Aurum 999,9 MagBook – Winter 2022
The Coffee Table MagBook
The Coffee Table MagBook
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
GRABEN 13 . 1010 WIEN
SEITZERGASSE 1-3 . 1010 WIEN
NIGHTS OF RAIN AND STARS
»Without rain and stars nothing grows,
learn to embrace the storms of your life.«
jean-poivre.com
TIMELESS FRAGRANCES. FOR THE ICONS OF TODAY.
BREGUET.COM
CLASSIQUE 5367
EDITORIAL
Liebe AURUM 999,9-Community!
„Jeder von uns
hat seine eigene
Schatzkiste und
sein ganzes Leben
lang Zeit, sie zu
befüllen“
In der Früh, wenn ich das Haus verlasse, um
mit meinem Hund Clouseau eine Morgenrunde
zu drehen, ist es noch finster. Auch
abends, wenn ich endlich die Bürotür hinter mir schließen kann, ist
von strahlendem Sonnenschein schon lange nichts mehr zu sehen.
Für mich, und wahrscheinlich auch für Sie, ein eindeutiger Indikator
dafür, dass sich das Jahr zu Ende neigt. In einigen Gesprächen der
letzten Wochen mit geschätzten Geschäftspartnern, treuen Weggefährten
und guten Freunden fiel unvermeidbar der Satz: „Ich bin
schon froh, wenn das Jahr 2022 vorüber ist.“ Ich gebe zu, mich haben
diese Worte beschäftigt, denn im Grunde meines Herzens bin ich
eine Frohnatur. Also habe ich mich bewusst hingesetzt, das Mobiltelefon
auf stumm geschaltet, den Laptop zugeklappt und Notizen
auf meinem Schreibtisch beiseitegeschoben. Keine Dunkelheit am
Morgen, keine trübsinnigen Floskeln Dritter. Nur ich und meine
positiven Gedanken, die sich auf eine Reise durch das letzte Jahr
begeben. Als wäre ich in meinem Kopf einer imaginären Schatzkarte
gefolgt, die mich wieder an besondere Orte, neue Bekanntschaften,
interessante Möglichkeiten und spannende Erfolgsmomente erinnert.
Sozusagen die Schätze des Alltags, die das Leben so ungemein
wertvoll machen und so individuell sind wie der Mensch selbst.
Sie erzählen die Geschichte unseres Lebens.
Davon haben wir uns für die aktuelle Ausgabe inspirieren lassen.
Beim ersten Brainstorming über „Schätze des Alltags“ kamen uns
unisono die Piraten in den Sinn und die Frage, ob sie nun Halsabschneider
oder doch Gentlemen-Seehelden vergangener Tage sind.
Deshalb sind wir dem spannenden Mythos auf den Grund gegangen.
Aber wenn man von Schätzen spricht, sind natürlich auch funkelnde
Edelsteine, exklusive Preziosen und Meisterwerke aus der Uhrenschatulle
nicht weit. Einer der berühmtesten Namen dieser Zunft ist
zweifellos Louis-François Cartier. In unserem Porträt wird der 175
Jahre andauernde kreative Pioniergeist des Traditionshauses zelebriert.
Aber unsere Schatztruhe offenbart noch viele weitere Perlen:
prächtige Schmuckstücke für einen Hauch maritimer Freiheit in der
kalten Jahreszeit, elegante Design-Yachten, die vor kurzem aus den
Werften glitten und ihren Eignern grenzenlose Freiheit auf den Sieben
Weltmeeren versprechen, oder auch traumhafte Inselparadiese,
um spontan aus dem Alltag abzutauchen. Außerdem verraten unsere
Experten, welchen Schatz man sammeln sollte und wie dieser seinen
Wert behält oder sogar steigern kann. Unterm Strich hat jeder von
uns seine eigene Schatzkiste und sein ganzes Leben lang Zeit, sie zu
befüllen. Vielleicht ist es ein feines Abendessen mit guten Freunden,
ein unvergesslicher Sonnenuntergang am Traumstrand, das Originalgemälde
vom Lieblingskünstler in den eigenen vier Wänden oder das
tickende Meisterwerk am Handgelenk.
Machen Sie es wie ich, nehmen Sie sich ein paar Augenblicke
Zeit und bewundern Sie die Schätze in Ihrer persönlichen Truhe.
Sie werden sehen, sie ist ein Fass ohne Boden, und es ist endlos Platz
für Kostbarkeiten. Eventuell steht auch schon die eine oder andere
für das neue Jahr auf der Wunschliste, wenn nicht, würde ich mich
freuen, wenn Sie in unserer aktuellen AURUM 999,9-Ausgabe Ihr
persönliches Glanzstück aufstöbern.
Ihr Reinhard Neussner
Foto: Jürgen Hammerschmid
WINTER 2022
7
136
18
FASHION & ACCESSOIRES
18 PORTRAIT
Der kreative Pioniergeist von Cartier
38 LUXURY PIECE for Women
40 KUNST IN DER TASCHE
Textile Kunstwerke als treue Begleiter
48 SEIN & SCHEIN
Preziosen aus Perlen
52 PORTRAIT
Auf dem Laufsteg von St. Gallen nach Paris: Akris
60 LUXURY PIECE for Men
ART & EVENTS
62 NEW IN TOWN
64 PROGRESSIVE DINNER
Nights out im Goldenen Quartier
68 DIE CHEMIE STIMMT
Simon Quendler
COFFEE TABLE BOOK
76 IHRE EIGENE MUSE
Frida Kahlo, eine Meisterin der Selbstdarstellung
HISTORY
90 FLUCH DER SIEBEN WELTMEERE
Die Geschichte der Piraten
ARCHITEKTUR
102 RAUM ALS LUXUS
Und es kommt doch auf die Größe an
114 THE BIG 9
Großzügig-charmante Residenzen
124 PORTRAIT
Immobilien-Pionier Daniel Jelitzka
130 HIGHLIGHT
Im Auge der Zukunft
LIVING
144 SHOWROOM NATIONAL
Mit Maß und Stil: Der Mayrhofer
148 GRÖSSE ZEIGEN
Wohnzimmer, Küche, Esszimmer, Schlafzimmer, Bad
156 PORTRAIT
Ganz schön aufgeweckt: Hästens
162 EIN SCHLOSS VON WELT
Eine Transformation vom Einst ins Jetzt
BEAUTY
168 MILLI VANILLI
Extravagant bis zur letzten Duftnote
170 GLOW UP YOUR LIFE
Aktivieren wir den Glamour-Modus
172 POWER SHAVE
Praktische Helfer für eine sanfte Rasur
Fotos: Helmut Newton © Helmut Newton Foundation, Cartier, Baoase, The Museum of the Future, Akris, Ferretti Group
8 WINTER 2022
INHALT
WINTER 2 0 2 2
130
52
182
178
204
MOBILITY
182 JUWELE DER MEERE
Yachten sind mehr als ein luxuriöses Hobby
KULINARIK
196 ZU BESUCH BEI
Schwarzes Gold
199 MENU À LA CHEF
Aufgeblüht im Zweiten
KOLUMNEN
46 COSTÁN EGHIAZARIAN
Schmuck als Investment
98 WOLFGANG HUTTER
Digitalisierung in der Kunstszene
TRAVEL
204 REIF FÜR DIE INSEL
Elisabeth Muth taucht ab
207 GESTRANDET IM PARADIES
Inseln sind magische Sehnsuchtsorte
222 TRAVEL WITH THE STARS
Like a Virgin
224 NEW PLACES
PHOTOGRAPHY
82 PORTRAIT
Victor Luque
136 PORTRAIT
Helmut Newton
174 PORTRAIT
Christina Hasenauer
IMPRESSUM
Medieninhaber: Reinhard Neussner Management und Beteiligungs GmbH, Kaasgrabengasse 86/4/40A, 1190 Wien, office@aurum-magbook.com
Verlags- und Redaktionsadresse: Kaasgrabengasse 86/4/40A, 1190 Wien
Herausgeber, Chefredakteur, Geschäftsführer: Reinhard Neussner. Redaktionsteam: Bernhard Musil, Brigitte R. Winkler, Christoph Kulmer,
Elisabeth Habitzl, Elisabeth Muth, Percival Pachta-Rayhofen, Reinhard Neussner, Rosemarie Pescheck. Redaktionsassistentin: Marily Elmezoglou.
Chef vom Dienst: Christoph Kulmer. Head of Design: Florian Reichel. Art Direction: Anton-Georg Kiener.
Grafik: Doris Wegener, Stefan Stockinger. Lektorat: Hildegard Atzinger, Julia Friehs.
Autoren dieser Ausgabe: Alice Mandel, Barbara Jahn, Costán Eghiazarian, Wolfgang Hutter. Herstellungsort: Wien. Druck: Holzhausen/Gerin Druck GmbH.
Blattlinie: AURUM 999,9 MagBook ist eine Verschmelzung der Genres Coffee Table Book & Magazin. Das Redaktionsteam berichtet 4-mal jährlich
für seine exklusive Member-Community über Wissenswertes, Exklusives und Aufregendes. Die Luxus-Lifestyle-Themen reichen von Architektur,
Design, Fotografie, Kunst, Mode, Genuss, Reisen und Mobilität bis hin zu Business und History.
Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Alle angegebenen Preise sind Richtpreise,
redaktionelle Sonderwerbeformen sind mit dem Wort Advertorial gekennzeichnet.
Offenlegung: www.aurum-magbook.com/impressum
9
brand
the poetry of design
An almost impossible challenge:
taking the core aesthetic of one
of the most powerful symbols for
the human race - the infinity -
and transforming it into a curvy
sculpture. We went even one
step further and turned it into an
object with a strong symbolic
value to Natuzzi - the sofa.
PORTRAIT
PIONIERGEIST
Ob Schmuck, Uhren, Parfums, Lederwaren oder
Accessoires: Wenn der Name Cartier fällt, denkt man
an hochwertige Luxuskreationen, zeitlose Ästhetik,
Weltoffenheit und Pioniergeist. Begonnen hat Louis-
François Cartier 1847 mit einem Schmuckatelier in
Paris. Heute, 175 Jahre später, ist Cartier mit
270 Boutiquen weltweit präsent
Von Brigitte R. Winkler
18
Von Beginn an am
Erfolg von Cartier
beteiligt: der Panther
und ein Flugpionier
Fotos: Cartier
WINTER 2022
19
Ph
Voll im Einsatz:
Simone Menezes,
ihre Solisten
und das Wiener
Kammerorchester
er denkt an Musik, wenn
der Name Cartier fällt?
Wohl die wenigsten. Ein
Fehler! Seit fast 40 Jahren
nimmt das französische
Luxushaus eine
Vorreiterrolle bei der Förderung kreativer
und künstlerischer Ausdrucksformen ein und
macht sie einem breiten Publikum auf der
ganzen Welt zugänglich. Dazu gehört auch
die Musik, was am 25. September in Wien
zu hören war. Unter der Leitung der renommierten
italienisch-brasilianischen Dirigentin
Simone Menezes ertönten im Wiener Konzerthaus
Werke von Beethoven, Villa-Lobos
und Louise Farrenc, einer wiederentdeckten
französischen Komponistin, Pianistin und
Musikwissenschaftlerin des 19. Jahrhunderts.
Es spielte das Wiener Kammerorchester,
dazu zwei Solistinnen und ein Solist des von
Menezes gegründeten Ensembles „K“ (von K
wie Klassic – Kosmopolitan – Kontemporary –
Kreative – Konnected), die französische Violinistin
Manon Galy, die französisch-rumänische
Pianistin Mara Dobrescu und der
polnische Cellist Kacper Nowak.
Cartier arbeitet seit 2019 mit Simone
Menezes zusammen. Sie gilt als visionäre
Musikerin und Dirigentin, die klassisches
und zeitgenössisches Repertoire meisterhaft
kombiniert. Zu den gemeinsamen Projekten
gehört auch das 2021 ins Leben gerufene
multidisziplinäre Musikprojekt „METANOIA“
des Ensembles „K“. Es erforscht entlang von
Musikaufnahmen, Filmen und Livekonzerten
Themen wie Transzendenz, Transformation
und Schönheit über Kunstformen und historische
Epochen hinweg. Menezes, die bei
dem ebenfalls von Cartier unterstützten
Dirigentinnen-Wettbewerb „MAWOMA“
2019 in Wien den zweiten Preis bekam,
nähert sich mit dem Kammermusikensemble
„K“ der klassischen Musik mit Respekt vor der
Tradition, aber nicht mit Traditionalismus.
Dazu Cyrille Vigneron, Präsident und CEO
von Cartier: „Cartier unterstrich mit dem
Konzert einmal mehr seine Unterstützung
der wachsenden Gemeinschaft von Musikerinnen
und Musikern, die für Freiheit, Kreativität
und Weltoffenheit stehen, stets bestrebt,
die Grenzen des Möglichen zu überschreiten.
Über Kontinente und Zeiten, Kulturen und
Generationen hinweg ist Musik das, was
uns verbindet.“ Und vor dem Konzert sprach
Alexis de Laporte, Managing Director Cartier
Northern Europe, zum Publikum: „Kreativität,
Exzellenz, Schönheit und Neugier – all
das sind zentrale Werte der Maison Cartier.
Aber sie beschreiben auch perfekt das Talent
und die Philosophie der renommierten Dirigentin
Simone Menezes.“ Und: „Genießen
Sie die universelle Sprache der Musik, die in
der Lage ist, unsere Herzen und Seelen tief
zu berühren.“
20
PORTRAIT
Genau das gelang Simone Menezes mit dem
großartigen Konzert. Am nächsten Tag konnte
AURUM 999,9 sie zu einem exklusiven
Interview treffen.
Wann ist Musik in Ihr Leben gekommen?
Musik war ein wichtiger Bestandteil unserer
Familie. Mein Vater war ein Amateurmusiker,
der Chöre dirigiert hat. Ich bin inmitten von
Chören aufgewachsen. Daher war es etwas
sehr Natürliches für mich, etwas mit Musik
und schließlich mit Dirigieren zu tun haben
zu wollen.
Sie haben also schon sehr früh gewusst, dass
Sie Dirigentin werden wollen?
Mit 15 habe ich bereits Klavier gespielt und
in einem Chor gesungen. Dort habe ich dem
Dirigenten assistiert, daher war es wie gesagt
etwas sehr Natürliches, Dirigentin werden zu
wollen.
Obwohl das in Brasilien, in São Paulo, wo
Sie aufgewachsen sind, sicher nicht selbstverständlich
war. Es sind ja heute erst vier
Prozent aller Dirigenten weiblich.
Ja, aber die Welt ändert sich gerade Schritt
für Schritt. Ich hoffe, dass das bald schneller
geht. Aber ich kann nichts anderes tun, ich
habe keine Wahl. Ich musste und muss einfach
versuchen, meine Kunst zu machen,
meinen Weg zu gehen. Und das Leben bringt
in entscheidenden Momenten immer wieder
Hilfe, wenn man genau weiß, welchen Weg
man gehen will.
Hatten Sie und haben Sie Vorbilder unter den
Dirigenten?
Oh ja, da habe ich ein paar wichtige Einflüsse
und Künstler, die mich inspiriert haben und
inspirieren. Für mich war erst einmal Claudio
Abbado sehr wichtig. Seit geraumer Zeit
habe ich einen Draht zu Paavo Järvi, der auch
mein Professor war, oder auch zu Antonio
Pappano.
2019 haben Sie am ersten Nachwuchswettbewerb
für Dirigentinnen, dem „Music and
Women Maestra“-Wettbewerb, kurz „MAWO
MA“ genannt, in Wien teilgenommen und
auch einen Preis erhalten. Wie haben Sie
davon erfahren?
Gegründet wurde der Preis ja von der Pianistin
Cleménce Guerrand in Paris. Dort habe
ich davon gehört. Es war mein erstes Mal in
Wien, hier zu dirigieren war großartig. Hier
habe ich auch Cartier kennengelernt, die den
Wettbewerb ja unterstützen. Auch das war
ein gutes Erlebnis. Seither werde ich von
Cartier in meinen Projekten unterstützt, und
das ist auch großartig.
Lieben Sie auch Schmuck und Uhren?
Meine künstlerische Verbindung zu Cartier
ist sehr wichtig für mich. Aber natürlich
gefällt mir auch einiges vom Schmuck sehr
gut (lacht).
Und was gefällt Ihnen an Wien?
Ich habe schon in vielen Ländern dirigiert,
aber in Österreich ein Konzert zu leiten, ist
schon etwas sehr Spezielles. Wien ist für die
Musik, was Paris für die Mode ist (lacht). Hier
passieren die Dinge.
Was bedeutet Ihnen Musik?
Musik ist ein Weg, sich auszudrücken.
Manchmal können wir uns nicht mit Worten
ausdrücken – außer man ist ein Dichter. Aber
für mich geht die Musik über Worte hinaus.
Als Musikerin brauche ich die Musik, um
mich auszudrücken.
Nur vier Prozent aller
dirigierenden Menschen
sind weiblich:
Simone Menezes
Sie sind verheiratet und haben eine Tochter,
die Ihnen sehr ähnlich im Aussehen und im
Temperament zu sein scheint. Wie bringen Sie
das alles zusammen?
Als ich Dirigentin werden wollte, hat man
mir gesagt, dass ich weder einen Mann noch
Kinder in meinem Leben unterbringen können
werde. Da habe ich mir gedacht, wenn
ich mich entscheiden muss, ob ich eine Frau
oder eine Künstlerin sein will, ist das für
mich nicht okay. Man muss beides unter
einen Hut bringen. Der Ehemann muss halt
verstehen, dass man die Arbeit zu Hause
teilen muss.
WINTER 2022
21
PORTRAIT
EIN DEBÜT
MIT STRAHL-
KRAFT
Verfolgt man die Geschichte des Hauses
Cartier, kommt man aus dem Staunen nicht
heraus. 1847 übernahm Louis-François Cartier
die Goldschmiedewerkstatt seines Lehrmeisters
Adolphe Picard in der Pariser Rue
Montorgueil. Es dauerte keine zehn Jahre, bis
sich sogar der höchste Adel auf seine Kreationen
stürzte, die sich nicht nur durch spezielle
Schönheit, sondern immer wieder auch durch
Innovationen auszeichneten. Louis-François
setzte von Beginn an auf die Verbindung von
Schmuck und Mode, verwendete 1853 erstmals
Platin für seine aufwendigen, mondänen,
handgefertigten Prunkstücke. Im gleichen Jahr
eröffnet er das erste Cartier-Geschäft, einen
„salon de vente“, in der Rue Neuve-des-Petits-
Champs. Bereits 1856 kaufte dort Prinzessin
Mathilde, die Cousine von Kaiser Napoléon III,
ihren ersten Schmuck von Cartier und öffnete
so dem Haus den Zugang zur Pariser High
Society. Es spricht für die Qualität von Cartier,
dass drei Jahre später auch die Gemahlin des
Kaisers, Eugénie, Kundin von Cartier wurde.
Der Verkaufserfolg machte es notwendig, in
ein größeres Geschäft am Boulevard des
Italiens umzuziehen.
Einen weiteren Schritt in
Richtung Erfolg bedeutete die
Idee, Uhren in das Angebot
aufzunehmen und sie weiterzuentwickeln.
Vor allem der
Sohn von Louis-François,
Alfred, der sich ab 1872 vorerst
als Designer einer eigenen
Schmucklinie betätigt hatte,
widmete sich speziell diesem
Genre. Bereits 1888 entstanden
die ersten juwelenbesetzten
Uhren für das
Handgelenk, sie verkauften
sich zunächst aber nur zögerlich.
Alfreds Söhne stiegen
bald und mit eigenen Ideen in
das florierende Unternehmen
ein, das Hauptgeschäft wurde
in die prestigeträchtige Rue de
la Paix verlagert, noch heute
das Hauptquartier der Maison.
Den Enkeln des Gründers, Louis, Jacques
und Pierre, war das aber noch immer zu
wenig, so eröffneten sie 1902 die erste Filiale
in London. Wen überrascht es da noch, dass
Cartier kurze Zeit darauf zum Hoflieferanten
der britischen Königsfamilie wurde. Und
auch damit nicht genug: 1904 feierte man mit
der Entwicklung der ersten Fliegeruhr, der
„Cartier Santos“ (davon später mehr), einer
Uhr für das Handgelenk mit Lederarmband,
und nach wenigen Jahren auch mit Armbanduhren
riesige Erfolge – weltweit.
h Die Hände der Kreativdirektorin des Hauses Cartier, fotografiert 1938: Jeanne Toussaint bei der Arbeit
h Grace Kelly mit einem Cartier-Klassiker, dem „Trinity“-Ring, am Finger
Jacques Cartier spezialisierte sich dann auf den Perlenhandel und
knüpfte Kontakte am Persischen Golf. 1907 gelang dazu der Sprung
nach Russland, wo man bald zum „offiziellen Lieferanten des Kaiserhofs“
ernannt wurde (von 1721 bis 1917 existierte das Kaiserreich Russland).
1909 eröffnete man das erste Geschäft in New York, an der Fifth
Avenue natürlich und seit vielen Jahren zu Weihnachten unübersehbar,
wenn das Unternehmen das gesamte Gebäude mit einer roten Masche
als „Geschenk“ verziert.
1914 kam erstmal eine Damen-Armbanduhr im Panther-Muster mit
Diamanten und Onyx in den Handel. 1924 der ikonische Dreiband-
Ring, genannt „Trinity“, aus Gelb-, Rot- und Weißgold. 1930 wurde
eine Frau, Jeanne Toussaint,
Creative Director von Cartier
und übte diese Funktion bis
1970 aus. 1938 erhielt Prinzessin
Elizabeth von England die
zarteste Armbanduhr der Welt.
Während das Geschäft
durch weitere Innovationen
und einflussreiche kreative
Persönlichkeiten im Haus
immer erfolgreicher wurde,
zeichnete sich in den 1960er-
Jahren das Ende von Cartier
als Familienunternehmen ab.
Der Gründer, Louis-François
Cartier, starb 1904 mit 85 Jahren.
In den 1940er-Jahren
star ben zwei seiner Enkel, die
Söhne Alfreds, Jacques und
Louis, 1964 dann auch Pierre.
Nun zerfiel das Unternehmen
in drei Teile, und die Familie
gab einige Geschäftsfelder auf. 1972 verkaufte man Cartier Paris
an eine Investorengruppe. 1974 wurde aus den drei Teilen Cartier
Monde. Man kaufte andere Luxuswarenhersteller zu, und aus Cartier
Monde wurde die Vendôme Luxury Group. Seit 1997 gehört die
Marke Cartier zur Schweizer Richemont-Gruppe. Dadurch wurde sie
zum inzwischen größten Luxusgüterkonzern der Welt mit Milliardenumsatz
und -gewinn.
O Schlangen-Halskette: ein Schmuckstück von 1968 aus Platin
und Gold mit Diamanten, Smaragden und buntem Email
22
LICHT-
GESTALT
Spricht man von Cartier, muss der Name
einer Frau erwähnt werden, die den Auftritt
des Hauses entscheidend mitgeprägt hat.
Ohne ihren Spitznamen wäre Cartier beinahe
nicht Cartier. Bereits 1910 trafen sich
Jeanne Toussaint, 1887 in Belgien geboren,
und Louis Cartier. Kein Wunder, dass
die beiden voneinander begeistert waren,
liebten sie doch beide Kreativität, kraftvolle
Entscheidungen, Humor – und den Jaguar/
Leoparden/Panther. Sein auffallend geflecktes
Fellmuster zierte die Wohnung von
Jeanne und ebenso eines ihrer Zigarettenetuis,
ein Geschenk von Louis aus dem Jahr
1917. Aufgrund ihrer geradewegs bissigen
Entschlusskraft bekam sie den Spitznamen
„La Panthère“. Vermutlich 1920 offerierte
ihr Louis, im Hause Cartier mitzuarbeiten.
Zuerst begann sie bei den Taschen. Kein
Wunder, dass sowohl Kosmetikkoffer, Zigarettenetuis
als auch andere Accessoires außer
mit Diamanten, Smaragden und Rubinen mit
einem Panther – so nennt Cartier seither die
gefleckte Wildkatze – geschmückt waren.
1933 wurde sie zur Kreativdirektorin des
Hauses ernannt und war fortan, bis fast 1970,
Chefin im Studio in der Rue de la Paix, wo
sonst ausschließlich Männer als Designer,
Schmuckhandwerker und Edelsteinfasser für
Cartier arbeiteten. Vermutlich weltweit die
erste Frau in solch einer Position.
h
Ein Ring von 1964
aus Gold und Platin
mit Diamanten und
unzähligen kugelig
geschliffenen
Rubinen
Und dieser Pionierin der Emanzipation ging es auch beim Schmuck
um eine neue Freiheit, die sie mit ihren Entwürfen zum Ausdruck
bringen wollte. Für sie war Schmuck ein Zeichen von Unabhängigkeit.
Sie schreckte auch nicht davor zurück, sich damit politisch zu
äußern. Bis heute beliebt und gewünscht ist jedoch vor allem die
markante Wildtier-Ikone. Gemeinsam mit dem Designer Pierre
Lemarchand, ein ständiger Besucher des Pariser Zoos, entwarf sie
eine neue skulpturale Silhouette: den stolzen und mächtigen Panther.
1948 bekam Cartier vom Duke of Windsor den Auftrag, eine Panther-Brosche
für seine Frau zu entwerfen. Das Schmuckstück kam so
gut an, dass ein Jahr später ein Panther, platziert auf einem riesigen
Saphir, ebenfalls von den Windsors erworben wurde. Auch durch
diese Kunden wurde der Panther zur Stilikone nicht nur von Cartier,
sondern geradewegs des 20. Jahrhunderts. Mit ihrem Feingefühl
für Materialien und Farbkombinationen, ihrer Vorliebe für Kurven,
Geschmeidigkeit, Entspanntheit und Motive aus der Tier- und
Pflanzenwelt, genannt „Toussaint taste“, nahm Jeanne Toussaint nicht
nur einen wichtigen Platz in der Geschichte von Cartier ein, sondern
auch in der Geschichte der Juwelen an sich.
k
Sie brachte den Durchbruch: „Panthère“-
Brosche mit einem 116-Karat-Saphir
k
Zigarettenetui mit
Panther: Louis Cartier
schenkte es 1917
Jeanne Toussaint
x
Armband von 1939:
aus Gold, Amethysten
und Citrinen
h Wunderbar geschmückt: Jeanne Toussaint
1950 bei einem Interview
O Ein ganz spezielles Uhren-Schmuckstück
mit Jeannes Lieblingstier: „Panthère
Astrale“-Manschettenuhr
WINTER 2022
23
PORTRAIT
UNVERGÄNGLICHE
PREZIOSEN
Kein Wunder, dass auch Adel und Promis bis
heute Schmuck von Cartier lieben. Es sind
einfach exklusive und individuelle Stücke für
die Ewigkeit, die man sich sogar personalisieren
lassen kann. Ob Halsband, Diadem, Brosche
oder Ring – was vor 175 Jahren begann
und sich mit bewundernswerter Handwerkskunst
und zahlreichen Innovationen, wie
Art déco oder erstmal Platin statt Silber einzusetzen,
fortsetzte, fußte immer wieder und
bis heute in der Tier- und Pflanzenwelt. Und
das vom Kleinsten bis zum Größten, vom
Gewöhnlichsten bis zum Fantastischsten:
Cartier ist von allen Tieren gleichermaßen
fasziniert. Auf diese Weise entstehen spannende
Begegnungen zwischen Drachen,
Libellen, Zikaden, Elefanten, Flamingos
oder Quetzals – so schillernd und lebendig,
dass sie das ganze Savoir-faire der Maison
erfordern. Denn Cartier fängt das Leben ein
und gibt es in Form von Design, Geometrie
und Abstraktion in seiner reinsten Form wieder.
Auch in der neuen Kollektion lässt das
Zusammenspiel der Steine die Elemente der
Natur erstrahlen, von denen sie inspiriert ist.
Um diese Wunder an Schönheit zu pflegen
und zu bewahren, dokumentiert Cartier die
Herkunft der Steine sorgfältig. Die meisten
davon sind bei keinem anderen Juwelier zu
bekommen. Ein Stück von Cartier zu besitzen,
bereitet einfach Freude. Wer sich die
Top-Meisterwerke nicht leisten kann, hat in
Form von zarten Schmuckstücken trotzdem
die Möglichkeit, sich auszustatten.
hU
Dafür stehen Fans
weltweit Schlange:
„Clash de
Cartier“-
Schmuckstücke
mit Kügelchen und
den zugespitzten
Picots sind
begehrt
Dazu gehören vor allem die Kreationen der klassischen und extravaganten
„Clash de Cartier“-Kollektion. Sie sind schlicht und einfach
und täglich tragbar. Ein zentrales Merkmal ist die Punk-Ästhetik.
„Clash de Cartier“ ist ein Balanceakt zwischen Vergangenheit und
Zukunft. An diesen neuesten Kreationen der Maison führt derzeit
kein Weg vorbei. Der Hype, den es aktuell um Cartier gibt, der die
Menschen immer wieder Schlange stehen lässt – ja, auch in Wien –,
ist vermutlich „Clash“ geschuldet. Ob klassisch oder extravagant,
markant oder subtil – „Clash de Cartier“ steht für Kontraste. Das
Wechselspiel aus klarer Linienführung und überdimensionierten
Proportionen bei den neuesten „Clash de Cartier“-Schmuckkreationen
intensiviert die unverwechselbaren Codes der Maison: Kugeln
und die spitz geformten Picots als unverkennbare Signatures sind auf
Ring, Ohrring, Kette und Armreif präsent. „Clash de Cartier“ kombiniert
Roségold mit Onyx und Weißgold sowie dem schimmernden
Schwarz edler Tahiti-Perlen. Die Perlen, die Glanzstücke vom Meeresgrund,
stehen bei Ringen, Ohrringen und Armreifen in limitierter
Auflage im Mittelpunkt und ziehen alle Blicke auf sich. Graue, grüne
und auberginefarbene Nuancen reihen sich in großzügigen Volumen
aneinander, harmonisch abgerundet durch die Fassungen aus Weißgold
und die seitlichen Picots aus Onyx. Dazu kommt das klare und
tiefe Schwarz der runden und beweglichen Onyx-Kugeln, die auf den
Rückseiten der Schmuckstücke platziert sind. Die markanten Formen
unterstreichen die Innenseite von Ringen, Armreifen, Anhängern
und Kreolen aus Roségold. Wenn die Onyx-Kugeln die Haut berühren,
entstehen einzigartige Sinneseindrücke. Es sind Schmuckkreationen,
die auf unterschiedliche Arten getragen werden können, allein oder
als Mix and Match: Die Kreolen aus Onyx oder die Manschetten-Ohrringe
mit Tahiti-Perlen lassen sich am Ohrläppchen oder direkt am
Ohr tragen. Zwei Gegensätze – ein Clash. Als Botschafterin dieser
Kollektion konnte Phil Collins Tochter Lily gewonnen werden.
Als globale Marke verpflichtet sich Cartier zu einer nachhaltigen
und verantwortungsbewussten Beschaffung der Materialien. Dieses
Engagement zeigt sich vor allem bei der Nutzung von recyceltem
Gold, um die Umweltbelastung zu reduzieren. Beim Abbau von
Edelsteinen arbeitet Cartier ausschließlich mit kleinen, handwerklich
betriebenen Minen zusammen, die vom Responsible Jewellery
Council zertifiziert sind. Diese Organisation setzt Standards für
verantwortungsbewusstes Verhalten in Bezug auf den Einsatz von
Chemikalien und die Achtung der Menschenrechte.
24
„Die Hauptinspiration
für die neue High-
Jewelry-Kollektion
,Beautés du Monde‘
ist, wie der Name
schon sagt, die
Schönheit der Welt.
Sie spiegelt die Pracht
und die Kuriosität
der Natur“
An der Spitze des Schmuckangebots von
Cartier stehen wunderbare Kreationen, die
von Juwelierkunst, meisterhaftem Können
und einmaligem Wiedererkennungswert
geprägt sind. Man kann sie einfach Werke der
Königsdisziplin nennen. Schon die Gebrüder
Cartier ließen sich auf ihren zahlreichen Reisen
von der Schönheit der Welt inspirieren.
Diese Philosophie der Inspiration und des
Bewahrens prägt die Maison bis heute. Ausdruck
dessen ist die neueste Haute-Joaillerie-
Kollektion „Beautés du Monde“. In ihr manifestiert
sich die Vielfalt des Schönen, die
Cartier immer wieder aufs Neue fasziniert.
Bezaubernd schon einmal das Ensemble von
Broschen: zum Beispiel ein wunderbarer Flamingo,
der Federn aus Rubelliten schwingt,
die einzeln gerippt und in Abhängigkeit
von der Größe der einzelnen Edelsteine mit
einer geschwungenen Linie aus weißen oder
farbigen Diamanten umrandet sind. Dazu
schuf Cartier eine Libelle mit Flügeln aus
Opal, die von Bergkristallen mit gravierten
Rippen konturiert sind und rückseitig von
einem nahezu unsichtbaren metallischen
Netz gehalten werden. Und als Meisterwerk
der Glyptik kreierte die Maison eine Brosche
in Form eines Elefanten – aus versteinertem
Magnolienholz, das mit einem rosa Saphir
und einem strahlenden Diamanten im Brioletteschliff
bestückt ist. Der Quetzal wird
zum Schulterschmuck, und sein Gefieder
aus Paraiba-Turmalinen, Saphiren, gravierten
h
„Antisia“-
Brosche,
inspiriert vom
Quetzal-Vogel:
aus Platin mit
unzähligen
Edelsteinen
E
Typischer geht es
nicht: „Panthère de
Cartier“-Ring
k
„Love“-Armreif aus
Gold: hier getragen
von Filmstar
Monica Bellucci
O Seit 1847
Weltmeister in der
Bearbeitung von
Edelsteinen
Tsavoriten und Diamanten schwingt bei der kleinsten Bewegung mit.
Die Interpretation bleibt zwar der ursprünglichen Idee treu, allerdings
verklärt die stilisierte Darstellung die Realität und lässt den
Blick weiter schweifen: In unserer Wahrnehmung erwachen diese
Kreationen wie von Zauberhand zum Leben. Dies ist der Virtuosität
und Handwerkskunst von Cartier zuzuschreiben, die die Sinne mit
facettenreicher Schönheit, raffiniertem Design und einem einzigartigen
Spiel der Edelsteine verzaubern.
Wunderschön und unverkennbar Cartier ist auch das „Cymbale
Collier“. Auch dafür war die Natur und deren Tierwelt, die Anatomie
von Insekten, eine Quelle der Inspiration: Es ist die Zikade, deren
zierliche Anmut Cartier in Form eines Colliers aus Diamanten, Bergkristall,
Rubin und Onyx hervorhebt. Die schimmernde Transparenz
ihrer Flügel greift die Maison durch die Verwendung von Bergkristall
auf. Er eignet sich dafür nicht nur, weil er besonders lichtdurchlässig
ist, sondern auch, weil er im Facettenschliff faszinierende Lichteffekte
erzeugt, deren Schwingungen an das Zirpen der Zikaden erinnern
k
„Phenico“-Brosche, dem
Flamingo nachempfunden:
mit weißen und rosa
Diamanten
WINTER 2022
25
PORTRAIT
„Die Anatomie von
Insekten ist für Cartier
unglaublich anregend.
Zum Beispiel die
Zikade, deren zierliche
Anmut in Form
eines Colliers aus
Diamanten, Rubinen,
Bergkristall und Onyx
hervorgehoben wird“
O
Zauberhaftes Schmuckstück, inspiriert
von der Zikade: Weißgold mit unzähligen
Edelsteinen
sollen. Um diese voll zur Geltung zu bringen,
verwendet Cartier eine unsichtbare Struktur
zur Platzierung der Steine. So wechseln
sich Stege aus facettierten Bergkristallen
und mit Diamanten ausgefasste Motive ab.
Abgerundet wird das Design durch Spitzen
aus auf Maß geschliffenem Onyx. Im Kontrast
dazu steht die ovale Form der Rubine,
die das Ensemble harmonisch ergänzen. Im
Mittelpunkt dieser streng symmetrischen
Komposition steht ein zentrales Motiv aus
drei Rubinen und zwei Diamanten, darunter
ein D VS1 mit einem Gewicht von 6,10 Karat.
Die Farben des Ensembles spielen mit dem
für die Maison typischen Kontrast von Weiß,
Schwarz und Rot. Eine besonders geschmeidige
Beweglichkeit und Flexibilität verleihen
dem Design zahlreiche winzige Glieder. Sie
erzeugen dank ihrer fließenden Bewegungen
ein angenehmes Tragegefühl. Möglich wird
dies nur durch das Savoir-faire von Cartier,
denn es ist eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe,
die Positionierung jedes einzelnen Elements
präzise festzulegen.
Und wer ist da aller an der Herstellung
beteiligt? Man kann sagen: unzählige Handwerkskünstler.
In der Zwischenzeit sind es
nicht mehr nur Männer, die Cartiers Unikate
herstellen, sondern auch viele Frauen:
Designerinnen und Designer, Edelsteinexpertinnen
und -experten, Steinschleiferinnen
und -schleifer, Juwelierinnen und
Juweliere, Edelsteinfasserinnen und -fasser,
Polierinnen und Poliere. Sie alle investieren
circa 1.800 Arbeitsstunden in ein Collier. Die
meisten Stunden sind für die Juwelierarbeit
notwendig. Allein für den Edelstein-Schliff
rund 300 Stunden.
h
Einzigartige Elefanten-
Brosche aus versteinertem
Magnolienholz mit
Diamanten und rosa Saphir
k
Zikade als Collier: Die
Herstellung des „Cymbale
Collier“ erfordert unzählige
Arbeitsstunden
U
Einblicke in die Herstellung
der „Antisia"-Brosche mit
tropfenförmigem Turmalin
„Cordulia“-Brosche: Libelle
mit Flügeln aus Opal, gehalten
von einem Metallnetz
x
26 WINTER 2022
„La Panthère“ (zur Hälfte
bevor das Schmuckstück
mit Diamanten, Onyx und
Saphiren versehen
wird und zur Hälfte fertig):
Aufgrund ihres Spitznamens
und der Vorliebe von
Jeanne Toussaint wurde
das gefleckte Tier zur
symbolträchtigen Ikone
der Maison Cartier. Es
prägt nicht nur Schmuckund
Uhren-Kreationen,
sondern auch Lederwaren
27
PORTRAIT
Der brasilianische
Flugpionier Alberto
Santos Dumont
bat seinen Freund
Louis Cartier, für
ihn eine Armbanduhr
zu entwickeln
Er wünschte sich von Cartier daher eine
Arm banduhr. Cartier entwarf eine qua dratische
Lünette mit abgerundeten Ecken und
inte grierten Ösen. Das Uhrenglas – bis heute
aus Saphirglas, woran die echte Car tier-Uhr
zu erkennen ist – wurde mit acht Schrauben
gesichert, was an die Beine des Eiffelturms
erinnern sollte. Louis wollte, dass sie einfach,
klar und praktisch ist. Alber to Santos
Dumont war begeistert und trug die erste
Herren-Armbanduhr der Welt auch außerhalb
seiner Flieger und machte sie so be kannt.
1911 begann Louis Cartier mit der Serienproduktion
und dem Vertrieb der „Santos-
Dumont“. Modische Franzosen verzichteten
ziemlich bald auf ihre Taschenuhr und wechselten
zu dieser zeitgemäßen Alternative.
ZEITLOS
SCHÖN
Was gab es gegen Ende des 19. Jahrhunderts bereits an Uhren? Blickt
man in der Geschichte weit zurück, muss man mit den Sonnenuhren
3000 vor Christus beginnen. Daraus entwickelten sich im Lauf der
Zeit unzählige Varianten, von der Kerzenuhr und der Sanduhr bis zur
ersten mechanischen Uhr, der im 17. Jahrhundert die erste Pendeluhr
folgte und auch die erste Taschenuhr. Die erste Armbanduhr für
Frauen soll 1868 auf den Markt gekommen sein. Zunächst war es wie
gesagt Alfred Cartier, der für Cartier zusätzlich zum Schmuck auch
Taschen-, Pendel- und ab 1888 Armbanduhren herstellen ließ und
ins Angebot von Cartier aufnahm. Er besetzte seine Armbanduhren
natürlich mit Juwelen. Der weltweite Erfolg sollte sich aber erst durch
eine Freundschaft entwickeln. Danach ging es mit zahlreichen Innovationen
weiter, die zu Legenden und Statussymbolen geworden
und bis heute im Angebot sind – und immer wieder ergänzt werden.
Auch durch neuartige Materialien und skelettierte Uhrwerke, um
zeitgemäße Versionen der Klassiker zu schaffen. Was macht Cartier-
Uhren so unverwechselbar und daher so begehrt? Die Gehäuseformen,
die cremefarbenen Zifferblätter und die römischen Ziffern in
Schwarz ergeben einen großartigen Wiedererkennungswert.
h
Die erste
Herrenarmbanduhr
der Welt: Ab 1911
ging Louis
Cartier mit der
„Santos-Dumont“-
Armbanduhr in
Serienproduktion
Der Erfolg der „Santos“ spornte Louis Cartier
an, weitere Versionen der Armbanduhr zu
ent wickeln. Aus dem bis heute in aller Welt
begehrten Angebot stechen ein paar Exemplare
unübersehbar hervor. Darunter die „Tank“.
Die Inspirationsquelle gehört nicht zu den
schönsten Dingen der Welt. Es war der
Doch der tatsächliche Beginn des Verkaufserfolgs von Cartier-Armbanduhren
startete wie gesagt mit einem sehr speziellen Ereignis.
Als sich der brasilianische Flugpionier Alberto Santos Dumont 1904
mit einem Wunsch an seinen Freund Louis Cartier wandte, war dieser
sofort bereit, ihm zu helfen. Santos Dumonts Problem: Beim Fliegen
kommt es immer wieder auf rasche, zeitabhängige Reaktionen an.
Wenn man dazu erst die Uhr aus der Tasche nehmen muss, vergeht
zu viel Zeit, in der man beide Hände für wichtige Reaktionen braucht.
k
Uhrmacherkunst vom
Feinsten: Die „Santos de
Cartier“ gibt es immer
wieder auch in neuen
Varianten. Hier mit
vielen Diamanten im
Brillantschliff besetzt
28 WINTER 2022
k
„Tank Asymétrique“:
Das extragroße Modell
der berühmten
Armbanduhr „Tank“
gibt es nur in
limitierter und
nummerierter Auflage
von 100 Stück
Renault-Panzer, genannt „Tank“, den Louis während des Zweiten
Weltkriegs auch in Paris zu sehen bekam. Daher stammt auch der
Name der Kollektion, und wenn man die Uhr von oben anblickt, ist
angeblich das Format eines Panzers zu erkennen. Die „Cartier Tank“
ist in quadratischer und rechteckiger Form und mit integriertem
Armband erhältlich. Auch die neuen Varianten – die „Cintrée“, die
„Basculante“, die „Solo“ oder die „Française“ und „Anglaise“ – verfügen
nach wie vor über das legendäre, unveränderte „Tank“-Design. Vorgestellt
wurde die „Cartier Tank“ 1917. Sie bildet bis heute die umfangreichste
Kollektion.
Sehr speziell, weil kurviger und sinnlicher, ist die „Tortue Monopoussoir“.
Bei dieser Armbanduhr war es wieder die Natur, ein Tier,
nämlich die Schildkröte – auf Französisch „Tortue“ –, die Cartier
inspirierte. Für das Innenleben seiner Uhren hatte Louis Cartier
schon bald das Recht erworben, die Uhrwerke von Jaeger-LeCoultre
einbauen zu dürfen. 1960 begann man an einer neuen Version, der
„Cartier Crash“, zu arbeiten. Die Armbanduhr wurde in London entwickelt
und erinnert in ihrer originell verzerrten Fasson sehr an das
Gemälde „Die Beständigkeit der Erinnerung“ von Salvador Dalí, das
drei Uhren zeigt, die sich verschiedenen Dingen anpassen. Ähnlich
„gecrasht“ ist die wellige, manchmal auch mit Diamanten umrahmte
Armbanduhr von Cartier. Louis soll allerdings von einer zerquetschten
Cartier-Uhr, die ein Kunde zur Reparatur brachte, dazu inspiriert
worden sein. 1985 wurde die „Cartier Pasha“ dem Angebot hinzugefügt.
Auch diese wunderschöne runde Uhr sollte – mit vielen neuen
Versionen bis heute – bald ein Welterfolg werden.
h
Natürlich gibt es immer wieder
neue Ausgaben der gefragten
Uhrenmodelle, egal ob „Tank“,
„Clé de Cartier“ oder andere
E
Ein ganz spezielles Exemplar
ist die „Crash Skeleton“-Uhr:
mit römischen Ziffern
und Mineralglas
R
Seit 2020 das Gesicht
der „Pasha de Cartier“:
Sängerin und Schauspielerin
Willow Smith, die Tochter
von Will Smith und Jada
Pinkett
29
PORTRAIT
„Panthère de Cartier“:
Die aufgrund der Schließe
unverwechselbare Tasche
aus Kalbsleder hat eine
Kette, deren Glieder wie
Edelsteine facettiert sind
„Sie hat keine Kanten,
keine sichtbaren
Nähte und eine
fließende Form –
die sanft ge schwungene
Silhouette der Tasche
erinnert an die
geschmeidigen
Bewegungen
des Panthers“
30 WINTER 2022
LEDERTASCHEN
UND RAUBKATZEN
Taschen haben die Geschichte von Cartier seit jeher begleitet. Was das
Haus damit erreichen wollte und will: die Silhouette verfeinern, jede
Bewegung abrunden, Femininität und Eleganz verleihen. Der Juwelier
hat sich ihrer Kreation verschrieben, so als würde er mit ihnen ein
Schmuckstück erschaffen. Die verwendeten Materialien sind ungeschliffenen
Diamanten gleich, sophisticated und komplex. Auch ihre
Verarbeitung zeugt von einzigartiger Handwerkskunst. 1906 entstand
eine Abendtasche, die einem Juwel gleicht, die Minaudière: mit goldenem
Garn, gefalzten Ketten und einem Verschluss, den ein Eulenkopf
ziert. Bei den Entwürfen gab es ägyptische oder auch chinesische und
indische Elemente. Ab 1920 wurden dann essenziellere Handtaschen
für die emanzipierte Frau kreiert.
Als symbolträchtiges Tier der Maison prägt der Panther natürlich
nicht nur die Schmuck- und Uhrenkreationen, sondern auch die
Lederwaren von Cartier. 1914 trat der Panther erstmals in Form einer
Damenuhr mit Fleckenmotiv in Erscheinung. Danach hielt sein Motiv
auch Einzug in die Welt der Lederwaren und veredelte deren Look
und Design in ganz besonderem Maß. 1925 zierte das Fleckenmuster
des Panthers erstmals den Verschluss eines Etuis. Ein Modell aus dem
Jahr 1960 aus goldfarbenem Lamé-Gewebe bringt die Raubkatze
gleich doppelt zur Geltung: in Form zweier Pantherköpfe aus einem
Saphir und einem Diamanten, die jeweils an den Enden einer Schließe
aus Gold und Platin angeordnet sind. Diese edle Kreation und ihr faszinierendes
Design unterstreichen die traditionelle Begeisterung der
Maison für wilde Tiere. In den 1970er-Jahren wurde Schwarz durch
Bordeauxrot ersetzt. Diese Farbe zwischen Himbeere und Weinrot
ist jetzt die Farbe des Hauses Cartier. Natürlich wurden und werden
alle charakteristischen Symbole des Hauses in das Design der Taschen
integriert. Neben dem Panther unter anderem die Orchidee, der
Cabochon, die drei Ringe oder die typischen Glieder von „La Dona de
Cartier“. Man will den Taschen den Reiz von Juwelen verleihen und sie
damit zeitlos machen.
Dass das Lieblingstier des Hauses bald auch bei den Taschen eine
wichtige Rolle spielen sollte, ist nicht verwunderlich. Die „Panthère
de Cartier“-Tasche nützt den Kopf des gefleckten Tieres in allen Versionen
als Schließe, was sie damit unverkennbar zum Cartier-Erzeugnis
macht. Sie ist ein Lebensgefühl, ein stilvolles Statement in jedem
Umfeld. Perfekt vereint sie Lederhandwerk und Juwelierkunst zu
einem atemberaubenden Gesamtkunstwerk. Anmutig wie der Panther
selbst. Keine Kanten, keine sichtbaren Nähte und eine fließende
Form: Die sanft geschwungene Silhouette der Tasche erinnert an die
geschmeidigen Bewegungen des Panthers. Zu diesem edlen Design
bildet die Schließe der Tasche mit ihrem dramatisch gestalteten
Pantherkopf einen spürbaren Kontrapunkt. Auf diese Weise verleiht
das für die Maison so symbolträchtige Tier auch dieser Kreation Persönlichkeit
und Charakter, mit facettenreichen Metallelementen im
vergoldeten oder palladierten
Finish, einem schlichten, minimalistischen
Aufbau und gerader
Linienführung. Der Pantherkopf
wurde in Zusammenarbeit mit
k
Kleines Modell der „Panthère
de Cartier“: marineblaues
Kalbsleder, zwei Tragemöglichkeiten,
die Schließe
in Palladium-Finish
j
„Must de Cartier“
wurde 1973 gestartet.
Die durch das Logo
unverkennbaren
Taschen, die
„Must leather goods“,
kamen weltweit ab
1974 in die Geschäfte
h
„Panthère de
Cartier“-Clutch:
eine Luxusausgabe
der Tasche von
Cartier aus
schillerndem grünem
Krokodilleder mit
Pantherkopf-Motiv,
gefüttert mit
ebenfalls grünem
Lammfell
j
„Carnassière“-
Taschen
in bordeauxrotem
Leder: Sie gehörten
ab 1974 zu den
„Must de Cartier“-
Objekten
einem Bildhauer der
Haute Joaillerie entworfen,
dazu wurde
er mit elf Ledereinsätzen
veredelt. Diese
Kombination macht die plastische und
dynamische Optik der Schließe aus. Auf
der Innenseite befindet sich ein Gegenstück
zur Schließe in Form eines stilisierten Pantherkopfs.
Wird der Überschlag nach unten
gezogen, löst sich die Schließe, und der
Blick fällt auf das Interieur inklusive eines
Signaturfachs mit Spiegel.
Auch bei der Kette ist die hohe Juwelierkunst
der Maison zu erkennen. Ihre Glieder
sind wie Edelsteine facettiert, und der
besondere Klang der Glieder verleiht der
Tasche einen außergewöhnlichen Charme.
Die Kette im goldenen oder palladierten
Finish ist mit einem passenden Schulterstück
aus Leder ausgestattet, das die Eleganz der
Tasche unterstreicht und zugleich höchsten
Tragekomfort bietet. Dank der großzügigen
Länge der Kette lässt sich die Tasche sowohl
diagonal über den Körper als auch über die
Schulter tragen. Für das genarbte Leder der
„Panthère de Cartier“-Tasche werden nur die
feinsten Tierhäute verarbeitet, sorgfältig ausgewählt
von Marlin Yuson, Creative Director
für Accessoires und Lederwaren. Ob Kleinformat
oder Miniversion, die Tasche ist in
verschiedenen Farben wie Schwarz, Marineblau,
Rot, Blassgelb, Cremeweiß, Beige oder
Petrolblau erhältlich. Dazu Marlin Yuson:
„Die Schmuckschließe bildet ein kunstvolles
Gleichgewicht zwischen wild und edel. Sie
bündelt die Expertise der Juwelierkunst
und des Lederhandwerks und bietet durch
den Dialog der Kunsthandwerkerinnen und
Kunsthandwerker die Chance, unsere Vision
von Lederwaren voranzubringen, ganz im
Sinne einer anspruchsvollen und raffinierten
Ergänzung der femininen Seite.“
31
PORTRAIT
O
Neuer Produktname,
neue Boutique 1973:
„Les Must de Cartier“
muss man haben
DUFT-
POESIE
Wie riecht eine Uhr? Ein Panther? 1981 startete
Cartier damit, Parfums zu entwickeln.
Das erste wurde nach dem kurz davor entwickelten
neuen Produktnamen des Hauses
„Les Must de Cartier“ benannt. Bei einer
Präsentation im Schloss von Versailles wurde
der Duft „Santos de Cartier“ vorgestellt, mit
einer tollen Show, einem Ballett. Die Cartier-
Parfümeurin seit 2005, Mathilde Laurent,
deren Wirkungsstätte bisher in der Fondation
Cartier untergebracht war, hat jetzt ihr
Labor in die Rue du Faubourg Saint-Honoré
verlegt. Dort ist das berühmte „goldenen
Dreieck“ von Paris, das als luxuriösestes
Viertel der französischen Hauptstadt gilt. Mit
diesem Schritt arbeitet sie nun ganz in der
Nähe der Place Vendôme, des Inbegriffs der
Haute Joaillerie und einer Welt, in der Düfte
wie Schmuckkreationen konzipiert werden.
In der Parfumkunst gilt Mathilde Laurent
als Vertreterin der Avantgarde. Sie kreiert
innovative Düfte, beflügelt von einer Tiefe,
Poesie und Fantasie, die sich von jenen Duftkompositionen
unterscheidet, die oftmals
nur gewissen Standards folgen. In olfaktorischer
Vollendung lässt sie die Sinne auf ihre
ganz eigene Weise aufleben. Für Cartier hat
Mathilde Laurent Düfte komponiert, die sich
über die üblichen Konventionen hinwegsetzen
und einen ganz besonderen Platz in der
Geschichte und in der hohen Kunst der Parfümerie
einnehmen. Ihre einzigartigen und
zeitlosen Kompositionen spiegeln den Stil
der Maison und ihrer luxuriösen Schmuckstücke
wider. Es ist eine neue Art, sich
der Welt der Parfumkunst zu nähern und
Grenzen zu überwinden. Auf der Terrasse
mit Blick auf das Dach der Madeleine gibt es
eine „Meditationstreppe“ und Pflanzen, die
frühmorgens abgeerntet und anschließend
als warmer, duftender Aufguss genossen
werden. Sie werden vermischt, mit warmem
Wasser übergossen – so, als wolle man sie
destillieren – und in einem schlichten Gefäß
A
„Pasha de Cartier“
in limitierter
Edition: Das
olfaktorische
Meisterwerk riecht
nach warmem
Sandelholz
k
Ein blumiger und
zugleich wilder
Duft: Auch das
Eau de Parfum
„La Panthère“ gibt
es in limitierter
Ausgabe
h
Mathilde Laurent:
die Parfümeurin von
Cartier seit 2005 in
ihrem neuen Parfumlabor
in der Nähe der
Place Vendôme und des
„goldenen Dreiecks“
von Paris
h
Wo Natur und Chemie im Einklang
sind: Natürlich gibt es im neuen
Parfumlabor von Cartier in
allen Räumen auch duftende Blumen
im Labor, der Labor-Bar, einer experimentellen Begegnungsstätte
von Natur und Kunst, serviert. Dieses olfaktorische Erlebnis führt
uns vor Augen, dass die hohe Kunst der Parfümerie auch im Kleinen
stattfinden kann, im eigenen Garten, wie es ursprünglich Tradition
war – „Haute Nature“ eben.
Das Labor liegt wie eine Wohnung unter den Dächern von Paris –
ein Arbeits- und Lebensraum, der nach den Vorstellungen von
Mathilde Laurent eingerichtet wurde. Für das Interieur wählte sie
Möbel, die an die Form menschlicher Körper erinnern: einen Tisch
und ein Sofa, dazu einen Schreibtisch und rosafarbene Stühle sowie
Kissen. Schon beim Eintreten lässt sich ihre Fantasie und Kreativität
erahnen – etwa durch eine Gipsnase, die scheinbar aus der Wand
heraustritt. Die Gipsnase ist der Abguss eines Exponats aus der hellenistischen
Sammlung des Pariser Musée des Arts décoratifs. Ob aufgrund
der Zitate, die mit Filzstift auf die Fensterrahmen geschrieben
wurden (wie „Un beau parfum est celui qui vous procure un choc“
von Edmond Roudnitska), oder der vielen Pflanzen in Laborgefäßen –
hier verschmelzen Natur und Chemie.
32 WINTER 2022
„Les Nécessaires à Parfum
Cartier“: Für die verschiedenen
Düfte gibt es auch
abwechslungsreiche Etuis
in Silber und Gold
„Cartiers Düfte
setzen sich über
die üblichen
Konventionen
hinweg und
nehmen einen ganz
besonderen Platz
in der Geschichte
und in der hohen
Kunst der Parfum -
herstellung ein.
Die einzigartigen
und zeitlosen
Kompositionen
spiegeln den Stil
der Maison und
ihrer luxuriösen
Schmuckstücke
wider“
33
PORTRAIT
CARTIER UND
SEINE PROMIS
Die Kundenliste des Edeljuweliers ist gigantisch.
Sich in wenigen Jahren zum Hoflieferanten
des weltweiten Hochadels hochzuarbeiten,
muss man erst einmal schaffen. Doch
auch Größen wie Schauspielerinnen und
Künst ler griffen gern zu den markanten
Kunst werken des Hauses. Bereits 1924 war
der französische Poet und Universalkünstler
Jean Cocteau vom „Trinity“-Ring in den
drei Goldtönen begeistert. Dazu hatte sich
Louis Cartier von dem Dichter inspirieren
lassen. Der weißgoldene Ring-Teil steht für
Freundschaft, das Gelbgold für Treue und das
Rotgold für Liebe. Ein Vers, der Cocteau dazu
einfiel, steht im „Cocteau-Salon“ des neu
renovierten Hauses in der Rue de la Paix an
der Wand: „Cartier, der subtile Zauberer, lässt
Splitter des Mondes an einem Sonnenfaden
baumeln.“ Wenig überraschend also, dass sich
Cocteau, als er in die berühmte Académie
française aufgenommen wurde, das dafür
notwendige Schwert der Unsterblichkeit von
Louis Cartier anfertigen ließ. Der brachte auf
dem fantasievoll gestalteten Objekt einen
Smaragd von drei Karat zum Leuchten, der
eigentlich Coco Chanel gehört hatte. Doch sie
gab ihn als Zeichen ihrer tiefen Verbundenheit
mit Cocteau gern dafür her.
Winston Churchill schenkte seinem
Sohn ein Zigarettenetui aus Massivgold, das
Cartier mit dessen Adresse wie auf einem
Brief verzierte. Natürlich „klebte“ auch eine
Marke da rauf – aus Email. Der Vater wollte
nicht, dass sein chronisch zerstreuter Sohn
das Etui verlegte, ohne dass es wieder zu ihm
zurückkäme.
Im Jahr 1961 bestellte die US-amerikanische
Kaufhauserbin Barbara Hutton bei
Jeanne Toussaint eine Tasche mit einer dreidimensionalen
Tiger-Schließe und einem N
aus Diamanten, der Initiale von Prinzessin
Nina Mdivani, Huttons Schwägerin, für die
diese Tasche bestimmt war.
h
Jake Gyllenhaal,
seit 2018 das
Testimonial der
„Santos“-
Armbanduhr: hier mit
Regisseur Seb
Edwards beim Dreh
eines Werbefilms
Grace Kelly,
fotografiert im Jahr
1955 auf Jamaika:
Natürlich trägt sie
wie fast immer
den „Trinity“-Ring
U
Andy Warhol trug seine „Tank“ nicht, um die Zeit darauf abzulesen,
wie er selbst in einem Interview erklärte: „Ich trage meine Armbanduhr
nicht, damit sie mir die Uhrzeit anzeigt.“ Er zog sie daher auch
gar nicht auf, sondern erfreute sich ausschließlich an ihrer Optik.
Weitere, nicht minder bekannte „Tank“-Fans: Catherine Deneuve,
Prinzessin Diana oder Alain Delon.
Einer der neuesten und noch sehr jungen Fans ist Elvis Presley.
Nein, nicht der echte – obwohl der ja gerüchteweise noch leben
soll –, sondern sein Darsteller im Film „Elvis“, Austin Butler. Und der
attraktive Schauspieler bekommt dafür auch noch eine Menge Geld.
Wurde er doch kurz bevor der Film heuer im Mai bei den Filmfestspielen
in Cannes vorgestellt wurde zum Cartier-Botschafter ernannt.
Dazu Arnaud Carrez, Senior Vice President und Chief Marketing
Officer von Cartier: „Wir freuen uns, Austin als Botschafter in der
Maison willkommen zu heißen. Als talentierter Schauspieler sind
Austins mutige Lebenseinstellung und sein einzigartiger Sinn für Stil
von Natur aus mit unseren Grundwerten hier bei Cartier verbunden.“
Butler betrat den roten Teppich von Cannes in einem maßgeschneiderten
Céline-Smoking, getragen mit dem „Cartier Juste un Clou“-
Armband in Weißgold, der „Cartier Tank Must“-Uhr und einem
„Cartier Love“-Ring in Weißgold. Damit posierte er neben Priscilla
Presley für Fotografen. Butlers Aufgaben: die Teilnahme an wichtigen
Cartier-Sonderveranstaltungen und das Tragen von Cartier-Stücken
auf dem roten Teppich. Dass Cartier via Butler vermutlich eine
genauso schöne und erfolgreiche junge Frau als Fan gewinnen könnte,
liegt an dessen Freundin, Spitzenmodel Kaia Gerber. Als die beiden
Schönheiten kurz vor dem Cannes-Auftritt die Met Gala in New
York besuchten und sich als Paar outeten, trug Butler bereits Cartier.
Seinen Prada-Look kombinierte er damals nach eigener Auswahl mit
einer Saphir- und Platinhalskette von Cartier High Jewelry, einer Vintage-„Cartier
Cliquet“-Diamantnadel in Platin, einem Cartier-Weißgold-„Love“-Ring,
einem „Panthère de Cartier“-Diamantring und
einem Ehering von „Cartier Love“. Sein Kommentar zur Ernennung
zum Cartier-Botschafter: „Ich bin
begeistert und fühle mich geehrt,
diese aufregende Beziehung mit
Cartier zu beginnen. Ich bin seit
Langem ein Bewunderer der
Kreativität und Innovation des
Hauses und freue mich sehr auf
die zukünftige Zusammenarbeit.
h
Weltklasseboxer
Muhammad Ali
im Jahr 1976:
Er trägt seine
„Tank“-Armbanduhr
O
Andy Warhol mit
seiner „Tank“: Er
zog die Armbanduhr
nie auf, trug sie
nur wegen ihrer
Schönheit
34 WINTER 2022
PORTRAIT
TRADITION
TRIFFT
MODERNE
Gerade wurde die Renovierung des Stammsitzes des Hauses Cartier
in der Rue de la Paix, der historischen Pariser Heimat von Cartier,
beendet. Dazu der Direktor des Architektur-Department von Cartier,
Nicolas Vérine: „Wir haben das Erbe geprüft, um eine zeitgemäße
Ausdrucksform für die klassische Architektur zu finden, um auch
mit den Erkennungszeichen der ikonischen Symbole richtig umzugehen.
Die Architekten mussten sich da hineinvertiefen, damit das
Gebäude genauso unverwechselbar wie der Spirit von Cartier wird.“
Das Haus zu besuchen, ist ein tolles Erlebnis. Beinahe alle Stockwerke
kann man besichtigen, um die verschiedenen Cartier-Welten
kennenzulernen und sich damit zu beschäftigen. Überall im Gebäude
sollte Tageslicht und nicht künstliche Beleuchtung diesen Genuss
ermöglichen und verstärken. Holzverkleidete Wände strahlen in historischen
Salons eine Wärme aus, diese sind mit ikonischem Interieur
ausgestattet. Wie zum Beispiel einem Schwert, das für Jean Cocteau
angefertigt wurde, oder einem riesigen Smaragd von Coco Chanel.
Im „Louis Cartier Salon“ kann man eine rare Kollektion von Büchern
und weiteren Erinnerungsstücken des Schöpfers des Stils der Maison
bewundern. Natürlich gibt es auch einen „Jeanne Toussaint Salon“, in
den man über das wunderschöne Stiegenhaus gelangt. Daneben liegen
zwei Räume, „Emerald“ und „Ruby“, in denen exklusive Erzeugnisse
des Hauses interessierten Kundinnen und Kunden präsentiert
werden. Ansonsten ist der erste Stock der Welt der Verlobung und
Hochzeit gewidmet, der zweite Stock zur Gänze der High Jewelry.
Man erreicht ihn über das Stiegenhaus oder, wenn gewünscht, über
einen Lift. Hier im Art-déco-Salon, von dem aus man die Rue de la
Paix überblickt, sind private Aufträge vorgesehen. So hat jedes Stockwerk,
jeder Raum etwas Besonderes an sich. Allein die Verzierungen
mit Email oder Alabaster begeistern. Im dritten Stock werden spezielle
Services angeboten: Reparaturen, Personifizierung von Schmuck,
Uhren usw. Im vierten Stock arbeiten die Künstler. Aber es gibt auch
Räume für Workshops, auch für Kinder. Natürlich ist alles unglaublich
abgesichert.
In Wien hat man die Möglichkeit, im Geschäft an der noblen
Adresse Kohlmarkt 1, die Handwerkskunst von Cartier kennenzulernen.
Es gibt auch wunderschöne Bücher, die darüber informieren,
wie zum Beispiel das Buch „Cartier Panthère“. Es erschien zum
100-Jahr-Jubiläum der Maison 2015 im Verlag Assouline.
h
Im Stammsitz in
der Rue de la Paix
in Paris: Jeanne
Toussaints Salon
(links) im ersten,
„Faune et Flora“-
Salon im zweiten
Stock, zugänglich
für spezielle
Kundinnen
2006 gründete
Cartier die „Women’s
Initiative“ als Teil
des „Women’s Forum
for the Economy
and Society“ und
fördert Frauen auf
der ganzen Welt
U
DIE INITIATIVE
ERGREIFEN
Für seinen Schmuck, seine Uhren ist Cartier
weltweit bekannt. Noch viel zu wenig weiß
man von den großartigen Initiativen des
Hauses. Seit bereits fast 40 Jahren werden
wie bereits beschrieben kreative und künstlerische
Ausdrucksformen gefördert. Das ist
aber bei weitem nicht das einzige Engagement
Cartiers. 2006 hat Cartier die „Women’s
Initiative“ als Teil des „Women’s Forum for
the Economy and Society“ ins Leben gerufen.
16 Jahre später hat die „Cartier Women’s Initiative“
an die 300 Frauen auf der ganzen
Welt ausgeforscht und unterstützt, die sich
einer außergewöhnlichen Bandbreite von
Herausforderungen stellen. Die Community
erstreckt sich über 62 Länder und ist in so
unterschiedlichen Sektoren wie Pharma,
E-Learning und Landwirtschaft tätig. Im
Februar beging die Cartier Philanthropy
ihr Zehn-Jahr-Jubiläum. Diese hat sich der
Unterstützung schwacher und verletzlicher
Communitys rund um die Welt verschrieben.
Durch kollektiven Einfluss will man stärkere
Gesellschaften erreichen. Dabei geht es
um so wichtige Dinge wie den Zugang zu
Trinkwasser sicherzustellen oder, wie in
Bangladesch, mehr als 50.000 Familien nach
den schrecklichen Überflutungen im Jahr
2020 wieder ein angemessenes Leben zu
ermöglichen.
36 WINTER 2022
NEU!
MAXIMALE
ERGEBNISSE,
MINIMALER
AUFWAND!
94% bestätigen praller
aussehende Haut
nach 7 Tagen *
Tag 0 Tag 7 **
+ Der ultimative Collagen Boost
+ 100% vegan & clean ***
+ Jetzt noch wirksamer
EXPERT SKINCARE.
MADE IN GERMANY.
The Ampoule Pioneer
Entdecke jetzt die neue Generation der BABOR Ampullen.
Für alle Hautbedürfnisse.
www.babor.com
*Anwendertest mit Selbsteinschätzung, Babor Centre for Studies & Applications, 39 Probanden, 1x täglich, 7 Tage. ** Foto stellt lediglich eine visuelle Darstellung
der Ergebnisse dar und stellt keinen Anspruch auf Reproduzierbarkeit. Die Testperson hat die folgende Hautpflege Routine angewendet: Hy Öl + Phyto Reactivating,
Collagen Booster Ampoules, Doctor BABOR AHA 10+10 Peeling Gel, Dual Eye Solution, Protecting Balm SPF 50, Collagen Booster Cream. *** vegan: ohne tierische
Bestandteile, clean@Babor: FREI VON SILIKONEN, PARABENEN, PEGs, MIKROPLASTIK UND OHNE LAKTOSE, GLUTEN UND MINERALÖL.
LUXURY PIECE | WOMEN
WOW DNA
Seit der Gründung des Modehauses
Dior liegt es in seinem Erbgut, mit
seinen Kreationen zu überraschen,
in den Bann zu ziehen und mit
einer unbändigen Liebe zum Detail
zu faszinieren. Bereits die erste
Kollektion aus dem Jahr 1947, damals
von Christian Dior persönlich
kreiert, wurde weltweit als „New
Look“ gefeiert. Und das ist bis heute
so geblieben. Bei den aktuel len
Herbst/Winter-Entwürfen interpretiert
Kreativchefin Maria Grazia
Chiuri die berühmten Roben der
Mai son mit einem spannenden Stilbruch
zwischen klassischer Eleganz
und sportlicher Coolness völlig neu.
Auch die Pumps „62 – 22“ zählen
definitiv zu den charakteristischen
Keypieces der Saison. Dabei wurde
die elegante feuerrote Stickerei mutig
mit einer Knöchelmanschette im
futuristischen Look kontrastiert.
Redaktion: Christoph Kulmer, Foto: Hersteller
38 WINTER 2022
THE CONCEPT STUDIO
FINE JEWELLERY – CONTEMPORARY ART – GOLD & GEMSTONES – BAR- & SILVERWARE
LITERATURE – GIFTING – GAMES – ACCESSORIES – FINE SPIRITS.
SELECT the concept studio | Seitzergasse 1-3 | 1010 Vienna
Follow us on Instagram: www.instagram.com/select.xyz
KUNST
IN DER TASCHE
Kunst und Mode sind eine Einheit,
sie inspirieren einander und
ergänzen sich makellos. Bereits
zum vierten Mal zelebrierten
Kreative aus aller Welt exakt
diese magische Verbindung und
schufen textile Kunstwerke als
treue Wegbegleiter
Von Christoph Kulmer
Nach drei erfolgreichen „Artycapucines“-Kollektionen
schlagen die Künstler Daniel Buren,
Kennedy Yanko, Park Seo-bo, Amélie Bertrand,
Peter Marino und Ugo Rondinone 2022 ein
neues Kapitel auf. Wieder wird der Taschenklassiker,
der nach der Rue Neuve-des-Capucines
benannt ist, in der Louis Vuitton 1854 sein
erstes Geschäft eröffnete, auf progressive Art
und Weise in ein Kunstwerk verwandelt. Jede
dieser Kreationen ist somit auch eine Hommage
an den Innovationsgeist und das gelebte Handwerk
des Gründers der weltberühmten Maison.
Dabei versprechen die individuellen Zugänge
eine wunderbare Entdeckungsreise, bei der
Gegensätzliches zu einem Gebilde verschmilzt –
etwas, das Mode und Kunst seit jeher eint. So
wechselt Struktur sich mit Wild und Bunt ab,
perlenbestickte Oberflächen kontrastieren mit
3-D-bedrucktem Leder, und sogar persönliche
Markenzeichen werden komplett neu inszeniert.
Warten sollte man aber nicht zu lange,
denn jedes Meisterwerk ist auf nur 200 Stück
streng limitiert und wird stilgerecht in einer
eigens entworfenen Geschenkbox überreicht.
Fotos: Louis Vuitton
40
ACCESSOIRES
v
AMÉLIE BERTRAND
Die 1985 in Cannes geborene
Amélie Bertrand ließ sich bei ihrer
Kreation von der Atmosphäre
des sommerlichen Nachtlebens
inspirieren. Das schillernde Stück
ist die allererste „Capucines“, die
im Dunkeln zu leuchten beginnt.
Einer innovativen Pigmentbehandlung
ist es zu verdanken,
dass der Harzgriff, die inneren und
äußeren Kachellinien, die Nieten
am Boden und die Nähte am
Schulterriemen in einem warmen
Phosphoreszenzlicht erstrahlen
k
DANIEL BUREN
Daniel Buren ist mit über
3.000 Ausstellungen ein bekannter Name
in der internationalen Kunstszene. Sein
Markenzeichen, schwarz-weiße Streifen,
findet sich im Entwurf seiner
„Artycapucines“ wider. Die Kombinationen
aus Weiß-Orange, Weiß-Grün, Schwarz-
Weiß und Rot-Schwarz erinnern an
Burens Observatorium des Lichts,
ein spektakuläres, großformatiges
Kunstwerk, das 2016 an der Außenfassade
der Fondation Louis Vuitton in Paris
installiert wurde
WINTER 2022
41
ACCESSOIRES
v
PETER MARINO
Peter Marino ist der Leiter
des 1978 gegründeten New
Yorker Architekturbüros
Peter Marino Architect
und eröffnete als
Kunstliebhaber 2021 die
Peter Marino Art Foundation
in einer restaurierten
Bibliothek in Southampton,
New York. Seine ganz in
Schwarz gehaltene Tasche
basiert auf einem
gefundenen antiken
Nietenkoffer und ist aus
hochwertigem Louis-
Vuitton-Kalbsleder, auf
dem 315 leichte Nieten
angebracht sind, gefertigt
k
UGO RONDINONE
Der 1964 in Brunnen in der Schweiz geborene Ugo Rondinone gilt als eine der
wichtigsten Stimmen seiner Generation. Das für seine Kreation ins Zentrum
gerückte Harlekin-Muster ist eine Anspielung auf seine langjährige ästhetische
Auseinandersetzung mit Clowns und entsteht, indem in etwa einhundert Stunden
fast 15.000 kleine Perlen in mühevoller Handarbeit auf den Lederkörper jeder
einzelnen Tasche gestickt werden
42 WINTER 2022
Renaissance BY WEMPE CLASSICS
Für einen besonderen Menschen. Für große Momente. Für immer.
1010 Wien, Kärntner Straße 41, T 01 512 33 22
und An den besten Adressen Deutschlands und in New York, Paris, London, Madrid – WEMPE.COM
ACCESSOIRES
k
PARK SEO-BO
Der 2021 mit dem Orden für
kulturelle Verdienste der
Republik Korea ausgezeichnet
Park Seo-bo
wurde 1931 in Yecheon
geboren und gilt als
Begründer der in den frühen
1970er-Jahren entstandenen
Dansaekhwa-Bewegung. Sein
Entwurf basiert auf einem
Werk aus seiner berühmten
„Ecriture“-Serie aus dem
Jahr 2016, das mithilfe
seines Enkels, des Designers
Park Jifan, akribisch in
Taschenform umgesetzt
wurde
v
KENNEDY YANKO
Die 1988 in St. Louis,
Missouri, geborene
Künstlerin wurde 2021
als erste Bildhauerin im
Rubell Museum in Miami
ausgestellt. Kennedy
Yankos skulpturale
„Artycapucines“ ist
eine eindrucksvolle
Übersetzung ihrer
charakteristischen
Metall- und „Paint
Skin“-Kunstwerke auf
Louis-Vuitton-Leder.
Der Trageriemen mit
Monogramm-Anhänger
und „Yanko“-Schriftzug
ist abnehmbar
44 WINTER 2022
Schmuck als
Investment
Fünf wahre Klassiker, die man
für eine erfolgreiche
Veranlagung in petto haben
sollte
Von Costán Eghiazarian
GIA-Absolvent und CEO von AENEA Jewellery
J
ede Frau hat ihre Klassiker – das kleine Schwarze, das
perfekte Paar hohe Schuhe und den „einen“ Lippenstift.
Zusammen verbreiten sie Selbstvertrauen, und
das Wichtigste: Sie kommen nie aus der Mode. Aber
was ist mit zeitlosem Schmuck? Von den Perlen Coco Chanels bis zu
den funkelnden Diamanten von Tiffany gibt es viele Schmuckstücke,
in die wir nicht nur investieren, um unseren persönlichen Stil zu
unterstreichen, sondern auch, weil sie uns hoffentlich ein Leben lang
begleiten. Mit dem Ziel einer guten Investition finden Sie hier meine
kleine Auswahl fünf ikonischer, wunderschöner Stücke, die zeitlos
sind und es auch bleiben. Gleich zu Beginn möchte ich seltene und
schöne Farbdiamanten ins Rampenlicht rücken. Schon Laurence Graff
und zum Beispiel das belgische Unternehmen Langerman Diamonds
sind den farbigen Diamanten früh verfallen. Berichten zufolge kommt
auf 100.000 geförderte weiße Diamanten nur ein pinkfarbener
Diamant. Während rosa, blaue und die seltensten von allen – rote –
mittlerweile nicht jedem Budget entsprechen, werden wir auch vom
Reiz gelber und natürlicher Champagner- und Cognac-Diamanten in
den Bann gezogen. Mit der richtigen Wahl – passend zu Persönlichkeit
und Stil – wird ein farbiger Diamant so selten und einzigartig wie
die Person, die ihn trägt. Leuchtende Diamant-Ohrstecker, ob täglich
getragen oder doch nur für besondere Anlässe aufbewahrt, sind klassisch
aus Weißgold und weißen Diamanten. Mit farbigen Diamanten
wirken sie moderner und noch etwas glamouröser. Diamanten sind
und bleiben begehrt und sollten immer auf Farbe und Reinheit
geprüft werden. Im Optimalfall weisen sie eine Farbe über G und eine
Reinheit über SI auf.
Ein farbenfroher Cocktailring sollte sich ebenfalls in einer gut sortierten
Investment-Schatulle befinden. Der berühmte Juwelier Harry
Winston sagte: „Die Leute werden starren, sorgen Sie dafür, dass es
sich lohnt.“ Was gibt es also Besseres als einen auffälligen Cocktailring?
Ein Cocktailring, bei dem farbenfrohe Edelsteine mit Edelmetallen
kombiniert werden, ist nicht nur ein Ausdruck von Glamour,
sondern auch ein Schmuckstück, das viele Erinnerungen weckt.
Von den Partys und Festen, die er miterlebt hat, bis hin zu den
Foto: Hilde van Mas
46
KOLUMNE
„Schmuck ist seit jeher der
Inbegriff höchster Handwerkskunst.
Meisterstücke
sind jene Schmuckstücke, die
sich durch ihre Einzigartigkeit
und ihre Qualität nochmals
hervorheben“
Geschichten, die hinter den Edelsteinen stehen. So wird jeder Cocktailring
zu einem besonderen Stück – und zu etwas Schönem, das
man an die Familie weitergeben kann. Goldarmbänder werden seit
Tausenden von Jahren getragen. Indien ist die Heimat traditioneller
Armreifen, die zu Hochzeiten und Geburten getragen wurden, und
die Griechen trugen sie hoch, um den Arm gewickelt. Heute sind
Armreifen sammel- und stapelbar. Die traditionellsten und wertvollsten
sind aus Gold gefertigt und werden oft als Geschenk zu
besonderen Anlässen überreicht. Die runde Form eines klassischen
Armreifs steht für die Ewigkeit des Lebens, und sie sind die perfekten
Schmuckstücke, die Sie jeden Tag um Ihr Handgelenk legen können.
Man darf raffinierte Chandelier-Ohrringe
nicht unerwähnt lassen!
Rote Teppiche auf der ganzen Welt glänzen mit schulterlangen, auffälligen
Chandelier-Ohrringen, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Mit der richtigen Wahl bleiben diese Schmuckstücke über Jahrzehnte
hinweg zeitlos und verleihen ihrer Trägerin den perfekten letzten
Schliff für jeden Anlass. Mit farbigen Edelsteinen oder Diamanten
besetzt, sind Chandelier-Ohrringe die Lieblingsstücke von Jennifer
Lopez, die einmal gesagt haben soll: „Frauen sollten nie ohne
Ohrringe aus dem Haus gehen. Auf sie zu verzichten ist eine verpasste
Gelegenheit.“ Ich denke, dem kann man nur beipflichten.
Wichtig jedoch bei all den Investment-Gedanken ist, ein Statement
zu setzen, indem man die Art, wie ein Schmuckstück getragen
wird, für sich manchmal neu erfindet. Zum Beispiel eine Brosche, die
als Haarschmuck neu interpretiert wird, oder ein Linienarmband, das
entlang des Haarscheitels als fulminanter Blickfang dient. Viele
Juweliere der 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts haben gezeigt, dass
sich ein Collier in eine Brosche oder eine Reversnadel verwandeln
kann. Die Art und Weise, wie ein Schmuckstück getragen werden
sollte, aufzubrechen ist definitiv ein Statement und verdient es, ausprobiert
zu werden. Der Kauf von Schmuck als Investition ist also
sowohl eine Kunst als auch eine Wissenschaft. Mein Rat ist einfach:
Finden Sie zuerst Stücke, die Ihnen gefallen, und wenn sie dann im
Wert steigen, ist das ein Bonus.
WINTER 2022
47
1
1 | Chopard
Strahlend schön: Bei diesem
Collier wurden unzählige der
famosen Akoya-Perlen, bekannt
für ihre perfekte runde Form,
aneinandergereiht. Als krönender
Abschluss funkeln Diamanten
und ein prächtiger roter Spinell
um die Wette. Collier aus der
„Red Carpet“-Kollektion 2022
Fotos: Hersteller, Aufmacherbild: Shutterstock
48
ACCESSOIRES
SEIN & SCHEIN
Preziosen aus Perlen sind der Inbegriff von Eleganz und purer Weiblichkeit.
Egal ob nun Akoya-, Südsee-, Tahiti- oder Süßwasserperlen, schon seit der
Antike werden sie aufwendig und kunstvoll in Szene gesetzt.
Ein Hauch maritimer Freiheit für die kalte Jahreszeit
Von Christoph Kulmer
2
4
3
2 | Aenea
True colours: Die geschwungenen
weißen Blüten der Calla gelten
bereits seit langer Zeit als
Symbol für das ewige Leben.
Deshalb muss man sich in dieses
farbenfrohe Meisterwerk, gefertigt
aus Platin mit Diamanten
und einer Muschelperle, unsterblich
verlieben. Brosche „Calla“
3 | Bucherer
Federleichte Eleganz: Wie vom
Winde verweht, thront die Südsee-Kulturperle
erhaben auf zwei
aus 18 Karat Weißgold gefertigten
Federn. Kreiert mit einer hingebungsvollen
Zurückhaltung.
340 Diamanten im Brillantschliff
lassen die Kreation in Perfektion
glänzen. Ring „Soirée Feather“
4 | Tiffany & Co.
Fragile Kunst: Dezent, aber trotzdem
mit dem berühmten Wow-
Faktor präsentiert sich diese
einzigartig feminine Kreation.
Aus Platin designt und besetzt
mit Süßwasserzucht perlen sowie
Diamanten im Marquiseschliff.
Armband aus der „Tiffany Victoria“-Kollektion
WINTER 2022
49
ACCESSOIRES
5
7
6
2
5 | Ole Lynggaard
Märchenhaft: Konzipiert aus
18 Karat Gold und Roségold,
besetzt mit zwölf Diamanten im
Brillantschliff sowie 276 in Pavé-
Fassung. Ein nobler Eyecatcher
sind die sechs Süßwasserperlen
und die Tropfen aus Rosenquarz
und grünem Turmalin. Ohrringe
„Gipsy“
8
6 | Tamara Comolli
Purer Freudentanz: 36 natürliche
Tahiti-Perlen in verschiedenen
Grautönen, getragen von
einem Band aus 18-karätigem
Roségold, tanzen ums Handgelenk.
Ein schillernder Akzent
wird mit dem Verschluss aus
Diamanten gesetzt. Armband
„Tahitian Grapes“
7 | Rozet &
Fischmeister
Schlicht is beautiful: Auch ohne
viel Chichi ist eine Kette aus
Tahiti-Perlen stets ein makelloser
Begleiter. Die Schließe aus
noblem Weißgold ist zweifellos
ein überraschendes Detail, das
nicht übersehen werden darf.
Damit wird garantiert jede Robe
zum absoluten Hingucker.
8 | Atelier Heldwein
Naturwunder: Hingebungsvoll
und mit viel Liebe zum Detail
haben die Designer sieben bunte
Süßwasserperlen entlang eines
Palmzweigs angebracht. Die
schillernden Kostbarkeiten wurden
mit 18-karätigem Gold und
insgesamt 14 Diamanten veredelt.
Brosche „Palmkatzerl“
50 WINTER 2022
Exquisites Modell
mit Tasche aus
der aktuellen Herbst/
Winter-Kollektion
von Akris: Für das
einprägsame Muster
ließ sich Modeschöpfer
Albert Kriemler vom
deutschen Maler
Reinhard Voigt
inspirieren
AUF AM
DEM
LAUFSTEG
VON
ST. GALLEN
NACH
PARIS
52
WINTER 2022
FASHION | PORTRAIT
Unfassbar schöne Stoffe,
klare Schnitte, viel
Handarbeit und topmodische
Zeitlosigkeit – das macht
die Mode von Akris aus. Für
die entspannte Eleganz sorgt
der Designer Albert Kriemler.
Gerade feierte das Schweizer
Modehaus sein 100-Jahr-
Jubiläum in Paris
Von Brigitte R.Winkler
Foto: Akris
Der Regengott hielt sich
zurück. Alle Models mussten
zwar das riesige Wasserbecken
in der Mitte
des Palais de Tokyo umschreiten,
vom Himmel
kam jedoch kein Wasser, obwohl es in Paris
während der Modewoche Ende September immer
wieder geregnet hatte. Was für ein Glück
für Albert Kriemler, der entschieden hatte, seine
Show anlässlich von 100 Jahren Akris am Abend
des 1. Oktober im Freien stattfinden zu lassen!
Noch bevor man auf einer der zahlreichen
Bänke rund um das Becken Platz genommen
hatte – auf jedem der nummerierten Plätze lag
als Geschenk das übliche Pralinen-Schachterl
und diesmal auch ein mit bunten Herzen
bedruckter kleiner Regenschirm mit der Aufschrift
„A-K-R-I-S- 100 years“ –, fiel der Blick auf
ein metallenes Kunstwerk von Ugo Rondi none.
„WE ARE POEMS“ stand da in regenbogenfarbenen
Buchstaben über dem Wasser. Der
Schweizer Künstler setzt in seinen Werken
den Regenbogen immer wieder als Symbol für
Frieden, Gleichheit, Toleranz und für die Verbindung
von Himmel und Erde ein. Für Albert
Kriemler, wie er AURUM 999,9 im Interview
erklärte, der Grund, den Regenbogen als Symbol
für die selbstverständliche Sinnlichkeit der
Akris-Mode und als perfekte Repräsentation
für den Jubiläumsmoment auszuwählen. Dass
er einige seiner Jubiläumsmodelle ebenfalls in
diesem Farb spektrum erstrahlen ließ, ergab ein
wunderbares Bild und weckte in uns Zuschauern
immer wieder starke Gefühle.
53
FASHION | PORTRAIT
v
Bezaubernde Spitzen-Modelle aus der Frühjahr/
Sommer-Kollektion 2023: blau wie der Enzian
Stargast bei der Jubiläumsmodeschau in Paris:
Akris-Fan Fürstin Charlène von Monaco in Akris
x
k
Leuchtendes Lila
beim Gang um das
Wasserbecken des
Palais de Tokyo
Begeisterte
das Publikum
ebenfalls:
sensibel
gestreiftes
Modell aus der
Frühjahrskollektion
U
Dazu hatte sich Albert Kriemler von vergangenen
Modellen inspirieren lassen:
„Als wir Modelle von 1978 bis 1992 für das
Fotoshooting für unser 100-Jahr-Buch vorbereiteten,
fühlte ich sofort, dass wir mit
ihnen arbeiten sollten. Sie wirkten neu, überraschend
und so passend für heute. Sie haben
mich auf die Idee gebracht, die 100 Jahre ganz
anders zu feiern. Nennen wir es einen Neubeginn,
einen Anreiz zum Innehalten, einen
Punkt, an dem alles wieder erscheinen, sich
selbst erneuern kann. Eine Kollektion, in der
die Vergangenheit, die Gegenwart und die
Zukunft nebeneinander bestehen. Ein Blick
zurück, um sich nach vorwärts in ein neues
Jahrhundert zu bewegen.“ Nein, man muss
nichts mehr beweisen, neu erfinden – Akris
ist in dieser Zeit selbstverständlich geworden.
Und so heißt das Buch anlässlich der
100 Jahre „selbstverständlich“, auch die englische
Version. Die Kollektion begeisterte das
Publikum ganz offensichtlich und unüberhörbar
anhand des Applauses.
Dass die Vermischung von Kunst und
Mode immer schon ein Anliegen und eine
große Stärke von Albert Kriemler war und
ist, spielte den ganzen weiteren Abend eine
große Rolle. Nach dem After-Show-Cocktail
noch im Freien mit Blick auf „WE ARE
54
h
Im Akris-Hauptquartier
in St. Gallen: Alle
Arbeiten von 2013 bis
2021 sind hier
archiviert
O
Er führte Akris modisch
von St. Gallen nach
Paris: Albert Kriemler,
der Creative Director
OO
Dieses Material zählt
zur unverkennbaren
Handschrift
des Hauses:
Double-Face-Kaschmir
Fotos: Iwan Baan/Lawrence Weiner/Courtesy of Akris; Akris (6)
POEMS“, auf den Eiffelturm und das weltberühmte
Palais-Museum von außen, ging es
dann ins Innere. Dort wurde man zunächst
eingeladen, die aktuelle Ausstellung des
Musée d’Art Moderne de Paris im linken
Flügel des Palais de Tokyo zu besuchen. Dass
hier ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ein
Österreicher zu sehen war, erfreute zusätzlich:
„Oskar Kokoschka. Un Fauve à Vienne“.
(Das „wilde Tier aus Wien“ ist noch bis
12. Februar 2023 zu sehen.) Anschließend
ging es zum Jubiläumsdinner in genau jene
Räume, in denen man schon im März 2020
bei der Akris-Modeschau die farbenfrohe,
geome trische Kunst von Sonia Delaunay als
Hintergrund auf den Wänden und als Inspiration
für die Herbst/Winter-Kollektion 2020
bewundern konnte. Und wer saß jetzt neben
Albert Kriemler, um nach der bejubelten
Jubiläumsmodeschau ein außer ordentliches
Abendessen samt Festan sprachen zu genie -
ßen? Eine seiner begeistertsten und lang jäh -
rigen Kundinnen: Fürstin Charlène von Monaco,
die am nächsten Tag ihre 450.000 Follower
via Instagram-Account @ hsh princesscharlene
wissen ließ, wie es ihr gefallen hatte: „Thank
you Albert for a wonderful evening and congratulations
on 100 years of perfection“ samt
blauem Herzerl am Schluss.
Kunst und Mode
unter dem Eiffelturm
Es war eine Frau, mit der alles begann: 1922
startete Alice Kriemler-Schoch mit einer ein -
zigen Nähmaschine eine Schürzenproduktion
in ihrem Wohnort, dem schweizerischen
St. Gallen, das nicht gerade für Mode bekannt
ist, aber für die besten Stickereien der Welt. Mit
den dort entstandenen Spitzen und sonsti gen
Applikationen stattete Albert Kriemlers Großmutter
ihre Schürzen aus. Ihre Nähmaschine
ist heute im Textilmuseum in St. Gallen zu
sehen. Sohn Max übernahm 1944 die Firma
und machte mit modischen Ideen und seinem
Credo „Qualität und Klasse“ aus Akris eine
bald bekannte Prêt-à-porter-Marke.
Im jugendlichen Alter von 20 Jahren
trat Max’ Sohn Albert in die Firma ein, weil
der wichtigste Assistent seines Vaters überraschend
verstorben war. Eigentlich hätte er
in Paris studieren wollen. Bald übernahm er
stattdessen die kreative Verantwortung in
der Firma und prägte die Mode mit seiner
unverkennbaren Handschrift. Dadurch
wurde Akris zu einer unverwechselbaren
couturigen Designer-Collection, die bald
die Welt eroberte. Nach wie vor wird die
gesamte Akris-Kollektion ausschließlich in
Europa produziert. Vieles davon in eigenen
Ateliers in St. Gallen. Dazu Albert Kriemler:
„Unsere Kollektion kann nur mit einem sehr
motivierten Team feinfühliger und fähiger
Mitarbeiter erarbeitet werden.“ 1987 trat
auch Peter Kriemler, Alberts Bruder, nach
einem abgeschlossenen Jus- und Betriebswirtschaftsstudium
in die Familienfirma ein.
Er ist dort bis heute für das Management und
die gesamte Produk tions planung verantwortlich.
Mit ihm hielten modernste Technologien
Einzug. Denn, so Peter Kriemler: „Ohne technischen
Fortschritt kann auch ein auf Handwerk
spezialisiertes Traditionsunternehmen
nicht mehr auskommen.“
Und wofür steht Akris? Für einfach, zeitlos
und unvergleichbar. Für raffinierten, sinnlichen
und eleganten Minimalismus. Akris, das
ist hochspezialisiertes Handwerk, Eleganz
und Understatement. Das ist Mode, die nicht
schreit, sondern sich der Persönlichkeit der
Trä gerin unterordnet. Und genau das will
Al bert Kriemler mit seiner Arbeit erreichen:
„Nicht das Kleid definiert die Frau, die es
trägt, sondern die Frau definiert sich durch
das Kleid, das sie trägt.“ Denn: „Stil ist, was
eine Frau verkörpert, er ist Ausdruck ihrer
Persönlichkeit. Zuerst sollte man immer
WINTER 2022
55
FASHION | PORTRAIT
h
Die Gründerin
des Hauses, Alice
Kriemler-Schoch:
Ihr Name steckt
verkürzt im
Marken namen Akris
j
Für die
Frühjahrskollektion
2021 ließ sich
Albert Kriemler
von der abstrakten
Kunst Imi Knoebels
inspirieren
die Frau wahrnehmen und erst dann, was
sie trägt.“ Dazu kommt die Auswahl kostbarer
Materialien wie Kaschmir in Double-
Face-Qualität, feinste Honan-Seide, doppelt
gezwirnte Baumwollfasern, rohes Leinen
und natürlich aufwendige Stickereien aus
St. Gallen, alles in kunstvollen Interpretationen.
Um Akris zu verstehen, muss man es
anziehen. Erst dann kann man das wunderbare
Tragegefühl der luxuriösen Materialien
erleben und begreifen. Der Stoff ist auch der
Ausgangspunkt für Albert Kriemlers Kreativität:
„Ich brauche den Stoff in der Hand. Erst
wenn ich das Gefühl für den Stoff habe, weiß
ich, was ich daraus machen kann.“ Unzählige
Stoffballen reihen sich im extra dafür etwas
außerhalb von St. Gallen errichteten Lager
aneinander. In der riesigen Halle herrscht
eine fixe Temperatur. Ankommende Stoffe
aus der Schweiz, aus Italien, Frankreich oder
O
Baumwoll-Double-
Face: Das spezielle
Material spielt auch
bei Hüten und
Jacken eine Rolle
Kaschmir-Double-
Face: eine Jacke
aus der Herbst/
Winter-Kollektion
2010 mit speziellem
Kragen
U
Deutschland werden zunächst auf Fehler
kontrolliert, dann mit Dampf gegen späteres
Einlaufen bearbeitet, registriert und per
Com puter katalogisiert. Das ist Schweizer
Gründlichkeit und Genauigkeit, die dazu
beiträgt, dass Modelle von Akris nicht wenig
kosten. Für eine breitere Kundschaft gedacht
ist Akris punto, eine 1995 lancierte Designer-
Sportswear-Kollektion. Damit will man die
aktive, berufstätige Frau ansprechen, die eine
sportliche Linie wünscht und trotzdem hohe
Ansprüche an ihre Garderobe stellt.
Von St. Gallen aus eroberten die Kriemlers
Europa, Asien und Amerika. Trotzdem war
ihnen das noch zu wenig. Albert wollte sich
mit den besten Modeschöpfern der Welt
messen. Also bemühte man sich um Paris.
1999 war es so weit, und Akris wurde in
das erlauchte Gremium aufgenommen. Seit
damals ist Akris Mitglied der Fédération
Française de la Couture, du Prêt-à-porter
des Couturiers et des Créateurs de Mode.
Man eröffnete auch einen Showroom in der
Avenue Pierre 1 er de Serbie und kämpfte um
einen Showtermin in Paris. Im Herbst 2004
zeigte Albert Kriemler schließlich seine
Früh jahrskollektion 2005 nach der Show von
Karl Lagerfeld für Chanel. Mit großem Erfolg.
Seither steht Akris jede Saison im offiziellen
Programm der Fédération und zeigt seine
Kollektionen in Paris.
Fotos: Vera Bohm/Courtesy of Akris; Akris (3)
56 WINTER 2022
FASHION | PORTRAIT
Mit Künstlern aus
Österreich
Beschäftigt man sich mit den Kollektionen
von Akris, kommt man meistens nicht darum
herum, sich mit einer Künstlerin, einem
Künstler auseinanderzusetzen. Deren Kunstwerke
– das können Bauten, Gemälde oder
Fotos sein – inspirieren Albert Kriemler bei
der Farb- und Musterwahl. Schön, dass dabei
auch immer wieder große Namen aus Österreich
auftauchen, kommt der Modeschöpfer
doch immer wieder gern nach Wien, um in
diversen Museen und Galerien seiner Leidenschaft
zu frönen. Unübersehbar zum Beispiel
in seiner Herbst/Winter-Kollektion 2005/06,
als Adolf Loos, Klimt, die Wiener Werkstätte
und Dagobert Peche ihn wieder einmal in
ihren Bann gezogen hatten. Albert Kriemler:
„Die Jahrhundertwende, bezogen auf Kunst,
Architektur und die Emanzipation der Frau,
waren die Inspiration für meine Kollektion.“
Sechs Jahre später, für die Herbst/Winter-
Kollektion 2011/12, war das Thema Art déco.
Es spannte sich von Wien bis Darmstadt,
wo „unser“ Joseph Maria Olbrich, der Mitbegründer
der Wiener Secession, einen Turm
gebaut hat, der Albert Kriemler als Vorlage
für Drucke auf diversen Modellen diente.
Dazwischen gab es allerdings noch einen
weltweit sichtbaren Auftritt in Wien: 2006
stattete Albert Kriemler das Ballettensemble
des Neujahrskonzerts mit Kleidern aus. Für
ihn entschieden hatte sich Choreograf John
Neumeier, mit dem Kriemler davor schon
zusammengearbeitet hatte und auch danach
wieder. „Ich wollte keine Ballettkostüme
entwerfen, sondern moderne Kleider, in
h Akris-Boutique in Tokyo: gestaltet
von Architekt David Chipperfield
h
Vom mexikanischen
Künstler Luis Barragán
inspirierter Schal:
Er gehört zu den
Sammlerobjekten
denen sich die Tänzerinnen und Tänzer
wohlfühlen. Kleider, die zu der Leichtigkeit,
Eleganz und Sinnlichkeit der Choreografie
von John Neumeier passen. Keine schweren
und dekorierten Kostüme“, analysiert
Kriemler diese Arbeit. Für die ließ er sich
unter anderem vom Marlene-Dietrich-Anzug
und auch vom Smoking Yves Saint Laurents
inspirieren.
Im März 2018 schmückte ein gezeichneter
Egon Schiele sogar die Mappe mit den Informationen
zur Kollektion, die jede Saison
auf jedem Zuschauerplatz der Modeschau
liegt. Darin auch noch Fotos von Elsie Altmann-Loos
und Berta Zuckerkandl, beide
fotogra fiert von Madam d’Ora. Es ging um
Wien von 1900 bis 1918. Albert Kriemler
begann seinen ausführlichen Text über diese
Zeit mit „Es war eine bahnbrechende Zeit für
Frauen“. Weiter ging es mit Sigmund Freud,
Klimt, Schiele, den Salondamen von Wien,
mit Adele Bloch-Bauer, dem Kampf für das
Frauenwahlrecht und schließlich der Öffnung
der Universitäten auch für Frauen. Kriemler
machte eine tolle Kollektion daraus. Fast am
Ende der Show gab es den „Klimt tulle gown“
zu sehen.
Bevor Akris seine eigenen Boutiquen
in Österreich öffnete, gab es die Mode in
Salzburg bei Resmann Couture, damals noch
im Besitz von Helga Rabl-Stadler und ihrer
Mutter, zu kaufen. Unvergesslich der wunderschöne
Festspielempfang im August 1994
mit der Akris-Modeschau im Rittersaal der
Salzburger Residenz. Im März 2003 eröffnete
Akris dann seine eigene Boutique am Wiener
Kohlmarkt, die erste in Österreich, die fünfte
weltweit. Inzwischen ist das Geschäft auf der
Tuchlauben gelandet und wird – nach Gerti
Hutterer und Isabella Drozda – jetzt von
Andrea Unterberger geleitet. Die gelernte
Modedesignerin arbeitete davor einige Jahre
mit Albert Kriemler in St. Gallen und kennt
Akris also von Grund auf.
Taschen aus
Rosshaar, Halstücher
aus Seide
Zunächst gab es nur Mode von Akris. Im
Oktober 2009 brachte man die ersten
eigenen Taschen in Paris auf den Laufsteg.
Natürlich aus einem Material, das es in
dieser Form gar nicht mehr gibt: gewebtes
Rosshaar. Albert Kriemler und sein Team
haben eine kleine, superfeine Kollektion entstehen
lassen, die dem Trapez im A wie Akris
huldigt. Schöner und perfekter kann man
seinen Namen nicht vermarkten. „Ai“ heißt
diese Urtasche, die wegen der typischen
Form komplett logofrei ist. Die Taschen sind
bis ins Detail handgefertigt und zeigen in
der Verarbeitung ein hoch spezialisiertes und
einmaliges Know-how. Die „Ai“ wird in vier
Größen in unterschiedlichen Farben gefertigt,
von klein bis extragroß, in Rosshaar- oder
Double-Face-Stoff, kombiniert mit feinem
Kalbsleder. Und wie gewinnt man das Material?
Rosshaar, vom Schweif der Pferde, ist ein
Naturprodukt, das nur limitiert verfügbar ist.
Es verbindet Natürlichkeit und Robustheit
mit feinem Glanz und einer angenehm
haptischen Oberfläche. Der Stoff zählt zu den
strapazierfähigsten Geweben, garantiert Halt
und Langlebigkeit und überzeugt mit seiner
wertvollen Ausstrahlung. Das auffallend
leichte Gewicht, die Konstruktion kombiniert
mit dem Akris-Design und die Verwendung
von Rosshaarstoff, Leder und Double-Face-
Stoff als Innen- und Außenmaterial verleihen
den Taschen eine moderne Nonchalance in
höchster Qualität.
Im April 2010 war die „Ai“-Tasche während
eines Venedig-Aufenthalts von Angelina
Jolie an deren Arm zu sehen. Sie hatte sich die
Tasche selbst ausgewählt, ließ aber bei Akris
anfragen, ob man wohl darauf achte, dass es
den Pferden gut gehe. Als ihr bestätigt wurde,
dass das Tierwohl eine entscheidende Rolle
spiele, wurde Jolie öfter mit der „Ai“ gesehen.
Wer will, kann sich dazu auch ein zartes,
schmales Seiden- oder Baumwolltuch oder
im Winter einen Kaschmirschal um den Hals
wickeln.
p
h „Ai“-Tasche aus gewebtem Rosshaar: Die
Fasson ist dem A von Akris nachempfunden
Fotos: Akris
58 WINTER 2022
PREMIUM
LOTUS INTENSE
DIE ERSTE PREMIUM-LINIE VON MASTER LIN
FÜR GLATTE UND STRAFFE HAUT.
MADE
IN
AUSTRIA
NATURAL SKIN CARE BASED ON TCM
masterlin.com
LUXURY PIECE | MEN
GOLDEN
PLAYOFF
Das Leben ist ein Spiel! Und was für eines, denn hier ist definitiv alles Gold, was glänzt. Wenn es nach dem Kreativduo
Adriano Design geht, das für dieses Kunstwerk verantwortlich zeichnet, dann spielen wahre Champions mit Stil, Eleganz,
Emotionen und Leidenschaft. Eine Erfolgsformel, die bei diesem elitären Tischkicker aus reinem Kristall nicht nur Effekthascherei
ist. Der „Cristallino Gold“ der italienischen Designschmiede Teckell ist 142 Kilogramm schwer, glänzt mit Spielfiguren
aus Aluminiumguss, die teilweise mit 24-karätigem Gold überzogen sind, und ist auf 30 Stück limitiert. Tischfußball aus dem
verstaubten Keller in den luxuriösen Wohnbereich zu befördern, das war die Intention von Davide und Gabriele Adriano:
„Gestalte ohne Grenzen und stürze dich auf neue Herausforderungen: Alles kann anders und besser gestaltet werden.“
Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller
60 WINTER 2022
Perfetto,
Perfetto
KIT
IM WERT
BIS ZU
from bean to cup. € 290,-
GESCHENKT*
delonghi_at
delonghi.com
* beim Kauf ausgewählter PrimaDonna und La Specialista Modelle.
NEW IN TOWN
New
in town
AURUM 999,9 präsentiert spannende Neueröffnungen,
die man mit allen Sinnen erleben sollte
Ikonischer Schmuck aus Italien
Bulgari Wien
Die neue Boutique im Herzen Wiens, am Kohlmarkt, ist eine Hommage
an die Tradition des internationalen Luxushauses Bulgari. Das Portal
erinnert an das Stammhaus in der Via Condotti 10 in Rom, die dominierenden
Farben des Designs und die Marmor-Elemente spiegeln die
mediterranen Wurzeln der Marke wider. „The Master of Colored
Gemstones“ lässt sich bei seinen Kreationen von der reichen Geschichte
seines Heimatlandes inspirieren. Das von Peter Marino entwickelte
Designkonzept führt einen direkt nach Rom, im Zentrum des Geschehens
beherrschen eine ovale Vitrine aus Glas und Marmor und ein
handgefertigter Kronleuchter aus Muranoglas den Raum. Überragend
ist die Handwerkskunst von Bulgari, prachtvoll sind die Schmuckkreationen.
Wien ist um einen Hotspot der Haute Joaillerie reicher!
bulgari.com
Pop-up mit Werkstatt-Flair
Schraubenkobel/Taubenkobel
Man muss nicht zwangsläufig einen Mercedes besitzen, um in einer
Mercedes-Werkstatt zu landen. Denn jetzt haben Interessierte die
Möglichkeit, eine solche von innen zu sehen und sich dabei herausragend
kulinarisch verwöhnen zu lassen. Das diesjährige Wien-
Gastspiel von Barbara Eselböck und Alain Weissgerber wird in einer
Mercedes-Werkstätte im vierten Bezirk in Wien inszeniert. Für zwei
Monate wird diese zum „Schraubenkobel“ umgerüstet und lädt zum
ausgiebigen Dinner in einzigartiger Atmosphäre ein. Highlights des
vergangenen Jahres werden vom Ausnahmekoch Alain Weissgerber in
einem außergewöhnlichen Menü zusammengestellt, gute Weine
sorgen dabei für die passende Begleitung. Bis 22. Dezember, auch an
den Wochenenden, haben Gäste die Möglichkeit, im Stanley-Kubrickartigen
Setting zu speisen. Rechtzeitige Reservierung wird empfohlen!
taubenkobel.com
Wiege der Musik
Steinway & Sons
Seit über 165 Jahren schätzen Musikliebhaber die Handwerkskunst
und Leidenschaft von Steinway & Sons, wenn es um den perfekten
Klang geht. Nun hat das renommierte Unternehmen in Wien seinen
Flagship-Store am Opernring mit modernster Technologie
ausgestattet und feierte sein Re-Opening. Beim Gestaltungskonzept
des Architekten Sören Gross wurde besonderer Wert darauf gelegt,
die Instrumente in ihrer passenden Sphäre zu präsentieren und
dadurch die Akustik der Räume zu optimieren. Kunden finden nun
die besten Bedingungen vor, um ihr Wunschinstrument anzuspielen
und dessen individuelle Klangqualität perfekt zu genießen. In der
eigens eingerichteten Spirio Lounge erleben Menschen, die wenig
oder gar nicht Klavier spielen, aber eine große Begeisterung für das
Instrument hegen, ihr persönliches musikalisches Highlight.
eu.steinway.com
Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Bulgari, Irina Gavrich, Steinway and Sons
62 WINTER 2022
Italian Masterpieces
Coupé De Luxe bed designed by GamFratesi
Grant ottoman designed by Tristan Auer
poltronafrau.com
POLTRONA FRAU WIEN by Faulmann und Zeilinger GmbH
Salztorgasse 6 Wien
T. 01 890 69 64
office@at.poltronafrau.com | poltronafrau.com
AURUM 999,9 lud im Frühling, Sommer und Herbst 2022 zu exklusiven
Dinnerpartys in das Goldene Quartier. Ein mehrgängiges Entertainment-
Menü aus Fashion-Performances, Fotoshootings, Duftpräsentationen,
elektrisierenden Zukunftsvisionen und natürlich jede Menge Köstlichkeiten
aus Küche und Keller sorgten für goldene Zeiten
Progressive
Dinner
Fotos: Jürgen Hammerschmid, Luca Celine
Bereits in den 1950er-Jahren und
danach wieder in den wilden
Sieb zigern waren Progressive
Din ner Parties elitäre Höhepunkte
der Eventszene. Inspi rierende
Abende, an denen Inter essierte
durch Ateliers und Ga le rien
schlenderten, um in die Welt verschiedenster
Künstler und deren
virtuoser Werke einzutauchen.
Gereicht wurden Cock tails und
kleine Snacks. Auch im privaten
Rahmen zelebrierte man das
Progressive Dinner, jeder Gang
des abendlichen Menüs wurde in
den unterschiedlichen Häusern
oder Woh nungen der Teilnehmer
serviert. Diese kulinarische
Reise hat AURUM 999,9 ab dem
Frühjahr 2022 neu interpretiert
und mit seinen Partnern im Goldenen
Quartier luxuriös zum
Leben erweckt.
An einem lauen Abend im
Mai wurde mit dem obligatorischen
Champagner-Cocktail feierlich
gestartet, bevor sich die
Besucher in vier Stores persönlich
von den aktuellen Kollektions-
Highlights überzeugen und
jeweils einen Gang des mehrteiligen
Menüs genießen konnten.
Den krönenden Abschluss bildeten
die Vorstellung des neuen
Rolls-Royce Ghost und köstliche
Kaffeekreationen von DeLonghi
in der bequemen Outdoor-Lounge
von Living Divani. Bei der
Summer-Edition unserer Dinnerparty
im Juni sorgten glänzende
Preziosen von Ole Lynggaard
und Pomellato sowie die Fashion-
Performance bei Kiton für Furore.
Als Ausklang wurde ins Park
Hyatt Vienna geladen, hier präsentierte
der Künstler Andreas
Reimann die Originale der eigens
für das AURUM 999,9- Cover
gestalteten Werke mit dem Konterfei
von Queen Elizabeth II. Im
Herbst entführten wir die Gäste
auf eine duftende Expe dition
durch das aktuelle Ac qua-di-Parma-Sortiment
in den Räumen
des Collection Business Center,
und feinste italienische Mode gab
es bei Em porio Armani zu bestau
nen. Nur einen Steinwurf
ent fernt, im neu inszenierten
Pole star Space in der Wallner straße,
fand das elektrisierende Finale
statt. Designer Max Missoni
enthüllte dort seine neueste
Krea tion, das Concept-Car „Polestar
Precept“. Nach so vielen
unvergesslichen Momenten freuen
wir uns auf die Fortführung
unserer Progressive-Dinner-
Eventserie 2023.
Die Duftwelt von Acqua
di Parma ist ein
magisches Potpourri
64 WINTER 2022
EVENTS
Der kreative Visionär hinter
dem Concept-Car „Polestar
Precept“: Designer Max Missoni
b
Zu bestaunen gab es bei Ole
Lynggaard limitierte Stücke, die
eigens für diesen Abend aus dem
Stammhaus in Kopenhagen nach Wien
überstellt wurden
vc
AURUM 999,9-Herausgeber Reinhard
Neussner präsentiert das Cover der
Sommerausgabe, exklusiv von
Künstler Andreas Reimann gestaltet,
den anwesenden Gästen im Park
Hyatt Vienna
l
Bei Rimowa wurden die Besucher
in die hohe Schule des perfekten
Kofferpackens eingeführt.
Die Models für das Shooting
im Goldenen Quartier wurden
eingekleidet von Hermès
Nights
out with
Aurum 999,9
Zum Abschluss
wurden als Digestif die
limitierten Whiskeys aus dem
Hause Glenfiddich gereicht
Das Goldene Quartier in der Wiener
Innenstadt beherbergt Boutiquen
großer Namen wie Louis Vuitton,
Prada, Miu Miu, Hermès, Balenciaga,
Bottega Veneta, Emporio Armani,
Pomellato, Church’s, Alexander
McQueen, Ole Lynggaard und Etro
65
www.dermayrhofer.at
Wir verbinden
HANDWERK
MIT DEN
HÖCHSTEN
DESIGNANSPRÜCHEN.
Wir leben unsere Leidenschaft. Mit unserer Erfahrung schaffen
wir moderne Lösungen für Ihr Zuhause. Hoher Qualitätsanspruch
und Fachexpertise kombiniert mit ehrlichem mühlviertler Handwerk.
Vereinbaren Sie einen Termin / Kremstal Bundesstraße 3 / A-4061 Pasching
der.mayrhofer
DIE CHEMIE
STIMMT
Simon Quendler, ein Pionier der europäischen Reaktionskunst,
lässt mit chemischen Reaktionen faszinierende Gemälde
entstehen. Weltweit werden Kunstkenner in Museen, Galerien
und Auktionshäusern davon in den Bann gezogen
Von Elisabeth Muth
68
WINTER 2022
ART | PORTRAIT
Simon Quendler schafft
„lebendige“ Werke. Sein
Atelier ist gleichzeitig sein
Labor, in dem er Gemälde
durch chemische und
biologische Prozesse
entstehen lässt
Fotos: Simon Quendler
69
ART | PORTRAIT
„Biologische Reaktion – der
Jäger“, 2020, 100 x 140 cm,
aus der Ausstellung „Simon
Quendler – Reaktionen“,
Wiener Städtische
kk
Close-up von
schwimmendem Metall auf
Emulsion, Reduktion mit
Marmormehl, granulierter
Alligatorenhaut und Teilen
von blauer Lapis-Reaktion
k
l
„Man sieht jedes kleinste Pünktchen,
bis in den Nanometerbereich.
Aus der Nähe und der Distanz ergeben sich so ganz andere Wahrnehmungen.
Wie ein Spiel mit innerer und äußerer Perspektive“
70
WINTER 2022
71
h
„Biologische Reaktion –
Weltenschwingung“,
2021, 100 x 140 cm,
Zürcher Kantonalbank
Wien
v
Detailansicht einer
Reaktion von Marmor-
Gesso und
eingeblasenem Metall
auf 65 Prozent
Fettemulsion
Komplexe chemische und biologische Prozesse
entstehen, wenn Simon Quendler an einem
Gemälde arbeitet. Der gebürtige Kärntner ist
konzeptioneller Maler und Skulpturist und
hat eine ganz besondere Maltechnik für sich
entdeckt, bei der alles andere als lediglich
„abstrakte Kunst“ entsteht. Der Autodidakt
hat sein Atelier in ein Labor verwandelt, er
setzt für die Komposition seiner Werke unter
anderem Kaliumsorbat, Vulkanasche oder
Alligatorenhaut ein und lässt die Bilder durch
chemische und biologische Prozesse entstehen,
die er von außen dirigiert und in die er
nur partiell eingreift. Sie bauen sich von selbst
auf, wie auch die Natur von selbst wächst. Das
alchemistische Mischverfahren bewirkt, dass
sich Malmittel am Bildkörper vermengen und
so ihre Formensprache freisetzen. Wie Pigmente
zu Farben gemischt wurden, hat ihn
schon immer fasziniert, begonnen hat der
Maler zunächst mit figuralen Darstellungen,
dann folgten abstrakte Bildkonzeptionen, um
danach „lebendige“ Werke zu schaffen. In
seinem Atelier hat Simon Quendler ein aufwendiges,
fotografisches Aufnahmeverfahren
installiert, das es ihm erlaubt, rund um die
Uhr zu beobachten, wie sich das Bild über
einen bestimmten Zeitraum verändert, wie
neue Sehmuster entstehen, wie das Werk seine
ganz eigene Formensprache entwickelt.
Mit seinem alchemistischen Mischverfahren
trifft der Künstler perfekt den Zeitgeist und
thematisiert auch unseren Umgang mit Ressourcen.
Zu finden sind seine kreativen
Ergüsse nicht nur in vielen Museen, sondern
auch in Privatsammlungen.
Der Umgang mit chemischen Substanzen ist
nicht ganz ungefährlich, manchmal entstehen
Reaktionen, die nicht vorhersehbar sind. Der
Künstler arbeitet mit Handschuhen und Mundschutz
und verfügt über ein umfassendes Wissen
über Material, das Verhalten von Farben
und das Zusammenspiel. Im letzten Zustand
wird das Bild luftdicht versiegelt, wodurch
weitere Reaktionen verhindert werden.
72 WINTER 2022
Schnell. Effizient. Wertorientiert.
D
ie Börsen sind in diesen Zeiten so
unruhig, wie das Meer bei hohem
Seegang. Doch unsere Kunden vertrauen
seit Jahren darauf, dass wir ihre
Veranlagungen und Investments auch
in stürmischen Zeiten erhalten und
entwickeln. Deshalb konzentrieren wir
uns auf Vermögensverwaltung und
Asset Management am Kapitalmarkt
sowie attraktive Immobilien.
Das bietet unseren Kunden klare
Vorteile: Wenn die Aktienmärkte
nachlassen, haben wir krisensichere
Immobilien im Programm, die steuerliche
Vorteile und stabile Erträge
bringen. Ziehen die Kurse wieder an,
setzen wir auf innovative und ausgewogene
Veranlagungsstrategien.
Wie sieht es mit Ihrem Portfolio aus?
Sind Sie sicher, dass unruhige Gewässer
oder hoher Seegang Ihren Vermögenswerten
nichts anhaben können?
Unsere Neukunden profitieren z.B.
von unserem Welcome-Service,
das Wertpapier- Depot – ohne
Kosten – auf die Wiener Privatbank
zu übertragen. Damit können Sie sich
darauf verlassen, dass sich unsere Berater:innen
vorausschauend und mit
Weitblick um Ihr Depot kümmern.
Wie ein Leuchtturm, der den vorbeifahrenden
Schiffen den Weg in den
sicheren Hafen zeigt.
Reden Sie
mit uns.
wienerprivatbank.com
+43 1 534 31-0
Parkring 12 | A-1010 Wien
ART | PORTRAIT
h
„Biologische Reaktion
- globale Perspektive“,
2021, 100 x 140 cm
k
Gelbes Kadmium mit Emulsion
auf schwimmendem Fett-Layer,
Reaktion ausgelöst durch
Vergrößerung der
Oberflächenspannung
„Das Material malt das Bild,
ich lenke es in gewisse Bahnen“
h
Hier gelangen Sie zum
sehenswerten Video
„Simon Quendler
– Weltenreaktionen“
Die Konzeption eines Werkes beginnt, bevor
die neue Leinwand aufgespannt wird. Die
Überlegungen, was sich verändern soll und
auch wie, werden durchdacht, wie die einzelnen
Materialien miteinander reagieren, wird
getestet, um danach, kniend auf dem Boden,
die Stoffe direkt auf der Leinwand zu mischen,
mit kleinen Bewegungen wird vermengt,
gedreht und genau beobachtet. Manchmal
arbeitet Simon Quendler die Haut von Alligatoren
ein, die als Granulat oder auch als Hautstücke
in das Kunstwerk integriert werden.
Die bereits gebleichte Haut stammt von
Zuchtalligatoren aus Louisiana. Für Simon
Quendler beinhaltet sie eine der ältesten
DNAs der Welt und umfasst eine große Spanne
der Evolution. Es ist Ware, die weggeworfen
wird, Drop-out-Ware, die für nichts mehr
verwendet wird, die Haut enthält Einschlüsse
von Bakterien, kaum sichtbare Löcher, womit
sie für die Modeindustrie wertlos wird. Doch
dieses granulierte Material entwickelt sich im
Bildkörper weiter, nimmt Stoffe auf, gibt sie
auch wieder ab und baut und strukturiert, so
wie Vulkanasche, das Gemälde. Alle zwei
Monate lädt Simon Quendler einen kleinen
Kreis von Sammlern zu seinen Ateliershows.
Hier kann man die Prozesse selbst beobachten
und erhält Einblicke in sein Schaffen. Dem
Kunstmarkt selbst steht er eher skeptisch
gegenüber und setzt daher auf den Einfluss
und das Netz von Privatsammlern. Die sich
national und international von seinen Arbeiten
begeistert zeigen.
simonquendler.com
74 WINTER 2022
Zeit vergeht.
Qualität besteht.
10 JAHRE HUDEJ ZINSHÄUSER GRUPPE
WIEN I GRAZ I LINZ I SALZBURG I KLAGENFURT I INNSBRUCK I ST. PÖLTEN I EISENSTADT I ZÜRICH
WWW.HUDEJ.COM
„Ixcuhintli Dog with
Me“, ca. 1938, Öl auf
Canvas, 71 × 52 cm, USA,
private Sammlung
IHRE
EIGENE
MUSE
76
COFFEE TABLE BOOK
Das wunderbare Coffee Table
Book des Taschen Verlags über
das Leben und das Werk von
Frida Kahlo gibt einen tiefen
Einblick in ihre Seele und zeigt
viel unveröffentlichtes
Material, Bilder aus
Privatsammlungen und
Fotografien
Sie war eine Meisterin der Selbstdarstellung.
Ihr Ganzkörper-Selbstbildnis „Raíces“
erzielte 2006 einen Versteigerungserlös
von über fünf Millionen US-Dollar.
Der Prachtband „Frida Kahlo. Sämtliche
Gemälde“ zeigt Leben und Werk dieser
großartigen Künstlerin
Von Elisabeth Muth
Fotos: akg-Images, LML Archives
„Selbstporträt (Time flies)“,
ca. 1929, Öl auf Masonit,
77,5 × 61 cm, Kalifornien,
Privatsammlung
Die Künstlerin Frida Kahlo ist wohl die berühmteste Malerin Mexikos.
Ihr bewegtes Leben, ihre Krankheiten, ihre Ehe mit Diego Rivera und
ihre Kunst, die sich in farbenprächtigen Bildern ausdrückt, sind weltbekannt.
„Sie hielten mich für einen Surrealisten, aber das war ich
nicht. Ich habe nie Träume gemalt. Ich habe meine eigene Realität
gemalt“, soll sie einmal gesagt haben. Durch ihre zahlreichen Selbstporträts
hat sie quasi „das Selfie“ erfunden, ein Tool, das heutzutage
unsere Gesellschaft prägt und das aus den sozialen Medien nicht
mehr wegzudenken ist. Doch bei Frida Kahlo war die Selbstdarstellung
nicht nur eine Präsentation von Schönheit oder Gefallsucht,
sondern eine von Liebe, Schmerz und Verzweiflung.
Der großformatige XXL-Band von Taschen zeigt das komplette
Werk Frida Kahlos und erzählt anhand ihrer Bilder das Leben der
Künstlerin. Er bietet Gelegenheit, ihren Gemälden so nah wie nie
zuvor zu kommen. Das Buch präsentiert Werke aus Privatsammlungen,
die für die breite Öffentlichkeit nur schwer zugänglich sind, und zeigt
Arbeiten, die bislang als verschollen galten oder seit mehr als 80 Jahren
nicht mehr ausgestellt waren. Der Prachtband ist biografisch aufgebaut,
er widmet sich ganz der Person, beginnt in ihrer Jugend, zeigt
frühe Zeichnungen. Die Faszination für diese großartige Frau wird in
ihren Bildern, flankiert von Fotografien, nachvollziehbar, und man
taucht ganz und gar in Fridas Welt ein. Zeichnungen, Tagebuchseiten
und eine umfangreich illustrierte Biografie mit Fotos von Frida,
Diego, ihrem Zuhause, der Casa Azul, erlauben einen intimen Einblick
in deren Welt und das künstlerische Universum.
Herausgeber und Autor Luis-Martín Lozano ist Kunsthistoriker
und Kurator für moderne und zeitgenössische Kunst Mexikos und
Lateinamerikas, er erhielt ein Fulbright-Stipendium, um über das
Werk von Rivera und Kahlo zu arbeiten. Gemeinsam mit den Co-
Autorinnen, den Kunsthistorikerinnen Andrea Kettenmann, die
bereits umfassend über Frida Kahlo publiziert hat, und Marina
Vázquez Ramos, ist ein umfassendes Werk gelungen, das tiefe Einblicke
in das Leben von Frida Kahlo gewährt.
taschen.com
WINTER 2022
77
COFFEE TABLE BOOK
j
„Portrait of Luther Burbank“, 1931, Öl
auf Masonit, 86,5 × 61,7 cm, Mexiko-
City, Xochimilco, Museo Dolores
Olmedo, mit Skizze des Bildes
k
Selbstporträt „Time Flies“,
ca. 1929, Öl auf Masonit,
77,5 × 61 cm, Kalifornien,
Privatsammlung
l
„What Water Gave Me“,
1938/39, Öl auf Canvas,
69 × 88 cm, Paris,
Privatsammlung
x
Selbstporträt (für Samuel
Festlicht), 1948, Öl auf
Masonit, 50 × 39,5 cm,
Mexiko-City,
Privatsammlung
„Without hope“, 1945,
Öl auf Canvas,
28 × 36 cm, Mexiko-City,
Xochimilco, Museo
Dolores Olmedo
Fotos: akg-Images
78 WINTER 2022
78
„Self Portrait with
small monkey“, 1945,
Öl auf Masonit,
56 × 41,5 cm, Mexiko-
City, Xochimilco, Museo
Dolores Olmedo
„Die Malerei
vervollständigte
mein Leben“
Frida Kahlo
79
COFFEE TABLE BOOK
hh
„The little deer“, April– Mai 1946, Öl auf Masonit, 22,4 × 30 cm,
Chicago, Privatsammlung
h
Frida neben einer prähistorischen Skulptur in ihrem Garten
in der Casa Azul, 1951
j
Diego und Frida mit einem Stück aus ihrer mexikanischen Kunstsammlung,
einer großen Pappmaché-Judas-Figur, ca. 1940
k
„Self-portrait (with Dr. Farill)“, 1951, Öl auf Masonit, 41,5 × 50 cm,
Privatsammlung, Courtesy Hauser & Wirth Collection Services
Fotos: Fine Art Images/Bridgeman Images, bpk/IMEC, Fonds MCC/Gisèle Freund, Rafael Doniz, Spencer Throckmorton
80
Winter 2022
„Pluma“
Kaulsdorfer See, 2021
82
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
Victor Luque
Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: Victor Luque, Porträtfoto: Photoautomat Kotti
Berliner Clubnächte haben den Ruf, ekstatisch, düster
und hart zu sein. Einen ähnlichen Eindruck mögen
anfangs auch die Bilder von Victor Luque erwecken.
Härte bietet aber auch Raum für Zartheit – und auf den zweiten Blick
zeigt sich in Luques Momentaufnahmen ebendiese. Sie bestechen
durch fesselnde Intimität. Respekt für sein Gegenüber ist ein unumstößliches
Axiom für diesen visuellen Virtuosen, egal ob er tragisch
oder humorvoll geprägte Situationen einfängt.
Victor Luque wurde 1984 in Córdoba/Spanien geboren. In seinen
Zwanzigern lebte er sechs Jahre lang in London, bis er 2012 Berlin zu
seinem Lebensmittelpunkt machte. Anfänglich fotografierte er im
privaten Umfeld. Seine Sichtweise fand schnell Anklang, und er
wurde von den Veranstaltern von „Cocktail d’Amore“ – einer
berühmt-berüchtigten Berliner Clubnacht – damit beauftragt, das
wilde Geschehen zu dokumentieren. „Meine Arbeiten sollen eher
Fragen aufwerfen als Antworten geben“, sagt Luque. Wie Souvenirs
sammelt er flüchtige Eindrücke. Sei es ein von harten Bässen durchdrungener
Nachtclub oder der krisengeschüttelte Libanon – Luques
Fotografien bestechen dadurch, dass sie Nähe und Distanz zugleich
vermitteln.
Luque arbeitet autobiografisch und dokumentarisch. Als Inspirationsquelle
dienen ihm Filme und Malereien. Sogar in der dunkelsten
Ecke findet er Objekte, die er von innen heraus schillern lässt. Egal
wie turbulent die Umgebung auch sein mag, Luques Ausschnitt der
Wirklichkeit wohnt stets ein Moment der Ruhe inne. Seine Bildsprache
zeichnet sich dadurch aus, dass es ihm gelingt, seinen Fotografien
stets eine cineastische und bizarre Note zu verleihen – mit ein Grund,
warum sie mitunter an David Lynch erinnern.
victor-luque.com
WINTER 2022
83
84
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
v
von links oben
nach rechts unten:
„Standby“
California, 2017
„Whole“
Ferropolis, 2018
„Bigfoot Poet“
Berlin, 2016
„Jane vs. Venus“
Berlin, 2020
„Ivan’s Hand“
Berlin, 2019
„Mermaid“
Berlin, 2019
„To build
another home“
Beirut, 2020
„Juliette“
Krumme Lanke, 2018
WINTER 2022
85
„Kewin Bo“
Berlin, 2018
86
WINTER 2022
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
k
„Braulio at
Cocktail d’Amore“
Berlin, 2017
x
„Small Hands“
Beirut, 2020
h
„Alba“
Liepnitzsee, 2016
87
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
„Manuel. Magic Hour“
Berlin, 2020
88 WINTER 2022
Obere Donaustraße 19, 1020 Wien
Historischer Rahmen und modernstes Lebensgefühl –
zwischen Augarten und Donaukanal wird schon bald auch
Ihr Wohntraum Wirklichkeit.
Altbau-Charme mit hochwertigem Fischgrätparkett,
aufwändigen Stuckaturen, außergewöhnlichen Sockelleisten
und Raumhöhen von bis zu 3,5 m treffen auf
zeitgenössisches Design im Neubau mit herrlichen
Balkonen und Terrassen.
Das Entrée mit imposantem Jugendstil-Treppenhaus,
ein Concierge-Service, Fitness- und Office-Lounges und
die Vielfalt an Apartments, machen DAS ARTMANN zu
einem unvergleichlichen Wohnort.
JETZT ANFRAGEN:
+43 664 851 21 33 | info@das-artmann.at
das-artmann.at
- 75 repräsentative Eigentumswohnungen
- 4 exklusive Penthouses
- 1 bis 7 Zimmer mit 41 bis 288 m 2 Wohnfläche
- Weitläufige Terrassen in den Penthäusern
- Attraktive City-Lage, perfekte Anbindung &
ausgezeichnete Infrastruktur
- Hauseigene Tiefgarage
- Fertigstellung 2024
HWB: 38,6-92,0 kWh/m 2 a
fgEE: 0,71-1,19
HISTORY
FLUCH DER SIEBEN
WELTMEERE
Piraten! Dieser Ruf ließ so manchem Seefahrer das Blut in den
Adern gefrieren, denn sie waren blutrünstige, goldgierige Halsabschneider
– aber auch gefeierte Gentleman-Seehelden.
Sie wurden reich und waren geachtet, brachten es zu Admiralen,
Gouverneuren und sogar zu Adelstiteln – oder wurden gehängt,
vertrockneten in zur Schau gestellten Käfigen beziehungsweise
starben einfach verarmt und vergessen
Von Percival Pachta-Rayhofen
Frederick Judd Waugh:
„The Buccaneers“, 1914
Fotos: Xxx Blind Xxxx
90
Fotos: Xxx Frederick Blind Judd Xxxx Waugh, Superstock
WINTER 2022
91
HISTORY
Man nannte sie Seeräuber,
Freibeuter, Korsaren oder
Bukanier, jedenfalls waren
sie gefürchtet und gehasst,
beeinflussten die Weltpolitik
und inspirieren
Literatur, Malerei und Medien bis heute. Seit
die Menschheit vor etwa 5.000 Jahren die
Seefahrt für den Handel betrieb, gab es auch
Seeräuberei, vorzugsweise in Küstennähe
und bei Meerengen, durch die schon die
Handelsrouten der Antike verliefen, sowohl im
Mittelmeer als auch in Ostasien. Das Piratenunwesen
beispielsweise der Kilikier, an der
kleinasiatischen Küste ansässig, nahm derartige
Ausmaße an, dass die mächtige Römische
Republik sich genötigt sah, einen regelrechten
Kriegszug zu unternehmen. Kein Geringerer
als Julius Cäsar selbst wurde von den Piraten
gefangen genommen. Gegen hohes Lösegeld
freigelassen, rüstete er auf eigene Faust Schiffe
und Soldaten aus, besiegte seine Peiniger und
ließ sie kreuzigen. Feldherr Gnaeus Pompeius
wurde nun vom Senat mit weitreichenden
Vollmachten ausgestattet und bekämpfte mit
hunderten Schiffen und 120.000 Mann die
kilikischen Piraten zu Wasser und zu Lande.
Für die erfolgreiche Vernichtung der Piratennester
erhielt er den ehrenvollen Beinamen
„Magnus“. Insofern haben Piraten schon damals
Geschichte geschrieben, da die Vollmachten
des Pompeius und der folgende Bürgerkrieg
gegen Cäsar letztlich zum Ende der Republik
und zur beginnenden Kaiserzeit führten.
Die Wölfe des Nordens, die Wikinger, versetzten
ganz Europa durch ihre Raubzüge in
Angst und Schrecken. Mit ihren äußerst seetüchtigen
Drachenbooten befuhren sie die
Küsten und Flüsse und unternahmen zahllose
Überfälle. In Russland „Rus Wikinger“
genannt, erreichten sie das Schwarze Meer,
betrieben neben Raubzügen auch Handel,
wurden sogar sesshaft und gaben als Oberschicht
dem Land seinen heutigen Namen.
Auch im Mittelmeer blühte die Piratenplage,
von ihren Basen in den sogenannten
Barbareskenstaaten Nordafrikas aus plünderten
die muslimischen Sarazenen regelmäßig
Handelsschiffe und Küstenorte in Südeuropa.
Noch heute sind die Wachtürme an der süditalienischen
Küste zu sehen, die mit ihren
Leuchtfeuern vor herannahender Bedrohung
zur See warnen sollten. Sogar der Malteser
Ritterorden widmete sich mit seinen äußerst
kampfkräftigen Galeeren der Piraterie, jedoch
hauptsächlich gegen muslimische beziehungsweise
türkische Schiffe gerichtet. Allerdings
konnte schon immer wieder mal ein
christlicher Kauffahrer „irrtümlich“ zur Beute
werden, was die Ordensbrüder mit Wiedergutmachungszahlungen
aus der Welt schafften.
In der Nord- und Ostsee wiederum trieben die
sogenannten Vitalienbrüder ihr Unwesen, bis
die mächtige Hanse dem ein Ende bereitete.
Einer der bekanntesten von ihnen war Klaus
Störtebeker, der der Ostseeschifffahrt stark
zusetzte, bis er gefangen genommen und enthauptet
wurde. Der Legende nach soll er die
Zusage erreicht haben, dass alle Mitverurteilten
begnadigt werden, die er noch, wenn auch
schon enthauptet, die Reihe entlanglaufend
noch erreichen konnte. Dies gelang ihm bei
einigen, bis der erboste Henker ihm ein Bein
stellte. Der wurde nämlich buchstäblich „nach
Köpfen“ bezahlt.
Mit der Entdeckung der Neuen Welt
beginnt schließlich die schillerndste Ära der
Piraterie. Der aufkommende Seehandel zwischen
Europa und dem amerikanischen Kontinent,
die spanischen Silberflotten, die Gold
und Silber nach Spanien brachten, der Sklavenhandel,
aber auch die aufblühenden Städte
in den spanischen Kolonien stellten bald ein
unwiderstehliches Ziel dar. Begünstigt durch
die zahllosen Kriege zwischen den Seemächten
Spanien, England, Frankreich und den
Niederlanden brach das „Goldene Zeitalter der
Seeräuberei“ an. Denn für die kriegführenden
Kolonialmächte war es ein günstiges Mittel,
die eigene Seemacht durch Freibeuter und
deren Schiffe zu vergrößern und den Gegner
militärisch wie auch wirtschaftlich zu schwächen.
So wurde das Piratentum teilweise
legalisiert, indem die einzelnen Staaten sogenannte
Kaperbriefe ausstellten, die es Piraten
erlaubten, Schiffe und Häfen feindlicher
Mächte anzugreifen und auszurauben. Nicht
selten floss dabei ein Teil der Einkünfte in die
Taschen der Kolonialgouverneure oder sogar
der kriegführenden Staaten selbst. Die jeweiligen
Friedensschlüsse nach den ständigen
Kriegen führten wiederum zur Verkleinerung
der teuren Flotten, was zahllose nunmehr
entlassene Seeleute in die Seeräuberei als
alternativen Lebensunterhalt trieb.
Fotos: Alamy
92 WINTER 2022
h
John Harris Valda, 1914,
Wikinger-
Langschiffflotte
O
19. Jahrhundert,
Galeeren im Kampf,
kolorierter Stich
k
Willem van de Velde,
um 1675, englisches
Kriegsschiff im Kampf
mit Piratengaleeren
93
HISTORY
h
19. Jahrhundert, Königin Elisabeth I.
schlägt Francis Drake an Bord seiner
„Golden Hind“ zum Ritter, kolorierter
Stich
x
Sir Francis Drake, Bronzestatue in
Plymouth
Das Piratenunwesen nahm somit sprunghaft
zu, und es entstanden regelrechte
Piratenhochburgen, wie etwa Tortuga, New
Providence, Madagaskar oder das besonders
berüchtigte Port Royal auf Jamaika. Dort
konnten sich Piraten mit allem Notwendigen
für ihre Unternehmungen versorgen und
andererseits die Beute wieder in Spelunken
und Bordellen verprassen. Kein Wunder also,
dass Port Royal zeitweise als die sündigste
Stadt der Neuen Welt galt und dass es, wie
manche meinen, zur Strafe dafür durch ein
Erdbeben 1692 vollständig unterging.
So trat eine ganze Reihe von schillernden
Persönlichkeiten in das Glanzlicht der
Geschichte, deren Karrieren äußerst unterschiedlich
verliefen. Einige davon sollen hier
beispielhaft vorgestellt werden: Wer kennt
nicht Sir Francis Drake, Pirat der Königin?
Seine spektakuläre Karriere begann, aus einfachen
Verhältnissen stammend, nach zwei
Fehlschlägen mit dem erfolgreichen Überfall
der spanischen Silberkarawane am Isthmus
von Panama. Er kehrte als reicher und gefeierter
Held nach England zurück. Weiteren
Ruhm erlangte er durch seine Weltumsegelung
1577, von Plymouth aus in die Karibik,
durch die Magellanstraße an die Küste von
Peru, wo er zahlreiche völlig überraschte spanische
Schiffe aufbrachte, die in diesen
Gewässern nicht mit feindlichen Schiffen
gerechnet hatten. Zurück ging es durch den
Pazifik, den Indischen Ozean um Afrika
herum nach England. Königin Elisabeth I.
selbst bedankte sich bei ihm für die nicht
unbeträchtlichen Einnahmen für die englische
Krone mit dem Ritterschlag und nannte
ihn „mein Pirat“. Die Überfälle auf Santo
Domingo und Cartagena mit über 20 Schiffen
und mehr als 2.000 Mann stellten bereits
weltpolitisch bedeutsame Militäraktionen im
Ringen zwischen Spanien und England dar.
Schließlich war Sir Francis Drake als Vizeadmiral
auch am Sieg der englischen Flotte
über die Spanische Armada 1588 beteiligt.
Damit stieg England zur bedeutenden Seemacht
auf.
Der Schotte William Kidd war eigentlich
kein besonders erfolgreicher Piratenkapitän,
doch verdankt er seine Bekanntheit der
Tatsache, dass er die Beute eines Raubzuges
auf der Insel Rhode Island vergraben haben
soll. Obwohl Derartiges selten vorkam, weil
Piraten ihre Beute meist sehr bald aufteilten
und anschließend verprassten, inspirierte
er damit zahlreiche Legenden und Erzählungen
über vergrabene Piratenschätze. Er
endete ziemlich elend als Verurteilter, für
mehrere Jahre aufgehängt in einem Käfig an
den Londoner Docks. Der gebürtige Waliser
Fotos: Alamy
94 WINTER 2022
Hawelgasse 17 | 1180 Wien
Unsere Gruppe baut und entwickelt mehr als 1.000 Wohnungen im
Großraum Wien, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark und Kärnten.
Projektwebseite: www.parkandbloom.at
www.vmfimmo.at
home@vmfimmo.at
Wir denken nachhaltig.
Wir achten auf hohe Qualität.
+43 2236 370 135
Wir sind absolut verlässlich.
HISTORY
Henry Morgan tat sich durch Raubzüge um
Yucatán hervor, plünderte Schiffe und Städte
und unternahm einen aufsehenerregenden
Überfall auf Neugranada quer durch Lateinamerika.
Wohlhabend geworden, erwarb
er eine Plantage auf Jamaika und freundete
sich mit dem dortigen Gouverneur an. Dieser
stattete ihn mit einem Kaperbrief aus,und
Morgan griff mit einer kleinen Flotte den
wichtigen spanischen Hafen Portobello an. Er
scheute sich hierbei nicht davor, einheimische
Gefangene, darunter Frauen, Kinder, Priester
und Nonnen, als menschlichen Schutzschild
gegen die Kanonen der Verteidiger einzusetzen.
Sein Angriff auf Panama erfolgte jedoch
zu einem Zeitpunkt, da England und Spanien
bereits Frieden geschlossen hatten. Er wurde
daher verhaftet und nach England gebracht.
Er war jedoch bereits so einflussreich, dass
er nicht nur die Absetzung des Gouverneurs
erwirkte, sondern zum Ritter geschlagen und
zum Vizegouverneur ernannt wurde. Er starb
als angesehener Plantagenbesitzer an den Folgen
seiner Ausschweifungen und Trunksucht.
Der wohl berüchtigtste von allen Piraten
aber war wohl Edward Teach, genannt „Blackbeard“.
Dazu trug vor allem bei, dass er großen
Wert auf seine furchteinflößende Erscheinung
legte. So ließ er seinen schwarzen Bart besonders
lang und struppig wachsen und pflegte
brennende Lunten um die Ohren zu wickeln.
Blackbeard stieg rasch zum Kapitän eines
Piratenschiffs auf, sammelte mehrere Hundert
Mann und eine kleine Flotte um sich, kaperte
zahlreiche Handelsschiffe, soll sogar ein britisches
Kriegsschiff in die Flucht geschlagen
haben und plünderte in der Karibik und an
der amerikanischen Westküste, bis er schließlich
in einem dramatischen Nahkampf mit der
Mannschaft eines britischen Marineschiffs fiel.
h
Howard Pyle: aus „Book of
Pirates“, 1921, Käpt'n
William Kidd beim
Vergraben seines Schatzes
„Blackbeards“ letzter
Kampf
x
Die geopolitische Situation im beginnenden
18. Jahrhundert, die eine Aufteilung der
Interessensphären der seefahrenden Nationen
und eine deutliche Dominanz Großbritanniens
zur See brachte, läutete auch das Ende
des Goldenen Zeitalters der Piraterie ein.
Es wurden keine Piraten mehr gebraucht,
um Überfälle auf gegnerische Nationen
durchzuführen, vielmehr bedeuteten diese
eine Gefahr für den wichtigen, stets zunehmenden
Seehandel. Daher wurden Piraten
nirgendwo mehr gefördert, sondern konsequent
verfolgt und hingerichtet. Technologisch
bedeutete auch das Aufkommen der
Dampfschiffe einen taktischen Vorteil, den
Piraten nicht mehr wettmachen konnten.
Dennoch ist die Seeräuberei auch heutzutage
nicht ganz verschwunden. Sowohl in
Südamerika und der Karibik als auch an der
Westküste Afrikas, im Indischen Ozean und
im Chinesischen Meer bedrohen einzelne
Gruppen, teils auch organisierte Banden, die
Schifffahrt. Professionelle Kriegsmarinen
und Küstenwachtschiffe machen Jagd auf
gleichermaßen mit modernen Waffen ausgerüstete
Piraten. Wenn auch die „Goldenen
Zeiten“ der Piraten so wie ihre Schiffe längst
versunken sind, so leben ihre Geschichten
über ihre Abenteuer auf allen Meeren, ihre
Schätze und ihre Schicksale in uns weiter. p
Fotos: Alamy, Howard Pyle
96 WINTER 2022
The Dream Valley
Wo Wohnträume wahr werden!
www.kitzimmo.at
Digitalisierung
in der Kunstszene
Von Dr. Wolfgang Hutter
Information-Governance-Forscher
N
FTs sind der neue Trend – Non-Fungible Tokens.
Aber was bedeuten sie? Was ist ihr Wert, und
worin liegt der Mehrwert? Wozu braucht man sie
überhaupt? Es handelt sich dabei um eine neue
digitale Revolution, die vor allem den Kunstsektor 2021 stark beeinflusst
hat. Digitale Kunst hatte bei Sammlern bisher keinen hohen
Stellenwert. Jeder kann digitale Werke durch „copy – paste“ vervielfältigen
und verteilen. Die Möglichkeit, digitale Objekte einzigartig zu
machen, war bisher in der digitalen Welt unmöglich.
Nun ist alles anders. Denn ein Non-Fungible Token kann nicht
durch einen anderen Gegenstand seiner Art ersetzt oder kopiert
werden. NFT-Unikate ergeben eindeutige Besitzverhältnisse für
digitale Objekte, wie zum Beispiel Fotos, Videos, Musikstücke, Dokumente,
Tweets oder SMS. Die Technologie Blockchain ist nun seit elf
Jahren zugänglich. Sie wurde vom MIT (Massachusetts Institute of
Technology) in die Realität umgesetzt. Sie ist eine dezentral verteilte
Datenbanklösung, welche über das Internet verwaltet und regelmäßig
abgeglichen wird. Besonders bekannt sind die Blockchain-
Anwendungen in Form von Kryptowährungen, wie zum Beispiel
Ethereum oder Bitcoin. Mehrere Blöcke, verbunden als Kette, in
welche Buchungen/Transaktionen über einen bestimmten Zeitraum
hinweg abgespeichert werden, bezeichnet man als Blockchain. Diese
Transaktionen sind verifizierte digitale Aufzeichnungen von Finanztransaktionen,
Prozessen, Aufgaben und Verträgen.
Nun ist es möglich, digitale Kunst zu sammeln und einen damit verbundenen
virtuellen Handel zu realisieren. Führende Auktionshäuser
wie etwa Sotheby’s oder Christie’s sind in den Handel mit NFTs eingestiegen.
2021 hat Sotheby’s NFTs im Wert von fast 65 Millionen US-
Dollar verkauft, Christie’s von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Auch
Museen machen bereits erste Schritte und digitalisieren analoge
Meisterwerke, um sie als NFTs anzubieten: Die Uffizien in Florenz
offerieren ein Werk Michelangelos, das British Museum ein Turner-
Gemälde und das Belvedere in Wien Klimts „Kuss“. Das Magazin
„ArtReview“ bezeichnete NFTs als stärkste Kraft in der Kunstwelt 2021.
Die Highlights bisher waren „Everydays: The First 5000 Days“ (69 Mio.
$) und „Human One“ (28,9 Mio. $) von Mike „Beeple“ Winkelmann, die
NFT-Sammlung Bored Ape Yacht Club mit 10.000 Affen-Avataren
(24,4 Mio. $) und „CryptoPunk 5822“ von Larva Labs (23,7 Mio. $).
NFTs können jedes digitale Format sein: Bilder, Grafiken, Videos,
Audios, Textdateien. Auch für Onlinespiele sind NFTs sehr attraktiv.
Das erste auf NFT basierende Spiel war „CryptoKitties“ im Jahr 2017.
Die NFT-Spiele zeigen, dass NFTs nicht nur fälschungssichere Eigentumszertifikate
sind, sondern auch programmierbar und damit zahlreiche
zusätzliche Funktionen bieten können.
Auf diesem Weg werden NFTs zu Smart Contracts, in welchen
Bedingungen und weitere Informationen an das Objekt gebunden
werden können. Dadurch erweitern sich auch die Anwendungsmöglichkeiten
in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, im
Foto: Robert Becksteiner
98
KOLUMNE
„Das Magazin ‚ArtReview‘
bezeichnete NFTs als
stärkste Kraft in der
Kunstwelt 2021“
Marketing, im Gaming, in der Mode und im Sport. Im Kunstbereich
kann der Künstler seine Werke somit selbst anbieten, ohne auf klassische
Galerien oder sonstige Vermittler angewiesen zu sein.
Was macht den Wert eines bestimmen NFTs aus? Bewertungskriterien,
also Key Performance Indicators (KPIs), für NFTs können
Geschichte, Seltenheit, Nützlichkeit und Greifbarkeit/Realitätsbezug
sein. Der Seltenheitsfaktor spielt eine große Rolle. Er verleiht NFTs
einen gewissen Wert. Wie selten und „schwer zu bekommen“ ein
bestimmtes NFT ist, ist ausschlaggebend für dessen Preis. Auch von
wem, wann und warum ein NFT erstellt wurde, beeinflusst den Wert:
wie zum Beispiel ob es von angesehenen Personen oder Unternehmen
erstellt wurde. Oder das NFT profitiert von einem hohen Besitzhistorie-Wert.
Welche Idee, Memes oder welche Hintergrundinformationen
zu einem Werk gehören, kann das Interesse daran enorm
steigern. Soziale Netzwerke können bei diesen „Stories“ helfen.
NFTs können auch direkt an wirkliche physische Objekte gebunden
sein und werden damit greifbar. Dadurch können beispielsweise
Eigentumsrechte an realen Objekten verwaltet werden. Der Wert
eines solchen Objekts wird durch dessen Praktikabilität, Knappheit
und die persönliche Zufriedenheit bestimmt, die es den Benutzern
bietet. Letztendlich können Sammler mit NFTs wie mit allen klassischen
Sammelobjekten ihre Leidenschaft und Begeisterung ausleben.
Die Zukunft von NFTs
NFTs sind vielfältig und entwickeln sich funktional rasant weiter. Ein
Trend ist die kombinierte Wertschöpfung bei NFTs: Man kauft am
Marktplatz ein NFT und erhält dazu ein physisches Pendant – ein
weiteres Kunstobjekt und einen Gebrauchsgegenstand.
Leben bedeutet Veränderung – dynamische NFTs können sich
auch verändern. Die eigenständige Entwicklung von NFTs ist die
nächste Evolutionsstufe. Bei dynamischen NFTs können sich die
Inhalte verändern. Virtuelle Räume, wie das Metaverse, sind voll von
möglichen Anwendungen für digitale Unikate. Eine Anwendung, die
sich in Entwicklung befindet, ist das Projekt „Emovatar“, welches in
einer App einen persönlichen emotionalen Avatar erstellt. Über die
App können Gefühle und passende Aktivitäten tagebuchartig in einem
personalisierten NFT höchster technischer Sicherheit aufgezeichnet
und für die Ewigkeit erhalten werden. Der Emovatar verändert sein
Äußeres, seine Erscheinung entsprechend der persönlichen Verfassung
und hilft bei der bewussteren Selbstbeobachtung und Selbstregulation.
NFTs sind die Zukunft der digitalen Kunstwelt und eine neue
Wertanlage für Sammler von Unikaten. Wir stehen erst am Beginn.
Allerdings sind NFTs sowohl mit Chancen als auch mit Risiken verbunden.
Daher sollte man nur Geld investieren, das man auch bereit
ist zu verlieren. NFTs werden noch weitere Kreise ziehen und irgendwann
in jeder Form als Kunstwerk oder auch Gebrauchsgegenstand
zu finden sein.
WINTER 2022
99
Mag. Alexander Tischler
Tel. 04248 3002
office@atv-immobilien.at
atv-immobilien.at, @seelage
WOHNTRÄUME AN DEN
SCHÖNSTEN SEEN KÄRNTENS
Für Seeimmobilienbegeisterte haben wir in unserem diskreten Angebot für vorgemerkte Kunden weitere Seeimmobilien HIGHLIGHTS. Wie z.B.
Seevilla am Wörthersee, Seewohnungen am Wörthersee, Seehaus am Ossiacher See, Seegrund am Ossiacher See, Seeliegenschaft am Weißensee
u.s.w.
VELDEN AM WÖRTHERSEE
Erstklassige Sonnenvilla in wunderbarer Ruhe- und Panoramalage naturbelassener Umgebung. 400 m² Wfl., 2.500 m² Grund, Großzügigkeit, edelste
Materialien, großer SPA-Bereich, Tanzraum, beheizbarer Pool und 4x Garage.
HWB 27. KP € 2,2 Mio.
Luxusapartment direkt am Wörthersee
In ruhiger Lage in Dellach am Südufer erwartet Sie diese großzügige 2 (3)
Zimmer Residenz mit edeler Ausstattung und überdachter Seeterrasse
in einer der begehrtesten Positionen. Diese besonder Seeloge ist Teil
des Hermitage Vital Resorts direkt am Golfplatz und am See. Genuss &
Erholung auf höchstem Niveau. HWB 28. KP a.A.
Seejuwel am Ossiacher See
Idyllische Seeliegenschaft, eine der schönsten ihrer Art, mit Platz & Privatsphäre
für die Großfamilie. Elegantes Seehaus im Chaletstil (5 Schlafzimmer),
kleines Gästehäuschen, ein zweigeschossiges Bootshaus und
eigener Badesteg. 2500m2 Seeareal mit Zweitwohnsitzerlaubnis.
HWB i.A. KP. a.A.
Seejuwele – Wörthersee, Ossiacher See, Weißensee
Luxusvillen in ganz Kärnten
Cloud P, Faaker See
Cloud P, Faaker See
Cloud P, Faaker See
Seewohnungen am Faaker See Fertigstellung: Sommer 2023
In wunderbarer Sonnenlage entstehen gerade die zwei exklsuiven Wohnanlagen „Cloud P“ und „The Lakes am Faaker See“, die aufgrund ihrer
erstklassigen Lage und der hochwertigen Bauausführung begeistern. Hier am südlichsten See Österreichs eingebettet in die harmonische Landschaft
nahe Italien und Slowenien, lässt es sich leben. Morgens direkt in den See springen, auf der Seeblickterrasse das Frühstück genießen und dabei
sportliche oder kulinarische Aktivitäten zu planen, sowie am Abend auf der eigenen Seeterrasse den Tag ausklingen lassen… Das ist Wohlgefühl
in Kärnten. Es erwarten Sie topmoderne Residenzen mit Wohnflächen von 50 bis 170 m2 zzgl. großer Seeterrassen mit großen Glasfronten und
wunderbarem Seepanorama. HWB 45. Kaufpreise & Details auf Anfrage.
Sonnenwohnungen am Ossiacher See Fertigstellung: Frühling 2023
In herrlicher See- & Bergpanoramalage mit romantischem Badestrand entstehen die modernen Residenzen „The Lakes am OS“. Die Aktivregion vor
der Türe: Schifahren & Eislaufen, Wasser- & Laufsport, Wandern & Radfahren . Moderne Wohnungen mit 2 - 3 Zimmer zzgl. großen Seeterrassen.
HWB 36. KP ab € 367.000,-
The Lakes, Faaker See
ARCHITEKTUR
Ein Zuhause, in dem man sich wohlfühlt,
schafft Identität. Doch seit Jahren steigen die
Immobilienpreise und die damit verbundenen
Servicekosten stetig – privater Raum ist zum
Luxusgut avanciert
Von Christoph Kulmer
Foto: Cody Boone, SERHANT Studios
102
Das Penthouse im
„Central Park Tower“ in
New York ist die höchste
Privatwohnung der Welt,
sie befindet sich in
430 Meter Höhe
WINTER 2022
103
Die offene Treppe dient nicht nur als Blickfang, sondern
verbindet die drei Etagen des höchsten Penthouse
der Welt im „Central Park Tower“ in New York.
Der Ausblick ist einfach phänomenal
x
Allen Unkenrufen zum Trotz kommt es doch auf die
Größe an. Zumindest wenn es um die eigenen vier
Wände geht. Sind sie doch viel mehr als nur der Ort
an dem man übernachtet. Hier erlebt man Familienzeit,
sie bieten Zuflucht und sind unsere Komfortzone, kurz gesagt
eine Wohlfühloase für Körper, Geist und Seele. Exakt aus diesem
Grund sollte nicht unterschätzt werden, wie essenziell die Möglichkeit
der persönlichen Entfaltung im Zuhause ist, weiß die Architektin und
wohnpsychologische Expertin Elke Reitmayer: „Großzügig geschnittene
Wohnungen bieten ausreichend Platz für Rückzugsmöglichkeiten,
um sich zu entfalten, zu regenerieren und für sich zu sein. Das
hilft ganz ungemein, um Konflikten innerhalb der Wohngemeinschaft
vorzubeugen oder diese zu reduzieren. Das
Zusammenleben wird harmonischer und
sozial interaktiver.“ Einmal im Jahr erfasst
die Statistik Austria die Wohnsituation der
Privathaushalte in Österreich, und diese
Daten zeigen explizit, dass die durchschnittliche
Wohnfläche pro Wohnung in
den letzten 25 Jahren deutlich gestiegen ist.
Hat man 1995 noch auf 87,6 Quadratmetern gewohnt, macht man es
sich 2021 bereits auf 101,5 Quadratmetern gemütlich. Signifikant ist,
dass Bewohnern in der Stadt wesentlich weniger Wohnfläche zur Verfügung
steht als jenen auf dem Land. Ein Spezifikum, das sich so gut
wie in jedem Land beobachten lässt. Denn je weniger Platz, desto
teurer wird der Wohnraum, und der Trend zeigt so ziemlich überall
nach oben. Als 2020 die Corona-Pandemie Fahrt aufnahm, hatte es
den Anschein, als würden die Menschen aus den Städten in die Peripherie
flüchten. Das deutsche Zukunftsinstitut erklärt das so: „Tatsächlich
gewann das Land als Lebensraum in Zeiten der Lockdowns
enorm an Attraktivität. Nicht ohne Grund werden Städte häufig als
Erstes zu Krisengebieten erklärt: Die hohe physische und soziale
Fotos: Evan Joseph, Maxwell-Baynes Real Estate, affiliate of Christie’s International Real Estate
104
ARCHITEKTUR
h
Ein 35 Meter langer und zehn Meter breiter Außenpool
liegt dem Schloss im Südwesten Frankreichs zu Füßen
k
Das Château wird mit Kronleuchtern aus Baccarat- und
Muranokristall elegant beleuchtet
Wellness für Genießer: mit Innenpool, Massageraum,
Sauna, Hamam und einem Jacuzzi
x
WINTER 2022
105
ARCHITEKTUR
h
Die „Villa Otto“ in Los Flamingos befindet sich auf einem
großen, erhöhten Frontline-Golf-Grundstück und besticht
mit einem atemberaubenden Blick auf das Mittelmeer
Dichte macht Städte vulnerabel und krisenanfällig.“ Aber laut den
Spezialisten sind urbane Zentren weiterhin Magneten für kreative
Köpfe, sie nennen Pull-Faktoren wie einen differenzierten Arbeitsmarkt,
das individuelle Freiheitsversprechen, aber auch den Reiz kultureller
und sozialer Diversität. Also, keine Entwarnung in Sicht,
Wohnen ist und bleibt in Städten ein Luxusgut.
Deshalb überrascht es kaum, dass das dicht besiedelte Hongkong
mit astronomischen Preisen von durchschnittlich über 30.000 Dollar
pro Quadratmeter an der Spitze liegt, gefolgt von Singapur, Seoul und
New York. Die Stadt an der Ostküste der USA ist ohnehin berühmt für
kuriose Superlative. So ist das Stammhaus der Warenhauskette
„Macy’s“ am Herald Square mit etwa 198.000 Quadratmetern das
größte seiner Zunft, das Musical „Phantom der Oper“ wird seit Jänner
1988 am Broadway durchgehend ohne Pause aufgeführt, die U-Bahn
zählt nicht nur zu den ältesten, sondern mit über 337 Streckenkilometern
auch zu den längsten der Welt – um nur einige zu nennen.
Aber am berühmtesten ist der Big Apple wahrscheinlich für die beeindruckende
Skyline, wo sich ein Wolkenkratzer an den nächsten reiht
und sich in den unzähligen Glasfassaden Himmel und Trubel der
Großstadt widerspiegeln. Inmitten all dieser Extreme ragt der höchste
Wohnturm der Welt 472,4 Meter empor und beherbergt nicht nur das
höchste, sondern auch das teuerste Apartment New Yorks. 250 Millionen
Dollar sollte man auf der hohen Kante haben, wenn man in
430 Meter Höhe, auf 1.600 Quadratmetern, die sich über drei Ebenen
erstrecken, residieren möchte. On top kann dieses Penthouse noch
mit der höchsten privaten Terrasse der Welt, sieben Schlafzimmern,
acht Bädern, zwei Küchen und sogar einem eigenen Ballsaal prahlen.
Zweifellos, bei Eigenheimen dieser Größe handelt es sich um keine
Stangenware, sondern um handverlesene Raritäten.
Auch in Dubai wird definitiv nicht gekleckert, sondern geklotzt.
Dabei scheint es nicht mehr zu genügen, nur einen Tower nach dem
anderen aus dem Boden zu stampfen. 2001 wurde begonnen, eine
von ursprünglich drei geplanten künstlichen Inseln in Form einer
Palme anzulegen. Damit hat man global nicht nur für staunende
Blicke, sondern auch für Kopfschütteln gesorgt. Fertiggestellt wurde
bislang nur „The Palm, Jumeirah“, für die schätzungsweise 200 Millionen
Kubikmeter Sand und Steine zum Einsatz kamen. Sie ist 560
Hektar groß und besteht aus einem etwa vier Kilometer langen und
Fotos: Marschall Immobilien
106 WINTER 2022
EXKLUSIVE
EIGENTUMSWOHNUNGEN
im repräsentativen Ambiente eines
historischen Schlossparks in 1190 Wien.
www.schlossparkfreihof.at
Ein Projekt von
Exklusivvermarktung
108
ARCHITEKTUR
600 Meter breiten „Stamm“ sowie insgesamt 16 „Palmwedeln“ und ist
umgeben von einem Wellenbrecher, der vor Sturmfluten schützen
soll. Auf diesem futuristischen Eiland entsteht im Moment ein neues
Hideaway der Gruppe „Six Senses“. Geschickt kombiniert es ein
Luxushotel mit privaten Residenzen. Besonders beeindruckend und
an Komfort nur schwer zu überbieten, präsentieren sich die neun
„Signature Villas“ mit direktem Strandzugang und einer Wohnfläche
von jeweils 2.370 Quadratmetern.
Mit architektonischen Glanzstücken punkten kann auch Tel Aviv,
eine der weltoffensten Metropolen überhaupt. Das 1.500 Quadratmeter
große Penthouse in den „The Jaffa Residences“ wurde vom
berühmten Architekten Pitsou Kedem entworfen und zieht nicht nur
mit einem malerischen Blick auf das Mittelmeer in den Bann, sondern
auch mit einem 1.000 Quadratmeter großen Landschaftsgarten
auf dem Dach. Im Inneren wurde mit intimen Räumen ein besonders
harmonisches Wohnambiente kreiert. Um die Verbindung von Tradition
und Moderne zu betonen, wofür Tel Aviv bekannt ist, haben die
Designer mediterrane Steine und Marmor ausgewählt und mit hellen
Holzböden kombiniert. So exquisit wie die Ausstattung ist auch der
Preis. Zu haben ist dieses noble Penthouse für 65 Millionen Dollar.
Über ausreichend Platz verfügt auch ein atemberaubendes
Schloss in der Dordogne im Südwesten Frankreichs. Das Château
bietet majestätische Eleganz und puren Luxus mit seiner beeindruckenden
klassisch-neugotischen, hochdekorativen Architektur. Man
betritt das Anwesen durch ein schmiedeeisernes Tor mit einem goldenen
Wappen und gelangt über eine von Bäumen gesäumte Allee
im Park zum Ehrenhof. Den neuen Schlossbesitzern stehen auf insgesamt
1.760 Quadratmeter Wohnfläche etliche elegante und helle
Empfangsräume zur Verfügung. Darunter zwei Speisesäle, ein
Hauptsalon mit Blick auf den Pool, ein Musikzimmer sowie eine
h
Vom hellen Wohnzimmer im Penthouse der „The
Jaffa Residences“ hat man einen gigantischen
Blick auf die Skyline von Tel Aviv
Fotos: Photo by Amit Giron | Israel Sotheby’s International Realty
k
Über die stilvolle Wendeltreppe erreicht
man den über 1.000 Quadratmeter großen
Landschaftsgarten auf dem Dach
v
Die Architektur ist eine gelungene Symbiose
aus Tradition und zeitgemäßer Moderne
WINTER 2022
109
ARCHITEKTUR
h
Die neun „Signature Villas“ der „Six Senses
Residences“ in Dubai bieten entspannte
Privatsphäre mit dem Luxus eines direkten
Strandzugangs
x
Auf 2.370 Quadratmetern residiert man großzügig.
Bodentiefe Fensterfronten sorgen für ein helles
und modernes Ambiente
großzügige Master-Suite. Repräsentativ, wie es sich für eine Immobilie
der Königsklasse gehört, funkeln Kronleuchter von Baccarat und
Muranokristall um die Wette, und Designermobiliar von Fendi und
Jean Paul Gaultier sorgt für ein bequemes Wohlfühlambiente. Ein
beleuchteter Tennisplatz, ein Hubschrauberlandeplatz und ein 1,5
Hektar großer See runden das Ensemble ab.
Wesentlich moderner, aber ähnlich prächtig zeigt sich die „Villa
Otto“ im paradiesischen Ort Los Flamingos in Marbella. Entworfen
wurde die Luxusvilla mit der stattlichen Wohnfläche von 2.470 Quadratmetern
vom renommierten Architekturbüro Tobal Arquitectos.
Auf spektakuläre Art und Weise haben die kreativen Genies eine
klassische spanische Finca im futuristisch-modernen Stil realisiert.
Rückzugsmöglichkeiten gibt es bei zwölf Schlafzimmern und ebenso
vielen Bädern mehr als genug.
Wenn man sich am internationalen Immobilienmarkt umschaut,
erkennt man schnell, ein Quäntchen luxuriöser und pompöser geht
immer. Dem menschlichen Größenwahn sind, so scheint es, keinerlei
Grenzen gesetzt. Aber die Expertin Elke Reitmayer warnt, dies seinicht
immer zuträglich für unser Wohlbefinden, und präzisiert,
warum: „ Nicht nur im Sinne der Nachhaltigkeit wäre eine Reduktion
der Wohnfläche empfehlenswert, auch aus psychologischer Sicht ist
eine unbelebte Fläche, die sich präsentiert wie ein Stillleben, zu vermeiden.
Problematisch werden große Räume, wenn man sich in
ihnen verliert. Eine Wohnung wird erst dann zu einem Zuhause,
wenn man sich die Räume zu eigen macht. Kann das nicht geschehen,
ist die übrig gebliebene Fläche wie eine leere Leinwand, die darauf
wartet, dass ihr Leben eingehaucht wird.“
p
Fotos: Christie’s International Real Estate Dubai
110 WINTER 2022
ADVERTORIAL
BELEUCHTETE
Emotionen
Im brandneuen WienLicht Flagship Store erwarten
Sie auf 500 m 2 strahlende Meisterwerke von
Artemide, Bocci, Bomma, Davide Groppi, Flos, Kreon,
Lasvit, Occhio, Qlocktwo, Vibia und viele mehr
Der neue WienLicht Flagship Store
bringt das Herz der Wiener
Innenstadt zum Strahlen
Mitten im ersten Bezirk hat die Zukunft der Beleuchtung begonnen.
Durch die Occhio Gallery by WienLicht betritt man ein neues Zeitalter
des Lichts. Eine sinnliche Erlebniswelt, die zeigt, wie man Licht
in Emotionen verwandelt. Erleben Sie unter anderem die modernste
Occhio Gallery Österreichs. Ein einzigartiger Ort, der zum Verweilen
einlädt und innovative Beleuchtungskonzepte und außergewöhnliche
Ideen aus Technik und Design in einem beeindruckenden
Ambiente präsentiert. Der neue WienLicht Flagship Store in der
Vorlaufstraße 1 ist alles – nur kein klassisches Beleuchtungsgeschäft.
GEPLANTES LICHT IN PERFEKTION
Wir alle schalten Licht ein. Täglich. Selbstverständlich. Licht schafft
Behaglichkeit. Licht gibt Sicherheit. Aber ist Licht ästhetisch? Diese
Frage lässt sich nunmehr ganz neu beantworten. Die WienLicht
Lichtexperten erschaffen aus Ihren Räumlichkeiten Inseln des Lichts.
Einbau. Aufbau. Abhängung. Ganz neue Möglichkeiten, ganz neue
Konzepte, perfekte Lichtstimmungen und Lichtstärken für jeden
Anlass. Diese ästhetische Harmonie mit Ihrer Raumumgebung macht
das von WienLicht geplante Licht in Perfektion zu mehr als einfach
nur Beleuchtung. WienLicht lässt Licht mit Ihren Räumlichkeiten
verschmelzen. Egal ob zu Hause, Büros, Gastronomie oder Hotellerie.
Licht als Teil Ihres Raumkonzepts und Interior Designs. Licht schafft
Funktion und Ästhetik. Licht neu gedacht. Licht neu verwendet.
Geplantes Licht in Perfektion.
112 WINTER 2022
ADVERTORIAL
LICHT ALS ETWAS GANZ BESONDERES
WienLicht MANUFAKTUR
Emotionen entstehen nicht einfach. Sie kommen ans Licht: Daher
bietet WienLicht für design- und lichtverliebte Kunden Speziallösungen
im Rahmen der WienLicht Manufaktur, ein Konzept für besonders
anspruchsvolle und nach Individualität suchende Persönlichkeiten.
Das Know-how dafür liefern die Lichtexperten vor Ort, in
ständiger Zusammenarbeit und in ständigem Austausch mit den
besten Beleuchtungsmanufakturen Europas. Somit ist es möglich, für
kreative Wohnsituationen, Büros, Shops, Lokale und Hotelbetriebe
einzigartige Lichtlösungen zu schaffen. Entdecken Sie bei WienLicht
die schönsten Lichter der Stadt. Mundgeblasene Gläser und Lichtlösungen
kreativer Handwerkskunst finden sich im Rahmen der
Manufaktur.
Das WienLicht Konzept impliziert auch eine neue Art der Darstellung
im Schauraum. Die Kunden sollen die einzigartige Möglichkeit
haben, mit den Produkten vor Ort auf Tuchfühlung zu gehen
und durch die Optik und Haptik von Leuchten bereits vorab ein
Gespür für Material und Wertigkeit zu bekommen. Oberflächenstruktur
und -farbe oder Größe der Leuchte sind nach Wunsch individuell
anpassbar und fertigbar. Lichtplanung als Erlebnis für die
Sinne. Licht schafft Emotion und Ambiente. Licht als etwas ganz
Besonderes. Die WienLicht Manufaktur.
Das WienLicht Team freut sich, mit Ihnen diese Reise durch die
neugestalteten Lichtwelten auf 500 m² antreten zu dürfen. Besuchen
Sie den Schauraum und erleben Sie die langjährige Erfahrung der
sympathischen und charmanten Lichtplanungsprofis. Denn Wien-
Licht kann Glück in Lumen messen.
WienLicht
Emotionen. Beleuchten.
1010 Wien I Vorlaufstraße 1
wienlicht.at
WINTER 2022
113
TheBig9
Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: © Huger
114
WINTER 2022
ARCHITEKTUR
Ob nun Chalet in den
Bergen, Prachtvilla
am Stadtrand oder
futuristisches Penthouse
in der City – in den eigenen
vier Wänden soll jeder
Bewohner den Luxus leben
können, er selbst zu sein.
AURUM 999,9 hat sich nach
Immobilien umgesehen, die
mit großzügigen Wohnflächen
Raum dafür schaffen
KAISERLICHE RESIDENZ
Anif | 5081 Salzburg
Wohnnutzfläche: 1.540 m2
Baujahr: 19. Jahrhundert, restauriert in
den 1990er-Jahren
Highlights: Wellnessbereich mit Indoor-Pool,
Hamam, Sauna und Fitnesscenter,
Marmorböden, Nebengebäude mit 175 m2
muhr-immobilien.com
115
ARCHITEKTUR
hk
PENTHOUSE-TRAUM
Nähe Stadtpark | 1010 Wien
Wohnfläche: 329 m2
Baujahr: 2018
Highlights: Aufzug direkt in die Wohnung,
Decken- und Wandheizung, wunderschöne
Terrasse mit eigenem Outdoor-Pool,
Weinkeller mit Degustationsraum
marschall.at
vx
TELEGRAPH YARDS
Zollergasse | 1070 Wien
Wohnfläche: 475 m2
Baujahr: 1909, kernsaniert 2021
Highlights: Prächtige Räume mit bis zu fünf
Meter hohen Fenstern, Galerie, um die Wohnfläche
zu vergrößern und eine offene Atmosphäre
zu schaffen, Concierge-Service
sangreal-properties.at
Fotos: Sangreal Properties, FINDMYHOME.MEDIA
116 WINTER 2022
www.strasser-steine.at
ES GIBT
NUR
EIN
ORIGINAL
Ein Fels in der Brandung, der alle kulinarischen Stücke spielt.
Eine Liebeserklärung unserer Steinmetze an den Naturstein.
Ein einzigartiger Meilenstein in Ihrer Küche – made in Austria.
Das ist ST-ONE von Strasser.
ST-ONE Unit XL 500
Moraine, Leather Look
by
ARCHITEKTUR
hk
ARCHITEKTENVILLA
Steyr | 4407 Oberösterreich
Wohnfläche: 426 m2
Baujahr: 2016
Highlights: Mediterrane
Gestaltung mit Salzwasserpool,
Photovoltaikanlage,
drei offene Kamine,
bestückt mit etwa 35.000
vitalisierenden Berg kristallen
aus Brasilien, Weinkeller,
Heimkino, Wellnessoase
kitzimmo.at
v
HIDEAWAY IN MITTERSILL
Mittersill | 5730 Salzburg
Wohnfläche: 450 m2
Baujahr: 2013
Highlights: Repräsentativer, 115 Quadratmeter
großer Wohn- und Essbereich,
Tiefgarage mit Platz für bis zu acht
Fahrzeugen, Schwimmteich, Pergola
mit Jacuzzi, Outdoor-Küche
ferstl-immo.com
Fotos: KITZIMMO – Real Estate – OG, Ferstl Immobilien GmbH
118 WINTER 2022
Unverbindliche Visualisierung
Das TRIFORÊT alpin.resort
Ihre alpine Ferienimmobilie
als nachhaltige Kapitalanlage
Ein Projekt der
Ein exklusives 4-Sterne-Superior-Hotel mit 41 Apartments und 20 Lodges
in den österreichischen Alpen. Strahlkräftige Statement-Architektur, Spitzenservices
und atemberaubende Natur. Investieren Sie in ein wertstabiles und
inflationsgeschütztes Renditemodell.
www.triforet-invest.com
ARCHITEKTUR
vc
CHALET TRAVERTIN
Reith bei Kitzbühel | 6370 Tirol
Wohnfläche: 418 m2
Baujahr: 2022
Highlights: Bodentiefe Glasfronten sorgen für ein
helles und gemütliches Ambiente, Panoramablick
auf den Wilden Kaiser, Home-Cinema, Weinkeller,
privates Fitnessstudio und ein moderner Wellnessbereich
laden zum Entspannen ein
prime-properties-group.com
jk
IMPERIAL GARDEN &
GOLDEN DAHLIA
Parkring | 1010 Wien
Wohnfläche: 1.132 m2
Baujahr: 19. Jahrhundert, restauriert 2022
Highlights: Die gesamte Beletage
des Palais, Raumhöhen von
bis zu 5,40 Metern, Zugang zu den
Services des Fünf-Sterne-Luxushotels
„Almanac Vienna“, großzügige
Freiflächen, Concierge-Service
living-deluxe.com
Fotos: Jamie McGregor Smith & Anna Fichtner, Staterooms: © WSF Group
120 WINTER 2022
WIR KAUFEN IHRE
LIEGENSCHAFT
UND SCHAFFEN
BLEIBENDE WERTE
Als Wohnbauträger und Zinshausentwickler
sind wir stets auf der Suche nach Liegenschaften
mit Potenzial – vorwiegend in Wien und Umgebung,
aber auch in Landeshauptstädten.
Auch wenn Sie bereits ein Angebot erhalten haben,
kontaktieren Sie uns für ein verbindliches Gegenangebot!
WINEGG REALITÄTEN GMBH / ANKAUF@WINEGG.AT / T +43 1 907 61 78
WINEGG.AT
ARCHITEKTUR
xk
CHALET INFINITY
Reith bei Kitzbühel | 6370 Tirol
Wohnfläche: 480 m2
Baujahr: 2018
Highlights: Hochwertiges
Beleuchtungskonzept,
Antikholzböden,
moderne Haustechnik,
Wellnessbereich mit Outdoor-
Pool und Fitness
cumlaudeimmobilia.com
k
IM GROSSEN STIL
Klagenfurt | 9201 Kärnten
Wohnfläche: 240 m2
Baujahr: 1903, renoviert 2012
Highlights: Tradition trifft
Moderne – 2012 um ein Apartmenthaus
erweitert, Villa
ehemals erbaut für Siegfried
Purtscher (Vorstand der
Österreichisch-Ungarischen
Notenbank), Wohnung
mit drei Terrassen,
Schlafzimmer mit herrlichem
Seeblick
atv-immobilien.at
Fotos: Gerhard Groger Photography, ATV Immobilien GmbH
122 WINTER 2022
NEU
CLOU XTRA BACK
HOLZ
PERFECT MATCH!
Heizen & BACKEN!
BACKEN & HEIZEN, -
dieses All-in-One Paket ist bestimmt
ganz nach Ihren Wünschen!
Bei unseren Kaminöfen wird
UNABHÄNGIGKEIT GROSS
geschrieben und Energie besonders
vielseitig und sparsam verwendet!
Noch mehr PERFECT MATCH
Kandidaten auf www.austroflamm.com
www.austroflamm.com
ARCHITEKTUR | PORTRAIT
„ICH BIN CHRONISCH
NEUGIERIG“
Seit mehr als 25 Jahren prägen die architektonischen Glanzstücke der JP Immobilien
Gruppe mit hohem Designanspruch und Funktionalität das Wiener Stadtbild.
Ein Porträt über Gründungspartner und Geschäftsführer Daniel Jelitzka
Von Reinhard Neussner
v
Die spektakuläre Fassade des Projekts „No10“ in der
Renngasse fügt sich harmonisch in das Altbau-
Ensemble der Wiener Innenstadt
Daniel Jelitzka gründete 1996 zusammen mit
seinem Geschäftspartner Reza Akhavan die
JP Immobilien Gruppe
x
„Nach der Matura hatte ich die Möglichkeit, in
New York bei einer Handelsfirma zu arbeiten.
Wie in New York üblich, war die Wohnung,
die ich bezogen habe, extrem teuer. Sie kostete
1.400 Dollar im Monat, wobei ich als
Volontär nur ungefähr 900 verdiente. Kurze
Zeit später hat mich zufällig ein Freund angerufen
und mir erzählt, dass ein Bekannter
seiner Schwester einen Monat Urlaub in
Amerika machen möchte, eine Wohnung
suchen und dafür natürlich auch bezahlen
würde. Als dieser schlussendlich ankam,
sagte er zu mir, er wüsste, New York sei sehr
teuer, und ob ich mit 1.500 Dollar einverstanden
wäre. Da dachte ich mir, das ist ein
super Geschäftsmodell.“ Überraschenderweise
handelt es sich hierbei nicht um die
Anekdote von einem der Airbnb-Gründer
Brian Chesky, Joe Gebbia oder Nathan
Blecharczyk aus dem Silicon Valley, sondern
um das Schlüsselerlebnis der bemerkenswerten
Karriere des Immobilien-Pioniers
Daniel Jelitzka. Wieder in Österreich, hat der
gebürtige Steirer Anfang der 90er-Jahre
Rechtswissenschaften studiert und nach dem
Abschluss die Zusatzausbildung Immobilien-
ökonomie in Frankfurt an der European
Business School absolviert. Schon nach dem
zweiten Tag war er sich sicher, das ist das
Richtige, und bezeichnet diese Entscheidung
bis heute als eine seiner besten überhaupt.
Betrachtet man seinen weiteren Werdegang,
war es definitiv nicht der einzige kluge
Schachzug in seinem Leben. Denn heute
beschäftigt er mit der JP Immobilien Gruppe
etwa 60 Mitarbeiter, sie entwickeln mindestens
20 Wohnobjekte parallel, kaufen jährlich
20 bis 25 neue Zinshäuser und sind mittlerweile
auch ein Big Player bei der Realisierung
von Hotelprojekten. Grundsätzlich basiert
das Unternehmen auf fünf Kernsäulen, wie
der Firmengründer erläutert: „Wir besitzen
ein umfangreiches Zinshausportfolio, zudem
verwirklichen wir als Bauträger 300 bis 400
neue Wohnungen im Jahr, haben eine der
größten Maklerabteilungen des Landes, entwickeln
Hotels in ganz Europa und sind
beteiligt an einer Hausverwaltung, die über
eine Million Quadratmeter betreut.“ Für den
Unternehmer haben alle Bereiche denselben
Stellenwert, aber je nachdem, wie sich der
Markt entwickelt, kann das eine oder das
andere stärker forciert werden. So geschehen
im Bereich Hospitality. Aufgrund von Reisebeschränkungen
und anderen Covid-19-Maßnahmen
war der Hotelsektor stark in Mitleidenschaft
gezogen, viele Objekte waren
dadurch günstig zu haben. Eine Tatsache, die
genutzt wurde. Im Moment entstehen zu
den 13 Hotels, die das Unternehmen besitzt
– zwei davon führt es selbst –, neue Häuser in
Rotterdam, Triest, Madonna di Campiglio,
Kitzbühel, aber auch auf Mallorca und Paros.
Zahlen und Fakten, die eine wirklich
beeindruckende Erfolgsgeschichte belegen.
Ihren Ursprung hat sie vor mehr als 25 Jahren
in einer Freundschaft. Zusammen mit
Reza Akhavan hat Daniel Jelitzka im Herbst
1996 die JP Immobilien Gruppe gegründet,
gemeinsam haben sie, als erstes Projekt, ein
Fotos: JP Immobilien Gruppe
124 WINTER 2022
LIVINGDIVANI.IT +39 031 630954
EXTRASOFT
PIERO LISSONI
SCHLEIFMÜHLGASSE 13, 1040 WIEN
T. 43 1 236 31 31, MOODWIEN.AT
ARCHITEKTUR | PORTRAIT
v
Wohlfühlambiente mit
einem gigantischen
360-Grad-Blick
über die Wiener City.
Damit beeindruckt das
Penthouse im Palais
Principe
c
Ein Penthouse, das keine
Wünsche offenlässt:
große Fensterfronten,
520 Quadratmeter
Nutzfläche und ein
privates Spa veredeln
das Innere
Zinshaus gekauft. Und dieses Objekt hatte
für die zwei Senkrechtstarter einige Überraschungen
parat, wie Jelitzka sich erinnert:
„Eigentlich wollten wir nur das Dachgeschoß
ausbauen. Wir sind mit den Plänen der
Immobilie zum Architekten, waren aber von
einer Idee, was entstehen soll, weit weg. Wir
sagten ihm, er sollte es so planen wie für sich
selbst. Nach einer Woche hat er uns angerufen
und gefragt, was wir mit der Fläche im
Hof machen wollen, die man ebenfalls bebauen
kann. Jung und unerfahren wie wir waren,
hatten wir das überhaupt nicht am Radar. Wir
hatten Glück bei diesem Kauf, er war dann
auch die Basis für unsere Folgegeschäfte.“
Seitdem hat sich der Markt in vielerlei Hinsicht
verändert. Er ist nicht nur um einiges
professioneller geworden, wie der Immobilien-Insider
weiß, sondern auch das Umweltbewusstsein
ist gestiegen. „Green Shift ist
auch für die Konsumenten wichtig geworden.
Sie betrachten es als relevant, dass die Immobilie,
die sie erwerben, einen möglichst geringen
CO2-Abdruck hat. Auch viele Investoren
kaufen nur mehr, wenn es diesen Reglements
entspricht.“ So überrascht es nicht, dass gerade
in Zeiten der Klimakrise und steigenden
Energiekosten Technologien wie Geothermie,
also Erdwärme, oder Photovoltaik, aber auch
Luftwärmepumpen immer mehr an Bedeutung
gewinnen. Weitere wichtige Faktoren
beim Kauf einer Immobilie sind separat
begehbare Zimmer, Freiflächen, helle Räume
und eine zentrale Lage. Erfreulicherweise
wächst auch der architektonische Anspruch.
Daniel Jelitzka ist froh darüber, dass „Schuhschachtelprojekte“,
wie er sie selbst nennt,
immer weniger Absatz finden, und merkt an,
dass man bereits mit nur drei Prozent Mehrkosten
überproportional bessere Qualität
schaffen kann. Diese Prämisse hält er natürlich
auch bei den eigenen Projekten hoch.
Strahlende Glanzstücke, die mit der historischen
Architektur der Wiener Innenstadt
eine wunderbare Symbiose ergeben, sind
Highlights wie das „No10“ in der Renngasse
oder das „Kayser“ am Franz-Josefs-Kai. Beide
begeistern ihre aktuellen und künftigen
Bewohner mit zeitlosem Design und praktischen
Amenities wie einem Doorman.
Annehmlichkeiten wie diese werden von der
Käuferklientel im ersten Bezirk sehr
geschätzt, weiß Jelitzka: „Das ist einfach ein
großes Thema. Die Menschen wollen eine
direkte Ansprache, zusätzliche Services, und
natürlich bietet es auch mehr Sicherheit.“
Aber sein aktuelles Lieblingsprojekt ist das
„The Hoxton“ am Rudolf-Sallinger-Platz 1 im
dritten Wiener Gemeindebezirk. Dort soll bis
Herbst 2023, nach eigener Aussage, eines der
„lässigsten Hotels in Wien“ entstehen. 220
Zimmer werden kombiniert mit einem Club
im Keller, einer Sandwichbar im Erdgeschoß,
Meetingräumen, die den gemütlichen
Namen „Apartment“ tragen, und einem
Auditorium mit Galerie für Partys, Konzerte
und diverse Kunst- und Kulturveranstaltungen.
Eingebettet wird das geschickt in die
vorhandene denkmalgeschützte Struktur:
„Wir haben das bei den Umbauten, insbesondere
innen, implementiert. Zum Beispiel
greifen wir mit original Haerdtl-Stühlen oder
Stücken von Carl Auböck das Thema der
1930er-Jahre voll auf.“ Auch privat schätzt er
die Verbindung aus Tradition und Moderne.
So wohnt er in einem Penthouse, realisiert
auf einem wunderschönen Altbau.
126 WINTER 2022
ARCHITEKTUR | PORTRAIT
schen, der beruflich so viel gesehen hat, noch
begeistern kann, antwortet er schmunzelnd:
„Ich bin chronisch neugierig. Mich interessieren
einfach Dinge.“ So steht er jeden Morgen
mit der freudigen Erwartung auf: „Was passiert
heute wieder – aber im positiven Sinn.“
Meistens beginnen die Tage mit Sport. Dreimal
in der Woche spielt er um sieben Uhr
morgens Tennis, und mindestens einmal in
der Woche steht Joggen oder Radfahren auf
dem Trainingsplan, spätestens um 8.45 Uhr
sitzt er im Büro. Zweifellos ein straffer Zeitplan.
Energie dafür geben ihm seine Familie,
allen voran seine Frau und die drei Söhne,
Freunde und auch die Kunst. Seit vielen Jahren
ist er ein begeisterter Sammler zeitgenössischer
Fotografie, mit Schwerpunkt Wiener
Aktionismus und amerikanische Klassiker
nach 1945. „Ich sage immer, eine gute Fotografie
ist wie ein Film. Man sieht sie sich an
und beginnt nachzudenken, was könnte vorv
Eine neue Landmark
am Franz-Josefs-Kai.
Die Residenzen
„Kayser“ überzeugen
als Rückzugsort mit
urbanem Flair
vv
Ab Herbst 2023 wird
dieses Stiegenhaus im
Stil der 1930er-Jahre
wiederbelebt. Dann
eröffnet am Rudolf-
Sallinger-Platz 1 das
erste „The Hoxton“-
Hotel in Wien
Aber wo Licht ist, ist auch Schatten, und wie
fast überall, kämpft auch die Immobilienbranche
aktuell mit einigen Herausforderungen.
Laut Daniel Jelitzka musste man früher
eine Gleichung mit zwei Variablen lösen:
„Wie hoch sind die Baukosten, und bekomme
ich den nötigen Preis.“ Heute sieht die Situation
wahrlich anders aus, und man ist mit
vielen Unbekannten gleichzeitig konfrontiert:
„Veränderung der Rendite-Erwartungen von
Investoren, Zins- und Inflationsentwicklung,
höhere Baukosten, natürlich auch die steigenden
Lebenserhaltungskosten und nicht zu
vergessen der bestehende Ukraine-Konflikt
mit der damit einhergehenden Ressourcenverknappung.
Alles recht komplex momentan,
aber das macht es auch spannend.“ Und das
ist nicht nur eine lapidar formulierte Floskel,
denn der Selfmademan ist in seinem engsten
Umfeld für seine positive Einstellung
bekannt. Auf die Frage, wie man einen Menher
passiert sein und was kommt danach? Sie
haben so viel Leben und auch Verborgenes in
sich, immer wieder entdeckt man neue Handlungsstränge.“
Dabei sieht Daniel Jelitzka
durchaus Gemeinsamkeiten zwischen dem
Kunst- und dem Immobiliensektor: „Der
Immobilienmarkt ist wesentlich transparenter
als der Kunstmarkt, aber beide emotionalisieren.
Und wenn man das Richtige kauft,
stellt es bei beiden eine hohe Beständigkeit
und einen guten Wert dar.“ Auch sein
Geschäftspartner Reza Akhavan ist ein großer
Kunstfan, in die Quere kommen sie sich aber
nicht, denn dieser bevorzugt eher zeitgenössische
darstellende Kunst. 2022 mündete die
gemeinsame Passion schlussendlich in die
Beteiligung an der Kunstmesse „Vienna
Contemporary“. Ein wunderbar kreativer
Melting-Pot, wo man Werke zu Gesicht
bekommt, die man unter Umständen sonst
nicht finden würde. Es werden Künstler in
den Fokus gerückt, die vielleicht keine Bühne
hätten, um sich zu präsentieren. Und genau
das findet Daniel Jelitzka ungemein elektrisierend:
„Kunst polarisiert und regt an,
Gespräche darüber zu führen. Menschen
brauchen Kunst, ist sie doch auch ein Gradmesser
für gesellschaftliche Entwicklung.“
Und wie sollte es anders sein, auch bei unserer
letzten Frage, bei der unsere Gesprächspartner
frei und ohne Barrieren denken sollen,
rückt Daniel Jelitzka den Kunstaspekt in den
Fokus. Mit der passenden Immobilie würde er
gerne einen Ort der Begegnung schaffen,
irgendwo rund um die Schleifmühlgasse, das
Horten-Museum oder das Museumsquartier.
Einen Platz, wo sich Kunstsammler, Kunstsachverständige,
Kunstschaffende und Kunstinteressierte
zum Austausch treffen, mit Ausstellungsflächen,
Storagemöglichkeiten und
Wohnungen für Künstler. Daniel Jelitzka fügt
noch hinzu: „Das wäre mein Traum, der
perfekte Spagat zwischen unserem Geschäft
und unserer privaten Leidenschaft.“ p
128 WINTER 2022
ADVERTORIAL
Handwerkskunst
AUS DER BETTENMANUFAKTUR
Seit 1924 fertigt Sleepeezee seine Betten als einer der ersten Hersteller
von Federkernmatratzen. Noch heute werden die Betten in Rochester,
Kent von erfahrenen Mitarbeitern unter Verwendung der besten
natürlichen Materialien hergestellt. Nur so kann der einmalige Schlafkomfort
garantiert werden. Die seit 1985 gewährte Auszeichnung von
HRH The Prince of Wales unterstreicht die herausragende Qualität der
handgefertigten Betten. In unserem Schauraum in Wien zeigen wir
stets eine große Auswahl, besuchen Sie uns – wir freuen uns auf Sie!
Rooms Classic Interior
Siebensterngasse 2, 1070 Wien
+43 1 522 10 48
office@rooms-classic.com
Im Gegensatz zu einem traditionellen Museum,
das Fragmente aus der Vergangenheit zeigt, ist das
Museum of the Future in Dubai ein Portal in die
Zukunft. So speziell wie die Exponate, präsentiert
sich auch das ikonische Bauwerk selbst
Von Christoph Kulmer
Fotos: The Museum of the Future
130 WINTER 2022
Auf einem grünen Plateau mit
Ghaf-, Sidr- und Akazienbäumen
sowie Palmen thront das Museum
of the Future in Dubai
ARCHITEKTUR | HIGHLIGHT
v
Die weiße Wendeltreppe ist ein
unübersehbares Designelement
mitten in der Lobby und prägt
somit den gesamten
Eingangsbereich
131
hh
Auf kunstvolle Art und Weise
dringt Licht durch die mit
arabischen Kalligrafien
verzierte Fassade in das Innere
hj
In einem modernen Auditorium
können Wissenschaftler aus aller
Welt ihre neuesten Erkenntnisse
präsentieren
h
Nichts soll von den Exponaten
aus der Zukunft ablenken:
Zurückhaltendes Weiß dominiert
in den Innenräumen
Neugierde auf die Welt von
morgen scheint tief in uns
Menschen verankert zu
sein. Bereits vor Jahrtausenden
hat man versucht, durch ein Orakel in
die Zukunft zu blicken, bis heute hat uns
diese Faszination nicht losgelassen. Ganz
ohne Hokuspokus kann man im Museum of
the Future in Dubai seit 22. Februar 2022 in
ebenjene eintauchen. Geht es nach den
Kuratoren, beherrschen unseren Alltag 2071
virtuelle und erweiterte Realität, Big-Data-
Analysen, künstliche Intelligenz und die
Interaktion zwischen Mensch und Maschine.
Zugegeben, das mag anfangs einschüchtern,
aber umso wichtiger ist es, sich mit diesen
Themen zu beschäftigen. Denn eines sei
gesagt, es ist unmöglich, den Fortschritt aufzuhalten,
aber wir können die Chance ergreifen
und die Zukunft mitgestalten. Raum für
Raum werden die neuesten wissenschaftlichen
Entdeckungen vorgestellt, spannende
Exponate, die Antworten auf Fragen zur
Zukunft der Menschen, Städte, Gesellschaften
und des Lebens auf der Erde geben sollen.
Ebenso futuristisch, in Form eines menschlichen
Auges, präsentiert sich das Gebäude
selbst. Die elliptische Leere in der Mitte steht
für das Unbekannte und somit für die vielen
großen und kleinen Geheimnisse, die es noch
zu entdecken gibt. Entworfen wurde das
77 Meter hohe Wahrzeichen vom Südafrikaner
Shaun Killa und seinem Team von
„Killa Design“. Besonders die mit arabischen
Kalligrafien verzierte Fassade ist ein unübersehbarer
Ausdruck der Leidenschaft für
Kunst, Kultur und das endlose Streben nach
Wissen, Innovation und Fortschritt in Dubai.
Dafür verantwortlich zeichnet der weltweit
bekannte Künstler Mattar bin Lahej: „Die arabische
Kalligrafie ist eine Kunstform, die
unsere Geschichte mit der Zukunft, die vor
uns liegt, verbindet. Die inspirierenden Worte
sind eine Botschaft der Hoffnung, des
Optimismus und der Positivität für eine bessere
Zukunft der Menschheit.“ Drei Auszüge
aus Zitaten Seiner Hoheit Scheich Muhammad
bin Rashid Al Maktum, seines Zeichens
Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten
Arabischen Emirate und Herrscher
von Dubai, veredeln die avantgardistische
Gebäudehülle aus Glas und Metall, wobei
eines im Kontext besonders treffend
erscheint: „Die Zukunft gehört denen, die sie
sich vorstellen, sie entwerfen und ausführen
können. Sie ist nicht etwas, das man erwartet,
sondern etwas, das man schafft.“ In 18-monatiger
Detailarbeit wurden schlussendlich die
1.024 Paneele zu einem architektonischen
Meisterwerk zusammengefügt. Seitdem
thront dieses majestätisch auf einem Plateau
und bereichert die Skyline der Metropole. Für
die Landschaftsgärtner war exakt dieser
Hügel eine wahre Herausforderung, ist doch
das Klima der Wüstenstadt, mit Temperaturen
von bis zu 50 Grad im Sommer, nicht
gerade als pflanzenfreundlich bekannt. Aber
mit widerstandsfähigen Gewächsen wie
Ghaf-, Sidr- und Akazienbäumen sowie
einem intelligenten Bewässerungssystem mit
unterirdischen Matten, die das Wasser gezielt
und effizient direkt an die Wurzeln abgeben,
wurde ein prächtiger Garten geschaffen. Ein
wachsendes und blühendes Podest für ein
virtuoses Bauwerk, das uns Einblicke in eine
spannende Zukunft gewährt.
p
132 WINTER 2022
ARCHITEKTUR | HIGHLIGHT
Nach nur wenigen Monaten
avancierte das futuristische
Bauwerk zu einem Wahrzeichen
133
Monica Bellucci, Blumarine, Nice, 1993
136
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: Helmut Newton © Helmut Newton Foundation
Hollywood 1996, Copyright Alice Springs
Courtesy Helmut Newton Foundation
Helmut Newton
Welche Schlagworte kommen einem in den Sinn, wenn der
Name Helmut Newton fällt? High Heels? Topmodels?
Hollywoodgrößen? Sexuelle Befreiung? Welche Assoziation
auch immer aufkommt, eines ist gewiss: Newton ist eine Ikone der
Fotografie, seine Inszenierung von Weiblichkeit unverwechselbar.
„Newton-Frauen“ wirken stark und provokativ, sie scheinen den Ton
anzugeben. Augenzwinkernd sagte Grace Jones über ihre Zusammenarbeit
mit dem Fotografen: „He was a little bit pervert, but so
am I, so it is okay.“
Helmut Newton, 1920 in Berlin geboren, begann schon in seiner
Jugend zu fotografieren, erlebte seinen künstlerischen Durchbruch
jedoch erst Mitte der 1950er-Jahre. Da er jüdischer Abstammung war,
sah er sich 1938 – kurz nach seinem 18. Geburtstag – gezwungen, aus
Deutschland zu fliehen. Über Singapur kam er nach Australien, wo er
in den Kriegsjahren seinen Unterhalt als Lkw-Fahrer bei der Armee
und beim Eisenbahnbau verdiente. 1945 eröffnete er ein Fotostudio
in Melbourne. In den folgenden Jahren wurde er australischer Staatsbürger
und heiratete. Seine Frau June war nicht nur Muse und treibende
Kraft, sie fotografierte auch selbst unter dem Pseudonym Alice
Springs. Das Paar blieb bis zu Newtons Tod 2004 unzertrennlich.
Seine Arbeiten für die „Vogue Australia“ generierten das Interesse
anderer Ausgaben des renommierten Magazins – der Startschuss
seiner internationalen Karriere. Newton zog nach Paris und avancierte
in wenigen Jahren zu einem der gefragtesten Fotografen der Welt.
Als „A Gun for Hire“ bezeichnete er sich selbst – so auch der Titel
der überarbeiteten Neuauflage des Bildbands, den die Berliner Helmut
Newton Stiftung anlässlich ihrer neuesten Ausstellung im Taschen-
Verlag publiziert. „Helmut Newton. Brands“ wird am 2. Dezember
2022 eröffnet und läuft bis zum 14. Mai 2023. Gezeigt werden nicht
nur Newtons publizierte Visualisierungen kommerzieller Güter, sondern
auch sein Schaffensprozess. Anhand von über 200 Fotografien
wird veranschaulicht, dass Newton stets seiner Liebe zur menschlichen
Form treu blieb – egal, ob er Produkte wie Abendkleider, Rotwein
und Sägeblätter in den Vordergrund stellte oder sie lediglich zum
Beiwerk machte. In Wien besteht ebenfalls die Möglichkeit, in Newtons
Kosmos einzutauchen. Die Retrospektive „Helmut Newton Legacy“ ist
noch bis zum 15. Januar 2023 im Kunstforum Wien zu bewundern.
helmutnewton.com
WINTER 2022
137
Paul Picot Watches, Monte Carlo, 1992
138 WINTER 2022
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
Advertisement for Jimmy Choo, Polaroid, Monte Carlo, 1992
139
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
Nadja Auermann, Blumarine, Monte Carlo, 1993
140
Advertisement for Ca’ del Bosco, Erbusco, Italy, 1989
WINTER 2022
141
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
Advertisement for Givenchy Parfum, Monte Carlo, 1996
142 WINTER 2022
2371 Hinterbrühl:
Exklusiver Baugrund Nahe
der Burg Liechtenstein
Grund ca. 2.070 m², Altbaumbestand, südwestlich,
offene Bauweise, BK I, 300 m² verbaubar, Teilung möglich.
Obj. Nr. 960/58627, Kaufpreis € 1.790.000.
2500 Baden: Attraktive
Villa mit mehreren
Wohneinheiten
Grund ca. 500 m², Zentrum fußläufig erreichbar,
drei Wohneinheiten im exklusiven Stadthaus
– ideal zum Wohnen und Arbeiten.
Obj. Nr. 960/60349, HWB 151 kWh/m²a,
Kaufpreis auf Anfrage.
2340 Mödling: Rarität –
Stadtgeflüster in historischer
Mödlinger Fußgängerzone
Jahrhundertwendehaus nahe dem Standesamt,
1.100 m² Grund, 215 m² Wohnfläche,
ausbaubarer Dachboden. Obj. Nr. 960/61882,
HWB 167 kWh/m², fGEE 2,83, Kaufpreis auf Anfrage.
Karin Bosch, MBA
Leitung Wien Süd & NÖ Süd,
Leitung Exklusivimmobilien W/NÖ/Bgld/Sbg
T +43 5 0100 - 26231
karin.bosch@sreal.at
Wohnraum und Küche verschmelzen zum Herzstück
des Hauses. Gemäß dem Firmenmotto „Der Mayrhofer.
Denkt. Plant. Tischlert.“ findet man eine Fülle
von Ideen und Beispielen wie Esszimmerensembles
von Bielefelder Werkstätten und Rolf Benz
O
Im Programm sind internationale Designermöbel,
etwa Sitzgruppen und Couchtische
von Bielefelder Werkstätten
U
Reine Maßarbeit: ein Traumbad made by
Der Mayrhofer
Text: Alice Mandel, Fotos: Mark Sengstbratl / Der Mayrhofer
144
LIVING | SHOWROOM NATIONAL
Mit Maß
und Stil
Was zählt, ist Qualität. Mit diesem Credo
verbindet Der Mayrhofer im Mühlviertel
traditionelles Tischlerhandwerk und
modernes Design in seinem Showroom
h
Ein Mittelpunkt im Showroom sind die Premiumküchen
der italienischen Marke Valcucine
Ein neues Heim einrichten, umbauen oder Räume renovieren – für
viele Menschen eine Herkulesaufgabe. Die die meisten alleine wohl
gar nicht bewältigen wollen. Denn dafür gibt es Profis mit jahrzehntelanger
Erfahrung, die praktisch helfen, bei technischen wie bei Stilfragen
informieren und die persönlich beste aller Wohnwelten
schaffen. Hierin ist Der Mayrhofer ein hochgeschätzter Experte.
Seit 1987 existiert der bekannte Familienbetrieb, der eine Tischlerei
in St. Veit im Mühlkreis und einen Showroom in Pasching führt, der
im Vorjahr erweitert wurde. Der Erfolg verdankt sich, verrät
Geschäftsführer Florian Mayrhofer, einem eisernen Grundsatz, den
sein Vater prägte: „Wir wollen für jede Kundin und jeden Kunden das
Optimum herausholen – und zwar für jedes Budget, ob größer oder
kleiner spielt keine Rolle.“ Was aber die Hauptrolle spielt, ist das
Bekenntnis zu höchster Qualität. „Der Antrieb für unser Geschäft war
und ist, dass Qualität die absolute Leitlinie ist und den Preis rechtfertigen
muss.“
Bewusst bewegt sich Der Mayrhofer im gehobenen Segment, was
die Preise wie den Standard der angebotenen Leistungen und exklusiven
Premiummöbel betrifft. Diese werden angemessen im neu gestalteten
Showroom präsentiert, nach dem Umbau „noch hochwertiger, stilvoller
und eleganter“. Interessenten finden ausgewählte Modelle, mit
denen sie ihr Zuhause perfekt upgraden können, etwa mit Brands wie
Rolf Benz, Draenert und Bielefelder Werkstätten, neben Spectral, Trapa
und mehr. Als spezielles Highlight zeigt man die erstklassigen Küchen
von Valcucine, der italienische Hersteller ist ein enger Partner. Und hier
berät geschultes Personal fundiert.
Dass ebenso Heimtextilien, Böden, Türen und vielfältige
Accessoires zu sehen sind, gehört zum Konzept und ist gelebte Unternehmensphilosophie.
Als Komplettanbieter kombiniert man Innengestaltung,
Raumausstattung und Handwerk und erstellt professionelle
Gesamtlösungen vom Holzboden bis zum Vorhang. Das reicht von der
Hardware (Elektrik, Montage etc.) bis zur Software, also perfekt abgestimmtem
Mobiliar. Kunden können zwischen Designerprodukten,
Eigenentwürfen, Unikaten, Sonderanfertigungen oder einem Mix aus
allem wählen. In der eigenen – laut Inhaber – „Tischlerei 4.0“ werden
dann Extrawünsche oder Maßmöbel gefertigt: „Uns geht es um die
ganzheitliche und nachhaltige Verbindung von traditionellem Handwerk
mit moderner Technologie und Planung. Wir beschäftigen mehrere
Tischlermeister, damit garantieren wir einen exzellenten Service".
Und natürlich Qualität, sei es ein internationales Designer- oder ein
manuell erschaffenes Meisterstück der Marke Mayrhofer.
4061 Pasching | Kremstal Bundesstraße 3
dermayrhofer.at
WINTER 2022
145
d.signwerk.com
Iconic.
Forever.
Outdoor-Küche CO/CO –
„Cooking in Company“
by Designstudio LUCY.D ✕ Breitwieser
Originals ✕ Breitwieser Natural Stones
Umgeben Sie sich mit Individualität, natürlicher Schönheit
und höchstem Anspruch. Einzigartig wie Sie selbst.
www.breitwieser.com
1
3
2
4
5
6
7
1 Farbfantasie: In Serie wirken die Wandleuchten „Jud“ aus Messing und Glas, die es in mehreren Farben gibt, wie Lichtkunst. Von Draga & Aurel
über Artemest, draga-aurel.com, artemest.com 2 Organisch: Stardesigner Jean-Marie Massaud zitiert mit dem Hocker „Ube“ aus schwarzem
Massivholz die Seychellennuss. Von Poliform, poliform.it 3 Schicke Wärme: Der zylindrische Kaminofen „Lux“ aus Stahl heizt ein und
begeistert mit modernem Design und behaglichem Feuerschein. Von Austroflamm, austroflamm.com 4 Platz für alle: Als Komfortzone in
großen Räumen ist das weiche Sofa „Standalto“ mit innovativen Kissen ideal. Von Francesco Binfaré für Edra, edra.com 5 Ombre-Effekt:
samtiger Teppich „Linus“ aus changierendem Glanzvelours mit Farbverlauf aus der „Forum“-Kollektion von Object Carpet, object-carpet.com
6 Neue Ikone: Eine Hommage an die 1950er-Jahre und Hängematten ist der Sessel „Yoell“ von Vincent Van Duysen für Molteni & C, molteni.it
Fotos: Luca Merli, Hersteller, Artemest
148
LIVING
8
9
10
GRÖSSE
ZEIGEN
Wohnzimmer
11
12
13
7 Duftes Design: Der „Smart Home Diffuser“ kombiniert Raumdüfte von Acqua di Parma und Luxusleder von Poltrona Frau, Entwurf von
GamFratesi, acquadiparma.com 8 Lichtwolke: Spektakulär schweben die Leuchten „Nuvola“ aus weißem Fiberglas von Draga & Aurel in
verschiedenen Formen in der Höhe. Von Baxter, baxter.it 9 Anschmiegsam: fashionabler Hochlehner mit Stoff und Lederrücken vom Designer-
Duo Front für Frigerio, frigeriosalotti.it 10 Cool: Virgil Abloh entwickelte die Möbelblöcke „Modular Imagination“ aus recyceltem Holz, die als
Hocker, Bank oder Tisch dienen. Von Cassina, cassina.com 11 Hoher Schauwert: Das elegante TV-Board „Soul“ von Giuseppe Viganò mixt Holz,
Marmor und Metall. Von Turri, turri. it 12 Glanzpunkt: Beistelltisch „Louver“ von Rodolfo Dordoni mit schimmernden Lackplatten von Minotti,
minotti.com 13 Statement-Piece: So groß (230 x 240 cm) wie ein echtes Pferd ist die bekannte „Horse Lamp“ von Front für Moooi, moooi.com
WINTER 2022
149
1
3
2
GRANDE
CUISINE
Küche & Esszimmer
4
5
6
1 Multifunktional: innovative Wärmeschublade aus der „Serie 400“ zum Sanftgaren, Erhitzen und Trocknen von Speisen. Von Gaggenau,
gaggenau.com 2 Doppelter Einsatz: Schneide- und Servierbrett „Stone“ aus Marmor mit abnehmbaren Messingschälchen. Von Tom Dixon,
tomdixon.net 3 Bestechend: versilbertes Besteck „Aria“ mit 24-karätigem Goldring von Bernard Yot für Christofle über Artedona, christofle.com,
artedona.com 4 Sweet: Kuchen und süße Köstlichkeiten präsentiert der Kuchenständer „Victoria“ von Designerin Bethan Gray, handgeschnitzt
aus Arabescato-Marmor und mit gebürstetem Messinggestell. Von Editions Milano, editionsmilano.com 5 Klarsichtig: Moderne Formen
und rhythmische Linien prägen die Kristallgläser mit Goldrand aus Pierre Charpins Kollektion „Cadence“ für Saint-Louis, saint-louis.com
6 High Class: Ultraweiches braunes Leder veredelt den Barhocker „Nobile Soft“ aus der Feder von Gino Carollo. Von Draenert, draenert.de
Fotos: Hersteller, Artedona
150 WINTER 2022
LIVING
12
11
10
8
9
8
7
7 Dinner im Wintergarten: Karaffe und Dessertteller „Smoky Jardin d’Hiver Large Night Bird“ aus Porzellan sind inspiriert von Maria Grazia
Chiuris aktueller Kollektion. Von Dior Maison, dior.com 8 Geschmackvoll: Mehr Schrein als Schrank ist „Shibusa“, den Mauro Lipparini mit
Rauchglastüren, Eschenholz und viel Stil ausstattete. Von Giorgetti, giorgettimeda.com 9 Tafelrunde: Antike Refektoriumstische sind das Vorbild
für Giuseppe Bavusos Esstisch „Francis“ mit achteckigem Metallgestell und schwarzem Marmor Nero Marquina. Von Rimadesio, rimadesio.it
10 Cozy: Sanfte Rundungen, edler Stoff und Holzbeine machen den Esszimmersessel „Sendai“ elegant. Von Inoda + Sveje für Minotti,
minotti.com 11 Bewahrt Gutes: Lorenza Bozzolis handgefertigte Vorratsdose „Miss Marble“ aus grünem Guatemala-Marmor. Von Editions Milano,
editionsmilano.com 12 Küchenmagie: Zwei Küchenblöcke mit hell und anthrazitfarben geäderten Keramikoberflächen, ein Eichenfurnier-Board
und eine Quarzsteinkomposit-Arbeitsplatte formen auf sechs Meter Länge „The Treasure of Arthur“ von Poggenpohl, poggenpohl.com
151
3
2
1
4
6
5
1 Königin der Nacht: Die handgefertigte Stehleuchte „Reine“ von Chape & Mache erstrahlt in weißem 3D-Stoff mit zentralem Leuchtelement.
Von Roche Bobois, roche-bobois.com 2 Winterwarm: elegante Zierkissen aus reiner Wolle aus der Kooperation von Loro Piana und Poltrona
Frau, poltronafrau.com 3 Soft: Tagesdecke „Contemporary“ aus zertifizierter, gekämmter Baumwolle mit grafischem Muster von Kristina Dam
Studio, kristinadam.dk 4 In Luxus schlafen: Das opulente Bett „The Rocco No. 1“ besitzt ein handgepolstertes Kopfteil, samtbezogene Seitenteile
sowie Zierelemente aus gebürstetem Gold und ist mit Carrara-Marmor eingefasst. Von Savoir, savoirbeds.com 5 Juwel: Brad Ascalons schmucker
Paravent „Gemstone“ aus Eschenholz und Rattangeflecht in Edelsteinform. Von Ligne Roset, ligne-roset.com 6 Ménage-à-trois: Bei den drei
Poufs „Soft Corners“ mit Stoff- oder Lederbezug spielt Designerin Linde Freya Tangelder mit geometrischen Formen. Von Cassina, cassina.com
Fotos: Hersteller, Luca Merli, Artemest
152 WINTER 2022
LIVING
8
7
GROSSE
TRÄUME
Schlafzimmer
9
10
12
13
11
7 High Art: Ein Kunstwerk ist der fantasievolle „Paradise Chandelier“ mit Elementen aus Messing, Glas und Kettendetails. Von Lindsey Adelman,
lindseyadelman.com 8 Impressionen: sanft gerundetes Sofa „Renoir“ mit elegantem Muster von Armani Casa, armani.com 9 Round Midnight:
mehrfarbiger Beistelltisch „Agatha 3 Tops“ aus Bronzeharz von Draga & Aurel über Artemest, draga-aurel.com, artemest.com 10 Exquisit: Den
Louis-seize-Stil zitiert Stardesigner Philippe Starck beim Sessel „Miss Dior“ für Dior Maison, dior.com 11 Guter Ton: Sitz- und Bettbank „Pan
Flute“ von Paolo Grasselli für Saba, sabaitalia.com 12 Farbenspiel: handgefertigte Glasvase „Cloudy Butterflies“ von Ex-Model Claudia Schiffer für
Vista Alegre, vistaalegre.com 13 Zugeknöpft: edle Kommode „Smart“ aus Canaletto-Nussbaumholz und Messing von Armani Casa, armani.com
153
LIVING
10
8
9
1
A BIGGER
SPLASH
Badezimmer
7
9
2
6
4
3
5
1 Purer Stil: Mikal Harrsen gestaltete die modulare Badkollektion „R.I.G.“ aus Metall, Marmor oder Stein. Von Boffi, boffi.com 2 Steinreich: Den
Beistelltisch „Plinth“ aus italienischem Calacatta-Viola-Marmor kreierten Norm Architects. Von Menu, menuspace.com 3 Kuschelig: Kimono-
Bademantel „K Léopard“ aus Baumwolljacquard von Kenzo über Yves Delorme, yvesdelorme.com 4 Blumig: Raumduft „Peau d’Ailleurs“ von
Philippe Starck aus der „Maison Berger Paris × Starck“-Kooperation, gefertigt aus Glas mit Metallring, maison-berger.de 5 Exakte Kunst: Die eckige
Badewanne „Face à face“ aus weißem Marmor schuf Stararchitekt Jean Nouvel. Von Agape, agapedesign.it 6 Geometrisch: Mit Linien spielen die
„Tramato“-Metallschränke von Gumdesign für Antoniolupi, antoniolupi.it 7 Lichtgestalt: Kerzenständer „Compono“ aus Aluminium mit flexiblen
Elementen von AYTM, aytmdesign.com 8 Im Flow: Reflexionen auf dem Wasser inspirierten Nicolas Terzani zur Leuchte „Mizu“ aus goldschimmerndem
Kristallglas. Von Terzani, terzani.com 9 Zen-Style: Japanische Sitzkultur ehren Norm Architects mit dem Loungesessel „Rest“ aus
Samt. Von Ex.t, ex-t.com 10 Selfie: Jeder „Floreo“-Spiegel ist ein vom Künstler Signe Kejlbo handbemaltes Unikat für AYTM, aytmdesign.com
Fotos: Hersteller
154 WINTER 2022
Maßgefertigte Traumsaunas
aus hochwertigem
österreichischen Holz!
Wir verwirklichen
Ihre Saunaträume!
sauna-bauer.at
office@sauna-bauer.at
+43 4359 28048
LIVING | PORTRAIT
GANZ SCHÖN
AUFGEWECKT
Eine Stunde von Stockholm entfernt, im
idyllischen und so gar nicht verschlafenen
Köping, werden bei Hästens seit 170 Jahren
Betten gebaut, die es zu Weltruhm gebracht
haben. AURUM 999,9 hat die schwedische
Manufaktur besucht und CEO Jan Ryde zum
persönlichen Interview getroffen
Von Barbara Jahn
Als Pehr Adolf Janson, ein gelernter Sattelmacher, 1852 die Idee hatte,
Matratzen mit Rosshaar zu füllen, konnte er noch nicht ahnen, dass
dies der Grundstein für das teuerste Bett der Welt sein würde, das
rund 170 Jahre später entworfen werden sollte. Es war eine mit ebendiesem
Rosshaar gefütterte Satteldecke für Pferde, die ihn auf den
besonderen Komfort aufmerksam machte. Warum das Material also
nicht auch für ein Bett einsetzen? Und tatsächlich: Schon bald stellten
sich die ersten Erfolge bei der Matratzenproduktion ein. Während
seine Söhne Per Thure und Adolf Fredrik beide Geschäftszweige
gleichermaßen weiterverfolgten, fokussierte sein Enkelsohn David
Janson – der Großvater des heutigen Hästens-Chefs Jan Ryde – ab
1917 nur noch auf die Matratzen und zog mit der Produktion aufs
Land ins beschauliche Köping.
Heute wie damals springt einem gleich das charakteristische Pferd
des Logos ins Auge, das weithin sichtbar auf dem sanft gewellten Tonnendach
des 1950 von Architekt Ralph Erskine entworfenen Gebäudes
mit angeschlossener Produktionshalle angebracht ist. Kein Wunder:
Der Name Hästens bedeutet aus dem Schwedischen übersetzt „Pferd“
und ist deshalb mit den edlen Tieren eng verwoben. Er beschreibt
mit diesem einen Wort exakt die Herkunft des nun schon in fünfter
Generation geführten Familienunternehmens. Aber nicht nur die
Architektur des Firmensitzes, der rund 50 Jahre später vom gleichen
Architekten erweitert wurde, spiegelt die Tradition der renommierten
Bettenmanufaktur wider, die seit den frühen 1950er-Jahren sogar den
schwedischen Königshof beliefert. Ebenso wie das Pferd ist das von
Jan Rydes Vater 1978 entworfene „Blue Check“-Design das Markenzeichen
von Hästens schlechthin und Ausdruck von Werten, die den
heutigen Unternehmenschef immer noch begleiten.
156 WINTER 2022
„Wir bieten das beste
Produkt für den
Schlaf, damit die
Menschen die beste
Version ihrer selbst
sein können. Auf
diese Weise machen
wir die Welt mit
jedem Kunden, den
wir erreichen, ein
bisschen besser“
Jan Ryde, CEO und Eigentümer, Hästens
h
Erst der Rücken der Pferde,
dann ihr besonderes Haar:
Hästens schenkt mit seinen
handgefertigten Matratzen
den bestmöglichen Schlaf
Fotos: Hästens, Hästens | Simon Procter
k
König Gustav VI. Adolf
ernannte Hästens zum
königlichen Hoflieferanten
und besuchte 1953
persönlich die Fabrik
157
LIVING | PORTRAIT
O
Die Produktion von Hästens
ist heute zweifelsohne
moderner, hält sich aber
streng an die Tradition
k
Alle Betten von Hästens bestehen aus zwei oder
mehreren zusammenwirkenden Federsystemen für die
beste Unterstützung und Entspannung des Körpers
Doch wie war das 1988, als Jan Ryde von seinem Vater das Ruder bei
Hästens übernahm? Wollte er eigentlich in die Fußstapfen seiner Vorfahren
treten? „Seit ich ein kleines Kind war, war ich schon immer in
das Familienunternehmen eingebunden. Meine ersten Erinnerungen
sind die, als mich mein Vater in die Hästens-Fabrik mitnahm.
Als ich erwachsen war, hatte ich allerdings das
Gefühl, dass ich außerhalb des Familienunternehmens
etwas anderes machen sollte, und begann als Herausforderung
für mich selbst eine akademische Laufbahn
einzuschlagen“, erinnert sich Jan Ryde an die Anfänge.
Doch es war die Liebe, die ihn schließlich wieder nach
Köping zurückführte. „Nach meinem Studienabschluss
blieb ich als Doktorand an der Universität Linköping,
wo ich gerade meinen Master of Science gemacht hatte.
Mein Plan war es, im Lehrerberuf zu bleiben, bis ich
mich in eine schöne Frau verliebte, die bei Hästens in
Köping arbeitete, und beschloss, zurückzugehen, um das
Unternehmen gemeinsam mit ihr zu führen.“
Das friedliche Landleben von Köping ist ein Teil von
Jan Rydes Firmenphilosophie. Das Handwerk wird hier
hochgehalten und ist die Essenz jedes einzelnen Hästens-
Bettes. Auch die tiefe Zufriedenheit, die ganz offensichtlich
alle Mitglieder dieser großen Unternehmensfamilie,
zu der sich auch alle Mitarbeiter zählen dürfen, empfinden,
schwingt hier bei jedem Handgriff mit. Das hätte
auch etwas mit der Architektur zu tun, sagt Ryde. „Unsere
Fabrik wurde von meinem Großvater David Janson zusammen mit
dem damals jungen Ralph Erskine erbaut. Wir nennen sie die ,Traumfabrik‘,
die jedem, der in der Produktion arbeitet, den bestmöglichen
Arbeitsplatz bietet. Sie ist geräumig, hat viel natürliches Licht und
Luft und stellt die Menschen, die hier arbeiten, in den Mittelpunkt.“
Ganz gleich, wer welche Aufgabe erfüllt – vom Befüllen mit Rosshaar
über das Nähen der Matratzen und Zuschneiden des Leders
bis hin zum Anbringen der Beschläge: Es wird mit Freude gemacht.
„Wir sind sehr dankbar, dass wir in der Fabrik Handwerker haben, die
ebenfalls seit Generationen hier arbeiten. Die Handwerkskunst wird
von Müttern und Vätern an ihre Kinder weitergegeben, die ihrerseits
sehr stolz darauf sind, für Hästens zu arbeiten.“
O
Designer Ferris Rafauli legt
den Luxus in die Wiege. Er hat
mit Hästens das teuerste Bett
der Welt geschaffen
Empathie und
Fußstapfen
Auch Jan Rydes Nachwuchs,
Lukas und David, zwei seiner
Söhne, arbeitet bereits bei
Hästens. Sie lernen gerade das Handwerk und das Unternehmen
kennen und werden in Zukunft mit ihrem Vater und dem übrigen
Hästens-Team zusammenarbeiten. Es bedeutet ihm viel, dass auch
er selbst sein Know-how wie seine Mitarbeiter an die nächste Generation
weitergeben kann. „Wenn man in einem Hästens-Bett schläft,
ruht man sich auf 170 Jahren Erfahrung aus. Wir folgen keinen Trends,
denn wir wissen, dass die Menschen heute noch genauso schlafen
wie damals vor 170 Jahren. Unsere Produkte werden ständig weiterentwickelt,
aber die Veränderungen sind sehr gering. Wenn unser
Gründer heute in die Fabrik käme, würde er die von uns verwendete
Technik wiedererkennen. Wir wissen, dass die Menschen die richtige
Temperatur, Unterstützung und Ruhe brauchen, um gut zu schlafen.
158
h
Hier stimmt alles bis
ins kleinste Detail: die
Basis von „Grand
Vividus“, in vielen
einzelnen Handgriffen
gefertigt
E
Der charakteristische
„Blue Check“ von
Hästens hat weitere,
farbenfrohe „Karo-
Verstärkung“ bekommen
k
Wer einmal in einem
„Grand Vividus“ gelegen
ist, möchte nie wieder
aufstehen – die ganze
Handwerkskunst von
Hästens vereint in
einem Produkt
Das ist etwas, das wir in unsere Betten einbauen“, sagt Jan Ryde, dem
vor allem eines viel bedeutet: „Bescheidenheit und Offenheit für das
Lernen sind für mich sehr wichtig. Wir sind nie fertig, entwickeln uns
immer weiter und wachsen als Menschen. Wenn man authentisch ist,
ehrlich und offen mit seinen Unzulänglichkeiten umgeht, zeigt das,
dass man bereit ist, zu lernen. Deshalb ist es wichtig, einfach man
selbst zu sein und darauf zu vertrauen, dass das ausreicht.“
Heute setzt Hästens neue Maßstäbe in der Bettenbranche. Der beste
Beweis dafür ist die Entwicklung des teuersten Bettes der Welt, das
zusammen mit dem kanadischen Interior-Designer Ferris Rafauli entwickelt
wurde. Jan Ryde sah ganz klar eine Marktlücke und das unternehmerische
Potenzial, es umzusetzen. „Es war ein großes Projekt,
an dem wir wachsen und uns selbst herausfordern konnten. Ich war
davon überzeugt, dass es dafür eine Nachfrage gibt. Und heute gibt
es sogar eine Warteliste.“ Das „Grand Vividus“, das vor allem bei vielen
Berühmtheiten aus Hollywood und aus dem Showbusiness zu Hause
steht und immer noch stark nachgefragt ist, wird in nicht weniger
als 600 Arbeitsstunden hergestellt. Zahlreiche außergewöhnliche
und edle Details wie Schnallen und Riemen oder Stoffe und Leder
erinnern an die Sattlerei, die der Idee zum Bett voranging. All das
rechtfertigt auch den stolzen Preis, der im sechsstelligen Bereich
angesiedelt ist. „Zunächst habe ich mich eingehend mit der Marke
Hästens befasst, mich mit ihren Wurzeln in der Sattelherstellung und
der meisterlichen Handwerkskunst auseinandergesetzt“, beschreibt
Ferris Rafauli seinen gestalterischen Zugang. „Ich empfand es als meine
Pflicht angesichts der reichen Geschichte, die 1852 begann, dies
zu tun. Bei der Entwicklung von Designs für die Gegenwart und für
die Zukunft lasse ich mich oft von der Vergangenheit inspirieren.“ Der
Anspruch war jedoch nicht der rekordverdächtige Kaufpreis, stellt Jan
Ryde klar: „Wir haben uns verpflichtet, das beste Bett zu schaffen, das
man herstellen kann. Die besten Materialien, die beste Handwerkskunst
und die höchste Dichte an Energie fließen in jedes Bett. Wir
haben eine Leidenschaft für Spitzenleistungen, und unsere Betten
werden ohne Kompromisse in Bezug auf die Materialien oder die Zeit,
die für die Herstellung benötigt wird, hergestellt.“
WINTER 2022
159
LIVING | PORTRAIT
k
Zwei Geschichten, die eng verbunden sind: Jan Ryde
vor dem Hästens-Gebäude aus den 1950ern
x
Die Architektur der Produktionshalle
spielte immer eine wichtige Rolle für das
Wohlbefinden der Mitarbeiter
x
Bett „drēm r“ stammt
ebenfalls aus der Feder
von Designer Ferris
Rafauli und wurde zum
Jubiläum kreiert
„Wir sind sehr
stolz auf unser
Produkt, und wir
haben alle die
gleiche Mission.
Das schafft ein
Gefühl von Stolz
und Engagement“
Jan Ryde, CEO und Eigentümer, Hästens
Ein Bett ist dann ein gutes Bett, wenn es von Menschen gemacht
wird, die lieben, was sie tun. An dieser Stelle kommt bei Hästens das
schwedische Wort „avsikt“ ins Spiel, was bedeutet, jedem Detail mit
der Absicht zu begegnen, dass die Menschen schnell einschlafen und
durchschlafen können. Von Millionen von Federn bis hin zum besten
natürlichen Belüftungssystem wurde jede Einzelheit in Betten von
Hästens über Generationen hinweg durchdacht und verbessert. Nun
sind es 170 Jahre gesammelte Erfahrung. Aber es sei auch wichtig,
daran zu denken, dass das Bett nicht die Lösung für alles ist, meint
der erfolgreiche Unternehmer, der mit Stolz und großem Respekt
das Unternehmen mit der gleichen „avsikt“ wie sein Ururgroßvater
Pehr Adolf führt, nämlich das bestmögliche Produkt herzustellen.
„Man muss sich um sich selbst kümmern und darf seinen Körper
und Geist nicht missbrauchen, wenn man den bestmöglichen Schlaf
bekommen will. Ich sage den Menschen oft, dass sie ihr Leben entschleunigen
sollen, denn das bringt mehr Klarheit, Ruhe und Frieden,
und es macht die Arbeit wie auch das Leben besser. Wir stellen
Produkte her, auf die wir stolz sind und die wir mit Stolz an unsere
Nachbarn liefern können.“ Trotz seiner Energie zeigt Jan Ryde auch
seine nachdenkliche Seite, was ihn unglaublich sympathisch macht.
„Ich habe eine Phase durchgemacht, die ich als ,dunkle Zeit‘ bezeich-
ne, als meine Ehe endete und meine Mutter starb. Ich zweifelte an
meinen eigenen Fähigkeiten als CEO von Hästens und zog mich in
den 2000er- bis frühen 2010er-Jahren aus dieser Position zurück.
Dies brachte Hästens an den Rand des Bankrotts, da in dieser Zeit
viele unserer Kernwerte verloren gingen“, erinnert er sich. „Doch
dieser Prozess hat mich viel über Bescheidenheit, Offenheit und
die Bedeutung der Entschleunigung gelehrt. Das ist etwas, was ich
mitgenommen habe, als ich wieder als CEO zurückkam. Ich vertraue
jetzt meinem eigenen Bauchgefühl und weiche nicht von unserer
Mission ab, indem ich Trends folge oder Kompromisse bei der Qualität
eingehe. Es ist möglich, sich zu verändern und zu verbessern. Das
ist etwas, das ich mit meinen Kollegen und der ganzen Welt teilen
möchte.“ Seitdem ist Jan Ryde voller Tatendrang und hat Hästens
zu einem Unternehmen von Weltrang gemacht, das in 48 Ländern
aktiv ist und mit rund 300 internationalen Partnern zusammenarbeitet,
darunter vier österreichischen in Wien, Salzburg, Lienz
und Dornbirn. Doch er denkt die Zukunft weiter. „Ich bin immer auf
der Suche nach Verbesserungen, sowohl bei mir selbst als auch bei
unseren Produkten. Bei Hästens gibt es immer wieder erstaunliche
und aufregende Dinge zu erleben. Aber ich freue mich besonders,
dass ich in naher Zukunft auch ein Buch veröffentlichen werde.“ p
160 WINTER 2022
RARITÄT! Exklusive
Eigentumswohnungen
direkt am Naschmarkt
1040 Wien
Tauchen Sie
ein in unsere
VIELFÄLTIGE
IMMOBILIEN-
WELT
46 einzigartige Altbauwohnungen
Größen von 50 bis 180 m 2 | 2 bis 5 Zimmer
Exklusives Penthouse und großzügige
Dachwohnungen auf einer Ebene
Großzügige Balkone, Terrassen und
Eigengärten
Luxuriöse High-End Ausstattung
Grüner Innenhof inmitten urbaner Umgebung
Perfekte Infrastruktur und Nahversorgung
Generalsaniertes Biedermeier Haus
the-fusion.at
Fotos: © JAMJAM
HWB: 17.18 kWh/m 2 a
HWB: 157kWh/m 2 a
HWB: 133 kWh/m 2 a
HWB: 178.48kWh/m 2 a
Stilvolle Altbauwohnungen
in Toplagen
1010 Wien
Wunderschöne
Jahrhundertwendeliegenschaften
Bezugsfertige Eigentumswohnungen
54 bis 165 m 2 Wohnfläche
Exklusive Ausstattung
großzügige Grundrisse
Raumhöhen bis zu 3,56 m
Stilaltbautüren | Parkettböden
Ausgezeichnete Infrastruktur
Generalsanierte Rarität
mit Südbalkon
1050 Wien
Eigentumswohnung im Erstbezug
Ca. 84 m 2 Wohnfläche | 13 m 2 Balkon
3 Zimmer | 1 Badezimmer | 1 WC
Kellerabteil | Fahrradraum
Generalsanierte Jahrhundertwendeliegenschaft
Wiener Altbauflair mit hohen Räumen
Fischgrätparkett und Flügeltüren
Hervorragende Infrastruktur
Foto: © PicMyPlace
Währinger Grünruhelage
nächst Kutschkermarkt
1180 Wien
Exklusive Eigentumswohnung
4 Zimmer | ca. 125 m 2 Wohnfläche
High-End Luxusausstattung
Neue Doppel-Holz-Kastenfenster
Flügeltüren und Vertäfelungen
im Alt-Wien Stil
2 Badezimmer | 2 WC
Ca. 37 m 2 großes Wohn-Esszimmer
Sehr gute öffentliche Verkehrsanbindung
OFFICE@WINEGG-MAKLER.AT • T +43 1 315 7280 • WINEGG.AT
EIN SCHLOSS VON WELT
Für viele der ultimative Luxus: das eigene Schloss. Dafür braucht es keinen
Adelstitel, sondern Zeit, Geduld und echte Passion für das Schöne.
Nach jahrelanger intensiver Restauration ist dieses Architekturjuwel
entstanden, das eine stolze Vergangenheit mit modernem Komfort und
Design verbindet. Eine Transformation vom Einst ins Jetzt
Von Alice Mandel
Fotos: Roland Unger, Gebhard Sengmüller
162
WINTER 2022
LIVING
x
Englische Gartenarchitektur verwandelt
den Schlosspark in ein weitläufiges grünes
Paradies, zu dem auch ein Outdoorpool
und Schwimmteich gehören (Foto oben).
Die privaten Refugien sind mit den Sofas
„Island“ von Paola Lenti (Foto oben) und
Loungemöbeln aus der „Alura Lounge“-Serie
von Royal Botania ausgestattet sowie mit der
Hängeliege „Wave“ (Foto unten Mitte)
P
Noblesse oblige: Royalen Luxus verströmen
majestätische, sieben Meter hohe Wände,
herrschaftlicher Stuck und ein italienischer
Kalksteinboden von Breitwieser.
Die gesamte Welt zu Füßen legt die
Globensammlung
k
Ein Kronleuchter und ein italienischer
Gussterrazzoboden von Breitwieser prägen den
Raum. Adäquate Begleiter: Sofas, Armsessel,
Hocker und Beistelltische von Flexform.
Teppich „Flex ArtSilk“ von Living Carpets
163
Die Kronleuchter wurden bei Auktionen
ersteigert, das Sofa „Groundpiece“ mit
passenden Ottomanen stammt von Flexform,
die Tischleuchte von Santa & Cole (l. o.).
Im luxuriösen Bad dominieren warme Farbtöne
und edle Natursteinelemente wie die Wand aus
„Quarz Lumix Wow“ (r. o.), ein Blickfang ist der
gespachtelte und geschliffene Travertin-
Kalkstein (Fotos untere Reihe), alles von
Breitwieser
Der Traum vom eigenen Schloss ist vermutlich
so alt wie die Einrichtungsgeschichte. Seit
jeher steht es für adeligen Luxus und ein weitläufiges
Wohnreich. Dieser Traum ging mit
einem herrschaftlichen Anwesen für seine
Besitzer in Erfüllung, nahe Wien liegt das
stolze Bauwerk in einer ebenbürtig schönen
parkähnlichen Anlage mit englischer Gartenarchitektur.
Der fast märchenhafte Ort atmet,
wie könnte es anders sein, Historie pur. Erstmals
im 16. Jahrhundert urkundlich erwähnt,
stammt das aktuelle Gebäude aus dem
17. Jahrhundert und ist heute ein Privatwohnsitz,
der Eindruck macht. Mit enormem Aufwand,
Akribie und großer Leidenschaft wurde
dieses ambitionierte Projekt über mehrere
Jahre mit Hingabe, Know-how und Respekt
vor dem Kulturgut restauriert. Unter der Prämisse,
den Altbestand bestmöglich zu erhalten,
förderte das engagierte Architektenteam
wahre Schätze zutage. So wurden originale
Böden freigelegt und mithilfe des Natursteinspezialisten
Breitwieser wieder instand gesetzt,
stilvolle Stuckdecken aus dem 17. Jahrhundert
und einstige Raumhöhen von sieben Metern
kamen zum Vorschein. Parallel entfernte man
spätere, nicht authentische Einbauten.
Die 2013 begonnene Renovierung ist von
Erfolg gekrönt – das luxuriöse Objekt mit
etwa 2.000 Quadratmeter Wohnfläche wirkt
feudal und modern zugleich. Das geschmackvolle,
komfortable Domizil zum Leben,
164
LIVING
h Elegantes
Weindepot mit
Degustationstisch
„Onyx Fantastico“
von Breitwieser,
Tafelparkett und
Stofftapeten
Das Wohnzimmer
brilliert mit feinen
Farben, weichen
Materialien und
einer üppigen
Sofalandschaft, den
Leuchten „Melt“ von
Tom Dixon und dem
Beistelltisch „Bell“
von Classicon
h
Der Eichenholzboden findet sich auch im Ankleidebereich wieder
b
Angewandte Ästhetik: Im Flur und TV-Zimmer werden die Pinienholztüren
mit brünierten Metallgriffen zum gestalterischen Element
v
Feinsinnig: Vor der dunkel gebeizten Pinienholzvertäfelung hebt sich der
Raumteiler aus brüniertem Metall stilvoll ab
165
SPRING WINTER 2022 165
LIVING
In sieben Meter
hohen
Prachträumen
treffen originale
Steinböden
und stilvolle
Stuckdecken
aus dem
17. Jahrhundert
auf modernes
Interiordesign
Kleidsam: das offene Schrankraumsystem
„Dress Bold“ in einer Maßanfertigung
(l. o.). Beflügelter Sitzplatz mit dem
Sofa „Noa“ und Fauteuils „Saki“
von Longhi, Beistelltisch „Planet“
von Rimadesio (r. o.). Traumreich
Schlafzimmer: Eine Sonderanfertigung
ist das Bett „Platinum“
von Treca, ergänzt von den
Beistelltischen „Jiff“ von
Flexform und dem Sofakla ssiker
„Chester Moon“ von Baxter.
Die Stehleuchte „Eva“ stammt
von Barovier & Toso
Arbeiten und Repräsentieren ist reich an
architektonischen Finessen und Facetten,
Kunstwerken, Kleinoden und erlesenen
Details. Es unterteilt sich in einen Mittelflügel
mit imposanter Haupttreppe sowie zwei Seitenflügel
und erstreckt sich über drei Stockwerke,
die unteren sind öffentlich und die
oberen privat. Alle Räumlichkeiten sind großzügig
angelegt – vom Wohnsalon bis zum
Bad, die eingesetzte Haustechnik ist State of
the Art. In den Auszeiten zieht man sich in
einen High-Class-Wellnessbereich mit Fitnessraum,
Sauna, Dampfbad und Ruhe-Oase
zurück oder taucht im Outdoorpool und
lauschigen Schwimmteich ab.
Der Fokus lag nicht nur auf der Rekonstruktion
vergangener Pracht, sondern vielmehr
darauf, sie in die Gegenwart zu transferieren.
Dies macht die eklektische Innenausstattung
deutlich. Maßgeblich dafür
verantwortlich ist Johannes Winkler von Smart
Living, der „von Anfang an in das Projekt
involviert war“, wie er sagt: „Die Interiorgestaltung
erfolgte schrittweise, von Raum zu Raum.
Und das Stilkonzept lautete, eine Harmonie
zwischen den Oberflächen und Materialien zu
schaffen.“ Mobiliar und Accessoires wurden
gemeinsam mit der designaffinen Hausherrin
ausgewählt, und „das Leitmotiv jedes Raumes
bildeten bereits vorhandene Materialien“. Parkett-
und Steinböden korrespondieren nun
mit Stuck und Stofftapeten, Premiummöbeln
und exklusiven Maßanfertigungen. Am besten
kommt die elegante Stilsprache im Wohnzimmer
zur Geltung, dem Lieblingsraum
Winklers und der Bewohner. Ein, so der Profi,
„genialer Raum“ – so genial wie die Verbindung
von großer Vergangenheit und Moderne.
166 WINTER 2022
Showroom
Bäckerstr. 3/6A, 1010 wien
Köllnerhofgasse 2, 1010 wien
Gumpendorferstraße 124 + 137, 1060 wien
www.köse.at
Komplettanbieter für Exklusivbäder
01 - 595 29 06
Milli
Vanilli
Extravagant bis zur letzten Duftnote! Essenzen aus der Vanille können
gleichzeitig beruhigend sowie anregend wirken und verleihen Parfumkreationen
somit das gewisse Etwas für aufregende Stunden
Von Christoph Kulmer
Ein Hauch von Vanille verleiht Parfum-Kreationen die nötige
Sinn lichkeit und Extravaganz. Schon die Aztekinnen wussten
um das besondere Aroma und nutzten es geschickt als
aphrodisierenden Duft, indem sie sich Haut und Haar mit
den Samen der Vanilleschoten einrieben. Bis heute gelten die leicht
süßlichen, warmen und reichhaltigen Noten als Inbegriff femininer
Eleganz. Deshalb bedienen sich daran seit jeher die besten Parfümeure
der Welt und kreieren unwiderstehliche olfaktorische Kunstwerke.
Byredo durchbricht mit „Vanille Antique“ die zu erwartende Süße mit
erdigen und dunklen Akkorden aus Kaschmirholz. Ganz anders setzt
Julie Massé das Gewürz für Giorgio Armani mit „Sì Passione Éclat De
Parfum“ in Szene. Das Ergebnis ist eine überaus frische Interpretation
mit Bergamotte und spritzigen Zitrusnoten. Eine ikonische Hommage
an Pionierinnen der Weiblichkeit, wie Jane Fonda, Audrey
Hepburn und Brigitte Bardot, präsentiert Paco Rabanne mit „Fame“
und kombiniert zur Vanille Jasmin, Mandelholz und Mangoakkorde.
Als Wiege der Vanille gilt die Region Veracruz am Golf von Mexiko,
die Heimat der Totonaken. Auf sie geht auch die Legende zurück, der
zufolge die lianenartige Kletterpflanze aus dem Boden entspross, der
mit dem Blut einer totonakischen Prinzessin getränkt gewesen sein
soll, die ihrem Geliebten in den Tod gefolgt war. Anfang des 16. Jahrhunderts,
des Zeitalters der Schönheitsideale, brachten spanische
Eroberer sie schlussendlich nach Europa, und erste Parfumhersteller
lechzten bald nach dem schwarzen Gold. Heute wird die Königin der
Gewürze in tropischen Gebieten, allen voran Madagaskar, angebaut
und verteilt ihren betörenden Duft auf der ganzen Welt.
Fotos: Hersteller
168
WINTER 2022
BEAUTY | DUFT
1
4
2
3
5
5 7
6
8
9
10
9
1 / Eine Ode an den Indischen Ozean mit Vanille, Jasmin und Rosen:
„Spiritueuse Double Vanille“ von Guerlain
2 / Vereint Essenzen im perfekten Verhältnis wie bei einem Cognac.
Vanille in Symbiose mit Zimtnoten: „Angels’ Share“ von Kilian
3 / Eine sonnengeküsste Interpretation von Vanille, Bergamotte
und Mandarine: „Vaniglia“ von Acqua di Parma
4 / Florale und holzige Noten aus Neroli, Angelikasamen und
Vanille: „Infusion de Vanille“ von Prada
5 / Aphrodisierende Vanille trifft auf Pflaume und Kaschmirholz:
„Vanille Antique“ von Byredo
6 / Vetiver und Vanille gepaart mit Kardamom und Grapefruit-Tee:
„Vetiver & Golden Vanilla“ von Jo Malone
7 / Mango, Weihrauch und Vanille hüllt sich in futuristische
Designperfektion: „Fame“ von Paco Rabanne
8 / Süchtig machende Kreation mit Bergamotte, Rosen und Vanille:
„Sì Passione Éclat De Parfum“ von Giorgio Armani
9 / Seidige Mischung aus Kastanie und sinnlicher Vanille:
„Soie Malaquais“ von Dries van Noten
10 / Ein Rosenbouquet mit Weihrauch, Vanille und Moschus:
„Delina Exclusif“ von Parfums de Marly
169
Glow Up
Your Life
Es sind die kleinen Dinge, die uns strahlen lassen – warum sollte das nicht
auch auf unsere Haut zutreffen? Drücken wir also die Off-Taste für dunkle
Wintertage und aktivieren den Glamour-Modus
Von Christoph Kulmer
Die Haut ist unser größtes Organ und kann gelesen werden
wie ein offenes Buch. Arbeitsreiche Tage, Jetlag oder andere
grö ßere und kleinere Alltagsproblemchen nagen am Wohlbefinden
und bereiten im Worst Case Sorgenfalten, die
wirklich niemand gebrauchen kann. Dabei ist das Rezept für gesunde
Haut laut Experten relativ simpel: ausreichend Schlaf, viel Wasser
trinken, gesunde Er näh rung und Sport. Mit einem intensiven Workout
zaubert man einen rosigen Teint, beseitigt Unreinheiten und strafft
das Bindegewebe. In Kombination mit einigen Beauty-Lieblingen
ergibt das den maximalen Glow-Effekt – und zwar von innen und
außen! Bereits 1985 hat Shiseido eine biotechnologisch hergestellte
Hyaluron säure zur kosmetischen Anwendung produziert. Mit dem
Duo „Skin Filler Bio-Performance-Seren“ beweist die Marke erneut
ihre Think-forward-Philosophie, denn die neue, innovative Molecu-
Shift-Technologie basiert auf einer Strategie in zwei Schritten: Im „Infill
Serum Night“ wurde die Hyaluronsäure komprimiert, damit sie möglichst
tief in die Haut eindringen kann. Durch das „Full Expan sion
Serum Day“ werden die Moleküle wieder ausgedehnt und sorgen für
eine sichtbare Aufpolsterung. In der Tiefe setzt auch der „Hyaluron-
Drink“ von Proceanis an. Schon zehn Milliliter pro Tag reichen, um mit
wertvollen Nährstoffen und vitaminreichem Granatapfel extrakt den
Erhalt schöner Haut, Haare und Nägel zu fördern. Ein elegantes
Glamour-Finish garantieren „Poudre de Rose Parfumée“ von Miss Dior,
„Soleil Blanc Shimmering Body Oil“ von Tom Ford oder „Éclat De
Beauté Effet Lumière Face Gloss“ von Gucci mit einem Hauch von
Schimmer. Ein magischer Winter voller Strahlkraft steht uns also bevor!
Fotos: Hersteller
170
BEAUTY | PFLEGE
4
1
2
3
5
8
6
9
10
7
6
1 / Flüssiger Lidschatten für ganz besondere Augenblicke:
„Ombre Eclat Liquide“ von Sisley
2 / Eine sinnliche Mischung aus ägyptischem Jasmin und Tuberose:
„Soleil Blanc Shimmering Body Oil“ von Tom Ford
3 / Ein unzertrennliches Duo mit sofortigem und unverkennbarem
Filler-Effekt: „Bio Performance Skin Filler Duo“ von Shiseido
4 / Trockenöl mit einem eleganten Goldschimmer: „Les Beiges
Huile Illuminatrice“ von Chanel
5 / Zarter Schleier lässt die Haut unwiderstehlich strahlen:
„Poudre de Rose Parfumée“ von Miss Dior
6 / Versorgt die Haut mit viel Feuchtigkeit: „Universal Radiance
Drops in Sunrise“ von Dolce & Gabbana
7 / Setzt in der Tiefe an und fördert die Strahlkraft von Haut,
Haar und Nägeln von innen: „Hyaluron-Drink“ von Proceanis
8 / Schimmerndes Feuerwerk für die Lippen: „Global Beat –
Sensual Lipstick“ von La Biosthétique
9 / Verhilft zu einem ebenmäßigen Hautbild: „Pure Gold Radiance
Concentrate“ von La Prairie
10 / Universeller Farbton für natürlichen Glanz: „Éclat De
Beauté Effet Lumière Face Gloss“ von Gucci
WINTER 2022
171
BEAUTY | MEN
Power
Shave
1
2
3
4
5
Eine klassische Gesichtsrasur dauert in etwa zehn Minuten. Für dieses Ritual
verbringen viele Männer also mehr als 3.500 Stunden ihres Lebens vor dem Spiegel,
und jedes Mal wird die Haut dabei beansprucht – egal, wie vorsichtig man nun ist.
Praktische Helfer schaffen easy Abhilfe
1 | Acca Kappa
„1869 – Shaving Soap“
Eine Rasierseife, die man jeden Tag benutzen und nicht mehr missen
möchte! Sie wirkt sanft und garantiert mit natürlichen Inhaltsstoffen
wie Sheabutter eine schonende Rasur. Die edle Schale aus Wengé-
Holz ist handgefertigt und robust gegen Wasser.
2 | Babor
„Calming Face & Eye Cream“
Permanenter Stress! Bei jeder Rasur wird die Haut beansprucht und
gereizt. Diese leichte Creme pflegt und beruhigt sie mit einem Extrakt
aus der Rinde der Magnolie und unterstützt dabei, dass sie auch langfristig
weniger sensibel reagiert.
3 | Anthony
„Pre-Shave Oil“
Wer vorsorgt, hat nicht das Nachsehen! Das trifft auch auf die tägliche
Beauty-Routine zu, denn dieses Öl mit Rosmarin- und Basilikum-
Extrakten macht die Barthaare weich und schützt die Haut vor der
Rasierklinge. Einfach vor der Rasur in den Bart einmassieren.
4 | Master Lin
„Face Serum“
Feuchtigkeit, Feuchtigkeit und noch einmal Feuchtigkeit braucht die
Männerhaut nach einer Rasur über den lieben langen Tag. Dafür
sorgt dieses erfrischende Serum, indem es den Zellverband stärkt,
Austrocknung vorbeugt und Feuchtigkeitsfältchen ausgleicht.
5 | Acqua di Parma
„Barbiere – Schwarzer Deluxe-Ständer“
Heutzutage ist ein Badezimmer viel mehr als ein Waschraum, es ist
eine wahre Wellness-Oase, und unsere Beauty-Lieblinge müssen
diesem Anspruch gerecht werden. Dieses Set aus Edelstahl mit Pinsel
und Rasierer überzeugt durch sein Design und seine Funktionalität.
Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller, niche-beauty.com
172 WINTER 2022
„bar-hopping“ – freie Produktion
Creative Direction & Styling: Sophie Koch
Haare & Make-up: Joanna Bacas
Model: Muriel @ M4Models
174
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
Christina Hasenauer
Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: Christina Hasenauer
Gibt es einen Paradigmenwechsel bezüglich der Achselbehaarung
bei Frauen, oder sind wir noch in einem
Konzept verhaftet, das uns Werbung und Hollywood
spätestens seit dem Rasurwahn der 80er-Jahre eingetrichtert haben?
Eine der Fragen, mit denen sich Christina Hasenauer auseinandersetzt.
Sich solchen Themen zu stellen, ist der feministischen, queeren
Fotografin wichtig. Vor allem in freien Strecken, in denen sie ihre
Passion ungefiltert ausleben kann, hinterfragt sie gesellschaftliche
Normen und macht sich daran, sie mit kritischem sowie spielerischem
Blick visuell umzusetzen.
1992 in Linz geboren, beschloss Hasenauer nach einem Aufenthalt
in den USA, dass ihr ein wenig Abstand zur konservativ geprägten
Alpenrepublik nicht schaden könnte. Obwohl sie sich anfangs vor
einer „brotlosen“ Künstlerkarriere fürchtete, warf die ausgebildete
Garten- und Landschaftsgestalterin ihre Bedenken dennoch über
Bord und studierte Fotografie an einer Berliner Kunsthochschule.
Auch wenn sie es als Privileg ansieht, Fotografie zu studieren, betont
sie, dass sie die Beherrschung fotografischer Techniken eher durch
ihre Assistenztätigkeiten denn durch trockene Theorie erlernt hat.
Technische Umsetzung an sich spielt für sie eine untergeordnete
Rolle. Die Vermittlung ihrer Botschaft erachtet die Fotografin, die
sich intersektionalem Feminismus, Nachhaltigkeit und Diversität verschrieben
hat, als weitaus bedeutungsvoller.
Hasenauer liebt natürliches Licht, Haut und die menschliche
Form. Auch ihre Ästhetik besticht durch Natürlichkeit – ein Credo,
dem sie auch in Sachen Retusche folgt. Nicht verwunderlich daher,
dass ihre goldene Regel lautet: „An meinem Set muss es allen gut
gehen, sonst gibt es nicht den richtigen Vibe. Mein Model ist Königin
bzw. König. Nur so kann ein gutes Foto entstehen.“
christinahasenauer.de
WINTER 2022
175
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
k
Sephora Content Produktion
Haare & Make-up: Joanna Bacas
Model: Caitlin @ IceModels
„Limone“ – freie Produktion
Model: Cecilia Susant
x
h
Sephora Content Produktion
Haare & Make-up: Joanna Bacas
Model: Angie Tutlewski @ VivaModels
176 WINTER 2022
„Limone“ – freie Produktion
Model: Chanel Fu
177
178
Gling-Gló für „Factice Magazine“
Haare & Make-up: Latisha Nicholson
Model: Jona @ Mirrrs
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
O
Gling-Gló für „Factice Magazine“
Haare & Make-up: Latisha Nicholson
Model: Jona @ Mirrrs
h
Sephora Content Produktion
Haare & Make-up: Joanna Bacas
Model: Caitlin @ Ice Models
k
Gling-Gló für „Factice Magazine“
Haare & Make-up: Latisha Nicholson
Model: Jona @ Mirrrs
WINTER 2022
179
PHOTOGRAPHY | PORTRAIT
Sephora Content Produktion
Haare & Make-up: Joanna Bacas
Model: Angie Tutlewski @ VivaModels
x
h
Sephora Content Produktion
Haare & Make-up: Joanna Bacas
Model: Fran @ FanjamModels
k
„All Colors in the Sky“ – freie Produktion
Bodypainting: Joanna Bacas
Model: Priyanka
180 WINTER 2022
www.largilla.at
GRAZ . WIEN . KLAGENFURT . SALZBURG
182
MOBILITY
O
Futuristisch und elegant
gleitet die „AHPO“
von Lürssen mit ihren
beeindruckenden
115 Meter Länge
durch die Weltmeere
k
Auf der „AHPO“ kann man
in gediegener Privatsphäre
und luxuriösem
Ambiente den Drang nach
Freiheit voll auskosten.
Ein Sprung ins Wasser ist
doch einfach paradiesisch
DER MEERE
Fotos: © Guillaume Plisson
Sich drehen wie das Segel im Wind – oder das Ruder fest in der Hand?
Eine Yacht ist viel mehr als eine luxuriöse Freizeitbeschäftigung. Man
folgt damit bedingungslos dem Ruf der Freiheit nach unendlichen
Weiten und nichts außer dem tiefblauen Ozean
Von Reinhard Neussner
WINTER 2022
183
MOBILITY
AHPO
Die Architekten von Nuvolari Lenard hatten bei
diesem schwimmenden Palast ein ganz einfaches
Ziel: Perfektion. Der beste Beweis dafür ist der
zeitlos elegante Bug, der das Design zweifellos
dominiert, wobei im Innenbereich Elemente der
Natur harmonisch miteinander verschmelzen. So
lässt es sich im Unterdeck, im 205 Quadratmeter
großen Wellnessbereich, wunderbar relaxen,
bevor man im Kino mit zwölf komfortablen
Plätzen einen Blockbuster genießt. Der Owner-
Bereich erstreckt sich über die letzten zwei Etagen
und umfasst eine überaus geräumige Kabine
sowie den Panoramasalon mit seinem spektakulären
180-Grad-Blick über den Bug. Von hier
aus hat man auch einen direkten Zugang zum
Hubschrauberlandeplatz. Wahrlich ein Paradies
auf hoher See, das auch für Charter exklusiv auf
moranyachts.com gebucht werden kann.
luerssen.com
LÄNGE
115 METER
MARKE
LÜRSSEN
FERTIGSTELLUNG 2021
KABINEN 8
PASSAGIERE 16
CREW 37
E
Die Glaselemente im
Wintergarten können
je nach Belieben
komplett geöffnet oder
geschlossen werden
h
Denkbar unkompliziert
ist die An- und Abreise
mit dem Helikopter.
Egal ob die Besitzer
schnell zu einem Termin
fliegen müssen oder ob
man Freunde erwartet
k
Von hier aus kann man
die Sonne und das
Wasser genießen.
Oder man unternimmt
mit einem der Tender
einen Landausflug
184
hh
Auf der halbrunden
Sofalandschaft
genießt man von
jedem Platz aus
einen wunderbar
inspirierenden Blick
auf das Meer
Fotos: © Guillaume Plisson
h
Der Wellnessbereich
im Unterdeck
begeistert mit
Whirlpool, Hammam
und Tauchbecken
sowie einem stilvollen
Loungebereich mit
kleinem Balkon
h
Diese Yacht ist ein beeindruckendes
Wunderwerk der Technik, bei dem jede
Kleinigkeit bis ins Detail perfekt
inszeniert wurde
O
Der Wohnbereich der Eigentümer
erstreckt sich auf luxuriösen
245 Quadratmetern
WINTER 2022
185
MOBILITY
h
Wenn man vor der
„Soaring“ steht, kann
man sich ihrer Pracht
nicht entziehen
R
Ein großer ovaler Tisch
mit zwölf Stühlen und
ein extravaganter
handgetufteter Teppich
adeln das Speisezimmer
U
Im Wohnbereich haben
die erfahrenen Designer
auf eine elegante
Mischung aus dunklen
Braun- und hellen
Beigetönen gesetzt
SOARING
Ein Schmuckstück, das mit einer noblen
Eigner-Suite im Heck, möglichst großen Tendern
und einem Fitnessstudio samt Spa mit
direktem Zugang zum Wasser glänzt. Das
Bremer Studio Focus Yacht Design kreierte
ein harmonisches Exterior mit vielen bodentiefen
Fensterflächen, die moderne grau-weiße
Farbgebung begeistert auf den ersten Blick.
Im Innenbereich wurde das Augenmerk auf
die Verarbeitung von exquisiten Materialien
gelegt. Insgesamt beträgt die Wohnfläche 471
Quadratmeter und umfasst die Wellnessarea,
einen Lounge- und Diningbereich auf dem
Hauptdeck sowie ein privates Wohlfühldeck
mit Schlaf-, Ankleide- und Badezimmer. Für
all jene, die es selbst erleben möchten, dieses
Highlight kann auch gechartert werden.
abeking.com
LÄNGE
68 METER
MARKE
ABEKING & RASMUSSEN
FERTIGSTELLUNG 2020
KABINEN 6
PASSAGIERE 12
CREW 18
Fotos: Olga Dromas/Bluei Prod.
186 WINTER 2022
THEi 7
#bornelectric
bmw.at/i7
BMW i7 xDrive60: 400 kW (544 PS), Kraftstoffverbrauch 0,0 l/100 km,
CO2-Emission 0,0 g CO2/km, Stromverbrauch von 18,4 kWh bis 19,6 kWh/100 km.
Angegebene Verbrauchs- und CO2-Emissionswerte ermittelt nach WLTP.
Symbolfoto
MOBILITY
NOVETTA 50
Hier wird Nachhaltigkeit großgeschrieben.
Aufgrund der Verwendung von Aluminium
anstatt Stahl kann der Verbrauch in Zukunft
um mehr als zehn Prozent gesenkt werden.
Aber diese Superyacht überzeugt definitiv
auch in puncto Design. Die Master-Suite im
Oberdeck, umrahmt von raumhohen Fensterflächen,
verspricht einen atemberaubenden
Ausblick und vermittelt einem das Gefühl,
auf einer Insel zu sein, umgeben von nichts
als dem Ozean. Wunderbar entspannen und
sich von der Sonne küssen lassen kann man
im Beach Club auf dem Hauptdeck, der Pool
im Heck sorgt gegebenenfalls für Erfrischung.
O
Work-Life-Balance:
Ein heller Arbeitsbereich
wurde geschickt
in das Gesamtkonzept
der Yacht integriert
x
Auch von der Master-
Suite hat man einen
direkten Zugang zu
einer Sonnenterrasse
xx
Von oben kann man die
volle Pracht der 50
Meter Yacht bestaunen
customline-yacht.com
LÄNGE
50 METER
MARKE
CUSTOM LINE
FERTIGSTELLUNG 2024
KABINEN 5
PASSAGIERE 10
CREW 9
188
k
Auf dem Hauptdeck
laden eine American
Bar und ein bequemer
Loungebereich im
Inneren und der direkte
Zugang auf die Terrasse
zum Träumen ein
x
Von Antonio Citterio
entworfene Armaturen
der Linie „Hansgrohe
Axor Citterio“ veredeln
die Nassräume
h
Nachhaltige Materialien wie
Naturleder werden sowohl
bei den Oberflächen als
auch bei raffinierten
Details verwendet
Fotos: Ferretti Group
O
Die Arbeiten an der
„Navetta 50“ werden Ende
des Jahres 2022 beginnen,
die Yacht wird wahrscheinlich
2024
präsentiert
WINTER 2022
189
MOBILITY
k
Bill Tripp hat das
leichte und sportliche
Außendesign und die
Schiffsarchitektur
entworfen
h
Für das Interior
zeichnen zwei
Designstudios
gemeinsam verantwortlich:
Norm Architects
und Design Unlimited
E
Kreiert wurde ein
skandinavischeleganter
Look, der
dem Prinzip „weicher
Minimalismus“ folgt
k
Das erste Modell der
„Y9“ konnte bereits
ausgeliefert und
2022 auf dem Cannes
Yachting Festival in
Port Canto ausgestellt
werden
190
Y9
Um die Leistung zu optimieren, wurde diese
Segelyacht komplett aus Kohlefaser konzipiert.
Ein faszinierendes Leichtgewicht,
das Komfort, Eleganz und zeitgemäße
Architektur geschickt vereint. Das separate
Eigner-Apartment, das aus einem Schlafzimmer,
Salon, Ankleidezimmer und Badezimmer
besteht, garantiert Privatsphäre par
excellence, auch wenn man Freunde an Bord
willkommen heißt. Das Design folgt seinem
Vorgänger, der Y7, ist jedoch noch komplexer
und luxuriöser und bietet vor allem auch
der Crew noch mehr Raum. Ganz nach dem
Motto: „Happy crew, happy owner“.
yyachts.de
Fotos: YYachts
LÄNGE
27 METER
MARKE
YYACHTS
FERTIGSTELLUNG 2022
KABINEN 4
PASSAGIERE 12
CREW 4
P
Durchdacht bis auf den letzten Zentimeter, präsentiert sich diese
luxuriöse Segelyacht von ihrer besten Seite
h
Geölte Eiche, graue Stoffe und Paneele bestimmen auf dem
gesamten Schiff die Farbpalette
WINTER 2022
191
MOBILITY
140
Superyacht-Flair trifft auf Innovation. Ein
erhöhtes Cockpit wurde direkt auf dem
angrenzenden Sonnendeck positioniert, die
privaten Räume der Eigner befinden sich
zentral auf dem Hauptdeck, und der moderne
Beach Club ist sozusagen der Mittelpunkt
aller Bereiche und an drei Seiten ausklappbar.
Hat man etwas zu feiern, eignet sich die
großzügige Panoramaterrasse mit Bar- und
Grillbereich, Jacuzzi, Sonnenliegen, Beamer,
Leinwand und Lautsprechern perfekt. Hier
kann man gleichzeitig tanzen, entspannen
und die Sonne genießen. Dieses Yacht-Juwel
kann auch gebucht werden.
O
Ausreichend Platz für
die ganze Familie oder
liebe Freunde bietet der
Essbereich im Freien
pershing-yacht.com
h
Das Know-how aus
30 Jahren Yachtbau
ist unübersehbar:
Innovatives Design
kombiniert zeitgemäße
Technik und Ästhetik
P
Einfach die Seele
baumeln lassen, dafür
sorgen helle Farben und
natürliche Materialien
wie Holz
O
Der Beach Club
überzeugt mit bequemen
Liegen sowie einem
Lounge- und Essbereich
Fotos: Ferretti Group
192 WINTER 2022
PENTHOUSE
INFINITY
VIENNA
HIGH
QUALITY
OF LIFE
CONCIERGE*
CATERING STATION*
FITNESS CENTER**
HOME CINEMA
GUEST LOUNGE*
PENTHOUSES.MARINATOWER.AT
HWB 22-27 kWH/m²a | fGEE 0,75-0,77 | @ ZOOMVP
Disclaimer: Non-binding visualisations for projects being built or planned. Subjects to change without notice.
No legal claim derivable. * partly chargeable ** planned with external partners
MOBILITY
O
Ab aufs Wasser mit
einem Williams-565-
Tender oder vielleicht
doch dem Jetski?
Die Garage bietet Platz
für beides
x
Ein nobles offenes
Raumdesign mit
modernen Akzenten
ist das Nonplusultra
auf jedem Deck
x
Inspirierende Gespräche oder einfach nur entspannen –
das Sonnendeck schafft einen kreativen Raum
LÄNGE
43 METER
MARKE
PERSHING
FERTIGSTELLUNG 2020
KABINEN 5
PASSAGIERE 18
CREW 8
Fotos: Ferretti Group
194 WINTER 2022
HIPPIEMENTS VILLAGE – 9 EXKLUSIVE VILLEN DIREKT AM STRAND
DREAMS COME TRUE
IBIZA‘S EXKLUSIVSTES VILLEN-PROJEKT
Neun strahlend weiße Villen in der Tradition der
ibizenkischen Baukunst errichtet in höchster deutscher
Qualität. Direkt am Strand von S’Argamassa
auf Ibiza gelegen mit eigenem Bootsanleger.
WWW.HIPPIEMENTS-VILLAGE.COM
INFO@DV-GROUP.AT
WWW.DV-GROUP.AT
196
KULINARIK | ZU BESUCH BEI
SCHWARZES
„To’ak“-Schokolade wird wie ein Jahrgangswein hergestellt,
wie ein Whisky gereift, wie ein Kunstwerk verpackt und aus der
seltensten und wertvollsten Kakaosorte der Welt gewonnen.
AURUM 999,9 wirft einen Blick hinter die Kulissen
Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Mark Fox, Michael Masdag, To’ak
Einzigartig, aromatisch, legendär und begehrt, das sind nur ein paar
Attribute, mit denen die dunkle Luxusschokolade „To’ak“ in Verbindung
gebracht wird. Eigentlich aus einem Regenwaldschutzprojekt in
Ecuador hervorgegangen, hat sie sich in den letzten Jahren zum weltweiten
Pionier für dunkle Schokolade entwickelt. Der Name bedeutet
Erde und Baum, ihr unverwechselbares Aroma erhält sie aus der seltensten
und wertvollsten Kakaosorte der Welt, der „Nacional“. Penibel
wird auf bestimmte Erntezeiten Wert gelegt, in Fässern gereifte
Editionen und eine äußerst elegante Verpackung mit innovativem
Design krönen „To’ak“ zur besten Schokolade der Welt.
Die vier Gründungsmitglieder, Jerry Toth, Dennise Valencia,
Servio Pachard und der Österreicher Carl Schweizer, haben ihre Leidenschaft
zur Mission gemacht und die Art und Weise, wie die Welt
nun dunkle Schokolade genießt, völlig verändert. Bereits vor etwa
5.300 Jahren wurde die Kakaosorte „Ancient Nacional“ entdeckt, im
19. Jahrhundert erlangte sie Weltruhm, galt jedoch zu Beginn des
21. Jahrhunderts als fast ausgestorben. Im Tal von Piedra de Plata fand
das Team von „To’ak“ einen der letzten überlebenden Haine, bestehend
aus neun reinen Nacional-Bäumen. Seitdem wird gesammelt
und gepflanzt, aus dem Erlös der exklusiven Schokolade konnten
bereits an die 500 Bäume neu gepflanzt werden. Der Grund für die
Berühmtheit ist einfach, denn die Früchte sind ungleich aromatischer
als herkömmlicher Kakao. „To’ak“ stellt die ecuadorianische Zartbitterschokolade
nur aus dieser einzigen Sorte her, so wie ein französischer
Winzer seinen Jahrgangswein aus einer Rebsorte produziert.
Außerdem sind die Schoko-Profis Vorreiter in Sachen Vintage-
Schokolade, die in Cognac- oder Whisky-Fässern reift und dadurch
ihr volles Potenzial entfalten kann. Auch die Verpackung ist ein
Kunstwerk, die Flaggschiff-Edition von „To’ak“ – die „Origin“-Bars –
wird in einer handgefertigten Holzkiste wie ein Schatz verschlossen,
auf der eine individuelle Nummer eingraviert wird. Dazu erhält man
ein stilvolles Verkostungsutensil, ein illustriertes Booklet, das die
Geschichte hinter jeder Edition erzählt, sowie einen Leitfaden für die
richtige Degustation und Kombination von dunkler Schokolade. Die
„Signature“-Edition beinhaltet die gleiche außergewöhnliche Schokolade,
wird aber mit einer umweltfreundlichen, eleganten und minimalistischen
Verpackung in Szene gesetzt. Alle preisgekrönten Boxen
sind Werke lokaler Kunsthandwerker in Ecuador. Das nachhaltige
Ziel des Gründungsteams ist, die gefährdete und legendäre Kakaosorte
„Ancient Nacional“ zu erhalten und mit ihrem Regenwaldschutz-Partner
Third Millennium Allicance vor dem Aussterben zu
bewahren. Gemeinsam haben sie eine Mikroplantage in einem
geschützten Waldgebiet in Ecuador angelegt und geben somit dieses
Kulturgut an die Kakaobauern zurück, die damit einen hohen und
fairen Preis für die Ernte erhalten.
Durch das globale Medienecho auf sechs Kontinenten hat die exklusive
Schokolade mit ihrer unglaublichen Aromavielfalt die Welt erobert.
Wie zum Beispiel die „Vintage 2014 Cognac-Cask Matured 18 months“,
die in Europa neben Harrods in London nur bei Lingenhel in Wien
angeboten wird. 365 Euro für eine 50-Gramm-Tafel sind gut investiertes
Geld in ein großartiges, nachhaltiges Vorzeigeprojekt!
WINTER 2022
197
KULINARIK | MENU À LA CHEF
Aufgeblüht
im Zweiten
Mitten im Wiener Stuwerviertel in einem denkmalgeschützten ehemaligen
Offizierscasino, das liebevoll restauriert wurde, erleben Gäste im „Zazatam“
avantgardistische, raffinierte Kulinarik aus der ganzen Welt
Intim und zauberhaft
ist auch das
Bar-Ambiente
k
Im Winter wird der
Garten kurzerhand
nach innen verlegt
x
h
Küchenchef Felix Müller versteht „casual fine
dining“ als Reise um die ganze Welt und begeistert
mit seinem Sharing-Konzept
Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Colin Cyruz, Zazatam
Unverwechselbar präsentiert sich das kürzlich eröffnete
entzückende Boutiquehotel „Zola – Palais de Bohème“,
das mit entspanntem Luxus für Aufmerksamkeit sorgt.
Für die kreative Gestaltung und Inszenierung der vier
Master-Suiten sowie das Konzept der patinierten Wände
mit „Marmorino“-Putz zeichnet niemand Geringerer als Künstler
Alexander Queisser verantwortlich. So wurde der Charme eines alten
Palazzos, in dem früher ein Offizierscasino untergebracht war,
gekonnt ins Hier und Jetzt transportiert. Und trotzdem findet sich
der Gast auf einer Reise durch die Geschichte wieder. In dem wunderbaren
Stadtpalais wird einem aber nicht nur ein faszinierender
Blick auf die Wiener Historie geboten, sondern auch eine kulinarische
Expedition rund um die Welt. Dafür sorgt das hauseigene
Restaurant „Zazatam“, in dem Küchenchef Felix Müller und sein
Team gekonnt auf „casual fine dining“ mit internationaler Avantgarde
-Küche setzen. Im Sommer, wenn die Sonne vom Himmel lacht
und alles grünt und blüht, nehmen die Gäste in einer Gartenidylle
Platz, die im Winter über eine breite Treppe ins Souterrain verlagert
wird und trotzdem nichts von ihrem Flair verliert. Bunte Kunst und
Fauna-Flora-Malerei verleihen den Räumlichkeiten ein gemütliches
Ambiente, empfangen wird man mit cooler Musik in schicker Club-
atmosphäre. Der junge Küchenchef Felix Müller kochte bereits im
„Arlberg Hospiz Hotel St. Christoph“ sowie in der großartigen „Vila
Joya“ an der Algarve, nun kredenzt er im „Zazatam“ mit seinem Team
Gerichte aus aller Herren Länder auf. Bei seinem Küchenkonzept hat
er freie Hand und trachtet danach, so viel wie möglich selbst zu
machen. Saisonal und regional sind die frischen Zutaten, die Karte
wechselt viermal jährlich und bietet ein breites Spektrum an überraschenden
Gaumenfreuden. Angefangen von veganen Kreationen
über liebevoll handgemachte Pasta bis hin zu Speisen mit asiatischen
Einflüssen und sogar dem Einsatz von Holzkohle. Ganz nach dem
Motto „Sharing is Caring“ ist das moderne Konzept des Food-Sharings
ein wichtiger Bestandteil der Karte. Serviert werden „Little
Bites of everything“, einer der Signature-Dishes, in fünf Gängen zum
Durchprobieren. Wer danach noch Zeit und Lust hat, lässt sich an der
stylishen Bar mit ausgefallenen Cocktailkreationen und Drinks verwöhnen
und genießt die inspirierende Kombination von Musik und
Ambiente. Eines ist unbestritten – mit dem „Zazatam“ ist Wien um
einen Hotspot reicher. Lassen Sie sich im nachfolgenden „Menu à la
Chef“ von Felix Müller auf eine aromatische Weltreise entführen.
zazatam.com
WINTER 2022
199
Tuna Tataki
Rice Crisp / Mangomayo / Chili
200 WINTER 2022
KULINARIK | MENU À LA CHEF
Glazed Pulpo
Purple Haze / Tamarind /
Peanut / Ajo
Cod
Forbidden Rice / Dashi Nage / Mangold
201
KULINARIK | MENU À LA CHEF
Safran Chicken
Tahdig / Barberries Creme /
Safran Nage
202
Persimmon Sorbet
Tonkabohne / Kakaobutter
WINTER 2022
203
TRAVEL
Reif für
DIE INSEL
äglicher Stress, ständige Erreichbarkeit, Termine, Events – und
plötzlich erscheint, inmitten von all diesem Trubel, ein Gedanke
immer dringlicher: Ich bin reif für die Insel! Und ich sage absichtlich
nicht Urlaub, sondern explizit Insel. Denn wenn ich so nachdenke, ist
für mich die erholsame Flucht auf ein paradiesisches Eiland ein noch
intensiveres Erlebnis. Mit der Vision einer Insel vor Augen tue ich mir
wahrscheinlich leichter, auf ein Boot zu steigen, das Handy abzudrehen
und den Alltag hinter dem Horizont langsam verschwinden
zu lassen. Hektik und Probleme lasse ich ganz egoistisch auf dem
Festland zurück. Zu wissen, dass ich irgendwo – „in the middle of
nowhere“ – lande, wo mich niemand findet und mir keiner, den ich
kenne, begegnet, erleichtert mir, den Weg für eine kleine Auszeit
vom Leben zu finden. Bin ich erst einmal am Sehnsuchtsort gelandet,
brauche ich zwei bis drei Tage, bis das Nichtstun auch im Kopf akzeptiert
wurde und ich mich voll und ganz auf den Rhythmus der Insel
einlassen kann. Dann bin ich zu hundert Prozent angekommen und
kann meine Gedanken endlich wieder fließen lassen.
Ich möchte auch noch mit einem Vorurteil aufräumen: Ein Insel-
Trip ist keinesfalls langweilig, und zwar keinen einzigen kurzen
Moment. Es ist pure Inspiration, in andere Mentalitäten einzutauchen
und wunderbare neue Freunde zu finden. Menschen, die Spuren
hinterlassen und mit denen ich noch immer regelmäßig in Kontakt
bin. Außerdem hatte ich das Privileg, traumhafte Landschaften, teilweise
bedeckt mit unberührter Natur, zu entdecken, das Meer zu
erkunden und die Zeit zwischen den Wellen völlig zu vergessen. Um
es auf den Punkt zu bringen, für mich sind es perfekte Hideaways,
um die Energie-Akkus wieder aufzuladen. Um auch Ihnen dieses
Wohlfühlgefühl näherzubringen, entführe ich Sie in dieser Ausgabe
auf Inseln, die mir schon lange am Herzen liegen. Sehnsuchtsdestinationen,
die mir allein schon beim Gedanken daran ein Lächeln ins
Gesicht zaubern. Zweifellos magische Orte, wo man den Kopf freibekommt,
damit das Denken auch einmal die Richtung ändern darf!
Ihre Elisabeth Muth
Fotos: Jürgen Hammerschid
204 WINTER 2022
Looking forward to welcoming you
to the everlasting, eternally changing, forever
elusive.
Your horizon awaits you.
S E A Y O U R O N L Y V I E W • A M A R A H O T E L . C O M
L I M A S S O L , C Y P R U S
TRAVEL
Gestrandet im
PARADIES
Foto: Miavana by Time + Tide
Inseln sind seit jeher magische Sehnsuchtsorte, jede auf ihre ganz eigene
Art und Weise zauberhaft. Sie wecken das tiefe Bedürfnis, einzutauchen
in ein Eldorado der Abgeschiedenheit, Ruhe und Natur
Von Elisabeth Muth
208
Fotos: Miavana by Time + Tide
TRAVEL
Madagaskar,
Nosy Ankao
Private Island:
Luxus trifft
Privacy
MIAVANA BY TIME + TIDE
Madagaskar, der größte Inselstaat Afrikas und die flächenmäßig viertgrößte
Insel der Welt, war ehemals eine französische Kolonie und
blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Als Kreuzungspunkt zwischen
den Handels wegen von Indien nach Afrika und Europa lag sie
direkt an der legendären „Piratenroute“. Sogar die berühmt-berüchtigten
Seefahrer William Kidd und Henry Every unternahmen hier ihre
Beute züge. Als Inselstaat verfügt Madagaskar über zahlreiche Nebeninseln.
Auf einer davon, der Nosy Ankao, befindet sich das brandneue,
luxuriöse „Miavana by Time + Tide“-Resort. Einst wurde dieses Eiland
von Piraten belagert, die dort ihre Schmugglerware versteckten, heute
erleben Gäste dieses traumhafte Fleckchen Erde mit einer ultraluxuriösen
Lodge als perfekten Rückzugsort und Ruheoase. Dabei ist
man umgeben von einem unberührten Riff, weißen, pulverfeinen
Sandstränden und fantastischen Tauchrevieren. Gekonnt vereint das
„Miavana“ exklusive Gästeansprüche, Abenteuer und Naturschutz.
Die 14 abgeschiedenen Villen zählen zu den geräumigsten weit und
breit, wobei die „Miavana“-Villa mit ihren drei Schlafzimmern und
1.020 Quadratmeter Wohnfläche als exquisites Vorzeigeobjekt gilt.
Gärten und große Terrassen, private Pools und ein direkter Zugang
zum über zwei Kilometer langen Strand machen den Aufenthalt zu
einem unvergesslichen Erlebnis. Das Küchenteam steht rund um die
Uhr zur Verfügung, um individuelle Menüs zu kreieren, und der persönliche
Butler liest einem jeden Wunsch von den Augen ab. Diese
intime Oase ist der richtige Ort, um dem Alltag zu entfliehen!
miavana.com
h
Im Infinitypool schwimmt man dem
Sonnenuntergang entspannt entgegen
k
Auf Du und Du mit dem Ozean.
Der Blick aus der Villa ist
einfach atemberaubend
v
Süße Träume sind im luxuriösen
Kingsize-Bett garantiert
WINTER 2022
209
TRAVEL
Malediven: Schnorcheln
mit Schildkröten
FOUR SEASONS KUDA HURAA
Fotos: Four Seasons
210
k
Der Übergang vom Schlafzimmer zum
Privatpool ist fließend
l
Der Blick von oben zeigt das
luxuriöse Resort aus einer ganz
besonderen Perspektive
x
Die Gartenvilla ist ein exquisites
Refugium für Ruhesuchende
Alleine schon die Lage der Malediven lädt zum Träumen ein! Die
Inselkette erstreckt sich im Indischen Ozean südwestlich der Südspitze
Indiens und besteht aus 26 Atollen, die als Spitzen eines Unterwassergebirges
nur ganz gering über den Meeresspiegel hinausragen.
Die Besiedlungsgeschichte liegt im Dunkeln, Legenden erzählen von
paradiesischen Zuständen, von Zuwanderern aus Sri Lanka, von Seefahrern,
Händlern und Schiffbrüchigen arabischer, afrikanischer oder
malaysischer Herkunft. Nun, das mit dem Paradies lässt sich nur
bestätigen! Am südöstlichen Rand des Nord-Male-Atols liegt die Insel
Kuda Huraa mit dem Sechs-Sterne-Resort „Four Seasons Kuda Huraa“
inmitten einer türkisblauen Lagune und begeistert durch die traditionelle
maledivische Architektur gepaart mit Komfort und modernem,
luxuriösem Ambiente. Nur 25 Minuten mit dem Speedboot von Male
entfernt, trifft man auf das Resort im Gartenstil mit leuchtenden, tropischen
Blumen, das wie ein traditionelles maledivisches Dorf angelegt
wurde. In 96 Strand- und Überwasser-Villen finden Gäste aus aller
Welt die Entspannung und Abgeschiedenheit, die sie suchen. Vier
Restaurants bieten neben indischen, asiatischen und italienischen
Köstlichkeiten auch edle Tropfen aus dem hauseigenen Weinkeller. Im
weitläufigen Spa-Bereich wird Erholung großgeschrieben. Abenteurer
werden bei Tauchgängen an über 30 Tauchspots sowie Delfin-, Schildkröten-
und Hai-Safaris, organisiert vom Team des Marine Discovery
Center, voll auf ihre Kosten kommen. Der ganz besondere Charme
und die großartige Hospitality werden den Urlaub im „Four Seasons
Kuda Huraa“ zu einer bleibenden Erinnerung machen!
fourseasons.com
WINTER 2022
211
TRAVEL
Portugal, Madeira:
Wo Berge auf Blumen treffen
REID’S PALACE, A BELMOND HOTEL
Keine Insel ist wohl so vielfältig wie Madeira, das bereits im sechsten
Jahrhundert vor Christus durch die Phönizier entdeckt wurde. Üppige
Vegetation und fruchtbare Böden lockten schon seit jeher Seefahrer und
Siedler aus allen Regionen der Erde an. Die gesamte Insel hat Mittel- bis
Hochgebirgscharakter und besticht dadurch nicht nur mit ihrem Pflanzenreichtum,
sondern auch mit beeindruckenden Steilküsten. Am besten
lässt sich die Insel vom traditionsreichen Luxushotel „Reid’s Palace“
aus erkunden. Umgeben von einem zehn Hektar großen subtropischen
botanischen Garten, besticht der luxuriöse Hotspot mit direktem Meerzugang,
einem ganz wunderbaren Spa, drei Swimmingpools, die hoch
über dem Ozean auf einem Felsvorsprung liegen, und zwei Tennisplätzen.
Das Sechs-Sterne-Haus gehört zu den Leading Hotels of the World
und hat schon berühmte Persönlichkeiten wie Winston Churchill,
Charlie Chaplin, Gregory Peck, Margaret Thatcher und auch Kaiserin
Elisabeth von Österreich beherbergt. 158 elegant ausgestattete Zimmer
und Suiten, alle mit Balkon und Terrasse und einem herrlichen Weitblick
auf die Gärten oder das Meer, garantieren pure Erholung. Selbstverständlich
speisen Gäste im Sterne-Restaurant „William“ oder im
„Villa Cipriani“ und genießen dabei den spektakulären Panoramablick.
Im „Reid’s Palace“ wird einem auch bestimmt nicht langweilig. Dafür
sorgen viele Aktivitäten, wie etwa eine Gartentour mit Experten oder
diverse Ausflüge. Very British ist der berühmte „Afternoon Tea“, der
zwischen 15 und 17.30 Uhr in der Lounge oder auf der „Tee-Terrasse“
eingenommen wird. Eine Tradition, die das Haus seit jeher pflegt!
belmond.com
h
Den spektakulären Weitblick
bewundern Gäste beim
luxuriösen Dinner
„Very British“ ist der Stil der
Suiten und Zimmer
x
Fotos: Belmond
212 WINTER 2022
Sie wollen wissen, warum
so viele Handabdrücke auf
den Flaschen sind?
Unsere Art Sekt zu machen, ist kompromissloses
Handwerk. Jede einzelne Flasche haben wir
43 mal in unseren Händen, bevor wir sie in
Ihre übergeben.
Österreichs erster Winzersekt – seit 1976
traditionell in der Flasche vergoren und
handgerüttelt. Für Ihre prickelnden
Momente.
Blanc de Blancs Große Reserve
Brut Nature Reserve
Brut Rosé Reserve
jetzt bestellen, Weihnachten
www.malat.at
und Silvetser geniessen
versandkostenfrei innerhalb
Österreichs bis 24.12.2022
thiesdesign.com
TRAVEL
Kambodscha,
Krabey Island:
Jungle-Feeling
mitten im Ozean
SIX SENSES KRABEY ISLAND
Klein und anmutig, tropisch und doch dicht bewaldet, so speziell präsentiert
sich die kleine kambodschanische Privatinsel Krabey Island.
Nur fünf Kilometer vom Ream-Nationalpark auf dem Festland entfernt
und umgeben von 21 Inseln, liegt sie im Südchinesischen Meer. Sie ist
voll anmutiger Schönheit und unberührter Natur. Und genau diesen
Platz hat sich Six Senses ausgesucht, um ein Refugium zu kreieren, in
dem man mehr als nur die Seele baumeln lassen kann. Hier werden
Gäste im „Six Senses Krabey Island“ zum ultimativen Wohlfühlerlebnis
empfangen. Die 40 Pool-Villen liegen idyllisch verstreut auf der 30
Hektar großen Insel der Ruhe, eingebettet in eine einmalige Naturkulisse.
So weit das Auge reicht, begeistern felsige Küsten, Regenwälder
voller Leben, eine bemerkenswerte Artenvielfalt, verwunschene Mangrovenwälder
und tosende Wasserfälle. Aber natürlich bietet das
Resort Komfort auf höchstem Niveau, moderne Technologie und viele
weitere Annehmlichkeiten. Die Gewürze und Kräuter der Khmer-
Küche in den beiden Restaurants versprechen neue kulinarische
Genussmomente, selbstredend wird hier explizit auf Nachhaltigkeit
geachtet, und in der Sunset-Bar begeistert der Weitblick nach Westen
auf den Golf von Thailand. Ein Highlight ist das weitläufige „Six Senses
Spa“, das neben den unterschiedlichsten Treatments auch mit kambodschanischen
Heilbehandlungen aufwartet. Eigene Wellness-Workshops
vereinen, wenn man möchte, Entspannung mit einem sportlichen
Workout. Das „Six Senses Kraby Island“ ist zweifellos eine
Entdeckungsreise wert!
sixsenses.com
Fotos: Six Senses
214
WINTER 2022
v
Relaxen am Hauptpool, umgeben von
Natur, wird zum eindrücklichen
Erlebnis
k
In der Sunset-Bar lassen sich
Sonnenuntergänge magisch genießen
x
Der private Pool garantiert Erholung
pur in diesem schönen Hideaway
215
TRAVEL
Indonesien, Java:
Wilde Schönheit entdecken
AMANJIWO
216
WINTER 2022
k
Wahres Tempel-Feeling spürt man
in der Indonesia Suite
x
Die Dalem Jiwo Suite verzaubert und
entführt in eine faszinierende Welt
l
Das Umland lässt sich im hauseigenen
Zug stilvoll erkunden
Vulkanisch, grün und fast unzähmbar präsentiert sich Java, das schon
sehr früh, etwa 200 vor Christus, besiedelt war. Die Insel mit ihren
knapp 126.700 Quadratkilometern entspricht in etwa der Größe Englands
und gehört geografisch zum Inselstaat Indonesien, sie beherbergt
auch die Hauptstadt Jakarta. Einzigartig ist nicht nur die wilde
Natur Javas, als kultureller Schmelztiegel ist sie auch berühmt für die
außergewöhnliche Architektur der antiken Heiligtümer und Palastanlagen,
die hohe Kunst des Tanzes, der Malerei und des Silber- und
Weberhandwerks. Das „Amanjiwo“, was so viel wie „friedvolle Seele“
bedeutet, befindet sich im Herzen Zentraljavas. Es thront inmitten
eines natürlichen Amphitheaters aus Kalkstein des Menoreh-Gebirges
und bietet einen unvergleichlichen Blick auf die Tempelanlage Borobudur,
eines der größten buddhistischen Heiligtümer der Welt und
Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Insgesamt verteilen sich 36 Suiten
auf dem weitläufigen Areal. Absolute Freiheit vermitteln in den Suiten
schöne hohe Decken und die gewölbten Kuppeldächer, Glasschiebetüren
öffnen sich zur Gartenterrasse, die mit einem reetgedeckten
Gartenpavillon für private Dinner ausgestattet ist. Imposant ist auch
der Dining-Room, der von einer Doppelreihe aus Steinsäulen dominiert
wird. In diesem Open-Air-Setting werden Leckerbissen der
indonesischen und westlichen Küche kredenzt. Der hauseigene Spa-
Bereich mit javanischen Beauty-Treatments und der 40 Meter lange
Infinity pool, umgeben von Feigenbäumen, laden zum Verweilen und
Träumen ein. Atemberaubende Tempeltouren und Exkursionen entführen
in eine ferne Welt, aus der man nicht mehr weg möchte!
aman.com
Fotos: Aman Hotels
217
h
Die Villa „Les Jolies Eaux“ gehörte Prinzessin
Margaret. An diesem persönlichen Rückzugsort
hat sie viel Zeit verbracht
k
In der Villa „Mandalay“ war David Bowie zu
Hause, er hat sie selbst mitgestaltet
h
Der Zauber liegt in den Details, wie
hier im wunderschönen Steinmosaik
k
Der Private-Pool in der „Palm Beach
Villa“ lockt den Besitzer, Tommy
Hilfiger, oft hierher
218
TRAVEL
Mustique: Insel
der Stars und
Prominenten
PRIVATES INSELPARADIES
DER SUPERLATIVE
Exotisch anmutend liegt die in Privatbesitz befindliche Insel
Mustique, zu den Grenadinen gehörend, im Karibischen Meer. 1958
kam Lord Glenconner, Colin Tennant, auf Mustique an und kaufte die
Insel für nur 45.000 Pfund, obwohl sie keine Straßen, Stege oder fließendes
Wasser hatte. Hier sollte eine Baumwollfarm florieren, doch
diese Pläne waren wirtschaftlich nicht tragfähig. So suchte Lord
Glenconner nach anderen Möglichkeiten, um diesen Sehnsuchtsort zu
entwickeln, und schenkte 1960 ein Insel-Grundstück seiner guten
Freundin, Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Margaret von York. Die
Schwester der Queen schuf sich in diesem Paradies die prächtige Villa
„Les Jolies Eaux“, und von da an war das Interesse an Mustique ungebrochen.
1968 wurde die Mustique Company ins Leben gerufen, um
ein grandioses, privates Eldorado für den internationalen Jetset zu
kreieren. Neben der Villa „Les Jolies Eaux“, in der auch Prinz William
und seine Frau Kate schon öfter Ruhe gesucht haben, gibt es noch
weitere 88 Privatvillen und nur zwei Hotels. Rockstars, Royals und
andere berühmte Persönlichkeiten schätzen die Privatsphäre und den
Luxus auf Mustique, denn Butlerservice, Hausmädchen, Gärtner und
Koch sind bei allen Refugien inklusive. Zusätzlich begeistert zum Beispiel
das ehemalige Anwesen von Prinzessin Margaret mit einem
360-Grad-Rundumblick auf das Karibische Meer und erlebt man in
fünf Schlafzimmern und einem zwölf Meter langem Pool samt Pavillon
die Welt aus einer völlig neuen Perspektive. Die wohl exklusivste
und luxuriöseste Insel der Welt ist das perfekte Hideaway für all jene,
die den Alltag ungestört hinter sich lassen möchten.
mustique-island.com
Fotos: Mustique Island
WINTER 2022
219
TRAVEL
Curaçao:
When dreams
come true
BAOASE LUXURY RESORT
h
Privatsphäre wird
großgeschrieben, am
eigenen Pool genießt
man sie entspannt und
ungestört
k
Balinesischen Stil
findet man auch in den
Schlafgemächern
x
Die Mastervilla vereint
Design, Luxus und
Gemütlichkeit
1499 entdeckte Alonso de Ojeda, ein Offizier unter Christoph Kolumbus,
die Sehnsuchtsdestination Curaçao. Aufgrund der beeindruckenden
Körpergröße der dort lebenden Arawak wurde sie anfangs „Isla de
los Gigantes“ getauft, später wurde der Name geändert. Ihre lange
Geschichte ist ebenso beeindruckend, denn 1572/73 wurde sie sogar
vom wohl bekanntesten Piraten, Sir Francis Drake, überfallen. Die
Insel gehört heute mit ihren rund 444 Quadratkilometern zum Königreich
der Niederlande und liegt in der Karibik. Inmitten von kristallklarem
Wasser befindet sich das „Baoase Luxury Resort“ nur unweit
der Hauptstadt Willemstad. Das wunderschöne Hideaway verfügt
über 23 Villen im balinesischen Stil, in zwölf davon genießen Erholungssuchende
den Komfort eines eigenen Pools. Luxuriös erlebt man
am Privatstrand Tage ultimativer Entspannung. So kann man sich
vom Strandbutler mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen lassen,
oder man erkundet das umliegende Meer mit der hauseigenen Yacht
des Resorts und erlebt ausgedehnte Schnorchelausflüge. Kulinarisch
sorgt das Team rund um Küchenchef René Klop für eine spannende
Crossover-Küche und kreiert raffinierte Gerichte mit französischasiatischem
Touch. Gespeist wird entweder im „Culinary Beach
Restaurant“ oder im „Sunset Deck Restaurant“, inklusive unvergesslicher
karibischer Sonnenuntergänge, wofür auch immer man sich
entscheidet. Die herrliche Lage und der perfekte Service machen den
Aufenthalt auf dieser faszinierenden Insel so besonders!
baoase.com
Fotos: Baoase
220
WINTER 2022
Erschaffen Sie Ihr
eigenes kleines Paradies.
Jetzt scannen
und entdecken:
Für die meisten von uns sind die warmen Tage gleichbedeutend mit Grillen, kleinen
Gerichten und Aperitifs auf der Terrasse. Die Outdoor-Küche wird immer beliebter und
ersetzt die Grillecke. Mit FLAM.E hat der Wohnraum im Freien Gestalt angenommen.
Hier wird Ihr Garten neu definiert: www.flam-e.at
h
Necker Island ist ein Ruhepol
mit angenehmer Privatsphäre
in einem atemberaubenden
Ambiente
j
Ein Bett wie im Märchen,
mit einem Ausblick wie im
Paradies: So lässt es sich
doch leben
v
Im Haupthaus dominiert
balinesisches Ambiente,
das den perfekten Wohlfühlmoment
schafft
Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Vladi Private Islands
222
TRAVEL | WITH THE STARS
LIKE A
Sir Richard Branson, Unternehmer und
Gründer der Virgin Group, lebt
abwechselnd auf seinem Landsitz im
britischen Oxfordshire und auf seiner
privaten Karibikinsel Necker Island,
die er auch für Gäste öffnet
Necker Island, ein elitäres Luxusparadies, liegt inmitten der traumhaften
British Virgin Islands und besticht durch die Abgeschiedenheit
sowie vollkommene Ruhe. Die 30 Hektar große Insel ist das private
Hideaway von Sir Richard Branson, aber auch Erholungsort zahl reicher
berühmter Persönlichkeiten. Haben doch schon viele Größen des
internationalen Film- und Musikbusiness hier ihre Spuren im Sand
hinterlassen. Necker Island wird den Großteil des Jahres exklusiv vermietet,
lediglich in den sogenannten „Celebration Weeks“ gibt es die
Möglichkeit, einzelne Suiten oder Zimmer zu buchen. Auf dem majestätischen
Devils Hill findet sich das beeindruckende Haupthaus „The
Great House“, dazu sind sechs individuelle „Bali Houses“ sowie zwei
weitere „Temple Houses“ über die ganze Insel verstreut. Den bis zu 40
Gästen stehen dabei insgesamt 17 exklusive Suiten und Zimmer für
einen traumhaften Aufenthalt zur Verfügung, um völlige Entspannung
kümmert sich im „Bali Leha Spa“ ein erfahrenes Team mit zahlreichen
wohltuenden Treatments. Das Spa wurde auf einer Klippe
erbaut und begeistert mit einem großartigen Blick über das Meer.
Neben dem breiten Wellness-Angebot steht dem Besucher auch eine
Vielzahl an Wassersportmöglichkeiten zur Ertüchtigung zur Verfügung,
egal ob nun Kitesurfing, Segeln, Windsurfen, Wasserski oder
Kajak. Perfekt abgerundet wird das Sportangebot durch das private
Fitnessstudio und die beiden Tennisplätze. Für Abenteuerlustige steht
das welterste Unterwasserflugzeug „Necker Nymph“ bereit, in dem
man bis in eine Tiefe von 30 Metern die Unterwasserwelt hautnah
erleben kann.
Auch kulinarisch hat das Anwesen natürlich einiges zu bieten.
Der Gast entscheidet, wo und wie er sich kulinarisch verwöhnen lassen
möchte, und der persönliche Küchenchef mit seinem Team erfüllt
jeden nur denkbaren Wunsch. Hoch im Kurs stehen die sogenannten
Überraschungsmenüs für eine kulinarische Reise um die Welt. Gäste
erreichen dieses Paradies am besten per Flug nach Tortola oder
Virgin Gorda und mit anschließendem Transfer per Boot oder Helikopter.
Vor Ort angekommen, wird man von türkisfarbenem Meer,
einmaligen Sandstränden, intakten Korallenbänken und natürlich
einer unvergesslichen Gastfreundschaft erwartet.
vladi-private-islands.de
WINTER 2022
223
TRAVEL
New
Places
AURUM 999,9 ist immer auf der Suche nach brandneuen
Top-Destinationen. Auch in dieser Ausgabe präsentieren wir wieder
einige internationale Highlights und Hideaways
Aethos Ericeira, Portugal
Next-Gen-Luxus mit Weitblick
Design und Luxus, gepaart mit Tradition und Gemütlichkeit, darauf
setzt die Hotelgruppe Aethos, die kürzlich das „Aethos Ericeira“ in
Portugals Surf-Mekka eröffnet hat. Die neue Lifestyle- Destination
liegt auf einer 40 Meter hohen Klippe, mit unvergleich lichem Blick auf
den Atlantik. Hier kann Wellness auf vielerlei Art und Weise erlebt
werden. Das Anwesen verfügt über 50 Zimmer und Suiten, einen
Holzsteg entlang der Klippe, ein Meditations- und Yogadeck sowie
eine Feuerstelle. Das Spa umfasst einen beheizten Salzwasserpool,
Sauna und diverse Behandlungsräume, im „ONDA“, dem Sea-to-Table-
Restaurant, genießt man indoor wie outdoor bewusste und nachhaltige
Küche. Nomaden, die das Surfen und den mühelosen Luxus lieben,
werden sich hier wie zu Hause fühlen!
aethoshotels.com
Six Senses Crans-Montana, Schweiz
Chalet-Architektur trifft auf Moderne
Diesen Dezember ist es so weit, das „Six Senses Crans-Montana“ öffnet
seine Pforten und beeindruckt unter anderem durch seine erstklassige
Lage oberhalb der Hauptgondel in Crans mit einem direkten
Ski-in- und Ski-out-Zugang. Die 45 Terrassenzimmer sowie die Suiten
mit einem oder drei Schlafzimmern sind an drei Seiten von einer
wunderbaren Naturkulisse umgeben. Im „Byakko“ serviert das
Küchenteam japanische Cuisine mit Pfiff und wird damit für ein großartiges
Geschmackserlebnis sorgen. In der ganztägig geöffneten
Brasserie „Wild Cabin“ sollen als kulinarischer Kontrast klassische
Schweizer Gerichte überzeugen. Nach dem Skitag entspannen die
Gäste im „Six Senses Spa“, das mit seiner exquisiten Ausstattung ein
weiteres Highlight des Hauses darstellt. Denn nichts ist angenehmer,
als sich nach einem intensiven Sporttag vom Spa-Team rundum verwöhnen
zu lassen.
sixsenses.com
Avani Chaweng Samui
Hotel & Beach Club, Thailand
Let the party begin
Chaweng war schon immer Thailands Insel-Hotspot und ist nun um
das frisch eröffnete „Avani Chaweng Samui Hotel & Beach Club“ reicher.
Das Retro-Glamour-Hotel liegt nur wenige Schritte vom Meer
entfernt und besticht mit seinem kühnen und frischen Design, das
sich an den goldenen Zeiten der 1950er-Jahre orientiert und sich auf
die ikonischen Reiseziele wie Palm Beach und Miami bezieht. Um den
Mittelpunkt, einen großen und einladenden Swimmingpool, reihen
sich auf nur drei Stockwerken 80 glamouröse Zimmer und Suiten. Die
Cabanas rund um den Pool machen Lust auf geselliges Beisammensein
bei guter Musik. Eine Kooperation mit dem berühmten SEEN
Beach Club Samui erlaubt den Gästen exklusiven Zutritt zur wohl
begehrtesten Location auf Samui. Good Vibes, perfect Nights und DJ-
Line-up inklusive!
avanihotels.com
Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Francisco Nogueira, Avani Hotels & Resorts, Six Senses
224 WINTER 2022
www.arnold.immobilien
Die Kompetenz
unserer Makler ist
Spezialität des Hauses.
Wer beim Investment auf stabile Werte baut, hat mit Sicherheit mehr
Möglichkeiten, das Leben zu genießen und für Generationen vorzusorgen.
Diese Werte sind für uns nicht nur Immobilien in Bestlage. Sondern vor allem
auch Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und genaue Marktkenntnis. Europaweit.
Ihr ganz privater Makler wird Sie auf allen Wegen unterstützen.
SEITZERGASSE 1-3 . 1010 WIEN
ZEHN LÄNDER. EIN MAKLER. UNZÄHLIGE MÖGLICHKEITEN.