SPEISEPLAN September/ Oktober 2010 - Studentenwerk Berlin

www2.studentenwerk.berlin.de

SPEISEPLAN September/ Oktober 2010 - Studentenwerk Berlin

Zeitschrift des Studentenwerks Berlin

DIE BAR 25:

7 JAHRE IN

100 MINUTEN

WARUM IN

DIE FERNE

SCHWOFEN

ESSKULTUR -

DER GEDECKTE

TISCH

52 Gratismagazin

März/April 2011

9. Jahrgang


EDITORIAL

WORK-LIFE-

STUDY-BALANCE

Die zeitliche Belastung in einem Studium ist hoch, denn Studieren

ist ein Vollzeit-Job. Nimmt man Studium und Nebenjob zusammen,

haben die Berliner Studierenden im Schnitt eine 45,2-Stunden-Woche.

Und trotz Bachelor und Master: Berliner Studierende arbeiten 2009

mit rund elf Stunden pro Woche durchschnittlich über drei Stunden

mehr als 2006 und gegenüber dem Bundesdurchschnitt. Das sind die

nüchternen Berliner Ergebnisse der 19. Sozialerhebung des Deutschen

Studentenwerks.

Wir wollten wissen, wie sieht denn das Leben der Studierenden jenseits

von Studium und Job aus. Wir haben deshalb einen kleinen Blick in

die Berliner Party-Szene geworfen und uns dabei auch in Berliner

Studentenwohnheimen umgeschaut. Vielleicht wollen Sie ja die

Semesterferien nutzen und den einen oder anderen Club besuchen.

Im April beginnt das Sommersemester. Das Studentenwerk Berlin wird

mit einer Überraschungsaktion einen „violetten Farbtupfer“ setzen. Sie

sollten mit dem Fahrrad auf dem Campus unterwegs sein und/oder sich

schon einmal den 12. oder 13. April vormerken …

Ende April startet auch in einigen Mensen des Studentenwerks die 60.

Mensa-Aktionswoche, passend zum Jubiläum ist das Thema diesmal

„Esskultur“. Unsere Köche bereiten Ihre Lieblingsspeisen zu, die Sie uns

in der Befragung Anfang 2011 mitgeteilt haben. Mehr zur Mensa-Aktion,

aber auch den Speiseplan März/April, finden Sie in diesem Heft.

Schaffen Sie eine gute Balance zwischen Arbeit, Studium und Leben.

Und nun viel Freude bei der Lektüre des werkblatts.

Ihre

Ihre Petra Mai-Hartung

Geschäftsführerin des Studentenwerks Berlin

k geschäftsfuehrung@studentenwerk-berlin.de

Impressum

Herausgeber: Studentenwerk Berlin und CAMPUSdirekt

Deutschland GmbH | Redaktion: Jürgen Morgenstern

(verantwortlicher Redakteur, V.i.S.d.P.) | Autoren dieser Ausgabe:

Dirk Oberländer, Jürgen Morgenstern, Anja Schreiber,

Carsten Ueberschär, Gabriele Pfl ug, Friedrich Reip, Ellen

Krüger, Gabriele Reguig | Lektorat: Heike Herfart, Wortschliff

| Gestaltung: genauso.und.anders° graphical wellness |

Foto: Papa Schlumpf / photocase.com

Foto: Gerd Engelsmann

Satz und Layout: Stephan König, genauso.und.anders°

graphical wellness | Fotos: Gerald Haft,korkey/pixelio.de

(Seite 12), Studentenwerk Berlin, photocase.de | Titelbild:

.marqs / photocase.com | Druck: hk druck & design, Isergebirgsweg

373, 95485 Warmensteinach |

Kontakt: werkblatt, Hardenbergstr. 34, 10623 Berlin, Tel.: (030)

939 39 - 7206, redaktion@werkblatt.de |

Meldungen und Berichte

Das Neueste vom Campus

Prüfungsangst

Was tun in solchen Situationen

Nachgefragt

bei den Heinzelmännchen

Seiten 4-6

Bar25: 7 Jahre in 100 Minuten Film

Ein legendärer Club wird in einer

Fiktion-Doku wieder zum Leben erweckt.

Und das alles hausgemacht.

Immer nur Party - das alte Klischee

Interview mit Constanze Keiderling

Seite 11

444 Minuten

Heute mit Diana Kersten

Seiten 8-9

Wozu in die Ferne schwofen...

Clubs in den Studentenwohnheimen

Seiten 10

So sehen wir das...

Studentenwerk Berlin

Was gibt es heute zu essen?

Speisepläne März und April

Seiten 13-16

Seite 17

Seiten 18-19

Nahaufnahme

Mit Olga Onokova vom Internationalen Club

Seite 20

Hochschulwechsel

Der gute Rat von Anja Schreiber

Seite 7

Seite 12

Seite 21

Kultur-Tipps

Hüpfende Tiere, unerträgliche Musik und mehr

Seiten 22-23

Ich bin selbst wie betäubt

Axel Bosse im Interview

Seiten 24-25

Was wir schon immer über...

das 1. Semester wissen wollten

Seite 26

Anzeigen: CAMPUSdirekt Deutschland GmbH, Hardenbergstr.

35, 10623 Berlin, Christine Simon, Tel.: 0 30/93 66 88 99-80

Das werkblatt erscheint in Berlin. Das werkblatt liegt an den

Berliner Hochschulen aus. Namentlich gekennzeichnete

Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.

Weitere Informationen fi nden Sie im Internet unter:

www.werkblatt.de.

Editorial 3


MELDUNGEN UND BERICHTE

Internationaler Club der FU:

Rückblick und Ausblick

Der Internationale Club der FU konnte auf ein

erfolgreiches Jahr 2010 zurückblicken. Im Wintersemester

2010/2011 wurden rund 250 neue

Mitglieder gewonnen; zahlreiche kulturelle

Veranstaltungen wurden den ausländischen

und deutschen Studierenden angeboten.

Dazu gehörten neben der Besichtigung des

Jüdischen Museums Berlin mit anschließendem

Bummel über den Chanukka -Markt auch

drei Regionalabende zu den Themen Bolivien,

Thanksgiving und Deutschland und internationale

Stammtische (siehe Foto).

Wie Nils Ludwig, Vizepräsident des Clubs mitteilte,

sind auch 2011 aufregende und informative

Veranstaltungen für internationale und

deutsche Studierende geplant. Den Auftakt

bildete ein Regionalabend zum chinesischen

Neujahrsfest im Februar 2011.

Beratungsstellen Friedrichshain:

Wiedereröffnung

Die Beratungsstellen des Studentenwerks

Berlin am Franz-Mehring-Platz in Berlin-Friedrichshain

sind seit 6. Januar 2011 nach Beendigung

der Umbauarbeiten wieder geöffnet.

Die Psychologisch-Psychotherapeutische Beratungsstelle,

die Sozialberatung für Studierende

der HU, der HTW, der Beuth Hochschule, der

KHB, der HfS, der HfM, der ASH und der KHSB

sowie die Beratung für behinderte und chro-

Foto: Int. Club

Foto: STW

TU-Cafeteria:

Fotoausstellung: Portraits

Eine interessante Fotoausstellung von Klemens Renner wird in der TU-Cafeteria Hardenbergstraße

vom 12. Januar bis 30. April 2011 gezeigt. Unter dem Motto „Porträts“ werden vielfältige

Arbeiten des jungen Künstlers präsentiert, der 1989 in Luckau geboren wurde. Klemens Renner

erwarb 2009 sein Abitur und studiert seit 2009 Architektur an der BTU Cottbus. Die Ausstellung

ist während der Öffnungszeiten der Cafeteria (Montag bis Freitag von 8:00 Uhr bis 15:30 Uhr) zu

sehen, der Eintritt ist selbstverständlich frei.

www.flickr.com/people/klemensrenner

nisch kranke Studierende der HU, HfM, HfS,

HTW, HWR, KHB, KHSB, ASH und Beuth Hochschule

finden Sie zu den üblichen Sprechzeiten

in der zweiten Etage des Studentenwohnheims

Franz-Mehring-Platz 2 (Nähe Ostbahnhof).

Veggie Mensa:

1. Geburtstag

Durch unseren Ernährungsstil erhalten wir uns

gesund und leistungsfähig und wir können

aktiv das Klima schützen. Das haben viele Studierende

erkannt und bevorzugen vegetarische

oder vegane Speisen. Aus diesem Grund entstand

im Januar 2010 die bundesweit erste vegetarische

Mensa, die „Veggie No. 1“. Der Erfolg

des Konzepts hat alle Erwartungen übertroffen.

Wurden anfänglich 400 Essen pro Tag serviert,

stieg die Nachfrage innerhalb eines Jahres auf

rund 1000 Essen, die Veggie No.1 stößt an ihre

Kapazitätsgrenzen.

Foto: Luise Wagener

Feedback und Austausch:

Mensa-Stammtisch

Ab sofort findet jeden ersten Freitag im Monat

in der Mensa TU, Mensa FUII, Mensa FU Veggie

N° 1, Mensa FU Lankwitz, Mensa HU Nord, Mensa

HU Süd, Mensa Beuth Hochschule, Mensa

HU Oase Adlershof, Mensa HWR, Mensa Franklinstraße,

Mensa HTW Wilhelminenhof und

Mensa HTW Treskowallee von 11 bis 13 Uhr ein

Stammtisch mit dem Chef der Mensa statt.

Sie können Anregungen, aber auch Lob und

Kritik, direkt an die richtige Stelle geben. Auch

lockere Fachsimpeleien sind willkommen.

Die nächsten Termine sind am 4. März und am

1. April 2011.

Foto: Klemens Renner

Bild: Schrift-Art

Hilfreich:

CampusLogbuch 2011/12

Das Sommersemester steht vor der Tür und Sie

haben immer noch keinen SemesterPLANer?

Dann machen Sie mit bei unserem Gewinnspiel!

Passend zum Semesterstart verlosen wir

10-mal das neue CampusLogbuch 2011/2012 von

Campus Sportswear.

Neugierig?! Das CampusLogbuch ist ein neuer,

innovativer Semesterplaner, dessen Kalendarium

über zwei Semester läuft und durch die

großzügig gestaltete Wochenübersicht viel

Platz für Termine, Notizen und sonstige Kritzeleien

bietet. Darüber hinaus enthält das CampusLogbuch

viele nützliche Tipps und Links,

die euch helfen die täglichen Anforderungen

des Studienlebens in den Griff zu bekommen.

Cooles Design im handlichen A5 Format, sowie

Events und Hot-Spots auf der ganzen Welt - das

alles bietet euch das CampusLogbuch.

Das werkblatt verlost zehn Campus Logbücher.

Bitte beantworten SIe folgende Frage:

Welches Format hat das CampusLogbuch?

Bitte eine Mail an gewinnspiel@werkblatt.

de. Kennwort: CampusLogbuch. Einsendeschluss

ist der 30.04.2011. Der Rechtsweg ist

ausgeschlossen. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

des werkblatts und deren Angehörige

dürfen nicht teilnehmen.

Nichts gewonnen? Dann bestellt euch euer

CampusLogbuch einfach für 12,95 Euro unter

www.campuslogbuch.de

Girls`Day 2011:

Wir sind dabei

Mensen:

Neues Angebot - Klimaessen

Speisesaal TU-Mensa:

Dominanz des Lindgrüns

Die Farbe Lindgrün dominiert seit Anfang Januar in der TU-Mensa Hardenbergstraße: Zahlreiche

Möbel und die Wände des Speisesaals strahlen in diesem warmen Farbton, denn der Umbau des

Saals ist abgeschlossen worden.

Die TU-Mensa ist seit fünf Jahren geliftet. Bei der Grundsanierung des Gebäudes, dem Umbau

der Küche und der grundlegenden Modernisierung der Ausgabebereiche musste der Speisesaal

ausgespart werden. Jetzt war die Zeit reif, den Saal den Wünschen und Bedürfnissen der Gäste

entsprechend anzupassen. Beginn der Arbeiten war der Spätsommer 2010. Während des laufenden

Mensabetriebs wurden viele Arbeiten verrichtet, die heiße Phase war dann zwischen Weihnachten

und Silvester 2010.

Ein Konzept der Innenarchitekten von JOI-Design sieht vor, die Atmosphäre im Saal deutlich zu

verbessern und den Lärmpegel zu senken. So sind die Tische jetzt in verschiedenen Variationen

aufgestellt, die Möglichkeiten der Kommunikation haben sich deutlich verbessert. Zahlreiche Tische

im Speisesaal, der nach der Schließung der Essenausgabe Studierenden auch als Lernstätte

zur Verfügung steht, wurden mit Steckdosen für den Anschluss von Laptops ausgestattet.

Büchertauschbörse

Integriert in den Speisesaal wurde auch ein großes Regal für Bücher, das als Büchertauschbörse

genutzt werden kann. Jeder Gast kann sich ein interessantes Buch entnehmen, muss aber ein

adäquates Buch dafür wieder reinstellen. So ist diese Büchertauschbörse eine lebendige und

stets wechselnde Bibliothek.

4 Meldungen und Berichte Meldungen und Berichte 5

Foto: Gerald Foto: Haft Gerald Haft

Der Girls’Day 2011 findet bereits am 14. April

statt. Das Studentenwerk Berlin ist wieder

dabei und bietet verschiedene Workshops an,

in denen Mädchen an Männerberufe herangeführt

werden sollen (und in diesem Jahr

auch wieder Jungs an vermeintliche Frauendomänen).

Der Girls’Day ist also gleichzeitig

ein Boys’Day. Anmeldungen sind noch möglich

unter

www.girls-day.de

Foto: Campus Logbuch

Bild: Stephan König

Die Landwirtschaft – und darin hauptsächlich

die Herstellung tierischer Produkte – gilt als

ein Hauptverursacher des Klimawandels. Nach

Berechnungen der Vereinten Nationen verursacht

der Konsum von Fleisch, Milch, Eiern

rund ein Fünftel der globalen Treibhausgase.

Das ist mehr, als alle Autos, Lastwägen und

Flugzeuge der Welt zusammen produzieren!

Um dieser Entwicklung zumindest etwas entgegenzusteuern

bietet das Studentenwerk

Berlin ab 11. April 2010 in Kooperation mit dem

Vegetarierbund Deutschland (VEBU) in fast

allen Mensen ein tägliches „Klimaessen“ an.

„Neben einer guten Klimabilanz soll das neue,

rein pflanzliche Angebot ja auch geschmacklich

neue Maßstäbe setzen“, so Sebastian

Zösch, Geschäftsführer des VEBU.

Wer mehr wissen möchte, findet viele Informationen

unter www.vebu.de. Mit dem Start

des Klimaessens am 11. April wird es auch an

wechselnden Standorten Informationsstände

und Vorträge zum Thema geben. Wer hierbei

mithelfen möchte, kann sich gerne bei felix.

albrecht@vebu.de melden.

Im nächsten werkblatt werden wir dieses

Thema noch einmal aufgreifen.

Foto: Luise Wagner


MELDUNGEN UND BERICHTE

Gesellschaftsspiel:

Schlag den Raab

Ob „5 gegen Jauch“, „Mein Mann kann“, „Rette

die Million“ oder „Schlag den Raab“ – immer

mehr Fernsehformate versuchen den Aktions-

und Spieltrieb der Nation im Fernsehen auch

im Jahr 2011 zu befl ügeln. Dabei liegen die

Wurzeln solcher Shows schon sehr weit zurück.

Manch ein Dozent oder Elternteil erinnert sich

sicher noch an die legendären Fernsehevents

„Spiel ohne Grenzen“ oder „Dalli, Dalli“.

Damit das Publikum nicht nur stumpf vor

der Mattscheibe verharrt, hat die Spielzeugindustrie

immer wieder den Versuch gewagt,

Aktions-, Kommunikations-, Wissens- und

Geschicklichkeitsspiele an die Frau oder an den

Mann zu bringen.

Dies gilt auch für das geliebte und gehasste

TV-Spektakel „Schlag den Raab“. In Kooperation

mit dem Ravensburger Spieleverlag verlost das

werkblatt eine Spielbox mit über 30 Spielideen

aus der Sendung. Bis zu sechs Spieler treten

in fesselnden Zimmer-Duellen gegeneinander

an. Die Disziplinen von „Hochschuss“ bis

„Blamieren oder Kassieren“ fordern von den

Duellanten alles: Geschicklichkeit, Wissen, Mut

zum Risiko und strapazierfähige Lachmuskeln.

Fast alle Spielideen stammen aus der Original-

Show und wurden für die Party zu Hause neu

umgesetzt.

Zusätzlich gibt es ein vom Künstler handsigniertes

„Speed Puzzle“ zu gewinnen. Dabei

sitzen sich die Kontrahenten gegenüber, zwischen

ihnen zwei gleiche Puzzles und eine

Glocke: Wer setzt am schnellsten sein 81-Teile-

Puzzle zusammen? Ein Schlag auf die Siegerglocke

und das Duell ist beendet.

Einer Spiele- oder Puzzlerunde im Wohnheim,

der WG oder der Cafeteria steht jetzt nur noch

der Gewinn oder der Erwerb der Spiele im

Wege. Vorher ist folgende Frage ist zu beantworten:

Stefan Raab studierte im Anschluss an

seinen Wehrdienst 1987 fünf Semester an der

Uni Köln und in Bielefeld.

Welche Fachrichtung studierte er?

Unter den richtigen Einsendungen werden

die Gewinner gezogen. Einsendeschluss ist

der 30.04.2010. Bitte eine Mail mit Anschrift

und dem Kennwort „Ravensburger Spiel“ an

gewinnspiel@werkblatt.de. Den Gewinnern

wird das jeweilige Spiel zugeschickt. Der

Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter und

Mitarbeiterinnen des werkblatts und deren Angehörige

dürfen nicht teilnehmen.

6 Meldungen und Berichte

Foto: Ravensburger

Mensen und Cafeterien:

Hygieneinspektoren unterwegs

Ekellisten für Gaststätten, Schließung von Kantinen durch die Hygienekontrolleure, Ordnungsstrafen

für Restaurantbetreiber, Schimmel im Dönerimbiss... Wer kennt nicht die Schlagzeilen

aus der Tagespresse. In der Tat, Hygiene in gastronomischen Betrieben ist eine tägliche Herausforderung

an die Betreiber und das Personal. Auch im Studentenwerk Berlin.

„Es ist nicht auszudenken, was passieren kann, wenn Gäste der Berliner Mensen wegen mangelhafter

Reinigung und Desinfektion zu Schaden kommen“, so Hans Joachim Gabriel, Bereichsleiter

der Berliner Mensen. Aufklärung gibt ein Bericht, den Aranya Sira Manopas, Marion Reinartz,

David Trigo und Josef Kleer vom Institut für Lebensmittelhygiene der Freien Universität Berlin

angefertigt haben.

Über einen Zeitraum von sechs Jahren wurde die Effektivität von Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen

in Mensen des Studentenwerks vom Institut für Lebensmittelhygiene der Freien

Universität Berlin im jährlichen Turnus überprüft. Die Mensen verköstigen täglich zwischen

200 und 5000 Personen. Es handelte sich um 33 bis 41 Einrichtungen, bei denen jeweils an festgelegten

Stellen in der Küche Abklatschproben untersucht wurde. Dabei wurden die gleichen

bzw. vergleichbaren Oberflächen im Anschluss an die Reinigung und Desinfektion überprüft. Die

Überprüfungen erfolgten in der Regel angemeldet.

Typische Beprobungsflächen waren dabei Arbeitsflächen aus Edelstahl im Küchenbereich,

Schneidebretter, Satten (Edelstahl und Kunststoff), Dessertschälchen, Griffe der Konvektomaten,

Waagen, Salatsiebe, Messer der Schneidemaschinen, Rührschüsseln, Rückstellprobenbehälter,

Teller, Kellen, Arbeitsflächen im Bereich der Essensausgabe und Besteckmesser. Es wurde darauf

geachtet, nur solche Gerätschaften zu überprüfen, die auch tatsächlich im täglichen Gebrauch

Verwendung finden.

Anhand der ermittelten Keimzahlen wurde ein Bewertungsschema erstellt, auf dessen Grundlage

eine Benotung der Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen von „sehr gut“ bis „mangelhaft“

erfolgte. Im Zeitraum zwischen 2005 und 2010 wurde der Anteil an Einrichtungen, deren

Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen mit „sehr gut“ bis „gut“ bewertet wurde von 72,7

Prozent auf 97,6 Prozent gesteigert.

Die regelmäßige Überprüfung der Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen in den Mensen

und die durchgeführten Personalschulungen, Betriebsbegehungen mit Vor-Ort-Analysen

und anschließender Beratung führten zu einer Verbesserung der Hygienemaßnahmen und

des Hygieneverständnisses des Personals. „Dies zeigte sich auch darin, dass Gerätschaften, die

aufgrund ihrer Oberflächenstruktur oder auch ihres Abnutzungsgrades als hygienisch problematisch

einzustufen waren, eher entsorgt oder durch solche aus besser geeigneten Materialien

ersetzt wurden“, so Hans Joachim Gabriel.

Foto: STW

PRÜFUNGSANGST

VOM UMGANG MIT

PRÜFUNGSANGSTGEDANKEN

„Der Lernstoff ist überhaupt nicht zu schaffen“...

„Plötzlich war in der Klausur alles weg…“

Das Semester geht zu Ende und die Zeit der

Klausuren beginnt. Für manche eine Herausforderung,

für einige Studenten aber eine

kaum zu überwindende Hürde. Allein schon

der Gedanke an die Prüfung reicht, dass der

Herzschlag schneller und die Stimmung in den

Keller geht. Angstschweiß, Schlafstörungen,

Panikzustände drängen sich in den Alltag.

Anna kennt diese Situationen zu genau. Schon

die Vorbereitung auf eine Klausur wird bei ihr

zur Tortur. Mit Gedanken wie „ich kann das

nicht, das schaffe ich nie“, „die anderen können

alles besser,“ „der Stoff ist überhaupt nicht

zu schaffen“ beginnt das Gedankenkarussell

sich zu drehen und geht über „ich habe überhaupt

keine Ahnung“ bis zu „vielleicht war das

Studium nicht das richtige für mich.“ Nach

solchen Horrorszenarien fällt ihr als einzige

Lösung nur noch ein: „Ich gehe da nicht hin“.

Aber nicht hingehen, macht die Angst längerfristig

nur größer.

Leon fehlt in der Klausur trotz intensiver Vorbereitung

auf die Thematik plötzlich jegliche

Struktur. Die Definitionen, die vorher noch

perfekt beherrscht wurden, fallen ihm nicht

mehr ein, er weiß nur noch die Seiten, wo sie

stehen. Oder beim Lesen der Rechenaufgaben

erscheinen die Zahlen der Gleichungen plötzlich

wie Chinesische Schriftzeichen. Während

der eigene Kugelschreiber unbeweglich in der

Hand liegt, fliegt er bei den Kommilitonen

über das Blatt. Panik taucht auf. Anstelle von

fachlichen Gedanken fällt ihm nur noch ein:

„Ich verstehe die Aufgabe nicht“, „Ich falle

durch“; „Ich will weg hier“.

Was tun

in solchen

Situationen?

Ausschließlich negative Gedanken über die

eigenen Fähigkeiten lassen jedes Lernen in der

Vorbereitung und jede Klausur zum Albtraum

werden. Eine gewisse Nervosität in Prüfungen

ist hilfreich, wenn aber die Gedanken nur

noch um das Versagen kreisen und lähmend

sind, dann gilt es das Denken durch hilfreiche

Gedanken zu verändern. Das können Assoziationen

sein, die einen zurück zum Lernen oder

zurück zum Inhalt führen.

In Bezug auf die Prüfung können solche Gedanken

hilfreich sein: „Ich probiere jede Aufgabe

zu lösen“, „Wenn ich eine Antwort nicht

gleich weiß, beginne ich mit dem Teil, den ich

kann“ und „Ich habe gut gelernt“.

Ausgangspunkt für die Bildung dieser Gedanken

sollten die negativen Befürchtungen sein,

die in passende positive Sätze umgeformt

werden. So sollten die Betroffenen sich gut

zu reden und immer daran denken, dass sie

die Klausur nur für sich selbst schreiben und

keinen Gedanken daran verschwenden wie

gut die anderen sein könnten. Wer die Sätze

laut ausspricht, kann deren Wirkung sogar

intensivieren. Aber nicht traurig sein, wenn

es anfänglich nicht gleich klappt. Dieses hilfreiche

Denken will geübt sein. Es braucht Mut

und Geduld, um die alten Denkmuster zu

überwinden.

Am besten ist es vor der Prüfung Lösungsgedanken

und Lösungsverhalten zu entwickeln,

damit in der Situation neue Resultate einfallen.

Am Besten stellt man sich vor, wie man

nachdenkt, knobelt, Lösungen entdeckt, sich

schwierigen Aufgaben stellt und wie man die

Prüfung letztendlich besteht.

In der Klausur kann eine kurze Pause mit

einer kleinen Entspannungsübung einlegen

– z.B. drei Mal kurz einatmen und lange ausatmen

– die die negativen Gedankenkreise

unterbricht und mit Abstand wieder an die

Aufgabe gehen lässt.

Realistische Vorstellungen über das was in

der Klausur abgefragt wird, gezieltes Üben,

durch Schreiben von Probeklausuren ohne

Hilfsmittel helfen eine angemessene Einschätzung

des Lernstoffes und der Zeitplanung

zu entwickeln.

Wenn die Angst vor der Prüfung übermäßig

wird, kann es sinnvoll sein professionelle Hilfe

in Anspruch zu nehmen.

Die Psychologisch-psychotherapeutische Beratungsstelle

des Studentenwerkes mit ihren

zwei Standorten in der Hardenbergstraße 34

(Berlin Charlottenburg) und am Franz-

Mehring-Platz 2 (Berlin Friedrichshain) kann

ihnen helfen den Prüfungsstress zu bewältigen.

Das Team der Beratungsstelle analysiert

die Schwierigkeiten, deren Zusammenhänge

und arbeitet gemeinsam mit den Betroffenen

die Ursachen auf.

[Dipl.-Psych. Birgit Rominger]

Prüfungsangst 7


REPORTAGE

BAR25: SIEBEN JAHRE

IN 100 MINUTEN FILM

Viele Mythen rankten um die Berliner Historie „Bar25“: ausgewähltes Publikum, exquisite

Musik und extatische Parties von Donnerstag bis Montag Nacht – dies waren nur einige.

Im vergangenen Herbst mussten die Betreiber ihr angestammtes Gelände an der Jannowitzbrücke

verlassen. Für alle, die es verpasst haben, hineinzukommen und für die Erinnerung

wird das Lebensgefühl des bekannten Clubs nun konserviert – als Doku-Fiktion.

Aus und vorbei. Wer heute das derzeit ungenutzte BSR-Gelände an der

Holzmarktstraße 25 besucht, sieht nur Brachfläche. Für Außenstehende

ist es kaum zu glauben, dass hier vor Kurzem ein Club mit Restaurant,

Bar, Sauna, Zirkuszelt, Hüttendorf und vielem mehr existierte.

Zu besonderen Anlässen waren rund 260 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter damit beschäftigt, den Betrieb für die internationalen

Besucher am Laufen zu halten. Sieben Jahre überlebte das Provisorium

in der Subkultur Berlins und trotzte der jährlich drohenden Räumung.

Diese Zeit und das damit verbundene Lebensgefühl möchten die Regisseurinnen

Britta Mischer und Nana Yuriko und deren Kamerateam

Alexander Schmalz und Peppa Meissner mit einer kunterbunten Doku-

Fiktion konservieren. Arbeitstitel des Projekts: „Bar25 – der Film“.

ZURÜCKSPULEN BITTE

Um die Geschichte der Bar25 und die Filmidee zu verstehen, muss man

die Entstehungsgeschichte kennen. Spulen wir zurück ins Jahr 2004.

Die Betreiber des Clubs tingelten damals samt einem Wohnanhänger

über Technoveranstaltungen und inszenierten mit Weizengrassaft und

Whiskey eine mobile Bar. „An diesem Wohnanhänger war ein 25-km/h-

Schild befestigt“, erzählt Britta, die ebenso wie Nana alle Protagonisten

schon lange vorher kannte. So entstand der Name.

Eines Abends strandete besagte Bar25 direkt gegenüber der Holzmarktstraße

25. Ihre Betreiber lugten über die Mauer des brachliegenden

Geländes, eine Liebe war entbrannt. Bald darauf errangen sie eine be-

fristete Nutzungsgenehmigung. Mit Herzblut und der Unterstützung

vieler Freunde begannen die ersten Bauarbeiten. Eine überdachte Ranch

aus Holz entstand. Sechs Wochen wurde hier durchgefeiert, bis der

Sommer 2004 zu seinem Ende kam.

GRÖSSER, BUNTER, FREIER

Wie es in Berlin damals noch möglich war, wurde der Zwischennutzungsvertrag

jährlich verlängert. Auf dem 18 000 m 2 Gelände entstanden

immer mehr Holzhütten. Viele der Initiatoren lebten auf dem

Gelände. „Alles funktionierte am Anfang durch ehrenamtliche Helfer.

Freunde und Gäste mussten hinter dem Tresen aushelfen und DJs legten

ohne Gage auf“, erinnert sich Britta.

Diese offenen Strukturen zogen ein bunt gemischtes Publikum an.

Bald gab es nicht nur Techno-Musik, sondern auch Konzerte, Performances,

Theater und Kinovorführungen.

Am Anfang kam die Bar25 noch ohne Sicherheitskonzept aus. Es gab

weder Türsteher noch Einlasskontrollen. Wozu auch, schließlich war der

Eintritt frei. Schon damals begleiteten Britta und Nana das Geschehen

mit ihren Kameras. Es entstand ein Imagefilm, der zur Abwendung der

drohenden Kündigung verwendet wurde.

WELTWEITER RUHM

Nicht zu letzt durch die internationalen Besucher verbreiteten sich die

Abenteuer im Konfetti-Wunderland und damit sein Ruhm auch welt-

Foto: Nana Yurik0/25Films

weit. Mehr Besucher kamen. Die Bar reagierte mit dem Bau eines Spa:

Pool, Saunalandschaft und Massagen wurden angeboten. Im Holzhüttendorf

konnte übernachtet werden.

Allerdings mussten die gewachsenen Besucherströme nun kanalisiert

werden. Nana erlebte es hautnah: „Es wurde lange diskutiert, Eintritt zu

nehmen und Türsteher zu engagieren. Aber irgendwie musste die totale

Überfüllung verhindert werden.“ Die damit entstandene „harte“ Türpolitik

fand nicht nur Freunde. Schnell ernteten die Betreiber auch Kritik.

Der Vorwurf der Kommerzialisierung stand im Raum. „Dabei hat die

Bar25 nie nennenswert PR-Arbeit betrieben.“ Doch die neuen Dimensionen

machten sich auch wirtschaftlich bemerkbar. Im letzten Jahr 2010

arbeiteten 180 Personen in Friedrichhain-Kreuzberg. Aus der kleinen Bar

war ein mittelständischer Betrieb geworden.

VON BRACHE ZU BRACHE

Ende 2010 war endgültig Schluss. Die BSR ließ die Zwischennutzung auslaufen.

Der kontaminierte Boden auf dem Gelände soll saniert werden,

um eine Verseuchung des Grundwassers auszuschließen. In naher Zukunft

wird wohl ein „Media-Spree“-Bürogebäude auf dem Grundstück

entstehen. Im September 2010 feierten die Betreiber ihre Abschiedsparty.

Rund 3000 Partygäste kamen, um sich zu verabschieden. Freunde

und Gäste halfen auch beim Abbau der Holzhütten, die zum großen Teil

in Containern eingelagert wurden. Denn das Gelände musste besenrein

übergeben werden. So endet ein 7-jähriger Zyklus von Brache zu Brache.

DIE FILMIDEE: 7 JAHRE PARTY IN 100 MINUTEN FILM

Für viele Gäste und Mitarbeiter waren die sieben Jahre der Bar25 ein

intensiver Lebensabschnitt. Ein Grund mehr für die beiden Filmemacherinnen,

diesem Ort eine Dokumentation zu widmen. „Wir spüren

den langen Zeitraum auch bei uns selbst. Wie die Bar sind auch wir als

REPORTAGE

Filmemacherinnen über den Zeitraum professioneller geworden. Das

sieht man an unserer Technik. Bilder in HD-Auflösung waren 2004 ja

noch gar nicht denkbar“, beschreibt Nana die Entwicklung. Auch hierbei

spielt die „25“ wieder eine zentrale Rolle. In den Archiven von Nana und

Britta finden sich rund 250 Stunden Archivmaterial von der ersten bis

zur letzten Minute der Clubära. Aus diesem Schatz soll nun „Bar25 – der

Film“ entstehen. Begleitet wurden und werden vier treibende Kräfte

des Projekts: Juval Dieziger (Betreiber), Danny Faber (DJ), Steffi Lotta

(Türsteherin), Christoph Klenzendorf und Andreas Söcknick (beide Betreiber).

UNABHÄNGIGES START-UP – FINANZIERUNG DANK FANS

Um die Filmfinanzierung anzuschieben, benötigte das Team ein erstes

Budget von 25.000 Euro. Dieses Geld sammelte 25Films über das Internetportal

www.inkubato.com. Ehemalige Gäste, Ex-Mitarbeiter,

Mamas und Omas und sogar Berlin Partners spendeten. Insgesamt

fanden sich über 270 Supporter, die auch größere Summen investierten.

„Uns freut besonders, dass viele Menschen ohne großes Einkommen uns

unterstützen. Die Fans der Bar25 bieten uns die Möglichkeit einer großen

künstlerischen Freiheit“, berichtet Nana. Die Unterstützer stehen zum

Teil auch in regem Mailkontakt mit der Filmcrew und beeinflussen so die

Entstehung des Films. Inzwischen ist mit Ardenfilm auch ein Koproduzent

an Bord. Denn bis der Streifen in die Kinos kommt, wird ein Budget

von gut 100.000 Euro benötigt. Natürlich ist auch die Veröffentlichung

eines Soundtracks in Planung. Der Zeitplan ist eng gesetzt: Zur Berlinale

2012 soll Premiere gefeiert werden. Erste kurze Ausschnitte sind auf

www.25films.de zu finden.

Vielleicht hat bis dahin auch die Bar25 eine neue Heimat gefunden.

Schließlich schlummern Teile der Partyrelikte in Containern und warten

auf den Wiederaufbau. Doch das ist eine neue Geschichte ...

[Dirk M. Oberländer]

8 Bar25 Bar25 9

Fotos: Peppa Meissner/25Films


WOZU IN DER FERNE SCHWOFEN ...

WOHNHEIM-CLUBS

Bericht und Interview: Friedrich Reip

Die Berliner Club-Landschaft ist für ihre Vielfalt und ihre Ausmaße längst weltberühmt. Doch auch, wenn die kälteste

Zeit des Jahres so langsam vorüber sein dürfte: Die Hauptstadt ist für ihren anfangs wenig gemütlichen Frühling

ebenso berüchtigt wie für das mitunter komplexe Dresscode-Verständnis der Türsteher ihrer Clubs. Möchte man sich

also wirklich jedes Mal in die – mild ausgedrückt – frische Nachtluft wagen, um dann womöglich eine halbe Stunde

anzustehen und letztlich mit dem Klassiker „heute nur Gästeliste“ wieder nach Hause geschickt werden?

Studierende, die in den Berliner Studentenwohnheimen leben, haben hier einen entscheidenden Vorteil: Sie haben

ihren Club im eigenen Haus und können sich so Frust und Frösteln sparen. Zwei davon, in denen man sowohl das

Tanzbein schwingen als auch ab und an mal einen etwas längeren Anlauf in den Abend nehmen kann, stellen wir

heute vor ...

DIE ARIBAR IM ARISTOTELESSTEIG 6

(KARLSHORST)

Die Bar, die nur wenige Fußminuten vom Tierpark und von der HTW

entfernt gelegen ist, öffnet ihre Pforten ausschließlich unter der Woche.

Sie eignet sich aber wegen der frühen Startzeit sowohl als perfekter

Einstieg ins Nightlife als auch als bequeme Alternative für den Tee in

den eigenen vier Wänden. Während der Vorlesungszeit lädt die Bar

von Dienstag bis Donnerstag jeweils um 19 Uhr für vier Stunden zum

Verweilen ein, um 22:30 Uhr ist „letzte Runde“ – genau der richtige

Zeitpunkt, um in Richtung des nächsten Stopps aufzubrechen oder sich

wegen des ohnehin anstehenden Seminars um 8 Uhr morgens gleich

wieder aufs Zimmer zurückzuziehen. Die Website der Bar unter www.

aribar.de bietet eine kalendarische Übersicht des Programms, das auch

mal eine „Russische Nacht“ oder eine „Piratenparty“ und im Sommer

Hoffeste zu bieten hat; ansonsten kann man sich aber auch über Studi-

VZ oder Twitter über Neuigkeiten informieren. WLAN gibt’s hier auch

– was will der digitale Studierende von heute mehr!

DIE SPELUNKE IN DER SEWANSTRASSE 173

(LICHTENBERG)

Ein weiterer Geheimtipp ist die Bar des ebenfalls in unmittelbarer Nähe

zur HTW angesiedelten Studentenwohnheims in der Sewanstraße –

nicht zuletzt, weil sie sich hinter dem ironischen Namen „Spelunke“

versteckt. Die Realität sieht erfreulicherweise ganz anders aus. Die

ebenfalls mit kostenlosem WLAN ausgestattete Bar wurde erst vor

zwei Jahren säuberlich renoviert und frisch eingerichtet und ist wie die

Aribar vollständig im digitalen Zeitalter angekommen: Über Profile in

den sozialen Netzwerken StudiVZ und Facebook werden die Veranstaltungen

terminkalendergerecht angekündigt und im Nachklapp mit

Fotos vom Abend aufbereitet – natürlich sind gerade diese für die Besucher

eine gern wahrgenommene Möglichkeit, einander kennenzulernen

bzw. miteinander ins Gespräch zu kommen. In der jeden Donnerstag ab

20 Uhr und jeden Sonntag ab nachmittags geöffneten Bar finden Filmabende

ebenso statt wie Cocktailpartys und bunte Events – von einem

„internationalen Frühstück“ über Halloween bis zum Pokerturnier.

Langweilen kann man sich also anderswo ...

Constanze Keiderling ist sowohl für die Kulturarbeit

als auch für die Sozialberatung des Studentenwerks

zuständig und betreut in diesem

Rahmen auch die Tutoren der Wohnheime.

Beides verschafft ihr einen direkten Draht zu

den Clubs …

Frau Keiderling, bitte schildern Sie uns doch

zunächst kurz Ihre Tätigkeit beim Studentenwerk!

Ich berate Studierende zu Fragen der Studienfinanzierung

und bei sozialrechtlichen

Problemen sowie zum Studium während der

Schwangerschaft bzw. mit Kind. Einen Großteil

der Ratsuchenden bilden dabei internationale

Studierende. Zusätzlich betreue ich das Wohnheimtutorenprogramm.

Das Projekt wurde gestartet,

um vor allem ausländischen Studierenden

in den Wohnheimen Hilfestellung beim

Einleben zu geben. Die Tutoren sind meist

selbst ausländische Studierende, die somit wissen,

welche Schwierigkeiten sich in einem neuen

Land ergeben können. In Umfragen äußern

internationale Studierende immer wieder,

dass sie zu wenig Kontakt zu deutschen Kommilitonen

finden. Auch da wollen wir mit dem

Wohnheimtutorenprogramm ansetzen.

Wie kommen dabei die Clubs in den Studentenwohnheimen

ins Spiel?

Die Tutoren verfügen in den Wohnheimen

meist nur über ein kleines Büro, oft gibt es

aber schöne Gemeinschaftsräume – wie eben

die Clubs. Diese haben regelmäßig geöffnet

und bieten Studierenden so eine Möglichkeit,

mit anderen Bewohnern in Kontakt zu treten.

Die Tutoren verfolgen auch verstärkt das Ziel,

internationale Studierende zu integrieren und

Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Daher

liegt das Augenmerk zunehmend auf Länder-

abenden, bei denen sich auch verschiedene

Kulturen präsentieren können. Wir merken

auch immer wieder, dass vor allem Neugier

auf Kulinarisches aus anderen Ländern vorhanden

ist. Daher wurden in den Studentenclubs

auch schon Kochwettbewerbe initiiert.

Wie sehen Sie persönlich die Wohnheimclubs,

wo liegen Stärken, wo ist noch Raum zur Verbesserung?

Manche Wohnheime wie Eichkamp und Siegmunds

Hof verfügen über zahlreiche Gemeinschaftsräume,

wie Fotolabore, Fitnessräume

und eben Clubräume, die leider nicht benutzt

werden, da es keine Studentische Selbstverwaltung

gibt. Ich sehe da noch Potenzial in der

Information der Bewohner.

Viele ausländische Studierende scheuen sich

in die Clubs zu gehen, da sie dort niemanden

kennen und davon ausgehen, dass dort bloß

getrunken wird. Gerade für Studierende in den

ersten Semestern muss man kommunikative

Wege finden und Veranstaltungen mit einem

konkreten inhaltlichen Konzept anbieten. Das

Klischee, dass Studierende immer nur Party

machen wollten, kann ich so nicht bestätigen.

Im Gegenteil: Viele Studierende berichten mir,

dass sie laute Partys nicht mögen, da man sich

dort nicht unterhalten kann.

Sie kümmern sich derzeit verstärkt um die

Kulturarbeit des Studentenwerks – worauf

darf man sich als Studierender demnächst

freuen?

Zunächst geht es uns darum, sämtliche Aktivitäten

im Kulturbereich zu bündeln. Wir haben

daher soeben einen Kulturkalender auf unserer

Webseite gestartet, mit dessen Hilfe man

sich über kulturelle Veranstaltungen des Studentenwerks

informieren und sich auch dafür

INTERVIEW

Immer nur Party - das alte Klischee

Wie die klassischen Nightlife-Spots sind auch die Clubs in den Studentenwohnheimen

nicht allein Tanz und Trunk gewidmet, sondern in erster Linie Orte der Begegnung,

an denen einiges mehr angestoßen werden kann als bloß das Glas des Gegenübers.

Wir sprachen darüber mit Constanze Keiderling.

anmelden kann. Geplant ist auch ein großes

Fest, bei dem sich studentische Künstler

einem größeren Publikum präsentieren können,

wobei wir gern offen für Ideen und Vorschläge

der Studierenden sind und diese bei

Bedarf auch unterstützen. Finanzielle Unterstützung

für Aktivitäten und Veranstaltungen

der Studentischen Selbstverwaltungen

gibt es ja seitens der Wohnheimverwaltung.

In der Praxis erleben wir immer wieder, dass

dies einige Studentische Selbstverwaltungen

gar nicht wissen.

Kommen in dem Zusammenhang auch

Veränderungen und neue Chancen auf die

Wohnheimclubs zu?

Wir planen, in diesem Jahr sowohl die Wohnheimtutoren

als auch interessierte Mitglieder

der Studentischen Selbstverwaltungen durch

Trainings und Seminare im Veranstaltungsmanagement

zu schulen. Dabei wird von

Fragen der Finanzierung über rechtliche

Regelungen (Gema, Schankgenehmigung) bis

hin zu Werbemöglichkeiten alles abgedeckt.

Bei Fragen und Anregungen zur Kulturarbeit

im Studentenwerk erreicht man Frau

Keiderling oder ihre Kollegin Frau Pohl unter

kultur@studentenwerk-berlin.de

Kontakt zu den Wohnheimtutoren lässt sich

über eine wöchentliche Sprechstunde sowie

per E-Mail und Handy herstellen.

Die Kontaktdaten finden sich unter

www.studentenwerk-berlin.de/bub/

wohnheimtutoren/index.html.

10 Wozu in der Ferne schwofen... Immer nur Party - das alte Klischee 11


SO SEHEN WIR DAS... SPEISEPLAN MÄRZ/APRIL 2011

12 So sehen wir das...

Peter Knopik

Studienrichtung: Technische

Informatik

Wie viel Kontakt haben Sie im

täglichen Studienalltag zum

Studentenwerk?

Ich gehe zwar in die Mensa, das Essen

ist nach dem Umbau auch viel besser

geworden, habe aber sonst nur sehr

wenig Kontakt zum Studentenwerk.

Inga Rothert

Studienrichtung: Elektrotechnik

Woran denken Sie beim

Studentenwerk zuerst?

Mir kommt als erstes die Mensa in

den Sinn. Dass Essen ist ja günstig,

aber leider sind die Öffnungszeiten

noch zu kurz. Ich würde mir auch

öfter mal was Einfaches wie Schnitzel

wünschen.

Martin

Studienrichtung Maschinenbau

Wie finden Sie die Angebote des

Studentenwerks?

Das Studentenwerk hat ein sehr

umfangreiches Angebot mit

hilfreichen Aktionen für Studenten

und Praktikanten.

Nico Mzyroch

Studienrichtung: Gesellschafts- und

Wirtschaftskommunikation

Woran denken Sie beim

Studentenwerk zuerst?

An meine Mensakarte und die TU-

Mensa. Auf meiner Karte ist nämlich

das Logo drauf.

Lars Kallander

Studienrichtung: BWL

Woran denken Sie beim

Studentenwerk zuerst?

Zuerst denke ich an meinen Job bei

den Heinzelmännchen. Wenn ich

den nicht hätte, wüsste ich nicht,

wie ich mein Studium bezahlen soll.

Außerdem denke ich sofort an meine

Wohnheimanmeldung. Leider bin ich

erst auf Platz 65 der Warteliste für das Wohnheim Hardenbergstraße.

Es würde mich freuen, wenn ich da einziehen könnte.

... STUDENTENWERK

Dirk Dudanski

Cafeterialeiter

Was macht das StW für Sie als guten

Arbeitgeber aus?

Das Studentenwerk ist für mich ein

sehr guter Arbeitgeber. Man wird täglich

gefordert einen guten Job abzuliefern,

da die Gäste fast täglich die gleichen

sind. Die Gäste von „heute“ sollen

auch die Gäste von „morgen“ sein,

das ist unsere Aufgabe. Das Studentenwerk legt sehr viel Wert darauf,

in den Speisebetrieben eine qualitativ gesunde Ernährung in einem guten

Preisleistungsverhältnis zu liefern. Das Studentenwerk ermöglicht

den Mitarbeitern betrieblich finanzierte Fort- und Weiterbildungen.

Das Studentenwerk stellt in den Speisebetrieben die komplette Arbeitskleidung,

übernimmt deren Reinigung, legt großen Wert auf Arbeitssicherheit

in allen Abteilungen und Bereichen.

Ich werde oft darauf angesprochen dass unsere Arbeit komplett überzeugt,

angefangen von den Einrichtungen, über den Service und das

Preis- Leistungsverhältnis.

Das Studentenwerk hat sich in den letzten Jahren sehr gut weiterentwickelt

und wird auch in Zukunft viel für einen zufriedenen Kunden

tun.

Andreas Schmalfeld

Referent für Organisation und Kommunikation

im Amt für Ausbildungsförderung

Hat sich im StW für Sie in den vergangenen

Jahren etwas verändert?

2010 wurde endlich ein neuer Tarifvertrag

für das Studentenwerk abgeschlossen,

der nun nach über 20 Jahren

Mauerfall keine Unterscheidung

mehr bei der Bezahlung und Arbeitszeit nach der Lage des Arbeitsplatzes

oder der Begründung des Arbeitsverhältnisses in den ehemaligen

West- oder Ost-Bezirken macht; auf die Umsetzung der Leistungskomponente

bin ich gespannt.

Der Bologna Prozess hat mir in den letzten Jahren viel Arbeit beschert.

Alle umgestellten und auch die neuen Studiengänge müssen BAföGrechtlich

beurteilt werden. Dies hat höchste Priorität damit die Auszahlung

der BAföG-Mittel wie gewohnt zügig erfolgt.

Marina Michaelis

Abteilung Personal und Finanzen

Wie sollte sich das STW in den

kommenden Jahren entwickeln?

In Bezug auf unsere ‚Kunden’ – die

Studierenden – sollte sich das STW

noch mehr als moderner Dienstleister

sehen und die Qualität und Angebote

– wie z. B. die erste vegetarische

Mensa ‚Veggie No1’– weiter steigern.

Das STW wurde als familienfreundliches Unternehmen zertifiziert.

Aber auch hier gibt es noch weiteren Bedarf. Da der Altersdurchschnitt

im STW relativ hoch ist, sollten z. B. mehr Teilzeitarbeitsplätze, die

Möglichkeit von Jobsharing und Homeoffice geschaffen werden um

gerade jüngere Mitarbeiter z. B. mit Kindern - zu werben und zu binden.

ESSKULTUR – DER GEDECKTE TISCH

Das Essen gehört wie auch das Trinken und Schlafen zu den Grundbedürfnissen

der Menschen. Menschen müssen essen, um überhaupt

leben zu können.

Aber, der Mensch ist, was er isst, so Feuerbach. Damit nähern wir uns

der Esskultur. Esskultur umfasst alles, was mit Essen verbunden ist – das

gesamte kulturelle Umfeld der Ernährung, wie Tischsitten, Rituale und

Zeremonien, regionale Spezialitäten und diesbezüglich kulturelle Identifi

kation.

Die Mahlzeit mit den entsprechenden Tischsitten soll der Beginn der

Kultivierung des Essens und der Gemeinschaft sein. Tischsitten waren

dabei kein Selbstzweck, sondern Regeln, die ihren Sinn in der gegenseitigen

Achtung und im sicheren Umgang mit verschiedenen Esssituationen

hatten. Sie werden in der Familie mit den Kindern für den

sicheren und souveränen Umgang mit unterschiedlichen Esssituationen

eingeübt. Mit wachsendem Alter werden sie dann „mit Sinn gefüllt“ und

damit auch gestaltbar.

Außerdem ist auch eine gelungene Tischatmosphäre wichtig, um

Essen mit positiven Emotionen zu verknüpfen. Bedrückende Probleme

und Streit gehören nicht an den Esstisch, ernsthafte Gespräche und

Diskussionen schon. Wenn Eltern mit Genuss essen, verlockt dies Kinder

mehr, als wenn Eltern z. B. diätbesessen und schlecht gelaunt im Essen

herumstochern und die Kinder anherrschen, sie sollen vernünftig essen.

Das „gute“ Essen sollte auch das gute Essen sein und wenn das, was

wichtig ist, mit Spaß praktiziert wird, braucht man auch keine Reden

über Wichtigkeiten.

HIGHLIGHTS ZUR 60. MENSA-AKTION

LIEBLINGSGERICHTE ZUR MENSA-AKTIONSWOCHE

Zur Mensa-Aktion „Esskultur – Der gedeckte Tisch“ werden

- vom 26. bis 29. April 2011 in der TU-Mensa Hardenbergstraße, der

Mensa FU II Otto-von-Simson-Straße, der Mensa FU Lankwitz und der

Mensa HU Oase Adlershof sowie

- vom 2. bis 6. Mai 2011 in der Mensa Beuth Hochschule Luxemburger

Straße, der Mensa HU Nord, der Zeltmensa HU Süd, der Mensa HTW

Oberschöneweide und der Mensa HTW Treskowallee

die Lieblingsgerichte der Gäste gekocht.

Anfang 2011 waren die Mensa-Gäste aufgerufen, den Mensaköchen

ihre Wunschgerichte mitzuteilen. Nun stehen die häufigsten und

interessantesten Wünsche zur Aktions-Woche auf dem Speiseplan.

UNSERE MENÜS:

Darüber hinaus wird in den genannten Mensen im Aktionszeitraum

täglich ein 3-Gang-Menü mit Bedienung mit Voranmeldung angeboten.

Folgende Menüs stehen zur Auswahl:

Montag und Mittwoch (vegetarisches Menü): Karotten-Ingwer-Suppe,

Sesam-Mandel-Braten, Curry-Mangosauce, Kaiserschoten und Basmatireis

sowie Crème brulée

www.studentenwerk-berlin.de

Auch ein gut und sinnvoll eingedeckter und dekorierter Tisch trägt –

natürlich anlassbezogen – dazu bei.

Unsere Gesellschaft spiegelt ein Bild vom Essen, das den Blick für die

damit verbundene Leistung verstellt: Gutes Essen kostet Zeit, Geld und

Arbeit. Wem das Öl im Auto wichtiger und „teurer“ ist als das im Salat,

wer an selten genutzte Werkzeuge höhere Ansprüche stellt als an regelmäßig

genutzte Küchenmesser, kann nicht für sich in Anspruch nehmen,

etwas von qualitätsgeleiteter Esskultur zu verstehen.

Esskultur zeigt sich auch nicht nur bei der Bestellung im Restaurant

oder im „Benehmen“ am Tisch, sondern im Stellenwert des Essens im

Alltag. Denn vielfach ist es doch heute so, dass man sich „im Vorübergehen“

ernährt, überall kann man sich an Imbissbuden bedienen – vom

Hähnchen über Curry- und Bockwurst bis zum Döner – alles „to go“.

Über den Kaffee „to go“ brauchen wir gar nicht zu schreiben.

Gründe und Erklärungen gibt es freilich viele: keine Zeit zum Kochen,

keine Lust zum Kochen, leerer Kühlschrank, alleine lohnt der Aufwand

nicht …

Gerade deshalb versucht das Studentenwerk in der Aktionswoche

„Esskultur“, Anregungen und Tipps zu geben für die Rückkehr der herkömmlichen

Esskultur. Zumindest einen kleinen Versuch wollen wir

starten.

In diesem Sinne wünschen wir viel Spaß beim Gucken, Schnuppern

und Probieren – und vielleicht können Sie die eine oder andere Anregung

„mit nach Hause“ nehmen!

[Gabriele Reguig]

Dienstag und Donnerstag: Gazpacho, glasierter Kalbsrücken auf Morchelrahmsauce,

frischer Stangenspargel, Petersilienkartoffeln sowie

Panna Cotta

Freitag: Spargelcremesuppe, pochiertes Lachsfilet mit Shrimps auf

Wermutschaum, frischer Blattspinat, Safranreis sowie Grießflammerie

mit frischen Früchten.

UNSERE SEMINARE:

Darüber hinaus bieten die Mensen am Nachmittag jeweils von 15:00–

17:00 Uhr zur kostenlosen Teilnahme folgende Seminare zum Thema

„Esskultur – der gedeckte Tisch“ an. Bitte melden Sie sich auch hier in

der jeweiligen Mensa ab dem 1. Februar an! Die Plätze sind begrenzt.

Alles rund um den Wein – Sie erhalten einen fachkundigen Einblick in

das Thema Wein und verkosten eine Auswahl erlesener Weine.

Fisch filetieren – Unter fachlicher Anleitung filetieren Sie eine Forelle,

die Sie dann mit entsprechenden Beilagen auch verzehren.

Servietten falten – Sie erlernen die Kunst des Serviettenfaltens mit

verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten.

INFORMATIONEN ZU ALLEN HÖHEPUNKTEN

Speisepläne 15


SPEISEPLAN


JULI 2010







SPEISEPLAN AUGUST 2010
































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































SPEISEPLAN















September/ Oktober 2010


18 Speisepläne




Unser werkblatt-Speiseplan ist ein Auszug aus unserem Angebot. Nicht alle Speisen sind in allen Mensen erhältlich. Bitte beachten Sie deshalb

auch die Speisekarte im Internet www.studentenwerk-berlin.de/mensen/speiseplan oder die Hinweise in den jeweiligen Mensen.






Speisepläne 19





































!


AUF JOBSUCHE?

Was kann die Arbeitsvermittlung Heinzelmännchen eigentlich für studentische

Jobsucher tun? Welche Aufgaben übernimmt sie? Und was müssen Studierende wissen,

wenn sie über die Heinzelmännchen an einen Job kommen wollen?

„Wir vermitteln Jobs: Von der ungelernten

Aushilfskraft bis zum qualifizierten Facharbeiter“,

berichtet Hansjörg Edling von der

Arbeitsvermittlung Heinzelmännchen. Damit

Studierende die Dienste der Heinzelmännchen

in Anspruch nehmen können, müssen sie allerdings

ein paar Kriterien erfüllen. Dazu gehört

zum Beispiel, dass sie an einer Berliner Hochhochschule

immatrikuliert sein müssen. „Wer

also in Berlin wohnt und in Potsdam studiert,

kann leider nicht von uns vermittelt werden.“

Studierende, die an einer privaten Hochschule

in Berlin studieren, müssen zudem klären, ob

ihre Hochschule mit dem Studentenwerk kooperiert.

Andernfalls können die Heinzelmännchen

ebenfalls nicht für diese Studierenden

tätig werden.












































































































































































































































Eine andere Voraussetzung ist, dass die Jobsuchenden

auch wirklich sogenannte ordentliche

Studierende sind, für die lediglich Beiträge

zur Rentenversicherung gezahlt werden müssen.

„Wer im Urlaubssemester ist oder nur

Teilzeit studiert, ist nämlich voll sozialversi-






cherungspflichtig und damit für Arbeitgeber

wegen höherer Lohnnebenkosten nicht mehr







so interessant. Deshalb können wir an diese







Studierenden auch keine Jobs vermitteln“, so

SPEISEPLAN

Edling. Übrigens gelte das gleiche für Langzeit-

SPEISEPLAN EISEPLAN













studierende, die mehr als 25 Semester auf dem












Buckel haben.








Wer als Ausländer die Vermittlungsarbeit in



September/

September/

Oktober

Anspruch nehmen will, muss darüber hinaus

September/ Oktober

2010





Oktober 2010









2010


noch eine Aufenthaltserlaubnis oder im Falle







werkblatt-Speiseplan

ist ein Auszug aus unserem Angebot. Nicht alle Speisen sind in allen Mensen erhältlich.

Bitte beachten Sie deshalb von EU-Bürgern eine Freizügigkeitsbescheini-




ie Speisekarte Unser werkblatt-Speiseplan im Internet www.studentenwerk-berlin.de/mensen/speiseplan ist ein Auszug aus unserem Angebot. Nicht alle oder Speisen die Hinweise sind in allen in den Mensen

jeweiligen erhältlich. Mensen. Bitte beachten Sie deshalb


gung vorlegen. „Nicht-EU-Bürger oder EU-Bür-

! auch Unser die werkblatt-Speiseplan Speisekarte werkblatt-Speiseplan im Internet ist ist





ein www.studentenwerk-berlin.de/mensen/speiseplan ist ein ein Auszug aus aus aus unserem Angebot. Nicht alle alle alle Speisen oder sind sind die in in allen Hinweise in allen Mensen in den erhältlich. jeweiligen erhältlich. Bitte Bitte Mensen. Bitte beachten Sie Sie deshalb Sie deshalb






ger aus den neuen osteuropäischen Ländern

! ! auch ! auch die die die Speisekarte im im Internet im Internet www.studentenwerk-berlin.de/mensen/speiseplan oder oder die die die Hinweise Hinweise in in den in den jeweiligen Mensen.








müssen zudem noch gegebenenfalls nachwei-









sen, wie viel sie bisher im jeweils laufenden







Jahr gearbeitet haben. Denn Studierende aus










diesen Ländern dürfen höchstens 90 volle











Tage


im Jahr jobben“, berichtet Edling. Deshalb







sollten diese Studierenden – falls vorhanden








– Belege anderer Arbeitgeber zur Anmeldung








mitbringen.











10 geschwärzt

23 Eier




Aushilfsjobs und Fachjobs

Erst nach einer Anmeldung haben Studierende

fl eischlos 11 Milcheiweiß 10 geschwärzt 24 Fisch 23 Eier

rt1

1 Alkohol 1 fl eischlos fl eischlos fl eischlos 15 Vegan 11 10 10 Milcheiweiß

10 geschwärzt

26 Schalenfrüchte 24 23 23 23 Fisch Eier Eier Eier

29 Senf

30 Milch 29 Senf

Weitere Kennzeichnungen fi nden

Verkaufspreise unter Vorbehalt

Zugriff auf die Arbeitsangebote der Heinzel-

tionsmittel

3 3 3 konserviert Alkohol

18 Bio 15 11 11 Vegan 11 Milcheiweiß

27 Sellerie 26 24 24 24 Schalenfrüchte

Fisch Fisch Fisch 31 Sesamsamen 30 29 29 Milch 29 Senf Senf Senf

Sie auch an unseren Weitere Ausgabestellen.

Kennzeichnungen fi nden

6 6 6 Antioxidationsmittel

konserviert

21 Glutenhlt. 18 Getreide 15 15 Bio 15 Vegan Vegan

28 Soja 27 26 26 26 Sellerie Schalenfrüchte

36 Hefe 31 30 30 Sesamsamen

30 Milch Milch

Änderungen sind Sie vorbehalten.

Weitere auch Weitere an Kennzeichnungen unseren Kennzeichnungen Ausgabestellen. fi nden fi nden fi nden

7 7 7 Farbstoff Antioxidationsmittel

21 18 18 Glutenhlt. 18 Bio Bio Bio Getreide

28 27 27 27 Soja Sellerie

36 31 31 Hefe 31 Sesamsamen

Änderungen Sie Sie auch Sie auch auch an sind an unseren an unseren vorbehalten.

unseren Ausgabestellen.

männchen. Meist handelt es sich dabei um

Aushilfstätigkeiten wie Lagerarbeiter, Produktionshelfer,

Kraftfahrer, Inventurhelfer oder

Schreibkräfte. Die Heinzelmännchen suchen

aber auch Fachkräfte. „Wer zum Beispiel schon

eine Berufsausbildung absolviert hat oder

über andere belegbare Fachkenntnisse wie

Fremdsprachen, Führerschein oder Berufserfahrung

verfügt, hat die Möglichkeit, sich in

unsere Fachdateien eintragen zu lassen. Das

steigert natürlich den Marktwert“, betont

Edling.

Haben sich Studierende bei den Heinzelmännchen

angemeldet, liegt es jetzt auch an ihnen,

ob und wie häufig sie durch die studentenwerkseigene

Arbeitsvermittlung einen Job

finden. Eingegangene Jobangebote finden sie

auf den Monitoren in den Warteräumen der

Heinzelmännchen-Filialen und der Onlinedatenbank.

Sie müssen also selbst aktiv werden.

Edling: „Die Stundenlöhne liegen je nach Job

und Qualifikation meistens noch zwischen

sieben und zehn Euro in der Stunde, bei höher

qualifizierten Jobangeboten aber immer häufiger

auch darüber.“

Günstiger Service

So hilfreich die Heinzelmännchen auch bei der

Vermittlung von Jobs sind, kostenlos ist der

Service nicht. „Zurzeit erheben wir noch eine

prozentual vom Bruttolohn berechnete Bearbeitungsgebühr

von 1,5 oder 2 Prozent. Wichtig

ist in jedem Fall, dass sich die Studierenden an

die Formalitäten halten. Bei der Vermittlung

eines Jobs wird ihnen in der Regel ein Vermittlungsschein

ausgehändigt, den sie dann innerhalb

von acht Wochen zurückgeben müssen,

damit der bezogene Lohn zeitnah steuerlich

abgerechnet werden kann. Edlings Rat: „Halten

Sie sich bitte an diese Rückgabefrist. Denn

sonst fallen zunächst erhöhte Gebühren an.“

Reagieren die Betroffenen dann aber auch

nicht auf Mahnungen, werden noch zusätzliche

Mahngebühren pro Vermittlungsschein

fällig. Damit es nicht zu solchen unliebsamen

Überraschungen kommt, empfiehlt Edling:

„Lesen Sie sich unbedingt die Richtlinien der

Heinzelmännchen durch und sorgen Sie immer

dafür, dass die Arbeitsvermittlung auch Ihre

NACHGEFRAGT

aktuelle Adresse hat. So vermeiden Sie Ärger!

Denn Unwissenheit schützt nicht vor Mahnungen!“

Neben der eigentlichen Arbeitsvermittlung

fungiert die Arbeitsvermittlung auch als Abrechnungsstelle

für Arbeitgeber, die sich damit

den Aufwand einer eigenen Lohnabrechnung

sparen. Edling: „In diesem Fall können Studierende

den sogenannten Selbstabholer-Service

nutzen und sich einmal pro Monat den Vermittlungsschein

zuschicken lassen, der einen

Kalendermonat Gültigkeit hat.“

[Anja Schreiber]

Notwendige Unterlagen für die Anmeldungbei

den Heinzelmännchen:

- Große (bzw. quadratische) Immatrikulationsbescheinigung

im Original

- Lohnsteuerkarte für das laufende Jahr und

die Steuer-Identifikationsnummer

- Personalausweis oder Pass

- Freizügigkeitsbescheinigung von allen

nicht deutschen EU-Bürgern

- ein kleines Passbild (oder Farbkopie)

- Nachweis der Bankverbindung

- Sozialversicherungsausweis - Krankenkassennachweis

(z. B. durch Chipkarte)

- ggf. Zeugnisse, Arbeitsnachweise oder

Gesundheitspass (für die Anmeldung bei der

Fachvermittlung)

Wichtige Infos zur Arbeitsvermittlung

Heinzelmännchen auf einen Blick:

Zentrale Charlottenburg

Hardenbergstraße 34, 10623 Berlin,

Öffnungszeiten Mo - Mi, Fr: 8:30–15:45 Uhr,

Do: 8:30–17:45 Uhr

Zweigstelle Dahlem

Thielallee 38, 14195 Berlin,

Öffnungszeiten: Mo - Fr: 10:00–15:45 Uhr

Tel: (030) 93939-9033 (Mo - Fr: 8:00–16:00 Uhr)

www.studentenwerk-berlin.de/jobs/index.html

heinzelmaennchen@studentenwerk-berlin.de

20 Speisepläne 8 8 8 Farbstoff

21 21 21 Glutenhlt. Getreide

28 28 28 Soja Soja Soja

36 36 36 Hefe Hefe Hefe

Änderungen sind sind vorbehalten.

sind vorbehalten.

Nachgefragt 17

.09.10 Dienstag 07.09.10

Mittwoch 08.09.10

Donnerstag 09.09.10

Freitag 10.09.10

ontag 06.09.10 Dienstag 07.09.10 Mittwoch 08.09.10 Donnerstag 09.09.10 Freitag 10.09.10

Montag 06.09.10 Suppe

Suppe

Suppe

Suppe

Dienstag 07.09.10 Mittwoch 08.09.10 Donnerstag 09.09.10 Freitag 10.09.10

Foto: jala / photocase.com


444 MINUTEN* 444 MINUTEN

Heute mit Diana Kersten

Wohnheimverwalterin im Studentenwerk Berlin

Was für ein schöner Morgen, denke ich und radle durch den Berliner

Bezirk Lichtenberg. Genauer gesagt fahre ich durch den Stadtteil Herzberge,

der im 19. Jahrhundert als Krankenhausgelände, damals noch

weit vor den Toren der Stadt, angelegt wurde. Noch heute bestimmen

hohe Bäume und Wiesen das Areal. Ruhig und rundum grün ist es

hier. Kein Wunder, dass sich so viele Studierende hier wohlfühlen und

in den Wohnheimen des Studentenwerks Berlin ihr Quartier bezogen

haben.

Fern ab vom Großstadtgetümmel bin ich heute mit Diana Kersten, zuständig

für das Wohnheim Allee der Kosmonauten, verabredet. Noch

am Telefon bittet mich Frau Kersten, doch mit dem Fahrrad zu kommen.

Aber warum?

In der Wohnheimverwaltung angekommen, werde ich schon durch

fröhliches Lachen begrüßt. Ein Hausmeister inmitten der Frauenschar

hat gerade eine witzige Episode aus seinem Arbeitsalltag zum Besten

gegeben. Herrlich, wenn ein Tag für die Verwalterinnen schon so fröhlich

beginnt. Das lässt mich auf einen besonders guten Tag hoffen.

Diana Kersten und ich haben uns bereits durch verschiedene Veranstaltungen

im Studentenwerk kennengelernt. So finden wir schnell einen

lockeren Einstieg in ein Gespräch über ihren Werdegang beim Studentenwerk.

Die gebürtige Berlinerin verspürte nie den Drang, nach Beendigung der

Schule ihre Heimatstadt zu verlassen. So absolvierte sie 1999 im Studentenwerk

Berlin ihre Ausbildung zur Bürokauffrau und ist seitdem

18 444 Minuten

Diana Kersten – freundlich zu den Studierenden und immer offen für neue Ideen

geblieben. Sie mag besonders den Umgang mit der jungen Klientel,

die Vielseitigkeit der täglichen Arbeit, aber auch die familiäre und entspannte

Arbeitsatmosphäre. Ihre Stellung als Wohnheimverwalterin

musste sie sich jedoch erst erarbeiten, da der Altersunterschied zu ihren

Studentinnen und Studenten gering ist, denn einige sind ja kaum älter

als sie selbst. Aber mit den Jahren hat sie ihre ganz eigenen Strategien

entwickelt, sich Konflikten zu stellen. Freundlichkeit, Servicebereitschaft

– aber auch Konsequenz sind die wichtigsten Merkmale für Diana

Kersten als Dienstleisterin. Sie sieht aber ihr Alter auch als große Chance

und als Potenzial, die Interessen, Wünsche, Nöte und Sorgen ihrer Studierenden

gut zu verstehen.

gungen wegen z. B. schlechter Zahlungsmoral von studentischen neuen

Mietern befassen“, erklärt Diana Kersten.

Bevor eine Neuvermietung vorgenommen werden kann, gilt es, dem

Mieter mitzuteilen, was er tun muss, um seinem Nachmieter eine anständige

und saubere Wohnung übergeben zu können. „Ich bin natürlich

nicht immer dabei, das lässt die Büroarbeit auch nicht zu. Aber in

manchen Fällen bittet mich der Hausmeister um Unterstützung.“

Für heute hat Frau Kersten eine Wohnungsabnahme vereinbart, an der

ich auch teilnehmen soll.

Ein ständiges Kommen und Gehen

Im Wohnheim gibt es möblierte Einzelzimmer und Doppelzimmer in

dreier und zweier Wohngemeinschaften. Insgesamt umfasst das Wohnheim

295 Wohneinheiten. „Allein im gesamten letzten Jahr hatte ich im

Wohnheim Allee der Kosmonauten 265 Ein- und Auszüge. Da hatte auch

der Hausmeister Herr Schellenberg alle Hände voll zu tun. Er ist die gute

Seele für die Studierenden und hilft bei allen technischen Fragen“, so

Diana Kersten.

Wir sind mit dem Hausmeister in der Wohnung von Thomas verabredet,

der sich für eine Weiterführung seines Studiums in einer anderen

Stadt entschieden hat und der Liebe folgt. Drei Semester hat er hier

gewohnt und sich sichtlich wohlgefühlt. Nun ist es für Diana Kersten an

der Zeit, die Wohnung gründlich zu beäugen, bevor der nächste Mieter

einziehen kann. Der Hausmeister und sie schauen sich das Zimmer

gründlich an. Sie begutachten jede Ecke und werfen auch einen Blick

hinter die Heizung, denn dort bleibt gern mal etwas liegen. Thomas

hat sich große Mühe gemacht, denn das Zimmer ist gut gereinigt. Dann

gehen wir ins Bad und auch dort ist alles in Ordnung.

Aber die Küche wurde wohl schon länger vernachlässigt. Zu einer

Endabnahme gehören nämlich nicht nur das angemietete Zimmer, sondern

auch die Gemeinschaftsräume. Thomas ist sichtlich genervt und er

sieht nicht ein, warum er hier allein klar Schiff machen solle. Schließlich

wohnen drei Studierende in der Wohnung und es sei nicht mehr sein

Dreck. Frau Kersten ergreift das Wort und versucht, Thomas die Sachlage

zu erklären. „Die Küchen sollten eigentlich von allen Bewohnern

gemeinsam gepflegt werden. Da haben Sie Recht. Doch leider sind Sie

nun derjenige, der die Wohnung verlassen möchte und das gibt uns

Anlass zur Kontrolle. Und ich bestehe auf Ordnung.“ Thomas sieht es

schließlich ein und greift widerwillig zum Wischlappen.

Nach circa einer Stunde schauen wir uns die Küche noch einmal an. Ja,

nun sieht sie gut aus und die Wohnung kann abgenommen werden.

Thomas kann unbesorgt zu seiner Freundin ziehen und der Weg für

neue Mieter ist frei. Jetzt auch mit sauberer Küche.

Jedes Anliegen erfordert besondere Beratung

Diana Kerstens Büro befindet sich in der Wohnheimverwaltung Sewanstraße,

20 Fahrradminuten vom Wohnheim Allee der Kosmonauten entfernt.

Die Distanz bewältigt sie meist mit dem Fahrrad. Nun verstehe

ich auch, warum ich mit dem Fahrrad kommen sollte …

Nach einer kurzen Auswertung mit dem Hausmeister machen wir uns

auf den Rückweg ins Büro. Auf Dianas Gepäckträger klemmt die Post,

die sie dann gleich im Büro bearbeiten will. Wir müssen etwas kräftiger

in die Pedalen treten, denn die Sprechstunde beginnt bereits in einer

halben Stunde. Und erfahrungsgemäß warten schon immer einige Studierende

vor Beginn.

Ich muss schon sagen, es ist wirklich idyllisch in dieser Gegend. Auf einigen

Wiesen blöken sogar die kleinen Lämmer. „So, noch kräftig durchatmen,

bevor es gleich weitergeht“, sagt Diana Kersten.

Vor dem Büro der Verwalterin wartet schon ein bekanntes Gesicht. Tina,

Jurastudentin an der HU Berlin, beschwert sich zum wiederholten Male

über ihre Mitbewohnerinnen, die ihr ständig zu laut sind. Sie ist aufgebracht

und Diana Kersten gelingt es nur schwer, Tina zu beruhigen.

Hier gibt es nur noch die große Lösung – der Umzug. In einem anderen

Wohnheim ist gerade ein Zimmer frei geworden, das der Studentin

angeboten werden kann. Tina fragt nach Details wie der Zimmergröße,

dem Mietpreis und auch nach den Menschen, die eventuell ihre neuen

Mitbewohnerinnen werden könnten. Offenbar konnte Frau Kersten

sie überzeugen. So werden sich beide Frauen schnell einig, beide sind

zufrieden.

Als Nächstes tritt ein großer hagerer Mann in das Büro. Peter, ein Gaststudent

aus Georgien, möchte, wie jeden Monat, die Miete in bar bezahlen.

Ich staune, die Miete wird also nicht immer überwiesen? „ Es ist gar

nicht so unüblich. Ich habe mehrere Studierende, die die Miete direkt

bei mir bezahlen. Das kann verschiedene Gründe haben. Manche haben

hier in Deutschland kein eigenes Konto oder können mit ihren Scheckkarten

nur Geld abheben, aber keine Zahlungen tätigen“, so Kersten.

Zwischendurch klingelt das Telefon und Frau Kersten hört angestrengt

zu. Lars, ein schwedischer Erasmus-Student, fragt in gebrochenem

Deutsch nach einem Wohnheimzimmer. Er hat sich auf der Homepage

des Studentenwerks Berlin über die Wohnheime informiert. Frau Kersten

erklärt ihm, dass ihm als Erasmus-Student ein Wohnheimplatz

garantiert ist. Er muss sich aber zunächst an die Universität bzw. den

Deutschen Akademischen Austauschdienst wenden. Lars hat alles verstanden

und wird gleich die zuständige Dame an der Hochschule (die

Nummer hat er von Frau Kersten erhalten) anrufen.

Auch noch einige Zeit nach Ende der Sprechzeit warten die Studierenden

geduldig im Warteraum der Wohnheimverwaltung, um ein Gespräch

mit der jeweiligen Verwalterin zu führen. „Zu Semesterbeginn

haben wir immer ein höheres Beratungsaufkommen, es stehen mehr

Ein- und Auszüge an. Da kommt der Feierabend später“, sagt Frau Kersten

und lacht dabei. „Zum Glück habe ich es jetzt nicht mehr weit nach

Hause. Genau vor einem Jahr hatte ich das Glück, eine Wohnung im

Nachbarhaus zu bekommen. Das ist sehr angenehm.“

[Ellen Krüger]

*444 Minuten symbolisieren einen Arbeitstag im Studentenwerk Berlin.

Dienstleistung ist auch schon das richtige Stichwort für mich. Bisher

konnte ich mir nicht so konkret vorstellen, was eine Wohnheimverwalterin

alles zu bewerkstelligen hat. Jedoch staune ich nicht schlecht,

als Frau Kersten mir einen groben Überblick über ihr vielfältiges Aufgabengebiet

gibt. „Zu meinen Arbeiten gehören Verwaltungs- und

Vermietungstätigkeiten, Rechtsfall- und Forderungsbearbeitung sowie

Buchungsvorgänge, die das Mietverhältnis betreffen. Ich kenne mein

Wohnheim und sorge dafür, dass notwendige Instandhaltungen in den

Wirtschaftsplan aufgenommen werden. Nicht zu vergessen ist der enge

Kontakt zum Hausmeister und zur Studentischen Selbstverwaltung. Der

Schwerpunkt meiner Arbeit liegt aber eindeutig in der Neuvermietung

unserer Wohnheimplätze. Da die Hochschule für Technik und Wirtschaft

Berlin zum Großteil in 2008 nach Oberschöneweide umgezogen ist,

haben wir durch die fehlende Hochschulnähe eine größere Fluktuation.

Leider muss ich mich aber auch mit Abmahnungen oder sogar Kündi- Diana Kersten im kollegialen Austausch mit Waltraud Kape. Die Mieterakten, etwas Bürokratie lässt sich nicht vermeiden.

444 Minuten 19


NAHAUFNAHME DER GUTE RAT

OLGA ONOKOVA

vom Internationalen Club an der

Freien Universität Berlin

Der Internationale Club der FU Berlin

Eine Facette des Studiums ist das Zusammentreffen von Menschen aus

aller Herren Länder. Auf dem Campusgelände begegnen sich Erdbewohner

mit den verschiedensten kulturellen und sprachlichen Hintergründen.

Was zugereiste und einheimische Studierende grundsätzlich verbindet,

ist der regelmäßige Gang in die jeweilige Bildungsstätte. Doch

ist die gemeinsame Anwesenheit nicht gleichbedeutend mit intensivem

Kontakt. Seit ihrer Gründung hat die Freie Universität Berlin einen ausgesprochen

internationalen Charakter. So lag es nahe, gerade dort ein

Forum für den interkulturellen Austausch aus der Wiege zu heben. Der

Internationale Club der FU wurde im November 1997 offiziell gegründet.

Anlass war eine Veranstaltung zum Thanksgiving-Fest.

Aller Anfang ist schwer

Gute 13 Jahre später mache ich mich auf den Weg ins Büro des Clubs. In

der Garystraße 45, nahe dem Otto-Suhr-Institut und der Universitätsbibliothek

der FU in Berlin-Dahlem, bin ich mit der Club-Präsidentin

verabredet. Die Studentin der Publizistik- und Kommuni ka tionswissenschaften

sowie der Politikwissenschaft Olga Onokova bekleidet

dieses Amt seit dem 1. April 2010. Aufgewachsen in Kirow, einer ca.

450 000 Einwohner zählenden russischen Stadt des Föderationskreises

Wolga, die etwa 900 Kilometer östlich von Moskau liegt, brach sie 2007

nach Berlin auf. „Ich habe in Kirow Englisch auf Lehramt studiert und

hatte dort auch ein Jahr Deutsch als Zusatzleistung. In Deutschland

wollte ich ursprünglich im Zuge einer Au-pair-Tätigkeit die deutsche

Sprache besser lernen und nicht länger als ein Jahr bleiben.“ Sie be-

20 Nahaufnahme

Foto: Privat

schreibt die Probleme während der Eingewöhnungsphase mit einem

Kulturschock. Alles ist ungewohnt, die Leute sprechen eine andere Sprache

und man fühlt sich fremd. „Ich habe von Anfang an deutsch gesprochen

und Notizblock und Stift zu meinen ständigen Begleitern gemacht,

damit ich meinen Wortschatz bereichern konnte.“ Heute spricht die

Russin sehr gut Deutsch und möchte anderen Studierenden aus dem

Ausland bei den Herausforderungen in der neuen Umgebung helfen,

indem sie zusätzlich die Stelle als Wohnheimtutorin am Halbauer Weg

angenommen hat.

Regelmäßige Veranstaltungen zu einzelnen Ländern

Die Begeisterung für ein Studium an der FU weckte bei Frau Onokova

schließlich die Mutter ihrer damaligen Gastfamilie, die an einem Fachbereich

der Universität tätig war. „An der Uni habe ich dann auch eine

Anzeige für den Begrüßungsabend des Internationalen Clubs gesehen.

Der hatte mir so gut gefallen, dass ich gleich Mitglied geworden bin.“

Nach langer Überlegung entschied sie sich im zweiten Jahr ganz bewusst

für die aktive Mitarbeit und wurde vom Team herzlich aufgenommen.

Überzeugt hat dabei neben der Atmosphäre das der Clubarbeit

zugrunde liegende Konzept. „Bei allen Beteiligten ist Eigeninitiative

gefragt. Wo es nötig ist, findet man aber jederzeit die nötige Unterstützung.“

Auf dieser Grundlage werden regelmäßig Regionalabende ausgearbeitet

und veranstaltet. Hier werden die jeweiligen Länder zumeist

kulturell und kulinarisch vorgestellt. Als Kooperationspartner konnten

unter anderem schon die kolumbianische, aserbaidschanische und bolivianische

Botschaft gewonnen werden. Ebenfalls in fester Abfolge werden

länderbezogene Stammtische organisiert. Die dafür ausgewählten

Lokale variieren. So sprechen und lernen Interessierte die Sprache und

erkunden gleichzeitig noch Berlin. Der Internationale Club bietet auch

sogenannte Tandem-Projekte in Zusammenarbeit mit dem Sprachzentrum

der FU Berlin an. Dabei treffen sich zwei Personen, um jeweils die

Sprache des anderen zu lernen.

Jeder kann Clubmitglied werden

Team-Mitglieder weist der Internationale Club der FU aktuell ca. 20

auf. Hinzu kommen noch ungefähr 10 beratende Personen. Die Zahl der

Clubmitglieder schwankt und ist bedeutend höher. So gibt es über 300

langjährige Mitglieder. Allein während der zwei Orientierungstage im

letzten Jahr haben sich 127 neu geworbene dazugesellt. Momentan ergibt

das alles in allem um die 500 Mitglieder und 800 Abonnenten der

Club-Newsletter. Das Verhältnis von Deutschen und Ausländern ist nahezu

gleich. Wer neugierig geworden ist, kann sich einfach und bequem

auf der Webseite des Clubs über anstehende Events und die Konditionen

einer Clubmitgliedschaft informieren ( www.internationalerclub.de).

Was dort an Terminen fi xiert ist, wird in der Regel alle 14 Tage in

Teamsitzungen koordiniert. Der Club steht übrigens jedem offen.

Die große Geburtstagsparty

Die Clubpräsidentin Olga Onokova nimmt noch weitere Aufgaben wahr.

„Ich entwerfe Imagefl yer und Werbeplakate, schreibe Pressemitteilungen

und bin in repräsentativer Funktion für den Club tätig. Dazu zählt der

Kontakt mit Botschaften und Behörden genauso wie das Halten von Reden.“

In ihren Aufgabenbereich fallen aber auch für den Alltag dienliche

Dinge wie das Informieren über Sprachkurse oder Einkaufsmöglichkeiten.

Darüber hinaus beschäftigt sich die Wahlberlinerin noch mit der

Verwaltung der Datenbank und der Evaluation für die Veranstaltungen.

„Am Ende eines Events führen wir, wenn möglich, eine Befragung durch,

um ein Feedback über die Zufriedenheit der Teilnehmer zu bekommen.“

Der 13. Geburtstag wurde im großen Rahmen im Clubhaus der FU mit 90

Gästen gefeiert. Dafür wurden Kochgruppen gebildet, für die jeweils ein

Teammitglied seine Küche zur Verfügung stellte. Die musikalische Begleitung

steuerte eine Jazzband der Musikschule Neukölln bei.

In der Folgezeit wünscht sich Frau Onokova für den Internationalen Club

weiterhin so engagierte Mitarbeiter, noch mehr mediale Wahrnehmung

und die Anerkennung der Tätigkeiten von Präsidenten, Vize-Präsidenten

und Schatzmeistern als studentische Hilfskraft. „Dem intensiven Zeit-

und Arbeitsaufwand sollte fi nanziell Rechnung getragen werden.“

Ich wünsche viel Erfolg für die kommenden Projekte und danke für die

Einladung und das nette Gespräch.

[Carsten Ueberschär]

HOCHSCHUL

WECHSEL

An einer anderen Uni studieren, das Fach wechseln ...

das nehmen sich viele Studierende im Laufe ihres

Studiums vor. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Was müssen sie beachten? Und wie sollten sie den

Wechsel planen? Gerade in Zeiten der neuen

Bachelor- und Masterstudiengänge gibt es

vieles zu bedenken.

Fall 1: Der Hochschulwechsel

Wer die Hochschule wechseln will, um dort

das gleiche Fach zu studieren wie an seiner

alten Uni, muss erst einmal recherchieren.

Denn das Angebot an Studiengängen ist sehr

differenziert und die Wunsch-Uni muss nicht

unbedingt den Studiengang anbieten, den der

Hochschüler oder die Hochschülerin bisher belegt

hat. Deshalb sollten ein paar Fragen vorab

geklärt werden: Wird der Studiengang auch

an der neuen Uni angeboten? Kann er oder sie

dort auch die Fächerkombination belegen und

den gleichen Abschluss machen wie an der

bisherigen Hochschule? Kann oder will der/die

Studierende gegebenenfalls die besonderen

Zugangsbedingungen erfüllen?

Wer diese Informationen zusammengetragen

hat, muss sich der Frage widmen, ob sein Fach

an der Wunsch-Uni zulassungsbeschränkt ist.

Dr. Benita Bischoff, Referatsleiterin der Studienberatung

an der Humboldt-Universität,

empfiehlt, zuerst im Studienangebot der HU

nachzusehen, ob das jeweilige Fachsemester

kapazitätsbegrenzt ist oder nicht. „Bedenken

Sie: Ein Wechsel ist bei einem Fach mit Kapazitätsbegrenzung

– und das ist die Mehrzahl der

Fächer an der HU – ungewiss! Sie müssen sich

bewerben und niemand kann voraussagen,

ob Sie mit Ihren Qualifikationen den Studienplatz

auch wirklich bekommen.“ Lediglich

bei nicht kapazitätsbeschränkten Fächern

können sich Studierende unter Vorlage einer

entsprechenden Einstufung frei einschreiben.

Diese Einstufung nimmt das Prüfungsamt

vor und klärt dabei, ob ein Student bzw. eine

Studentin bisher alle für sein/ihr jeweiliges

Fachsemester vorgeschriebenen Studien- und

Prüfungsleistungen erbracht hat. Damit

Studierende keine Zeit verlieren, empfiehlt

Bischoff, sich unbedingt frühzeitig über einen

Hochschulwechsel zu informieren und Bewerbungs-

bzw. Einschreibfristen zu berücksichtigen.

Noch ein Tipp von Bischoff: „Informieren Sie

sich im Internet darüber, ob Ihr kompletter

Studiengang für das jeweilige Fachsemester

zum Wintersemester beziehungsweise zum

Sommersemester angeboten wird. Denn ein

Wechsel ist nur in ein Fachsemester möglich,

das auch angeboten wird.“ Wechselwillige, die

z. B. durch BAföG oder Stiftungen gefördert

werden, sollten außerdem die in ihrem Fall

geltenden Regeln zum Hochschulwechsel kennen

und einhalten, damit sie auf keinen Fall

ihre Finanzierung gefährden.

Wer nicht aus persönlichen Gründen die Hochschule

wechselt, zum Beispiel wegen einer

Partnerschaft, sondern um seinen Erfahrungsschatz

zu vergrößern, dem rät Bischoff, über

ein Auslandsteilstudium nachzudenken. Oft

sei es wegen der Learning Agreements einfacher,

an eine ausländische Hochschule zu gehen

als innerhalb Deutschlands zu wechseln.

Fall 2: Fachwechsel

Wer sein Studienfach wechseln will oder

sich entschlossen hat, seine bisher gewählte

Fächerkombination zu ändern, sollte wie der

Hochschulwechsler eine Menge Fragen klären:

Wie groß ist die Deckungsgleichheit zwischen

bisherigem Studium und neuem Studium?

Welche Vorleistungen aus dem alten können

für das neue anerkannt werden? Gibt es Zulassungsbeschränkungen

im neuen Studienfach?

Welche Bewerbungs- und Immatrikulationsfristen

müssen eingehalten werden?

All diese Fragen müssen frühzeitig geklärt

werden, rät Wolfgang Müller-Büssow, Leiter

der Studienberatung an der TU. Neben dem

Internet empfiehlt er auch den Besuch bei der

Studienberatung. Denn oft ist es nicht damit

getan, einfach das Studienfach zu wechseln,

um erfolgreicher und zufriedener zu studieren.

„Wenn Sie ernsthaft über einen Fachwechsel

nachdenken, sollten Sie sich fragen, warum

Sie das tun wollen“, betont Müller-Büssow.

„Werden Sie sich darüber bewusst, wie Sie zur

ersten Studienwahl kamen.“ Denn nur so sei

es möglich, bei der zweiten Studienwahl die

Fehler der ersten Entscheidungsfindung nicht

zu wiederholen.

„Nutzen Sie die Erfahrungen aus Ihrem bisherigen

Studium. Fragen Sie sich, wo Ihre

Interessen, Fähigkeiten und Ziele liegen“, so

Müller-Büssow. Um die Entscheidung für ein

Studienfachwechsel fundiert treffen zu können,

empfiehlt er auch einen Abgleich zwischen

Selbst- und Fremdwahrnehmung. Wie

sehen sich die Studierenden und ihre Fähigkeiten

selbst? Wie schätzt ihr Umfeld sie und

ihre Fähigkeiten ein? Aus diesen Antworten

lassen sich dann wichtige Erkenntnisse für die

neue Studienwahl ableiten.

Nicht immer ist ein Studienfachwechsel aber

die Lösung für alle Probleme, berichtet Müller-Büssow.

Gerade wenn Studierende Probleme

mit dem Aufschieben von Prüfungen

haben, werde er hellhörig. In dem Fall könnte

das Problem auch in einer Arbeitsstörung liegen,

die auch nach einem Fachwechsel wieder

auftauchen wird.

„Sind sich Studierende nach solchen Reflexionen

sicher, dass der Wechsel des Studienfachs

der richtige Weg ist, sollten sie genauso

vorgehen wie Hochschulwechsler“, betont

Müller-Büssow. Sie sollten sich also ebenfalls

über Studiengänge und deren Zulassungsbeschränkungen

sowie über Bewerbungs- und

Einschreibfristen informieren. Wichtig ist

auch, die Frage klären zu lassen, inwieweit

Studien- und Prüfungsleistungen aus dem

bisherigen Studium anerkannt werden können.

[Anja Schreiber]

Wer informiert und berät?

Richtige Ansprechpartner für den Hochschulwechsel

und Studienfachwechsel sind die

jeweiligen Studienberatungen, Studienfachberatungen

und studentische Studienfachberatungen

an den Hochschulen.

Der gute Rat 21


IN DIE VERLÄNGERUNG

Für Bachelor- und Masterstudenten dürften die Scherze von David

Werker ein wenig nach „Omas Zeiten“ klingen. Der bekennende Germanistikstudent

aus Siegen pflegt seinen Kommilitonen bereits am

Mittwoch ein „schönes Restwochenende“ zu wünschen. Eigenen Angaben

zufolge studiert der Komiker dann auch eher „auf Glück, statt auf

Magister“. Mit seinen bissigen Beobachtungen der studentischen Realität

hat es der 25-Jährige immerhin aus der Provinz bis in den Quatsch

Comedy Club geschafft. Sein Buch „Morgens 15:30 Uhr in Deutschland“

verkauft sich wie geschnitten Brot. Außer der Zwangsprüfungsberatung

und seinem Publikum muss Werker derzeit wenig fürchten. Keine

Frage, dass einem solchen Talent die Weltstadt Siegen zu eng wird.

Dafür gewährt ihm das Tempodrom am 11.03. ab 20 Uhr Asyl. Karten

kosten um die 20 Euro.

Tempodrom, Möckernstraße 10, 10963 Berlin

www.david-werker.de

BLOCKFLÖTEN UND BIG BEATS

Humorlosigkeit ist in der Popmusik gar nicht so selten anzutreffen.

Künstlerdiven diskutieren ihr Spätwerk und Kritiker setzten sich mit der

Frage auseinander, welche Dos und Don’ts für Popsongs generalistische

22 Kultur-Tipps

Foto: Stephan Pick

Foto: www.jamiebeeden.co.uk

Wirkung haben. Viel gelassener sehen es die Jungs und Mädels

von The Go! Team. Da werden auf der Bühne großzügig

Blockfl öten mit der Beat-Box gemischt und Old-School-Scratches

treffen auf Triangeln. Hier können sich Publikum und Band noch

gemeinsam über die frühmusikalischen Erziehungsversuche der

Eltern (fremd-)schämen. Großartigerweise klingt die Musik, vor

allem live, auch noch richtig gut. Besonders prägnant sind dabei

vor allem zwei Köpfe des Sextetts: Gründer und Elektronikbastler

Ian Parton, der vor der Bandgründung alle Instrumente

des Debütalbums „Thunder, Lightning, Strike“ selbst

einspielte, und die charismatische Sängerin Ninja. Musikalisches

Talent haben aber alle Bandmitglieder. Und so turnt die

Crew zwischen den Songs auch munter über die Bühne, zum

Instrumententausch. Live zu erleben sind The Go! Team aus

England am 17.03. ab 21 Uhr im Lido, für gechillte 17 Euro Eintritt.

Lido, Cuvrystr. 7, 10997 Berlin

www.myspace.com/thegoteam

VON HÜPFENDEN TIEREN

UND DEM ALLTAGSWAHN

Seinen Job zu beschreiben ist nicht leicht: Musiker, Literat, Poetry-Slamer

und Alleinunterhalter sind nur einige Attribute, im Leben von Marc-

Uwe Kling. Viele von euch kennen den talentierten und urkomischen

Wahlkreuzberger von den Lesebühnen der Stadt. Zu größerer Prominenz

verhalf dem Komiker seine Serie „Neues vom Känguru“ auf Radio Fritz.

Dort berichtet er wöchentlich von den Erlebnissen mit seinem unfreiwilligen

WG-Mitbewohner, einem vorlauten, sprechenden Känguru. Das Tier

spielt denn auch die Hauptrolle in Klings aktuellem Live-Programm Das

Känguru-Manifest. Zu erleben sind Tier und Herrchen vom 29.03.–02.04.

täglich ab 20 Uhr im Mehringhof Theater. Tickets kosten ermäßigt 14

Euro.

Mehringhof Theater, Gneisenaustr. 2 a, 10961 Berlin

www.marcuwekling.de

Foto: mts-gmbh.com

Manchmal ist es als Literat nicht leicht, vor der eigenen Haustür auf Motivsuche

zu gehen. Zu schnell kann es peinlich werden oder man outet

sich (un-)freiwillig als dörfl icher Spießbürger. Trotzdem hat der Autor

Frank Goosen genau diesen Spagat versucht. In seinem neuen Roman

„Radio Heimat“ kommen denn auch alle liebenswerten Menschen und

Orte vor, für die man sich meist zumindest im zweiten Lebensjahrzehnt

schämt: Omas, alte Kumpels, kleine freche Kinder und unvermeidliche

Partykeller. Hier scheint der typische Ruhrpott durch, in dem der Feuilletonist

Goosen aufgewachsen ist. Wer für einen Abend der Berliner

Großstadtmentalität Ade sagen kann oder will, darf sich Goosens Soloprogramm

Radio Heimat nicht entgehen lassen. Der Autor tritt am

06.04. um 20 Uhr in den Wühlmäusen auf. Ticket (ermäßigt) kosten rund

22 Euro.

Wühlmäuse am Teo, Pommernallee 2–4, 14052 Berlin

www.frankgoosen.de

KULTUR-TIPPS

OMA UND UNERTRÄGLICHE MUSIK POP OHNE PEINLICHKEITEN

Foto: philippwente.com

Der musikalische Lebenslauf von Axel Bosse hat es in sich. In der Provinz

Braunschweig gestartet, erlangt der damals noch blutjunge Musiker

mit seiner Band Hyperchild nur durch die Coverversion von „Wonderful

World“ lokale Berühmtheit. Deutlich besser läuft es danach unter eigenem

Namen und mit nachdenklichen und kraftvollen deutschsprachigen

Popsongs. Bereits das Debütalbum „Kamikazeherz“ erfreut Fans wie

Kritiker und schafft es bis in die Radiorotation von Eins Live. Nach ausgedehnten

Clubtouren und einer Auszeit von der Bühne, als Produzent und

Komponist im Hintergrund, starten Bosse 2011 mit dem vierten Album

„Wartesaal“ erneut durch. Zwischendrin pendelt der Wahlhamburger

zwischen Deutschland und der Türkei, wo seine Frau und Tochter leben.

Wir Berliner können Bosse am 16.04. um 19:30 Uhr im Postbahnhof am

Ostbahnhof erleben. Tickets kosten um die 18 Euro.

Postbahnhof am Ostbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8,

10243 Berlin

www.axelbosse.de

Foto: philippwente.com

Kultur-Tipps 19

Illustration: Ulrich Scheel


5 BEUTEL

ZU GEWINNEN

Mail an gewinnspiel@werkblatt.de. Kennwort:

Axel Bosse. Einsendeschluss ist der 30.04.2011.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter

und Mitarbeiterinnen des werkblatts und

deren Angehörige dürfen nicht

teilnehmen.

Für Axel Bosse gab es wahrscheinlich nie

eine Alternative zum Berufswunsch Musiker.

Bereits als Schüler sicherte er sich mit

seiner damaligen Band Hyperchild seinen

ersten Plattenvertrag. Gut anderthalb Jahrzehnte

später kennt der Wahlhamburger alle

Facetten des Showgeschäfts.

Als Solokünstler veröffentlichte Bosse mittlerweile

vier Alben. Teils im Alleingang,

zum Teil mit Plattenverträgen in der Tasche.

Daneben etablierte sich der Musiker auch als

Songwriter und Produzent für andere Künstler.

Seit Ende Februar steht das aktuelle

Album „Wartesaal“ in den Läden, diesmal

beim Major-Label Universal Music erschienen.

Wir trafen den talentierten Singer-

Songwriter zum Interview.

Axel Bosse im werkblatt-Interview

Wie entstand die neue Platte?

Das Album entstand fast direkt nach der

letzten Taxi-Tour im Herbst vor zwei Jahren.

Ich bin ein Skizzenmensch und schreibe fast

die ganze Zeit. Auch auf Tour habe ich immer

einen Laptop mit Musikprogramm dabei.

So sammelt sich schnell neues Material.

Wie z. B. der Song ‚Wartesaal‘. Eins von

wenigen Liedern auf der Platte, das sehr

schnell entstand. Nach 15 Minuten hatte ich

das Demo im Rechner. Auf diese Art habe

ich in anderthalb Jahren gut 100 Songs

skizziert und teils verworfen. Rund 60 davon

existierten bereits als Demo-Versionen vor

Produktionsbeginn. Zum Schluss saß ich mit

meinem Produzenten Jochen Naaf fast 100

Tage im Studio in Köln. Aus meinem Material

wählen wir dann 12 Songs für das Album.

Ist es schwer, die Autorität eines Produzenten

anzuerkennen, wenn man den Job

auch selbst schon einmal gemacht hat?

Ich tue mich grundsätzlich schwer mit Produzenten,

die wie Ingenieure arbeiten, obwohl

sie selbst nie auch nur einen einzigen Song

aufgenommen haben. Für mich muss ein Produzent

Instrumente spielen können, meine

Songs verstehen und textlich super sein. Da

habe ich mit Jochen Naaf mein Pendant gefunden.

Obwohl er völlig anders tickt als ich.

Meist beginne ich mit einer Idee, die ich natürlich

als völlig ausgereift betrachte – und

er hält alles für nicht ausreichend. Da gibt

es oft Momente, in denen es knallt. Gerade

weil ich ja schon eine Menge hineingesteckt

habe, bevor ein Song überhört hörbar ist. Wir

reiben uns gegenseitig auf, um gegen 23 Uhr

in die Kneipe zu gehen und festzustellen: ‚Es

war ein toller Tag. Wir haben viel geschafft‘.

In den Songs geht es häufig um Rausch und

Betäubung. Ist das ein Thema in deinem

Leben?

Bei mir selber hat sich das mit den Jahren gelegt.

Ich bin selten betäubt. Aber es passiert

auf dem Album hin und wieder. Und ich kann

mit einem Kater toll schreiben. Für mich handelt

die Platte von jemand, der bereits angekommen

ist. Ein Mensch, der sich zurückerinnert

und sich klar macht, was Glück für ihn

bedeutet. Es geht viel um Überarbeitung und

darum, Dinge verloren zu haben, die einmal

wichtig waren. Die Suche nach Glück in einer

schnellen, modernen Welt.

Wie entsteht Glück rückblickend?

Durch Loslassen oder Festhalten von Dingen?

Ich glaube beides ist ein Weg. In Beziehungen

tut es gut, nicht gleich loszulassen. Ich bin

der festen Überzeugung, auch einmal ein

schlechtes Jahr durchzustehen, hievt dich in

eine neue Beziehungsliga. Natürlich muss

das Paar dazu einen gewissen Restbock

auf einander haben. Vielleicht ist das vergleichbar

mit der Geburt eines Kindes, das

schweißt ja auch zusammen. Im Job und bei

der Karriere ist es dagegen auch gut, mal

loszulassen. Bevor Gespräche über die Arbeit

und das neue iPad das eigene Leben vollkommen

bestimmen. Ein Lied wie ‚Weit weg‘

handelt genau davon. In Beziehungen bin ich

treuer als im Job.

Warum wurde das Video zu dem Song ausgerechnet

in Tokio aufgenommen?

Fast alle meine Videos habe ich mit Christopher

Häring gemacht. Wir haben ungefähr

zur gleichen Zeit im Musikbusiness angefangen.

Im Gegensatz zu mir, hat er aber richtig

Karriere gemacht und dreht jetzt mit Bands

wie Tokio Hotel. Wir wollten schon immer zusammen

im Ausland drehen. Bislang fehlten

uns immer Zeit oder Geld. Und so drehten

wir immer zwischen Frankfurt (Oder) und

Berlin Marzahn. Meist auch noch im tristen

Herbst. Christopher hatte schon immer diese

Idee mit Asien. Jetzt haben wir es endlich

hinbekommen und in Tokio auch gleich drei

Videos gedreht. Allerdings wollte ich zu ‚Weit

weg‘ in der Vorstadt ein normales Leben

einfangen. Der Clip soll dokumentarisch sein

und eben kein Lost-in-Translation artiges

Video werden. Das wäre mir sonst zuviel an

Klischee gewesen. Aber natürlich soll der

Zuschauer merken, dass wir diesmal nicht in

Frankfurt (Oder) gedreht haben.

Stichwort „Frankfurt Oder“. Warum wurde

der Song für das aktuelle Album im Duett

mit Anna Loos von Silly neu eingespielt?

Es ist doch eigentlich ein älteres Lied von dir.

Der Song stammt eigentlich von unserem

2006er Album ‚Guten Morgen Spinner‘. Die

Platte kam heraus, als unsere damalige Plattenfirma

EMI gerade verkauft bzw. gekauft

wurde. Im Zuge der Übernahme wurden fast

alle netten Leute entlassen. Das Album wurde

dann still veröffentlicht. Es wurde wenig

DAS MUSIK-INTERVIEW

dafür getan. Also trennten sich unsere Wege. Du bist mit einer Türkin verheiratet und hast

Ich bin allerdings sehr Stolz darauf, dass Sven ein Jahr in der Türkei gelebt, wie war das?

Regener bei ‚Frankfurt Oder‘ die Trompete Meine Frau ist Halbtürkin und wir haben

gespielt hat. Es war damals ein toller Tag im zeitweise in Bodrum an der Ägäis gelebt. Der

Studio mit Moses Pelham. Deshalb kaufte Aufenthalt war jobtechnisch bedingt. Sie

ich die Rechte an diesem einen Song zurück. ist Schauspielerin und hat dort für ein Jahr

Ich wollte mein Lied auch verändern dürfen, in einer TV-Serie gespielt. Wir kannten die

ohne mit englischen Anwaltskanzleien dis- Gegend aus Urlauben und haben gesagt, das

kutieren zu müssen. Für ‚Wartesaaal‘ plante machen wir. Meine Tochter ging dort in den

ich einige Singer-Songwriter-Songs zu remi- Kindergarten. Das war kein Problem, weil sie

xen. Mit Four-on-the-floor-Rhythmus und immer schon zweisprachig aufgewachsen

Instrumenten wie verzerrtem Flügelhorn ist. Ich hatte während der Zeit frei und habe

und Cello. Eines Abends saß ich mit meinem mich viel um meine Kleine gekümmert. Ob-

Produzenten beim Bier im Pegel in Köln und wohl ich nicht sprachbegabt bin, verstehe

höre einen Song, der genau so klang. Da

ich türkisch inzwischen fließend. Allerdings

Am

hab ich gesagt: So machen

wichtigsten

wir morgen mal spreche ich sehr schlecht. Ich bin damals

ist

oft

e

‚Frankfurt Oder‘ und schauen, was passiert. mit dem Flieger zwischen Berlin und Bo-

Nach einem Tag stand der Track. Mit Anna drum gependelt. Vom Flughafen Ismir fährt

Loos bin ich schon lange befreundet. Weil der man noch einmal gut drei Stunden mit dem

Song mein einziges ostdeutsches Lied ist, lag Dolmus-Bus. Nach dem achten oder neunten

mit

die Zusammenarbeit

netten

auf der Hand. Nur vier Flug stieg

und

ich in Berlin ins Taxi. Der

guten

türkische

Tage später sang sie ihren Teil ein.

Fahrer telefoniert und mit einmal merkte ich:

Du verstehst alles. Das kam wie von selbst.

Ist es schwer, die Intimität solcher Songs live Ich hatte nie Unterricht genommen.

auf eine große Festivalbühne zu bringen?

Nach meiner Erfahrung fängst du am besten Wie stehst du dann zu der Sarrazin-Debatte?

Leuten zu arbeiten.

mit dem ruhigsten Song an. Zumal auf Fe- Es regt mich auf und ich stehe darüber.

stivals die Zeit meist sehr begrenzt ist. Denn Auf der einen Seite ist es eine unfassbare

auch eine leicht angetrunkene Menschen- Frechheit, andererseits sind einige Sachen

menge hat Gefühle und kann sich konzen- auch nachvollziehbar. Ich habe in das Buch

trieren. Man muss sich nur trauen und ent- reingelesen. Mein türkischer Großvater, der

spannt bleiben. Das funktioniert auch um 14 als Chirurg in Frankfurt lebt, hat es gekauft.

Uhr am Sonntag. Natürlich wollen die Leute Ich kann die Schwierigkeiten nachvollziehen,

sich bei Songs wie ‚Kraft‘ die Nase einrennen in einem fremden Land zu leben. Weil ich

und die gibt es dann auch. Mit Cello und ja selbst Fremder in der Türkei war. Vieles

Bratsche auf dem Hurricane zu spielen, wird ist komplett anders als hierzulande. Alles

schon anders werden. Aber es wird funktio- ist weniger organisiert und es wird viel

nieren. Wir werden dafür eine zusätzliche gefreestyled. Stelle dir vor, 500 Menschen

Musikerin mitnehmen, die uns mit Bratsche, wollen ein Fußballspiel sehen und warten.

Perkussion, Klavier und Synthesizern unter- Drei Minuten vor dem Anpfiff versucht ein

stützt. Diese Parts vom Band mitlaufen las- Typ noch, den kaputten Flachbildschirm zu

sen, geht nicht. Dazu wechseln wir im Song reparieren und der Strom ist ausgefallen.

die Tempi zu gerne. Alle restlichen Streichin- Trotzdem steht zum Spielbeginn ein Bild und

strumente kommen vom Keyboard. Da muss der Sound kommt verzerrt aus irgendwel-

unser Pianist noch ein paar Tasten mehr

chen Boxen. Ich hatte das Gefühl, so funktio-

drücken. Deshalb wäre ich ungern Pianist bei niert das komplette Land. Die Menschen sind

uns, der hat immer am meisten zu tun.

super herzlich und sehr hilfsbereit. Ich habe

dort selbst nur improvisiert, z. B. mit meinem

total schrottigen Auto. Dabei ist Bodum eher

das Sölden oder die Costa Brava der Türkei,

eben eine sehr edle Ecke. Es ist bestimmt

nicht einfach, wenn man als vielleicht ärmerer

und sehr gläubiger Mensch vom Schwarzen

Meer nach Deutschland kommt, um hier

zu arbeiten und seine Familie großzuziehen.

Ich kann mir vorstellen, dass es dann auch

mal ‚clashed‘, bei all der Ordnung hier. Ich

glaube aber, das ist ein eher menschliches

Problem. Es kommt immer darauf an, worauf

der einzelne sich einlassen möchte. Um dadurch

ein gutes Leben zu führen. Es geht um

gegenseitiges Interesse. Dieser Aspekt fehlte

mir in der ganzen Sarrazin-Debatte.

Nach EMI und einer Eigenproduktion bist du

jetzt bei Universal. Ist es wichtig, ein Major-

Label im Rücken zu haben?

Meine Erfahrung nach dem Taxi-Album:

Am wichtigsten ist es mit netten und guten

Leuten zu arbeiten. Egal, ob Major oder

nicht. Jetzt bin ich bei Universal. Ohne mich

anzubiedern: Das Rock-Department dort ist

ein junges und nettes Team. Die verstehen

sich auch untereinander gut und man kann

gemeinsam viel erreichen. Ganz alleine mit

fünf guten Songs und null Euro auf dem

Konto ist es nach wie vor schwer. Die letzten

Jahre hab ich mir oft mein Auto geschnappt

und bin z. B. alleine für ein einzelnes Interview

von Hamburg zu Radio Regensburg

gefahren. Nun werde ich von einem Team

betreut. Trotzdem finde es immer noch komisch,

Getränke gebracht zu bekommen. Oft

sage ich auch, ich brauche keine Begleitung,

um abends in der Simon-Dach-Straße in

Berlin ein Interview zu geben. Ich hab da mal

gewohnt. Macht Feierabend.

[Interview: Dirk M. Oberländer]

Aktuelles Album: Wartesaal, 2011,

Universal Music

www.axelbosse.de

Axel Bosse im Interview 25

Foto: Golterman/Wulf


WAS WIR SCHON IMMER ÜBER...

AStA: Allgemeiner studentischer Ausschuss.

Mitbestimmungsgremium der Studierenden

an Uni oder Hochschule. Wird natürlich

demokratisch gewählt.

Bachelor (BA): Erster akademischer Abschluss,

der in der Regel nach sechs oder sieben

Semestern erreicht wird und min. 180 Credit

Points bringt.

BAföG: Bundesausbildungsförderungsgesetz.

Sichert den Studierenden den

Lebensunterhalt. Zur Antragstellung empfiehlt

sich dringend ein Besuch der BAföG-Beratung

des Studentenwerks.

Credit Points (CP): EU-weit vergleichbare

„Währungseinheit“ für Studierende. Um einen

CP zu erreichen, ist meist ein Arbeitsaufwand

(bzw. Workload) von 25–30 Stunden nötig. CPs

gibt es für jedes erfolgreich abgeschlossene

Modul und die abschließende Examensarbeit.

Erstsemester: Arme Menschen, die zunächst

vor allem suchend durch Räume irren

und versuchen, immer pünktlich zu sein.

Besonders in weiblicher Form bei männlichen

„älteren Semestern“ durchaus begehrt. Zur

Kontaktanbahnung dienen die berühmten

Erstsemesterpartys.

Fakultät: Universitäre Einrichtung, an der

man studiert, also z. B. die Fakultät für

Wirtschaftswissenschaften oder für Philologie

und Geisteswissenschaften. Traditionelle

Vorurteile bestehen meist zwischen

Geisteswissenschaften und technischen bzw.

wirtschaftlichen Fakultäten.

Gasthörer: Meist Rentner, die aus purer

Langeweile die Vorlesungen blockieren.

26 Was wir schon immer ...

Der Campus – unendliche Weite. Du befindest dich in

einem völlig neuen UNIversum. Gefühlte Lichtjahre

vom Abi entfernt. Mit unserem Erstsemester-ABC

dringst du in neue, (noch) unbekannte Galaxien vor,

um in Warp-Geschwindigkeit zum Planetensystem

Bachelor und Master zu gelangen.

Hochschulrektorenkonferenz (HRK): Diese

regelmäßig tagende Einrichtung beschert uns

bundesweit geltende Richtlinien zum Studium,

wie z. B. die Einführung von BA und MA.

Immatrikulation: Aufnahme an der Uni.

Erfolgt zu Beginn des Studiums im I-Amt.

Bringt den begehrten Studentenausweis

und eine immer anzugebende persönliche

Matrikel-Nummer.

Job: Wird meist gebraucht, um das Studium

zu finanzieren. Höhere Semester arbeiten oft

an der Uni als wissenschaftliche Hilfskräfte

(HiWis). Bei der Jobsuche hilft die studentische

Jobvermittlung „Die Heinzelmännchen“, die

natürlich auch Frauen vermittelt.

Kita: Kindertagesstätte. Das Studentenwerk

betreibt einige davon, sodass studierende

Eltern trotz Nachwuchs den Abschluss packen

können.

Losverfahren: Letzte Möglichkeit mit Glück

noch einen (Rest-)Studienplatz zu ergattern

und als Nachrücker/-in ins Semester zu

starten.

Master (MA): Zweiter akademischer Abschluss

nach dem BA. Bringt typischerweise 120 CPs

und dauert zwei Jahre. Meist berechtigt ein

Master auch zur Promotion.

Mensa: Rettet Studierende vor dem

Verhungern und ist optimal für die

Anbahnung neuer Beziehungen und das

Erschaffen von Netzwerken aller Art geeignet.

Orientierungsphase: Findet in der ersten Uni-

Woche für die Erstsemester statt. Studis aus

höheren Semestern zeigen den Rookies, wie

man sich auf dem Campus zurechtfindet und

wo die besten Clubs der Stadt sind.

Prüfungsamt: Heiliger Ort an dem du dich z.

B. zur Abschlussprüfung anmeldest und wo

deine „Akte“ gelagert wird.

Rückmeldung: Zu Beginn eines jeden neuen

Semesters müssen die Semestergebühren

bezahlt werden. Nach erfolgreicher

Rückmeldung gibt’s einen aktuellen

Studentenausweis.

Studentenwerk Berlin: Anstalt öffentlichen

Rechts, die zahlreiche sinnvolle Einrichtungen

für Studierende betreibt. Von der Cafeteria

übers Wohnheim bis zur Psychologischen

Beratungsstelle. Infos findet ihr unter

www.studentenwerk-berlin.de.

Tutoren: Unterstützen den Prof. mit Übungen

zu den jeweiligen Lehrveranstaltungen

und geben meist auch gute Tipps zur

Prüfungsvorbereitung.

Universitätsbibliothek (UB): Mächtiger

Wissensspeicher aus dem längst nicht alle

Bücher geliehen werden dürfen. Vieles ist

„Präsenzbestand“. Das bedeutet, du darfst die

Bücher vor Ort lesen und kopieren, aber nicht

entleihen. Deshalb schreiben viele Studis ihre

Hausarbeiten direkt in der UB.

Vorlesungsverzeichnis: Hier finden sich

sämtliche Vorlesungen des Semesters für alle

Fachbereiche der Uni. Detailinformationen

zu den Inhalten der Veranstaltungen finden

sich dann im kleineren Kommentierten

Vorlesungsverzeichnis (KVV), das im jeweiligen

Fachbereich erhältlich ist.

[Dirk M. Oberländer]

Foto: .marqs / photocase.com

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*laut FOCUS-MONEY 49/2010

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