28.10.2022 Aufrufe

der gemeinderat Oktober 2022

Unsere Themen der Oktober-Ausgabe: Nachhaltigkeit, Infektionsschutz, Winterdienst

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Nr. 10/2022

SEIT

1957–2022

8,50 Euro

65. Jahrgang

Das unabhängige Magazin für die kommunale Praxis

www.treffpunkt-kommune.de

Schnelles

Netz

WIE EIN GANZER

LANDKREIS

TEMPO MACHEN WILL

Nachhaltigkeit +++ Infektionsschutz +++ Winterdienst

Flächendeckung als Ziel

Elbe-Elster setzt auf den eigenwirtschaftlichen

Glasfaserausbau für seine 100.000 Einwohner.

Mehr lesen Sie ab Seite 20.


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit der Zielvorgabe sind viele einverstanden: Schnelles Internet für alle bis 2030

– und bereits bis 2025 soll die Ausbauquote bei 50 Prozent liegen. Darüber, wie

das erreicht werden soll, herrscht dagegen Uneinigkeit: Wer mit wem kooperiert

oder auch nicht, mit Open Access bei allen Leitungen oder nur bei den geförderten,

wann man Förderanträge stellen, wie man ausbauen soll. Zumal das

Thema Förderanträge gerade heftig in Bewegung geraten ist (Seite 30). Die

übergeordnete Lage mit steigenden Kosten und Lieferkettenproblemen erleichtert

Planungen natürlich nicht. Den aktuellen Stand beleuchtet der Bundesverband

Breitbandkommunikation BREKO (Seite 16) – und Ausbau-Akteure kommen in

dieser Ausgabe von „der gemeinderat“ mit unterschiedlichen Einschätzungen

und Empfehlungen zu Wort.

Die Versorgung mit schnellem Internet ist ein langfristiges Thema – und Corona

scheint das ebenfalls zu werden. Wie kann man mit SARS-CoV-2 umgehen?

Eine Antwort darauf geben Wissenschaftler vom Max Delbrück Center für

Molekulare Medizin: Möglicherweise gibt es bald Virus-Vorhersagen wie beim

Wetter (Seite 50).

Nachhaltige

Lösungen von

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Unternehmen passgenaue und

nachhaltige Energie-Lösungen. Damit

sind wir bundesweit ein starker Partner

für Geschäftskunden – und für unsere

Umwelt.

Ein Corona-Herbst ist angekündigt – und ebenfalls ein heißer Politik-Herbst.

Widerspruch und Vielstimmigkeit sind für eine Demokratie essenziell, konfrontiert

sind wir aber zunehmend mit der Infragestellung demokratischer

Werte. Die Bundeszentrale für Politische Bildung hält dagegen, unter anderem

mit ihrem Programm „Politische Bildung in ländlichen Räumen“ – lesen Sie

mehr dazu in unserem Interview (Seite 8).

Und zum Schluss noch ein Hinweis in eigener Sache: Wegen einer technischen

Störung infolge eines Cyberangriffs erscheint diese Ausgabe etwas später als

gewohnt. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Eine spannende Lektüre mit wichtigen Anregungen für Ihre Kommune wünscht

Dr. Sabine Schmidt

Redaktionsleiterin

KONTAKT

Sie haben Anmerkungen,

Wünsche oder Fragen?

Schreiben Sie mir!

sabine.schmidt@pro-vs.de

Mehr unter:

mainova.de/geschaeftskunden


Inhalt

Dekorationskonzepte

und Illumination

In diesem Heft:

Politik & Gesellschaft

Politische Bildung: Demokratie fördern im

ländlichen Raum 8

Breitbandausbau

Digitale Verwaltung: Vorteile des

Breitband-Portals 10

Open Access: Ein Plädoyer für offene

Leitungen 14

8

Dialog und Teilhabe 8

Foto: Adobe Stock/dikushin

Foto: Adobe Stock/Milan

46

Rüsten für den Winter 46

Weihnachten

den

schenken

Zauber

Internetanschlüsse: Die Ergebnisse der

BREKO-Marktanalyse 16

Glasfaser: Eigenwirtschaftlicher Ausbau im

Landkreis Elbe-Elster 20

Meinung: Vor diesen Hürden steht der

Breitbandausbau 22

Infrastruktur: Vorteile des eigenwirtschaftlichen

Ausbaus 24

Regionale Kooperation: Das Gigabit-

Kompetenzzentrum Heilbronn-Franken 26

Es gilt nicht mehr „nur“, mit Corona oder steigenden Kosten umzugehen. Vielmehr

geht es auch um demokratische Werte, die zunehmend in Frage gestellt werden. Die

Bundeszentrale für Politische Bildung engagiert sich unter anderem für Demokratieförderung

in ländlichen Räumen – zahlreiche spannende Projekte laufen bereits.

Breitbandausbau beschleunigen 10

Die Bundesregierung will die flächendeckende Versorgung mit Glasfaser und dem

neuesten Mobilfunkstandard bis 2030 erreichen. Noch aber erfolgen Anträge und

Vergabeprozesse oft auf dem Papierweg. Das soll sich ändern – ein wichtiges Instrument

auf diesem Weg: die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen über das Breitband-Portal.

Der nächste Winter kommt auf jeden Fall mit eisigen und verschneiten Straßen.

Der Verband kommunaler Unternehmen unterstützt dabei, Geräte und Streugut

den aktuellen Normen und Empfehlungen anzupassen. Horst Hanke, Vorsitzender

des VKU-Winterdienst-Fachausschusses, stellt Arbeitshilfen vor.

Die Chancen von Abwassermonitoring 50

Es zeichnet sich bereits ab: Corona wird voraussichtlich bleiben – und es gilt, klug

mit dem Virus umzugehen. Ein Instrument könnte Abwassermonitoring sein: Mit

seiner Hilfe kann man Trends im Rahmen eines Infektionsgeschehens bis zu zehn

Tage vorhersagen. Was das bringt, erklären die Molekularbiologen Markus Landthaler

und Emanuel Wyler.

Förderanträge: Empfehlungen in Zeiten der

Unsicherheit 30

Digitale Kommune

Medienversorgung: Die Städte Neuwied und

Troisdorf bieten ihren Kunden SAT-TV 31

Digitalisierung: Wie lässt sich die Umsetzung

des OZG beschleunigen? 32

Cyberkriminalität: Wie kann man sich vor

Hackerangriffen schützen? 34

Kommunalentwicklung

Green Economy: Tipps für die Förderung

nachhaltiger Wirtschaftsstrukturen 38

Innenstädte: Argumente für eine stimmungsvolle

Beleuchtung trotz Energiekrise 44

Kommunaltechnik

Winterdienst: Das ist bei der Wahl von

Geräten und Streugut zu beachten 46

EXTRA Infektionsschutz

Pandemiebekämpfung: Abwassermonitoring

lässt Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen

zu 50

Foto Titelseite: DNS:NET, Adobe Stock/Karsten

Luftreinigung: Eine Technologie aus der

Raumfahrt bietet neue Möglichkeiten 54

Energiekosten: Ist intensives Lüften in

der Schule zu teuer? 56

Parlament & Verwaltung

Behördensprache: Unterstützung für bürgernahe

Verwaltungskommunikation 42

Personalmanagement: Mitarbeiterbefragung

als wichtiges Instrument 59

Rubriken

Editorial 3

Panorama 6

TOP Stellenmarkt 60

Produkte & Dienstleistungen 62

Vorschau / Impressum 66

WIR KÖNNEN, WAS WIR TUN.

Die Experten für den öffentlichen Sektor.

Personalsuche I Personalauswahl I Personalentwicklung

Die Gesamtauflage dieser Ausgabe liegen Prospekte der Firma Pyra GmbH, Berlin und der

Firma Naturabiomat GmbH, A-Schwaz bei. Einer Teilauflage dieser Ausgabe liegen Prospekte

der Radio Tourism GmbH, München, der elexon GmbH, Aachen und der KEA Klimaschutzund

Energieagentur BW GmbH, Karlsruhe bei.

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der gemeinderat 10/22

REEGER GmbH • Telefon +49 (0)234 58860-0

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Panorama

NEUES AUS DEUTSCHLAND

KURZ GEMELDET

Kommunale

Haushalte

Im Auftrag der KfW-Bankengruppe wird

jedes Jahr eine Umfrage durchgeführt,

die die Investitionsbedarfe und –tätigkeiten

der Kommunen erhebt. Die

Teilnahmefrist für das KfW-Kommunalpanel

2023 endet am 7. November.

Teilnehmen können die Kämmereien

aller Städte und Gemeinden ab 2000

Einwohner. Der Deutsche Städtetag,

der Deutsche Landkreistag und der

Deutsche Städte- und Gemeindebund

unterstützen die Umfrage. Die Ergebnisse

der Umfrage werden voraussichtlich im

Mai 2023 der Öffentlichkeit präsentiert.

www.kfw.de/kommunalpanel

Bemerkenswert, vorbildlich, innovativ?

Teilen Sie der Redaktion mit,

was Ihre Kommune bewegt:

sabine.schmidt@pro-vs.de

Eine erhöhte Stromproduktion aus erneuerbaren Energien ist aus Klimaschutzgründen essenziell –

und jetzt zudem auch nötig, um durch den Winter zu kommen.

Versorgungssicherheit

Mehr grüner Strom

Das Bundeskabinett hat die dritte

Novelle des Energiesicherungsgesetzes

(EnSiG 3.0) auf den Weg

gebracht. Damit soll Versorgungssicherheit

auch ohne Gaslieferungen

aus Russland erreicht werden.

Attraktive Innenstädte

Ziel der Novelle ist es, die Stromproduktion

aus Erneuerbaren Energien kurzfristig

zu erhöhen und die Transportkapazitäten

im Stromnetz zu steigern, um zur

Reduzierung des Gasverbrauchs in den

nächsten beiden Jahren beizutragen. Zudem

soll die Einspeisung von verflüssigtem

Gas im Winter 2022/2023 weiter abgesichert

werden. Im EnSiG 3.0 ist unter

anderem vorgesehen, dass eine Krisensonderausschreibung

für Solaranlagen

des ersten Segments mit einem Volumen

von 1500 MW eingeführt wird (15. Januar

2023). Die für den 1. Januar 2023 bereits

beschlossene Abschaffung der sogenannten

70-Prozent-Regelung für PV-Neuanlagen

bis einschließlich 25 kW installierter

Leistung wird vorgezogen. Bisher

waren Betreiber solcher PV-Anlagen verpflichtet,

die Wirkleistungseinspeisung

ihrer Anlage auf 70 Prozent zu begrenzen

oder ihre Anlage mit einer Steuerungseinrichtung

auszustatten. Für die Jahre 2022

und 2023 wird zudem eine Sonderregelung

für die EEG-Förderung von Biogasanlagen

geschaffen, wodurch Restriktionen

aufgehoben werden, die die Erzeugung

von Biogas begrenzen könnten.

Welche Handlungsoptionen haben Städte

und Gemeinden, um Leerstand in ihren

Ortskernen zu vermeiden, bezahlbaren

Wohnraum bereitzustellen und den Innenstadtbesuch

langfristig attraktiver zu

machen? Diesen Fragen ist ein interdisziplinäres

Forschungsprojekt des Deutschen

Instituts für Urbanistik (Difu)

nachgegangen.

Die daraus entstandene Studie „Frischer

Wind in die Innenstädte“ zeigt verschiedene

Empfehlungen und Maßnahmenbeispiele

auf – unter anderem sollten

Kommunen ein gemeinsames Zielbild für

ihre Innenstadt festlegen, das die angestrebte

langfristige Entwicklung definiert,

und die Nutzungsvielfalt in den

Ortszentren erweitern. Die Studie kann

kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen

werden unter:

www.difu.de

6 der gemeinderat 10/22

Foto: Adobe Stock/Blue Planet Studio

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DEMOKRATIEFÖRDERUNG

Politik & Gesellschaft

Dialogräume öffnen: Ein wesentliches Ziel der Angebote für den ländlichen Raum ist es, zu einer lebendigen demokratischen Kultur beizutragen.

Politische Bildung

Engagement auf dem Land

Demokratie fördern in ländlichen Räumen: Darum geht es Lan Böhm und Sara

Schmidt. Sie erklären, welche Herausforderungen, aber auch Potenziale sie dort

sehen, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.

Ihr Fachbereich bei der Bundeszentrale für

politische Bildung (BpB) ist der Demokratieförderung

in ländlichen Räumen verpflichtet

– warum gerade dort?

Lan Böhm: Im Vergleich zu größeren Städten

gibt es auf dem Land weniger Angebote

– das meint nicht nur die Menge,

sondern ebenso die inhaltliche Vielfalt.

Weil die Infrastruktur auch in anderen

Bereichen abgebaut wird, fühlen sich

viele abgehängt und von politischen Repräsentanten

vergessen. Dabei ist der

Wunsch nach Angeboten jeder Art groß

– auch und gerade nach politischer Bildung

und Möglichkeiten zur Teilhabe.

Mehr noch: Das Interesse wächst mit der

zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung,

mit der Verunsicherung durch Migration,

durch Corona, den Krieg gegen

die Ukraine, die steigenden Preise.

Ländlicher Raum ist ein weites Feld – und

es ist ein signifikanter Unterschied, ob es

um die Lausitz oder das Ruhrgebiet geht,

um den Thüringer Wald oder Bayern.

Böhm: Natürlich, man kann ländliche

Räume nicht über einen Kamm scheren.

Es sind unterschiedliche Regionen mit

unterschiedlicher Geschichte, insbesondere

auch mit unterschiedlichen wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen. Deshalb

ist es für uns zentral, Konzepte in

enger Zusammenarbeit mit den Partnern

vor Ort zu erarbeiten. So entstehen Angebote,

die das tatsächliche Interesse der

Menschen treffen.

Was bieten Sie an?

Sara Schmidt: Wir unterstützen insbesondere

bei den Themen demokratische Teilhabe

und Extremismusprävention. Über

das Bundesprogramm „Zusammenhalt

durch Teilhabe“ fördern wir Vereine und

Verbände, die in ländlichen Regionen

verankert sind, zum Beispiel aus den Bereichen

Sport oder Katastrophenschutz.

Sie setzen sich für demokratische Vereinsstrukturen

ein und gehen gegen diskriminierende

und demokratiefeindliche

Vorfälle vor. In anderen Projekten organisieren

wir mit Partnern vor Ort Erzähl-

Foto: Adobe Stock/dikushin

cafés und Workshops, erproben neue Beteiligungsformen

oder bieten Qualifizierungen

für Multiplikatoren an. Das Ziel

ist, attraktive Angebote politischer Bildung

erlebbar zu machen und zu einer

lebendigen demokratischen Kultur beizutragen.

Wer wendet sich an Sie?

Schmidt: Das ist ganz unterschiedlich:

Wir arbeiten mit Sport- und Heimatvereinen,

dem Technischen Hilfswerk oder

der Feuerwehr zusammen. Auch Kommunalpolitiker,

Kulturzentren oder Bibliotheken

auf dem Land gehören zu unserem

Netzwerk. Wir unterstützen dabei,

Dialogräume bereitzustellen, helfen

bei Kooperationen von Bildungsträgern,

etwa Volkshochschulen, Jugend- und Sozialarbeit.

Ist das ein Thema, das immer wichtiger

wird: Ausgrenzung, Hass, Hetze?

Schmidt: Leider ja, und oft fehlt das Handwerkszeug

zur Konfliktarbeit: Wie kann

man kommunizieren, moderieren, beteiligen?

Wie geht man mit Querdenkern

und Verschwörungsideologien um? Wie

reagiert man, wenn Journalisten oder die

Bürgermeisterin, der Bürgermeister angegriffen

werden?

Böhm: Neben Kommunalpolitikern sind

auch immer wieder engagierte Personen

aus der Zivilgesellschaft betroffen, die

sich zum Beispiel im Bereich Integration

oder Klimaschutz engagieren. Diese Anfeindungen

schaden unserem gesellschaftlichen

Zusammenhalt enorm. Deshalb

sind auch rechtspopulistische und

-extremistische Gruppierungen für uns

ein Thema. Sie siedeln sich gerne in

ländlichen und strukturschwachen Regionen

an, um sich als „Kümmerer“ zu

etablieren. Dabei nutzen sie die Sorgen

der Menschen für ihre menschenverachtenden

Ideologien aus. Unsere Arbeit

konzentriert sich aber vor allem auf den

Dialog mit denen, die demokratische

Werte leben wollen. Sie wollen wir unterstützen

und zum Beispiel Jugendlichen

zeigen, dass es Alternativen zum

rechten Rand gibt. Und dass Demokratie

eben auch vom Mitmachen aller lebt.

Wie ordnen Sie selbst Ihre Arbeit ein?

Schmidt: Politische Bildung ist essentiell

– sie kann aber nicht allein der Unzufriedenheit

von Bürgerinnen und Bürgern

über den Abbau der Infrastruktur in

ländlichen Räumen entgegengesetzt werden.

Es gibt weitere drängende Aufgaben,

der ÖPNV zum Beispiel oder die

Gesundheitsversorgung auf dem Land.

Oft finden Bewegungen gegen demokratische

Werte dann Anklang, wenn die

Menschen vor Ort mit alltäglichen, aber

dennoch wichtigen Fragen unzufrieden

sind und kein Gehör finden: Die Kita ist

zu teuer, oder die Baugenehmigung

scheint endlos zu dauern.

Was kann helfen?

Böhm: Dialog und Teilhabe. Wir helfen

zum Beispiel bei der Erprobung von Bürgerräten:

Das sind Bürgerinnen und Bürger,

die kein Mandat haben, aber zusammenkommen,

um für sie wichtige Themen

zu diskutieren und Handlungsempfehlungen

für ihre Gemeinde zu erarbeiten.

Es geht dabei um Selbstwirksamkeit,

also um die Erfahrung, dass es möglich

ist, selbst etwas zu verändern und zu

gestalten.

Welche Potenziale sehen Sie in ländlichen

Räumen?

Böhm: Ländliche Räume haben ein großes

Potenzial: Es gibt oft einen starken

sozialen Zusammenhalt und eine Anpack-Mentalität,

gemeinsam etwas zu

tun. Auf dem Dorf werden solche Veränderungen

dann schnell sichtbar, das

kann motivieren. Ideen für Neues können

auf dem Land noch Platz finden,

zum Beispiel um verfallene oder leerstehende

Räume wieder nutzbar zu machen.

Ebenso gibt es bereits großartige

Kooperationen von Vereinen, Feuerwehr,

THW, Sport- und Hilfsvereinen, die sich

zum Beispiel um Geflüchtete kümmern.

Das sind Kooperationen, die sich in der

Stadt eher nicht so schnell zusammengefunden

haben. In ländlichen Räumen

kennt man sich, es gibt mehr Nähe als in

urbanen Kontexten – das birgt Potenzial,

das man nutzen kann: für Gespräche

und für gemeinsames Engagement.


Interview: Sabine Schmidt

ZUR PERSON

Lan Böhm leitet den Fachbereich

„Politische Bildung im ländlichen Raum“

bei der Bundeszentrale für Politische

Bildung in Berlin.

Sara Schmidt ist Referentin im Fachbereich

„Politische Bildung in ländlichen

Räumen“.

8 der gemeinderat 10/22

der gemeinderat 10/22

9


Technik & Innovation

Breitbandausbau

Glasfaser-Internet

aus der Region für die Region

Wie Kommunen schneller vorankommen –

Mit DNS:NET zum kommunalen Giganetz

Jetzt informieren zum

Glasfaserausbau unter: glasfaserausbau@dns-net.de

Netzausbau unter: netzausbau@dns-net.de

Ausbau in Gemeinden: gemeinde@dns-net.de

Foto: Adobe Stock/lassedesignen

Welche Verbindungen sind wo geplant?

Ziel des Breitband-Portals ist es, alle

relevanten Informationen zusammenzubringen,

um Antrags- und Genehmigungsverfahren

zu beschleunigen.

Digitale Verwaltung

Beschleunigter

Breitbandausbau

Geschäftskunden

(030) 667 65 100

Immobilienwirtschaft

(030) 667 65 147

DIE AUTOREN

Thomas Wieland ist Bereichsleiter

Digitalisierung und E-Government der

Metropolregion Rhein-Neckar GmbH.

Juliane Goldammer ist Projektleiterin

OZG-Breitband-Portal und Senior

Consultant beim Beratungsunternehmen

Bridging IT GmbH im Auftrag der

Metropolregion Rhein-Neckar.

Julia Gebert ist Mitarbeiterin im Gigabitbüro

des Bundes und koordiniert den

Bereich Öffentlichkeitsarbeit.

Die Bundesregierung will die flächendeckende Versorgung mit Glasfaser und

dem neuesten Mobilfunkstandard bis 2030 erreichen. Ein wichtiges Instrument:

Die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen über das Breitband-Portal.

Die erfolgreiche digitale Transformation

setzt voraus, dass eine zukunftssichere,

robuste und hochleistungsfähige

digitale Infrastruktur

vorhanden ist. Mit ihrer Gigabitstrategie

hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt,

bis 2030 eine flächendeckende Versorgung

mit Glasfaser und dem neuesten

Mobilfunkstandard zu erreichen. Eine

Maßnahme, um den Glasfaserausbau in

Deutschland weiter zu beschleunigen, ist

die Digitalisierung und Standardisierung

der für den Ausbau notwendigen Antragsund

Genehmigungsverfahren. Damit soll

die Interaktion zwischen Verwaltung,

Unternehmen und Zivilgesellschaft in Zukunft

deutlich schneller, effizient und

nutzerfreundlich gestaltet werden.

Das Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs

zu Verwaltungsleis-

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Technik & Innovation

Breitbandausbau

BREITBAND-PORTAL

Das bundesweite Breitband-Portal

wurde im Rahmen der Umsetzung des

Onlinezugangsgesetz (OZG) entwickelt.

Ziel ist es, die Beantragung wie den

Genehmigungsprozess im Bereich des

Breitbandausbaus erheblich zu vereinfachen

und zu beschleunigen. Das

Breitband-Portal umfasst die Genehmigung

zur Leitungsverlegung nach § 127

Abs. 1, 2, 3, 6, 7, 8 Telekommunikationsgesetz

(TKG) vom 23. Juni 2021

und erfüllt in diesem Leistungsbereich

den Reifegrad 3 gemäß der entsprechenden

OZG-Spezifikation.

www.breitband-portal.de

tungen (OZG) bildet dafür den gesetzlichen

Rahmen und verpflichtet Bund,

Länder und Kommunen, ihre Verwaltungsleistungen

bis Ende des Jahres 2022

auch digital anzubieten. Das von Hessen

und Rheinland-Pfalz entwickelte Breitband-Portal

wird dies ermöglichen und

den Glasfaserausbau auf diese Weise

vorantreiben. Aber warum ist das erforderlich?

Vor der Verlegung von Glasfaserleitungen

im öffentlichen Verkehrsraum benötigen

Telekommunikations- bzw. Planungsunternehmen

die Zustimmung des

zuständigen Wegebaulastträgers. Die Bearbeitung

und endgültige Zustimmung

dieser Genehmigungsverfahren können

aufgrund unterschiedlicher Faktoren

mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Denn Antragsteller sehen sich einer

Reihe von Formularen und Anforderungen

bei den rund 12.000 zuständigen

Behörden gegenüber. Zudem kosten unvollständige

oder qualitativ unzureichende

Anträge die Mitarbeitenden in den

Behörden aufgrund von Rückfrageschleifen

viel Zeit.

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• Kein Abknicken der Kabel durch Möbel

Daher soll das bisherige – oft noch

papierbasierte – Antragstellen und Bearbeiten

durch digitale Prozesse erleichtert

werden, die sowohl den Erfordernissen

der Telekommunikationsunternehmen

als auch denen der Genehmigungsbehörden

entsprechen. Im Rahmen der OZG-

Umsetzung realisieren die Bundesländer

Hessen und Rheinland-Pfalz das Breitband-Portal.

Hierbei handelt es sich um

ein digitales Verfahren zur Zustimmung

für die Verlegung oder die Änderung von

Telekommunikationslinien durch den

Wegebaulastträger nach dem Telekommunikationsgesetz

(§ 127 Abs. 1 TKG

n.F.), einem der am häufigsten genutzten

Anträge beim Glasfaserausbau.

KOMPLETT DIGITALE INTERAKTION

Das Breitband-Portal ermöglicht eine

standardisierte und medienbruchfreie

digitale Interaktion zwischen den beteiligten

Akteuren vom Antrag bis zur finalen

Bescheid-Erstellung. Antragstellende

Netzbetreiber können Informationen

FTTH

• Einfache Installation durch cleveres Design

• Plug&Play-Anschluss über vorkonfektionierte Patchkabel

• Funktionsfrontabdeckung für kundenspezifische Designs erhältlich

Foto: Adobe Stock/fizkes

Oft erfolgen Anträge und Vergabeprozesse noch auf dem Papierweg – er soll durch effizientere

digitale Abläufe ersetzt werden.

zum geplanten Ausbauvorhaben, wie

Trassenverläufe oder Standorte von Verteilerkästen,

unmittelbar auf einer webbasierten

Karte einzeichnen oder über

eine digitale Schnittstelle einstellen.

Die Sachbearbeitenden in den Behörden

können die Anträge über das Breitband-Portal

digital einsehen, genehmigen

oder Rückfragen zum Antrag stellen.

Durch die Digitalisierung werden

die Verfahren beschleunigt und Kommunen

sowie Telekommunikationsunternehmen

zugleich entlastet. Mittels

standardisierter Schnittstellen können

auch bereits existierende Fachverfahren

an den Onlinedienst angebunden

werden.

Mit dem Portal haben die beiden Bundesländer

ihre Verwaltungsdienstleistung

im Rahmen des OZG nach dem

Einer-für-Alle-Prinzip (EfA) digitalisiert.

Das Breitband-Portal ist marktreif

fertiggestellt und ermöglicht eine vollständig

digitale Abwicklung der Online-Leistung

(OZG Reifegrad III). Nach

flächendeckendem Ausrollen des Portals

in den beiden Bundesländern steht

das Breitband-Portal im Sinne des EfA-

Prinzips weiteren Ländern zur Nachnutzung

über den FIT-Store derderalen

IT-Kooperation (FITKO) seit Ende

August zur Verfügung,

Der Erfolg des Digitalisierungsprogramms

bemisst sich jedoch nicht nur

daran, ob alle Verwaltungsleistungen

online verfügbar sind, sondern auch

daran, wie hoch Akzeptanz und Nachnutzung

auf der kommunalen Ebene

sind. Einige Bundesländer haben bereits

ihr Interesse an der OZG-Leistung

bekundet und Absichtserklärungen

unterzeichnet, das Portal nachnutzen

zu wollen. Dazu zählen unter anderem

Bayern, Thüringen, Nordrhein-Westfalen,

Saarland, Schleswig-Holstein,

Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und

Mecklenburg-Vorpommern.

WEITERE FUNKTIONEN GEPLANT

Der bundesweite Rollout ist aktuell in

der Vorbereitung und soll in einem standardisierten

Verfahren in den nachnutzungsinteressierten

Bundesländern erfolgen.

Langfristig sollen auch weitere

Antragsarten in dem Portal verfügbar

sein. Bereits in Planung sind die Aufbruchgenehmigung

sowie eine verkehrsrechtliche

Anordnung bei Verlegung

von Telekommunikationslinien.

Zudem soll es weitere Schnittstellen

zu Fachsoftware der Unternehmen und

Verwaltungen geben. Auf der zentralen

Informationsplattform stehen alle relevanten

Informationen hierzu sowie ein

umfangreicher und stetig anwachsender

FAQ-Bereich. Künftig werden dort

auch Schulungsangebote für Telekommunikationsunternehmen

(Frontend)

und Wegebaulastträger (Backend) verfügbar

sein. Thomas Wieland,


Juliane Goldammer,


Julia Gebert

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der gemeinderat 10/22


Technik & Innovation

Breitbandausbau

Technik & Innovation

Foto: Leonet

Open Access

„Übergeordnete Ziele“

Flächendeckender Breitbandausbau durch jeweils einen Anbieter in der Region

und Open Access: Das ist entscheidend für Martin Naber, Experte für

Glasfaserausbau außerhalb der städtischen Ballungszentren in Bayern.

Ihr Motto ist: „Wir picken uns nicht die

Rosinen raus, sondern sind an nachhaltiger

Versorgung aller bayerischen Gemeinden

interessiert.“ Was sind denn die

Rosinen?

Martin Naber: Die dicht besiedelten Regionen,

die leicht zu erschließen sind.

Zum Beispiel ein Hochhaus in München

mit 55 Mietern – das sind 55 potenzielle

Kunden auf einen Schlag. Auf dem

Land sind dagegen vor allem kleinere

Wohneinheiten, meist Einfamilienhäuser

oder auch abgelegene Bauernhäuser.

Wie gehen Sie beim eigenwirtschaftlichen

Ausbau vor?

Naber: Wir haben keinen Fünfjahresplan,

sondern entwickeln ein Konzept, das jeweils

auf die Gemeinde zugeschnitten ist

– und auch dann, wenn wir an einem

Ort das Wegerecht haben, reißen wir

nicht einfach Straßen auf. Wir wollen

mit jeder Gemeinde ins Gespräch kommen

und den Glasfaserausbau gemeinsam

voranbringen, wollen Bürgermeister

ebenso wie Bürger ins Boot holen, laden

zu Informationsveranstaltungen ein, gehen

von Haustür zu Haustür.

Foto: Adobe Stock/Achim Banck

Baustelle für schnelles Internet: Martin Naber weiß um die Bedenken, die Bürgerinnen und Bürger

haben, wenn es um die neuen Anschlüsse geht – und will Fragen möglichst früh klären.

einem Anbieter gibt es nur eine Baustelle,

die Kommunen und damit der

Netzausbau in Bayern insgesamt kommen

so viel schneller ans Ziel. Absprachen

oder gar Doppelausbauten verschlingen

Zeit und Ressourcen. Man

sollte also vorgehen wie bei vergleichbaren

anderen Infrastrukturprojekten: wie

beim Straßenbau oder bei der Errichtung

eines Stromnetzes.

Wenn man Ihrem Vorschlag folgt, sind

die Bürger aber an einen Anbieter

gebunden.

Naber: Deshalb plädieren wir für Open

Access, das heißt, dass jeder Kunde seinen

Anbieter wählen kann, unabhängig

davon, wer das Gebiet erschlossen hat.

Bei gefördertem Ausbau ist Open Access

bereits jetzt verpflichtend, wir wollen

ihn aber auch für alle anderen Anschlüsse.

Sie sind mit jeder einzelnen Gemeinde im

Gespräch, um jeweils vor Ort das Vorgehen

zu planen – und wie sehen Ihre übergeordneten

Pläne für den Glasfaserausbau

aus?

Naber: Unser Ziel ist, dass bis zum Jahr

2028, spätestens bis 2030 alle Gemeinden

in Bayern mit Glasfaser versorgt sind.

Das heißt: Jeden Tag muss eine Gemeinde

abgeschlossen werden. Damit

das erreicht werden kann, müssen alle,

die daran beteiligt sind, an einem Strang

ziehen.

Manche Gemeinden wollen sich aber gerade

nicht auf nur ein Unternehmen festlegen.

Naber: Deshalb ja unser Bekenntnis zu

Open Access – und die Bürgerinnen und

Bürger brauchen beim Glasfaserausbau

Führung, weil er viele Fragen aufwirft.

Es ist wichtig, dass die Gemeinde sich

mit diesem Thema befasst, sich für einen

Partner beim Ausbau entscheidet – und

das dann auch klar und transparent

vermittelt. Die Kommunikation mit den

Bürgerinnen und Bürgern spielt beim

Thema Breitbandausbau die zentrale

Rolle.


Interview: Sabine Schmidt

ZUR PERSON

Martin Naber ist Vorstand des bayerischen

Telekommunikationsunternehmens

Leonet AG.

Sie vertreten ein Wirtschaftsunternehmen,

keine gemeinnützige Organisation. Was

treibt Sie an, ländliche Regionen eigenwirtschaftlich

zu erschließen?

Naber: Es ist ein übergeordnetes Ziel.

Viele Bürger sind noch an Kupfernetze

angeschlossen, schnelles Internet ist für

viele noch die Zukunft. Spätestens mit

Corona, mit Homeoffice und Homeschooling

hat sich die Welt aber noch einmal

verändert: Es ist deutlich geworden, wie

dringend wir schnelles Internet brauchen

– die Gemeinden sind ihren Bürgerinnen

und Bürgern verpflichtet, und

auch wir sehen uns hier in der Verantwortung.

Das klingt nach viel Aufwand.

Naber: Dieser Aufwand ist wichtig. Bisher

lief der Internetanschluss über die Telefonleitung,

letztlich musste man sich

einfach einstöpseln. Jetzt müssen Leitungen

verlegt werden, Straßen und Fußwege

werden zu Baustellen – und die

Menschen haben viele Fragen. Muss der

Garten aufgerissen werden? In der Regel

muss das übrigens nicht sein – in den

meisten Fällen geht es über Erdraketen,

die unter dem Garten zum Haus bohren.

Müssen bauliche Veränderungen vorgenommen

werden? Was kostet das? Jede

Frage, die wir im Vorfeld beantworten

können, macht den gesamten Prozess

leichter.

GLASFASER-NETZE

-------------- FÜR STADTWERKE

UND KOMMUNEN

Als Schrittmacher für die digitale Zukunft

unterstützen wir beim Glasfaserausbau:

— Eigenwirtschaftlicher Ausbau zukunftssicherer Glasfasernetze

für Geschäftskunden und perspektivisch Privatkunden

Aber auch Sie müssen rechnen. Wie

macht das Sinn für Sie?

Naber: Es ist eine Kombination aus beidem:

eigenwirtschaftlicher und geförderter

Ausbau – und das möglichst flächendeckend.

Die Anwohner haben nur einmal

mit einer Baustelle zu tun – und

auch für uns ist dieses Vorgehen einfacher

und attraktiver.

Es gibt hier unterschiedliche Ansätze. Einige

Gemeinden entscheiden sich für die

Zusammenarbeit mit einem Anbieter,

andere wollen das offenlassen. Was

spricht für die Kooperation mit nur einem

Anbieter?

Naber: Eine solche Kooperation vereinfacht

den Glasfaserausbau enorm. Mit

— Geförderter Ausbau sowohl nach Wirtschaftlichkeitslücken-

als auch nach Betreibermodell

— Kooperationen bei der Nutzung vorhandener Netze

sowie beim Aufbau und Betrieb neuer Infrastrukturen

14 der gemeinderat 10/22

www.plusnet.de/stadtwerke-kommunen


Technik & Innovation

Breitbandausbau

LÄSST ORTE AUFBLÜHEN:

GLASFASER VOM

Ob es bis 2025 tatsächlich mit der

angestrebten Glasfaserquote von 50

Prozent klappen wird, ist aus Sicht des

Verbands noch nicht absehbar – zu

schaffen sei die erwünschte Quote aber

auf jeden Fall nur mit Unterstützung der

Kommunen.

DER AUTOR

Dr. Stephan Albers ist Geschäftsführer

des Bundesverbands Breitbandkommunikation

e.V. (BREKO).

Marktanalyse

Positiver Trend

26 Prozent der deutschen Haushalte haben bereits Zugang zum Glasfasernetz –

das zeigt die aktuelle BREKO-Marktanalyse. Doch die nächsten Jahre werden

kein Selbstläufer. Geschäftsführer Stephan Albers stellt die wichtigsten

Ergebnisse vor und ordnet sie aus Sicht des Verbandes ein.

Wo stehen wir aktuell – und wie

realistisch ist das Ziel der Bundesregierung,

Deutschland bis

2030 flächendeckend mit echter Glasfaser

zu versorgen? Das sind die grundlegenden

Fragen der Marktanalyse 2022, die

der Bundesverband Breitbandkommunikation

(BREKO) erhoben hat.

Neben Daten der mehr als 230 Netzbetreiber,

die im BREKO organisiert sind,

stützt sich die Marktanalyse in diesem

Jahr erstmals auch auf Ausbauzahlen aller

anderen relevanten, am Glasfaserausbau

in Deutschland beteiligten Unternehmen.

Neu ist in diesem Jahr außerdem die

Erhebung von Ausbauzahlen der ersten

beiden Quartale im Veröffentlichungsjahr

der Studie sowie die Angabe separater

Glasfaserzahlen für alle deutschen Bundesländer.

Seit der letzten Erhebung im Jahr 2021

hat der Glasfaserausbau in Deutschland

deutliche Fortschritte gemacht, was sowohl

für die Digitalisierung insgesamt als

auch für den Klima- und Umweltschutz

von größter Bedeutung ist. Mit 4,4 Millionen

neuen (Homes Passed) Glasfaseranschlüssen

seit Ende 2020 haben die

Netzbetreiber in den letzten 18 Monaten

das Ausbautempo forciert und mittlerweile

insgesamt 12,7 Millionen Glasfaseranschlüsse

deutschlandweit ermöglicht.

Die Glasfaserquote steigt damit kontinuierlich:

26 Prozent, also jeder vierte

deutsche Haushalt hat seit Mitte 2022 die

Möglichkeit, auf hochleistungsfähige und

zukunftssichere Glasfaseranschlüsse zuzugreifen.

Ob der Ausbau der zukunftssicheren

digitalen Infrastruktur in diesem

Tempo weitergehen wird, hängt

16 der gemeinderat 10/22

Foto: Adobe Stock/Thomas Söllner

Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH · Am Kuhm 31 · 46325 Borken DG_3057_0

REGIONALEN TESTSIEGER.

Wir sind der Digital-Versorger der

Regionen. Als Pionier und Schrittmacher

der Branche planen, bauen und betreiben

wir anbieteroffene Glasfaser-Anschlüsse

für Privathaushalte, Unternehmen und

öffentliche Einrichtungen. Unser Ziel:

Beschleunigung des digitalen Fortschritts

für alle – durch eine flächendeckende

Glasfaser-Versorgung.

Gemeinsam Großes gestalten.

Jetzt informieren:

deutsche-glasfaser.de/kommunen

Ihre Region

zukunftssicher

gestalten!


Technik & Innovation

Breitbandausbau

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Advertorial

50

40

30

20

10

0

ENTWICKLUNG DER GLASFASERQUOTE IN DEUTSCHLAND

Glasfaserquote =

2018

Quelle: BREKO-Marktanalyse 2022

Anzahl Homes Passed

Anzahl Haushalte, Unternehmen, Behörden

von verschiedenen limitierenden Faktoren

ab. Die Prognose für den weiteren

Ausbau – und damit für die Glasfaserziele

der Bundesregierung – ist zwar grundsätzlich

positiv, bleibt allerdings risikobehaftet.

GEMEINSAM HÜRDEN ABBAUEN

Für das Jahr 2025, für das die Bunderegierung

das Ziel ausgegeben hat, 50 Prozent

der Haushalte und Unternehmen mit

Glasfaser zu versorgen, prognostiziert die

BREKO-Marktanalyse 2022 eine Abdeckung

zwischen 40 und 53 Prozent. Wie

das Ergebnis letztendlich ausfallen wird,

hängt von den politischen und regulatorischen

Rahmenbedingungen sowie der

schwer abschätzbaren Entwicklung im

Zusammenhang mit dem Krieg Russlands

gegen die Ukraine ab.

Die Marktanalyse 2022 zeigt auch: Den

größten Teil der Glasfaseranschlüsse realisieren

mit 8,8 Millionen Anschlüssen

und 71 Prozent weiterhin die alternativen

Netzbetreiber, also die Wettbewerber der

Deutschen Telekom. Die Investitionen in

die digitale Infrastruktur sind im Jahr

2021 auf insgesamt 11 Milliarden Euro

und damit wiederholt auf Rekordniveau

gestiegen. Auch hier dominieren die alternativen

Netzbetreiber. Ihre Investitionen

in Höhe von 6,5 Milliarden entsprechen

59 Prozent des gesamten Investitionsvolumens.

53,5 %

Risikobehaftet

26 %

2019 2020 2021 Mitte 2025

2022 Prognose

40 %

Rund die Hälfte der Nutzerinnen und

Nutzer, die bereits an das Glasfasernetz

angeschlossen sind, buchten darüber im

Jahr 2021 auch einen Internettarif. Das

zeigt die sogenannte Take-up-Rate, die

aus dem Verhältnis der angeschlossenen

Nutzer zu den geschlossenen Verträgen

berechnet wird. Sie liegt bis Mitte 2022

bei 47 Prozent. Über 1,4 Millionen Kunden

buchen bereits jetzt einen Anschluss

mit einer Bitrate von 1 Gbit/s oder mehr.

Der Nutzen der Glasfaser wird zunehmend

erkannt, und damit entwickelt sich

diese Technologie immer mehr zum

neuen Standard.

Wir haben die Chance, die sehr ambitionierten

Ziele der Bundesregierung bis

2025 und 2030 zu erreichen. Dafür brauchen

wir aber die Unterstützung der Politik

in Bund, Ländern und Kommunen, um

gemeinsam die Voraussetzungen für einen

schnellen Ausbau zu schaffen und

bestehende Hürden schnell abzubauen.

Der größte Hebel ist und bleibt dabei

die Gestaltung einer den eigenwirtschaftlichen

Ausbau sinnvoll ergänzenden –

und nicht behindernden – staatlichen

Förderung. Die ausbauenden Unternehmen

haben mit den vorliegenden Zahlen

bewiesen, dass sie Deutschland schnell

und effizient mit Glasfaseranschlüssen

versorgen. Fördermaßnahmen dürfen daher

auch zukünftig nur dort erfolgen, wo

keine Wirtschaftlichkeit für einen Ausbau

besteht.


Stephan Albers

WER BAUT DIE

GLASFASERANSCHLÜSSE

IN DEUTSCHLAND?

Verteilung Homes Passed nach

Netzbetreibern in Deutschland

71 %

Deutsche Telekom

Alternative Netzbetreiber

29

29 %

Foto: Deutsche GigaNetz GmbH/juergenmai

Die Deutsche GigaNetz verfolgt für ihren eigenwirtschaftlichen Ausbau einen ganzheitlichen Ansatz.

Unser Motto: Große Cluster

statt Cherry Picking

Der Glasfaserausbau in Deutschland ist schon längst keine Frage mehr von „ob“, sondern von

„wann“. Die momentan genutzten Technologien sind zwar eine Übergangslösung, aber ermöglichen

Deutschland nicht den Anschluss an andere, fortschrittlich aufgestellte Länder. Das kann

nur ein Glasfaseranschluss bis ins eigene Haus leisten, der nicht am Verteilerkasten endet. Also:

100 Prozent Glasfaser durch FttH, kein Vectoring-Ausbau wie von anderen Mitbewerbern umgesetzt.

Noch weniger verständlich sind neue Ausbauvorhaben mit DSL- und Koaxialanschlüssen.

Mindestens genauso relevant wie die Glasfaserleitung

in die eigenen vier Wände ist aber auch

der flächendeckende Ausbau einer Gemeinde

oder Stadt mit dem Highspeed-Internet der Zukunft.

Denn wir wollen niemanden zurücklassen

oder abhängen, alle Bürgerinnen und Bürger

sollen teilhaben können an der Digitalisierung

und mitgenommen werden in die Zukunft. Wir

schaffen somit keine Zweiklassengesellschaft,

wie es andere tun, die sich auf die Sahnestückchen

in einer Kommune oder auch Region beschränken.

Würde man sich nur auf einzelne

Ortsteile beschränken, würden manche einfach

ohne eine Chance auf die digitale Zukunft

zurückbleiben.

„Niemand braucht einen Flickenteppich“

Unser Ansatz ist dabei ganzheitlich, neu gedacht

und eigentlich einfach. Wir prüfen, wo Kooperationen

möglich sind, beispielsweise mit Stadtwerken.

Nutzen aber auch Mitverlegungen, um

unnötige Baustellen für alle zu vermeiden, und

beziehen auch Fördermöglichkeiten als sinnvolle

Ergänzung zum eigenwirtschaftlichen Ausbau

mit ein. So kommen wir am Ende in einer

Kommune auf 100 Prozent – unser Ziel, das nur

mit diesem ganzheitlichen Ansatz zu realisieren

ist.

Doch unser Versprechen geht über Städteund

Gemeindegrenzen hinaus. Wir wollen kein

Cherry Picking betreiben, sondern durch die Bildung

großer Cluster auch etwas schwieriger

auszubauende Kommunen mitziehen. Niemand

braucht in Deutschland Flickenteppiche, bei

denen einige vom Netz der nächsten Generation

profitieren, einzelne Orte jedoch dauerhaft abgehängt

werden.

In Heilbronn-Franken sowie Frankfurt-Rhein-

Main kooperieren wir zum Beispiel eng mit den

Gigabit-Regionen, was einen wichtigen Baustein

unseres Ansatzes bildet. Unser Ziel ist es, dass

weitere dieser Zusammenschlüsse folgen, um

ganze Regionen an das Highspeed-Internet anzuschließen.

Es ist so möglich, unser Vorhaben

auf sehr großflächige Gebiete zu fokussieren

und diese dann eigenwirtschaftlich auszubauen.

Doch auch außerhalb von Gigabit-Regionen

funktioniert unser Konzept. Die Region Ost ist

dafür ein gutes Beispiel. Große, geplante Ausbaucluster

über Bundes- und Ländergrenzen

hinweg wie der Landkreis Nordhausen sowie der

Kyffhäuser Kreis versprechen maximalen Erfolg

– für die Kommunen, aber auch für die Bürgerinnen

und Bürger. Bisher eher abgelegener ländlicher

Raum kann so mithalten und wird immer

attraktiver als klassische Stadtstrukturen. So

schaffen wir die Digitalisierung aller!

Soeren Wendler,

Geschäftsführer Marketing und Vertrieb,

Deutsche GigaNetz GmbH

ZUR PERSON

Soeren Wendler ist seit 27 Jahren in der

Telekommunikationsbranche tätig, davon

über 20 Jahre direkt im Carrier-Geschäft.

Der studierte Dipl.-Ing. (Fachrichtung

Nachrichtentechnik) ist Visionär und

führender Unternehmens- und Geschäftsstratege

mit Vertriebsfokus. Er hat

ausgeprägten Schwerpunkt in der

Entwicklung innovativer, kostenoptimierter

Vertriebs-, Marketing- und Produktstrategien.

Er ist Mitgründer und Geschäftsführer

der Deutschen GigaNetz

GmbH.

Deutsche GigaNetz GmbH

Schauenburgerstraße 27

20095 Hamburg

Tel.: 040/605980-000

E-Mail: info@deutsche-giganetz.de

www.deutsche-giganetz.de

18 der gemeinderat 10/22


Technik & Innovation

Breitbandausbau

Kommunen, Städte und Gemeinden im

Kreis sollen mit Breitband versorgt

werden.

Der Landkreis Elbe-Elster liegt im Dreiländereck

zwischen Sachsen, Sachsen-

Anhalt und Brandenburg. Mit einer Fläche

von fast 1900 Quadratkilometern und

mehr als 100.000 Einwohnern ist ein flächendeckender

Ausbau mit Glasfaser und

eine Versorgung aller Bürgerinnen und

Bürger mit schnellen Datenraten eine

große Aufgabe, die die Gremien und die

Verwaltung bewältigen müssen.

DAS ZIEL: FLÄCHENDECKENDER AUSBAU

Fotos: DNS:net, Adobe Stock/Karsten (Foto Titel)

Ende September stimmte der Kreistag einstimmig

für eine Kooperationsvereinbarung

mit dem größten alternativen Breitbandversorger

in Brandenburg, der

DNS:NET. Der Landkreis Elbe-Elster

schloss eine Vereinbarung mit dem Versorger

stellvertretend für seine Gemeinden,

Ämter und Städte, Anfang Oktober

wurde sie unterzeichnet. Das gemeinsame

Ziel: der flächendeckende Gigabitausbau

in Elbe-Elster.

„Die Versorgung von Gewerbe

und Schulen ist ein sehr wichtiges

Thema“

Aufbau eines Technikverteilers mit schwerem Gerät: Was aufwändig aussieht, erledigen Profis im

Glasfaserausbau zügig und routiniert.

INFO

Der Landkreis Elbe-Elster mit rund

100.000 Einwohnern realisiert den

Glasfaserausbau eigenwirtschaftlich.

Dafür werden mehr als 1500 Kilometer

Tiefbaugräben gezogen und über 3000

Kilometer Rohre verlegt.

Spülbohrungen, Tiefbaugräben ziehen und Rohre verlegen: Die Versorgung aller Bürgerinnen und

Bürger ist eine große Herausforderung, die der Landkreis Elbe-Elster angenommen hat.

Glasfaser

Gigabitausbau zügig

umsetzen

Der Landkreis Elbe-Elster (Brandenburg) setzt auf eigenwirtschaftlichen

Glasfaserausbau mit einem alternativen Breitbandversorger. 13 Kommunen,

Städte und Gemeinden sollen mit schnellem Internet versorgt werden.

Flickenteppiche bei der Förderung,

Warteschleifen bei Telekommunikationsfirmen,

Unverbindlichkeit,

Kostenexplosionen. Das sind Herausforderungen,

mit denen Kommunen beim

strategisch wichtigen Thema Glasfaserausbau

nahezu täglich umgehen müssen.

Der Landkreis Elbe-Elster im südlichen

Brandenburg möchte nun den Glasfaserausbau

durch eine Kooperationsvereinbarung

mit einem alternativen Breitbandversorger

vorantreiben. Insgesamt 13

Christian Heinrich-Jaschinski

Die Breitbandversorgung im Landkreis

und die Versorgung von Gewerbe und

Schulen sei derzeit ein sehr wichtiges

Thema, erklärte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski

bei der Vertragsunterzeichnung.

Ariane Kölling, Breitbandbeauftragte,

setzt auf die Expertise des

Breitbandversorgers: „Wir sind zuversichtlich,

dass nun im überwiegend eigenwirtschaftlichen

Ausbau die Flächendeckung

für 13 Kommunen, Städte und Gemeinden

im Elbe-Elster-Kreis umgesetzt

wird“, erklärt Kölling.

Rainer Pilz, Leiter des Amts für Strukturentwicklung

und Kultur im Landkreis

Elbe-Elster, erläutert den vorausgegangenen

Auswahlprozess: „Wir haben zusammen

mit der Kreisarbeitsgemeinschaft

des Landkreises, die aus den Hauptverwaltungsbeamtinnen

und -beamten der

Kommunen besteht, insgesamt drei Unternehmen

mit ihren Ausbauzielen für

den Landkreis angehört. Wir haben gemeinsam

abgewogen, ob mit einem oder

Mit Handschlag besiegelt: Landrat Christian

Heinrich-Jaschinski (r.) und Stefan Holighaus

(DNS:NET) freuen sich über die Kooperation.

mehreren Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung

geschlossen wird und

welches Unternehmen am ehesten mit

den Zielen des Landkreises übereinstimmt.

Stefan Holighaus, Mitglied der Geschäftsleitung

von DNS:NET will den

Landkreis Elbe-Elster nun „zum Gigabitlandkreis

machen, von dem Brandenburg

Schon mal die Kabel ausrollen: Bei einem

flächendeckenden Ausbau in Elbe-Elster sind

100.000 Einwohner im Spiel.

und das nördliche Sachsen erheblich profitieren

werden“. Das Vorhaben könne

schnell und über Tausende von Kilometern

sicher umgesetzt werden. Kooperationsvereinbarungen

für ganze Landkreise

wie in Elbe-Elster würden aktuell

immer häufiger angefragt, um Tempo bei

der Glasfaserversorgung bis ins Haus zu

machen.

red.

20 der gemeinderat 10/22

der gemeinderat 10/22

21


Technik & Innovation

Breitbandausbau

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Advertorial

Glasfaserbaustelle: Es kommt nicht nur darauf an, dass überhaupt ausgebaut wird, so Thomas

Fuchs – auch die veränderten Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden.

Meinung

Nachjustierung

erwünscht

Vor welchen alten und neuen Herausforderungen steht der Infrastrukturausbau?

Was läuft gut, was braucht Korrekturen? Thomas Fuchs

kommentiert aus der Perspektive eines Investitionsunternehmens.

Eigentlich kommt der Ausbau gut

voran: Laut BREKO-Marktanalyse

2022 hat inzwischen jeder vierte

Haushalt eine Glasfaserzugangsmöglichkeit.

Doch die geopolitische und wirtschaftliche

Lage sowie neue Herausforderungen

könnten sich negativ auf die künftige

Ausbaugeschwindigkeit auswirken.

Altbekannte Probleme wie fehlende Tiefbaukapazitäten,

Fachkräftemangel, Lieferengpässe

und Genehmigungsverfahren

treffen auf hohe Inflationsraten und

eine Volkswirtschaft auf dem Weg in die

Rezession. Jetzt sind Orientierung und

Schulterschluss gefragt. Denn die immer

anspruchsvolleren Ausbaubedingungen

lassen sich nur gemeinsam verbessern.

50 Milliarden Euro stehen für den eigenwirtschaftlichen

Ausbau bereit. Doch

den Unternehmen fehlt es an verlässlichen

Rahmenbedingungen für diese Investitionen.

Ungezielte Förderung mit der

Gießkanne ist keine Lösung, denn es

droht sogar späterer Überbau bereits errichteter

Glasfaserinfrastrukturen durch

geförderte Projekte. Besser wäre es, die

Förderung auf Gebiete zu konzentrieren,

die sich eigenwirtschaftlich nicht sinnvoll

ausbauen lassen. Gesucht sind Strategien,

die zu einem Konsens zwischen Bund,

Ländern, Kommunen und Privatwirtschaft

führen.

In anderen Ländern wird mit neuen

Methoden Glasfaser fünfmal schneller

verlegt. Auch an diesen neuen Verlegemethoden

führt langfristig unter den heutigen

Rahmenbedingungen kein Weg

vorbei. Denn mit konventionellem Tiefbau

ist eine flächendeckende Versorgung

bis zum Jahr 2030 nicht zu erreichen. Gefragt

sind Lösungen, mit denen die Akzeptanz

neuer Techniken in den Kommunen

erhöht und Unsicherheiten hinsichtlich

Langfristschäden abgebaut werden.

Foto: Adobe Stock/CSschmuck

Überbau als Waffe im Wettbewerb verhindert

den Ausbau in den ländlichen

Regionen signifikant. Die Praxis von

Unternehmen, selbst in kleinen Kommunen

den Ausbau von Glasfaserinfrastrukturen

anzukündigen oder zu vollziehen,

sobald dort bereits ein Netz durch einen

anderen Anbieter in Planung ist oder sich

schon im Bau befindet, soll Investoren abschrecken.

Wettbewerbsrechtlich ist dies

nicht zu beanstanden. Doch volkswirtschaftlich

ist der Überbau von Glasfaser

im ländlichen Raum völlig sinnfrei. Zudem

bleiben bei diesem Spiel ganze Ortsteile

beim Ausbau viele Jahre außen vor,

die später mit Fördergeld angebunden

werden müssen.

PLÄDOYER FÜR OPEN ACCESS

Sinnvoller wäre es, Investitionen und den

Wettbewerb durch vernünftige und verlässliche

Rahmenbedingungen zu steuern

und auf die Netze zu verlagern. Dies

setzt Open Access voraus. Er ist der

Schlüssel für erfolgreiche Geschäftsmodelle.

Kooperationen zwischen Markteilnehmern,

wie etwa der Leonet AG und

der Deutsche GigaNetz in Bayern, werden

stark zunehmen. Mit gutem Willen aller

Beteiligten gibt es immer technische

Wege und wirtschaftliche Möglichkeiten,

zu kooperieren und Netzzugänge zusammenzuschließen.

Unternehmen müssen kostendeckend

arbeiten. Daher ist fraglich, ob sich die

aktuellen Preise im Glasfasermarkt bei

rasant steigenden Ausbaukosten halten

lassen. Noch spielen die großen Anbieter

nicht mit und scheinen Preiserhöhungen

angesichts der finanziellen Belastungen

bei Verbrauchern nicht durchsetzbar.

Doch für eine gute zukunftssichere Infrastruktur

sollte die Bereitschaft bestehen,

faire Preise zu bezahlen. Denn wenn sich

der Ausbau nicht mehr refinanzieren

lässt, kommt er schnell zum Erliegen.


Thomas Fuchs

DER AUTOR

Thomas Fuchs ist Pressesprecher des Investors

Infrafibre Germany (IFG).

Foto: Vantage Towers

Vantage Towers ist einer der größten Funkmastbetreiber Europas.

Wie Kommunen den Mobilfunkausbau beschleunigen

können

Eine hervorragende Mobilfunkversorgung zu gewährleisten und die erforderliche Infrastruktur zu

bauen, ist oftmals ein Balanceakt. Es gilt die Anforderungen diverser Akteure zu berücksichtigen

und zusammenzuführen: Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung, Mobilfunkunternehmen und

Funkmastbetreiber. „Nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann eine flächendeckende Versorgung

mit leistungsfähiger Konnektivität gelingen“, sagt Christian Sommer, Vorstand bei Vantage

Towers, einem der führenden Funkmastbetreiber in Europa. Neben den Funkmastbetreibern

können vor allem die Kommunen den Ausbau beschleunigen.

Eine leistungsstarke und flächendeckende digitale

Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung für

die erfolgreiche Digitalisierung relevanter Lebens-

und Wirtschaftsbereiche. Sie ermöglicht

eine verbesserte digitale Teilhabe der Bürgerinnen

und Bürger und neue Geschäftsmodelle,

die entscheidend sind für das Gelingen der

Klima- und Verkehrswende wie beispielsweise

Smart Farming oder intelligente Energienetze.

Und die Covid-19-Pandemie hat mit Homeoffice,

Homeschooling, Online-Shopping, digitaler

medizinischer Versorgung, Entertainment oder

dem einfachen in-Verbindung-bleiben mit Familie

und Freunden einmal mehr gezeigt, wie wichtig

stabile und gut ausgebaute Telekommunikationsnetze

sind.

Die gute Nachricht: Der Mobilfunkausbau

schreitet immer schneller voran. Für den 5G-

Ausbau sowie die Schließung von weißen Flecken

wird derzeit eine bedeutende Zahl an

neuen Mobilfunkmasten errichtet. Vantage Towers,

einer der größten Funkmastbetreiber in Europa,

plant für die nächsten Jahre den Bau von

rund 5500 neuen Standorten allein in Deutschland.

Im Fokus steht dabei vor allem der ländliche

Raum, Funklöcher und schwach versorgte

Regionen sollen ans schnelle Netz.

Die Errichtung von Mobilfunkmasten bringt

allerdings auch Herausforderungen mit sich:

Laut Schätzungen von Vantage Towers, die ihren

Sitz in Düsseldorf haben und in Deutschland

rund 19.400 Funkmasten betreiben, vergehen

von den ersten Planungen bis zur Inbetriebnahme

durch den Mobilfunknetzbetreiber in

Deutschland bis zu zwei Jahre. In Portugal etwa

gilt die Baugenehmigung für einen Funkmast

nach 30 Tagen als erteilt, wenn sich die zuständige

Behörde bis dahin nicht dazu geäußert hat.

Neben den langwierigen Genehmigungsverfahren

beschreibt Christian Sommer, Vorstand

von Vantage Towers, auch die Suche nach geeigneten

Flächen für neue Sendestationen als

einen zentralen Faktor für die Geschwindigkeit

des Ausbaus: „Um unserem Versorgungsauftrag

nachzukommen, sind wir immer auf der Suche

nach freiliegenden Grundstücken oder Dachflächen

für unsere Infrastruktur. Dabei sind wir

maßgeblich auf die Zusammenarbeit mit Kommunen

und Eigentümern angewiesen.“

Öffentliche wie auch private Vermieter profitieren

von der Zusammenarbeit mit den Funkmastbetreibern

in der Regel doppelt: Zum einen

tragen sie zu einer verbesserten regionalen Mobilfunkversorgung

bei. Zum anderen gehen sie

eine langfristige Partnerschaft mit attraktiven

Mieteinnahmen ein oder können einen guten

Kaufpreis für ihre bisher ungenutzten Flächen

erzielen.

Sommer äußert gleichzeitig Verständnis für

die Situation der kommunalen Verwaltungen.

Diese sehen sich beim Bau von Mobilfunkmasten

meist mit vielen komplexen Fragen, Wünschen

und Vorbehalten aus der Bevölkerung

konfrontiert. Sommer ergänzt: „Wir sehen uns

als Vermittler zwischen den Interessen der Bevölkerung,

Kommunen und Mobilfunknetzbetreiber

auf dem gemeinsamen Weg zu einer flächendeckenden

Digitalisierung. Gleichzeitig

freuen wir uns über jede aktive Unterstützung

bei der Beschleunigung des Ausbaus, sei es bei

der Zurverfügungstellung geeigneter Grundstücke

für Masten oder die prioritäre Behandlung

von Genehmigungsverfahren.“

Vantage Towers AG

Prinzenallee 11-13

40549 Düsseldorf

media@vantagetowers.com

www.vantagetowers.com

22 der gemeinderat 10/22


Technik & Innovation

Breitbandausbau

Technik & Innovation

DER AUTOR

Wolfram Rinner ist Geschäftsführer des

LWL-Infrastrukturanbieters Gasline mit

Sitz in Straelen.

Besser eigenwirtschaftlich ausbauen als gefördert – so sieht es der Experte für Infrastrukturausbau.

Meinung

In Eigenregie

Es gilt, die Herausforderung anzunehmen, betont Wolfram Rinner: Der

eigenwirtschaftliche Netzausbau erfordert einen hohen Einsatz, sorgt aber

maßgeblich dafür, dass es mit der Breitbandversorgung zügig vorangeht.

Die Glasfaserabdeckungsquote liegt

in Deutschland aktuell bei 26 Prozent

– und bezogen auf das jährliche

absolute Wachstum beim Ausbau

der Glasfaserinfrastruktur in Europa auf

dem dritten Platz. Die Deutsche Telekom

realisierte 30 Prozent (homes passed). Die

alternativen Netzbetreiber kommen zusammen

auf einen Anteil von 70 Prozent.

Deren hohes Investitionsvolumen macht

mehr als die Hälfte – 59 Prozent – vom

Gesamtvolumen aus (Quelle: BREKO-

Marktanalyse 2022). Unternehmen, die

eigenwirtschaftlich Netze bauen, leisten

einen signifikanten Beitrag für schnelles

Internet.

Viele Telekommunikationsunternehmen

kombinieren Fördermittel mit eigenwirtschaftlichen

Investitionen. Die Bundesregierung

unterstützt den Breitbandausbau

seit Jahren mit einem Förderprogramm,

das maßgeblich auf eingenommenen

Steuergeldern basiert. Ein hoher

Anteil des Budgets bleibt ungenutzt, was

auch an dem komplexen Vergabeverfahren

liegt. Die konfliktäre Lage der staat-

Foto: Adobe Stock/Thomas Reimer

lichen Förderung gegenüber den hohen

Investitionen privater TK-Unternehmen,

Infrastrukturanbietern und Anbietern für

Venture Capital- oder Private Equity-Engagements

bleibt gegeben.

DIE ZAHL DER RISIKOFAKTOREN STEIGT

Die Politik stellt seit Jahren in ihrer Gigabit-Strategie

die Bedeutung des eigenwirtschaftlichen

Ausbaus heraus: als Variante,

die es zu priorisieren gilt. Trotzdem

agierte die Bundesregierung mit der Ausgestaltung

der Regularien kontraproduktiv,

so auch aktuell mit der anstehenden

„Gigabit Förderung 2023“. Im Interesse

der Geschwindigkeit beim Netzausbau

und der Effizienz bedarf es einer zielführenden

Ausgestaltung der Regularien, um

eigenwirtschaftliche Initiativen nicht zu

behindern.

Der Risiko-Level steigt durch Überbau

und überflüssigen Einsatz von Fördergeldern

auf gleicher Wegstrecke. Fördermittel

dürften für den Breitbandausbau nur

da eingesetzt werden, wo es eigenwirtschaftlich

nicht darstellbar ist, digitale

Infrastrukturen mit entsprechendem

Kundenpotenzial und Umsatzprognose

zu erschaffen.

In diesem Jahr ändern sich die Voraussetzungen

für die TK-Branche. Die Business

Cases und Planungssicherheit für die

Finanzierung leiden unter kritischen

wirtschaftlichen und weltpolitischen Einflüssen,

die durch die Lage in der Ukraine

ausgelöst sind. Eine Kostensteigerung

beim Netzausbau, bedingt durch den

Krieg in der Ukraine, bestätigen 93 Prozent

der befragten Mitgliedsunternehmen

des Bundesverband Breitbandkommunikation

e.V. (BREKO). Der negative Kosteneffekt

bleibt mittelfristig bestehen und

Foto: Adobe Stock/Thomas Söllner

Einer der Vorteile des eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbaus aus Sicht von Wolfram Rinner: Es geht

schneller mit dem Netzausbau.

erstreckt sich über Glasfaserkabel, Leerrohr,

Asphalt und weiter steigende Tiefbaukosten.

Mit dieser Perspektive erfordert es

wirtschaftliche Substanz der Unternehmen

und noch mehr unternehmerischen

Mut, den kapitalintensiven Netzausbau

weiterhin zu forcieren. Gasline, ein Unternehmen

mit zehn Gesellschaftern aus

dem Energiesektor, ist seit 25 Jahren im

hiesigen Markt etabliert – und gehört zu

den wenigen Infrastrukturanbietern, die

konsequent eigenwirtschaftlich den

Backbone ausbauen. Bis 2026 werden

weitere 5500 Kilometer folgen.

VORTEILE DES EIGENWIRTSCHAFTLICHEN

AUSBAUS

Unter den Kunden sind aktuell 75 Stadtwerke,

acht Zweckverbände sowie 144

Städte und Kommunen. Mit den Investitionen

in das Weitverkehrsnetz zwischen

Städten, in die Anbindungen von

Kommunen und an den Internetaustauschknoten

DE-CIX leisten wir als Infrastrukturanbieter

für unbeleuchtete

Glasfaserkapazitäten einen wesentlichen

Beitrag für die Versorgung mit schnellem

Internet.

Das Netz erstreckt sich bis in ländliche

Regionen hinein. Der individuelle Netzbedarf

der Kommunen, Stadtwerke, Carrier

und Großkunden aus der Wirtschaft

wird durch einen Bauauftrag an den Anbieter

realisiert, Glasfasern und Leerrohre

des aktuell über 32.000 Kilometer großen

Bestandsnetzes werden langfristig an

Kunden vermietet.

Die Umsetzung des Netzausbaus ist

schneller, da er in Eigenregie stattfindet.

Die lange Zeitspanne, bis über die Vergabe

von Fördermitteln beschieden wird,

entfällt. Der Netzausbau unterliegt nicht

dem restriktiven Konzept der staatlichen

Planung, diversen Kontrollmechanismen

und Abstimmungstorturen. Die Baukosten

sind geringer, da keine Verpflichtung

besteht, das von der Bundesregierung

vorgegebene Materialkonzept zu nutzen,

und über den Einkauf autark entschieden

wird.


Wolfram Rinner

s&p Beratungs- und Planungsgesellschaft mbH

Taunusstraße 54

65183 Wiesbaden

Telefon: +49 (0) 611-95011900

Telefax: +49 (0) 611-98752854

E-Mail:

seim &

partner

Wir planen Netze

info@seim-partner.de

Für alle Themen der Telekommunikation beim

Aubau von Glasfasernetzen, 5G und Geschäftsmodellen

bieten wir unseren erprobten ganzheitlichen

Ansatz.

Planen | Bauen | Betreiben

Details zu unserem Vorgehen sowie Projektbeispiele

& Referenzen inden Sie im Internet unter

www.seim-partner.de


Technik & Innovation

Technik & Innovation

Dr. Andreas Schumm, Geschäftsführer

der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken

GmbH, erläutert das Kooperationsprojekt.

Foto: privat

Ein starkes Motiv, sich gemeinsam für den Breitbandausbau zu engagieren: Die Akteure in der

Region Heilbronn-Franken sehen in der Abdeckung mit Highspeed-Internet einen entscheidenden

Faktor für die Standortattraktivität – und sie sehen klare Vorteile im Verbund.

Regionale Kooperation

Gemeinsam anpacken

Das Gigabit-Kompetenzzentrum Heilbronn-Franken will Kommunen in der

Region mit Rat und Tat beim Breitbandausbau zur Seite stehen. Eine zentrale

Rolle dabei spielt der Bereich Wirtschaftsförderung.

Foto: Adobe Stock/alphaspirit

bereits seit Frühjahr 2022 laufen die Bauarbeiten

in den ersten Kommunen.

Die ersten Ideen für das, was das Gigabit-Kompetenzzentrum

werden sollte, gab

es schon Anfang 2019. „Uns war klar, dass

die Abdeckung mit Highspeed-Internet ein

entscheidender Faktor für die Standortattraktivität

ist, und auch die Unternehmen

forderten hier aktiv, dass etwas passiert“,

so Dr. Andreas Schumm, Geschäftsführer

der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken

GmbH. „Zusätzlich inspiriert von vergleichbaren

Projekten, etwa in der Region

Stuttgart, wurde die Planung dann zunehmend

konkreter.“

Das Ziel war von Anfang an klar: Den

Kommunen mit Rat und Tat zur Seite stehen,

dabei so viele Themen wie möglich

standardisieren und bündeln, um Ressourcen

zu sparen und ein einheitliches Vorgehen

zu ermöglichen. Wie rasch das Projekt

anschließend an Fahrt aufnahm, beeindruckte

auch Schumm selbst: „Am 7.

Mai 2020 gab es ein erstes Treffen zwischen

uns, tktVivax und PwC, und sechs

Wochen später, am 17. Juni, hatten wir

eine europaweite Ausschreibung für das

Markterkundungsverfahren umgesetzt.

Das hat uns alle noch einmal zusätzlich

von der Kooperation überzeugt.“

Dank der klar koordinierten und effizienten

Arbeitsweise der drei Projektpartner

konnten die notwendigen Verfahrensschritte

nach weniger als einem Jahr erfolgreich

abgeschlossen werden. Im Juni

2021 unterzeichnete das Kompetenzzentrum

schließlich eine Kooperationsvereinbarung

mit der Deutsche GigaNetz GmbH,

die nun für die konkreten Ausbaumaßnahmen

verantwortlich ist.

Sie begannen im Frühjahr 2022 und

schreiten zügig voran. „Mittlerweile wird

in 15 Kommunen gebaut, und die ersten

Hausanschlüsse sind auch schon gelegt.

Zudem laufen in mehr als 40 Städten und

Gemeinden Vorvermarktungsaktivitäten“,

so Schumm. „Bis Ende des Jahres sollten

so alle Kommunen, die sich uns angeschlossen

haben, im Prozess sein.“

Da man den Zeitplanungen sogar etwas

voraus sei, ist er zuversichtlich, dass die

vereinbarten Maßnahmen bis Ende 2026

vollständig umgesetzt sind. „Mit hundertprozentiger

Sicherheit lässt sich das zwar

nicht sagen, zumal es beispielsweise noch

eine Nachverdichtung geben wird. Aber

bis dahin wird der Großteil aller Haushalte

und Unternehmen in der Region die

Möglichkeit haben, am Netz zu sein – wobei

wir hier von deutlich über 250.000

Anschlüssen sprechen.“

ENG VERNETZT BEI KLARER

AUFGABENTRENNUNG

Als entscheidenden Faktor für den schnellen

Projektfortschritt sieht Schumm das

vertrauensvolle Verhältnis zwischen den

Partnern im Gigabit-Kompetenzzentrum.

Insbesondere sei wichtig, dass bei allen

drei Beteiligten die Geschäftsführungsebene

direkt involviert ist: „Der direkte

Austausch auf hoher Ebene stellt sicher,

dass wir zielgerichtet und effizient vorankommen

– denn nur so ist es möglich,

diverse Planungsprozesse und Aktivitäten

parallel abzuwickeln.“

Trotz der engen Vernetzung sind die Zuständigkeiten

eindeutig definiert. Die

Wirtschaftsregion Heilbronn-Fran-

Das Gigabit-Kompetenzzentrum ist

ein gemeinsames Projekt der Wirtschaftsregion

Heilbronn-Franken

GmbH, der tktVivax Group und der Rechtsanwaltsgesellschaft

PricewaterhouseCoopers

(PwC) Legal. Die drei Partner konnten

mehr als 50 Kommunen überzeugen,

den flächendeckenden Glasfaserausbau

eigenwirtschaftlich anzugehen. Im Mai

2020 wurde das Zen-trum gegründet, und

LEONET.DE

Wir sind Ihr Partner in der Region.

Ihre Vorteile

• Keine Inanspruchnahme

von Steuermitteln

• Vollständig privat finanziert

• Schneller Ausbau

• Open Access

Die BBV Deutschland hat eine klare Vision und setzt auf feste Partner-

Entscheiden Sie sich jetzt für ein Glasfaser- Breitbandnetz

schaften. Wir wollen den Weg von Kommunen in die Gigabit-Gesellschaft

und machen Sie Ihre Gemeinde fit für die Zukunft.

im ländlichen Raum ebnen, den privatwirtschaftlichen Aufbau leistungs-

• fähiger Glasfasernetze vorantreiben und den dort lebenden Menschen

Aufwertung der Gewerbegebiete

• schon heute und nicht erst morgen echte Zukunftsper spektiven bei der

Neuansiedlungen von Unternehmen

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Wirtschaftliches Wachstum

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„Ich bin zwar Einzelgänger.

Aber ich will nicht

der Einzige sein.“

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getötet. Der WWF schlichtet Konflikte und bekämpft Wilderei. Hilf mit deiner Spende.

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Regionen die Lösung, um zukunftsfest gegenüber den

Ballungsräumen attraktiv zu bleiben.

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GLASFASER-

AUSBAU UNTER

PARTNERN

AUS BAYERN. FÜR BAYERN.


Technik & Innovation

ken GmbH, allen voran Andreas Schumm,

übernimmt hauptsächlich eine koordinierende

Rolle und fungiert als direkter Draht

zu den Kommunen. Mit den konkreten

Fragen der Umsetzung sowie der Wirtschaftlichkeit

beschäftigt sich die tktVivax

Group, wobei CEO Dirk Fieml auch federführend

als Leiter des Kompetenzzentrums

tätig ist. Und um die rechtlichen

Aspekte kümmert sich das Team von PwC

Legal.

„Wenn jeder seine Kernkompetenzen

ins Projekt einbringt, profitieren alle davon

und lernen voneinander, ich selbst

womöglich am meisten“, so Schumm. Essenziell

für diese Art der Zusammenarbeit

ist ein hohes Maß an Transparenz – zumal

das Gigabit-Kompetenzzentrum selbst

nicht Auftraggeber ist, aber dennoch tiefgreifende

Einblicke in die Planung

braucht.

AUFBAU VON GOVERNANCESTRUKTUREN

Breitbandausbau

Gemeinsamer Spatenstich in Nordheim, Landkreis Heilbronn: (v.r.) René Kuisle (Bauleiter DGN),

Steffen Braun (Bauamtsleiter Stadt Nordheim), Volker Schiek (Bürgermeister Stadt Nordheim),

Dirk Möller (Geschäftsführer Vivax Net), Sören Wendler (Geschäftsführer DGN), Florian Donath

(Geschäftsführer der Vivax Net), Martin Herkommer (Regionalleiter Vertrieb DGN), Dr. Andreas

Schumm (Geschäftsführer der Gigabitregion Heilbronn Franken), Dr. Peter Raue (Projektleiter

DGN), Raik Roos (Bauüberwacher DGN).

Foto: tktVivax

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HFiberCORE - die wahrscheinlich besten

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Bedürfnissen.

Ein weiterer positiver Erfahrungswert,

den Schumm aus dem Projekt mitnimmt,

ist die frühzeitige und transparente Kommunikation

mit den Kommunen. „Im Gespräch

mit den Bürgermeisterinnen und

Bürgermeistern der Region ist uns schnell

klar geworden, dass hier in der Vergangenheit

schlechte Erfahrungen mit Telekommunikationsunternehmen

gemacht

wurden. Es gab einige große Ankündigigungen,

von denen dann nicht viel umgesetzt

wurde. Umso wichtiger war es,

dass wir als Vertreter der Region den ersten

Schritt machten, die Kommunen

frühzeitig abholten und ihre Anliegen im

Blick behielten.“

Anderen Regionen, Landkreisen oder

Kommunen, die den Glasfaserausbau in

Angriff nehmen möchten, rät er deshalb

dazu, eigene Governancestrukturen aufzubauen:

So lassen sich die Planungs- und

Ausbauprozesse wesentlich effektiver begleiten

und Vertrauen in das Projekt aufbauen.

Übergeordnete Organisationen, die Interessen

der Kommunen koordinieren und

sie gegenüber Telekommunikationsunternehmen

sowie Behörden vertreten, sind

aus Sicht von Andreas Schumm sinnvoll:

„Allein unter ökonomischen Gesichtspunkten

sind größere regionale Zusammenschlüsse

besser geeignet, einen wirklich

flächendeckenden Ausbau sicherzustellen,

als einzelne Gemeinden. Denn

so können wirtschaftlich attraktivere

Kommunen die anderen mit ins Boot

holen.“

Auch bei technischen und topografischen

Fragen vereinfacht die interkommunale

Zusammenarbeit den Glasfaserausbau.

Da etwa Teilorte häufig näher an einer

Nachbargemeinde als am Kern der

eigenen Gemeinde liegen, ermöglicht die

regionale Kooperation effizientere Planung

und Umsetzung. „Man kann aber

nicht pauschal sagen, ab welcher Zahl es

sich lohnt. Das hängt von der jeweiligen

Situation ab“, so Schumm. Ziel müsse es

aber in jedem Fall sein, die berechtigten

Einzelinteressen im Sinne des gemeinsamen

Erfolgs abzuwägen.

Große regionale Zusammenschlüsse

bringen allerdings ihre eigenen Herausforderungen

mit, weiß Andreas Schumm. Der

organisatorische Aufwand steigt mit jeder

Kommune – und wenn zu viele Gemeinden

gleichzeitig betreut werden sollen, stoßen

einzelne Partner an ihre Grenzen. „Ist das

Projekt einmal gestartet, sollte es auch vorangehen.

Wenn aber nur ein Unternehmen

für den Ausbau zuständig ist, kann

ein Engpass entstehen, es kommt zu Verzögerungen,

und Kommunen, die dann

lange warten müssen, sind unzufrieden“,

so Schumm.

Für das Gigabit-Kompetenzzentrum

Heilbronn-Franken sei dies noch nicht

zum Problem geworden. „Gemeinsam mit

der Deutsche GigaNetz GmbH ist uns das

gut gelungen, wir liegen hervorragend

in der Zeit. Dennoch würde ich bei Projekten

dieser Größenordnung von vornherein

ein Mehr-Partner-Modell in Betracht ziehen.

Ein solches ist nicht grundsätzlich

besser, doch nachträglich neue Partner an

Bord holen zu müssen, macht alles komplizierter.“

Die bisherigen Fortschritte bestätigen

die Verantwortlichen des Gigabit-Kompetenzzentrums

in ihrer Herangehensweise.

Andreas Schumm hierzu: „Beim Thema

Breitbandausbau sehen viele in der Öffentlichkeit

und in den Medien nur das

Negative. Projekte wie das unsere zeigen

aber, dass man mit der richtigen Organisation

und starken Partnern wirklich vorankommt.

Selbstverständlich läuft auch

bei uns nicht alles perfekt. Doch nur wo

nichts gemacht wird, wird auch nichts

falsch gemacht.“ Christoph Buck

DER AUTOR

Christoph Buck ist Mitarbeiter der

Agentur Press’n‘Relations.

Neugierig auf HFiberCORE

28 der gemeinderat 10/22

hf@hf.net / Tel. +49 4321 963 8440


Technik & Innovation

BREITBANDAUSBAU

Technik & Innovation

Zwischen Breitbandbranche und Breitbandbrache liegt nur ein Buchstabe – jetzt die falschen

Weichen zu stellen, wird langfristige Folgen haben, warnen Imke Germann und Andreas Spiegel.

Förderanträge

Nicht aufgeben!

Mit dem Stopp der Förderung und den deutlichen Beschränkungen zukünftiger

Anträge sorgt der Bund für große Unruhe in Kreisen und Kommunen, fürchten

Imke Germann und Andreas Spiegel. Die Planungsberater erläutern, wie

Kommunen reagieren und Sicherheit zurückgewinnen können.

Seit etwa einem Jahr wurde Kreisen

und Kommunen suggeriert, dass sie

für einen flächendeckenden Glasfaserausbau

auf die Richtlinie zu den

dunkelgrauen Flecken warten sollten. Vor

den Risiken dieses Vorgehens haben unsere

Beratungshäuser bereits seit langer

Zeit gewarnt und zu einem umgehenden

Start von Förderprojekten geraten. Diese

Risiken sind nun binnen kürzester Zeit

Realität geworden.

Der Bund hat kurzfristig die bestehende

Förderung gestoppt, die neue Förderrichtlinie

wird erst im Februar oder

März 2023 vorliegen. Da die Mittel für das

kommende Jahr voraussichtlich auf 3

Milliarden Euro gedeckelt sein werden,

wird es zudem zu einer Priorisierung von

Anträgen kommen. Das Verfahren wird

sich dabei laut ersten Verlautbarungen

des BMDV grundlegend ändern, einfacher

wird es jedoch nicht.

Das sorgt für massive Unsicherheit. Um

trotz der angekündigten Einschränkungen

der Förderung eine Flächendeckung

zu erreichen, müssen Kreise und Kommunen

nun flexibel und mehrgleisig vorgehen.

Markterkundungen und Förderanträge

sind nur noch dort möglich, wo

kein Potenzial für einen eigenwirtschaftlichen

Ausbau erwartet wird. Dazu wird

im Dezember 2022 eine deutschlandweite

Potenzialanalyse vorgelegt.

Kreise und Kommunen sollten dann

umgehend die Potenzialanalyse für ihr

Gebiet auswerten und, wo zulässig, eine

Markterkundung starten. Voraussetzung

ist, dass ein Mindestprozentsatz unterversorgter

Adressen vorliegt. Gleichzeitig

ist mit den Netzbetreibern vor Ort zu

klären, ob in den erwarteten Potenzialgebieten

tatsächlich ein Ausbau erfolgen

wird. Zusagen sollten verbindlich erfolgen

und mit konkreten Zeitplänen versehen

sein.

Erst durch einen anschließenden Abgleich

dieser Zusagen mit den Ergebnissen

der Markterkundung ergibt sich ein

vollständiges Versorgungsbild. Dabei

können trotz Förderung und zugesagtem

eigenwirtschaftlichen Ausbau Adressen

langfristig unterversorgt bleiben.

Foto: Adobe Stock/Yven Dienst

Einen flächendeckenden Ausbau können

Kreise und Kommunen nur erzielen,

indem sie eine enge Verzahnung von eigenwirtschaftlichen

und geförderten

Maßnahmen realisieren. Förderanträge

können etwa in sinnvolle Cluster eingeteilt

werden – wenn ein Cluster aufgrund

eigenwirtschaftlichen Ausbaus wegfällt,

sind die übrigen Antragscluster nicht betroffen

und das Förderverfahren kann

ungehindert fortgesetzt werden.

VERZAHNUNG VON FÖRDERUNG UND

EIGENAUSBAU

Alle Seiten würden hierbei profitieren.

Ebenso erweitern Netzbetreiber teilweise

Ihre Ausbauzusagen, wenn die damit verbundenen

Potenziale genauer erörtert

oder im Gegenzug Kooperationsvereinbarungen,

unter anderem auch mit Stadtwerken,

getroffen werden. Die Kreise und

Kommunen sollten somit alle Optionen

auf den Prüfstand stellen, strategisch vorgehen

und Förderung in Verbindung mit

eigenwirtschaftlichem Ausbau als einheitliches

Projekt betrachten.

Durch die Priorisierung werden deutlich

höhere Anforderungen an Qualität

und Inhalt der Anträge erwartet. Um

diese sicherzustellen, sind strategische

Analysen, Netzplanungen und eine enge

Kommunikation mit den Netzbetreibern

notwendig. Die Entwicklung einer Vielzahl

von Handlungsalternativen, deren

Bewertung sowie insbesondere die

schnelle Umsetzung bedeuten eine große

Herausforderung.

Gerade in der jetzigen Situation bieten

kompetente Beratungsunternehmen Sicherheit

und Entlastung. Oft geht es um

die größten Investitionen, die seit 30 oder

40 Jahren in Kreisen und Kommunen getätigt

werden – hier müssen Qualität und

Erfahrung von Beginn an im Vordergrund

stehen. Imke Germann, Andreas Spiegel

DIE AUTOREN

Dr. Imke Germann ist Vorstandsvorsitzende

bei der MRK Media AG. Andreas Spiegel ist

Geschäftsführer und Projektleiter bei Micus

Strategieberatung GmbH.

Foto: Astra

Den Anfang für die Flächenversorgung ganz Troisdorfs machte das Pilotprojekt „Ohmgärten“, ein

Neubaukomplex im Stadtzentrum. Dort wurden 2019/20 100 Wohneinheiten mit separaten

Glasfaserzuleitungen und der TV-Versorgung über Astra Satellit 19,2 Grad Ost ausgestattet.

Medienversorgung

Fernsehen der Zukunft

Immer mehr Stadtwerke bieten Privathaushalten Glasfaserprodukte an.

Noch attraktiver wird der Anschluss mit einem SAT-TV-Angebot, sagt

Christoph Mühleib und nennt als Beispiele die Städte Troisdorf und Neuwied.

Kommunale Versorger sind zunehmend

auch als Telekommunikationsanbieter

aktiv und Treiber des

Glasfaserausbaus in Deutschland. Um im

Wettbewerb mit etablierten Anbietern

gleichziehen und Privathaushalte für ihre

Glasfaserprodukte gewinnen zu können,

engagieren sich viele Stadtwerke zudem

als TV-Netzbetreiber und versorgen Endkunden

auf Wunsch auch mit Fernsehen

via Glasfaser.

Dank modernster SAT-Technik ist ein

solches TV-Angebot auch über Satellit

möglich, und zwar ganz ohne sichtbare

Schüsseln. Zur Versorgung ganzer Städte

reicht eine einzige Empfangsanlage aus.

Das liegt daran, dass sich optische Satellitensignale

nahezu verlustfrei auch über

große Distanzen weiterleiten lassen. Der

eigentliche Clou der Lösung ist aber ein

Profi-SAT-System, das vom Technologieunternehmen

Huber+Suhner BKtel in Kooperation

mit dem Satellitenbetreiber

Astra entwickelt wurde. Es wandelt die

eingespeisten Satellitensignale optisch

um, damit sie über das städtische NE3-

Netz großflächig in die Wohngebiete verteilt

werden können.

Alle Haushalte mit Glasfaser-Direktanschluss

im Umkreis von 40 Kilometern

haben somit die Option, neben superschnellem

Internet auch Satellitenfernsehen

mit all seinen Vorzügen wie großer

Programmvielfalt in fantastischer Bildund

Tonqualität genießen zu können.

Selbst Programmangebote in zukünftigen

Standards von 8K und mehr lassen sich

so empfangen – zusätzliche Bandbreite

wird dafür nicht beansprucht. Das Angebot

ist zudem besonders günstig,

da SAT-TV – anders als beispielsweise

IPTV – ein Empfangsweg ohne Signalkosten

ist.

Die genannten Argumente pro Satellit

gaben in den beiden Städten Troisdorf

(Nordrhein-Westfalen, rund 77.000 Ein-

wohner) und Neuwied (Rheinland-Pfalz,

rund 65.000 Einwohner) den Ausschlag,

um Endkunden SAT-TV als Add-on zu

Glasfaser-Produkten anzubieten. Zur Einspeisung

der Satellitensignale von jeweils

vier Orbitalpositionen dient in beiden

Kommunen eine zentrale Empfangsanlage,

die in unmittelbarer Nähe des Point

of Presence (PoP) installiert wurde.

Beim PoP handelt es sich um das Herzstück

der städtischen Glasfaserverkabelung.

Von dort gelangen die Signale auf

kürzestem Weg zum Profi-SAT-System,

werden von diesem in optische Signale

umgewandelt und anschließend übers

NE3-Netz sowie die gebäudeinterne Glasfaserverkabelung

an die Haushalte verteilt.

Parallel zum Fortschritt des kommunalen

Glasfaserausbaus sollen so sukzessive

alle Einwohner von Troisdorf und

Neuwied mit Satellitenfernsehen via

Glasfaser versorgt werden.

„Mit der Komplettlösung aus SAT-TV

und Glasfaser wollen wir nach und nach

allen Troisdorfern eine zukunftssichere

Versorgung nach höchsten Standards bieten,

die für die nächsten 30 Jahre keine

Nachrüstung erforderlich macht“, sagt

Netzplaner Patrick Horn von der Firma

Troiline.

Christoph Mühleib

VORTEILE DES PROFI-SAT-SYSTEMS

Die modulare Plattform erlaubt es, die ZF-Signale

von bis zu vier Orbitalpositionen in jeweils

ein intensitätsmoduliertes optisches Signal mit

einer hohen Bandbreite von zu bis 6,5 GHz

umzuwandeln. Die optischen Signale können je

nach Bedarf optisch verstärkt werden (EDFA-

Technologie). Ein weiterer Vorteil des Systems:

Es lässt sich auch remote aus der Ferne

steuern und überwachen. Weitere Informationen

zu den Einsatzmöglichkeiten von Satelliten-Glasfaser-Lösungen

gibt es unter:

wowi.astra.de.

DER AUTOR

Christoph Mühleib ist Geschäftsführer des

Unternehmens Astra Deutschland GmbH mit

Sitz im bayerischen Unterföhring.

30 der gemeinderat 10/22

der gemeinderat 10/22

31


Technik & Innovation

Digitale Kommune

Technik & Innovation

Auf dem Weg in die elektronische Arbeitswelt: Noch geht es auch darum, die Mitarbeitendenden abzuholen, so die Zwischenbilanz der Experten.

Digitalisierung

„Wir brauchen einen Kulturwandel

und ein anderes Mindset“

Foto: Adobe Stock/Rymden

auf Spatzen schießen. Sie speichern erst

Informationen, die Sie auf Papier haben,

in einer E-Akte als Dokument. Dann entwickeln

Sie einen teuren Algorithmus,

mit dem Sie versuchen, aus einem PDF-

Dokument Informationen zu extrahieren

– ohne Garantie, dass die Daten auch

korrekt sind.

Was wäre besser?

Markus: Die Daten werden direkt in einer

klassischen, althergebrachten Datenbank

gespeichert, um sie korrekt weiterverarbeiten

zu können – das ist sehr einfach,

wird aber oft nicht gemacht, weil man

sich so stark auf das Dokumentenmanagement

fokussiert.

Diese Probleme sind aber doch lösbar.

Warum geht es dennoch oft nicht weiter?

Meuche: Digitalisierung ist eine Frage

des Mindsets – die Bürokratie steht ihren

Zielen häufig im Weg. Es ist auch

Anzeige

eine Frage der Qualifikation – und es

geht um Einfluss und Macht. Wenn eine

zentrale Datenbank und die Anwendung,

wie mit den Daten zu arbeiten ist,

vorgegeben werden, wird die Freiheit

genommen, die Prozesse selbst so zu

gestalten, wie sie in die heutigen Strukturen

passen. Die Frage ist dann: „Wo

bleiben meine Abteilung und meine Einflussnahme?“

Viele wollen nicht Einfluss

verlieren – was völlig unsinnig ist,

wenn man lösungsorientiert denkt. Wir

brauchen einen Kulturwandel, der die

Struktur und das Mindset der Mitarbeitenden

ändert.

Was empfehlen Sie hier vor allem?

Meuche: Entscheidend ist zu vermitteln,

was bestimmte Aspekte im Rahmen der

Digitalisierung für die Zukunft bringen.

Es gilt, den Menschen die Sinnhaftigkeit

zu verdeutlichen und zu erklären, dass

im Zuge der Digitalisierung die Chance

besteht, die eigene Tätigkeit beziehungsweise

den Arbeitsplatz deutlich zu verbessern.

Und die Ängste zu nehmen, Entscheidungsbefugnisse

zu verlieren oder

gar einen Teil der Mitarbeiter abgeben zu

müssen, so dass die Abteilung kleiner

wird, für die man verantwortlich ist. Digitalisierung

ist mit tiefgreifenden Veränderungen

verbunden – wenn man aber die

Transformation zulässt, ist das eine Riesenchance!

Interivew: Jens Focke

DIE PERSONEN

HINTER DEM INTERVIEW

Dr. Thomas Meuche ist Professor für

Betriebswirtschaft an der Hochschule Hof.

Dr. Heike Markus ist dort Professorin mit

dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz.

Gemeinsam gründeten und leiten sie das

Kompetenzzentrum Digitale Verwaltung.

Jens Focke ist Vorstand des Bundesweiten

Informationssystems für Leitungsrecherchen

(BIL).

Eingruppierung und Stellenbewertung digitalisieren

Advertorial

Die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes steht an, noch aber hakt es oft in

Verwaltungen. Warum ist das so?, fragt Jens Focke, Vorstand der Leitungsauskunft

BIL eG, die Wissenschaftler Heike Markus und Thomas Meuche.

Sie untersuchen Digitalisierungsprozesse

in der öffentlichen Verwaltung. Aber vorweg:

Wo sehen Sie insgesamt die gesellschaftlichen

Probleme der Digitalisierung?

Thomas Meuche: In streng hierarchischen

Strukturen, in der Organisationskultur

und in der mangelnden Qualifikation der

Handelnden in Bezug auf Datenqualität

und -sicherheit. In hierarchischen Organisationen

herrscht wenig Bereitschaft,

prozessübergreifend zu denken und gemeinsam

mit der Nachbarabteilung Verbesserungen

zu suchen. Föderale Strukturen

wiederum erschweren zentrale

Lösungen und machen Skaleneffekte obsolet,

die Digitalisierung ermöglicht. Digitalisierung

kann zunächst auch unbequem

sein – aber mit der richtigen Herangehensweise

profitieren alle davon.

Letztlich geht es immer ums Anfangen.

Nur wer etwas ausprobiert, hat Erfolgserlebnisse.

Heike Markus: Entscheidend ist auch, zu

wissen, was man will – das ist nicht immer

so einfach, wie es klingt. Oft wird

am Anfang anderes diskutiert, als die

Organisation wirklich braucht. Ein Beispiel:

Wir waren in ein Projekt involviert,

das elektronisches Dokumentenmanagement

einführen sollte, sogenannte

E-Akten. Nach drei bis vier Monaten

Diskussion fand man heraus, dass

man eigentlich ein ERP-System, eine

Enterprise-Resource-Planning-Lösung

zur Automatisierung von Geschäftsprozessen

benötigt. Diese Erkenntnis

musste aber erst einmal reifen. Dokumentenmanagement

ist nicht die Lösung

für alles, im Gegenteil: Das elektronische

Abspeichern von Dokumenten ist nichts

anderes als ein digitaler Aktenschrank,

man bekommt keinerlei Prozessunterstützung.

Aber als ersten Schritt ist das doch nicht

schlecht, immerhin habe ich dann meine

Daten schon mal digital verfügbar.

Markus: Was aber haben Sie von den Informationen?

Zum Beispiel: Sie haben

Anträge, die digital als PDF abgespeichert

werden. Zur Automatisierung von

Prozessen sind die Informationen in der

Form nicht nutzbar. Sie können dann

Künstliche Intelligenz nutzen, um die

Daten verfügbar zu machen – aber das

ist so, als ob Sie mit dem Schrotgewehr

32 der gemeinderat 10/22

Foto: Haufe-Lexware

Die Eingruppierung von Stellen im öffentlichen

Dienst ist komplex, zeitlich aufwendig und wird

Der Eingruppierungsmanager ist im Haufe-Shop

erhältlich.

in über 1000 Fällen pro Jahr zum Streitfall

vor Gericht. Ob vor diesem Hintergrund selbst

gebastelte Excel-Tools und das Hin-und-her-

Senden von Dokumenten in Papierform den

Anforderungen an eine effiziente und moderne

Verwaltung genügen, kann daher mit einem

großen Fragezeichen versehen werden.

Während des digitalen Arbeitens in der Pandemie

ist vielen Beschäftigten bewusst

geworden, wie wichtig der Datenschutz

und die Datensicherheit sind. Die Einhaltung

der DSGVO und die Datensicherheit

in Deutschland sind essenziell.

Digitalisierung des

Eingruppierungsprozesses

Ein Aufgabengebiet, das sich

für die Digitalisierung der Arbeitsabläufe

anbietet, ist die

Eingruppierung und Stellenbewertung.

Sie ist inhaltlich anspruchsvoll,

muss dokumentiert werden und erfordert

die Zusammenarbeit von Kollegen unterschiedlicher

Abteilungen und Hierarchiestufen.

Haufe hat eine Software entwickelt, die den

Bewerter sowohl bei der Eingruppierung und

Stellenbewertung als auch bei der Zusammenarbeit

mit den Fachbereichen unterstützt. Der

Eingruppierungsmanager hilft bei der korrekten

Eingruppierung, indem er Schritt für Schritt

durch den Eingruppierungsprozess führt. Auf

diese Weise wird der komplette Eingruppierungs-

Workflow digital abgebildet und rechtssicher

dokumentiert.

Mehr zum Haufe Eingruppierungsmanager finden

Sie unter www.haufe.de/eingruppierung

Haufe-Lexware GmbH & Co. KG

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Technik & Innovation

Digitale Kommune

Hacker haben leichtes Spiel, wenn Mitarbeitende nicht sensibilisiert sind: Der Cyberangriff kann mit

harmlos oder sogar seriös wirkenden E-Mails beginnen.

Cyberkriminalität

Wissen ist Schutz

Phishing-Mails werden von Hackern gern genutzt, um Verwaltungen lahmzulegen

und zu erpressen. Kommunen können aber gegensteuern, und das ohne allzu

viel Aufwand, sagt Steffen Kienzle: mit Hilfe digitaler Schulungen.

Vielleicht ist es eine besondere, perfide

Freude für einen Hacker, einen

Landkreis lahmzulegen:

Wenn er ein mittelständisches Unternehmen

hackt, bekommt er nicht so viel Aufmerksamkeit

– wenn er dagegen eine Gemeinde,

eine Stadt oder einen Landkreis

trifft, ist das öffentlichkeitswirksam. Es

geht durch die Medien, und eine kleine

Gemeinde erlangt in kürzester Zeit unfreiwillige

Berühmtheit.

Manche Schäden können behoben werden:

Systeme können neu aufgesetzt, einige

Daten wiederhergestellt werden.

Manche aber auch nicht: Der Imageverlust,

der Vertrauensverlust gegenüber einer

Verwaltung, wenn sensible Daten von

Bürgerinnen und Bürger verlorengehen

oder sogar veröffentlicht werden, ist nahezu

irreparabel. Das mag dazu beitragen,

dass die kommunale Ebene ein beliebtes

Ziel der Hacker ist. Denn der politische

Druck ist riesig, sobald der Angriff

erfolgt ist.

Ein Geschäftsführer mag alles schnell

und leise lösen können. Eine Oberbürgermeisterin,

ein Oberbürgermeister kann

das nicht, sie haben eine ganz andere Verantwortung,

und das macht sie erpressbarer.

Genau das ist häufig das Ziel – Erpressung:

„Gebt uns Geld, oder wir entsperren

die Zugänge nicht. Überweist uns

eine Million, oder wir veröffentlichen die

Daten eurer Bürgerinnen und Bürger.“

Niemand möchte in solch einem Moment

in der Haut eines Verwaltungschefs stecken.

Das Einzige, was wirklich hilft, ist

Prävention.

Natürlich spielen IT-Sicherheitssysteme

eine große Rolle – sie werden auch immer

besser, aber selbst das beste System hat

Lücken. Durch sie dringen die Kriminellen

ein und können so beispielsweise Phishing-Mails

an Mitarbeitende versenden.

Diese Mails kommen scheinbar von einem

vertrauenswürdigen Absender: das

Finanzamt, die eigene IT-Abteilung, Microsoft

oder DHL – es mangelt den Betrügern

nicht an Kreativität.

In manchen Fällen scheint die Mail von

der Dezernentin oder vom Amtsleiter zu

kommen. Sehr beliebt ist der Personal-

Foto: Adobe Stock/Bits and Splits

bereich als vermeintlicher Absender. In

der Mail befindet sich häufig ein Link, auf

den geklickt werden soll, und er führt

dann zu einer Website. Dort sollen beispielsweise

Zugangsdaten, Finanzinfos

oder Passwörter eingegeben werden.

Oder es befindet sich eine infizierte Datei

in der Mail. Solche Angriffe können an

jedem Tag, in jedem Moment, erfolgen.

Jeder kann auf eine Phishing-Mail hereinfallen.

DER MENSCH ALS EINFALLSTOR

Das heißt: Wer nicht in der Lage ist, eine

betrügerische E-Mail, einen Cyberangriff

zu erkennen, ist ein Sicherheitsrisiko.

Viele Mitarbeitenden sind genau dazu

nicht in der Lage. Sie sind nicht sensibilisiert,

müssen also geschult werden –

besser heute als morgen. Ein solch schneller

und flächendeckender Schulungsbedarf

ist mit klassischen Seminaren aber

kaum zu stemmen. Der Aufwand ist zu

groß, die Kosten sind zu hoch.

Immer häufiger nutzen Kommunen

deshalb digitale Cybersicherheitsschulungen.

Sogenannte E-Learnings werden

von WTT CampusONE, einem Spezialisten

für digitale Weiterbildung in Verwaltungen,

produziert. Gemeinsam mit Kommunen

werden laufend neue E-Learnings

von und für Verwaltungen entwickelt.

So lassen sich hunderte und tausende

Mitarbeiter schulen – ohne Termin und

ohne Dozenten. Denn diese Schulungen

sind fertig produziert und können jederzeit

an die Mitarbeiter über eine digitale

Lernplattform ausgegeben werden, inklusive

Zertifikat. Einfach und flexibel, sowohl

für die Mitarbeitenden als auch für

den Personalbereich. Mit Hilfe von E-

Learnings können sich Kommunen auf

Angriffe von Cyberkriminellen vorbereiten

und damit sich selbst sowie die Bürgerinnen

und Bürger schützen.


Steffen Kienzle

DER AUTOR

Steffen Kienzle ist PR-Manager bei WTT

CampusONE, einem Spezialisten für digitale

Weiterbildung in Verwaltungen.

DLE Land Development – Perspektiven

zwischen Berlin und Kerpen

Wie wird Wohnen wieder er-

Wir versammeln ein Team aus Plaschwinglich?

Wie können lonern,

Immobilienspezialisten und

kale Unternehmen wachsen?

Kommunikationsexpert:innen, die

Wer errichtet die Infrastruktur

die jeweiligen Vorhaben sukzessive

für die zukünftige Entwick-

umsetzen und ihre Realisierung bis

lung? Welche Veränderungen

zur Übergabe an die Nutzer be-

bringt ein Projekt mit sich? ...

gleiten.

Vor diesen Fragen stehen heute

Sie haben Fragen? Dann rufen Sie

Gemeinden, wenn sie über die Ent-

uns an. Wir stellen gern unsere Rewicklung

von Bauland beraten. Die

ferenzprojekte vor und entwickeln

DLE Land Development GmbH sieht

mit Ihnen gemeinsam Ideen für die

sich in diesem Prozess als Partner

Zukunft Ihrer Gemeinde.

der Kommunen. Ausgehend von

einem wissenschaftlich ermittelten

Petra Müller

Bedarf entwickelt die DLE ge-

Co-Head of Development

meinsam mit den Bürger:innen und

DLE Land Development GmbH

ihren politischen Vertreter:innen

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10789 Berlin

stücke künftig bestmöglich genutzt,

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geschont werden können.

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und Asset-Manager im

Bereich Landentwicklung

34 der gemeinderat 10/22


Technik & Innovation

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

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Advertorial

Glasfaser für die Verkehrswende

Deutschland will bis zum Jahr 2045 die

Treibhausgasneutralität erreichen – dafür

muss aber noch viel geschehen. Ein gut

ausgebautes Glasfasernetz ist der Schlüssel

für moderne Lösungen wie die Verkehrswende:

Das ist eine der Grundannahmen

beim Telekommunikationsunternehmen

Carrierwerke.

Zur Verkehrswende zählen alle Maßnahmen,

die den verkehrsbedingten

Raubbau an natürlichen Lebensgrundlagen

stoppen. Die Mobilitätswende ist also

ein wichtiger Teil der Verkehrswende.

Hier könne man laut Carrierwerke Glasfaser

gezielt einsetzen.

Innerhalb der Mobilitätswende könne

Glasfaser ein entscheidender Katalysator

sein: Menschen würden mehr Bahn fahren,

wenn sie in der Bahn flüssig an Laptops

oder Tablets arbeiten könnten. Carsharing

wäre simpel, könnten Bürger die

Carsharing-App überall problemlos nutzen.

Das Büro ließe sich gegen das Homeoffice

eintauschen, wenn die Internetverbindung

dort stabil wäre. Falls die

Autofahrt ins Büro doch mal sein müsste,

könnten intelligente Verkehrssysteme den

Verkehr so nachhaltig wie möglich steuern,

wenn sie mit dem Internet verbunden

wären.

All diese Ideen haben eine Gemeinsamkeit:

Sie setzen eine zuverlässige Internetverbindung

voraus – und das sei nur mit

Glasfaser umsetzbar: Mit ihr komme man

der Mobilitätswende und damit der Verkehrswende

ein Stück näher. Das Telekomunikationsunternehmen

Carrierewerke

rät Kommunen und Stadtwerken daher,

sich für den Glasfaserausbau zu engagieren,

um ihre Stadt oder Gemeinde zukunftssicher

zu machen.

www.carrierwerke.de

Nachhaltig unterwegs mit Fahrrad und ÖPNV: Damit die Verkehrswende gelingen kann, braucht es

eine gute digitale Infrastruktur. Dafür sollten Kommunen den Glasfaserausbau vorantreiben.

Foto: carrierwerke/istock/Mickis-Fotowelt

Foto: Werbeagentur Holl

Branchentreff: Vertreter der Kommunen können sich zum Stand des Glasfaserausbaus informieren und mit Kollegen austauschen.

Breitbandausbau in östlichen Bundesländern

Anbieter frei wählen

Geballte Expertise beim Breitbandforum

Stefan Heß, Regionalleiter Ost bei Deutsche

Giganetz GmbH, kümmert sich um den

Glasfaserausbau in Sachsen, Sachsen-Anhalt,

Thüringen und Brandenburg.

Das Unternehmen Deutsche GigaNetz

GmbH, das seit zwei Jahren am Glasfasermarkt

aktiv ist, hatte sich zunächst auf

Vermarktung und Ausbau in den großen

Gigabit-Regionen Heilbronn-Franken und

Frankfurt-Rhein-Main konzentriert. Inzwischen

ist das Unternehmen in neun

Foto: Deutsche GigaNetz GmbH

Bundesländern in Deutschland mit teilweise

neuen Konzeptionen aktiv. Mittlerweile

sind auch die östlichen Bundesländer

in den Fokus der Ausbauambitionen

gerückt.

„Wir wollen insbesondere in Sachsen,

Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg

den flächendeckenden, eigenwirtschaftlichen

Glasfaserausbau erheblich

vorantreiben“, berichtet der Regionalleiter

Ost, Stefan Heß.

Das Vorgehen sei dabei so simpel wie

effektiv: „Wir bilden große Ausbaucluster

auch über Länder- sowie Kreisgrenzen

hinweg, wie beispielsweise in den Landkreisen

Nordhausen und dem Kyffhäuserkreis“,

erklärt Heß weiter. „So können wir

auch ausbautechnisch weniger attraktive

Kommunen mit in die Zukunft nehmen,

und alle haben Teil an der Digitalisierung.“

www.deutsche-giganetz.de

Das Unternehmen Unsere Grüne Glasfaser

(UGG) hat vor Kurzem die Zusammenarbeit

mit den Stadtwerken Kusel und

dem regionalen Internetanbieter K-net

Telekommunikation GmbH beschlossen.

Damit will UGG seinen Endkundinnen

und -kunden zusätzlich noch weitere Optionen

zur freien Internetanbieterwahl

auf den durch UGG verlegten Glasfasernetzen

bieten.

Der Hintergrund: Als neutraler Großhandelsanbieter

baut UGG ein Glasfasernetz

aus, das direkt bis ins Haus oder in

die Wohnung reicht (Fiber-to-the-Home,

FTTH). Das stellt die grundlegende digitale

Infrastruktur für stabile Highspeed-

Internetverbindungen dar. Das offene

Zugangsmodell von UGG sorgt dafür,

dass die Wahl des betreibenden Dienstleisters

den Nutzerinnen und Nutzern

dabei vollkommen freisteht.

www.unseregrueneglasfaser.com

In Rostock-Warnemünde treffen sich am

10. November Vertreter von Kommunen, Fachverbänden

und der Wirtschaft zum 6. Breitbandforum

Mecklenburg-Vorpommern. Die

Veranstaltung im Kongresszentrum Hohe Düne

hat sich als erfolgreiche Fachmesse etabliert

und gilt als jährlicher Branchentreff für alle

Akteure des Breitbandausbaus.

Mit Fachvorträgen, Erfahrungsberichten und einer

hochkarätig besetzten Fachausstellung bietet

das Breitbandforum Mecklenburg-Vorpommern

insbesondere Vertretern der Kommunen

eine gute Gelegenheit, sich über aktuelle Themen

des Glasfaserausbaus und die Chancen

der Digitalisierung zu informieren sowie Erfahrungen

mit Kollegen anderer Kommunen

auszutauschen.

Erstmalig gibt es in diesem Jahr drei Vortrags-

und Diskussionspanels von und mit namhaften

Experten und Branchenakteuren wie ateneKOM

und dem Gigabitbüro des Bundes.

Schwerpunkte sind unter anderem aktuelle Ansätze

und Lösungen für einen erfolgreichen Gigabitausbau

in Deutschland sowie ein pragmatisches

Fördermittel-Management unter Berücksichtigung

nationaler und europäischer Fördermittel.

Bei der begleitenden Fachausstellung

präsentieren rund 50 nationale und internationale

Unternehmen eine Fülle an Produkten,

Dienstleistungen und Innovationen.

„Ich freue mich ganz besonders, dass wir

wieder so viele Aussteller und Referenten aus

den unterschiedlichsten Fachrichtungen gewinnen

konnten“, sagt Veranstaltungsleiterin Marielen

Beelmann. „So können wir die ganze Themenbreite

des Gigabitausbaus präsentieren

und eine Brücke schlagen zwischen Vertretern

der öffentlichen Hand und der Wirtschaft.“

Die Schirmherrschaft haben das Ministerium

für Inneres, Bau und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern

sowie der Verband der Anbieter

von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten

e. V. (VATM) übernommen. Eintrittskarten

zum 6. Breitbandforum sind zum Preis von

35 Euro erhältlich.

Weitere Infos und eine ausführliche Programmvorschau

finden Interessierte unter:

www.breitband-events.de.

Werbeagentur Holl GmbH & Co. KG

Hasestraße 10-12

49716 Meppen

Marielen Beelmann

Tel.: 05931/49667-12

E-Mail: info@breitband-events.de

www.breitband-events.de

36 der gemeinderat 10/22


Planen & Bauen

Kommunalentwicklung

Planen & Bauen

Natürlich nicht nur strukturschwache

Regionen, aber insbesondere sie

können von der Green Economy

profitieren, so Sven Wardenburg.

DER AUTOR

Dr. Sven Wardenburg ist Consultant

im Public Management beim

Beratungsunternehmen agiplan GmbH.

Wirtschaftsförderung

Nachhaltigkeit als

Standortfaktor

Wenn Industrie und Energiewirtschaft für einen großen Teil der CO 2 -Emissionen

verantwortlich sind – wie können dann Kommunen nachhaltige Wirtschaftsstrukturen

fördern? Consultant Sven Wardenburg stellt seine Ideen vor.

Die Marktdurchdringung von Nachhaltigkeitsinnovationen

und regenerativen

Energieträgern ist in

Deutschland schon fortgeschritten – Ressourceneinsparung

und Wirtschaftswachstum

müssen somit nicht mehr im

Widerspruch zueinanderstehen. Wo einst

die Annahme galt, die Reduktion von

Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbrauch

ginge mit Verzicht und

Schrumpfung der Wirtschaft einher, bietet

die ökologische und soziale Transformation

zu einer „Green Economy“ heute

langfristige und robuste Wachstums- sowie

Innovationspotenziale im Einklang

mit einer nachhaltigen Entwicklung.

Bestimmte Wirtschaftsbereiche werden

weiter wachsen und können zur regionalen

Wertschöpfung beitragen: Der Green-Tech-

Foto: Adobe Stock/smspsy

Sektor etwa ebenso wie der Anteil an zirkulärer

Wertschöpfung werden sich bis

2030 voraussichtlich mehr als verdoppeln.

Bereits vor zwei Jahren haben sich 43 Prozent

der Start-ups in Deutschland der

Green Economy zugeordnet. Weitere Potenziale

sind in der innovativen Energieversorgung

oder der Regionalisierung von

Wertschöpfungsnetzen zu sehen. Gerade

ländliche Regionen, die über viel Freifläche

verfügen, können durch Photovoltaik- und

Windkraftanlagen zu primären Energieproduzenten

werden und so regionale

Wertschöpfung erzielen.

Nicht zuletzt zeigt sich immer mehr,

dass die Standortentscheidung innovativer

Unternehmen von der Nachhaltigkeit der

lokalen Wirtschaftsstruktur wie auch der

Produktionsbedingungen abhängig ist.

Nachhaltigkeit kann somit zum Standortfaktor

werden. Vor allem strukturschwache

Regionen können mit der Transformation

zur Green Economy neue Wachstumsimpulse

und Chancen zur Profilierung des

Wirtschaftsstandortes generieren.

Eine besondere Aufgabe für Kommunen

besteht darin, die bereits am Standort etablierten

Unternehmen auf dem Weg in die

Nachhaltigkeit mitzunehmen. Für viele

Regionen bieten gerade produzierende

Unternehmen des Mittelstands mit langer

Tradition und innovativer Produktgestaltung

attraktive Arbeitsplätze. Doch oft

fallen gerade diesen Unternehmen strukturelle

Anpassungsprozesse schwer, die

außerhalb ihrer unmittelbaren Produktoder

Branchenkompetenz liegen.

Es fehlt meist an personellen und finanziellen

Ressourcen für eine strukturelle

Weiterentwicklung sowie an Testinfrastrukturen

zum Beispiel für eine nachhaltige

Produktgestaltung. Zudem müssen

mögliche Anpassungen im laufenden Be-

38 der gemeinderat 10/22

trieb in Unternehmensprozesse integriert

werden.

ÜBERGREIFENDE IDEEN, AUF DIE

KOMMUNEN ZURÜCKGREIFEN KÖNNEN

Wir regeln das.

Hier kommt der kommunalen und regionalen

Wirtschaftsförderdung eine besondere

Bedeutung zu. Versteht sie die Förderung

einer nachhaltigen Wirtschaftsstruktur

als ihre Kernaufgabe und unterstützt

damit die Transformation ihrer Stakeholder

zu einer Green Economy, kann sich

ihre Kommune exzellent im Standortwettbewerb

um Unternehmen und Fachkräfte

positionieren, regionale Wachstumsimpulse

erzeugen und langfristig attraktive

Arbeitsplätze bieten. Tut sie dies nicht,

besteht das Risiko, dass ihr Standort an

Konkurrenzfähigkeit verliert und sich in

einem langanhaltenden Strukturwandel

wiederfindet.

Doch wie funktioniert nachhaltige Wirtschaftsförderung?

Tatsächlich ist auf der

operativen Ebene die Transformation zu

einem nachhaltigen Wirtschaftsstandort

nicht einfach. Zwar besitzt die Mehrheit

der Kommunen übergreifende Nachhaltigkeitsstrategien,

jedoch liegen regionale

Konzepte oder Best Practices für eine nachhaltige

Wirtschaftsförderung und die

Weiterentwicklung zu einer Green Economy

bisher kaum vor. Dies hat zur Folge,

dass es in vielen Bereichen bisher keinen

übertragbaren Handlungsrahmen für kommunale

Wirtschaftsförderungen gibt. Lösungen

müssen aufgrund unterschiedlicher

Ausgangssituationen individuell erarbeitet

werden, um die größte Wirkung

zu erzeugen.

Die agiplan GmbH aus Mülheim, Berater

für den öffentlichen Sektor, hat

übergreifende Ansatzpunkte für regionale

oder kommunale Wirtschaftsförderungen

identifiziert, die den Weg zu einer

nachhaltigen Wirtschaftsstruktur

ermöglichen.

_STRATEGISCH VORGEHEN

Oft stehen langfristig formulierten Nachhaltigkeitszielen

auf (kommunal-) politischer,

gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher

Ebene Handlungszwänge entgegen,

die einen zeitweilig positiven wirtschaftlichen

Effekt bringen, jedoch nicht nachhaltig

sind. Es ist für Wirtschaftsförderungen

aber essenziell, über ein langfristiges

Entwicklungs- und Handlungskonzept zu

verfügen, das die kommunalen oder regionalen

Nachhaltigkeitsstrategien explizit

integriert.

Es empfiehlt sich, ein Konzept zu erarbeiten,

das strategische Ziele der Wirtschaftsentwicklung

mit den Anforderungen

an eine nachhaltige Entwicklung

kombiniert. Bisher existieren solchintegrierten

Konzepte kaum. Sie bieten jedoch

einen regional oder kommunal strategischen

Handlungsrahmen für die Wirtschaftsförderung

in den nächsten zehn bis

zwanzig Jahren.

Statt Blaupause ist die Anpassung eines

solchen Konzeptes an individuelle Ausgangssituationen

und regionsspezifische

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Herausforderungen notwendig. Zentrale

Aspekte sind: die Identifikation von Chancen

für die Wirtschaftsstruktur; die Einsparung

von Ressourcen und Emissionen;

die Festlegung verbindlicher strategischer

Ziele für die Wirtschaftsentwicklung; die

Erarbeitung detaillierter Handlungsfelder;

die Definition konkreter Maßnahmen

für die Wirtschaftsförderung.

_GANZHEITLICHES VERSTÄNDNIS VON

NACHHALTIGER WIRTSCHAFT

Neben der Dekarbonisierung und der Senkung

des Ressourcenverbrauchs umfassen

Nachhaltigkeitsziele auch die ökonomische

und soziale Dimension der Nachhaltigkeit,

insbesondere die Entwicklung

entlang der 17 Sustainable Development

Goals der Vereinten Nationen. Die bewusste

Fokussierung auf soziale Themen

wie die Förderung einer wertorientierten

Verantwortungs- und Gemeinwohlökonomie

oder Social En-trepreneurship sorgen

dafür, dass die Profitmaximierung nicht

die einzige Grundlage unternehmerischen

Handelns ist.

Dies bewirkt nicht nur die Steigerung

der Krisenfestigkeit gegenüber disruptiven

Ereignissen und Umbrüchen, wie

etwa Strukturbrüchen und Wirtschaftskrisen,

sondern erhöht auch den unternehmerischen

Beitrag zu gesellschaftlichen

Herausforderungen – zum Beispiel

Chancengleichheit, Integration, Demographie

– und kann die Lebensqualität

sowie die Arbeitsbedingungen vor Ort

verbessern.

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Planen & Bauen

Kommunalentwicklung

Planen & Bauen

_WISSENS- UND TECHNOLOGIETRANSFER

In der Regel sind Anpassungsprozesse für

Unternehmen mit notwendigen Investitionen

und (scheinbaren) unternehmerischen

Risiken verbunden, die sich erst

langfristig rentieren. Wirtschaftsförderungen

sollten daher als Kommunikator

agieren und über die Vorteile und Chancen

einer nachhaltigen Transformation

sowie über Risiken durch die Marktentwicklungen

aufklären und mögliche Vorbehalte

abbauen.

Gleichzeitig sollten Unternehmen zur

Umsetzung nachhaltiger Innovationen

befähigt werden. Dafür sind ein effizienter

Transfer von Forschung und Innovationen

in die Unternehmen und der Aufbau

von unternehmerischem Knowhow

notwendig. Gerade die Bereiche innovativer

Materialien oder die Schließung von

(regionalen) Stoffkreisläufen bieten vielfältige

umsetzungsorientierte Anwendungspotenziale

auch für kleine und

mittelgroße Unternehmen.

Um die Möglichkeiten des Marktes kennenzulernen,

ist die Vernetzung von

Unternehmen mit Akteuren aus anwendungsbezogener

Forschung- und Entwicklung

zentraler Baustein. Zudem sind

Experimentier- und Probierräume notwendig,

in denen Unternehmen mögliche

Innovationen zunächst in einem geschützten

Umfeld ohne Konsequenzen

für den täglichen Betrieb testen können.

Regionale Innovationszentren können

dafür eine geeignete Umgebung bieten,

die eine einfache Zugänglichkeit, Synergiepotenziale

und verbesserte Vernetzung

von Akteuren gewährleisten.

_DIGITALISIERUNG ZUR VERBESSERUNG

DER NACHHALTIGKEIT

Die fortschreitende Digitalisierung von

Wertschöpfungsnetzen bietet die zweite,

in weiten Teilen parallel verlaufende

Transformation in der Wirtschaftsstruktur.

Unternehmen haben die Wertschöpfungs-

und Effizienzpotenziale digitaler

Technologien unter Einsatz künstlicher

Intelligenz längst erkannt. Hier kann

auch die Wirtschaftsförderung ansetzen:

Vernetzte und datengestützte Produktions-

und Prognoseverfahren können gerade

in energie- und ressourcenintensiven

Produktionsprozessen durch die intelligente

Optimierung von Materialeinsatz

und Prozessen – zum Beispiel durch

prädiktive Instandhaltung – den Ressourceneinsatz

deutlich reduzieren.

Zudem bietet die unternehmensübergreifende

Vernetzung von Maschinen und

Anlagen die Möglichkeit, effiziente Materialkreisläufe

zu gestalten. Damit ist sie

eine Schlüsselressource auf dem Weg zu

einer zirkulären Ökonomie.

Ein weiteres großes Potential liegt in der

Sektorenkopplung. Um die Effizienz von

Strom aus erneuerbaren Quellen zu erhöhen,

wird dieser unter Nutzung grünen

Wasserstoffs in andere Energieformen umgewandelt,

womit die Speicherung ermöglicht

wird. Die Sektorenkopplung ist damit

ein zentraler Bestandteil einer klimaneutralen

Energieproduktion, die in Verbindung

mit intelligenten kommunalen

Stromnetzen (Smart Grids) Schwankungen

der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien

ausgleicht.

Wirtschaftsförderungen können durch

die Unterstützung geeigneter Infrastruk-

Foto: Adobe Stock/Gorodenkoff

Hoher Anspruch: Zeitgemäße Arbeit soll nah an

der Forschung sein, nachhaltig und sozial.

turen wie 5G oder Smart-Grids und durch

einen verbesseren Wissenstransfer in die

Unternehmen einen wichtigen Beitrag

leisten.

_GEWERBEFLÄCHEN NACHHALTIG PLANEN

UND ENTWICKELN

War früher die kommunale Gewerbeflächenplanung

vor allem expansiv ausgelegt,

so sind heute ein nachhaltiges Flächennutzungsmanagement

und der sorgfältige

Umgang mit Ressourcen wie Boden,

Wasser und Produktionsmittel gefragt,

ohne dabei die wirtschaftliche

Weiterentwicklung zu hemmen.

„Grüne Gewerbegebiete“ sind ein wichtiges

Handlungsfeld in kommunaler Verantwortung

und bieten die Möglichkeit,

Gewerbeflächen im Einklang mit Nachhaltigkeitszielen

zu entwickeln. Dies erfordert

die strategische und integrierte

Planung von Gewerbegebieten, insbesondere

eine nachhaltige Logistik, Verkehrsund

Mobilitätsplanung – etwa überbetriebliche

Mobilitätskonzepte, eine energieeffiziente

Bebauung, integrierte Stromund

Wärmeversorgung, zum Beispiel

Photovoltaik, Nahwärmenetze, Wiedernutzung

von Abwärme, ein integriertes

Stoffstrommanagement oder die passende

Freiraumgestaltung unter Minimierung

von Bodenversiegelung.

Entsprechend gestaltete grüne Gewerbegebiete

können eine hohe Attraktivität

entwickeln, denn Unternehmen profitieren

von einer gesteigerten Ressourceneffizienz,

Synergien in der Energieversorgung

oder im Stoffstrommanagement und

vom grünen Image des Standorts. Dadurch

sind grüne Gewerbegebiete leistungsfähig

und in die Umgebung integrierbar.

VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE ZUKUNFT

Die nachhaltige Transformation der Wirtschaftsstruktur

zu einer Green Economy

ist nur einer von vielen Bausteinen auf

Deutschlands Weg zu einer klimaneutralen

und nachhaltigen Gesellschaft. Die

strategische Ausrichtung einer nachhaltigkeitsorientierten

Wirtschaftsförderung

bietet jedoch hervorragende Chancen für

Regionen und Kommunen, den Unternehmensbestand

zu sichern, neue Wachstumsimpulse

zu setzen, Krisen zu begegnen

und damit langfristig attraktive Arbeitsplätze

zu schaffen sowie zu erhalten.

Dies stellt neue Anforderungen an regionale

und kommunale Wirtschaftsförderungen,

die dadurch elementar zum

Erreichen gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsziele

und damit zum Erhalt der Lebensgrundlagen

im Sinne einer generationengerechten

Entwicklung beitragen

können.

Sven Wardenburg

31 Jahre erfolgreiche Klärschlammvererdung

Wir gratulieren der Stadt Norderney!

Die Stadt Norderney schreibt seit 1991 mit der EKO-PLANT Klärschlammvererdungsanlage

eine zukunftssichere Erfolgsgeschichte.

500.000 t Schlamminput ergaben

bei 22 Räumungen in 31 Jahren

lediglich 26.800 t Klärschlammerde

Lösungen.

Wir schaffen Lösungen in den Bereichen Immobilien,

Stadt entwicklung und Flächenmanagement.

Nachhaltig. Verantwortungsbewusst.

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Dies bedeutet Einsparungen von

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6.900 t CO 2

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von 454 t Phosphat über eine landwirtschaftliche Verwertung.

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Parlament & Verwaltung

Behördensprache

„Einfach ist oft

erstaunlich schwer“

Verständlich, modern, bürgernah – in der Verwaltungskommunikation ist das

schon mal eher Wunsch als Wirklichkeit. Aber es geht: Auf das Know-how und

die richtigen Instrumente kommt es an, so Sprach- und Textprofi Oliver Haug.

Bereits wenige Sprachregeln machen einen

deutlichen Unterschied in der Kommunikation,

so die Erfahrung des Sprachprofis – und das

Einüben kann durchaus Spaß machen.

DER AUTOR

Oliver Haug ist Geschäftsführer der spezialisierten

Kommunikationsagentur H&H Communication

Lab GmbH, Institut für Verständlichkeit.

Foto: Adobe Stock/NDABCREATIVITY

Es gibt zahlreiche Gründe, warum

Behördenkommunikation komplex,

angestaubt und missverständlich

ist. Mangelnder Wille der Akteure

gehört meist nicht dazu: Viele

Beamte und Mitarbeiter unterstützen

eine moderne Behördensprache und wollen

bürgernah schreiben. Weil sie aber

meist wenig Zeit haben, das Know-how

fehlt und die Handlungsspielräume begrenzt

sind, fällt das schwer.

Behörden- und Verwaltungskommunikation

unterliegt oft diversen Anforderungen

– und die begünstigen nicht selten das

gefürchtete Behördendeutsch. Fachliche

Komplexität, Rechtssicherheit, hohe Arbeitsauslastung,

komplizierte Kommunikationsstrukturen:

Diese Aspekte beeinflussen

die Qualität der Texte. Hinzu

kommen Anforderungen an die Kommunikation

wie das Gendern.

Schon Goethe wusste, dass eine verständliche

Sprache eine schwierige Sprache

ist – dennoch: Komplexe Sachverhalte

lassen sich verständlich und rechtsverbindlich

formulieren. Die Grundlage für

eine bürgerfreundliche Behördenkommunikation

sind Regeln und Standards für

eine verständliche und zeitgemäße Sprache:

Jede Behörde und Verwaltung sollte

ihren Sprachgebrauch daher in einem

Regelwerk festlegen, das den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern einfache und

praktische Tipps an die Hand gibt.

Bereits fünf bis zehn Schreibregeln

machen einen enormen Unterschied. Mit

einem übersichtlichen Merkblatt oder

Leitfaden hat man nicht nur ein Nachschlagewerk

zur Hand, sondern schärft

auch die Kompetenz und unterstützt den

Wissensaufbau bei den Mitarbeitenden.

Damit die Regeln und Standards angewendet

werden, müssen Mitarbeiter sensibilisiert

und von Experten geschult werden.

Gleichzeitig sollte ein pragmatischer

Ansatz verfolgt werden. Auch wenn bundesweit

einheitliche Formulare nicht mal

eben umgetextet werden können, muss

das nicht heißen, dass Briefe, Bescheide

und Internettexte einer Gemeinde genauso

schwer verständlich und unpersönlich

formuliert sein müssen. Und jede Verbesserung

der Kommunikation ist spürbar:

Sei es durch weniger Rückfragen,

schnellere Reaktionszeiten oder ein gutes

Gefühl bei den Bürgerinnen und Bürgern.

SOFTWARE KANN HELFEN

Auch wenn die Digitalisierung in vielen

Bereichen schleppend anläuft – es gibt

Softwarelösungen, die Behörden und Verwaltungen

bei der Umsetzung einer verständlichen,

modernen und bürgernahen

Sprache unterstützen. Dazu zählt die Software

TextLab, die von Behörden wie der

Stadt Wiesbaden, dem Innenministerium

Baden-Württemberg oder dem Justizministerium

Niedersachsen eingesetzt wird.

Die Software hilft per Mausklick, verständlich,

modern und bürgernah zu texten.

Dabei erhalten Nutzer praktische Hinweise

und Tipps zu allen Problemen und

Herausforderungen, die im Text auftauchen

können: lange Schachtelsätze, passiver

Sprachstil, negative Wortwahl, Substantivierungen,

Gendern und viele weitere

Barrieren für wirkungsstarke Texte.

Auch wenn verständliche, moderne

und bürgernahe Behördensprache in der

Praxis nicht immer einfach zu realisieren

ist – mit dem richtigen Know-how und

geeigneten Instrumenten kann Kommunikation

dennoch sehr gut gelingen.


Oliver Haug

42 der gemeinderat 10/22

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Neubaugebieten.


NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Planen & Bauen

Modulares Schulgebäude

Intelligent entwässern

So festlich beleuchtet wie in den vergangenen Jahren (hier auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt) soll es auch jetzt wieder werden, dafür plädiert Axel

Reeger. Möglich sei das trotz Energiekrise, weil LED-Lichtpunkte wenig Strom verbrauchen.

Innenstädte

„Dem Handel gehen die Lichter aus“

Foto: Reeger

Foto: Alho

Vor Kurzem hat das Unternehmen Alho

in Berlin-Schönefeld eine modulare

Grundschule nach dem Clusterprinzip

fertiggestellt, in Zusammenarbeit mit

dem Architekturbüro Nak. Die zehn Klassenzimmer

wurden in fünf Cluster aufgeteilt.

Dabei besteht jedes Cluster aus

zwei Klassenräumen, einem Differenzierungs-

beziehungsweise Gruppenraum

und dem zentralen Forum, in dem sich

die Schüler unter anderem klassenübergreifend

treffen können.

Alle drei Geschosse des Neubaus wurden

in Modulbauweise erstellt – mit insgesamt

42 im Werk vorgefertigten Raummodulen.

Das Erdgeschoss weicht an einer

Stirnseite unter die beiden Obergeschosse

zurück und schafft dort eine rund

240 Quadratmeter große überdachte Pausenfläche,

die es zuvor auf dem Schulgelände

noch nicht gab.

www.alho.com

In Berlin-Schönefeld wurde eine Grundschule nach dem Clusterprinzip realisiert: Sie bietet den

Schülern eine durchdachte Lernlandschaft in abwechslungsreicher Architektur.

Auf der diesjährigen Fachmesse GaLaBau

hat das Unternehmen Aco Tiefbau die

Drain Box vorgestellt. Dabei handelt es

sich um ein smartes Entwässerungskonzept,

das nach Unternehmensangaben

aktiv zur Starkregenvorsorge beiträgt. Mit

Hilfe der Aco Drain Box können nicht nur

die sogenannten neuralgischen Punkte in

der Straßenentwässerung entschärft werden.

Sie kann auch als wichtiger Baustein

für ein zukunftsorientiertes Regenwassermanagement

fungieren.

Beispielsweise kann die Drain Box an

eine Baumrigole angeschlossen werden.

Auch das Versickern von Niederschlagswasser

in einer Grünanlage ist auf diese

Weise möglich. Die Aco Drain Box wurde

unter anderem mit der GaLaBau-Innovations-Medaille

2022 ausgezeichnet. Außerdem

hat sie bereits den diesjährigen

Innovationspreis auf der InfraTech-Messe

erhalten.

www.aco-tiefbau.de/drainbox

Angesichts hoher Energiekosten sollten sich Kommunen die Weihnachtsbeleuchtung

sparen – das ist immer öfter zu hören. Axel Reeger hält dagegen:

Das würde zu Lasten des ohnehin stark gebeutelten Einzelhandels gehen.

Alle reden von der Energiekrise –

gemeint ist die Knappheit von Öl

und Gas, die hierzulande fast ausschließlich

zur Wärmeerzeugung, nicht

jedoch zur Stromgewinnung benötigt

werden. Meist werden aktuell aber alle

Ressourcen in einen Topf geworfen und

jeder zu einem Sünder erklärt, der es

warm oder hell haben möchte.

Wer für „Beleuchtung – nein danke!“

plädiert, verkennt die Wirkung von Licht.

In den tristen Spätherbst- und Wintermonaten

erhellen illuminierte Schaufenster,

stimmungsvoll beleuchtete Straßenzüge,

edel beleuchtete Fassaden und festlich

strahlende Weihnachtsmärkte die Gemüter

der Passanten. Ein Verzicht auf die in

der ungemütlichen Jahreszeit so wichtigen

Lichtinstallationen schaltet jeder Innenstadt,

jeder Einkaufspassage, jedem

Shopping-Center die Lebensader aus.

Der ohnehin durch Corona-Beschränkungen

und Onlineangebote stark gebeutelte

Einzelhandel wird weiter geschwächt

– und zwar grundlos. Das Statistische

Bundesamt (Wiesbaden) meldete für das

Jahr 2021, dass erneuerbare Quellen, Kohleverstromung

und Kernspaltung 80 Prozent

der Bruttostromerzeugung ausmachen.

Gas trägt hingegen im Jahresdurchschnitt

nur mit 15 Prozent an der Gewinnung

elektrischer Energie bei (Bruttostromerzeugung

2020 – Statistisches

Bundesamt, destatis.de).

Trotz verringerter Gaslieferungen aus

Russland bleibt die Kostensteigerung für

Strom daher moderat: Die durchschnittliche

Kilowatt-Stunde (kWh) wird derzeit

mit 37,14 Cent gerechnet (Strompreisentwicklung

2022: Preis pro kWh steigt weiter,

web.de). Gleichzeitig ist die Verbrauchsleistung

unserer Illuminationsartikel

weiter gesunken. Eine professionelle

Lichterkette mit 120 LED-Lichtpunkten

gibt es bereits mit einer Leistung

von 8,4 Watt. Sie erreicht also erst nach

einer Rund-um-die-Uhr-Leuchtdauer von

fünf Tagen einen Stromverbrauch von

einer Kilowatt-Stunde.

Für mich heißt das ganz klar: Stadtverwaltungen,

Gemeinderäte, Einzelhändler

und Immobiliendienstleister sollten ungeachtet

politischer Nebelkerzen helle

sein und die Menschen nach Einbruch der

Dämmerung nicht im Dunkeln stehen

lassen.


Axel Reeger

DER AUTOR

Axel Reeger ist Geschäftsführer des

Licht- und Dekorationsspezialisten Reeger

GmbH mit Sitz in Bochum.

Die öffentliche Toilette als Teil

ästhetischer urbaner Gestaltung

• BARRIEREFREI nach DIN 18040

• GERUCHSFREI aufgrund des permanenten Luftaustauschs

• IMMER SAUBER weil automatisch gereinigt, desinfiziert und getrocknet

• EINSPARUNG bei Reinigungskosten und Verbrauchsmaterial

44 der gemeinderat 10/22


Umwelt & Verkehr

Der nächste Winter kommt auf jeden

Fall: Der VKU unterstützt dabei, Geräte

und Streugut den aktuellen Normen und

Empfehlungen anzupassen.

DER AUTOR

Dr.-Ing. Horst Hanke ist Vorsitzender

des Fachausschusses Winterdienst im

Verband kommunaler Unternehmen e.V.

(VKU).

Winterdienst

Vorbereitet auf

glatte Straßen

Wann, was und wie soll man streuen? Was ist zu beachten, wenn Schnee

und Eis den Verkehr lahmlegen oder zum Unfallrisiko werden könnten?

Horst Hanke stellt Arbeitshilfen für den Winterdienst vor.

Der Fachausschuss Winterdienst im

Verband kommunaler Unternehmen

e.V. (VKU) beobachtet und

steuert die Entwicklung im Winterdienst,

sowohl in der Praxis als auch in der Forschung.

Dabei ist seine Aufgabe nicht nur,

Impulse für die Weiterentwicklung des

Winterdienstes zu geben, sondern auch,

die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen

praxisgerecht aufzubereiten und

den Praktikern in Ländern und Kommunen

als Hilfestellung an die Hand zu

geben.

Hier in „der gemeinderat“ werden die

in jüngerer Zeit herausgegebenen Praxishilfen

vorgestellt. Im Sinne eines effektiven

und nachhaltigen Winterdienstes

sollten sie von den Praktikern genutzt

werden.

Für den Winterdienst gibt es nur wenige

rechtliche Grundlagen, und dort sind

die Anforderungen nur abstrakt beschrieben

– genaue Vorgaben für die Organisation

und Durchführung des Winterdienstes

sowie für die Anwendung der Streustoffe

existieren nicht. Allerdings stützt

sich die Rechtsprechung bei der Beurteilung

des Winterdienstes auf sogenannte

„anerkannte Regeln der Technik“, das

heißt auf fachliche Regelwerke.

Das maßgebliche Regelwerk für den

Bereich des Winterdienstes ist das „Merkblatt

für den Winterdienst auf Straßen“,

das von der Forschungsgesellschaft für

Foto: Adobe Stock/Milan

Straßen- und Verkehrswesen im Jahr

2020 neu herausgegeben und vom Bundesverkehrsministerium

(BMDV) eingeführt

wurde. Neben Empfehlungen zur

Organisation und Durchführung des

Winterdienstes enthält es Vorgaben, wie

die Streustoffe anzuwenden und zu dosieren

sind. Wesentlich ist dabei eine Tabelle,

die für die verschiedenen Wetterlagen

und Straßenzustände konkrete

Vorgaben für die anzuwendenden Streudichten

gibt.

Diese Empfehlungen sollten unbedingt

beachtet und im praktischen Winterdienst

umgesetzt werden. Dabei ist die

Anwendung von Feuchtsalz heute Standard

– eine Trockensalzstreuung entspricht

nicht mehr dem Stand der Technik.

In der Weiterentwicklung der Streutechnik

gibt es eine zunehmende Tendenz

zur vorbeugenden Streuung mit Anwendung

der Flüssigstreuung bei bestimmten

Wetterlagen.

WINTERDIENST FÜR DEN RADVERKEHR

Der Radverkehr boomt in jüngster Zeit

vor allem in den Kommunen. Immer mehr

Radfahrende sind auch im Winter unterwegs,

ein Winterdienst ist damit für den

Radverkehr erforderlich – auch aus rechtlichen

Gründen (Streupflicht). Daher hat

unser Fachausschuss aktuell Empfehlungen

herausgegeben, wie der Winterdienst

organisiert und durchgeführt werden

sollte: Informationsschrift 99 des VKU

„Winterdienst für den Radverkehr“.

Bei der Auswahl und Beschaffung der

Streustoffe ist es wichtig, auf Qualität,

Umweltfreundlichkeit und Wirksamkeit

zu achten. Hierzu existiert eine europäische

Norm (DIN EN 16811), in der die Anforderungen

beschrieben sind. Ein Hinweispapier

für die Praktiker gibt Empfehlungen

für die Beschaffung und den Einsatz

der Streustoffe einschließlich auch

abstumpfender Streustoffe („Hinweise für

die Beschaffung von tauenden und abstumpfenden

Streustoffen für den Winterdienst“,

HBeStreu, 2017).

Bei der Lagerung und Beladung von

Streustoffen gibt es verschiedene Systeme

und Techniken, insbesondere sind hier

Silo- und Hallenlagerung zu nennen. Die

Entscheidung für das einzusetzende System

hängt von den örtlichen Rahmenbedingungen

und Anforderungen ab. Auf

Basis einer umfassenden Untersuchung

wurde hierfür ein Arbeitspapier erstellt,

das Hinweise und Empfehlungen für die

Auswahl und die Bemessung der Systeme

gibt, das heißt auch Bauformen von Silos

und Hallen („Hinweise für die Lagerung

und Beladung von Streustoffen für den

Winterdienst“, HLaStreu, 2020).

Ergänzend zur Lagerung von festen

Streustoffen sind für die Feuchtsalz- und

Flüssigstreuung auch Soleanlagen erforderlich,

mit deren Hilfe Salzlösung hergestellt

und gelagert werden kann. Hierfür

gibt es ein neues Hinweispapier: „Hinweise

für die Beschaffung und den Betrieb

von Soleanlagen für den Winterdienst“,

HSolA, 2022.

Für die Beschaffung von Fahrzeugen

und Geräten für den Winterdienst existieren

verschiedene europäische Normen,

die beachtet werden sollten. Da sie relativ

abstrakt sind, wurden auf Basis der Normen

Hinweispapiere herausgegeben, die

für die Praktiker bei der Beschaffung und

der laufenden Prüfung der Fahrzeuge und

Geräte Hilfestellung bieten: Hinweise für

Beschaffung und Einsatz von Fahrzeugen

und Geräten im Straßenbetriebsdienst,

Teil 1: Schnittstellen, Teil 2 Schneepflüge,

Teil 3 Streugeräte. Horst Hanke

STRASSEN-WETTER-

INFORMATIONEN

Für den Winterdienst sowie dessen

rechtzeitige und adäquate Durchführung

sind gute Informationen über Straßenzustand

und Wetterentwicklung von

entscheidender Bedeutung. Dabei ist

die richtige Umsetzung der Wetterinformationen

in den praktischen Winterdienst

wichtig, wozu auch eigene

Wetterstationen beitragen können.

Empfehlungen für den Einsatz solcher

Systeme und die Umsetzung im Winterdienst

gibt ein entsprechendes Hinweispapier:

„Hinweise für Planung, Einrichtung

und Betrieb von Straßenzustandsund

Wetter-Informations-Systemen“,

H PEB SWIS, 2019.

MÄHTECHNIK

GIESS- UND WASSERTECHNIK

KEHRTECHNIK

UNKRAUTBESEITIGUNG

LAUB- UND ABFALLBESEITIGUNG

WINTERDIENST

INNOVATIVE TECHNIK SONDERLÖSUNGEN

für jede JAHRESZEIT

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Umwelt & Verkehr

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

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Advertorial

Wassertechnik für alle Lkws

Mit den Tanksystemen der Firma Fiedler

finden Kunden dank der flexiblen Kaskadenbauweise

nicht nur im Kompaktfahrzeug-

und Traktorbereich eine passende

Lösung für Bewässerung und Straßenreinigung.

Mit der Baureihe von 5100l

bis 17.600l realisiert das Unternehmen

auch Anlagen mit großem Volumen passend

für jedes Fahrgestell. Der Aufbau

erfolgt entweder direkt auf den Fahrzeugrahmen

oder auf die am Markt gängigen

Wechselsysteme. Das ermöglicht die variable

Konfiguration und optimale

Nutzung der verfügbaren Nutzlast von

jedem LKW.

Neben den auswählbaren Volumen

sind eine Vielzahl an Pumpenvariationen

lieferbar zwischen 5 bar bis 350 bar. Die

Nieder-, Mittel- und Hochdruckpumpen

können direkt über die Fahrzeughydraulik

(das ebenfalls von Fiedler realisiert

Die Tanksysteme von Fiedler können mit einem

Schwemmbalken versehen werden.

wird) oder über einen Verbrennungsmotor

betrieben werden.

Um die Tanksysteme optimal in die

tägliche Arbeit zu integrieren, gibt es

neben Handlanzen eine Vielzahl an weiteren

Anbaugeräten. So zum Beispiel

Schwemmbalken mit Arbeitsbereichen

zwischen 2,50 bis 3 Meter, welche wahlweise

teleskopierbar erhältlich sind, um

eine kompakte Bauweise zu realisieren.

Ein weiteres Gerät ist der Gießarm, wahlweise

hydraulisch oder elektrisch angetrieben.

Hier sind ebenfalls verschiedene

Varianten verfügbar mit Auslageweiten

zwischen 3,5 bis 6 Meter.

Da die Tanksysteme universal gehalten

sind, können Soleanlagen in Wechselnutzung

zu betreiben, meldet der Hersteller.

So kann dieselbe Anlage im Winterdienst

mit einem Solesprühbalken betrieben

werden und im Sommereinsatz mit einem

der Frontanbaugeräte. Das ermöglicht

einen effektiven Einsatz der vielfältigen

Tanksysteme im ganzjährigen Einsatz.

www.fiedler-maschinenbau.de

Als erster namhafter Lkw-Hersteller kann Volvo Trucks serienmäßig schwere Elektro-Lkw anbieten.

Die Saubermänner räumen auf

Amphibien retten

Amphibienleiteinrichtungen schützen Kröten,

Molche und Frösche vor dem Tod auf der Straße.

Die durch den Klimawandel verursachten

Wetterumschwünge setzen der Tierwelt

erheblich zu. Extremwetterereignisse wie

lange Trockenperioden bedrohen ihren

Lebensraum massiv. Um die hiesige Artenvielfalt

zu schützen, ist es daher bewichtig,

sie vor möglichen Gefahren auf

dem Weg zu den Laichgewässern zu bewahren.

Amphibienleiteinrichtungen von

Blömen VuS ermöglichen ein gefahrloses

Überqueren von Straßen und schützen

Amphibien so vor dem Tod im Straßenverkehr.

Denn oft endet für Kröten, Molche

und Frösche der Weg zu ihren Laichgewässern

mit dem Tod.

Vor diesem Hintergrund helfen gezielte

Schutzmaßnahmen, dem drastischen

Rückgang des Amphibienbestandes entgegenzuwirken.

Als fester Bestandteil des

vorausschauenden Straßenbaus können

Leitanlagen dazu beitragen, örtliche Populationen

zu retten. Blömen VuS aus

Gescher verfügt nach eigenen Angaben

über jahrzehntelange Expertise im Bereich

des Umwelt- und Artenschutzes und

bietet mit Amphi Guard sowohl stationäre

als auch mobile Lösungen an.

Dabei reicht das Produktportfolio von

der witterungsbeständigen Amphibienleitwand,

die einen dauerhaften Schutz

bietet, bis zu intelligenten, mobilen

Schutzzäunen. Letztere werden saisonal

und speziell für die Hauptwanderungszeit

von Kröten und anderen Amphibien

installiert. Neben der Beratung und Planung

zu den geeigneten amphibien- und

kleintiergerechten Schutzmaßnahmen

übernehmen Montageteams von Blömen

VuS auch die fachgerechte Installation.

www.bloemen-vus.de

Fotos: Fiedler, Blömen VuS

Ganzjährig im Einsatz

Auf der diesjährigen GaLaBau hat das

Unternehmen Daimler Truck seine neuen

Unimog-Geräteträger für die professionelle,

umweltfreundliche Straßenunterhaltung

vorgestellt. Dazu gehört unter

anderem das Modell U 219. Es ist insbesondere

auf die Bedürfnisse von Kommunen

und kleineren Unternehmen zugeschnitten.

Dazu zählt eine saisonübergreifende

Einsatzmöglichkeit, um eine

möglichst hohe Auslastung und damit

wirtschaftliche Betriebsbedingungen des

Fahrzeugs sicherzustellen.

Das Ausstellungsfahrzeug auf der Ga-

LaBau war mit einem Feuchtsalz-Streuautomat-Aufbau

von Bucher und einem

Mulag-Ausleger mit Heckenschneider an

der Front ausgestattet. Beim Streuautomaten

handelte es sich um einen Yeti W16

mit 1,6 m³ Trockenstoffvolumen und

640 l Solevolumen. Damit ist die Anlage

für das FS-30-Streuverfahren ausgelegt.

Der U 219 kann sowohl im Sommer und

im Winter als auch in den Übergangszeiten

zum Einsatz kommen, dank einer

Auswahl von mehr als 20 Arbeitsgeräten.

www.daimlertruck.com

Abgasfrei gehen Elektro-Lkw von Volvo Trucks

auf Schleichfahrt durch die Stadt und übernehmen

Entsorgungsaufträge. Nach den elektrifizierten

Volvo FL und FE stellen ab sofort

auch die Schweren ihr Können unter Beweis.

Besonders in der Entsorgungslogistik können

E-Lkw auftrumpfen. Sie sammeln abgasfrei und

leise Müll oder Bauabfälle ein und führen die

Reststoffe der Kreislaufwirtschaft zu. Seit 2019

verkauft Volvo Trucks vollelektrische Serienmodelle,

die ihr Können als Abroller, Absetzer oder

Müllsammler längst unter Beweis stellen. Auf

Basis von Volvo FL Electric und Volvo FE Electric

sind sie mit bis zu 16 oder 27 Tonnen Gesamtgewicht

unterwegs und schaffen mit einer Akkuladung

bis zu 300 Kilometer. Jetzt bekommen

sie Verstärkung. Mit großen Kabinen, passendem

Aufbau und bis zu 666 PS gehen künftig

auch drei schwere Elektromodelle von Volvo

kaum hörbar zu Werke, um umweltschonend

Reststoffe jeglicher Couleur zu beseitigen.

Die batterieelektrischen Volvo FM, FMX und

FH werden bereits in Serie produziert und kommen

ab diesem Herbst zu den Kunden. Spätestens

ab 2023 sind sie in Baustellen, Recyclinghöfen

und Abfallwirtschaftsbetrieben zu finden.

Die neue E-Flotte mit Radformeln von 4x2 bis

8x4 und bis zu 44 Tonnen Gesamtgewicht basiert

auf identischer Plattform wie ihre Dieselgeschwister.

Zwei Fahrgestellhöhen und mehrere

Radstände von 3,80 bis 6,70 Meter erhöhen

die Variantenvielfalt.

Den Antrieb übernehmen Elektromotoren, die

auch in der mittelschweren Lkw-Reihe ihren

Dienst tun. Für die schweren Stromer schaltet

Volvo je nach Anforderung zwei oder drei dieser

E-Motoren zusammen. Dadurch ergibt sich eine

kombinierte Elektromotorleistung von 330 oder

490 kW (450 oder 666 PS) im Dauerbetrieb.

Für ein Drehmoment bis zu 28.000 Nm an den

Antriebsrädern greifen die Schweden auf das

bewährte I-Shift-Getriebe mit zwölf Gängen und

intelligenter Schaltstrategie zurück.

Drei unterschiedliche Nebenantriebe für die

elektrifizierten Zwei-, Drei- und Vierachser gewährleisten

den sicheren Betrieb der jeweils

aufgebauten Müllsammler, Absetz-, Abroll- oder

Krankipper. Ihre Hydraulikpumpe treibt wahlweise

ein rein elektrischer Nebenantrieb mit

40 kW, ein elektromechanischer mit 70 kW oder

ein getriebeseitiger Antrieb mit 150 kW an. Die

gesamte Antriebstechnik sowie die bis zu drei

Tonnen schweren Fahrakkus sind im Chassis

untergebracht. Das sorgt für einen tiefen

Schwerpunkt, gleichmäßige Lastverteilung und

hervorragende Straßenlage.

Volvo Trucks stattet die FH, FM und FMX Electric

mit Traktionsbatterien auf Lithium-Ionen-Basis

aus, die eine Lebensdauer von acht bis zehn

Jahren besitzen. Zwei bis sechs Energiespeicher

mit je 90 kWh Kapazität lassen sich am Lkw

unterbringen. Die maximale Pufferkapazität von

540 kWh in Summe erlaubt je nach Wetter, Topografie,

Beladung, Rekuperation und Fahrverhalten

Tagesreichweiten von rund 500 Kilometer

mit einmaligem Zwischenladen in der gesetzlich

vorgeschriebenen Pause nach 4,5 Stunden

Fahrzeit.

Durch das Schnellladen mit Gleichstrom bei

250 kW brauchen die leergefahrenen E-Trucks

von Volvo maximal 90 Minuten am Netz, um

wieder mindestens 80 Prozent ihrer Batteriekapazität

zu erreichen. Alternativ kann das Nachladen

der Stromspeicher langsam und schonend

in acht bis zehn Stunden über Nacht mit

Wechselstrom bei maximal 43 kW erfolgt. Für

die Fahrenden von FH, FM und FMX Electric gibt

es mehr Auswahl an Kabinen als bei den mittelschweren

E-Lkw. Vom niedrigen Standard-Tagesfahrerhaus

bis hin zur großen Globetrotter XL-

Kabine für den Fernverkehr sind alle Varianten

verfügbar. Komfortabel ausgestattet erleichtern

sie den Fahrenden das Leben und Arbeiten im

und mit dem E-Lkw.

Volvo Group Trucks Central Europe GmbH

Oskar-Messter-Str. 20

85737 Ismaning

Tel.: 089 80074-0

E-Mail: online-communications@volvo.com

www.volvotrucks.de

48 der gemeinderat 10/22


Extra

Infektionsschutz

Schützen Sie

sich vor

Viren!

Das Klärwerk als wichtige Fundgrube: Im Abwasser lassen sich Corona- ebenso wie andere Viren feststellen – und das kann helfen, mit den Infektionsgeschehnissen

umzugehen.

MEDIENQUELLEN:

CORONA UND DAS OKTOBERFEST

www.augsburger-allgemeine.de/bayern/

corona-pandemie-die-inzidenzen-rundum-muenchen-steigen-ist-das-diewiesn-welle-id64183626.html

www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/

lage-angespannt-so-viele-corona-positive-patienten-in-kreisklinik-wienie-91836107.html

www.t-online.de/region/muenchen/

id_100062328/corona-welle-ueberrollt-muenchen-kliniken-nach-oktoberfest-unter-druck.html

Infektionszahlen

„Viren-Vorhersagen

wie beim Wetter“

Mit Hilfe von Abwassermonitoring kann man Trends im Rahmen eines Infektionsgeschehens

bis zu zehn Tage vorhersagen. Was das bringt, erklären die Molekularbiologen

Markus Landthaler und Emanuel Wyler.

Corona ist in den Hintergrund getreten,

bleibt aber ein Thema. Was erwarten Sie

für den Herbst?

Markus Landthaler: Die Corona-Lage hat sich

in den letzten zweieinhalb Jahren stetig

verbessert, vor allem, weil immer mehr

Menschen eine gewisse Immunität durch

Impfung und Infektionen haben. Corona

ist aber nach wie vor eine Belastung für

die Allgemeinheit – allein schon deshalb,

weil Infizierte nicht an den Arbeitsplatz

gehen können oder einen Arzt aufsuchen

müssen. Wenn viele Menschen infiziert

sind, wie jetzt in Bayern – eventuell im

Nachgang zum Oktoberfest – fehlt es in

Krankenhäusern oder im öffentlichen

Verkehr an Personal, und das kann gravierende

Auswirkungen haben. Zudem

sind jetzt ebenfalls Erkältungsvi-

Foto: Adobe Stock/Jan

ENITEK Luftreiniger

SARS-CoV-2 Virenreduktion

von mehr als 99,99%!

Wirksam gegen:

Viren, Bakterien,

MRSA-Keime,

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Viren, Bakterien uvm. − in der Luft und auf Oberflächen.

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50 der gemeinderat 10/22


Extra

Infektionsschutz

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ren verstärkt im Umlauf, aktuell etwa

Rhinoviren. Welche Coronavarianten in

diesem Herbst und Winter dazukommen

werden, ist noch nicht ganz absehbar.

Ebenso, was passiert, wenn die Infektionen

mit Influenzaviren dazukommen.

rufen kann. Für Deutschland ist das geplant.

Es sind viele Akteure involviert,

nicht zuletzt drei Ministerien, entsprechend

sind die Entscheidungsprozesse

kompliziert.

Prof. Dr. Markus Landthaler leitet die

Arbeitsgruppe RNA Biologie und Posttranscriptionale

Regulation am Max-

Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

in der Helmholtz-Gemeinschaft

in Berlin.

Dr. Emanuel Wyler ist Postdoc in der

Arbeitsgruppe RNA Biologie und Posttranscriptionale

Regulation am MDC.

Foto: Felix Petermann/MDC Foto: Pablo Castagnola/MDC

Sie sind im Bereich der Hoch-Durchsatz-

Sequenzierung tätig und setzen sie für

Abwassermonitoring ein. Was kann das

für den Umgang mit SARS-CoV-2 leisten?

Landthaler: Auch wenn man geimpft ist,

kann man sich infizieren und andere

anstecken – oft merkt man das aber

nicht, weil man keine Symptome hat. Im

Abwasser sind die Viren nachweisbar.

Mehr noch: Man kann Verläufe sieben

bis zehn Tage im Voraus erkennen – also

ob die Zahlen in einer Stadt oder Region

nach oben oder wieder nach unten gehen.

Es ist eine grobe Einschätzung,

macht aber Trends sichtbar. Die Sequenzierungen

zeigen dazu noch an, welche

Virusvarianten unterwegs sind. Damit

kann man einschätzen, wie wirksam die

aktuellen Impfstoffe sind und wie sie für

die nächste Runde angepasst werden

sollen.

Was bringen solche eher groben Einschätzungen?

Emanuel Wyler: Bei vielem, was man jetzt

unternimmt oder unternehmen sollte,

geht es um diejenigen, die besonders

vulnerabel sind: Wir müssen weiterhin

ältere Menschen und Schwerkranke

schützen. Mit Blick auf das Abwassermonitoring

heißt das: Wenn in einer Region

die Zahl der Infizierten steigt, kann die

Gemeinde Maßnahmen ergreifen. An der

University of San Diego in Kalifornien

zum Beispiel wird das bereits so genutzt:

Dort entscheidet man je nach den Daten

aus dem Abwassermonitoring, ob Veranstaltungen

wie geplant in persona nur

online stattfinden.

Kann man das Abwassermonitoring so

auch bereits in Deutschland einsetzen?

Wyler: Technisch ist das möglich. In Österreich

und in der Schweiz gibt es

bereits Websites, auf denen man die Ergebnisse

von Abwassermonitorings ab-

Was erwarten Sie für die Zukunft?

Landthaler: Vermutlich wird es eines Tages

mit dem Abwasser so sein wie beim

Wetter: Man schaut sich Trends und Vorhersagen

online an – und Kommunen

oder auch Bürger können dann entscheiden,

wie sie damit umgehen. Zum Beispiel,

ob wieder Masken getragen werden

sollen. Oder man kann für sich entscheiden,

ob man besser zu Hause bleibt,

wenn das Risiko der Ansteckung gerade

wieder steigt.

Wyler: Vermutlich wird das Abwassermonitoring

in Zukunft auch über SARS-

CoV-2 hinausgehen. Die Kosten sind fast

gleich, ob man ein Virus untersucht oder

mehrere, so dass man Rhino- oder Influenzaviren

dazunehmen kann. Interessant

kann das ebenfalls für Antibiotikaresistente

Bakterien sein. Oder auch für

die Landwirtschaft, mit der Vogelgrippe

oder der Schweinepest.

Was empfehlen Sie Kommunen?

Landthaler: Wir am Max Delbrück Center

halten das Abwassermonitoring für ein

wirksames Instrument im Umgang mit

Viren – unsere Empfehlung ist, es zu

nutzen.

Wyler: Bedenken sollte man dabei, dass

die Situation sich grundlegend verändert.

In den vergangenen Jahrzehnten

hatten wir – in Nord- und Westeuropa!

– neben HIV kaum größere Probleme mit

Infektionskrankheiten. Die verbesserte

Hygiene und die im 20. Jahrhundert etablierten

Impfungen haben für diese relativ

entspannte Phase eine wichtige Rolle

gespielt. Aber diese für uns guten Zeiten

sind möglicherweise vorbei. Der Klimawandel

spielt eine Rolle, da mit höheren

Temperaturen Mikroben-übertragende

Mücken sich ausbreiten. Dasselbe geschieht

in Folge des globalen Amphibiensterbens,

das wir zurzeit erleben. Und

mit der nach wie vor zunehmenden Globalisierung

verbreiten sich Krankheitserreger

weltweit schneller.


Interview: Sabine Schmidt

Foto: Rentokil Initial GmbH & Co. KG

Rentokil Initial bietet für jeden Raum das passende Luftdesinfektionsgerät.

Hygienestandards einhalten und Energie sparen

Die kalte Jahreszeit beginnt und damit steigen diesmal nicht nur die Corona-Infektionszahlen:

Zusätzlich spüren Bürger und Staat auch die Energiekrise immer stärker. Um Ansteckungen zu

verhindern, sind hohe Hygienestandards und Schutzmaßnahmen erforderlich – insbesondere im

öffentlichen Umfeld mit teils großem Besucherverkehr. Für eine sichere und saubere Luft eignet

sich der Einsatz von professionellen Luftfiltergeräten. Hier bieten die Spezialisten von Rentokil

Initial (Köln) mit ihrer VIRUSKILLER-Produktfamilie für jeden Raum und Einsatz das passende

Luftdesinfektionsgerät.

Aufgrund der zunehmend niedrigen Temperaturen

steigt aktuell wieder das Ansteckungsrisiko

für Covid-19. Dabei bergen unzureichend belüftete

Räume die Gefahr, Krankheitserreger rasch

durch kontaminierte Luft zu übertragen. Eine

notwendige Sicherheitsmaßnahme ist daher der

Einsatz von Luftfiltergeräten und -reinigern. Neben

einer Verbesserung der Luftqualität, kann

so wirksam einer Infektion vorgebeugt werden.

Optimale Sicherheit für jeden Raum

Die Profis von Rentokil Initial (Köln) bieten im

Bereich der Lufthygiene – neben Duftspendern

– auch Luftreiniger und Luftdesinfektionsgeräte

an. Letztere sind unter der VIRUSKILLER-Produktfamilie

zusammengefasst. Um eine Ansteckung

zu verhindern, können diese Geräte bis zu

99,9999 Prozent der Krankheitserreger in der

Luft filtern und töten. Im unteren Bereich des

Gerätes wird die kontaminierte Umgebungsluft

angesaugt, ehe sie in der UV-C-Reaktorkammer

mit ultraviolettem Licht desinfiziert und gefiltert

wird. Dank Aktivkohle- und HEPA-H13-Filter werden

zusätzlich Allergene und Partikel entfernt,

bevor die Umgebungsluft zurück in den Raum

geleitet wird. So entsteht ein Luftstrom, der die

Raumluft permanent filtert und dekontaminiert.

Egal ob in Großraumbüros, Bildungs- und

Pflegeeinrichtungen, Klassenzimmern, Praxen

oder am Arbeitsplatz – für jeden Raum gibt es je

nach Einsatzbereich und Größe ein geeignetes

Luftdesinfektionsgerät. Für große Räume von bis

zu 165 Quadratmetern eignet sich beispielsweise

der „VIRUSKILLER 102“ ideal. Eine optimale

Luftaufbereitung für mittelgroße Räume

von bis zu 60 Quadratmetern bietet der „VIRUS-

KILLER 401“. Als Ergänzung auf kleinen Flächen

und für den gezielten Schutz einer Einzelperson

empfiehlt sich das Tischgerät „Hextio“ von Rentokil

Initial.

Gut geschützt gegen Infektionen

Angesichts der zunehmend spürbaren Energiekrise

ist Energiesparen aktuell wichtiger denn je.

Um aus Kostengründen nicht auf einen hohen

Hygienestandard verzichten zu müssen, bieten

die VIRUSKILLER-Luftdesinfektionsgeräte verschiedene

Lösungen: Neben ausschaltbaren

LED-Lampen, kann mit einer Timer-Funktion die

Nutzungsdauer eingestellt werden – ein unbeabsichtigtes

Weiterlaufen des Filtergerätes ist

damit ausgeschlossen. Darüber hinaus können

Nutzer die Lüftergeschwindigkeit einstellen. Indem

diese Stufen individuell angepasst werden,

kann je nach eingestellter Stärke des Virusfilters

unterschiedlich viel Energie eingespart werden.

Zudem gilt es das passende Gerät für die jeweilige

Raumgröße auszuwählen. Das reduziert den

Stromverbrauch ebenfalls spürbar.

Weitere Informationen zu den VIRUSKILLER-

Luftdesinfektionsgeräten erhalten Hygieneprofis

und Gebäudebetreiber unter

Telefon 0800 49 44 363

oder im Internet unter www.initial.com/de/

(Rubrik „Lufthygiene“).

Rentokil Initial GmbH & Co. KG

Tel.: 0800-6060000

www.initial.com/de/

Ein Unternehmen der Rentokil Initial

52 der gemeinderat 10/22


Extra

Infektionsschutz

Extra

DER AUTOR

Uwe Jansen ist Geschäftsführer der

Enilux GmbH.

Luftreinigung

Raumfahrttechnik

gegen Viren & Co.

Ursprünglich wurde ActivePure von der NASA für die Internationale Raumstation

(ISS) entwickelt, berichtet Uwe Jansen. Er erklärt, wie die neue Technologie

jetzt auch in Luftreinigungsgeräten eingesetzt wird.

Die neuartige Technologie zur Luftund

Oberflächenreinigung arbeitet

äußerst schnell und effizient,

ist leise im Dauerbetrieb und sehr wartungsarm

– sie setzt neue Maßstäbe in

Effizienz und Geschwindigkeit bei der

Luft- und Oberflächenreinigung. Wirksam

ist ActivePure unter anderem gegen:

_ Viren (auch Sars-CoV-2)

_ Bakterien

_ MRSA-Keime

_ Pollen und Allergene

_ Schimmelsporen

_ Rauch und Gerüche

Die Vorgabe in der Technischen Regel des

VDI (VDI-EE 4300, Blatt 14:2021-09) besagt,

dass mobile Luftreiniger 90 Prozent

der luftgetragenen Viren innerhalb von

30 Minuten reduzieren müssen. Mit der

neuen Technologie gelingt unseren Eni-

Foto: Adobe Stock/Mathias Weil

Technologie, die für den Weltraum entwickelt wurde, kann auch für den Einsatz auf der Erde

nützlich sein.

tek-Luftreinigern aber bereits nach ein bis

drei Minuten eine Reduktion von nahezu

100 Prozent, das heißt: Schadstoffe sind

im Test nicht mehr nachweisbar (Testergebnis

von März 2022).Mehr Zeit wird für

Oberflächen gebraucht: Für eine effektive

Erstreinigung wird ein Einsatz von etwa

sieben bis acht Stunden empfohlen.

Anders als bei passiven Luftfiltern suchen

die ActivePure-Moleküle aktiv Viren,

Bakterien und andere Pathogene direkt

in der Luft sowie auf Oberflächen

und neutralisieren sie direkt dort. Alles

ohne Chemie, Biozide oder Ozon als Nebenprodukt.

Die ausgegebenen Moleküle

bewegen sich hierbei mit mehr als 200

Meter pro Sekunde.

KEIM-TÖTENDE UV-STRAHLEN

In einer Bewertung der Technologie erklärt

Diplom-Chemikerin Dr. Ingrid Glas,

wissenschaftliche Referentin bei den Landesapothekerverbänden,

die Funktionsweise

der neuen Art der Luftreinigung so:

„Um sauerstoffhaltige Ionen und reaktive

Sauerstoffspezies zu erhalten, wird eine

weiterentwickelte Form der Photokatalyse

eingesetzt: die photokatalytische Ionisierung.

Das eigentliche Kernstück der ActivePure-Zelltechnologie

nutzt hier keimtötende

UV-Strahlen, die mit Titandioxid

und speziellen Übergangsmetallen in einem

Wabengewebe reagieren. Dieser Prozess

garantiert, dass Kontaminanten

durch die in der Active-Pure-Zelle erzeugten

Moleküle inaktiviert werden und somit

harmlos sind. Zudem reinigen die in

diesem Prozess erzeugten Moleküle jetzt

aber nicht nur die Luft, sondern können

auch Kontaminanten auf festen Oberflächen

inaktivieren.“

Die Effizienz, Geschwindigkeit und

Lautstärke der Geräte, die mit der neuen

Technologie arbeiten, übertreffen alle

Anforderungen sehr deutlich. Die breite

Wirkweise auch gegen Pollen, Allergene

und Schimmelsporen sowie die Reduktion

der Luftpartikel sorgt zudem für eine

deutliche Erleichterung für Allergiker

und Asthmatiker.


Uwe Jansen

12478

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Infektionsschutz

Luft in den Klassenzimmern umgewälzt

und dabei von unerwünschten Belastungen

wie Grippe- und Coronaviren befreit

werden.

Die eher milden Temperaturen des Herbstes 2022 werden nicht bleiben – und die Frage ist: Wie

kann man in Corona-Zeiten für gute Luft im Klassenzimmer sorgen, ohne Gas und Geld gleichsam

zum Fenster hinauszupusten?

Energiekosten

Kein Wärmeverlust

Intensives Lüften im Klassenzimmer ist teurer, als in ein Luftreinigungsgerät

zu investieren: Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von

Climate Concept.

Im dritten Coronaherbst und -winter

müssen Schulen den Spagat zwischen

Infektionsschutz und Energiesparen

schaffen. Während etwa die Leverkusener

Schulen und Kitas mit Luftreinigungsgeräten

ausgerüstet sind und damit weniger

lüften müssen, gibt es an den Kölner Schulen

auch in diesem Winter nur offene

Fenster. Infektionsschutz steht dann aber

in Konkurrenz dazu, dass Energieverbrauch

und Heizkosten gesenkt werden

sollen.

Da die Belüftungssysteme in Schulgebäuden

nicht auf die Eindämmung des

Virus ausgelegt sind, rät das Umweltbundesamt

seit Beginn der Pandemie, die Belüftung

durch offene Fenster zu intensivieren,

um die Ausbreitung des Coronavirus

zu begrenzen. Das gilt für alte

Schulgebäude wie für Neubauten.

Wenn gelüftet werden muss, um Coronainfektionen

zu vermeiden – alle 20 Minuten

oder öfter für mindestens fünf Minuten

– werden pro Unterrichtstag und

Klassenzimmer 6,6m 3 Gas verschwendet:

Das ist das Ergebnis einer Studie, die Euromate

bei Climate Concept in Auftrag

gegeben hat. Bei den derzeitigen Gaspreisen

kann das bedeuten, dass rund 25 Euro

pro Klassenzimmer und Unterrichtstag

für die „Coronalüftung“ verloren gehen.

Die Untersuchung hat dabei eine zu erhaltende

Temperatur von 16 Grad zugrunde

gelegt – das aber dürfte wenig

angenehm für Kinder und Lehrer sein. Es

muss also mehr geheizt werden.

Tatsächlich geht der Spagat zwischen

Infektionsschutz und Energiesparen auch

anders – mit Luftreinigungsgeräten: Wenn

man Infektionen minimieren und Gasverschwendung

vermeiden will, muss die

120

100

80

60

40

20

0

GASVERLUST PRO MONAT UND RAUM (m³)

Jan

Foto: Adobe Stock/Drazen

GUTE LUFT ZUM LERNEN

Der Umluftansatz sorgt dafür, dass die

Temperatur konstant bleibt und nicht

wieder aufgeheizt werden muss. Selbstverständlich

muss weiter gelüftet werden

– aber lediglich, um frische Luft hereinund

verbrauchte Luft herauszulassen.

Das aber muss wesentlich seltener passieren,

als wenn das Lüften gegen Viren und

Bakterien wirken muss. Mit einem professionellen

Corona-Luftreiniger wird

Luft um bis zu 99 Prozent gereinigt, wobei

der Energieverbrauch eines Geräts

durchschnittlich einen Euro pro Unterrichtstag

beträgt.

Dabei geht es nicht nur darum, Viren

und Bakterien aus der Luft zu entfernen.

Ein Luftreiniger entfernt auch Feinstaub,

Gerüche, Gase und Pollen aus der Luft.

Dies wirkt sich positiv auf die Gesundheit

der Menschen im Raum aus – und ist spürbar:

Befragte Lehrer und Schüler eines

unserer Modellprojekte in den Niederlanden

empfanden die Umgebung als frischer

und hatten weniger Beschwerden aufgrund

von Allergien oder Kopfschmerzen.


Maria Fischer

DIE AUTORIN

Maria Fischer verantwortet das Marketing beim

Unternehmen Euromate.

Quelle: Euromate

Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

56 der gemeinderat 10/22

Geniale Systeme. Natürlich mit Holz.

Nachhaltige und innovative Modulbauten aus Holz und in höchster Vorfertigung – das sind wir.

Wir stehen für gesundes sowie zukunftsorientiertes Bauen mit hohem Wohlfühlcharakter bei

Bildungsbauten, Bürobauten und Wohnbauten. Nicht nur Aspekte wie Ästhetik, Funktionalität und

Klarheit werden bei uns berücksichtigt, sondern auch Geschwindigkeit und ökologische Aspekte.

Egal ob Kauf oder Mietkauf – sprechen Sie uns an.

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Infektionsschutz

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Parlament & Verwaltung

Saubere Raumluft in Schulen und Büros

Mobile Luftreiniger der Firma Philips sind

nach Herstellerangaben dazu in der Lage,

bis zu 99,97 Prozent aller Schadstoffe wie

Viren, Bakterien, Keime und Allergenen

aus der Raumluft zu entfernen.

Darüber hinaus filtern sie Gase und

Gerüche aus der Luft sowie Feinstaub und

andere kleinste Partikel von bis zu

0,003 µm.

Als Feinstaub werden Teilchen zwischen

10 und 0,1 μm bezeichnet. Er entsteht

vor allem durch Heizen, Landwirtschaft,

Straßenverkehr oder Stahlerzeugung.

Die ultraleichten Partikel sinken

nicht sofort zu Boden, sondern schweben

eine gewisse Zeit in der Luft.

Je nach Größe können sie bis in den

menschlichen Blutkreislauf vordringen

und stellen aus diesem Grund ein Gesundheitsrisiko

dar. Solche Partikel können

von den mobilen Luftreinigern der

Serie 3000i AC3033/10 innerhalb kürzester

Zeit im dreischichtigen Filtersystem

eingeschlossen werden, meldet Philips.

Während Lüften allein die Raumtemperatur

immer wieder sinken und neue

Schadstoffpartikel von außen eintreten

lässt, ist die Kombination aus Luftreinigern

und Lüften nach Unternehmensangaben

deutlich energieeffizienter und

effektiver.

Dabei verbrauchen die Luftreiniger von

Philips nur 15 Watt, also nur so viel Strom

wie eine Energiesparlampe. Dadurch

seien sie eine energieeffiziente und umweltfreundliche

Unterstützung für gesunde

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Gesunde Atemluft in Innenräumen: Dabei helfen mobile Luftreiniger von Philips.

GESUNDE LUFT

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Gute Luft ist

Lebensqualität

Die Geräte der Desi-Luftprofis und das

Desi Plex-Luftkonzept sorgen laut Unternehmen

für mehr Lebensqualität. Denn

eine gute Luftqualität verhindere nicht

nur, dass Menschen sich mit Viren oder

Bakterien infizierten. Sie erhöhe auch die

körperliche und geistige Leistungsfähigkeit

von Mitarbeitern, Schülern und Lehrern.

Außerdem fördere sie die Versorgung

von Organen, Zellen und Gewebe.

Raumluft mit guter Qualität stärke darüber

hinaus die Entgiftungsfunktion der

Leber und die Abwehrkräfte, stabilisiere

das Immunsystem und erhöhe die Gesamtlebensqualität.

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Schlechte Luft im Raum? Schwankende Klimabedingungen? Für alle Fragestellungen

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entwickeln wir maßgeschneiderte modulare Konzepte für Ihre individuelle

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Eine Mitarbeiterin, die sich auf eine Befragung einlässt: Sie kostet es nicht viel Zeit, die Antworten

von ihr sowie ihren Kolleginnen und Kollegen können aber wichtige Veränderungen anstoßen.

Personalmanagement

Beschäftigte binden

Wie können öffentliche Arbeitgeber sich vergewissern, ob sie attraktiv für

ihre Angestellten sind? zfm-Beraterin Julia Schwick emfiehlt das Instrument

der Mitarbeitendenbefragung.

In Zeiten des Fachkräftemangels ist es

für Verwaltungen wichtiger denn je,

bei ihren Mitarbeitenden als attraktiver

Arbeitgeber zu gelten, um sie zu binden.

Doch wie können Verwaltungen

herausfinden, wie es um ihr Image bestellt

ist und welche Aspekte für die Arbeitszufriedenheit

der Mitarbeitenden

relevant sind? Eine Mitarbeitendenbefragung

stellt ein etabliertes Instrument

hierfür dar, denn sie bietet Mitarbeitenden

die Möglichkeit, in einem anonymen

und dadurch geschützten Rahmen ihre

Meinung zu unterschiedlichen Themenbereichen

zu äußern.

Dies sind die Erfolgsfaktoren einer professionellen

Mitarbeitendenbefragung:

_ Beteiligung relevanter Interessengruppen:

Eine Mitarbeitendenbefragung

hat, vor allem in großen

Organisationen, immer auch eine

„politische“ Dimension. Vor der

Durchführung der Befragung muss

demnach klar sein, welche Interessengruppen

(zum Beispiel Gremien,

Führungskräfte und Vertretungsorgane)

an welcher Stelle zu beteiligen

sind, um eine möglichst breite Akzeptanz

der Befragung sicherzustellen.

Zudem empfiehlt sich die Einführung

einer Projektgruppe, die

für die Koordination des Projektes

zuständig ist.

_ Themenauswahl: Die Bandbreite an

Themen, die in der Mitarbeitendenbefragung

abgefragt werden können,

ist groß: Von übergreifenden Themenbereichen

wie Unternehmensimage,

Führung und Kommunikation über

tätigkeitsbezogene Fragen zu den

jeweiligen Aufgaben bis hin zu Fragen

nach der Zufriedenheit mit Rahmenbedingungen

wie Gehalt und Work-

Life-Balance. Verantwortliche sollten

sich bei der Themenauswahl zunächst

fragen, ob es spezifische Bereiche

gibt, zu denen man eine Einschätzung

der Mitarbeitenden benötigt,

oder ob es eher um ein allgemeines

Stimmungsbild geht. Zur Auswahl

von relevanten Themenbereichen

können auch vorab die Mitarbeitenden

beziehungsweise ihre Vertretungen

befragt werden.

_ Fragenformulierung: Hier bietet sich

ein Mix aus geschlossenen und

offenen Fragen an. Geschlossene

Fragen ermöglichen konkrete und

zahlenbasierte Auswertungen sowie

Vergleiche zwischen einzelnen

Bereichen. Offene Fragen bieten

Mitarbeitenden die Chance, eigene

Ideen und Vorschläge zu bestimmten

Themenbereichen zu äußern.

_ Kommunikationsmanagement: Für

die Akzeptanz unerlässlich ist eine

transparente Kommunikation des

Hintergrundes und der Ziele der

Mitarbeitendenbefragung. Auch der

Ablauf sowie die Sicherstellung der

Anonymität müssen klar vermittelt

werden. Eine breitgefächerte Information

über Mails, das Intranet oder

Aushänge fördert eine höhere Beteiligung.

Damit Führungskräfte und

Mitarbeitendenvertretungen wie der

Personalrat für die Befragung werben

können, sollten sie frühzeitig und

umfassend über entsprechendes

Informationsmaterial in Kenntnis

gesetzt werden.

_ Ableiten von Maßnahmen: Eine der

wichtigsten Regeln für Befragungen

lautet: Mitarbeitende müssen merken,

dass mit den Ergebnissen „etwas

passiert“ und das Ausfüllen des

Fragebogens eine konkrete Wirkung

hat. Dies bedeutet zum einen, dass

die Ergebnisse der Befragung allen

Mitarbeitenden präsentiert werden

(zum Beispiel über eine zentrale

Informationsveranstaltung), und zum

anderen, dass konkrete Maßnahmen

aus diesen Ergebnissen nachvollziehbar

abgeleitet und umgesetzt werden.

_ Regelmäßigkeit: Eine Mitarbeitendenbefragung

ist grundsätzlich ein

Instrument, das regelmäßig eingesetzt

werden kann. Eine beispielsweise

jährliche Mitarbeitendenbefragung

kann als Stimmungsbarometer

dienen, aus dem sich Trends ableiten

lassen, aber auch eine Einschätzung,

inwieweit beschlossene Maßnahmen

zwischenzeitlich gefruchtet haben.


Julia Schwick

DIE AUTORIN

Julia Schwick, Wirtschaftspsychologin M.Sc.,

ist Beraterin bei zfm – Zentrum für Management-

und Personalberatung in Bonn.

58 der gemeinderat 10/22

der gemeinderat 10/22

59


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historisch einzigartig geprägte Stadt!

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Julia Schwick, Waishna Kaleth und Roland Matuszewski gerne zur Verfügung.

Aktuelle Stellenangebote finden Sie unter: www.treffpunkt-kommune.de/top-stellenmarkt

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Kassensysteme

Unterstützung bei rechtlichen Änderungen

Wichtige Stichtage im Kassen- und Gewerberecht

stehen an – darauf weist die

EDV Ermtraud GmbH hin. Der Stichtag

für die Umsatzsteuerpflicht für juristische

Personen des öffentlichen Rechts im

Kassenrecht ist am 1. Januar 2023. Finanzabteilung

und Kommunalkasse müssen

die Leistungen auf Umsatzsteuerrelevanz

prüfen und die Steuersätze den

Leistungen und Artikeln sowohl im Fachamt

als auch in Einrichtungen der Stadt

oder Gemeinde hinterlegen.

Nahezu alle Abteilungen seien potenziell

betroffen von § 2b UstG. Der Kassenspezialist

benennt dazu Beispiele auf

seiner Webseite und berät die Verwaltungen.

Ferner müssen die Kassensysteme

revisionssicher mit einer „Technischen

Sicherheitseinrichtung“ (TSE) ausgestattet

werden.

Der Stichtag für die gegenseitige Unterrichtung

nach Ziff. 3.6 GewAnzVwV im

Gewerberecht ist am 1. Mai 2023. Neu ist,

dass ein Gewerbeamt an das Gewerbeamt

der vorherigen Betriebsstätte eine rechtssichere

elektronische Nachricht versendet

oder Nachrichten in der Rolle als Amt der

neuen Betriebsstätte erhält. Auch die Finanzbehörden

senden Benachrichtigungen

nach § 14 Abs. 4 GewO bei steuerlicher

Abmeldung eines Unternehmens.

www.edv-ermtraud.de

Demnächst müssen Finanzabteilung und

Kommunalkasse Leistungen auf Umsatzsteuerrelevanz

prüfen.

Foto: Winkhaus

Kein unbefugtes Betreten: Elektronik bietet

Schutz in öffentlichen Gebäuden.

Zutrittskontrolle

Smarte Sicherheit

Die elektronische Zutrittslösung blue-

Smart von Winkhaus sichert öffentliche

Gebäude vor unerlaubtem Betreten: Sie

steuert den Zutritt im Innen- und Außenbereich.

Zudem kann sie in bestehende

Systeme wie Gebäudeleittechnik, Zeiterfassung,

Kantinenabrechnung oder

Alarm- und Energiemanagement eingebunden

werden. Änderungen in der Organisationsstruktur

sind laut Anbieter

schnell und kostengünstig umsetzbar.

Die Lösung ist ISO 27001-zertifiziert.

www.winkhaus.de

SICHERHEIT

Zutrittskontrollsysteme

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Arbeit, Pflege und mehr:

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INDUSTRIE

MOBILITÄT

Foto: AL-KO

Ein gesundes Raumklima in Büros, Schulen

und Versammlungsräumen: Dafür

wurden die mobilen Luftreiniger Aircabinet

und Airsafe der Firma AL-KO entwickelt.

Die Systeme können nachträglich

in bereits bestehenden Gebäuden aufgestellt

werden. Der Airsafe dient dazu, die

Raumluft zu filtern, während Aircabinet

verbrauchte Luft gegen frische austauscht.

Beide Gerätetypen können im

Im Klassenzimmer lässt sich der AL-KO

Aircabinet einfach in die Raumgestaltung

integrieren.

der gemeinderat 10/22

Raum aufgestellt werden. Sie arbeiten

flüsterleise, mit einem Schallpegel von

unter 40 dB (A), können Aerosole, Viren

und Pollen aus der Raumluft entfernen

und so das Infektionsrisiko senken.

Die Technik des Aircabinet setzt nach

Herstellerangaben auf die bewährte Gerätetechnik

der großen zentralen Lüftungs-

und Klimaanlagen für die Industrie.

Das Gerät wird mit einem Zu- und

Abluftkanal über einen Durchlass, etwa

in einem Fenster, verbunden. Im Raum

saugt es verbrauchte Luft an und leitet sie

nach draußen. Gleichzeitig gelangt

Frischluft ins Gerät, wird gereinigt und

zugfrei im Raum verteilt. So ist die permanente

Zuführung frischer Luft gewährleistet.

Der Airsafe dagegen saugt die

Raumluft an, reinigt sie mithilfe zweier

Filtersysteme und gibt die gereinigte Luft

anschließend wieder ab.

www.al-ko.com

Audioguides auf dem Smartphone werden

bei Touristen immer beliebter. Die Audioagentur

Radiotourism hat ihre Lizenz-

App für Audioguides optimiert. Unter der

Marke „story2go“ sollen Städte und Gemeinden

ein digitales Tool für App-basiertes

Infotainment erhalten. In München,

Schladming und anderen Kommunen

sind mit „story2go“ bereits GPS-geführte

Touren möglich. Dafür brauchen

die Besucher nur ihr Smartphone.

Ein Smartphone-Audioguide hilft auch

bei der Besucherlenkung und bei der

nachhaltigen Wegeführung. So können

bereits bestehende Themenwege enorm

aufgewertet werden. Radiotourism realisiert

für seine Kunden die individualisierte

App, konzipiert, textet und produziert

mit professionellen Sprechern die

Audioguides, auf Wunsch auch in mehreren

Sprachen.

www.radiotourism.de

65


Vorschau der gemeinderat 11/2022

Licht ins Dunkel

In der aktuellen Krisensituation gilt es ganz besonders, auf Energieeffizienz zu achten,

auch beim Licht. Gleichzeitig muss es für Kommunen in der Advents- und Weihnachtszeit

darum gehen, Innenstädte zu beleben: mit Licht, das möglichst wenig Strom

verbraucht, zugleich aber auch mit „Stimmungsbeleuchtung“.

Mehr Lebensqualität

Grünanlagen und großzügige Freiflächen

erhöhen die Aufenthaltsqualität in urbanen

Räumen signifikant. Unbedingt dazu

gehört ein hohes Maß an Sauberkeit und

Sicherheit. Wenn der öffentliche Raum

gut nutzbar ist, trägt er maßgeblich zur

Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger

bei – und zu einer hohen Identifikation

mit dem Wohnort.

Foto: Adobe Stock/David Fuentes

Die nächste

Ausgabe

erscheint

ab Ende

November

Alternativ unterwegs

Mehr als 47 Millionen Autos fahren auf

Deutschlands Straßen, und es werden

immer mehr. Diesen Trend will ein neues

Denken stoppen: Auto-zentrische Stadtplanung

und Verkehrsführung sollen revidiert

werden. Auch mit Hilfe alternativer

Verkehrsmittel, die den Autoverkehr

reduzieren und zugleich eine umweltbewusste

Mobilität fördern.

Foto: Adobe Stock/EKH-Pictures

Foto: Adobe Stock/Anastasiia

IMPRESSUM

der gemeinderat

Das unabhängige Magazin für

die kommunale Praxis

Herausgeber

pVS - pro Verlag und Service GmbH & Co. KG

Geschäftsführer Marcus Baumann,

Marc Becker, Tilmann Distelbarth

Verlagsleitung Beate Semmler (V.i.S.d.P.)

Leitung Produktmanagement Print & Digital

Lisa Hofmann-Vorbach

Chefredakteur Wolfram Markus

Redaktionsleitung Dr. Sabine Schmidt,

Dirk Täuber (Sonderthemen)

Redaktion Beatrix Drescher, Hannah Henrici,

Yannis Gaukel (Volo.)

Leitung Sales Management

Michael Wilhelm Blaser

Sales Management

Jörg Benzing, Dagmar von Dahlen,

Darja Schiz-Salov

Vertrieb

Christina Kircher (christina.kircher@pro-vs.de)

Layout und Grafik

Heilbronner Stimme Medienproduktion

Erscheinungsweise monatlich

Bezugsbedingungen

Der Einzelpreis beträgt 8,50 Euro

zzgl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Jahresabonnement: 95,50 Euro

inkl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Es gelten die Mediadaten Nr. 45

vom 1. Januar 2022

Verlags- und Redaktions an schrift

pVS - pro Verlag und Service

GmbH & Co. KG, Stauffenbergstraße 18,

74523 Schwäbisch Hall

Tel. 0791 95061-8300, info@pro-vs.de

Konto

Sparkasse Schwäbisch Hall–Crailsheim,

IBAN DE91 6225 0030 0005 2553 00

Druck und Herstellung

MÖLLER PRO MEDIA GmbH

Zeppelinstraße 6, 16356 Ahrensfelde

Tel. 030 41909-0, Fax 030 41909-299

Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise

– nur mit Genehmigung des Verlages.

Gedruckt auf umweltfreundlichem UltraMag

Plus Silk-Recyclingpapier aus 100% Altpapier,

zertifiziert mit den Umweltsiegeln „Der Blaue

Engel“, „EU-Ecolabel“, FSC- und PEFC-Siegel.

ISSN 0723-8274

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66 der gemeinderat 10/22

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Das Resultat: höhere Lebensqualität für uns alle.

Volvo Trucks. Driving Progress

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