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ERF Medien Magazin November 2022

Leichtigkeit

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HOFFNUNGSVOLLE IMPULSE

ZU LEBENS-, SINN- UND GLAUBENSFRAGEN

NOVEMBER

2022

MAGAZIN

PERSÖNLICH

REGINA POSTHUMUS

SEITE 27

GOTT IST …

… ALLES ANDERE

ALS LANGEWEILE

VON ANDREAS BOPPART

SEITE 21

LEICHTIGKEIT

DER SCHWERE MIT

BEGEGNEN

Warum Humor so wichtig ist


052 235 10 00

www.kultour.ch

NORD LICHTER,

SCHLITTEN HUNDE

& ECHTE GEMEIN-

SCHAFT

Wintertraum

Lappland

REISEBEGLEITUNG: MARCEL & URSI METTLER

14. – 21. JANUAR 2023

HIGHLIGHTS DER REISE:

Traumhae nordische Winterlandschaen erleben.

Ermugende und sehr alltagsnahe Workshops zum Thema

«Eintauchen, ausspannen, Krone richten, weitergehen».

Husky-Hundeschlienfahrt, Schneeschuhwanderung,

Renersafari, Eisangeln, Winter-E-Biketour und viele

weitere Ausflüge!

Modernes und trotzdem gemütliches Viersterne-Hotel

mien in der Natur (jedes Zimmer mit eigener Sauna

ausgestaet!).

HOTELZIMMER


EDITORIAL

ERF MEDIEN MAGAZIN ı 11.2022 ı 3

Dem Herbst

entgegenlachen

Liebe Leserin, lieber Leser

Vor einigen Jahren war ich einmal im November für ein paar Tage in Sedrun. Ich

lernte den Herbst damals nochmals ganz neu kennen. Denn der eh schon triste

Herbstmonat schien im Bündner Bergdorf noch trostloser als im Unterland: Ständig

blies ein kalter Wind, wenn es nicht regnete, fiel Schnee, der dann aber doch nicht

liegen blieb. Die Wolken lagen im engen Tal so tief, dass sie sich wie Nebel über die

Siedlungen und die Natur legten. So verwundert es nicht, dass viele Geschäfte in

diesem Monat Betriebsferien machen und die Einheimischen, wenn irgendwie möglich,

in diesem Monat für Ferien in den Süden entfliehen.

Als ERF Medien

könnten wir

die Schwere des

Novembers zum

Thema machen.

Wir haben uns aber

entschieden, bewusst

einen Kontrapunkt

zu setzen.

Der November ist für viele Menschen gleichgesetzt mit grau, schwer, trist, neblig

und kalt – nicht nur in Sedrun. Das scheint schon länger der Fall zu sein, wurde doch

der Monat früher «Nebelmond», «Windmond» oder «Trauermond» genannt. Als

ERF Medien könnten wir nun diese Schwere des Novembers zum Thema machen.

Doch ganz ehrlich: Schweres bis Unverdauliches gab es in diesem Jahr eigentlich

schon genug. Wir haben uns darum entschieden, bewusst einen Kontrapunkt zur

Schwere zu setzen. Unter dem Stichwort «unbeschwert» beschäftigen sich unsere

Redaktionen in Radio, TV, Online und Print mit der Frage, was denn gegen die

Schwere hilft und wie wir die Leichtigkeit finden können.

Das vorliegende Magazin nimmt dabei den Aspekt des Humors auf: Willi Näf hat

sich diesen zum Beruf gemacht. Er ist Satiriker und Kolumnist und laut eigenen Angaben

acht Stunden am Tag lustig – manchmal auch zehn. Mit dem Themenartikel

hat er eine witzige und gleichzeitig herausfordernde Anleitung geschrieben, wie der

November etwas von seiner Schwere verlieren kann (Seite 6). Über sich selber zu

lachen, scheint ebenfalls ein gutes Rezept für mehr Leichtigkeit im Leben zu sein.

Matthias Hauser, FENSTER ZUM SONNTAG-Talk-Redaktor, hat das selbst erprobt.

Mit den damit gesammelten Anekdoten und Pointen zieht er nun als Stand-up-

Comedian von Bühne zu Bühne (Seite 12).

Und was hat Humor mit Glauben zu tun? «Gott hat Humor. Sonst hätte er den Menschen

nicht erschaffen.» Dieses Zitat wird Gilbert Keith Chesterton zugeschrieben.

Andreas «Boppi» Boppart sagt, dass Gott nicht nur Humor hat, sondern dieser auch

ein göttliches Geschenk für uns Menschen ist (Seite 21).

Ich wünsche Ihnen beim Lesen viel Inspiration –

und auch mal ein befreiendes Lachen.

Herzliche Grüsse

MATHIAS FONTANA

Leiter Marketing | Fundraising

mathias.fontana@erf.ch


4 ı

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Wiedergabe von Artikeln und Bildern Die Wiedergabe ist – auch auszugsweise – nur mit

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Vorstand Markus Schaaf (Präsident), Elisabeth Augstburger, Brigitte Gerber,

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Redaktion Mathias Fontana (Leitung), Marnie Hux-Ebermann, Alex Fröhlich,

Susanna Balog, Chantal Bigler, Marcel Eberle, Nathanael Kägi

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Druck Stämpfli AG, Bern, Auflage 24 000 Exemplare / erscheint 12 Mal jährlich

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Bildnachweise

Titelbild Citalliance*

S. 3 ERF Medien

S. 5 Citalliance*, zvg

S. 6 – 9 Citalliance*, zvg

S. 12 – 13 Ratch0013*, zvg

S. 16 ERF Medien, Dmytro Zinkevych*, Elena Medvedeva*

S. 18 Flowersofsunny*, Adistock*

S. 19 Reajme Hossen*, zvg

S. 20 zvg

S. 21 Wavebreakmedia Ltd*, zvg

S. 22 Unsplash (2×), 123rf (2×)

S. 23 Unsplash (3×), ERF Medien

S. 24 Igor Klyakhin*, Octavian Lazar*, Marina Bogachyova*, Chernetskaya*,

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S. 29 ERF Medien (2×), Unsplash

S. 30 zvg

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Inhalte

Ausgabe November 2022

6

DAS KANN JA HEITER WERDEN!

Der November kommt. Der Hiob unter den Monaten. Und das in einem Jahr, in

dem uns das Lachen schon im Frühling vergangen ist. Wie rettest du dich hinüber

in die Weihnachtszeit, wenn du nicht zufällig ein sonniges Gemüt hast? Humor

gibt’s nicht auf Knopfdruck. Willi Näf weiss das. Als Kabarettist wurde der Autor

und Satiriker mal von der Bühne gebuht. Und doch ist für ihn Humor ein grosses

Geschenk.

27

Persönlich

Regina Posthumus lacht ständig. Über lustige

Situationen, aber auch über sich selbst.

Lachen kann so erfrischend, ansteckend

und entwaffnend sein. Lachen befreit,

berauscht, stärkt und heilt.

12

SELBSTIRONIE ALS

ÜBERLEBENSSTRATEGIE

Matthias Hauser kann vieles nicht.

Und lacht darüber. Neuerdings lässt

er auch andere darüber lachen. Als

Stand-up-Comedian zeigt er in seinem

ersten Bühnenprogramm, wie

er leibt und vergeigt. Der Komiker

und Redaktor vom FENSTER ZUM

SONNTAG-Talk erlebt, was auch die

Humorforschung belegt: Wer über

sich selbst lacht, überlebt zufriedener

und entspannter.

ÜBERSICHT

3 Editorial

6 Thema: Das kann ja heiter werden!

12 Selbstironie als Überlebensstrategie

16 ERF Medien Inside

18 Reisen

19 Medientipp

20 Lesetipp

21 Gott ist ...

22 Programm Radio Life Channel

24 Alltagstipp

25 ERF Medien Finanzen

27 Persönlich

28 Programm FENSTER ZUM SONNTAG

30 Porträt

31 Kolumne


6 ı THEMA


THEMA ERF MEDIEN MAGAZIN ı 11.2022 ı 7

DER SCHWERE MIT LEICHTIGKEIT BEGEGNEN

Das kann ja heiter werden!

VON WILLI NÄF

Der November kommt. Der Hiob unter den Monaten. Und das in einem Jahr, in dem uns das Lachen

schon im Frühling vergangen ist. Wie rettest du dich hinüber in die Weihnachtszeit, wenn du nicht

zufällig eh ein sonniges Gemüt bei dir hast? Humor gibt’s nicht auf Knopfdruck. Ich weiss das.

Als Kabarettist wurde ich mal von der Bühne gebuht.

Ich bin Autor und Satiriker und täglich acht Stunden lustig,

manchmal zehn. Eigentlich würde ich mein Pensum gerne

reduzieren, damit ich mehr Zeit habe, zu Hause meiner

Humorlosigkeit zu frönen. Doch meine Frau ist dagegen.

Die Arbeit mache mir ja Spass, glaubt sie. Dabei ist es umgekehrt:

Der Spass macht mir Arbeit.

Ich habe mal eine Kabarett-Battle bestritten, im Theater

am Hechtplatz in Zürich war’s. Kaum auf der Bühne wurde

klar: Das wird hart. Totenstille im vollen Zuschauerraum.

Es dauerte dann weniger ewig als befürchtet, das Publikum

buhte mich bei Minute acht von der

Brauch des Osterlachens. Da erzählt der Priester an Ostersonntag

einen Witz, um die Gemeinde zum Lachen zu

bringen und so die Auferstehung zu feiern. Da steckt Ostern

drin: Christen dürfen sich über die Schwere des Todes

hinwegsetzen, für sie ist dieses Thema ja erledigt.

Ich bin an Ostern aber auch ohne Witz gut gelaunt und

schlage vor, das Osterlachen in den November zu verschieben,

der so lust- und nutzlos im Kalender herumsteht wie

ein Blechschaden. Vergangen ist der Oktober mit Ferien,

Ernte und Wanderwetter, noch nicht angebrochen ist der

Dezember mit Schnee und Weihnachten,

Bühne. Nein, mit Humor ist nicht

zu spassen. Dieselbe Nummer hatte

übrigens bei anderen Gelegenheiten

blendend funktioniert. Aber da

war ein anderes Publikum, andere

Erwartungen, ein anderer Spirit.

Komik kann nur dort lustig sein, wo

sie hinpasst. Nicht wahr?

VERGANGEN IST DER OKTOBER

MIT FERIEN, ERNTE UND WANDER-

WETTER, NOCH NICHT ANGE-

BROCHEN IST DER DEZEMBER

MIT SCHNEE UND WEIHNACHTEN,

DAZWISCHEN GIBT’S NIESEL,

NEBEL, NACHT, NOVEMBER.

dazwischen gibt’s Niesel,

Nebel, Nacht, November. Also

konvertieren wir den Osterwitz zum

Novemberwitz. Weil das aber nicht

reicht, an dieser Stelle noch ein

paar weitere Lifehacks für heitere

Gelassenheit.

Geh einen Monat lang täglich

Nein, nicht per se. Manchmal ist Unangebrachtes sogar

ausgesprochen erlösend. Nirgends ist ein Lacher wichtiger

als an einer Abdankung. Jedes Menschenleben bietet

Episoden mit Komik, die einen liebenswürdigen Blick verdient

haben. Ein Lachen nimmt der Trauer etwas von ihrer

Schwere. Lachen versöhnt, befreit und heilt. Nicht wahr?

Nein, wieder nicht per se. Es gibt auch ein Lachen, das verletzt.

Jenes Lachen geerntet süffisant mit dem Florett der

Ironie oder verbittert mit dem Degen des Sarkasmus oder

zerstörend mit der Machete des Zynismus, alle Klingen gut

geschliffen mit Spott.

Das zugeneigte Lachen aber entwaffnet. Wo Staatsoberhäupter

beim Gipfeltreffen miteinander lachen, bricht

Frieden aus. Eine lächelnde Königin kann ein Volk zusammenhalten

und ein lachender Papst eine Glaubensgemeinschaft,

– und wo ich schon beim Papst bin: Im Mittelalter

kannten die Katholiken den risus paschalis, den schönen

mehrere Stunden in den Flugmodus. facebook, instagram,

tiktok, linkedIn, telegram, youtube, bluewin, einfach alle

Zeitfresser auf Bildschirmen: Abstellen. Als kleine Durchhaltehilfe

kannst du auf deinem Profil ja ein Social-Media-

Sabbatical ankünden. Hübscher Nebeneffekt: Spart Strom.

Medienfasten ist gut für die Entpörung. Es entlastet das

Gehirn von Infomüll und das Gemüt von Trostlosigkeit.

Wenn du dich tagaus, tagein vom Elend der Welt berieseln

lässt, geht es den Elenden der Welt nicht besser, aber dir

schlechter. Schon des Neandertalers Geist war nie dazu gedacht,

die Last der ganzen Welt zu schultern, und auch dem

Homo sapiens würde die Last des Nächsten genügen.

Noch was, von wegen Medien: Lies keine Konsumentenschutzheftli

und schau keine Konsumentenschutzsendungen.

Es ist alles krebserregend und verseucht – und du

lebst trotzdem noch. Und wozu willst du dich von Hypes

in den Ärger treiben lassen? Und wenn die Arena im Fern-


8 ı

THEMA

sehen kommt, kannst du abschalten. Bei Schaukämpfen

geht es nicht um Information oder Inspiration,

sondern ums Gewinnen. Eingeladen werden

ausserdem gern Politiker, die sich auf die Rübe

geben, die gern Ängste schüren und auf Mann respektive

Frau zielen statt aufs Argument. Auch wenn

man es nicht merkt, kann einen das ganz schön

runterziehen. Ich lese lieber ein Interview in einer

guten Zeitung, da können die Leute ihre Gedanken

und Sätze zu Ende sprechen. Und Stimmlage oder

Kleider lenken nicht vom Inhalt ab.

Wenn du mit solchen Methoden einen November lang rierend sein, lehrreich, aufwühlend, bewegend, aber ganz

deinen Geist detoxst, kriegst du viel Lebenszeit frei. Nutz sicher nicht lustig. Heilige Schriften sind zuständig für die

sie. Du kannst ja singen. Und dazu den Tiefkühler abtauen.

Nachher erlebst du bis zur Fasnacht bei jedem Blick se, nicht für Schenkelklopfer. Ausserdem schreibt Hirsch-

grossen Bögen des Seins und Vergehens. Für Denkanstös-

in den Tiefkühler ein Freudeli. Das ist mehr wert als jene hausen stilistisch besser als der Apostel Paulus. Wobei das

Stunde auf twitter, die du beim Abtauen verpasst hast. Volk von damals Humor als Respektlosigkeit verstanden

Funktioniert auch mit Backofenreinigen, Autosaugen, hätte. Zum Jobprofil des Apostels gehörte die Standpauke,

Foto-auf-dem-Computer-Löschen, die-längst-fälligeneue-Matratze-Kaufen

und der-Ver-

Das beste Bibelkapitel für den

nicht die Laute.

BIBEL LESEN IM NOVEMBER?

käuferin-einen-Osterwitz-Erzählen.

November ist das Kapitel «Auch

UUUUH. SCHWIERIG. DIE BIBEL

Weiter im November der Leichtigkeit:

Such die Nähe derer, bei denen

also Prediger 3, 1-12. Den letzten

dieser Monat geht vorüber imfall»,

IST EINS DER UNLUSTIGSTEN

BÜCHER IM GESTELL.

du dich wohlfühlst, und halt dich fern

Vers schreibst du von Hand ab und

von emotionalen Energievampiren. Geh früher schlafen. klemmst ihn auf den Kühlschrank. Als Erinnerung, dass

Du bist dann besser gelaunt und widerstandskräftiger. du nicht das Schicksal der ganzen Welt auf deinen Schultern

tragen musst. Wer übrigens an einen Liebgott glaubt,

Koch mal ein neues Rezept und kauf mal eine Teesorte, die

du noch nie probiert hast. Hör dir keine Requiems und keinen

Black Metal an, ersetz Dramen durch Komödien, lies zu denen, die an einen Strafgott glauben und ständig ein

hat einen Vorsprung bei der Lebensfreude, im Gegensatz

«Glück kommt selten allein» von Eckart von Hirschhausen,

oder Andreas Malessa, Hanns Dieter Hüsch, Substan-

Prediger 3, 1-12.

schlechtes Gewissen im Genick haben. Gerade hier hilft

zielles auf humorvoll halt, oder Bill Bryson, notfalls gräbst Man kann sich den November auch mit Psalmen und

du noch einen alten Ephraim Kishon aus. Dafür staubst du Lobgesängen füllen. Mein Ding ist das nicht, ich stehe auf

die zehn schlechtesten Bücher aus deinem Gestell. Ausmisten

befreit die Seele sowieso.

der Pop-Welt singt 1. Korinther 13 entlang dem Air in

Popkitsch. Tipp zum Reinhören: Die beste Frauenstimme

Bibel lesen im November? Uuuuh. Schwierig. Die Bibel ist G-Dur aus der 3. Orchestersuite von Johann Sebastian

eins der unlustigsten Bücher im Gestell. Sie mag inspi- Bach. Amy Sky heisst die Frau. Sie ist Komponistin, Multiinstrumentalistin

und ihr Song heisst «Love never fails».

Die Kanadierin ist sträflich unterbewertet.

Übrigens ist Musik noch viel schöner, wenn man sie auf

dem Kopfhörer bei ausgedehnten Spaziergängen geniesst.

Jede Rauszeit lässt die Seele atmen, und wenn der Nebel

drückt, nimmst du eben die nächste Luftseilbahn an die

JETZT IM BUCHHANDEL

Sonne. Noch ein Tipp: Mach’s wie ich, probier die anderen

Seit ich tot bin,

mit deinen Begeisterungen anzustecken und geniess sie

kann ich damit leben

selber, pack den November voll damit, Musik, lesen, lesen,

Geistreiche Rückblicke

tanzen, Holzkühe schnitzen, für Gäste kochen. Und Tiefkühler

ins Diesseits

abtauen.


THEMA ERF MEDIEN MAGAZIN ı 11.2022 ı 9

Noch etwas zum Strafgott oder Liebgott oder meinetwegen

geschlechtsneutral zur Gottheit: Wer glaubt, dass

Gott einem all den Bockmist vergibt, den man halt so baut

im Leben, dem fällt das Leben und Vergeben leichter. Es

macht dankbar und gelassen. Man findet die nötige Distanz,

um sich selber und die Umstände aus einer höheren

Warte zu betrachten. Der Horizont wird weiter, die Probleme

erscheinen kleiner, man erträgt alles leichter, nicht

Haben wir Humor schon definiert? Ich glaube nicht. Also:

Humor ist die Gabe, der Unzulänglichkeit der Welt und der

Menschen, den Schwierigkeiten und Missgeschicken des

Alltags mit heiterer Gelassenheit zu begegnen. Glaube und

Humor sind also artverwandt. Man tritt den Unzulänglichkeiten

des Lebens entspannter gegenüber. Die grösste Unzulänglichkeit

des Lebens ist Tod. Dem darf man mit einem

Lachen begegnen.

zuletzt sich selber, kann über die Dinge

Komik besteht ohnehin aus Truth and

DAS WISSEN, DASS

und über sich lachen, selbst wenn man mal

Pain, aus Wahrheit und Leiden, das wissen

MAN GELIEBT WIRD,

von der Bühne gebuht wird.

alle Komikschaffenden. Das ist ein Naturgesetz,

HILFT DEM HUMOR

Ich finde sowieso, dass der Mensch zwei

Augen bekommen hat, damit er auch mal

AUF DIE SPRÜNGE.

dem man nicht entfliehen kann.

Man kann Menschen dazu zwingen, über

eins zudrücken kann. Wetten, Gott macht das auch, anders

ist die Menschheit doch nicht zum Aushalten. Du kannst

also auch deine ewige Selbstoptimierung etwas reduzieren

und die Fünfe gerade sein lassen. Auch vor dem Spiegel.

Ich bin 53, mir wachsen die Haare jetzt aus den Ohren statt

auf dem Kopf, und verheult in den Spiegel zu starren, ändert

nichts daran. Eine Krone ist nur vollständig, wenn ihr

ein, zwei Zacken fehlen.

Noch was zu Gott: Wer an einen befreienden Gott glaubt,

kann auch über Religion lachen, insbesondere über jene

Vertreter, die höhere Ansprüche stellen, als sie selber erfüllen

können. Interessanterweise stehen sich in diesem

Punkt liberale Christen und liberale Moslems in ihrer

Geisteshaltung oft näher als fundamentalistische Christen

und fundamentalistische Moslems, die an einen Strafgott

glauben. Über die eigene Humorlosigkeit zu lachen, wäre

schon höhere Kunst.

Das Wissen, dass man geliebt wird, hilft dem Humor auf

die Sprünge. Man wird unabhängiger vom Urteil anderer,

hat weniger Verlustängste und mehr Mut, auch mal etwas

zu wagen, bei dem man missverstanden werden könnte.

schwarzen Humor zu lachen, selbst wenn sie es nicht wollen.

Ich habe das mit meiner Kabarettnummer über einen

Selbstmordattentäter selber erlebt (dass man die auf meiner

Homepage noch findet, werde ich hier natürlich geflissentlich

verschweigen, ich als Gegner des Zeitvertrödelns

im Internet). Aber schwarzer Humor darf sein, finde ich.

Einer meiner Auftraggeber, ein 87-jähriger Industrieller,

dem ich Kurzbiografie sowie den Lebenslauf geschrieben

habe, sagte vor ein paar Wochen: «Wärst du bereit, ihn

an meiner Abdankung selber zu lesen? Unser katholischer

Pfarrer ist schon sehr alt, da müssten wir hoffen, dass er

nicht vor mir stirbt.»

Wenn also der Tod einem mit seiner Schwere drohen

will, darf man ihn auslachen, ihn und seinen Lieblingsmonat:

Hallo November, dieses Jahr ist uns das Lachen schon

im Frühling vergangen, probier gar nicht erst, noch eins

draufzugeben, ich werde den ersten Advent lächelnd und

lachend erreichen. Machedi loschtig, hat meine Appenzeller

Grossmutter Annetta gern gesagt, wenn jemand an die

Chilbi oder auf den Tanz ging. Sie hatte recht. Macht euch

lustig.

Darum gab es lange fast keine weiblichen Kabarettisten:

Frauen wollten tendenziell eher Fettnäpfe vermeiden, sie

wollten nicht missverstanden werden. Heute ist es ein wenig

besser. Aber nur ein wenig. Ich war mal Inputer einer

Satiresendung, und die Sendungsmacher, Giacobbo und

xxxxxxx

Müller, bekamen nur mit Müh und Not Frauen als Gäste ins

Studio. Weil Männer risikoaffiner sind. Darum bauen sie ja

auch mehr Mist im Leben.

Missverstanden zu werden, gehört übrigens zum Berufsrisiko

des Satirikers. Vor Jahren schrieb mir mal eine Leserin

nach der Lektüre einer Glosse: «Wenn ich Gott wäre

und Sie mein Sohn, dann hätte ich Ihnen tüchtig eins auf

ihr Lästermaul gehauen.» Ich antwortete ihr: «Da bin ich

aber froh, dass Sie nicht Gott sind und ich nicht ihr Sohn.»

USER ZUR PERSON

Der Heimwehappenzeller und Wahlbaselbieter

Willi Näf ist Satiriker und Kolumnist,

Ghostwriter und Texter. Seine beiden Töchter

sind ausgeflogen, seine Frau ist noch da. Sein

aktuelles Buch heisst «Seit ich tot bin, kann

ich damit leben» (adeo Verlag), es ist laut

NZZ am Sonntag «überraschend, geistreich

und unterhaltsam» und laut jesus.ch «überraschend,

geistreich und witzig».

Buchungen für Erzähl- und Leseabende

oder -matinees: willinaef.ch


Seminare

Seminar «Traumasensibler Umgang mit Menschen»

Das Seminar vermittelt notwendiges Grundwissen über Trauma, den

Umgang damit und wie ich selbst dabei gesund bleibe.

04. - 06. November 2022, mit Gerhard Quiring, Traumaberater

Retraite «Mit dem Pinsel beten»

Wer sich gerne kreativ ausdrückt und auf künstlerisches Knowhow zu

Gunsten von Herzensausdruck verzichten kann – liegt hier genau richtig!

07. - 11. November 2022, mit Kathi Kaldewey, Erwachsenenbildnerin

Bibelwoche «Ist der Himmel grösser als wir denken?»

Unterschiedliche Meinungen kursieren unter Christen über den Himmel.

Lassen Sie sich inspirieren, denn der Himmel ist grösser als wir denken.

07. - 11. November 2022, mit Jens Kaldewey, Bibellehrer und Seelsorger

Retraite «Einführung in die Stille - Da bin ich, mein Gott!»

Dieses Wochenende richtet sich an Menschen, die noch wenig

Erfahrung mit der Stille vor Gott haben und gerne dazulernen möchten.

11. - 13. November 2022, mit Jens Kaldewey, Bibellehrer und Seelsorger

«Mis Ländli» – wie ein zweites Zuhause.

Im Ländli 16 • 6315 Oberägeri

Telefon 041 754 91 11 • www.hotel-laendli.ch/seminar&tagung

CHRISTEN-

VERFOLGUNG

2022 | 2023

In dieser Ausgabe des Wochenmagazins IDEA

lesen Sie, wie Christen in verschiedenen Ländern

aufgrund ihres Glaubens verfolgt, verhaftet und

gefoltert werden. Zusätzlich zu den Berichten

finden Sie auch hilfreiche Informationen darüber,

wie man bedrängten Christen beistehen kann. Ein

guter Anlass zum Verteilen sind die „Sonntage der

verfolgten Kirche“ am 13. und 20. November 2022.

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für Ihre Gemeinde,

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12 ı THEMA

SICH SELBST NICHT ALLZU ERNST NEHMEN

Selbstironie als Überlebensstrategie

VON MATTHIAS HAUSER

Matthias Hauser kann vieles nicht. Und lacht darüber. Neuerdings lässt er auch andere darüber lachen.

Als Stand-up-Comedian zeigt er in seinem ersten Bühnenprogramm, wie er leibt und vergeigt.

«Willkommen zu Hauser» besteht hauptsächlich aus selbstironischen Geschichten. Der Komiker

und FENSTER ZUM SONNTAG-Talk-Redaktor erlebt, was auch die Humorforschung belegt: Wer über

sich selbst lacht, überlebt zufriedener und entspannter.

Ich habe zwei linke Hände. Wenn ich mit anpacke, ist es

ungefähr so, wie wenn zwei andere loslassen. Ich kann

mich gar nicht gut orientieren, bin ein regelrechter Orientierungslegastheniker.

Meine Frau würde es nicht wundern,

wenn ich mich irgendwann beim Rasenmähen verfahre.

Dazu kommt meine ausgeprägte

wirklich gut geht. Also fahre ich weiter. Ich ernte immerhin

kein wütendes Hupkonzert wie bei der ersten Prüfung,

als ich einem Lastwagenfahrer die Vorfahrt nahm. Ich

übersehe im Vergleich zum zweiten Versuch auch keinen

Rechtsvortritt, was pures Glück ist. Das heikle Seitwärtspark-Manöver

lässt der Experte aus

Rechtsvortritt-Schwäche, die ich nach

einer gutschweizerischen Methode zu

kaschieren versuche: «Zuerst einmal

schauen, was der andere macht. Wenn

es nicht hupt, werde ich wohl Vortritt

haben.»

SOBALD ICH ÜBER MEIN

SCHEITERN LACHEN KANN,

HEBT DAS MEINE LAUNE UND

ICH GEWINNE DISTANZ ZU

MIR UND DEM EREIGNIS.

Sicherheitsgründen sogar ganz weg.

Nach der Fahrt sind der Experte und

ich gleichermassen erschöpft und froh,

dass es vorbei ist. Er zeigt viel Goodwill

und erspart mir ein weiteres Versagen

und die totale Demütigung: die psychologische

Klar war es ärgerlich und peinlich, dass ich dreimal zur

Autoprüfung antreten musste. Und selbst der letzte und

entscheidende Anlauf wurde zur wortwörtlichen Zitterpartie.

Als ich seitwärts einparken soll, beginnt mein rechtes

Bein plötzlich heftig zu zucken. Auf und ab. Auf und ab. Es

hört nicht auf zu zittern. Kleinlaut bitte ich den Experten,

mich diese Übung später nochmals versuchen zu lassen.

Er willigt ein. Mit einem sorgenvollen Blick, ob es mir auch

Abklärung. Ich bin froh, den Führerschein endlich

zu bekommen. Auch wenn es sich so anfühlt, als hätte ich

ihn ermogelt.

Ich war nie der Prüfungsmensch. Viele entscheidende

Prüfungen habe ich im ersten Anlauf vermasselt. Aber

war der erste Schmerz erst mal vorbei, konnte ich darüber

lachen. Und damit auf den Strassen keine Panik ausbricht:

Ich fahre seit 16 Jahren unfallfrei, imfall!


THEMA ERF MEDIEN MAGAZIN ı 11.2022

ı 13

NÄCHSTE AUFTRITTE

17. November / 20 Uhr

Kurzauftritt im

Comedyhaus Zürich

8. Dezember / 16 Uhr

Comedy Talent Apéro am

Humorfestival Arosa

ALLE AUFTRITTSDATEN,

VIDEOS UND BUCHUNGS-

MÖGLICHKEIT UNTER:

MATTHIASHAUSER.NET

Natürlich rege ich mich im ersten Moment tierisch auf,

wenn ich versage. Gerade bei alltäglichen Dingen. Wenn

ich es bei einem simplen IKEA-Regal einfach nicht schaffe,

zwei Bretter zu verschrauben, und erst nach einer halben

Ewigkeit völlig verschwitzt und entnervt feststelle, dass ich

die falschen Bretter in der Hand habe. Oder wenn meine

Kinder mir nicht folgen. Letztens sagte ich doch tatsächlich

zu meinem 7-jährigen Erstgeborenen: «Jetzt platzt

mir dann die Hutschnur!» Und kaum zwei Sekunden später,

als ich wieder aus seinem Zimmer raus war, musste ich

über mich selbst lachen. Wie herrlich bünzlig bin ich doch,

sogar wenn ich mich aufrege.

Und es ist nicht verkehrt, dass man auch mal seinem

Unmut kurz Luft macht oder auch mal traurig, wütend und

enttäuscht ist. Doch wie lange? Und wie behalte ich eine

Situation in Erinnerung? Als ich über meine ultragestelzte

Formulierung an meinen Sohn schmunzelte, war der Ärger

über ihn auch schon fast wieder verflogen. Selbstironie löst

so viel Anspannung.

Sobald ich über mein Scheitern lachen kann, hebt das

meine Laune und ich gewinne Distanz zu mir und dem

Ereignis. Und wenn sogar noch andere mit mir zusammen

darüber lachen können, geht es uns allen besser. Es ist

wohltuend, befreiend und heilend. Kein Wunder, meinte

der legendäre Clown Dimitri, man müsse die vier Elemente

Luft, Feuer, Erde und Wasser erweitern um ein fünftes:

«um den Humor».

Wer scheitert und darüber lachen kann, hat auch immer

eine tolle Story auf Lager. Ich meine, was kann man schon

erzählen, wenn man die schönsten und problemfreisten

Ferien erlebt? Eben. Aber wenn man sich in Athen, um

vom Flughafen zum Hafen zu gelangen, über eine Stunde

in einen völlig überfüllten Bus zwischen Menschen,

Gepäck und Hühner quetschen muss, wo Temperaturen

wie im Backofen herrschen, weil die Klimaanlage nicht

funktioniert, dafür aber die Sitzheizung ... Und das Radio

in dem Moment «Killing me softly» spielt. Und man

danach auf der Überfahrt nach Kreta seekrank wird und

seinen vorher gegessenen Gyros mit Tsatsiki unfreiwillig

wieder hergeben muss. Und dann endlich wieder mit

festem Boden unter den Füssen nach Luft schnappend und

um Fassung ringend einen Fehltritt macht, dass – knack!

– das Kreuzband reisst. So dass man mit einem kleinen

Flugzeug gleich wieder nach Athen zurückgeflogen werden

muss, um sich in ärztliche Obhut zu begeben. Dann

ist das zwar ein miserabler Ferienstart, aber noch Jahre

später eine gute Geschichte. Insbesondere wenn sie – wie

gerade geschehen – da und dort etwas übertrieben erzählt

wird. Aber das Kreuzband war tatsächlich hinüber. Naja,

immerhin waren wir zum Baden und nicht zum Wandern

nach Griechenland gekommen.

Wer sich selbst nicht allzu ernst nimmt und sich so durch

den Kakao ziehen kann, dass er noch schmeckt, geht unbeschwerter

durchs Leben. Das bestätigt auch Uni Zürich-

Professor Dr. Willibald Ruch. Aus seiner über 40-jährigen

Humorforschung weiss er: «Humor ist in der Lage, kurze

Momente des Glücks auszulösen, weil bei der Erheiterung

eine Region im Gehirn angesprochen wird, die für die Belohnung

zuständig ist.» Wer lacht, kann sich also ungefähr

den Dopamin-Kick holen, den Schokolade auslöst, einfach

ohne dass er sich auf den Hüften bemerkbar macht.

USER ZUR PERSON

Matthias Hauser, 1988 ist Orientierungslegastheniker,

Pinguinversteher, Koalaberner,

Chillosoph, Wortspieler und dreifacher Vater

FENSTER ZUM SONNTAG-Talk-Redaktor

Mein Herz brennt für Geschichten, die Menschen

erlebt haben. Sie müssen auch nicht

lustig sein. Als Redaktor liebe ich es, anderen

Menschen und ihren Erfahrungen eine

Plattform zu bieten. Ich kann meine ernsthafte,

nachdenkliche und gefühlvolle Seite

voll einbringen. Auf der Bühne wiederum

kann ich mein Rampensau-Gen und meinen

Sinn für Humor ausleben.


Werte, die sich seit

Abraham bewähren.

Schon der Glaubensvater Abraham hat Silber als Tauschmittel verwendet. Silber schwankt

seit Jahrtausenden in grossen Zyklen um den Goldpreis. Gemessen an der Historie ist

Silber derzeit in Bezug auf Gold deutlich unterbewertet und zusätzlich physisch knapp.

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Zahnpasta, Zahnbürste (in Originalverpackung), Seife (in Alufolie

gewickelt), Shampoo (Deckel mit Scotch verklebt), 2 Notizhefte

oder -blöcke, Kugelschreiber, Bleistift, Gummi, Mal- oder Filzstifte,

2–3 Spielzeuge wie Puzzle, Ball, Seifenblasen, Stofftier, Spielauto…

Evtl. Socken, Mütze, Handschuhe, Schal.

Päckli für Erwachsene

1 kg Mehl, 1 kg Reis, 1 kg Zucker, 1 kg Teigwaren, Schokolade, Biskuits,

Kaffee (gemahlen od. instant), Tee, Zahn pasta, Zahnbürste (in Originalverpackung),

Seife (in Alufolie gewickelt), Shampoo (Deckel mit

Scotch verklebt), Schreib papier, Kugelschreiber. Evtl. Ansichts karten,

Kerzen, Streichhölzer, Schnur, Socken, Mütze, Handschuhe, Schal.

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18 ı REISEN

Wer Ferien plant, sollte sich selbst gut kennen

VON VERENA BIRCHLER

Gut, gibt es so viele unterschiedliche Geschmäcker in Sachen Urlaub. Während es die einen an den Strand

zieht, fühlen sich andere nur wohl bei Temperaturen unter zehn Grad. Und wenn Museumsrocker auf

Nachtschwärmer treffen, wird die gemeinsame Urlaubsplanung zu einer veritablen Herausforderung,

die schon mal den Haussegen schief hängen lässt. Schwierig wird es auch, wenn die einen gerne immer

am selben Ort ihre Ferientage verbringen möchten, während andere Neues entdecken wollen.

Gerne stellen wir Ihnen einige Urlaubstypen vor, die unterschiedlicher

nicht sein könnten. Deshalb gleich vorneweg:

Ferien getrennt und allein zu verbringen, bedeutet nicht

gleich, dass die Beziehung kurz vor dem Aus steht. Und auch

eine Familie erträgt das gut, wenn es mal einen Vater- oder

Mutter-Kind-Urlaub gibt; es müssen nicht immer alle am

Start sein. Hauptsache, man weiss, was man will, und begnügt

sich nicht damit, jahrzehntelang Kompromisse einzugehen.

Hier also ein paar Typen – irgendwo werden Sie sich

finden.

Die gemutlichen

:

Das sind jene, die gerne den ganzen Tag am Strand liegen und beim Lesen innerlich

Abenteuer erleben. Da der Alltag genug Stress mit sich bringt, lesen die Gemütlichen

gerne ein gutes Buch am Strand, hören Musik am Pool und freuen sich über

das «süsse Nichtstun».

Die aktiven

Einen Tag unter einer Palme zu liegen, geht gar nicht. Die Aktiven wollen so viel

Neues wie möglich lernen, gehen auf jede Exkursion mit und abends, statt an

der Bar abzuhängen, gibt’s noch Sternegucken auf dem Berggipfel.

Die Sinnsuchenden

Geschichte und fremde Kulturen entdecken – was gibt es Spannenderes. Schliesslich

kann man von allen Menschen lernen: Wie denken sie, wie ist ihr Leben, woran glauben

sie, und selbstverständlich möchte man auch gerne Kirchen besuchen – sofern sie

nicht geschlossen sind. Da sie aber flexibel sind, tauschen sie die verschlossenen Türen

gegen die offenen in Opern, Kunstausstellungen und Sterneküchen.

Die Abenteurer

Die Abenteurer finden, «ausruhen kann ich, wenn ich alt bin». Jetzt geht es darum,

den Adrenalinspiegel in die Höhe zu jagen. Kajakfahren, Fallschirmspringen, mit dem

Hai um die Wette schwimmen, einmal Matterhorn und zurück und nach dem Bob Run

in St. Moritz sich wie ein Sieger fühlen.

Die Naturfreunde

Gott hat das Paradies geschaffen und an vielen Orten kann man es noch fühlen. Wer

die Natur liebt, wird sich nie langweilen. Egal zu welcher Jahreszeit Sie sich darin bewegen,

tut das der Seele gut. Wer also unter dem freien Himmel liegt, kann durchaus

Gott begegnen.


MEDIENTIPP

ERF MEDIEN MAGAZIN ı 11.2022 ı 19

IHR MEDIENTIPP IM

ERF MEDIEN MAGAZIN

Haben Sie etwas entdeckt,

das wir hier vorstellen sollten?

Schreiben Sie uns

an info@erf.ch

sehenswert – lesenswert

BIBEL LESEN UND BIBEL VERSTEHEN

Die «BeröaLeselounge» ist eine digitale Plattform, die im täglichen Glaubensleben unterstützt

und zum regelmässigen Bibellesen motiviert.

Die digitale Leselounge hilft, die Bibel nach Plan zu entdecken. Die Empfehlung lautet,

täglich einen Abschnitt in der Bibel zu lesen. In der WebApp befindet sich dazu eine Auswahl

an Leseplänen. Die Bibellesepläne gibt es mit Erklärungen zum Bibeltext. Tagesandachten

zum Lesen, Hören oder Teilen sowie Bücher zu biblischen Themen sind ebenfalls in der App

zu finden.

Die Leselounge ist kostenlos und kann als App auf dem Smartphone oder Tablet offline

genutzt werden. Sie ist ein Produkt des Beröa-Verlags, welcher im Herbst 1957 von einer

Gruppe Christen gegründet wurde mit dem Ziel, bibeltreue Kommentare, Zeitschriften,

Kalender und Flyer herauszugeben.

App zum Downloaden

Google PlayStore: Suche nach «BeröaLeselounge»

Webseite

leselounge.beroea.ch

PRINTMAGAZIN MIT LEBENSTHEMEN

Website

melchiormagazin.com

Das Cover-Bild ist typisch für «Melchior» – auf der Frontseite des Magazins

befinden sich immer Porträts von Menschen. Schwerpunkte des Magazins sind

existenziellen Fragen gewidmet, zum Beispiel: Tier, Mensch und Maschine; Verantwortung;

Autonomie und Gemeinschaft.

Die Macherinnen und Macher verstehen sich als Suchende. «Wir sind junge

Katholiken auf der Suche nach dem Schönen, Wahren und Guten», heisst es im

Impressum. Auf diese Suche will man auch die Leserschaft mitnehmen. «Hallo

Freunde!» lautet die Begrüssung im Editorial. Damit will die Redaktion zum Ausdruck

bringen, dass sie die Leserinnen und Leser nicht als Konsumenten betrachten,

sondern als Menschen, die mit ihnen auf der Suche sind.

Herausgeber von «Melchior» sind zwei Vereine: Fisherman.FM und YOU! – Jugendverein

für christlich/katholische Werte. Das Printmagazin erscheint zweimal

im Jahr und hat keine fixen Abokosten; man kann so viel zahlen, wie es einem

wert ist. Einzig der Richtpreis von 7.50 Euro oder 11 Franken ist einzuhalten.


20 ı LESETIPP

Lesetipp

MARIE KRÜERKE

Wo die Freude wohnt

Eine Einladung für mehr Lebenslust und Leichtigkeit im Glauben

Dieses Kreativbuch öffnet die Tür zu einer besonderen Gedankenreise: ein Rundgang durch das

Haus unseres Lebens. Es ist eine Einladung, Gott in jedem Zimmer des Hauses neu zu erfahren –

und die Freude einziehen zu lassen: ins eigene Leben und in unseren Glauben.

Wir lassen auf dem Dachboden die Sorgen los und erhalten in der Bibliothek ein Versprechen

von Gott. Im Garten begegnen wir unseren Freundschaften und im Festsaal feiern wir eine

grosse Party. Jeweils zugeordnet zu einem Ort werden verschiedene Themen behandelt (Frustration,

Körpergefühl, Leidenschaften ...) und wird Raum für Ideen gelassen.

Mit Fragen, kreativen Aktionen, einprägenden Bibelworten und liebevoll gestalteten Illustrationen

werden in diesem Buch alle Sinne angesprochen. Überall begegnen uns auch Orte zum

Eintragen eigener Gedanken und Gebete – und nicht zuletzt viele konkrete Anregungen, wie die

Freude wieder mehr Raum gewinnt.

book-ope

TOP-

TIPP

Neukirchener Verlag · ISBN 978-3-7615-6828-6 · 176 Seiten · ~ CHF 22.90

ANDREAS MALESSA

RETRO SIND WIR

EINFACH COOLER

Humorgeschichten von den jungen Alten

Knackig sind sie beide noch: Es knackt in

allen Gelenken. Gemeinsam mit dem

urkomischen Ehepaar Roswitha und

Wolf-Rüdiger erlebt man realsatirisch

skurrile Alltagssituationen. Auch meistern

die Senioren all die kuriosen Challenges,

die ihnen das Leben vor die Füsse

wirft: stromausfall-verursachende Partys

der jungen Nachbarn, unverschämte

Cholesterinwerte und die mythischen,

allwissenden Social-Media-Apps ...

Ein vergnügliches Leseerlebnis für alle,

die sich jenseits der 60 oder schon im

(Un)Ruhestand befinden. Erdacht von

Andreas Malessa, der bereits mit dem

Vorgängerband «Jede Falte hart erlacht»

für jede Menge Lachtränen sorgte.

Gerth Medien

ISBN 978-3-95734-895-1

112 Seiten · ~ CHF 18.90

DAVID LUBEGA,

CARMEN BOHNACKER

MAMBO NO.1

Mein Leben nach dem Erfolgsrausch.

Ein Weltstar begegnet Jesus.

Mit seinem Hit «Mambo No. 5» wird

David Lubega als Lou Bega über Nacht

zum Star. Die Welt liegt ihm zu Füssen:

Endlich ist er da, wo er immer hinwollte!

Er tritt auf internationalen Bühnen auf,

führt ein ausschweifendes Leben, sucht

die Extreme – doch innerlich bleibt er

leer. Verzweifelt macht er sich auf die

Suche nach Sinn.

Doch David erleidet mit 24 Jahren einen

Herzinfarkt und seine Ehe steht vor dem

Aus. Alles scheint verloren, als Gott

eingreift: Bei einem letzten gemeinsamen

Urlaub vor der geplanten Trennung,

findet David durch eine Bibel in einem

Hotelzimmer zum Glauben an Jesus. Ist

das seine Chance für einen Neuanfang?

SCM Hänssler

ISBN 978-3-7751-6167-1

272 Seiten · ~ CHF 32.50

JONAS GOEBEL

JESUS, FÜSSE RUNTER!

Meine schräge WG auf Reisen

Wie ist es eigentlich, mit Jesus unterwegs

zu sein? Das erleben Jonas und seine

Freundin Trixi auf ihrer Interrail-Tour

durch Europa. Ungebeten hat sich Jesus

den beiden mit seinem Rucksack angeschlossen,

um sie auf ihrer Tour nach

Istanbul, Sarajevo, Rom, Paris und London

zu begleiten. Gemeinsam tanzen sie

atemlos auf einem Helene-Fischer-Konzert,

düsen mit der Vespa durch Rom oder

teilen im Bord-Bistro die Currywurst.

Dabei stellen sie fest: Eine Reise mit Jesus

ist ziemlich anstrengend, nervig und

schräg, aber auch voller einmaliger

Begegnungen und göttlicher Momente.

Das neue Jesus-Buch von Jonas Goebel

voller Witz und Tiefgang.

Verlag Herder

ISBN 978-3-451-39324-2

176 Seiten · ~ CHF 22.90


SERIE

gott

ı

ist…

ERF MEDIEN MAGAZIN ı 11.2022

21

Gott ist … alles andere als Langeweile

VON ANDREAS BOPPART

«Gibt es schliesslich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?»,

mutmasste Charles Dickens. Der Liebe sind wir uns bewusst, wenn wir auch oft an ihr scheitern.

Absolut unter seinem Wert und unter dem Radar vieler läuft jedoch das Parallelgeschenk Gottes: der Humor.

Humor ist wohl die meist unterschätzte himmlische Gabe

zur Erträglichkeit des Lebens, zu der jedoch nicht alle

gleichermassen den Zugang finden. Gerade auch die gefühlte

Spannung zwischen Geistlichkeit und Humor raubt

Letzterem an vielen Orten seine Existenzberechtigung und

beschränkt manche geistlichen Handlungen und sakrale

Räume auf schon fast bitteren Ernst.

Bei uns Christen grassiert die Angst, bei einem humorvollen

Jesus irgendwelche Abstriche bei der Heiligkeit

Gottes machen zu müssen. Dabei streichen manche auf

Kosten von Humor und Lebensfreude die menschlichen

Züge von Jesus, um ihn in einen unantastbaren, überirdischen

Glanz zu hüllen. Ein irrationaler Rückschluss, da

wir auch von seinen Wutausbrüchen im Tempel lesen, die

eine ähnliche Dynamik im Zusammenhang mit Heiligkeit

aufweisen. Aber weder Wut noch Humor schliessen seine

Heiligkeit aus. Wir Menschen stolpern somit im Leben oft

nicht über Gott selbst. Wir stolpern über unser Gottesbild.

Was vielleicht eine Renovation benötigt.

«Es war zu allen Zeiten für viele Christen nicht einfach,

das zu verkraften: Jesus auf einer Hochzeit, locker und

fröhlich mittendrin», schreibt der Theologe Christoph

Morgner. Obwohl «Freude» zu einem der Hauptworte in

der Bibel gehört und geschrieben steht «… eure Freude soll

niemand von euch nehmen» (Johannes 16,22), versuchen

wir allzu oft, genau diese Freude und das herzhafte Lachen,

vor allem aber den oft zu Unrecht als «weltlich» bezeichneten

Humor, von Jesus zu subtrahieren. Und wie schon in

biblischen Zeiten ist er auch heute noch manchen Religiösen

zu fröhlich (Lukas 7,34). Dabei soll genau diese Freude,

die er ausstrahlt, unsere Stärke sein (Nehemia 8,10).

«Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht», hat

Christus gesagt (Matthäus 11,30). Wir beschweren uns und

andere durch Lieblingsdogmen oft unnötig. Denn je näher

wir Gott kommen, umso leichter wiegt das Leben. Humor

ist Gottes Geschenk an uns, das Leben zu ertragen. Nicht

um den Schmerz oberflächlich auszudrücken oder ihm

auszuweichen. Sondern mitten in ihm, durch ihn wieder

ins Leben hineinzufinden. Der Theologe Helmut Thielicke

sieht im Humor eine Seelenhaltung, ein Status weltüberwindender

Distanz, der den Rahmen des Augenblickes

sprengt. Dem pflichtet die Psychologie bei, die Humor

als die Fähigkeit bezeichnet, Distanz zu sich oder einer

Situation zu nehmen. Humor schafft diesen Freiraum der

Distanz überhaupt erst. Oftmals ist diese Distanz auch eine

unter Schmerzen errungene Disposition, nämlich die Freiheit

und Souveränität gegenüber dem Schicksal. Humor

ermöglicht uns, auch in schmerzlichen Lebenslagen eine

gesunde Distanz zu entfalten.

Diese Fähigkeit ist die wesentliche Eigenschaft des

göttlichen Geschenkes. Das Angebot, im Alltag die Ebene

wechseln zu können, den Schauplatz des Geschehens innerlich

zu verlassen und die Ereignisse oder sich selbst aus

einem entfernteren Blickwinkel zu betrachten. Dabei erlebe

ich, wie sich immer wieder eine Leichtigkeit ausbreitet,

wenn ich mein Leben von «ausserhalb» betrachten kann.

Wenn bei uns Christen nicht gelacht wird, dürfen Menschen

zu Recht nervös werden – denn mit der Gewissheit

der Erlösung geht ein Grundrauschen der Freude einher.

Karl Barth machte drei Wochen vor seinem Tod folgende

bezeichnende Aussage: «Ein Christ treibt dann gute Theologie,

wenn er im Grunde immer fröhlich, ja mit Humor bei

der Sache ist. Nur keine verdriesslichen Theologen! Nur

keine langweilige Theologie!» Möge diese Forderung von

Barth in uns weiterklingen.

Ach übrigens, die gute Nachricht an alle Humorlosen:

Humor ist lernbar. Viel Freude bei der Suche nach ihm und

der damit verbundenen Lebensleichtigkeit.

SERIE «GOTT IST ...»

Wie oder wer ist Gott eigentlich? Diese Frage beschäftigt

die Menschen schon lange. In der Bibel werden unterschiedliche

Bilder gebraucht, um Gott zu beschreiben. In einer

Serie teilen Theologinnen und Theologen aus verschiedenen

Denominationen ihre Vorstellungen, wie Gott ist.

xxxxxxx

USER ZUR PERSON

Andreas «Boppi» Boppart ist verheiratet und

Vater von vier Kindern. Andreas ist Leiter Campus

für Christus Schweiz, Autor und Referent und

sein Herz brennt für die Wiederentdeckung der

Schönheit eines kraftvollen und ganzheitlichen

Evangeliums. Ausserdem für Christusbeziehungen,

die veränderte Leben hervorrufen.


22 ı

RADIO LIFE CHANNEL

SCHWERPUNKTTHEMA

UNBESCHWERT

ALLE BEITRÄGE SIND ONLINE ABRUFBAR.

erf-medien.ch/unbeschwert

Der Herbst bringt mit seinen kurzen Tagen, dem

oft trüben Wetter und den Vorboten für den Winter

viel Schwere mit sich. Wir wollen uns bemühen,

uns in all der Schwere auch eine gewisse Leichtigkeit

zu bewahren. Wie können wir unserem Leben

einen Teil der Schwere nehmen? Was hilft uns

durch Zeiten, die sich grau und kühl anfühlen?

Welche Ressource kann Humor in schweren Zeiten

darstellen - und inwiefern kann auch Melancholie

heilsam sein? Diesen Fragen gehen wir nach.

Di, 8. November | 20.00 Uhr

TALK |

TSCHÜSS SCHWERE,

HALLO LEICHTIGKEIT

Nebel zieht durchs Tal, umschlingt Wälder, schluckt Perspektive und Aussicht.

Was dieser Tage in der Natur zu beobachten ist, kann auch mit unserer

Stimmung und mit unserem Lebensgefühl passieren. Anstelle Nebel

sind es erschwerende Gedanken, die uns immer wieder Leichtigkeit entziehen.

Wie werfen wir Gewicht ab und lassen die Nebeldecke unter uns?

US EM LÄBE |

link.erf-medien.ch/QEHrQn

SKIN-CARE-WAS?!?

Was die eigenen Kinder am Mittagstisch so alles von der Schule erzählen, ist

für Tamara Boppart abwechslungsweise erheiternd, besorgniserregend,

erfreulich oder eben Grund zu einem gesellschaftskritischen Rundumschlag.

Kürzlich war Letzteres der Fall. Humor hilft dabei als bewährte Bewältigungsstrategie

ungemein.

link.erf-medien.ch/6NJ3nY

US EM LÄBE |

EIN BISSCHEN FREUDE SCHENKEN

IST EINFACHER ALS GEDACHT

Tagtäglich begegnen wir verschiedensten

Menschen. Vielleicht ist unser

Gruss oder unser Lächeln die einzige

positive Aufmerksamkeit, welche diese

Person heute erhält. Das wurde mir

wieder einmal bewusst, als mein

zweijähriger Sohn einfach so zwei

Männer grüsste, die in einem Gespräch

vertieft waren. Ich kann vermehrt mit

offenen Augen für meine Mitmenschen

durchs Leben gehen. Und ihnen

mit einer kleinen Geste zeigen,

dass ich sie wahrnehme.


RADIO LIFE CHANNEL

ERF MEDIEN MAGAZIN ı 11.2022 ı 23

link.erf-medien.ch/kVajXz

SONNTAGSPREDIGT |

ACHTUNG, FERTIG, FREUDE!

Manchmal könnten wir laut jubeln vor lauter Freude, es in die Welt schreien.

Manchmal aber gibt es auch Zeiten, da scheint alles nur grau. Wie Nebel

umgeben uns Sorgen, Stress, Trauer. Und es scheint keinen Durchbruch zu

geben, die Sonne weit weg. Und doch scheint sie immer noch. Auch hinter

der Nebelmauer. Und genau das sollen wir nie vergessen: Die Liebe von

Gott währt ewig, seine Freude soll uns Kraft geben. Ivano Lai, Pastor der

Pfimi Bern, nennt in seiner Predigt vier brandgefährliche Freudenkiller und

verrät uns gleichzeitig auch das Mittel, wie diese bekämpft werden können.

IM FOKUS |

link.erf-medien.ch/MBKswO

HUMOR IN DER BIBEL?

link.erf-medien.ch/Y3gFV5

IM FOKUS |

WIE MAN HUMOR LERNEN KANN

Der Psychologe Bensch Sager hat uns

in einem anderen Beitrag versichert,

dass wir Humor lernen können. Heute

geht es um das Wie. Witze erzählen sei

allerdings etwas vom Schwierigsten,

warnt Sager. Er empfiehlt beispielsweise,

absurde Alltagssituationen zu

finden und so zu erzählen, so dass sie

lustig werden. Grundlage für Humor

bietet auch die Tatsache, dass Sprache

mehrdeutig sein und ein Gegenstand

mehr als eine Bedeutung

haben kann.

Humor in der Bibel? Auf den ersten Blick nicht unbedingt. Doch auf den

zweiten Blick sind in der Bibel viele irre und abstruse Geschichten zu finden,

welche humorvoll sind, ist der Psychologe und Humortrainer Bensch

Sager überzeugt. Er glaubt, dass die Basis des christlichen Glaubens «sehr

anschlussfähig für ein humorvolles Lebens» ist. Laut einer Untersuchung

der Universität Zürich gehören Menschen, welche ernst-heiter sind und die

vorhin erwähnte Spannung aushalten können, zu den verspieltesten und

humorvollsten Menschen.

link.erf-medien.ch/qt7CAf

QR-CODES

Die Sendungen und Beiträge auf dieser Doppelseite

können Sie ganz einfach via QR-Code aufrufen:

Fokussieren Sie die Kamera Ihres Handys auf den Code,

danach lässt sich die Website auf einen Klick öffnen.

Alternativ sind Direktlinks zum Eintippen angegeben.

TALK |

THEOLOGE DANIEL MAIER: «DIE

BIBEL IST AUCH EIN GENUSS-BUCH»

Daniel Maier ist nach langer Suche nach

Glück und Genuss in der Bibel fündig

geworden. «Wer die Bibel als strenges,

moralisches Regelwerk betrachtet,

hat eine völlig falsche Vorstellung von

diesem Buch», betont der Shooting Star

der Theologischen Fakultät der

Universität Zürich im Gespräch

mit Moderator Ruedi Josuran.


24 ı ALLTAGSTIPPS

Interessantes

für den Alltag

ZAHL

DES

MONATS

Die Nieselregentropfen sind

im Gegensatz zu normalem

Regen kleiner als

0,5 Millimeter.

Quelle: wetter.de

Brandgefahr im Haushalt durch Elektrizität

Die Steckdosenleisten sind sehr praktisch, wenn sie richtig eingesetzt sind. Droht

jedoch eine Überlastung, können sie leicht einen Hausbrand verursachen. Besonders

billige Mehrfachsteckdosen bergen Gefahr. Auf was Sie achten müssen:

• Nicht zwei Mehrfachstecker aufeinander anbringen. Diese Türme verursachen

eine erhebliche Hebelkraft auf die Steckdose. Die Dose kann Risse erhalten, die

die elektrische Spannung offen legen oder Kurzschlüsse verursachen. Zudem

verteilt sich die Wattzahl nicht auf beide Stecker. Die addierte Belastung erhöht

den Gesamtwert, was zur Überlastung führt.

• Wackelkontakte in Steckdosen und Geräten wie auch verschmutzte Stecker

sowie geknickte oder brüchige Stromkabel können sich erhitzen und in Brand

geraten. Tauschen Sie in dem Fall Stecker oder Kabel in einem Elektrofachgeschäft

aus.

• Besitzer von E-Bikes sollten den Akku im Keller oder auf dem Balkon laden,

wenn sie auch zu Hause sind. Denn diese Akkus können in Brand geraten oder

sogar explodieren.

• Die permanente Spannung beim Stand-by-Modus an TV oder Stereoanlage

kann zur Überhitzung führen. Besser ist es, die Geräte nach Gebrauch ganz auszuschalten.

Quelle: bfb-cipi.ch

bettwäsche

gebündelt

einräumen

Die zusammengefalteten

Bettdeckenbezüge in die

dazugehörige Kopfkissenhülle

stecken. Beim Bettwäschewechsel

sind alle

Teile sofort griffbereit.

Quelle: myhomebook.de

Schlechtes Novemberwetter kann auch schön sein

Bei verhangenem Regenwetter oder Nieselregen gibt es nebst Stubenhocken auch die

Möglichkeit, erst recht nach draussen zu gehen. Der Regen verwandelt den Alltag zum

Abenteuer – mit festhängenden Nebelschwaden in Baumwipfeln, menschenleeren Spazier-

und Wanderwegen, Beobachtungen von Tieren, die aus ihren Verstecken kommen, und

imposantem Wolkenspiel. Entspannung und Ruhe liegen in der Luft. Sobald graue Wolken

aufziehen, verändert sich die Stimmung in der Natur. Der Wetterwechsel bringt eine frische

Brise und gleichzeitig eine Welt voller neuer Gerüche, wie intensiver Walderde-Duft. Anstatt

auf dem Sofa lange zu überlegen und sich durchnässte Kleidung vorzustellen, hilft es,

nicht zu zögern, die negativen Gedanken auszuschalten und mit wasser- und winddichter

Bekleidung nach draussen zu gehen. Die tägliche Bewegung an der frischen Luft unterstützt

unser körperliches und mentales Wohlbefinden. Wer sich bewegt, kommt anders zurück als

losgezogen.

Quelle: off-the-path.com


FINANZEN

ERF MEDIEN MAGAZIN ı 11.2022 ı 25

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«LEBENSSTROM»

ZU PRODUZIEREN

SPENDEN SIE JETZT

HOHER WASSERSTAND IN STAUSEEN SOLL STROMAUSFALL VERHINDERN

Finanzstausee von ERF Medien

soll gefüllt werden

VON SIMON LEEMANN

In der Schweiz kann mit den Stauseen in den Alpen viel Strom produziert werden. Um nächstes Jahr eine

Strom-Notlage zu verhindern, gibt der Bund Vorschriften an die Stauseebetreiber heraus: Die Stauseen

müssen so gut gefüllt sein, dass mit dem gespeicherten Wasser genügend Strom produziert werden kann,

um einen drohenden landesweiten Stromausfall zu verhindern. Ich bin den Behörden sehr dankbar, dass

sie umsichtige und zukunftsorientierte Entscheidungen treffen, um eine Notlage zu verhindern.

Als Finanzverantwortlicher von ERF Medien sehe ich viele

Parallelen zwischen den Schweizer Stauseen und der finanziellen

Lage von ERF Medien. Für die Non-Profit-Organisation

stehen die beiden wichtigsten Spendenmonate vor der

Tür: Im November und Dezember wird erfahrungsgemäss am

meisten gespendet. Das hilft jeweils sehr, die während des

Jahres gesunkenen Wasserstände unserer Spendenkonten

wieder aufzufüllen (siehe Spendendiagramm). Denn nur mit

«aufgefüllten» Finanzen können ERF Medien im nächsten

Jahr genügend «Strom» produzieren. Der Strom des

Medienunternehmens heisst wie folgt: Radio Life Channel,

FENSTER ZUM SONNTAG-Talk, ERF Medien Magazin, Radio

ERF Plus, MUSIC Loft und viele andere Produkte mehr! Dank

diesem von ERF Medien produzierten «Strom» haben Hunderttausende

von Menschen in der Schweiz die Möglichkeit,

etwas von der Liebe Gottes zu erfahren und was das in ihrem

Leben bedeutet.

Um den aktuell tiefen Wasserstand des Finanz-Stausees

wieder zu füllen, sind wir auf jede einzelne Spende angewiesen,

egal ob es sich um eine hohe Jahresendspende handelt

oder um Ihre regelmässige Spende, die Sie uns Monat für

Monat überweisen!

Dank Ihnen können ERF Medien «Lebensstrom» produzieren!

Vielen herzlichen Dank!

5

SPENDENINFORMATION

ERF Medien berichten über die Liebe Gottes zu allen Menschen.

Wir geben hoffnungsvolle Impulse für Lebens-, Sinn- und

Glaubensfragen. Das ist nur möglich dank der ideellen und

finanziellen Unterstützung vieler Menschen. Jede

Spende zählt. Ihre Spende zählt! Herzlichen Dank.

LOCATION erf-medien.ch/spenden

SPENDENZIEL 2022

5,42 MILLIONEN CHF

Fehlende Spenden

bis Ende Jahr

CHF 2 639 128

Eingegangene Spenden

bis Ende September

CHF 2 780 872

4

3

2

1


26 ı RADIO – PROGRAMM UND EMPFANG

RADIO LIFE CHANNEL

RADIO ERF PLUS

POSITIVE MUSIK. TIEFGRÜNDIGE TALKS.

NEWS AUS KIRCHE UND GESELLSCHAFT.

Radio Life Channel ist das erste christliche Radio der

Schweiz und sendet rund um die Uhr. Das Programm

bietet sympathische Begleitung durch den Tag und

fundierte Antworten auf Glaubens- und Lebensfragen.

ERF PLUS – DAS CHRISTLICHE 24-STUNDEN-

RADIOPROGRAMM MIT TIEFGANG.

Radio ERF Plus bietet herausfordernde und inspirierende

Impulse zum Leben mit Gott. ERF Plus

wird durch ERF Deutschland produziert und

hierzulande von ERF Medien Schweiz verbreitet.

PROGRAMM

bis 05 Life Channel «Music Nonstop»

06 – 11 Life Channel «Der Morgen» (Mo – Fr)

10 – 11 Life Channel «Sonntagspredigt» (So)

12 Life Channel «Info am Mittag» (Mo – Fr)

13 - 16 Life Channel «Music Nonstop»

16 - 17 Life Channel «Vorabend» (Mo – Fr)

17 / 18 Life Channel «Info am Abend» (Mo – Fr)

20 – 21 Life Channel «Talk» (Mo – Sa)

20 – 21 Life Channel «Sonntagspredigt» (So)

ab 21 Life Channel «Music Nonstop»

24 Life Channel «Sonntagspredigt» (So)

Detaillierte Informationen auf

lifechannel.ch/programm

PROGRAMM

05.45 Bibel heute

06 Aufgeweckt

10 Musik und mehr (Mo - Fr)

10 ERF Gottesdienst (So)

11 Durch die Bibel (Mo - Sa)

15 Lesezeichen

19 Bibel heute

19.30 Lesezeichen (So - Fr)

20 ERF Plus – WortGut (Di - Sa)

21 Durch die Bibel (Mo - Fr)

21.30 Lesezeichen (So - Fr)

22 ERF Gottesdienst (So)

Detaillierte Informationen auf

radio-erf-plus.ch/programm

NEWSLETTER

Immer auf dem Laufenden

mit dem wöchentlichen

Themen-Newsletter oder dem

monatlichen Musik-Newsletter:

lifechannel.ch/newsletter

MOBILE-A RADIO

PROGRAMM

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Kostenlos das monatliche

Programm von ERF Plus als

PDF-Dokument herunterladen

oder monatlich gedruckt per Post

bzw. als E-Mail abonnieren:

radio-erf-plus.ch/programm

EMPFANG

EMPFANG

So empfangen Sie Radio Life Channel

- DAB+ fast in der ganzen Deutschschweiz

- Kabel Frequenz abhängig vom Wohnort

- Internet lifechannel.ch

- Apps Radioplayer, Spotify, TuneIn etc.

So empfangen Sie Radio ERF Plus

- DAB+ fast in der ganzen Deutschschweiz

- Kabel Frequenz abhängig vom Wohnort

- Internet radio-erf-plus.ch

- App ERF Plus App für iOS und Android

PROGRAMMÄNDERUNGEN VORBEHALTEN

Das aktuelle Programm finden Sie unter lifechannel.ch/programm bzw. radio-erf-plus.ch/programm


PERSÖNLICH

ERF MEDIEN MAGAZIN ı 11.2022 ı 27

REGINA

POSTHUMUS

Ist niederländische Staatsangehörige,

49 Jahre alt und Mutter eines Teenagers.

Sie ist Journalistin und hat bei verschiedenen

Zeitungen und Radios gearbeitet, darunter

auch für Radio Life Channel.

Heute unterrichtet sie als Lehrerin in

einem Integrationszentrum Deutsch und ist

beim gemeinsamen Projekt des Bistums St.

Gallen und der reformierten Kirche des Kantons

St. Gallen für die Kommunikation des

Wiborada-Projektes zuständig.

In ihrer Wohngemeinde leitet sie als Kirchenvorsteherin

das Ressort Kommunikation. In

ihrer Freizeit ist Regina Posthumus als Redcross

Clown in einem der sechs regionalen

Bundesasylzentren unterwegs; eine Freiwilligenarbeit,

welche ihr sehr am Herzen liegt.

Die richtige Balance zwischen Arbeit und

Freizeit zu finden, ist ihr sehr wichtig.

Sie möchte einen gesunden Teil ihrer Zeit für

Sinnvolles verschenken, für Menschen, die es

brauchen. Dazu gehören auch ihre Einsätze

als Clown für Kinder in Asylzentren. «Es ist

so schön, die Freude zu sehen, und was ein

Lachen alles bewirken kann.»

In den Asylzentren ist die Situation oft

sehr belastend. Ein kurzer, unbeschwerter

Moment bewirkt so viel Gutes im tristen

Alltag der Asylsuchenden.

COMMENT- Das letzte Mal gelacht habe ich ...

… ich lache ständig. Über lustige Situationen, aber auch über

mich. Lachen kann so erfrischend, ansteckend und entwaffnend

sein. Lachen befreit, berauscht, stärkt und heilt.

TV-RETRO Am TV schaue ich am liebsten …

Komödien … ist fast schon klar, oder?

Mobile-A Drei Smartphone-Apps, auf die ich nicht verzichten möchte:

Auf die Foto-App, da ich gerne fotografiere, auf die Galerie, damit

ich meine Fotos wieder finde, und eine soziale Medien-App, damit

meine Freunde meine Bilder auch sehen können.

Mouse-po Diese Website ist absolut besuchenswert:

www.farbenspiel.family – darauf bin ich für einen Bericht im

Radio gestossen. Gerade kleine, einfache Rituale im Alltag machen

das Familienleben schöner. Auf der Seite sind dazu tolle Ideen

aufgelistet. Und unbedingt auch www.wiborada2023.ch. Hier

passiert viel Gutes!

BOOK-HEA Dieses Buch liegt bei mir gerade auf dem Nachttisch:

«In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» von Usama Al

Shahmani.

TRAIN-SU Meine schönsten Ferien waren …

… vor drei Jahren. Ich reiste mit meinem Teenie einen Monat lang

mit dem Zug quer durch Europa. Jeden Tag entschieden wir neu,

wohin die Reise als Nächstes gehen sollte. Es war eine bereichernde

Zeit und schweisste uns noch mehr zusammen.

MAP-LOCA Wohin möchte ich unbedingt noch reisen?

Nach Island.

FAMILY Was habe ich von meinen Eltern über das Leben gelernt?

Dass ich nie alleine bin. Ganz egal, wie schwierig das Leben ist

oder wie belastend meine Probleme gerade sind, Gott ist da. Er

lässt mich nicht im Stich. Ihm kann ich vertrauen.

User-sec Ich habe immer verheimlicht, dass …

… ich einmal mein Kleid zum Bügeln angelassen habe und mich

dabei verbrannt habe.


28 ı

FENSTER ZUM SONNTAG

SA, 5. NOVEMBER | 16.40 UHR

SA, 5. NOVEMBER | 18.35 UHR

SO, 6. NOVEMBER | 08.20 UHR *

SO, 6. NOVEMBER | 18.45 UHR

SA, 12. NOVEMBER | 16.40 UHR

SA, 12. NOVEMBER | 17.15 UHR

SO, 13. NOVEMBER | 11.55 UHR *

SO, 13. NOVEMBER | 15.20 UHR

TALK MIT RUEDI JOSURAN |

TRAUMA: VOM ÜBERLEBEN ZU NEUEM LEBEN

Sie wird vom verwahrlosten Mädchen zur Doktorin in

Computerphysik. Als sie von der Vergangenheit eingeholt

wird, stellt sich Karin Reinmüller ihren Traumata

und lässt sich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen.

Nach einer traumatisierenden Kindheit stellt Karin

Reinmüller ihr Leben infrage. Was die junge Frau rettet,

ist der Glaube an Gott. Und ein Naturwissenschaftsstudium.

Nach einem Doktortitel in Computerphysik macht

sie Karriere als Software-Entwicklerin, bis sie von ihrer

Vergangenheit eingeholt wird. Sie macht eine langwierige

Traumatherapie und lässt sich weder von Klinikaufenthalt

noch Scheidung aufhalten.

MAGAZIN MIT ALINE BAUMANN |

ENTWURZELT

Per Definition ist «ein entwurzelter Mensch» einer,

der «heimatlos und bindungslos geworden ist; ohne

sozialen und seelischen Halt». Wir alle brauchen Wurzeln,

damit wir wachsen und uns entfalten können.

Damit ein Baum wachsen kann, benötigt er Wurzeln.

Und die sind oft um ein Vielfaches grösser als das, was

wir vom Baum oben sehen. Das zeigt, wie wichtig sie

sind. Sie nähren den Baum und geben ihm Kraft. Genauso

benötigt der Mensch ein solides Fundament, das ihn

wachsen lässt, das ihn trägt, das ihm ein Gefühl von

Heimat vermittelt. Doch viele Menschen fühlen sich

haltlos.

ZUM THEMA

TALK MIT RUEDI JOSURAN |

ECKART VON HIRSCHHAUSEN – HUMOR HEILT

Dr. Eckart von Hirschhausen verbindet Wissen und Unterhaltung

auf einzigartige Weise. «Humor und Lachen sind

die beste Medizin», sagt er – und hat konsequenterweise

den Arztkittel gegen die Comedy-Bühne getauscht.

DIESE SENDUNG IST

ONLINE ABRUFBAR.

link.fzs-talk.ch/TgYPC5

Trotz Tournee-Stress versucht er täglich, einen Moment

der Besinnung hinzubekommen. Sein Wunsch ist es,

dass die, die Erlösung predigen, etwas erlöster gucken.

Und er erinnert daran, dass jeder Mensch ein Wunder ist:

«Jesus konnte Wasser in Wein verwandeln. Aber ist es

nicht mindestens so erstaunlich, dass der menschliche

Körper über Nacht aus dem ganzen Wein wieder Wasser

machen kann?»

PROGRAMMÄNDERUNGEN VORBEHALTEN.

Wir danken für Ihr Verständnis. Informationen zu allen Sendungen finden Sie unter fensterzumsonntag-talk.ch.


FENSTER ZUM SONNTAG

ERF MEDIEN MAGAZIN ı 11.2022 ı 29

DIE

SENDUNGEN

SA, 19. NOVEMBER | 16.40 UHR

SA, 19. NOVEMBER | 18.30 UHR

SO, 20. NOVEMBER | 12.30 UHR *

SO, 20. NOVEMBER | 16.25 UHR

TALK MIT RUEDI JOSURAN |

LUST AUF DIE ZUKUNFT

SA, 26. NOVEMBER | 16.40 UHR

SA, 26. NOVEMBER | 18.30 UHR

SO, 27. NOVEMBER | 08.20 UHR *

SO, 27. NOVEMBER | 17.55 UHR

MAGAZIN MIT ALINE BAUMANN |

MEIN HUND UND HELFER

SIND KURZ NACH

DER AUSSTRAHLUNG

ONLINE ABRUFBAR

fensterzumsonntagtalk.ch

Der Philosoph und Theologe Johannes Hartl geht den

Ursachen für den weit verbreiteten Zukunfts-Pessimismus

auf den Grund.

In seinem Buch «Eden Culture» präsentiert er Lösungsansätze

und spricht von einer neuen «Ökologie des

Herzens», welche die Menschheit für eine hoffnungsvolle

Zukunft benötige: «Wir brauchen zum Leben mehr

als saubere Luft und Trinkwasser. Wenn wir den Planeten

retten, uns aber nicht um unsere Herzen kümmern,

dann sterben wir auch aus.» Die zentralen Nährstoffe

unseres Herzens seien «Sinn, Verbundenheit und

Schönheit». Was Johannes Hartl konkret damit meint,

erzählt er im Talk.

Hunde machen uns glücklich, das ist wissenschaftlich

bestätigt. Als Sozialpartner begleiten sie uns treu durch

den Alltag – sind immer da, wenn man jemanden zum

Kuscheln oder Reden braucht. Aber Hunde können mehr!

Schon immer waren sie nicht nur Freunde, sondern auch

Helfer. Während sie uns früher vor allem auf die Jagd

begleiteten oder sich als treue Gefährten auf das Schützen

von Hof und Herde konzentrierten, sind die Vierbeiner

heute vermehrt für unser gesundheitliches Wohlbefinden

im Einsatz. In der Schweiz gibt es neben den

bekannten Blindenführ- oder Therapiehunden auch

immer mehr Assistenzhunde. Sie helfen beispielsweise

bei Epilepsie, Demenz oder sogar bei Asthma.

TALK MIT RUEDI JOSURAN |

DIE SEELE ENTGIFTEN

«Meine traumatische Vergangenheit und toxische Emotionen

blockierten mich, mein Potenzial zu entfalten», sagt

Barbara Benz.

DIESE SENDUNG IST

ONLINE ABRUFBAR.

link.fzs-talk.ch/KHSPdE

Barbara Benz wächst als Kind eines egozentrischen

Künstlers und Alkoholikers auf. Als rebellischer Teenager

experimentiert sie mit Drogen. 20-jährig macht sie erste

Erfahrungen mit Gott. Sie heiratet, wird Mutter von vier

Kindern. Während sieben Jahren leidet sie an Depressionen.

Kaum vorüber, legt sie ein Hirnschlag ein Jahr lang

lahm. Dann stellt sie sich ihrer traumatischen Vergangenheit.

Als Resilienztrainerin und Coach unterstützt sie

heute Menschen darin, ihre Gedankenwelt bewusst zu

erneuern.

Die TV-Reihe FENSTER ZUM SONNTAG wird gemeinsam von Alphavision (Magazin) und ERF Medien (Talk) produziert.

*Aufgrund aktueller Sendungen können sich Anfangszeiten auf SRF zwei kurzfristig verschieben. Allfällige Änderungen finden Sie in der Tagespresse, im Teletext oder im Internet.


30 ı PORTRÄT

VOM ÜBERLEBEN ZU NEUER STANDFESTIGKEIT

Leben trotz

traumatischer Vergangenheit

VON CHANTAL BIGLER

«Vernachlässigt und allein gelassen»: Das sind Erinnerungen,

die Karin Reinmüller an ihre schwierige Kindheit

hat. Als junge Frau findet sie Halt im Glauben an Gott und

im Physikstudium. Bis sie schliesslich bereit ist, sich ihrer

traumatisierenden Kindheit zu stellen.

Karin Reinmüller ist eine Kämpferin und hat sich auch in

schweren Krisen nicht unterkriegen lassen. «Es ist für Profis

erstaunlich, dass ich trotz meiner Geschichte so weit gekommen

bin. Ich könnte heute tot sein oder von Sozialhilfe

abhängig», sagt die Schwäbin rückblickend.

Traumatische Kindheit

Das Trauma beginnt in Karin Reinmüllers Kindheit: «Als

Kind wurde ich vernachlässigt und immer wieder allein gelassen»,

erinnert sich Reinmüller. Sie fühlt sich oft im Stich

gelassen. «Ich kannte meinen Wert nicht. Ich hatte zu Hause

wenig soziales Verhalten gelernt, war immer eine Aussenseiterin.»

Auch als Teenagerin nehmen die Zweifel nicht ab:

Gedanken wie «Du bist wertlos» und «Die Welt wäre besser

ohne dich» sind während ihrer Jugend stark präsent. Sie

kämpft mit Suizidgedanken und verletzt sich selbst: «Mit

17 Jahren erlebte ich meine erste heftige Krise und hatte

immer eine Rasierklinge dabei.»

Halt im Glauben und im Physikstudium

Mit 18 Jahren trifft Karin Reinmüller in einem Jugendzentrum

einen jungen Mann, der mit ihr über Jesus reden will.

Sie schliesst sich einer Gruppe von Christen an, zieht mit

19 Jahren in eine christliche WG und konvertiert später zum

Katholizismus. Sie will in eine Welt kommen, in der Ordnung

ist und die sie verstehen kann. So vertieft sie sich mit 21

Jahren in ein Physikstudium, welches sie knapp zehn Jahre

später mit einem Doktortitel in Computerphysik abschliesst:

FILM

TV-TIPP

FENSTER ZUM SONNTAG-TALK

Trauma: Vom Überleben zu neuem Leben

Sa, 5. November

So, 6. November

16.40 Uhr

18.35 Uhr

08.20 Uhr

18.40 Uhr

(Änderungen vorbehalten)

KARIN REINMÜLLER HAT EINEN DOKTORTITEL IN NATURWISSEN-

SCHAFTEN, IST PHYSIKERIN, SOFTWARE-INGENIEURIN, KATHOLISCHE

THEOLOGIN, PASTORALASSISTENTIN UND SEELSORGERIN (FOTO: ZVG)

«Ich hatte in diesen Jahren, abgesehen von wiederkehrenden

Krisen, kaum Zugang zu meinen Emotionen», erzählt

sie. Während der Doktorarbeit beginnt sie mit einer ersten

Therapie, die sie, wie sie heute sagt, «am Leben hielt».

Nach dem Studium entwickelt sie zuerst Software für den

englischen Wetterdienst, später für Schweizer Banken.

Glaube als Schlüssel zur Traumabewältigung

Im Alter von 43 Jahren schlägt Karin Reinmüller einen neuen

Weg ein: Sie beginnt ein Theologiestudium mit dem Ziel, im

kirchlichen Dienst zu arbeiten. Aufgrund einer Erfahrung

in Exerzitien entscheidet sie sich für eine Traumatherapie:

«Ich wollte mich meinen inneren , meiner

Traumafolgestörung, stellen. Die Therapie bedeutete für

mich zunächst grössere emotionale Instabilität, Anspannung

und Ängste.» Ihre Therapeutin ist Atheistin, unterstützt

Karin Reinmüller jedoch dabei, Vertrauen zu Jesus als Helfer,

der auf ihrer Seite steht, zu entwickeln. Sie benötigt einen

Klinikaufenthalt, während dessen sich ihr Ehemann von ihr

trennt. Den Schlüssel zu ihrer positiven Entwicklung sieht

sie in der Kombination aus professioneller Unterstützung

und geistlicher Entwicklung zu mehr Standfestigkeit, zu der

Jesus immer wieder Menschen mit «Steh auf!» eingeladen

hat. Nach der langen, schmerzhaften, aber heilenden Traumatherapie

arbeitet sie heute als Seelsorgerin in der Psychiatrie

und unterstützt Menschen, die selbst kaum erträgliche

Krisen durchleben.


KOLUMNE

ERF MEDIEN MAGAZIN

ı ı 31

11.2022

Kolumne von Michelle Boss

Von Sorgenfressern und kindlicher (Un)beschwertheit

Haben Sie schon einmal einen

«Sorgenfresser» gesehen? Es

handelt sich hierbei um kleine Kuscheltiere

mit fröhlichem Gesicht

und breitem Maul in Form eines

Reissverschlusses. Kinder können

ihre Sorgen vor dem Schlafengehen

auf einen Zettel schreiben und

diesen im Maul des Sorgenfressers

verschwinden lassen. So sind sie

sicher verwahrt, und im besten Fall

gelingt es den Kindern, ihre Sorgen

loszulassen und zu vergessen.

Entwickelt wurden die Sorgenfresser

2008 vom deutschen

Filmproduzenten Gerhard Hahn,

der mit seinen Plüschfiguren ganz

offensichtlich einen Nerv traf.

Sie wurden inzwischen mehrfach

ausgezeichnet und erfreuen sich

ungebrochener Beliebtheit – nicht

nur bei Kindern.

Was Kindern besser

gelingt, ist, ihre Sorgen

zwischenzeitlich zu

vergessen. Sich nicht

dauerhaft von ihnen

beschweren zu lassen.

Lebens» erst noch vor ihnen liegt.

Inwiefern dieser Satz Kinder unterstützen

soll, die sich bereits in der

aktuellen Situation gefordert oder

gar überfordert fühlen, sei dahingestellt.

Fakt ist, dass wir unsere

Kinder schon sehr früh ans Leistungsdenken

unserer Gesellschaft

heranführen. Dies lässt sich selbst

mit bewusstem Dagegenhalten

kaum vermeiden.

Vielleicht liegt es aber auch

schlicht in der Natur des Menschen,

sich Sorgen zu machen.

Auch schon ganz kleine Kinder

berichten durchaus von ihren

Sorgen. Wir Erwachsenen reden

dann davon, dass ja nur «eine

kleine Welt in Brüche geht».

Dennoch – für Kinder ist es eine

Welt. Wenn sie vor Sorge nicht

einschlafen können, spielt es ja

Für uns Erwachsene gelten Kinder oft als Symbol der letztlich keine Rolle, ob es dabei um den Streit über eine

Unbeschwertheit. Sehnsüchtig denken wir zurück an Sandkastenschaufel oder um die bevorstehende Strommangellage

geht.

diese Zeit, in der nur das JETZT zählte, wir den Moment

genossen und uns keine Sorgen um das Morgen Was Kindern möglicherweise aber tatsächlich besser

machten. Hat es sie tatsächlich je gegeben, diese Zeit gelingt, ist, ihre Sorgen zwischenzeitlich zu vergessen.

der Unbeschwertheit? Oder tendieren wir dazu, unsere Sich nicht dauerhaft von ihnen beschweren zu lassen.

Kindheit nachträglich zu verklären?

Trotzdem in Momenten des Spiels Begeisterung und

Ich weiss es nicht. Was ich aber weiss, ist, dass zumindest

heutige Kinder oft meilenweit entfernt sind hierin auch das Geheimnis, wie auch wir eine gewisse

höchste Freude zu empfinden. Und womöglich liegt

von einer totalen Unbeschwertheit. Davon zeugt nicht Un-Beschwertheit erleben können. Das Ziel muss ja

nur der Erfolg dieser Plüschtiere, die beim Bewältigen gar nicht sein, keine Sorgen mehr zu haben. Und auch

offenbar oft übermächtiger Sorgen helfen sollen. Auch nicht, sie zu verdrängen. Aber sie immer wieder für

meine Erfahrungen mit meinen eigenen Kindern und eine gewisse Zeit zur Seite zu legen, im Hier und Jetzt zu

Gespräche mit Eltern in meinem Umfeld weisen in leben und den Moment zu geniessen.

diese Richtung.

Ein Sorgenfresser, bei dem wir unsere Sorgen deponieren

können, ist hierzu bestimmt hilfreich. Sei es in

Spätestens mit dem Eintritt ins Schulsystem ist ein

reines Leben im Moment gar nicht mehr möglich. Die Form eines Plüschtiers mit Reissverschluss-Maul, eines

Kinder sind konfrontiert mit Anforderungen und Zielen virtuellen Kummerkastens oder in der Form Gottes als

und hören nur zu oft, dass der «richtige Ernst des Anlaufstelle, der für Sorgen stets ein offenes Ohr hat.

MICHELLE BOSS

Co-Leiterin Radio Life Channel / Publizistische Leiterin ERF Medien

michelle.boss@lifechannel.ch


Ohren auf für

Ab November: 3. Staffel

Mit Adonia-Musik durch den Tag!

Für Kids und die ganze Familie. Montag bis Freitag:

Moderierte Sendung mit Hörspielen, Geschichten,

Interviews, Wissenswertem, Witzen und Rätseln.

Programm

Rund um die Uhr

Musik für Kinder

9:00 bis 12:00 Uhr (Mo - Fr)

Musik für Vorschulkinder

19:00 bis 22:00 Uhr

Ruhige Gutenacht-Musik

11:30, 17:30, 19:30 Uhr (Mo - Fr)

Adonia-Kindersendung

adonia.ch/kids

Kostenlose App

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Neu: Adonia-Streaming

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KidsTV- und KidsRadio-Sendungen

von Adonia.

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oder einen Internetbrowser.

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• Mehr als 2'900 Songs

• Mehr als 200 Musicals und Musikproduktionen

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wann Sie wollen.

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