19.10.2022 Aufrufe

#unabhängig Büchermagazin No 15 - Wagnersche

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Wagner’sche

Innsbruck

Wagner’sche

Altstadt

Innsbruck

Bücher Stierle

Salzburg

Stierle Kelten-

Buchhandlung

Hallein

Leporello die

Buchhandlung

Wien

Stöger —

Leporello die

Buchhandlung

Wien

Das Magazin unserer unabhängigen Buchhandlungen — 10.2022

#

unabhängig

No. 15


Impressum

Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich:

Wagner’sche Universitätsbuchhandlung, Medici Buchhandels GmbH,

Museumstraße 4, 6020 Innsbruck

info@wagnersche.at — www.wagnersche.at

Redaktion: Robert Renk

Redaktionelle Mitarbeit: Gerlinde Tamerl, Anita Winkler

© der Textbeiträge bei den Autorinnen und Autoren

Grafische Ausstattung: himmel. Studio für Design und Kommunikation

Fotografie: © der Abbildungen bei den jeweiligen Rechteinhabern

Titelbild: Bella Steger (Fotomontage)

Druck: Alpina Druck GmbH, Innsbruck

Fehler, Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

© 10.2022 – alle Rechte vorbehalten 3

# unabhängig

#unabhängig

Sie werden feststellen,

dass unser Magazin sich

gewandelt hat. Wir sind gewachsen

und das möchten

wir künftig auch hier abbilden.

Zur Wagner’schen

Familie gehören seit einiger

Zeit ein Shop in der Innsbrucker

Altstadt, die Buchhandlung

Leporello und die

Buchhandlung Stöger in

Wien sowie Bücher Stierle in

Salzburg und die Keltenbuchhandlung

in Hallein. Ab sofort

finden Sie deshalb in unserem

Magazin auch Buchtipps

und Veranstaltungshinweise

von unseren Kolleginnen

und Kollegen aus Wien,

Salzburg und Hallein. Diese

Ausgabe steht unter dem

Stern der Unabhängigkeit.

Unsere Buchhändlerinnen

und Buchhändler gehen

ihrer Kernkompetenz

selbstbestimmt nach: Sie

wählen ihr Sortiment eigenständig

und mit Bedacht aus,

suchen interessante Bücher

auch abseits des Mainstreams,

denn Lesebedürfnisse sind

so einzigartig, wie Sie es sind.

Wir wünschen Ihnen schöne

Lektüre!

vlnr. Gerlinde Tamerl (stv. Geschäftsführerin),

Markus Renk (Geschäftsführer)

Markus Hatzer (Gesellschafter)

Inhalt

4 Neues aus Innsbruck,

Salzburg, Hallein und Wien

Ein Einblick in unsere unabhängigen Buchhandlungen

10 Highlights aus unserem Verlag

Das Österreich-Spiel, der Eulen-Kalender u.v.m

14 Meret Oppenheimer

Mina König lässt ihre Biografie lebendig werden

16 Tess Gerritsen beim Krimifest

Neben vielen anderen kommt der Superstar nach Innsbruck

20 Dystopisches von Tanja Raich

Gerlinde Tamerl im Gespräch mit der Autorin & Lektorin

22 Erster Gedichtband

& Traklpreis

Robert Renk im Gespräch mit Anja Bachl

24 Alex Capus

Woher er seine Geschichten holt, fragt Joe Rabl

26 Helena Adlers Fretten

Carmen Schwarz hat ein paar Fragen dazu

28 Robert Menasse

Nach der Hauptstadt nun die Erweiterung, mit Klaus Zeyringer im Gespräch

30 Eva Rossmann

Erwin Riedesser im Gespräch über 100-jährige & Sardinien

32 Lukas Resetarits

Rotraut Schöberl und Lukas Resetarits im Gespräch über „Krowod“

34 Norbert Gstrein

Sein neues Buch ist ein beklemmend gutes Kammerspiel, meint Joseph Frontull

36 Das neue Literarische

HausQuartett

Buchbesprechungen & Livekonzert, mit Evelyn Unterfrauner & Robert Renk

38 Mountain Day

Ágnes Czingulszki trifft Mikael Vogel, Mod.: Martin Fritz & Robert Renk

48 Mit den besten Empfehlungen

60 3×7 Best aber Seller


Wir schweben im

siebten Bücherhimmel

Genießen Sie mit uns diesen Bücherherbst und

unser vielfältiges Veranstaltungsprogramm.

Wagner’ sche

Innsbruck

Individuelle

Lektüreempfehlungen

Zur Wagner’schen Familie gehören seit

einiger Zeit ein Shop in der Innsbrucker

Altstadt, die Buchhandlung Leporello

und die Buchhandlung Stöger in Wien

sowie Bücher Stierle in Salzburg und die

Keltenbuchhandlung in Hallein. Uns alle

verbindet die Liebe zu Büchern und wir

schätzen es, Sie für neue Leseerlebnisse

zu begeistern oder mit Ihnen über Lektüreerfahrungen

zu sprechen.

Neues aus dem Verlag

der Wagner’schen

Wir freuen uns sehr darüber, dass in unserem

Verlag bald ganz besondere Produkte

erscheinen werden. Gebannt warten wir

auf unser Österreich-Spiel, das wir Ende

Oktober in Händen halten können und

an dem viele bekannte Autorinnen und

Autoren mitgearbeitet haben, darunter

Michael Köhlmeier, Doris Knecht, Thomas

Brezina, Thomas Stipsits u.v.m. Sind Sie

etwa neugierig geworden, mit welchen

Fragen Sie bei diesem Wissensquiz rechnen

müssen? Los geht’s: Welche Haustiere

besaß der berühmte Wiener Maler Gustav

Klimt? Wo in Vorarlberg befindet sich

das Rolls-Royce-Museum? Was ist eine

„Uhudler-Verschwörung“ und wo findet

man den „Kriechenden Günsel“? Dieses

Wissensquiz macht Lust darauf, die Besonderheiten

Österreichs kennenzulernen.

440 Quizfragen bescheren unvergessliche

Spieleabende und sorgen für jede Menge

Ratespaß. Versprochen!

Das zweite Produkt, das wir lieben, ist

ein Eulenkalender der Tierfotografin Bella

Steger aus Tirol. Die Eule ziert schon seit

vielen Jahren das Logo der Wagner’schen

Buchhandlung. Künstler aller Epochen

stellten Eulen dar, erkannten in ihren

Gesichtern mit den markanten Augen

menschliche Züge und wurden von ihrer

Fähigkeit, Dinge zu sehen, die eigentlich

im Dunkeln verborgen sind, inspiriert.

Eulen gelten als Symbol für Weisheit und

Klugheit und werden auch immer wieder

mit Doktorhut, Brille und mit Büchern abgebildet.

Und weil dieses magische Wesen in

unserem ersten regionalen Tierkalender die

Hauptrolle spielt, bot sich für uns die einmalige

Gelegenheit, eine echte Eule namens

Navajo in Szene zu setzen und ihr einen

Platz auf dem aktuellen Magazincover zu

geben. Psst: Weil sich der liebe Navajo in

seiner gewohnten Umgebung am wohlsten

fühlt, haben wir ihn dank Fotomontage in

die Buchhandlung geholt.

© Bernhard Aichner, Gerhard Berger, Gerlinde Tamerl

Unabhängigkeit

Die Unbeugsamen

Unser Magazin steht unter dem Stern

der Unabhängigkeit, denn wir gehen unserer

Kernkompetenz selbstbestimmt nach

und wählen unser Sortiment eigenständig

und mit Bedacht aus, suchen interessante

Bücher auch abseits des Mainstreams, denn

Lesebedürfnisse sind so einzigartig, wie Sie

es sind. Warum ist uns der genaue Blick

auf jedes einzelne Buch so wichtig? Buchhandlungen

sind vielfältige Kulturräume

und wir fühlen uns dazu berufen, Ihnen ein

abwechslungsreiches Sortiment anzubieten.

Denn wir alle wissen: Wahr ist so viel mehr!

Wir engagieren uns mit Elan für einen unabhängigen

Buchhandel, denn wir wollen,

dass unsere Innenstädte lebendig bleiben,

Gegenden sind, wo Menschen miteinander

ins Gespräch kommen können. Gibt es

dafür einen schöneren Ort als eine Buchhandlung?

Wir tragen dazu bei, dass

Traditionsbuchhandlungen nicht von der

Bildfläche verschwinden, sondern von einer

jungen Buchhändler*innen-Generation in

die Zukunft geführt werden. Geschäftsführer

Markus Renk verleiht diesem Gedanken

Nachdruck, wenn er immer wieder

in der Öffentlichkeit sagt, wie wichtig es ist,

dass Buchhandlungen weiterhin existieren.

Sie sind ein Mittel gegen die Vereinsamung

der Gesellschaft. Sie sind Orte der

Begegnung. Eine Lesung kann aufwühlen,

vermag aber auch Trost zu spenden. Literarische

Texte, Sachbücher, ja, auch Ratgeber

oder Kinderbücher setzen Diskussionen

in Gang.

Wagner’ sche

Innsbruck

© Bernhard Aichner, Gerhard Berger, Gerlinde Tamerl

Wagner’ sche

Altstadt

Innsbruck


Wunderbare Lesungen

Bücher

Stierle

Salzburg

Trommelwirbel! Das Krimifest in

Innsbruck feiert sein fünfjähriges Bestehen

und bringt den internationalen Krimistar

Tess Gerritsen in die Wagner’sche Buchhandlung.

Robert Renk veranstaltet in der

Wagner’schen außerdem auch Lesungen

u.a. mit Robert Menasse, Alex Capus und

Norbert Gstrein.

Verlagslektorin und Schriftstellerin

Tanja Raich wird derzeit mit ihrem zweiten

Roman Schwerer als das Licht gefeiert, der

von einer Frau und einer tropischen Wildnis

erzählt. Tanja Raich wird sowohl in der

Keltenbuchhandlung als auch in der Buchhandlung

Stierle zu Gast sein.

Schriftstellerin Eva Rossmann liest aus

Tod einer Hundertjährigen in der Buchhandlung

Leporello in Wien, ebenso

Lukas Resetarits. Der große österreichische

Kabarettist und Aktivist in Sachen

Menschenrechte präsentiert seine Biografie

bei Rotraut Schöberl. Alle Veranstaltungen

im Überblick und genaue Informationen

dazu finden Sie im Magazin auf Seite 12.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Die Teams der Buchhandlungen

Leporello, Stöger, Wagner’sche,

Keltenbuchhandlung und Bücher Stierle

© Gerlinde Tamerl © Ina Cassik

Stöger–

Leporello die

Buchhandlung

Wien

Veranstaltungen

für Kinder

© Hans Hamedinger

Stierle

Kelten- Buchhandlung

Hallein

© Philipp Schlaffer

Es bedeutet uns sehr viel, Autorinnen und

Autoren aus der ganzen Welt in unsere

Buchhandlungen einzuladen. In der

Keltenbuchhandlung in Hallein gibt es seit

Kurzem einen eigenen märchenhaften Leseraum,

der nur für Kinder reserviert ist. Auf

bunten Kissen und einem riesigen Teppich

kann unterhaltsamen Geschichten gelauscht

werden. Auch in der Wagner’schen Buchhandlung

in Innsbruck gibt es ab sofort

Vorlesestunden für Kinder. Die genauen

Termine finden Sie auf unserer Homepage

und in unserem Newsletter!

Das Genre der Romanbiografien erfreut

sich derzeit großer Beliebtheit. Autorin

Emily Walton hat schon über F. Scott

Fitzgerald und Ernest Hemingway geschrieben.

Unter ihrem neuen Pseudonym

Mina König lässt sie uns nun in die Welt

von Meret Oppenheimer eintauchen.

Emily Walton wird in der Buchhandlung

Stöger in Wien lesen.

© Pamela Russmann

Leporello die

Buchhandlung

Wien

© Peter Neumeier


Das besondere Extra

Diese österreichischen

Schriftstellerinnen

und Schriftsteller haben

einzelne Fragen zum

Spiel beigetragen:

Vom Bodensee

zum Stephansdom

Bernhard Aichner

Christoph W. Bauer

Thomas Brezina

Kirstin Breitenfellner

Mareike Fallwickl

Franzobel

Heinz Janisch

Anna Kim

Doris Knecht

Michael Köhlmeier

Tanja Raich

Thomas Raab

Raoul Schrott

Thomas Stipsits

Behind the Scenes:

Wir konzipieren unsere Spiele

mit viel Liebe und Engagement.

Gerlinde Tamerl verantwortet

die Redaktion und Projektleitung,

Ines Graus (blickfisch.at) gestaltet

das Design der Spiele, Dominik

Berloffa und Anita Winkler widmen

sich gemeinsam mit Gerlinde

der Entwicklung der Fragen.

Im November 1746 machte ein exotisches

Tier namens Clara auf seiner Tour durch die

europäischen Königshäuser auch in Wien Halt.

Um welches Tier handelte es sich?

ein Tiger

ein Elefant

ein Nashorn

440 Wissens- und Aktionskarten

Aktivität

Historisches & Kurioses

Sport

Kultur & Literatur

Projektleitung & Redaktion: Gerlinde Tamerl

Die Habsburger machten den Apfelstrudel

populär. Erstmals urkundlich erwähnt wurde

die herrliche Süßspeise im Jahr 1696. Welche

Herrscherin liebte ihn ganz besonders?

Kaiserin Sisi

Claudia de’ Medici

Kaiserin Maria Theresia

Design & U m setzung: Ines Graus – blickfisch

Natur & Berge

Redaktionsteam: Dominik Berloffa

& Anita Winkler

Abbildungen auf dieser Doppelseite: Landesmuseum Ferdinandeum; am Spiel siehe Impressum Spiel. Fotos: Gerlinde Tamerl. Graf. Gestaltung: Ines Graus.

Welche Haustiere besaß

der berühmte Wiener Maler

Gustav Klimt? Wo in Vorarlberg

befindet sich das Rolls-Royce-

Museum? Was ist eine „Uhudler-

Verschwörung“ und wo findet

man den „Kriechenden Günsel“?

Dieses Wissensquiz ist ein Muss

für alle, die Österreich noch

besser kennenlernen möchten!

Das vergnügliche Wissensquiz

für alle, die Österreich noch

besser kennenlernen möchten.

440 Quizfragen aus den Kategorien

Natur, Geschichte, Kultur,

Literatur und Sport bescheren

unvergessliche Spieleabende und

sorgen für jede Menge Ratespaß!

Ganzen Körpereinsatz fordern die

unterhaltsamen Aktivitätsfragen,

bei denen man rhetorische

und schauspielerische Talente

uneingeschränkt entfalten kann.

Mit Fragen

von bekannten

österreichischen

Autorinnen

und Autoren

Das Österreich-Spiel ist nicht

nur ein Wissensquiz, sondern

auch ein Reiseführer. Es entführt

an Orte, zu denen man vielleicht

demnächst einen lohnenden

Ausflug unternehmen möchte.

Das Österreich-Spiel zum

Preis von € 45,– erhalten Sie in der

Wagner’schen Buchhandlung und

im Onlineshop www.wagnersche.at

Unsere Spiele sind lustig und

das beste Mittel gegen Langeweile!

• gemeinsame Spielzeit statt einsamer Bildschirmzeit

• eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die ganze Familie

• ein klassisches Wissensquiz einfach und verständlich

• hochkarätige inhaltliche und gestalterische Qualität

Tirol-Spiel.

Von Finstermünz zum Wilden Kaiser

Preis: € 45,–

Innsbruck-Spiel.

Vom Goldenen Dachl zum Hafelekar

Preis € 45,–

Innsbruck-Spiel Kids.

Das lustige Wissensquiz für kluge Köpfe

Preis € 29,95


Die Lechauen

Das Piller Moor

Innsbruck Ausmalspaß im & Mittelpunkt

Puzzlefreuden

Der Regionale neue Innsbruck-Kalender und kreative Geschenkideen 2023 und die für quirlig-bunten Groß und Klein Wimmelpuzzles

zu Hofburg, Schloss Ambras und Rotem Kreuz sind da!

Das Forchet

Der Silberwald

Der Obernberger See

Landeck

Buchtipp:

Reutte

Imst

Das Mühlauer Fuchsloch

Kalender 2023:

Katharina Marschall & Olga Reiff

Mein Tiroler Naturschätze-Buch

Lukas Verlag Morscher der Wagner‘schen

Innsbruck, Buchhandlung wie es früher einmal war

Verlag 34 S., € der 9,95 Wagner’schen

Buchhandlung, € 19,95

Neue

Puzzles

Innsbruck

Innsbruck Land

Die Tischoferhöhle

Mit 9

Geschichten

& 10 Ausmalbildern.

Schwaz

Kufstein

Katharina Marschall & Olga Reiff

mein Die Teufelsgasse tiroler

Naturschätze-Buch

Mit Walli und Maxl durch die neun Bezirke Tirols

Kitzbühel

Lienz

Der Alte See

© Innsbrucker Stadtarchiv

Wimmelpuzzles

Innsbruck

(100 Teile)

€ 19,95

© Katharina © Marschall Katharina & Olga Marschall Reif & Olga Reif

© Wagner’sche

Der Kreativität freien Lauf lassen und

dabei ganz spielerisch die Tiroler Natur und

Lukas die Heimat Morscher, kennenlernen. Leiter des Das Innsbrucker bietet unser

Stadtarchivs, neues Ausmalbuch hat für für den kleine aktuellen Künstler Kalender

ab ca. wieder 4 Jahren, ganz das besondere von Szenen Wirtschaftskammer

Tirol Geschichte produziert unserer wurde. Landeshaupt-

Mit dem

aus der

bewegten

stadt Tiroler in Naturschätze-Buch Wort und Bild gefasst. lässt Auf sich dem eine

Coverbild kunterbunte sehen Erkundungstour wir eine Fahrradparade durch das

aus ganze dem Land Jahr vom 1921, Kinderzimmer die unter den aus Augen starten.

Die beiden Schaulustiger Abenteurer über Walli die und Innbrü-

Maxl

zahlreicher

cke führen Richtung ihre neugierigen Altstadt zieht. Beobachter Wir erfahren zu ihren

vom Lieblingsplätzen Freizeitvergnügen und haben im „Strandbad jede Menge

Schönruh“, Spaß im Gepäck. dürfen Ob einen im Wald, Blick auf am Flussufer

oder in einer herrschaliche Höhle, überall Villa Blanka erleben sie

die

ursprünglich

werfen, spannende sehen Abenteuer das städtische und nehmen Alltagsleben ganz

mit nebenbei kleinen viel Lebensmittelgeschäften Wissenswertes über Tiere, und

legendären Pflanzen und Wirtshäusern Natur mit. Alle und Tiroler müssen Bezirke

sind mit dass einem Autos wunderschönen einmal eine Rari-

Aus-

erkennen,

tät malbild waren. und Die einer Reise kindgerechten die Vergangenheit Geschichte

hält in diesem einzigartige Buch vertreten Aufnahmen und und machen wunderbar

den erhellende Eltern garantiert Texte von Lust Lukas auf neue Morscher Aus-

auch

bereit, flugsziele. die Bei uns jedem immer wieder neun zum Bilder Staunen, haben

Schmunzeln die Kinder außerdem und Nachdenken die Möglichkeit, bringen. ihren

Und persönlichen nicht selten Naturschatz umfängt zu einen entdecken etwas und

Wehmut hinten im angesichts Buch zu verewigen. der pittoresken Gebäude

oder großzügigen Plätze, die es so

nicht mehr gibt. Unser beliebtes 14-tägiges

Kalendarium Von jedem verkauften ist exklusiv Buch erhältlich geht 1 € an in der die

Wagner’schen Tiroler Kinderkrebshilfe! Buchhandlung.

Da es so großen Spaß macht, gemeinsam

mit Kindern Wimmelbücher anzusehen,

gibt werden es im demnächst Verlag der im Wagner’schen Verlag der Wagner’- Buchhandlung

schen Buchhandlung passend dazu auch drei Wimmelpuzzles

kunterbunte

Wimmelpuzzles. erscheinen. Puzzles Puzzles sind ein sind wunder-

ein wunderbarer

Zeitvertreib, stärken die kognitive

Entwicklung und das Staunen über das

Ergebnis ist jedes Mal wieder ein großes

Vergnügen. Illustratorin Bettina Egger

hat zusammen mit Maria Kittler 2019

das

das erfolgreiche „Innsbruck-Wimmelbuch“ in

in unserem Verlag Verlag veröffentlicht, kurz kurz darauf

darauf folgte das folgte „Tirol das Wimmelbuch“. Tirol Wimmelbuch. Ihre Ihre

Recherchetouren für diese Wimmelbücher

waren aufwändig! Sie haben viele Menschen

in den einzelnen Bezirken getroffen, sind

gewandert, haben Vögel und andere Tiere

beobachtet, waren bei Stadtführungen

dabei, trotzten Wind, Regen und Kälte. Da

wir in jede einzelne Seite unserer Wimmelbücher

verliebt sind, haben wir entschieden,

gleich drei verschiedene Wimmelpuzzles

zu produzieren: die Innsbrucker Hofburg,

Schloss Ambras und ein Motiv aus dem

Roten Kreuz-Wimmelbuch, das ebenso von

Bettina Egger gestaltet wurde.

Die magische Eule Navajo

Der erste Eulenkalender der Tiroler Tierfotografin Bella Steger.

Exklusiv im Verlag der Wagner’schen Buchhandlung

Die geheimnisvolle Aura von Eulen fasziniert

die Menschen schon seit der Antike.

Künstler aller Epochen stellten Eulen dar,

erkannten in ihren Gesichtern mit den

markanten Augen menschliche Züge und

wurden von ihrer Fähigkeit, Dinge zu

sehen, die eigentlich im Dunkeln verborgen

sind, inspiriert.

In der griechischen Mythologie tritt die

Eule als Begleiterin von Athene, der Göttin

der Weisheit in Erscheinung. Unter anderem

deshalb gelten Eulen als Symbol für Weisheit

und Klugheit und werden auch immer

wieder mit Doktorhut, Talar und Brille und

mit Büchern abgebildet.

Auch das Logo der Wagner’schen steht

seit Jahrzehnten im Zeichen der Eule. Und

weil dieses magische Wesen in unserem

ersten regionalen Tierkalender die Hauptrolle

spielt, bot sich für uns die einmalige

Gelegenheit, eine echte Eule namens Navajo

in der Buchhandlung einmal in Szene zu

setzen und ihr einen Platz auf dem aktuellen

Magazincover zu geben.*

„Die Eule Navajo

ist ein faszinierendes

Wesen. Sein Blick

ist durchdringend,

man fühlt sich als

Mensch erkannt.“

Gerlinde Tamerl,

Wagner’sche Buchhandlung

Noch mehr stimmungsvolle Eulen-Aufnahmen

gibt es in dem großformatigen

Kalender der Tiroler Tierfotografin Bella

Steger zu bestaunen. Sie hat die innige Beziehung

ihrer Tochter Ilvy und dem zahmen

Uhu Navajo in magische Bilder gebannt

und erzählt uns ihre Geschichte.

Seit vier Jahren lebt Navajo, der als Uhu

zur größten Eulenart der Welt zählt, bei

dem Mutter-Tochter-Gespann. Anfangs

war er scheu und ängstlich, weil er das Vertrauen

in Menschen verloren hatte. Mit viel

Zuwendung und Geduld ist es Bella und

Ilvy gelungen, das Zutrauen des empfindsamen

Uhus zu gewinnen. Seither sind sie

unzertrennlich und Navajo ist der Ruhepol

der Familie geworden. Seine märchenhaft

magische Ausstrahlung ist auf den beeindruckenden

Bildern, die in Tiroler Wiesen

und Wäldern entstanden sind, zu sehen.

© Tamerl

© Bella Steger

Navajo

Eine Eule fürs Leben

Bella Steger und Navajo sind auch

beruflich ein unzertrennliches Team. Als

hauptberufliche Tierfotografin bietet sie

einzigartige Fotoshootings mit ihrer Eule an.

Damit ermöglicht sie auch anderen Menschen

die Begegnung mit ihrem besonderen

Gefährten. Das Wohlbefinden von Navajo

steht dabei kompromisslos an erster Stelle.

Er lebt bei Bella und Ilvy artgerecht und

unter streng kontrollierten Auflagen, die für

die Haltung von Wildtieren notwendig sind.

Viele weitere Informationen zu Bella

Steger, ihren faszinierenden Tieren und den

Fotoshootings: www.bellasteger.at

Magische Momente fotografiert in Tirol

2023

Kalender 2023:

Navajo. Eine Eule fürs Leben

Magische Momente

fotografiert in Tirol

Kalender 2023, Format: 60x45 cm

€ 34,90, Erscheint im November

Mitmachen

und einzigartigen

Preis gewinnen!

Sichern Sie sich ein Exemplar der

limitierten Auflage und nehmen Sie an

einem exklusiven Gewinnspiel teil.

Wer den Kalender bis zum 31. Oktober

2022 in der Wagner’schen Buchhandlung

vorbestellt, kann am Gewinnspiel teilnehmen.

Zu gewinnen gibt es ein zweistündiges

Fotoshooting von Bella Steger

mit der Eule Navajo in der nahegelegenen

Umgebung.

Bestellungen:

gerlinde.tamerl@wagnersche.at

oder telefonisch unter: 0512 / 59 50 50

*Für das Coverfoto wurde Navajo natürlich in seiner

gewohnten Umgebung fotografiert und nur in das

Bild montiert.


Alle Veranstaltungen

im Überblick

Kinderlesungen im Herzen

der Altstadt Halleins

Stierle

Kelten- Buchhandlung

Hallein

Oktober 2022 bis Februar 2023

Eine Veranstaltungsreihe im neuen, märchenhaften

Leseraum nur für Kinder. Von Susanna Pristovnik-Schwarz

Oktober

Do 20.10.22

Do 20.10.22

Di 25.10.22

Fr 28.10.22

Sa 29.10.22

November

Do 03.11.22

Do 03.11.22

Fr 04.11.22

Fr 04.11.22

Sa 05.11.22

Mina König

18:30 Uhr, Stöger

Eintritt frei

Julya Rabinowich

19:00 Uhr, Leporello

Eintritt € 9,00

Wlada Kolosowa

19:00 Uhr, Stierle

Eintritt € 5,00

Tess Gerritsen

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt € 7,00 / 9,00

Wagner’sche KIDS:

Vorlesestunde mit Selina

14:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt frei

Workshop:

Nahrungsmittelintoleranz

von Dr. Maximilian

Ledochowski

16:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt frei

Tanja Raich

18:30 Uhr, Kelten

Eintritt frei

Tanja Raich

19:00 Uhr, Stierle

Eintritt € 5,00

Norbert Philipp

18:30 Uhr, Stöger

Eintritt frei

Lesung in der

Kinderlounge

10:00 Uhr, Kelten

Eintritt € 5,00

Sa 05.11.22

Do 10.11.22

Fr 11.11.22

Fr 11.11.22

Mi 16.11.22

Do 17.11.22

Fr 18.11.22

Do 24.11.22

Fr 25.11.22

Di 29.11.22

Di 29.11.22

Anja Bachl

19:00 Uhr, Stierle

Eintritt frei

Alex Capus

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt € 7,00 / 9,00

Helena Adler und

Anna Stadler

19:00 Uhr, Stierle

Eintritt € 5,00

Robert Menasse

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt € 7,00 / 9,00

Eva Rossmann

19:00 Uhr, Leporello

Eintritt € 9,00

Workshop:Katherine Bader

Kreatives Schreiben

17:00 Uhr, Wagner’sche

Eintritt frei

Lukas Resetarits

19:00 Uhr, Leporello

Eintritt € 9,00

Peter Waldeck

19:00 Uhr, Stöger

Eintritt frei

Wagner’sche, Wagner’sche Altstadt Bücher Stierle Stierle Kelten-Buchhandlung,

Leporello die Buchhandlung, Stöger – Leporello die Buchhandlung

Norbert Gstrein

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt € 7,00 / 9,00

Wagner’sche KIDS:

Vorlesestunde mit Maria

14:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt frei

Peter Blaikner

19:00 Uhr,

Stadtbibliothek Hallein

Eintritt frei

Dezember

Do 01.12.22

Sa 03.12.22

Di 06.12.22

Mi 07.12.22

Fr 16.12.22

Sa 17.12.22

Jänner

Sa 07.01.23

Di 31.01.22

Februar

Sa 04.02.23

Robert Menasse

19:00 Uhr, Leporello

Eintritt € 9,00

Lesung in der

Kinderlounge

10:00 Uhr, Kelten

Eintritt frei

Literarisches Haus-

Quartett

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt frei

Mikael Vogel &

Ágnes Czingulzski

19:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt frei

Wagner’sche KIDS:

Vorlesestunde mit

Dominik und Gerlinde

14:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt frei

Wagner’sche KIDS:

Thomas Brezina:

Weihnachtsgeschichte

in Reimen

14:30 Uhr, Wagner’sche

Eintritt frei

Lesung in der

Kinderlounge

10:00 Uhr, Kelten

Eintritt frei

Margit Auer

16:30 Uhr, Hotel Kaiser

Franz Josef, Sieveringer

Straße 4, Wien

Eintritt frei.

Lesung in der

Kinderlounge

10:00 Uhr, Kelten

Eintritt frei

# unabhängig

In unserer Buchhandlung, mitten im

Herzen der Halleiner Altstadt, gibt es seit

Kurzem einen eigenen märchenhaften Leseraum,

der nur für Kinder reserviert ist.

Dort oben im ersten Stock haben wir ein

wahrhaftes Refugium für kleine Bücherwürmer

und die, die es noch werden wollen,

geschaffen! Auf bunten Kissen und einem

riesigen Teppich, umgeben von allerlei

bunten Plakaten aus der Welt der Kinderbücher,

kann unterhaltsamen Geschichten

gelauscht werden.

Da manchen Kindern das reine Zuhören

ohne visuelle Darbietung aber gar

nicht mehr so leicht fällt, haben wir uns

überlegt, wie man den Kleinen dies wieder

näherbringen könnte. Hierfür haben wir

eine gelungene Kooperation mit Schauspielstudierenden

des Salzburger Thomas-

Bernhard-Instituts aufgebaut. Diese lesen

den Kindern gekonnt und fesselnd jeden

ersten Samstag im Monat aus einem Buch

vor – nach Art eines Live-Hörspiels sozusagen!

Bei der Begrüßung am Beginn jeder

Lesung staunen die Kinder immer, wenn

man ihnen erklärt, dass der Raum, in dem

sie sitzen, bereits seit 600 Jahren existiert.

Dass dieser Raum früher als sogenannte

„Schwarzkuchl“ diente, in der man Speck

und Würste geräuchert hat, sorgt wiederum

für allgemeines Kichern.

Gelesen werden verschiedene Titel

der aktuellen Kinderliteratur und bei so

manchem Termin meistern das sogar zwei

Studierende des Thomas-Bernhard-Instituts,

da sich die Dialoge hervorragend für

eine Lesung zu zweit eignen. Da fütterten

sich schon eine „lahme Ente“ und ein

„blindes Huhn“ gegenseitig mit Erdnüsschen

und eine „Krähe“ und ein „Kind“

stoppten in unserem Leseraum für eine

Mitfahrgelegenheit auf einer Autobahn!

Einmal wurden sogar Geschichtenschiffchen

zum Mitnehmen verteilt, genau wie

sie in dem Buch „Grimm & Möhrchen“

13

vorkommen. Die großartige Performance

der Kunstschaffenden lässt nicht nur das

Herz der Kinder höherschlagen, sondern

erntet auch viel Lob von den erwachsenen

Begleitungen.

Außerdem hatten wir bereits spektakuläre

Highlights wie die österreichische

Illustratorin Nora Leitl mit ihrem Buch

„Krissi Krampus“, die uns im Frühjahr

2023 in unserem Leseraum wieder die

Ehre erweisen wird. Auch der Puppenspieler

Stefan Karch ist aus der Steiermark

angereist und hat das Publikum mit seinem

Fantasietheater zum Kochen gebracht.

Ob groß, ob klein – jede Person war bisher

hingerissen und es gibt bereits kleine

Stammzuhörende, die sich keinen Termin

entgehen lassen!

Hardfacts:

Jeden ersten Samstag im Monat,

immer um 10:00 Uhr

Eintritt kostenlos!

Kinder-Leseraum, 1. Stock in der

Keltenbuchhandlung, Sigmund-

Thun-Str. 9, 5400 Hallein

Highlights

demnächst:

Josefine Merkatz, Dezember 2022

Nora Leitl, Frühjahr 2023

© Susanna Pristovnik-Schwarz © Susanna Pristovnik-Schwarz

© Susanna Pristovnik-Schwarz

© Susanna Pristovnik-Schwarz


Stöger–

Leporello die

Buchhandlung

Wien

Mina König

Das Genre der Romanbiografien erfreut

sich derzeit großer Beliebtheit. Emily

Walton hat schon über F. Scott Fitzgerald

und Ernest Hemingway geschrieben.

Unter ihrem neuen Pseudonym Mina

König lässt sie uns nun in die Welt von

Meret Oppenheimer eintauchen.

Künstlerin. Sie arbeitet auf ihren großen

Durchbruch hin. Als Autorin und Leserin

kann man da gut mitfiebern. Außerdem war

diese Zeit historisch sehr interessant, zumal

Meret Oppenheim jüdische Wurzeln hatte.

Was mich sehr beeindruckt hat: In

Ihrem Buch ringt Meret Oppenheim

immer wieder konsequent um ihre

persönliche Freiheit und versucht

beharrlich, sich über gesellschaftliche

Konventionen hinwegzusetzen. Darin

ist sie eine sehr heutige Figur, denn

weibliche Selbstermächtigung ist ein

wichtiges gesellschaftliches Thema.

Hat das Leben der Meret Oppenheim

Sie auch persönlich inspiriert?

Selbstverständlich. Es gibt ein berühmtes

Zitat von ihr: „Die Freiheit wird einem

nicht gegeben, man muss sie nehmen“.

Ich habe es als Postkarte neben meinem

Schreibtisch stehen – denn es erinnert mich

daran, mir den Mut für meine Ziele und

Vorhaben zu nehmen.

© Emily Walton

Das Genre

der Romanbiografien

ist

ein wunderbares

Format.

Was fasziniert Sie persönlich

an diesen Lebensgeschichten in

literarischer Form im Gegensatz zu

einer Biografie als Sachbuch?

Das Genre der Romanbiografien ist ein

wunderbares Format, um spannende, aber

oftmals in Vergessenheit geratene Persönlichkeiten

vor den Vorhang zu holen.

Leser*innen können so in das Leben der

Figur und in spannende Epochen eintauchen,

ohne gleich eine faktenreiche

Biografie zu lesen. Eine Biografie hingegen

setzt ein bestimmtes „Sitzfleisch“ voraus.

Sie haben bereits mehrere

erfolgreiche Romane über berühmte

weibliche Persönlichkeiten verfasst.

Was hat Sie an Meret Oppenheim

gereizt?

Meret Oppenheim lebte in den 1930ern

in Paris – meinem Lieblingsschauplatz.

Sie hatte einen faszinierenden Bekanntenkreis:

Pablo Picasso, Salvador Dalí, Joan

Miró, André Breton, Max Ernst und

Marcel Duchamp zählten dazu. In dieser

Künstlerrunde war sie eine der wenigen

Frauen, hat aber schnell klar gemacht,

dass sie keine Muse sein möchte. Ihr

Freigeist, ihre Lebensfreude und ihre

Experimentierfreudigkeit haben mir

imponiert.

Ihre lebendige Beschreibung der

Surrealistenszene im Paris der 30er

ist wunderbar zu lesen.

Haben Sie eine besondere Affinität

zu bildender Kunst?

Nur ein tiefgehendes persönliches

Interesse. Ich brenne seit Jahren für das

Paris der 1920er- und 1930er-Jahre.

Ursprünglich war es die literarische

Szene rund um F. Scott Fitzgerald und

Ernest Hemingway, die mich reizte,

danach habe ich meine Fühler in alle

Richtungen ausgestreckt.

Wie haben Sie für Ihr Buch

recherchiert? Was waren Ihre

Quellen?

Natürlich habe ich zunächst mit Biografien

und Dokumentationen über Meret

Oppenheim und die anderen Figuren im

Buch begonnen. Eine wichtige Quelle war

das Buch Worte nicht in giftige Buchstaben

einwickeln. Es wurde von Meret

Oppenheims Nichte und einer Kunstkritikerin

herausgegeben. Hierin sind etwa

Oppenheims Briefe gesammelt. Die Herausforderung

bei einer Romanbiografie aber ist

es, die Figuren wirklich mit Leben zu füllen.

Dafür muss man herausfinden, wie die

Menschen in der jeweiligen Zeit wirklich gelebt

haben: Was haben sie gegessen? Welche

Musik haben sie gehört? Welche Autos sind

sie gefahren? Wie haben sie sich gekleidet?

Da hilft das Internet sehr. Und natürlich

musste ich nach Paris reisen.

An welchen Stellen oder mit welchen

Figuren haben Sie zusätzlich zu

belegten Ereignissen Ihre literarische

Fantasie walten lassen?

Meret Oppenheims Leben bildet das

Grundgerüst für diesen Roman, nichtsdestotrotz

ist er eine fiktive Geschichte.

Es ist belegt, dass Meret eine Affäre mit

Max Ernst hatte und angedeutet, dass sie

kurz mit Marcel Duchamp liiert war – aber

wir wissen natürlich nicht, wie sie geflirtet

haben oder wo sie sich berührt haben. Die

Dialoge und einzelnen Szenen entstammen

somit meiner Fantasie.

Sie beschreiben in dem Buch nur

einen bestimmten Ausschnitt aus dem

Leben der berühmten Künstlerin.

Warum haben Sie sich für die Jahre

1933–1935 entschieden?

Dieser Abschnitt war für mich der spannendste:

Meret Oppenheim wird in Paris

endgültig erwachsen und etabliert sich als

Ein Gespräch mit Ina Cassik

Mina König ist das neue Pseudonym der anglo-österreichischen

Journalistin und Autorin Emily Walton

(geb. 1984 in Oxford/UK). Sie studierte Journalismus

und Germanistik in Wien. Zuletzt unter Emily

Walton erschienen: Der Sommer, in dem F. Scott

Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte (Braumüller,

2016) und Miss Hollywood. Mary Pickford und das

Jahr der Liebe. (Heyne, 2021). Mit ihrer Familie lebt

sie im Süden von Wien. www.emilywalton.at

Buchtipp:

Mina König:

Mademoiselle Oppenheim –

Sie liebte das Leben und erfand

die moderne Kunst

Heyne Verlag, 512 S., € 13,40

Lesung:

Mina König liest aus

Mademoiselle Oppenheim

Do., 20. Oktober 2022,

18:30 Uhr

Stöger – Leporello die Buchhandlung,

Obkirchergasse 43,

1190 Wien

Eintritt frei!

Um Anmeldung wird gebeten:

01 / 320 34 49 oder

office@stoegerbuch.at


© Haymon Verlag / Fotowerk Aichner

Das Krimifest wird fünf !

Und bringt den internationalen Krimistar Tess Gerritsen

(u.a. Rizzoli & Isles) nach Innsbruck.

Im Oktober werden wieder nervenaufreibende

Kriminalfälle gelöst, skrupellose

Verbrecher*innen ausgeforscht und heiße

Spuren verfolgt – die eine oder andere

Lachträne darf dabei natürlich auch

vergossen werden. Tirol steht wieder im

Zeichen des Kriminalromans und sorgt für

feinste Unterhaltung.

Vom urban-düsteren Psychothriller über

beliebte Serienermittler*innen und charmant-komische

Regionalkrimis, von der

beschaulichen Landidylle bis zum Großstadtschauplatz,

von Krimis zum Lachen

bis zu gesellschaftskritischen Romanen, die

zu aktuellen Themen Stellung beziehen –

die Vielfalt des Kriminalromans ist groß.

Genau diese Vielfalt möchten wir auch in

unserem Programm abbilden und bieten

dem Tiroler Publikum sieben spannende

Tage mit Lesungen von internationalen

Stars und deutschsprachigen Publikumslieblingen.

Eine ganze Woche lang durchdringt der

Krimi unser Bundesland und die Gebirgslandschaft

wird zur Krimilandschaft – bis

in die entlegensten Orte und Winkel. Auch

in der Landeshauptstadt wird das Krimifest

ordentlich gefeiert.

© Orla Connolly © Rafaela Pröll

Eröffnung 22. Oktober

Eröffnet wird der Krimi-Reigen

im Treibhaus, wo Ellen Dunne,

Frank Goldammer, Andreas Gruber,

Judith Merchant und Martina Parker

für Hochspannung sorgen.

25. Oktober – Petera

Am 25. Oktober sind zwei

österreichische Autorinnen am Ruder:

bei Petera nehmen uns Alex Beer und

Martina Parker mit in vergangene Zeiten –

und östliche Bundesländer.

© fotowerk-aichner © Fotowerk Aichner

23. Oktober – Treibhaus

Weiter machen am 23. Oktober,

ebenfalls im Treibhaus, Bernhard Aichner

und Thomas Raab. Und gerüchteweise

soll dort nicht nur gelesen, sondern auch

gesungen werden.

26. Oktober – Telfs

Am Mittwoch, 26. Oktober liest der

aktuelle Österreichische Krimipreisträger

Herbert Dutzler in Telfs.

Wir feiern wieder!

Das Krimifest Tirol:

von 22. – 28. Oktober

17

# unabhängig

© Jens Oellermann © Derek Henthorn

24. Oktober – Treibhaus

Am 24. Oktober zieht das Allgäu ins

Treibhaus ein – mit Volker Klüpfel,

Michael Kobr und deren legendärem

Kommissar Kluftinger, der in seinem neuen

Fall ziemlich ins Schwitzen kommt.

28. Oktober – Wagner’schen

Das große Finale gibt es schließlich

am 28. Oktober mit Tess Gerritsen in der

Wagner’schen. Mehr dazu? Umblättern!


Tess

Gerritsen

Ärztinnen beschäftigen sich

ebenso wie Krimiautorinnen mit

Menschen in Krisensituationen.

Ein Interview von Linda Müller

Wagner’ sche

Innsbruck

© Derek Henthorn

Etwas,

das Drama

mit Humor

verbindet.

# unabhängig

Liebe Tess, Österreich freut sich

schon sehr auf deinen Besuch. Warst

du schon einmal hier – und gibt esetwas,

auf das du besonders

gespannt bist?

Ich war schon einmal in Wien und freue

mich sehr darauf, diese schöne Stadt

wiederzusehen. (Und ich hoffe, dass ich

wieder ein köstliches regionales Essen

genießen kann!)

Du hast eine besondere Affinität zu

klassischer Musik, die auch schon

den Weg in deine Bücher gefunden

hat. Gibt es Komponist*innen aus

Österreich, deren Musik du magst?

Ich habe als Kind Klavierspielen gelernt

und Schubert war einer meiner liebsten

Komponisten. Seine Musik ist melodisch

und zutiefst bewegend; sie ist so emotional,

dass sie natürlich sehr oft in Filmsoundtracks

verwendet wird.

Hätte dein neuer Roman einen

Soundtrack: welcher wäre das?

Keine Ahnung! Etwas, das Drama mit

Humor verbindet.

Detective Rizzoli und

Gerichtsmedizinerin Isles, Jane

Rizzoli und ihre Mutter: Komplexe

Beziehungen zwischen Frauen

spielen eine wichtige Rolle in

Mutterherz. Wie wichtig sind

Frauenfreundschaften für dich?

Ich bin generell eher eine Einzelgängerin,

aber ich habe einige sehr enge Freundschaften

mit Frauen, die schon fast vier

Jahrzehnte andauern. Über die Jahre

beobachten wir uns dabei, wie wir älter

werden – aber niemals langweilig!

19

Bevor du zur Bestsellerautorin

wurdest, hast du als Ärztin

gearbeitet. Haben diese beiden

Berufe etwas gemeinsam?

Beide beschäftigen sich sehr intensiv

mit Menschen in Krisensituationen.

Ärzt*innen treffen oft auf Menschen in

großer Not – wenn sie krank oder dem

Tode nahe sind oder auch, wenn jemand

stirbt, den sie lieben. Kriminalromane und

Thriller blicken ebenfalls oft auf Menschen

in Krisensituationen. Menschen, die verängstigt

oder verzweifelt genug sind, einen

Mord zu begehen.

Wir kennen Rizzoli und Isles

nicht nur aus deinen spannenden

Büchern, sondern auch von den

Fernsehbildschirmen. Ähneln die

Darstellerinnen den Figuren, die du

beim Schreiben im Kopf hast?

Optisch überhaupt nicht! Jane Rizzoli ist

eine normale, nicht auffällig attraktive

Frau. In der Serie wird sie allerdings von

wunderschönen Angie Harmon gespielt.

Im Buch ist Maura Isles dunkelhaarig und

eher der Gothic-Typ. Dargestellt wird sie

von der blonden und manchmal sehr lustigen

Sasha Alexander.

Wenn ich meine Romane schreibe, bleibe

ich bei den Charakteren, die ich erschaffen

habe und versuche, die Figuren aus der

Serie nicht beeinflussen zu lassen, wie ich

sie sehe. Ich möchte, dass das Roman-Universum

konsistent bleibt, weil viele

Leser*innen die Serie niemals sehen werden.

Für sie wäre es verwirrend, wenn ich

das Auftreten meiner Figuren plötzlich

verändern würde.

Tess Gerritsen vereint erzählerisches Können,

medizinisches Wissen und psychologische Tiefe.

Bevor sie mit dem Schreiben begann, war die

Autorin erfolgreiche Ärztin. Der internationale

Durchbruch gelang ihr mit dem Thriller Die Chirurgin,

in dem Detective Jane Rizzoli erstmals ermittelt.

Seither sind Tess Gerritsens Bücher um das Bostoner

Ermittlerduo Rizzoli und Isles von den Bestsellerlisten

nicht mehr wegzudenken. Die Autorin lebt mit

ihrer Familie in Maine.

Buchtipp:

Tess Gerritsen:

Listen To Me

Bantam Press Verlag, 320 S.,

€ 20,60

Buchtipp:

Tess Gerritsen:

Mutterherz

Limes Verlag, 384 S., € 22,70

Buchpräsentation:

Mutterherz

Lesung: Tess Gerritsen

Deutsche Stimme:

Julia Nachtmann

Moderation: Angela Spizig

Abend: engl./deutsch

Fr., 28. Oktober 2022,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung,

Museumstraße 4, Innsbruck

Eintritt: € 9,00 / € 7,00 mit

Wagner- oder Ö1-Card


Tanja Raich

Ihr zweiter Roman erzählt von einer

Frau und einer tropischen Wildnis,

deren Untergang unausweichlich scheint.

Ein Gespräch mit Gerlinde Tamerl

Bücher

Stierle

Salzburg

Stierle

Kelten- Buchhandlung

Hallein

© Minitta Kandlbauer

Zuerst ist ein

Satz da, dann

kommt die

Geschichte.

# unabhängig

Ihr neuer Roman Schwerer als das

Licht widmet sich dem Klimawandel.

Warum wollten Sie sich literarisch

mit einem globalen, mit einem so

großen Thema auseinandersetzen?

Beim Schreiben denke ich nicht, ich will

mich jetzt mit dem Klimawandel beschäftigen,

dies oder jenes Thema zur

Debatte stellen. Zuerst ist ein Satz da, dann

kommt die Geschichte, und welche aktuellen

Themen hineingelesen werden können,

kommt erst danach.

Schwerer als das Licht beschreibt

die Pracht eines tropischen

Dschungels vor dem Untergang.

Wie sehr hat Ihr Schreibaufenthalt in

Sri Lanka das Thema Ihres Romans

bestimmt?

Die Idee zum Roman hatte ich schon vor

meinem Schreibaufenthalt in Sri Lanka, ich

habe dort aber meine Recherche vertiefen

können, viele Beobachtungen haben zu

neuen Szenen geführt. Allein die Sonnenuntergänge,

die Formation der Wolken

waren Inspiration genug. Ich habe dort in

einem Apartment gewohnt, in dem alles

offen war und mich nachts Leuchtkäfer,

Palmenhörnchen und jede Menge Moskitos

besucht haben. Eine Baumart, die in der

„One World Foundation“ zu finden ist, hat

auch einen Auftritt im Roman bekommen.

Der Baum heißt „Barringtonia asiatica“

und die Blüten öffnen sich nur nachts und

sind am Morgen auf dem Boden verstreut.

21

Sie sind erfolgreich als

Schriftstellerin und gestalten

auch das Literatur- und

Kinderbuchprogramm des

renommierten Leykam Verlags.

Das sind zwei Berufe in einem Leben.

Wie schaffen Sie das zeitlich?

Ich weiß es manchmal selbst nicht. Ich

arbeite oft ununterbrochen, beantworte

Mails auf meinem Telefon oder am

Laptop, während ich auf Reisen bin. Im

Verlag arbeite ich allerdings schon seit

vielen Jahren nur Teilzeit und oft auch

asynchron. Ohne flexible Arbeitszeiten und

die Möglichkeit längerer Abwesenheiten

könnte ich mit Sicherheit nicht beides machen,

aber gerade, dass ich beides mache,

ist für beide Berufe sehr fruchtbar.

Viele Publikationen, die unter

Ihrer Ägide erscheinen, werden

erfolgreich. Wie gehen Sie mit

diesem Erfolgsdruck um?

Der ist natürlich immer da, dieser Druck,

gerade in Zeiten, in denen es der Branche

insgesamt nicht sonderlich gut geht. Trotz

allem mache ich meinen Beruf mit Leidenschaft

und es gibt unterschiedlichste Arten

von Erfolg. Der erste und wichtigste Erfolg

ist sowieso, dass eine Idee, ein Manuskript,

zu einem Buch wird.

Was raten Sie jungen

Autor*innen, die es unbedingt

schaffen möchten?

Dranbleiben und Niederlagen

aushalten.

Tanja Raich, 1986 in Meran geboren, lebt als

Lektorin und Autorin in Wien. Ihr Debütroman

Jesolo (Blessing 2019) wurde für den

Österreichischen Buchpreis Debüt 2019, sowie

für den Alpha Literaturpreis 2019 nominiert.

Soeben ist ihr Roman Schwerer als das Licht

(Blessing) erschienen.

Buchtipp:

Tanja Raich:

Schwerer als das Licht

Blessing Verlag, 192 S., € 22,70

Buchtipp:

Tanja Raich:

Jesolo

Heyne Verlag, 224 S., € 10,30

Lesungen:

Do., 03. November 2022,

Moderation: Hans Hamedinger

18:30 Uhr

Keltenbuchhandlung,

Sigmund-Thun-Straße 9,

Hallein

Eintritt frei

Fr., 04. November 2022,

19:00 Uhr

Bücher Stierle,

Kaigasse 1,

Salzburg

Eintritt: € 5,00


Anja Bachl

Die junge Lyrikerin erlebt gerade

ein literarisches Hoch, meint Robert Renk

Bücher

Stierle

Salzburg

© Sarah Frühling

Den Sechszeiler

haben die einzelnen

Gedichte

mitgebracht, das

war schnell klar.

# unabhängig

Letztes Jahr der Georg-Trakl-

Förderungspreis und heuer gleich eine

gebundene Ausgabe deiner Gedichte

im Haymon Verlag. Es läuft – oder?

Klingt smooth, ja. Und es läuft auch

tatsächlich, im Sinne von: es gelingt zunehmend,

mit meinem Geschriebenen in

Resonanz zu gehen. Dahinter steckt tatsächlich

auch jahrelange Arbeit. „Es läuft“

bedeutet somit für mich auch eine Ernte

meiner Investitionen der letzten Jahre.

Ich habe als getrennt erziehende Mutter

neben Lohnarbeit und Studium zusätzlich

viel Zeit in das Behirnen von Dingen, das

Erfassen, Erlernen und Verstehen und das

technische Handwerk Schreiben investiert.

Letztes Jahr hat mich Katharina Kiening

dann sehr ermutigt, einen nächsten Schritt

zu tun und ich freue mich täglich auf alles,

was da noch kommt!

Deine Gedichte geben sich dem

strengen Format des Sechszeilers

hin, sind dort aber flatterhaft

frei. Ist es – wie Oskar Pastior es

einst formulierte – das „Korsett,

das dich frei macht“? Und

warum ausgerechnet Sechszeiler?

Zahlenmystik?

weich werden erzählt vom Leben mit allem

Alltag und Abenteuern. Oft unterstreiche

ich mit der Form eines Gedichtes den Inhalt

und als Fan der Gleichzeitigkeit brachten

die Sechszeiler in ihrer Flattrigkeit von

Anfang an beides mit: eine Basis, etwas, das

im nährenden wie auch im nervenden Sinne

oft sehr stet existiert und innerhalb dieser –

nennen wir es äußeren Bedingungen – viel

Bewegtes, Sichentwickelndes, Humorvolles,

jede Menge an was das Leben so bringt.

Von dem her meine ich mit diesen Ambiguitäten

wohl eher das dialogische Prinzip, eine

Korrelation der scheinbaren Widersprüche

und nicht das des Korsetts und der Freiheit.

„Das Korsett, das frei macht“ gilt nun mal

nicht für viele Menschen, denn wir dürfen

23

nicht vergessen: Es stecken sehr viele Privilegien

hinter der Möglichkeit, ein Korsett

als etwas mit Leichtigkeit Behaftetes zu

erleben. Für unzählige Personen bedeuten

bildgesprochene Korsette wohl eher pragmatische

Unfreiheit, Chancenlosigkeit und

Unterdrückung.

Den Sechszeiler haben die einzelnen

Gedichte mitgebracht, das war schnell klar.

Und ja, ich mag die Zahl sechs, einfach so.

„Ich würde mich gerne unter deine

Sprache legen“ heißt es in einem

deiner Gedichte. Unter welche

Sprache würdest du dich gerne legen?

Unter die Sprache meines Sohnes Timon,

der unter dem Künstlernamen „Tevii“

Musik macht. Ich liebe seine Lieder, die

Einfälle, die er hat und bewundere es, wie er

aus seiner Teenagersicht Erlebtes durch den

Kreativfleischwolf dreht und dann daraus

Songs bastelt.

„Wenn du zwei Hosentaschen hast

und beide sind leer, dann sammelst du

woanders“, eine Zeile, die mich sofort

angesprungen ist. Ein so einfaches

und auch so komplexes Bild. Was

würde man in deinen Taschen finden,

wären sie nicht leer?

Einen Kuli, einen kirschroten Lippenstift,

mein heiliges Handy, ein Gackisackerl, den

lautesten Lacher meines Sohnes, Haarsträhnen

meiner Mama und das Blumenbild

meines Pas, ein Glas mit dem Sonnenlicht

von vor den Meereswellen, Stimmbänder,

die den Mund aufmachen, einen

guten Witz, bei dem alle nur lachen, weil

ich keine Witze erzählen kann, das Geheimnis

von Früher im Wald, Schwesternsichtweisen,

Jokerstunden Schlaf, Dolomitenseeblau,

meine Verletzlichkeit, einen Pfirsich,

Freund*innenspitznamen, einen Akkubohrer,

Time Is a Mother von Ocean Vuong

und jede Sekunde Geruchmeinerfreundinsammlung.

Als Innsbrucker muss ich das fragen:

Schon am Traklgrab gewesen?

Nein, das Grab kenne ich nicht. Würde

ich eine Grabbesuchende sein, dann wären

die Gräber von bell hooks, Angela Davis,

Inger Christensen, Malte C., Mercedes

Kierpacz und Jina Amini jene, auf die ich

Blumen lege.

Anja Bachl ist Kunsttherapeutin, Künstlerin und

freie Schriftstellerin. 2021 wurde sie gleich zweimal

ausgezeichnet: Mit dem Irma-von-Troll- Borostyáni-

Preis für journalistische Beiträge und dem Georg-

Trakl-Förderungspreis für Lyrik. Anja Bachls

Sprache ist intensiv, plastisch, direkt. weich werden.

Gedichte ist ihr Lyrik-Debüt.

Buchtipp:

Anja Bachl:

weich werden. Gedichte

Haymon Verlag, 120 S., € 22,90

Buchpräsentation:

Anja Bachl liest aus

weich werden

Sa., 05. November 2022,

19:00 Uhr

Buchhandlung Stierle,

Kaigasse 1, Salzburg

Eintritt: € 5,00


Alex Capus

Über Realität und Fiktion, Recherche

und Fabulieren, Kleinstadtidylle und die

Anziehungskraft des Wilden Westens.

Ein Gespräch mit Joe Rabl

Wagner’ sche

Innsbruck

© Beni Blaser

Oft dauert es

ein Jahr oder

länger, bis ich

ein Gefühl für

die Geschichte

bekomme.

# unabhängig

Lieber Alex, Susanna beruht wie

viele deiner Bücher auf einer wahren

Geschichte – Susanna, eine junge

Frau aus Basel, die Mitte des

19. Jahrhunderts nach New York

ausgewandert ist, reist in den Westen,

um Sitting Bull, den legendären

Häuptling der Sioux, zu treffen.

Wie bist du auf diese schier

unglaubliche Geschichte gestoßen?

Mein Basler Schriftstellerfreund

Patrick Tschan, dessen neuer Roman

Schmelzwasser vor ein paar Wochen im

Braumüller Verlag erschienen ist, hat mir

die Geschichte bei Pizza und Bier ins Ohr

geflüstert.

In Susanna spielst du wieder mal

gekonnt deine Stärken aus: solide

Recherche und fantasievolle,

atmosphärische „Ausschmückung“

der Leerstellen. Gibt es dann den

einen Punkt, an dem du sagst:

genug recherchiert, jetzt fang’ ich

zu schreiben an? Oder ist es eher so,

dass sich die Geschichte mit der Zeit

in den Vordergrund drängt und du

einfach mit dem Erzählen loslegen

musst?

Oft dauert es ein Jahr oder länger, bis ich

ein Gefühl für die Geschichte bekomme.

Dann muss ich den berühmten ersten Satz

finden, der den Ton für die ganze Geschichte

anschlägt – und diesen Ton dann einfach

bis zur letzten Seite durchhalten.

Wie ist das beim Schreiben mit dem

Verhältnis Realität/Fiktion? Hältst

du dich strikt an die historischen

Fakten? Oder entwickeln deine

Figuren zuweilen ein Eigenleben und

du musst die beglaubigten Fakten

passend machen?

25

Die Figuren bekommen schon ein Eigenleben,

aber wenn ich Fakten behaupte,

müssen die stimmen. Die Lebensdaten

meiner Helden und Heldinnen müssen stimmen

und die Brooklyn Bridge wurde dann

und dann eingeweiht und nicht an einem

anderen Tag.

Du bist mit deinen Figuren immer

wieder in ferne, fremde Welten

aufgebrochen. Dem Wilden Westen

hast du dich vor zehn Jahren schon

einmal gewidmet, im Erzählband

Skidoo. Hat es dir der Wilde Westen

besonders angetan?

Och, nicht so besonders. Aber als Setting

ist der Wilde Westen schon so etwas wie

die Antithese einer wohlgeordneten

europäischen Kleinstadt wie zum Beispiel

Olten, wo ich lebe, oder auch Innsbruck,

nicht wahr?

Sind die vielen abenteuerlichen

Reisen, ob real zu Recherchezwecken

oder „nur“ literarisch, also

auch so was wie ein Ausgleich

zum vergleichsweise idyllischen

Kleinstadtleben?

Nein, ich habe das Glück, genau so und

genau dort zu leben, wo ich will. Wenn ich

morgen nach São Paulo umziehen möchte,

könnte ich das ohne Weiteres tun. Ich lebe

sehr gut in dieser Kleinstadt und bin dankbar,

dass meine Kinder hier in Frieden,

Freiheit und Wohlstand aufwachsen können;

und gleichzeitig bin ich natürlich auch

dankbar, dass mein Beruf es mir erlaubt

hat, bei der Arbeit weite Teile der Welt für

mich zu entdecken.

Lieber Alex, wenn ich richtig

gezählt habe, ist Susanna

dein 23. Buch. So manche davon

hast du in Innsbruck vorgestellt.

Weißt du noch, wie oft du hier

schon gelesen hast?

Nein, tut mir leid! Aber ich weiß, dass es

jedes Mal ein schöner Abend war. Und das

lustigste Ende des lustigsten Abends war

jenes in einem brasilianischen Speiselokal

unter dem Bogen einer Eisenbahnbrücke.

Die Musik war laut und das Essen scharf

gewürzt. Kann das sein? Gibt es in

Innsbruck Gaststätten unter Eisenbahnbrücken?

Es müsste im Westen der Stadt

gewesen sein, glaube ich.

Lokale in den Viaduktbögen der

Eisenbahn gibt es viele in Innsbruck,

ein brasilianisches fällt mir gerade

nicht ein. Aber wo auch immer

das war – wir freuen uns auf einen

weiteren schönen Abend mit dir und

deinem neuen Roman in Innsbruck!

Alex Capus, geboren 1961 in der Normandie, lebt

in Olten. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten

und Reportagen. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a.

Solothurner Kunstpreis 2020. Bei Hanser zuletzt erschienen:

Reisen im Licht der Sterne (Roman, 2015),

Das Leben ist gut (Roman, 2016), Königskinder

(Roman, 2018).

Buchtipp:

Alex Capus:

Susanna

Hanser Verlag, 288 S., € 25,70

Buchpräsentation:

Susanna

Gespräch & Lesung

mit Alex Capus

Moderation: Joe Rabl

Do., 10. November 2022,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung,

Museumstraße 4, Innsbruck

Eintritt: € 9,00 / 7,00 mit

Wagner- oder Ö1-Card


© Eva trifft.Fotografie

Meine

Kindheit war

ein Spagat

zwischen Ohm

und Amen.

# unabhängig

Helena Adler

Mit ihrem neuen Roman Fretten führt

uns Helena Adler wieder in die österreichische

Provinz, es geht wie auch im

ersten Buch wenig beschaulich zu. Ein

paar Fragen dazu von Carmen Schwarz

Fretten heißt sich abmühen,

plagen wie viel schriftstellerische

Plagerei steckt in Fretten?

Die Frage ist: wieviel Plackerei steckt in

meinem Leben. Mein ganzes Leben ein

einziges Gfrett. Auch der Schreibprozess

entspricht zuweilen einem Sich-wundreiben.

Ich empfinde allein den Alltag als

Dauerüberlebenskampf, ständig muss man

sich irgendwo drüberfretten. Es hört nie

auf. Mein Dasein? Eine Niederlage, die

mich am Ende in die Knie zwingt, niederlegt.

Ein Zwiespalt. Eine Zwickmühle zwischen

Desaster und Delirium. Dazwischen

drängen sich Hochphasen, Rauschzustände,

die sich weltentrückt anfühlen. Sobald die

Belastung nachlässt und ich ins Narrenkastl

stiere, stecke ich wieder voller Bewunderung

für den Mikrokosmos vor jeder Haustür,

sei es für die Blaumeise am Birnbaum vor

meinem Schreibzimmerfenster, oder den

Kleiber mit seinem altägyptischen Lidstrich,

der sich seinen Baumstamm kopfüber

erobert. Nicht die Welt ist verkehrt,

sondern wir. Nicht er, sondern ich. Aber

sein Anblick weitet mein Herz. Er führt zu

einer Sperrangelweitung. Diesen Zwiespalt

zu verschriftlichen, diese Ambivalenz,

dieses Gfrett zu dokumentieren, relativiert

alles. Das verschafft Linderung.

Die Infantin trägt den Scheitel

links war für viele renommierte

Literaturpreise nominiert, stieß auf

großes Medienecho und begeisterte

die KritikerInnen. Gehst du mit der

Erwartung ähnliches zu erreichen ans

Schreiben?

Niemals. Beim Schreiben habe ich keine

Erwartungshaltung. Beim Sinnieren übers

Ernten danach schon.

In deinen Büchern geht es brutal

zu, die Charaktere werden da

als Ungeheuer beschrieben,

27

der erzkatholische Mief der

österreichischen Provinz wabert

durch die Zeilen. Du bist selbst auf

dem Land aufgewachsen, steckt

etwas von deiner eigenen Kindheit in

der Geschichte?

Ja, allerhand. Ich bin mit einem esoterischen

Vater und einer strengen, religiösen

Mutter aufgewachsen. Sie zwang mich zum

sonntäglichen Kirchgang und engagierte

sich wie ein Hilfspfarrer. Meine Kindheit

war ein Spagat zwischen Ohm und Amen,

heute zehre ich von diesen Extremen.

Ja, über unserem ganzen Land wabert ein

katholischer Bodennebel, andererseits sind

es vor allem unsere katholischen Riten,

die nicht wegzudenken sind, archaisch

Angelegenheiten, die viel hergeben und

mit denen ich nun mal aufgewachsen bin.

Das bietet so viel Stoff. Als Kind habe ich

den Zwang und die Bigotterie gehasst. Ich

schrieb Tagebücher auf deren Frontdeckel

ich der Mutter Botschaften hinterließ,

eingeritzt und von Totenköpfen flankiert:

Wenn du das liest, wird dein Gott dich

bestrafen. Ich habe den Pfarrer verflucht,

wenn er „Gebenedeit bist du unter den

Frauuuen“ besonders dramatisch intonierte,

als läge im weiblichen Geschlecht

etwas Obszönes. Während der Zwangsmessen

bin ich immer abgedriftet und in

die Gruft hinabgestiegen oder ich habe von

der Barockkanzel aus Platten aufgelegt.

Mein Lieblingssitzplatz war im südlichen

Querhaus, von dem aus man auf den neugotischen

Hochaltar sehen konnte, dessen

Altarblatt Mariä Himmelfahrt zeigte. Das

Motiv der Heiligen Maria gefällt mir bis

heute, vor allem, seit ich selbst Mutter bin.

Freilich würde ich mir wünschen, dass es

etwas gibt, an das mein Sohn glaubt.

Beim Lesen deiner Bücher verbindest

du eine sehr bildgewaltige Sprache die

von Tristesse und Erwachsenwerden

erzählt. Auf der anderen Seite baust

du auch sehr viel popkulturelle

Anleihen wie Falco, Fernsehserien

der 80er und 90er Jahre ein. Sind das

auch Rettungsanker deiner eigenen

Kindheit?

Mehr noch. Sie waren die Speedboote, die

mich in andere Welten katapultierten, die

Eisbrecher in unserem zugefrorenen Sumpf.

Ohne meine Tiere, Patrick Swayze und

David Hasselhoff hätte ich meine Kindheit

vermutlich nicht überlebt, im Fernsehen

gab es ja nicht viel Auswahl, im Bauernalltag

kaum Alternativen, man nahm, was

man kriegen konnte. Ansonsten blieb man

viel auf sich selbst gestellt. Ein tagelanges

Trauerspiel zwischen Holzstößen und

Sägespänen.

Im Rahmen des Salzburger

Literaturfests wurde dein Roman

auch als Bühnenstück aufgeführt,

planst du auch für deinen neuen

Roman eine solche Kooperation?

Ich habe nicht kooperiert, sondern konsumiert.

Auch diesmal werde ich mich zurücklehnen

und warten, bis sich Sophia Coppola,

Fatih Akin oder Haneke melden. Mit

Schlingensief hätte ich gerne kooperiert.

Aber eigentlich bin ich niemand, der gerne

zusammenarbeitet.

Helena Adler, geboren 1983 in Oberndorf bei

Salzburg in einem Opel Kadett. Lebt als Autorin

und Künstlerin in der Nähe von Salzburg. Studium

der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie

und Philosophie an der Universität Salzburg.

Buchtipp:

Helena Adler:

Fretten

Jung und Jung Verlag,

208 S., € 22,00

Lesung:

Bücher

Stierle

Salzburg

Helena Adler und

Anna Maria Stadler

Fr., 11. November 2022,

19:00 Uhr

Bücher Stierle, Kaigasse 1,

Salzburg

Eintritt: € 5,00


© Rafaela Pröll/Suhrkamp Verlag

Wagner’ sche

Innsbruck

Leporello die

Buchhandlung

Wien

Gefesselt ist gut,

ja, man kann

aber auch sagen

entfesselt.

# unabhängig

Robert

Menasse

Er vereint in seinen Werken Literatur

und philosophische Kritik mit

politischen Themen der Gegenwart.

Ein Gespräch mit Klaus Zeyriwer

Nach deinem mit dem Deutschen

Buchpreis ausgezeichneten Roman

Die Hauptstadt, dessen Handlung

meist in Brüssel und im EU-Rahmen

spielt, hast du nun die Fortsetzung

in einem erweiterten Raum

angesiedelt. Entsprechend der Titel

Die Erweiterung. Warum kommst du

auf Albanien?

Ich wollte von Menschen erzählen, die

EU-Bürger sind oder gar Repräsentanten

eines EU-Mitgliedslandes, aber aus der

EU raus wollen, während es Staaten in

Europa gibt, die nicht EU-Mitglieder sind,

deren Bürger aber unbedingt in die EU

hineinwollen. Die Mitgliedstaaten, die antieuropäische

Politik machen, sind, wie wir

wissen, zum Beispiel Ungarn oder Polen.

Ich habe mich für Polen entschieden, weil

ich mich dort besser auskenne. Polen hat ja

auch schon in der Hauptstadt eine gewisse

Rolle gespielt. Dann habe ich alle Länder

bereist, die EU-Kandidaten-Status haben.

So bin ich in Albanien hängengeblieben.

Was hat dich dort gefesselt?

Gefesselt ist gut, ja, man könnte aber auch

„entfesselt“ sagen. Zum Erzählen entfesselt.

Ich kenne keinen Beitrittswerber, aber

auch kein Mitgliedsland, das in Hinblick

auf europäische Standards so konsequent

ist. Dies sieht man beispielsweise an der

Rechtsordnung: Während Polen systematisch

europäisches Recht bricht oder

Österreich schlawinerhaft immer wieder

versucht, europäisches Recht zu umgehen,

strebt Albanien eine Justizreform an, die

mit radikaler Konsequenz europäisches Gemeinschaftsrecht

implementiert. Zugleich

wirkt das alte Gewohnheitsrecht unterirdisch

weiter, das archaisch und zugleich

avantgardistisch ist. Und hochmoralisch.

29

Albanien hatte nach dem Zweiten Weltkrieg

mehr Juden im Land als vor dem Krieg –

weil das Gewohnheitsrecht die Flüchtlinge

unter das Gesetz der Gastfreundschaft

stellte und dadurch schützte. Oder, weil ich

avantgardistisch sagte: In Albanien ist es

seit dem Spätmittelalter bis heute möglich,

sein Geschlecht zu ändern. Eine Frau

legt einen Schwur ab, zieht Männerkleidung

an und wird fortan als Mann behandelt.

Wir waren in West- und Mitteleuropa nur

in sehr seltenen Fällen zu einer Menschlichkeit

fähig, die in Albanien Gewohnheitsrecht

ist. Und wir diskutieren in Westeuropa

in Hinblick auf sexuelle Identität

Fragen, die in Albanien durch das Gewohnheitsrecht

geklärt sind. Also, warum

Albanien? Weil es ein Fest für Erzähler ist.

Ein zentrales Motiv im Roman

ist der Helm des mythischen

albanischen Helden Skanderbeg.

Wie bist du auf ihn gekommen und

welche Rolle spielt er im Roman?

Skanderbeg war ein albanischer Fürst, der

als erster die verschiedenen albanischen

Stämme geeint und das christliche Abendland

gegen die Osmanen verteidigt hat.

Vivaldi hat eine Oper über ihn geschrieben

und es gibt Skanderbeg-Denkmäler in mehreren

europäischen Hauptstädten. Das ist

ebenfalls eine albanische Eigentümlichkeit:

Ein heute mehrheitlich muslimisches Land

hat einen Nationalhelden, der vom Vatikan

„Athleta Christi“ genannt wurde.

Aber ist Albanien im Grunde

nicht ein atheistisches Land?

Es hatte den Atheismus sogar

in der Verfassung stehen.

Ja, Religionen sind in Albanien nicht

unbedingt etwas Spirituelles, sondern

Teil der Alltagskultur. Es gibt Feiertage

und Feste, die man miteinander feiert,

egal, woran man glaubt. Worum es mir in

meinem Roman aber eigentlich ging, ist

das sogenannte „Narrativ“, das sich von

Skanderbeg ableitet. Sein eigentümlicher

Helm mit dem Ziegenkopf mit Hörnern

auf dem Scheitel steht für die Einigkeit der

Albaner, und mit diesem Helm lässt sich

vortrefflich Symbolpolitik machen – vor

allem in Auseinandersetzung mit der EU,

die bekanntlich verzweifelt ein Narrativ

sucht. Das führt im Roman zu einigen Verwicklungen

und Missverständnissen, die

sehr bezeichnend sind für ein Problem, mit

dem wir uns heute immer mehr herumschlagen

müssen: der zunehmende Ersatz

von Politik durch Symbolpolitik. Ach, das

klingt jetzt so furchtbar abstrakt, aber wie

kann man, ohne abstrakt zu werden, in fünf

Minuten erklären, worum es in Doderers

Strudelhofstiege geht? Okay, ersetzen wir

die Strudelhofstiege durch das Skanderbeg-

Denkmal. Rundherum, in weiteren und engeren

Kreisen, bewegen sich Menschen mit

ihren Hoffnungen, sie erleben Frustrationen

und Enttäuschungen, werden wütend oder

bleiben kühl und versuchen ihr Leben zu

meistern, verlieben sich, über Grenzen und

vor allem kulturelle Grenzen hinweg, engagieren

sich oder nicht und begegnen sich.

All das ergibt ein Gewebe, das, wie

ich hoffe, ein Bild unserer Zeitgenossenschaft

zeigt.

Robert Menasse, Essayist und vielfach ausgezeichnete

Schriftsteller. Er studierte Germanistik,

Philosophie sowie Politikwissenschaft und war

u.a. Gastdozent am Institut für Literaturtheorie

an der Universität São Paulo. Er vereint in seinen

Werken Philosophie, Literatur und kritische

Auseinandersetzung mit politischen Themen der

Gegenwart. Für seinen letzten Roman Die Hauptstadt

erhielt er 2017 den deutschen Buchpreis.

Buchtipp:

Robert Menasse:

Die Erweiterung

Suhrkamp Verlag,

789 S., € 28,80

Buchpräsentationen:

Die Erweiterung

Robert Menasse

Fr., 11. November 2022,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung,

Innsbruck

Do., 01. Dezember 2022,

19:00 Uhr

Buchhandlungen Leporello, Wien


© Fotowerk Aichner

Leporello die

Buchhandlung

Wien

Tod einer

Hundertjährigen

ist tatsächlich

auf der Insel

geschrieben

worden.

# unabhängig

Eva

Rossmann

Sardinien, die Insel der 100-Jährigen.

Doch selbst die sterben nicht immer

eines natürlichen Todes. Ein Gespräch

mit Sardinienkennerin Eva Rossmann.

Von Erwin Riedesser

In einigen deiner Krimis kam

Sardinien bereits vor; deine

Story in Rotraut Schöberls

Radieschen von unten und jetzt

dein neuer Kriminalroman Tod

einer Hundertjährigen spielen auf

Sardinien: Welche Bedeutung hat

Sardinien für dich?

Sardinien ist in den letzten Jahren zu meinem

zweiten Lebensmittelpunkt geworden.

Angefangen hat alles übrigens mit einer

Einladung zum großartigen Literaturfestival

„L’Isola delle Storie“ in Gavoi.

Tausende Menschen kommen jedes Jahr

in dieses Bergdorf in der Barbagia, es wird

von früh bis spät gelesen, diskutiert, das

Spektrum reicht von experimenteller Lyrik

über politische Sachbücher bis eben hin

zu Kriminalromanen. Und zwischendurch

wird gegessen und getrunken. Mein Mann

und ich haben uns in die Insel verliebt.

Was ist für dich der Reiz

an Sardinien?

Sardinien ist mehr als Sommer, Strand und

Meer – auch wenn das ausreichen würde.

Es hat eine faszinierende Geschichte, samt

imposanten Nuraghen aus der Bronzezeit.

Im Hochland von Sardinien ist die Landschaft

ursprünglich, rau, dazwischen gibt es

immer wieder, wie aus der Vogelperspektive,

den Blick aufs Meer. Das Essen: von der

cucina povera, von der ich im Buch erzähle,

bis hin zu einheimischen Langusten – einfach

großartig. Aber letztlich sind es dann

wohl doch diese ganz besonderen Menschen,

die mich anziehen: eigenständig und

doch offen, gastfreundlich und mit einem

wunderbaren Sinn für Humor.

31

In deinem neuen Krimi geht es um

das Geheimnis eines langen gesunden

Lebens. Und damit auch um das

Geschäft mit der Gesundheit.

Wie recherchierst du das und

probierst du selbst Dinge aus?

Meine Neffen sind engagierte Ärzte, meine

Schwester ist klinische Psychologin und

Psychotherapeutin. Nicht erst seit Corona

beschäftigt es sie, wie Menschen mit

sogenannten alternativen Heilmethoden

geködert werden. Schon nach den ersten

Recherchen wusste ich: Das ist der Stoff für

einen Krimi. Ich habe aber auch bei

Professor Gianni Pes von der Universität

in Sassari recherchiert – er ist der Erste,

der über die erstaunlich große Zahl an

Hundertjährigen in den sardischen Bergen

geforscht hat. Auch die inzwischen gängige

Bezeichnung „Blue Zone“ für Langlebigkeits-Hotspots

geht übrigens auf ihn

zurück: Er hat mit seinem Kollegen auf

der Landkarte die Dörfer eingekringelt, in

denen die Menschen besonders alt werden –

und der Stift war eben blau … Ansonsten

stecke ich mitten in einem lebenslangen

Versuch, gut zu leben. Dabei können

seine Erkenntnisse und die schlauen alten

Menschen in den sardischen Bergen schon

helfen. (lacht)

In jedem deiner Romane spielt auch

ein gesellschaftspolitisches Thema

eine Hauptrolle. Sind das Themen,

die sich dir aufdrängen? Nach welchen

Gesichtspunkten wählst du sie?

Ja, tatsächlich drängen sich gewisse

Themen auf. Ich will selbst mehr über sie

wissen. Das ist der Ausgangspunkt für

einen neuen Krimi. Egal, ob es vor zehn

Jahren um die Unabhängigkeit und Dezentralisierung

der Energieversorgung ging,

oder ob ich mehr über die Hintergründe

der Klimakrise erfahren wollte. Klar kann

ich immer nur Ausschnitte dieser großen

Themen verwenden, immerhin schreibe ich

ja keine Sachbücher, sondern Krimis. Aber

ich hoffe, dass ich die eine oder den anderen

so dazu bringe, sich intensiver mit Fragen

unserer Zeit zu beschäftigen.

Du kochst nach wie vor in der

„Alten Schule“ in Riedenthal, bist

viel und oft auf Sardinen aber auch

im Weinviertel, machst wieder

Lesereisen. Wann und unter welchen

Bedingungen schreibst du eigentlich?

Zuerst einmal recherchiere ich ausführlich,

das kann mehrere Monate, aber auch

mehrere Jahre dauern. Wenn ich das Gefühl

habe, dass ich jetzt ich doch einiges weiß,

mache ich mich an den Plot und schreibe

eine erste Fassung, sehr konzentriert, am

liebsten, ohne dazwischen zu unterbrechen.

Da ziehe ich mich zurück und das gelingt

mir am besten daheim im Weinviertel oder

in unserem Haus auf Sardinien. Tod einer

Hundertjährigen ist tatsächlich auf der Insel

geschrieben worden. Der Allererste, der

mein Manuskript zu lesen bekommt, ist übrigens

mein Mann Ernest. Aber erst, wenn

es komplett ist. Danach beginnt die Zeit der

Nachrecherchen und der Überarbeitungen.

Und dann, irgendwann, darf ich wieder ein

neues Buch in der Hand halten. Ein ganz

besonderer Moment!

Eva Rossmann, geb. 1962 in Graz, lebt im

Weinviertel. Sie ist Verfassungsjuristin, politische

Journalistin u.a. beim ORF, der NZZ und den

„Oberösterreichischen Nachrichten“. Seit 1994

ist sie als freie Autorin, Publizistin, Köchin,

Drehbuchautorin sowie als TV- und Radio-

Moderatorin tätig. Rossmann erhielt renommierte

Preise, u.a. den Leo-Perutz-Preis 2014.

Buchtipp:

Eva Rossmann:

Tod einer Hundertjährigen

Folio Verlag, 301 S., € 24,00

Buchpräsentation:

Eva Rossmann liest aus Tod

einer Hundertjährigen

Moderation: Rotraut Schöberl

Mi., 16. November 2022,

19:00 Uhr

Leporello – die Buchhandlung,

Singerstraßen 7, 1010 Wien

Eintritt: € 9,00


© Amelie Gampenrieder

Ein guter

Boden für

wienerisches

Kabarett

mit Schmäh

und Haltung.

# unabhängig

Lukas

Resetarits

Der große österreichische Kabarettist

und Aktivist in Sachen Menschen -

rechte präsentiert seine Biografie

in der Leporello-Buchhandlung

bei Rotraut Schöberl.

Ihre Biografie, aufgezeichnet von

Fritz Schindlecker, ist auch eine

unterhaltsame Zeitreise durch die

1950er, 60er und 70er Jahre. Ich

komme aus dem Staunen, Lachen

und Schmunzeln nicht heraus:

Ministrant bei Kaplan Adolf Holl,

Beinahe-Rockstar in Schweden, als

Gammler in Venedig unterwegs,

Angestellter des Flughafens Wien,

der eine Königin rettet, für einen

Rolling Stone den verlorenen Koffer

findet und vieles mehr. Die Erlebnisse

hätten locker für zwei Bände

gereicht. Führen Sie Tagebuch,

sammeln Sie Fotos – gibt es ein

privates Archiv?

Meine Versuche, Tagebuch zu führen,

sind über all die Jahre gescheitert. Meistens

habe ich nur zwei Wochen durchgehalten.

Ich hatte nie die Ruhe dafür, denn am

Ende des Tages war ich meist mit anderen

Aktivitäten beschäftigt …

Mein Fotoarchiv sieht aus wie bei den

meisten Menschen: Schuhschachteln mit

einer Unzahl von Fotos. Die halbherzigen

Ordnungsversuche scheiterten immer

wieder. Meist sitzt man mit Familie und

Freunden zusammen und wühlt in den

Fotoschachteln und den zwei, drei Alben,

die irgendwer vor vielen Jahren angelegt

hat. Die Unordnung wird dadurch

vergrößert.

33

Im Wiener Bezirk Favoriten

sind außer Ihnen noch einige

Kabarettisten großgeworden:

ist Favoriten eine besonders gute

Gegend dafür?

Scheint wohl so zu sein: Bronner, Vitasek,

Düringer fallen mir sofort ein. Der untere

Teil Favoritens ist ja der „Zehnte Hieb“,

der seinerzeit vom 4. Bezirk abgetrennt

wurde. So entstand diese Mischung aus

Arbeiterfamilien und Kleinbürgern,

katholischer Jungschar und Roten Falken.

Ein guter Boden für wienerisches Kabarett

mit Schmäh und Haltung.

Sie studierten Psychologie und

Philosophie. Sollte das eigentlich

jeder Kabarettist – vorsichtshalber –

als Grundausbildung tun?

Da das Studienfach Psychologie in Wien

hauptsächlich zum Lieferanten von Nachwuchs

für Marketing und Werbung verkommen

ist, würde ich es nicht unbedingt

als Grundausbildung für Satire empfehlen.

Philosophie hingegen halte ich für wichtig

auf dem Weg zum Kabarett.

Wie erkläre ich (eine „Gscherte“

aus Niederösterreich) Nicht-

Ostösterreichern die Bedeutung und

Verwendung des Wortes „Krowod“?

Krowod ist eine leicht abschätzige

Bezeichnung für Kroate (Hrvat). Meine

Vorfahren sind vor 500 Jahren aus dem

heutigen Kroatien ins heutige Burgenland

(Westungarn) eingewandert und später als

Arbeiter nach Wien und Graz gependelt.

Viele haben sich in Wien angesiedelt und

wurden dort als Krowodn bezeichnet.

Stolze Burgenland-Kroaten bezeichnen

sich selbstbewusst manchmal als Krowod.

Sie beschäftigen sich schon viele

Jahre mit dem Bereich „Dummheit“

in all seinen Facetten: Haben Sie

auch den Eindruck, dass diese

exponentiell wächst?

Meiner Einschätzung nach war Dummheit

immer verbreitet, wurde aber nicht als

wesentlicher Bereich wahrgenommen. Erst

durch die Explosion der Kommunikationsmöglichkeiten

in Medien jeder Art wurde

Dummheit zum allgegenwärtigen Phänomen.

Bosheit und Dummheit können sich

ungehindert in den Netzen verbreiten und

haben eine gefährliche Wirkmacht

entwickelt.

Lukas Resetarits gehört wie die Mehrheit der

Einwohner von Stinatz zur Volksgruppe der Burgenlandkroaten

und wuchs in Wien, Favoriten auf. Seit

1975 als Kabarettist und bald auch als Schauspieler

(u.a. als Kottan) bekannt. Einer seiner ersten

Preise war 1981 – neben den Nestroy – übrigens der

Österreichischer Kleinkunstpreis des Innsbrucker

Kellertheaters! Inzwischen, nach zahlreichen weiteren

Kabarettprogrammen und -preisen, zählt er zu

den wichtigste Kabarettisten des deutschsprachigen

Raums. Lukas Resetarits ist Mitglied der Gesellschaft

für politische Aufklärung.

Buchtipp:

Leporello die

Buchhandlung

Wien

Lukas Resetarits:

Krowod – Erinnerungen an

meine Jugend

Carl Ueberreuter Verlag,

196 S., € 25,00

Buchpräsentation:

Lukas Resetarits im Gespräch

mit Rotraut Schöberl

Fr., 18. November 2022,

19:00 Uhr

Leporello – die Buchhandlung,

Singerstraßen 7, 1010 Wien

Eintritt: € 9,00


© Oliver Wolf

Buchpräsentation:

Norbert Gstrein liest aus

Vier Tage, drei Nächte

Moderation und Gespräch:

Stefan Gmünder

Fr., 25. November 2022,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung,

Museumstraße 4, Innsbruck

Eintritt: € 9,00 / 7,00 mit

Wagner- oder Ö1-Card

Ich habe

keine Angst

mehr vor dem

Misslingen …

# unabhängig

Norbert

Gstrein

In seinem neuen Roman Vier Tage,

drei Nächte erforscht der Tiroler Autor

unmögliches Begehren und geht der

Frage nach, was es heißt, in einem Roman

„Ich“ zu sagen. Joseph Frontull hat mit

ihm darüber gesprochen.

In Vier Tage, drei Nächte wird

eine der Figuren zur Autorin eines

Romans und sagt von sich selbst, sie

habe beim Schreiben eine perverse

Vorliebe für Charaktere, die sie im

Leben nicht ausstehen könne. Beim

Blick auf Ihre jüngsten Romane

möchte man meinen, dass es

Ihnen ähnlich geht – gerade Ihre

Ich-Erzähler sind moralisch

fragwürdige Zeitgenossen.

Was interessiert Sie daran?

Na ja, sie sind alle Tiroler Hotelierssöhne

und in ihren Versuchen steckengeblieben,

sich davon zu emanzipieren. Sie haben

diese Unternehmerväter mit einem merkwürdigen

Freiheitsbegriff. Freiheit bedeutet

für ihre Väter immer auch die

Freiheit, das Falsche zu tun und etwas

davon haben sie selbst mitbekommen. Sie

glauben, dass sie nicht auf Sympathie zu

setzen brauchen. Vielleicht ist die psychologisierende

Erklärung gar nicht abwegig,

dass das mit meinem Aufwachsen ganz am

Ende des Ötztals zu tun hat. Der nächste

Gendarmerieposten war fast zwanzig Kilometer

entfernt und kaum ein Gendarm hat

sich je ins Dorf verirrt. Zugleich waren es

zu Fuß nur zehn Kilometer bis zur Grenze.

Da kann man schon denken, außerhalb der

Regeln zu stehen.

Vier Tage, drei Nächte spielt –

das hat mich zunächst etwas

beunruhigt – im Corona-Lockdown.

Führt an der Pandemie auch dann

kein Weg vorbei, wenn es eigentlich

um Rassismus, Sexismus und

unmögliches Begehren geht?

35

Beunruhigt hat mich das auch. Wer

braucht einen sogenannten Corona-

Roman? Aber darum geht es nicht.

Die Zeit kurz vor Weihnachten 2020 für

meine Geschichte zu wählen hat mir

die Möglichkeit geboten, die durch ihre

Obsessionen ohnehin schon engen Räume

für die Figuren noch enger zu machen.

Außerdem sind Tiroler Hoteliers damals

verhaltensauffällig geworden. Aber wichtiger

ist, dass ich eine Ablenkungsgeschichte

gebraucht habe, damit einem Leser zunächst

entgeht, was sich da allmählich

aufbaut. Unmögliches Begehren, ja, das ist

das Kernthema, aber auch: Was heißt es,

in einem Roman „Ich“ zu sagen und welche

selbstverständlichen Vorannahmen treffen

wir über Romanfiguren. Wenn eine Figur

nicht weiter beschrieben wird, gehen wir

bei einem österreichischen Autor zunächst

einmal davon aus, sie sei weiß, heterosexuell,

vielleicht katholisch und was nicht

sonst noch. Damit habe ich zu spielen

versucht.

Sie haben über Vier Tage, drei

Nächte gesagt, es sei Ihnen auch

darum gegangen, am Schreiben eines

Buches zu scheitern.

Wie darf man das verstehen?

Nein, ich habe gesagt, dass ich einen bestimmten

Roman nicht schreiben wollte,

weil ich mit ihm gescheitert wäre. Diesen

Roman schiebe ich einer meiner Figuren

unter. Er heißt „Drei Arten, ein Rassist zu

sein“ und bildet das letzte Kapitel meines

Romans. Darin geht es um eine Dreiecksgeschichte,

die katastrophal schiefgeht: ein

Mann und eine Frau, beide weiß, aufgeklärte

Leute, und ein Schwarzer kommt

als Dritter hinzu. In der Anspannung der

Situation ist es mit ihrer Aufgeklärtheit

nicht mehr weit her. Über den Rassismus

des weißen Mannes zu schreiben ist leicht.

Auch über den Rassismus der Frau lässt

sich reden, aber über den Rassismus des

Schwarzen zu sprechen ist etwas anderes.

Vier Tage, drei Nächte ist Ihr

vierter Roman in gut fünf Jahren.

Irgendwo habe ich gelesen, dass Sie

sich mit Ihrem Verleger über „ein

kleines Büchlein für nächstes Jahr“

verständigt haben. Haben Sie eine

Erklärung für diese verblüffende

Produktivität?

Ich habe keine Angst mehr vor dem Misslingen

und, was noch wichtiger ist, keine

Angst vor dem Gelingen. Wie klingt das?

Worum wird es in dem kleinen

Büchlein gehen?

Der Kern dieses Buches besteht aus zwei

Vorlesungen, die ich in Göttingen gehalten

habe. Keine richtigen Poetik-Vorlesungen,

aber etwas in der Richtung. Dazu kommen

noch zwei Vorlesungen, die ich, wenn

überhaupt irgendwo, in Oxford, Mississippi

halten müsste: eine über William Faulkner

und eine weitere über die „afrikanistische

Präsenz“ in amerikanischen Romanen –

wie Toni Morrison das nennt – und die

„afrikanistische Präsenz“ in meinen jüngsten

Romanen, die auch alle amerikanische

Schauplätze haben.

Norbert Gstrein wurde 1988 mit der Erzählung Einer

bekannt. Manche seiner Romane – etwa Das Handwerk

des Tötens oder Die ganze Wahrheit – lösten

Debatten aus. Als ich jung war gewann 2019 den

Österreichischen Buchpreis, Der zweite Jakob stand

2021 auf der Shortlist für den Deutschen. Im Mai

2022 wurde Norbert Gstrein in Lübeck „als einer der

virtuosesten deutschsprachigen Erzähler der Gegenwart“

mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet.

Gstrein lebt in Hamburg.

Buchtipp:

Wagner’ sche

Innsbruck

Norbert Gstrein:

Vier Tage, drei Nächte

Hanser Verlag, 352 S., € 26,80


HausQuartett

Weihnachtstipps von Profis mit musikalischer

Untermalung. Das literarische HausQuartett geht

in die zweite Runde. Mit dabei ist u.a. der deutsche

Lyriker Mikael Vogel, der Robert Renk ein paar

Fragen beantwortet hat.

Wagner’ sche

Innsbruck

© Amelie Gampenrieder

Das Eigenste

mit dem anderer

ins Gespräch zu

bringen, gehört

zum Schönsten

am Lesen.

# unabhängig

Du bist am 06. Dezember – neben

Evelyn Unterfrauner, Christina

Matuella und Robert Renk – Teil

des Literarischen HausQuartetts

in der Wagner’schen. Was hältst du

prinzipiell von solchen Formaten?

Alles, was Menschen zu sie beglückenden

Büchern verhilft, zählt! Dieses Format in

die Buchhandlung zu bringen – Respekt!

Das gibt’s nirgendwo sonst. Dabei ist dieses

Format anthropologisch in uns verankert.

Wir werden zusammen rund ums Lagerfeuer

sitzen – keine Sorge, ich meine das

ganz metaphorisch, ich werde bestimmt

nichts anzünden, versprochen – und erzählen:

von unseren Lektüren und davon, wie

sie sich an unseren Erfahrungen und

Erwartungen messen. Das Eigenste mit

dem anderer ins Gespräch zu bringen,

gehört zum Schönsten am Lesen. Auf die

Umsetzung kommt’s natürlich an.

Marcel Reich-Ranicki beispielsweise war

ein Despot, ich werde ihm nie verzeihen,

wie er noch über dessen tragischen Tod

hinaus Hermann Burgers Ruf ruiniert hat.

Burger ist heute vergessen. Einer meiner

Lieblingsautoren!

Das Literarische HausQuartett

als neues Format in der

Wagner’schen findet mit Livemusik

statt. Stefan Wolf und Simon

Kräutler geben Schubertlieder

zum Besten. Mit E-Gitarre. Du hast

dir gerade eine gekauft. Auf was

achtest du bei einer E-Gitarre und

kennst du ähnliche Veranstaltungen

mit Musik?

Auf den Sound. Und wenn sie auch noch

ausgestorben war, bin ich verliebt. Ich habe

mir eine Fender Jazzmaster gekauft, eine

37

Gitarre mit warmem Klang, die für Jazzmusiker

entwickelt wurde, auch funkig ist,

von Surfbands der 60er gespielt und dann

eingestellt wurde. Als die Seattles Grunge-

Szene sie wiederentdeckte, nahm Fender

ihre Produktion wieder auf. Dorthin bin

ich mit 19 mit einer schwarz-weißen Fender

Strat ausgewandert, sah mich Musiker

werden, hatte Songs dabei, fing aber einen

Roman zu schreiben an – auf deutsch.

Dabei hatte ich schon die Gitarristen von

Pearl Jam und R.E.M. kennengelernt.

Seattle ist mein verlorener Traum. Meine

Strat musste ich später verkaufen als ich

pleite war. Mein Herz war gebrochen. Jetzt

ist es geheilt, und meine Finger erinnern

sich an alles!

Mit dir als einem der innovativsten

und wichtigsten Lyriker Deutschlands

werden wir natürlich auch einen

Lyrikband besprechen. Warum wird

in öffentlichen Formaten so wenig

über Lyrik geredet?

Eigentlich unerklärlich, dass das auch in

Österreich so ist. Denn die österreichische

Lyrik ab den 60ern hat die deutsche so

staubig verklemmt aussehen lassen, wie sie

fast ausnahmslos war. Der österreichischen

Literatur habe ich mich immer viel stärker

zugehörig gefühlt. Wie ja auch Thomas

Kling, der in Deutschland dafür abgestraft

wurde. Aber vielleicht sagt das Problem

mehr über die öffentlichen Formate als über

die Lyrik aus. Lyrik steht der Untergrund,

die Subkultur, die Widerständigkeit doch

gut. Ihre Diskrepanz zu den öffentlichen

Narrativen und billigen Zielsetzungen. Im

Idealfall ist Lyrik ihrer Zeit voraus. Zu beschreiben,

was alle anderen auch so sehen,

wäre witzlos.

Besprochen werden der Lyrikband

azur ton nähe (Limbus) von Siljarosa

Schletterer und der neue Roman

Geschichte eines Kindes (Suhrkamp)

von Anna Kim. Möchtest du uns

schon ein bisschen was verraten?

Ein hochkarätigeres, besser zusammenpassendes

Duo kann ich mir kaum

vorstellen. Beide Autorinnen schreiben

Bücher, die mit den Lesenden in Dialoge

treten, die selten mit den letzten Seiten

enden. Das muss man im Schreiben schon

wollen. Mit ihrem allerersten Gedichtband

schafft Siljarosa Schletterer es, uns eine

Welt aufzuzeigen, die wir alle übersehen

haben, obwohl wir sie immer direkt vor

den Nasen hatten – die des Wassers, der

Gewässer, ihrer Leben, Persönlichkeiten,

Identitäten. Und Anna Kims Nase für

Stoff ist einzigartig. Ich folge ihr blind –

egal worüber sie jemals schreiben wird, ich

vertraue ihr und werde alles lesen. Es wird

immer gesellschaftlich relevant sein und mit

Fragestellungen in mir ins Gespräch treten,

die mir schon lange im Kopf querlagen.

Vielleicht, ohne dass ich es wusste.

Mikael Vogel, Lyriker, 1975 in Bad Säckingen

geboren, lebt in Berlin und Innsbruck. Sechs Gedichtbände,

u.a. Dodos auf der Flucht. Requiem für

ein verlorenes Bestiarium (Verlagshaus Berlin, 2018)

und, gemeinsam mit José F. A. Oliver, zum Bleiben,

wie zum Wandern – Hölderlin, theurer Freund

(Schiler & Mücke, 2020).

Veranstaltung:

Literarisches HausQuartett mit

den Gästen: Christina Matuella

& Mikael Vogel

Moderation: Evelyn Unterfrauner

& Robert Renk

Di., 06. Dezember 2022,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung,

Museumstraße 4, Innsbruck

Eintritt: frei


Wagner’ sche

Innsbruck

Ágnes

Czingulszki

Ein Gespräch von Mikael Vogel über

Gipfel, den viel interessanteren Weg rauf,

Höhenluft und das Flachland des Lebens.

trotzdem weiterzumachen – das ist,

so finde ich, eine extraordinäre Leistung,

von der nie jemand hört.

Mit welcher Person – lebend oder

nicht – würdest du am liebsten

einmal auf einem Berg picknicken?

Auf welchem, und wieso mit der

einen Person?

Mit meiner Mutter. Sie ist gestorben als

ich acht Jahre alt war. Ich würde sie durch

Mühlau einfach in den Wald bringen und

dann zu einem schönen Aussichtspunkt, an

dem man gemütlich sitzen kann. Wir hätten

Malutensilien, leckere Brote und Tee dabei

und eine Aussicht über das ganze Tal. Sie

mochte schöne Dinge. Das würde ich uns

sehr gönnen.

© Oliver Wolf

Berge sind

diese mächtigen

Dinger, die auch

heute noch Menschen

fressen.

# unabhängig

Die Berge um Innsbruck spielen

in ich dachte an siracusa eine

eindringliche Rolle. Die Protagonistin

einer der Kurzgeschichten kommt

her, nachdem sie sie in einem

alten Reiseführer gesehen hat; bei

ihrer Ankunft aber regnet es so

stark, dass sie gar nicht da sind.

Autobiografisch?

Ja, ich bin mit meiner „Freundin in Crime“

hier angekommen und es hat die drei Tage,

die wir hier verbracht haben, nur geregnet.

Das hat uns aber nichts ausgemacht. Wir

hatten eine sehr schöne Zeit, ich habe

jemanden kennengelernt und bin wegen

ihm hierher gezogen. Dann habe ich die

Berge oft genug gesehen.

Welche sind deine intensivsten

Erinnerungen an diese

„zauberberge”, wie du sie nennst?

Berge dienten lange einfach als Hintergrundbild

für mein neues Leben im neuen

Land. Ich hatte weder Liebe noch Angst

oder Respekt für sie. Nach einzelnen

alpinen Unfällen lernte ich, dass Berge

grausam sein können. Mittlerweile ist es

eine Hassliebe.

Wollen Berge hoch hinaus? Oder sind

Täler einfach nur kleiner als sie?

Ich glaube, Berge wollen nichts. Das ist das

Schöne an ihnen. Sie stehen dort, sind diese

mächtigen Dinger, die auch heute noch

Menschen fressen, weil sie unberechenbar

sind und uns daran erinnern, dass wir nur

ein Wimpernschlag in der Geschichte der

Erde sind.

39

Was ist am Leben Gipfel

für dich?

Ich halte nicht viel von Gipfeln. Schön,

wenn man einen schafft, aber der Weg

dorthin ist doch viel länger, deshalb sollte

man diesen genießen. Logische Rechnung,

wie ich finde. Den Großen Bettelwurf

habe ich fünfmal gestürmt und irgendwann

geschafft. Der Gipfel war schon

okay, ich konnte mir auf die alpinistische

Schulter klopfen, aber ganz ehrlich: Der

Weg rauf, sich auf dem langen Hatscher

zu motivieren, Blumen riechen, Gämse

grüßen, mit den Bremsen kämpfen, mit der

Erschöpfung, der Hitze, dem Schotter und

einfach nicht aufgeben – das hat schon was.

Und in der Liebe?

In der Liebe ist es schwer. Da bist nicht nur

du und das Ziel, sondern da ist auch der

andere, der vielleicht ganz andere Gipfel im

Kopf hat.

Ich lebe in Berlin im Flachland.

Was verbindest du mit Flachland?

Heimat und unendliche Kreativität. Die

spektakulärsten Sonnenuntergänge und

Vollmonde habe ich in der ungarischen

Puszta auf der Autofahrt zwischen meinem

Heimatort Baja und Gárdony erlebt. Auf

der Fahrt habe ich meine Gefühle geordnet,

meine Geschichten erfunden und vor mich

hingeträumt. Dem Flachland wird oft die

Magie abgesprochen. Doch es ist genauso

bezaubernde Natur wie das Gebirge – nur

eben auf einer anderen Ebene.

Was passiert am Berg,

worüber niemand spricht?

Was viele sicher nicht hören wollen, aber

auch mal gesagt werden sollte: Frauen

bekommen ihre Tage oft auf mehrtägigen

Touren am Berg. Man sagt, das sei wegen

der Höhenluft – keine Ahnung, ob das

stimmt. Aber fünf Tage auf einer hochalpinen

Tour durchzubluten, ohne fließendes

Wasser, sich irgendwie an Bächen oder

mit Schnee zu reinigen, blutige Sachen im

Rucksack durch die Alpen zu schleppen, bis

man in einem Tal eine Mülltonne findet und

Ágnes Czingulszki wuchs in Bayern und Ungarn auf

und studierte Kommunikations- und Medienwissenschaft

und Norwegisch. Nach einem einjährigen

Praktikum bei der Tageszeitung Népszabadság ging

sie nach Innsbruck. Sie arbeitet beim Stadtblatt

Innsbruck. 2016 erschien der Erzählband ich dachte

an siracusa (edition exil). Czingulszki veröffentlicht

in ungarischer und deutscher Sprache.

Buchtipp:

Ágnes Czingulszki:

ich dachte an siracusa

edition exil, 155 S., € 12,00

Lesungen:

Berge lesen Festival zum

Mountain Day 2022

„Berge sind diese mächtigen

Dinger, die auch heute noch

Menschen fressen“

Lesung und Gespräch mit Ágnes

Czingulszki & Mikael Vogel

Moderation: Martin Fritz &

Robert Renk

Mi., 07. Dezember 2022,

19:30 Uhr

Wagner’sche Buchhandlung

Eintritt: frei

Im Rahmen des Mountain

Day 2022 in Kooperation mit

der „GAV – Grazer Autorinnen

Autorenversammlung –

Regionalgruppe Tirol“


Die Magie der schönen Bücher

Die edlen Druckwerke der Büchergilde gibt es in

Österreich jetzt exklusiv in unseren Buchhandlungen.

© Büchergilde

© Büchergilde

„Die Art und Weise, wie ein Mensch

ein Buch in den Händen hält, sagt sehr

viel über seine Persönlichkeit aus“, meint

Wagner’sche-Geschäftsführer Markus

Renk, der selbst ein leidenschaftlicher

Sammler historischer Druckwerke ist.

Mit großer Überzeugung ergänzt er:

„Das Buch hat große Zukunft, nicht zuletzt

deshalb, weil wir Menschen das haptische

Erlebnis lieben, das ein Buch zu bieten hat.“

Und da diese ästhetische Qualität etwas so

Großartiges ist, werden ab Herbst in der

Wagner’schen Buchhandlung exklusive

Ausgaben der Büchergilde angeboten.

Menschen, die sich für besondere Bücher

interessieren, können hier unkompliziert

Mitglied der Büchergilde werden.

Markus Renk dazu: „Wir fühlen uns sehr

geehrt, ab sofort in Österreich exklusiver

Partner der Büchergilde zu sein, und wir

sind überzeugt, dass unsere Kundinnen und

Kunden von diesem einzigartigen Angebot

begeistert sein werden.“

Die Wagner’sche wird die Büchergilde-

Exklusivausgaben mit der Möglichkeit

einer Mitgliedschaft auch in ihren vier

Schwesternbuchhandlungen in Wien,

Salzburg und Hallein einführen, besonders

zeitnah in der Leporello-Buchhandlung in

Wien. Diese gehört seit 2021 zur „Wagner’schen

Familie“ und befindet sich in

unmittelbarer Nähe des Stephansdoms.

Sie wurde von Buchhändler*innen-Duo

Rotraut Schöberl und Erwin Riedesser

gegründet und ist eine der renommiertesten

Literaturbuchhandlungen Österreichs.

Das sind Ihre

Vorteile als Büchergilde-Mitglied:

Ein ausgezeichnetes Programm

der besten Bücher, Geschenkideen,

Musik-CDs, Filme und

Kunst.

Einzigartige Buchgestaltung

und exklusive Buchillustration

von namhaften Künstlerinnen

und Künstlern.

Einmal im Quartal erhalten Sie

das kostenlose Magazin der

Büchergilde, mit allem rund um

unsere Neuerscheinungen.

Persönliche und kompetente

Beratung in unseren Partnerbuchhandlungen

Zu Ihrem ersten Kauf schenken

wir Ihnen ein Büchergilde-Buch

Ihrer Wahl im Wert von bis zu

€ 30,00.

Sollten Sie bis Quartalsende

einmal nichts kaufen, senden

wir Ihnen unsere aktuelle Buchempfehlung

mit Umtauschgarantie

zu.

Die Mitgliedschaft ist kostenlos

und nach 1 Jahr monatlich

zu jedem 15. kündbar. Sie

erwerben alle 3 Monate 1 Artikel

aus dem Gesamtprogramm.

Corporate Design

Fotografie

Packaging

Buchgestaltung

Informationsdesign

Editorial

Ausstellungen

Specials

www.himmel.co.at

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Kostengünstiger Versand innerhalb

Österreichs direkt durch

die Wagner’sche.

40

# unabhängig

© Büchergilde


Bücher, die (was) bewegen

Von DIY-Projekten und einer Revolution in Grün

Eine Liebeserklärung

ans Brotbacken!

Buchtipp:

Deborah Hucht, Florian Hucht:

Projekte zum Anpacken

Löwenzahn Verlag,

160 S., € 24,90

Buchtipp:

Valerie Jarolim:

Rebel Plants

Löwenzahn Verlag,

240 S., € 26,90

© Löwenzahn Verlag / Christina Körte

© Löwenzahn Verlag / Zoe Opratko

Eines der allerbesten Gefühle? An einem

eigenen Projekt zu arbeiten, sich die Hände

schmutzig zu machen, zu beobachten, wie

Ideen immer mehr Gestalt annehmen und

am Ende sagen zu können: Wie cool ist

das geworden? Und vor allem: Das hab ich

selbst gemacht!

Deborah und Florian Hucht lieben

es, draußen zu sein, zu basteln, hämmern

und bohren, bis die Wände wackeln, und

sich immer wieder neue Ideen einfallen zu

lassen. Dir geht es genau so? Du siehst in

jedem alten Topf ein neues Deko-Objekt

und in jedem Holzstück eine neue Lieblingsschaukel?

Hier erfährst du, was du

brauchst, um mit deinen Projekten voll

durchzustarten, wo du günstig Materialien

bekommst und wie du Sachen auf kreative

wie nützliche Weise upcyceln kannst. Mit

über 40 Projekten kannst du dich komplett

austoben – im Garten, auf dem Balkon

oder in deiner Wohnung. Ob Hummelburg,

Outdoorküche, Tomatenbushaltestelle,

Pergola, Kokedama, Kräuterspirale, Weidentipi,

Trockenblumenkranz oder Bokashi-Beet:

Lass dich inspirieren und schwing

schon mal den Hammer.

Pflanzen kommt in unserem Leben eine

große Rolle zu – sie sind überall. Es ist an

der Zeit, ihnen wieder mehr Aufmerksamkeit

zu widmen. Denn: Sie sind die Grundlage

allen Lebens. Wir nehmen sie meist nur

nicht mehr bewusst wahr. Wissen sie nicht

mehr so richtig zu schätzen – und das, obwohl

sie uns täglich begleiten. Das soll sich

ändern. Die Autorin Valerie Jarolim zeigt in

diesem Buch die großen Zusammenhänge

auf: Wie beeinflussen Bäume, Wälder,

Pflanzen das Leben auf dem Planeten? Was

haben Pflanzen mit Ernährungssouveränität

zu tun? Was mit Kleidung? Und wie

viel CO2 wird allein durch die Nutzung

des Internets freigesetzt? Pflanzen können

unsere Zukunft lenken und wir können

sie dabei unterstützen: z. B. durch eine

pflanzenbasierte Ernährung, nachhaltige

Kleidung, chemiefreie Naturkosmetik oder

grünen Strom. Egal, wie weit du in die Welt

der Pflanzen eintauchen möchtest, du wirst

sehen, was diese grünen Superheldinnen

bewirken und verändern. Wir müssen nur

lernen, genauer hinzusehen. Erkennen wir

ihr volles Potential. Unsere Zukunft ist

pflanzlich.

© Löwenzahn Verlag / Nadja Hudovernik

Das neue Buch von Christina Bauer ist

geniale Rezeptsammlung und praktisches

Nachschlagewerk in einem. Mit ihren gewohnt

einfachen Rezepten und einzigartigen

Tipps aus ihrem Erfahrungsschatz lässt sie

keine Fragen rund ums selbst gebackene

Brot offen.

Geschmeidigen Teig unter den Handflächen

spüren, Mehl von den Fingerspitzen rieseln

lassen … Wer das Brotbacken einmal

erlebt hat, kann nicht mehr genug davon

bekommen. Aber wo anfangen inmitten

von Backlatein, Falttechniken und Mehlsortendschungel?

Welche Brote lassen sich

ruckzuck zubereiten und welches Gebäck

eignet sich am besten für Frühstückstisch

oder Geburtstagsparty? In diesem Buch

versammelt Christina Bauer ihre ganze

Erfahrung rund um das Thema Brotbacken

und liefert Rezeptideen für jeden Anlass.

Was dabei herauskommt? Das ultimative

Grundlagenwerk, das detaillierte Infos,

Tipps und Inspiration ohne Ende liefert.

Christina Bauer backt sich mit ihrem

wunderschönen neuen Buch wieder in

unsere Herzen! Über 120 Rezepte für Brote,

süßes und pikantes Gebäck, vier einfache

Grundteige und alles Wichtige über Sauerteig

sorgen dafür, dass mit diesem Buch

wirklich keine Backwünsche mehr

offenbleiben. In gewohnt sympathischer

Christina-Bauer-Manier lassen sich die

Rezepte unkompliziert an jeden Alltag

anpassen und sorgen für köstlich-krosse

Erfolgserlebnisse!

© Löwenzahn Verlag / Nadja Hudovernik

„Dieses Buch ist wieder

der Knaller. […] Das, was

ich probiert habe, gelang

auf Anhieb und schmeckte

einfach wunderbar.

Dieses Buch sollte in

keiner Küche fehlen und

verdient es, recht oft zur

Hand genommen zu werden.

Da geht das Herz auf

und nicht nur der Teig.“

Sonja Tauber, Rezensentin

Buchtipp:

Christina Bauer:

Das große Brotbackbuch

Löwenzahn Verlag,

352 S., € 39,90


Jung,

aber

oho!

Bücher

für

Kinder

und

Jugend:

Vhalla hat gelernt, Magie

zu fürchten und flüchtet sich

in ein stilles Leben als Bibliothekarin.

Doch als sie das

Leben des Kronprinzen und

mächtigsten Feuerzähmers von

Solaris rettet, erwachen zuvor

ungeahnte, gefährliche Kräfte

in ihr. Sie wird in die Welt der

Magie hineingezogen und steht

bald vor einer Entscheidung,

die ihr Leben – und möglicherweise

ganz Solaris – für immer

verändern wird. Band 1 einer

fulminanten Fantasy-Reihe ab

14 Jahren voller politischer

Intrigen, Romantik und Magie.

Elise Kova:

Air Awoken – Die Chroniken von Solaris 1

Carlsen Verlag, 429 S., € 16,50

Auf menschliche Gesellschaft

kann Alva seit dem Tod ihrer

Mutter gut verzichten, doch

einsam ist sie trotzdem nie.

Denn egal wo sie auch hingeht,

sprechen Bäume, Sträucher

und Blumen mit ihr. Als eine

tödliche Krankheit ausbricht,

werden wild wachsende

Pflanzen – Alvas Freunde – als

Auslöser verdächtigt und sollen

vernichtet werden. Alva muss

unbedingt die Wahrheit herausfinden

und macht sich mit dem

Heilpflanzenbuch ihrer Mutter

auf eine Reise ins Ungewisse.

Ein absolutes Must-Read

ab 10 Jahren!

Yarrow Townsend:

Alva und das Rätsel

der flüsternden Pflanzen

Thienemann Verlag, 316 S., € 15,50

Märchenfiguren gibt es nur

in Büchern: das glaubt Marie

zumindest, bis sie von ihrer

Lehrerin ins Fairy Tale Camp

eingeladen wird, ein Internat

für Kinder aus ganz besonderen

Familien. Dort tummeln sich

die Nachfahren verschiedener

Märchenfiguren, von Dornröschen

bis hin zum Bösen Wolf.

Marie selbst stammt von Frau

Holle ab und soll nun das Erbe

ihrer Familie antreten und

die Märchen vor einer dunklen

Macht beschützen. Ein

märchenhaftes Abenteuer und

der Beginn einer neuen Reihe

ab 10 Jahren!

Corinna Wieja:

Fairy Tale Camp 1 –

Das märchenhafte Internat

Carlsen Verlag, 279 S., € 14,40

Harrison möchte immer alles

richtig machen, doch manchmal

wird er einfach wütend.

Nach einem seiner legendären

Wutanfälle bekommt er ein

ganz besonderes Geschenk: ein

Schwarzes Loch. Dort kann

Harrison alles hineinwerfen,

was ihn wütend macht: Brokkoli,

Zwiebeln, Hausaufgaben…

Sehr praktisch, um Dinge zu

entsorgen, die ihn nerven!

Zumindest bis plötzlich auch

Dinge, die Harrison eigentlich

liebt, im Loch verschwinden.

Eine fantastische Geschichte

ab 8 Jahren über Wut, Mut und

Schwarze Löcher.

Ben Miller:

Der Junge, der die Welt verschwinden ließ

arsEdition Verlag, 222 S., € 13,40

Die Sinclairs verbringen jeden

Sommer auf ihrer Privatinsel

vor der Küste von Massachusetts.

Jeden bis auf einen, den

Sommer nach dem Unfall. Als

Cadence Sinclair Eastman zum

ersten Mal seit zwei Jahren wieder

auf die Insel zurückkehrt,

ist alles anders. Sie hat keine

Erinnerungen mehr an den

letzten Sommer dort und ihre

Familie verhält sich komisch.

Was ist vor zwei Jahren wirklich

passiert? Ein fesselnder und

atmosphärischer Jugendroman

ab 14 Jahren.

E. Lockhart:

We Were Liars – Solange wir lügen

Ravensburger Verlag, 320 S., € 15,50

Zurück zum Sehnsuchtsort

Bullerbü! In diesem kleinen

Dorf in Schweden leben

nur sechs Kinder, aber mehr

braucht es auch nicht, denn

sie spielen den ganzen Tag,

verkleiden sich und feiern

gemeinsam Feste. Erstmals

erscheinen alle Geschichten

über die Kinder aus Bullerbü

gesammelt in einem Band. Mit

ihrer schönen Ausstattung und

den farbigen Illustrationen

von Katrin Engelking ist diese

Gesamtausgabe das perfekte

Geschenk für alle Astrid-Lindgren-Fans

und jene, die es noch

werden wollen.

Astrid Lindgren:

Wir Kinder aus Bullerbü.

Alle Abenteuer in einem Band

Oetinger Verlag, 298 S., € 22,70

44

Wagner’sche.

Geschichte hört nie auf – und

manchmal braucht man einfach

ein bisschen Hilfe dabei, alle

ihre Zusammenhänge zu

verstehen. Genau das ist der

Sinn und Zweck dieses wunderbar

illustrierten Kindersachbuchs.

Hier wird anschaulich

beschrieben, was zur selben Zeit

an unterschiedlichen Orten auf

der Welt geschehen ist.

Ein perfektes Geschenk, mit

dem Wissbegierige ab 9 Jahren

einen einzigartigen Überblick

über geschichtliche Ereignisse

der ganzen Welt bekommen!

Philip Parker:

Was geschah zur gleichen Zeit?

Loewe Verlag, 64 S., € 15,40

Karlchen ist der hilfsbereiteste

Mensch aller Zeiten! Blöd nur,

dass bei ihren Hilfsaktionen

meistens etwas schiefgeht und

sie danach zur Strafe immer

Socken sortieren muss …

Vor allem den beiden Stadtkindern

Alban und Pippa, die

ihre Ferien bei Karlchens Familie

verbringen, muss dringend

geholfen werden. Denn wie

soll man auf einem Bauernhof

Spaß haben, wenn man Angst

vor Tieren hat? Karlchen hilft

natürlich gerne! Ein wunderbar

witziges Vorlesebuch für kleine

Helfer*innen ab 5 Jahren.

Lisa-Marie Dickreiter und Andreas Götz:

Karlchen hilft allen, ob sie wollen oder nicht

Arena Verlag, 224 S., € 16,50

Von Weißen Frauen, finsteren

Gesellen und Geisterwesen.

Sagenfachmann Helmut

Wittmann hat hier die faszinierendsten,

spannendsten und

bekanntesten Sagen Österreichs

in einem prachtvollen Band

vereint. Von verwunschenen

Almen ist genauso die Rede wie

vom Zauber der Donau, von

gewaltigen Schätzen, mächtigen

Herrscherinnen und Herrschern

und der Weisheit der einfachen

Leute. Sagenhafter Lesespaß für

Groß und Klein mit wunderschönen

Illustrationen von

Jakob Kirchmayr!

Helmut Wittmann (Hg.):

Das große österreichische Sagenbuch

Tyrolia Verlag, 325 S., € 29,00

Früher waren die Geisterkicker

berühmt. Legenden ranken

sich um das Stadion, in dem

es nicht mit rechten Dingen

zugehen soll. Als Jan neu in die

Mannschaft kommt, gruselt ihn

aber nur, wie schlecht das Team

spielt. Doch dann entdeckt er

die bläulich leuchtende Gestalt

von Toni Torwartschreck auf

der Tribüne. Vielleicht kann

der sagenumwobene Fußballgeist

Jan dabei helfen, ein

Stürmerstar zu werden und

die Geisterkicker wieder zum

Erfolg zu führen? Ein spaßiges

Fußballabenteuer ab 8 Jahren!

Sonja Kaiblinger:

Die Geisterkicker –

Nie mehr ohne Teamgeist!

Baumhaus Verlag, 144 S., € 13,40

Lores Familie jagte einst griechische

Götter – bis es sie alle

das Leben kostete. Eigentlich

will Lore nur noch normal sein,

doch dann wird ihr eine Chance

auf Rache in Aussicht gestellt.

Die Göttin Athene bietet ihr ein

Bündnis gegen Ares, den Mörder

ihrer Familie, an, der seitdem

noch mächtiger geworden

ist. Doch reicht das Bündnis

mit Athene aus, um Ares aufzuhalten,

bevor er die menschliche

Welt in Schutt und Asche legt?

Spannende, von griechischer

Mythologie inspirierte Fantasy

ab 14 Jahren!

Alexandra Bracken:

Lore – Die Spiele haben begonnen

Arena Verlag, 582 S., € 22,70

Als Carag nach den Ferien an

die Clearwater High zurückkehrt,

erwarten ihn jede Menge

neue Gesichter und fordernde

Aufgaben. Als ob das noch

nicht genug wäre, erreichen

ihn plötzlich auch noch beunruhigende

Nachrichten von

seinem Erzfeind Andrew Milling.

Der gefährliche Wandler

sucht nach einem Weg, seine

Menschengestalt zurückzuerlangen

und aus dem Gefängnis

auszubrechen. Können

Carag und seine Freunde ihn

aufhalten? Die beliebte Tierfantasy-Reihe

ab 10 Jahren geht

in die zweite Staffel!

Katja Brandis:

Woodwalkers – Die Rückkehr

Arena Verlag, 323 S., € 15,50


DIE unsterbLichen KINDERBUCHGESCHICHTEN

MACHT KINDER VON HEUTE stark!

Ab 8 Jahren

€ 18,50 [A]

Die Bücher des berühmten Kinderbuchautors

Die unsterblichen Kinderbücher von Roald Dahl

Roald Dahl erzählen von unerschrockenen

erscheinen bei Penguin JUNIOR erstmals

Heldinnen und Helden. Seine zeitlose Botschaft

in einer hochwertigen, farbig ausgestatteten

macht Kinder von heute stark: Egal, wer und

Hardcover-Ausgabe komplett neu übersetzt –

wo du bist, egal, wer dich kleinmachen will – mit

Fantasie, Entschlossenheit und Mut kannst du

deine eigene verrückte Geschichte selbst in die

Hand nehmen und alles sein, was du willst!

von den Kinderbuch-Bestsellerautor*innen

sabine und emma Ludwig sowie

andreas steinhöfel.

Matilda – umwerfend stark,

liebenswert und zauberhaft.

Eine furchtlose Kämpferin gegen

Stumpfsinn und Ignoranz

Der Traum aller Kinder:

Charlies Abenteuer mit dem

grandiosen Schokoladenfabrikanten

Willy Wonka

Ein mäusekleiner Held

mit Riesenmut besiegt

85 oberfiese Hexen

Mit farbigen Illustrationen von

Quentin Blake

EINE ZEITLOSE magie

Ab 8 Jahren

ca. € 16,50 [A]

Der brillante Meister­Dieb

triumphiert mit Mut, Witz und

sprühender Intelligenz

James und seine krabbeligen

Freunde halten zusammen

in allen tollkühnen Abenteuern

Klein gegen groß, schlau

gegen doof: Wie die Tiere die

fiesen Trottels austricksen

ROaLd daHl FÜR DIE KLEINSTEN!

ROaLd daHl ZUM HÖREN

Ab 8 Jahren

€ 18,50 [A]

Bilderbuch

ab 4 Jahren

15,50 [A]

Pappbilderbuch

ab 2 Jahren

€ 11,40 [A]

* = unverbindliche Preisempfehlung

©2022 RDSC / QB.

Gelesen von

Heike Makatsch

Gelesen von

Matthias Mattschke

Gelesen von

Christoph Maria Herbst

Ein Bilderbuch mit einer furiosen Kombination

von Text und Bild, das mit seinem Witz sowohl

Kinder als auch Eltern begeistern wird

Ideal für ein spielerisches

Erlernen der Farben

Lädt zum Entdecken der

Formen mit allen Sinnen ein

www.penguin-junior.de


Mit

den

besten

Empfehlungen:

In der kleinen Universitätsstadt

Jena stellt der wohl turbulenteste

Freundeskreis der deutschen

Geistesgeschichte, bestehend

unter anderem aus Goethe,

Schiller, Hegel und Schelling,

das Ich in den Mittelpunkt

seines Denkens. Es entsteht eine

Zerrissenheit zwischen dem

freien Willen des Individuums

und zerstörerischem Egoismus,

zwischen den Rechten

des Einzelnen und der Verantwortung

gegenüber der

Gesellschaft, was sich heute als

genauso schwierig wie damals

herausstellt.

Andrea Wulf:

Fabelhafte Rebellen

C. Bertelsmann Verlag, 528 S., € 30,90

Wie viel Erdmasse müsste

man umschichten, um 10 Kilo

abzunehmen? Würde eine

Schlange schweben, wenn sie

einen Heliumballon im Ganzen

verschluckte? Was wäre, wenn

man an einer Feuerwehrstange

vom Mond zur Erde rutschen

würde? – Diese und weitere

verrückte Fragen beantwortet

Randall Munroe in seiner

Fortsetzung zu What if –

Was wäre, wenn? auf genauso

wissenschaftliche wie kreative

Art und Weise. Wir freuen uns

auf viele neue absurde hypothetische

Fragestellungen!

Randall Munroe:

What if? 2

Pengiun Randomhouse Verlag,

416 S., € 18,50

Mit dieser Weltgeschichte der

sozialen Konflikte und Konstellationen

sowie der Lektion

in globaler Gerechtigkeit

liefert Thomas Piketty das eine

Ökonomie-Buch, das wirklich

jeder gelesen haben sollte. Mit

seinen Büchern rückt Piketty

das Thema der sozialen Ungleichheit

ins Zentrum der

Debatte. Er zeigt Fortschritte

und die Mittel zur Erreichung

dieser auf. Und er benennt eine

wichtige Frage, welche in jeder

Generation gestellt werden

sollte: Schlägt sich ein neues

Kapitel der Gleichheit oder der

Ungleichheit auf?

Thomas Piketty:

Eine kurze Geschichte der Gleichheit

C.H. Beck Verlag, 264 S., € 25,70

Daniela und Roland Trettl

haben es wieder getan! Sie präsentieren

ihre neuen Lieblingsrezepte

aus der alpenländischen

und mediterranen Küche. Die

gemeinsamen Kochaktionen des

Ehepaars Trettl auf Instagram

und Facebook sind Kult und

vielfach kommentiert. Dani und

Roland wissen daher, welche

Rezepte besonders gut ankommen

und welche Extratipps

sich die Zuschauer*innen wünschen.

Zu jedem der persönlichen

Trettl-Lieblingsrezepte

gibt es eine exakte Zutatenliste

und leicht verständliche Steps

zur Zubereitung.

Daniela & Roland Trettl:

Kochen zu zweit – Band 2

Südwest Verlag, 208 S., € 25,70

Kein Thema könnte aktueller

sein als die Geschichte der

Ukraine, welche der Harvard-

Historiker Serhii Plokhy in ihrer

ganzen Dramatik und Mannigfaltigkeit

aufarbeitet. Im

Ukraine-Krieg geht es im Kern

auch um die Geschichtsdeutung

dieses Landes. Dieses Werk

zeigt deutlich die Hintergründe

des aktuellen Konflikts auf

und zeichnet ein genaues Bild

dessen, wie die Ukraine immer

wieder zum Spielball zwischen

West und Ost wurde, aber dabei

stets die eigene Identität bewahrte.

Serhii Plokhy:

Das Tor Europas

Hoffmann und Campe Verlag,

560 S., € 30,90

Greta Thunberg schafft mit

ihrem Klima-Buch ein unverzichtbares

Werkzeug für alle,

die sich für die Rettung unseres

Planeten einsetzen wollen. Sie

holt sich dabei Expertise aus

den verschiedensten Bereichen

der Wissenschaft und zeigt

Wege auf, wie man das Leben

auf dem Planeten für die

Zukunft sichern kann – auch,

wenn das nach einer beinahe

nicht zu bewältigenden Aufgabe

klingt. Die Konklusion: Wir

müssen etwas tun. Und zwar

jetzt.

Greta Thunberg:

Das Klima-Buch

S. Fischer Verlag, 512 S., € 37,70

48

Wagner’sche.

Das Heike monogatari ist

ein zentrales Werk der mittelalterlichen

japanischen Literatur

und von größter Bedeutung

für die Kulturgeschichte Japans.

Vom buddhistischen Zeitgeist

geprägt, spiegelt das Epos

die politischen Umbrüche des

12. Jahrhunderts wider, als die

Macht vom Kaiserhaus und

dem Hofadel unwiederbringlich

auf den Samurai-Kriegerstand

überging. Der als Standardfassung

geltende Text erscheint

nun im Reclam-Verlag.

Akashi Kakuichi:

Heike monogatari

Reclam Verlag, 848 S., € 82,30

50 Jahre nach dem ersten

Queen-Konzert erzählt Stephan

Rehm Rozanes die Geschichte

hinter der Band: Er portraitiert

die Mitglieder und gibt Einblick

in ihr Songwriting. Die Grenzen

sprengende Ästhetik und

Innovationskraft von Queen

spielen dabei genauso eine Rolle

wie die von ihnen ausgelösten

Skandale und Kontroversen.

Eines ist gewiss: Queen werden

ihr Publikum auch weiterhin in

Atem halten.

Stephan Rehm Rozanes:

The Show Must Go On

Reclam Verlag, 300 S., € 28,80

Der Wald der Alpen hat unzählige

Facetten: Er ist Lebensraum,

Ressource, Schutz,

Speicher, Erholungsraum.

So vielfältig wie die Flora und

Fauna sind auch die Protagonisten,

die mit unserem Holz

arbeiten: der Köhler, der die

Energie des Waldes seit Jahrhunderten

nutzbar macht, der

Architekt, der mit den Hölzern

dieses Waldes Wohnraum

schafft, oder der Instrumentenbauer,

der im Alpenwald

klangvolle Hölzer findet – sie

alle kommen zu Wort und berichten

vom Leben im und mit

dem alpinen Wald.

Eduard Hochbichler:

Der Alpenwald

Benevento Verlag, 360 S., € 78,00

Paul Lendvai liefert in seiner

messerscharfen Analyse über

die politische Geschichte

Österreichs eine zwiespältige

Bilanz. Dabei schlägt er den

Bogen von den Habsburgern,

Persönlichkeiten wie Bruno

Kreisky und Wolfgang Schüssel

über den Aufstieg und den Fall

der FPÖ bis hin zum Ukraine-Krieg

und der damit zusammenhängenden

Gaskrise. In

dem Buch bringt er Vergangenheit

und Gegenwart zusammen

und erklärt, was wir aus der

Geschichte lernen können.

Paul Lendvai:

Vielgeprüftes Österreich

Ecowin Verlag, 312 S., € 26,00

Weidemond, Heumond,

Erntemond: Althergebrachte

Monatsnamen erzählen noch

heute von der Bedeutung des

Mondes im bäuerlichen

Jahreskreis. Wann wird am

besten Holz geschlagen, die

Wäsche gewaschen oder die

Saat ausgetragen? Die Mondphasen

Tierkreis galten seit

jeher als Wegweiser in alltäglichen

Fragen. Ein Buch, das

von altbewährter Handwerkspraxis

im Zeichen des Mondes

erzählt, vom traditionsreichen

Wissen unserer Vorfahren und

von einem Leben im Einklang

mit der Natur.

Christoph Frühwirth:

Der Mond und wir

Servus Verlag, 160 S., € 22,00

In diesem Buch werden

Konzepte beschrieben, wie die

Versorgung mit Wärme, Mobilität

und Strom aussehen sollte,

um bis 2040 gänzlich aus den

fossilen Energien auszusteigen.

Diese Konzepte beziehen sich

auf die EU und im Detail auf

Österreich. Die vorgeschlagene,

tiefgreifende Transformation

des Energiesystems ist möglich,

die Sonne strahlt mehr als genug

Energie ein, die Technologien

sind hoch entwickelt. Daher will

das Buch Optimismus, Tatkraft

und Zuversicht stärken.

Heinz Gabriel Kopetz:

Mit der Kraft der Sonne

Braumüller Verlag, 416 S., € 26,60


War die Krawatte früher nicht

aus der täglichen Garderobe

wegzudenken, fristet sie heute

häufig ein einsames Dasein in

Schränken. Und dennoch ist

eine jede Krawatte ein Zeuge:

der Persönlichkeit ihres Trägers

oder ihrer Trägerin, der Zeit,

der sie entstammt, von Erlebtem

und Erlittenem.

Helfer und Köhlmeier lassen

sich von Krawatten aus der

Sammlung von Gerald Matt

inspirieren und erzählen deren

Geschichten – so elegant und

vielfältig wie das Bekleidungsstück

selbst.

Helfer Monika, Köhlmeier Michael:

Das Leben der Krawatten

Brandstätter Verlag, 176 S., € 36,00

Beste Produkte von kleinen,

traditionellen Produzenten sind

die Grundlage des Restaurants

in Werfen. Jeden Tag aufs Neue

komponieren Rudi Obauer und

sein Team daraus einzigartige

kulinarische Meisterwerke.

Wichtige Voraussetzung für das

Gelingen: erstklassige Kochkunst.

In diesem Buch, mit

seinen großartigen Bildern, gibt

Rudi Obauer Einblicke in seine

Profi-Küche, was ihm beim Kochen

wichtig ist und vor allem:

wie man auch zu Hause diese

wunderbaren Rezepte nachkochen

kann.

Rudolf Obauer:

Total Obauer!

Gräfe & Unzer Verlag, 288 S., € 32,90

Warum leben Frauen länger

als Männer? Wieso erkranken

sie seltener an Herzinfarkt und

weniger schwer an Covid-19? Ist

der weibliche Körper robuster,

weil er seit Anbeginn oft mehr

als einen Organismus ernähren

musste? Der legendäre Wiener

Gynäkologe Professor Johannes

Huber stellt sich in zehn Kapiteln

diesen Fragen und vielen

mehr. Mit archäologischem

Forschungseifer deckt er über

Jahrtausende

entstandene Besonderheiten

des evolutionären Wunderwerks

Frau auf.

Johannes Huber:

Wunderwerk Frau

Gräfe & Unzer Verlag, 192 S., € 22,90

Michael Lehofer staunt immer

wieder, wie wenig viele Menschen

darüber wissen, wie

eine Liebesbeziehung ‚geht‘.

Da Liebe und Partnerschaft

so komplex sind, gibt es keine

allgemeingültigen Regeln. Was

tun? Der Autor befragt unter

anderem die Soziologie und die

Neurobiologie und mischt sie

mit den Erfahrungen aus seiner

Praxis. In 40 Thesen bringt er

sie mit liebevollem, gereiftem

und humorvollem Blick auf den

Punkt. Ein Buch, das

Beziehungen retten kann!

Michael Lehofer:

40 verrückte Wahrheiten über Frauen

und Männer

Gräfe & Unzer Verlag, 192 S., € 20,90

4,5 Milliarden Jahre nach seiner

Entstehung steht unser Planet

in seiner Blüte. Außergewöhnliche

Bedingungen waren die

Ursache dafür, dass wir eine

Vielfalt wunderbarer Landschaften

vorfinden. Michael

Martin hat sich auf die Reise

begeben und porträtiert die

ganze Schönheit der Erde.

Er schildert die faszinierende

Erdgeschichte von ihren

Anfängen bis heute, auch mit

Blick auf den Menschen, der

seit seinem ersten Auftauchen

in die Natur eingreift und inzwischen

seine eigene Lebensgrundlage

gefährdet.

Michael Martin:

Terra

Knesebeck Verlag, 448 S., € 77,00

Tirol war über Jahrhunderte

ein bedeutendes Bergbauzentrum

Europas. Der Aufstieg

der Habsburger unter Kaiser

Maximilian I. wäre ohne den

Tiroler „Bergsegen“ unmöglich

gewesen. Aufgelassene Stollen

und Halden, aber auch repräsentative

Bauten wie das Goldenes

Dachl und die Hofkirche in

Innsbruck zeugen bis heute von

dieser erzreichen Zeit. In diesem

reich bebilderten Werk werden

alle Bergreviere des historischen

Tirol in ihrer geschichtlichen

Entwicklung vorgestellt.

Neuhauser Georg u.a.:

Bergbau in Tirol

Tyrolia Verlag, 300 S., € 34,00

In ihrem neuen Buch widmet

sich Michaela Thöni-Kohler 80

einheimischen Räucherpflanzen

aus Wald, Wiese und Garten,

beschreibt deren seelische und

körperliche Wirkung, informiert

über deren Verwendung in der

Volksheilkunde und gibt Tipps,

zu welchen Räuchermischungen

die jeweilige Pflanze am besten

passt. Anleitungen zu den

wichtigsten Räuchermethoden

machen das Buch zum idealen

Ratgeber. Die Vielzahl an vorgestellten

Räuchermischungen

sorgt für viele heilsame und

reinigende Momente.

Michaela Thöni-Kohler:

Räuchern in den Alpen

Tyrolia Verlag, 240 S., € 27,00

Woher hat die Pizza Margherita

ihren Namen? In welcher Stadt

wurde der berühmteste Nachtisch

Italiens erfunden? Und

was ist das rote Gold Italiens?

Mit diesem Buch entdecken Sie

die große Vielfalt der italienischen

Küche von den Alpen bis

nach Sizilien und verbessern

nebenbei Ihre Sprachkenntnisse.

Lernen Sie in zahlreichen Geschichten,

Dialogen, Interviews

viel Wissenswertes rund um

typisch italienischen Produkte

und Gerichte!

Italienisch:

Eine kulinarische Sprachreise

Langenscheidt bei PONS Verlag,

224 S., € 20,60

Warum wurde das Baguette erfunden?

Welches Missgeschick

führte zu einem der beliebtesten

Kuchen Frankreichs? Und

warum essen die Bretonen am

liebsten gesalzene Butter? Mit

diesem Buch entdecken Sie die

große Vielfalt der französischen

Küche von der Normandie bis

in die Provence und verbessern

nebenbei Ihre Sprachkenntnisse.

Lernen Sie in zahlreichen Geschichten,

Dialogen, Interviews

viel Wissenswertes rund um die

typisch französischen Produkte

und Gerichte!

Französisch:

Eine kulinarische Sprachreise

Langenscheidt bei PONS Verlag,

224 S., € 20,60

Mit diesem Buch entdecken

Sie die große Vielfalt der spanischen

Küche und verbessern

nebenbei Ihre Sprachkenntnisse.

Lernen Sie in zahlreichen Geschichten,

Dialogen, Interviews

viel Wissenswertes rund um

die typisch spanischen Produkte

und Gerichte! Vermeiden

Sie Fettnäpfchen auf Ihrer

nächsten Spanienreise, indem

Sie viel über die Traditionen

und Gepflogenheiten rund ums

Essen und Trinken erfahren!

In kleinen Übungen zu den

Texten und zum kulinarischen

Wortschatz erweitern Sie Ihre

Spanischkenntnisse.

Spanisch:

Eine kulinarische Sprachreise

Langenscheidt bei PONS Verlag,

224 S., € 20,60

Do it yourself gilt auch in

der Küche. Die Vorteile liegen

auf der Hand: Geschmack,

Frische, Nachhaltigkeit. Und

das Allerbeste daran: Es macht

eine Menge Spaß! Tagliatelle in

30 Minuten? Dazu muss man

kein Sternekoch sein.

Das Buch beinhaltet Rezepte

für Lebensmittel, die oft

fertig gekauft werden, weil sie

vermeintlich schwierig herzustellen

sind. Die Foodbloggerin

Annalena Ganner möchte

zeigen, wie vieles Sie zu Hause

selbst machen können – keine

Zusatzstoffe, weniger Müll und

Bomben-Geschmack.

Annalena Ganner:

Alles selbst gemacht

Athesia Buch Verlag, 128 S., € 25,00

Leistungsdruck setzt vielen

Kindern und Jugendlichen zu.

Für alle, die Kinder auf ihrem

Lebensweg begleiten, ist es eine

Herausforderung, die Balance

zwischen entwicklungsförderlicher

Anregung, Unterstützung

und entspannten Zutrauens

zu finden. Heike Torggler gibt

Einblick in ihre Arbeit und

persönlichen Erfahrungen. Sie

spricht offen, heiter aber auch

kritisch aus, was viele Eltern

erleben. Sie zeigt Wege auf, wie

wir unsere Jüngsten vor zu viel

Leistungsdruck schützen und

mental stärken können.

Heike Torggeler:

Kindsein ohne Druck

Athesia Buch Verlag, 160 S., € 19,90

Schätzungen zufolge leiden

weltweit etwa 350 Mio. Menschen

unter einer Depression.

Aus Schamgefühl, Verdrängung

oder Unwissenheit suchen viele

Betroffene keinen Arzt auf.

Viele davon sind sich deshalb

nicht sicher, ob sie unter der

Erkrankung leiden. Dieses

Buch klärt über die Krankheit

auf. Dr. Roger Pycha ist langjährig

als Psychiater tätig und

teilt seine Expertise: von den

Ursprüngen der Erkrankung

über Kennzeichen und Symptome

bis hin zu Hilfen und

Psychotherapie.

Roger Pycha:

Depression – viel mehr als Traurigkeit

Athesia Buch Verlag, 320 S., € 22,00

Der Kochbuch-Klassiker von

Anneliese Kompatscher und

Tobias Schmalzl: Spinatspatzln,

Vollkorntagliatelle, Rohnennocken,

Risotto und Rindsschulternahtl:

Die renommierte

Kochbuchautorin und der

erfahrene Koch präsentieren

Klassiker der Südtiroler Küche,

raffiniert verfeinert und zum

Nachkochen in einfache Rezepte

verpackt. Das handliche

Kochbuch versammelt rund 70

Rezepte für kalte und warme

Vorspeisen, leichte Fleisch- und

Fischgerichte sowie verführerische

Desserts.

Anneliese Kompatscher, Tobias Schmalzl:

Südtirols Küche raffiniert einfach

Folio Verlag, 160 S., € 18,00

60 tote Frauen in den Jahren

2020 und 2021. So sieht die

traurige Statistik aus, weshalb

Österreich immer wieder als

„Land der Femizide“ bezeichnet

wird. – Yvonne Widler

berichtet seit vielen Jahren über

Frauenmorde – und will Antworten.

Wer sind die Täter und

was haben sie gemeinsam? Wie

muss wirksamer Gewaltschutz

in Beziehungen für Frauen

konzipiert sein? Wo liegen

die Wurzeln der Misogynie in

Österreich? Und vor allem: Wo

ansetzen im Kampf gegen systemische

Gewalt gegen Frauen?

Yvonne Widler:

Heimat bist du toter Töchter

Kremayr & Scheriau Verlag,

256 S., € 24,00

1972 erschütterte der erste

Bericht an den Club of Rome

die Fortschrittsgläubigkeit der

Welt. Zum 50-jährigen Jubiläum

blicken Forschende abermals

in die Zukunft – und legen

ein Genesungsprogramm für

unsere krisengeschüttelte Welt

vor. Der aktuelle Bericht liefert

eine politische Gebrauchsanweisung

für fünf wesentliche

Handlungsfelder, in denen mit

kleinen Weichenstellungen

große Veränderungen erreicht

werden können. Wer wissen

will, wie sich eine gute Zukunft

realisieren lässt, kommt an

Earth for All nicht vorbei.

Club of Rome (Hrsg.):

Earth for All

OEKOM Verlag, 256 S., € 25,70


Mit

den

besten

Empfehlungen:

Toni ist ein Antiheld wie er

im Buche steht, im wahrsten

Sinne. Er ist mit allem durch

und hängt nicht an seinem

Leben, nur seinen Hund liebt er

abgöttisch. Toni beschließt also

seinem Leben in genau einem

Jahr, 365 Tagen ein Ende zu setzen.

Wir begleiten in bei dieser

Reise in 365 Kapiteln, lernen

seine Familiengeschichte und

auch die Geschichte Spaniens

kennen. Dieser Roman ist irre

lustig und tieftraurig, vor allem

aber steckt er voller Herzenswärme.

Und wer weiß, vielleicht

überlegt es sich Toni am Ende

doch noch … Carmen Schwarz

Fernando Aramburu:

Die Mauersegler

Rowohlt Verlag, 832 S., € 28,80

Der Sog der See, das Schlagen

der Wellen, das Rauschen des

Wassers. Seit Generationen

lebt die Familie Sander auf der

Nordseeinsel; beständig wie

das Meer. Doch die Zeit lässt

auch den stärksten Felsen in der

Brandung bröckeln. Fremde,

die die in ihren Augen raue

Inselkultur romantisieren, blind

gegenüber dem eigentlichen

Leben der Inselbewohner. Man

möchte den Schreibstil fast

als melancholisch-nostalgisch

bezeichnen, verliert sich in der

Sprache, taucht ein in diese

wunderbare Familiengeschichte.

Klaudia Grünfelder

Dörte Hansen:

Zur See

Penguin Verlag, 256 S., € 24,70

Nun ist die großartige Satire

von David Schalko als TB zu

haben. Ein hinterlistiger und

hintersinniger Abgesang auf die

Alpenrepublik vor der pittoresken

Kulisse von Bad Regina.

Das kann schnell entlarvt

werden, man könnte u.a. davon

ausgehen, dass es in China

nachgebaut wurde. Hier allerdings

versucht ein Chinese den

Ort aufzukaufen. Doch ein von

Gicht geplagter Einheimischer

wehrt sich, versucht herauszufinden,

was der Chinese mit Bad

Regina vorhat und erlebt eine

böse Überraschung …

Robert Renk

Davin Schalko:

Bad Regina

KiWi Verlag, 400 S., € 14,40

Die Einladung zur Gedenkfeier

von August versetzt die Schriftstellerin

Asta unwillkürlich

zurück in ihre Studentinnenzeit.

Ihre Arbeit am zweiten

Roman wird plötzlich durch

Erinnerungen unterbrochen.

Gespräche und Nachrichten

zwischen Asta und ihrer besten

Freundin Mai sowie dem verstorbenen

August poppen auf.

Unprätentiös steigt man so

direkt in die Geschichte ein.

Die kurze Form führt zu spannenden

Textüberlagerungen.

Herrlich ungeschönte Direktheit

in Astas Gedankenwelt.

Starke Emotionen. Katharina J.

Ferner

Tina Høeg:

Tour de Chambre

Droschl Verlag, 304 S., € 25,60

Als Ivory 1910 mit ihrem Vater

zu einer Safari nach Afrika aufbricht,

weiß sie noch nicht, dass

es für immer sein soll. Sie verliebt

sich nicht nur in das Land,

deren Kultur und Tierwelt,

sondern auch in den attraktiven

Großwildjäger Adrian. Auf

der Farm ist sie glücklich und

vermisst nichts, bis ihr Mann

in den Krieg zieht. Sie kämpft

mit den Eingeborenen ums

Überleben und entwickelt eine

neue Geschäftsidee. Einer der

bildreichsten Romane, den ich

in letzter Zeit gelesen habe: man

bekommt Lust auf Afrika.

Andrea Scheiber

Christina Rey:

Ein kleines Stück von Afrika

Lübbe Verlag, 416 S., € 16,99

Manuel Rubey gibt Einblicke

in sein Tourleben. Wiederum

gespickt mit Musik- und Lesetipps,

mit wunderbar Anekdotischem

führt er uns durch die

Provinz Österreichs. Insgesamt

99 Orte hat Manuel Rubey

im Zuge seiner musikalischen

Lesereise österreichweit besucht

– mindestens ebenso viele

Erinnerungen hat er mit nach

Hause gebracht. Sehr lustig,

aber auch nachdenklich ist dieses

wunderbare Buch zu lesen.

Denn weder sein soziales und

politisches Engagement noch

seine Depressionen verheimlicht

Rubey. Lesenswert! Robert Renk

Manuel Rubey:

Der will nur spielen

Molden Verlag, 192 S., € 25,00

52

Wagner’sche.

Wie viel wissen wir tatsächlich

über unsere eigene Familiengeschichte?

Shelly Kupferberg

findet am Dachboden ihrer

Großeltern alte Briefe und

Fotographien aus dem Leben

ihres Urgroßonkels und führt

uns anhand dieses eindringlichen

Lebensportraits die

Schrecken des Nationalsozialismus

vor Augen. Der in Galizien

geborene Isidor bringt

es in Wien zu Wohlstand und

Ansehen, bevor die Nationalsozialisten

immer mehr Macht

gewinnen. Kupferberg erzählt

mit klarer Sprache von Verlust

und Grausamkeit. Klaudia Grünfelder

Shelly Kupferberg:

Isidor. Ein jüdisches Leben

Diogenes Verlag, 256 S., € 24,70

Im neuen Roman der Wortakrobatin

und Poetryslamerin

Mieze Medusa geht es um Frauen.

Frauen in all ihren Facetten,

was sie antreibt, wovon sie

träumen, womit sie strugglen,

was über sie geredet wird. So

zum Beispiel die Alpenkitsch

verachtende Laura, der nichts

ferner liegt als Schiefahren.

Oder Fred, die sich mit 40 in

keine Schublade stecken lassen

will und viele mehr. Eines

zeigen sie uns beim Lesen mit

aller Wucht: Frauen dürfen alles

sein, dürfen alles wollen, dürfen

alles werden! Carmen Schwarz

Mieze Medusa:

Was über Frauen geredet wird

Residenz Verlag, 256 S., € 25,00

Ein Vorwort von Elfriede

Jelinek hat nicht jeder Roman

vorzuweisen. Da muss es

schon was besonderes sein. Ist

es auch! Exner beschreibt in

ihrem Debüt in 49 Kapiteln

dicht eine Zwangsräumung an

der sechs Personen (naja, eine

ist ein Geist) in einer papierüberladenen

Wiener Altbauwohnung

aufeinander treffen.

Das Reale trifft auf Gier & Kapitalöismuskritik,

auf Neid &

Verständnis und auf das Schöne

& Besorgniserregende, wenn

man etwas besitzt. Ein vielschichtiges

Buch über Haben

und Nicht-Haben. Robert Renk

Lisbeth Exner:

Realitätenhandlung

Elster & Salis Verlag, 148 S., € 18,50

Kordić pflanzt uns den Geruch

eines deutschen Hinterhofes

in die Nase, während er den

Protagonisten vom rebellischen,

gescheiten Jugo-Teenie zum

rebellischen, gescheiten Jugo-

Studenten wachsen lässt, der

sich auch noch in eine viel

ältere Frau verguckt. Das Buch

trägt den falschen Titel. Jahre

ohne Marta wäre der richtige,

denn es geht um das Dazugehören,

ohne es jemals zu

können. Bonustrack: Schönste

Szene von Geschwisterliebe

aller Zeiten! Agnes Czingulszki

Martin Kordić:

Jahre mit Martha

S. Fischer Verlag, 286 S., € 24,00

Historisch akkurat und perfekt

recherchiert! Karen Duve

zeichnet ein Portrait über die

Kaiserin, wie man sie vielleicht

noch nicht in der Literatur gesehen

hat: Frei, ausgelassen und

voller Lebensfreude nimmt Sisi

an Reitjagden auf ihrem Schloss

in Ungarn teil und gewinnt so

die Bewunderung von Rennreiter

Bay Middleton. Mit der

Ankunft von Sisis Nichte Marie

auf Schloss Gödöllö beginnen

die ersten Intrigen und Verstrickungen.

Ein einzigartiger

Roman über Sisi, der in keinem

Regal fehlen darf! Klaudia Grünfelder

Karen Duve:

Sisi

Galiani Berlin Verlag, 416 S., € 26,80

Nach 25 Jahre ist endlich der

7. Band der Waringham Saga

am Markt. England 1238: die

junge Adela wird mit einem

Ritter verheiratet, obwohl sie

schon seit langem einen anderen

liebt. Sie sind zusammen

aufgewachsen, beste Freunde

und als der Krieg ausbricht

vergessen sie einander nicht.

Opulent wie wir es von Gabel

gewohnt sind, tauchen wir in

diese Welt ein. Der Schreibstil

unterscheidet sie diesmal zu den

anderen Bücher, die Sprache ist

besonders ausgefeilt. Alles in

allem ein wunderbares Lesevergnügen.

Andrea Scheiber

Rebecca Gable:

Drachenbanner

Lübbe Verlag, 928 S., € 32,50


Mechthild Borrmanns neuer

großer Spannungsroman: Als

die Anwältin Cara in den Besitz

von Feldpost-Briefen aus dem

2. Weltkrieg kommt, beginnt

sie zu recherchieren und stößt

auf eine verbotene Liebe und

ein Geheimnis um eine Villa in

Kassel. Basierend auf wahren

Lebensgeschichten: Borrmann

versteht es, Figuren zu schaffen,

die mit den Leser*innen

resonieren und sie tiefer und

tiefer in diesen meisterhaft

recherchierten zeitgeschichtlichen

Roman voller Schuld,

Verrat und Liebe zu ziehen.

Klaudia Grünfelder

Mechthild Borrmann:

Feldpost

Droemer/Knaur Verlag,

304 S., € 23,70

Eine sehr schöne, ebenso traurige

wie warmherzige Familiengeschichte

über ein Aufwachsen

in einer bayrischen Kleinstadt,

in der eine deutsch-ägyptische

Herkunft etwas Exotisches

war, zwischen München, New

York und dem Nildelta und den

Bruder André, der im Sterben

liegt. Annabel Wahba stellt die

universelle Fragen: „Was ist es,

das uns prägt? Und was bleibt,

wenn ein Leben viel zu früh zu

Ende geht?“ Eine Tausendundeine-Nacht-Geschichte

aus der

bayrischen Provinz. Robert Renk

Annabel Wahba:

Chamäleon

Eichborn Verlag, 288 S., € 23,70

Im mittlerweile zweiten Roman

Dirk Stermanns stellt sich der

Protagonist Dirk Stermann

dem Konflikt zwischen Familie

und Showbiz. Er braucht einen

Babysitter und entscheidet

sich auf anraten seiner Freunde

für einen Joseph Roth zitierenden

Ukrainer. Mit einem hohen

Maß an Selbstironie schafft

es die Scheinautobiografie

und Gesellschaftssatire ein

sehr unterhaltendes und

teilweise auch rührendes Bild

dieses etwas anderen Helden

zu zeichnen. David Schranz

Dirk Stermann:

Maksym

Rowohlt Verlag, 320 S., € 24,30

Nach 52 Jahren Schreiben liege

die perfekte Novelle immer

noch außer Reichweite, erklärte

Erfolgsautor Ian McEwan

anlässlich des Erscheinens von

Lektionen, einem Werk, das

acht Jahrzehnte umspannent.

Kuba-Krise, Tschernobyl,

Mauerfall etc. sind sowohl

historische Ereignisse als auch

Landmarken im Leben von Roland

Baines. Dreh-und Angelpunkt

dabei ist seine Klavierlehrerin

Miriam Cornell, die

er fürchtete, dennoch begehrte

und schließlich auch lieben

durfte. Kein perfekter Roman?

Typisches britisches Understatement!

Andreas Hauser

Ian McEwan:

Lektionen

Diogenes Verlag, 720 S., € 32,90

Gewohnt derb ist der Einstieg

in Kurt Palms neuen Roman,

in welchem er toxische Männlichkeit

in den Mittelpunkt

stellt. Drei zentrale Figuren,

deren Wege sich langsam und

unaufhaltsam aufeinander

zubewegen. Gewalt, Untreue,

Aussichtslosigkeit: Dieser

Mahlstrom an Ereignissen wird

immer dichter, zieht sich immer

enger. Als Leser*in blickt man

gespannt der unvermeidlichen

Katastrophe entgegen, während

man Seite um Seite verschlingt,

in der Hoffnung, dass sich doch

noch alles zum Guten wendet.

Klaudia Grünfelder

Kurt Palm:

Der Hai im System

Leykam Verlag, 304 S., € 23,50

Bhanu ist bald sechzig Jahre alt

und legt uns Schicht für Schicht

ihr Leben dar. Nach dem

frühen Tod der Mutter und dem

Verschwinden des Vaters bei

den Großeltern aufgewachsen,

findet sie Trost und Schönheit

in der Poesie, aber auch in der

Liebe zu Deek. Diese findet

ein jähes Ende als die Familie

nach Großbritannien zieht.

Als Bhanu erfährt, dass Deek

verheiratet ist, willigt sie selbst

einer Ehe mit Hiten ein. Mit

viel Selbstironie gewürzt dürfen

wir Bhanu beim Zweifeln an

ihrem Leben über die Schulter

schauen.

Carmen Schwarz

Preethie Nair:

Die Freischwimmerin

Droemer Verlag, 304 S., € 22,70

Nach Kaffee und Zigaretten

nun der zweite Erzählband von

Ferdinand von Schirach, in dem

er private Erlebnisse in bestechendem

Stil zu Erzählungen

veredelt. Diesmal gegenwärtiger

erfährt man vor allem vieles

über seine Reisen und Lesungen.

Es sind kurze Geschichten

über die Dinge, die unser

Leben verändern, über Zufälle,

falsche Entscheidungen und

die Flüchtigkeit des Glücks.

Schirach erzählt von der Einsamkeit

der Menschen, von der

Kunst, der Literatur, dem Film

und immer auch von der Liebe.

Robert Renk

Ferdinand von Schirach:

Nachmittage

Luchterhand Verlag, 176 S., € 22,70

Der Einstieg in die Erzählung

war so kribblig wie der Abend,

den Malia mit ihrem Mann im

Waipi’o Valley auf der Ladefläche

des Pick-ups unter freiem

Sternenhimmel verbrachte. Die

dreifache Mutter spricht davon,

dass in jener Nacht ihr besonderer

Junge gezeugt wurde.

Multiperspektivisch wird die

Geschichte der Familie erzählt,

mal spricht das vermeintliche

Wunderkind Nainoa, mal sein

Bruder oder seine Schwester.

Und immer stehen die Geschwister

im Schatten des

Bruders oder im Schatten

ihrer selbst Evelyn Unterfrauner

Kawai Strong Washburn:

Haie in Zeiten von Erlösern

Luchterhand Verlag, 448 S., € 22,70

Der Roman – Finale einer lose

gesponnenen Trilogie – erzählt

von der deutschen Nachkriegszeit

durch einen ebenso

berührenden wie verstörend

genauen Blick in die vermeintlich

gewöhnlichen Biografien

eines Bauern und seiner Frau.

Sie steht im Mittelpunkt der

Geschichte, schwer kriegstraumatisiert,

verzweifelt und

wütend, aber auch lebenshungrig.

Rothmann schafft

außergewöhnliche Literatur

von auffälliger Intensität, die

die Verheerungen einer menschlichen

Existenz freilegt.

Robert Prosser

Ralf Rothmann:

Die Nacht unterm Schnee

Suhrkamp Verlag, 304 S., € 24,70

Ein Roman, der in einer Buchhandlung

auf 1700 Metern

Höhe spielt, kann kein schlechter

sein. Wenn er dann auch

noch von Heinrich Steinfest

geschrieben wird, dann darf

man sich auf wundervolle

Figurenzeichnungen, einen

wärmenden Plot im November

im Hochgebirge und viele

hochplausible Skurrilitäten

einstellen. So auch hier, wo

sich ein halberfrorener Mann

ohne Namen und Gedächtnis,

gerettet und bekocht von einer

Bergbuchhändlerin, Stück für

Stück erinnert … Robert Renk

Heinrich Steinfest:

Der betrunkene Berg

Piper Verlag, 240 S., € 22,70

In zehn Erzählungen entführt

Lily King ihre Leser*innen in

verschiedenste Lebenswelten.

Mit feiner Spitze beobachtet

sie zwischenmenschliche Beziehungen.

Leicht fließen literarische

Klassiker der englischen

Literatur zwischen die Zeilen.

Trotz häufiger Situationstragik

liegt ein humorvoller, sanfter

Ton in den Texten. Wir erfahren

von ersten Liebesgefühlen einer

Jugendlichen, Mutter-Tochter

Konflikten, lustvollen Begegnungen.

Die starken Figuren

machen das Lesen zu einem besonderen

Genuss. Katharina J. Ferner

Lily King:

Hotel Seattle

C.H. Beck Verlag, 252 S., € 24,70

Ein dystopisches Amerika, das

erschreckend viele Parallelen

zu unserer Zeit aufweist. Birds

Leben wird von PACT (Preserving

American Culture and

Tradition Act) bestimmt, einer

Reihe von Gesetzen, die sich

gegen alles „asiatische“ richten.

Auf der Suche nach seiner

Mutter, die (ungewollt) zu einer

Stimme des Widerstands wurde,

erkennt er, was wirklich hinter

den, für ihn zunächst nachvollziehbaren,

Regeln steckt.

Ein herzergreifendes Buch

über Familie, Rebellion und die

Bedeutung von Geschichten.

Jacqueline Falkner

Celeste Ng:

Unsere verschwundenen Herzen

DTV Verlag, 400 S., € 26,30

Der Graubündner Arno Camenisch

ist mehr als die Hälfte

des Jahres auf Lesetour. Und

fesselt sein Publikum zwischen

Tavanasa und Hong Kong, zwischen

Leukerbad und Buenos

Aires, zwischen Krems und N.Y.

Das hat mit seiner Sprache und

seinem Vortrag zu tun. Und nur

selten ergibt sich so zwingend

schön diese Einheit. Darum

folgt man ihm gerne in seine

Nullerjahre, als er in seinen

Zwanzigern war, sein Leben auf

den Kopf stellte und über die

Kontinente zog, die Sorgen fern

waren und das Leben um die

Liebe kreiste. Robert Renk

Arno Camenisch:

Die Welt

Diogenes Verlag, 138 S., € 22,70

Josef Škvorecký ist 2012 in

Kanada gestorben. Geboren

wurde er 1924 in der Teschechosklowakei.

Vaclav Havel

verlieh ihm 1990 den Orden

des weißen Löwen, die höchste

staatliche Auszeichnung der

Tschechischen Republik. 1982

wurde er für den Nobelpreis

vorgeschlagen. Der Braumüller

erweckt eine literarische Kostbarkeit

aus dem Vergessen. Der

siebenarmige Leuchter bringt

sieben blutvolle Erzählungen

aus der untergegangenen tschechisch

jüdisch deutschen Welt

mit eindringlich erzählten Figuren

und Ereignissen. Für jeden

Leuchter eine. Erwin Riedesser

Josef Škvorecký:

Der siebenarmige Leuchter

Braumüller Verlag, 192 S., € 24,00

Diese wundersame Geschichte

beginnt 1947 am Bodensee. Der

Nationalsozialismus ist zu Ende,

aber nicht in den Köpfen der

Menschen dort. Buchhändlerin

Emilie Reber war in der Résistance

und kämpft nun gegen

diese Einstellung. Zwei Frauen,

die ihre Mitstreiterinnen und

Freundinnen werden, helfen ihr.

Am Ende des Buches friert der

See komplett zu. „Seegfrörne“

heißt dieses Jahrhundertereignis.

Das eisige Schweigen gegen

die drei Frauen wird aufgebrochen,

die Oberfläche des

schwäbischen Meeres friert zu.

Erwin Riedesser

Patrick Tschan:

Schmelzwasser

Braumüller Verlag, 336 S., € 25,00

Der Titel Matrix führt etwas in

die Irre, spielt der Roman doch

im tiefen Mittelalter und führt

uns in ein finsteres Kloster in

einen dunklen Teil Englands.

Dort landet Marie, groß und

ungelenk und nach allgemeiner

Ansicht ungeeignet für Ehe und

höfische Leben, verstoßen von

Königin Eleonore von Aquitanien.

Ausgerechnet sie, die aus

einer Familie von Kriegerinnen

stammt und alles andere als

fromm ist. Doch Marie lässt

sich nicht unterkriegen und

findet Möglichkeiten von weltlichem

Einfluss und Wohlstand.

Robert Renk

Laura Groff:

Matrix

Claasen Verlag, 320 S., € 24,70


Eines Tages verschwindet der

dreijährige Harry, in der kleinen

Stadt Tall Oaks Kalifornien.

Die Mutter hat über Kamera

beobachtet, wie er von einem

Mann mit Clownsmaske aus

seinem Kinderbett entführt

wird. Die Polizei hat weder

Hinweise noch eine Lösegeldforderung,

und schließt die

Akte. Nur der Polizist Jim

ermittelt weiter. Verschiede

Charaktere und die Geheimnisse

der Bewohner stehen im

Vordergrund des Romans, nicht

nur die Ermittlung. Ein spannendes,

abwechslungsreiches

und emotionales Buch.

Andrea Scheiber

Chris Whitaker: Was auf das Ende folgt

Piper Verlag, 400 S., € 23,90

Ana Schnabl schildert ein ungleiches

Liebespaar vor dem

Hintergrund der Katastrophe,

auf die Jugoslawien nach Titos

Tod zusteuert. Adam, Literaturprofessor

der sich an einem

Roman versucht und Ana, ambitionierte

Verlagsredakteurin

und zugleich Informantin des

nationalen Sicherheitsdienstes.

Im Laufe der Arbeit stürzen sie

sich in eine intensive Liebesbeziehung.

Während Adam für

die Unabhängigkeit Sloweniens

brennt, ist Ana hin- und hergerissen

zwischen Persönlichem

und dem Pakt mit der dunklen

Seite des Systems. Robert Renk

Ana Schnabl: Meisterwerk

Folio Verlag, 208 S., € 22,00

Nach Jahren in Wien hat

Maria die Tierpräparations-

Werkstatt ihres verstorbenen

Onkels nahe Kitzbühel übernommen.

Dass sie von den

ansässigen Jägern als Frau

in diesem Beruf nicht ernst

genommen wird, macht die

Rückkehr nach Tirol zu ihrer

Tante Hella nicht einfach. Als

Maria für eine Hotelerbin einen

Chihuahua in Rekordzeit ausstopft

und eine alte Bekannte

auftaucht, überschlagen sich die

Ereignisse. Hager erzählt spannend

und witzig davon, wie ihre

drei Romanheldinnen die Enge

Tirols sprengen. Martin Fritz

Elisabeth R. Hager:

Der tanzende Berg

Klett-Cotta Verlag, 256 S., € 22,70

Sechzehn Jahre nach seinem

Weltbestseller Die Straße

kehrt Pulitzer-Preisträger

Cormac McCarthy zurück mit

dem ersten Teil seines zweibändigen

Meisterwerks. Er

handelt von Bobby Western,

einem Bergungstaucher mit

Tiefenangst. Im Wrack einer

Jet Stars findet er neun festgeschnallte

Leichen. Es fehlen:

der Flugschreiber und der

zehnte Passagier. Bald mehren

sich die Zeichen, dass Bobby in

etwas Größeres geraten ist. Er

wird verfolgt, von skrupellosen

Männern und den Erinnerung

an seinen Vater. Robert Renk

Cormac McCarthy:

Der Passagier

Rowohlt Verlag, 528 S., € 28,80

Sprache hat Macht. Das stellt

Anna Kim in dieser auf wahren

Begebenheiten beruhenden Geschichte

über einen Jungen und

die Frage seiner Abstammung

in den 1950er-Jahren in den

USA eindrucksvoll unter Beweis.

Von unchristlichen Sünden

über Adoption bis hin zur strikten

Rassentrennung skizziert

dieser Roman unangenehme

Wahrheiten, die an Relevanz bis

heute kaum eingebüßt haben.

Ein eindringliches, tabuloses

Buch über das Leben und Lebenlassen

zwischen Rassismus

und Identitätssuche. Jenni Zeller

Anna Kim:

Geschichte eines Kindes

Suhrkamp Verlag, 220 S., € 23,70

Wer Das Land der Anderen

gelesen hat, wird sich nun

schon riesig auf diese Fortsetzung

freuen. Aïcha kehrt

nach vier Jahren Medizinstudium

in Straßburg nach

Marokko zurück. Die Farm

ihres Vaters läuft gut, die

Familie allerdings ist komplett

zerrissen. Der Bruder ist in eine

Hippiekommune geflüchtet und

versinkt dort im Drogenrausch.

Aïcha lernt Casablanca kennen,

das Teil einer intellektuellen Jugend

ist und das Land erneuern

möchte. Kann sie sich ihren

Traum von einem unabhängigen

Leben erfüllen? Stephanie Bergmannt

Leïla Slimani:

Schaut, wie wir tanzen

Luchterhand Verlag, 384 S., € 22,70

Wir leben in der Endzeit. Viele

Menschen vor uns haben so

gedacht. Und es gab immer

Propheten, die das in Erinnerung

riefen. Jens Liljestrand

ist keiner davon. Die schwedische

Ferienregion Dalarna

wirbt heute noch mit Wandern,

Radfahren, sogar Skilaufen. In

diesem Roman ist das Morgen

in Dalarna angebrochen und

es stellt sich mit Waldbränden

ein, die an die Verheerungen

in Australien erinnern. Formal

brillant, packend geschildert,

Grauen erregend, aber auch

Hoffnung erweckend.

Bernhard Sandbichler

Jens Liljestrand:

Der Anfang von morgen

S. Fischer Verlag, 544 S., € 24,70

Wenn es Schmogrow im Oderbruch

nicht gäbe, man müßte

es erfinden. Und Richard

Sparka auch. Es ist das letzte

Mal, dass er mit seiner Gefährtin

Klara und den Kindern

dorthin fährt. Das Haus seiner

Kindheitsferien wird verkauft

und er – lavierend zwischen

den Erziehungskonflikten mit

Klara und dem Eigensinn der

Kinder – schweift weit in die

Vergangenheit ab. Geschichtsbewusst

und aktuell erzählt

Jochen Schmidt von der ewigen

Suche nach dem guten Leben.

Und Line Hoven veredelt das

Ganze mit ihren Illustrationen.

Robert Renk

Jochen Schmidt: Plhox

Beck Verlag, 479 S., € 25,70

Nach Monika Helfer &

Michael Köhlmeier nimmt

sich nun auch Hanns-Josef

Ortheil dem Aristoteles-Schüler

Theophrast an. Dessen Buch

Charaktere, (319 v. Chr.), ist

bis heute ein Meisterwerk der

Porträtkunst. In 50 literarischen

Miniaturen unternimmt

Ortheil eine Reise an die Quelle

seiner literarischen Arbeit und

skizziert, launig, lebendig und

exakt Charaktere vom Enthusiasten,

der sich in einen Rausch

schwärmt, bis zur notorische

Aber-Sagerin, mit der eine

Diskussionen kein Ende findet.

Robert Renk

Hanns-Josef Ortheil:

Charaktere in meiner Nähe

Reclam Verlag, 144 S., € 18,50

Dieser Text hat eine Melodie.

So long, Annemarie. Da klingt

natürlich Leonard Cohen an.

Der große Nichtnobelpreisträger

der Pop-Historie. So

long, Marianne: Wir lachten

und weinten und weinten

und lachten. Aber auch der

Dochnochnobelpreisträger

Bob Dylan spielt mit. So long,

Annemarie ist die Geschichte

einer Liebe, die nicht hält,

was jugendlicher Übermut

verspricht; Erinnerungen an

Erasmus als großes Versprechen

mit französischem Akzent und

Literatur – mit und ohne Melodie

– als (Über-)Lebensschule.

Joseph Frontull

Andreas Unterweger:

So long, Annemarie

Droschl Verlag, 280 S., € 24,00

408 Seiten schwer der Band

von Franz Schuh, der zu seinem

75. Geburtstag zusammen

gestellt wurde. Das Repertoire

der Textgattungen Schuhs spielt

die komplette Klaviatur. Allesamt

Texte, die nicht bereits in

Buchform veröffentlicht waren.

Thematisch entsprechend

breit gestreut ist der Band:

Literatur, Krimi, Film, Musik,

Liebe, Tod. Vorbilder und

Mitstreiter nimmt er ebenso

unter die Lupe, wie aktuelles

Zeitgeschehen. Schuh lässt

nichts aus. Aber er löst auf. In

bester Tradition der Dialektik.

Claudia Montoya

Franz Schuh:

Vom Guten, Wahren und Schlechten

Sonderzahl Verlag, 408 S., € 29,00

Der Nazi-Scherge und die KZ-

Insassin: Hans Miklautz schiebt

„Dienst nach Vorschrift“, von

der Selektion an der Rampe

bis zur Massenerschießung von

Häftlingen; Ledith Lieblein

überlebt eine solche und rührt

das Herz ihres Henkers. Zwei

Stimmen im beklemmenden

Dialog: Klaus Rohrmoser,

Schauspieler, Regisseur, langjähriger

Schauspielchef des

Tiroler Landestheaters, mittlerweile

auch als Autor präsent,

setzt erzählerisch in Szene, wie

es gewesen sein könnte, wenn

Täter Erlösung suchen. Joe Rabl

Klaus Rohrmoser:

flüstern. Erzählung

danube books Verlag, 81 S., € 18,60

Der Einzug in die erste eigene

Wohnung leitet einen neuen

Lebensabschnitt für Kurt ein.

Die Nachbarschaft fordert

allerdings bald seine Aufmerksamkeit,

ebenso wie sein

bester Freund, der nach dessen

Trennung bei ihm einzieht.

Zudem hadert Kurt trotz

Outing mit dem Ausleben seiner

Homosexualität. Seinen Mitmenschen

gegenüber erweist

er sich als liebenswürdiger und

geduldiger Freund. Er muss

nur aufpassen, dass die eigenen

Gefühle nicht zu kurz kommen.

Fazit: berührend, vielschichtig,

ermutigend. Katharina J. Ferner

Dominik Barta:

Tür an Tür

Zsonay Verlag, 208 S., € 23,70

Eine Dichterin entspringt in

Innsbruck. Uns aufzuzeigen,

wieviel wir verpassen. Mit der

allerersten Zeile ihres ersten

Gedichtbands macht Siljarosa

Schletterer klar: „jeder fluss

hat eine seele”. Eine neue, flüssigere

Welt erwartet uns. Die der

„bächinnen”, der „flüssinnen”.

Des Wassers, dem Empathie

entgegenzubringen uns noch

nie eingefallen ist, ohne das wir

aber nicht überleben könnten,

bestehen unsere Körper doch

vor allem aus Wasser.

Poetischer Wasseraktivismus

vom Feinsten! Mikael Vogel

Siljarosa Schletterer:

azur töne nähe

Limbus Verlag, 96 S., € 15,00

Schmatz ist einer, der es wissen

muss. Einer, der die Regeln der

Sprache kennt. Einer, der die

Sprache laufen lässt, am Strand

der Verse. „Das Meer ist keine

Landschaft, es ist das Erlebnis

der Ewigkeit.“ schrieb Thomas

Mann. Ferdinand Schmatz

sucht und findet sie, diese

äußere, erhabene Kraft, presst

ihre Worte, inspiriert von der

Landschaft, durch sein Genie.

Die klaren und verklärten Sätze

seiner Lyrik elektrisieren wie

Wechselstrom, ziehen den Leser

hinein in die Reise unendlicher

Emotionen und Eindrücke.

Claudia Montoya

Ferdinand Schmatz:

Strand der Verse Lauf – Gedichte

Haymon Verlag, 128 S., € 22,90

Nicht weniger als die Vermessung

eines poetischen

Kontinents haben sich die Beck

Stiftung und die fünf Übersetzer

und Herausgeber*innen

vorgenommen – und es gelingt!

Diese einzigartige Anthologie

leistet Pionierarbeit: In vier

Bänden stellt sie Lyrik vom

mittelalterlichen Al-Andalus

bis ins Heute, von Spanien über

Mexiko bis nach Argentinien

vor – in exzellenten Übersetzungen

und mit knappen,

hilfreichen Kommentaren. Eine

Einladung zum Entdecken!

Robert Renk

Koppenfels / Lange / Strien / Schumm /

Weich (Hrg.): Spanische und

hispano amerikanische Lyrik

In vier Bänden – zweisprachig,

Beck Verlag, 2539 S., € 152,20


Krimitipps:

Olof fährt an der Nordküste

Schwedens entlang, als er einem

Impuls folgt und in die Kleinstadt

abbiegt, in der er aufgewachsen

ist. Vor dem Haus

seiner Kindheit überfällt ihn

Unruhe. Im Badezimmer findet

er seinen Vater, den er seit fast

zwei Jahrzehnten nicht gesprochen

hat. Tot. Eira Sjödin

hat Stockholm verlassen, um

sich um ihre Mutter zu kümmern.

Als Eira den Tod eines

älteren Mannes untersuchen

soll, werden die Albträume

ihrer Kindheit wieder wach.

Sturmrot ist der erste Band um

Polizistin Eira.

Tove Alsterdal: Sturmrot

Rowohlt Verlag, 480 S., € 17,50

Berlin, 1878: Der Gauner

Felix Blom wird nach drei

Jahren Haft aus dem Gefängnis

entlassen. Doch in Freiheit ist

nichts mehr so, wie es mal war:

Alle Versuche, an Geld oder

Arbeit zu kommen, scheitern.

Dann hat Blom eine geniale

Idee: Er tut sich mit seiner

neuen Nachbarin zusammen.

Diese führt eine Privatdetektei,

allerdings sind die Aufträge rar,

da man ihr als Frau diese Arbeit

nicht zutraut. Ihr erster Fall

führt die beiden gleich auf die

Spur eines mysteriösen Mörders.

Und für Blom wird die

Sache persönlich.

Alex Beer:

Felix Blom. Der Häftling aus Moabit

Limes Verlag, 368 S., € 17,50

Wie ein Held wirkt er nun

wirklich nicht: Pater Brown ist

unscheinbar, unbeholfen, kurzsichtig,

hat einen riesigen Kopf

und macht einen etwas einfältigen

Eindruck. Noch dazu ist

er Priester. Doch unterschätzen

sollte man den Geistlichen aus

Essex keinesfalls. Gesegnet mit

reichlich Menschenverstand

(und göttlichem Beistand), hat

Pater Brown noch jeden Verbrecher

überführt, wenngleich er

die Strafe oftmals der göttlichen

Gerichtsbarkeit überlässt.

Was ihn das Böse auf Erden

ertragen lässt? Sein Humor –

und der hat es in sich.

Gilbert Keith Chesterton:

Pater Brown – Tod und Amen

Kampa Verlag, 1228 S., € 39,00

In einem Park in Kopenhagen

wird in einem alten Koffer die

Hälfte einer Leiche gefunden.

Anette Werner muss den grausamen

Mord alleine aufklären,

denn ihr Kollege Jeppe Kørner

nimmt gerade eine Auszeit

vom Polizistendasein und ist

für den Winter nach Bornholm

gezogen. Er braucht Abstand,

von allem. Doch bald holt ihn

sein Beruf wieder ein, denn

eine Spur in diesem grausamen

Mord führt ausgerechnet auf

die abgelegene Insel – und

tief in die Vergangenheit. Der

spannende 5. Band des Kopenhagener

Ermittlerduos.

Katrine Engberg: Wintersonne

Diogenes Verlag, 368 S., € 22,70

Europa in nicht allzu ferner

Zukunft. Dank Digitalisierung

erledigen Maschinen die meiste

Arbeit, während ein bedingungsloses

Grundeinkommen, das

sogenannte „Freiheitsgeld“,

jedem ein menschenwürdiges

Leben ermöglichen soll. Der

Politiker, der das Freiheitsgeld

eingeführt hat, wird tot

aufgefunden. Kurz darauf wird

der Journalist ermordet, der als

sein größter Gegenspieler galt.

Ahmad Müller, ein junger Polizist,

ermittelt in beiden Fällen

und wird mit übermächtigen

Kräften konfrontiert, die eine

Aufklärung um jeden Preis

verhindern wollen.

Andreas Eschbach:

Freiheitsgeld

Lübbe Verlag, 528 S., € 25,70

Der siebzehnjährige Charlie

Reade hat kein leichtes Leben.

Seine Mutter starb, als er drei

war, und sein Vater ist dem

Alkohol verfallen. Eines Tages

offenbart ihm der von allen

gemiedene mysteriöse Nachbar

auf dem Sterbebett ein Geheimnis,

das Charlie schließlich auf

eine abenteuerliche Reise in eine

andere, fremde Welt führt. Dort

treiben mächtige Kreaturen ihr

Unwesen. Die unterdrückten

Einwohner sehen in Charlie

ihren Retter. Aber dazu muss er

erst die Prinzessin, die rechtmäßige

Gebieterin des fantastischen

Märchenreichs, von ihrem

grausamen Leiden befreien.

Stephen King: Fairy Tale

Heyne Verlag, 880 S., € 28,80

58

Wagner’sche.

Einst wurde Jake Finch Bonner

in New York als Autor gefeiert.

Doch sein großer Wurf liegt

Jahre zurück und mittlerweile

unterrichtet er Kreatives Schreiben.

Als einer seiner ehemaligen

Studenten stirbt, bevor er seinen

ersten Roman fertiggestellt hat,

übernimmt Jake dessen perfekte

Geschichte. Das Buch wird über

Nacht zum Bestseller. Dann

erreicht Jake plötzlich eine anonyme

E-Mail, die nur einen Satz

enthält: „Du bist ein Dieb“. Mit

jeder neuen Nachricht werden

die Drohungen schärfer und ein

lebensgefährliches Katz- und-

Maus-Spiel beginnt.

Jean Hanff Korelitz:

Der Plot – Eine todsichere Geschichte

Heyne Verlag, 352 S., € 16,50

Frühjahr 1937: Die Familie Rath

ist zersprengt. Charlotte wollte

längst ins Ausland, doch halten

die Umstände sie in Berlin fest.

Ihr ehemaliger Pflegesohn Fritze

ist in die geschlossene Abteilung

gesteckt worden, ihre Freundin

Greta spurlos verschwunden

– und sie steht unter Mordverdacht.

Dem untergetauchten

und für tot gehaltenen Gereon

wird es derweil zu gefährlich in

Deutschland, er besteigt den

Zeppelin, um in die USA zu entkommen.

Charly versucht, Fritze

aus der Klinik zu holen, das Verschwinden

von Greta zu klären

und den Mordfall zu lösen.

Volker Kutscher: Transatlantik

Piper Verlag, 560 S., € 26,80

Mitten in den einsamen North

York Moors fährt eine junge

Frau allein in ihrem Wagen

durch eine kalte Dezembernacht.

Am nächsten Morgen

findet man sie ermordet in

ihrem fast Auto zugeschneiten

auf einem Feldweg. Es gibt eine

Zeugin, die beobachtet hat, dass

ein Mann unterwegs bei ihr einstieg.

Ihr Freund? Ein Fremder?

– Kate Linville beginnt

mit ihren Ermittlungen und ist

schnell auf einer Spur, die in die

Vergangenheit führt, zu einem

Cold Case, in dem Caleb Hale

damals ermittelt hat und der nie

gelöst werden konnte …

Charlotte Link: Einsame Nacht

Blanvalet Verlag, 592 S., € 27,50

Helsinki 2027. Leo Koski, der

Ministerpräsident Finnlands, ist

nur die Marionette einer Gilde

reicher Männer. Die Spaltung

der Gesellschaft und die zunehmende

Armut in Teilen der

Bevölkerung sind ihnen egal.

Doch als sich eine junge Frau

aus Protest selbst anzündet,

gerät das Machtgefüge ins

Wanken. In dieser aufgeheizten

politischen Lage wendet sich

der Ministerpräsident von

seinen Geldgebern ab. Auf wen

kann er noch zählen? Koski hat

nur 24 Stunden, um sein Land

vor einer Katastrophe und unzähligen

Toten zu bewahren.

Tuomas Oskari:

Tage voller Zorn

Lübbe Verlag, 576 S., € 24,70

Wenige Worte machen die aufstrebende

Wiener Nachrichtensprecherin

Nadine Just über

Nacht berühmt: Vor laufender

Kamera kündigt sie ihre Ermordung

an – zwei Stunden

später ist sie tot! Ebenso ergeht

es dem Blogger Gunther Marzik.

Während die österreichische

Medienwelt kopfsteht, trendet

der Hashtag #inkürzetot,

Nachahmer-Beiträge und

Memes fluten das Netz. Wie

soll die junge Ermittlerin Fina

Plank im fünfköpfigen Team

der Wiener „Mordgruppe“ zwischen

einer echten Spur, einem

schlechten Scherz oder schlichtem

Fake unterscheiden?

Ursula Poznanski: Stille blutet

Knaur Verlag, 400 S., € 17,50

Flirrende Hitze über

Glaubenthal, da brennen

schon mal die Sicherungen

durch. Eigentlich hat sich die

alte Huber ja von Herzen nach

dem Sommer gesehnt. Alle

Dorfbewohner auf Urlaub.

Herrlich, diese Ruhe! Aber

zu früh gefreut. In der Affenhitze

Glaubenthals braut sich

etwas zusammen, und bald

schon steckt die erste Leiche

im Stroh. Genau genommen:

im Strohballen. Die Ermittlerin

Hannelore „Hanni“ Huber

geht wieder auf die Jagd nach

Verbrechern.

Thomas Raab: Helga räumt auf

Kiepenheuer & Witsch Verlag, 336 S.,

€ 11,40


leider auf keiner

Buchpreisliste

zu finden

7 x Bücher, denen wir wirklich

einen Preis wünschen

schreiben

malen

zeichnen

7 x wunderbare Romane

über die Malerei

Viva

la

Poesia

7 x spanische Spezialitäten

zur Frankfurter Buchmesse

3×7

Best

aber

Seller:

60

Wagner’sche.

1

2

Regenbogenweiß

3

Frieda

4

Der

5

Die

6

Isidor

7

Der

Der Silberfuchs meiner Mutter

Alois Hotschnig

KiWi Verlag, € 20,60

Friederike Gösweiner

Droschl Verlag, € 24,00

Isabella Feimer

Braumüller Verlag, € 22,00

betrunkene Berg

Heinrich Steinfest

Piper Verlag, € 22,70

Welt

Arno Camenisch

Diogenes Verlag, € 22,70

– ein jüdisches Leben

Shelly Kupferberg

Diogenes Verlag, € 24,70

Vogel zweifelt nicht am Ort,

zu dem er fliegt

Usama Al Shahmani

Limmat Verlag, € 26,80

1

2

Maria

3

Max

4

Cadavre

5

Frieda

6

Spitzweg

7

Deutschstunde

Vor aller Augen

Martina Clavadetscher

Unions Verlag, € 24,70

malt

Kirstin Breitenfellner

Picus Verlag, € 28,00

Markus Orths

Edition Moderne Verlag, € 25,70

exquis

Isabella Feimer

Literaturedition NÖ Verlag, € 20,00

Slavenka Drakulic

Zsolnay Verlag, € 18,40

Eckhart Nickel

Piper Verlag, € 22,70

Siegfried Lenz

Atlantik Verlag, € 11,80

1

2

die

3

Die

4

Die

5

Papyrus

6

Singe

7

Leichte

Spanische und

hispanoamerikanische Lyrik

4 Bände

Lyrik (Beck) Verlag, € 152,20

Wunder

Elena Medel

Suhrkamp Verlag, € 23,70

Farben der Angst

Alfons Cervera

Bahoe Books Verlag, € 20,00

Tochter des Kommunisten

Aroa Moreno Durán

BTB Verlag, € 22,70

Irene Vallejo

Diogenes Verlag, € 28,80

ich, tanzen die Berge

Irene Solá

Trabanten Verlag, € 22,90

Sprache

Cristina Morales

Matthes & Seitz Verlag, € 25,70


Grenzgänge im Doppel

Gleich zweimal hintereinander wird Klaus Zeyringer

auf Einladung von 8ungKultur und dem Literaturhaus am Inn

in Innsbruck Autor*innen zum Gespräch bitten.

Autorinnen und Autoren

dieser Ausgabe

Buchtipp:

Anna Kim:

Geschichte eines Kindes

Suhrkamp Verlag,

220 S., € 23,70

Veranstaltungstipp:

Grenzgänge 25:

Hier spricht der Text:

Sprachkunst und

Kommunikation

Klaus Zeyringer im Gespräch

mit Kathrin Röggla &

Martin Fritz

Di., 29. November

um 19:00 Uhr

Literaturhaus am Inn,

Josef-Hirn-Straße 5

Grenzgänge 26:

Rassismus, Zugehörigkeit

und Identität

Klaus Zeyringer im Gespräch

mit Anna Kim &

Dirk Kurbjuweit

Do., 01. Dezember

um 19:00 Uhr

Literaturhaus am Inn,

Josef-Hirn-Straße 5

Eintritt: frei 62

© Werner Geiger/Suhrkamp Verlag

Das für vergangenes Frühjahr geplante

Duo Kathrin Röggla und Martin Fritz

findet nun am 29. November statt. Am

1. Dezember sitzen ihm Anna Kim und

Dirk Kurbjuweit zur Seite.

Die 2018 vom Verein 8ungKultur für die

Stadtbibliothek entwickelte Reihe setzt

den Dialog in den Mittelpunkt: Es gibt

mit Klaus Zeyringer keinen besseren

Moderator und kein besseres Format,

wenn man über die diversen Autor*innen

und ihre Schreibstuben mehr erfahren

möchte. Das haben wunderbare Abende

z.B. mit Alois Hotschnig & Katja

Lange-Müller, Karl-Markus Gauß &

Andreas Schett, Felix Mitterer & Joachim

Zelter, Sabine Gruber & Ilija Trojanow oder

Sibylle Lewitscharoff & Kurt Lanthaler

bewiesen.

Im Jahre 2021 hat nun das Literaturhaus

am Inn diese beliebte Reihe unter ihre

Fittiche genommen. Freuen Sie sich auf

ein grenzgängerisches Doppel.

63

# unabhängig

# unabhängig

Stephanie Bergmann, geboren 1988 in Schwarzach St. Veit,

aufgewachsen in Bad Gastein. Seit 2010 schreibt sie auf

ihrem eigenen Blog über Bücher (www.beautybooks.at)

und hat nebenbei immer schon mit Autoren, Verlage und

Salzburger Buchhandlungen kooperiert. 2017 hat sie der

Modebranche endgültig den Rücken gekehrt und ihr Hobby

zum Beruf gemacht. Seitdem arbeitet sie bei Bücher Stierle

und liebt es, Bücher zu empfehlen.

Ina Cassik, ist Buchhändlerin bei Stöger-Leporello. Aus

dem einstigen Studentenjob in einer Buchhandlung wurde

der Traumberuf Buchhändlerin. Leidenschaftliche Vielleserin

mit Schwerpunkt auf Gegenwartsliteratur. Liebt ihren

Beruf, weil er so vielseitig ist wie kein anderer. Lebt mit ihrer

Familie am Stadtrand von Wien.

Ágnes Czingulszki, 1987 geboren in Baja (Südungarn), lebt –

nach einigen Stationen in Europa – nun als Journalistin und

Autorin in Innsbruck. U. a. ich dachte an siracusa (ed. Exil)

Martin Fritz, geboren 1982, studierte Vergleichende

Literaturwissenschaft und Deutsche Philologie in Innsbruck,

hört sich in seiner Freizeit gerne DJ Patex’ Coverversion des

Songs „I Wish I Was Him“ an. War Teil der 1. Innsbrucker

Lesebühne „Text ohne Reiter“, ist Teil der Innsbrucker

Lesebühne „FHK5K“.

Jacqueline „Jacky“ Falkner, geboren 1995, hat ihr Lehramtstudium

zu Gunsten ihrer Liebe zu Büchern an den

Nagel gehängt und ist seit Februar 2022 an der Kassa der

Wagner’schen tätig, fühlt sich dort aber bereits wie Zuhause.

Wenn sie ihre Freizeit nicht gerade lesend verbringt, erlebt

sie Abenteuer auf dem Rücken ihres Pferdes oder streift sich

auch gerne einmal selbstgemachte Kostüme über, um in die

Welt ihrer Lieblings(fantasy)bücher einzutauchen.

Katharina J. Ferner lebt als Poetin und Performerin in

Salzburg. Redaktionsmitglied der Literaturzeitschriften

&Radieschen, Morgenschtean, Mosaik. Jüngste Veröffentlichung

„krötentage“, Limbus, 2022. www.kj-ferner.at

Joseph Frontull, ist aufgewachsen mit Blick ins Gebirge, ging

übers Gebirge – und schaut jetzt von der andern Seite drauf.

Dort, hat er gelernt, lässt es sich gut über Sinn und Unsinn

von Kriminalromanen nachdenken und vom Meer träumen.

Klaudia Grünfelder ist leidenschaftliche Buchhändlerin und

hat immer Lesestoff in der Tasche. Seit April 2021 verstärkt

sie das Team der Buchhandlung Leporello in Wien, die auch

unter der Wagner’schen Flagge segelt.

Andreas Hauser, geboren 1969, studierte Vergleichende

Literaturwissenschaft und Germanistik in Innsbruck, arbeitet

seit mehr als 20 Jahren journalistisch mit den Schwerpunkten

Wissenschaft, Forschung & Wirtschaft und geht

prinzipiell nicht ohne Buch außer Haus.

Lena Kripahle-Wiek, Buchhändlerin in der Wagner’schen seit

2015 und begeisterte Krimi- und mittlerweile auch Kinderbuch

Leserin. Aber eigentlich begeistert von jeglicher Form

von Druckerschwärze. Zu finden in der Literaturabteilung,

wo sie den Krimis neue Spannung verleiht.

Claudia Montoya, 1971 in Innsbruck geboren und

aufgewachsen, hat Politikwissenschaften und Medien

bei Prof. Anton Pelinka studiert. Sie betreibt seit sechs

Jahren ihre eigene PR- und Medienagentur, arbeitet seit

Februar 2022 in der Wagner’schen und schreibt monatlich

eine Kolumne im Tiroler Weekend-Magazin, das der

Tiroler Tageszeitung beiliegt.

Linda Müller studierte in Innsbruck Neuere Deutsche

Literaturwissenschaft, bevor sie 2011 Lektorin bei Haymon

wurde. Mittlerweile leitet sie Haymon Krimi, Studienverlag,

Michael Wagner sowie den Universitätsverlag Wagner und

organisiert mit Markus Hatzer und Bernhard Aichner

Österreichs größtes Krimifestival: das Krimifest.

Maria Neumayr, geboren 1994, studierte Germanistik

und Anglistik in Innsbruck. Liebt Bücher so lange sie sich

zurückerinnern kann und ist, wenn sie nicht gerade liest, als

Abteilungsleiterin in der Kinderbuch- und Ratgeberabteilung

der Wagner’schen zu finden.

Susanna Pristovnik-Schwarz ist ein echtes Allround-Genie.

Man trifft sie bei Stierle Salzburg aus auch Stierle Hallein

in ihrem Element an: dem Bücher-Empfehlen. Ein Studium

der Linguistik sowie eine Ausbildungslehrgang Leichte Sprache

kann die Graphik Novel-Spezialistin vorweisen. Sie ist

Organisatorin der monatlich stattfindenden Kinderlesungen,

in Kooperation mit dem Thomas-Bernhard-Institut, die in

der Stierle-Keltenbuchhandlung stattfinden.

Robert Prosser, geboren 1983 in Alpbach/Tirol, lebt dort

und in Wien. Studium der Komparatistik und Kultur- und

Sozialanthropologie. Aufenthalte im asiatischen, arabischen

Raum, am Balkan und in England. Zuletzt erschien Beirut

im Sommer (Klever 2021). Im Frühjahr 2023 erscheint

Verschwinden in Lawinen bei Jung und Jung.

Joe Rabl, 1963 in Kufstein geboren; lebt als freier Lektor in

Innsbruck. Veranstaltet zusammen mit Birgit Holzner die

Innsbrucker Wochenendgespräche.

Markus Renk, seit 33 Jahren in der Buchbranche. Fachgruppen-Obmann

der Buch- und Medienwirtschaft Tirol

und seit Oktober 2015 neuer Chef der Wagner’schen.

Robert Renk, Buchhändler und Kulturvermittler. Sortimentsleiter

in der Wagner’schen. Gibt das Wagner-Magazin heraus.

Erwin Riedesser, Buchhändlerlehre in Bregenz, in Wien

gründete er mit Rotraut Schöberl die Buchhandlung

Leporello. Beide führten erfolgreich die Sortimente der

Liechtensteinstraße, der Singerstraße und im Burgtheater.

Seit 2021 fungiert er nun als Koordinator aller Wiener Buchhandlungen

im Medici-Team.

Bernhard Sanbichler, Germanist und Romanist, Lektor

des Schulmagazins JÖ.

Andrea Scheiber, seit 1992 in der Wagner’schen Buchhandlung.

Betreut Krimi, Frauenliteratur und steckt hinter

den Blind Date’s. Wenn sie nicht gerade liest, ist sie in der

Natur oder beim Handarbeiten zu finden.

Leonie Schiessendoppler, geboren 1993 in Innsbruck,

studierte Philosophie und Soziologie, liebt Bücher, Musik

und Irland. Möchte eigentlich nur Bücher lesen und

hat deswegen eine Ausbildung zur Lektorin beim

Passagen Verlag gemacht. Arbeitete in der Wagner’schen

Buchhandlung und ist nun als Korrekturleserin mit der

Wagne’schen verbunden.

Rotraut Schöberl, Buchhändlerin der Nation, die jeden

Dienstagmorgen im Cafe-Puls, dem österreichischen Frühstückfernsehen,

mit Büchertipps glänzt. Im Jahre 1994

eröffnet sie mit Erwin Riedesser das Leporello, um ihren

Traum von einer Buchhandlung zu verwirklichen. Bei

Residenz erschien soeben die von ihr herausgegebene

Krimianthologie: Radieschen von unten.

David Schranz, , geboren 1994, befindet sich seit nunmehr

schon zwei Jahren in der Ausbildung zum Buchhändler und

hat so seine Leidenschaft zum geschriebenen Wort wiederentdeckt.

Wenn er sich nicht gerade Zuhause in den Tälern

der deutschen und englischen Literaturlandschaft verliert, ist

dieser Junge Mann in der Belletristikabteilung der

Wagner’schen zu finden.

Carmen Schwarz, geboren und aufgewachsen in Salzburg.

Hat schon von klein auf eine große Liebe zum geschriebenen

Wort und packenden Geschichten. Sie liebt den Austausch

der Branche und das sich immer neu erfinden. Seit 2017

Jahren bei Bücher Stierle, wo jeder Lesetipp handverlesen

und die Begeisterung erlebbar wird.

Gerlinde Tamerl, geboren 1978, ist stellvertretende Geschäftsführerin

der Wagner’schen Buchhandlung. Die

promovierte Kunsthistorikerin ist u.a. Gastdozentin an der

Universität Innsbruck, Jurorin der ORF-Bestenliste und als

freie Literaturkritikerin tätig.

Helena Töchterle, geboren 1995, arbeitet seit Weihnachten

2018 in der Wagnerschen und hat nach einem kurzen

Weihnachtseinsatz an der Kassa in die Fachbuch-Abteilung

gewechselt, die sie ab Mai 2022 großteils leiten wird. Sie

hat Philosophie studiert und studiert es irgendwie immer

noch – Definitionssache. Liest sich gerne quer durch alle

belletristischen und nicht-belletristischen Genres, aber wird

ihrer Jugendliebe, der Fantasy, immer treu bleiben.

Evelyn Unterfrauner, (29) bloggt seit 2015 unter dem Namen

@bookbroker auf Instagram. Ihr Blog und Buchclub mit

rund 800 Mitgliedern ist im Netz unter www.zeitzumlesen.

de zu finden. Im April 2022 hat die Südtirolerin und frühere

Wahl-Innsbruckerin ihre eigene Social Media Marketing

Agentur NONSTOP CREATING in München gegründet.

Mikael Vogel, Lyriker, 1975 in Bad Säckingen geboren,

lebt in Berlin und Innsbruck. Sechs Gedichtbände, u.a.

Dodos auf der Flucht. Requiem für ein verlorenes Bestiarium

(Verlagshaus Berlin, 2018) und, gemeinsam mit José F. A.

Oliver, zum Bleiben, wie zum Wandern – Hölderlin,

theurer Freund (Schiler & Mücke, 2020).

Jenni Zeller, geboren 1993 in Tirol, lebt nach Edmonton,

Innsbruck und Paris nun in Wien. Dolmetscherin,

Studentin an der Diplomatischen Akademie Wien und

Vorstandsmitglied des Europäischen Forums Alpbach.

Ehemals Wagner’sche-Buchhändlerin, nach wie vor

Wagner’sche-Liebhaberin.

Klaus Zeyringer, war Univ.-Prof. für Germanistik in

Frankreich. Ist Literaturkenner, Autor und grandioser

Moderator, u.a. Transflair (Krems) und Grenzgänge

(Innsbruck). Zuletzt erschienen Schwarzbuch Sport / Show,

Business und Skandale in der neoliberalen Gesellschaft

(Springer), 100 x Österreich (Hrsg. Kremayr & Scheriau)

und Fußball / Eine Kulturgeschichte (S. Fischer).


Wagner’sche.

Bücher seit 1639

Museumstraße 4

6020 Innsbruck

T. +43 512 59505 0

office@wagnersche.at

www.wagnersche.at

Wagner’sche Altstadt

Herzog-Friedrich-Straße 22, A-6020 Innsbruck, +43 512 59505 90

Bücher Stierle Salzburg

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