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POLITIK

AdobeStock/© DS-LE AdobeStock/© Виталий Салин

ES STEHT NICHT GUT UM

DEN PATIENTEN!

Deutschland, der Wirtschaftsmo-

Immer mehr Unternehmen klagen

keit Deutschlands gefährden. Eben-

tor Europas, liegt auf der Intensiv-

über die hohen Energiepreise und-

so die Versorgungssicherheit und

station. Die Politik muss endlich

Verbände und Branchenvertreter-

damit unser Wohlstand sowie der

aufwachen und gegensteuern –

warnen vor einer Insolvenzwelle

soziale Frieden sind dadurch in

sonst droht der baldige Herztod.

sowie einer Deindustrialisierung

Gefahr.

Mehr Realismus und weniger Dog-

Deutschlands. Denn durch die im-

Die daraus resultierenden Krisen

matismus sind nun gefragt. Der

mens steigenden Energie- und

und Probleme werden dann nur

Patient „Deutschland“ wurde mit

Strompreise geraten nicht nur wir

zu gerne von den Brandstiftern

einigen Beschwerden in die Not-

Bürger immer weiter unter Druck,

selbst mit unseren Steuergeldern

aufnahme eingeliefert, die sich zu-

sondern auch die deutsche Wirt-

„gelöst“, um sich dann selbst auf die

letzt rapide verschlimmert haben

schaft und Industrie. Vor allem die

Schulter zu klopfen und sich als Feu-

und jetzt liegt das Land auf der In-

energieintensiven Branchen wie

erwehr feiern zu lassen. Absurd, aber

tensivstation. Momentan haben

Chemie, Glas, Papier oder Metall ste-

leider wahr! Die Umverteilung und

wir noch keinen Herztod, aber etliche

Warnsignale, dass ein akuter

hen mit dem Rücken zur Wand. Zunehmend

gehen Unternehmen dazu

der Sozialismus sind wieder en

vogue. Der Bürger mutiert immer

eine In-

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und schwerer Herzinfarkt droht.

über, ihre Produktion zu drosseln, um

mehr zum unmündigen Abhängigen

solvenzwelle

Deutsch-

Kosten zu sparen. Mitarbeiter werden

an der Zitze der Politik, der sich dann

im Handwerk.

land teilt dassel-

Wir sehen ein Vorhofflimmern

in Form von rasant

in Kurzarbeit geschickt und Investitionen

werden gestoppt.

zweimal überlegt, ob er seiner Unzufriedenheit

Ausdruck verleiht und in

Fakt ist: Wenn Deutschland so weiter

macht und sich deindustrialisiert, ver-

be Schicksal: Wir haben uns ebenfalls

zu 50 Prozent auf russisches

steigenden Energiepreisen und

Apropos Investitionen: Ausländische

die Hand beißt, die ihn füttert. Aus

liert es massiv an Produktivität und

Gas verlassen. Kommt nun die Pleite?

massiver Verunsicherung der Bürger,

Unternehmen werden es sich zwei-

dem Grund freut sich die Politik über

Wettbewerbsfähigkeit, was Arbeits-

Doch noch hat die Politik Zeit, um

welche sich durch eine Kaufzurück-

mal überlegen, ob sie im Hochsteu-

Krisen.

plätze, soziale Sicherheit und Wohl-

den plötzlichen Herztod zu verhin-

haltung ausdrückt. Ein Herzstolpern

erland Deutschland mit jetzt auch

Paradebeispiel für den Abschwung

stand kosten wird. Wir müssen jetzt

dern. Dazu bräuchte es nun aber

durch offensichtlich überforderte

noch Rekordenergiepreisen plus zä-

ist das einstige Zugpferd der deut-

handeln!

mehr Realismus und weniger Ideo-

Politiker und unverblümter Warnun-

her Bürokratie investieren wollen.

schen Wirtschaft, die Automobilin-

logie und Dogmatismus. Dazu gehört

gen von besorgten Branchenvertre-

Ebenso überlegen jetzt schon zehn

dustrie. 2021 sank schon die Produk-

Wir machen immer noch die

das Eingeständnis, dass wir weder

tern und auch schon einige kleinere

Prozent der Firmen die Produktion ins

tion um 11,7 Prozent, um jetzt im

dümmste Energiepolitik der Welt

auf die saubere Atomenergie noch

Infarkte sind aufgetreten in Form von

Ausland zu verlagern, um die Ener-

1. Halbjahr nochmals 2,9 Prozent

Ein gutes Sinnbild ist der verstaatlich-

auf die fossilen Energieträger erstmal

Kurzarbeit sowie Insolvenzen von

giekosten wieder in den Griff zu be-

zum Vorjahr zu verlieren.

te Energieversorger Uniper. Er hatte

verzichten können.

ersten Unternehmen.

kommen.

Ob unsere Autofirmen den Transfor-

zu 50 Prozent auf russisches Gas ge-

Ob sie das tun wird, ist leider eher

Die Lage spitzt sich immer dra-

Die Sanktionen treffen uns am här-

mationsprozess vollziehen und über-

setzt, was ihm zum Verhängnis wur-

fraglich.

matischer zu. Man muss sich

testen.

leben, steht in den Sternen. Ebenso,

de und kurz vor dem Bankrott stand.

www.friedrich-partner.de/

schon die Augen reiben und klar

‍Was nicht ein jeder weiß: Die Mehr-

ob die mobile Zukunft tatsächlich

machen, dass man nicht in einem

heit der Weltengemeinschaft macht

elektrisch ist und woher der dafür

Alptraum gefangen ist. Hätte Ih-

nicht mit bei den Sanktionen und be-

benötigte Strom (von den Rohstoffen

nen jemand vor wenigen Jahren

treibt weiter fröhlich Handel mit

fange ich erst gar nicht an) eigentlich

gesagt, dass wir in Deutschland

Russland. Dies nimmt dann solche

kommen soll? Denn zur Wahrheit ge-

über Energiekrise, Stromausfälle,

grotesken Züge an, dass wir dann

hört auch: Grundlastfähig sind aktuell

Wärmehallen, leere Regale und

über China oder Indien russisches

weder Sonne noch Wind.

geforderte Waffenlieferungen durch

Gas teuer einkaufen.

Doch nicht nur in der Automobilin-

die Grünen sprechen würden,

Fakt ist: Die Sanktionen sind geschei-

dustrie sieht es gerade düster aus.

hätten sie denjenigen völlig zu-

tert und treffen uns am härtesten,

Mittlerweile schlägt die Industrie und

recht als Spinner oder Verschwö-

während Putin mit seinen Gas- und

das Handwerk Alarm. “Vielen steht

rungstheoretiker abgekanzelt. Doch

Ölverkäufen so viel Geld verdient wie

das Wasser inzwischen bis zum

jetzt sehen wir genau diesen Paradigmenwechsel

in einer atem-

noch nie. Seine Einnahmen aus den

Rohstoffverkäufen übertreffen die

Hals”, so Hans Peter Wollseifer, Präsident

des Zentralverbands des Deut-

Marc Friedrich

beraubenden Geschwindigkeit und

Kriegskosten bei weitem.

schen Handwerks (ZDH). Die Politik

Gründer und Geschäftsführer der Friedrich & Partner

damit einhergehend den Nieder-

All das wird nachhaltig die Produkti-

müsse hier rasch mit staatlichen

Vermögenssicherung

gang des Landes.

vität und Wettbewerbsfähig-

Hilfen einspringen, sonst drohe

11.2022

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