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bayern Metall 11/2022

Unter anderem berichten wir in diesem Heft über Metallbau, Werkstoffe, Systeme und Maschinen. Welcher Weg führt zu mehr Flexibilität und Materialvielfalt im 3-D-Druck? Zudem die Sieger des Landeswettbewerbs "Die Gute Form 2022", interessante Projektberichte, smarte Hilfsmittel für die Werkstatt und viele weitere, lesenswerte Seiten.

Unter anderem berichten wir in diesem Heft über Metallbau, Werkstoffe, Systeme und Maschinen. Welcher Weg führt zu mehr Flexibilität und Materialvielfalt im 3-D-Druck? Zudem die Sieger des Landeswettbewerbs "Die Gute Form 2022", interessante Projektberichte, smarte Hilfsmittel für die Werkstatt und viele weitere, lesenswerte Seiten.

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75. Jahrgang · Heft 11 | 2022 · B 1616

Offizielle Fachzeitschrift des Fachverbandes Metall Bayern für das Handwerk

der Metallbauer, Feinwerkmechaniker sowie Metall- und Glockengießer

Thema des Monats:

Metallbau, Werkstoffe,

Systeme & Maschinen


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Bitte beachten Sie die Termine für die bayern Metall:

Ausgabe 12/2022

Redaktionsschluss: 11.11.2022

Anzeigenschluss: 18.11.2022

Ausgabe 01/2023

Redaktionsschluss: 30.11.2022

Anzeigenschluss: 06.12.2022


INHALT

Unser Titelbild

(Foto: Simon Schmid)

Fertigung des Projekts „M-Logo“ in

der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung

(Feinwerkmechaniker*in

CNC 1/04) im Ausbildungszentrum

Metallhandwerk in Garching.

Thema des Monats:

Metallbau, Werkstoffe, Systeme

und Maschinen

Weitere Informationen ab Seite 4.

Das Thema

Metallbau, Werkstoffe, Systeme

und Maschinen

Materialien nach Rezept: Mit dem

Pulverbaukasten zu mehr Flexibilität und

Materialvielfalt im 3-D-Druck.................. 4

Metallgestaltung

Die Sieger des Landeswettbewerbs

„Die Gute Form 2022“ ...................... 6

Kunstschmiede Wedra: Ein Stück Afrika

in Bayern................................. 8

Feinwerktechnik

Smarte Spannbacke von Röhm ................10

Metallbautechnik

Schneller in die Notaufnahme –

Heli-Port mit R30 durch Feuerverzinken..........12

Forschung & Entwicklung

Weiler & Kunzmann: Digitales Lernkonzept

EDUCATION4.0 im Fokus .....................13

MEBA: Starke Sägelösungen für Metallbau,

Stahlbau und Zerspaner......................14

Weiterentwicklung macht TRUMPF Nibbler

noch produktiver ...........................15

FH Münster: Innovativer Verschleißschutz

durch Pulvermetallurgie......................16

QINEO ArcBoT von Cloos .....................17

Steuern & Finanzen

Münchener Verein: Deutsche Handwerker

RisikoLebensversicherung ....................18

Sven Schöpker: Sinkende Loyalität in

Handwerksbetrieben ........................19

Bundesverband aktuell

Exoskelette auch im Metallhandwerk?...........20

CE-Kennzeichnung und Mangel im

Werkvertragsrecht ..........................22

ABZ Metallhandwerk

Seminare im November und Dezember 2022 .....28

Erweitertes Angebot „Schweißen“ im FVMB ......29

Lehrgang „Fachbauleiter*in“ 2023 .............29

Aus- & Fortbildung

Triales Studium: Fünf Jahre, drei Abschlüsse ......30

Deutsch-Afrikanisches Jugendwerk fördert

junge Fachkräfte und sucht Hospitationsplätze ....31

Messen & Ausstellungen

Formnext 2022 – vom 15. bis 18. November 2022

in Frankfurt am Main und online ...............32

IMPRESSUM

Verlag: Wirtschaftsgesellschaft des

Fachverbandes Metall Bayern mbH,

Lichtenbergstraße 10, 85748 Garching.

Verantwortlich für den Herausgeber und

für die Schriftleitung:

Geschäftsführer Richard Tauber,

Lichtenbergstraße 10, 85748 Garching,

Telefon 089 2030077-0,

Telefax 089 2030077-50.

E-Mail info@fachverband-metall-bayern.de

Sämtliche Zuschriften an diese Anschrift.

Erscheint am 15. jeden Monats.

Der Bezugspreis ist für Mitglieder mit dem

Beitrag zum Fachverband abgegolten.

Annahme und verantwortlich für die

Anzeigen:

Diana Pritzl

Wirtschaftsgesellschaft des

Fachverbandes Metall Bayern mbH,

Lichtenbergstraße 10,

85748 Garching,

Telefon 089 2030077-41,

Telefax 089 2030077-50.

E-Mail pritzl@fachverband-metall-bayern.de

www.fachverband-metall-bayern.de

Sämtliche Zuschriften bitte an diese Anschrift.

Zurzeit ist Anzeigen-Preisliste Nr. 22 gültig.

Herstellung:

Universal Medien GmbH,

Fichtenstraße 8, 82061 Neuried.

Veröffentlichung nach § 8 Abs. 3b)

BayPrG:

Alleingesellschafter der Wirtschafts gesellschaft

des Fachverbandes Metall Bayern

mbH ist der Fachverband Metall Bayern,

München, als juristische Person des

priva ten Rechtes (§ 80 Satz 1 Handwerksordnung)

Lichtenbergstraße 10, 85748 Garching.

Nachdruck von Veröffentlichungen nur

mit Genehmigung der Schriftleitung.

Für unverlangt übersandte Manuskripte

wird nicht gehaftet.

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen in der Regel die männliche Form verwendet.

Die verkürzte Sprachform hat ausschließlich redaktionelle Gründe, beinhaltet keine Wertung und schließt alle Geschlechter ein.

bayern Metall 11/2022 3


DAS THEMA

Metallbau, Werkstoffe, Systeme und Maschinen

Materialien nach Rezept: Mit dem Pulverbaukasten zu

mehr Flexibilität und Materialvielfalt im 3-D-Druck

Das pulverbasierte Laserstrahlschmelzen (LPBF) ist das wohl bekannteste

AM Verfahren und hat großes Potenzial für die industrielle Anwendung.

Wie aber kann die limitierte Werkstoffpalette für dieses Verfahren

umgangen und das Marktpotenzial weiter ausgebaut werden? Dieser

Frage gingen das IWM der RWTH Aachen und das Fraunhofer IFAM in

dem durch die AiF geförderten Vorhaben „LPBF-Pulverbaukasten“ nach.

Im Ergebnis konnte eine nachhaltige Lösung zur individuellen und

robusten Herstellung von Metallpulvermischungen entwickelt werden,

sodass der Anwender mit einer kleinen Auswahl an Metallpulvern die

gewünschten Materialeigenschaften abdecken und die Legierungen

flexibel einstellen kann.

Der 3-D-Druck erlaubt eine maximale

gestalterische Freiheit in der Konstruktion

und Produktion von Bauteilen.

Durch diese Vorteile konnten sich die

3-D-Drucktechnologien in technischen

Bereichen wie im Automobilbau oder

Luft- und Raumfahrt gut etablieren. Die

unterschiedlichen Anwendungsfelder

erfordern jedoch nicht nur eine bestmöglich

konstruierte Geometrie, sondern

auch optimierte Materialeigenschaften.

Dafür wird ein entsprechend

angepasster Werkstoff benötigt. Die

Forschung an Werkstoffen für die additive

Fertigung steht jedoch noch am

Anfang. Bisher werden weitgehend

Werkstoffe verarbeitet, die von den Anlagenherstellern

für ihre Prozesse qualifiziert

wurden, um die verschiedenen

Additive Manufacturing-Prozesse in

der Industrie zu etablieren. Diese Werkstoffpalette

ist recht überschaubar und

hinsichtlich der Diversität der meist

schmelzmetallurgisch hergestellten,

konventionellen Werkstoffe nicht vergleichbar.

Bei konventionellen, subtraktiven

Produktionsprozessen gibt es

hunderte verschiedene Stähle, Aluminiumlegierungen,

verschleißfeste Kobalt-Chrom-Legierungen

und vieles

mehr für jede spezifische Anwendung.

Im 3-D-Druck beschränkt sich die Auswahl

über alle metallischen Werkstoffe

auf weniger als 30 Materialien, sodass

nicht alle Anforderungen abgedeckt

werden können.

Die richtigen Elemente sorgen für

eine hohe Vielfalt an Materialeigenschaften

Mit dem „LPBF-Pulverbaukasten“, der

beispielsweise aus Eisenbasispulver

mit und ohne Kohlenstoff, Chrom,

Nickel, Molybdän und Titancarbid

besteht, lässt sich die Werkstoffpalette

spezifisch erweitern. Zu den häufig

geforderten Materialeigenschaften zählen

Korrosionsbeständigkeit, Festigkeit,

Härte und Wärmeleitfähigkeit. Viele

Stahllegierungen bestehen aus denselben

Elementen wie Kohlenstoff,

Chrom und Nickel, unterscheiden sich

jedoch in den jeweiligen Anteilen. Das

entwickelte Verfahren beinhaltet die

Wahl der Legierungszusammensetzung

ausgehend vom spezifischen Anforderungsprofil

des Werkstoffs, die

Wenige Grundmaterialien

führen zu

vielen Materialeigenschaftskombinationen.

Konzept des

„LPBF-Pulverbaukastens“

für den

3-D-Druck mittels

Laserstrahl.

(Abbildung

© Fraunhofer IFAM)

4 bayern Metall 11/2022


gestellt und die Produktion bei potenziellen

Lieferengpässen sichergestellt

werden. Nächste Entwicklungsschritte

sind die automatisierte Berechnung

und Einstellung der Pulvermischung für

die spezifische Produktentwicklung.

(Foto: popov48 AdobeStock)

Festlegung der Pulverzusammensetzung

mittels thermodynamischer Simulationsmethoden

und die Pulveraufbereitung

durch angepasste Mischund

Homogenisierungsverfahren. Anschließend

werden die optimalen Prozessparameter

bestimmt und der so

erzeugte Werkstoff durch mikrostrukturelle

Charakterisierung und Prüfung

der mechanischen Eigenschaften qualifiziert.

Ist das Pulver gemischt, entsteht

die Legierung durch den anschließenden

Laserstrahlschmelzprozess.

Durch die Energie des Lasers

schmelzen die Metallpulverpartikel auf

und vermischen sich zur gewünschten

Legierung. Am Ende des Prozesses

steht das fertige Bauteil mit maßgeschneiderten

Materialeigenschaften.

Neu entwickelte korrosionsbeständige

Werkzeug- und Duplexstähle

für den 3-D-Druck im Test

Als erste konkrete Anwendung innerhalb

des Projekts galt es, maßgeschneiderte,

korrosionsbeständige Edelstähle

für gezielt eingestellte Eigenschaftsprofile

durch Legieren im

„LPBF-Pulverbaukasten“ herzustellen.

Während der Entwicklungsarbeiten

wurden die Einflussfaktoren, die eine

gute korrosionsbeständige Legierungsbildung

begünstigen, identifiziert

und die Güte der Legierung anwendungsorientiert

geprüft. Im Ergebnis

konnte gezeigt werden, dass die im

LPBF-Prozess legierten korrosionsbeständigen

Werkzeug- und Duplexstähle

resistenter sind als das jeweilige Basispulver

und sie ihre gewünschten

Zieleigenschaften erreicht haben. Ein

weiterer Vorteil bietet sich durch die

Möglichkeit, das Gefüge mittels angepassten

Laserparametern einzustellen.

Ein Beispiel dafür sind die unterschiedlich

großen Karbide in der Struktur der

Werkzeugstähle. Je nach Einsatzgebiet

werden verschiedene Größen benötigt.

Mit dem entwickelten Pulverbaukasten

lassen sich diese effizient

variieren und zu homogenen Bauteilen

verarbeiten. Die Ergebnisse dieses

Teilprojekts können auf Nachfrage zur

Verfügung gestellt werden.

Lieferengpässe umgehen –

Produktion sichern

Von dem Forschungsvorhaben profitieren

insbesondere Unternehmen, die

hoch flexibel sein müssen und verschiedene

Kunden mit unterschiedlichen

Anforderungsprofilen beliefern.

Dazu zählen insbesondere Produktionsdienstleister,

die meist zu den kleinen

und mittelständischen Unternehmen

gehören. Die Produktion von Metallpulvern

dauert im Normalfall vier

Wochen. Möchte ein Produzent verschiedene

Materialien mit geringen

Mengen abdecken, wachsen die Wartezeiten

enorm. Sind die Grundmaterialien

einmal beschafft, können durch

den „LPBF-Pulverbaukasten“ gewünschte

Materialeigenschaften ein-

Weitere Informationen zum

Fraunhofer IFAM unter

www.ifam.fraunhofer.de.

Weitere Informationen zum IWM

der RWTH Aachen unter

www.iwm.rwth-aachen.de.

Förderung:

Die vorgestellten Arbeiten wurden im

IGF-Vorhaben 20933 N der Forschungsgesellschaft

Stahlverformung

e.V. über die AiF im Rahmen des Programms

zur Förderung der industriellen

Gemeinschaftsforschung (IGF) vom

Bundesministerium für Wirtschaft und

Klimaschutz BMWK aufgrund eines

Beschlusses des Deutschen Bundestages

gefördert. Laufzeit: 01.11.2019 bis

30.04.2022 Eine Fortsetzung des Projekts

ist beabsichtigt. Interessierte Unternehmen

können im projektbegleitenden

Ausschuss des anschließenden

Forschungsvorhabens „Gezielte Optimierung

von Homogenität und Flexibilität

im LPBF-Pulverbaukasten“ mitwirken.

Die Förderung des Vorhabens soll

im Rahmen des Programms zur Förderung

der Industriellen Gemeinschaftsforschung

(IGF) über die Forschungsgesellschaft

Stahlverformung (FSV)

beantragt werden.

Über das Fraunhofer IFAM

Das Fraunhofer IFAM ist eine der europaweit

bedeutendsten unabhängigen

Forschungseinrichtungen auf den Gebieten

„Klebtechnik und Oberflächen“

sowie „Formgebung und Funktionswerkstoffe“.

Im Mittelpunkt stehen an

allen sechs Institutsstandorten Forschungs-

und Entwicklungsarbeiten

mit dem Ziel, industriellen Anwendern

zuverlässige und anwendungsorientierte

Lösungen zu liefern.

Über das IWM der RWTH Aachen

Das Institut für Werkstoffanwendungen

im Maschinenbau der RWTH Aachen,

IWM, entstand 2006 durch die Zusammenlegung

des ehemaligen Instituts

für Werkstoffkunde, IWK, des Instituts

für keramische Komponenten im Maschinenbau,

IKKM, und des Lehr- und

Forschungsgebiets Werkstoffkunde,

LFW. Es beschäftigt sich mit einer Vielzahl

metallischer und keramischer

Werkstoffe, ihrer materialgerechten

konstruktiven Verwendung und mit der

mikrostrukturellen, fraktographischen

und mechanischen Charakterisierung

dieser Materialien.

bayern Metall 11/2022 5


METALLGESTALTUNG

Die Sieger des Landeswettbewerbs „Die Gute Form 2022“

Auf der Freisprechfeier der Innung MünchenMetall wurden die Sieger

des Landeswettbewerbs „Die Gute Form“ am 16.9.22 im Aus- und

Fortbildungszentrum in Garching geehrt.

Luftregulierung abgeschwächt, indem

der Materialkontrast eine gewisse edlere

Hervorhebung bewirkt.

Zu den ausgezeichneten Arbeiten:

Von den Prüflingen beider Fachrichtungen

war das Thema: Tischgrill zu

bearbeiten, einen Entwurf mit den notwendigen

Planungsunterlagen zu erstellen

und dies dann umzusetzen.

FACHRICHTUNG

KONSTRUKTIONSTECHNIK

1. Platz

Konstruktionstechnik

staltet. Die Konstruktion der Belüftung,

die Bohrungen, das Langloch und die

hervorgehobenen Schraubenköpfe für

die innen liegenden Führungsschienen

ziehen ebenfalls das Auge an. Mit einem

Hell-/Dunkeleffekt wird der Gesamteindruck

noch verstärkt. Eine in

der Proportion, Ausführung und Gestaltung

sehr gelungene Arbeit.

2. Platz: Bendikt Greckl

Fa. Neumaier, Forstern

Bendikt Greckl geht ebenfalls von einem

Quader aus, dessen Proportionen

besser ausgewogen

sind. Er verschweißt die Seitenteile

nicht sichtbar, so dass

von außen eine klare Fuge zu

sehen ist. Die Funktionen des

Stehens und Tragens verbindet

er, indem er die Füße und die

Griffe mit einem gebogenen

Flachstahl miteinander verbindet.

Die Konstruktion ist seitlich

angeschraubt und am Ende eingerollt,

so dass der Griff aus einem

Messingstab durchgeschoben werden

kann. Die Reduziertheit des Körpers

wird durch die Verwendung von Messing

bei den Schraubverbindungen,

den Griffstäben und dem Hebel für die

3. Platz: Hannes Wagner

Fa. Hedewig,

Höhenkirchen

Ausgangsform ist für Hannes Wagner

eine geschlossene Blechwanne, die

letztlich einen liegenden Quader darstellt.

Dieser steht auf vier Füßen aus

Quadratrohr in einer entsprechenden

Höhe von der Tischoberfläche. Die

Oberseite ist zweigeteilt und wird vom

Grillrost und einem Warmhalteblech

geschlossen. Die Form ist schlicht,

einfach und zweckmäßig, an der Funktionalität

orientiert. Zwei Griffe aus gebogenen

Stahlblechstreifen ermöglichen

ein Hochheben und Tragen des

Grills. Diese sind zu schwach und klein

dimensioniert und stören damit den

Gesamteindruck.

1. Platz: Jan Baumgartner

Fa. Hedewig, Höhenkirchen

Während die Form der beiden ersten

den Eindruck einer Schachtel, einer

Box vermittelt, gelingt es Jan Baumgartner

durch einen einfachen Trick

aus der gleichen Form einen anderen

Eindruck zu erzeugen. Indem er die

Seitenwände mit einem Rahmen, mit

einem Beschlag, versieht, entsteht die

Anmutung einer Kiste, einer Truhe.

Dies wird verstärkt, indem er die Verschraubung

mittels Hutmuttern deutlich

akzentuiert. Schlüssig zu der massiveren

Wirkung sind die beiden Tragegriffe

in einer kräftigen Ausführung ge-

2. Platz

Konstruktionstechnik

3. Platz

Konstruktionstechnik

6 bayern Metall 11/2022


FACHRICHTUNG

METALLGESTALTUNG

1. Platz

Metall gestaltung

1. Platz: Louis Josef Moosecker

Fa. ferrum und form,

Raubling

2001 Odyssee im Weltall von Stanly

Kubrik, diesen Film kennt jeder, denn

er hat Filmgeschichte geschrieben.

Und jeder hat die Szene in Erinnerung

als plötzlich der schwarze Monolit auftaucht.

Diese Szene kann einem einfallen,

wenn man zum ersten Mal das Objekt

von Louis Moosecker sieht.

Ein dunkler prismatischer

Block, der einfach so

da steht. Was ist das,

fragt man sich? Welches

Geheimnis verbirgt er? Einzig ein

Griff im unteren Teil und die drei unterschiedlichen

Ebenen geben

einen Hinweis. Erst wenn wir

die Teile öffnen, gibt der Körper

sein Geheimnis preis. Die

drei Etagen lassen sich seitwärts

drehen und geben den

Blick auf die Konstruktion im

Inneren frei. Die Kohlepfanne im

unteren Teil mit dem Grillrost, im

Mittelteil ein heißer Stein zum

schonenden Garen und eine

Holzplatte ganz oben

als Ablage für das

Grillgut. Die durchgehend

logische

Entwicklung der Gestaltung,

die Multifunktionalität, zusammen

mit der Perfektion

der Verarbeitung, hat die Jury

überzeugt dieser Arbeit den ersten

Platz zuzusprechen.

2. Platz: Elias Ruchay

Fa. Bergmeister Kunstschmiede,

Ebersberg

Nun kommen wir zu einem weiteren

überraschenden Objekt. Überraschung

eine große Qualität gestalterischer Umsetzung.

Auf den ersten Blick meint

man in einem HiFi-Geschäft zu sein. Ist

das ein Vollverstärker für eine Stereoanlage?

Ein Radionachbau aus den

50er- oder 60er-Jahren? Stichwort

Vintage, Retromode, die gerade in ist?

Die falsche Fährte ist gleich erkannt.

Wenn man die beiden Flügel an der

Oberseite öffnet, zeigen sich die Innereien

des Tischgrills. Gitterrost, Kohlerost,

Ascheschale und die Flügel dienen

gleichzeitig als Ablagen. Eine vor

allem durch das Überraschungsmoment

und perfekte Ausführung überzeugende

Arbeit.

3. Platz: Leonhard Seidl

Fa. Die Schmiede Limmer,

Pauluszell

Die Idee, die Leonhard Seidl entwickelt,

ist einfach, aber erzeugt eine beeindruckende

Wirkung. Ein Stahlrohr

wird halbiert und zu einem Quadrat gebogen.

Dabei wölbt sich das Rohr an

den Ecken nach außen und steht damit

schon auf vier Füßen ohne weiteres

Zutun. Eine Konstruktion für Füße erübrigt

sich. Zugleich ergibt sich ein

weiterer Effekt, die Wölbungen wirken

wie Zipfel eines Kissens oder spitze

Ohren. So wird die Schwere des Stahlrohrs

in eine weiche, elastisch anmutende,

angenehme Form überführt.

Einzig durch die konsequente Entwicklung

der Materialgerechtigkeit

entsteht ein neuer

Eindruck. Das weitere,

der Grillrost, die

Kohlenwanne, bleiben

schlicht, einfach und funktionsbezogen.

Nur der Hebel zur

Luftregulierung ist etwas störend

und könnte entwickelt werden.

2. Platz

Metall gestaltung

Was ist der Wettbewerb „Die Gute Form“?

Er ist ein Wettbewerb, ausgeschrieben vom Zentralverband des

Deutschen Handwerks auf Landes- und Bundesebene unabhängig

vom Leistungswettbewerb, der parallel dazu abläuft.

Den von einer Jury Ausgewählten gehört die Anerkennung und Ehre

auf Landes- und nationaler Ebene und es öffnen sich möglicherweise

neue berufliche Wege, die auch mit entsprechenden Förderungen verbunden

sind.

Der Ablauf erfolgt in zwei Schritten: Bestimmung der Landessieger durch

eine Jury aus Vertretern der Landesfachgruppe Metallgestaltung, dann

Ermittlung des Bundessiegers im folgenden Jahr durch eine national zusammengesetzte

Jury aus den Erstplatzierten der Landessieger.

3. Platz

Metall gestaltung

(Laudator: Alfred Weingartner)

bayern Metall 11/2022 7


Ein Stück Afrika in Bayern

Individuelle Schmiedekunst als Raumteiler

Metall und Feuer als Elemente zusammenzubringen

ist schon immer

die Leidenschaft von Kunstschmied

Marcus Wedra gewesen. Mit Sorgfalt

und Gründlichkeit gibt er in seiner

Kunstschmiede Wedra in Waldkraiburg

jedem Werkstück seine

eigene Gestalt. So ist jedes Werk

einzigartig und dazu bestimmt,

seinem Besitzer ein Leben lang

Freude und Glück zu schenken.

So war es auch, als eine Kundin für

ihren Freisitz ein geschmiedetes Dekorband

für ihre Holztrennwand zu den

Nachbarn hin und dazu passend eine

Tür für ein kleines Häuschen, in dem

der Grill untergebracht war, wünschte.

In mehreren persönlichen Gesprächen

vor Ort kam immer wieder das Thema

„Afrika“ vor, da die Kundin dort gerne

im Urlaub war und sich viele Freundschaften

entwickelt haben. Daraus

entwickelte sich die Idee, dieses Thema

in die Arbeit einfließen zu lassen.

Beim Material entschied sich die Kundin

für Bronze wegen der wunderschönen

Optik des Metalls.

Der Rahmen:

Der Rahmen des Dekorbandes wurde

aus Flachmaterial 60x6 gefertigt. Im

ersten Schritt wurden die Teile zugeschnitten

und die Löcher gebohrt, die

Teile dann mit Silberlot hartgelötet. Die

Schwierigkeit bestand darin, dass die

Lötstellen sehr dicht beieinander liegen

und der ganze Rahmen extrem gut

fixiert werden musste, damit er sich

beim Löten durch die Hitze nicht verzieht

und die Lötungen in einem Zug

verlötet werden können.

Das Hauptproblem beim Rahmen war

die Anpassung an das Holz der Holztrennwand,

das sich bei Nässe bis zu

5 cm ausdehnen kann. Hier wurde die

Lösung mittels einer unteren Blende

erreicht, die eine mögliche Ausdehnung

verdeckt und Spielraum für das

Holz lässt.

Akazienbäume:

Diese wurden aus Rundmaterial mit

Durchmesser 6/8/10/12 mm gefertigt.

Jeder einzelne Ast wurde per Hand herausgeschmiedet

und anschließend

mit WIG geschweißt. Das Blätterdach

wurde ebenfalls aus Rundmaterial geschmiedet,

die Blätterstruktur wurde

mit der Hammerfinne hergestellt. Die

filigranen Blätter wurden mit Silberlot

hartgelötet, da sie sehr fein herausgearbeitet

und in verschiedenen Größen

hergestellt sind.

Berge:

Damit die Berge eine plastische Struktur

bekommen, wurde das Rundmaterial

abwechselnd mit der Hammerfinne

und der Hammerbahn geschmiedet.

An den Verbindungsstellen wurde das

Material abgesetzt und hartgelötet.

Sternenhimmel über Afrika:

Der Sternenhimmel wurde aus 3 mm

starkem Tombakblech ausgeschnitten,

verschliffen und anschließend die Sterne

einzeln eingebohrt. Um eine Tiefen-

8 bayern Metall 11/2022


wirkung zu erzielen, wurden für die

Bohrungen verschiedene Durchmesser

verwendet von 1–4 mm.

Löwenköpfe:

Die Löwenköpfe sind ein Eigenentwurf

und entstanden aus mehreren Freihandskizzen.

Die Kopfform wurde aus

Tombakblech ausgeschnitten und anschließend

mit selbstgemachten Punzen

(Schlagwerkzeuge) die Konturen

eingeschlagen. Die Mähne wurde daraufhin

mit der Hammerfinne in das

Blech eingearbeitet. Um die Mähne

mit einem 3-D-Effekt darstellen zu

können, wurden einzelne Haarteile aus

einem Rundmaterial einzeln ausgeschmiedet

und mit Silberlot auf den

Löwenkopf aufgelötet. Viel Zeit beanspruchte

das exakte Verschleifen

aller Teile per Hand, um die Glasschicht

vom Löten zu entfernen. Jeder

der Löwenköpfe ist in seiner Gesamtheit

eine eigene Anfertigung und ein

Unikat, lediglich die Umrisse wurden

mittels einer handgezeichneten Schablone

übernommen.

Finish der Oberflächen:

Metallisch blank gemacht wurden die

Oberflächen durch 83%-ige Salzsäure.

Im nächsten Arbeitsschritt wurden

diese mit Messingbürste und Schleifpapier

Korn 320 überarbeitet.

Zum Abschluss wurden alle Oberflächen

brüniert und mit einem Flies die

Tiefe herausgearbeitet.

Die Ausführung:

Kunstschmiede Wedra

Marcus Wedra

Paul-Becker-Straße 1

84478 Waldkraiburg

www.kunstschmiede-wedra.de

Die Ausführung dauerte mehrere Wochen

und wurde immer wieder mit der

Kundin vor Ort durchgesprochen. Der

Kunstschmied Marcus Wedra

hat die einzelnen Teile immer

wieder auf der Werkbank im

Rohzustand neu angeordnet,

um so die harmonischsten

Gesamtbilder entstehen

lassen zu können. Die fertige

Komposition des Dekorbandes

ist nicht nur funktional als Sichtblende

der Holztrennwand zu betrachten,

sondern als ein Gesamtkunstwerk

mit großem Detailreichtum. Die Tür zum

Grillhäuschen wurde entsprechend passend

dazu mit Akazienbäumen, Bergen

und einer großen Sonne

gestaltet und macht aus

den beiden Stücken ein

Gesamtwerk.

„Diese Auftragsarbeit war

für mich eine großartige

Gelegenheit, viele spezielle

Facetten des Schmiedehandwerks

von der Gestaltung

bis zur Ausführung

einbringen zu können und

zeigt die Vielseitigkeit dieses

Berufes“, so Marcus Wedra.

Save the

date

25.05. bis

27.05.23

Landesverbandstag 2023 in Berchtesgaden

bayern Metall 11/2022 9


FEINWERKTECHNIK

Smarte Spannbacke

Ab sofort wird smart gespannt: Röhm, der Spann- und Greifmittelspezialist

mit Sitz in Sontheim an der Brenz (Baden-Württemberg), präsentierte

seine Weltneuheit iJaw, die erste Spannbacke überhaupt, die mit Sensorik

und kabelloser Datenübertragung ausgestattet ist. So lässt sich direkt

während der spanenden Bearbeitung die Spannkraft in Echtzeit messen.

Die Datenübertragung an ein Gateway erfolgt über den Industriestandard

IO-Link Wireless.

Anwender eine ganze Reihe an Vorteilen.

Das fängt bei einer höheren Maschinenverfügbarkeit

an, weil sich die

Rüstzeiten reduzieren und die Bearbeitungsprozesse

beschleunigen lassen.

Dadurch reduzieren sich auf der einen

Seite die Teilekosten, während auf der

anderen Seite die Teilequalität steigt.

Das ist Prozessoptimierung pur und

ein echter Meilenstein in der Digitalisierung

der Fertigung. Insgesamt läuft die

sensorgesteuerte Werkstückbearbeitung

natürlich viel sicherer ab als eine,

bei der herkömmlich manuell nach Gefühl

aufgespannt wurde“, sagt Gerhard

Glanz, CEO der Röhm GmbH.

Sicherheit auch bei dünnen

Werkstücken

Aufbau der sensorisierten Spannbacke iJaw von Röhm.

Toll für alle Werkzeugmaschinenhersteller:

Sie können die smarte Spannbacke

iJaw von Röhm ab sofort über

die sogenannte HMI-Anbindung komplett

in die Steuerung der Erstausstattung

(OEM) ihrer Werkzeugmaschinen

integrieren. Über die „On-Premises“-

Variante können bestehende

Werkzeugmaschinen auch zu

einem späteren Zeitpunkt problemlos

ein Upgrade ins smarte

Spannbackenzeitalter erhalten.

Der iJaw-Entwicklungspartner

DMG Mori ist von den Funktionalitäten

so begeistert, dass

sich seine Werkzeugmaschinen

mittlerweile mit iJaw konfigurieren

lassen. Weitere Partner wie

WFL Millturn, Mazak und Emco

präsentieren auf der AMB

ebenfalls Maschinen mit iJaw-

Anwendungen.

(Fotos: Röhm)

Revolution in der Metallbearbeitung

„Mit der iJaw revolutionieren wir den

Fertigungsprozess in der Metallbearbeitung

nachhaltig. Denn die Echtzeitmessung

der Spannkraft während des

Bearbeitungsprozesses bringt dem

Vorbei sind also die Zeiten, in denen

die Spannkraft teils höher als nötig eingestellt

wurde, um „auf Nummer sicher“

zu gehen. „Gerade bei dünnwandigen

Bauteilen oder empfindlichen

Oberflächen ist das bekanntlich kontraproduktiv,

denn hier führt eine zu hohe

Spannkraft schnell zum Verformen

oder gar zum Verdrücken des Werkstücks.

Mit der exakten sensorgesteuerten

Bearbeitung kann man den Ausschuss

deutlich reduzieren“, so Glanz.

So funktioniert die iJaw: Die über einen

Spanneinsatz eingeleiteten Kräfte werden

von einem integrierten Sensor erfasst

und die Daten entsprechend verarbeitet.

Die iJaw misst dabei nicht nur die

tatsächlich anliegenden Kräfte der Innen-

und Außenspannung, sondern

auch die eigene Temperatur.

Auch der Ladestatus des

Akkus wird stets angezeigt. Sofern

Daten der Druckanzeige verfügbar

sind, können über die

iJaw auch der Zustand und der

Wirkungsgrad des Kraftspannfutters

überwacht werden. Die

iJaw misst in Echtzeit während

der Bearbeitung. Dazu ist sie

Mit der App „iJaw Mobile“ wird

die iJaw gesteuert und

Spannkraftdaten werden in

Echtzeit sichtbar.

10 bayern Metall 11/2022


entsprechend robust aus gehärtetem

Stahl und wasserdicht (IP 68) ausgeführt.

Zum Schutz gegen glühende Späne

hat die Sendeantenne eine Abdeckung

aus Hochtemperaturkunststoff.

Gateway als Daten-Hub

Die gemessenen Daten überträgt

die iJaw kabellos über das robuste

IO-Link Wireless Protokoll mit einer

hohen Abtastrate von 100 Hz an

ein Gateway. Das Gateway besteht

aus einem Industrie-PC für Datenverarbeitung

und Schnittstellen, sowie

dem IO-Link Wireless Master. Das

Gateway kommuniziert über die IO-

Link Wireless Technologie mit der iJaw.

Über die integrierte LAN-Schnittstelle

gelangen die Daten via Ethernet zu einem

Rechner und werden dort weiterverarbeitet.

Natürlich können die Daten

auch direkt auf der Maschine weiterverarbeitet

werden. Dazu wird das

Gateway über die integrierte Profinet-

Schnittstelle mit der Maschine verbunden.

Die Maschinensteuerung kann die

Daten in Echtzeit weiterverarbeiten

und am Maschinenpanel anzeigen.

Das universelle iJaw-Gateway von

Röhm verwendet ausschließlich Standardprotokolle

und Schnittstellen. Deren

Spezifikation ist frei zugänglich.

Weitere Sensoren – eigene oder auch

von Drittanbietern – können ohne zusätzliche

Hardware mit dem universellen

Gateway eingebunden werden.

Nachrüstung leicht gemacht

Werkzeugmaschinen lassen sich bald

sehr einfach mit der iJaw nachrüsten.

Verfügbare

Geometrien

der iJaw.

Dazu benötigen die Anwender neben

den sensorisierten Spannbacken nur

das Gateway, einen Industrie-PC sowie

ein Medium zur Visualisierung der

gemessenen Daten. Das kann ein lokaler

PC oder ein mobiles Tablet sein. Die

Steuerung des Systems erfolgt dann

durch die Web-App iJaw Mobile, welche

die Verbindung zwischen der iJaw

und dem Gateway herstellt. „Über iJaw

Mobile können die Anwender dann

Aufträge anlegen, ihre Backen verwalten

und natürlich erhalten Sie auch

Warnmeldungen, zum Beispiel, wenn

die Minimalspannkraft unterschritten

wird“, erklärt Glanz.

Der digitale Fingerabdruck der

Bearbeitung

Wer will, kann das iJaw-System in naher

Zukunft optional auch in der Cloud

betreiben. Das ermöglicht zusätzliche

Funktionen wie Prozess- oder Produktivitätsanalysen

und die Dokumentation

großer Mengen an Messdaten. Mit

der App iJaw Mobile können Anwender

so von überall auf die

Daten zugreifen und Bearbeitungsparameter

auswerten

oder sich Warnmeldungen

anzeigen lassen.

„Gerade bei der Produktion

von dokumentationspflichtigen

Bauteilen

wie zum Beispiel in der

Luft- und Raumfahrttechnik

ist das natürlich ein

hochinteressantes Feature. Die

iJaw archiviert quasi den digitalen Fingerabdruck

der Bearbeitung“, so

Glanz.

Flexibel einsatzbar

Die iJaw lässt sich auf allen Drehfuttern

mit einer passenden (Standard-)

Backenschnittstelle wie jede andere

Spannbacke montieren und einsetzen.

Zur Markteinführung gibt es die iJaw

als einstufige Backe, Zweistufenbacke

und Blockbacke für Drehfutter mit Geradverzahnung

in den Größen 260, 315

und 400 sowie eine spezielle Backe für

Planscheiben. Ein passendes Drehfutter

von Röhm ist das Kraftspannfutter

mit Backenschnellwechselsystem Duro-A

RC. Zur Anpassung der Backen

an unterschiedliche Werkstückgeometrien

gibt es verschiedene, wechselbare

harte und weiche Spanneinsätze,

die mit Schrauben auf der Backe arretiert

werden.

Weitere Informationen unter

www.roehm.biz

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bayern Metall 11/2022 11


METALLBAUTECHNIK

Schneller in die Notaufnahme –

Heli-Port mit R30 durch Feuerverzinken

Das Dr.-Panofsky-Gebäude des Klinikums Chemnitz erhielt im Jahr 2021

einen Dachlandeplatz für Rettungshubschrauber. Damit wurde eine

schnellere und verbesserte Versorgung von Schwerverletzten möglich,

die nun auf direktem Weg vom „Heli“ in die Notaufnahme gebracht

werden können. Für das Tragwerk des Hubschrauber-Landedecks kam

feuerverzinkter Stahl zum Einsatz, der die Konstruktion dauerhaft vor

Korrosion schützt und zudem die geforderte Feuerwiderstandsdauer von

30 Minuten (R30) gewährleistet.

Brandschutz inklusive: Das feuerverzinkte Stahl-Tragwerk des Hubschrauber-Landedecks erfüllt

die R30-Anforderungen. (Fotos: Architektur- und Ingenieurbüro Dr. h.c. Heiko W. Sünderhauf)

Folge, dass für die Errichtung des Landedecks

nur in den Innenstützen des

Bestandsbaus ausreichende Tragreserven

vorhanden waren. Das Tragraster

des Landedecks musste somit mit

dem des Bestandes zusammenfallen,

so dass eine zentrische Anordnung

über dem Gebäude sinnvoll war. Ein

weiterer Grund für eine zentrische Anordnung

war die aufgeständerte Bauweise

zur Minimierung der Luftwirbel

aus Windwirkung an den Traufkanten.

Auch war gefordert, den bestehenden

Lichthof und die Lichtkuppeln zu erhalten.

Aufgrund dieser Rahmenbedingungen

war eine leichte, werksgefertigte,

hochbelastbare und nichtbrennbare

Konstruktion mit geringen Maßtoleranzen,

die zudem witterungsbeständig,

kostengünstig und wartungsarm

sein sollte, die optimale Lösung für das

Landedeck. Diese Anforderungen für

die Tragkonstruktion erfüllte nur der

Werkstoff Stahl, der durch Feuerverzinken

witterungsgeschützt werden

sollte. Die Landeplattform selbst wurde

zur Gewichtsreduktion aus Aluminium-Paneelen

hergestellt.

Der neue Dachlandeplatz in einer Höhe

von ca. 18 Metern entspricht modernsten

Sicherheitsstandards. Seine quadratische,

beheizte Landeplatzfläche mit

einer Seitenlänge von 28 Metern ermöglicht

Flugbetrieb bei Tag und bei Nacht.

Die eigentliche Start- und Landefläche

beschreibt ein Quadrat von 21 Metern

Seitenlänge, das sich mittig zentriert auf

der Plattform befindet. Die Konstruktion

darf jeweils von einem Hubschrauber

mit einer maximalen Startmasse von 6

Tonnen genutzt werden.

Das Dr.-Panofsky-Gebäude wurde

als Fertigteil-Stahlbeton-Skelettbau im

Jahr 1980 errichtet und 1995 umge-

baut und komplett saniert. Im Rahmen

der Umbauarbeiten wurde im Zentrum

der Grundfläche ein Lichthof über 2

Etagen nachgerüstet. Dies hatte die

Konstruktionsseitig stellte der Erhalt

des Lichthofes und der Lichtkuppeln

eine besondere Herausforderung dar,

da dies einen definierten Feuerwiderstand

der Haupttragglieder des Lan-

Mehr Infos und Bemessungstools

zum Brandschutz durch

Feuerverzinken: www.feuerverzinken.com/brandschutz

Leicht, werksgefertigt, hochbelastbar, nichtbrennbar: die feuerverzinkte Stahlkonstruktion.

12 bayern Metall 11/2022


dedecks erforderlich machte. Das mit

der Planung und Ausführung des Landedecks

beauftragte Architektur- und

Ingenieurbüro Dr. h.c. Heiko W. Sünderhauf

versuchte zunächst das Tragwerk

ohne Feuerwiderstand gemäß

DASt-Richtlinie 019 „Brandsicherheit

von Stahl- und Verbundbauteilen in

Büro- und Verwaltungsgebäuden“

nachzuweisen, was nicht mit ausreichender

Sicherheit gelang. Aus diesem

Grund wurde vorerst die Realisierung

eines Feuerwiderstandes von 30

Minuten durch Beschichtung oder

Verkleidung geplant, wobei beide Varianten

für den Einsatzzweck nicht

elegant und kostengünstig zu realisieren

sind.

Aufgrund einer recht langen behördlichen

Genehmigungsphase wurde

nach der Veröffentlichung der DASt-

Richtlinie 027 „Ermittlung der Bauteiltemperatur

feuerverzinkter Stahlbauteile

im Brandfall“ unter Berücksichtigung

der Feuerverzinkung neu gerech-

Der Erhalt des Lichthofes machte einen

definierten Feuerwiderstand der Haupttragglieder

des Landedecks erforderlich.

net und der Nachweis erbracht. Die

durchgeführte Heißbemessung gemäß

DIN EN 1993-1-2 zeigte, dass die feuerverzinkte

Stahlkonstruktion des Landedecks

aus HEA 340- und HEA

450-Profilen einen Feuerwiderstand

von 30 Minuten sicherstellt. Durch den

Einsatz der Feuerverzinkung konnte

auf passive Brandschutzmaßnahmen

verzichtet werden und damit Kosten

und Ressourcen dauerhaft eingespart

werden.

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Für eine moderne und attraktive Metallausbildung

Digitales Lernkonzept EDUCATION4.0 im Fokus

EDUCATION4.0 gemeinsam

entwickelt und vorgestellt

Mit EDUCATION4.0 überführt WEILER

und KUNZMANN die Metallausbildung

ins digitale Zeitalter. Der Gamification-

Ansatz mit Inhalten und Mechanismen

von Onlinespielen und Animationssoftware

ermöglicht einen spielerischen

Zugang zu den interaktiven Fachinhalten

in der Zerspanung.

Die Maschinenbauer wollen so internetaffine

Jugendliche für die Metallausbildung

interessieren und dem

Fachkräftemangel entgegenwirken.

Außerdem können Auszubildende

Lerninhalte selbstbestimmt, jederzeit

und an jedem Ort lernen.

EDUCATION4.0 präsentierten die Partnerunternehmen

auf der AMB als Lernmedium

zum Ausprobieren und Mitmachen.

Den Besuchern stand die digitale

Lernplattform mit digitalem Maschinenzwilling,

vielen Inhalten und

Tutorials ebenso zur Verfügung wie

speziell konfigurierte EDUCATION4.0

Dreh- und Fräsmaschinen. Sowohl die

konventionellen Präzisions-Drehmaschinen

Primus VCPlus, Condor

VCPlus und Praktikant VCPlus als

auch die CNC-bedienbaren Fräsmaschinen

WF 410 MC und WF 610 MC

sind in der Version EDUCATION4.0

verfügbar.

Weitere Informationen unter

www.weiler.de oder www.

kunzmann-fraesmaschinen.de.

bayern Metall 11/2022 13


Starke Sägelösungen für Metallbau, Stahlbau und Zerspaner

• Automatisierung und vernetztes Sägen mit dem Doppelgehrungsautomaten MEBAeco 335 DGA-1000

• Automatisierung auch für kleine Betriebe: Geradschnittautomat MEBApro 300A mit Roboter

MEBA zeigte sich auf der AMB 2022 und präsentierte beim internationalen

Branchentreff die Mannschaft der MEBA Metall-Bandsägemaschinen

GmbH. Sie hatten starke Sägelösungen für unterschiedliche Anwender

aus dem Metallbau, dem Stahlbau oder der Zerspaner-Branche im Gepäck.

Herzstück der Sägelösungen sind hochwertige Metall-Bandsägen,

Geradschnitt- und Doppelgehrungsmaschinen, für völlig unterschiedliche

Aufgaben. Diese können individuell automatisiert, digitalisiert oder anderweitig

ergänzt werden.

(Fotos: MEBA)

Der 90° Automat MEBApro 300A

rockt mehr Aufträge in kürzerer Zeit

Die Baureihe MEBApro steht für Hightech

auf engstem Raum. So erhalten

auch Betriebe mit geringeren Platzverhältnissen

eine Sägelösung mit wert-

vollen Vorteilen: Steigerung der

Produktivität und Senken der

Kosten pro Schnitt. Der Geradschnittautomat

zeigt sich kompakt,

eingehaust und vollgepackt

mit intelligenter Technik. Diese

führt zu einer hohen Schnittqualität

für die nachfolgenden

Prozesse. Nacharbeitsaufwände

werden reduziert.

Der Sägeprozess verläuft reibungslos

mit hoher Prozesssicherheit

und dadurch

schnell. Die Reststücke werden

auf ein Minimum reduziert,

was einen deutlichen

Einfluss auf die Materialkosten

hat. Die einfache Handhabung des Automaten

tut ihr übriges für einen insgesamt

produktiven Sägeablauf. Mit

Schnittbereichen von 300 mm bei 90°

rund und 300 x 300 mm bei 90° flach,

trifft MEBApro 300A ein breites Einsatzgebiet.

Die Maschinenverkleidung,

ein Sicherheitstunnel sowie Spritzschutzbleche

sorgen für ein hohes

Maß an Sicherheit. Großdimensionierte

Revisionsöffnungen ermöglichen eine

gute Zugänglichkeit für Serviceund

Wartungsarbeiten. Ein weiteres

großes Plus bei diesem Mitglied der

MEBApro Familie ist die intelligente

MEBA 7-Zoll-Steuerung, die sich intuitiv

bedienen lässt. Der Automat ist einfach

in Betrieb zu nehmen und erfordert

einen sehr geringen Schulungsaufwand.

Einfacher Einstieg in die Automation

und Industrie-4.0-Lösungen

für jede Betriebsgröße

Automation gewinnt immer weiter an

Bedeutung, bietet sie doch enorme

Benefits, egal für welche Betriebsgröße.

Mit MEBApro Automaten finden

auch kleinere Betriebe den einfachen

Weg in die Automation. In Stuttgart

spielte der 90° Automat im Duett mit

Kollege Roboter. Viele Arbeitsschritte

rund ums Sägen werden über die

Kombination MEBApro und MEBArobots

automatisiert. Der Roboter ist mit

der Maschine vernetzt und arbeitet seine

Aufgaben wie Teileentnahme, Reinigung

oder sortiertes Ablegen zuverlässig

ab. Auch weitere Prozessschritte

sind mit dem Roboter möglich. Schnelle

Wechsel für verschiedene Abmessungen

von Teilen sind problemlos und

in nur 5 Minuten möglich. Betriebe erhalten

deutlich mehr Flexibilität für die

MEBA Säge-Roboter-Lösung.

Das Flaggschiff der Doppelgehrungstechnik: Doppelgehrungsautomat

MEBAeco 335 DGA-1000 für Automatisierung und vernetztes Sägen.

14 bayern Metall 11/2022


Produktions- und Personalplanung,

Fachkräftemangel kann ausgeglichen

werden, es entsteht ein immer gleichbleibendes

Arbeitsniveau und eine höhere

Produktivität.

In letzter Konsequenz bietet MEBApro

auch die Option, zukünftige Industrie-

4.0-Lösungen zu nutzen und Anwendern

die Chance, von den vielen daraus

entstehenden Vorteilen zu profitieren:

Durchgängige Transparenz der

Maschinenzustände, geringerer Aufwand

an Fachpersonal, Frühzeitige

Reaktion auf mögliche Störungen, Bedienungshilfe

von außen und Fernwartung

oder flexibler Einsatz der Maschinen

(24/7) sind nur einige.

Doppelgehrungsautomat

MEBAeco 335 DGA-1000

MEBAeco ist mit seiner patentierten

Doppelgehrungstechnik seit Jahrzehnten

immer noch einen Schritt voraus.

Die Baureihe wurde stetig weiterentwickelt.

Der Erfahrungsvorsprung führt

bei bestem Kosten-Nutzen-Verhältnis

zu besten Ergebnissen Ihrer Sägeaufgabe.

Mit den Automaten der Baureihe

MEBAeco kann inzwischen auch ein

enorm hoher Grad an Automatisierung

erreicht werden.

Weitere Informationen finden Sie

unter www.meba-saw.com.

Zuletzt wurden die Doppelgehrungsautomaten

MEBAeco 335 DGA-1000 vor

allem auch in Richtung Digitalisierung

deutlich aufgerüstet. Die vielseitigen

Automaten für den Serienschnitt wurden

durch neue Features und optional

durch eine in Funktion und Design neue

Steuerung ergänzt. Diese Steuerung

kann vernetzt werden und bietet diverse

Optionspakete, wie zum Beispiel

den Teleservice zur Fernwartung, die

Einstellung von Sägeprogrammen in

der AV oder den Import von Sägeprogrammen

aus CAD mit DSTV-Schnittstelle

und Datenexport. Damit transportiert

der Doppelgehrungsautomat ein

bedeutendes Thema: MEBAconnect,

die Digitalisierung beim Sägen.

Weiterentwicklung macht TRUMPF Nibbler noch produktiver

TruTool N 700 mit höherer Arbeitsleistung und verbesserter Ergonomie

Das Geschäftsfeld Elektrowerkzeuge von TRUMPF hat ein „Facelift“

seines erfolgreichen Nibblers TruTool N 700 auf den Markt gebracht und

ihn in mehrfacher Hinsicht optimiert. Das häufig im Abbruch und bei der

Demontage verschiedener Tanks eingesetzte Werkzeug verfügt nun über

einen 1700 Watt starken Motor mit Überlastschutz, der eine konstante

Drehzahl unter Last gewährleistet und eine hohe Durchzugskraft hat.

Er trennt bis zu sieben Millimeter dicke Bleche mit einer auf 1,3 m/min

erhöhten Arbeitsgeschwindigkeit – ohne Leistungsabfall. Ein klarer

Vorteil für die Produktivität des Nibblers.

Die Entwickler von TRUMPF haben

aber nicht nur die Leistungsfähigkeit

des Demontagewerkzeugs optimiert,

sondern auch großen Wert auf die Ergonomie

gelegt, damit Anwender lange

und ermüdungsfrei arbeiten können.

Entscheidend dafür: Mit 7,7 kg ist

der neue N 700 um 650 Gramm bzw.

acht Prozent leichter als sein Vorgängermodell

und mit 42,6 cm um 4,2 cm

kürzer. Zudem verfügt der Motor über

einem Sanftanlauf, der harte Rückschläge

beim Einschalten verhindert.

Als besonders interessanten Pluspunkt

bezeichnet TRUMPF darüber hinaus

den universellen Handgriff, der sich für

alle Anwendungsfälle bestens eignet.

Den Konstrukteuren ist es gelungen,

durch eine neue Form und Anbringung

am oberen Gehäuseteil die Störkonturen

auf ein Minimum zu reduzieren. Dadurch

ist die Maschine sehr schlank,

was das Arbeiten unter engen Platzverhältnissen

erleichtert. Schöner Nebeneffekt:

Der Nibbler lässt sich mit

dem neuen Handgriff gut und stabil

abstellen.

Alle beim Vorgängermodel des N 700

bereits bekannten Vorteile bleiben erhalten.

Der Vierkantstempel sorgt für

höchste Profilgängigkeit und erlaubt

Schnitte über Bleche mit Sicken und

Kanten mit bis zu 90 Grad. Dabei kann

er in vier Richtungen geführt werden.

Das Umstellen in 90-Grad-Schritten

geht – dank der freiliegenden Drehverriegelung

ohne Störkonturen – werkzeuglos

und blitzschnell.

Durch die generellen Eigenschaften

der kalt-trennenden Nibbler-Technologie

und die weiteren Verbesserungen

eignet sich das neue TruTool N 700 von

TRUMPF ideal für Abbrucharbeiten

jeglicher Art. Es fliegen keine glühenden

Späne, es entstehen keine giftigen

Dämpfe oder andere Emissionen. Zudem

sind die Vibrationen gering, die

Verschleißkosten niedrig, und der Umgang

mit Nibblern ist ungefährlich.

TRUMPF hat seinen Nibbler TruTool N 700

weiter verbessert: Ein neuer Motor erhöht die

Arbeitsgeschwindigkeit ohne Leistungsabfall,

ein neuer Handgriff macht die Maschine

extrem schlank und Gewicht und Abmaße

wurden spürbar reduziert. (Foto: TRUMPF)

Sollten die sieben Millimeter Blechdicke

nicht ausreichen, können Abbruchspezialisten

und andere Handwerker

übrigens auch auf den großen

Bruder dieses Werkzeugs ausweichen:

Das TruTool N 1000 schneidet problemlos

bis zu 10 mm dicke Bleche.

Weitere Informationen finden Sie

unter www.trumpf.com.

bayern Metall 11/2022 15


Innovativer Verschleißschutz durch Pulvermetallurgie

Forscher der FH Münster entwickeln im Projekt „Ultra-Coat“ neuartiges Beschichtungssystem

Dieses weiterentwickelte pulvermetallurgische

Beschichtungsverfahren befindet

sich noch im Prototypstadium.

Die Altenburger Maschinen Jäckering

GmbH aus Hamm sieht darin großes

Potenzial für die von ihr hergestellten

Luftwirbelmühlen und hat sich deshalb

an die Wissenschaftler gewandt. Das

Unternehmen möchte mit dem Projekt

neue Technologien und Lösungen für

seine aktuellen Problemstellungen finden.

Nun läuft „Ultra-Coat“ ergebnisoffen

für zwei Jahre im Labor Werkstofftechnik,

Fügetechnik, Oberflächentechnik.

Das Team entwickelt darin die

Technologie somit speziell für das Unternehmen

weiter und wendet diese

auf die Luftwirbelmühlen an.

Die beschichteten Bauteile kommen glühend aus dem Ofen.

Es wird heiß im Labor, als sich der

Kammerofen öffnet und Jan Philipp

Berges eine Probe daraus entnimmt.

Das Stück Metall glüht gelb und rot

auf, dann löscht der Student es im

Wasser ab. Bei mehr als 1.000 Grad

Celsius verbinden sich die in der aufgetragenen

Paste enthaltenen Pulverpartikel

zu einer einheitlichen, metallischen

Schicht auf der Oberfläche des

Bauteils, die es künftig vor Verschleiß

schützen soll – eine Technik, die Prof.

Dr. Jürgen Peterseim und Dr. Tobias

Schniedermann mithilfe von Studierenden

am Fachbereich Maschinenbau

der FH Münster erforschen. Im durch

den Industriepartner Altenburger Maschinen

Jäckering GmbH finanzierten

und von ihm beauftragten Projekt „Ultra-Coat“

entwickelt das Team diese

Beschichtungstechnologie weiter.

Dem Vorhaben liegt die Idee des von

Peterseim 2004 erfundenen HardPaint

zugrunde – eine Beschichtungstechnologie,

die die Verschleißbeständigkeit

von Maschinen und Anlagenbauteilen

erhöht. Die Hochschule hat dieses

Verfahren patentiert, seitdem wird

es kontinuierlich weiterentwickelt.

„Wir stellen aus speziellen Metallpulvern

eine Paste her, die wir auf Bautei-

(Foto: FH Münster/Frederik Tebbe)

len aufbringen und durch zusätzliche

Anwendung einer glasartigen Oxidationsschutzschicht

im Ofen einschmelzen.

So bildet sie einen geometrieunabhängigen

Schutz auf der Oberfläche

von metallischen Bauteilen“, erklärt

Schniedermann.

Mehr Informationen zum

Fachbereich Maschinenbau

unter www.fh-muenster.de/

maschinenbau.

Mehr zum Labor Werkstoff technik,

Fügetechnik, Oberflächentechnik

unter www.fh /muenster.

de/maschinenbau/labore/

werkstofftechnik/1200

In den Mühlen werden Materialien zerkleinert

– und zwar einerseits durch die

darin verbauten Mahlwerkzeuge und

andererseits, indem sie in einem Luftstrom

erfasst werden und aufeinanderprallen.

„Diese Mühlen werden weltweit

für die Vermahlung unterschiedlichster

Stoffe eingesetzt. Sie könnten

insbesondere im Bereich des Recyclings

von Abfallstoffen neue Möglichkeiten

eröffnen und so einen großen

Beitrag zur Verbesserung von Stoffkreisläufen

und Nachhaltigkeit leisten“,

so Schniedermann. Denn ein großes

Problem bestehe darin, dass die oftmals

sehr inhomogenen Abfallstoffe,

die für ein effizientes Recycling vermahlen

werden müssen, zu extremem

Verschleiß führen. „Durch eine neuartige

Zusammensetzung sowie die Verwendung

einer Paste kann flexibel auf

den komplexen Verschleißangriff reagiert

werden, sodass wir eine Art

,maßgeschneiderte‘ Beschichtung für

den jeweiligen Abfallstoff entwickeln

können. So soll eine wirtschaftliche

Verarbeitung von Abfallstoffen zu Wertstoffen

gelingen.“

Im April ist „Ultra-Coat“ gestartet.

Während Peterseim und Schniedermann

die Technologie weiter erforschen

und optimieren, führen die studentischen

Projektteams im Labor

Untersuchungen und Recherchearbeiten

durch. Auf der Grundlage der

Ergebnisse sollen dann erste Bauteile

beschichtet und im Einsatz geprüft

werden. Schniedermann ist extra für

das Projekt zurück an die FH Münster

gekehrt, an der er studiert und in Kooperation

mit der Bergischen Universität

Wuppertal seine Dissertation geschrieben

hat. „Wenn das Verfahren

ausgereift ist, könnte es viel Potenzial

und ein sehr breites Anwendungsfeld

in der Industrie haben. Dass wir hier

an etwas arbeiten, das später wirklich

auf dem Markt angewandt werden

und dazu beitragen könnte, bislang

ungenutzte Abfallstoffe zu wertvollen

Rohstoffen aufzubereiten, reizt mich

sehr.“

16 bayern Metall 11/2022


Optimale Mensch-Roboter-Kollaboration

QINEO ArcBoT

Branchenübergreifend stehen Unternehmen vor der

zunehmenden Herausforderung, qualifizierte Handschweißer

zu finden. Der Fachkräftemangel und die

steigenden Lohnkosten erschweren dies zusätzlich.

Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Qualität,

Flexibilität und Effizienz kontinuierlich. Um die Wettbewerbsfähigkeit

zu sichern, sind neue Lösungsansätze

gefragt.

Das Cobot-Schweißsystem QINEO ArcBoT bietet einen einfachen

Einstieg in die Welt des automatisierten Schweißens.

Mit dem QINEO ArcBoT schweißen Anwender auch kleine

Losgrößen wirtschaftlich und in gleichbleibend hoher Qualität.

Die Hightech-QINEO-Schweißstromquelle und der

hochpräzise Cobot ergänzen sich dabei perfekt.

Das kompakte „Ready to weld“-Komplettpaket wird vollständig

schweißfertig ausgeliefert. Dies gewährleistet eine

problemlose Integration in bestehende Fertigungsabläufe.

Durch einen Drehmomentsensor in jeder Achse lässt sich

der Cobot exakt programmieren und verfahren. Die intuitive

Bedienung steigert die Arbeitseffizienz erheblich.

Individuelle Anpassungen kann der Anwender auf dem benutzerfreundlichen

Touch-Bedienfeld mit speziell für das

Schweißen entwickelten Makros vornehmen. Zudem garantieren

die Freedrive-Möglichkeit mit Fußschalter und das intelligente

Sicherheitskonzept eine feinfühlige und sichere

Steuerung des Cobots. Eine weitere Besonderheit ist der

einfache Restart nach einem Not-Halt, da kein aufwendiges

Entsperren oder Freifahren des Roboters notwendig ist.

Neben der Entlastung der Mitarbeiter – insbesondere bei

monotonen, repetitiven Aufgaben – profitieren die Anwender

von exzellenten Schweißergebnissen durch die gleichbleibende,

reproduzierbare Qualität. Die integrierten Sicherheitskomponenten

gewährleisten den erforderlichen Personenschutz.

Optional kann der QINEO ArcBoT mit einer brennerintegrierten

Schweißrauchabsagung ausgestattet werden.

Eine externe Absaugung ist dann nicht notwendig.

Die intuitive Bedienung steigert die Arbeitseffizienz erheblich.

CLOOS bietet Anwendern eine Vielzahl an Innovationen, um

auch kleine Losgrößen wirtschaftlich automatisiert zu

schweißen. Egal ob der neue QINEO ArcBoT, die kompakten

QIROX Compact Cells, das automatische Programmiersystem

QIROX RoboScan oder die Offline-Programmiersoftware

RoboPlan – CLOOS unterstützt die Anwender dabei,

ihre individuelle Lösung für das Schweißen von kleinen

Stückzahlen zu finden.

Mehr Informationen unter www.cloos.de.

Besuchen Sie uns •

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bayern Metall 11/2022 17


STEUERN & FINANZEN

Schütze deine #Lieblingsmenschen:

Mit der Deutschen Handwerker RisikoLebensversicherung

Das Glück kann man nicht festhalten – doch wir können schützen, was

uns am Herzen liegt. Wer seinen Lieblingsmenschen verliert, leidet

nicht nur durch große Trauer, sondern kämpft allzu oft auch mit finanziellen

Problemen. Aus diesem Grund ist gerade für junge Familien und

hauptverdienende Betriebsinhaber das Thema der Hinterbliebenenabsicherung

wichtig. Um für den Ernstfall vorzusorgen, bietet sich die

Risikolebensversicherung des Münchener Verein an. Mit vielen Sonderleistungen

für Metaller.

(Foto: Jenko Ataman/AdobeStock)

Ehrenamt wird honoriert

Und noch ein Bonus wartet auf ehrenamtlich

tätige Handwerker. Personen,

die ein Ehrenamt beispielsweise in einer

Innung oder Kreishandwerkerschaft

ausüben oder Mitglied eines

Prüfungsausschusses sind, erhalten

eine um zehn Prozent höhere Versicherungssumme,

wenn das Ableben in

Folge der Ausübung des Ehrenamtes

eintritt.

Auch bei Krankheit für Sie da

Ist eine Heilung aus Sicht eines Facharztes

nicht mehr möglich und eine Lebensdauer

von nur noch drei Monaten

zu erwarten, haben Handwerker die

Möglichkeit, die versicherte Summe

bereits vorab ausgezahlt zu bekommen.

Diese kann dann genutzt

werden, um die restliche

Lebenszeit angenehmer

zu gestalten oder letzte, verbleibende

Wünsche zu ermöglichen.

Top-Preise dank Beruf- und

Meister-Bonus für Metaller

Flexibler und hochwertiger Schutz zu

einem attraktiven Preis. Die Deutsche

Handwerker RisikoLebensversicherung

hält, was der Name verspricht.

Denn mit speziellen Boni profitieren

besonders Handwerker von günstigen

Beiträgen.

So sparen Metallbauer mit dem Berufs-Bonus

bei den Beiträgen. Meister

bekommen zudem durch

den Meister-Bonus Rabatt.

Sichert ein 30-jähriger

verheirateter Metallbaumeister

mit zwei Kindern

seine Familie also

mit 100.000 Euro ab und

die Laufzeit beträgt 20

Jahre, zahlt er als Nichtraucher

durch den Meister-Bonus

statt 6,93 Euro monatlich

nur noch 5,82 Euro.

Sie möchten mehr erfahren?

Mehr Informationen finden

Sie hier: www.muenchenerverein.de/lieblingsmensch

Oder kontaktieren Sie

Ihren Ansprechpartner

beim Münchener Verein:

Mansoer Weigert – Vorstandsbevollmächtigter

Geschäftsbereich

Handwerk

Tel. 089 5152-2579, E-Mail: weigert.

mansoer@muenchener-verein.de

Münchener Verein

Pettenkoferstraße 19

80336 München

info@muenchener-verein.de

www.muenchener-verein.de

18 bayern Metall 11/2022


Sinkende Loyalität in Handwerksbetrieben

Unternehmensberater erklärt, was Handwerksbetriebe jetzt tun können,

um ihre Mitarbeiter langfristig zu halten

Umfragen zeigen: Fast die Hälfte der Handwerksbetriebe, die auf der Suche

nach neuen Mitarbeitern sind, können ihre offenen Stellen nicht termingemäß

besetzen. Hinzu kommt der Umstand, dass jeder dritte Arbeitnehmer

für neue Jobangebote offen ist. Eine brenzlige Situation für Handwerksbetriebe,

die dadurch Probleme haben, Projekte abzuschließen.

(Foto: Mongkolchon/AdobeStock)

„Zu schnell sind gute Mitarbeiter bei

der Konkurrenz“, erklärt Sven Schöpker,

Unternehmensberater für Handwerksbetriebe.

Gerne verrät Schöpker

im Folgenden, was Unternehmen nun

für eine erfolgreiche Mitarbeiterbindung

tun können.

Transparenz und Authentizität

Eine ehrliche Kommunikation über alle

Ebenen hinweg ist der Schlüssel zum

Erfolg. Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter

regelmäßig über Neuerungen informieren

und sie in die Unternehmensplanung

einbeziehen, wirken authentisch

und vertrauenswürdig. Sie

schrecken aber auch nicht davor zurück,

über Risiken und Fehlleistungen

zu sprechen. Durch eine klare Kommunikation

an der Baustelle, in der Werkstatt

und zum Verlauf des Auftrages

fühlen sich Arbeitnehmer als Teil eines

großen Ganzen, was wiederum dazu

führt, dass sie sich an ihr Unternehmen

gebunden fühlen.

Respekt und Wertschätzung

Sven Schöpker ist gelernter Handwerker und

Betriebswirt. Er gibt nach dem Modell „Aus

der Praxis für die Praxis“ seine unternehmerische

Exper tise im gesamten deutschsprachigen

Raum weiter.

Weitere Informationen unter www.

missionstarkeshandwerk.de.

Mitarbeiter wünschen sich von ihrem

Arbeitgeber, dass ihre Ideen, ihre Arbeitsqualität

und ihre Leistungen wertgeschätzt

werden. Besonders Handwerker

lieben eine offene, strukturierte

und transparente Kommunikation von

Vorgesetzten, die regelmäßig Gesprächsangebote

machen, um mit Arbeitnehmern

zu reden und offene Fragen

zu klären.

Umgang und Zusammenhalt

Entgegen mancher Vermutungen zählt

im Job nicht nur die Höhe des Gehalts.

Gerade der menschliche Umgang miteinander

und ein starker Teamzusammenhalt

sind wichtige Aspekte, die

Führungskräfte auf jeden Fall etablieren

und fördern können. Ein guter Vorgesetzter

erkennt die Signale, die ein

unzufriedener Mitarbeiter aussendet.

Er sucht dann zeitnah das Gespräch,

um weitere Frustration zu verhindern.

Ein Mitarbeiter, der sich „gesehen“

fühlt und „gehört“ wird, wird nicht nur

seinem Chef, sondern auch seinem Arbeitgeber

deutlich loyaler gegenüber

stehen.

Rahmenbedingungen und

Zusatzleistungen

Genauso wichtig wie eine angemessene

Entlohnung sind für Arbeitnehmer

die Rahmenbedingungen und Zusatzleistungen,

die ihnen ihr Arbeitgeber

bietet. Kleine Vorteile wie ein Jobrad,

ein Fahrtkostenzuschuss oder ein Firmenhandy

schätzen auch viele Handwerker.

Um die Gesundheit der Mitarbeiter zu

fördern, können Handwerksbetriebe

außerdem Zuschüsse für die Kantine

oder das Fitnessstudio anbieten. Auch

regelmäßige Teamveranstaltungen in

geselliger Runde zeigen Arbeitnehmern,

dass sie von ihrem Unternehmen

geschätzt werden.

bayern Metall 11/2022 19


BUNDESVERBAND AKTUELL

Exoskelette auch im Metallhandwerk?

Gerade wenn Arbeitsplätze nicht

optimal ergonomisch gestaltet

werden können, sind Exoskelette

interessant. Im Metallhandwerk

zum Beispiel bei langem Überkopfschweißen,

Schweißen oder

Schleifen in vornübergebeugter

Position. Die verschiedenen Systeme

sind jedoch nicht ohne Weiteres

vergleichbar.

Muskel- und Skeletterkrankungen sind

im Arbeitsalltag auf dem Vormarsch.

Für die Betroffenen wie für die Wirtschaft

ist dies eine hohe Belastung. So

wurden im Jahr 2020 im Elektro- und

Metallgewerbe ca. 35 % der gesundheitsbedingten

Fehlzeiten darauf zurückgeführt,

im Bau- und Ausbaugewerbe

sogar über 42 %. Die mittleren

Ausfallzeiten bei diesen Erkrankungen

liegen laut jüngstem Bericht der IKK-

Classic bei 37,5 Tagen. Vor dem Ausfall

leidet die Konzentration des Mitarbeiters.

Dies beeinträchtigt die Qualität

der Arbeitsergebnisse. Die Gesundheit

der Mitarbeiter zu schützen, ist den

Handwerksbetrieben ein besonderes

Anliegen. Sie sind schließlich das

Rückgrat der Unternehmen. Dies ist

umso wichtiger wegen der voranschreitenden

Alterung der Belegschaften

und des zunehmenden Fachkräftemangels.

Doch nicht alle Arbeitsplätze

können ergonomisch optimal gestaltet

werden. Besonders dann ist der Einsatz

von Exoskeletten überlegenswert.

Maschinelle Stützkorsette

Exoskelette sind maschinelle Stützstrukturen,

die von außen am menschlichen

Körper getragen werden. Durch

Einsatz von Federsystemen, Pneumatiken

oder auch Elektromotoren sind

diese Systeme in der Lage, die Köperkraft

des Menschen deutlich zu unterstützen

und zu verstärken. Die Nutzung

von Exoskeletten zu unterschiedlichsten

Zwecken wächst seit wenigen

Jahren rasant. Laut Forbes Newsletter

3/22 lag der Umsatz im Jahr 2021

weltweit bei rd. 500 Mio. US-$. Bis

zum Jahr 2026 wird mehr als eine Versechsfachung

des Umsatzvolumens

auf 3,2 Mrd. US-$ erwartet, denn in

vielen Anwendungsfällen sind Exoskelette

heute reif für den Einsatz.

Ergoskelette für Industrie und

Handwerk

Exoskelette wurden entwickelt u. a. für

Anwendungen zur Rehabilitation in der

Medizin sowie zum Heben schwerer

Lasten im militärischen Bereich. Seit einigen

Jahren stehen darüber hinaus

sog. Ergoskelette zur Verfügung. Diese

Untergruppe der Exoskelette zielt auf

den industriell/handwerklichen Bereich

zur orthopädischen Unterstützung des

Mitarbeiters und zu seiner ergonomischen

Entlastung. Ergoskelette werden

angewendet zur Hebeentlastung für

den Rücken, zur Entlastung von Schultern

und Rücken bei Überkopfarbeiten

sowie zur Verstärkung der Armkraft, der

Hände und der Beine. Im Ergebnis vermindern

Ergoskelette die psychische

Belastung bei der Arbeit, dämpfen Beschwerden

im Muskel-Skelett-System,

steigern den Arbeitskomfort sowie die

Produktivität und die Qualität der Arbeit.

Zudem erweitern sie die Einsatzmöglichkeiten

des Menschen.

Exoskelett-Typen

Unterschieden werden passive und

aktive Exoskelette. Passive Exoskelette

wirken rein mechanisch. Die Kraftverstärkung

erfolgt durch Federn oder

durch pneumatische Systeme, die

durch geschickte Nutzung der Körperkraft

vorgespannt werden. Passive

Exoskelette verbessern in der Regel

die Ergonomie und den Arbeitskomfort,

sie führen aber nicht zu einer Leistungssteigerung.

Aktive Exoskelette

dagegen erfassen über Sensoren die

Bewegungen des Nutzers und steuern

so Elektromotoren zur Kraftverstärkung

an. Die Kraftverstärkung ist höher

als bei passiven Systemen.

Passives Exoskelett FLEX 3.0 (laevo) zur Hebeentlastung. (Foto: Audi) Aktives Exoskelett Cray X zur Hebeentlastung. (Foto: German Bionic)

20 bayern Metall 11/2022


Paexo Shoulder für Überkopfarbeiten. (Foto: Ottobock) EXO-O1 für Überkopfarbeiten. (Foto: Hilti)

Weltweit gibt es verschiedenste Hersteller

von Exoskeletten. Doch was

leisten die europäischen Hersteller von

Exoskletten für industrielle/handwerkliche

Anwendungen?

Ottobock SE & Co. KG. Ottobock gehört

als renommierter Entwickler und

Produzent orthopädischer Körperprothesen

zu den Hidden Champions in

Deutschland. In der Paexo-Serie bietet

das Unternehmen verschiedenste passive

Exoskelette an. Die leistungsfähigsten

Systeme dienen etwa der

Schulterentlastung bei Überkopfarbeiten

(Paexo Shoulder) sowie der Hebeentlastung

des Rückens (Paexo Back).

Daneben stellt das Unternehmen auch

einfachere Lösungen her, etwa zur Entlastung

der Nackenmuskulatur oder

der Hand- und Fingergelenke. Die Exoskelette

von Ottobock arbeiten passiv.

Hilti

Im Jahr 2020 hat Hilti mit Ottobock eine

Technologiepartnerschaft vereinbart.

Seitdem vertreibt das Familienunternehmen

mit dem Exoskelett Exo-O1

aus dem Hause Ottobock ein gemeinsames

Produkt zur Schulterentlastung

bei Überkopfarbeiten. Zielmarkt ist die

Bauindustrie. Armschalen leiten dabei

das Gewicht der Arme über eine mechanische

Seilzugtechnik auf die Hüfte

ab. Dies reduziert die Spitzen-Belastung

der Muskulatur und entlastet die

Schulter um bis zu 47 %.

German Bionic

Bereits seit 2011 tüftelt das 2017 gegründete

Unternehmen an der Entwicklung

eines aktiven Exoskeletts zur

Hebe- und Geh-Unterstützung. Herausgekommen

ist das Exoskelett Cray X,

das inzwischen in der 5. Generation

vorliegt. Das System enthält zwei Servomotoren

und wird angetrieben durch

einen auf dem Rücken des Trägers sitzenden

Lithium-Ionen-Akku. Die KI-basierte

Bewegungssteuerung des Systems

erfolgt in Verbindung mit Sensoren.

Dies schützt den Träger vor Überlastung

und Fehlbedienung. Beim Heben

wird eine Entlastung von bis zu 30

kg erreicht. Das Cray X kann beim Hersteller

ausschließlich geleast werden.

Laevo exoskelton

Hervorgegangen aus Forschungsteams

der TU Delft entwickelt und vertreibt

das niederländische Unternehmen

laevo exoskeleton seit 2013 Exoskelette

zur Unterstützung des Oberkörpers.

Dabei kooperiert laevo mit dem Unternehmen

IniteSpring mit Erfahrung auf

dem Gebiet medizinischer Exoskelette.

Mit den Exoskeletten FLEX3.0 und

V2.5 liegen nun zwei Exoskelette zur

Schonung des Rückens bei Hebearbeiten

vor, die sich im Wesentlichen in

ihrer Entlastungswirkung unterscheiden.

Comau SpA

Als Tochter des Automobilherstellers

Stellantis entwickelt und vertreibt das

im italienischen Turin ansässige Unternehmen

Industrieroboter, Laserquellen,

fahrerlose Transportsysteme sowie

Widerstands-Schweißmaschinen. Mit

dem Exoskelett MATE bietet das Unternehmen

ein passives Exoskelett an,

das basierend auf einer Federstruktur

bei Arbeiten im Überkopfbereich besonders

die Schulterstruktur entlastet.

Vergleichbare Produkte vertreiben Hilti

und Ottobock.

Noonee Germany

Das Exoskelett „Chairless Chair“ von

Noonee liegt inzwischen in der Version

2.0 vor. Es wurde entwickelt, um rasche

Wechsel der Arbeitsposition zwischen

Sitzen und Stehen sowie Arbeiten

in gebeugter Haltung zu unterstützen.

Beispielsweise tritt dies beim Hufbeschlag

auf. Dazu wird das Exoskelett

an der Hüfte, den Oberschenkeln

und im Bereich der Fersen angelegt.

Störende Sitz- oder Stehhilfen werden

ersetzt, der Benutzer trägt diese mit

dem Exoskelett quasi bei sich. Dies

entlastet Knie, Füße und Wirbelsäule.

Hufbeschlag mit Exoskelett „Chairless-Chair“.

(Foto: Nonee)

bayern Metall 11/2022 21


Auxivio AG

Das Spin-Off aus den Labors für Reha-

Technik der ETH-Zürich wurde erst 2019

gegründet. Ziel ist, Erkenntnisse aus der

Exoskelett-Forschung in kommerzielle

Produkte zu überführen. Mit dem 0,9 kg

schweren Exoskelett LiftSuit bietet das

Unternehmen ein ultraleichtes Exoskelett

mit hohem Tragekomfort an. Die

Entlastungswirkung dürfte deutlich geringer

sein als bei Paexo Back oder den

Produkten von Laevo. Bei dem Exoskelett

CarrySuit handelt es sich um eine

intelligente Tragehilfe. Ein starrer Exoskelett-Rahmen

setzt auf Hüften und

Schultern auf und kann mit verschiedenen

Lastanbindungswerkzeugen vor der

Brust mit Hebelasten verbunden werden.

Die Anwendungen reichen vom Automobilbau

über die Landwirtschaft bis

zum Fensterbau.

BIOSERVO Technologies

Mit dem Exoskelett Ironhand 2.0 hat

BioServe ein aktives Exoskelett zur Verstärkung

der Griffkraft entwickelt. Das

Exoskelett ist als Handschuh gestaltet,

die Energieversorgung wird auf dem

Rücken getragen. Drucksensoren im

Handschuh aktivieren das KI-basierte

Steuerungssystem. Typische Anwendungen

für das Handwerk sind handgeführte

Werkzeuge zum Schleifen, Bohren,

Polieren, Schweißen und Hämmern.

Normung von Exoskeletten. Die Wirkung

von Exoskeletten für den industriellen/

handwerklichen Bereich ist bislang nicht

ohne Weiteres vergleichbar. Große Industrieunternehmen

haben dazu in der

Vergangenheit eigene Studien durchgeführt,

um die Eignung der Systeme für

geplante Anwendungen zu bewerten.

Normungsbedarf wird daher gesehen in

den Bereichen Klassifizierung von Exoskeletten

(nach Unterstützungswirkung),

Begriffsdefinitionen, ergonomische Anforderungen,

Wirksamkeit, technische

Charakteristika, sicherheitstechnische

Anforderungen, Vergleichbarkeit, Nebenwirkungen

und Herstellerinformationen.

Daran wird zurzeit auf europäischer

Ebene gearbeitet.

Fazit

Ironhand 2.0 zur Verstärkung der Griffkraft.

beiters. Entscheidend für die sinnvolle

Auswahl eines Exoskeletts sind das Bewegungsspektrum

des Mitarbeiters, die

Platzverhältnisse, der Bewegungsradius

in der Arbeitssituation, die persönliche

Schutzausrüstung, das Gewicht und die

Flexibilität des Exoskeletts etwa zum

Führen von Förderfahrzeugen und natürlich

die Entlastungswirkung. Die verschiedenen

Systeme sind jedoch nicht

ohne Weiteres vergleichbar. Klare Standards

oder Vergleichsuntersuchungen

für die speziellen Arbeitssituationen im

Metallhandwerk fehlen bislang.

Superkräfte dank Exoskelett im Metallhandwerk?

– Sicher nicht. Aber gesündere,

konzentriertere und zufriedenere

Mitarbeiter, das ist erreichbar.

(Autor: Dr.-Ing. Reinhard Fandrich ist

technischer Berater in der gewerbespezifischen

Informationstransferstelle beim

BVM, Essen)

(Foto: BIOSERVO)

CE-Kennzeichnung und Mangel im Werkvertragsrecht

Wenn eine CE-Kennzeichnung (wie beispielsweise bei Stahlkonstruktionen

für Balkonanlagen) vorgeschrieben ist und fehlt, ist die Ausführung

mangelhaft. Die Verpflichtung des Herstellers von Stahlkonstruktionen

zur CE-Kennzeichnung ergibt sich aus der EU-Bauproduktenverordnung.

Das Urteil des Amtsgerichts Friedberg

vom 01. Juli 2022 soll zum Anlass genommen

werden, das Verhältnis zwischen

CE-Kennzeichnung und Werkvertragsrecht

zu beleuchten.

Das Amtsgericht Friedberg geht davon

aus, dass eine Balkonanlage mangelhaft

ist, weil sie über keine CE-Kennzeichnung

verfügt (Seite 4 des Urteils).

Andere Gerichte haben das in der Ver-

Gerade wenn Arbeitsplätze nicht optimal

ergonomisch gestaltet werden können,

sind Exoskelette interessant. Im

Metallhandwerk betrifft das zum Beispiel

langes Überkopfschweißen,

Schweißen oder Schleifen in vornübergebeugter

Position, Lagerarbeiten, Hebe-

und Tragarbeiten, etwa bei der Montage

von Fenstern oder Türen, Arbeiten

beim Hufbeschlag und vieles mehr. Dabei

geht es um die Entlastung des Mitargangenheit

anders beurteilt. Die Fragestellung

ist für alle Metallbau-Betriebe

von großer praktischer Relevanz.

Führt allein die fehlende CE-Kennzeichnung

dazu, dass das Werk von dem

Auftraggeber als mangelhaft zurückgewiesen

werden kann? In dem vom

Amtsgericht Friedberg entschiedenen

Fall hatte dies zur Folge, dass eine Balkonanlage

abgerissen werden muss.

22 bayern Metall 11/2022


Nähern wir uns der Lösung über die

Voraussetzungen der CE-Kennzeichnung

für eine Stahlkonstruktion.

Weil es eine Stahlkonstruktion ist, handelt

es sich bei der vom Amtsgericht

Friedberg zu beurteilenden Balkonanlage

um ein mit EN 1090-1 europäisch

harmonisiertes Bauprodukt. Grundlage

ist die Europäische Bauproduktenverordnung

– EU-BauPVO. Als Verordnung

im europäischen Sinne ist diese

in allen Mitgliedsländern der EU direkt

umzusetzen. Aus der EU-BauPVO ergibt

sich die Verpflichtung des Herstellers,

für sein Bauprodukt eine Leistungserklärung

(Artikel 4) zu erstellen

und die CE-Kennzeichnung (Artikel 11

Pflichten der Hersteller) anzubringen.

Die EN 1090-1 ist im Amtsblatt der Europäischen

Union als harmonisierte

Norm gelistet. Im Anhang dieser harmonisierten

Norm gibt es Vorgaben zu

den Leistungsmerkmalen und insbesondere

zu dem System der Konformitätsbewertung.

Für Stahlkonstruktionen

wie eine Balkonanlage ist das System

2+ einschlägig.

System 2+ bedeutet für den Hersteller,

dass er eine werkseigene Produktionskontrolle

eingerichtet haben muss und

regelmäßig durch eine notifizierte Stelle

überwacht wird (Details siehe EU-

BauPVO, Anlage V).

Die Anforderungen für die Herstellung

und das Inverkehrbringen von Stahlkonstruktionen

sind damit klar geregelt.

Nach der Musterbauordnung/den Landesbauordnungen

dürfen ohne Weiteres

Bauprodukte verwendet werden,

die eine CE-Kennzeichnung tragen

(§16c M-BauO), wenn die erklärten

Leistungen den in der MBO/den LBOs

festgelegten Anforderungen für diese

Verwendung entsprechen.

Diese Anforderungen sind in den Muster-Verwaltungsvorschrift

Technische

Baubestimmungen (MVV TB) genauer

spezifiziert:

A 1.2.4.1 Bemessung und Konstruktion

von Stahlbauten

Bezüglich der Bemessung wird auf die

Normenreihe DIN EN 1993 verwiesen,

bezüglich der Ausführung auf DIN EN

1090-2 und die Anlage A 1.2.4/5 der

MVV TB.

In Anlage A 1.2.4/5 wird insbesondere

festgelegt, dass die Herstellung von

tragenden Bauteilen aus Stahl in den

genannten Ausführungsklassen nur

durch solche Hersteller erfolgen darf,

deren werkseigene Produktionskontrolle

durch eine notifizierte Stelle entsprechend

EN 1090-1:2009+A1:20111

zertifiziert ist.

Die Anforderungen aus EN 1090-1 bezüglich

der CE-Kennzeichnung werden

hier also auch nochmals explizit für die

Herstellung von Stahlbauten in das

deutsche Baurecht übernommen:

Ohne zertifizierte werkseigene Produktionskontrolle

keine Herstellung von

Stahlbauten!

Dies gilt in etwas abgewandelter Form

auch für die Herstellung von Treppen

und Geländern aus Stahl. Diese sind

nach Meinung der Europäischen Kommission

keine tragenden Teile im Sinne

der EU-BauPVO, fallen deshalb nicht

in den Anwendungsbereich der EN

1090-1 und sind daher im Abschnitt C

der MVV TB zu finden.

C 2.4.7 Vorgefertigte Bauteile aus

Metall

Für die Ausführung von vorgefertigten

lastabtragenden Bauteilen aus Stahl

gilt DIN EN 1090-2:2018-09 und zusätzlich

die Anlage C 2.4.14. In Anlage

C 2.4.14 wird neben Erstprüfung und

Einrichtung der werkseigenen Produktionskontrolle

insbesondere festgelegt,

dass die Herstellung von geschweißten

Bauteilen aus Stahl, die nicht von

EN 1090-1:2009+A1:20111 erfasst

sind, die aber Nutzlasten abzutragen

haben, nur durch solche Betriebe erfolgen

darf, die über einen Eignungsnachweis

für die Ausführung von

Schweißarbeiten in der jeweiligen Ausführungsklasse

(EXC) verfügen.

Konkret: Ein Schweißzertifikat ist erforderlich,

das entweder im Rahmen der

EN 1090-1-Zertifizierung durch eine

notifizierte Stelle ausgestellt wird oder

durch eine bauaufsichtlich anerkannte

Stelle. Eine Fremdüberwachung der

Hersteller ist also auch hier erforderlich.

Als Übereinstimmungsbestätigung

ist ÜH vorgegeben, also eine Ü-

Kennzeichnung (weil es sich hier nicht

um europäisch harmonisierte Produkte

handelt).

Aus der EU-BauPVO ergibt sich also

die Verpflichtung des Herstellers von

Stahlkonstruktionen, eine CE-Kennzeichnung

anzubringen.

Warum führt nun die fehlende

CE-Kennzeichnung zu einem

Mangel?

Nach den Landesbauordnungen ist für

jedes Bauprodukt ein Gebrauchstauglichkeitsnachweis

erforderlich. Ein solcher

Gebrauchstauglichkeitsnachweis

ist die CE-Kennzeichnung. Dies ist, wie

oben gezeigt, bei Stahlkonstruktionen

erforderlich. Demnach liegt bei einer

fehlenden CE-Kennzeichnung ohne

Weiteres dann ein Mangel vor, wenn für

das entsprechende Produkt eine solche

Kennzeichnung aufgrund von Normen

erforderlich ist. Insoweit ist dem

OLG Oldenburg (Urteil vom 04.09.2018

– 2 U 58/18) dahingehend zuzustimmen,

dass die fehlende CE-Kennzeichnung

allein genommen kein Mangel ist;

ein Mangel liegt erst dann vor, wenn

die CE-Kennzeichnung (wie bei Stahlkonstruktionen

für Balkonanlagen) vorgeschrieben

ist.

Wenn ein Bauwerk die gesetzlichen

Vorgaben nicht erfüllt, dann ist die

Ausführung mangelhaft, unabhängig

davon, ob die EU mit der BauPVO

(auch) den Handel innerhalb der EU

harmonisieren wollte.

Autoren:

Friederike Tanzeglock, Rechtsanwältin (Syndikusanwältin)

friederike.tanzeglock@metallhandwerk.de

gefördert

durch

Dipl.-Ing. Karsten Zimmer, Bereichsleiter

Technik, Gewerbespezifische

Informationstransferstelle

karsten.zimmer@metallhandwerk.de

bayern Metall 11/2022 23


INNUNGSLEBEN

Innung Metall Augsburg

Ein Hoch auf uns!

74 Junghandwerkerinnen und Junghandwerker feierlich freigesprochen

V. li.: Lehrlingswart Stefan Weiß, Michael Götzfried vom Prüfungsausschuss mit den Innungsbesten Metallbauern Fachrichtung Konstruktion der

Vorjahre Luis Höck und Tim Oliver Blank, und dem Obermeister Robert Höck und dem Ausbilder der Firma Seele, und den Innungsbesten Timo

Müller und David Draxler sowie Johannes Ankner und Alois Renner.

Im September wurden die neuen Gesellinnen und Gesellen im Atrium

der Handwerkskammer Schwaben bei der Freisprechungsfeier von

den Obermeistern und Lehrlingswarten der Innungen Metall Augsburg,

der Zimmerer- und Holzbau-Innung Augsburg, der Dachdecker-Innung

Schwaben und der Maler- und Lackierer-Innung Augsburg offiziell geehrt

und in die Arbeitswelt entlassen.

Mindestens drei Jahre haben sie sehnlichst

auf diesen Tag gewartet und sich

erfolgreich bemüht, ein Handwerk zu

erlernen. Nun haben 74 Junghandwerkerinnen

und Junghandwerker ihren

Gesellenbrief in der Hand. Die Innungsbesten

wurden zudem mit einer Urkunde

ausgezeichnet. Für einen wunderschönen

musikalischen Rahmen sorgten

die drei Sängerinnen von Young

Stage. Die Zeiten waren früher auch

besser! Dieser Spruch von Karl Valentin

passt gut zu den im Moment schwierigen

Zeiten. Inflation, Fachkräftemangel,

Berufliche Bildung, unterbrochene

Lieferketten, steigende Gas- und

Strompreise machen den Handwerksbetrieben

schwer zu schaffen. Allein in

Bayern fehlen 7500 Fachkräfte.

Das ist keine einfache Aufgabe und

gute Zukunftsperspektive für die 74

Junghandwerkerinnen und Junghand-

Leonhard Michael

Rettinger (Ausbildungsbetrieb

Göppel GmbH

& Co.KG, Großaitingen)

gehört zu den Innungsbesten

Metallbauern

Fachrichtung Konstruktion

im Sommer 2022.

Mit ihm freuen sich (von

links) Stefan Weiß,

Lehrlingswart Innung

Metall, Michael

Götzfried (Prüfungsausschuss)

sowie Armin

und Roman Göppel

(rechts) und Obermeister

Robert Höck (2. von

rechts).

24 bayern Metall 11/2022


DAS SIND DIE INNUNGSBESTEN

Metallbauer Fachrichtung

Nutzfahrzeugbau

• Konstantin Engel (Winter 2021–

22) bei Hydraulik Wagner

Metallbauer Fachrichtung

Konstruktion

Innungsbeste Sommer 2022

• Leonhard Michael Rettinger

(Ausbildungsbetrieb Göppel

GmbH & Co.KG, Großaitingen)

• Farhad Rezaee

• Jakob Rott

• Halil Ibrahim Sirtkaya

• Zeyaudin Tajik

Innungsbester Winter 2021–22

• Tim Oliver Blank (seele GmbH)

Innungsbester Sommer 2021

• Luis Höck (Höck Metallbau)

Innungsbester Winter 2020-21

• Timo Müller (Renner GmbH

Metallbau)

Innungsbester Sommer 2020

• David Draxler (Ankner GmbH)

Feinwerkmechaniker Schwerpunkt

Maschinenbau

Innungsbester Sommer 2022

• Daniel Unhoch (Erhardt + Leimer

GmbH)

Innungsbester Winter 2021–22

• Maximilian Maurer (MBM Innovations

GmbH)

Innungsbester Sommer 2021

• Benjamin Jakob Hermann

Innungsbester Winter 2020–21

• Noah Rohde (Erhardt + Leimer

GmbH)

Innungsbester Sommer 2020

• Jonas Schlosser (Sema Maschinenbau

GmbH)

werker, die an diesem Vormittag freigesprochen

wurden und erst am Anfang

ihres Berufsweges stehen. Paul Brugger,

der Vizepräsident der Handwerkskammer

für Schwaben, sprach das

Grußwort und übernahm die Freisprechung

der frisch aus der Ausbildung

kommenden jungen Handwerker.

Die Innungsbesten wurden gesondert

geehrt. Sie bekamen eine gerahmte

Urkunde überreicht, damit diese besondere

Leistung auch in guter Erinnerung

bleibt. „Das Handwerk braucht

sich also nicht verstecken“, so das Fa-

zit von Kreishandwerksmeister Robert

Höck, der allen ganz herzlich gratulierte

und alles Gute für die Zukunft

wünschte.

(Text und Fotos: Sabine Roth)

Wegen der Corona-Pandemie konnten

die letzten zwei Jahre keine Freisprechungen

stattfinden, deshalb waren

diesmal die Gesellinnen und Gesellen

der letzten zwei Jahre ins Atrium der

Handwerkskammer für Schwaben gekommen.

Ihre Ausbilder und ihre Familien

begleiteten sie gerne bei der Ausgabe

der Zeugnisse. Auf ihren Abschluss

dürfen sie alle stolz sein, denn das

Handwerk hat nach wie vor „Goldenen

Boden“. Kreishandwerksmeister Robert

Höck ist stolz auf seine Schützlinge und

wünscht ihnen viel Glück und alles Gute

auf ihrem zukünftigen Berufsweg.

Als Festredner begrüßte er den Landtagsabgeordneten

Andreas Jäckel

ganz herzlich. Neben der Hochschule

brauchen wir genauso das Handwerk.

Das müsse gleichberechtigt auf einer

Augenhöhe gesehen werden. Denn

wer ist es denn, der am Ende ein Haus

fertig macht, so Jäckel. „Das sind

Sie!“, betonte er und sprach seinen

Respekt und seine Anerkennung für

die guten Leistungen aus. Auch auf die

Unternehmensnachfolge ging Jäckel

ein. Oft finde sich niemand und „das

Handwerk stirbt dann leise“. Es wäre

schade, wenn solche Berufsbilder aus

diesem Grund verloren gingen.

Der Innungsbeste Feinmechaniker Schwerpunkt Maschinenbau im Sommer 2022 ist Daniel Unhoch

(Erhart + Leimer GmbH, Stadtbergen). Mit ihm freuen sich sein Ausbilder und der Lehrlingswart

Stefan Weiß sowie Michael Götzfried vom Prüfungsausschuss und Obermeister Robert Höck.

Lehrlingswart Stefan Weiß, Michael Götzfried (Prüfungsausschuss) und Obermeister Robert Höck

freuen sich mit dem Innungsbesten Feinmechaniker Schwerpunkt Maschinenbau (Sommer 2021)

Benjamin Jakob Hermann (Stieglitz Maschinenbau GmbH) und seinem Ausbilder Klaus Weiser

(Stieglitz Maschinenbau GmbH).

bayern Metall 11/2022 25


Metall-Innung Westmittelfranken

Mitgliederversammlung der

Metallbauer-Innung-Westmittelfranken

Im Juli trafen sich die zwei Fachgruppen Schmiede und Schlosser im

Hotel Gasthof Bergwirt in Herrieden-Schernberg zur Mitgliederversammlung.

Es standen wichtige Entscheidungen an: die Zusammenführung

der beiden Fachgruppen, die Beschlussfassung einer neuen

Innungssatzung und Neuwahlen sowie Ehrungen.

V. li. n. re.:

Kreishandwerksmeister

Kurt Held

und Ehrenobermeister

Hermann

Horn.

Durch die Zusammenführung der Fachgruppen

Schmiede und Schlosser wurde

deren zukünftiger Innungsname „Metall-Innung

Westmittelfranken“ durch

Richard Ehnes bekannt gegeben. Das

Gebiet bleibt gleich, die HWK wurde

mit einbezogen und hat alles für in

Ordnung befunden. Die Innungssatzung

konnte vorab schon auf der Webseite

der Kreishandwerkerschaft unter

www.khs-ansbach.de/innungen/metallbau

eingelesen werden.

Die Zusammensetzung der Vorstandschaft

mit bisher 2 Obermeistern plus

und 14 weiteren Vorstandsmitgliedern

wurde durch die Zusammenführung

auf 1 Obermeister, 1 stellvertretenden

Obermeister und 6 weiteren Mitgliedern

im Vorstand geändert und auf der

Mitgliederversammlung gewählt.

Erfreulich war die Teilnehmerzahl, sodass

die aufgeführten Entscheidungen

durchgeführt werden konnten.

Zu Beginn begrüßte Obermeister

Schmiede Hermann Horn den Kreishandwerksmeister

Kurt Held und

Geschäftsführer der KHS-Ansbach Richard

Ehnes und Herrn Lober, Presse

fränkische Landeszeitung. Es wurde

eine Gedenkminute für die verstorbe-

nen Kollegen und Kolleginnen der letzten

Jahre eingelegt.

Werner Strohmeier,

Obermeister der

neuen Metall-

Innung Westmittelfranken,

bedankte

sich bei Frau Horn,

für die jahrelange

Unterstützung

ihres Gatten in der

Metallbauer-Innung

Westmittelfranken

– Schmiede.

Der neue Vorstand setzt sich wie

folgt zusammen:

• Obermeister: Werner Strohmeier

• Stellvertretender Obermeister:

Manuel Ringler

• Lehrlingswart: Michael Kastner

Weitere Vorstandsmitglieder:

• Wolfgang Meindl

• Hans-Jürgen Diezinger

• Konrad Ertl

• Thomas Tuchscherer

• Karl Bach

Aus der Schmiede-Innung wurden im

Anschluss Hermann Weiß, Gerhard

Geck und Dieter Wagner. und aus der

Schlosser-Innung Klaus Dänzer, Georg

Gräbner und Klaus Korff geehrt.

Hermann Horn gab noch einen kleinen

Ausschnitt und Geschichten aus seiner

langjährigen Tätigkeit als Obermeister

der Schmiede-Innung seit 1969 bekannt.

Sein Amt gab er würdevoll und

mit viel Engagement ab. Für seine

53-jährige Tätigkeit wurde Hermann

Horn eine besondere Ehrung zuteil.

Im weiteren Verlauf stellte stellv. Obermeister

der Schlosser, Werner Strohmeier,

einen Kurzbericht über die Themen

der Tagung des Bundesverbandes

Metall in Erfurt und vom Landesverbandstag

in Marktoberdorf vor.

Weitere Berichte über die Bundes- und

Landesfachgruppe sowie der Abschluss

der Tarifkommission folgten.

(Text- und Fotoquelle: Werner Strohmeier)

26 bayern Metall 11/2022


Metallbauer-Innung Westmittelfranken Schlosser

Innungsabschlussfest 2022

Die Metallbauer-Innung Westmittelfranken

Schlosser feierte ihr Innungsabschlussfest

mit einer Weinprobe

und der dazugehörigen

Unterhaltung.

Bereits am 25. Juli 2022 wurde in der

Mitgliederversammlung in Herrieden

der Zusammenschluss (Fusion) der

beiden Fachgruppen „Schlosser und

Schmiede“ zum 1. September 2022

zur Metall-Innung Westmittelfranken

beschlossen, welche nun eine der

größten Innungen im Landesverband

ist. In der notwendigen Neuwahl wurde

Werner Strohmeier als neuer Innungs-

Obermeister gewählt. Herzlichen

Glückwunsch! OM Werner Strohmeier

ist auch Vorstandsmitglied im Fachverband

Metall Bayern.

V. l. n. r.: Landes-Innungsobermeister Detlef Lurz, Harald Karger von der Innung Mittelfranken-

Mitte, Lehrlingswart Michael Kastner, Irmgard Nelke-Strohmeier und Innungs-Obermeister

Werner Strohmeier.

(Foto: Peter Tippl)

Zum Innungsabschlussfest der Metallbauer-Innung

Westmittelfranken Schlosser

wurden die Betriebsinhaber sowie

Jung- und Nachfolgerfamilien am 17.

September 2022 zum Fest im Gasthof

„Zur Ente“ in Wassertrüdingen eingeladen.

Nach Ankunft mit Sektempfang und feinen

Canapés begrüßte OM Strohmeier

die Teilnehmer. Dank sagte er den Ehrengästen:

Landes-Innungsobermeister

In den Zwischenpausen der Vorstellung

spielte OM Karger stimmungsvolle Lieder auf

seiner mitgebrachten Drehorgel (Leierkasten).

(Foto: Pfahler)

Detlef Lurz mit Gattin aus Würzburg,

Innungs-Obermeister Mittelfranken-

Mitte Harald Karger aus Fürth mit Gattin,

seinen ehemaligen Lehrmeister und

langjährigen Wegbegleiter Eginhard

Feucht aus Gunzenhausen, Franz

Schlosser vom Busunternehmen Dr.

Schlosser in Wassertrüdingen, Lehrlingswart

Michael Kastner aus Rothenburg

o. d. T. und Frau Nelke-Strohmeier,

welche die Organisation der Innungsveranstaltungen

durchführte. Ehrenobermeister

Werner Schickfluss und weitere

3 Kollegen konnten wegen Krankheit

nicht teilnehmen.

In einer anschließenden Gedenkminute

mit einem Gebet wurde den verstorbenen

Kollegen und Kolleginnen gedacht.

Durch den Abend führte in stimmungsvoller

Begleitung Marga Braun, Autorin

des berühmten, frivolen Weinbuches

„Wein-Schweinereien“ (ISBN 978-3-

9819602-1-1/Vorstellung von lustigen,

ungewöhnlichen manchmal auch frivolen

Namen deutscher Weinlagen), welches

jede Familie erhielt. Dazu serviert

wurden kulinarische Köstlichkeiten wie

Hochzeitssuppe mit 5 Einlagen (Glück,

Frohsinn, Gesundheit, Reichtum und

Kindersegen) sowie eine reichhaltige

Vesperplatte bayerischer Art (Räucherfleisch,

Obatzter, Käse, Wurstsalat, Eier,

kalter Braten, Presssack, Essiggurken,

Frikadelle usw.). Als Dessert folgte zum

Abschluss noch Kaiserschmarrn mit

Vanilleeis und Apfelmus. Zur Verkostung

und zum Genießen kamen acht

verschiedene Weine (Mosel, Rheinhessen,

Pfalz), stilles Wasser, Grau- und

Weißbrot sowie versch. Biersorten der

Region. Serviert wurde eine Vielzahl kulinarischer

Köstlichkeiten und acht verschiedene

Weine zum Genießen.

Der Abend dauerte bis weit in die

Nacht hinein. Nach dem gemeinsamen

Frühstück und dem Austausch von

unvergesslichen Erinnerungen trennte

man sich.

(Text: Pfahler)

Innungs-Obermeister Werner Strohmeier und

Landes-Innungsobermeister Detlef Lurz.

(Foto: Pfahler)

bayern Metall 11/2022 27


AUSBILDUNGSZENTRUM

METALLHANDWERK

Seminare im November und Dezember 2022

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im Metallhandwerk

Theoretische und praktische Inhalte mit abschließender Prüfung und Zertifikat vom BVM.

Voraussetzung ist eine Ausbildung im Metallhandwerk sowie einschlägige Berufspraxis.

Der 90-Stunden-Kurs hier für das Metallhandwerk in nur 48 Stunden!

Social Media und die Jagd nach Azubis im Handwerk – Tagesseminar

Sie erhalten in diesem Tagesseminar einen umfangreichen Überblick über die Nutzung

der gängigsten Social-Media-Kanäle für Ihre Nachwuchsgewinnung. Praktische Tipps,

Best Practice-Beispiele sowie Übungen zur Umsetzung runden das Angebot ab.

Nachschulung – Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im

Metallhandwerk

Wenn Sie 2019 Ihr Zertifikat erworben haben, sollten Sie in diesem Jahr die 1-tägige

Nachschulung besuchen, damit das Zertifikat nicht seine Gültigkeit verliert.

Presseneinrichter Grundseminar

Einrichter und Kontrollpersonen für mechanische und hydraulische Pressen

Von den Berufsgenossenschaften werden klare Ausbildungsgrundsätze vorgegeben,

ohne die keine Arbeiten als Einrichter oder Kontrollperson für mechanische und

hydraulische Pressen durchgeführt werden. Dieses Seminar vermittelt das erforderliche

Fachwissen und schließt mit einem Zertifikat ab.

Öffnungstechniken Intensivkurs – Schloss und Beschlag

Unter der Anleitung eines erfahrenen Meisters erlernen Sie in diesem praxisbezogenen

Kompaktseminar fachgerecht, professionell und produktunabhängig die gängigsten

Öffnungstechniken

21. bis 25. November 2022

Vilshofen

25. November 2022

ABZ Garching

26. November 2022

Vilshofen

2. Dezember 2022

ABZ Garching

29. November 2022

Würzburg

3. Dezember 2022

Burgau

Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie auf unserer Homepage

www.fachverband-metall-bayern.de

● Veranstaltungs-Hotline: 089 2030077-48 – Frau Karen Ende

● Falls der Veranstaltungsort nicht angegeben ist, finden die Veranstaltungen in 85748 Garching,

Lichtenbergstraße 10, statt.

● Der Veranstalter behält sich das Recht vor, Veranstaltungen kurzfristig abzusagen, wenn die erforderliche

Mindestteilnehmeranzahl nicht erreicht wird, sowie Anmeldungen abzuweisen, wenn die Veranstaltung

bereits ausgebucht ist. Die Seminarbelegung erfolgt in der Reihenfolge der eingegangenen Anmeldungen.

Sie finden hier die ursprüngliche Planung unseres Seminarprogramms.

Wir weisen jedoch darauf hin, dass es möglicherweise

auch kurzfristig zu Änderungen kommen kann, die

durch das jeweils aktuelle Pandemie-Geschehen und die

damit einhergehenden Regelungen verursacht sein können. In

jedem Fall werden wir Sie rechtzeitig informieren, sollten wir

von der vorgesehenen Planung abweichen müssen.

Vielen Dank vorab für Ihr Verständnis.

Seminarveranstalter:

Wirtschaftsgesellschaft des

Fachverbandes Metall Bayern mbH

Lichtenbergstraße 10

85748 Garching

28 bayern Metall 11/2022


Erweitertes Angebot „Schweißen“ im FVMB

Neben den bereits etablierten Schweißerprüfungen

im ABZ soll das Angebot für unsere Mitgliedsbetriebe

zukünftig erweitert werden. Angedacht sind weitere

Prüfungen und mögliche Vorbereitungskurse.

Das Angebot kann auf Ihren individuellen Bedarf

abgestimmt und umgesetzt werden.

Das Dienstleistungsangebot wird auch dahin gehend

ausgebaut, dass mit unserem Mitarbeiter, Herrn Stefan

Lachner, ein erfahrener Schweißfachmann und Sichtprüfer

für Ihre Fragen und Anliegen zur Verfügung steht.

Zudem können Sie Herrn Lachner für Ihren Betrieb

anfragen, um mögliche Schulungen, Prüfungen oder

aktuelle Fragen zur Schweißtechnik an einzelnen Beispielen

bei Ihnen vor Ort durchzuführen.

Mögliche Angebote können sein: Praktische Vorbereitung

auf Schweißer-Prüfungen, Schweißnahtbewertung nach

DIN EN ISO 5817, Bewertung von Schweißnahtbrüchen

nach der Bruchprobe/Makroschliff herstellen, unterstützen

bei der Erstellung von WPS, Schweißen und Formieren

von CNS-Stählen vor Ort etc.

Partner für die Prüfungen ist die Firma Metall-Zert, über

die die Zertifikate erworben werden können.

Bitte beachten Sie auch den nächsten Termin für Schweißerprüfungen

im ABZ. Über weitere Angebote werden wir

Sie weiterhin informieren.

Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606-1

• Prüfung A – ISO 9606-1 135 P FW FM1 S t8 PB ml

• Prüfung B – ISO 9606-1 135 P BW FM1 S t8 PA oder PF ss nb

• Prüfung C – ISO 9696-1 135 T FW FM1 S t3 D48, 3 PB sl

• Weitere Prüfungen auf Anfrage!

• Zielgruppe: „Geprüfte Schweißer“, deren Zertifikat erneuert werden muss;

erfahrene Schweißer.

20. Dezember 2022

ABZ Garching

Für Ihre Rückfragen, Wünsche und Anliegen rund um das Thema „Schweißen“ steht Ihnen Herr Stefan Lachner unter

der Telefonnummer 089 2030077-53 oder per Mail unter lachner@fachverband-metall-bayern.de zur Verfügung.

Lehrgang „Fachbauleiter*in“ 2023

Lehrgang zum/zur „Geprüften Fachbauleiter*in im Metallbauerhandwerk“ im Blended-Learning

Blended Learning = Lernen von zuhause aus, berufs begleitend + ergänzende Präsenztermine

Inhalte:

• Organisation von Baustellen

• Montageleistungen

• Mitarbeiterführung und Kommunikation

• Dokumentation und Kundenbetreuung

Lehrgang mit Prüfung und Zertifikat

Ihre Vorteile:

• Sie sparen jede Menge Zeit, da keine

Fahrtzeiten anfallen,

• Sie können Ihre Lernzeiten Ihren

Bedürfnissen anpassen,

• Sie haben immer und überall Zugang zu den

Materialien und Inhalten,

• über eine Online-Sprechstunde werden Ihr

Lernfortschritt begleitet und Ihre Fragen

geklärt.

In zusätzlichen Präsenzterminen können Sie gemeinsam

den Lernstoff bearbeiten, diskutieren,

mit Beispielen belegen und offene Fragen klären!

Kursstart: 17. Januar 2023

• Zusätzlich 4 Präsenztage, am 16./17.18.02.

und 23.03.2023

• Prüfungstermin ist der 24.03.2023

In der Online-Informationsveran stal tung am 06.12.2022 werden die Kursziele und -inhalte

erläutert sowie alle Fragen zum Umgang mit den Online-Tools erklärt! Anmeldungen sind ab sofort möglich!

bayern Metall 11/2022 29


AUS- & FORTBILDUNG

Fünf Jahre, drei Abschlüsse

Wer eine Ausbildung erfolgreich abschließt – Respekt. Wer den Meister draufsetzt – alle Achtung.

Und zusätzlich ein Hochschulstudium?

Zwei junge Frauen gehen seit einem

Jahr genau diesen Weg – im Rahmen

eines trialen Studiums, und dann

auch noch in „Männerberufen“.

Anna Lindlein und Selina Matusche

sind sich einig. Ihnen gefällt am trialen

Studium, das die Handwerkskammer

für Oberfranken in Kooperation mit

der Fachhochschule des Mittelstands

(FHM) in Bamberg anbietet, die Kombination

aus Theorie und Praxis. Sie sind

gerade beide in der Ausbildung, haben

Meisterschule und Betriebswirt des

Handwerks schon im Blick und belegen

parallel regelmäßig Vorlesungen und

Seminare an der FHM. Nach fünf Jahren

werden sie Gesellenbrief, Meisterbrief

inklusive Ausbilder-Eignungsprüfung

und Betriebswirt des Handwerks

sowie einen Bachelor in Handwerksmanagement

in der Tasche haben – so jedenfalls

der Plan. Ihr Ziel ist das gleiche,

doch der Zugang der beiden jungen

Frauen war quasi entgegengesetzt.

So hatte Anna Lindlein eigentlich vor,

erst mal die Ausbildung zur Metzgerin

zu machen und dann weiterzuschauen.

Doch Daniel Parzen, Juniorchef der

gleichnamigen Bayreuther Metzgerei,

bei der die 20-Jährige beschäftigt ist,

brachte sie dann auf die Idee mit dem

trialen Studium.

„Das hätte ich selber gerne gemacht,

Theorie und Praxis so zu verbinden.

Aber zu meiner Zeit gab es das noch

nicht“, sagt der Metzgermeister und

Selina Matusche kann sich für später die

Übernahme des elterlichen Betriebs vorstellen,

der bald 250 Jahre in Familienbesitz ist.

Fleischsommelier. Erst seit vergangenem

Jahr gibt es das Angebot, das einmalig

in Bayern ist. „Ich habe sofort Ja

gesagt, denn es ist schon toll, wie viele

Abschlüsse man da in fünf Jahren machen

kann“, sagt Anna Lindlein, die aus

Ramsenthal stammt und am Wirtschaftswissenschaftlichen

Gymnasium

in Bayreuth Abitur gemacht hat.

Normales Studium zu theoretisch

Dass sie ins Lebensmittelhandwerk

will, war der 20-Jährigen schon lange

Mit dem trialen Studium sind nicht unerhebliche Kosten verbunden, die – je

nach familiärer Betriebszugehörigkeit oder arbeitsvertraglicher Ausgestaltung –

die Studierenden oder die Betriebe tragen müssen: An Studiengebühren werden

an der FHM in Bamberg 199 Euro pro Monat fällig. Das sind für die fünf

Jahre insgesamt 11.940 Euro. Viel Geld und trotzdem mehrere Tausend Euro

weniger als an den anderen FHM-Standorten Bielefeld, Hannover, Köln, Münster

und Rostock. Hinzu kommen die normalen Gebühren für die Meisterkurse

und den Lehrgang zum Geprüften Betriebswirt. Diese können je nach Gewerk

zusammen rund 12.000 bis 20.000 Euro betragen. Hier gibt es aber hohe Förderungen

von bis zu 100 Prozent, so dass am Ende im Idealfall nur wenige

Hundert Euro wirklich zu tragen sind.

Anna Lindlein peilt eine Führungsposition in

der Lebensmittelindustrie an, findet aber auch

den Aufbau einer kleinen Spezialitäten-Metzgerei

überlegenswert.

klar. „Mein Vater ist Jäger und wir hatten

früher auch Schafe daheim. Da ist

mir der Prozess vom Töten eines Tieres

bis zum fertigen Fleischprodukt vertraut.“

Dabei kommt es ihr vor allem

auch auf die Qualität an. „Zwei- oder

dreimal in der Woche gutes Fleisch ist

viel besser, als jeden Tag ein Schnitzel

vom Discounter“, sagt Anna Lindlein,

die gerne selber kocht, und das oft vegetarisch.

Während sie also über die Praxis einstieg,

war es bei Studienkollegin Selina

Matusche genau andersherum. Die

24-jährige Bayreutherin wusste nach

dem Abitur am Graf-Münster-Gymnasium

nicht so recht, was genau sie machen

sollte. „Bio und Chemie fand ich

in der Schule immer interessant, da

habe ich mich halt für Technologie und

Biotechnologie der Lebensmittel eingeschrieben“,

erzählt sie. Bis sie merkte,

„dass mir das alles viel zu theoretisch

ist“. Sie wechselte in den elterlichen

Betrieb – Hacker Stahl- und

Leichtmetallbau – und startete ins triale

Studium.

30 bayern Metall 11/2022


Zusätzliche Belastung gut zu

schaffen

Und die zusätzliche Belastung? Bisher

gut zu schaffen, beteuern die beiden

Frauen. Sie machen jetzt zunächst ihre

normale Ausbildung und haben freitags

und samstags Kurse an der FHM. Bei

sieben Studierenden im ersten Jahrgang

sei die Betreuung sehr gut. Man

müsse sich halt die Zeit einteilen und

Phasen einbauen, in denen man dann

wirklich etwas für das Studium tut, sagt

Selina Matusche.

Wie es laufe, wenn parallel die anspruchsvolle

Meisterschule beginne,

werde sich zeigen. Die Chefs jedenfalls

sind begeistert von ihren studierenden

Auszubildenden. Daniel Parzen spricht

von einem „Modul, durch das sich das

Handwerk noch mehr für Abiturienten

öffnen und interessanter werden kann“.

Gut 40 Mitarbeiter hat seine Metzgerei,

und sie soll weiter wachsen. Im Online-

Bereich zum Beispiel. „Da kann ich mir

gut vorstellen, dass Anna Ideen aus

dem Studium einbringt“, sagt er.

Ähnlich sieht das Bernd Matusche, Vater

und Chef von Selina. Das triale Stu-

Das Programm bringt junge Menschen

aus Deutschland für etwa vier Wochen

nach Afrika und umgekehrt junge afrikanische

Fachkräfte für rund einen Monat

nach Deutschland. Hier wie dort

hospitieren sie in ihrem Metier bei einem

Unternehmen, einer Organisation

oder einer anderen Einrichtung; dabei

steht ihnen eine Expertin oder ein Exdium

bringe auf Managementaufgaben

vorbereitete junge Führungskräfte hervor,

erweitere damit die Möglichkeiten

des Handwerks und werde dabei helfen,

dessen Image aufzuwerten.

Und er findet gut, dass der Weg stringent

vorgegeben ist. Allerdings betont

der Obermeister der Metall-Innung: „Es

muss auch Menschen geben, die als

Geselle arbeiten wollen. Wir brauchen

auch gute Indianer.“ Bei der HWK sieht

man sich auf dem richtigen Weg. „Es

geht darum, jungen Menschen mit Abitur

oder Fachhochschulreife einen klaren

Karriereweg aufzuzeigen“, sagt

Kammer-Pressesprecherin Michaela

Heimpel: „Es zeigt Jugendlichen und

vor allem auch ihren Eltern: Im Handwerk

ist weit mehr möglich, als man vielleicht

denkt.“ Zumal das triale Studium

unter anderem auch gezielt auf mögliche

Betriebsübernahmen vorbereite.

Wichtiger Baustein für künftige

Strategie

gleitende Kurse und Coachings geplant.

Wichtig sei die Vielfalt.

Um die Teilnehmerzahlen am trialen

Studium zu steigern, gebe es erste Gespräche

mit den Kammern in Mittelfranken

und Unterfranken über einen Einstieg.

Und was haben Anna Lindlein und Selina

Matusche später vor? Erst mal

Schritt für Schritt zum erfolgreichen

Schulabschluss kommen, nichts überstürzen.

Danach kann sich Anna Lindlein

eine Führungsposition in der Lebensmittelindustrie,

aber auch eine eigene

kleine Spezialitäten-Metzgerei

vorstellen. Selina Matusche will noch in

andere Betriebe reinschnuppern und ist

offen für eine spätere Übernahme des

elterlichen Betriebs. Schließlich ist der

im kommenden Jahr nachweislich 250

Jahre in Familienbesitz.

(Dieser Text ist zuerst im Nordbayerischen

Kurier, Bayreuth, erschienen. Text und

Fotos: Stefan Schreibelmayer.)

Weitere Infos im Netz unter

www.hwk-oberfranken.de und

www.fh-mittelstand.de/bamberg.

Deutsch-Afrikanisches Jugendwerk fördert junge

Fachkräfte und sucht Hospitationsplätze

Das Deutsch-Afrikanische Jugendwerk

(DAJW) wird im Auftrag des

Bundesministeriums für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung

(BMZ) von Engagement Global-

Service für Entwicklungsinitiativen

durchgeführt und vom Senior Experten

Service (SES) unterstützt. Zum

Angebot des DAJW gehört ein Begegnungsformat

für Jugendgruppen

(Teams up!) und eine Programmlinie

für junge Fachkräfte (Team works!).

Der SES ist die führende deutsche Entsendeorganisation

für ehrenamtliche

Fach- und Führungskräfte im Ruhestand

oder in einer beruflichen Auszeit

(Weltdienst 30+). Träger des SES sind

die vier Spitzenverbände der Wirtschaft,

darunter der Zentralverband des Deutschen

Handwerks (ZDH).

Im Rahmen des DAJW führt der SES

die Programmlinie Team works! durch.

Team works! ist ein kostenloses Angebot

für Berufstätige und Azubis ab dem

3. Ausbildungsjahr in der Altersgruppe

Ü18 bis U30.

Weitere Informationen finden Sie

im Flyer oder unter www.dajw.

de und www.ses-bonn.de.

Ansprechpartnerin beim SES

ist Frau Laurence Bayer

E-Mail: dajw@ses-bonn.de

Tel. 0228 26090-124).

Es sei damit ein erster wichtiger Baustein

in der künftigen Strategie der

Kammer, Karrierewege mehr in den Mittelpunkt

zu stellen. Für Nicht-Abiturienten

seien zum Beispiel ausbildungsbeperte

des SES als Begleitperson zur

Seite.

Die Teilnehmer profitieren nicht nur vom

generationenübergreifenden Austausch

mit einer gestandenen Fachkraft, sondern

auch von den Erfahrungen der internationalen

Arbeitsaufenthalte, durch

die junge Menschen in ihrer Entwicklung

gefördert werden. Eine Bereicherung

erfahren aber auch diejenigen, die

Azubis oder Mitarbeitende für einen

überschaubaren Zeitraum freistellen

oder Fachkräften aus Afrika eine Hospitanz

ermöglichen.

Der SES sucht für das Programm Team

works! bundesweit in allen Branchen

dringend neue Hospitationsplätze für

junge Fachkräfte aus Afrika sowie für

Hospitanzen in Afrika interessierte Azubis

und Berufstätige von 18 bis 30 Jahren.

(BHI)

bayern Metall 11/2022 31


MESSEN & AUSSTELLUNGEN

Formnext 2022 – vom 15. bis 18. November 2022

in Frankfurt am Main

Die weltweit führende Messe für Additive Fertigung und moderne industrielle

Produktion legt die Grundlage für eine hervorragende 2022-er Edition

der Formnext. Gleichzeitig setzt die Formnext auch inhaltlich neue Maßstäbe:

Das Rahmenprogramm, das auf höchstem Niveau aktuelle Themen

und Innovationen der additiven Fertigung von der Bauindustrie über die

Luftfahrt bis hin zu Keramikanwendungen und Investitionen behandelt,

wird so umfangreich und vielseitig wie nie zuvor. Eine wichtige Rolle spielt

dabei auch das diesjährige Partnerland Frankreich.

Von AM-Seminaren bis zu

Karrieremöglichkeiten

Zudem finden auf der AM4U-Bühne an

jedem Messetag die bekannten und vor

allem von AM-Einsteigern sehr nachgefragten

Discover-3-D-printing-Seminare

statt (täglich um 11:20 Uhr; Dienstag

und Donnerstag in Deutsch; Mittwoch

und Freitag auf Englisch). Außerdem

können sich Besucher am Donnerstag

zum Beispiel über die vielfältigen Karrieremöglichkeiten

in der AM-Industrie

informieren oder sich von einem Fotografen

die passenden Bewerbungsbilder

anfertigen lassen.

Sämtliche Inhalte der AM4U-Bühne

sowie Eindrücke, Stimmen und vieles

mehr werden live im Formnext.TV gestreamt.

Formnext-Besucher können

damit im Nachgang der Messe Inhalte

ansehen, die sie vor Ort verpasst

haben. Zudem können Zuschauer, die

nicht in Frankfurt sein können, am

spannenden Geschehen auf der

Formnext teilhaben.

„Die hohe Innovationsdichte

ist seit

Jahren ein besonderes

Markenzeichen

der Formnext und

sorgt immer wieder

dafür, dass von hier

aus Innovationen und

Entwicklungen in der

Industrie angestoßen

und beschleunigt

werden“, so Wenzler.

Besucher werden auf

der Formnext die

weltweite Elite des Additive Manufacturing

treffen. Zu den bereits angemeldeten

Ausstellern zählen u. a. 3-D-Systems,

Additive Industries, AddUp, Arburg,

BigRep, Carbon, Desktop Metal,

DMG Mori, Dyemansion, EOS, Farsoon,

Formlabs, GE Additive, HP, Keyence,

Markforged, Materialise, Renishaw, Ricoh,

Siemens, Sisma, SLM Solutions,

Stratasys, Trumpf, Voxeljet, XJet und

Zeiss. Daneben zeigen zahlreiche namhafte

internationale Konzerne ihre Lösungen

entlang der gesamten Prozesskette,

unter anderem BASF, Covestro,

EvonikGKN Sinter Metals Components,

Henkel, Höganäs, Linde, Mitsubishi

Chemical, Nikon, Oerlikon, Sandvik,

SMS Group und viele mehr.

Vielfältiges Rahmenprogramm

Neben dem umfangreichen Programm

auf der AM4U-Stage werden auf der

Formnext 2022 weitere bereits etablierte

Events fortgeführt und ausgebaut sowie

neue Programmpunkte präsentiert.

So findet bereits zum achten Mal die

Start-up Challenge statt, die innovative

und tragfähige Geschäftsideen junger

Unternehmen auszeichnet. Die Aussteller

der Start-up Area präsentieren sich

in kurzen Vorstellungsrunden auf der

AM4U-Bühne, zudem gibt es spannende

Beiträge zum Thema Investment und

Funding. Der Ideenwettbewerb purmundus

challenge feiert sein 10. Jubiläum

mit einer Sonderschau „Best of

10 Years“.

Darüber hinaus wird auch 2022 das

vom Content Partner TCT organisierte

hochwertige Konferenzprogramm aktuelle

Trends und Entwicklungen der Additiven

Fertigung thematisieren. Hierbei

diskutieren hochrangige Vertreter von

Honda, GE Healthcare, PepsiCo und

anderen Unternehmen aktuelle Entwicklungen

u. a. in der Medizintechnik,

Aerospace sowie der Automobil- und

Lebensmittelindustrie.

Der VDMA zeigt seine Sonderschau

mit industriellen AM-Anwendungen

und Business Cases aus der Welt des

Maschinenbaus und gibt mit Vorträgen

auf der AM4U-Bühne dazu weitere Einblicke.

Die Sonderschau BE-AM zeigt

anhand von realen Anwendungen die

fortschrittlichen Entwicklungen des immer

wichtigeren 3-D-Drucks in der

Bauindustrie. Gleichzeitig werden im

BE-AM-Symposium Hintergründe und

künftige Entwicklungen

in diesem

Feld besprochen –

dabei werden unter

anderem 3-D-

Druck mit Lehm,

Nachhaltigkeit und

digitale Fertigung

behandelt.

Weitere Informationen

unter www.formnext.com.

(Foto: Mesago/

Marc Jacquemin)

32 bayern Metall 11/2022


GESCHÄFTLICHES

Jubiläum der Firma Müssel Maschinenbau GmbH

Am Freitag, den 22.07.2022 fand das 90-jährige Jubiläum in Marktredwitz statt.

Links: Familie Müssel (Foto: Anna Rupp Photography); rechts: Jubiläumsfest

der Müssel Maschinenbau GmbH (Foto: Anna Rupp Photography).

Am 23.07.1932 eröffnete Christian

Müssel die Firma „Ingenieursbüro

Müssel Maschinenbau“ und setzte

somit den Grundstein für das Familienunternehmen.

Hannes Müssel

leitet in der dritten Generation das

Unternehmen. Die vierte Generation

befindet sich bereits in den

Startlöchern.

Vor 90 Jahren startete das Unternehmen

mit der Wartung von Dampfmaschinen.

Heute werden im Unternehmen

Müssel Maschinenbau GmbH

Sondermaschinen, Elemente für Förderanlagen

und Geräte zur Bandbearbeitung

– TOOLS FOR BELTS – für den

weltweiten Einsatz, in Oberfranken/

Fichtelgebirge gefertigt. Außerdem ist

die Firma Müssel seit Beginn ein Ausbildungs-

und Innungsbetrieb.

Das Jubiläumsfest konnte bei bestem

Sommerwetter mit der ganzen Unternehmensfamilie,

Angehörigen, Kunden und

Geschäftspartnern sowie Gästen aus

Politik und Wirtschaft gefeiert werden.

Mit dem Redner Dr. Adrian Roßner

(„BR G’schichtla“) wurde freudig auf

die letzten 90 Jahre zurückgeblickt.

Nach den Glückwünschen der HWK-

Präsidenten Oberfrankens und Vertretern

der Landespolitik wurde auf die

nächsten 90 Jahre angestoßen.

Rollende Messerkante. (Foto: Medienimpuls)

Airpresse der

Größe 900 mm.

(Foto: Fotografie

Bildschön)

Weitere Informationen unter

www.muessel.com.

bayern Metall 11/2022 33


Hörmann verlängert langjährige Partnerschaft

mit dem deutschen Fußball-Bund

In Deutschland ist

Hörmann seit vielen

Jahren als Banden-

Werbepartner bei

Länderspielen der

Fußball-Nationalmannschaft

präsent und hat

nun mit der offiziellen

Partnerschaft sein

Sport-Engagement

verlängert.

Mit der Vertragsunterzeichnung im September 2022 verlängert Hörmann seine

langjährige Partnerschaft mit dem DFB und ist nun offizieller Partner der Fußball-

Nationalmannschaft.

(Foto: DFB/Hörmann)

Fußball und Hörmann verbindet eine lange Tradition: Seit mehr

als 25 Jahren ist das Familienunternehmen in mehr als 15 Ländern

im Fußball aktiv. In Deutschland ist Hörmann seit 1995 als Banden-

Werbepartner bei Länderspielen der Nationalmannschaften präsent.

Im September 2022 wurde die Partnerschaft um vier weitere Jahre

bis 2026 verlängert und ausgebaut. Nun ist der Tor- und Türhersteller

Hörmann offizieller Partner des deutschen Fußball-Bundes sowie

der Nationalmannschaft.

„Werte wie Loyalität, Fairness und

Teamgeist stehen nicht nur im Sport an

erster Stelle, sondern auch für uns als

Unternehmen“, sieht Christoph Hörmann,

persönlich haftender Gesellschafter

der Hörmann Gruppe, eine Verbindung.

„Wir freuen uns, dass wir unser

Engagement im deutschen Fußball

nun verlängern konnten“, so Christoph

Hörmann weiter.

Mit der offiziellen Partnerschaft gehen

weiterführende Titel-, Logo- und Bild-

Rechte einher, die zukünftig in der

Endverbraucher-Kommunikation eingesetzt

werden und damit über die

Ergänzend zum

internationalen

Fußballsponsoring

engagiert sich

Hörmann im

Wintersport und ist

seit 2016 Premium-

Partner des BMW

IBU Weltcup und der

IBU Weltmeisterschaften

im Biathlon.

Zudem ist Hörmann

seit der Saison

2018/2019 auch im

Skispringen aktiv.

Bandenwerbung hinausgehen. „Nach

über zwei Jahrzehnten Bandenwerbung

können wir anhand von Marktforschungsergebnissen

erkennen, dass

die Bekanntheit und Sympathie der

Marke Hörmann unter anderem auch

durch unser Engagement im Sport-

Sponsoring stark gestiegen sind“, erklärt

Stefan Gamm, Bereichsleiter der

Hörmann Marketingkommunikation.

Das stärke vor allem auch die Hörmann

Vertriebspartner: „Die Entscheidung

für ein Produkt fällt in vielen Fällen

nicht nur rational. Vielmehr zählen

emotionale Aspekte wie die Sympathie

und das Vertrauen, das man in eine

Marke hat“, erklärt Stefan Gamm.

Neben dem Engagement im Fußball ist

Hörmann auch im Wintersport präsent.

Seit 2016 ist das Unternehmen Premium-Partner

des BMW IBU Weltcup

und der IBU Weltmeisterschaften im

Biathlon. Zur Saison 2018/2019 hat

Hörmann sein Engagement im Wintersport

weiter ausgebaut und ist seitdem

Hauptsponsor der Vierschanzentournee

und Eventsponsor der FIS Skisprung

Weltcups in Ruka (Finnland),

Zakopane (Polen), Oslo (Norwegen)

und ab 2023 in Lathi (Finnland).

(Foto:Hörmann)

Weitere Informationen unter

www.hoermann.de.

34 bayern Metall 11/2022


Funktionsprüfung Brandschutzklappen

VDMA Einheitsblatt veröffentlicht

Das VDMA-Einheitsblatt 24000

„Funktionsprüfungen von Brandschutzklappen

nach DIN EN 15650“

ist erhältlich. Das Einheitsblatt bietet

eine Übersicht über notwendige

gesetzliche Funktionsprüfungen an

Brandschutzklappen.

VDMA 24000 zeigt die unterschiedlichen

Anforderungen für Funktionsprüfungen

von Brandschutzklappen

nach DIN EN 15650 insbesondere für

Deutschland auf und legt diese einheitlich

fest.

Das Einheitsblatt wurde vom VDMA

Arbeitskreis Brandschutz und Entrauchung

erstellt und bietet den unter-

schiedlich betroffenen Zielgruppen eine

Übersicht der notwendigen gesetzlichen

Funktionsprüfungen an Brandschutzklappen.

Darüber hinaus werden

Angaben zur Durchführung und zu den

Intervallen gemacht.

VDMA 24000 richtet sich an Eigentümer,

Betreiber, Errichter, Bauleiter,

Wartungsfirmen, Prüfsachverständiger,

Planer und Hersteller. Es gilt für

Brandschutzklappen nach DIN EN

15650, die in raumlufttechnischen Anlagen

eingesetzt werden. Vereinzelte

Kapitel verweisen durch Anmerkungen

auch auf Brandschutzklappen

mit nationalem Verwendbarkeitsnachweis.

Bezugsquelle

VDMA-Einheitsblätter sind über

den Beuth Verlag, 10772 Berlin,

Tel.: 030 2601-260

Fax: 030 2601-1260 erhältlich.

VDMA-Mitglieder erhalten die Einheitsblätter

kostenneutral über die

VDMA-Geschäftsstelle oder als

Download über die VDMA-Datenbank.

(VDMA e. V. Allgemeine Lufttechnik)

Weitere Informationen unter

www.beuth.de bzw.

www.vdma.org

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finden Sie hier:

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bayern Metall 11/2022 35


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Fachverband Metall Bayern

Lichtenbergstraße 10, 85748 Garching

Bitte beachten Sie die Termine für die bayern Metall:

Ausgabe 12/2022

Redaktionsschluss: 11.11.2022

Anzeigenschluss: 18.11.2022

Ausgabe 01/2023

Redaktionsschluss: 30.11.2022

Anzeigenschluss: 06.12.2022

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