17.11.2022 Aufrufe

audimax JUR.A Wintersemester 2022/23 – Karrieremagazin für Juristen

Alles wird Mut! Eine Sammlung von mutigen Niederlagen, spannenden Neuanfängen und wie man seine Angst in Stärke verwandelt *** Law goes Digital: Start-ups, Jobs und Studien*** True Crime Hype: Ein Blick in die Welt des Strafrechts *** Must Know Podcasts, Blogs, Serien: Neues vom Unfassbaren *** Messe-Hopping für Einsteiger *** Ein Tipp gegen Stress? Karoline Herfurth beantwortet die Frage in Mut zur Lücke.

Alles wird Mut! Eine Sammlung von mutigen Niederlagen, spannenden Neuanfängen und wie man seine Angst in Stärke verwandelt *** Law goes Digital: Start-ups, Jobs und Studien*** True Crime Hype: Ein Blick in die Welt des Strafrechts *** Must Know Podcasts, Blogs, Serien: Neues vom Unfassbaren *** Messe-Hopping für Einsteiger *** Ein Tipp gegen Stress? Karoline Herfurth beantwortet die Frage in Mut zur Lücke.

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12-<strong>2022</strong> · 16. Jahrgang<br />

www.<strong>audimax</strong>.de<br />

Wahres Verbrechen<br />

WOHER KOMMT DER TRUE CRIME HYPE?<br />

SPEZIALISIERUNG STRAFRECHT // WELCHE SKILLS BRAUCHEN <strong>JUR</strong>ISTEN?


Sie wissen, wie wichtig<br />

Atmosphäre ist?<br />

Wir auch. Als weltweiter Rückversicherer übernehmen wir Risiken<br />

anderer Versicherungen, entwickeln gemeinsam mit ihnen innovative<br />

Produkte und suchen nach Win-Win-Lösungen. Eine auf<br />

Vertrauen basierende Zusammenarbeit ist da<strong>für</strong> besonders wichtig.<br />

Dieses Vertrauen setzen wir auch in unsere Mitarbeitenden. Große<br />

Handlungs- und Entscheidungsspielräume werden Ihnen die Möglichkeit<br />

geben, Verantwortung zu tragen und sich zu entwickeln.<br />

Die Erdatmosphäre können leider auch wir nicht rückversichern.<br />

Risiken aus der Luft- und Raumfahrt übernehmen wir aber tatsächlich.<br />

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INHALT<br />

Auf der Karrieremesse: Na, du auch hier? S. 24<br />

Fotos: <strong>audimax</strong>, vectorjuice/freepik.com<br />

Office<br />

update<br />

Seid gegrüßt!<br />

Die Tage werden kürzer und der Lichtschalter<br />

klickt nun schon etwas früher<br />

am Nachmittag. Doch wir machen<br />

es uns in der Redaktion gemütlich und<br />

hauen weiterhin fleißig in die Tasten.<br />

Während nur ein paar Kilometer vom<br />

Büro entfernt, der Nürnberger Christkindlesmarkt<br />

endlich wieder seine Buden<br />

öffnet, sind wir bereits jetzt mit<br />

Lebkuchen und anderen Naschereien<br />

versorgt <strong>–</strong> auch, weil in diesen Herbsttagen<br />

die absolut meisten Team-Geburtstage<br />

stattfinden und ständig jemand was<br />

Süßes mitbringt.<br />

Ja, uns geht's ganz gut. ;P<br />

In dieser Ausgabe haben wir einen<br />

Schwerpunkt zum Thema Mut. Wir<br />

wollen euch Menschen, Ideen und Gelegenheiten<br />

vorstellen, die von ganz schön<br />

viel Mumm in den Knochen zeugen. Heraus<br />

kommt dabei aber immer etwas<br />

Großes. Dazu gibt es wie gewohnt Tipps<br />

<strong>für</strong> Studium und Karriere.<br />

Liebe Grüße,<br />

eure <strong>audimax</strong>-Redaktion


KARRIERE<br />

AUCH NUR EIN MENSCH: WIE SPRECHE ICH<br />

FEHLER MEINES CHEFS AN?<br />

Fehler passieren. Dennoch ist es meist unangenehm,<br />

wenn man von jemand anderem darauf<br />

hingewiesen wird. Und jetzt musst du<br />

ausgerechnet deinen Chef auf einen bedeutenden<br />

Fehler hinweisen, was auch <strong>für</strong> dich eine<br />

schwierige Herausforderung sein kann. Doch<br />

Menschen sind verschieden und so gibt es nicht<br />

den einen »richtigen Weg« wie du einen Fehler<br />

deines Vorgesetzten am besten ansprechen<br />

kannst.<br />

Stelle dir folgende drei Fragen, um den <strong>für</strong> dich<br />

individuell passenden Umgang mit der Situation<br />

herauszuarbeiten: 1. Wie würdest du dir<br />

wünschen, dass man DICH auf einen Fehler<br />

aufmerksam macht? (z. B. unter vier Augen, respektvoll,<br />

in wertschätzender Art und Weise<br />

usw.) 2. Was würdest du NOCH brauchen, um<br />

dies besser annehmen zu können? (z. B. Sachlichkeit,<br />

Verständnis, Vorschläge oder Unterstützung<br />

bei der Fehlerbehebung etc.) 3. Was ist<br />

er/sie deinem Eindruck nach <strong>für</strong> ein Typ Mensch<br />

und wie ist euer Umgang miteinander? (z. B.<br />

eher traditionell hierarchisch, freundschaftlichkollegial<br />

usw. und was bedeutet das <strong>für</strong> deine<br />

Ton- und Wortwahl?) Wenn du dir hierüber im<br />

Vorfeld Gedanken machst und so vorbereitet<br />

ins Gespräch gehst, zeigst und gewinnst du Vertrauen<br />

und beweist, dass du Ziel und Ergebnis<br />

der gemeinsamen Arbeit stets im Blick hast.<br />

Gina Friedrich, Career & Life Coach<br />

WO SEID IHR?<br />

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung<br />

aus dem Jahr 2021 melden 66 Prozent der deutschen<br />

Unternehmen einen Fachkräftemangel.<br />

Dabei betrifft das Defizit am häufigsten den Bereich<br />

der Ausbildungsberufe. Good News: Viele<br />

Firmen haben einen Blick auf diese Entwicklung<br />

und ziehen mit entsprechenden Angeboten<br />

nach. Dazu zählen duale Bildungsangebote<br />

ebenso wie flexible Arbeitsmodelle und vielfältige<br />

Weiterbildungsmöglichkeiten.<br />

WENIGER HIERARCHIEN<br />

Früher war alles anders. Das lässt sich mit ziemlicher<br />

Sicherheit auch auf den beruflichen Kontext<br />

übertragen. Während strikte Positionstrennung<br />

in früheren Generationen merklich<br />

im Grundrepertoire eines jeden Jobs verankert<br />

war, werden die Hierarchien über verschiedene<br />

Qualifikationsebenen hinweg heutzutage<br />

immer flacher. Finden wir prima denn: Damit<br />

die Leistung passt, sollten Arbeitnehmer, ergo<br />

Menschen und damit verbundenes Miteinander<br />

immer ein Stück weit im Fokus stehen. Gehen<br />

wir mit der Zeit, macht diese Entwicklung<br />

durchaus Sinn <strong>–</strong> hybrides Arbeiten mit entsprechendem<br />

Remote-Anteil funktioniert nicht<br />

ohne die Mischung aus Selbstbestimmung und<br />

Nähe zu und zwischen den Mitarbeitern.<br />

41 %<br />

DER GENERATION Z<br />

GABEN AN, DASS<br />

FLEXIBLE ARBEITS-<br />

ZEITEN EINEN<br />

WICHTIGEN ASPEKT<br />

BEI DER JOBWAHL<br />

DARSTELLEN.<br />

38 PROZENT LEGEN<br />

EBENFALLS GROßEN<br />

WERT AUF EINE WORK-<br />

LIFE-BALANCE.<br />

LIEBLINGSJOBS <strong>2022</strong><br />

Die Arbeitswelt im Wandel: <strong>2022</strong> zählten »Berater<br />

im öffentlichen Sektor«, »Produktanalyst«,<br />

»Mitarbeiter in der Geschäftsentwicklung«<br />

und »Nachhaltigkeitsmanager« zu den gefragtesten<br />

und somit am stärksten gewachsenen<br />

Berufsfeldern.<br />

RECRUITING MORGEN<br />

Bewerbungsstapel händisch durchwälzen war<br />

gestern. Auch hier im Kommen: die Abwicklung<br />

spezifischer Bewerbungsschritte im Online-Vorauswahlverfahren.<br />

Bedeutet konkret,<br />

dass Netzwerke wie Instagram, Facebook und<br />

natürlich LinkedIn & Co. gezielt zur Selektion<br />

Bewerbender genutzt werden, bevor es zum<br />

eigentlichen Bewerbungsprozedere übergeht.<br />

Das erspart Recruitern Zeit und Ressourcen,<br />

erfordert aber auch eine gewisse Automatisierung,<br />

an der bereits emsig gearbeitet wird. Kleiner<br />

Tipp an dieser Stelle also: die eigene Online-Präsenz<br />

einmal mehr hinterfragen und<br />

bewusst(er) gestalten.<br />

DAS DING MIT DER UNVERWÜSTLICHKEIT<br />

Mental Health sollte inzwischen kein Fremdwort<br />

mehr sein. Weil die Arbeit einen Großteil<br />

unseres Lebens einnimmt, steigt das Bewusstsein<br />

auch <strong>für</strong> ein gesundes Mindset im Karrierekontext.<br />

Heißt: Resilienz ist fein, sollte aber<br />

nicht in absolute Selbstaufgabe übergehen. Flexible<br />

Arbeits(zeit)modelle schaffen da<strong>für</strong> eine<br />

tolle Grundlage, sollten aber nicht zum Work-<br />

Life-Blending mutieren.<br />

MEET<br />

AND<br />

GREET …<br />

20.-22.1.<strong>23</strong> KarriereStart | Ort: Dresden<br />

www.messe-karrierestart.de<br />

28.-29.1.<strong>23</strong> jobmesse | Ort: Hamburg<br />

www.jobmessen.de<br />

21.-25.2.<strong>23</strong> meccanica feminale | Ort: Schwenningen<br />

www.scientifica.de<br />

4.3.<strong>23</strong> Master Day Business | Ort: München<br />

www.e-fellows.net<br />

8.3.<strong>23</strong> T5 JobMesse | Ort: Stuttgart<br />

www.t5-jobmesse.de<br />

16.3.<strong>23</strong> jobmesse | Ort: Rostock<br />

www.jobmesse-rostock.de<br />

Interessant <strong>für</strong>:<br />

ING Alle<br />

MINT WiWi<br />

Foto: Clay Banks | Quellen: statista.de, karrierebibel.de, karriere.at, Bertelsmann-Stiftung, LinkedIn | Text: Vivien Herzog<br />

04 | www.<strong>audimax</strong>.de <strong>–</strong> Dein Karriere-Ratgeberportal


Wir suchen Menschen,<br />

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HAMMER NEWS<br />

FRISCH ANGERICHTET. FALLBEISPIELE UND<br />

NOVITÄTEN AUS DER <strong>JUR</strong>AWELT.<br />

BUBBLE-GUM SCHMUGGLER AUFGEPASST!<br />

Wer mal einen Zwischenstopp in Singapur einlegen muss<br />

oder sich die Millionenmetropole genauer anschauen will,<br />

sollte bloß kein Kaugummi im Gepäck tragen. Nicht umsonst<br />

ist der Inselstaat eines der saubersten Länder weltweit.<br />

Seit 1992 ist die klebrige Masse dort rechtlich verboten.<br />

2004 gab's dann Lockerungen: Einheimische dürfen<br />

sich auf ärztliche Anordnung wieder ein Minzgummi in<br />

den Mund schieben.<br />

BLOSS NICHT ZU BUNT<br />

Achtung Sonnenschirmfans aufgepasst! In der nordhessischen<br />

Kleinstadt Bad Sooden-Allendorf dürfen die Garten-Gadgets<br />

nur beige, pastell- oder sandfarben sein. Wer hier also etwas<br />

buntes in pink oder grün auf die Beine stellt, muss mit einem<br />

Bußgeld von bis zu 15.000 Euro rechnen.<br />

ROLLING-STONES AFFÄRE<br />

Da hat sich der ehemalige Leiter des Bezirksamtes Hamburg-<br />

Nord, Harald Rösler, vor knapp vier Jahren doch gedacht:<br />

Komm ich schnapp mir mal 400 Freitickets <strong>für</strong> das Rolling-<br />

Stones-Konzert. Blöd nur, dass er da<strong>für</strong> schlappe 400.000<br />

Euro weniger Nutzungskosten <strong>für</strong> die Veranstalter berechnete.<br />

Diese »kleine« Diskrepanz viel dann schließlich doch<br />

jemandem auf. Deshalb verhandelt das Landgericht Hamburg<br />

nun gegen den Karten-Klauer und drei weitere Personen.<br />

STVO FÜR VIERBEINER<br />

Wenn du ein paar Schafe, Pferde oder Ziegen in deinem Besitz<br />

hast, solltest du denen mal in Sachen Verkehrsordnung Nachhilfe<br />

geben. Wer nämlich in Deutschland mit seinen Vierbeinern<br />

über die Straße läuft, muss aufpassen, dass sich auch die<br />

pelzigen Gefährten an die Straßenverkehrsordnung (StVO)<br />

halten. Sonst macht sich das Tier strafbar.<br />

E <strong>–</strong> MEIN PARKPLATZ!<br />

Parkplatz suchen ist zwar oft zeitaufwändig und strapaziert<br />

ordentlich die Nerven. Sich auf einen falschen zu<br />

stellen, kann aber ganz schön teuer werden. Dem e-Auto-<br />

Hype sei Dank, darf denen jetzt keiner mehr ihre Stellplätze<br />

klauen. Sneakt sich doch mal ein Verbrenner auf<br />

die e-Ladestation gibt's 55 Euro Strafe.<br />

ZÜGIG<br />

Ab <strong>2022</strong> kann man keine Tickets mehr beim Schaffner oder der<br />

Schaffnerin kaufen. Wer es also eilig und keine Zeit mehr hat,<br />

um sich einen Fahrschein zu ziehen, muss sich diesen künftig<br />

über Smartphone oder Laptop besorgen.<br />

MÜDE BIN ICH, GEH ZUR RUH<br />

So ein Arbeitstag kann schon anstrengend sein, da passiert es<br />

auch mal, dass einem vor lauter Erschöpfung die Augenlider<br />

zufallen. Blöd aber, wenn es einen dann vom Stuhl haut und<br />

man sich die Nase bricht. Selbst Schuld, da zahlt die Unfallversicherung<br />

nicht <strong>–</strong> oder? Glück gehabt! Denn das Sozialgericht<br />

Dortmund hat in solch einem Fall <strong>für</strong> die Arbeitnehmer geurteilt.<br />

Darin hieß es, dass das Einschlafen bei der Arbeit und<br />

das darauffolgende »vom Stuhl fallen und verletzen« als<br />

Arbeitsunfall gilt.<br />

GIFTIGE GARTENZWERGE<br />

An den lustig aussehenden kleinen, urigen Figuren in den<br />

Vorgärten der Nachbarschaft sollte sich normalerweise<br />

niemand stören. Haben sich aber einige Menschen in Hamburg.<br />

Und zwar so sehr, dass es bis vors Gericht ging. Der<br />

Aufsteller der kleinen Gnome musste schlussendlich seine<br />

Gartenzwerge aus den sichtbaren Bereichen entfernen, da<br />

zu viele von ihnen die Optik einer Wohnanlage so sehr beeinträchtigen<br />

würden, dass potentielle Käufer von anliegenden<br />

Wohnungen abgeschreckt werden könnten.<br />

KEINE NOTEN BITTE<br />

Nachdem eine junge Frau aus Erfurt ihren Arbeitsvertrag<br />

gekündigt hatte, verlangte sie ihr Arbeitszeugnis.<br />

Als sie dies endlich bekam enthielt es zwar wie üblich<br />

eine kurze, schriftliche Einleitung. Es folgte aber kein<br />

Fließtext, sondern lediglich eine Notentabelle, ähnlich<br />

wie die aus Schulzeugnissen. Das muss ich mir nicht<br />

gefallen lassen, dachte sich die junge Dame. Sah auch<br />

das Bundesarbeitsgericht Erfurt so und gab ihr Recht.<br />

Laut diesem würde der Anspruch auf ein qualifiziertes<br />

Arbeitszeugnis nicht durch eine Tabellenform<br />

erfüllt werden. Ein solches Zeugnis muss individuell<br />

auf die einzelnen Arbeitnehmer zugeschnitten sein.<br />

SCHNÄPPCHENJÄGER<br />

'Ne Karre <strong>für</strong> 100 Euro <strong>–</strong> geil! Sein gebrauchtes Auto,<br />

welches aber noch super in Schuss ist versehentlich <strong>für</strong><br />

100 Euro zu verkaufen <strong>–</strong> nicht so geil. Ist aber auf eBay<br />

genau so passiert. Der Verkäufer hielt den Preis natürlich<br />

<strong>für</strong> viel zu gering und bestand auf eine Annullierung, weil<br />

er unabsichtlich den Startpreis von einem Euro <strong>für</strong> seine<br />

Auto-Auktion gewählt hatte. Aber Pech gehabt! Der Richter<br />

entschied zu Gunsten des Schnäppchenjägers. Begründung<br />

war die Tatsache, dass der Kern von Auktionen darin<br />

bestehe, Dinge unter Wert zu verkaufen und damit auch<br />

immer Spekulationen bei den Verkäufern mit einhergehen.<br />

Text: Kira Benke | Illustrationen: Mr.Webicon, 2037519.gmail.com, vectorsmarket, ylivdesign/depositphotos.com | Quellen: talentrocket.de, energy.de, bdae.com, ndr.de, bussgeldkatalog.org<br />

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RUBRIK BRANCHENEINBLICK<br />

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Text: Stefanie Markert<br />

Quellen: legal-tech-verzeichnis.de; Dirk Hartung, Florian Brunnader, Christian Veith, Philipp Plog, and Tim Wolters: The Future of Digital Justice; Prof. Heribert Anzinger:Legal Tech in der juristischen Ausbildung | Foto: freepik.com<br />

08 | www.<strong>audimax</strong>.de <strong>–</strong> Dein Karriere-Ratgeberportal


BRANCHENEINBLICK<br />

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<br />

»In jedem Fall sollte man einmal in den Bereich hineinschnuppern <strong>–</strong> sei<br />

es durch Praktika, den Besuch entsprechender Lehrveranstaltungen oder<br />

der Teilnahme an Wochenend-Workshops etc. Das kostet keinen großen<br />

Aufwand und zeigt recht deutlich, ob man mit diesem Bereich klarkommt.<br />

Derartige Angebote gibt es auch losgelöst von juristischen Fakultäten etwa<br />

bei der deutschlandweiten Studierendeninitiative Recode.Law.«<br />

<br />

»Man muss komplexe Sachverhalte in handhabbare Teilfragen zergliedern,<br />

logisch denken und Muster erkennen können <strong>–</strong> das sind sowohl <strong>für</strong><br />

die Rechtswissenschaft im Allgemeinen als auch <strong>für</strong> die Digitalisierung<br />

im Speziellen unverzichtbare Grundkompetenzen. Entscheidend ist<br />

zumindest der Wille, selbst mit Computern zu arbeiten und ein grundlegendes<br />

Interesse an unternehmerischem Denken (Strukturen und<br />

Abläufe erfassen und optimieren). Nicht erforderlich ist dagegen, dass<br />

man programmieren kann oder technische Details (von Netzwerken,<br />

Computern, etc.) kennt <strong>–</strong> denn <strong>für</strong> die rein handwerkliche Umsetzung<br />

gibt es immer besser geeignete Personen.«<br />

<br />

»Nachdem aktuell die Nachfrage nach (qualifizierten) Jurist:innen so<br />

hoch ist wie seit Jahren nicht mehr, sind die ›Legal Engineers‹, ›Legal<br />

Designer‹ etc. etwas aus dem Blick geraten. Tatsächlich ist hier seit fast<br />

zehn Jahren eine jährlich steigende Nachfrage zu beobachten, der derzeit<br />

mangels Personen mit entsprechender Qualifikation kaum bedient werden<br />

kann.«<br />

<br />

»Praktisch befinden wir uns heute ganz am Anfang des Einsatzes der<br />

Digitalisierung in der Rechtsanwendung. Aus ›Kundensicht‹ kann es<br />

aber kaum genug Automatisierung geben <strong>–</strong> auch im Jahr <strong>2022</strong> ist der<br />

Weg zum Anwalt (oder gar zum Gericht) zeit- und arbeitsaufwändig und<br />

schreckt daher ab; deshalb sind Angebote wie ›FlightRight‹ auch so erfolgreich.<br />

Wir sind heute gewohnt, fast alles per Mausklick im Internet zu<br />

erhalten <strong>–</strong> warum also nicht Anspruchsdurchsetzung, Rechtsberatung<br />

oder Konfliktentscheidung? Aus Sicht großer wie kleiner Kanzleien,<br />

aber auch des Staates (der Gerichte und Verwaltung mit Steuergeldern<br />

finanzieren muss) gibt es andererseits einen enormen Preisdruck <strong>–</strong> hochqualifizierte<br />

Menschen (<strong>Juristen</strong> mit einer siebenjährigen Ausbildung)<br />

sind deutlich teurer als Maschinen und sollten deshalb vor ›langweiligen‹<br />

Aufgaben geschont werden. Zudem besteht die Erwartung nach einer<br />

schnellen Erledigung <strong>–</strong> die bei großen Massen menschlich kaum bewältigt<br />

werden kann.«<br />

<br />

»Die Grenze der Automatisierung liegt heute zentral darin, dass diese<br />

keine (moralischen, ethischen, kulturellen) Wertungen vornehmen<br />

können, sondern nur muster- oder regelbasiert bestimmte Daten (seien<br />

es Dokumente, Bilder, Texte, Videos etc.) auswerten können.«<br />

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www.<strong>audimax</strong>.de <strong>–</strong> Dein Karriere-Ratgeberportal | 09


BRANCHENEINBLICK<br />

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Text: Stefanie Markert<br />

Was haben eigentlich Hasen mit der Rechtswissenschaft zu tun? Der wohl bekannteste Hase aus der Juristik<br />

hat uns das Sprichwort »Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts« beschert: Der Jurastudent Victor von<br />

Hase äußerte diesen Satz 1855 als er sich vor Gericht zu einem Strafprozess äußern sollte. Gut möglich ist,<br />

dass Studierende der Rechtswissenschaften in Zukunft auch mit dem Karnickel des folgenden Leitsatzes<br />

konfrontiert werden: »Wenn ein Jäger am Hasen einmal links und einmal rechts vorbeischießt, dann ist der<br />

Hase im Durchschnitt tot. Das ist Statistik.« Hase + Statistik = Jura-Studium? Korrekt! Die Analyse »Legal<br />

Tech in der juristischen Ausbildung«, von Prof. Heribert Anzinger in Zusammenarbeit mit der Friedrich<br />

Naumann Stiftung, widmet sich der Frage, wo denn die Zukunft des Rechts liegt: Untersucht wurden die<br />

Ausbildungsinhalte von mehr als 50 deutschsprachigen Fakultäten mit dem Studienergebnis, dass Legal<br />

Tech rechtsgebietsübergreifend Einfluss auf das Berufsbild des <strong>Juristen</strong> und dessen allgemeinen Anforderungen<br />

nehmen könnte. Als Handlungsempfehlung nennt die Studie vor allem die Aufnahme von »statistischen<br />

Methoden der Data Science und die technischen Grundlagen von ›Legal Tech‹« in die juristische<br />

Ausbildung. Statistik sei die Basis vieler Legal Tech-Anwendungen, erklärt die Studie, und die Anwender<br />

und Anwenderinnen der neuen Technologien müssen deren Funktionsweisen verstehen, um beispielsweise<br />

mögliche Schwächen einschätzen zu können. Für die Eingliederung von statistischen Grundlagen<br />

in das Studium der Rechtswissenschaften spreche außerdem, dass sich statistische Methoden schwer in<br />

der Praxis erlernen ließen und bei der Anwendung von Legal Tech Tools nicht vermittelt werde. Gerade im<br />

Vergleich mit anderen Ländern habe Deutschland bereits jetzt Handlungsbedarf, um weiterhin wettbewerbsfähig<br />

zu bleiben, so Anzingers Studie.<br />

Als gutes Beispiel voran geht die Uni Passau, an der seit Oktober 2020 der Bachelorstudiengang »Legal<br />

Tech« angeboten wird. »Inhaltlich geht es neben dem klassischen Jurastudium vor allem um Inhalte aus<br />

der Wirtschaftsinformatik, des Rechts der Digitalisierung und des praktischen Berufsrechts«, erklärt Prof.<br />

Michael Beurskens vom Lehrstuhl <strong>für</strong> Bürgerliches Recht, Deutsches, Europäisches und Internationales<br />

Wirtschaftsrecht. Der zum 1. April 20<strong>23</strong> neu angebotene Masterstudiengang »Rechtsinformatik« behandele<br />

dem gegenüber fast ausschließlich technische Fragestellungen und den damit verbundenen rechtlichen<br />

Folgen, so Beurskens weiter: »Im Vordergrund steht dabei der Nutzen <strong>für</strong> die Praxis <strong>–</strong> so dass neben<br />

Professor:innen aus der Informatik und der Rechtswissenschaft auch Anwälte, Unternehmer und Personen<br />

aus IT-Abteilungen zu Wort kommen.«<br />

Die Digitalisierung im juristischen Bereich hat vor allem bei der Automatisierung von Rechtsdienstleistungen<br />

Einzug gehalten <strong>–</strong> die folgenden Legal Tech Start-ups zeigen, wie es geht.<br />

Quellen: vic.bg; geo.de | Illustration: captainvector/depositphotos.com, lightkite/freepik.com<br />

10 | www.<strong>audimax</strong>.de <strong>–</strong> Dein Karriere-Ratgeberportal


BRANCHENEINBLICK<br />

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Das intelligente Tool zur Mandatsaufnahme empfängt<br />

den potenziellen neuen Mandanten auf der<br />

Webseite. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erkennt<br />

JUPUS, welches Anliegen der Kunde hat und<br />

fragt direkt spezifische Unterlagen an <strong>–</strong> <strong>für</strong> den Kunden berechnet der Bot beispielsweise<br />

wichtige Fristen und fragt relevante juristische Fragen ab. Auf Grundlage der<br />

gesammelten Daten kann die Kanzlei auf der anderen Seite entscheiden, ob sie das<br />

Mandat aufnimmt. Das deutsche Start-up der Gründer René Fergen, Tarek Stolz und<br />

Ralf Riesen wurde <strong>2022</strong> mit dem Gründungsstipendium »Start.in.RLP« ausgezeichnet.<br />

Auf ihrer Instagram-Seite @jupus_law beschreiben die Gründer ihre Idee folgendermaßen:<br />

»In den letzten 12 Monaten haben wir mit über 100 Anwaltskanzleien<br />

gesprochen und Interviews geführt, davon mit einigen intensiv zusammengearbeitet.<br />

Wir haben außerdem hunderte Privatpersonen zu ihrem Verhalten im Falle eines<br />

Rechtsproblems und dem Kontakt zu Rechtsanwälten befragt. Anhand dieser Daten<br />

konnten wir erkennen, dass viele Anwälte darüber mutmaßen, was (ihre) Mandanten<br />

wollen <strong>–</strong> es aber schlichtweg nicht wissen (und meist auch noch nie einen Mandanten<br />

danach gefragt haben). Gleichzeitig konnten wir feststellen, dass Kanzleien,<br />

die <strong>–</strong> bewusst oder unbewusst <strong>–</strong> auf einen bestimmten Punkt Wert legen und eine<br />

gewisse Struktur dementsprechend aufbauen, wirtschaftlich besonders erfolgreich<br />

sind. Ein klarer Wettbewerbsvorteil. Um diesen Wettbewerbsvorteil in einem Produkt<br />

zu formen und weiteren Kanzleien anzubieten, haben wir JUPUS entwickelt.«<br />

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Satzergänzung: // ABWECHSLUNGSREICHER ALS DU DENKST<br />

»Meine Arbeit bei der Allianz Rechtsschutz-<br />

Service GmbH ist echt abwechslungsreich<br />

und mir wird wirklich nie langweilig.«<br />

Foto: privat<br />

Bevor ich zur Allianz kam … habe ich Jura studiert und mein zweites Staatsexamen<br />

absolviert. Danach war ich sechs Jahre als Sachbearbeiterin bei<br />

der Allianz Rechtsschutz-Service GmbH tätig. Bevor ich zur Hauptverwaltung<br />

gewechselt bin, war ich ein halbes Jahr stellvertretende Gruppenleiterin.<br />

Obwohl wir unseren Hauptsitz in München haben, wohne ich in<br />

Heidelberg und fahre regelmäßig an den Standort Stuttgart. Unsere Abteilung<br />

ist dezentral aufgestellt, d. h. meine Kolleg:innen und ich wohnen<br />

und arbeiten an vier von fünf Standorten. Toll, wie gut die Zusammenarbeit<br />

im Team auch größtenteils remote klappt.<br />

In der Hauptverwaltung …<br />

erstelle ich Arbeitsanweisungen zu rechtlichen Fragen, insbesondere zur<br />

Regulierung von Schäden und Kundenanliegen. Dabei ist nicht nur die jeweilige<br />

Rechtsprechung zu beachten, sondern auch aktuelle gesellschaftliche<br />

Themen. Des Weiteren betreue ich die komplexen gebührenrechtlichen<br />

Fragen, wenn also bspw. unklar ist, ob die Abrechnung und die darin<br />

enthaltenen Gebühren einer Kanzlei richtig sind. Ich entscheide auch, ob<br />

wir eine sogenannte Gebührenklage aufnehmen oder nicht.<br />

Anders als bei einer klassischen Sachversicherung …<br />

zahlt eine Rechtsschutzversicherung nicht den konkreten Schaden, sondern<br />

die Anwalts- und Gerichtskosten zur Durchsetzung der Forderung<br />

und verschafft den Menschen somit »Zugang zum Recht«. Wenn z. B. ein:e<br />

Virginia ist seit über zwei Jahren Syndikusrechtsanwältin<br />

und Referentin<br />

Tom ist mit<br />

in<br />

seinem<br />

der Hauptverwaltung.<br />

Einstieg bei CMS da<br />

angekommen, wo er lange hin wollte.<br />

Kund:in gegen den Arbeitgeber prozessieren möchte, übernehmen wir<br />

die da<strong>für</strong> anfallenden Kosten. Das ist in der Praxis oft durchaus komplexer<br />

und mit vielen bedingungstechnischen und rechtlichen Fragen verbunden,<br />

da z. B. immer wieder auch die Erfolgsaussichten eines Falles geprüft<br />

werden müssen.<br />

Das Zukunftsteam …<br />

habe ich vor ein paar Monaten gegründet. Dieses besteht aus insgesamt 17<br />

Mitarbeitenden aus allen Bereichen von Rechtsschutz Schaden <strong>–</strong> Sachbe-<br />

SySS Rubrik<br />

arbeitenden, Gruppenleitungen und eben Kolleg:innen aus der Hauptverwaltung.<br />

Wie der Titel schon sagt, geht es dabei um die Zukunft unserer<br />

Einheit. Gemeinsam wollen wir diese gestalten und vor allem der Operativen<br />

so eine Chance an Partizipation geben. Die Treffen moderiere, leite<br />

und bereite ich vor. Ich bin also gesamtheitlich da<strong>für</strong> verantwortlich.<br />

Das rate ich Absolventinnen und Absolventen …<br />

Am Ende der Ausbildung ist man am Höhepunkt des juristischen Allgemeinwissens.<br />

Danach gilt es praktische Fähigkeiten zu erwerben. Arbeiten<br />

in Projekten ist ein wichtiger Teil in Unternehmen. Auch die Kanzleilandschaft<br />

ändert sich. Legal Tech Unternehmen sprießen aus dem Boden.<br />

Das neue Arbeiten und die neuen Geschäftsfelder haben längst den traditionellen<br />

Berufsstand von uns Jurist:innen erreicht. Den Mut aufzubringen,<br />

dies mitzugestalten und positiv <strong>für</strong> sich zu nutzen, lohnt sich.<br />

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BRANCHENEINBLICK<br />

<br />

<br />

»Das Jura-Studium ist eine unglaublich<br />

harte Nuss. Knapp<br />

80 Prozent der Studierenden<br />

sagen <strong>–</strong> und dem kann ich nur<br />

zustimmen <strong>–</strong> dass die Berge an<br />

Wissen, die man sich in kurzer<br />

Zeit aneignen muss, dass<br />

eigentlich große Problem des<br />

Studiums sind. Was mich persönlich<br />

während meines Repetitoriums 2016 <strong>–</strong> 2017 am meisten<br />

ärgerte, war der Rechercheaufwand. Im Grunde wollte ich<br />

schnell genau das finden, was ich gerade lernen wollte. Texte,<br />

Meinungsstreits und alle dazugehörigen pro- und contra-Argumente,<br />

so verfasst, dass ich sie unproblematisch verstehen<br />

kann und nicht noch weitere fünf Bücher aufschlagen muss. Oft<br />

hätte ich mir gewünscht, dass Lehrbücher eine Strg-F-Taste gehabt<br />

hätten. Fehlanzeige. Und deshalb setzen wir bei heyJura genau<br />

an dieser Stelle an. Wir bieten Studierenden die Möglichkeit<br />

ganz einfach und schnell nach Definitionen und Schemata vom<br />

ersten Semester bis zum ersten Staatsexamen zu suchen. Das<br />

macht Fallbearbeitungen deutlich einfacher. Und das Schönste<br />

kommt erst noch: Alle Dokumente lassen sich bündeln und als<br />

eine angenehm formatierte PDF herunterladen. Studierende erhalten<br />

ihr eigenes maßgeschneidertes Skript, zu alldem, was sie<br />

gerade lernen möchten. Keine ewig langen Recherchen in der<br />

Bib, keine dubiosen Foren, die nur die Hälfte von dem beantworten,<br />

was man sich erhofft hat und kein Geld mehr <strong>für</strong> überteuerte<br />

Lehrbücher ausgeben müssen. Da sich das eigene Skript<br />

auch unproblematisch ausdrucken lässt, können alle analogen<br />

Lernfreunde dies gerne tun, um darauf ihre Notizen zu machen.<br />

Alle anderen bearbeiten das Skript beispielsweise auf dem iPad.<br />

P. S.: Unsere Schemata sind selbstverständlich so verfasst, dass<br />

sie wirklich jeder verstehen kann. Keine langen verschachtelten<br />

Sätze und kein sprachliches Hochreck. Jura soll doch Spaß machen,<br />

oder?« Jackson Adewale, Gründer heyJura<br />

<br />

<br />

Antragsdschungel adé <strong>–</strong> das Legal-Tech Start-up »mein-<br />

Bafög« der drei Gründer Philip Leitzke, Alexander Rodosek<br />

und Pascal Heinrichs hilft dir beim Ausfüllen der Antragsformulare<br />

<strong>für</strong> deine Studienfinanzierung <strong>–</strong> ganz digital.<br />

»Wir hatten die Idee zu meinBafög zu Beginn unseres Studiums,<br />

als wir uns selbst mit dem Thema Studienfinanzierung<br />

und BAföG auseinandergesetzt haben. Der zündende<br />

Gedanke kam damals von Pascal, der vor seinem BAföG-<br />

Antrag saß und sich gefragt hat, warum das Ganze nicht<br />

digital und einfacher geht. Wir drei hatten alle gerade eine<br />

Ausbildung im IT-Bereich abgeschlossen und waren überzeugt<br />

davon, dass man hier etwas bewegen und <strong>für</strong> viele<br />

Studierende deutlich verbessern kann. Heute können wir<br />

uns über stetig wachsende Nutzerzahlen freuen!«, erklärt<br />

Co-Founder Philip Leitzke im Interview<br />

mit mkg-jura-studis.de.<br />

Die Anmeldung zum Portal kostet<br />

dich jedoch ein paar Taler, da<strong>für</strong><br />

gibt es aber auch satte Zeitersparnis<br />

<strong>–</strong> die BAföG-Antragstellung<br />

solle nur rund 30 Minuten dauern,<br />

so die meinBafög-Gründer. Damit<br />

die Anträge auf der Seite des Legal-<br />

Tech Start-ups auch wirklich korrekt<br />

sind, haben die drei Gründer<br />

nachgefragt: »Wir haben immer<br />

wieder Rücksprache mit diversen<br />

Ämtern oder auch mit dem größten<br />

Studierendenwerk in Deutschland, dem Kölner Studierendenwerk,<br />

gehalten. Gerade dort liegt natürlich die<br />

Expertise in der Abwicklung und Auswertung der BAföG-<br />

Anträge. Wir konnten so neben der rein juristischen Perspektive<br />

auf das Thema auch noch ein paar Einblicke in den<br />

Ablauf beim Amt bekommen.«<br />

<br />

<br />

»RightNow entstand Ende 2016 aus einer persönlichen Erfahrung heraus. Es ist so, dass Passagiere,<br />

die einen Flug nicht antreten, einen Anspruch auf die Erstattung der gezahlten Steuern<br />

und Gebühren haben. In den wenigsten Fällen wird dieser Anspruch jedoch durchgesetzt. Mir<br />

selbst erging es so, dass die betroffene Fluggesellschaft meine rechtmäßige Forderung abgewiesen<br />

hat. Daraufhin habe ich Klage eingereicht und diese auch gewonnen. Und aus diesem<br />

Erlebnis heraus, entstand in Zusammenarbeit mit Phillip Eischet und Dr. Torben Antretter die<br />

Idee <strong>für</strong> RightNow. Das Konzept ist, die Forderung des Verbrauchers abzukaufen: Wir zahlen<br />

dem Verbraucher einen Teil des Anspruchs sofort zurück, nehmen den Rechtsanspruch dann<br />

auf unsere Bilanz und setzen ihn in unserem Namen auf eigene Rechnung durch. Seit den Anfängen<br />

von RightNow haben wir neben Flugstornierungen weitere Rechtsbereiche, beispielsweise<br />

Netflix-Rückerstattungen, in unser Portfolio aufgenommen. Unser Team ist von anfangs<br />

drei auf knapp 50 Mitarbeiter angewachsen und wir haben neben unserem Stammsitz in<br />

Düsseldorf noch einen TechHub in Berlin aufgebaut. Unterstützung suchen wir vor allem immer<br />

in unserer Growth-Abteilung. In dieser werden neue Produkte entwickelt. Die Zukunftsaussichten<br />

im Legal Tech-Bereich allgemein sind auf jeden Fall sehr gut und ich kann jedem<br />

empfehlen, in diesem Bereich einzusteigen.«<br />

Dr. Benedikt Quarch, Co-Founder & Managing Director RightNow<br />

Illustration: captainvector, karpenkoilia/depositphotos.com | Foto: heyjura; RightNow; Legal Tech Verband Deutschland e. V. | Quelle: mkg-jura-studis.de<br />

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»Wir ebnen den Weg <strong>für</strong> Digitalisierung und Innovation auf dem<br />

deutschen Rechtsmarkt«, so lautet der Slogan des Legal Tech Branchenverbands.<br />

Geschäftsführerin Valerie Keilhau erklärt die<br />

Vielseitigkeit des Bereichs: »Legal Tech ist ein weites Feld. Dementsprechend<br />

sind auch die beruflichen Möglichkeiten extrem<br />

vielfältig. So ist beispielsweise ein Einstieg als Rechtsanwalt oder<br />

Rechtsanwältin in einer<br />

Kanzlei möglich,<br />

die sich auf durch Legal<br />

Tech gestützte Fälle<br />

spezialisiert hat. Auch<br />

in Rechtsabteilungen<br />

spielt Legal Tech eine immer größere Rolle. Wer nicht in eine Kanzlei<br />

möchte, kann auch zu einem sog. Legal Tech-Unternehmen.<br />

Diese reichen vom Startup bis hin zu bereits lang etablierten Legal<br />

Tech-Anbietern.« Besonders gut geeignet <strong>für</strong> Legal Tech Anwendungen<br />

seien skalierbare und technologiegestützte Rechtsdienstleistungen,<br />

fährt die Expertin fort, dazu gehören beispielsweise<br />

Massenverfahren, Document Reviews bei umfangreichen Transaktionen,<br />

Umstrukturierungen oder internen Untersuchungen.<br />

Verbandsmitglied und CEO bei Talentrocket, Sebastian von Glahn,<br />

sieht per se ein großes Potenzial im Legal Tech Bereich: »Momentan<br />

sind die Legal Tech Stellen noch überschaubar. Dies hängt damit<br />

zusammen, dass viele Geschäftsmodelle noch in der Erprobung<br />

stecken. Es wird noch mehr Stellen geben, wenn der Legal<br />

Tech Markt und die dahinter stehenden Unternehmen wachsen.«<br />

Das Risiko, dass »echte« Menschen <strong>–</strong> überspitzt formuliert <strong>–</strong> im<br />

Rechtsbereich bald überflüssig seien, sehe der Experte aber nicht:<br />

»Auf der einen Seite werden Recherche-Aufgaben oder das Erstellen<br />

von Dokumenten immer mehr digitalisiert. Dadurch werden<br />

bearbeitende Aufgaben geringer. Hier könnten Stellen wegfallen.<br />

Allerdings ist gerade in einer immer digitalisierteren Welt der Beratungsaspekt<br />

der Jurist*innen wichtiger denn je. Hier sehe ich sogar<br />

eine steigende Nachfrage.«<br />

<br />

<br />

<br />

Sebastian von Glahn, CEO Talentrocket


»secjur wurde gegründet, um<br />

die Probleme von Unternehmen<br />

im Bereich Compliance<br />

so effizient wie möglich wegzuräumen.<br />

Unternehmen sollen<br />

sich auf Wachstum konzentrieren<br />

können, aber gleichzeitig mit unserem Support in<br />

der Lage sein, konform zu agieren. Konkret haben wir eine KIbasierte<br />

Automatisierungsplattform <strong>für</strong> Compliance gebaut,<br />

das Digitale Compliance Office. Damit ermöglichen wir Unternehmen,<br />

aktuell in den Bereichen Datenschutz, Informationssicherheit<br />

und Whistleblowing, mit maximaler Effizienz compliant<br />

zu werden.<br />

Die Branche allgemein, halte ich <strong>für</strong> eine der spannendsten Zukunftsmärkte<br />

überhaupt. Die Demokratisierung des Rechts<br />

<strong>für</strong> Verbraucher hat Legal Tech meines Erachtens in den letzten<br />

Jahren den Weg zu einem breiteren Publikum geebnet. Nun<br />

erwarte ich eine gewaltige Welle von neuen Unternehmen und<br />

Tools im Bereich B2B-Legal-Tech. Dies wird unter anderem eine<br />

Disruption des Beratungsmarktes zur Folge haben. Junge Menschen,<br />

die aktuell im Bereich Legal Tech Fuß fassen wollen, haben<br />

die Möglichkeit, zur Generation von Vorreitern in einer<br />

disruptierenden Branche zu gehören und diese kreativ mitzugestalten.<br />

Was will man mehr? Die Anzahl der Einstiegsmöglichkeiten<br />

wächst rasant. So bieten nicht nur mittlerweile alle größeren<br />

Kanzleien in mehr oder weniger großem Umfang eigene<br />

Bereiche <strong>für</strong> Legal Tech. Vielmehr gibt es auch Anbieter, deren<br />

Business Case ausschließlich Legal Tech ist und die diesen Bereich<br />

daher natürlich nochmals viel radikaler denken. Ich empfehle<br />

jedem Studierenden, nicht nur in Gerichten, Behörden und<br />

Kanzleien Praktika zu machen, sondern möglichst früh bei einem<br />

Anbieter <strong>für</strong> Legal Tech reinzuschnuppern. Gleiches gilt<br />

natürlich <strong>für</strong> das Referendariat. Wer Interesse hat, kann sich übrigens<br />

gerne bei mir melden ;-).« Simon Pentzien, Co-Founder &<br />

COO secjur<br />

<br />

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<br />

»Im Rahmen eines bundesweit einzigartigen Formats wollen wir Studentinnen und Studenten die<br />

Möglichkeit geben, sich jederzeit und überall mit der Zukunft der Rechtsbranche zu beschäftigen.<br />

Mit einer kostenfrei nutzbaren Lernplattform soll das universitäre Lehrangebot ergänzt und wichtiges<br />

Grundlagenwissen zum Thema Legal Tech vermittelt werden. Dazu bringen wir die führenden<br />

Expertinnen und Experten aus Kanzleien, Rechtsabteilungen, Universitäten, Gerichten und Startups<br />

zusammen«, erklärt das Start-up auf seiner Insta-Seite @legaltech.university. Initiiert wurde<br />

die Legal Tech University von Studierenden <strong>für</strong> Studierende. Die Lernplattform ist seit August <strong>2022</strong><br />

online und steht seitdem allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung, denn Legal Tech, eJustice<br />

und Co seien nicht nur <strong>für</strong> einen Großteil der Studierenden Fremdwörter, sondern auch vielen Berufsträgern<br />

eine große Unbekannte. Zum Lehrplan der Legal Tech University gehören Einheiten<br />

zu Legal Tech, der Digitalisierung des Rechts sowie einer Reihe von Praxisbeispielen und Tools.<br />

Diese Kurse sollen das universitäre Lehrangebot ergänzen und »Kompliziertes einfach erklären«,<br />

so ein Slogan des Start-ups. Vorkenntnisse benötige man aber nicht, denn der Kurs richte sich gleichermaßen<br />

an Einsteiger wie Fortgeschrittene und berücksichtige den individuellen Wissensstand<br />

der Teilnehmer. Ziel sei es, einen möglichst umfassenden Blick in die verschiedenen Teilbereiche<br />

zu werfen und den Einstieg in das Thema »Digitalisierung der Rechtsbranche« zu erleichtern. Die<br />

durchschnittliche Bearbeitungszeit des Kurses liegt laut Webseite bei sechs Wochen <strong>–</strong> an deren Ende<br />

man ein Zertifikat erhält.<br />

Illustration: ksuperksu/depositphotos.com | Foto: secjur | Quellen: justiz.bayern.de; legaltech.university<br />

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JOBEINSTIEG<br />

Illustration: sergeypykhonin/depositphotos.com<br />

AUGE<br />

Beobachten ist angesagt.<br />

Sei wachsam <strong>für</strong> die kleinen<br />

Routinen und Gelegenheiten<br />

im Büro.<br />

FRISCHFLEISCH AUF 8 UHR<br />

ARBEITSVERTRAG UNTERSCHRIEBEN, JETZT KOMMT DIE<br />

GRÖSSTE HÜRDE: DIE NEUEN KOLLEGEN BESCHNUPPERN.<br />

KAFFEE<br />

oder doch lieber Tee? Mit<br />

Milch oder ohne? Merke dir<br />

die Vorlieben deiner Kollegen.<br />

Dann kannst du ihnen<br />

hin und wieder eine Freude<br />

machen und ein Heißgetränk<br />

<strong>für</strong> sie mitkochen.<br />

Text: Florian Grobbel<br />

RÜCKGRAT<br />

Natürlich ist es wichtig, sich im neuen Team etwas<br />

anzupassen. Komplett im Eigenbrötler-Modus wirst du<br />

es auf kurz oder lang schwer haben. Dennoch solltest<br />

du unbedingt du selbst bleiben und dich nicht<br />

verbiegen. Kenne und schätze deine Werte!<br />

SHIT!<br />

Du merkst, dass du mit einem<br />

bestimmten Kollegen so<br />

überhaupt nicht warm wirst?<br />

Lass euch einfach noch ein<br />

bisschen Zeit und wenn's<br />

auch dann nicht klappt:<br />

Freundschaft muss auch<br />

nicht unbedingt sein.<br />

Aber immer fair bleiben!<br />

BAUCHGEFÜHL<br />

Darauf solltest du im Zweifel immer<br />

vertrauen. Die Kollegen wollen am<br />

Freitagabend noch einen trinken gehen?<br />

Das kann natürlich Vorteile <strong>für</strong><br />

den Teamgeist haben. Wenn dir aber<br />

wirklich nicht danach ist, bleib ruhig<br />

zu Hause. Du wirst noch eine andere<br />

Gelegenheit finden.<br />

KUCHEN<br />

schmeckt fast allen.<br />

Bring mal bei Gelegenheit<br />

welchen mit.<br />

HUMOR<br />

Wie heißt nochmal der Kollege von gegenüber?<br />

Wann ist Mittagspause? Wo ist das Klo?<br />

Was mache ich, wenn ich mit meiner Aufgabe<br />

fertig bin? Wie zum Teufel war das Passwort? Darf<br />

ich meine Kollegen zu 'ner Falafel einladen oder<br />

ist das zu einschleimend? Ernsthaft!<br />

Wo ist das Klo?!<br />

Wenn man es sich mal genau überlegt, ist der<br />

Beziehungsstatus »Kollege« ziemlich besonders.<br />

Man verbringt den Großteil seines Tages mit den<br />

Menschen auf der Arbeit, sie gehören aber weder<br />

zur Familie, noch müsst ihr zwingend beste Freunde<br />

werden. Nichtsdestotrotz sollte eine freundliche<br />

Atmosphäre im Team herrschen. Stress unter Mitarbeitern<br />

kann dazu führen, dass das komplette Arbeitsklima<br />

innerhalb der Abteilung belastet wird, sich bei manchen<br />

eine Angst vor der Arbeit entwickelt oder im schlimmsten<br />

Fall Krankheiten entstehen. Gerade wenn du neu im<br />

Unternehmen bist, ist es natürlich nicht einfach, sich in<br />

ein bestehendes Team zu integrieren. Schon allein all diese<br />

neuen Namen! Vielleicht helfen dir unsere Frischfleisch-<br />

Tipps ja ein wenig.<br />

Das wichtigste aber gleich hier:<br />

Vergiss nie, dass jeder deiner Kollegen auch mal »der Neue«<br />

war und sich genauso gefühlt hat wie du.<br />

MITTAG<br />

ist die beste Gelegenheit<br />

beim Futtern<br />

mit den anderen<br />

ins Gespräch zu<br />

kommen. Bring<br />

dich mit ein!<br />

kann auch nie schaden.<br />

Gute Laune verbreiten<br />

ist besser als schlechte<br />

Stimmung. Übertreib es aber<br />

nicht und versuche den<br />

Geschmack deiner Kollegen<br />

zu treffen.<br />

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TRUE CRIME<br />

True Crime Hype<br />

WOHER KOMMT ER UND WAS IST DIE ROLLE DES STRAFVERTEIDIGERS?<br />

EIN BLICK IN DIE WELT DES STRAFRECHTS<br />

Text: Kira Benke<br />

Die Faszination über wahre Verbrechen ist keineswegs ein Phänomen der modernen Gesellschaft.<br />

Bereits vor hunderten von Jahren kamen Menschen in Scharen zu öffentlichen Hinrichtungen und<br />

sahen vergnügt dabei zu, wie Menschen ihr Leben ließen. Ende des 19. Jahrhunderts gab es zudem<br />

einen regelrechten Hype um den bis heute wohl bekanntesten Serienmörder und Phantom »Jack the<br />

Ripper«. Seit den 60igern zieht die ZDF-Show »Aktenzeichen XY«, die über ungelöste, wahre Straftaten<br />

berichtet, tausende Menschen vor den Fernseher. Der enorme Hype, der aktuell herrscht, kann<br />

wohl auf die amerikanische Podcast-Serie »Serial« zurückgeführt werden, in der 2014 die Journalistin<br />

Sarah Koenigs einen Mordprozess aufarbeitete. Wir sehen also, die Anziehungskraft wahrer Verbrechen<br />

begleitet uns schon sehr lange. Große Emotionen wie Angst, Hass oder Liebe spielen dabei eine<br />

zentrale Rolle. »Die Zuschauer gruseln sich auf eine angenehme Weise, da sie sich in Sicherheit befinden«,<br />

erklärt die Kriminalpsychologin Lydia Benecke in einem Spiegel-Interview über den Konsum<br />

der True Crime Formate. Doch was passiert, wenn Täter gefasst werden? Wie können wir uns die Gerichtsverhandlungen<br />

im Strafrecht vorstellen und worin liegen die Aufgaben eines Strafverteidigers?<br />

VERBRECHERISCHE LEIDENSCHAFT<br />

Laut Bundeskriminalamt wurden 2021 in der Polizeilichen Kriminalstatistik 5.047.860 Straftaten<br />

festgestellt, dabei lag die Aufklärungsquote bei 58,7 Prozent. Seit 2017 sind die durch die Polizei registrierten<br />

Straftaten zwar rückläufig, allerdings gab es in der Cyberkriminalität und in der Verbreitung<br />

von Missbrauchsdarstellungen einen deutlichen Zuwachs. Dem möchte Bundesinnenministerin<br />

Nancy Faeser gleichermaßen entgegensetzen: »Die Auswertung von Daten werden wir deutlich<br />

verbessern, auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Mein Ziel ist klar: Kein Täter darf<br />

sich sicher fühlen.« Bei der Zahl der Straftaten fällt auf, dass wir diese in den meisten Fällen gar<br />

nicht mitbekommen. Oft werden nur die äußerst grausamen oder skurrilen Straftaten medial<br />

aufbereitet. Eine Art Abgrenzung zu Taten, die uns so unvorstellbar und weit weg<br />

vorkommen. Aber sind sie das überhaupt? Betrachten wir Verbrecher aus rein emotionaler<br />

Sicht, verbinden wir wohl meist Hass, Unverständnis und Ekel mit diesen.<br />

Das führt aber ebenfalls dazu, dass wir diese Straftaten nur besonders schlechten<br />

Menschen zuschreiben und somit unsere Augen ein Stück weit vor der Realität<br />

verschließen, denn diese zeigt: Auch der nette Mann von Nebenan kann ein<br />

grausamer Serienmörder sein. Lydia Benecke beschreibt in einem Interview mit<br />

der Leipziger Zeitung das Problem wie folgt: »Wenn die Vorstellung von Menschen,<br />

die schwere Straftaten begehen, durch Emotionen und hiermit einhergehende<br />

Bewertungen geprägt wird, ist eine differenzierte Sichtweise auf die<br />

Komplexität von Verbrechen und den diese begehenden Menschen unmöglich.<br />

Die realistische und differenzierte Betrachtung ist allerdings notwendig,<br />

um beispielsweise unterschiedliche Präventionsmethoden auf wissenschaftlicher<br />

Basis zu entwickeln.« Und da kommen <strong>Juristen</strong>, insbesondere<br />

Strafverteidiger, ins Spiel.<br />

NICHT OHNE MEINEN ANWALT<br />

Ziel eines Strafverfahrens ist, einfach gesagt, die Wiederherstellung des<br />

Rechtsfriedens und der Erhalt des Gemeinwohls. Bis zum Beginn der<br />

Hauptverhandlung eines Gerichtsprozesses muss vom Kläger ein vorgeschriebenes<br />

Vorverfahren erhoben werden, dieses dient dem Ermittlungszweck.<br />

Anschließend muss durch das sogenannte Zwischenverfahren<br />

der Beschuldigte durch die Anklageschrift über die Klage<br />

aufgeklärt werden. Laut Paragraph 137 Strafprozessordnung (StPO) hat<br />

jeder Angeklagte das Recht auf bis zu drei Verteidiger. Die Aufgabe eines<br />

Illustration: irondah /freepik.com<br />

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TRUE CRIME<br />

Strafverteidigers ist der rechtliche Beistand eines Beschuldigten.<br />

Ausführen können diesen Beruf Rechtsanwälte und Rechtslehrer,<br />

welche an deutschen Hochschulen tätig sind. Andere Personen<br />

benötigen eine extra Genehmigung des Gerichts, um als<br />

Verteidiger tätig sein zu können. Ein Strafverteidiger ist dabei<br />

nicht an die Weisungen des Beschuldigten gebunden, hat aber<br />

allein den Interessen seines Mandanten zu »dienen«. Das führt<br />

laut StPO Paragraph 146 ebenfalls dazu, dass mehrere Angeklagte<br />

eines Verfahrens nicht vom gleichen Verteidiger vertreten<br />

werden können, da dies zu Interessenskollisionen führen würde.<br />

Den typischen Arbeitstag als Strafverteidiger gibt es laut Sandy<br />

Vollrath, Fachanwältin <strong>für</strong> Strafrecht bei Fischer Rechtsanwälte<br />

in Nürnberg, nicht. Einen Großteil der Arbeit finde zwar mit<br />

dem Lesen von Ermittlungsakten oder Besprechungen im Büro<br />

statt, oft müsse sie aber auch <strong>für</strong> ein persönliches Gespräch mit<br />

Mandanten in die Justizvollzugsanstalt. Bereits zu Beginn von<br />

Frau Vollraths Tätigkeit als Strafverteidigerin erhielt sie nach eigenen<br />

Angaben einen recht skurrilen Fall: Damals als Pflichtverteidigerin<br />

vertrat die junge Rechtsanwältin einen inhaftierten<br />

Klienten, der wegen des Verdachts des Schwarzfahrens angeklagt<br />

wurde. Für das Gericht und die Staatsanwaltschaft sei der<br />

Fall und die somit einhergehende Verurteilung, laut Frau Vollrath,<br />

völlig klar gewesen. »Ich erkannte aber, dass der Mandant<br />

immer etwas davon erzählte, Stimmen zu hören«, berichtet die<br />

Fachanwältin weiter. Daraufhin beauftragte Frau Vollrath ein<br />

Sachverständigengutachten, welches bewies, dass der Beschuldigte<br />

an einer Schizophrenie litt und somit schuldunfähig war.<br />

Schließlich konnte der Mandant nicht nur freigesprochen werden,<br />

sondern erhielt zusätzlich noch eine Haftentschädigung.<br />

Wie Frau Vollrath bereits erwähnte, haben Angeklagte bei jedem<br />

Prozess die Möglichkeit, sich <strong>für</strong> Pflicht- oder Wahlverteidiger<br />

zu entscheiden <strong>–</strong> je nach Umfang des Verfahrens auch <strong>für</strong><br />

beide. Ein Pflichtverteidiger wird nur dann bestellt, wenn ein sogenannter<br />

Fall der notwendigen Verteidigung vorliegt. Wann<br />

dies der Fall ist, ergibt sich aus Paragraph 140 StPO, der abschließend<br />

regelt, unter welchen Voraussetzungen ein Pflichtverteidiger<br />

zu bestellen ist. Paragraph 141 StPO regelt darüber hinaus<br />

denZeitpunkt der Bestellung eines Pflichtverteidigers. Der<br />

Unterschied zwischen Wahl- und Pflichtverteidiger führt<br />

in facto zu abweichenden Gehaltsvergütungen, dazu später<br />

mehr. Doch auch ein Strafverteidiger kann aus einem<br />

Prozess ausgeschlossen werden. Gründe da<strong>für</strong> sind zum<br />

Beispiel: Manipulation von Beweisen, Selbstbeteiligung<br />

an der Tat oder der Missbrauch seiner Stellung. Aber<br />

warum möchten manche Rechtsanwälte überhaupt<br />

mit potenziellen Mördern, Dieben oder Vergewaltigern<br />

arbeiten? Laut Professor Jörg Kinzig, Direktor<br />

des Instituts <strong>für</strong> Kriminologie der<br />

Universität Tübingen, ist die Freiheitsstrafe<br />

die schärfste Sanktion, die der<br />

Staat Bürgerinnen und Bürgern auferlegen<br />

kann. Sich Gedanken darüber<br />

zu machen, wo da<strong>für</strong> die Voraussetzungen,<br />

aber auch Grenzen<br />

liegen, sei das Faszinierende am<br />

Strafrecht. Die Strafjustiz ist<br />

Teil des öffentlichen Rechts<br />

und gliedert sich in materielles<br />

und formelles Strafrecht.<br />

Ersteres behandelt<br />

die Frage, ob überhaupt<br />

eine Straftat vorliegt und<br />

welche Strafe da<strong>für</strong> zu<br />

erwarten wäre. Das formelle Strafrecht regelt, wie das materielle<br />

durchgesetzt werden kann: Welches Verfahren also auf welchem<br />

Weg die Strafe durchsetzt. Schwerpunkte im Kriminalrecht können<br />

sich Rechtsanwälte zum Beispiel im Jugendstrafrecht, Korruptionsstrafrecht<br />

oder Wirtschaftsstrafrecht legen <strong>–</strong> nur um<br />

einige Punkte zu nennen. Um das Thema mit den Worten von<br />

Podcaster und Autor Dr. Alexander Stevens, der außerdem als<br />

Strafverteidiger bei Stevens & Partner mbB tätig ist zu beenden:<br />

»Das Strafrecht hat letztlich immer die menschlichen Schwächen<br />

zum Gegenstand und zieht sich durch alle gesellschaftlichen<br />

Schichten. Nicht selten gewährt es Blicke in die Abgründe<br />

menschlichen Handelns und Denkens, beschäftigt sich mit Ursachen,<br />

Motiven und Auslösern strafbewährten Verhaltens<br />

und birgt <strong>für</strong> die Verfahrensbeteiligten die Möglichkeit Einblicke<br />

zu bekommen, die dem Großteil der Bevölkerung verwehrt<br />

bleiben <strong>–</strong> was in manchen Fällen vielleicht auch besser so ist.«<br />

IM ZWEIFEL FÜR DEN ANGEKLAGTEN<br />

Schön und gut. Das Interesse <strong>für</strong> Verbrechen und mögliche Täter<br />

ist da, eine grobe Vorstellung, was Strafverteidiger erwartet<br />

ist auch gegeben <strong>–</strong> aber was wird eigentlich von angehenden Kriminalrechtlern<br />

erwartet? Neben den allgemeinen juristischen<br />

Kompetenzen, die jeder Absolvent eines Studiums der Rechtswissenschaft<br />

aufweisen muss, ist laut Professor Kinzig auch<br />

das Einfühlungsvermögen in Menschen aus ganz unterschiedlichen<br />

Lebensumständen wichtig. Dr. Alexander Stevens fügt<br />

dem hinzu, dass es eine Typfrage sei, ob man Tag ein Tag aus mit<br />

dem Schlechten im Menschen konfrontiert sein, sich subordinativ<br />

mit den Strafverfolgungsbehörden anlegen und sich im Familien-<br />

und Freundeskreis gebetsmühlenartig da<strong>für</strong> rechtfertigen<br />

wolle, warum man »solche« Menschen nur verteidige. Stevens<br />

rät, sich davon allerdings nicht abschrecken zu lassen, denn die<br />

Faszination würde zumindest im Strafrecht nie nachlassen. Bis<br />

zur schlussendlichen Ausführung eines Kriminaljuristen bedarf<br />

es einiger Weiterbildungen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten,<br />

sich die Fachkunde des Strafrechtlers näherzubringen.<br />

In Deutschland gibt es zum Beispiel Masterstudiengänge<br />

wie Rechtspsychologie oder Kriminologie. Letzteres lehrt unter<br />

anderem Grundlagen der Strafrechtssoziologie, Strafjustizvollzug<br />

oder Kriminalitätsfurcht. In drei Semestern kann somit<br />

bereits fachspezifisches Wissen erlangt werden. Laut Sandy<br />

Vollrath kann auch durch eine Fortbildung der Fachanwaltstitel<br />

<strong>für</strong> Strafrecht erworben werden. »Voraussetzung <strong>für</strong> die Verleihung<br />

einer Fachanwaltsbezeichnung ist im Strafrecht neben einem<br />

theoretischen Lehrgang mit schriftlichen Prüfungen unter<br />

anderem auch der Nachweis von 60 Fällen mit mindestens 40<br />

Hauptverhandlungstagen vor dem Schöffengericht oder einem<br />

übergeordneten Gericht«, ergänzt Frau Vollrath. Absolvierende,<br />

die sich mehr <strong>für</strong> die Gutachter-Seite interessieren können ihren<br />

Master in der Rechtspsychologie ablegen. Darin werden Kompetenzen<br />

in den Bereichen der rechtspsychologischen Diagnostik,<br />

Begutachtung und Evaluation nähergebracht. Aussagepsychologie,<br />

Schuldfähigkeit oder Kriminalprognose gehören dabei zu<br />

den wichtigsten Begutachtungsbereichen. Kommen wir zurück<br />

auf die Gehaltsvergütungen von Pflicht- und Wahlverteidigern:<br />

Auch hier ist nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetzt (RVG),<br />

welches seit Juli 2004 aktiv ist, abzurechnen. Wahlverteidiger<br />

haben hingegen im Rahmen einer Vergütungsvereinbarung die<br />

Möglichkeit, Zeithonorar oder Pauschalhonorar zu verlangen.<br />

Der Arbeitsmarkt sei, laut Fau Vollrath, <strong>für</strong> begeisterte junge Anwälte<br />

und Anwältinnen recht gut. Weiter komme es gerade im<br />

Strafrecht viel auf Erfahrung an und die lerne man am besten in<br />

einer Kanzlei, die Strafrecht nicht nur so »nebenbei« macht.<br />

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TRUE CRIME<br />

GERICHTSREPORTER PACKEN AUS<br />

Die deutsche Wochenzeitung sichert sich mit<br />

ihrem Ableger »ZEIT Verbrechen« regelmäßig<br />

die ersten Ränge bei den beliebtesten True<br />

Crime Podcasts. Die Journalisten Sabine<br />

Rückert und Andreas Sentker berichten alle<br />

zwei Wochen mit ihren Gästen über eigens<br />

recherchierte Fälle, Gerichtsverhandlungen<br />

und Hintergründe zu den Beteiligten. Doch<br />

nicht nur der Podcast ist empfehlenswert.<br />

Auch das gleichnamige Magazin gibt alle drei<br />

Monate Einblicke in die Welt der deutschen<br />

Justiz und ihre Angeklagten. Es erwarten dich<br />

spannende Interviews, unfassbare Berichte<br />

und eindrucksvolle Fotoreihen.<br />

MAKING A MURDERER<br />

Die Netflix-Doku MAKING A MURDERER gehört wohl zu den bekanntesten<br />

True Crime Reportagen weltweit. Die Serie berichtet über das Leben<br />

von Steven Avery, der 18 Jahre lang wegen Vergewaltigung im Gefängnis<br />

saß <strong>–</strong> unschuldig. Nach seiner Entlassung verklagte er den US-Bundesstaat<br />

Wisconsin auf 36 Millionen Dollar Schadensersatz. Kurze Zeit später wurde<br />

er erneut wegen Mordes verurteilt. Der Fall ist äußerst umstritten und zeigt<br />

einen zweifelhaften Gerichtsprozess. Bis heute sitzt Avery im Waupun<br />

Correctional Gefängnis.<br />

FEHLURTEIL UND WIEDERAUFNAHME<br />

Angelegt an der US-Initiative »Innocent Project« starteten im April 2014<br />

mehrere rennomierte Professoren der Rechtswissenschaft das Deutsche<br />

Pendant dazu. Längst überfällig. Die Gründer, zahlreiche Anwälte und<br />

Studierende, beschäftigen sich mit der Vermeidung und Erforschung<br />

von Fehlurteilen in Deutschland.<br />

Must know<br />

PODCASTS, BLOGS,<br />

SERIEN<br />

NEUES VOM UNFASSBAREN<br />

GUILTY OR NOT GUILTY?<br />

Die Britin Meredith Kercher wurde 2007 im italienischen<br />

Perugia grausam beraubt, vergewaltigt und ermordet. Ein<br />

Täter wurde im darauffolgenden Jahr verurteilt. Durch das<br />

intensive Medieninteresse sowie erneuten Ermittlungen<br />

blieb der Fall allerdings jahrelang in der Öffentlichkeit<br />

präsent. Kerchers ehemalige Mitbewohnerin Amanda Knox<br />

und ihr damaliger Freund Raffaele Sollecito rückten ebenfalls<br />

in den Kreis der Verdächtigen. Aufgrund eines Indizienprozesses<br />

wurden beide schließlich 2009 ebenfalls <strong>für</strong><br />

schuldig befunden. Darauf folgten über Jahre wechselnde<br />

Gerichtsprozesse. Die Netflix-Doku AMANDA KNOX<br />

lässt die Beteiligten des Prozesses zu Wort kommen.<br />

INSIDE STRAFVERTEIDIGUNG<br />

Hier gibt's noch tiefere Einblicke in die deutschen<br />

Gerichte. Der Frankfurter Podcaster Basti Red und<br />

die Gerichtsreporterin des Hessischen Rundfunks<br />

Heike Borufka klären über das deutsche Rechtssystem<br />

auf. Anhand wahrer Kriminalfälle ermöglichen<br />

sie einen Blick in den Gerichtssaal. Wie kommen<br />

Anklagen zustande? Was unterscheidet die<br />

Arbeit von Richtern und Strafverteidigern? Oder:<br />

Welche Paragrafen treten wann inkraft?<br />

DER FREMDE SOHN<br />

Der amerikanische Thriller, unter der Regie von Clint Eastwood,<br />

basiert auf dem wahren Kriminalfall der sogenannten Wineville-<br />

Chicken-Coop-Morde. Diese wurden Anfang des 20. Jahrhunderts vom<br />

kanadischen Serienmörder Gordon Stewart Northcott begangen, welcher<br />

mehrere Kinder entführte, sexuell missbrauchte und schließlich auf seiner<br />

Farm ermordete. Die Verfilmung »Der fremde Sohn« mit Angelina Jolie in der<br />

Hauptrolle, handelt aus der Sicht der Mutter eines der Opfer. Er gibt Einblicke<br />

in die Polizeiarbeit der 20er Jahre und dem damaligen gesellschaftlichen<br />

Umgang mit Serienmördern.<br />

Top<br />

UNBEDINGT BEI<br />

SPOTIFY REINHÖREN<br />

BLICK HINTER DIE KULISSEN<br />

Strafverteidiger und Bestsellerautor Dr. Alexander Stevens<br />

spricht mit BAYERN 3 Moderatorin Jacqueline Belle über<br />

seine spektakulärsten Fälle. TRUE CRIME <strong>–</strong> TÖDLICHE VERBRECHEN<br />

NICHT DESPEKTIERLICH GEMEINT<br />

Paulina Krasa und Laura Wohlers ermöglichen durch Interviews<br />

mit Experten Einblicke in strafrechtliche und psychologische<br />

Hintergründe von deutschen Kriminalfällen. Mordlust<br />

INVESTIGATIV AUF EX<br />

»Mord auf Ex« Podcasterinnen Leonie Bartsch und Linn<br />

Schütze ermitteln auf eigene Faust in einem vermeintlich gelösten<br />

Doppelmord und stellen die Frage: Sitzt der Verurteilte<br />

seit über zehn Jahren unschuldig im Gefängnis? Die Nachbarn<br />

Illustration: irondah/freepik.com | Text: Kira Benke | Fotos: Spotify<br />

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Auch wenn du noch<br />

kein Großer bist, musst<br />

du nicht klein denken.<br />

Im Jurastudium und im juristischen Job ist Professionalität gefragt. Auch beim Schutz<br />

vor Risiken und der finanziellen Absicherung. Wir übernehmen das Mandat.<br />

https://www.allianz.de/jungjuristen


REALITY CHECK<br />

Was<br />

wenn‘s<br />

einfach so<br />

klappt?<br />

RECRUITING EVENTS <strong>–</strong> GRUSELIGER ALS DIE PRÜFUNGSPHASE. DAS MINDSET DAFÜR:<br />

ABKLÄREN, WIEVIEL COOLNESS DEIN POTENZIELLER NEUER ARBEITGEBER BESITZT.<br />

WIR HABEN NACHGEFORSCHT, WAS SICH RECRUITER ALLES EINFALLEN LASSEN.<br />

HR Par Excellence<br />

Die HR Excellence Awards (HREA) zeichnen jährlich zukunftsträchtige Personalarbeit und herausragende Kampagnen aus. Projekte und Kampagnen<br />

können in 30 verschiedenen Kategorien im Bereich der HR Arbeit <strong>–</strong> von Social Media Kampagnen bis Interne Kommunikation <strong>–</strong> eingereicht und<br />

von einer Jury bewertet werden. Eine Auszeichnung erhalten neue Ideen und Innovationen, um Jobinteressenten anzuwerben, zu hofieren und einzustellen.<br />

Zu den Vorjahresgewinnern zählen beispielsweise die »Accenture


REALITY CHECK<br />

Text: Stefanie Markert & Sabine Storch | Quellen: young-targets.com; hrblue.com; recruiterslam.de<br />

Kaminabend<br />

Ein Kaminabend hat im Recruiting wenig mit Feuer und Kamin<br />

zu tun. Vielmehr umfasst ein solches Event lockere Gespräche<br />

und Vorträge zu einem ausgewählten Thema. Außerdem gibt<br />

es Infos zu Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten im Unternehmen.<br />

Kaminabende eignen sich hervorragend zum Netzwerken<br />

<strong>–</strong> in entspannter Atmosphäre kannst du das Unternehmen<br />

unter die Lupe nehmen und in kleiner Runde interessante Diskussionen<br />

führen. Und auch die Unternehmen bekommen die<br />

Chance, dich und deine Stärken kennenzulernen. Für einen Kaminabend<br />

ist eine Bewerbung beim Unternehmen nötig <strong>–</strong> die<br />

genauen Anforderungen erfährst du von der jeweiligen Firma.<br />

Vorab setzt du dich bestenfalls schonmal mit dem Thema des<br />

Abends auseinander, dann bist du optimal vorbereitet. Außerdem<br />

solltest du dich natürlich über das Unternehmen informieren<br />

und deine Bewerbungsunterlagen checken und mitnehmen.<br />

Recruiter Slam<br />

Personaler statt Poeten <strong>–</strong> beim Recruiter Slam treten die Leute gegeneinander<br />

an, die sonst beim Bewerbungsgespräch die bohrenden Fragen stellen. Es gelten<br />

die gleichen Regeln wie beim Science oder Poetry Slam, thematisch geht es<br />

natürlich um das Recruiting oder Personalmarketing des jeweiligen Unternehmens.<br />

Nach jedem Recruiter-Battle kürt der Publikumsapplaus den Gewinner<br />

der Runde <strong>–</strong> so wird nach und nach der Gesamtsieger des Abends ermittelt. Ein<br />

paar Regeln: Die Beiträge des Recruiters müssen »aus eigener Feder stammen«,<br />

erklärt die Webseite des Veranstaltungsformats und dürfen maximal sechs<br />

Minuten dauern. Zur Veranschaulichung ist eine Power-Point-Präsentation<br />

erlaubt. Der Recruiter Slam bietet dir die Möglichkeit, dein Wunschunternehmen<br />

von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Nach dem Recruiter Slam<br />

bleibt in der Regel noch genügend Zeit, um mit den Personalern ins Gespräch<br />

zu kommen <strong>–</strong> also gut aufpassen, wen du im Anschluss <strong>für</strong> seinen gelungenen<br />

Beitrag beglückwünschen möchtest.<br />

Karriere Festival<br />

Coole Beats und tolle Jobs gab es im Sommer <strong>2022</strong> beim »Open<br />

Mind Festival« der KPMG. Das Karriere Festival hat Studierende<br />

und Absolventen zahlreicher Bereiche eingeladen <strong>–</strong> unter dem<br />

Motto »Let's recruitain you!« wurde zusammen gefeiert und genetzwerkt.<br />

»Auf mehreren Bühnen und bei Break-out-Picknicks<br />

berichteten unsere Expert:innen von ihrem Joballtag, in Masterclasses<br />

ging es zum Beispiel ums Metaverse, und dazwischen<br />

gab es jede Menge Zeit, sich an der Graffiti-Wall zu verewigen,<br />

ein T-Shirt zu kreieren, den Show-Acts zuzuschauen oder sich<br />

mit KPMG-Mitarbeitenden oder untereinander am Strand oder<br />

in der Location auszutauschen. Dabei konnten sich die Talente<br />

schon vor Ort ihren Platz im KPMG-Team sichern«, berichtet<br />

das Unternehmen auf seiner Webseite. Die Planungen <strong>für</strong> ein<br />

neues Karriere Festival teasert KPMG bereits an <strong>–</strong> stay informed<br />

unter karriere.kpmg.de.<br />

Round Table<br />

Ein Round Table Gespräch ist eine Besprechung unter gleichberechtigten Teilnehmern<br />

<strong>–</strong> durch den runden Tisch werden keine Hierarchien deutlich. Meist<br />

sitzen mehrere Recruiter und Bewerber am Tisch. Die Jobsuchenden bekommen<br />

nach der Begrüßungs- und Vorstellungsrunde ein Thema, welches sie in<br />

einem vorgegebenen Zeitrahmen untereinander diskutieren sollen. Die Personaler<br />

wollen hierbei dein Verhalten im Umgang mit den anderen Teilnehmern<br />

und im Gespräch beobachten. Wenn das Thema der Diskussion im Voraus bekannt<br />

ist, solltest du dich gut einlesen und bereits Argumente parat haben. Außerdem<br />

solltest du dir wie beim klassischen Vorstellungsgespräch ein gewisses<br />

Wissen über die Firma und die Abteilung, <strong>für</strong> die du dich interessierst, aneignen.<br />

Im Anschluss an die Round Table Diskussion geben dir die Unternehmensmitarbeiter<br />

Infos zum weiteren Bewerbungsprozess.<br />

Speed Recruiting<br />

Du bekommst drei Minuten Zeit, um den Personaler von deinen<br />

Qualitäten zu überzeugen und Rückfragen zu stellen <strong>–</strong> dann<br />

wird der Tisch gewechselt und du sprichst mit einem anderen<br />

Unternehmensvertreter. Wie beim Speed Dating geht es beim<br />

Speed Recruiting darum, in kurzer Zeit festzustellen, ob die<br />

Chemie stimmt. Du solltest versuchen, einen bleibenden Eindruck<br />

beim Unternehmen zu hinterlassen. Beim lockeren Get-<br />

Together im Nachgang stehen dann deine Chancen gut, eine<br />

Einladung zum Vorstellungsgespräch oder gar direkt ein Jobangebot<br />

zu bekommen.<br />

Mehrtägiges Retreat<br />

Beim Consulting Retreat von Deloitte bekommst du einen exklusiven Einblick<br />

in das Unternehmen <strong>–</strong> und fährst vielleicht mit einem unterschriebenen Arbeitsvertrag<br />

gut erholt nach Hause. Das Deloitte-Event im Herbst <strong>2022</strong> steht<br />

unter dem Motto »Landluft genießen und als CFO-Consultant durchstarten«<br />

und führt dich ein komplettes Wochenende auf ein historisches Landgut.<br />

Während des Retreats stellst du beispielsweise bei einer Case Study dein Talent<br />

unter Beweis und bekommst individuelles Karriere-Feedback von den Personalern.<br />

Diese Form des Karriere-Events fordert von dir eine umfassende Bewerbung<br />

und eine sehr gute Vorbereitung, belohnt dich im besten Falle aber<br />

auch mit einem Vertragsangebot direkt vor Ort.<br />

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REALITY CHECK<br />

Companies on Campus<br />

Zwischen Prüfungsphase und Party am Semesterende<br />

bleibt keine Zeit, um noch zum<br />

Tag der Offenen Tür des Wunscharbeitgebers<br />

zu fahren? Keine Sorge! Bei Veranstaltungsformaten<br />

wie »Companies on Campus (CoC)«<br />

organisiert vom KarriereService der Uni Bayreuth<br />

oder »Company meets Campus« der Uni<br />

Rostock kommen Studierende und frische<br />

Uni-Absolventen mit Arbeitgebern der Region<br />

in Kontakt. Bei Vorträgen oder Workshops<br />

an der Uni können sich Unternehmen<br />

direkt vor Ort auf dem Campus vorstellen. Bei<br />

Exkursionen und Werksführungen lernen die<br />

Studis off Campus die einzelnen Arbeitgeber<br />

kennen und schnuppern direkt etwas Praxisluft.<br />

Augen offen halten und direkt anmelden,<br />

denn die Plätze sind heiß begehrt.<br />

Career Days<br />

Die Workshop-Wochen »CareerDays« der<br />

Universität Bayreuth bringen zahlreiche bekannte<br />

Unternehmen an den Campus <strong>–</strong> zum<br />

gemeinsamen Arbeiten, Kontakte knüpfen<br />

und vernetzen. Die bewerbungspflichtigen<br />

Events sind ein klasse Sprungbrett ins Unternehmen,<br />

sei es <strong>für</strong> ein Praktikum, eine Werkstudierendentätigkeit<br />

oder die Festanstellung<br />

nach dem Abschluss. Während des Workshops<br />

bearbeitest du beispielsweise Study<br />

Cases in der Gruppe oder stellst bei kleinen<br />

Aufgaben deine Talente unter Beweis <strong>–</strong> Vorbereitung<br />

ist deshalb das A und O des Karriere-Events.<br />

Im Anschluss an den arbeitsreichen<br />

Tag laden die Unternehmen manchmal<br />

noch zu einem Karriere-Dinner ein <strong>–</strong> lies dir<br />

also vorab gut durch, was der Workshop-Tag<br />

so alles beinhaltet.<br />

Deine Uni<br />

meint es gut mit dir<br />

NIMM MIT, WAS GEHT!<br />

Karriere-Messe<br />

Ein ganz klassisches Recruiting-Event, bei dem<br />

du dir vor allem einen Überblick über die Unternehmen<br />

verschaffen kannst. Besonders cool:<br />

Auch Hidden Champions der Region triffst du<br />

hier an. Wirf vorab mal einen Blick in das Messe-<br />

Programm, damit dir auch keine Wunschfirma<br />

im Messe-Gewimmel durch die Lappen geht.<br />

Bereits bei der Messe kannst du versuchen, mit<br />

den Personalern am Stand ins Gespräch zu kommen.<br />

Bereite da<strong>für</strong> am besten ein paar konkrete<br />

Fragen zum Unternehmen vor, die zeigen, dass<br />

du dich speziell auf diese Firma vorbereitet hast.<br />

Außerdem gut zu wissen: Du kannst auch einen<br />

Ausdruck deines Lebenslaufes mitbringen und<br />

nach einem erfolgreichen Gespräch dem Recruiter<br />

geben. Denke auch daran, dir den Namen des<br />

zuständigen Personalers zu notieren <strong>–</strong> oder nach<br />

dessen Visitenkarte zu fragen. Wenn du wirkliches<br />

Interesse am Unternehmen hast, solltest du<br />

dich nicht davor scheuen, nach der Messe Kontakt<br />

zum Recruiter aufzunehmen <strong>–</strong> aber bitte gib<br />

den Mitarbeitern ein bisschen Verschnaufpause<br />

nach den Messetagen. Für mehr Infos: Schau<br />

doch auch mal auf die Seiten »Messe-Hopping<br />

<strong>für</strong> Einsteiger«.<br />

BROWN BAG BREAKS<br />

<strong>–</strong><br />

ABSOLVENTEN ERZÄHLEN<br />

Die kleinen braunen Pausenbrot-Papiertüten,<br />

die man aus amerikanischen Filmen kennt, sind<br />

Namensgeber <strong>für</strong> dieses Event. »Brown Bag Breaks«<br />

finden meist um die Mittagszeit statt <strong>–</strong> in kurzen<br />

Vorträgen berichten Absolventen der Uni zunächst von<br />

ihrem Studium und Werdegang. Im Anschluss gibt es <strong>für</strong><br />

die Teilnehmer und Teilnehmerinnen jeweils eine<br />

Mahlzeit <strong>–</strong> serviert in den Brown Bags <strong>–</strong> und Zeit<br />

zum Netzwerken, Fragen stellen und Karrieremöglichkeiten<br />

ausloten. Eine Anmeldung vorab<br />

ist unbedingt nötig, damit genügend Lunch-<br />

Tüten gepackt werden können.<br />

KARRIERE SERVICE<br />

Deine Anlaufstelle vor Ort ist<br />

der Karriere Service, das Career Center<br />

oder welchen Namen auch immer die Stabsstelle<br />

an deiner Hochschule trägt. Die Damen<br />

und Herren vor Ort kennen sich aus in Sachen<br />

Karriere und haben häufig auch einen guten Draht<br />

zu Unternehmen <strong>–</strong> besonders auch zu den lokalen<br />

und mittelständischen Firmen, die du vielleicht gar<br />

nicht auf dem Schirm hast. Schau einfach mal vorbei<br />

und lass dich beraten. Bewerbungsmappen-<br />

Check gibt es häufig gratis on top.<br />

Und wenn's vorbei ist?<br />

Bist du bereits aus dem Uni-Leben ausgeschieden?<br />

Dann sind Alumni- und Absolventen-Treffen eine gute<br />

Möglichkeit mit Ehemaligen ins Gespräch zu kommen.<br />

Illustration: freepik<br />

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LOVED BY GENERATIONS. CRAFTED BY YOU.<br />

You have always loved it. Now be part of it.<br />

Jedes Jahr begrüßen wir in der Ferrero Familie viele neue Talente. In unserem internationalen<br />

Umfeld bieten wir ihnen zahlreiche Möglichkeiten, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und<br />

ihre Karriereträume zu verwirklichen. Denn wie keinem anderen Unternehmen ist es uns<br />

gelungen, die Welt der Süßwaren dauerhaft zu prägen. Als Familienunternehmen setzen wir<br />

auf eine nachhaltige Planung, die unsere Mitarbeiter, Konsumenten und Handelspartner<br />

gleichermaßen begeistert. Überall auf der Welt lassen wir Herzen höher schlagen, indem wir<br />

immer wieder großartige Ideen entwickeln. Bei uns hat jeder Einzelne die Chance, unsere<br />

Marken noch besser zu machen... auch Sie! Sind Sie dabei?<br />

Mehr erfahren auf: ferrerocareers.com


REALITY CHECK<br />

MESSE-<br />

HOPPING<br />

FÜR EINSTEIGER<br />

Was die Urlaubsstimmung des<br />

Flughafens, ist die Jobvorfreude<br />

der Karrieremesse. Jobmessen<br />

haben ihren ganz eigenen Vibe.<br />

Wie du dich darauf eingroovest:<br />

HIER!<br />

MESSE<br />

Stift: Check, Notizblock/Tablet: Check, Visitenkarte: Check, Messeplan:<br />

Check, Eintrittskarte: Check … noch schnell einen Apfel<br />

in den Rucksack und los geht's. In der Woche zuvor hast du<br />

dich im besten Fall schon mit den Firmen, die am Start sind, auseinandergesetzt.<br />

Hilfreich ist dabei das World Wide Web. Klick<br />

dich durch Websites, Karriere-Netzwerke wie LinkedIn, finde<br />

Social Media-Auftritte und durchforste alte Pressemitteilungen<br />

und Zeitungsberichte, die dir in die Finger kommen. Denn<br />

wie so oft im Leben gilt auch hier: Vorbereitung ist die halbe<br />

Miete. Wer mit umfangreichem Wissen glänzt, bleibt den Recruitern<br />

und Personalern vor Ort im Gedächtnis. Mit Sätzen<br />

wie: »Ihr Unternehmen sagt mir jetzt nichts, was machen Sie<br />

denn?«, schießt du dich direkt ins Aus. Wann, wie, wo?<br />

Kläre die wichtigen W-Fragen. Vor allem seit Corona<br />

finden viele Veranstaltungen noch online statt. Findet<br />

die Berufsmesse in Präsenz statt heißt es: Anreise<br />

planen. Möglicherweise befindet sich das Messegebäude<br />

in einer dir fremden Stadt. Wie lange bin<br />

ich unterwegs? Wie teuer ist die Zugfahrt? Brauche<br />

ich eventuell eine Übernachtungsmöglichkeit? Fragen,<br />

die du dir dann schon vorab stellen solltest. Hast<br />

du dich darum gekümmert, steht einem oder mehreren<br />

Messetagen nichts mehr im Weg, oder? Aber bevor<br />

du dich auf den Weg machst, sollte dir klar sein,<br />

aus welcher Motivation du zur Veranstaltung gehst.<br />

Was sind deine Ziele? Du solltest dir darüber im Klaren<br />

sein, ob du dir lediglich einen Überblick über<br />

die zahlreichen Karrieremöglichkeiten verschaffen<br />

möchtest oder ob du konkrete Ambitionen<br />

<strong>für</strong> ein Praktikum, eine Ausbildung oder sogar<br />

einen Direkteinstieg nach dem Studium hegst.<br />

Außerdem wichtig: Die richtige Messe finden!<br />

Es gibt unzählige Karriere- und Jobmessen.<br />

»Daher ist der Fokus beziehungsweise das<br />

Thema der Messe definitiv von großer Bedeutung.<br />

Versuche immer, die richtige Schnittstelle<br />

zwischen dem, was die Messe bietet<br />

und dem was du suchst, herzustellen.<br />

392.445M 2<br />

Die Messe Hannover<br />

gilt als Spitzenreiter, was<br />

die Hallenkapazität,<br />

im Vergleich zu<br />

anderen Messestandorten<br />

in Deutschland, angeht.<br />

Da kann man sich<br />

schonmal leicht verlaufen.<br />

Text: Vanessa Gözl | Illustration: vectorjuice/freepik.com | Quelle: wlw.de; karrierefragen.de; indeed.com; karriere-suedwestfalen.de<br />

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REALITY CHECK<br />

Je höher das Matching, desto interessanter wird die Messe <strong>für</strong> dich sein«, erklärt<br />

Walter Feichtner, Karrierecoach aus München.<br />

Überdies hinaus gibt es Firmenkontaktmessen sowohl <strong>für</strong> Schüler als auch<br />

<strong>für</strong> Studenten und Absolventen. Da auch unbedingt einen Blick drauf haben.<br />

Aber da tut sich schon die nächste Frage auf: Was zieh' ich an? »Dein Outfit<br />

sollte <strong>für</strong> die Branche, die du anvisierst, üblich sein, aber du solltest dich dabei<br />

immer in deiner Haut wohlfühlen. Mit einem gepflegten Äußeren und einem<br />

Outfit, in dem du später auch zur Arbeit gehen würdest und authentisch<br />

wirkst, kannst du definitiv beim potenziellen Arbeitgeber punkten«, führt<br />

Herr Feichtner fort. Um dich frisch zu halten, solltest du dir ein Deo, Kopfschmerztabletten,<br />

Pfefferminzbonbons, Blasenpflaster, Kosmetik und einen<br />

Kamm in die Tasche werfen. Taschentücher, etwas zu trinken und ein Snack<br />

sollten ebenfalls dabei sein. Man weiß vorab nie, ob es vor Ort etwas <strong>für</strong> den<br />

kleinen Hunger gibt. Apropos Packliste <strong>–</strong> hast du einen aktuellen Lebenslauf<br />

dabei? Drucke dir am besten mehrere Abzüge aus, damit du nicht nur einem<br />

potenziellen, zukünftigen Arbeitgeber deinen Werdegang in die Hand drücken<br />

kannst. »Lieber einen Lebenslauf ›<strong>für</strong> den Fall der Fälle‹ fehlerfrei und lückenlos<br />

dabeihaben, um ›liefern‹ zu können«, rät Frank Möller, Geschäftsführer<br />

der INITIATIVE auslandszeit GmbH.<br />

AUF ALLEN HOCHZEITEN TANZEN<br />

… funktioniert nicht. Wirf deshalb vorab einen Blick ins Ausstellerprogramm<br />

des Jobevents und mach dir eine Liste mit deinen Favoriten. Pack dir<br />

den Tag aber nicht zu voll. Auch Walter Feichtner ist der Meinung: »Circa 20<br />

Minuten pro Gespräch solltest du auf jeden Fall einplanen. Zudem immer<br />

einen gewissen Zeitpuffer, da sicher Wartezeiten auf dich zukommen werden.<br />

Takte dich nicht zu eng, da bestimmt auch noch einige Unternehmen<br />

inte ressant sein können, an die du vorher gar nicht gedacht hast.« Hier zählt<br />

Qualität statt Quantität, du willst dein Gegenüber ja von dir überzeugen und<br />

mit fortschreitender Zeit lässt deine Konzentration nach. Deshalb spielt auch<br />

die Reihenfolge eine Rolle. Deinem Traumarbeitgeber solltest du nicht gleich<br />

als allererstes einen Besuch abstatten. Schau erstmal bei ein bis zwei anderen<br />

Unternehmen vorbei, rede dich warm und übe Gesprächseinstiege und<br />

Smalltalk. Danach heißt's dann ran an den Speck. So bist du im Flow und<br />

dennoch nicht zu ausgepowert. Ebenfalls abchecken: »Viele Messen haben<br />

auf deren Website die Möglichkeit, Besucherslots <strong>für</strong> Messestände und Aussteller<br />

zu buchen. Dies macht einen guten und organisierten Eindruck bei<br />

den jeweiligen potenziellen Arbeitgebern«, empfiehlt Herr Möller.<br />

SCHLAUE FRAGEN TO GO<br />

»An wen darf ich meine Bewerbung richten?«<br />

<br />

passen?« »Wie läuft der Bewerbungsprozess genau<br />

ab?« »Können Sie mir etwas zur Unternehmenskultur<br />

erzählen?« »Wie groß ist die Abteilung?«<br />

»Wie viele Ausbildungsplätze vergeben Sie insgesamt?«<br />

»Gibt es noch Anforderungen, die nicht in der Stellenausschreibung<br />

genannt wurden?« »Wie würde ein<br />

typischer Arbeitstag in diesem Job <strong>für</strong> mich aussehen?«<br />

DABEI SEIN IST ALLES<br />

Bestimmt startest du gut vorbereitet und voller Euphorie in deinen Messetag.<br />

Es sei dir aber gesagt: Bleib realistisch! Du wirst gute Gespräche führen und<br />

viele interessante Firmen und Personen kennenlernen. Aber, to be honest <strong>–</strong><br />

nicht jedem Gespräch wird eine Einladung zum Vorstellungsgespräch folgen.<br />

Dennoch profitierst du davon, deinen Namen in den Ring geworfen und mit<br />

Recruitern genetzwerkt zu haben. Vielleicht hast du Unternehmen entdeckt,<br />

die du zuvor gar nicht auf dem Schirm hattest. Außerdem konntest du den<br />

Arbeitsmarkt, gefragte Kompetenzen und Bewerberprofile abchecken und<br />

deinen Berufswunsch mit den tatsächlichen Anforderungen abgleichen.<br />

Der erste Schritt Richtung Karriere ist also getan!<br />

DOS<br />

• Labern, labern, labern: Keine falsche<br />

Scheu! Sprich Aussteller an und komme<br />

mit Personalern ins Gespräch!<br />

• Du hattest gute Gespräche, aber wie<br />

hieß nochmal der nette Herr mit dem<br />

grünen Hemd? Unbedingt Namen<br />

notieren!<br />

• Stay in contact. Schreibe oder rufe<br />

Recruiter deines Wunsch-Unternehmens<br />

einige Tage nach der Messe<br />

noch einmal an. Die Messe dient<br />

dabei als guter Aufhänger.<br />

• Kleider machen Leute <strong>–</strong><br />

»Business Casual« ist aber völlig<br />

ausreichend.<br />

"<br />

Wann kann ich<br />

das erste Mal<br />

Urlaub nehmen?*<br />

"<br />

DONT'S<br />

• alle Giveaways einpacken und<br />

wortlos den Stand wieder verlassen.<br />

• *Sätze wie diesen, solltest du erstmal<br />

stecken lassen<br />

• Kaugummikauend mit den Händen<br />

in den Hosentaschen von Stand zu<br />

Stand schlappen<br />

• Grumpy face: Du hast Spaß?<br />

Dann sag's auch deinem Gesicht!<br />

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REALITY CHECK<br />

MESSE-<br />

TALK<br />

Unternehmen erspäht? Dann nix<br />

wie hin und den Recruiter löchern.<br />

Aber wie komm ich ins Gespräch?<br />

Tipps gibt's hier!<br />

Namen ausgetauscht und jetzt? Smalltalk wirkt immer super easy, erfordert aber<br />

etwas Übung. Zu Beginn lautet zunächst die Devise: langsam an dein Gegenüber<br />

rantasten. Am besten startest du mit unverfänglichen Themen ins Gespräch, um<br />

dann <strong>–</strong> step by step <strong>–</strong> zum wichtigen Gesprächsteil überzugehen.<br />

BE YOURSELF<br />

Während des gesamten Gesprächs ist das Allerwichtigste: Sei du selbst! Es bringt<br />

nichts, dich zu verstellen, nur um beim Personaler gut anzukommen. Versuche<br />

außerdem eine gute Balance zwischen selbstbewusstem Auftreten und Zurückhaltung<br />

zu finden. Übe dein Gesprächsverhalten vorab mit deinen Kommilitonen,<br />

Freunden und Verwandten und bewerte dich kritisch.<br />

KEIN GEPLÄNKEL<br />

Keiner steht auf blabla. Auch die Aussteller sind nur Menschen und stehen im<br />

Zweifel viele Stunden am Tag an ihrem Stand und führen viele Gespräche mit<br />

potenziellen Bewerbern. Da heißt es: auffallen! Aber bitte nicht um jeden Preis.<br />

Finde ein Mittelmaß zwischen belanglosem Smalltalk, Austausch von Höflichkeiten<br />

und Preisgabe deines Privatlebens. Der Mix aus Reden und Zuhören,<br />

Nachfragen und Interessantes merken macht's. Es kann auch helfen, wenn du dir<br />

interessante Aspekte auf einem Block notierst, um gegebenenfalls an passender<br />

Stelle noch einmal nachhaken zu können. Was nämlich gar nicht geht: dazwischenquatschen!<br />

Lass deinen Gesprächspartner immer ausreden. Reinlabern<br />

kann schnell unhöflich wirken.<br />

HALTUNG BEWAHREN<br />

Eine offene Haltung und Körpersprache sind da A und O. Du bist interessiert an<br />

deinem Gegenüber und das möchtest du auch ausstrahlen, oder? Vergiss dabei<br />

aber nicht, dass du kein Bittsteller bist. Du möchtest einen Job, aber die Rahmenbedingungen<br />

sollen auch zu deinen Vorstellungen passen. Auch hier gilt: Strahle<br />

Selbstbewusstsein aus ohne dabei arrogant oder aufgesetzt zu wirken.<br />

»WAS FÜR EIN TOLLES WETTER HEUTE«<br />

So oder so ähnlich könnte ein Gespräch beginnen. Nutze außerdem das Drumherum<br />

<strong>für</strong> einen Einstieg ins Gespräch. Spreche über die tolle Atmosphäre des<br />

Events, besuchte Vorträge oder die Anreise. Dir fällt es total schwer fremde Menschen<br />

anzusprechen? Augen zu und durch. Personaler kennen die Situation aus<br />

dem Effeff und helfen dir dich abzuholen und das Gespräch aufzufangen beziehungsweise<br />

am Laufen zu halten.<br />

BE PREPARED<br />

Du solltest dich auf jeden Fall im Vorfeld über dein Wunschunternehmen informieren.<br />

Und bitte nicht nur kurz über die Online-Startseite des Unternehmens<br />

scrollen. Recherchiere, welche Projekte Firma XY gerade am Start hat, welche<br />

Einstiegsmöglichkeiten Interessierte haben und ob es womöglich Zweigstellen<br />

gibt. Das zeigt echtes Interesse und wiegt anfängliche Startschwierigkeiten auf.<br />

"<br />

Na,<br />

du auch<br />

hier?<br />

"<br />

HI<br />

mein Name ist …<br />

auch wenn es einem<br />

am Anfang schwer vorkommt:<br />

Ist einmal der Start gemacht, ist<br />

das Ganze ein Selbstläufer<br />

BYE<br />

Vergiss' nicht dir den Namen<br />

deines Gesprächspartner zu<br />

notieren. Noch einfacher:<br />

Frag' sie oder ihn nach einer<br />

Visitenkarte. Auch beliebt, direkt<br />

auf LinkedIn vernetzen.<br />

Text: Vanessa Götzl | Illustration: vectorjuice/freepik.com | Quellen: karrierebibel.de; karrieretag.org; berufsstart.de<br />

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REALITY CHECK<br />

MESSE-<br />

FAQ'S<br />

Wenn's gut läuft, ist dein Tag<br />

auf der Jobmesse mit vielen<br />

Gesprächsterminen geplant.<br />

Womit du auf jeden Fall<br />

rechnen kannst:<br />

»WAS FINDEN SIE AN UNSEREM UNTERNEHMEN SPANNEND?«<br />

Klar, hierauf solltest du vorbereitet sein. Du hast den Termin mit dem<br />

Unternehmen im Vorfeld vereinbart, also solltest du auch grundlegend<br />

darüber Bescheid wissen. Informiere dich auf der Website zu<br />

den Zielen und Strukturen der Firma. Auch ein Blick auf die Teamseite<br />

lohnt sich immer. Nice-to-Knows lassen sich sparsam und gut überlegt<br />

in das Gespräch am Messestand einbauen. Das kann <strong>für</strong> Eindruck<br />

sorgen.<br />

Text: Florian Grobbel | Illustration: vectorjuice/freepik.com<br />

»WÜRDEN SIE ETWAS ÜBER SICH<br />

SELBST ERZÄHLEN?«<br />

Ein Bewerbungsgespräch auf der Karrieremesse<br />

ist allgemein weniger konkret, als ein klassisches<br />

Vorstellungsgespräch im Unternehmen.<br />

Das bedeutet: Arbeitszeiten, Urlaubstage und<br />

Feinheiten eines Anstellungsvertrags sind<br />

eher nicht relevant. Stattdessen möchten die<br />

Recruiter wissen, ob du zum Unternehmen<br />

passt und stellen Fragen über dich selbst.<br />

Aufforderungen, über sich zu erzählen, können<br />

sehr dankbar sein. Du hast komplett freie<br />

Hand, was du über dich preisgeben willst. Achte<br />

aber darauf, dass du nicht bei Adam und Eva anfängst.<br />

Welche Werte dir in der Kindheit vermittelt<br />

wurden (Strebsamkeit, Disziplin, Initiative etc.) können<br />

gut ankommen <strong>–</strong> übertreib' es aber nicht!<br />

»WIE GEFÄLLT ES IHNEN AUF DER MESSE?«<br />

Achtung, Achtung! Diese Frage klingt nach unschuldigem Small-Talk,<br />

kann es aber faustdick hinter den Ohren haben. Das Messegespräch<br />

ist ein seltsamer Hybrid aus Plauderei und Vorstellungsgespräch. Bleib<br />

daher immer wachsam und professionell! Alles, worüber du dich mit<br />

dem Recruiter unterhältst, kann ihm in Erinnerung bleiben und ein<br />

positives oder negatives Bild von dir erzeugen.<br />

" Guten Tag,<br />

ich hätte<br />

da mal eine<br />

Frage!<br />

"<br />

»WIEVIEL ERDE BEFINDET<br />

SICH IM LOCH?«<br />

Zugegeben, diese etwas seltsam anmutende<br />

Frage ist <strong>für</strong> das Gespräch auf der Jobmesse<br />

schon sehr speziell, aber du willst ja auf alles<br />

vorbereitet sein. Hierbei handelt es sich um<br />

ein Beispiel <strong>für</strong> sogenannte »Brainteaser«. Das<br />

sind knifflige Denksportaufgaben, die Recruiter<br />

gerne mal ins Gespräch einbauen. Zum einen kann<br />

dadurch das Allgemeinwissen und logische Denken des<br />

Bewerbers überprüft werden. Zum anderen lässt sich dadurch<br />

erkennen: Wie verhält sich das Gegenüber in Stresssituationen? Dabei<br />

wird gerne auf Fangfragen zurückgegriffen. Hier ein Beispiel: Wieviel<br />

Erde befindet sich in einem Loch mit den Maßen 2x2x2 Meter? Antwort:<br />

Gar keine <strong>–</strong> ein Loch hat generell keinen Inhalt … Egal ob du die<br />

Antwort kennst oder nicht, ist es in erster Linie wichtig, Ruhe zu bewahren.<br />

Hast du wirklich keine Ahnung, gib es offen zu. So erkennt der<br />

Recruiter, dass du eine ehrliche Haut bist.<br />

»HABEN SIE NOCH FRAGEN?«<br />

So ein Messetag hat eine maximale Dauer von sechs bis acht Stunden<br />

und ein Unternehmensgespräch ist nicht länger als 20 Minuten. Nutze<br />

diese begrenzte Zeit! Schau dir im Vorfeld die Liste mit den von dir gewählten<br />

Firmen an und notiere bei der Vorbereitung die brennenden<br />

Fragen. Dem Recruiter werden diejenigen in Erinnerung bleiben, die<br />

sich wirklich <strong>für</strong> das Unternehmen interessieren und gute Fragen gestellt<br />

haben.<br />

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ARBEITSWELTEN<br />

Migrationsrecht<br />

LOVE<br />

WHAT<br />

YOU<br />

DO<br />

Wer Recht hat, sollte<br />

sein Recht auch bekommen<br />

<strong>–</strong> klingt logisch.<br />

Leider sieht die Realität <strong>für</strong> geflüchtete Migratinnen und Migranten<br />

oftmals anders aus. Das Migrationsrecht beziehungsweise das<br />

Asylrecht wird immer dann relevant, wenn Menschen aus religiösen,<br />

politischen, rassistischen, kulturellen oder anderen Gründen,<br />

etwa sexueller Orientierung, aus ihrem Land flüchten müssen. Das<br />

Migrationsrecht umfasst sämtliche Regelungen, die sich im Kern<br />

mit der Einreise und dem Aufenthalt von Menschen befassen, die<br />

nicht die Staatsangehörigkeit des Aufenthaltsstaates besitzen. Im<br />

Jahr 1920 wurde der Völkerbund geschlossen. Er legte den Grundstein<br />

<strong>für</strong> die Überzeugung, dass es in der Verantwortung der internationalen<br />

Gemeinschaft liege, Flüchtlingen Schutz zu gewähren<br />

und nach Lösungen <strong>für</strong> deren Probleme zu suchen.<br />

Text: Michelle Bahr | Illustration: rawpixel.com /freepik.com | Quellen: rlc-berlin.de, uni-regensburg, rlc-deutschland.de,anwalt.org<br />

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ARBEITSWELTEN<br />

#LeaveNoOneBehind<br />

ist das Motto der<br />

»Refugee Law Clinics Deutschland«<br />

Help is for everyone!<br />

Dass man im Paragraphendschungel <strong>–</strong> vor allem in einem fremden Land <strong>–</strong><br />

nicht direkt durchblickt, ist verständlich. In solchen Fällen bieten sogenannte<br />

»Refugee Law Clinics (RLC)« eine helfende Hand. In Deutschland gibt es circa<br />

30 RLCs. Das Konzept ist ganz einfach: Studierende bieten kostenlose und<br />

unabhängige Rechtsberatung <strong>für</strong> Geflüchtete an. Win-win Situation <strong>für</strong><br />

beide Seiten: Studierenden wird bereits im Studium ermöglicht, sich in einem<br />

Rechtsgebiet zu spezialisieren und das Erlernte unter juristischer Supervision<br />

und Anleitung praktisch anzuwenden. Gleichzeitig lassen sich so<br />

niedrigschwellige und kostenfreie, juristische Beratungsangebote schaffen.<br />

Leave no one behind!<br />

Michael Werner ist Rechtsanwalt bei der Kanzlei »Frisch« in Erlangen. Er arbeitet<br />

mit der Refugee Law Clinic Erlangen zusammen und hat schon häufiger<br />

Vorträge zum Asylverfahren gehalten: »RLCs können Aufgaben erfüllen,<br />

die wir Anwält*innen aufgrund der Arbeitsbelastung nicht immer stemmen<br />

können. Gerade in der Anhörungsvorbereitung, die naturgemäß zeitintensiv<br />

ist, können Freiwillige die Geflüchteten unterstützen.«<br />

To-dos einer RLC<br />

Von Beratungsgesprächen und allgemeinen Erläuterungen des Asylverfahrens<br />

bis zur Aufklärung bezüglich Rechte, Pflichten und dem Aufzeigen<br />

möglicher Rechtsmittel. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt dabei in der<br />

Vorbereitung auf die Anhörung beim Bundesamt <strong>für</strong> Migration und Flüchtlinge<br />

(BAMF). Vorab wird detailliert über den Ablauf und einzelne Fragen<br />

gesprochen.<br />

Warum? Darum!<br />

Neben der praktischen, fachlichen Erfahrung lernst du das Arbeiten im<br />

Team, Verantwortung zu übernehmen und fremde Kulturen kennen. Du erhältst<br />

eine Zusatzqualifikation im Migrationsrecht und ganz nebenbei leistest<br />

du auch einen Beitrag <strong>für</strong> die Gesellschaft.<br />

How does it work?<br />

Wenn du dich <strong>für</strong> die Bearbeitung eines bestimmten Falls interessierst, kommunizierst<br />

du das mit der Clinic-Organisation oder deinem direkten Vorgesetzten<br />

<strong>–</strong> das ist von Clinic zu Clinic unterschiedlich. In der Regel bekommst<br />

du die Fallanfragen per E-Mail. Meistens hast du vorab schon einen Partner.<br />

Ansonsten wird dir einer zugeteilt. Die Fälle werden immer zu zweit bearbeitet.<br />

Im zweiten Schritt bekommst du einen Betreuer zugeteilt, meist ist dies<br />

ein Volljurist, der sich an der Clinic engagiert. Die Betreuer begleiten den Fall,<br />

stehen bei Fragen zur Verfügung und stellen sicher, dass nichts Entscheidendes<br />

schiefgeht. Danach folgt das erste Treffen mit deinem Mandanten. Der<br />

persönliche Kontakt ist sehr wichtig, denn dieser stärkt die Zusammenarbeit.<br />

Du stellst die Probleme des Betroffenen fest und es werden Kontaktdaten<br />

ausgetauscht.<br />

Anschließend widmest du dich der Recherche. Die Law Clinic nimmt nur<br />

Fälle an, bei denen es nicht eilt und du ausreichend Zeit <strong>für</strong> rechtliche Nachforschungen<br />

und Rückfragen hast. Du kannst dich auch zu jeder Zeit an deinen<br />

Betreuer wenden.<br />

Zuletzt folgt der Fallabschluss. Dieser hängt von der jeweiligen Gestaltung<br />

ab. Manchmal genügt ein Schreiben oder Telefonanruf, gelegentlich wartest<br />

du auf eine Reaktion der Behörde. Nach getaner Arbeit setzt du dich nochmal<br />

mit deinem Team zusammen und besprichst, was gut und was weniger<br />

gut gelaufen ist.<br />

Mit Herz und Verstand<br />

Nicht nur in den Refugee Law Clinics suchen Geflüchtete einen<br />

Ansprechpartner, oftmals brauchen sie einen spezialisierten<br />

Anwalt, vor allem wenn die Zeit knapp ist. Einen alleinigen<br />

Studiengang zum Migrationsrecht gibt es nicht, weil<br />

in Deutschland die rechtswissenschaftliche Ausbildung zum<br />

Volljuristen führt. »Vielmehr können sich <strong>Juristen</strong> insbesondere<br />

nach dem Abschluss der Ausbildung mit dem ersten<br />

und zweiten Staatsexamen auf das Migrationsrecht spezialisieren«,<br />

informiert Rechtsanwalt Cüneyt Gençer von der<br />

Kanzlei »gençer & coll. Rechtsanwälte und Steuerberater« mit<br />

Sitz in Nürnberg. Seit 2015 könne man den Titel »Fachanwalt<br />

<strong>für</strong> Migrationsrecht« erwerben, so Gençer, wichtig sei hierbei:<br />

Eine gewisse Affinität <strong>für</strong> die Belange von Migrantinnen<br />

und Migranten im Zielland, also Deutschland, mitzubringen.<br />

Kollegen und Kolleginnen aus Gençers persönlichem<br />

Bereich bringen »Empathie <strong>für</strong> die Probleme und Einsatz <strong>für</strong><br />

den Verbleib dieser Menschen« mit. Daneben sei es aber auch<br />

wichtig, eine Bereitschaft da<strong>für</strong> zu haben, sich »mit dem europäischen,<br />

internationalen und manchmal auch dem ausländischen<br />

Recht zu befassen«, erklärt Rechtsanwalt Michael<br />

Werner.<br />

»Das Migrationsrecht ist<br />

ein besonders vielfältiges<br />

Themengebiet. Durch die<br />

vielen Einzelmandate hat<br />

man engen Kontakt mit<br />

Mandant*innen.«<br />

Michael Werner, Rechtsanwalt<br />

Du bist die Zukunft<br />

»Das Migrationsrecht ist <strong>–</strong> trotz seiner Bedeutung <strong>–</strong> üblicherweise<br />

kein Rechtsgebiet, an dem die Mehrheit der<br />

Jurastudent*innen besonderes Interesse zeigt. Das liegt natürlich<br />

auch daran, dass es im Kernlehrplan der Universitäten<br />

kaum vorkommt. Gleichzeitig ist der Bedarf an qualifizierter<br />

Rechtsberatung in diesem Bereich nicht ausreichend<br />

gedeckt. Dieser Bedarf wird in Zukunft mit Sicherheit nicht<br />

sinken. Student*innen <strong>für</strong> das Themengebiet zu interessieren<br />

ist also auch gesellschaftlich wichtig, denn um die zunehmende<br />

Einwanderung in Deutschland rein praktisch zu<br />

regeln, benötigen wir ein funktionierendes Beratungssystem«,<br />

zeigt Herr Werner auf. Du kannst dementsprechend<br />

Verantwortung übernehmen und die Zukunft des Migrationsrechts<br />

sein. Eine Refugee Law Clinic kann dir als<br />

Sprungbrett dienen.<br />

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STUDIUM<br />

START-UP DES MONATS: SELFAPY<br />

Langsam aber sicher wird sie sichtbarer: die<br />

Wichtigkeit von psychotherapeutischen Angeboten.<br />

Ein gutes Zeichen ist die Vergabe des<br />

diesjährigen »German Startup Awards« an Nora<br />

Blum und ihre App Selfapy. Diese bietet ein umfassendes<br />

Kursangebot, um Krankheiten wie<br />

Depression oder Angststörungen zu behandeln.<br />

Nach einem kurzen Online-Test und persönlichem<br />

Beratungsgespräch absolviert man<br />

einen breitgefächerten Kurs mit verschiedenen<br />

Lektionen: Vom Erkennen seiner Symptome,<br />

über die sinnvolle Strukturierung seines Alltags<br />

bis zum Problemlösungstraining wird man mit<br />

professioneller Unterstützung geleitet. Das besondere<br />

an Selfapy: Die Nutzung der App kann<br />

vom Arzt verschrieben werden und ist mit Rezept<br />

komplett kostenfrei. Auch die Vermittlung<br />

an eine Online-Sprechstunde bei einem Hausarzt<br />

ist über die Website möglich. Mehr Infos<br />

unter: www.selfapy.com<br />

NEUIGKEIT DES MONATS<br />

KOSTENLOSE<br />

HYGIENE-PRODUKTE<br />

AN DER HOCHSCHULE<br />

NEU-ULM.<br />

Dieses Pilotprojekt startet die HNU<br />

ab 17. Oktober. An insgesamt vier Standorten<br />

auf dem Campus werden in diesem<br />

<strong>Wintersemester</strong> kostenlose Periodenprodukte<br />

zur Verfügung stehen. Möglich<br />

machten das die HNU-Frauenbeauftragten.<br />

<br />

<strong>audimax</strong><br />

Respekt<br />

dazu!<br />

WO SIND SIE NUR HIN?<br />

Der Lehrermangel ist ein reales Problem. Gerade<br />

in ostdeutschen Bundesländern fehlt es an<br />

Fachkräften, die Schülerinnen und Schüler unterrichten.<br />

Ein Hoffnungsschimmer war bisher<br />

die hohe Zahl der derzeit Studierenden. Mit<br />

265.600 Studierenden lag die Zahl im <strong>Wintersemester</strong><br />

2020/21 auf dem höchsten Wert seit 25<br />

Jahren. Massiv gesunken ist allerdings die Zahl<br />

der neuen Erstsemester. Betrug die Anzahl der<br />

Lehramts-Erstis im Studienjahr 2020/21 noch<br />

37.400 Studierende. Haben sich ein Jahr später<br />

nur 32.300 Menschen eingeschrieben. Ein<br />

Rückgang von 14 Prozent.<br />

DEUTSCHLAND SUCHT DIE VEGGIE-KÜCHE<br />

Unter den 40 größten Universitäten hat der digitale Krankenversicherer »ottonova« die Veggiefreundlichsten<br />

Mensen gekürt. Dabei sind insgesamt 41 Prozent aller angebotenen Speisen<br />

vegetarisch, 21 Prozent sogar vegan. Spitzenreiter der Untersuchung ist die Goethe-Universität<br />

Frankfurt. Hier wird ausschließlich fleisch- und fischlos gekocht. Auch an einzelnen Mensen<br />

der TU Berlin und der Uni Hamburg findet man ausschließlich ein vegetarisch-veganes<br />

Angebot. Das Schlusslicht der Reihe bildet die Universität Würzburg. Nur 17 Prozent der<br />

angebotenen Speisen sind fleischlos. Insgesamt fällt der Preis <strong>für</strong> vegetarische<br />

Speisen um 32 Prozent günstiger aus. Im Schnitt bezahlen<br />

Studis 2,24 Euro <strong>für</strong> ein fleischloses Essen.<br />

2,9%<br />

MEHR<br />

BESCHÄFTIGTE<br />

AN UNIVERSITÄTEN<br />

IM JAHR 2021 IM<br />

VERGLEICH ZUM<br />

VORJAHR.<br />

NEBENJOB-RAKETE: WOCHENMARKT<br />

Eine wichtige <strong>–</strong> wenn auch etwas altbacken wirkende<br />

<strong>–</strong> Instanz einer jeden Stadt ist der Wochenmarkt.<br />

Tatsächlich suchen viele Standbetreiber<br />

immer wieder motivierte Leute, die<br />

gutes Obst und Gemüse unters Volk bringen.<br />

Neben der Verbesserung deines Kontostands<br />

kannst du da<strong>für</strong> sorgen, dass die regionale Infrastruktur<br />

aufrechterhalten und das oft zitierte<br />

»buy local« Realität wird. Zu den Voraussetzungen<br />

gehört eine gewisse Flexibilität, Spaß<br />

am Umgang mit Menschen und eine Grundahnung<br />

von Obst und Gemüse: Du solltest auf jeden<br />

Fall einen Fenchel von einem Kohlrabi unterscheiden<br />

können. Auch Kopfrechnen zahlt<br />

sich als Stärke aus. Zudem kann es gut sein,<br />

dass du mal im Regen oder Schnee verkaufen<br />

musst. Da<strong>für</strong> verrichtest du eine sinnvolle Arbeit<br />

mit dankbaren Menschen und kriegst meistens<br />

satte Rabatte <strong>für</strong> den Inhalt deines eigenen<br />

Gemüsefachs.<br />

Text: Florian Grobbel | Quellen: Statistisches Bundesamt, ottonova | Illustrationen: freepik, selfapy.com<br />

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MINT-Award<br />

Preisverleihung<br />

<strong>2022</strong><br />

Text: Vanessa Götzl | Fotos: BfV<br />

IDEEN FÜR DIE<br />

IT-SICHERHEIT<br />

DER ZUKUNFT<br />

Durch die zunehmende<br />

Digitalisierung und<br />

dem damit einhergehenden<br />

erhöhten Datenaufkommen wird die<br />

Entwicklung von Lösungen <strong>für</strong> aktuelle Sicherheitsfragen<br />

in der IT immer wichtiger. Aus<br />

diesem Grund wurde im Jahr <strong>2022</strong> bereits zum fünften<br />

Mal der MINT-Award IT-Sicherheit durch das Medienhaus <strong>audimax</strong><br />

in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt <strong>für</strong> Verfassungsschutz<br />

(BfV) vergeben. Ziel ist es, das Engagement akademischer<br />

MINT-Nachwuchskräfte zu fördern und dem Thema IT-Sicherheit<br />

mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Zahlreiche Studierende<br />

haben hervorragende Abschlussarbeiten zu den Themenkomplexen<br />

›Sicherheit virtualisierter IT-Infrastrukturen durch virtuelle<br />

Sicherheitskomponenten‹, ›Automatisierte Sicherheitsanalyse<br />

von Server-Logdateien mithilfe von künstlicher Intelligenz‹<br />

sowie ›Gefährdung der Vertraulichkeit durch die Ausnutzung<br />

kompromittierender Abstrahlung‹ eingereicht. Eine Jury, bestehend<br />

aus Expertinnen und Experten des BfV, hat die eingereichten<br />

Abschlussarbeiten bewertet und die drei bestplatzierten Teilnehmenden<br />

auserkoren. Sie wurden in Berlin <strong>für</strong> ihre erstklassigen<br />

Abschlussarbeiten ausgezeichnet. BfV-Vizepräsident Sinan Selen<br />

zeigte sich erfreut darüber, dass sich viele Studierende umfassend<br />

mit komplexen IT-technischen Problemstellungen beschäftigen.<br />

Er bestärkte die Preisträger und die Preisträgerin darin, dass<br />

sie sich genau zur richtigen Zeit mit der Thematik beschäftigen.<br />

»IT-Sicherheit ist heutzutage überlebenswichtig und aktueller<br />

denn je. Die Cybersicherheit und -abwehr muss neu gedacht werden«,<br />

so Selen. Herr Funk, Chief Technology Officer des BfV, ergänzt:<br />

»Das Bundesamt <strong>für</strong> Verfassungsschutz ist im Bereich IT<br />

und Technik sehr breit aufgestellt und bietet deshalb die entsprechende<br />

Themenvielfalt und -bedarfe <strong>für</strong> MINT-Fachkräfte.«<br />

ÜBERRASCHUNG UND NETWORKING<br />

Die drei Bestplatzierten freuten sich bei der Ehrung sehr über ihren<br />

Erfolg. Sie nutzten die Möglichkeit sowohl mit den Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern des BfV als auch den Mitbewerbenden<br />

ins Gespräch zu kommen. Neben den Urkunden bekamen die Autorin<br />

und der Autor der zweit- und drittbesten Arbeit ein Preisgeld<br />

in Höhe von 2.000 beziehungsweise 1.000 Euro. Die Freude<br />

über den ersten Platz war dem Gewinner deutlich anzusehen, als<br />

er die 3.000 Euro Siegprämie und den gläsernen MINT-Award<br />

SICHERE<br />

CYBERWELT<br />

MINT-AWARD IT-SICHERHEIT: DAS BUNDESAMT FÜR<br />

VERFASSUNGSSCHUTZ UND AUDIMAX EHRTEN DIE<br />

BESTEN ABSCHLUSSARBEITEN IM MINT-BEREICH<br />

IT-Sicherheit entgegennahm. Er dankte dem BfV und <strong>audimax</strong><br />

<strong>für</strong> die Auszeichnung. »Eine derartige Ausschreibung in unserem<br />

Fachbereich ist schon etwas Besonderes. Ich habe noch nichts Vergleichbares<br />

wahrgenommen. Die Einladung zur Preisverleihung<br />

kam <strong>für</strong> mich sehr überraschend. Umso erfreulicher ist es, heute<br />

hier sein zu dürfen«, erzählte der Erstplatzierte. Eine konkrete Verwendung<br />

<strong>für</strong> das Preisgeld habe er noch nicht. »Einen großen Teil<br />

werde ich wahrscheinlich sparen und den Rest investiere ich vielleicht<br />

in mein Hobby«, verriet er. Während der feierlichen Preisverleihung<br />

wurde den Gewinnern und der Gewinnerin viel Lob<br />

entgegengebracht. Vizepräsident Selen versicherte den Anwesenden,<br />

dass die Expertinnen und Experten der Jury »außerordentlich<br />

überzeugt von dem waren, was eingereicht wurde.«<br />

Ivo Leidner, Projektleiter des Awards bei <strong>audimax</strong>: »Wir freuen uns sehr, dass wir<br />

erneut persönlich Teil der feierlichen Preisverleihung des MINT-Awards sein konnten<br />

und vor Ort mit der Gewinnerin und den Gewinnern ins Gespräch kommen durften.<br />

Die komplexen und herausragenden Abschlussarbeitsthemen zeigen, welche cleveren<br />

Köpfe an den Hochschulen studieren. Wir sind stolz darauf, schon seit vielen Jahren<br />

Teil dieses tollen Projekts zu sein.«<br />

ERFREULICHE ENTWICKLUNG<br />

Auch in diesem Jahr durfte sich eine Frau zu den Top 3 des MINT-<br />

Awards zählen. Eine hervorragende Leistung und ein Indiz da<strong>für</strong>,<br />

dass sich immer mehr Frauen <strong>für</strong> die MINT-Welt interessieren.<br />

Ihre weiblichen Mitstreiterinnen gingen zum Teil sogar<br />

ambitionierter und ehrgeiziger als ihre männlichen Kommilitonen<br />

an das Studium heran, erzählte die Drittplatzierte. Auch der<br />

BfV-Vizepräsident wünscht sich weiterhin <strong>für</strong> die Zukunft eine<br />

rege Beteiligung von weiblichen MINT-Talenten bei derartigen<br />

Ausschreibungen.<br />

Für <strong>audimax</strong> und das BfV steht bereits jetzt fest, dass bei der kommenden<br />

MINT-Award-Ausschreibung in 20<strong>23</strong> besonders Frauen<br />

gefördert werden sollen und richten somit erstmals gemeinsam<br />

den Frauen MINT-Award aus.<br />

Du willst noch mehr zum BfV und zum MINT-Award<br />

IT-Sicherheit erfahren? Dann klick dich rein:<br />

www.verfassungsschutz.de/karriere<br />

www.mint-award-it-sicherheit.de<br />

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RUBRIK<br />

REALITY CHECK<br />

komm auf<br />

den .<br />

be brief<br />

… sagt man dazu in England.<br />

Kürze = Würze<br />

SO FUNKTIONIERT MITSCHREIBEN.<br />

DIESER ARTIKEL WAR URSPRÜNGLICH FÜNF SEITEN LANG.<br />

Essenz erfassen …<br />

Der Wissenschaftler Charles Edgar Finch führte 1939 eine Umfrage unter<br />

2.000 Studierenden durch <strong>–</strong> zur Wahl standen 19 Studierhilfen, welche<br />

nach ihrer Effizienz bewertet werden sollten. Die meisten Stimmen<br />

erhielt das strategische Mitschreiben, so das International Journal of Instruction:<br />

»Approximately 700 students voted that learning how to make<br />

strategic notes would be most helpful in their learning and help to advance<br />

their study habbits.« Für die hilfreichen Vorlesungsnotizen müssen<br />

die Studierenden in der Lage sein, wichtiges von unwichtigem Material<br />

unterscheiden zu können. Wichtig sei, dass die Studierenden der Vorlesung<br />

aufmerksam folgen und neue Informationen mit bereits vorhandenem<br />

Wissen verknüpfen können.<br />

Vorbereitung …<br />

… ist die halbe Miete! Gute Notizen kannst du nur anfertigen, wenn du<br />

auch worauf schreiben kannst <strong>–</strong> egal ob analog oder digital. Wenn du<br />

frühmorgens ohne die notwendigen Hilfsmittel das Haus verlässt, wird<br />

das mit dem Mitschreiben eher schwierig werden. Klar kannst du dir<br />

schnell einen Block kaufen oder einen Stift bei Kommilitonen leihen, aber<br />

das wird auf Dauer teuer und nervt deine Mitmenschen. Wir raten: Einfach<br />

am Abend vorher einen Blick auf den Stundenplan werfen und alle<br />

benötigten Schreibutensilien <strong>für</strong> den nächsten Tag einpacken. Und <strong>für</strong><br />

alle Turnbeutelvergesser: Besorgt euch eine zweite Federmappe oder ein<br />

weiteres Laptop-Ladekabel. Das eine Set kann dadurch immer in der Tasche<br />

und das andere auf dem heimischen Schreibtisch bleiben <strong>–</strong> so verringert<br />

sich das Vergesslichkeits-Potenzial signifikant.<br />

man …<br />

… quatsch' keine Opern.<br />

Make it visual ...<br />

Kriege und Konflikte sind in einer Geschichtsvorlesung keine Seltenheit,<br />

aber war denn jetzt das notierte Datum der Beginn der Auseinandersetzung,<br />

die Kapitulation oder irgendein wichtiges Datum in<br />

between?<br />

Dieses Dilemma kannst du umgehen, indem du dir eine Symbolstruktur<br />

aneignest: Ein Blitz steht z. B. immer <strong>für</strong> Kriegsausbruch,<br />

die Papierrolle <strong>für</strong> den Friedensvertrag, also das Ende des Kriegs. Ein<br />

Ausrufezeichen kennzeichnet einen Lehrsatz und eine stilistische<br />

Sonne einen Exkurs. Ein großes rotes X am Rand deiner Mitschrift<br />

weißt dich daraufhin, dass hier ein Begriff unklar war und in der<br />

Nachbereitung noch nachgeschlagen werden muss. Du solltest mit<br />

Hilfe von farbigen Unterstreichungen und Symbolen auf einen Blick<br />

die Struktur deiner Mitschrift erfassen können. Zeitmanagement-<br />

Experte Dr. Martin Krengel erklärt, dass auch Einflüsse aus der Umgebung<br />

beim Erinnern helfen: »Unser Gehirn speichert gewisse Informationen<br />

automatisch <strong>–</strong> das sind wichtige Umweltreize, die uns<br />

einfach helfen bei der Erinnerung später.« Wo saß ich, wie ging es mir,<br />

was hatte ich an <strong>–</strong> diese Umweltreize könne man sich laut Experte<br />

auch <strong>für</strong> Prüfungssituationen zunutze machen <strong>–</strong> beispielsweise indem<br />

man die Probeklausur im Prüfungsraum schreibt mit den Klamotten,<br />

die man dann auch am Examenstag trägt.<br />

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REALITY CHECK<br />

Text: Stefanie Markert | Foto: lifeonwhite/freepik.com, homank76/depositphotos.com | Quellen: International Journal of Instruction: »Students' Views on Strategic Note-taking and its Impact on Performance, Achievement, and Learning«; martinkrengel.com; sumo.blogs.uni-hamburg.de<br />

Pudel. Kern?<br />

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Nachbereitung …<br />

… ist das A und O. Deine Kritzeleien aus der Vorlesung bringen dir rein<br />

gar nichts, wenn du sie in der Prüfungsvorbereitung nicht mehr verstehst<br />

oder nicht mehr entziffern kannst. Gewöhne dir am besten an, die Notizen<br />

direkt nachzubereiten. Dazu gehören: Gliederung anfertigen, Unterstreichungen<br />

im Text vornehmen, Zwischenüberschriften einfügen,<br />

Symbole hinzufügen, um beispielsweise wichtige Erkenntnise zu kennzeichnen<br />

und Lücken durch Zusatzliteratur und Internetrecherche zu<br />

füllen. Kennzeichne auch unbedingt, welche Infos du vom Dozenten<br />

bekommen hast und an welcher Stelle du deine eigenen Gedanken zum<br />

Thema notiert hast. Im letzten Schritt jetzt noch die nachbereitete Mitschrift<br />

im richtigen Ordner abheften oder abspeichern <strong>–</strong> damit in der Prüfungsvorbereitung<br />

keine Zeit mit panischem Suchen verschwendet wird.<br />

Et voilà <strong>–</strong> fertig ist deine Vorlesungsmitschrift.<br />

Data shows it all<br />

Eine Studie des City College of New York <strong>–</strong> veröffentlicht im »International<br />

Journal of Instruction« <strong>–</strong> zeigt, dass strategisches Mitschreiben das Lernen<br />

der Studierenden und dadurch auch deren Noten, verbessert. Durchgeführt<br />

wurde die Studie »Students' Views on Strategic Note-taking and its<br />

Impact on Performance, Archievement, and Learning« unter 160 Studierenden<br />

im <strong>Wintersemester</strong> 2018/19. »When students actively listen and<br />

write down important information, it allows them to cognitively process<br />

it, which in turn allows them to better understand the information that<br />

they are learning«, so ein Studienergebnis. Das strategische Mitschreiben<br />

sei zudem förderlich <strong>für</strong> die Problemlösungskompetenz der Studis.<br />

<br />

Zeitmanagement-Experte Dr. Martin<br />

Krengel gibt Auskunft zum Arbeitsethos<br />

»Multitasking« und die Uni<br />

Hamburg erklärt, was unter »Deep<br />

Work« zu verstehen ist.<br />

Multitasking<br />

versus<br />

Deep Work<br />

Nutze deine Ressourcen!<br />

Dr. Krengel beschreibt, was beim Multitasking im Körper<br />

los ist: »Das Gehirn ist ein wahrer Energiefresser!<br />

Schon im Ruhezustand verbraucht das Gehirn 20 Prozent<br />

der Körperenergie, unter Volllast (z. B. während<br />

anstrengender Denkaufgaben) sind es bis zu 50 Prozent.«<br />

Gerade das Hin und Her zwischen verschiedenen<br />

Aufgaben <strong>–</strong> wie es das Multitasking erfordert<br />

<strong>–</strong> verbrauche sehr viel Energie, da verschiedene neuronale<br />

Netze angesprochen werden. Für die notwendige<br />

Konzentration in der Prüfungsvorbereitung gibt der<br />

Experte deshalb folgenden Tipp: »Wer geistig einschalten<br />

will, muss externe Reize abschalten.« Im Klartext<br />

heißt dies Handy ausschalten, einen ruhigen Lernraum<br />

suchen, das Notebook wenn möglich auf Flugmodus<br />

stellen und störende Kommilitonen meiden. Die gute<br />

Nachricht des Zeitmanagement-Experten: »Konzentration<br />

ist wie ein Muskel und kann trainiert werden.«<br />

Bei Überbelastung erschlaffe der Konzentrationsmuskel<br />

jedoch ziemlich schnell.<br />

Was heißt das <strong>für</strong> die Prüfungsvorbereitung?<br />

»Kurze Ablenkungen wie der Klick auf einen spannenden<br />

Link oder eine kurze Diskussion mit Kollegen sind<br />

ungefährlich. Sobald man aber 17 Websites anschaut,<br />

während man bei WhatsApp chattet und gleichzeitig<br />

mit Kollegen über den letzten Tatort diskutiert, ist man<br />

entweder genial oder <strong>–</strong> realistischer gesehen <strong>–</strong> ziemlich<br />

unproduktiv«, folgert der Experte Krengel.<br />

Wie funktioniert hingegen »Deep Work«?<br />

Mit Hilfe dieser Strategie sollen anspruchsvolle Aufgaben<br />

möglichst ohne Ablenkungen von innen und außen<br />

erledigt werden. »Das Gegenteil ist die sogenannte<br />

›Shallow Work‹-Strategie. Damit sind Arbeitsvorgänge<br />

gemeint, die nicht deine volle Konzentration erfordern<br />

wie z. B. den Schreibtisch aufräumen, Online-Shopping,<br />

eine Recherche oder das Layouten einer Präsentation«,<br />

erklärt die Uni Hamburg in ihrem Blog. Eine<br />

langfristige »Deep Work«-Strategie stärkt das konzentrierte<br />

und fokussierte Arbeiten <strong>–</strong> dazu benötigt<br />

es vier grundlegende Schritte: Die Arbeit im eigenen<br />

Biorhythmus, die Steigerung der Konzentrationsfähigkeit,<br />

die Minimierung von Ablenkungen und die Entwicklung<br />

einer »Deep Work«-Routine. Mehr Infos gibt<br />

es unter www.sumo.blogs.uni-hamburg.com.<br />

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REALITY CHECK<br />

black<br />

out<br />

oh f**c<br />

Ahh ...<br />

Mist, ein Blackout. Viele kennen das Gefühl der<br />

Angst vor einer Prüfung. Die Hände zittern, die Nacht zuvor konnte<br />

man nicht einschlafen und die Übelkeit macht sich breit. Sobald<br />

man das Blatt mit den Aufgaben vor sich hat, kommt es zum Blackout.<br />

Normalerweise schüttet der Körper in herausfordernden Situationen<br />

vermehrt Stresshormone aus. Diese regen die Durchblutung<br />

des Gehirns an, vor allem die des Hippocampus, der <strong>für</strong> das Abrufen<br />

von gelerntem Wissen wichig ist. So soll eigentlich unsere Leistungsfähigkeit<br />

in stressigen Situationen sichergestellt werden. »Ist<br />

das Stresserleben jedoch zu intensiv, kann das Gehirn blockieren,<br />

um den Hippocampus vor Überbelastung zu schützen. Blackouts<br />

können also als Schutzfunktion des Gehirns verstanden werden«,<br />

meint Franziska Geske, die Psychologin im Bereich der Gesundheitsföderung<br />

bei der AOK Bayern ist.<br />

WAS TUN GEGEN DEN ALBTRAUM?<br />

Hier ein Tipp der Expertin: »Erlebt man in einer Prüfungssituation<br />

einen Blackout, sollte man sich diesen zunächst einmal eingestehen.<br />

Richtiges Atmen kann helfen, den Stress zu reduzieren: Aufrecht<br />

hinsetzen, langsam und tief durch die Nase einatmen, den Atem einige<br />

Sekunden anhalten und langsam durch den Mund ausatmen.<br />

Das Ganze einige Male wiederholen. Auch das bewusste An- und<br />

wieder Entspannen von Muskeln kann Stress abbauen. In mündlichen<br />

Prüfungen ist es zudem wichtig, den Blackout ehrlich zu kommunizieren.<br />

Der Prüfer oder die Prüferin kennt die Situation als<br />

Prüfling und man kann meist darum bitten, eine kurze Pause zu<br />

machen, die Frage noch einmal zu wiederholen oder ans Ende<br />

der Prüfung zu stellen.«<br />

ERFAHRUNG EINER LEIDENSGENOSSIN<br />

Hey, Michelle hier, die nette Praktikantin aus der Redaktion. Bei mir äußerte<br />

sich die Prüfungsangst vor allem in der Oberstufe und während des Schreibens<br />

der Abiturprüfungen. Die Hände waren shaky, mein Herz raste und mir<br />

wurde super übel. Ich verfiel in Panik als ich die Aufgaben vor mir sah, mir<br />

aber keine Lösung einfiel. Ich wusste eigentlich, dass ich den Stoff gelernt<br />

hatte, aber dennoch siegte die Blockade in mir. Nachdem ich dann die Prüfung<br />

aufgrund der Angst nicht bestandn habe, stellte ich mir die Frage, ob ich<br />

überhaupt gut genug <strong>für</strong> das Leistungslevel war? Danach war auch der Rest<br />

des Tages gelaufen. »Nicht selten treten Versagens- oder Minderwertigkeitsgefühle<br />

auf. Teils zeigen sich Prüfungsängste auch in Form von ungünstigen<br />

Lernstrategien wie zu exzessivem, detailliertem Lernen und Vermeidungsverhalten,<br />

zum Beispiel ein nicht Erscheinen zur Prüfung«, erklärt Psychologin<br />

Geske.<br />

Und dennoch hat mich die Angst nicht davon abgehalten, mein Abitur zu<br />

bestehen und im Nachhinein war ich umso stolzer. Als ich mein Studium<br />

begann, kamen erste Zweifel zurück. Wie würde mein Körper auf die Prüfungen<br />

reagieren? Ich lernte aus meiner Vergangenheit: Eine miese Prüfung<br />

ist kein Weltuntergang und kann wiederholt werden. Nur weil eine Note<br />

mal schlechter ausgefallen ist, bedeutet das nicht gleich, dass meine ganze<br />

Zukunft verbaut ist. Klar, ist es normal nervös und aufgeregt zu sein, aber<br />

das Gefühl von Angst sollte einen nicht beherrschen. Frau Geske stellt fest:<br />

»Während Studien zufolge über die Hälfte der Studierenden angeben, schon<br />

einmal Prüfungsangst erlebt zu haben, leiden etwa fünf Prozent von ihnen<br />

unter stark erhöhter Prüfungsangst. Dies mag auf den ersten Blick nicht<br />

viel sein <strong>–</strong> angesichts der hohen Studierendenzahl<br />

in Deutschland stellen fünf<br />

Prozent jedoch eine große Gruppe<br />

an Betroffenen dar.«<br />

uahh<br />

Prüfungsangst + Klausur = keine Zukunft<br />

ABSOLUT FALSCH !<br />

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oh no<br />

INTERVIEW<br />

Text: Michelle Bahr | Illustration: _fla/depositphotos.com | Foto: Foto FH Südwestfalen, AOK Bayern<br />

k<br />

Dont't freak out ...<br />

Es gibt Methoden, die gegen das Prüfungsangst-Monster helfen.<br />

Kommunikation mit meinen Eltern und meinen Lehrern, hat mir<br />

persönlich geholfen. Viele verdrehen hier vielleicht die Augen. Aber:<br />

Die naheliegendste Lösung ist meistens auch die Beste. Meine Lehrer<br />

haben mir beispielweise während der Prüfung erlaubt, Kaugummi<br />

zu kauen, dadurch habe ich mich auf das Kauen und nicht auf die<br />

Angst konzentriert. Meine Eltern haben mich am Vortag der Prüfung<br />

nochmal in Ruhe abgefragt. Am Tag der Prüfung selbst, haben<br />

sie nicht nachgefragt, wie die Prüfung lief, sondern haben gewartet,<br />

bis ich von selbst zu erzählen begann. Das nahm eine Menge Druck<br />

aus der Sache. Meine Mutter hat vor den Prüfungen Traubenzucker<br />

gekauft <strong>–</strong> fand ich sehr lieb. Mit dieser Geste zeigte sie mir, dass sie<br />

mich unterstützte. Manchmal hatte ich auch einen Glücksbringer <strong>–</strong><br />

ein Bild meines Lieblingsanime-Charakters <strong>–</strong> dabei. Vor der Klausur<br />

zeigte ich dieses Bild meinem Lehrer, damit er mich nicht des<br />

Spickens verdächtigt. Beim Abitur habe ich gleich ein ganzes Fünf-<br />

Gänge-Menü mitgenommen, denn das Gehirn braucht Nährstoffe,<br />

um ordentlich arbeiten zu können.<br />

Und noch zwei kleine Tipps von mir: Schlaf- und Lernbereich klar<br />

voneinander trennen. Ich habe den Fehler gemacht, in meinem Bett<br />

zu lernen und habe somit etwas in meinen Ruhebereich genommen,<br />

dass <strong>für</strong> mich mit sehr viel Stress verbunden war. Solltest du<br />

in deinem WG- oder Wohnheimszimmer keinen Platz <strong>für</strong> einen<br />

Schreibtisch haben, bietet dir die Bibliothek sicherlich einen guten<br />

Arbeitsort.<br />

Wir alle kennen die Situation, dass Prüfungsthemen noch kurz zuvor<br />

auf dem Gang besprochen werden. Tut euch den Gefallen und<br />

macht das nicht. Mein zweiter Tipp an euch: Besprecht mit euren<br />

Freunden und Kommilitonen im Vorfeld, dass ihr weder vor noch<br />

nach der Prüfung über diese reden möchtet. Falls ihr doch jemanden<br />

über die Klausur reden hört, dann einfach weggehen und ignorieren.<br />

Es hat keinen Sinn sich selbst verrückt zu machen und sich Gedanken<br />

über das Ergebnis einer Arbeit zu machen, bevor man diese wieder<br />

zurückerhält.<br />

Es ist völlig okay, nicht die ganze Klausur von oben bis unten zu beantworten.<br />

Bearbeite erst die Fragen, die du auf Anhieb beantworten<br />

kannst und danach den Rest oder nicht, ist auch nicht schlimm. Es<br />

hilft, wenn du dir die kompletten Fragen zu Beginn durchliest und<br />

dir direkt Bleistiftnotizen an den Rand schreibst.<br />

Just do it!<br />

Ich weiß: Ist leichter gesagt als getan. »Neben einer guten Prüfungsvorbereitung,<br />

dem Erstellen von Lernplänen und -zielen oder dem<br />

Durchspielen von Prüfungssituationen, ist es essenziell, das eigene<br />

Stresserleben managen zu lernen. Strategien <strong>für</strong> den Umgang mit<br />

Stress sind vielfältig und sollten regelmäßig und frühzeitig in den<br />

Alltag integriert werden. Um Stress in Prüfungsphasen vorzubeugen,<br />

sind vor allem eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung,<br />

sowie das Einhalten von regelmäßigen Pausen wichtig. Auch<br />

das Einüben von Entspannungsverfahren, zum Beispiel die Progressive<br />

Muskelentspannung, können hilfreich sein. Ist die Prüfungsangst<br />

dennoch besonders stark ausgeprägt, sollten sich Studierende<br />

nicht scheuen, sich Hilfe zu suchen. Die psychologischen Beratungsstellen<br />

der Studierendenwerke sind hier die richtige Anlaufstelle und<br />

bieten individuelle Unterstützung«, gibt euch Expertin Franziska Geske<br />

noch mit auf den Weg.<br />

nachgehört: // TRENDS & DIE PANDEMIE<br />

Ein Einblick in die Arbeit<br />

als Hochschulkanzler.<br />

Heinz-Joachim Henkemeier ist Kanzler der<br />

Fachhochschule Südwestfalen und seit März<br />

2021 Bundessprecher der Arbeitsgemeinschaft<br />

der Hochschulkanzlerinnen und -kanzler.<br />

Wie wurden Sie Kanzler?<br />

Ich habe sehr früh durch wissenschaftliches Arbeiten einen ersten<br />

Kontakt zum Arbeitsplatz Hochschule bekommen und diesen schätzen<br />

gelernt, mich aber aufgrund der Befristungen im wissenschaftlichen<br />

Bereich nach Alternativen im Hochschulsektor umgesehen und<br />

zunächst auf die Stelle eines Planungsdezernenten und Justiziars beworben<br />

und nach ein paar Jahren dann auf die Kanzlerstelle, die ich<br />

nun seit 2002 innehabe.<br />

Welche Voraussetzungen benötigt man als Kanzler?<br />

Eine schwierige Frage, da sich das Aufgabengebiet über die Jahre<br />

verändert hat. 2002 war die Tätigkeit noch stark bürokratisch befrachtet.<br />

Ich bin von Haus aus Jurist, was mir bei den Gesetzestexten<br />

und deren juristischer Einordnung geholfen hat. Mittlerweile ist<br />

dieser Aspekt in den Hintergrund gerückt. Meine Rolle hat sich in<br />

den letzten 20 Jahren massiv verändert in Richtung Wissenschaftsmanagement.<br />

Das erfordert eine gewisse Weitsicht, Entwicklungen<br />

und Trends zu erkennen, wohin sich Hochschulen entwickeln und<br />

wie Potenziale genutzt werden können, Zukunft nicht als Bedrohung,<br />

sondern als Chance zu sehen. Früher war man der Administrator,<br />

heute organisiert man Prozesse.<br />

Wie hat Corona Ihr Tätigkeitsfeld beeinflusst?<br />

Corona war reines Krisenmanagement. Wir haben die Hochschule in<br />

den letzten zwei Jahren beim Corona-Management auf Sicht gefahren,<br />

immer geguckt, was passiert als Nächstes und dann nachgesteuert.<br />

Wir haben ein Instrument aus der frühen Corona-Zeit, ein sog.<br />

Betriebskonzept, in dem genau stand, was zu machen und worauf zu<br />

achten ist und das wurde im 14-Tage-Abstand fortgeschrieben. Das<br />

hat mit einer langfristigen Perspektive nichts mehr zu tun und das<br />

Ganze aus dem Homeoffice …<br />

Welche Trends sehen Sie <strong>für</strong> das Campusleben?<br />

Vor einem Jahr oder noch vor einem halben Jahr hätte ich gesagt, nach<br />

Corona wird alles anders sein. Für mich war völlig klar, dass Homeoffice<br />

zur Regel wird, Online-Lehre einen großen Teil ausmachen<br />

wird. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass gewisse Dinge wieder<br />

zurückgerollt werden. Vielleicht ging es den Menschen zu schnell.<br />

Das ›neue Normal‹, wie es manche nannten, ist nichts völlig anderes,<br />

sondern eine Ableitung von dem, was wir vorher hatten. Ich hoffe<br />

und wünsche mir, dass wir nicht zu viel zurückrollen, weil ich glaube,<br />

dass sich eine Menge Positives entwickelt hat <strong>–</strong> manches aus der Not<br />

heraus, aber durchaus gut, sodass ich mir vorstellen könnte, dass wir<br />

dabei bleiben. Zum Beispiel hat uns das Thema Homeoffice <strong>–</strong> in Maßen,<br />

es darf nicht die Regel werden <strong>–</strong> durchaus vorangebracht.<br />

Wie wichtig ist Präsenzlehre?<br />

Die ist sehr wichtig, aber man kann sie mit digitaler Lehre anreichern<br />

oder ergänzen. Man denke nur an die vielen Menschen, die aus ganz<br />

unterschiedlichen Gründen ein Problem haben, zu einer Präsenzveranstaltung<br />

zu gehen, sei es aufgrund von Handicaps oder schwierigen<br />

Familien- oder beruflichen Situationen. Wieso sollen wir ihnen nicht<br />

auch Alternativen bieten? Da muss man intelligente Lösungen finden,<br />

zum Beispiel die Vorlesungen digital übertragen oder kopieren. Die<br />

Digitalisierung anderer Veranstaltungsformate wie von Praxisversuchen<br />

ist natürlich erheblich aufwändiger. Man muss immer wieder neu<br />

nachdenken, welche Möglichkeiten sich ergeben. Ich finde das eine<br />

sehr spannende Zeit im Moment <strong>–</strong> anstrengend, aber auch spannend.<br />

www.<strong>audimax</strong>.de <strong>–</strong> Dein Karriere-Ratgeberportal | 35


MASTERSTUDIUM<br />

Grundstein gelegt<br />

Du hast als Kind schon gerne mit Lego gespielt? Dann ist der Masterstudiengang<br />

Baurecht im Lebenszyklus von Bauwerken in Münster<br />

genau das Richtige <strong>für</strong> dich. Du befasst dich mit speziellen Rechtsfragen<br />

zum Beispiel in Bezug auf Abweichungen zwischen Planungs- und<br />

Ausführungsrecht. Je komplexer Bauvorhaben sind, desto detaillierter<br />

sind auch die Bauverträge. Du bist also eine gefragte Arbeitskraft. Das<br />

Studium dauert vier Semester. Starten kannst du nur im <strong>Wintersemester</strong>.<br />

www.fh-muenster.de<br />

Halt, Stop! Jetzt rede ich<br />

Du konntest Konflikte schon immer gut managen und lösen? Dann ist<br />

der Mediation und Konfliktmanagement-Master genau das richtige<br />

<strong>für</strong> dich. Der dreisemestrige berufsbegleitende Studiengang wird<br />

an den Standorten Frankfurt Oder und Berlin angeboten. Ein Teil der<br />

Theorie und in der Praxisausbildung verwendete Primärtexte sind englischsprachig.<br />

Also solltest du im Lesen und verstehen von englischen<br />

Texten fit sein. Klingt gut? Dann schau vorbei.<br />

www.rewi.europa-uni.de<br />

haußergewöhnlich<br />

Im dreisemestrigen Masterstudiengang Immobilien- und Vollstreckungsrecht<br />

lernst du im ersten Semester die Grundlagen des Immobilien-<br />

und Vollstreckungsrechts kennen. Im zweiten Semester erfolgt<br />

die immobilienwirtschaftliche Vertiefung. Die Realitätenbranche entwickelt<br />

sich seit Jahren rasant. Daher werden immer mehr Spezialistinnen<br />

und Spezialisten mit vertieften Kenntnissen im Immobilien- recht<br />

benötigt. Der Nachwuchsbedarf ist immens, das ist deine Chance! Im<br />

Studium bist du durch Praxisphasen auch nah am Geschehen. Starten<br />

kannst du im <strong>Wintersemester</strong>. www.hwr-berlin.de<br />

IT meets Law<br />

Im Masterstudiengang Informationstechnologie und Recht wird<br />

dir die Spezialisierung in IT-Recht und Rechtsinformatik vermittelt.<br />

Das Studium ist auf die interdisziplinare Weiterbildung ausgerichtet<br />

<strong>–</strong> <strong>für</strong> die digitale Gesellschaft wesentliche Bereiche werden behandelt.<br />

Die Voraussetzung <strong>für</strong> das Studium ist ein erfolgreich abgeschlossenes<br />

Hochschulstudium. Beginn ist im <strong>Wintersemester</strong>. Besonderheit bei<br />

diesem Studium ist, dass es weitgehend online angeboten wird. Du bist<br />

hier also flexibel. Es lässt sich sowohl als Vollzeitstudium in einem Jahr<br />

als auch als Teilzeitstudium absolvieren.<br />

www.rechtsinformatik.saarland.de<br />

Masterliebe<br />

Neun<br />

Masterstudiengänge<br />

<strong>für</strong> <strong>Juristen</strong>.<br />

Auf die Plätze fertig …<br />

Los! Das ist dein Startschuss <strong>für</strong> den Studiengang Sportrecht. Der<br />

Weiterbildungsmaster hat eine Dauer von vier Semestern. Die ersten<br />

drei Semester finden in Block-Präsenzveranstaltungen an Wochenenden<br />

statt. Du besuchst sowohl die Justus-Liebig-Universität in Gießen,<br />

als auch die deutsche Sporthochschule in Köln. Der Studiengang richtet<br />

sich an geprüfte Rechtskandidaten und -kandidatinnen nach der ersten<br />

juristische Staatsprüfung mit einer Berufserfahrung von mindestens<br />

einem Jahr. Du fühlst dich angesprochen, dann schau mal vorbei.<br />

www.dshs-koeln.de<br />

Volle Kraft voraus<br />

Ein Jahr Berufserfahrung in der Tasche und Mitarbeiterführung liegt<br />

dir? Dann komm nach Amberg und studiere Handels- und Gesellschaftsrecht.<br />

Nach diesem weiterbildenden Masterstudiengang bist<br />

du qualifiziert <strong>für</strong> Fach- und Führungsaufgaben in Rechtsabteilungen<br />

von Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Starten<br />

kannst du zum Sommer- und <strong>Wintersemester</strong>. Die Kosten liegen bei<br />

3.250 Euro pro Semester zuzüglich Studentenbeitrag von 52 Euro pro<br />

Semester. www.oth-professional.de<br />

Darf er das?<br />

Rechtsfragen zu medialen Äußerungen und Urheberrechten<br />

werden im digitalen Zeitalter immer wichtiger. Im Studiengang<br />

Medienrecht am Mainzer Medieninstitut beschäftigst du dich<br />

genau mit diesem Gebiet. Deine allgemeinen Kenntnisse werden<br />

auf dem Spezialgebiet des Medienrechts vertieft. Der Arbeitsmarkt<br />

sucht vermehrt nach juristischer Kompetenz und<br />

Expertise. Das berufsbegleitende Studium dauert drei Semester.<br />

Worauf wartest du noch? www.mainzer-medieninstitut.de<br />

Digitalization for Future<br />

Du bist der englischen Sprache mächtig und interessierst dich <strong>für</strong> den<br />

Bereich Digitalisierung? Im dreisemestrigen Masterstudiengang Digitalization<br />

and Law werden dir technische Kenntnisse von renommierten<br />

Professoren und erfahrenen Anwälten gelehrt. Die Digitalisierung<br />

gewinnt in nahezu allen Berufsfeldern zunehmend an Bedeutung. Mit<br />

fortschreitender Technik ergeben sich auch immer mehr Probleme, um<br />

die du dich dann kümmern kannst. Du bist hier also mehr als gefragt.<br />

Anfangen kannst du nur im <strong>Wintersemester</strong>. Die Studiengebühren<br />

betragen 2.500 Euro plus 143,60 Euro Semesterbeitrag pro Semester.<br />

www.jura.uni-wuerzburg.de<br />

Liebes <strong>–</strong> äh Steuererklärung<br />

Für Studenten mit juristischem Hintergrund, die in Zukunft erwägen<br />

als Steuerberater und/oder Wirtschaftsprüfer zu arbeiten ist der Studiengang<br />

Taxation, Auditing and Law Master genau das richtige. Mit<br />

dem dreisemestrigen Masterstudium in der Tasche, hast du sehr gute<br />

Berufseinstiegschancen. Du wirst gezielt auf das Steuerberaterexamen,<br />

Klausurtechniken und aktuelle steuerliche Entwicklungen vorbereitet.<br />

Das Studium ist zudem sehr praxis- und anwendungsorientiert. Eintritt<br />

ist im Sommersemester. www.businesspf.hs-pforzheim.de<br />

Text: Michelle Bahr | Illustration: chatchai5172/depositphotos.com<br />

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ice<br />

to see you<br />

Mach dich schlau. Für Studium. Arbeiten. Leben.<br />

<strong>audimax</strong>.de deine Infoplattform<br />

<strong>für</strong> alle Fragen rund um Studium und Karriere<br />

Themenvorschläge? Ideen? Anregungen?<br />

Immer gerne an<br />

goetzl@<strong>audimax</strong>.de<br />

MEDIEN FÜR JUNGE ZIELGRUPPEN


LEBEN<br />

HÖREN<br />

ZEITREISE<br />

Wie wär's mal wieder mit 'nem guten alten Tape<br />

oder der knisternden Vinyl-Schallplatte von<br />

Omiopi? Hat dolle viel Charme und ist gar nicht<br />

mal so altbacken wie angenommen!<br />

SEHEN<br />

160<br />

KILOGRAMM SCHOKOLADE<br />

NASCHEN WIR WÄHREND UN-<br />

SERER GESAMTEN LEBENSZEIT.<br />

INSGESAMT SIND WIR<br />

3,5 JAHRE MIT SCHMAUSEN<br />

BESCHÄFTIGT. 'NEN GUTEN!<br />

<strong>audimax</strong><br />

green<br />

life<br />

Ins Leben startet heute <strong>für</strong> dich<br />

Vivi <strong>–</strong> bekennende Latzhosenträgerin,<br />

die nach dem Aufstehen<br />

erstmal genüsslich eine<br />

Runde mit ihrer Flohmarkt-<br />

Kaffeemühle dreht.<br />

FOLLOW ME! DIESEN PINTEREST-ACCOUNT<br />

LIEBEN WIR GERADE<br />

»BONES AND ALL«<br />

erzählt die Geschichte von Maren, die lernen<br />

muss, am Rande der Gesellschaft zu überleben,<br />

dem temperamentvollen Außenseiter Lee und<br />

der alles entscheidenden Frage, ob ihre Liebe<br />

zueinander ihr Anderssein überwinden kann.<br />

LESEN<br />

BLUTBUCH<br />

Das gab's noch nie: Während<br />

der Danksagung des<br />

diesjährigen Deutschen<br />

Buchpreises rasierte sich<br />

Kim de l'Horizon die Haare<br />

<strong>–</strong> als Zeichen der Solidarität<br />

mit den Frauen im Iran.<br />

Eine außergewöhnliche<br />

Aktion, passend zum prämierten Werk. De<br />

l’Horizon macht sich im »Blutbuch« auf die Suche<br />

nach anderen Arten von Wissen und Überlieferung,<br />

Erzählen und Ichwerdung, unterspült<br />

dabei die linearen Formen der Familienerzählung<br />

<strong>–</strong> auf eine ganz besondere Art des Schreibens,<br />

die nicht festlegt, sondern öffnet.<br />

38 | www.<strong>audimax</strong>.de <strong>–</strong> Dein Karriere-Ratgeberportal<br />

KEINE PIZZA IST AUCH KEINE LÖSUNG<br />

Freunde, nicht immer braucht's Backpapier.<br />

Wer kleckern aber partout vermeiden mag:<br />

Backmatten sind wiederverwendbar, easy zu<br />

reinigen und in der Drogerie deines Vertrauens<br />

<strong>für</strong> einen schmalen Taler zu erstehen.<br />

ALLES NEU, ALLES ANDERS!<br />

Die Hummeln im Po sind wild, alles schreit<br />

nach Tapetenwechsel, aber umziehen passt<br />

nicht ins Budget? Keine Panik <strong>–</strong> alles auf links<br />

drehen geht auch minimalistischer. Und wer<br />

bitte hat schnuffigere Inspirationen <strong>für</strong> diverseste<br />

DIY-Projekte als Pinterest? Richtig: keiner!<br />

Heiß empfohlen hier: @madmoisellcom. Caro<br />

teilt auf ihrem Account alles rund ums Thema<br />

Basteln, Deko, Geschenke und Wohnen. Mal<br />

quietschbunt, mal gesetzt ästhetisch, aber immer<br />

erschwinglich ist <strong>für</strong> jeden etwas dabei!<br />

Vivis Tipp<br />

im<br />

Dezember<br />

ERWACHSEN SIND WIR NOCH LANG GENUG<br />

Schneeflocken tanzen vor den angeschlagenen Fensterscheiben, überall leuchten rote Nasenspitzen<br />

und kleine Lichter sorgen <strong>für</strong> die Extraportion Gemütlichkeit. Zeit, um Schneeflocken<br />

mit der Zunge zu fangen, Keksteig zu naschen, statt ihn zu backen, bis zum Zuckerschock Kinderpunsch<br />

zu schlürfen, Wettrennen mit dem Schlitten zu veranstalten und Engel in den Schnee zu<br />

strampeln.<br />

Fotos: Daniel Schludi, prchi-palwe, stefan-c-asafti/unsplash | Quellen: BLVDR; dumont-buchverlag.de; tagesschau.de; statista.de


KOLUMNE<br />

Mal ehrlich<br />

AUDIMAX-REDAKTEUR FLO FINDET: TIKTOK IST MANCHMAL<br />

ECHT SELTSAM, DOCH TROTZDEM COOL.<br />

Ich bin jetzt seit circa zwei Jahren auf TikTok und produziere<br />

seit letztem Jahr selbst Content. Mittlerweile<br />

ist die App ein fester Bestandteil der Hall-of-Digital-<br />

Fame geworden. Doch natürlich gilt hier die gleiche<br />

Regel wie überall: Wo sich viele tummeln, wird auch<br />

viel Blödsinn <strong>–</strong> dessen Unterhaltungswert oft mehr<br />

als fragwürdig ist <strong>–</strong> verzapft. Und jetzt kommt mir<br />

bitte nicht mit: »Na, was treibst du dich auch da rum?<br />

Zu viel Handy ist eh nicht gut und schadet deiner Bewusstseinsebene.<br />

Back doch lieber mal ein Bananenbrot!<br />

Hier ein klasse Rezept auf Paleo-Basis!« Ich bin<br />

ein stolzer Verfechter, dass Videodienste wie YouTube<br />

oder auch TikTok prinzipiell die Schmiede <strong>für</strong> große<br />

Kreativität sein können. Es ist die gleiche Sache wie<br />

mit einem Messer. Du kannst es nutzen, um die großartigste<br />

Statue der Welt zu schnitzen oder um einem<br />

anderen Schmerz zuzufügen. Auf den richtigen Gebrauch<br />

kommt es an. Es braucht einfach seine Zeit, um<br />

die richtig guten Videos zwischen all dem seltsamen<br />

Mist zu finden. Ich meine, warum werden mir auf meiner<br />

»For you«-Page ständig irgendwelche seltsamen<br />

Pranks angezeigt, von denen jeder auf den ersten<br />

Blick erkennen kann, dass sie gefaked sind? Und wer<br />

belohnt diesen traurigen Täuschungsversuch auch<br />

noch mit teilweise mehreren Millionen Likes? Ein<br />

ganz anderes Kapitel sind Livestreams. Was um alles<br />

in der Welt bewegt Menschen zu dem Gedanken: »Ich<br />

habs! Ich geh jetzt einfach mal live und schreib die Namen<br />

von allen auf, die sich meinen Stream anschauen.<br />

Da will doch jeder dabei sein!« Und das Bittere: So ist<br />

es dann tatsächlich! Daran schließt sich sofort die<br />

nächste Frage an: Wer bitteschön flext am nächsten<br />

Tag auf dem Schulhof damit, dass ein random Typ, den<br />

eigenen Namen unleserlich auf einen Collageblock gekrakelt<br />

hat? Fragen, die im Nichts verschwinden wie<br />

der Feed beim Durchscrollen. Trotz alledem mag ich<br />

TikTok. Durch die Nutzung des hilfreichen »Nicht<br />

interessiert«-Buttons pflege ich meine »For you«, halte<br />

sie möglichst von Unkraut frei und ignoriere den fragwürdigen<br />

Fame mancher Videos. So gezähmt kann<br />

man durch TikTok auch viel großartiges entdecken:<br />

kreative Leute mit tollen Ideen! <br />

DU SIEHST DAS<br />

GANZ ANDERS<br />

ALS UNSER<br />

REDAKTEUR FLO?<br />

Dann antworte ihm!<br />

Mail an leserbriefe@<strong>audimax</strong>.de.<br />

Die<br />

Kolumne<br />

Satzergänzung: // AN EINEM STRANG<br />

Tasja van Krüchten, war Referendarin<br />

bei der Bundesvereinigung der<br />

Deutschen Arbeitgeberverbände.<br />

Anfang Februar <strong>2022</strong> strandete sie<br />

auf der Fischerinsel in Berlin.<br />

Foto: Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände<br />

Zum Abschluss des Referendariats … wollte ich neben gerichtlicher und<br />

anwaltlicher Tätigkeit noch eine neue Perspektive einnehmen. So entschied<br />

ich mich <strong>für</strong> einen Einblick in die Verbandsarbeit und landete bei<br />

der BDA in Berlin.<br />

Trotz meines Wahlfaches Arbeitsrecht … hatte ich mich in die Arbeitsmarktabteilung<br />

manövriert, wo Themen rund um die Arbeitsmarktund<br />

Sozialpolitik bearbeitet werden. Aktuelle Schwerpunkte sind etwa<br />

Arbeitskräftesicherung vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung<br />

und des Strukturwandels, Schaffung von Chancen am Arbeitsmarkt<br />

<strong>für</strong> alle, mit besonderem Blick auf Inklusion, berufliche Rehabilitation,<br />

Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Zuwanderung.<br />

Anfängliche Bedenken, dass … durch das breite Themenspektrum mein<br />

Wahlfach Arbeitsrecht zu kurz kommen könnte, verflüchtigten sich<br />

schnell. Ich würde sogar sagen, dass ich <strong>für</strong> mich zur Wahlstation am<br />

besten Platz gelandet bin und würde es jederzeit wieder so machen.<br />

Bereits am ersten Tag … war ich also Teil des Teams. Parallel zu einer intensiven<br />

und interaktiven Online-Einarbeitung in Organisation, Strukturen<br />

und Arbeitsmittel nahm ich von Beginn an auch an fachlichen Seminaren<br />

teil. Dabei wurden meine persönlichen Interessen und Bedürfnisse<br />

immer wieder berücksichtigt <strong>–</strong> am zweiten Tag hatte ich beispielsweise<br />

ein ganztägiges Arbeitsrechtsseminar. Sehr positiv empfand ich daneben<br />

auch die individuellen Kontakte im Kollegium. Alle ReferentInnen<br />

der Abteilung haben sich einzeln ausführlich Zeit genommen, um mich<br />

persönlich kennenzulernen und mir ihre Arbeitsbereiche und aktuelle<br />

Projekte vorzustellen. Die Abteilungsleiterin nahm mich außerdem von<br />

Anfang an quasi zu jedem Termin mit. Einige externe Veranstaltungen<br />

konnte ich auch direkt alleine besuchen und der Abteilung dann von den<br />

Inhalten berichten. Durch das hervorragend organisierte und hilfsbereite<br />

Sekretariat wurde ich optimal unterstützt.<br />

Der Zusammenhalt im Team … ist sehr gut und die Kompetenzen der Abteilung,<br />

die nur zur Hälfte aus Juristinnen besteht, sind sehr vielseitig.<br />

Dies beflügelt interdisziplinäres Arbeiten und ganzheitlichere Betrachtungen<br />

verschiedener Themenbereiche. Es geht gerade nicht (nur)<br />

darum, mit der bestehenden Rechtsordnung umzugehen, sondern auch<br />

darum, die Rechtsordnung im Sinne der Mitgliedschaft zu optimieren<br />

und Möglichkeiten zu erarbeiten, diese an den ständigen gesellschaftlichen<br />

Wandel anzupassen. Die Arbeit ist sehr stark politisch geprägt und<br />

wirklich abwechslungsreich.<br />

Insbesondere … konnte ich mit unzähligen VertreterInnen aus Wissenschaft,<br />

Politik und Wirtschaft in Kontakt kommen. Die Themen meiner<br />

Arbeiten konnte ich mit auswählen und habe so auch abteilungsübergreifend<br />

Aufträge <strong>für</strong> die Arbeitsrechtsabteilung bearbeitet.<br />

Alles in allem … war es eine rundum bereichernde Zeit, die mir positiv in<br />

Erinnerung bleibt.<br />

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REALITIY CHECK<br />

MUMM …<br />

IN ALL<br />

SEINEN<br />

FACETTEN.<br />

EINE<br />

SAMMLUNG.<br />

Wir fragen uns:<br />

Was ist denn heutzutage<br />

eigentlich Mut? Und wie<br />

heißen seine Verwandten?<br />

Wie bekommt man ihn?<br />

Wer braucht ihn?<br />

MUT MACHEN<br />

Mut haben: Sehr bewundernswert. Anderen Mut machen: Noch bewundernswerter.<br />

In schwierigen Zeiten einfach mal anderen zuhören<br />

und sich hineinfühlen, wo der Schuh drückt. Egal, ob sich dein bester<br />

Freund <strong>für</strong> sein Wunsch-Studium an einer Uni in einer fremden Stadt<br />

einschreiben will, deine beste Freundin ihrem Crush ihre Gefühle<br />

offenbaren oder dein Bruder sich <strong>für</strong> einen neuen Job bewerben möchte.<br />

In solchen Momenten braucht es das gewisse Feingefühl, eine Brise<br />

Empathie und gute Kommunikation. Und dabei ist es wichtig, die<br />

eigenen Bedürfnisse vielleicht ein bisschen hinten anzustellen und der<br />

lieben Person ganz ehrlich und offen Mut zuzusprechen. Ein Tipp von<br />

mir: Malt euch zusammen ein Worst-Case-Szenario aus. Was könnte im<br />

schlimmsten Falle schief gehen? Gerne dabei auch absurd übertreiben.<br />

Das nimmt die Angst und macht eher neugierig auf das, was kommen<br />

kann! Getreu dem Motto: Es ist besser sich zu trauen und zu bereuen,<br />

als zu bereuen, dass man sich nicht getraut hat, oder so ähnlich … in<br />

diesem Sinne // LET'S GO!<br />

ÜBERWINDUNG kostete mich der allererste<br />

Unitag. Am Bahnhof angekommen<br />

sah ich wild umher. Ein großes Fragezeichen<br />

bildete sich über meinem Kopf<br />

»Wo muss ich denn hin?«. Viel Zeit war<br />

auch nicht mehr übrig. Typisch. Mein Blick<br />

wanderte zu einem blonden Mädchen, sie<br />

sah auch ein wenig vewirrt aus. Kann ich<br />

so mutig sein und mich überwinden eine<br />

fremde Person anzusprechen? <strong>–</strong> Ja kann<br />

ich. Aus dieser Entscheidung formte sich<br />

eine tolle Freundschaft, die jetzt schon<br />

zwei Jahre anhält. // Just do it!<br />

MUT SPENDEN<br />

Diese Botschaft vermittelt die Mutlichter-Kampagne von McDonald's: Die Lichter<br />

sollen dunkle Nächte heller machen und Kindern, die sich aufgrund von schwerer<br />

Erkrankung lange in Kliniken aufhalten müssen, Nähe schenken. Ein Teil des<br />

Erlöses der Mutlichter wird automatisch an die McDonald's Kinderhilfe Stiftung<br />

gespendet <strong>–</strong> seit über 30 Jahren ermöglichen die Ronald McDonald Häuser,<br />

dass Angehörige schwer kranker Kinder in der Nähe der Kinderklinik zeitweise<br />

wohnen können. »Die ständige Nähe zu den Eltern und Geschwistern, die trösten,<br />

vorlesen oder einfach nur da sind, unterstützt den Heilungsprozess des kranken<br />

Kindes«, heißt es auf der Webseite der Organisation. // IST LEBENSWICHTIG.<br />

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REALITY CHECK<br />

WAGEMUT gegen Lebensmittelverschwendung<br />

beweisen<br />

die Gewinner des »Zu gut<br />

<strong>für</strong> die Tonne!«-Bundespreises<br />

<strong>2022</strong>: z. B. das Heldenbrot<br />

der Kultimativ GmbH, die<br />

Onlineplattform der Initiative<br />

Marktschwärmer Deutschland<br />

und die Community Kitchen<br />

München. Alle Gewinner<br />

unter bmel.de.<br />

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ENTSCHLOSSENHEIT<br />

Manchmal, da braucht's auch im beruflichen Kontext einfach was<br />

Neues. Besonders heute ein großes Thema, da Sinnstiftung immer<br />

häufiger in den Fokus des Arbeitslebens rückt. So hat EOS im Laufe<br />

der letzten Jahre ein innovatives pädagogisches Konzept hervorgebracht.<br />

Die Erlebnispädagogik und die Waldorfpädagogik <strong>–</strong> die<br />

beiden großen erzieherischen Hoffnungsträger <strong>–</strong> sind in Synergie.<br />

Wer sich dem Sinn des pädagogischen Auf bruchs verbunden fühlt:<br />

Ab ins kalte Wasser! Die Ausbildung zum Erlebnispädagogen ist im<br />

Rahmen verschiedener Modelle jederzeit <strong>–</strong> auch online <strong>–</strong> möglich.<br />

Mehr Infos gibt's hier // www. eos-erlebnispaedagogik.de<br />

Text: <strong>audimax</strong> Redaktion | Quellen: mcdonalds-kinderhilfe.org; mcdonalds.com; bmel.de | Fotos: CL. / photocase.de, freepik<br />

Mut heißt<br />

RAUS<br />

AUS DER<br />

KOMFORT-<br />

ZONE UND<br />

EINFACH<br />

MAL<br />

MACHEN!<br />

ADÉ GEWOHNHEIT<br />

Jüngst habe ich mir meinen geliebten Schnauzer (Mr. Schnorres) abrasiert. Nach zwei Jahren<br />

brauchte es tatsächlich Mut, mich von ihm zu trennen. Ich fühlte mich mit ihm wohl und in meinem<br />

Erscheinungsbild angekommen. Dennoch wollte ich testen, ob ich mir selbst ohne Mustache gefalle.<br />

Doch allein schon der Gedanke daran, ihn abzurasieren, versetzte mich in einen Stresszustand.<br />

Umso mehr war mir klar, dass ich mich von ihm (wenn auch nur temporär) trennen muss, um mein<br />

inneres »Gewohnheitsschweinehundtier« zu überwinden. Jetzt ist er ab und ich bin erleichtert, habe<br />

aber auch die Gewissheit: Er kommt wieder! Was hat das jetzt mit Mut zu tun? Ich habe mich einem<br />

Teil meiner Identität berauben müssen, um zu erkennen, dass es ein Teil meiner selbst war und wieder<br />

sein wird. Mut zur Rückbesinnung <strong>für</strong> die Zukunft. // TRAU DICH!<br />

FURCHTLOSIGKEIT<br />

Etwas Angefangenes abzubrechen widerspricht in den meisten Fällen unseren<br />

gesellschaftlichen Regeln. Gerade wenn es um Dinge wie Versprechen, Job oder<br />

Studium geht. Lange wurde zum Beispiel ein abgebrochenes Studium nicht gerne<br />

in der Bewerbung gesehen. Vielmehr wurde es als »Versagen« oder geringes<br />

Durchhaltevermögen wahrgenommen. Das ist natürlich völliger Quatsch. Aus<br />

eigener Erfahrung weiß ich, dass es ein bis zwei Studiengänge brauchen kann,<br />

bis man das Richtige <strong>für</strong> sich gefunden hat. Und in der Regel zeugt das nicht von<br />

geringem Durchhaltevermögen, sondern von klaren Vorstellungen. Ebenfalls<br />

hat ein Abbruch auch etwas Gutes: Man lernt dazu. Und am Ende des Tages<br />

macht es doch vielmehr Sinn, einen Beruf auszuüben, in dem man wirklich gut<br />

ist und den man auch gerne macht. // KANN MAN LERNEN!<br />

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REALITIY CHECK<br />

Wie definieren Sie Mut?<br />

Viele denken ja, dass Mut die Abwesenheit von Angst ist. Im<br />

Prinzip ist es aber genau das Gegenteil: Mut ist, etwas zu<br />

tun, obwohl man Angst hat.<br />

Ab wann spricht man von »mutig sein«?<br />

Es gibt keinen genauen Moment, aber auf jeden Fall, wenn<br />

man etwas tut, obwohl man Angst spürt. Mut ist eine Entscheidung<br />

Bedeutet: Ich merke ich habe Angst und entscheide<br />

mich trotzdem das zu tun wovor ich Angst habe. Ab dann<br />

sprechen wir in der Psychologie von Mut.<br />

MUT<br />

IST EINE<br />

BEWUSSTE<br />

ENTSCHEIDUNG<br />

Dr. Leon Windscheid ist Psychologe<br />

und Spiegel-Bestsellerautor.<br />

In seinem neuen Workbook<br />

<br />

und Übungen <strong>für</strong> deine innere<br />

Ruhe und mentale Kraft.<br />

Kann man Mut erlernen?<br />

Ja, weil man lernen kann, mit der Angst umzugehen. Wenn<br />

wir sagen, Mut ist etwas zu tun, obwohl Angst da ist, kann<br />

man sich vorstellen, dass Angst normalerweise dazu führt,<br />

dass man wegläuft, dass man paralysiert stehen bleibt oder<br />

man sich wehrt. In dem Moment, in dem ich es aber schaffe,<br />

die Angst anzunehmen, sie zuzulassen und mich ihr zu<br />

stellen, lässt die Angst nach. Auf Dauer wäre das dann eine<br />

klassische Konfrontationstherapie und das ist eben etwas,<br />

was bei Mut passiert. Es gibt eine interessante Untersuchung<br />

aus Israel, die vor einigen Jahren gemacht wurde. Da hat man<br />

Menschen, die Angst vor einer Schlange hatten, die Möglichkeit<br />

gegeben, diese Schlange im Labor näher auf sich zukommen<br />

zu lassen.<br />

Was hat das bei den Menschen<br />

ausgelöst?<br />

In dem Moment, in dem die Schlange näher kommt, kann<br />

man eine körperliche Reaktion messen. Manche fangen<br />

an zu schwitzen oder zu zittern. Bei denjenigen, die mutig<br />

sind, kann man im Gehirn beobachten, dass dort Regionen<br />

anspringen, die diese körperliche Reaktion quasi unterdrücken<br />

und runterfahren. Daraufhin lassen die Menschen die<br />

Schlange immer näher an sich heran. Wenn jemand aber<br />

sagt: »Nein, jetzt traue ich mich nicht, hier breche ich ab«,<br />

fahren alle körperlichen Angst-Parameter wieder hoch.<br />

Was lernt der Körper daraus?<br />

Eine Idee wäre jetzt, dass man dieses Biofeedback, so nennt man das, wenn<br />

ich merke »Hey mein Körper reagiert anders, während ich mich traue die<br />

Schlange auf mich zu kommen zu lassen«. Genau das wird genutzt, um zu<br />

trainieren. Etwas einfacher wäre die Konfrontationstherapie. Diese gibt es<br />

ja schon. Menschen, die Angst vor Spritzen oder Flugreisen haben, werden<br />

mit dieser Angst konfrontiert, weil sich das Gehirn irgendwann daran<br />

gewöhnt.<br />

Wiederholt Angst haben, um daraus zu lernen?<br />

Im Prinzip ist es so. Wichtig ist noch, dass man sich der Angst möglichst<br />

maximal aussetzt, also dass man sich richtig in die eigene Angst reinsteigert.<br />

Jetzt denken viele: »Hä, wieso das denn?«. Naja weil in dem Moment<br />

das Hirn denkt, »Ah, ich sterbe nicht. Ah ich schaffe das doch« und dann<br />

kann das Hirn umlernen. Was ich vorher vermieden habe und garnicht an<br />

mich heranlassen wollte, das lasse ich jetzt zu und mein Hirn bekommt<br />

die Chance zu checken »Ah okay, es geht auch anders«.<br />

Haben Sie einen Tipp gegen Prüfungsangst?<br />

Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass ich nicht sagen kann »Fahr runter«. Das<br />

ist ein typischer Tipp im Studium, den Studenten sich oder anderen geben:<br />

»Entspann dich«. Das ist aber falsch. Viel besser wäre es zu sagen:<br />

Okay, da kommt die Angst, ich bezeichne sie aber nicht als Angst, sondern<br />

als »Excitement«, als Hochfahren und bereitgestellte Energie und in diesem<br />

Moment kann ich meinem Gehirn besser helfen. Die Entscheidung,<br />

jetzt mutig zu sein, die fällt mir leichter, weil ich aus Studien weiß, dass<br />

die Menschen, die ihre Angst eben nicht als Angst benennen, sondern als<br />

etwas was ihnen Kraft gibt, besser performen, überzeugendere Vorträge<br />

halten und besser singen, wenn man sie auf die Bühne stellt. Das bedeutet,<br />

die Angst, die ich vor einer Prüfung habe, als etwas zu verstehen, was eigentlich<br />

da ist um mir zu helfen, weil es mein Gehirn auf Trab bringt. Das<br />

wäre eine viel gesündere Herangehensweise, als zu sagen: »Diese Angst<br />

möchte ich wegdrücken, ich möchte mich entspannen«.<br />

Was war Ihre mutigste Tat bisher?<br />

Tatsächlich, mich auf die Bühne zu trauen. Das ist eigentlich nicht meins.<br />

Ich erinnere mich an Referate aus der Schulzeit. Da lief mir wirklich der<br />

Angstschweiß und jede Möglichkeit es abzubrechen, hätte ich gerne angenommen.<br />

Aber ich wusste ich muss das machen. Es ist immer noch so,<br />

dass ich hinter der Bühne Lampenfieber habe und aufgeregt bin, dennoch<br />

treffe ich da ganz bewusst die Entscheidung: Ich mache das trotzdem. Und<br />

das ist auch eine schöne Erfahrung. Mut kann auch Spaß machen. Jeder<br />

der sagt, Angst haben ist etwas falsches, vertut sich. Ängste gehören zum<br />

Leben dazu und wenn ich mich diesen stelle und mutig bin, kann ein Nervenkitzel<br />

entstehen, weil ich plötzlich merke »Alles klar, ich bin meiner<br />

Angst nicht ausgeliefert, ich habe Kontrolle über diese. Das ist Mut«.<br />

NEUGIERIG<br />

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Leon. Schau doch mal bei<br />

Happy Hirning auf einer der<br />

letzten Heftseiten vorbei. Zudem<br />

ist er ab April 20<strong>23</strong> mit seinem<br />

Progamm »GUTE GEFÜHLE«<br />

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WORKAWAY<br />

+++<br />

Workaway + Steffi = Olivenernte<br />

ABENTEUERLUST<br />

+ NEUGIERDE<br />

+ MUT<br />

= FREIHEIT?<br />

Heimweh-Resistente berichten, was du <strong>für</strong><br />

Auslandspraktikum, Interrail und Low Budget<br />

Reisen alles brauchst …<br />

Du möchtest unbedingt ins Ausland verreisen, hast aber nicht das nötige Kleingeld<br />

<strong>–</strong> Low Budget Reisen machen deinen Ausflug nach Übersee, Down Under<br />

oder einfach nur in die Ferne möglich. Gerade im Studium eignet sich beispielsweise<br />

die vorlesungsfreie Zeit <strong>für</strong> den Wechsel in den Abenteuermodus.<br />

Simon Dominitz, Country Manager Deutschland bei EF Education First, berichtet<br />

von aktuellen Entwicklungen: »Internationale Mobilität in Form von Auslandsaufenthalten<br />

hat global, aber besonders auch in Deutschland, zunehmend an Bedeutung<br />

gewonnen. Immer mehr junge Deutsche gehen nach der Schule, während<br />

oder nach dem Studium ins Ausland. In einer zunehmend globalisierten Welt sind<br />

solche Erfahrungen eben kaum zu ersetzen: Stichwort interkulturelle Kompetenz.«<br />

Das Angebot ist vielzählig, von Sprachreisen über Gap Year bis Work and<br />

Travel. Von 2014 bis 2020 waren z. B. mehr als 300.000 Studierende deutscher<br />

Hochschulen im Rahmen des Erasmus+ Programms im Ausland. Besonders viel<br />

Mut erfordern Low Budget Reisen, denn diese erfolgen meist ohne die Sicherheit<br />

eines Reiseanbieters. Viel Planung und Orga müssen vorab von dir selbst geleistet<br />

werden. Noch mehr Mut erfordert es, alleine in ein fremdes Land zu fahren <strong>–</strong> die<br />

Erlebnisse sind es aber auf jeden Fall wert! Wer auf Unterstützung nicht verzichten<br />

möchte, aber nicht so viel Budget hat, kann sich beispielsweise <strong>für</strong> ein Stipendium<br />

des Goethe Instituts, dem DAAD oder der Alexander von Humboldt Stiftung<br />

bewerben. Hilfreich ist auch immer der Gang zum Internationalen Amt deiner<br />

Uni <strong>–</strong> die Mitarbeitenden dort kennen sich aus und stehen dir mit Rat und Tat<br />

zur Seite. Für Inspiration haben wir bei Aline und Eva nachgefragt, die preiswert<br />

mit dem Zug durch Europa reisen, Asta arbeitet <strong>für</strong> Verpflegung und Unterkunft<br />

in Portugal und Melissa absolviert ihr Jura-Pflichtpraktikum in Australien. Die<br />

Umherreisenden berichten: Wie Kaffee kochen ohne Maschine<br />

gelingt, wie schön Sonnenaufgänge in der Toskana sind und wie<br />

das englische Rechtssystem tickt.<br />

Auslandspraktikum<br />

Dein Studium sieht ein Pflichtpraktikum vor? Warum nicht<br />

die Chance nutzen und dabei ein anderes Land kennenlernen?<br />

Melissa hat sich getraut! Die Jura-Studentin fliegt <strong>für</strong> ihr Praktikum<br />

nach Down Under und lernt dabei das englische Rechtssystem<br />

kennen. In Vorbereitung auf ihr Praktikum habe sie bereits<br />

zu Beginn ihres Studiums der Rechtswissenschaften Kurse<br />

zu diesem Themenbereich gewählt. Nach drei Monaten<br />

Praktikum zieht sie dem iqb Magazin gegenüber folgendes<br />

Fazit: »Durch mein Auslandspraktikum in Australien<br />

habe ich sehr viele Einblicke in die dortige Arbeitsweise<br />

und das dortige Rechtssystem erhalten. Auch wenn die<br />

Vorbereitungen sehr aufwendig sind, kann ich allen Jura-<br />

Studierenden nur empfehlen, die Chance zu nutzen und<br />

<strong>für</strong> das Pflichtpraktikum ins Ausland zu gehen. Es ist<br />

eine beruflich und persönlich bereichernde Erfahrung,<br />

an die man sich noch lange gerne erinnert.«<br />

Workaway<br />

»Mein Tag startet ganz früh, schon um 6 Uhr fange ich an,<br />

auf der Plantage die Obstbäume per Hand zu bestäuben«,<br />

erzählt Workaway-Reisende Asta über ihre Arbeit in Portugal,<br />

»in den frühen Morgenstunden ist es hier wunderschön<br />

und ich bin vor der großen Mittagshitze bereits mit<br />

der Arbeit fertig.« Die 26-Jährige verbringt zusammen<br />

mit ihrem Freund zwei Monate in Portugal <strong>–</strong> die beiden<br />

nehmen am Workaway-Programm teil. Auf der Internetseite<br />

workaway.info haben sie ihren Host gefunden. Der<br />

Deal ist zumeist: drei bis vier Stunden am Tag <strong>für</strong> Kost<br />

und Logis arbeiten. Diese Form des Reisens eignet sich besonders<br />

gut <strong>für</strong> den kleinen Geldbeutel <strong>–</strong> die Anmeldung<br />

auf der Webseite kostet eine kleine Gebühr, <strong>für</strong> die man<br />

ein Jahr lang Zugang zu Hosts in 170 Ländern bekommt.<br />

Kurze Arbeitstage machen es möglich, das fremde Land<br />

zu erkunden: »In den Abendstunden schauen wir uns die<br />

Gegend an und gehen gerne wandern«, erzählt Asta von<br />

ihrem Alltag in Portugal. Eine andere Workawayerin berichtet,<br />

dass sie in den Semesterferien zwei Wochen lang<br />

auf einem kleinen Bauernhof in Italien gewohnt und die<br />

Familie dort bei der Olivenernte unterstützt hat: »Die<br />

Sonnenaufgänge in der Toskana sind so wunderschön <strong>–</strong><br />

da bin ich sogar freiwillig früh aufgestanden.« Da sie in<br />

den zwei Wochen kein Geld ausgegeben hat, konnte sie<br />

auf dem Rückweg nach Deutschland sogar ein paar Tage<br />

Halt in Florenz machen und die italienische Stadt genießen,<br />

bevor es zurück in die Uni-Bib ging, erzählt die Studentin<br />

freudig.<br />

Interrail <strong>–</strong> durch Europa mit dem Zug<br />

Eine andere Form des Reisens haben Aline und Eva gewählt:<br />

Die zwei Frauen sind mit Interrail unterwegs <strong>–</strong> mit<br />

je einem vollgepackten Rucksack ging es mit dem Zug von<br />

Deutschland aus zunächst nach Tschechien, Polen und<br />

Kroatien. Gerade befinden sich die<br />

beiden Reiselustigen in einem kleinen<br />

ungarischen Dorf am Balaton<br />

<strong>–</strong> fernab der großen Städte sind sie<br />

auf einen Bus angewiesen, der Zug<br />

hätte hier gar nicht gehalten. Die<br />

beiden Abenteurerinnen können<br />

hier in Ungarn im Ferienhaus der<br />

Aline + Eva + Zug + Rucksack - Komfortzone = Abenteuer<br />

Text: Stefanie Markert | Fotos: privat, lunamarina/freepik.com | Quellen: EF Education First; workaway.info; eu.daad.de; iqb.de/karrieremagazin<br />

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WORKAWAY<br />

Freundin einer Bekannten übernachten <strong>–</strong> ansonsten wohnen sie<br />

meist in Hostels oder Ferienwohnungen. Die Ruhe der letzteren<br />

ist besonders wichtig, da beide tagsüber arbeiten: Sie sind selbstständige<br />

Lifecoaches, die ortsunabhängig arbeiten und sich ihre<br />

Zeit frei einteilen können <strong>–</strong> spitze, wenn die Mittagssonne zu einem<br />

ausgedehnten Spaziergang einlädt oder eine kleine Coaching-<br />

Wanderung geplant ist <strong>–</strong> bei diesen verbinden sie die Arbeit mit<br />

dem Freizeitvergnügen. Seit knapp drei Monaten befinden sich<br />

Aline und Eva auf der Interrail-Reise, die sich nach den nächsten<br />

zwei Halten in Budapest und Bratislava auch schon wieder dem<br />

Ende neigt. Reiseeinblicke und Infos zu den Coaching-Wanderungen<br />

gibt's auf ihren Insta-Profilen @aline_baulig_coaching und @<br />

eva_kraemer_lifecoach und hier im Interview.<br />

Wie viele und welche Orte habt ihr bisher<br />

bereist?<br />

»19 Orte haben wir in den knapp drei Monaten Interrail besucht.<br />

Welche? Das können wir nicht immer so genau sagen <strong>–</strong> wortwörtlich,<br />

denn die Aussprache der Orte ist manchmal echt schwierig<br />

bzw. einfach sehr ungewohnt <strong>für</strong> uns. Wir haben uns aber immer<br />

Mühe gegeben, die Ortsnamen zu lernen.«<br />

Braucht man viel Mut, um sich auf solch<br />

ein Abenteuer einzulassen?<br />

»Das kommt ein bisschen darauf an, wo die eigene Komfortzone<br />

endet <strong>–</strong> das ist ja bei jeder Person anders. Leute mit viel Reiseerfahrung<br />

fühlen sich erfahrungsgemäß in vielen Interrail-Situationen<br />

wohl oder zumindest wohler als Menschen, die zum ersten<br />

Mal verreisen. Wenn du außerdem gerne auf Menschen zugehst,<br />

erfordert es auch im Ausland weniger Mut, offen zu sein und an<br />

Menschen heranzutreten. Ganz wichtig vor der Abreise: Vorurteile<br />

über Bord werfen und von niemandem verrückt machen lassen<br />

<strong>–</strong> das erfordert auch Mut.«<br />

An welche Situation könnt ihr euch zurückerinnern,<br />

in der ihr unterwegs mutig sein<br />

musstet?<br />

»Am Bahnsteig in Braunschweig. Bei Interrail muss man eigentlich<br />

im Voraus Plätze im gewünschten Zug reservieren <strong>–</strong> das war<br />

<strong>für</strong> unsere Fahrt von Braunschweig nach Kroatien nicht mehr<br />

möglich. Wir haben dann am Gleis den Schaffner gefragt, ob wir trotzdem<br />

mitfahren dürfen. Bis zum Umstieg in München war das erstmal<br />

kein Problem <strong>–</strong> wir wussten aber nicht, ob auch beim zweiten Zug ab<br />

München der Zustieg klappt oder wir nachts am Bahnhof stranden werden.<br />

Da hatten wir schon ein mulmiges Gefühl <strong>–</strong> sind aber mutig eingestiegen<br />

und problemlos in Kroatien angekommen.«<br />

Ein witziges Erlebnis, bei dem ihr mutig Konventionen<br />

über Bord geworfen habt, war …<br />

»… einen Kaffeefilter aus Schaschlikspieß und Teefilter zu basteln. Das<br />

Geschäft in dem kleinen Ort, in dem wir <strong>für</strong> ein paar Tage wohnten,<br />

hatte keine Kaffeefilter und die Wohnung keine Kaffeemaschine. Also<br />

haben wir uns einfach selbst ein Filtersystem zusammengebastelt. Der<br />

Kaffee war übrigens sehr lecker.«<br />

Welche Low-Budget-Reisetipps könnt ihr<br />

nennen?<br />

»Unbedingt Flip Flops einpacken <strong>–</strong> diese sind besonders in osteuropäischen<br />

Hostels ein Muss! Aber aufpassen, dass keine frechen Vögel diese<br />

klauen! Am Strand von Kroatien hat eine Möwe Alines Flip Flop gestohlen<br />

und wäre fast damit weggeflogen. Wir konnten den Schuh gerade<br />

noch retten. Wir haben außerdem gelernt, dass es sinnvoll ist, Gewürze<br />

in kleinen Mengen von zu Hause mitzunehmen <strong>–</strong> dann kann man direkt<br />

wie gewohnt kochen. Das hält das Heimweh fern. Und wenn ihr von unterwegs<br />

eure Uniarbeit verrichten möchtet, solltet ihr vorab prüfen, ob<br />

euer mobiles Endgerät funktioniert. Wir haben in Polen bemerkt, dass<br />

unsere externe Festplatte nicht mit dem Tablet kompatibel ist und wollten<br />

dann in einem Internet-Café die Daten transferieren <strong>–</strong> blöd nur, dass<br />

es das Geschäft, welches uns das Navi vorgeschlagen hat, nicht gab. Wir<br />

haben einen Passanten nach dem Weg gefragt und dieser hat uns ganz<br />

hilfsbereit seinen eigenen Laptop geliehen. Wir saßen dann also auf einer<br />

Parkbank, haben die Dateien kopiert und uns sehr gut unterhalten.<br />

Ein verrückter Tag war das! Und auf der ganz praktischen Seite würden<br />

wir noch allen Interrail-Begeisterten raten, vorher zu checken, ob das<br />

Schienen-Netzwerk des Landes gut genug ausgebaut ist. In die Großstädte<br />

des Landes kommt man eigentlich immer gut mit dem Zug, aber<br />

die kleineren Städte oder gar Dörfer sind vielerorts leichter mit dem Bus<br />

zu erreichen. Da rentiert sich dann ein Interrail-Ticket <strong>–</strong> bei dem ja nur<br />

Bahnfahrten inbegriffen sind <strong>–</strong> nicht unbedingt.<br />

Ansonsten ist unser Ratschlag: Machen!«


Wissensüberbleibsel aus der Redaktion<br />

Shakespeare in Space?<br />

Doch schon viele Jahre vor diesem<br />

Besuch, gab es Leben auf dem<br />

Erdteil. Forscher entdeckten<br />

die Fossilien einer Froschart,<br />

die dort vor circa 40 Millionen<br />

Jahren lebte, als noch ein ähnliches<br />

Klima wie in Südamerika<br />

vorherrschte.<br />

Habt ihr euch je gefragt, warum<br />

Bluetooth eigentlich Bluetooth<br />

heißt? Der Name geht auf den dänischen<br />

König Harald Blauzahn<br />

zurück, der im 10. Jahrhundert<br />

regierte. Unter seiner Regentschaft<br />

vereinte er viele Stämme<br />

des Reiches und sorgte <strong>für</strong> eine<br />

ausgebaute Infrastruktur mit<br />

Straßen und Brücken.<br />

Wo wir gerade davon sprechen: Wer<br />

glaubt, Amsterdam hat die meisten<br />

Brücken in ganz Europa, liegt<br />

falsch. Die Hauptstadt liegt<br />

(Stand 2021) mit 1.281 nur auf<br />

Platz 3. Spitzenreiter ist tatsächlich<br />

Hamburg mit 2.500<br />

Brücken, gefolgt von Wien mit<br />

1.716.<br />

Hamburg ist auch in anderen Rankings<br />

vorne mit dabei: Nach dem<br />

New Yorker Broadway und dem Londoner<br />

West End gilt die Stadt an<br />

der Elbe als drittgrößte Metropole<br />

<strong>für</strong> Musical-Fans.<br />

Die meisten denken dabei vor allem<br />

an »Der König der Löwen«,<br />

das bereits seit 2001 in Hamburg<br />

aufgeführt wird und insgesamt<br />

über 13 Millionen Zuschauer<br />

unterhalten hat.<br />

Übrigens: Der Disney-Film aus<br />

dem Jahr 1994 basiert zu großen<br />

Teilen auf der Handlung des Uranus vor der Antarktis entdeckt.<br />

Tatsächlich hat man den Planeten<br />

Shakespeare-Dramas »Hamlet« . D i e Der Kontinent wurde erst 1820 das<br />

Fortsetzung »Der König der Löwen<br />

II <strong>–</strong> Simbas Königreich« erinnert<br />

eher an »Romeo und Julia«.<br />

Kein Scherz: Die Ehefrau von William<br />

Shakespeare trug den Namen<br />

Anne Hathaway! Verwandt oder verschwägert<br />

ist diese mit der Oscarpreisträgerin<br />

wohl eher nicht.<br />

Nicht geklärt ist allerdings, ob<br />

das Raumfahrtteam im Film »Interstellar«,<br />

in dem Hathaway mitspielt,<br />

am Uranus vorbeikam. Falls<br />

ja, hätten sie einen Blick auf die<br />

27 Monde werfen können, die fast<br />

alle nach Figuren aus Shakespeare-<br />

Dramen benannt sind.<br />

Kurz nach Entdeckung des Planeten<br />

1761 hieß er knapp 90 Jahre erst<br />

einmal »Georges Planet« <strong>–</strong> benannt<br />

nach dem englischen König George<br />

III. Erst später kam die Umbenennung<br />

in Uranus <strong>–</strong> dem einzigen<br />

griechischen Götternamen im Sonnensystem.<br />

Alle anderen sind römisch.<br />

erste Mal gesichtet und ein Jahr<br />

später von US-amerikanischen Robbenfängern<br />

betreten.<br />

Frösche dieser Gattung mit dem<br />

klingenden Namen Calyptocephalellidae<br />

gibt es tatsächlich immer<br />

noch. Sie leben ausschließlich<br />

in den chilenischen Anden.<br />

Ein ganz anderer berühmter<br />

Frosch, an den sich manche vielleicht<br />

noch erinnern, ist der<br />

Crazy Frog <strong>–</strong> ein Relikt der<br />

2000er. Aber hättet ihr gedacht,<br />

dass der dazugehörige YouTube-<br />

Kanal derzeit auf Platz 4 der<br />

meist abonnierten deutschen Kanäle<br />

ist? Mit über 13 Millionen<br />

Abonnenten!<br />

2004 kaufte die Firma »Jamba!«<br />

das digitale Tierchen und verdiente<br />

damit schätzungsweise 15<br />

Millionen Euro. Tatächlich wurde<br />

der »Ring-Ding«-Klingelton<br />

damals tausende Male heruntergeladen<br />

und via Bluetooth geteilt.<br />

Dazu die brandheiße Info: Wusstet<br />

ihr, dass die Bluetooth-<br />

Technologie nach dem dänischen<br />

König Harald Blauzahn benannt<br />

wurde? Verrückt, oder?<br />

Text: Florian Grobbel | Illustration: rawpixel.com/freepik.com, NASA.image, claudiodivizia/depositphotos.com<br />

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Knobeln und Rätseln ist dein Ding? Dann solltest du<br />

unbedingt weiterlesen! Denn zusammen mit dem<br />

KOSMOS Verlag verlosen wir insgesamt sechs EXIT-<br />

Game-Bundles. Das Gewinnpaket im Gesamtwert von<br />

rund 140 Euro beinhaltet unter anderem das Kartenspiel<br />

»Die Crew«, das Exit Game »Die Geisterbahn des<br />

Schreckens«, das Exit Buch »Ryan Creed« und vieles<br />

mehr. Alle Spiele eignen sich <strong>für</strong> einen bis maximal fünf<br />

Spieler auf Einsteiger- beziehungsweise Fortgeschrittenenlevel.<br />

Ideal als Partyspiel, Gesellschaftsspiel <strong>für</strong> Erwachsene<br />

und als Geburtstagsgeschenk. Rätselspaß<br />

garantiert! Mehr Infos zu den Produkten findest du im<br />

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Waagerecht 1 Wo landen kann, wer Urlaub an einer Bucht bucht 8 Sie sollte auf jeden Fall gesungen und<br />

nicht gequatscht werden 12 Morde können herauskommen, wenn er durcheinandergerät 14 Eine was ist im<br />

Grunde auch Las Vegas nur? 16 Spielerischer Punktevervierfacher 17 Um sie dreht sich beim 28 senkr. alles 18<br />

Wozu neigen Verknallte sprichwörtlich? 19 Rückt bisweilen aus, geht Alarm an (Abk.) 21 An welches Finale denken<br />

die Bayern nicht so gern? 22 Ob auf Englisch, auch wenn <strong>23</strong> Geht es bei ihm ums Löschen, so bestenfalls am<br />

Kai 24 Polens bekanntester Sci-Fi-Export (Nachn.) 25 Beinhaltet immer etwas Schmeichelhaftes 27 Das passende<br />

Verb zu Traumata und Rohstoffen 32 Folgt der Ruhe, ist die Kneipe menschenleer 33 Seiner Akzeptanz verweigern<br />

sich Hartnäckige 34 Die Bahn ergänzt das Radl zum Baufahrzeug 35 Wobei geht es mit dem Rücken voran?<br />

36 Klarer Fall von Einstellungssache, nicht nur in der Kfz-Werkstatt Senkrecht 1 Nicht Monza, aber auch eine<br />

Heimat von »Roten« 2 Die Verwandte hat was von Automation 3 Schichtabtrag ist sein Auftrag 4 Auf das der<br />

Dinge hoffen Unzufriedene 5 Wird zumeist sauer an potatoes serviert 6 Denkbares Verlobungsende 7 Kommt<br />

heraus, wird im TV eine Szene gemacht 9 Was kam nach Karbon? 10 Schicksalhaftes Tun, auch wunderliches 11<br />

Deren Prüfung steht nicht selten zeitgleich mit jener am Lenkrad an 13 Hängt Mails an, deren Verfasser hier 21<br />

waager. sind 15 Ist allemal dem viel zitierten seidenen Faden vorzuziehen 19 Den gibt es, die gibt es <strong>–</strong> nur das<br />

nicht 20 Für sie gibt es weltweit nur eine Mauer 25 Hälfte der Schalteraufgaben 26 Kann Party oder Gegend<br />

passend beschreiben 28 Eine der wichtigsten Erfindungen überhaupt <strong>–</strong> glücklicherweise anonym und somit ohne<br />

Patentrecht 29 Worauf hörte der Bonanza-Boss? 30 Was bekommt man bspw. unter der Sonne Floridas? 31 Pendant<br />

zu 13 senkr., jedoch territorial ungebunden 32 Was dort gelehrt wird? Z. B. Metallurgie (Abk.)<br />

NICHT NUR DER HAMMER,<br />

SONDERN DER GANZE WERKZEUGKASTEN<br />

Hammer, Nagel und Zange spricht dich nicht so an? Kein Problem.<br />

Das Workbook zum Erfolgsbuch »Besser fühlen« des Spiegel-Bestsellerautors<br />

und Psychologen Dr. Leon Windscheid ist der einzige Werkzeugkasten, den du<br />

brauchst. Mit vielen Tools, Übungen und Impulsen <strong>für</strong> innere Ruhe, mentale<br />

Kraft und eine gesunde Psyche. Das Workbook ermöglicht es dir, dich selbst<br />

besser kennenzulernen und Lösungen <strong>für</strong> individuelle Problemlagen zu finden.<br />

Wer seine Emotionen wirklich versteht, ist klar im Vorteil!<br />

/// Dr. Leon Windscheid, geboren 1988 ist Psychologe, Unternehmer und Autor.<br />

Die Passion <strong>für</strong> seine Wissenschaft <strong>–</strong> die Psychologie <strong>–</strong> teilt der Bestsellerautor<br />

in TEDx Talks, Science-Slams und vor allem seinen Podcasts mit.<br />

Du möchtest eines der drei »Besser fühlen« Workbooks gewinnen? Dann sende<br />

uns deinen vollständigen Namen und deine Adresse an: info@<strong>audimax</strong>.de<br />

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Lösung gibt's ab 15.04.20<strong>23</strong> auf<br />

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IMPRESSUM<br />

VERLAG <strong>audimax</strong> MEDIEN GmbH, Deutschherrnstraße 47a,<br />

90429 Nürnberg, Zentrale: 0911 <strong>23</strong> 77 9-0,<br />

Fax: 0911 20 49 39 • E-Mail: info@<strong>audimax</strong>.de<br />

Geschäftsführer: Dr. Ulrich Ch. Knapp<br />

Herausgeber: Ivo Leidner<br />

REDAKTION Fon: 0911 <strong>23</strong> 77 9-44<br />

Mail: leserbriefe@au di max.de<br />

Chefredaktion: Vanessa Götzl (V.i.S.d.P.)<br />

Redaktion: Stefanie Markert, Florian Grobbel, Vivien Herzog,<br />

Kira Benke, Michelle Bahr<br />

Gestaltung: Andrea Pfliegensdörfer<br />

Titelbild: irondah/freepik.com<br />

Druck: Jungfer Druckerei & Verlag GmbH, Herzberg am Harz<br />

Vertrieb: Dipl.-Kfm. Joachim Bärtl, Fon: 0911 <strong>23</strong> 77 9-<strong>23</strong><br />

ANZEIGEN Fon: 0911 <strong>23</strong> 77 9-48<br />

Mediaberatung: Markus Erhardt, Ivo Leidner, Josefine Lorenz,<br />

Mutlu Kocak, Dr. Rowena Sandner<br />

Es gelten die aktuellen Mediadaten auf <strong>audimax</strong>-media.de.<br />

<strong>audimax</strong> ist politisch unabhängig. Wir drucken, zertifiziert mit<br />

dem »Blauen Engel«, besonders CO2-frei und energiesparend.<br />

Für die Vollständigkeit und Richtigkeit von Ter min an ga ben wird<br />

keine Gewähr über nom men. Für an uns un verlangt ge sandte<br />

Ma nus kripte, Fotos und Illus wird nicht gehaftet. Beteiligungsverhältnisse<br />

der <strong>audimax</strong> MEDIEN GmbH gemäß §8 Abs 3,<br />

BayPrG: 100% VMM Verlag + Medien Management Gruppe GmbH.<br />

e-Paper: www.<strong>audimax</strong>.de<br />

Verbreitete Auflage: laut IVW 02/22: 15.000 Expl., ISSN 1439-<strong>23</strong>3X<br />

Das nächste <strong>audimax</strong> Campus erscheint im März 20<strong>23</strong>.<br />

Hinweis: Der Lesbarkeit halber haben wir in allen Artikeln das<br />

generische Maskulinum verwendet. Selbstverständlich sind Frauen,<br />

Männer und Personen, die sich keiner der beiden Gruppen<br />

zugehörig fühlen, immer gleichermaßen angesprochen.<br />

Illustration: freepik | Rätsel: © SeHer | Fotos: privat; Hersteller


Inserentenverzeichnis<br />

Allianz SE<br />

Königinstraße 28<br />

80802 München<br />

Kontakt:<br />

recruiting@allianz.de<br />

Branche:<br />

Versicherung<br />

Produkte/Dienstleistungen:<br />

Die Allianz Gruppe ist einer der<br />

weltweit führenden Versicherer<br />

und Vermögensverwalter. Mit rund<br />

155.000 Mitarbeitern weltweit<br />

betreuen wir 126 Mio. Privat- und<br />

Firmenkunden in mehr als 70<br />

Ländern.<br />

The Boston Consulting<br />

Group<br />

Ludwigstraße 21<br />

80539 München<br />

karriere.bcg.de<br />

Kontakt:<br />

Lukas Thielert<br />

Fon: 0170 334 3186<br />

Email: thielert.lukas@bcg.com<br />

Branche:<br />

Strategische Unternehmensberatung<br />

Produkte/Dienstleistungen:<br />

The Boston Consulting Group<br />

(BCG) ist die weltweit führende<br />

Strategieberatung. BCG berät<br />

Unternehmen in allen wichtigen<br />

Industrien und Märkten der Welt.<br />

Gemeinsam mit ihren Kund:innen<br />

entwickelt BCG neue Strategien<br />

und steigert Effizienz sowie<br />

Unternehmenswert.<br />

CMS Deutschland<br />

Lennéstraße 7<br />

10785 Berlin<br />

career.cms-hs.com<br />

Kontakt:<br />

Dinah Ahad<br />

Human Resources Manager<br />

Fon: 030 20360 1251<br />

karriere@cms-hs.com<br />

Branche:<br />

Wirtschaftskanzlei<br />

Produkte/Dienstleistungen:<br />

CMS ist eine der führenden Anwaltssozietäten<br />

auf dem Gebiet<br />

des Wirtschaftsrechts in Deutschland.<br />

Unseren Mandanten bieten<br />

wir eine individuelle, umfassende<br />

und tiefgreifende Betreuung in<br />

sämtlichen Bereichen des nationalen<br />

und internationalen Wirtschaftsrechts.<br />

Ferrero<br />

Hainer Weg 120<br />

60599 Frankfurt<br />

www.ferrerocareers.com<br />

Kontakt:<br />

Ferrero Karriere Team<br />

Fon: 069 6805 0<br />

Branche:<br />

Konsumgüter, Lebensmittel<br />

Produkte/Dienstleistungen:<br />

Die Ferrero-Gruppe ist mit rund<br />

38.000 Mitarbeitern einer der<br />

größten Süßwarenhersteller<br />

weltweit. Dabei vereint Ferrero<br />

die Werte eines Familienunternehmens<br />

mit den Vorzügen eines<br />

internationalen Big Players. In<br />

Deutschland arbeiten rund 5.000<br />

Mitarbeiter <strong>für</strong> Ferrero. Im täglichen<br />

Miteinander stehen neben<br />

den Menschen starke Marken<br />

wie nutella, kinder Riegel oder<br />

Ferrero Küsschen im Fokus. Dabei<br />

trifft Traditionsbewusstsein und<br />

Herzblut auf Innovationsgeist<br />

und Leistungsbereitschaft. Ganz<br />

nach dem Motto: ›Loved by generations.<br />

Crafted by you.‹<br />

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Am DFS-Campus 4<br />

63225 Langen<br />

www.fluglotsewerden.de<br />

Kontakt:<br />

Team Bewerbermanagement<br />

Recruitment & Selection<br />

Fon: 06103-707-5155<br />

lotsenausbildung@dfs.de<br />

Branche:<br />

Luftverkehr<br />

Logo<br />

DFS Deutsche<br />

Flugsicherung GmbH<br />

Produkte/Dienstleistungen:<br />

Flugsicherung<br />

Logo<br />

VGH<br />

Versicherungen<br />

Schiffgraben 4<br />

30159 Hannover<br />

www.karriere.vgh.de<br />

Kontakt:<br />

Christiane Besa-Schmidt<br />

Fon: 0511-362-2152<br />

christiane.besa-schmidt@vgh.de<br />

Branche:<br />

Versicherungen<br />

Produkte/Dienstleistungen:<br />

Die VGH ist der größte Versicherer<br />

in Niedersachsen <strong>–</strong> mit einem<br />

lückenlosen Angebot an Sachund<br />

Personenversicherungen <strong>für</strong><br />

den privaten, gewerblich-industriellen,<br />

landwirtschaftlichen und<br />

kommunalen Bereich. Rund 4.500<br />

Mitarbeiter sind <strong>für</strong> den regionalen<br />

Marktführer tätig. Mit den<br />

beiden Kooperationspartnern,<br />

den Sparkassen und der LBS,<br />

bilden sie ein flächendeckendes<br />

Servicenetz zur Betreuung von 1,8<br />

Millionen Kunden.<br />

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Mut zur Lücke<br />

beweist diesmal …<br />

KAROLINE<br />

HERFURTH<br />

Karoline Herfurth ist eine deutsche Schauspielerin, Filmregiesseurin und Drehbuchautorin und wurde 1984 in Ost-Berlin geboren. Als Kind wuchs<br />

sie in einer großen Patchworkfamilie auf. Ihren Durchbruch schaffte sie 2001 mit der Filmkomödie Mädchen, Mädchen von Dennis Gansel. Internationale Bekanntheit<br />

erlangte sie 2006 durch ihre Rolle als »Mirabellenverkäuferin« in Tom Tykwers Literaturverfilmung »Das Parfum <strong>–</strong> Die Geschichte eines Mörders«.<br />

Derzeit ist sie als LateNight-Radiomoderation Karla in »Einfach mal was Schönes« auf deutschen Kinoleinwänden zu sehen.<br />

Foto: <strong>2022</strong> Warner Bros. Ent., Mathias Bothor | Illustation: freepik.com<br />

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Sim sala<br />

bim und hokuspokus.<br />

Volontär (m/w/d)<br />

print & digital<br />

Werde<br />

unser<br />

Zauberlehrling!<br />

Du willst bei uns mitzaubern? Dann schick uns deine Bewerbung!<br />

Fragen beantworten Ivo und Vanessa gerne!<br />

leidner@<strong>audimax</strong>.de | goetzl@<strong>audimax</strong>.de<br />

MEDIEN FÜR JUNGE ZIELGRUPPEN


Dein Beitrag <strong>für</strong><br />

morgen: Das<br />

BCG Climateship.<br />

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind mehr als Buzzwords <strong>für</strong><br />

dich? Beweis es: In unserem Climateship arbeitest du bis zu<br />

12 Wochen lang mit unseren Kund:innen an den wichtigsten<br />

Nachhaltigkeits- und Klimathemen. Und steigst fest ein, wenn<br />

dir BCG gefällt. Welcome to the Group.<br />

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