuern die

Kurzfilmtage in Partnerschaft mit dem ZFF ein

Programm zu ‹Neue Welt Sicht: Spanien› bei:

Fünf Kurzfilme aus Spanien werfen einen Blick

auf den Alltag unterschiedlicher Menschen und

Queens of Structures

Basel — Plätze, auf denen aktuelle, gesellschaftspolitische

Debatten durch Demonstrationen,

Plakate und Banner temporär sichtbar

und diskutiert werden, sind Teil einer demokratischen

Gesellschaft. In Basel zählt neben

dem Marktplatz die Freifläche vor dem Theater

dazu, in nächster Nähe zur Kunsthalle, dem

Architekturmuseum, dem Stadtkino und dem

Stadtcasino. Immer dynamischer scheinen nun

die Wände der umgebenden Kulturinstitutionen

zum Platz durchlässig gemacht zu werden. In

diese Entwicklung fügt sich das Engagement

des Netzwerks Frau + SIA, die hier die Wanderausstellung

‹Queens of Structure› zeigt. Zuvor

war die Ausstellung im Rahmen des Festivals

‹Women in Architecture› im Architekturmuseum

in Berlin zu Gast und dann zur Eröffnung des

Wissenschaftsforums im Kulturpalast Dresden

im Sommer 2022. Gegründet in Berlin, besteht

das Hauptanliegen der Initiator:innen darin,

das Wissen um historische Protagonistinnen

und die Sichtbarkeit von Ingenieur:innen zu

NOTIERT // GROSSANLÄSSE / AUSSENPROJEKTE 103


erhöhen. «Durch persönliche Kontakte kamen

wir mit vielen beeindruckenden Frauen ins

Gespräch. Wir fanden zwölf Ingenieurinnen, die

in der Tragwerksplanung, im Brückenbau, im

Tiefbau oder im Projektmanagement Herausragendes

leisten. Die Auswahl entstand mit

subjektivem Blick, ist aber doch in gewisser

Weise repräsentativ», so Nicole Zahner in einem

Gespräch im Tec21. Als Medium dienen gelbe

Aufsteller mit Porträtaufnahmen und einem

kurzen Statement. Die Online-Präsenz des Projekts

ist als Wissensplattform angelegt und lädt

dazu ein, die Liste zu ergänzen. Am Standort

Basel kommen zwei weitere, lokale «Queens»

dazu, Madeleine Weber von Aegerter & Bosshardt

AG und Salome Hug von Schnetzer Puskas

Ingenieure AG. Die Ausstellung wird durch ein

Begleitprogramm mit Führungen und Podiumsdiskussionen

ergänzt. SM

Kirchheim unter Teck — Der Kunstbeirat der

Städtischen Galerie im Kornhaus hat den

«Meister der illusionistischen Malerei», den in

Paris lebenden Schweizer Felice Varini (*1952,

Locarno), eingeladen, eine ortsbezogene räumliche

Malerei zu schaffen. Für sein Projekt ‹Zwölf

Punkte für sechs Geraden› zog der Künstler –

ausgehend von zwölf Punkten im Stadtraum –

Metallbänder über Hauswände, Giebel und

Dächer, die sich optisch zu einem sternartigen

Gebilde verbinden. Die Anordnung der Farbbänder

erfolgt nach einem perspektivischen Prinzip,

das Varini über Jahre entwickelt hat. Dabei

bedient er sich der Technik der anamorphosen

Illusion, die im Barock zur Übermittlung geheimer

Botschaften beliebt war. Daraus erklärt

sich die komplexe Lesbarkeit der Malerei. Auch

bei Varini gibt es nur einen Blickwinkel, von dem

aus das «vollständige Bild» gesehen werden

kann. Beim Verlassen dieses Blickpunktes zerfällt

es in Fragmente, die wie Teile eines grossen

Puzzles die detektivische Neugier wecken,

sich an der Erschliessung des stadträumlichen

Suchbildes zu beteiligen.

Felice Varini · Zwölf Punkte für sechs Geraden,

temporäre Installation, Kirchheim unter Teck,

2022 © ProLitteris. Foto: Clerin/Morin

→ Stadtraum, bis 15.1.

↗ www.staedtische-galerie-kirchheim-teck.de

Queens of Structure, Dresden, 2022.

Fotos: Yichen Fan und Rahel Melis

→ bis 27.11. ↗ www.queens-of-structure.org

Felice Varini

Zilla Leutenegger — Schulhaus Wallrüti

Winterthur — Zilla Leutenegger (*1968) ist für

ihr Kunst-und-Bau-Projekt im Auftrag der Stadt

Winterthur für das Schulhaus Wallrüti vom

gleichlautenden Flurnamen ausgegangen. Das

altdeutsche Wort verweist auf eine Befestigung

und steht damit im Gegensatz zum mauerlosen

Charakter des neuen Glasbaus. Daraus entwickelte

sie ihre ‹Fragmente›: vier Mauerstücke,

die im Aussenraum als kleine Ensembles aufgebaut

und mit Zeichnungen in Sgraffito-Technik

ergänzt wurden. Zilla Leutenegger versteht diese

als Einladung an die Schüler:innen, sich dort

hinzusetzen, mit den Bronze-Katzen zu spielen

und durch die suggerierten Fenster in andere

Welten zu blicken. Die Sgraffito-Technik be-

104 Kunstbulletin 11/2022


zeichnet eine eingefärbte und mit kontrastierender

Kalkfarbe überschlemmten Kalkputzschicht,

in die eine Zeichnung gekratzt wird, solange die

Schicht noch feucht ist. Zilla Leutenegger lebt in

Zürich und Soazza. Sie gehört zu den bekanntesten

Schweizer Kunstschaffenden ihrer Generation.

Das Werk wurde von der Stadt Winterthur

in Auftrag gegeben. Diese legt grossen Wert auf

die Kunst in ihren öffentlichen Bauten und hat

bereits über 200 Projekte realisiert. Sie werden

jeweils auf der Website der Stadt und der Web

App artlist.net von Kunstbulletin digital archiviert

und vermittelt.

Netzes, das sich Farben in Bereichen mit hoher

Aktivität «merkt». Das resultierende Video ist

eine Collage aus diversen Aspekten des visuellen

Erscheinungsbildes des Chriesbachs und

dient als eine Art ästhetischer Wetterbericht.

Die Korrespondenzen zwischen den Messungen

und den Modellparametern sind so gewählt,

dass jahreszeitliche Veränderungen (Temperatur),

Tagesrhythmen (Sauerstoffsättigung durch

Photosynthese) und gelegentliche Ereignisse

(Trübung durch Gewitter und Bauarbeiten) ihre

Spuren in den Grafiken hinterlassen. Am rechten

Rand jeder Projektion greift die Bildlogik der

jeweils anderen Projektion ein, sodass sich die

Farbdaten des Live-Streams und die Muster der

Schwarz-Weiss-Simulation überschneiden. Sie

werden zu Linien, Kratzern und Löchern, die das

organische Leben und zugleich das Bild auszulöschen

scheinen. So wird deutlich, dass keine

«Realität» für sich steht, sondern durch vielfältige

Zugänge befragt, gestört oder interpretiert

werden kann. Kuratorin ist Yvonne Volkart.

Zilla Leutenegger · Fragmente, 2022, Schulhaus

Wallrüti, Winterthur, Beton, Bronze,

Zeichnungen in Sgraffito-Technik

↗ stadt.winterthur.ch/kunst-und-bau

↗ artlist.net

Ursula Damm und Felix Bonowski

Zürich/Dübendorf — Im Auftrag der Eawag,

des Wasserforschungsinstituts der ETH, ist

eine Kunstinstallation entstanden, die mit

der Beobachtung und der wissenschaflichen

Vermessung des am Gebäude vorbeifliessenden

Chriesbachs spielt. Die beiden Projektionen

der Installation ‹Kontinuum› von Ursula Damm

und Felix Bonowski übersetzen Daten zu den

optischen und physikalischen Gegebenheiten

des Gewässers in sinnliche Bilder und verbinden

so das Objekt der Beobachtung und den Ort

seiner Untersuchung auf ästhetische Weise. Die

Farbprojektion sammelt Bilder des Chriesbachs

und leitet die Echtzeitaufnahmen von drei Kameras

durch einen Grafik-Shader. Dieser basiert

auf klassischen Lernregeln eines neuronalen

Ursula Damm und Felix Bonowski · Kontinuum,

Videoinstallation, Eawag, 2021 © ProLitteris

↗ www.eawag.ch (Suche: Kontinuum)

NAMEN

Melanie Bühler

St. Gallen — Die Schweizer Kuratorin Melanie

Bühler wird ab Sommer 2023 das kuratorische

Team des Kunstmuseum St. Gallen verstärken.

In Zusammenarbeit mit dem neuen Direktor

Gianni Jetzer sowie der langjährigen Leiterin

des Kunstvereins St. Gallen, Nadia Veronese,

NOTIERT // AUSSENPROJEKTE / NAMEN 105


welche ebenfalls die Funktion als Senior Curator

übernimmt, wird sie die zukünftige Entwicklung

des Museums mitdenken. Gianni Jetzer zählt

Melanie Bühler zu den innovativsten Ausstellungsmacherinnen

ihrer Generation: «Als Kuratorin,

Kritikerin und Herausgeberin hat Melanie

Bühler bewiesen, dass sie die Zeichen der Zeit

früh erkennt. Ihr Buch ‹No Internet, No Art› ist

ein Standardwerk zur Frage, wie das Internet die

Kunst nachhaltig verändert hat. Am Frans Hals

Museum in Haarlem in den Niederlanden hat

sie zudem historische Werke auf hervorragende

Weise mit neuestem zeitgenössischen Kunstschaffen

verbunden. Ihr soeben erschienenes

Buch über Institutionskritik birgt wertvolles

Know-how für eine sich weiterentwickelnde

Institution wie das Kunstmuseum St. Gallen.»

Melanie Bühler ist seit 2017 Kuratorin für zeitgenössische

Kunst am Frans Hals Museum. Zu

ihren jüngsten Ausstellungen gehören ‹Image

Power›, 2020, und ‹Noise! Frans Hals, Otherwise›,

2018, beide im Frans Hals Museum, sowie

‹Private Public Relations› in der Pinakothek der

Moderne, München, 2017. Sie ist Gründerin und

Kuratorin von ‹Lunch Bytes›, 2010–2015, einem

Projekt über Kunst und digitale Kultur, für das

sie mit der Art Basel, dem Institute of Contemporary

Arts, London, und dem Haus der Kulturen

der Welt, Berlin, zusammenarbeitete. Sie ist

Herausgeberin von ‹The Art of Critique›, Lenz

Press, Sommer 2022 (→ S. 39), ‹No Internet, No

Art›, Onomatopee, 2015, und Mitherausgeberin

von ‹The Transhistorical Museum›, Valiz, 2018.

Musiker und Kurator lebt seit 2010 in Biel und

ist vor Ort als Ko-Kurator der Reihe ‹Kopfhoerer›

sowie durch Präsentationen im lokalint,

espace libre, der Krone Couronne und im

Kunsthaus Pasquart bekannt. 2021 wurde ihm

der ‹Pax Art Award› im Haus der Elektronischen

Künste in Basel zugesprochen. Laurent Güdels

Arbeit geht von der elektronischen Musik aus,

erforscht die Geschichten, die sich in den

Geräuschen und Klängen verbergen. 2018

schuf er im Auftrag des Lausanne Underground

Film & Music Festival das Video ‹Action directe,

discours indirect›, ein witziges, kritisches

Hörspiel auf Basis von Oral-History-Aufnahmen

und Dokumenten zur Geschichte des gewerkschaftlichen

Kampfes in Genf von 1920 bis

1940. In anderen Projekten widmet er sich den

Informationstechnologien. So überträgt er in

‹Over the Horizon›, 2022, elektromagnetische

Signale in hör- und sichtbare Spektren. Die Jury

würdigt seine «grosse Souveränität im Umgang

mit den Themen und Medien seiner Arbeiten,

die er mit Konzentration auf das Wesentliche

und Effizienz umsetzt». Der Preisträger ist im

Kunsthaus Pasquart in der Schau ‹solo/mute/

pan› präsent und wird dort auch im Rahmen der

Cantonale Berne Jura neuere Arbeiten zeigen.

Laurent Güdel

↗ www.fondation-anderfuhren.ch

Wolfgang-Hahn-Preis

Melanie Bühler. Foto: Anneke Hymmen

PREISE

Prix Anderfuhren

Biel — Der mit CHF 15’000 dotierte Prix Anderfuhren

geht an Laurent Güdel. Der Künstler,

Köln — Francis Alÿs (*1959, Antwerpen)

wird mit dem Wolfgang-Hahn-Preis 2023 in

der Höhe von € 100’000 ausgezeichnet. Das

Preisgeld fliesst in den Erwerb eines Werks

für die Sammlung des Museum Ludwig und

eine Ausstellung. Die Jury begründet die Wahl

wie folgt: «Francis Alÿs’ Arbeit ist im Politischen

verankert und zugleich poetisch … Seine

beispielhaften Dokumentationen zum Kinder-

106 Kunstbulletin 11/2022


spiel sind Beobachtungen, welche die grossen

Themen unserer Gegenwart auf empathische

Weise verständlich machen. Etwa die Hypotheken

der Kolonialgeschichte, die daraus resultierende

Ungleichheit der Lebensbedingungen,

aber auch die Utopien, die in der Schönheit des

gemeinsamen Spiels liegen.» Der als Architekt

und Urbanist ausgebildete Francis Alÿs

zog 1986 nach Mexiko, um mit lokalen NGOs

zu arbeiten. Seit 1990 ist er im Bereich der

bildenden Kunst tätig und arbeitet medienübergreifend

mit Malerei, Zeichnung, Aktionen,

Installation, Video und Fotografie. Er hat zahlreiche

Projekte mit lokalen Gemeinschaften auf

der ganzen Welt durchgeführt, von Südamerika

bis Nordafrika und dem Nahen Osten. Francis

Alÿs bespielt noch bis November den Belgischen

Pavillon an der Biennale Venedig und

war 2021/22 in einer umfassenden Soloschau

im MCBA, Lausanne, präsent. Vorgängig stellte

er u. a. im MoMA, NY, 2011, in der Tate Modern,

London, 2010, im Museo Nacional de Arte Reina

Sofía, Madrid, 2003 und im Museo de Arte

Moderno, Mexico City, 1997, aus und erhielt

zahlreiche Preise. Mit dem Wolfgang-Hahn-

Preis werden Künstler:innen geehrt, die sich

international einen Namen gemacht haben, in

Deutschland aber noch nicht so bekannt sind.

Die Kunstbulletin-Leser:innen kennen Francis

Alÿs allerdings bereits seit 2000 – dank einem

Fokus-Beitrag, für den er eine Bildspur beigesteuert

hatte.

(*1984), Aurélie Strumans (*1987) und Jan

Vorisek (*1987). Der Preis beinhaltet jeweils

einen Scheck à CHF 15’000, einen Werkankauf

durch Manor sowie einen Beitrag an eine

Ausstellung im Kunstmuseum der jeweiligen

Stadt und den Katalog. Präsentiert werden die

Kunstschaffenden 2023 in Ausstellungen wie

folgt: Gina Folly im Kunstmuseum Basel, Lou

Masduraud im MAMCO, Genève, Linda Semadeni

im Bündner Kunstmuseum, Chur, Juliette

Uzor im Kunstmuseum St. Gallen, Reto Müller

im Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen,

Aurélie Strumans im Kunstmuseum Wallis und

Jan Vorisek im Kunstmuseum Winterthur. Die

enge Verknüpfung mit den örtlichen Museen

sorgt dafür, dass der Manor-Kunstpreis einer

ganzen Reihe von Künstler:innen den Weg

zum internationalen Durchbruch geebnet hat.

Damit ist der 1982 von Philippe Nordmann ins

Leben gerufene Preis zu einem der wichtigsten

Förderpreise des zeitgenössischen Kunstschaffens

in der Schweiz geworden. Er wird

jährlich und alternierend in den Städten Aarau,

Basel, Biel, Chur, Genf, Lausanne, Lugano,

Luzern, Schaffhausen, Sitten, St. Gallen und

Winterthur vergeben.

Francis Alÿs, 2022. Foto: Roberto Ruiz

Manor Kunspreise 2023

Schweiz — Für die Manor Kunstpreise 2023

wurden folgende sieben Preisträger:innen

aus sieben Kantonen ausgewählt: Gina Folly

(*1983), Lou Masduraud (*1990), Linda Semadeni

(*1985), Juliette Uzor (*1992), Reto Müller

Gina Folly; Juliette Uzor; Lou Masduraud; Linda

Semadeni; Reto Müller; Aurélie Strumans; Jan

Vorisek. Fotos: Reto Schmid, Brigham Baker, Elise

Ortiou-Campion, Rebecca Bowring, Rob Kulise

NOTIERT // NAMEN / PREISE 107


Georg und Josi Guggenheim-Preis

Zürich — Seit 2018 richtet die Dr. Georg und

Josi Guggenheim-Stiftung alternierend an

einen Kunstschaffenden aus der Schweiz und

dem Nahen Osten den Guggenheim-Preis aus,

bestehend aus einer Residency im jeweils

anderen Land. Nach der pandemiebedingten

mehrjährigen Pause wurde nun Mirna Bamieh

(*1983) als Preisträgerin zu einem Aufenthalt

in die Schweiz eingeladen. Die Künstlerin

stammt aus Ramallah und wird von September

bis Dezember in der Binz39 arbeiten. Mirna

Bamieh studierte Psychologie an der Birzeit

University in Ramallah (2002–2006) sowie Fine

Arts an der Bezalel Academy of Arts and Design

in Jerusalem (2011–2013) und absolvierte

das Ashkal Alwan Home Works study program

in Beirut (2013/14). Zudem liess sie sich als

professionelle Köchin ausbilden. Mit diesem

Hintergrund entwickelt sie künstlerische Projekte,

bei denen Nahrungsmittel, gemeinsames

Essen und eine Ökonomie des Teilens zu einer

erfrischenden Form von Selbsterfahrungen

und Gemeinschaftserlebnis führen. Zu ihren

Projekten gehören ‹Maskan Apartment Project›,

‹Potato Talks Project› und ‹Palestine Hosting

Society›. Im Basel Peace Forum in der Kaserne

Basel ist eine Präsentation geplant.

und Übergängen zwischen gelebtem Raum,

Behausung und Immobilie. Indem sie ihre

Aufnahmen mit gefundenen Textfragmenten aus

unterschiedlichen literarischen und populären

Quellen überblendet, gelingt es ihr, zwischen

den kulturell disparaten Sphären von Städten

in Asien und Europa zu vermitteln. Zhangs

Reflexion über einen zunehmend von Selbstoptimierung

und Wertschöpfung geprägten Alltag

hat die Jury überzeugt. Die Preisvergabe basiert

auf einem mehrstufigen Vorgehen: Dozent:innen

nominierten aus sieben Schweizer Kunsthochschulen

drei bis fünf Absolvent:innen (mit Masterabschluss)

aus den vergangenen fünf Jahren.

Die Jury wählte daraus die fünf Finalist:innen

aus, die ihre Arbeit präsentieren konnten und

aus deren Kreis Jiajia Zhang erkoren wurde. Die

Preisverleihung wird in der ZHdK abgehalten,

der ehemaligen Schule der Preisträgerin.

Jiajia Zhang

↗ www.syjmb.foundation

AUSSCHREIBUNGEN

Swiss Art Awards

Mirna Bamieh

↗ www.guggenheim-stiftung.ch

Yoshikawa Förderpreis 2022

Zürich — Jiajia Zhang wurde der Shizuko Yoshikawa

Förderpreis verliehen. Der Preis ist mit

CHF 25’000 dotiert und richtet sich ausdrücklich

an Künstlerinnen. Die Jury würdigt Jiajia

Zhangs Auseinandersetzung mit den medialen

Bildwelten und Vertriebskanälen unserer Zeit.

Ihre Arbeiten suchen nach den Unterschieden

Bern — Das Bundesamt für Kultur schreibt

die Swiss Art Awards und Swiss Design

Awards 2023 aus. Teilnahmeberechtigt sind

Kunstschaffende, Architekt:innen sowie

Kritiker:innen, Herausgeber:innen und

Kurator:innen aus den Bereichen Kunst und

Architektur mit Schweizer Nationalität oder mit

Wohnsitz oder Sitz in der Schweiz. Bei Gemeinschaftsarbeiten

muss mindestens ein Gruppenmitglied

das Schweizer Bürgerrecht besitzen

oder einen festen Wohnsitz in der Schweiz

haben. Die Wettbewerbe sind zweistufig, in der

ersten Runde wählt die Eidgenössische Kunstkommission

(EKK) unter Beizug von Fachperso-

108 Kunstbulletin 11/2022


nen aus den teilnahmeberechtigten Eingaben

die Teilnehmenden der zweiten Runde aus. Die

zur zweiten Runde eingeladenen Positionen

stellen im Rahmen der öffentlichen Ausstellungen

Swiss Art Awards und Swiss Design Awards

ihre Arbeiten vor, anhand derer die Jurys über

die Preisvergabe entscheiden.

→ Swiss Art Awards Ausstellung, 12.–18.6.,

Halle 1.1, Basel; Eingabeschluss: 8.12.

↗ www.gate.bak.admin.ch

Kiefer Hablitzel | Göhner Kunstpreis

Bern — Der Kiefer Hablitzel | Göhner Kunstpreis

richtet sich an in der Schweiz lebende

oder studierende Kunstschaffende (mindestens

mit BA-Abschluss) unter 30 Jahren und

wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt

für Kultur und der Ernst Göhner Stiftung

durchgeführt. Der Wettbewerb ist zweistufig,

aus den Teilnehmenden der ersten Runde wird

eine Auswahl an die Ausstellung im Rahmen

der Swiss Art Awards in Basel eingeladen. Auf

Grund der dortigen Präsentation werden dann

die Preise gesprochen.

→ Eingabeschluss: 13.12.

↗ www.kieferhablitzel.ch

Shifting Places

Bern — artlink lanciert die Initiative ‹Shifting

Places› und wird dabei von der Schweizer

Kulturstiftung Pro Helvetia unterstützt. Das

Angebot richtet sich an Kunst- und Kulturschaffende,

die vor einem Krieg in die Schweiz

geflüchtet sind. Die Initiative beruht auf den

drei Pfeilern des künstlerischen Wirkens –

Vernetzen, Kreieren und Teilen – und wird mit

verschiedenen Partnerinstitutionen umgesetzt.

↗ www.artlink.ch

Merck-Preis für Fotografie

Darmstadt — Mit den aktuellen weltweiten

Krisen schwindet für viele Menschen das

Gefühl von Sicherheit. Wie kann Fotografie die

enormen Veränderungen erfassen? Welche

Bilder ermöglichen es uns, eine verunsicherte,

diverse Welt im turbulenten und komplexen

Wandel besser zu verstehen – und den offenen

Ausgang des Experiments im Blick zu haben?

Diesem Thema widmet sich das Festival ‹Tilt/

Shift – Experiment als Normalzustand›. Ein

zentrales Element des Festivals ist der mit

€ 10’000 dotierte Preis, der von dem Darmstädter

Wissenschafts- und Technologieunternehmen

Merck gestiftet wird. Zur Bewerbung

können Arbeiten oder Serien zum Jahresthema

eingeschickt werden. Zehn Einreichungen werden

ausgewählt und in der zentralen Ausstellung

präsentiert.

→ 12. Darmstädter Tage der Fotografie,

28.4.–7.5.

→ Eingabeschluss (Posteingang): 15.11.

↗ www.dtdf.de

Residenzen Schweizer Institut

Mailand/Palermo/Rom — Das Schweizer Institut

bietet Residenzen für Kunstschaffende und

Forscher:innen, die zur Zukunft von Kunst, Wissenschaft

und Innovation beitragen möchten.

Die Ausschreibungen stehen Schweizer:innen

oder Personen mit einer nachweislichen

Verbindungen zu kulturellen oder wissenschaftlichen

Institutionen in der Schweiz offen.

Folgende Möglichkeiten werden parallel für

Künstler:innen und Forscher:innen angeboten:

‹Roma Calling›: Das Istituto Svizzero in Rom

bietet in der Villa Maraini während zehn Monaten

die Möglichkeit, Forschung zu betreiben

und gleichzeitig am transdisziplinären Programm

zu partizipieren; ‹Milano Calling›: siebenmonatiges

Residenzprogramm in Mailand;

‹Palermo Calling›: dreimonatiges Residenzprogramm

im Palazzo Butera in Palermo; ‹Summer

Schools› in der Villa Mariani, Rom: Angebot für

Forscher:innen von Universitäten und Hochschulen,

die sowohl ein mit Italien verbundenes

als auch ein interdisziplinäres Projekt vorlegen,

das Kunst und Wissenschaft verbindet;

‹Senior Fellowships›: für Künstler:innen,

NOTIERT // PREISE / AUSSCHREIBUNGEN 109


Forscher:innen mit Projekten, die einen Bezug

zu Italien aufweisen oder interdisziplinär sind.

→ Eingabeschluss Residenzen: 16.1.

→ Eingabeschluss Summer Schools: 5.12.

↗ www.istitutosvizzero.it

Vision du Réel

Nyon — ‹Vision du Réel – International Film

Festival› gilt seit seiner Gründung 1969 als eine

der weltweit wichtigsten Veranstaltungen im

Bereich des Dokumentarfilms. Zahlreiche Filme

werden in diesem Rahmen jeweils erstmals öffentlich

gezeigt. Für die Ausgabe 2023 können

jetzt Filme und Projekte eingereicht werden.

→ Visions du Réel, 21.–30.4.

→ Eingabeschluss: 7.11./22.12.

↗ www.visionsdureel.ch

MoorArt

Seliger Moor — Die ThalwilerHofKunst plant

die Outdoor-Ausstellung ‹MoorArt›. Dazu sind

Künstler:innen eingeladen, ihre Ideen mit den

entsprechenden Unterlagen einzureichen.

Eine Fachjury wird zwölf Werke auswählen,

die umgesetzt und in der traumhaften Oase

im Knonauer Amt von Juni bis Oktober 2023

gezeigt werden.

→ Rundgang: 19.11., 11 Uhr (Park-Eingang)

→ Eingabeschluss: 17.12.

↗ www.thalwilerhofkunst.ch

Internationales Trickfilm-Festival Stuttgart

Stuttgart — Im Zentrum des ‹Internationalen

Trickfilm-Festivals Stuttgart/ITFS› stehen der

künstlerische Animationsfilm sowie innovative

interaktive und transmediale Arbeiten. Umfassende

Film- und Wettbewerbsprogramme sowie

kuratierte Rahmenprogramme garantieren

spannende Inspirationen und Insights in den

Kinos, auf dem Schlossplatz sowie im virtuellen

Raum. Ab sofort können fertiggestellte

Animationsfilme für die Hauptwettbewerbe des

Festivals – Internationaler Wettbewerb, Young

Animation, Tricks for Kids, Trickstar Nature

Award – eingereicht werden. Zudem können

für den Internationalen Langfilm-Wettbewerb

AniMovie Projekte vorgeschlagen werden.

→ Eingabeschluss Hauptwettbewerbe: 1.12.

→ Eingabeschluss AniMovie: 16.1.

↗ www.ITFS.de

↗ www.shortfilmdepot.com

Pro-Helvetia-Recherchereisen

Zürich — Kulturschaffende aus der Schweiz

können sich für weltweite Recherchereisen

bewerben. Eine Eingabe ist ganzjährig möglich,

spätestens aber drei Monate vor Reisebeginn.

Die Eingabe muss in englischer Sprache erfolgen.

Der Aufenthalt ist auf vier Wochen begrenzt

und dient dazu, Inspiration zu schöpfen, Netzwerke

zu knüpfen und Recherchen zu tätigen.

Bewerben können sich Schweizer oder in der

Schweiz ansässige Kulturschaffende sowie Kulturschaffende

aus einer Region der Pro-Helvetia-Verbindungsbüros

(arabische Region, China,

Russland, Südamerika, Südasien, Westafrika,

Zentralafrika, Ostafrika und südliches Afrika).

↗ myprohelvetia.ch

DIES UND DAS

Sanierung Museum Langmatt — Spendenaufruf

Baden — Das Museum sowie das Unterstützungskomitee

Pro Langmatt rufen zu Spenden

auf, um die mehr als 120-jährige Villa mit einer

der bedeutendsten Privatsammlungen des

französischen Impressionismus in Europa und

den öffentlich zugänglichen Park zu bewahren.

Mit Hilfe von Privatpersonen, Unternehmen und

Stiftungen sollen insgesamt rund CHF 2,3 Mio.

gewonnen werden. Das Sanierungsprojekt

umfasst auch wesentliche Neuerungen für das

Publikum, etwa einen Pavillon für Veranstaltungen,

einen neuen Eingangsbereich mit zeitge-

110 Kunstbulletin 11/2022


mässer Museumsinfrastruktur, einen Lift und

Ganzjahresöffnung. Gestützt wird das Vorhaben

durch die 2020 vom Badener Einwohnerrat und

Stadtrat verabschiedete Strategie ‹Zukunft

Langmatt›. Neben dem Engagement von Stadt,

Kanton und Gemeinden stellen Spenden einen

bedeutenden Anteil an der Finanzierung dar.

Unter der Leitung von Alt-Nationalratspräsidentin

Christine Egerszegi-Obrist setzen sich zahlreiche

Persönlichkeiten aus der Badener Politik,

Wirtschaft und Kultur dafür ein, dass die Villa,

das Museum und der Park saniert werden und

auch für die Öffentlichkeit erhalten bleiben. Mit

Markus Stegmann als Direktor hat das Museum

Langmatt sein Angebot deutlich erweitert und

die Besucherzahlen auf rund 15’000 Personen

pro Jahr verdoppelt. Die Vielfalt an Aktivitäten

entspricht dem Bedürfnis eines breiten

Publikums und macht die Langmatt zu einem

zentralen Ort Badener Identität. Zudem spiegelt

sich hier auch Schweizer Wirtschaftsgeschichte:

Eine der ABB-Gründerfamilien, Sidney und

Jenny Brown, liessen die Langmatt als Wohnhaus

errichten, und bis heute atmet das Haus

deren unternehmerischen Geist.

Museumsfoyer in eine kreative Plattform für

zeitgenössische Kunst mit Live-Performances,

Filmen, Talks sowie Musik, Poesie und Tanz.

Die Künstler:innen realisieren gemeinsam mit

Chus Martínez, Leiterin des Instituts Kunst

Gender Natur, ein eigens für die Fondation

Beyeler konzipiertes Programm, wobei jede

der 14 Abendveranstaltungen als ein kleines

Performance-Festival verstanden werden kann.

Inspiriert durch das ehemalige Katzenmuseum,

das sich bis 1994 auf dem Gelände der

Fondation befand, verbindet die Reihe Projekte

in unterschiedlichen Formaten und Medien.

Das Institut Kunst Gender Natur thematisiert,

wie Kunst und Kunstschaffende Kreativität,

Fantasie und die Vorstellung von einer gemeinsamen

hoffnungsvollen Zukunft anzuregen

vermögen. «Eine neue Welt zu hören» bedeutet

in diesem Zusammenhang, offen und empfänglich

zu sein, sich auf die Kunstwerke und

Künstler:innen einzulassen und ein Gefühl von

Gemeinschaft zu entwickeln, das Einsamkeit

und Angst in den Hintergrund treten lässt.

Während der Veranstaltungen bleiben das

gesamte Museum, das Restaurant und der Park

der Fondation Beyeler geöffnet. Die ‹Friday

Beyeler› sind im Museumseintritt inbegriffen

und können ohne Anmeldung besucht werden.

→ Fondation Beyeler, bis 16.12., jeden Freitag,

18–22 Uhr ↗ www.fondationbeyeler.ch

Bone 2022 — Deep-Focus

Museum Langmatt, Baden

↗ spenden.langmatt.ch

Basel FHNW

Basel — In Zusammenarbeit mit dem Institut

Kunst Gender Natur lädt die Fondation Beyeler

an 14 Abenden zu ‹Friday Beyeler› ein. Unter

dem Titel ‹I Hear a New World – 14 Miaows

of the Future› verwandeln Studierende und

Künstler:innen, die am Institut lehren, das

Bern — Das Bone-Festival bietet erneut

Austauschformate an der Schnittstelle von

Performance, Clubkultur und Aktivismus. Dafür

vertieft ‹Deep-Focus› Kollaborationen mit

Künstler:innen und Kollektiven wie Criptonite,

café révolution und infinity rug. Ziel ist es,

dem Publikum neue künstlerische Formate zu

präsentieren, Diskurse anzustossen und einen

besonderen Fokus auf Austausch und inklusive

Zugänge zu legen. Zentrum der Festivalausgabe

ist erneut die Grosse Halle der Reitschule

Bern. An drei Tagen bzw. Nächten finden dort

Performances, Workshops, Day-Rave- und

Late-Night-Formate statt.

NOTIERT // AUSSCHREIBUNGEN / DIES UND DAS 111


Kulturlandschaft Obwalden

Ceylan Öztrük · Orientalien, Bone 2021.

Foto: Carla Schleiffer

→ Grosse Halle Reitschule Bern, 25.–27.11.

↗ www.boneperformance.com

Werkbeiträge Kanton Luzern

Emmen — Der Kanton Luzern fördert Kunstund

Kulturschaffende mit Werkbeiträgen, sodass

diese ein Projekt vertieft ausarbeiten und

das eigene Schaffen weiterentwickeln können.

Die Wettbewerbsausstellung in den Sparten

Freie und Angewandte Kunst findet 2022 in der

akku Kunstplattform statt. Neu wird auch das

anliegende Industrieareal sowie ein Teil des

Aussenraums bespielt. Eingeladen sind aus der

Sparte freie Kunst Barbara Davi, Lotta Gadola

und Anna-Sabina Zürrer sowie aus dem Bereich

angewandte Kunst Jadwiga Kowalska, Ralph

Kühne, Anja Wicke und Michel Ziegler.

Giswil — Bis Dezember ist die Turbine Giswil

Schauplatz des interdisziplinären Geschehens

‹Kulturlandschaft Obwalden›, das, getragen von

einem Verein, nach mehrjähriger Vorbereitung

Künstler:innen sowie Wissenschaftler:innen

aus Geologie, Klimakunde, Wasserbau u. a.

zusammenführt zu wechselseitigem Erkunden

des eigenen Erlebnisraums. Mehrere Kunstschaffende

realisierten neue Projekte: Olivia

Abächerli visualisiert die Wechselwirkung von

Besitztum und Landschaft. Nicole Buchmann

beschäftigt sich mit den Giswiler Hexenverfolgungen

im Jahr 1629. Die Partitur des Komponisten

Roman Britschgi setzt das zufällige

Aufleuchten von Lichtern am nächtlichen

Sarnersee in instrumentale Klänge um. Klimatische

Veränderungen und Neophyten rücken

Celia und Nathalie Sidler in den Fokus. Anna-

Sabrina Zürrer geht in ihrer Audioinstallation

Klängen in der Landschaft nach – in Höhlensystemen,

Murmeltiergängen, Strassentunnels.

Arbeiten von Künstler:innen, die sich früher mit

der Obwaldner Landschaft auseinandersetzten,

etwa Jo Achermann oder Judith Albert, werden

in Fotos oder Videos dokumentiert. Auf dem

Brünig ist eine Skulptur von Christian Kathriner

zu sehen. Veranstaltungen wie Konzerte,

Vorträge, Lesungen, Exkursionen begleiten die

Schau. NO

akku Kunstplattform, Innenansicht, 2022

→ akku Emmen, 19.11.–14.12.

↗ www.akku-emmen.ch

Blick in die Turbinenhalle Giswil mit der

Ausstellung ‹Kulturlandschaft Obwalden›

→ Turbine Giswil, bis 3.12.

↗ www.kulturlandschaft.ow.ch

112 Kunstbulletin 11/2022


Performancepreis Schweiz

Luzern — Der Kanton Luzern ist Gastgeber des

Performancepreis Schweiz 2022, der im Kunstmuseum

Luzern ausgetragen wird. Parallel

dazu findet ein vielseitiges Rahmenprogramm

unter Beteiligung von Luzerner Performanceschaffenden

statt. Es sind Performances, Interventionen,

Diskussionen und Lectures in Planung.

Der Performancepreis Schweiz ist eine

partnerschaftliche Förderinitiative der Kantone

Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Luzern,

St. Gallen, Zürich und der Stadt Genf.

Raum für Kunst und Kultur bietet.» Sowohl in

der Trinkhalle wie in der Kurbrunnenanlage

werden existenzielle Themen wie der Umgang

mit den ökologischen Ressourcen, die Fragilität

des Lebens und der Natur aufgegriffen, und die

unterschiedlichen Kunstwerke spannen einen

weiten Bogen von traditionellen Materialien zu

elektronischen Medien.

Johanna Kotlaris · Gaze, 2020. Foto: Remy

Ugarte Vallejos

→ Kunstmuseum, Performancepreis 12.11.;

Rahmenprogramm 11.–13.11.

↗ www.performanceartaward.ch

Kunst local Rheinfelden

Rheinfelden — Die Kurbrunnenanlage stellt

Künstler:innen einen inspirierenden Rahmen

bereit und bietet sich für ortsbezogenes Arbeiten

geradezu an. Alle zwei Jahre findet hier eine

jurierte Gruppenausstellung statt, beteiligt sind

in dieser Ausgabe von ‹Kunst local Rheinfelden›

14 Kunstschaffende aus beiden Rheinfelden.

Der Kurator Tyrone Richards weist in seinem

Text auf die Parallele von Kunst und Quelle hin:

«Sie ist sowohl ein schonungsloser Spiegel als

auch eine trostspendende Quelle. Insbesondere

diese zweite Metapher fügt sich nahezu

nahtlos in die Geschichte der Trinkhalle ein; ein

Ort der Heilung und der Medizin, welcher heute

Michel Winterberg · Mutated Tamagotchi,

2013, interaktives Mixed-Media-Objekt,

elektronische Komponenten, Vogelfedern

→ Kurbrunnenanlage, 4.–20.11.

↗ www.kultur-rheinfelden.ch

hoW ARe you

Schaffhausen — Das Schaffhauser Kunstprojekt

‹Das Feministische Kapital› zeigt in der

Kunstkasten-Ausstellung Werke von polnischen

und ukrainischen Künstlerinnen, die

mit Krieg und Flucht konfrontiert sind. In ‹hoW

ARe you› visualisieren sie ihren Alltag in den

Kriegs- und Grenzgebieten. Am 24. Februar hat

sich ihre Lebensrealität radikal in ein Davor und

Danach geteilt, und dies wirkt sich auch auf

ihre künstlerische Sprache aus. Natalia Wiernik

brachte eine gehäkelte Decke ihrer Grossmutter

aus Butcha mit. Anastasiia Nekypila

beschreibt ihre Praxis als «anthropologische

Recherche», und Elena Subach führt aus:

«Ich dokumentiere die Gegenwart, denn die

Geschichte entrollt sich in ihrer kondensierten

NOTIERT // DIES UND DAS 113


Form hier und jetzt.» Mit dem Kriegsgeschehen

rückt auch die Solidarität der Frauen in den

Fokus. So wiederholt Maria Matiashova die

Geste einer geflohenen Frau aus Mariupol, die

nach drei Wochen Belagerung zwei gekochte

Eier mit 14 Menschen teilte. Sie weist damit auf

die heilende Kraft von Empathie und Nächstenliebe:

«Kollektive Trauer und gemeinsame

Gefahren lernen uns eine grosse Empathie.

Diejenigen, die haben, teilen mit denen, die Not

leiden, und diejenigen in Not werden noch ihr

Hemd vom Leib weggeben.» Feminismus wird

hier praktisch verstanden, als «eine Solidarität

von Frauen in Aktion». Weitere Beteiligte sind:

Ala Savashevich und Karolina Gembara.

Maria Matiashova · «… I remember dividing two

boiled eggs into 15 pieces. everyone was so

happy …», Lektionen der Liebe, Video, 2022

→ Kunstkasten, bis 11.12.

↗ www.collettiva.ch

stäfART 2022

Stäfa — Anlässlich der Stäfner Kunsttage

öffnen 31 Künstler:innen aus Stäfa, Uerikon

und Hombrechtikon die Türen ihrer Ateliers und

ihrer Ausstellungsräume und bieten Kunstinteressierten

die Gelegenheit, Atelierluft zu

schnuppern und sich mit Kunst auseinanderzusetzen.

Das Museum zur Farb ist wiederum die

Drehscheibe der stäfART. Alle Künstlerinnen

und Künstler sind im Ortsmuseum mit einem

Werk präsent. Organisiert wird das Ereignis

vom Verein stäfART, dem 120 Kunstschaffende

und kunstinteressierte Personen angehören.

Am Wochenende verkehren Shuttlebusse zwischen

Bahnhof und Museum zur Farb.

VAM

Der Verein stäfARt in Aktion, 2022

→ 4.–6.11. ↗ www.staefart.ch

Zürich — Während der Pandemie wurde die

eigene Verwundbarkeit sichtbarer, körperlich

wie emotional. Vorerkrankungen wurden

thematisiert, aber auch häusliche Gewalt oder

Einsamkeit in den eigenen vier Wänden. Sich

verletzlich zu zeigen braucht jedoch Mut und

wird gesellschaftlich oft negativ konnotiert.

Die eigene Verletzlichkeit sollte überwunden

werden, Resilienz lautet das Ziel, mit der

vermeintlich Stärke einhergeht. Allerdings kann

Verwundbarkeit auch ermächtigend sein und

ein solidarisches Miteinander ermöglichen. Sie

kann den Blick für jene Missstände schärfen,

die Menschen überhaupt erst verwundbar

machen: von patriarchalen Strukturen, kapitalistischen

Wertschöpfungsketten bis hin zur

Klimakrise. Ende November werden bei ‹VAM›,

eine Ateliergemeinschaft in Zürich Affoltern,

verschiedene Perspektiven auf das Thema

«Verwundbarkeit» eröffnet. Die Ausstellung

wird von Giulia Bernardi kuratiert und gemeinsam

mit folgenden Künstlerinnen und Künstlern

umgesetzt: Reto Boller, Maya Bringolf, Aldo

Mozzini, Jos Näpflin, Silva Reichwein, Christoph

Schreiber und Guido Vorburger.

→ VAM, 19./20. und 26./27.11, 14–18 Uhr, oder

nach Vereinbarung ↗ www.v-a-m.space

Chateau Hornegg

Zürich — Die Liegenschaften an der Seefeldstrasse

im Zürcher Riesbach-Quartier

bilden eine vielteilige Gebäudegruppe, welche

114 Kunstbulletin 11/2022


die Entwicklung von einer ländlichen Streusiedlung

hin zum Stadtquartier illustriert.

Jahrzehntelang war dort die Quartier-Beiz

‹Hornegg› eingemietet. Nun plant die Stadt

die Gesamtsanierung des Gebäudekomplexes.

Bis es so weit ist, werden nun die drei unabhängigen

Kunsträume Kunsthaus Aussersihl,

Lokal 14 und 6 ½ aktiv. Im November kuratiert

das Kollektiv 6 ½ in den Räumlichkeiten des

ehemaligen Restaurants und den darüberliegenden

Wohnungen zwei Ausstellungen. 6 ½ ist

ein unabhängiger, nomadischer Offspace, der

von den drei Künstlern Peter Baracchi, Philipp

Ehgartner und Mischa Camenzind geführt wird

und ca. einmal jährlich Interventionen in leer

stehenden Gebäuden – Betonfabrik, Textilspinnerei,

Bürogebäude oder die alte Zentralwäscherei

– organisiert. Die eingeladenen

Künstler:innen sollen jeweils möglichst frei auf

den zu bespielenden Ort und dessen Architektur

eingehen können. Oft entstehen dadurch

ortsspezifische Arbeiten, die dem alten Gemäuer

für kurze Zeit neues Leben einhauchen.

Zürich — Der Verein Die Zürcher Galerien/DZG

sowie die Organisator:innen von ‹Zurich Art

Nov!› bieten ein Wochenende voller spannender

Ausstellungen und Gelegenheiten, sich

mit Künstler:innen auszutauschen. So wird

beispielsweise mit dem Departement Bildende

Kunst der ZHdK eine Veranstaltung organisiert,

die einen Einblick in die junge Zürcher

Kunstszene ermöglicht. Weitere Angebote sind

Screenings, offene Ateliers, Architekturführungen

und vieles mehr.

→ 11.–13.11. ↗ www.dzg.ch

↗ www.zurichartweekend.com

AICA-Workshop Schreiben über Kunst

Zürich — Der diesjährige AICA-Workshop

‹Schreiben über Kunst› steht ganz im Zeichen

von ‹Kunstkritik im digitalen Zeitalter›. Die

Sektion Schweiz des Internationalen Verbands

der Kunstkritiker:innen AICA lädt alle

Interessierten ein – angeregt durch ein kurzes

Input-Referat von Sonja Gasser und in Auseinandersetzung

mit unterschiedlichen digitalen

Publikationsformaten –, verschiedene Aspekte

des Rezensierens von Kunst und der Verbreitungswege

solcher Rezensionen zu diskutieren.

Einzelne Themen des Workshops fliessen

jeweils in die zusammen mit Kunstbulletin

realisierte Publikationsreihe ‹Schreiben über

Kunst› ein, deren neuste Ausgabe diesem Heft

beiliegt. Weitere Exemplare sind über die AICA

oder Kunstbulletin kostenlos erhältlich.

Chateau Hornegg, 2022, Emailschild.

Foto: Peter Baracchi

→ 1. Teil, 11.– 26.11.; 2. Teil, 2.–17.12.

↗ www.sechseinhalb.ch

Zürcher Galerien-Wochenende

Patricia Bucher · Zeichnung für ‹Schreiben

über Kunst 2022

→ Cabaret Voltaire, 27.11., 13.30–18 Uhr; im Anschluss

Buchvernissage und Apéro; Anmeldung

(bis 23.11.) bei: info©aica.ch ↗ www.aica.ch

NOTIERT // DIES UND DAS 115


AGENDA

Schweiz *0041

Aarau Aargauer Kunsthaus, Aarau, Aargauerplatz Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau –ı 15.1.

Forum Schlossplatz, Schlossplatz 4 Mit Haut und Haar –ı 8.1.

Rathaus Aarau, Rathausgasse 1, *62 834 0230

Félicia Eisenring – The wings 19.11.–18.2.

we lack

Kunst im Kantonsspital, Tellstrasse 25, *62 824 4067 Poesie in Bild und Text –ı 23.4.

Adligenswil z s u z s a’ s galerie, Luzernerstr. 15, *41 370 19 19 gedanken.strich 5.11.–17.2.

Aesch Reformierte Kirche Aesch-Pfeffingen, Herrenweg 14 Johanna Gerber – Sakrale Zeiten? –ı 5.11.

Aeugst am Albis KommBox, Gemeindehaus, Dorfstrasse 22

Wer-ich-sein – Das weitergehende

–ı 8.1.

Kunstprojekt

Allschwil Kirche St. Peter und Paul, Allschwil, 51 Baslerstrasse Nadine Seeger, Brigitte Lacau,

–ı 2.11.

Rudolf Steiner – Sakrale Zeiten?

St. Theresia-Kirche, Baslerstrasse 242

René Küng, Irene Hänni, Micha

–ı 2.11.

Hein – Sakrale Zeiten?

Altdorf Haus für Kunst Uri, Herrengasse 4, *870 29 29 Familienbande – Caroline Minjolle,

Karoline Schreiber, Susanne Dubs

–ı 20.11.

Amsteg

Welti Modern Art – c/o Hotel Stern und Post,

Gotthardstrasse 88, *44 202 4041

Willi Hartung – Ein Malerpoet

–ı 10.11.

Helen Dahm 11.11.–11.12.

Appenzell Kunsthalle Ziegelhütte, Ziegeleistr. 14, *71 788 18 60 Collecting – Revisited 6.11.–5.3.

Kunstmuseum Appenzell, Unterrainstrasse 5

Der Welt viel tiefe Welten – Regula 6.11.–5.3.

Engeler, Jochen Heilek

collecting: revisited 6.11.–5.3.

Arbon Galerie Adrian Bleisch, Grabenstr. 2, *71 4463 890 Roland Iselin –ı 29.10.

Grossformate 12.11.–26.11.

Arlesheim Forum Würth Arlesheim, Dornwydenweg 11, *61 705 95 95 Tomi Ungerer – Sammlung Würth –ı 20.11.

Burg Birseck Barbara Groher – Sakrale Zeiten? –ı 31.10.

Ascona Museo Castello San Materno, Via Losone 10, *91 759 8160 Dimitra Charamandas –ı 18.12.

Museo Comunale d’Arte Moderna, Via Borgo 34,

*91 759 81 40

Stiftung Ignaz und Mischa Epper, Via Carrà dei Nasi 1,

*91 791 1942

Louise Nevelson

–ı 8.1.

Marianne Werefkin –ı 8.1.

Ignaz Epper –ı 30.10.

Fondazione Monte Verità, Strada Collina 84 Enrica Borghi — Molecole d’acqua –ı 1.11.

Galleria Sacchetti, Via Beato P. Berno 14, *91 791 20 79 Stretching the Eyes to a new

–ı 7.1.

Horizon

Magdalena Baranya – Fortune

–ı 7.1.

Cookies

Baar

foryouandyourcustomers, Standort Baar,

Georges Wenger –ı 30.11.

Bahnhofstrasse 4

Bad Zurzach Galerie Mauritiushof, Hauptstrasse 41, *56 249 2412 Äquilibrium – Daniel Mäder, Hans 4.11.–15.1.

Russenberger

Baden Museum Langmatt, Römerstrasse 30, *56 200 86 70 Schaufenster Archiv – Die

–ı 11.12.

Langmatt als musikalischer

Treffpunkt

Mark Wallinger –ı 11.12.

Galerie 94, Bruggerstrasse 37, Merker-Areal, *79 416 92 43 Gotthard Schuh – Italien –ı 12.11.

Kunst im Trudelhaus, Obere Halde 36

Jubiläumsausstellung – 10 Jahre –ı 29.10.

Kunst im Trudelhaus

Vom Gewicht der Leere – Pearlie 11.11.–22.1.

Frisch, Roman Sonderegger

Kunstfenster, Metro Shop/Fussgängerebene,

Und dann? Überlagerungen –

–ı 4.11.

Bahnhofstr. 40/42

Dekoratives oder Eskalation?

Kunstraum Baden, Güterstrasse (Toreinfahrt

Regionalwerke), Haselstrasse 15, *56 200 84 48

Gabi Fuhrimann –ı 20.11.

116 Kunstbulletin 11/2022


Baden — Gabi Fuhrimann,

Kunstraum Baden

Baden — Pearlie Frisch, Trudelhaus

Balsthal Galerie Rössli Balsthal, Herrengasse 8, *76 575 28 68 Nancy Wälti –ı 6.11.

Basel

Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, St. Alban- Ave Caesar! –ı 30.4.

Graben 5, *61 201 12 12

Cartoonmuseum, St. Alban-Vorstadt 28 Gabriella Giandelli –ı 30.10.

Cosey 12.11.–26.2.

Historisches Museum Basel, Barfüsserplatz 4,

Schöner trinken – Barockes Silber –ı 29.1.

*61 205 8600

aus einer Basler Sammlung

Kunsthalle Basel, Steinenberg 7, *61 206 9900

Die Schönsten Schweizer Bücher

–ı 6.11.

2021

Daniel Turner –ı 8.1.

Ketuta Alexi-Meskhishvili –ı 6.8.

Kunstmuseum Basel | Gegenwart, St. Alban-Rheinweg 60 Fun Feminism –ı 19.3.

Vivian Suter –ı 1.10.

–ı 22.1.

Kunstmuseum Basel | Hauptbau & Neubau, St. Alban-

Graben 16/20, *61 206 62 62

Museum der Kulturen Basel, Münsterplatz 20,

*61 266 56 00

Ich hätte gerne einen typischen

Chagall

Galop charivarique –ı 5.2.

Der Sammler Curt Glaser – Vom

–ı 12.2.

Verfechter der Moderne zum

Verfolgten

Zerrissene Moderne – Die Basler

–ı 19.2.

Ankäufe «entarteter Kunst»

tierisch! Keine Kultur ohne Tiere

Frohe Festtage! Weihnachts- und

Neujahrskarten

–ı 20.11.

18.11.–18.1.

Stückwerk –ı 22.1.

Erleuchtet! –ı 22.1.

Memory –ı 5.7.

Basler Fasnacht –ı 31.12.

Museum Kleines Klingental, 26 Unterer Rheinweg

Bäume in Basel – Das Grün im

–ı 12.3.

urbanen Wandel

Museum Tinguely, Paul Sacher-Anlage 1 Anouk Kruithof –ı 30.10.

Territories of Waste –ı 8.1.

Lavanchy-Clarke – Kino vor

–ı 29.1.

dem Kino

Le Définitiv – c’est le Provisoire –ı 30.4.

RappazMuseum, Klingental 11, *61 681 7121 Klaus J. Schoen –ı 27.11.

Helvetia Art Foyer, Steinengraben 25 Kunstsammler und Patron –ı 22.12.

Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G, Spitalstrasse 18, Transylvania’s hidden treasures –ı 6.11.

*61 262 01 66

Al-Ferdaws Moschee, 6 Leimgrubenweg Pascal Joray, Raphael Bachmann – 30.10.–23.11.

Sakrale Zeiten?

Ausstellungsraum balagan Arts, Allschwilerstrasse 101 Nadine Seeger u. a. 11.–27.11.

AGENDA // SCHWEIZ 117


Basel — Albert Müller,

Galerie Carzaniga

Basel — Bruno Geda,

Galerie Eulenspiegel

Ausstellungsraum Klingental, Kasernenstrasse 23,

*61 681 6698

Diese Haut hält mich —

Ausstellung und Performances

Basement Hum – Laura Mietrup,

Robin Michel

12.11.–26.11.

–ı 13.11.

Cargo Kultur Bar, St. Johanns-Rheinweg 46, *61 321 0072 Protoplast – motodrom ogol phanic –ı 13.11.

Dock Kunstraum, Archiv und Ausleihe, Klybeckstr. 29, *gel-[archive] – Janis Polar –ı 6.12.

*61 556 4066

Galerie Carzaniga, Gemsberg 10

Informal Highlights,

–ı 14.1.

Expressionismus in der Schweiz

Ludwig Stocker, Susi Kramer

Galerie Eulenspiegel, Gerbergässlein 6, *61 263 70 80 Ibrahima Thiam, Bruno Geda

–ı 19.11.

Röné Bringold 24.11.–7.1.

Galerie Knoell AG, Luftgässlein 4 Dadamaino –ı 31.10.

Galerie Von Bartha Collection, Schertlingasse 16 Boris Rebetez – Place des Cubes –ı 29.10.

Gallery Ann Mazzotti, Horburgstrasse 80, *76 433 17 82 Elias Njima –ı 19.11.

Gartenbad Eglisee, Egliseestrasse 85 Eine temporäre Kunstintervention 29.10.–26.2.

Guillaume Daeppen | Gallery & Space for zines,

Christophe Lambert – The light 5.11.–14.1.

Müllheimerstrasse 144, *79 467 90 62

is near

Johanneskirche Basel, Mülhauserstrasse 145 Himmelschreiend –

–ı 26.11.

Sakrale Zeiten?

Leonhardskirche / Totenhalle, Leonhardskirchplatz 11 Aushalten – Innehalten –

–ı 11.11.

Sakrale Zeiten?

Matthäuskirche, Matthäuskirchplatz, Feldbergstrasse 81 Brigitte Lacau, Christian Jaeggi – –ı 30.11.

Sakrale Zeiten?

Mayday, Hafenstrasse 25 Tatjana Gerhard –ı 30.10.

Lou Masduraud 5.11.–18.12.

Nicolas Krupp, Rosentalstrasse 28 Liesl Raff –ı 29.10.

Walter Swennen 4.11.–23.12.

Peripherie 8, Holeestrasse 8 Roger Holliger – vor ein paar Tagen 29.10.–12.11.

Peterskirche Basel, Peterskirchplatz 7 Rose-Marie Joray-Muchenberger – –ı 1.12.

Sakrale Zeiten?

Sybille Krauer-Büttiker –

–ı 1.12.

Sakrale Zeiten?

Pascal Joray & Raphael

–ı 1.12.

Bachmann – Sakrale Zeiten?

Sarasin Art, Spalenvorstadt 14, *61 261 09 11 Eindrückliche Momente 2.11.–17.12.

SGBK, Spalenvorstadt 18, *61 361 61 48 Ellen Schneider –ı 5.11.

Kunz-Holdener Katharina 10.11.–26.11.

St. Clarakirche, Claraplatz 6 Hans Georg Aenis – Sakrale Zeiten? –ı 6.11.

Stampa, Spalenberg 2, *61 261 79 10

Silvia Buol – Von kurzen und

–ı 29.10.

langen Wegen

Sabine Hertig – unconditional 3.11.–24.12.

Theodorskirche, Wettsteinplatz Rudolf Steiner – Sakrale Zeiten? 30.10.–23.11.

118 Kunstbulletin 11/2022


Vitrine, Basel, Vogesenplatz Ich Dien – Martin Chramosta –ı 30.10.

von Bartha Basel, Kannenfeldplatz 6 Boris Rebetez – Place des Cubes –ı 29.10.

Anna Dickinson 12.11.–21.1.

Hulda Guzmán –ı 21.1.

Wilde | Basel, Angensteinerstrasse 37, *61 311 70 51 Mounir Fatmi – The Point of No

–ı 4.11.

Return

Seline Burn, Mathieu Dafflon, Lenz 16.11.–20.1.

Geerk, Patricia Kaliczka

Basel/Liestal Kunsthalle Palazzo, Poststrasse 2 Sonja Feldmeier –ı 30.10.

Basel/

Münchenstein

HEK (Haus der Elektronischen Künste), Freilager-Platz 9,

*61 283 60 50

Earthbound –ı 13.11.

Basel/Muttenz Kunsthaus Baselland, St. Jakob-Str. 170, *61 312 8388 Werner von Mutzenbecher –ı 13.11.

Maude Léonard-Contant –ı 13.11.

Kelly Tissot –ı 13.11.

Claudia & Julia Müller –ı 31.12.

Basel/Oberwil Sprützehüsli, Hauptstrasse 32, *61 401 1806 120 Jahre SGBK Kunstinstallation 11.11.–11.12.

mit 65 Künstlerinnen

Basel/Riehen Fondation Beyeler, Baselstr. 101 Jubiläumsausstellung – Special 30.10.–8.1.

Guest Duane Hanson

Doris Salcedo – Palimpsest –ı 17.9.

Kunst Raum Riehen, Baselstrasse 71 Georg Freuler –ı 6.11.

Künstlerhaus Claire Ochsner, Baselstr. 88, *61 641 1020 Himmelwärts – Claire Ochsner 19.11.–12.3.

Fabelwesen – Claire Ochsner –ı 13.11..

Galerie Lilian Andrée, Gartengasse 12, *61 641 09 09 Matthias Holländer – Fotografie –ı 6.11.

Laurent Reypens – Malerei und 13.11.–15.1.

Objekte

Galerie Mollwo, Gartengasse 10, *61 641 1678

Daniel Chiquet – Faltungen in

–ı 30.10.

Stahl

Franziska Schemel 13.11.–15.1.

Bellinzona Museo Villa dei Cedri, Piazza San Biagio 9, *58 203 17 31 Pietro Sarto – Metamorfosi Infinite –ı 29.1.

Bern Historisches Museum Bern, Helvetiaplatz 5, *31 350 7711 Das entfesselte Geld –ı 8.1.

Kunstmuseum Bern, Hodlerstr. 8–12 Gurlitt – Eine Bilanz –ı 15.1.

Naturhistorisches Museum Bern, Bernastrasse 15

The Substitute – Alexandra Daisy –ı 30.11.

Ginsberg

Weltuntergang – Ende ohne Ende –ı 30.11.

Museum für Kommunikation, Helvetiastrasse 16 Planetopia – Raum für Weltwandel 13.11.–23.7.

Zentrum Paul Klee, Monument im Fruchtland 3 Isamu Noguchi –ı 8.1.

Paul Klee – Vom Rausch der

–ı 21.5.

Technik

Kunsthalle Bern, Helvetiaplatz 1 Simnikiwe Buhlungu –ı 4.12.

Affspace, Münstergasse 4, Postfach 509 Lang/Baumann – Perfect #6 –ı 19.11.

casita, Schwalbenweg 6a, *79 260 6612 Béatrice Gysin 11.11.–17.11.

Christine Brügger, Kramgasse 31 Ruth Dürrenmatt, Ivo Soldini 29.10.–19.11.

Galerie Bernhard Bischoff & Partner, PROGR_Zentrum für

Kulturproduktion, Waisenhausplatz 30, *31 312 0666

Galerie da Mihi | KunstKeller, Gerechtigkeitsgasse 40,

*31 332 11 90

Grand Palais, Thunstr. 3/Helvetiaplatz, *31 351 7454

Bernhard Huwiler, Martin Möll –

Tweeking the Ordinary

Gildas Coudrais –

Hinterglasmalerei

Doris Lasch und Sarina

Scheidegger

–ı 26.11.

11.11.–17.12.

4.11.–17.12.

Videocity x REX Box, Schwanengasse 9 REX Box – Augen/Blick Ukraine II –ı 30.10.

Videocity zu Gast in der REX Box 11.11.–30.11.

Bern «Augen/Blick Erinnerung»

Kunstreich AG Bern, Gerechtigkeitsgasse 76, *31 311 4849 Christine Aebi-Ochsner –ı 12.11.

Sonja Gsell-Faesser — Glück aus 17.11.–18.12.

Teilen bestehend

videokunst.ch, Showroom: PROGR, Waisenhausplatz 30 Bernhard Huwiler –ı 26.11.

AGENDA // SCHWEIZ 119


Chur — Für immer Wald, Galerie

Luciano Fasciati

Diessenhofen — Regina Masuhr,

Museum Kunst+Wissen

Bern / Hettiswil

b. Hindelbank

Museum/Galerie Illusoria-Land, Sandro Del-Prete,

Illusoria-Land, Rest. Kreuz, Hindelbankstr. 33,

*31 921 68 62

Biberist Schlösschen Vorder-Bleichenberg, Asylweg 15,

*32 672 29 89

Biel/Bienne Kunsthaus Centre d’art Pasquart, Seevorstadt 71,

*32 322 5586

Sandro Del-Prete, optische

Täuschungen und Holographien

–ı 31.12.

Retour vers le Futur –

–ı 13.11.

Jubiläumsausstellung

Francis Upritchard – A Loose Hold –ı 20.11.

Solo / Mute / Pan –ı 20.11.

Brig Galerie Zur Matze, Alte Simplonstr. 28, *27 946 01 22 Denise Eyer-Oggier –ı 30.10.

Brugg Zimmermannhaus Brugg, Vorstadt 19, *56 441 96 01 Otto Grimm, Noemi Eichenberger –ı 11.12.

Brunnen kunstkabinen.ch, Bahnhof Brunnen, Bahnhofstrasse Thomas Baggenstos 29.10.–28.1.

Bruzella Rolla Foundation, la Stráda Végia, (ex via Municipio), Where I Came From – Philip Rolla –ı 30.12.

*77 474 0549

Buchillon Aarlo u Viggo, galerie d’art, 1 Rue Roger de Lessert,

*78 300 25 01

Sophie Benvenuti & Felix Stöckle –ı 3.12.

–ı 30.4.

Bülach Kulturzentrum Sigristenkeller, Hans-Haller-Gasse 4,

*79 316 3027

Burgdorf Altes Schlachthaus Bernhard Luginbühl, Metzgergasse 15,

*79 665 08 47

Chilehügel der ref. Kirche Bülach –

Ueli Gantner

Bernhard Luginbühl, Befreundete

Künstlerinnen und Künstler

–ı 11.12.

Museum Franz Gertsch, Platanenstrasse 3 Your Life –ı 27.11.

Kaleidoskop – Franz Gertsch –ı 5.3.

Castasegna Sala Viaggiatori, 1 Via Principale Fragile – Eine zerbrechliche

–ı 23.4.

Ausstellung

Chiasso m.a.x. museo, Via Dante Alighieri 6 L’opera grafica «Carmina Burana» 6.11.–4.12.

di Giuliano Collina

l’opera grafica di Burri, Vedova, 30.10.–19.2.

Kounellis, Paolucci e Benedetti

Chur Bündner Kunstmuseum Chur, Bahnhofstrasse 35 Kunst und Stickerei –ı 20.11.

Jean-Frédéric Schnyder –

–ı 31.12.

Apocalypso

Forum Würth Chur, Aspermontstr. 1, *81 558 0558

François Morellet oder die

–ı 15.1.

Leichtigkeit der Geometrie

Luciano Fasciati, Süsswinkelgasse 25, *79 285 3457 Für immer Wald 5.11.–17.12.

Corcelles/NE Galerie Artemis, Rue de la Cure 2, *32 731 12 63 Laurent Pheulpin 29.10.–19.11.

Davos

Kirchner Museum Davos, Promenade 82, Ernst Ludwig

Kirchner Platz

Europa auf Kur – E. L. Kirchner,

Th. Mann und der Mythos Davos

–ı 30.10.

Delémont Galerie de la Fondation Anne et Robert Bloch, Rue de Fer 8 Giorgio Veralli –ı 20.11.

Diessenhofen Museum kunst + wissen, Museumsgasse 11, *52 533 11 67 Regina Masuhr –ı 26.3.

Senol Tatli –ı 26.3.

Dornach Kloster Dornach, Amthausstr. 7, *61 705 10 80 Lumen und Lux – Peter Diem –ı 2.2.

Glocke mit kuratierten

–ı 31.12.

Performances

Eglisau Galerie am Platz Eglisau, Obergass 23 Felix Studinka – Gegenlicht –ı 19.11.

120 Kunstbulletin 11/2022


Ennetbürgen Skulpturenpark Ennetbürgen, Stanserstrasse 81,

Skulpturenpark Ennetbürgen 2022 –ı 13.11.

*611 0510

Erlach Galerie Mayhaus, Galsstr. 3 Ruedy Schwyn –ı 20.11.

Frauenfeld Shed im Eisenwerk, Industriestr. 23, *52 728 8982 Palm Trees and Snowballs –ı 29.10.

Fribourg

Stadtgalerie Baliere Frauenfeld, Am Kreuzplatz,

*52 724 5620

Kunst-Raum Frauenfeld, Marktstr. 6, *52 722 2870

Kunsthalle Friart Fribourg, 22, Petites-Rames,

*26 323 23 51

Musée d’Art et d’Histoire Fribourg, Rue de Morat 12

Vreni Kauth

–ı 6.11.

Werner Gunterswiler 10.11.–4.12.

Jelmoli 1971 – F. Bissegger,

11.11.–27.11.

H. Bader, S. Wick, D. Henzi

Nora Kapfer

Monika Emmanuelle Kazi, La cour

des grands

Noémi Handrik – Muse(s):

Zeitgenössische Keramik

–ı 27.11.

–ı 27.11.

–ı 18.12.

Genève Centre de la Photographie Genève, 28, rue des Bains Lisa Barnard –ı 6.11.

Akosua Viktoria Adu-sanyah 23.11.–22.1.

Centre d’édition contemporaine, 15, rue des Rois Ms. America – Liz Craft 6.11.–3.2.

Villa Bernasconi, 8 route du Grand-Lancy

Patricia Bucher, Vicente Lesser,

–ı 11.12.

Sam Porritt, Jeanne Tara

Espace Labo, 5, bvd St-Georges, *079 564 8295

Thomas Bonny – Jelouzas ou

La Revolte de la Catelle

–ı 30.10.

Galerie Esther Woerdehoff, rue M.-Dellenbach / rue

Bergalonne 3

Catherine Henriette – Contes

d’hiver / été

–ı 10.11.

Halle Nord, 1, place de l’Ile Capsule 1.81 – Coline Mir –ı 29.10.

Wilde | Genève, 24, rue du Vieux-Billard, *22 310 0013 collectif_fact – dissonance 5.11.–21.12.

Société des Arts – Salle Crosnier, 2, rue de l’Athénée, Davide-Christelle Sanvee 18.11.–17.12.

*22 310 4102

Galerie Mezzanin, 63 rue des Maraîchers, *22 328 3802 Rudolf Polanszky –ı 26.11.

Gowen Gallery, Grand-Rue 23, *22 310 57 83

Melting Pot – Joana Vasconcelos,

–ı 5.11.

Ai Weiwei

Revival 17.11.–24.2.

Xippas, Rue des Sablons 6 Vik Muniz –ı 29.10.

Vera Lutter –ı 26.11.

Lionel Estève 5.11.–23.12.

Giornico fabbrica culturale baviera, 7 Via Cribiago, *77 410 91 04 Spazio 1 – Christian Rothacher 29.10.–29.1.

Spazio 2 – Museo, diverse Künstler 29.10.–29.1.

Spazio 3 – Anja Stehmann 29.10.–29.1.

Spazio 4 – Biblioteca 29.10.–29.1.

Spazio 5 – Archivio 29.10.–29.1.

Glarus Kunsthaus Glarus, Im Volksgarten Silvia Kolbowski –ı 27.11.

Laura Langer –ı 27.11.

Sammlung – Greta Leuzinger –ı 29.1.

Glarus Süd Antonio Wehrli Art Space, Freibergstrasse 2 Centrifugals – Antonio Wehrli 29.10.–29.11.

Glattfelden Gottfried Keller Zentrum, Gottfried-Keller-Strasse 8,

*44 867 3972

Peter A. Frey – Landschaften

(Acryl/Oel)

12.11.–15.1.

Gontenschwil Galerie Schlössli, Dorfstr. 399, *44 381 04 42 Schaufenster Intermezzo Ruth

–ı 30.11.

Truttmann

Grand-

Lancy / Genève

Ferme de la Chapelle, 39, rte de la Chapelle Adrien Chevalley – Appendices –ı 27.11.

Grenchen

Kunsthaus Grenchen, Bahnhofstrasse 53, vis-à-vis

Bahnhof Grenchen Süd, *32 652 50 22

Priisnagel 2022

Architekturauszeichnungen

Kanton Solothurn

3.11.–13.11.

Grindelwald Hotel Alpenhof, Kreuzweg 36, *33 853 52 70 Hansueli Urwyler –ı 31.12.

Härkingen Verein Alte Kirche Härkingen, Im Egge 6, *62 398 29 76 Jubiläum – 120 Jahre SGBK,

4.11.–20.11.

Sektion Bern/Romandie

Heiden Henry-Dunant-Museum / Dunant Plaza, Kirchplatz 9,

*71 891 44 04

Unternehmen Algerien

–ı 30.10.

Flagge zeigen –ı 30.10.

Hochdorf Kunstraum Hochdorf, Lavendelweg 8 Dessin –ı 30.10.

AGENDA // SCHWEIZ 121


Hombrechtikon art-noser Schaulager, Feldbachstrasse 80, *79 415 91 62 Vorbilder – Idole –ı 31.12.

Interlaken Kunsthaus Interlaken, Jungfraustrasse 55, *33 822 1661 Fussball ißt unser Leben –ı 27.11.

Galerie IHB Spectrum, Postgasse 16 Hansueli Urwyler –ı 31.12.

JungfrauPark, Obere Bönigstr. 100, *33 827 5757 Hansueli Urwyler –ı 31.12.

Isenthal Alp Geissboden / Gitschenen Bee City – Petra Gisler,

–ı 31.10.

Florian Maritz

Klosters- Kunsthaus Klosters, Landstrasse 173, *78 786 65 71 Kunsthaus Klosters –ı 30.11.

Serneus

Kölliken Dorfmuseum Kölliken, 43 Hauptstrasse Christa Hunziker, Roland Hächler – –ı 30.10.

Salvia

Kreuzlingen Museum Rosenegg, Bärenstr. 6, *71 672 8151 Marianne Jost-Schäffeler –

–ı 8.1.

unverkennbar anders

Kunstraum Kreuzlingen, Bodanstr. 7a, *71 671 1528 Oeuvre complète –

–ı 31.12.

Richard Tisserand

ryser & naef Art Room, Gaissbergweg 1 Herbstzeitlosen –

–ı 30.10.

Unsere Sammlung

Informell 6.11.–27.11.

Kriens Galerie Kriens, Obernauerstrasse 1 Dessin — Aspects (Im)matériels 21.10.–13.11.

Küsnacht Galerie im Höchhuus, Seestrasse 123 Andreas Biank 4.11.–27.11.

Laax Cularta, Via Falera, *78 635 96 65 Hans Moser – Am Anfang war

–ı 5.3.

kein Hund

Langenbruck Kloster Schönthal, Schönthalstrasse 158 if seven was five –

–ı 6.11.

Thomas Scheibitz

Langenthal Kunsthaus Langenthal, Marktgasse 13 Latefa Wiersch – Original Features –ı 13.11.

Susi und Ueli Berger, Latefa

–ı 13.11.

Wiersch

Laufen Ausstellungsraum Laufen, Bauerngasse 10 Rolf Schneebeli – Faszination 29.10.–4.12.

Interferenz

Laufenburg Rehmann-Museum, Schimelrych 12, *62 874 4270 Spitzentanz – Daniel Waldner –ı 19.2.

Lausanne Musée Cantonal des Beaux-Arts Lausanne, Plateforme 10,

Place de la Gare 16, *21 316 34 45

Sarah Margnetti – Manor

Kunstpreis Waadt 2022

Lubaina Himid – So Many Dreams 4.11.–5.2.

Fabienne Levy, Avenue Louis-Ruchonnet 6 Vanessa Safavi –ı 26.11.

Galerie Viceversa, Rue Mercerie 3, *21 323 96 34 Sous les doigts d’Esther Brinkmann 19.11.–17.12.

CHUV Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, rue du Objets Invisibles –ı 4.12.

Bugnon 46

Atelier & Galerie Raynald Métraux, Côtes-des-Montbenon 6, Frédéric Clot –ı 5.11.

*21 311 1666

Circuit, 9, av. de Montchoisi (accès quai Jurigoz),

*21 601 4170

Une situation – Robert Barry –ı 19.11.

Le Locle Musée des Beaux-Arts Le Locle, Marie-Anne-Calame 6,

*32 933 8950

Eaux Troublées – Edward

Burtynsky

–ı 8.1.

–ı 26.2.

Lens Fondation Opale, Route de Crans 1, *27 483 46 10 Présent Fugitif –ı 6.11.

Lenzburg Stapferhaus, Bahnhofstrasse 49 Natur – Und wir? 30.10.–29.10.

Leuk-Stadt Galleria Graziosa Giger, Badnerstrasse 1, *27 473 2442 Viviane Rombaldi Seppey 19.11.–8.1.

Lichtensteig Dogo Residenz für Neue Kunst, Hauptgasse 12 Dogo Totale – Home 12.11.–26.11.

Liebefeld Vidmarhallen Bern, Könizstrasse 161 SecondArt – Vom Brocki

4.11.–20.11.

ins Spotlight

Ligornetto Museo Vincenzo Vela, Largo Vela Marcel Dupertuis –ı 12.2.

Lindau Valley Art, Kemptpark 12 Mario Comensoli –ı 13.11.

Locarno la rada, via alla Morettina 2 Andrea Basileo, Ludovica De Santis –ı 13.11.

Locarno- Fondazione Marguerite Arp, Via alle Vigne 46, *91 751 2543 Jean Arp – Sono nato in una nuvola –ı 30.10.

Solduno

Lugano Collezione Giancarlo e Danna Olgiati, Riva Caccia 5,

Pietro Roccasalva –ı 18.12.

*91 921 4632

Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Riva Antonio

Caccia 6/a, *91 980 08 88

Marc Chagall –ı 18.12.

122 Kunstbulletin 11/2022


Luzern — Kali Gallery, Lipp & Leuthold Meggen — Patrik Mürner und Valentin

Beck, Benzeholz

Stans — Kunstwerkstatt an der Lorze,

Galerie Stans

MASI Lugano, Piazza Bernardino Luini 6, Via Canova 10,

*58 866 4230

Marcel Broodthaers –

–ı 13.11.

Industrial Poems

Paul Klee –ı 8.1.

Italienische Kunst der Moderne –ı 29.1.

Manor Kunstpreis Tessin 2022 –ı 19.2.

Stimmung und Beobachtung –

–ı 2.7.

Kunst imTessin 1850–1950

Buchmann Galerie Lugano, Via della Posta 2, *91 980 0830 Lawrence Carroll –ı 25.2.

Lützelflüh Kulturmühle Lützelflüh, Mühlegasse 29, *34 461 36 23 Wasser auf die Mühle –ı 6.11.

Luzern

Martigny

Hans Erni Museum, Lidostrasse 6, c/o Verkehrshaus der

Schweiz, *041 370 44 44

Sammlungspräsentation Hans

Erni-Stiftung

–ı 31.12.

Hans Ernis Tafeln für die UNESCO –ı 31.12.

Kunsthalle Luzern, Bourbaki/Löwenplatz 11, *41 412 08 09 Über den Bleistift hinaus 29.10.–18.12.

Kunstmuseum Luzern, Europaplatz 1, *41 226 78 00 David Hockney –ı 30.10.

Performancepreis Schweiz 12.11.–12.11.

Shara Hughes –ı 20.11.

Durch Raum und Zeit –ı 27.11.

PTTH:// Pavillon Tribschenhorn Temporary Host,

Sälisstrasse 24

bittersweet – Dimitra

Charamandas, Thi My Lien Nguyen

18.11.–19.11.

Apropos, Sentimattstrasse 6, *41 240 15 78 Rolf Winnewisser –ı 5.11.

B74 Raum für Kunst, Baselstrasse 74, *78 601 80 89 Gleiches mit gleichem –

12.11.–3.12.

André Schuler

Galerie Urs Meile Luzern, Rosenberghöhe 4 Jakob Bill –ı 5.11.

Galerie Vitrine Luzern, Stiftstr. 4, *79 866 1233 Tea, Love and Peace –ı 19.11.

Galleria Edizioni Periferia, Unterlachenstrasse 12,

30 Jahre Edizioni Periferia –

–ı 28.1.

*410 8879

Vaclav Pozarek

Kali Gallery, Lädelistraße 4 Lipp & Leuthold – Ask all you

–ı 11.11.

like but don’t ask why

Kornschütte, Kornmarkt 3, *417 0314 Schöne, entrückte Welt 5.11.–19.11.

Löwengalerie Luzern, Löwenplatz 6, *78 797 37 65

Revolution – José Luis Diaz

–ı 19.11.

Ramirez

marytwo, 2A Mariahilfgasse, *79 959 47 07 Youth Hostel –ı 12.11.

Network of Arts, Töpferstrasse 10, *76 500 74 25 Saturation –ı 20.11.

slot_, Kunstpavillon, 24 Sälistrasse Jana Rippmann, Marvin Prinz –

in conversation III

4.11.–5.11.

Fondation Louis Moret, 33, chemin des Barrières,

Mingjun Luo –ı 11.12.

*27 722 2347

Fondation Pierre Gianadda, 59, rue du Forum

Henri Cartier-Bresson et la

–ı 20.11.

Fondation Pierre Gianadda

Le Manoir de la Ville de Martigny, 3, rue du Manoir Tinctoria – Vanessa Udriot –ı 30.10.

GPS – De l’eau aux cendres,

23.11.–15.1.

Valentin Merle

AGENDA // SCHWEIZ 123


Meggen

Benzeholz Raum für zeitgen. Kunst, Seestrasse,

*377 1365

Pilz – Versuchslabor und

Heilsversprechen

–ı 18.12.

Melano Artrust S.A., Via Pedemonte 1, *91 649 3336 Revolutions (and uprisings) –ı 16.12.

Montricher Fondation Michalski, En Bois Désert 10 42 livres d’artistes des sélections

–ı 6.11.

du Prix Bob Calle

Moutier Musée Jurassien des Arts, Rue Centrale 4, CP 729,

Niklaus Manuel Güdel – Derrière

–ı 13.11.

*32 493 36 77

la couleur

Muri AG Singisen Forum, Marktstrasse 4, *56 664 70 11 Romano Galizia & seine

–ı 6.11.

Künstlerfreunde

Muttenz Kirche Johannes Maria Vianney, Tramstrasse 57 Rudolf Steiner, Sylvia Goeschke,

Dominik His – Sakrale Zeiten?

2.11.–11.12.

Neuchâtel CAN Centre d’art Neuchâtel, Rue des Moulins 37,

*32 724 01 60

Centre Dürrenmatt, Ch. du Pertuis-du-Sault 74,

*32 720 2060

Musée d’art et d’histoire de Neuchâtel, Esplanade

Léopold-Robert 1, *32 717 79 20

Ditesheim & Maffei Fine Art, 8, rue du Château,

*32 724 5700

Nidau Arty Show Biel/Bienne, Weyermattstrasse 61,

*79 876 50 00

Caroline Mesquita, Tabita Rezaire –ı 30.10.

Urban Zellweger, Caroline Bourrit –ı 20.11.

Zsófia Keresztes, Gil Pellaton 11.11.–18.12.

Barbezat-Villetard –ı 18.12.

Friedrich Dürrenmatt – Das Spiel

Friedrich Dürrenmatt –

Schriftsteller und Maler

Permanent – Les automates

Jaquet-Droz

–ı 12.2.

–ı 31.12.

–ı 31.12.

Mouvements –ı 23.1.

23 artistes de la Galerie

–ı 5.11.

Laurent Wolf – Variations

18.11.–14.1.

Konrad Witz

Arty Show Biel/Bienne 2022 –ı 30.10.

Oetwil am See Helen Dahm Museum, Chilerain 10, *44 929 6027 Zwei Damen – Klodin Erb und

–ı 31.10.

Helen Dahm

Olten Kunstmuseum Olten, Kirchgasse 8, *62 212 86 76 Monica Ursina Jäger – Liquid

–ı 6.11.

Territories

Philipp Schaerer – Dissected

–ı 6.11.

Nature

Kunstverein Olten, Hübelistr. 30, *79 338 34 15 Judith Nussbaumer, Daniel Bracher 29.10.–26.11.

Martins Galerie, Ringstrasse 42, *62 212 5141 35 Jahre Martins Galerie –

–ı 11.12.

Annette Jetter, Paul Wyss

Mokka Rubin, Ringstrasse 16 N° 13 – Vreny Brand-Peier –ı 29.10.

N° 14 – Tom Karrer 5.11.–7.1.

Nomadic Art Space Olten, Mühlegasse 1

Jeanne Jabob, Tristan Amor Rabit, 29.10.–26.11.

Jeremy Rebord

Orbe Galerie Zwahlen, Route de Montcherand 5, *24 441 7711 Jardin d hiver 19.11.–18.12.

Pfäffikon ZH

Forum Museum Eva Wipf, Hochstrasse 4, Altes

Bezirksgebäude, *44 950 33 48

Horizonte 2 – Begegnungen mit

Eva Wipf

29.10.–13.11.

Museum am Pfäffikersee, 2 Stogelenweg Vitoria Pinto – Fish out of water –ı 30.10.

Porrentruy Espace d’art contemporain (les halles), rue Pierre-

Johannes Willi, alphabet CPO –ı 20.11.

Péquignat 9, *32 420 8402

Pully Musée d’art de Pully, Ch. Davel 2, *21 729 5581 Matthieu Gafsou – Le voile du réel –ı 11.12.

Un parcours photographique

ArchéoLab, Avenue du Prieuré 4 La malédiction d’hécate –ı 17.12.

Rapperswil- *Kurator, *Altefabrik, Klaus-Gebert-Str. 5, *55 225 74 74 *Designpreis 2022 / 2023 19.11.–15.1.

Jona

Kunst(Zeug)Haus, Schönbodenstrasse 1 Unfolding Landscapes 30.10.–20.11.

Natacha Donzé – Sleepwalk –ı 29.1.

Acht Räume –ı 2.4.

Galerie Textilaltro an der OST, Gebäude 5, 1. Stock,

EOS — Hanna Egger, Nina Orgiu,

–ı 16.12.

Oberseestrasse 10

Martin Schlegel

Rheinfelden Trinkhalle Kurbrunnenanlage, Habich Dietschy-Str. 14,

*61 835 5208

kunst lokal rheinfelden 2022 4.11.–20.11.

124 Kunstbulletin 11/2022


Richterswil Artpark Kunstkabinett, Schwyzerstr. 34, *44 784 80 72 Weitblick 5.11.–3.12.

Riehen Diakonissenhaus, Schützengasse 51 maboart, Bohren & Magoni –

–ı 31.10.

Sakrale Zeiten?

Rose-Marie Joray-Muchenberger – –ı 5.11.

Sakrale Zeiten?

Riehen Dorf, Tramstation Riehen Dorf Installation Friedensbäume –

–ı 12.12.

Sakrale Zeiten?

Riggisberg Abegg-Stiftung, Werner Abegg-Str. 67 Menschen, Tiere, Götterwesen –

–ı 13.11.

Textile Schätze aus dem Alten Peru

Romanshorn Atelier Galerie Demarmels, Amriswilerstrasse 44,

Ludwig Demarmels –ı 22.12.

*71 463 1811

Rorschach Forum Würth Rorschach, Churerstrasse 10, *71 225 10 70 Lust auf mehr –ı 12.2.

Sachseln Museum Bruder Klaus Sachseln, Dorfstrasse 4,

Grafit, Tusche, LED –ı 1.11.

*41 660 55 83

Samstagern Froh Ussicht, Hof Blum, *44 784 2994 mist – Zauber & Nährstoff –ı 30.10.

Sarnen Galerie Hofmatt, Rütistr. 23, *660 7340 Thomas Birve 12.11.–11.12.

Landenberg Sarnen, Landenbergstrasse 10 Franz Bucher – Bildfelder 29.10.–4.12.

Savièse Espace d’exposition de la collection communale, Route de École de Savièse et artistes (re)

–ı 30.7.

Saint Germain 50, *273951018

connues

Saisons –ı 28.7.

Schaffhausen Museum zu Allerheiligen, Klosterstr. 16 Mensch und Landschaft –ı 30.10.

Doppio IV – Sandra Boeschenstein

–ı 30.10.

/ Zilla Leutenegger

Ernte 22 30.10.–26.2.

Vebikus Kunsthalle Schaffhausen, Baumgartenstrasse 19, aufgetaucht 29.10.–18.12.

*52 625 2418

Schönenbuch Kirche Johannes der Täufer, Kirchgasse 1 David De Caro, Brigitte Lacau –

–ı 2.11.

Sakrale Zeiten?

Scuol-Nairs Fundaziun Nairs, Nairs 509, *81 864 98 02 The gift exercise / Invitation 7 –

–ı 13.11.

Swiss National Park

Sigriswil Paradiesli, Feldenstr. 87, *33 251 51 55 Do Paladino und Nils Tofahrn –ı 30.10.

Sion Musée d’art du Valais, Place de la Majorie 15, *27 606 4690 Insights – Maria Ceppi –ı 6.11.

Lemme, 45 Rue de Lausanne

Herbert Weber – Umgehen von

–ı 26.11.

Tatsachen

Ferme-Asile, Promenade des Pêcheurs 10, *27 203 2111 Between Us – Manon Bellet –ı 8.1.

Solothurn Kunstmuseum Solothurn, Werkhofstrasse 30,

*32 626 93 80

Die Sammlung Gerhard Saner

–ı 30.10.

Fokus Sammlung – Dieter Roth –ı 8.1.

Fokus Sammlung – Bricolage –ı 26.2.

Freitagsgalerie Imhof, Kreuzgasse 5, *32 622 6434 Markus Blöchliger –ı 10.12.

Galerie Christoph Abbühl, Schaalgasse 9/1. Stock,

Jörg Niederberger – dem Himmel | –ı 26.11.

*79 682 03 28

zugewandt | der Erde

Galerie Löiegruebe, Löwengasse 10 Andrea Nottaris –ı 5.11.

Galerie S O, Riedholzplatz 18, *32 623 35 44 Jürg Hugentobler – inside –ı 17.12.

Haus der Kunst St. Josef, Baselstr. 27, *32 621 0980 Christoph Rihs –ı 30.10.

Brasserie Ausstellung 17.11.–24.12.

Kunstforum Solothurn, Schaalgasse 9, *79 717 67 09 Jessica Harrison, Kirsten Brünjes –ı 26.11.

Künstlerhaus S11, Schmiedengasse 11 Barbara Wiggli und Matthias Huber –ı 30.10.

S11 lädt die Visarte Biel ein 4.11.–27.11.

Kunstraum Medici, Römerstrasse 1, *79 434 1512 René Zäch –ı 17.12.

Kunst-Supermarkt, RothusHalle/Schöngrünstrasse 2 Kunstsupermarkt 4.11.–8.1.

St. Gallen Kunstmuseum St. Gallen, Museumstrasse 32 Sammlung –ı 31.12.

Grace Schwindt –ı 5.2.

Alexander Hahn 29.10.–2.4.

Perfect Love –ı 14.5.

Kunstmuseum St. Gallen – Lokremise, Grünbergstr. 7,

*76 325 8251

On On Kawara – B. Huws,

T. Miyajima, A. Signer, B. Signer,

R. Signer

–ı 6.11.

AGENDA // SCHWEIZ 125


Museum im Lagerhaus, Davidstrasse 44, *71 223 58 57 Lene Marie Fossen – Human –ı 26.2.

Kunst Halle Sankt Gallen, Davidstrasse 40 Entangled Events –ı 6.11.

Milo Rau – Warum Kunst? 17.11.–18.12.

Stiftung Sitterwerk und Kesselhaus Josephsohn,

OK Computer 30.10.–5.2.

Sittertalstrasse 34, *71 278 87 09

Galerie vor der Klostermauer, Zeughausgasse 8,

Eva Stucki 4.11.–27.11.

*76 458 11 52

Hiltibold, Stützmauer an der Magnihalde / Goliathgasse 15 Anna Diehl & Marion Ritzmann –ı 1.11.

Edit Oderbolz & Miriam

Sturzenegger

3.11.–22.11.

Kulturraum S4 Vadiana, Ausstellungssaal,

Notkerstrasse 22, *58 229 21 50

Cose della vita – Barbara Signer,

Tine Edel

10.11.–11.12.

St. Moritz Galerie Andrea Caratsch, Via Serlas 12, *81 734 0000 Accrochage – Künstler der Galerie –ı 9.12.

Stäfa Ortsmuseum zur Farb, Dorfstrasse 15 stäfART 4.11.–6.11.

Alterszentrum Lanzeln, Bahnhofstrasse 58 stäfART 4.11.–6.11.

Kunstraum Frohberg, Aberenstrasse 51 stäfART 4.11.–6.11.

K’werk Stäfa, Bergstrasse 14 stäfART 4.11.–6.11.

Villa Sunneschy, Seestrasse 156 stäfART –ı 6.11.

Stans Nidwaldner Museum Salzmagazin, Stansstaderstr. 23,

*618 7514

Nidwaldner Museum Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54A,

*41 618 73 40

Mutig, Trotzig, Selbstbestimmt

Nidwalden – Objekte erzählen die

Geschichten eines Kantons

Häuser für eine Minderheit – Die

Reformierte Kirche in Nidwalden

Liselotte Moser –

Künstlerinnenleben zwischen

Luzern, Detroit und Stans

Von Blättler Dädi bis Hans von

Matt – Frey-Näpflin-Stiftung

–ı 29.1.

–ı 29.1.

–ı 30.10.

–ı 30.10.

–ı 30.10.

Nachhall und Witterung –ı 30.10.

Galerie Stans, Dorfplatz 11 Manchmal flüstert das Glück 30.10.–11.12.

ganz leise

Steckborn Haus zur Glocke, Seestr. 91, *52 770 2450 Können wir verschwinden? 19.11.–10.12.

Kirchgasse, Kirchgasse 11, *52 761 1608 Linda Semadeni –ı 27.11.

Stein am Rhein Kulturhaus Obere Stube, Oberstadt 7 Zimoun –ı 16.4.

Im Spiegel der Zeit –ı 31.10.

Stone in Three Phases 2022

–ı 31.12.

Jamie North

Steinmaur/ Ateliers und Skulpturenpark, Park Aller Voraussicht nach ... –ı 30.10.

Sünikon

Strada im Buchdruck- und Kulturmuseum, Stradun, *81 866 3224 Gänsekiel, Gutenberg,

–ı 29.10.

Engadin

Gruppenchat

Sursee Museum Sankturbanhof, Theaterstr. 9, *41 922 24 00 Jan Hostettler – Brand –ı 12.2.

Sursee – erleben –ı 31.12.

Susch Muzeum Susch, Surpunt 78, *81 861 03 03 Heidi Bucher – Metamorphoses II –ı 4.12.

Tegna Galleria Carlo Mazzi, Via Cantonale, *91 796 1416 Malù Cortesi –ı 13.11.

Thalwil ThalwilerHofKunst, Artbox Perron 3/4 + 5/6, Bahnhof ArtBox#109 – Anka Schmid 4.11.–16.1.

Thalwil, *44 720 78 56

Thun Kunstmuseum Thun, Hofstettenstrasse 14, *33 225 84 20 Ticket zur fremden Welt –ı 27.11.

The Other Kabul –ı 4.12.

Thun-Panorama, Hofstettenstrasse 14, Schadaupark,

*33 223 2462

Marquard Wochers Panorama

Sonderausstellung – Ticket

zur fremden Welt

–ı 27.11.

–ı 27.11.

Atelier & Kunstgalerie Hodler, Frutigenstrasse 46 A Jim Avignon –ı 5.11.

3. Kunstmarkt Berner Oberland 18.11.–20.11.

Kunstraum Satellit Thun, Scheibenstrasse 2 Rainer Eisch –ı 1.12.

Trun Scala Trun, 10 Via Dual Reflect Paintings –ı 30.10.

126 Kunstbulletin 11/2022


Wädenswil — Urs Cavelti,

Kunsthalle 8000

Wettingen — Taiyo Onorato & Nico

Krebs, Galerie im Gluri Suter Huus

Zug — Richard Gerstl, Kunsthaus

Twann-

Tüscherz

Engel Haus, Chlyne Twann

Daniela de Maddalena – An die

Wand und um die Welt

Uster Bechtler Stiftung, Weiherweg 1 Double Positive – Sylvie Fleury –ı 19.3.

Walter de Maria – The 2000

–ı 31.12.

Sculpture

Pipilotti Rist – I couldn’t agree with –ı 31.12.

you more

akku künstleratelier uster, Zeughausareal

Kunstkiste Nr. 49 auf dem

–ı 1.12.

Zeughausareal – Bettina Carl

Dimitrina Sevova – Preisträgerin

–ı 5.6.

des Akku-Atelierstipendiums

2021/2022

Val Müstair videocity zu Gast im fanestrina da video,

«Augen/Blick Ukraine II» Videocity –ı 30.10.

Postautohaltestelle Sta. Maria Val Müstair cumün Plaz zu Gast im fanestrina da video in

Sta. Maria Val Müstair

Vevey Images Vevey, Place de la Gare 3, *21 922 4854 L’Appartement – Espace Images

–ı 13.11.

Vevey

Musée Jenisch Vevey, 2, avenue de la Gare, *21 925 35 20 Léonore Baud, lauréate de la

4.11.–27.11.

Bourse Alice Bailly 2022

Guy Oberson – Pollen –ı 18.12.

Collecting at Edition VFO – Print

–ı 15.1.

Art Now

Wädenswil Kunsthalle 8000, Zugerstrasse 180 (Because You) Play With Me –ı 3.12.

Waldenburg

Kulturraum Waldenburg, Hauptstrasse 70/72, Ehemaliges

Bezirksgerichtsgebäude

SGBK Installation – Vom

Bundeshaus nach Waldenburg

–ı 6.11.

19.11.–29.1.

Walenstadt museumbickel, Zettlereistrasse 9, *81 710 27 77 Mirko Baselgia – inner desert –ı 13.11.

Warth

Kunstmuseum Thurgau / Ittinger Museum, Kartause

Josef Hofer

–ı 18.12.

Ittingen, *58 345 1060

Hinter Mauern –ı 16.4.

Javier Téllez – Das Narrenschiff –ı 17.12.

Claudio Hils –ı 18.4.

Wettingen Galerie im Gluri Suter Huus, Bifangstrasse 1, *56 426 2969 Zukunftserinnerungen –ı 27.11.

Wetzikon Galerie Kemptnertobel, Tobelweg 9, *76 231 8886 LokalKunst – Plattform für

29.10.–6.11.

Kunstschaffende

Wil Kunsthalle Wil, Grabenstrasse 33, *71 913 53 73 Die Route wird neu berechnet – 6.11.–18.12.

huber.huber

Winterthur Fotostiftung Schweiz, Grüzenstrasse 45, *52 234 1030 Déjà-vu? Teil 1 –ı 31.12.

Peter Knapp – Mon Temps 29.10.–12.2.

Gewerbemuseum Winterthur, Kirchplatz 14, *52 267 51 36 François Chalet – Short Stories –ı 8.1.

Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus,

Museumstrasse 52, *52 267 51 62

Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten,

Stadthausstr. 6, *52 267 5172

Monica Bonvicini

Christoph Rütimann

–ı 13.11.

29.10.–19.3.

Checkmate – Spiel der Könige

–ı 12.2.

Di passaggio –ı 12.2.

Kunst und Krieg –ı 12.2.

AGENDA // SCHWEIZ 127


Zug — Hanspeter Kistler, Galerie

Carla Renggli

Zuoz — Christine Streuli, Galleria

Monica De Cardenas

Christoph Rütimann 29.10.–19.3.

Kunsthalle Winterthur, Marktgasse 25, *52 267 5132 Awake in a Nightmare –

–ı 13.11.

Richard Kennedy

AXA Superblock Winterthur, Pionierstrasse 3 Nici Jost –ı 14.11.

Coalmine Forum für Dokumentarfotografie, Turnerstr. 1, To Watch the War –ı 18.12.

*52 268 6868

Jungkunst, Katharina-Sulzer-Platz/Halle 53 Jungkunst 2022 –ı 30.10.

Expanded Cinema 9.11.–18.12.

oxyd – Kunsträume, Untere Vogelsangstrasse 4 à table –ı 31.10.

Worb Atelier Worb, Enggisteinstrasse 2 Sara Gysin – Fantasierte

–ı 6.11.

Realitäten

Yverdon-les- Centre d’art contemporain Yverdon-les-Bains,

Melting Pot – Visarte Vaud –ı 6.11.

Bains

Place Pestalozzi, *24 423 63 80

Zofingen Kunsthaus Zofingen, Gen. Guisan-Str. 12, *62 751 4829 Grenzenlos –ı 6.11.

Zollikon Villa Meier-Severini, Zollikerstrasse 86 125 Jahre Künstlervereinigung 29.10.–13.11.

Zürich

Zug Kunsthaus Zug, Dorfstrasse 27 Richard Gerstl – Inspiration –

–ı 4.12.

Vermächtnis

3KlangTage, Hofstrasse 2 3KlangTage 2022 –ı 30.10.

Galerie Carla Renggli, Ober-Altstadt 8 Hans-Peter Kistler –ı 26.11.

Galerie Urs Reichlin AG, Baarerstrasse 133 M. S. Bastian Isabelle L. –

3.11.–14.1.

Pulp City!

Zuoz Monica De Cardenas Zuoz, Chesa Albertini, Aguel 41,

Christine Streuli –ı 26.11.

*81 868 80 81

Zürich Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, *43 268 08 44 Office Sophie Taeuber-Arp,

–ı 30.4.

Mai-Thu Perret

Ilaria Vinci – Phoenix

–ı 9.7.

Philosophy Café

Helmhaus, Limmatquai 31, *44 415 56 77 Vertrauen –ı 13.11.

Kunsthaus Zürich, Heimplatz Niki de Saint Phalle –ı 7.1.

Aristide Maillol –ı 22.1.

Landesmuseum Zürich, Museumstrasse 2, *44 218 65 11 Anne Frank und die Schweiz –ı 6.11.

Weihnachten und Krippen 18.11.–9.1.

Barock –ı 15.1.

Einfach Zürich –ı 31.1.

Geschichte Schweiz –ı 31.12.

Die Sammlung –ı 31.12.

Archäologie Schweiz –ı 1.1.

Migros Museum für Gegenwartskunst, Limmatstrasse 270 Renée Green –ı 8.1.

Museum für Gestaltung, Ausstellungsstr. 60 Textiler Garten –ı 30.10.

Museum für Gestaltung – Schaudepot,

Pfingstweidstrasse 96

Collectomania – Universen des

–ı 8.1.

Sammelns

Haettenschweiler von A bis Z –ı 12.2.

128 Kunstbulletin 11/2022


Zürich — Marianne von Werefkin,

Atelier Righini Fries

Zürich — Ulla von Brandenburg,

Edition VFO

Museum Haus Konstruktiv, Selnaustrasse 25 Elisabeth Wild –ı 15.1.

Yves Netzhammer –ı 15.1.

Kapwani Kiwanga –ı 15.1.

Museum Mühlerama, Seefeldstr. 231, *44 422 7660

Copain –Gerda Steiner &

–ı 16.6.

Jörg Lenzlinger

Museum Rietberg, Gablerstrasse 15 Hingabe und Sehnsucht –ı 30.10.

Für immer Jade –ı 22.1.

Jain sein 18.11.–30.4.

Wege der Kunst –ı 25.6.

Museum Strauhof, Augustinergasse 9 Climate Fiction –ı 8.1.

Musée Visionnaire, Predigerplatz 10, *44 251 6657 Kohli, Kuhn und Knecht 17.11.–14.5.

Oto Sound Museum, Badweg 21 The Whistle –ı 27.11.

Pavillon le Corbusier, Höschgasse Architekturikonen neu gesehen –ı 27.11.

Völkerkundemuseum der Universität Zürich,

Pelikanstr. 40, *44 634 90 11

Lorenz Löffler verbunden

VielFalt – Textiles Wissen von

Miao-Frauen in Südwest-China

–ı 30.10.

–ı 12.3.

Geschäftsidee? 5 Fragen an ... –ı 21.1.

Hochzeitsreise? 5 Fragen an … –ı 21.1.

ZAZ Bellerive, Höschgasse 3, *44 545 80 01 Touch Wood –ı 30.10.

Zentralbibliothek, Zähringerplatz 6

Wind und Wetter — Das Klima in

–ı 9.12.

Zürich seit der Steinzeit

Atelier Righini-Fries, Klosbachstr. 150, *43 268 0530 Jedes meiner Bilder bin ich –

–ı 17.12.

Marianne von Werefkin,

Willy Fries

Graphische Sammlung ETH, Rämistrasse 101,

Linien aus Ostasien –ı 13.11.

*44 632 4046

Kulturhaus Helferei, Kirchgasse 13, *44 250 66 00 John Kiki –ı 19.11.

Ich und die Welt 3.11.–8.12.

Kunsthalle Zürich, Limmatstr. 270 Dyor –ı 15.1.

Julia Scher – Maximum Security

Society

–ı 15.1.

Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg,

Rämistrasse 30

Werner Bommer

Ercan Richter, Albert Rüegg,

Melanie Rüegg-Leuthold

–ı 12.11.

24.11.–11.2.

Tichy Ocean Foundation – Prague & Zurich, 9

Selbst/Self/I –ı 27.11.

Lessingstrasse, *44 250 43 63

A1 M.O.V.E., Bändliweg 20, *43 311 7010 Papierblumen – Daniela Stojsic –ı 28.11.

Alex Schlesinger, Tödistr. 48, *78 641 5591 Riccardo Pocci 3.11.–26.11.

Andres Thalmann Zürich, Talstrasse 66, *44 210 2002 Joan Hernández Pijuan –ı 19.11.

Michael Craig-Martin 24.11.–4.3.

Annemarie Verna Galerie, Neptunstrasse 42, *44 262 3820 Richard Tuttle, Dan Flavin,

–ı 18.11.

Jerry Zeniuk

annex14, Limmatstrasse 270, *44 202 44 22 Sylvain Croci-Torti 28.10.–17.12.

AGENDA // SCHWEIZ 129


Zürich — Maurice Ducret, Art Project

Elisabeth Staffelbach

Zürich — Claudia Staubli, Jedlitschka

Gallery

Art Forum Ute Barth, Kartausstr. 8, *765646367 Intermezzo Garda Alexander 3.11.–10.11.

Art Project Staffelbach, Galerie am Lindenhof,

Maurice Ducret – Wunderkammer –ı 6.11.

Pfalzgasse 3, *78 723 7379

Beletage Art Space, Utoquai 41, c/o Dr. Rai Winata Martina Morger – Distant Lover –ı 25.11.

Blue Velvet Projects, Rämistrasse 3, *62 918 10 80 Anne de Vries – Day Care Drill –ı 29.10.

Price – Mathias Ringgenberg:

–ı 29.10.

A Familiar Hole

Group show cur – by Pierre

11.11.–23.12.

Alexandre Mateos and Charles

Teyssou

Brunngass Ceramics, PS Studio, Neumarkt 17

Past Tense: Contemporary Korean –ı 29.10.

Ceramics

Christophe Guye Galerie, Dufourstrasse 31, *44 252 0111 Rinko Kawauchi –ı 4.3.

DA Z Digital Art Zurich, Schiffbauplatz DA Z Digital Art Zurich 2022 –ı 30.10.

Edition VFO, Limmatstrasse 268 Staging the Ordinary 11.11.–11.3.

Fabian & Claude Walter Galerie, Rämistrasse 18,

Gastausstellung von Art Ermini –

–ı 5.11.

*44 440 40 18

Arturo Ermini – Die Kraft der Farbe

Friedhof Forum, Friedhof Sihlfeld/Aemtlerstr. 149

Tod - unser täglich Brot — Gerda

–ı 13.6.

Steiner & Jörg Lenzlinger

Galerie & Edition Stephan Witschi, Zwinglistr. 12 (Hof) Jungjin Lee – Voice 4.11.–23.12.

Galerie Adrienne Desbiolles, Münsterhof 4, *44 545 08 62 Richard Orlinski –ı 18.11.

Galerie am Lindenhof, Pfalzgasse 3 Artproject Elisabeth

–ı 6.11.

Staffelbach – Maurice Ducret

Patrick Ulrich 8.11.–21.11.

Galerie Eva Presenhuber, Maag Areal, Zahnradstr. 21,

*43 444 7050

Adam Pendleton – Toy Soldier –ı 26.11.

Galerie Eva Presenhuber, Waldmannstrasse,

Waldmannstrasse 6

Amy Feldman

–ı 26.11.

Goodnight Light – Amy Feldman –ı 26.11.

Galerie Francesca Pia, Limmatstrasse 268 Dozie Kanu –ı 26.11.

Galerie Gmurzynska Paradeplatz, Paradeplatz 2,

American Masters, Roberto

–ı 31.10.

*44 226 7070

Matta – Les Témoins de l’Univers

Galerie La Ligne, Heinrichstr. 237, *43 205 28 29 Sascha Nordmeyer –ı 5.11.

A Geometric Journey – Bardula 12.11.–14.1.

Galerie Lange + Pult Zürich, Rämistrasse 27, *44 212 2000 Soft Focus – Wendy White –ı 29.10.

Galerie Litar, Letzistrasse 23 Aus der Stille … Peter Liechti –ı 3.12.

Galerie Mark Müller, Hafnerstrasse 44 Reto Boller – Straight Story 5.11.–7.1.

Heike Kati Barath – der Sommer 5.11.–7.1.

war heiss

Galerie Philipp Zollinger, Schlossgasse 5 Bea Orlandi, Arnaud Wohlhauser –ı 30.1.

Sophie Reinhold — Mercedes Benz –ı 17.12.

Galerie Rosenberg, Dufourstrasse 169, *44 311 79 52 Rolf Winnewisser –ı 29.10.

Michael Biberstein 11.11.–24.12.

Galerie Tschudi Zürich, Rämistrasse 5, *44 210 13 20 Line Up –ı 19.11.

130 Kunstbulletin 11/2022


Belgien *0032

Galerie WOS, Kirchgasse 28, *434998585 John Kiki –ı 19.11.

Germann Auktionshaus, Stockerstrasse 38, *44 251 83 58 Auktionsausstellung Herbst 2022 – 18.11.–23.11.

Moderne und Zeitgenössische Kunst

GK3-Space, Kochstrasse 3 / Hinterhof

Janine Fuchs, Violanta Spescha,

–ı 30.10.

Seraphina Zurbriggen

gta Ausstellungen, Stefano-Franscini-Platz 5 Space as Matrix –ı 9.12.

Hauser & Wirth Bahnhofstrasse 1 Eva Hesse – Forms & Figures –ı 19.11.

Hauser & Wirth Zürich, Limmatstr. 270 Erna Rosenstein –ı 19.11.

Richard Jackson – Works –ı 23.12.

Häusler Contemporary Zürich, Stampfenbachstrasse 59, The future covers the past –

–ı 28.10.

*43 810 0426

Michael Venezia

Jedlitschka Gallery, Seefeldstr. 52, *44 252 3530 10. Skulpturgarten –ı 31.10.

Johanneskirche, Limmatstrasse 112 Bettina Diel –ı 13.1.

Kinderspital Zürich, Steinwiesstrasse 75 My Light – James Turrell –ı 2.4.

Kupper Modern, Zwinglistrasse 10 The Sweetest Patriots –ı 21.1.

Last Tango, Sihlquai 274 Valentin Hauri, Rhea Myers –ı 13.11.

Livie Fine Art, Claridenstrasse 34 Alexi Tsioris –ı 4.11.

Marius Lüscher 11.11.–20.1.

Lullin + Ferrari, Limmatstrasse 214, *43 205 2607 Anne-Lise Coste, Franziska Furter –ı 17.12.

Mai 36 Galerie, Rämistrasse 37 Franz Ackermann –ı 29.10.

Leon Xu –ı 29.10.

Push + Pull –ı 29.10.

Photobastei, Sihlquai 125, *44 240 2200 Und dann fing das Leben an –ı 6.11.

sam scherrer contemporary, Kleinstr. 16, *44 260 4433 Lukas Salzmann 29.10.–13.11.

Schaufenstergalerie Stampfenbachstrasse,

Daniel Lehmann –ı 1.12.

Stampfenbachstrasse 31

Shedhalle Zürich, Seestrasse 395, *44 481 5950 Protozone8 Queer Trust –ı 4.12.

Tableau Zürich, Stadelhoferstr. 28/Hof Stadelhofer

Passage

Manon Wertenbroek – Home

Peeling

–ı 30.3.

Verein Josua Boesch, 10 Neeserweg Wort und Metall-Ikonen –ı 31.12.

Visarte Zürich, Schoffelgasse 10, *44 252 4161 Frisch 2022 –ı 17.12.

WBB Gallery, Trittligasse, *79 388 73 09 Mixtura2 –ı 17.12.

We Are AIA I Awareness in art, Limmatstrasse 268 Can You See Me Now? –ı 28.1.

Brüssel Fondation Cab, Rue Borrens 32–34 On the Lookout –ı 28.1.

La Verrière, boulevard de Waterloo 50, *2 511 2062 Myriam Mihindou – épiderme –ı 3.12.

Wiels, Av. Van Volxemlaan 354, *2 347 3050

Didier Vermeiren – Double

–ı 8.1.

Exposition

Gent

–ı 6.11.

Dänemark *0045

S.M.A.K. – Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, jan

hoetplein, 1, *9 323 60 01

Marc De Cock – An Imaginary

Portrait From the Collection

Matthys-Colle & S.M.A.K.

N. Dash – earth –ı 6.11.

Marcel Broodthaers –ı 31.12.

Philippe Van Snick – Dynamic Project –ı 26.2.

Humlebæk Louisiana Museum of Modern Art, Gl. Strandvej 13 Alex Da Corte –ı 8.1.

Deutschland *0049

Aachen Suermondt Ludwig Museum, Wilhelmstr. 18 Der Kampf mit dem Engel – Ein

–ı 4.12.

Zyklus von Herbert Falken

Alkersum Museum Kunst der Westküste, Hauptstr. 7 Provenienzgeschichten –

–ı 19.3.

Max Liebermann im Fokus

Arnsberg Kunstverein Arnsberg, Königstrasse 24 Zeitvertreib 28.10.–20.11.

Augsburg Galerie Noah, Beim Glaspalast 1 C. Bussenius, H. Grahnert,

M. Kunze, R. Seidel, C. von Lebusa

–ı 13.11.

AGENDA // SCHWEIZ / BELGIEN / DÄNEMARK / DEUTSCHLAND 131


Markus Oehlen 17.11.–15.1.

Holbeinhaus, Vorderer Lech 20

Gartner & Gartner – Gemalte

–ı 20.11.

Synergien

Backnang Galerie der Stadt, Petrus-Jacobi-Weg 1 Douglas Henderson – Artifical

–ı 27.11.

Horizon

Bad Ems Künstlerhaus Schloss Balmoral, Villenpromenade 11 Made in Balmoral –ı 30.10.

Bad Frankenhausen

Panorama Museum, Am Schlachtberg 9 Hans-Peter Müller –ı 29.1.

Bad Honnef Insel Grafenwerth, Grafenwerth Umweltskulpturenpark Insel

–ı 31.10.

Grafenwerth

Baden-Baden Museum Frieder Burda, Lichtentaler Allee 8b,

Die Maler des heiligen Herzens –ı 20.11.

*7221 398 9831

Bayreuth Kunstmuseum Bayreuth, Maximilianstraße 33,

*49 921 764 5312

German Pop – Norddeutsche

Realisten

–ı 26.2.

Bergisch

Gladbach

Kunstmuseum Villa Zanders, Konrad-Adenauer-Platz 8,

*2202 142 334

Bibliomania – Das Buch in

der Kunst

Berlin Akademie der Künste Berlin, Pariser Platz 4 Spurensicherung – Die

29.10.–22.1.

Geschichte(n) hinter den Werken

Alte Nationalgalerie, Bodestrasse 1–3, *30 2090 5801 Mein Liebermann – Eine Hommage –ı 13.11.

Berührende Formen – Johann

–ı 19.2.

Gottfried Schadow

Bode-Museum, Am Kupfergraben 1, *30 2664 24242 Think Big! –ı 31.10.

Hand Große Kunst –

–ı 6.1.

Medaillenkunst in Deutschland

2007 bis heute

Gemäldegalerie Berlin, Matthäikirchplatz

Donatello – Erfinder der

–ı 8.1.

Renaissance

Hamburger Bahnhof, Invalidenstr. 50–51, *30 397 8340 cameron clayborn – nothing left

to be

–ı 22.1.

KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst,

Am Sudhaus 3, *30 8 3215 9120

Museum Europäischer Kulturen, Arnimallee 25

–ı 8.1.

Forming Communities – Berliner

–ı 5.2.

Wege

Rémy Markowitsch – No Simple

–ı 26.2.

Way Out

Gernot Wieland – Turtleneck

–ı 26.2.

Phantasies

Mona Hatoum – all of a quiver –ı 14.5.

Splitter des Lebens – Ein Ukraine- –ı 15.1.

Tagebuch

Museum für Fotografie Berlin, Jebensstr. 2 Hollywood –ı 19.11.

Vogelschau und

–ı 19.2.

Froschperspektive – Fotografie

für Kinder

Neue Nationalgalerie, Potsdamer Str. 50, *30 266 2655 Sascha Wiederhold –ı 8.1.

Monica Bonvicini –ı 2.4.

Neues Museum Berlin, Bodestraße

Abenteuer am Nil – Preußen und

–ı 7.3.

die Ägyptologie 1842–45

Der Porzellan Code – One Million by –ı 28.5.

Uli Aigner

Schinkel Pavillon, Oberwallstr. 1, *30 2088 6444 Anna Uddenberg – Fake Estate –ı 31.12.

Jon Rafman – Egregores &

–ı 31.12.

Grimoires

Alexander und Renata Camaro Stiftung, Potsdamer

Abstraktion – Figuration –ı 21.1.

Straße 98A

Alfred Ehrhardt Stiftung, Auguststrasse 75, *30 2009 5333 20 Jahre Alfred Ehrhardt Stiftung –ı 23.12.

Künstlerhaus Bethanien, Kottbusserstr. 10, *30 616 9030 Manifestiert Euch! 11.11.–11.12.

Buchmann Galerie Berlin, Charlottenstr. 13

William Tucker – Portraits and

Masks

–ı 29.10.

132 Kunstbulletin 11/2022


Galerie Buchholz Berlin, Fasanenstr. 30 Vincent Fecteau, Florian Pumhösl –ı 29.10.

Galerie Judin, Potsdamer Str. 83 (Hof), *30 3940 4840 Michael Buthe –ı 5.11.

Galerie Nordenhake Berlin, Lindenstrasse 34 Samson Kambalu – Mdondo –ı 29.10.

Ryan Mrozowski — night/light 5.11.–14.1.

Galerie oqbo, Brunnenstr. 63, *157 7536 6352

M. Assig, T. J. Beck, L. Bruce, 28.10.–26.11.

A. Henning, P. Niemann, R. Pettibon

Galerie Poll, Gipsstr. 3 / Parterre, *30 261 7091

Heike Negenborn – Inszenierung

–ı 7.1.

und Wirklichkeit

James-Simon-Galerie, Bodestraße Schliemanns Welten –ı 6.11.

Sprüth Magers Berlin, Oranienburger Str. 18 Thomas Scheibitz –ı 29.10.

Jon Rafman –ı 29.10.

St. Matthäus-Kirche, Matthäikirchplatz Via Lewandowsky – wie bitte –ı 27.11.

Bochum Kunstmuseum Bochum, Kortumstrasse 147 Sichtbar – die Eigene Sammlung –ı 31.12.

Bonn Kunstmuseum Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 2 Max Ernst und die Natur als

–ı 22.1.

Erfindung

Bonner Kunstverein, Hochstadenring 22 In the Shadows of Tall Necessities –ı 18.12.

–ı 17.12.

Das Esszimmer – Raum für Kunst+, Mechenstr. 25,

*228 5387 6612

Ändern Sie die Skizze!

[Kismodoti-Sketu]

Bremen Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Teerhof 21 Re-Framing –ı 13.11.

Kunsthalle Bremen, Am Wall 207

Kunstpreis der Böttcherstraße in –ı 30.10.

Bremen 2022

Manns-Bilder – Der männliche Akt –ı 6.11.

auf Papier

Remix – Die Sammlung neu sehen –ı 13.11.

Wer war Milli? Eine Intervention

–ı 30.4.

von Natasha A. Kelly

Weserburg Museum für moderne Kunst, Teerhof 20 Teresa Burga – Die Seiltänzerin –ı 6.11.

The Use of Colors – Nan Groot

–ı 22.1.

Antink, Fransje Killaars

Until we meet again – Place-

–ı 12.2.

Making in Southeast Asia

So wie wir sind 4.0 –ı 13.8.

Darmstadt Institut Mathildenhöhe, Olbrichweg 13 A Raumkunst –ı 27.7.

Dortmund Museum am Ostwall im Dortmunder U, Leonie-Reygers- Body & Soul – Denken, Fühlen,

–ı 13.11.

Terrasse

Zähneputzen

Duisburg Cubus Kunsthalle, Friedrich-Wilhelm-Str. 64 Ulrike Waltemathe – Yongbo Zhao –ı 27.11.

Lehmbruck Museum, Düsseldorfer Str. 51 Antony Gormley –ı 26.2.

Museum DKM, Güntherstrasse 13–15, *203 9355 5470 Eros in Erwartung der Ewigkeit –ı 15.1.

Schönheit und Urkräfte der Natur –

Claudia Terstappen

–ı 15.1.

Düren

Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren,

Hoeschplatz 1

Kerstin Brätsch, Alexis Gautier,

Britta Thie

Düsseldorf Julia Stoschek Collection Düsseldorf, Schanzenstrasse 54 15-jährige Jubiläumsausstellung –ı 10.12.

der Julia Stoschek Collection

K21 Kunstsammlung NRW, Ständehausstr. 1,

Der Mucha – Ein Anfangsverdacht –ı 22.1.

*211 8381204

Kai 10/Arthena Foundation, Kaistrasse 10 Landscapes of Labour –ı 8.1.

KIT – Kunst im Tunnel, Mannesmannufer 1b,

Down The Rabbit Hole –ı 15.1.

*211 520 99 596

Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4 Martha Jungwirth –ı 20.11.

Kunstpalast, Ehrenhof 4–5, *211 566 42 100 Evelyn Richter –ı 8.1.

Christo und Jeanne-Claude –ı 22.1.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Grabbeplatz 5,

*211 8381204

–ı 8.1.

Der Mucha – Ein Anfangsverdacht –ı 22.1.

Piet Mondrian – Evolution 29.10.–12.2.

Galerie Ludorff, Königsallee 22 Kunst macht Glücklich 10.11.–7.1.

Neuerwerbungen Herbst 2022 –ı 18.2.

AGENDA // DEUTSCHLAND 133


Essen Kunsthaus Essen, Rübezahlstr. 33 Liza Dieckwisch, Klara Kayser, 4.11.–11.12.

Lucia Sotnikova

Museum Folkwang, Museumsplatz 1, *201 884 5444 Estelle Blaschke, Armin Linke –

–ı 11.12.

Image Capital

Neue Welten – Die Entdeckung

–ı 30.12.

der Sammlung

Expressionisten am Folkwang –

–ı 8.1.

Entdeckt – Verfemt – Gefeiert

Werke aus der Sammlung Olbricht –ı 15.1.

Frankfurt/M Deutsches Architekturmuseum, Schaumainkai 43 Schön hier – Architektur auf

–ı 27.11.

dem Land

Museum für Angewandte Kunst Frankfurt, Schaumainkai 17 E. R. Nele – Zeitzeugenschaft –ı 8.1.

Contact Zones – Murat Adash,

–ı 15.1.

Céline Berger, Syowia Kyambi

Die Sammlung Maximilian von 5.11.–26.2.

Goldschmidt-Rothschilds

Meet asian art – Pekingglas –ı 4.6.

Museum MMK für Moderne Kunst, Domstrasse 10,

*69 2123 0447

TOWER MMK – Stéphane

Mandelbaum

–ı 30.10.

basis, Gutleutstrasse 8–12 Cassandra Complex –ı 4.12.

Freiburg/B Galerie für Gegenwartskunst, E-Werk Freiburg e.V.,

Susanne Kühn | Solopräsentation –ı 13.11.

Eschholzstr. 77, *761 207 570

Kunstverein Freiburg, Dreisamstr. 21 Dan Walwin – Preprogrammes –ı 30.10.

Friedrichshafen Zeppelin Museum, Seestrasse 22, *7541 38 010 Beziehungsstatus – Offen –ı 6.11.

ZF Kunststiftung im Zeppelin Museum, Seestraße 22, Riikka Tauriainen – Ecotone

–ı 4.12.

*7541 777114

Encounters

Giessen Neuer Kunstverein, Ecke Licher Str./Nahrungsberg,

Jennifer Eckert –ı 19.11.

*641 250 9444

Hagen Osthaus Museum, Museumsplatz 1 Edward Bekkerman – Das

Unsichtbare sichtbar machen

–ı 15.1.

Halle

Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Friedemann-

Bach-Platz 5

Stoffe, Texturen, Oberflächen

–ı 8.1.

Wege zur Burg der Moderne –ı 8.1.

Battle:Reloaded – Margret Eicher –ı 8.1.

Hamburg Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2 Die neuen Bilder des Augusts –ı 15.1.

Hamburger Kunsthalle, Glockengießerwall 5,

*40 428 131 200

Künstlerhaus Hamburg – Bergedorf, Möörkenweg 18 B-G,

*17670732160

viermalvier – fourtimesfour

–ı 31.10.

Atmen –ı 15.1.

Hans Makart –ı 31.12.

Impressionismus –ı 31.12.

something new, something old,

–ı 18.2.

something desired

Hauke Jessen – Skulpturen 6.11.–20.11.

Hannover Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz Elementarteile –ı 31.12.

Herne Flottmann-Hallen, Strasse des Bohrhammers 5,

Arena – Reiner Seliger 12.11.–22.1.

*2323 162 951

Hörstel DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst, Klosterstrasse 10,

*2551 69 4200

Winterlicht – plants and plastics –

Nils Völker

–ı 13.3.

Kaiserslautern

mpk – Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern,

Museumsplatz 1, *631 364 7201

Vally Wieselthier – Golden Girls

No. 2

5.11.–12.2.

Karlsruhe ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Lorenzstr. 19 John Sanborn – Between Order and –ı 30.10.

Entropy

Hallenbau-Festival 2022 — die 28.10.–30.10.

Jubiläen!

Katharina John – Talking Heads –ı 6.11.

Marijke van Warmerdam – Then, 29.10.–5.2.

now, and then

Soun-Gui Kim – Lazy Clouds –ı 5.2.

134 Kunstbulletin 11/2022


Bayreuth — Harald Duwe

© ProLitteris, Kunstmuseum

Konstanz — Cornelia Simon-Bach,

Städtische Wessenberg-Galerie

Walter Giers – Electronic Art –ı 16.4.

Spatial Affairs – Worlding –ı 30.8.

Badischer Kunstverein, Waldstrasse 3 Charlotte Johannesson –ı 20.11.

Kiel Kunsthalle Kiel, Düsternbrooker Weg 1, *431 880 5756 Wildes, Wüstes, Wunderschönes.

–ı 19.2.

Natur im Fokus der Sammlung

Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Str. 31 nature morte – still alive –ı 27.11.

Heinrich-Ehmsen-Stiftung –

Werkbestand Die Gemälde

–ı 19.2.

–ı 15.1.

Kirchheim

unter Teck

Öffentlicher Raum Kirchheim unter Teck, Max-Eyth

Strasse

Felice Varini – Zwölf Punkte für

sechs Geraden

Koblenz Ludwig Museum Deutschherrenhaus, Danziger Freiheit 1 Anne et Patrick Poirier – Fragilité –ı 30.10.

Kochel am See Franz Marc Museum, Franz Marc Park 8–10, *8851 924 880 Hansjörg Voth, –ı 30.5.

Köln artothek – Raum für junge Kunst, Am Hof 50, *2212 2332 Jeehye Song – Hello! –ı 19.11.

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im

Mediapark 7

Photographische Konzepte

und Kostbarkeiten –

Sammlungspräsentation

Kolumba, Kolumbastraße 4 making being here enough –

Ort und Subjekt

Museum Ludwig Köln, Heinrich-Böll-Platz Wolfgang-Hahn-Preis 2022

Frank Bowling

ZADIK | Zentralarchiv für deutsche und internationale

Kunstmarktforschung, Im Mediapark 7, *221 470 89230

Galerie Boisserée, Drususgasse 7–11

30 years of ZADIK – Highlights

and Insights

Rubén Martín de Lucas – Iceberg

Nations

–ı 8.1.

–ı 14.8.

16.11.–12.2.

–ı 24.5.

–ı 30.10.

Sean Scully – Prints –ı 30.10.

Konstanz Städtische Wessenberg-Galerie, Wessenbergstrasse 43 Cornelia Simon-Bach –ı 8.1.

Kunstverein Konstanz e.V., Wessenbergstr. 39/41 Handarbeit — Andrea Vogel –ı 4.12.

Leipzig

Galerie für Zeitgenössische Kunst,

Karl-Tauchnitz-Str. 9–11

Vom Haben und Teilen – Wem

gehört die Sammlung?

–ı 25.12.

Lingen Kunsthalle Lingen, Kaiserstrasse 10 a Angela Fette –ı 13.11.

Mainz Kunsthalle Mainz, Am Zollhafen 3–5 Pieces – Hana Miletić –ı 5.2.

Flux4Art –ı 5.2.

Mannheim Kunsthalle Mannheim, Moltkestrasse 9 Liebermann, Slevogt, Corinth –

–ı 20.11.

Druckgraphik und Zeichnung

Becoming CoBrA – Anfänge einer 19.11.–5.3.

europäischen Kunstbewegung

Reiss-Engelhorn-Museen, Zeughaus C5 Die Normannen –ı 26.2.

Die Welt am Oberrhein –ı 30.7.

Reiss-Engelhorn-Museen/Museum Weltkulturen D5 Seit’s um Geld geht –ı 27.11.

Unsichtbare Welten –ı 30.7.

Marl Skulpturenmuseum Glaskasten, Creiler Platz 1 Sebastian Freytag – Wandmalerei –ı 27.11.

Memmingen MEWO Kunsthalle, Bahnhofstraße 1, *8331 850 770 Vom Aussterben bedroht –ı 1.11.

KinderKunstLabor – Blau –ı 26.2.

AGENDA // DEUTSCHLAND 135


Mönchengladbach

Paul Kolling – Westwärts 29.10.–12.3.

Galerie Löhrl, Kaiserstrasse 58/60, *2161 200 762 Dieter Nuhr, Stephan Kaluza –ı 5.11.

Müllheim Markgräfler Museum, Wilhelmstr. 7 Rosa Lachenmeier – Rheinreise,

–ı 26.3.

Au long du Rhin

München Alte Pinakothek, Barer Straße 27, *89 2380 5216 Von Goya bis Manet –ı 31.12.

Colore e sentimento –ı 4.2.

Sinnesfreuden – Hendrick ter

Brugghen

–ı 26.2.

–ı 15.1.

Die Neue Sammlung – The International Design Museum,

Türkenstraße 15, *89 2380 5253

20 Jahre Pinakothek der Moderne –

21 Objekte

Das Fahrrad 11.11.–22.9.

ERES-Stiftung, Römerstrasse 15 Alter + Ego –ı 29.10.

Tue Greenfort – Medusa Alga

–ı 1.11.

Laguna

Haus der Kunst München, Prinzregentenstrasse 1 Tony Cokes –ı 4.12.

Joan Jonas –ı 26.2.

Jüdisches Museum München, St.-Jakobs-Platz 16,

Radio Free Europe –ı 5.3.

*89 2339 6096

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, Theatinerstrasse 8 JR – Chronicles –ı 15.1.

Lothringer 13 Halle, Lothringer Str. 13 Exzentrische 80er –ı 6.11.

Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1

München 72 – Olympische

–ı 31.12.

Spurensuche

Nachts – Clubkultur in München –ı 8.1.

München 72 – Forum 054 –

–ı 8.1.

Ina Kwon München/Gyeongju

and Rubble

München 72 – Mode, Menschen

–ı 8.1.

und Musik

Radio Free Europe – Stimmen aus

–ı 5.3.

München im Kalten Krieg

Museum Brandhorst, Theresienstr. 35a, *89 23805 2286 Future Bodies from a Recent Past –ı 15.1.

Sammlung Goetz, Oberföhringerstr. 103 Imi Knoebel –ı 29.4.

Barbara Kasten –ı 29.4.

Städt. Galerie Lenbachhaus/Kunstbau, Luisenstrasse 33/ Etel Adnan –ı 26.2.

Königsplatz

foryouandyourcustomers, Standort München,

Magdalena Abele –ı 30.11.

Liebigstraße 22

Galerie Biedermann, Barerstr. 44, *89 297 257

Bildhauerzeichnungen und

–ı 25.11.

Skulpturen

Galerie der Künstler*Innen, Maximilianstrasse 42,

Gnade –ı 27.11.

*89 220 463

Gudrun Spielvogel, Maximilianstr. 45

Klaus Staudt – Augenblicke

–ı 26.11.

des Lichts

Smudajescheck Galerie, Schwindstr. 3, *173 311 0309 Theresa Hecker – Artnews 10.11.–19.11.

Münster LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10 Wolfgang Heimbach – Ein

–ı 4.12.

deutscher Barockmaler an

europäischen Höfen

Barbarossa – Die Kunst der

–ı 5.2.

Herrschaft

Phyllida Barlow – Street –ı 12.3.

↗ www.artlog.net

136 Kunstbulletin 11/2022


Murnau am Pulpo Gallery, Obermarkt 51, *171 1778796 Gao Hang – My Bad Ideas –ı 29.10.

Staffelsee

Neuss Langen Foundation, Raketenstation Hombroich 1 Julian Charrière – Controlled Burn –ı 6.8.

Skulpturenhalle, Lindenweg/Ecke Berger Weg Harald Klingelhöller –ı 11.12.

Stiftung Insel Hombroich, Minkel 2, *2182 887 4000

Heerich 100 – Die begehbare

–ı 30.10.

Skulptur

Landschaften – Chris Durham,

–ı 30.10.

Bernd & Hilla Becher

Raumortpraxis – Impulse für neue –ı 12.3.

Lebensentwürfe

Nürnberg Germanisches Nationalmuseum, Kartäusergasse 1,

Werkstatt Mittelalter –ı 1.10.

*911 133 1103

Kunsthalle Nürnberg, Lorenzer Strasse 32 Andreas Schulze – On Stage 5.11.–12.2.

Institut für moderne Kunst im Atelier- und Galeriehaus

Defet, Gustav-Adolf-Str. 33

Werner Büttner, Thomas Eller –

Der Stamm der armen Teufel

29.10.–15.1.

Oldenburg Oldenburger Kunstverein, Damm 2a Gerrit Frohne-Brinkmann –ı 13.11.

Pforzheim Kunstverein im Reuchlinhaus, Jahnstr. 42 Peles Empire –ı 15.1.

Schmuckmuseum, Jahnstrasse 42 Schmuck – Sprache –ı 6.11.

Reutlingen Kunstmuseum Reutlingen / konkret, Eberhardstraße 14,

*7121 303 2322

Vera Leutloff – Farbe in Bewegung –ı 12.3.

Kunstmuseum Reutlingen / Spendhaus,

Spendhausstrasse 4

Rheinsberg Kurt Tucholsky Literaturmuseum, Schloss Rheinsberg,

*33931 39 0007

Siegen Museum für Gegenwartskunst Siegen, Unteres Schloss 1,

*271 405 7710

Common Sense

Ins Licht – Highlights der

Gemäldesammlung

Mit Blick auf Adolf Hölzel – Figur

und Abstraktion

–ı 8.1.

–ı 29.1.

–ı 5.2.

Nanne Meyer – Versteckte Texte –ı 20.11.

Francis Bacon – Studiolo

–ı 21.2.

Florence Jung –ı 26.2.

Gemischtes Doppel –ı 26.2.

Odor 18.11.–26.2.

Sindelfingen Galerie Stadt Sindelfingen, Marktplatz 1 What I like! –ı 10.4.

Lisa Moll – mæme –ı 10.4.

Ilse Beate Jäkel – Im Konzert –ı 10.4.

Singen Kunstmuseum Singen, Ekkehardstrasse 10, *7731 85 271 Jürgen Palmtag –ı 20.11.

Darf ich dir was zeigen? –ı 20.11.

Stuttgart Kunstmuseum Stuttgart, Kleiner Schlossplatz 1 Kubus – Sparda-Kunstpreis 2022 –ı 8.1.

Frischzelle_29 – Hannah J. Kohler 29.10.–17.9.

Staatsgalerie, Konrad-Adenauer-Str. 30–32 Hyperimage –ı 5.2.

Glitzer und Gift der

18.11.–26.2.

Zwanzigerjahre – George Grosz

Georges Rouault 18.11.–26.2.

–ı 5.11.

Galerie Klaus Braun, Charlottenstraße 14, 5. OG,

*711 640 5989

Bildfindungen – Franziska

Reinbothe, Donald Martiny

A game of the image space –

12.11.–14.1.

Anne Berlit

Galerie von Braunbehrens, Rotebühlstr. 87 Fantasy of Light 18.11.–12.1.

Tübingen Kunsthalle Tübingen, Philosophenweg 76 Christian Jankowski –ı 30.10.

Tuttlingen Galerie der Stadt Tuttlingen, Rathausstrasse 7 Keith Haring – Posters –ı 27.11.

Ulm kunsthalle weishaupt, Hans-und-Sophie-Scholl-Platz 1 Reine Formsache –ı 18.6.

Museum Ulm, Marktplatz 9 Jost Münster –ı 20.11.

Zum Glück! 40 Jahre Freunde des –ı 20.11.

Ulmer Museum e.V.

Urformen –ı 22.1.

Otl Aicher 100 Jahre 100 Plakate –ı 8.1.

Franco Clivio –ı 15.1.

Protest gestalten 12.11.–16.4.

AGENDA // DEUTSCHLAND 137


Waiblingen Galerie Stihl Waiblingen, Weingärtner Vorstadt 12,

*7151 5001 1686

Gewitzt, Gewagt, Gezeichnet –

Der Simplicissimus

19.11.–12.2.

Waldenbuch Museum Ritter, Alfred-Ritter-Strasse 27 Şakir Gökçebağ – Twists & Turns –ı 16.4.

Weilburg fotobildlager7a + Archiv_Klaus Graubner*1938, Friedrich- Oberräder Gärten und Felder –

–ı 30.4.

Ebert-Straße 7a

Yves Graubner

Wilhelmshaven Kunsthalle Wilhelmshaven, Adalbertstr. 28 Katja Aufleger – It’s never too late –ı 27.11.

to panic

Wolfsburg Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1 Empowerment –ı 8.1.

Wuppertal Von der Heydt-Museum, Turmhof 8 Eine neue Kunst – Fotografie und

–ı 8.1.

Impressionismus

Fremde sind wir uns selbst –ı 29.1.

Senga Nengudi –ı 29.1.

Fokus Von der Heydt – ZERO, Pop

und Minimal

–ı 16.7.

Finnland *0358

Skulpturenpark Waldfrieden (Cragg Foundation),

Hirschstr. 12, *202 317 2989

Anish Kapoor

Andreas Schmitten

–ı 1.1.

–ı 1.1.

Tampere Sara Hildén Art Museum, Särkänniemi Thomas Houseago – WE with Nick

Cave and Brad Pitt

–ı 15.1.

Frankreich *0033

Aix-en- Musée Granet, Place St Jean de Malte David Hockney –ı 28.5.

Provence

Albine Eschaton-Kunststiftung Anselm Kiefer, Eschaton-Stiftung Anselm Kiefer –ı 30.10.

Altkirch CRAC Alsace, 18, rue du Château, *3 8908 8259 The Four Cardinal Points Are

–ı 15.1.

Three – The South And The North

Amilly Les Tanneries, centre d’art contemporain, 234 rue des Ponts Les registres du jeu –ı 27.8.

Annecy L’Abbaye – Espace d’art contemporain, 15 Chemin

Jacques Monory –ı 19.12.

de l’Abbaye

Annemasse Villa du Parc, 12, rue de Genève, *4 5038 8461 In Praesentia – Niels Trannois –ı 18.12.

Besançon FRAC Franche-Comté, Cité des arts/Passage des arts 2 La Beauté du diable –ı 12.3.

Brétigny Centre d’art contemporain Brétigny, Espace Jules Verne/ Playworlds, 2018–2022 –ı 10.12.

Rue Henri Douard

Cajarc Maison des arts Georges Pompidou, route de Gréalou 24 Baby, welcome to the party –ı 27.11.

Dijon Le Consortium, 37, rue de Longvic Tschabalala Self –ı 22.1.

Dunkerque FRAC Grand Large, 503 Av des Bancs de Flandres,

Delphine Reist – Vrac Multivrac –ı 30.12.

*3 28 65 84 20

Enghien-les- Centre des Arts, 12–16, rue la Libération, *1 3010 8559 Prométhée, le jour d’après –ı 20.12.

Bains

Grenoble Musée de Grenoble, 5, Place de Lavalette De la nature –ı 19.3.

Ile de Vassivière Centre International d’Art et du Paysage Lignes de fuite –ı 6.11.

Ivry-sur-Seine Centre d’art contemporain d’Ivry – le Crédac, 25–29

La fugitive –ı 18.12.

rue Raspail, *1 4960 2506

Jumièges Abbaye de Jumièges, 24, rue Guillaume le Conquérant Hala Wardé – a roof for silence –ı 6.11.

La Roche-sur-

Foron

Landerneau

L’Angle – Espace d’Art Contemporain, 287 Avenue

Jean Jaurès

Fonds Hélène & Edouard Leclerc, 71 Rue de la Fontaine

Blanche, Rue des Capucins

Camille LLobet –ı 26.5.

Ernest Pignon-Ernest

–ı 15.1.

Françoise Pétrovitch –ı 15.1.

Lannion L’imagerie, 19, rue Savidan, *2 9646 5725 Tomiyasu Hayahisa – Une ligne

formée de points

Lyon Musée d’art contemporain Lyon, 81, quai Charles de Gaulle Nathalie Djurberg et Hans Berg,

Jesper Just

Lyon Biennial, Rue Challemel-Lacour 65

16 e biennale de Lyon: manifesto

of fragility

Fondation Bullukian, 26 Place Bellecour, Lyon 2 e

François Réau – déstination de nos

lointains

5.11.–14.1.

–ı 9.7.

–ı 31.12.

–ı 30.12.

138 Kunstbulletin 11/2022


L’Isle-sur-la- Villa Datris, 7, avenue des 4 Otages Toucher terre –ı 1.11.

Sorgue

Marseille FRAC PACA, 20, Boulevard de Dunkerque Ângela Ferreira –ı 22.1.

Marie Hervé –ı 26.2.

Metz

Centre Pompidou Metz, 1, parvis des Droits de l’Homme Le Musée sentimental d’Eva Aeppli –ı 14.11.

CS 90490, *3 8715 3939

Milly-la-fôret Le Cyclop de Jean Tinguely, Le bois des pauvres Jennifer Caubet & Thomas Teurlai –ı 6.11.

Montbéliard Centre Régional d’Art Contemporain, 19, av. des Alliés Trois p’tits tours et puis s’en vont –ı 15.1.

Mouans- Espace de l’Art Concret, Château de Mouans, *4 9375 7150 Filiatons 2 –ı 26.3.

Sartoux

Mulhouse La Kunsthalle, 16, rue de la Fonderie, *369 776 647 Exhumer le futur – Maarten Vanden –ı 30.10.

Eynde

Nîmes Carré d’Art, Place de la Maison Carrée, *4 66 76 35 70 Gerard & Kelly – Ruines –ı 26.3.

Noisy-le-Sec La Galerie, 1, rue Jean Jaurès, *1 4942 6717 Hedy Lamarr, The strange woman –ı 21.1.

Paris Bourse de Commerce, 2 Rue de Viarmes Anri Sala –ı 3.1.

Centre Pompidou, Place Georges Pompidou Gérard Garouste –ı 2.1.

Fondation d’entreprise Pernod Ricard, 1 cours Paul Ricard Horizones, 23 e Prix Fondation

–ı 29.10.

Pernod

Alexandra Bircken und Lutz

15.11.–28.1.

Huelle – La pensée corps

Fondation Louis Vuitton, 8, av. du Mahatma Gandhi,

Monet – Mitchell –ı 25.2.

*1 4069 9600

Hôpital Saint Louis, 1 Avenue Claude Vellefaux Sophie Delpeux & Marc Bauer –ı 30.11.

Institut Giacometti, 5, rue Victor Schoelcher, *1 4454 5244 Alberto Giacometti / Sophie

–ı 30.11.

Ristelhueber – Legacy

Jeu de Paume, 1, Place de la Concorde Renverser ses yeux –ı 29.1.

Lafayette Anticipations, 9, rue du Plâtre Cyprien Gaillard – Dumpty –ı 8.1.

Le Panthéon, Place du Panthéon Ann Veronica Janssens – 23:56:04 –ı 30.10.

Le Plateau Paris, Angle r. des alouettes et r. carducci Judith Hopf – Énergies –ı 11.12.

Maison Européenne de la Photographie, 5/7 Rue de

Boris Mikhaïlov – Journal Ukrainien –ı 15.1.

Fourcy, *1 4478 7522

Musée d’Art et d’Histoire de l’Hôpital Sainte-Anne, 1 Corinne Deville – Vivre en peinture –ı 29.1.

rue Cabanis, *1 45 65 86 96

Musée des Arts Décoratifs, 107, rue de Rivoli, *1 4260 3214 Shocking Chic – Les mondes

–ı 22.1.

surréalistes d’Elsa Schiaparelli

Musée du quai Branly, 37, quai Branly Dinh Q. Lê –ı 20.11.

Plateau

d’Hauteville

Musée d’Art moderne de la Ville de Paris, 11, avenue du

Président Wilson

Zoé Leonard – Al Rio / To the river

Oskar Kokoschka – un fauve

à Vienne

–ı 29.1.

–ı 12.2.

Musée Jacquemart André, 158, Blvd. Haussmann Füssli – entre rêve et fantastique –ı 23.1.

Musée Marmottan Monet, 2 Rue Louis Boilly Face au soleil –ı 29.1.

Musée Picasso Paris, 5, rue de Thorigny, *1 4271 2521 Farah Atassi –ı 29.1.

Palais de Tokyo, 13, av. du Président Wilson Cyprien Gaillard –

–ı 8.1.

Humpty / Dumpty

Guillaume Leblon – Parade –ı 8.1.

Palais Galliera, 10 Avenue Pierre 1 er de Serbie Frida Kahlo –ı 5.3.

Petit Palais, Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris, Ugo Rondinone –ı 8.1.

Avenue Winston Churchill

Bétonsalon, 9, esplanade Pierre Vidal-Naquet,

Judith Hopf – Énergies –ı 11.12.

*1 4584 1756

Centquatre, 5, rue Curial Foire Foraine d’Art Contemporain –ı 29.1.

L’Ahah #Griset, 4 cité Griset, *171 27 72 47

Lena Amuat, Zoë Meyer,

–ı 10.12.

Simone Holliger

Le Bal, 6, Impasse de la Défense, *1 4470 7550 Renverser ses yeux –ı 29.1.

Centre d’Art Contemporain de Lacoux, Place de l’ancienne Sarah Ritter – L’ombre de la terre –ı 31.10.

école

AGENDA // DEUTSCHLAND / FINNLAND / FRANKREICH 139


Pontault-

Combault

Centre Photographique d’île-de-France, 107, av. de la

République, *170 054 982

Nicolas Giraud & Bertrand

Stofleth – La Valée

Reims Domaine Pommery, 5, Place du General Gouraud Rêveries – Expérience Pommery 16 –ı 8.11.

Rochechouart Musée départemental d’art contemporain, Place du Prinz Gholam – Mon cœur est un

–ı 15.12.

Château, *5503 7777

luth suspendu

Nous sommes tous des lichens –ı 15.12.

Saint-Fons

–ı 5.11.

Le Centre d’Arts Plastiques Espace Léon Blum, Rue de la

Rochette, *092 027

Suzanne Husky – Les leçons des

peuples des marécages

Sète CRAC Occitanie, 26, quai Aspirant Herber, *4 6774 9437 Pauline Curnier Jardin –ı 8.1.

St-Paul-de- Fondation Maeght, 623, ch. des Gardettes, *493 9332 8163 Au cœur de l’abstraction –ı 20.11.

Vence

Tourcoing IMA Tourcing, 9 Rue Gabriel Péri Les Sentinelles –ı 2.2.

Valenciennes Galerie L’H du Siège, 15, rue de l’Hôpital de Siège Si t’es sage t’auras une image –ı 19.11.

Versailles Château de Versailles, Place d’Armes, *1 3083 7800 Joana Vasconcelos – arbre de vie –ı 15.1.

Villeneuve LaM, 1, Allée du Musée, *3 2019 6870 Étienne Chambaud – Lâme –ı 22.1.

d’Ascq

Villeurbanne Institut d’art contemporain Villeurbanne, 11, rue

Jeune création internationale –ı 31.12.

Docteur-Dolard

URDLA Centre International Estampes & Livres, 207,

rue Francis-de-Pressensé

Phoebe Boswell, Sylvie Selig –ı 31.12.

Italien *0039

Agrate Cascina I.D.E.A., 26 Via G. Marconi, NO, *347 636 7698 Daiga Grantina –ı 31.12.

Alba

Ceretto, Strada Provinciale Alba/Barolo Località

A cielo aperto 2022 –ı 25.11.

San Cassiano, 34, CN

Aosta Centro Saint Benin, Via Bonifacio Festaz 27, *165 272 687 Arshak Sarkissian – Angeli e

–ı 6.11.

Demoni

Bard Forte di Bard, Cerntro, AO, *125 833 811 Fabiano Ventura –ı 18.11.

Umberto Mònterin –ı 4.12.

Bergamo GAMeC, Via San Tomaso, 53, *35 270 272 La Collezione Impermanente –ı 8.1.

Dora Budor –ı 8.1.

Biella Fondazione Pistoletto, Via Serralunga 27, *15 28 400 Arte al Centro 2022 –ı 15.11.

Bologna Fondazione Massimo e Sonia Cirulli, Via Emilia 275, San Le donne di Kabul. –ı 31.12.

Lazzaro di Savena, BO

Bolzano ar/ge kunst Galerie Museum, Museumsstrasse 29 The Lying Body –ı 5.11.

Fondazione Antonio Dalle Nogare, Rafensteiner Weg 19, Etel Adnan, Simone Fattal –

–ı 6.11.

BZ, *471 971 626

Working Together

Ri-Materializzazione del linguaggio –ı 3.6.

Museion Bolzano, Dantestr. 6, BZ Kingdom of the Ill –ı 5.3.

Brescia Museo di Santa Giulia, Via Musei 81/b, *30 8 0076 2811 Isgrò cancella Brixia –ı 8.1.

Calatafimi

Segesta

Parco archeologico di Segesta, Contrada Barbaro, SR 22,

TP

–ı 15.1.

Nella natura come nella mente –ı 6.11.

Catanzaro Marca, Via Alessandro Roberto Fanari –ı 27.11.

Chioggia Museo Civico della Laguna Sud, 1 Campo Guglielmo

Appropriation –ı 13.11.

Marconi, VE

Civitella La Serpara, Loc. Serpara 2, VT, *761 914 071

Lava – Paul Wiedmer

–ı 31.12.

d’Agliano

39 Künstler im Skulpturengarten –ı 31.12.

Codroipo Villa Manin, Piazza Manin 10 Pier Paolo Pasolini – Sotto gli occhi –ı 8.1.

del mondo

Favara Farm Cultural Park, Cortile Bentivegna, AG Radical SHE – Women Quadrennial –ı 29.1.

of Art and Society

Ferrara Castello Estense, Largo Castello 1, FE, *532 29 92 33 La memoria infedele –ı 27.12.

Firenze

Museo del Novecento Firenze, Piazza di Santa Maria

Novella 10, FI

Palazzo Medici Riccardi, Via Camillo Cavour 1,

*55 276 0444

Luca Vitone

–ı 7.11.

Tony Cragg –ı 15.1.

Passione Novecento. Da Paul Klee a –ı 15.1.

Damien Hirst

Palazzo Strozzi, Piazza Strozzi 1, FI, *55 282 635 Olafur Eliasson –ı 22.1.

140 Kunstbulletin 11/2022


BASE Progetti per L’Arte, Via San Niccolo 18r, *55 602 102 Loris Gréaud –ı 17.11.

L’Aquila MAXXI L’Aquila, 15 Piazza Santa Maria Paganica, AQ Afterimage –ı 19.2.

La Spezia

Centro di Arte Moderna e Contemporanea, Piazza Cesare

Battisti 1, SP, *187 734 593

Giacomo Verde artivista – Liberare

Arte da Artisti

–ı 25.12.

Lissone Museo d’Arte Contemporanea, Via Padania 6 Giuseppe Stampone –ı 29.1.

Merano Merano Arte, Laubengasse 163 Turning Pain Into Power –ı 29.1.

Mestre Centro Culturale Candiani, Piazzale Candiani 7,

Kandinski e le avanguardie –ı 21.2.

*41 958 100

Milano Armani/Silos, Via Bergognone 40, MI Magnum Photos – Colors Places

–ı 6.11.

Faces

Fondazione Arnaldo Pomodoro, Via Andrea Solari 35, Open Studio #1 –ı 18.12.

*28 907 5394

Fondazione Luigi Rovati, 52 Corso Venezia, MI Sabrina Mezzaqui –ı 27.11.

Galleria d’Arte Moderna Milano, Via Palestro 16, MI,

Andrea Bowers – Furla Series –ı 18.12.

*2 8846 7748

Istituto Svizzero Milano, Via Vecchio Politecnico 3, MI Marie Matusz –ı 19.11.

PAC Padiglione d’Arte Contemporanea Milano, Via

Palestro 14, MI, *2 683 330

Palazzo Reale Milano, Piazza del Duomo 12, MI,

*2 3646 1394

Resistance and resilience in

22.11.–12.2.

Japanese contemporary art

Appiani, Canova, Raffaeli

–ı 29.1.

Max Ernst –ı 26.2.

Hieronymus Bosch e l’europa

9.11.–12.3.

meridionale

Pirelli HangarBicocca, Via Chiese 2, MI, *2 6611 1573 Dineo Seshee Bopape –ı 29.1.

Bruce Nauman – Neons,

–ı 26.2.

Corridors & Rooms

Triennale – Palazzo dell’Arte, 6 Viale Emilio Alemagna, MI Unknown Unknowns –

–ı 11.12.

An Introduction to Mysteries

Building, Via Monte di Pietà 23, MI Letizia Cariello –ı 23.12.

Buildingbox – Flashbacks –ı 9.1.

Galleria Raffaella Cortese, Via A. Stradella 7, MI Maurizio Cattelan –ı 6.11.

Giò Marconi, Via Tadino 15 André Butzer –ı 20.12.

Monica De Cardenas Milano, Via Francesco Viganò 4, MI, Wangari Mathenge –ı 26.11.

*2901 0068

Napoli Fondazione Morra Greco, Largo Avellino 17, *81 210 690 Keep On Movin’ –ı 30.11.

Museo di Capodimonte, Bosco di Capodimonte Salvatore Emblema –ı 30.10.

PAN Palazzo delle Arti Napoli, Via dei Mille 60,

David Bowie: the passenger.

–ı 29.1.

*81 795 8604

By Andrew Kent

Nuoro Museo d’Arte Nuoro, Via Satta 15, NU, *784 252 110 Sensorama. Lo sguardo le cose

–ı 30.10.

gli inganni

Orani Museo Nivola, Via Gonare, 2, NU Pedro Reyes –ı 22.2.

Padova Palazzo del Monte di Pietà, Via Arco Valaresso, PD L’occhio in gioco, Percezioni,

–ı 26.2.

impressioni e illusioni nell’arte

Palermo Palazzo Reale Palermo, Piazza Indipendenza 1, PA,

Mostra –ı 31.10.

*91 705 1111

Villa Zito, 52 Via della Libertà, PA Pietro Consagra –ı 4.12.

Cesare Viel – Corpi estranei –ı 31.3.

Pescara Vistamare, 13 Largo dei Frentani, PE Ettore Spalletti –ı 28.2.

Ravenna Fondazione Sabe, 31 Via Giovanni Pascoli, RA Enrica Borghi –ı 17.12.

–ı 27.11.

Museo d’Arte della citta, Ravenna, Via di Roma 13,

*544 482 775

VII Biennale del Mosaico

contemporaneo

Francesco Cavaliere, Leonardo

Pivi – Prodigy Kid

–ı 8.1.

↗ www.artlog.net/kunstbulletin

AGENDA // FRANKREICH / ITALIEN 141


Reggio Emilia Collezione Maramotti, Via Fratelli Cervi 66 Carlo Valsecchi – Bellum –ı 31.12.

Emma Talbot –ı 19.2.

Jenna Gribbon –ı 19.2.

Rivoli Castello di Rivoli, Piazza del Castello, TO A.B.O. Theatron – L’arte o la vita –ı 6.11.

Olafur Eliasson 3.11.–26.3.

La Collezione Cerruti –ı 30.4.

Roma Chiostro del Bramante, Via della Pace, RM, *6880 9035 Crazy – La follia nell’arte

–ı 8.1.

contemporanea

Istituto Svizzero, Via Ludovisi 48, RM, *06 420 421 Deborah-Joyce Holman –ı 10.11.

Fall – Marie Matusz –ı 19.11.

L’arcobaleno riposa sulla strada 29.10.–12.2.

MACRO, Via Nizza 138/Via Reggio Emilia 54, RM,

*6 7107 0400

MAXXI Museo Nazionale delle Arti del XXI Secolo,

Via Guido Reni 2, RM, *96 7350

San Giovanni La Fondazione La Verde-La Malfa, Via Sottotenente Pietro

Punta (CT) Nicolosi 29

Lisa Ponti

Eva Barto – Sharp Smile

–ı 30.10.

–ı 6.11.

Maxxi Bvlgari Prize

–ı 20.11.

Casa Balla –ı 31.12.

Giacomo Balla – Casa Balla –ı 31.12.

Nedko Solakov –ı 12.3.

What a Wonderful World –ı 12.3.

Pascale Marthine Tayou –ı 7.5.

Begoña Zubero – NEEEV. Non è

–ı 6.11.

esotico, è vitale

Taranto MArTA, via Cavour, 10, TA, *99 4532112 Taras e i doni del mare –ı 31.12.

Federico Gori – L’età dell’oro

–ı 8.1.

(la muta)

Torino Fondazione Merz, Via Limone 24, *11 1971 9437 Dia Beacon –ı 20.11.

Galleria d’Arte Moderna e Contemp., Via Magenta 31, TO Flavio Favelli –ı 6.11.

VideotecaGAM – Jannis Kounellis –ı 13.11.

OGR – Officine Grandi Riparazioni, Corso Castelfidardo 22 Arthur Jafa 4.11.–15.1.

Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli, Via Nizza 230 Sylvie Fleury – Turn me on –ı 15.1.

Reggia di Venaria Reale, Piazza della Repubblica 4 Tony Cragg –ı 8.1.

Quartz Studio, via Giulia di Barolo 18/D, TO, *11 429 0085 Kasper Sonne –ı 14.1.

Venezia Basilica di San Giorgio Maggiore, Isola Di San Giorgio Ai Weiwei – La Commedia Umana –ı 27.11.

Chiesa di Santa Maria della Visitazione, 919A Fondamenta Rony Plesl –ı 27.11.

Zattere Ai Gesuati, VE

Complesso dell’Ospedaletto, 6691 Barbaria de le Tole, VE Penumbra –ı 27.11.

Ramin Haerizadeh, Rokni

–ı 27.11.

Haerizadeh, Hesam Rahmanian

Espace Louis Vuitton, 1353 Calle Ridotto, VE Katharina Grosse – Apollo, Apollo –ı 27.11.

Fondazione Bevilacqua La Masa, Galleria di Piazza

Ha Chong-Hyun –ı 27.11.

San Marco 71/c, *41 523 7819

Fondazione Emilio e Annabianca Vedova, Dorsoduro 46, Rainer – Vedova – Ora –ı 30.10.

*41 522 6626

Fondazione Forte Marghera, 30 Via Forte Marghera, VE Elisa Giardina Papa –ı 27.11.

Fondazione Prada Venezia, Ca’ Corner della Regina,

Human Brains – It Begins with

–ı 27.11.

Santa Croce 2215, VE

an Idea

Fondazione Querini-Stampalia, Castello 5252 Isamu Noguci –ı 27.11.

Ewa Kuryluk –ı 27.11.

GAD Giudecca Art District, Via Giudecca, VE

Humanabilia – Dal Mirabilis

–ı 31.12.

alla Téchne

Gervasuti Foundation, Via Garibaldi Miltos Manetas – Assange in Prison –ı 27.11.

ISR Spazio Culturale Svizzero, Campo S. Agnese-

Marie Matusz –ı 19.11.

Dorsoduro 810

Istituto Veneto di Scienze, Palazzo Loredan, *41 240 7711 Roma Women – Performative

–ı 27.11.

Strategies of Resistance

Le Stanze del Vetro, Isola di San Giorgio Maggiore 1 Venini: Luce 1921–1985 –ı 8.1.

Negozio Olivetti, 101 Piazza San Marco, VE Lucio Fontana, Antony Gormley –ı 27.11.

Padiglione delle Arti Applicate, 2169 Campo de la Tana, VE Sophia Al-Maria –ı 27.11.

142 Kunstbulletin 11/2022


Padiglione Svizzero, Giardini di Castello, VE Latifa Echakhch –ı 27.11.

Peggy Guggenheim Collection, 701 Dorsoduro Edmondo Bacci –ı 1.10.

Punta della Dogana, Dorsoduro 1, VE Bruce Nauman –ı 27.11.

Salone Verde, Sestiere Santa Croce 2258, Calle della Regina Take Your Time –ı 27.11.

Scuola Grande della Misericordia, Sestiere Cannaregio, VE Future Generation Art Prize

–ı 27.11.

@ Venice 2022

Spazio Thetis, Arsenale Novissimo di Veneia, VE

The 1 st Annual Metaverse

–ı 23.11.

Art Venice

Antonio Ievolella – Paranza –ı 27.11.

Conservatorio di Musica Benedetto Marcello di Venezia

(Palazzo Pisani), 2810 Sestiere di San Marco, VE

Uncombed, Unforeseen,

Unconstrained

–ı 27.11.

Docks Cantieri Cucchini, Castello 40A/B, VE Alberta Whittle – Scotland + Venice. –ı 27.11.

La Biennale di Venezia, Giardini – Arsenale, *41 521 8711 La Biennale di Venezia 2022 –ı 27.11.

Museo di Palazzo Grimani, Ramo Grimani, 4858 Georg Baselitz –ı 27.11.

The Flaying of Marsyas –

–ı 27.11.

Mary Weatherford

Bosco Sodi a Palazzo Vendramin

–ı 27.11.

Grimani

Palazzo Ducale Venezia, San Marco 1, VE Anselm Kiefer –ı 29.10.

Verona Palazzo della Gran Guardia, Piazza Bra, *02 433 53522 Bosco Sodi –ı 27.11.

Liechtenstein *0423

Vaduz

Luxemburg *0352

Kunstmuseum Liechtenstein mit Hilti Art Foundation,

Städtle 32

Luxemburg Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain, 41,

rue Notre Dame, *50 45

MUDAM/Musée d’Art Moderne Luxembourg, 3, Park Dräi

Eechelen, *4537 851

Monaco *0377

Monaco

Niederlande *0031

Nouveau Musée National de Monaco, 17, avenue Princesse

Grace, *98 981 962

Hauser & Wirth Monaco, Place du Casino

Im Kontext der Sammlung –

–ı 15.1.

Brian O’Doherty

Candida Höfer – Liechtenstein –ı 10.4.

Adrien Vescovi – jours de lenteur –ı 29.1.

Tacita Dean –ı 5.2.

Newton, Riviera –ı 13.11.

Roni Horn – Sweet is the swamp

with it’s secrets

–ı 17.12.

Amsterdam Stedelijk Museum, Museumplein Sophie Douala – Follow the

–ı 31.12.

black rabbit

Anne Imhof – Youth –ı 29.1.

Maastricht Bonnefantenmuseum, Avenue Ceramique 250 Melati Suryodarmo –ı 30.10.

Österreich *0043

Bregenz Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Miraggio – Martin Chramosta –ı 13.11.

Vorarlbergs, Gallusstr. 10

Dornbirn Kunstraum Dornbirn, Jahngasse 9, *5572 55 044 Monika Sosnowska –ı 30.10.

Hier und Jetzt – Wien Skulptur 2022 18.11.–12.2.

Graz Kunsthaus Graz, Lendkai 1, *316 8017 9200 Faking the Real –ı 8.1.

Hito Steyerl –ı 8.1.

Neue Galerie Graz, Joanneumsviertel 2, *316 8017 9100 Ladies and Gentlemen –ı 30.10.

Zeich(n)en der Unsichtbaren –ı 29.1.

Kooperation mit steirischer

–ı 12.2.

herbst

Artelier Contemporary, Griesgasse 3, *664 221 25 18 Frei – Manuel Gorkiewicz –ı 30.11.

Halle für Kunst Steiermark, Burgring 2, *316 740 084 Systems of Belief –ı 8.1.

AGENDA // ITALIEN / LIECHTENSTEIN / LUXEMBURG / MONACO / NIEDERLANDE / ÖSTERREICH 143


Hohenems Jüdisches Museum Hohenems, Schweizer Strasse 5 Ausgestopfte Juden? –ı 19.3.

Innsbruck Taxispalais Kunsthalle Tirol, Maria-Theresien-Str. 45 Zeitgeschichten –ı 6.11.

Kunstpavillon & Neue Galerie Innsbruck, Rennweg 8a, Bodies of Water –ı 5.11.

Rennweg 1

Klagenfurt Kunstraum Lakeside, Lakeside B02 Riccardo Giacconi – Sipario –ı 4.11.

Krems Forum Frohner, Minoritenplatz 4 Die Zeichnung entsteht im Kopf –

–ı 26.3.

Frohner als Zeichner

Karikaturmuseum Krems, Steiner Landstrasse 3a 100 Jahre Paul Flora –ı 29.1.

Kunsthalle Krems, Franz-Zeller-Platz 3 The new African Portraiture 19.11.–10.4.

Linz galerie wuensch aircube, Volksfeststrasse 36,

*69988796723

Lustenau Dock 20 – Kunstraum und Sammlung Hollenstein,

Pontenstraße 20

Salzburg Museum der Moderne Rupertinum, Wiener-

Philharmonikergasse 9

Fritz Pechmann

–ı 31.12.

Collection Wünsch – Vera Molnar –ı 31.3.

Zwischen Raster –ı 14.1.

Cameron Jamie – Shaking Traces

–ı 5.2.

Medieninterventionen –ı 5.2.

Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg, Mönchsberg 32 Sammlungspolitik –ı 6.11.

Galerie Fotohof, Inge-Morath-Platz 1–3, *662 849 2964 Christian Wachter – Werkschau:

–ı 26.11.

Konzept versus Fotografie

Fotohof bibliothek: Spector

–ı 26.11.

Books – Das Jahr 1990 freilegen

Im Fotohof studio – Fotohof calling –ı 26.11.

2022

Sankt Pölten Videocity St. Pölten, Stadtparcours Videocity St. Pölten – Stadtparcours

–ı 4.12.

zum Thema «Augen-Blick»

Wien Albertina Museum, Albertinaplatz 1 Tony Cragg –ı 30.10.

Wiener Secession, Friedrichstrasse 12

Jennifer Tee, Anna Daučíková,

–ı 6.11.

Charlotte Prodger

Lieselott Beschorner – Im Atem

–ı 6.11.

der Zeit

Jean-Frédéric Schnyder, The 18.11.–28.2.

Otolith Group, Patricia L. Boyd

das weisse haus, Hegelgasse 14, *1 236 3775

The Backyard On the Seventh

–ı 12.11.

Floor – Corinna Helenelund

Boynciana – Johanna Bruckner –ı 12.11.

Eva Presenhuber Wien, Lichtenfelsgasse 4 Karen Klimnik –ı 29.10.

foryouandyourcustomers, Standort Wien,

Regula Dettwiler, Christoph Luger, –ı 30.11.

Köstlergasse 6–8

Sali Ölhafen, Ulrich Plieschnig

Galerie Knoll, Gumpendorferstr. 18 Andras J. Nagy –ı 5.11.

Nestroyhof, Nestroyplatz 1 Silent Sound –ı 9.12.

Spanien *0034

Almería MECA: Mediterráneo Centro Artístico, 11 Calle Navarro Phantasia –ı 3.11.

Darax, Almería

Badajoz Meiac Colección Extremeña del MEIAC –ı 31.12.

Barcelona ACVIC, Sant Francesc, 1, *93 885 3704 Lux & Matrix –ı 30.12.

Caixa Forum Barcelona, Avenida del Marqués de

Domillas 6–8, Barcelona

Digerir el mundo donde está

–ı 30.10.

Dioses, magos y sabios 24.11.–2.4.

Centre d’Art Santa Mónica, Rambla de Santa Mónica 7 Dorm en l’accident que provoca –ı 8.1.

Centro de Cultura Contemporánea, Montalegre 5 Cervell(s) –ı 11.12.

World Press Photo 2022 4.11.–11.12.

Fundació Antoni Tàpies, Aragó 255, Barcelona

Tekla Aslanishvili – A State in

–ı 27.11.

a State

Bruce Conner – Llum de la foscor –ı 5.3.

Tàpies – L’adob que fecunda la terra –ı 30.4.

Fundació Joan Miró, Parc de Montjuic, *93 443 9470 Nora Baylach – Bimbo –ı 5.1.

Martín Vitaliti – Silly Symphony –ı 15.1.

Fundació Suñol, Passeig de Gràcia 98, *9349 6103 Memòries creuades –ı 14.1.

144 Kunstbulletin 11/2022


KBr Fundación MAPFRE, Avenida Litoral, 30, *932 723 180 Carrie Mae Weems –ı 15.1.

KBr Flama 2022 –ı 15.1.

Museu d’Art Contemporani, Plaça dels Angels, 1, Cinthia Marcelle –ı 8.1.

Carrie Mae Weems – Lincoln,

–ı 15.1.

Lonnie, and Me

Paul Klee i els secrets de la natura –ı 12.2.

María Teresa Hincapié –ı 26.2.

Museu Nacional d’Art de Catalunya, Parc de Montjuïc Mey Rahola 24.11.–29.5.

Museu Picasso Barcelona, Montcada 15–19, *93 319 6902 Barthélémy Toguo –ı 26.2.

Daniel-Henry Kahnweiler 18.11.–19.3.

La Virreina Centre de la Imatge, La Rambla 99, Barcelona,

*93 316 1000

Amèlia Riera – Mrs. Death

–ı 6.11.

Biennal 2064 19.11.–12.2.

Pedro Costa – Canciones –ı 23.4.

Art Larson – L’ombra del Pixapins –ı 23.4.

Sala Parés, Petritxol 5, Barcelona Guillermo Pérez Villalta –ı 12.11.

Adn galería, Enric Granados, 49 Domènec – Can our cities survive? –ı 17.11.

Galeria Àngels Barcelona, Carrer del Pintor Fortuny, 27 Esther Ferrer – Poemas –ı 5.11.

Joan Prats, Rambla de Catalunya 54 La catifa màgica –ı 5.11.

L&B Gallery, 58 Carrer d’Àlaba, Barcelona Joan Ill – Somni atemporal –ı 11.11.

La Capella, Hospital 56, *9 3442 7171 Diego Paonessa –ı 8.1.

Jaume Clotet – New Ywork –ı 8.1.

Mirador Torre Glòries, Avinguda Diagonal 211, Barcelona Cloud Cities Barcelona –

–ı 31.12.

Tomás Saraceno

ProjecteSD, Passatge Mercader 8, Barcelona Isidoro Valcárcel Medina –

–ı 14.11.

Sin distancias

RocioSantaCruz, 627 Gran Via de les Corts Catalanes Jean Denant – États limites –ı 12.11.

Bilbao Bilbao Arte, Urazurrutia 32 Carlos Ramírez-Pantanella –ı 18.11.

Guggenheim Museum, Abandoibarra Etorbidea 2 Secciones / Intersecciones –ı 22.1.

Museo de Bellas Artes, Plaza del Museo 2, *94 439 6060 Sergio Prego – Trece a Centauro –ı 30.11.

Castellón Espai d’Art Contemporani, Carrer Prim s/n, Castellón La ciutat del transport 29.10.–12.2.

Cuenca Fundación Antonio Pérez, Calle de Julián Romero 20 Joan Alvado –ı 11.12.

Sylvia Molina –ı 8.1.

Gijón

LABoral Centro de Arte y Creación Industrial, Los Prados,

121, *985 185 577

El mundo es bosque –ı 4.3.

Girona Bolit Centre d’Art Contemporani, Pujada de la Mercè, 12,

*97 222 3305

Els desconeguts de sempre

–ı 22.1.

Lúa Coderch – Palau de Vent –ı 22.1.

Granada Centro José Guerrero, Oficios, 8 Andrés Rábago (El Roto) –ı 8.1.

Illa del Rei Hauser & Wirth Menorca, Diseminado Illa del Rei, Baleares Rashid Johnson – Sodade –ı 13.11.

Las Palmas de

G.C.

León

CAAM Centro Atlántico de Arte Moderno, Balcones 9–13,

Las Palmas

MUSAC Museo de Arte Contemporáneo León, Avenida de

los Reyes Leoneses 24, León

Espacio CV

Con los pies en la tierra

–ı 6.11.

–ı 29.1.

Isabel & Alfredo Aquilizan

–ı 6.11.

Y. Z. Kami – In a silent way –ı 22.1.

Metanarrativas – Colección Musac –ı 22.1.

Menchu Lamas –ı 22.1.

Saela Aparicio –ı 12.3.

Lleida La Panera Centre d’Art, Pl. de la Panera 2, *973 262 185 Martín Vitaliti – Ampo 29.10.–5.2.

Mario Santamaría – Gàrgola 29.10.–5.2.

Madrid Centro Cultural Conde Duque, Conde Duque 9 y 11,

Una voz / una imagen –ı 20.11.

*91 588 5834

Fundación Canal, Mateo Inurria 2, *91 541 506 Alicia en el país de las maravillas –ı 8.1.

Fundación Juan March, Castelló 77 Detente, instante. –ı 15.1.

Fundación Mapfre Sala Recoletos, Paseo Recoletos 23,

*91 581 6100

Carlos Pérez Siquier

–ı 28.10.

Julio González – Pablo Picasso –ı 8.1.

Ilse Bing –ı 8.1.

Fundación Telefónica, Fuencarral 3, *91 9001 10707 Liam Young – Construir mundos –ı 20.11.

Matadero, Paseo de Chopera 12, Madrid

Metaversos: realidades en

–ı 29.1.

transición

AGENDA // ÖSTERREICH / SPANIEN 145


Madrid/

Mostoles

Málaga

Museo ICO, Zorrila, 3, Madrid, *91 420 1242 Amaneceres Domésticos –ı 15.1.

Museo Nacional del Prado, Calle Ruiz de Alarcón 23 Zóbel – El futuro del pasado 15.11.–5.3.

Museo Reina Sofía, Santa Isabel 52 Leonor Serrano Rivas –ı 27.2.

Genealogías documentales 16.11.–27.2.

Francesc Tosquelles –ı 27.3.

Margarita Azurdia –ı 17.4.

Museo Thyssen-Bornemisza, Paseo del Prado 8 Los Sincromistas –ı 1.11.

Picasso / Chanel –ı 15.1.

Himali Singh Soin – El tercer polo –ı 29.1.

Palacio de Cristal, Parque del Retiro, *91 574 6614 Pauline Boudry / Renate Lorenz –ı 9.4.

Palacio Velázquez, Parque del Retiro, *91 573 6245 Manolo Quejido –ı 16.5.

Sala Alcalà, Calle de Alcalà 31, Madrid El Japón en Los Ángeles –ı 15.1.

1 Mira Madrid, 16 Calle de Argumosa, Madrid Tomislav Gotovac & Július Koller –ı 12.11.

Hamish Fulton 19.11.–21.1.

Aural Galería, 68 Calle de Pelayo, Madrid Anna Bella Geiger –ı 5.11.

Blanca Berlín Galería, 28 Calle del Limón, Madrid Isabel Muñoz –ı 10.12.

Casado Santapau, 10 Calle de Piamonte, Madrid Enrique Martínez Celaya 10.11.–10.1.

Freijo Gallery, 46 Calle de Zurbano, Madrid, *91 310 30 70 Juan Cuenca –ı 29.10.

Galería Elba Benitez, San Lorenzo 11, *91 308 0468 Alejandro Campins –ı 12.11.

Galería Elvira González, General Castaños, 3 Adolfo Schlosser –ı 15.11.

Galería Marlborough, Orfila 5 Francisco Leiro – A Filla da Porteira –ı 19.11.

Guillermo de Osma, Claudio Coello 4 Joaquín Torres-García –ı 15.11.

Helga de Alvear, Doctor Fourquet, 12 Lucio Fontana –ı 19.11.

Juana de Aizpuru, Calle del Barquillo, 44, Madrid Sonidos Lejanos –ı 5.11.

La Caja Negra, 17 Calle de Fernando VI, Madrid Nico Munuera –ı 19.11.

La Casa Encendida, Ronda de Valencia 2, Madrid Laure Prouvost –ı 8.1.

Korakrit Arunanondchai –ı 8.1.

Lucía Mendoza, 10 Calle de Bárbara de Braganza, Madrid Luna Bengoechea – Proyecto

–ı 19.11.

Salinas

Marta Cervera, Plaza de las Salesas 2 Menchu Lamas –ı 12.11.

Sabrina Amrani, 52 Calle Sallaberry, Madrid, *916 217 859 History in Fragments –ı 5.11.

Joël Andrianomearisoa –ı 15.11.

Centro de Arte Dos de Mayo, Avda. de la Constitución 23,

*91 276 0221

Centre Pompidou Málaga, Pasaje Doctor Carrillo Casaux

s/n. 29016 Muelle Uno, Málaga, *95 192 62 00

Alexander Apóstol

–ı 6.11.

Mitsuo Miura –ı 8.1.

Martin Wong – Malicious Mischief 8.11.–29.1.

Bernardí Roig –ı 30.5.

Centro de Arte Contemporáne Málaga, Calle de Alemania James Rielly –ı 27.11.

David Escalona –ı 4.12.

Museo Picasso de Málaga, San Agustín, 8, *952 127 600 Picasso visto por Otero –ı 1.11.

Palma Museu de Mallorca, 5 Carrer de la Portella, Baleares Mallorca International Art Award

2022

–ı 30.10.

Palma de

Mallorca

Caixa Forum Palma, Plaza Weyler 3, Baleares

Esbaluard, Plaza Porta de Santa Catalina 10

Museu Fundación Juan March Palma, Sant Miquel 11,

Baleares

La imagen humana 10.11.–9.4.

Personae – Máscaras contra

–ı 8.1.

la barbarie

Daniel García Andújar – Patente

–ı 22.1.

de Corso

Bruno Munari –ı 4.2.

Salamanca Domus Artium, Avenida de la Aldehuela Ana esteve Roig –ı 30.10.

Santa Cruz de

Tenerifa

Tea Tenerife Espacio de las Artes, Avenida de San

Sebastian 10, *92 284 9057

Concretos

–ı 8.1.

Cabilla –ı 8.1.

Santander Centro Botín, Muelle de Albareda s/n, Kantabrien Retratos – esencia y expresión –ı 31.12.

Damián Ortega – Visión expandida –ı 26.2.

Santiago de

Compostela

CGAC Centro Gallego de Arte Contemporáneo, Valle Inclán

s/n

Raniero Fernández – O Archivo –ı 12.1.

146 Kunstbulletin 11/2022


Sevilla

CAAC – Centro Andaluz de Arte Contemporáneo,

Monasterio de la Cartuja, Sevilla

Extraño. Colección Sandretto Re

Rebaudengo

–ı 20.11.

Cristina Lucas –ı 19.3.

Valencia IVAM Centre Julio González, Guillem de Castro 118 Carmen Calvo –ı 15.1.

Lejos del vacío: Zero –ı 12.2.

Teresa Lanceta – Tejer como código –ı 12.2.

abierto

Julio González –ı 15.10.

Valladolid Museo Patio Herreriano, Jorge Guillén 6 Derivaciones. Fotografía en España –ı 13.11.

1950–80

Una revelación –ı 20.11.

Universo Ferrant –ı 8.1.

Alberto Peral – Dar la vuelta –ı 29.1.

Vigo Museo Marco de Vigo, Príncipe, 54 Francisco Leiro – O Antropomórfico –ı 8.1.

Vitoria-Gasteiz Artium Contemporary Art, Calle Francia, 24 Néstor Sanmiguel Diest –ı 1.11.

Iván Zulueta –ı 5.3.

Jutta Koether – Black Place –ı 16.4.

Montehermoso, Fray Zacarías Martínez 2

Estibaliz Sádaba – Espacios para

habitar

–ı 20.11.

Vereinigtes Königreich *0044

Birmingham Eastside Projects, 86 Heath Mill Lane, *121 771 1778 Twelve Tones –ı 10.11.

Ikon Gallery, 1 Oozells Square, *121 248 0708 Mayunkiki – Siknure – Let me live –ı 13.11.

Farwa Moledina – Women of

–ı 13.11.

Paradies

Edward Lear – Moment to Moment –ı 13.11.

Bristol Spike Island, 133 Cumberland Road, *117 929 2266 Rosemary Mayer – Ways of

–ı 15.1.

Attaching

Bruton Hauser & Wirth Somerset, Durslade Farm, Dropping Lane Fabian Peake –ı 2.1.

Louise Bourgeois – Drawing

–ı 10.1.

Intimacy 1939–2010

Cardiff g39, Oxford St Kathryn Ashill – Principle Boy –ı 29.10.

Derry~

CCA Derry~Londonderry, 10–12 Artillery St Fugitive Seeds –ı 21.12.

Londonderry

Gateshead Baltic, South Shore Road Jala Wahid – Conflagration –ı 30.4.

Hinterlands –ı 30.4.

Glasgow The Common Guild, 21 Woodlands Terrace, *141 428 3022 Corin Sworn – Moving in Relation –ı 26.11.

Anywhere in the universe –ı 28.5.

Leeds Henry Moore Institute, 74 The Headrow, *113 234 3158 Henry Moore – The Sixties –ı 30.10.

The Tetley, Hunslet Road

ROOT-ed Zine: Retrospect, Reality, –ı 22.1.

Reform

Liverpool Bluecoat, Bluecoat Chambers breathe, spirit and life –ı 29.1.

Tate Gallery Liverpool, Albert Dock Candice Breitz – Love Story –ı 14.5.

Ugo Rondinone – Liverpool Mountain –ı 31.10.

Fact Liverpool, 88 Wood Street Lucy Hutchinson – Into the Shade –ı 20.11.

Walker Art Gallery, William Brown Street Art of the Terraces 5.11.–12.3.

London Barbican Art Gallery, Silk St., *20 7588 9023 Carolee Schneemann –

–ı 8.1.

Body Politics

Camden Arts Centre, Arkwright Road Forrest Bess – Out of the blue –ı 15.1.

Cell Project Space, 258 Cambridge Heath Road,

Cudelice Brazelton IV – Tensors –ı 20.11.

*20 241 3600

Design Museum London, 224–238 Kensington High St Objects of Desire: Surrealism and –ı 19.2.

Design 1924 – Today

Jerwood Space, 171 Union St/Southwark, *20 654 0171 Jerwood/Photoworks Awards 4 –ı 10.12.

–ı 29.1.

Serpentine Galleries (North), West Carriage Drive,

Greater London

Barbara Chase-Riboud –

Infinite Folds

Serpentine Galleries (South), Kensington Gardens Kamala Ibrahim Ishag –ı 29.1.

AGENDA // SPANIEN / VEREINIGTES KÖNIGREICH 147


South London Gallery, 65 Peckham Road, *20 7703 6120 Rene Matić – upon this rock –ı 27.11.

Simeon Barclay – in the name

–ı 27.11.

of the father

Tate Britain, Millbank Hew Lock – The Procession –ı 22.1.

Lynette Yiadom-Boakye 24.11.–26.2.

Rosie Hastings and Hannah

–ı 7.5.

Quinlan

Tate Modern, Bankside Maria Bartuszová –ı 16.4.

Cecilia Vicuña –ı 16.4.

Cezanne 17.11.–21.5.

Magdalena Abakanowicz 17.11.–21.5.

Victoria & Albert Museum, Cromwell Road, *20 942 2000 Fashioning Masculinities – The Art –ı 6.11.

of Menswear

Africa Fashion –ı 16.4.

Hallyu! The Korean Wave –ı 25.6.

Whitechapel, 80–82 Whitechapel High St. Out of the Margins –ı 15.1.

Zadie Xa –ı 30.4.

Austrian Cultural Forum, 28 Rutland Gate, *20 225 0470 Fritz Kreisler – A Cosmopolitan

–ı 31.10.

in Exile

Chelsea space, 16 John Islip Street

Le Nemesiache: From the Volcano –ı 2.12.

to the Sea Part II

Kate Morrell –ı 4.2.

Danielle Arnaud, 123 Kennington Road, *20 7735 8292 Transports of Delight –ı 5.11.

Gasworks Gallery, 155 Vauxhall Street Ufuoma Essi – Is My Living in Vain –ı 18.12.

Hauser & Wirth London, 23 Savile Row, *207 287 2300 Amy Sherald – The World We Make –ı 23.12.

Hollybush Gardens, 3 Warner Yard, *20 79 6875 4967 Jumana Manna –ı 19.11.

Iniva (Institute of International Visual Arts), Rivington Prafulla Mohanti – Village Letters –ı 20.1.

Place

Lisson Gallery London, 29 and 52–54 Bell Street Olga de Amaral –ı 29.10.

Richard Long 16.11.–21.1.

Van Hanos 16.11.–21.1.

Matt’s Gallery, 42–44 Copperfield Rd, *20 8983 1771 Nathaniel Mellors – Estate –ı 18.12.

Maureen Paley, 21 Herald Street, *20 7254 9607 Paul P. – Vespertilians –ı 30.10.

Royal Institute of British Architects, 66 Portland Place Sensitive Urbanity – Atelier

–ı 26.11.

Deshaus in Shanghai

The Showroom, 63 Penfold St., *20 7724 4300

Inas Halabi – We No Longer Prefer –ı 10.12.

Mountains

Manchester Home, 70 Oxford St. Venessa Scott –ı 20.11.

Margate Turner Contemporary, The Rendezvous Platform Graduate Award –ı 29.1.

Sophie von Hellermann and Anne

–ı 16.4.

Ryan – Sirens

Nottingham Nottingham Contemporary, Weekday Cross, *115 948 9750 Hollow Earth –ı 22.1.

Southend-on- Focal Point Gallery, Victoria Avenue, *253 4108

Rosanna Lee – Parallel

–ı 12.12.

Sea Essex

Receiver –ı 23.12.

Wakefield Yorkshire Sculpture Park, West Bretton, *1924 832 631 Robert Indiana –ı 8.1.

The Hepworth, Gallery Walk, *1924 247 360 Jadé Fadojutimi –ı 19.3.

Hannah Starkey –ı 30.4.

Walsall The new art gallery Walsall, Gallery Square Sutapa Biswas – Lumen –ı 30.10.

Here & Queer –ı 28.5.

Hongkong *0852

Hong Kong Hauser & Wirth Hong Kong, 15–16/F, H Queen’s, 80

Queen’s Road Central, Hong Kong Island

Norwegen *0047

Mike Kelley – Subharmonic

Tangerine Abyss

–ı 24.12.

Oslo OsloBiennale, Myntgata 2 OsloBiennale –ı 31.12.

148 Kunstbulletin 11/2022


Vereinigte Staaten *0001

Berkeley Berkeley Art Museum, 2625 Durant Avenue #2250,

*510 642 0808

Boston

Museum of Fine Arts Boston, 465 Huntington Avenue, MA,

*617 267 9300

Art Wall – Caroline Kent

by Alison Knowles –

A Retrospective (1960–2022)

The Obama Portraits Tour

LIFE Magazine and the Power

of Photography

The Stillness of Things Photographs

from the Lane Collection

–ı 30.10.

–ı 12.2.

–ı 30.10.

–ı 16.1.

Frank Bowling’s Americas –ı 9.4.

Chicago Museum of Contemporary Art Chicago, 220 East Chicago Av. Interiors –ı 8.1.

Chicago Works – Gregory Bae –ı 29.1.

She Mad Season One –ı 12.2.

Denver Denver Art Museum, 100 W 14 th Avenue Pkwy Georgia O’Keeffe – Photographer –ı 6.11.

Houston Contemporary Arts Museum Houston, 5216 Montrose Blvd. Troy Montes-Michie – Rock of Eye –ı 29.1.

The Menil Collection, 1515 Sul Ross Samuel Fosso – African Spirits –ı 15.1.

Walter De Maria – Boxes for

29.10.–23.4.

Meaningless Work

Laguna Beach Laguna Art Museum, Cliff Drive 307, CA Appropriation –ı 13.11.

Long Island City MoMA PS1, 22–25 Jackson Ave at 46 th Ave, NY,

*718 784 2084

–ı 27.2.

Frieda Toranzo Jaeger

–ı 13.3.

Umar Rashid –ı 23.3.

Jumana Manna –ı 17.4.

Los Angeles Hauser & Wirth Los Angeles, 901 East 3 rd Street, CA The New Bend –ı 30.12.

Cindy Sherman – 1977–1982 –ı 30.12.

Martin Creed –ı 30.12.

Minneapolis Walker Art Center, Vineland Place Carolyn Lazard – Long Take –ı 11.12.

Five Ways In – Themes from the

Collection

–ı 1.1.

New York

Bronx Museum of Arts, 1040 Grand Concourse at

165 th Street

Abigail DeVille – Bronx Heavens

–ı 9.4.

Swagger and Tenderness –ı 30.4.

Brooklyn Museum, 200 Eastern Parkway/Brooklyn Duke Riley –ı 23.4.

Metropolitan Museum, 5 th Av. 82 nd Street Bernd & Hilla Becher –ı 6.11.

Fictions of Emancipation –

–ı 5.3.

Carpeaux Recast

The Facade Commission –

–ı 22.5.

Hew Locke, Gilt

MoMA – The Museum of Modern Art New York, 11 West Barbara Kruger –ı 2.1.

53 th Street, NY

Queens Museum of Art, Flushing Meadows Corona Park Christine Sun Kim –ı 31.1.

Xaviera Simmons –ı 5.3.

Whitney Museum, 99 Gansevoort Street, *212 570 3600 At the Dawn of a New Age – Early

–ı 26.2.

Twentieth-Century American

Modernism

Eva Presenhuber, New York, 39 Great Jones Street Sculptures By –ı 29.10.

Frosch & Co, 34 E Broadway, NY, *646 820 9068 Yanik Wagner –ı 27.11.

Hauser & Wirth New York, 548 West 22 nd Street, NY Jenny Holzer –ı 29.10.

An Incomplete History of Printed –ı 29.10.

Matter’s Art Book Fairs

Christina Quarles –ı 29.10.

Zoe Leonard – Excerpts from

–ı 29.10.

‹Al río / To The River›

Angel Otero 8.11.–23.12.

Hauser & Wirth, 69 th Street New York, 32 East 69 th Street Lucio Fontana 3.11.–17.12.

Peter Blum Gallery, 176 Grand Street, NY Kamrooz Aram – Elusive Ornament –ı 11.11.

Philadelphia The Institution of Contemporary Art (ICA), 118 South 36 th St. Another World –ı 22.1.

San Francisco Museum of Modern Art San Francisco, 151 Third Street, CA Julian Charrière – Erratic –ı 15.5.

AGENDA // VEREINIGTES KÖNIGREICH / HONGKONG / NORWEGEN / VEREINIGTE STAATEN 149


Messen und Auktionen

Zürich ABB-Hallen 550, Ricarda-Huch-Strasse, *44 381 00 52 Kunst Zürich 2022 27.10.–30.10.

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und zeitgenössische Kunst

Köln Art Cologne, Messeplatz 1, *221 82 10 Art Cologne 2022 16.11.–20.11.

Torino

Oval Lingotto Fiere, Via Giacomo Mattè Trucco 70, TO, Artissima 2022 4.11.–6.11.

*11 1974 4106

Innsbruck Olympiahalle/Olympiaworld, Olympiastraße 10 ARTfair Innsbruck 25+1 27.10.–30.10.

Gijón

LABoral Centro de Arte y Creación Industrial, Los Prados, Vacacional 24.6.–5.11.

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150 Kunstbulletin 11/2022


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Finissage, So 22.1.2023, 14–17 h

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K

Künstler:innen

G

Gesellschaft

Kunst

Raum

Riehen

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Augenblick und Wahrhaftigkeit

bis 6. November 2022

Regionale 23 – Deep Moments

26. November 2022 bis 20. Januar 2023

Mi–Fr 13 bis 18 Uhr, Sa–So 11 bis 18 Uhr

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154 Kunstbulletin 11/2022


29. Oktober bis 18. Dezember

«aufgetaucht»

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Thomas Grandy -Katharina Haller -

Christine Senne - Conrad Steiner -

Marianne Weber - Markus Wetzel

Vernissage: Freitag, 28. Okt. 19 Uhr

Kulturzentrum Kammgarn

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CH – 8201 Schaffhausen

Do 18 – 20 Uhr

Fr 16 – 18 Uhr

Sa / So 12 – 16 Uhr

Hans Moser

Am Anfang war kein Hund

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Holz, 605 x 190 x 130 cm, Tate Modern.

Foto: Archivio Penone

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27. AUG. – 17. DEZ. 2022

JEDES MEINER

BILDER BIN ICH

MARIANNE VON WEREFKIN UND

WILLY FRIES – EIN DIALOG

Kunstraum

Kreuzlingen

Thurgauische

Kunstgesellschaft

Ausstellungsprojekt vom

17. September – 31. Dezember 2022

Oeuvre complète – Richard Tisserand

zum gesundsheitsbedingten Abschied nach der

17 jährigen Tätigkeit als Kurator lädt die Thurg.

Kunstgesellschaft Gastkurator Reto Müller ein,

das Werk Tisserands als Überblickschau zu

zeigen.

Kunst persönlich

ein fortlaufendes Projekt der Thurgauischen

Kunstgesellschaft mit Videoportraits und

Interviews von Jeremias Heppeler mit Thurgauer

Kulturschaffenden

ATELIER RIGHINI | FRIES

Do 17 – 20 Uhr | Sa 10 – 17 Uhr | Eintritt frei

Klosbachstrasse 150, 8032 Zürich

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Alle Veranstaltungen werden auf

unserer Website und per Newsletter

publiziert.

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Jurierte Jubiläumsausstellung 2022

Villa Meier-Severini, Zollikerstrasse 86, 8702 Zollikon

Samstag, 29. Oktober bis Sonntag, 13. November

Vernissage: Samstag, 29. Oktober 2022, 16 bis 19 Uhr

Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag, 17 bis 20 Uhr

Samstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr

www.kuenstlervereinigung.ch

OSTSCHWEIZ / ZÜRICH 157


Das neue Spitalzentrum Oberwallis

Sanierung, Umbau und Erweiterung

Spital Brig

WETTBEWERB

KUNST AM BAU

Selektives Verfahren

Einreichung der Bewerbungsdossiers 23.11.2022

Informationen auf simap.ch

Helmhaus

Kunst

für Zürich

2.12.2022–22.1.2023

GRATIS

nach

Paris, Rom,

Berlin oder Wien

für eine Performance

werden 4x2 Statisten gesucht.

Dauer vor Ort ca.1/2h des

bewegungs- und wortlosen

Wochenend-Job .

Hin und Rückfahrt ist bezahlt.

Es ist freigestellt länger zu bleiben.

Interessiert?

Mail an Künstlergruppe

cityart@gmx.ch

Kunstankäufe

der Stadt Zürich

seit 2018

Do 1.12.2022

ab 18 Uhr

Vernissage

Di–So : 11–18 Uhr

Do : 11–20 Uhr

Limmatquai 31

8001 Zürich

helmhaus.org

158 Kunstbulletin 11/2022


Neufrankengasse 4, CH-8004 Zürich

Telefon 0041 (0)44 298 30 30

info@kunstbulletin.ch, info@artlog.net

www.artlog.net

Onlineportal: www.artlog.net/kunstbulletin

Web App: www.artlist.net

Redaktion

Deborah Keller (Chefredaktion)

Claudia Jolles (Redaktion)

Claudia Steffens (Redaktion artlog.net, Agenda)

Ariane Roth (Administration, Vertrieb)

Françoise Ninghetto (Rédaction romande)

Elisa Rusca (Redazione ticinese)

Layout/Satz

Nicole Widmer Meyer

www.directarts.ch

Druck/Papier

Druckerei Odermatt AG

Papier: Profibulk 1.1, Abokarte Maxi Offset

(FSC zertifiziert)

Designkonzept/Artdirektion

Susanne Kreuzer

www.susanne-kreuzer.com

Kontakt Deutschland

Miriam Wiesel

Fontanepromenade 3

D-10967 Berlin

Telefon 0049 (0)30 69 81 64 16

kunstbulletin@t-online.de

Herausgeber

Schweizer Kunstverein

Neufrankengasse 4

CH-8004 Zürich

www.kunstverein.ch

ABONNEMENTE

Abo-Service Stämpfli AG

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aboservice@kunstbulletin.ch

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Kombi Abo Kunstbulletin und artlog.net

(10 Print-Ausgaben/Jahr plus E-Paper)

Für Kunstinteressierte: CHF 80/€ 53.90*

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*Auslandspreise zzgl. Porto

Kombi Abo reduziert:

Für Mitglieder SKV, SIK, visarte und SGBK/SSFA: CHF 70

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Mit Kulturlegi: CHF 40

ERSCHEINUNGSTERMINE

Ausgabe Erscheinungsdatum Anzeigenschluss

12 Dezember 25.11.2022 26.10.2022

1-2 Januar/Februar 06.01.2023 30.11.2022

3 März 24.02.2023 25.01.2023

4 April 31.03.2023 01.03.2023

Mediadaten (Inserate im Heft und online)

↗ www.artlog.net/media

Auflage

Druckauflage ca. 8000 Exemplare

Abonnemente ca. 7000 Exemplare

Direktvertrieb ca. 1000 Exemplare (Buchhandel und Kiosk)

ANZEIGENVERWALTUNG

Claudio Moffa, Anzeigenleitung

Telefon 0041 (0)44 928 56 31

Sandra Verardo, Administration

Telefon 0041 (0)44 928 56 35

kunstbulletin@fachmedien.ch

FACHMEDIEN

Zürichsee Werbe AG

Laubisrütistrasse 44, CH-8712 Stäfa

ISSN 1013 – 69 40

Autor:innenkürzel dieser Ausgabe

(AD) Adrian Dürrwang, (AU) Andrin Uetz, (DvB) Dominique von

Burg, (GB) Giulia Bernardi, (HRR) Hans Rudolf Reust, (IDL) Ingrid

Dubach-Lemainque, (IK) Iris Kretzschmar, (KHO) Katharina

Holderegger, (KS) Kristin Schmidt, (MA) Meret Arnold, (MH)

Mechthild Heuser, (NO) Niklaus Oberholzer, (PG) Patricia

Grzonka, (SM) Stefanie Manthey, (SME) Sarah Merten, (TS)

Thomas Schlup

159


DAS GROSSE RÄTSEL

Wohlige Schauer

Seward Highway, Twentymile River, USA, 15.7.2022. Foto: SH

Das war ein Wolf, ganz bestimmt. Ich fahre an den Strassenrand, stelle den Motor

ab. Sofort versammeln sich Regentropfen auf der Windschutzscheibe, verschmieren

die Welt. Ich öffne das Fenster auf der Beifahrerseite und schaue hinaus: Am

Rand eines sumpfigen Flussdeltas ragen die Gerippe toter Bäume in den violettgrauen

Abendhimmel. Irgendwo im Gestrüpp zwischen den Stämmen versteckt sich das

Tier. Es sah ja etwas jämmerlich aus, wie es da mit seinem vor Nässe zerzausten Fell

über die Strasse trottete. Trotzdem bin ich froh, dass ich das Auto um mich herum

habe. Die Vorstellung, dass ich auch ohne diesen Panzer hier stehen könnte, treibt

mir Schauer über den Rücken – wohlige Schauer, denn schliesslich sitze ich bequem

in meiner Hülle. Wenn ich im Auto unterwegs bin, dann habe ich oft das Gefühl, ich

sei gar nicht wirklich draussen. Eher sitze ich in einer Art Kunstraum und habe Bilder

von Landschaft um mich herum. Das ist überaus angenehm, denn gewöhnlich ist der

Aufenthalt «in der Natur», wie man so schön sagt, ja mit vielen Anstrengungen verbunden

– und mit Gefahren.

Jetzt lässt sich eine Möwe auf einem der abgestorbenen Äste nieder. Sie hat wohl

nicht verstanden, dass das gar keine Bäume sind, sondern nur Bilder von Bäumen.

Genauso wie die toten Bäume, mit denen

so gerne spielt, ja auch

bloss … Eigentlich sollte ich dringend pinkeln. Aber ich verschiebe es. Denn irgendwo

lauert der Wolf. Und wer weiss, vielleicht ist die Wirklichkeit ja doch nur einen Sprung

weit weg. Samuel Herzog

Samuel Herzog, Textbauer, Inselbauer, Schüttsteinschaffer. info@samuelherzog.net

Wo im Heft findet sich das im Text unkenntlich gemachte Kunstwerk? Mailen Sie uns bis zum 20.11. die

Seitenzahl. Unter allen Einsendungen werden drei Preistragende ermittelt: raetsel@kunstbulletin.ch

160 Kunstbulletin 11/2022


FRANCIS

UPRITCHARD

A Loose Hold

Francis Upritchard, Cat Queen, 2020, Stahl-, Alufolien- und Acrylpolsterarmatur,

Farbe, Modelliermasse, Stoff, Leder, Kristalle, Gold und Kuhknochen, 110 x 40 x 30 cm,

Courtesy the artist and Kate MacGarry; Foto: Angus Mill

18.9.–20.11.2022

SOLO / MUTE / PAN

LAURENT GÜDEL – OLGA KOKCHAROVA & GUESTS

ÖFFNUNGSZEITEN HEURES D’ OUVERTURE

Mi / me 12:00–18:00 Do / je 12:00–20:00 Fr / ve 12:00–18:00 Sa & So / sa & di 11:00–18:00

Seevorstadt 71 Faubourg du Lac / CH-2502 Biel/Bienne / T +41 32 322 55 86 / info@pasquart.ch / www.pasquart.ch

Laurent Güdel, State Music, 2021; Courtesy the artist; Foto /

photo: Michal Florence Schorro

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