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Frankreich erleben - Vorschau Heft Nr.85

Heft 85 - Winter 2022 /2023

Heft 85 - Winter 2022 /2023

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DAS UNABHÄNGIGE FRANKREICH-MAGAZIN Nr. 85 · Winter 2022/23

CANAL DU RHÔNE À SÈTE · PAYS DE GEX · ASTROTOURISMUS · PARIS · NANTES

Flusstourismus

Canal du Rhône à Sète

Der « kleine Bruder » des Canal du Midi

Pays de Gex

Den Alltag hinter sich lassen!

Astrotourismus

Die beste Sicht aufs Sternenzelt

Notre-Dame

de Paris

Mit der Vergangenheit

die Zukunft bauen

Picasso

« Ist das nicht der Künstler,

der mit Frauen Probleme hatte? »

Coup de cœur

Rezept

Wein

Die Miniaturwohnung Micr’Home in Nantes

Gâteau aux noix

Loire-Tal: berühmte Schlösser und ihre Weine

www.frankreicherleben.de

Deutschland 6,90 €

Österreich 7,60 €

Schweiz 11,90 CHF

Frankreich & Benelux 8,10 €

Italien 8,10 €


EDITORIAL

Liebe

Leserin,

lieber Leser,

sie ist eines der Markenzeichen

von Frankreich erleben, auf ihr basiert

seit der Gründung des Magazins

vor inzwischen mehr als 16 Jahren

das nicht nachlassende Interesse

der Leser: die Neugier. Sie werden schnell feststellen,

dass die aktuelle Ausgabe einmal mehr beweist, wie

wichtig dieser Begriff heute immer noch für uns ist.

Nehmen Sie zum Beispiel die Neugier, das traumatische

Ereignis des 15. April 2019, den

Brand der Kathedrale Notre-Dame de Paris,

mit etwas Abstand zu betrachten. Es ist nur

zu verständlich, dass Niedergeschlagenheit und

Emotionen nach diesem traumatischen Unglück,

das die ganze Welt mit ansehen

musste, zunächst unendlich groß waren.

1872 schrieb bereits Victor Hugo

(1802-1885) in seiner Gedichtsammlung

L'année terrible auf nahezu prophetische

Art: « Eine Minute kann

ein Jahrhundert verletzen. » Welch

Freude war es daher, bei unseren

Recherchen festzustellen, dass

aus der Katastrophe für das Kulturerbe

etwas entstanden ist, das

hoffen lässt. Etwas, das von der Zukunft

spricht. Angesichts der Wunden

von Notre-Dame wurde Forschern auf

dem ganzen Globus schnell klar, dass die

notwendigen Arbeiten eine Chance für die

Wissenschaft darstellen und dass es wichtig

ist, sich solidarisch für den Wiederaufbau

einzusetzen. Wie uns die renommierte Forscherin

Martine Regert, die in diese Arbeiten

eng involviert ist, in einem

Interview erläutert,

entstand auf diese Weise

aus einem kulturhistorischen

Trauma ein großartiges Wissensabenteuer.

Auch unsere Reise fernab der ausgetretenen Pfade in einen

kleinen, unbekannten Winkel Frankreichs zwischen

Juragipfeln und Schweizer Grenze, in das Pays de Gex,

war von Neugier getrieben. Wie Sie lesen werden,

mangelt es dieser Destination nicht an Überraschungen.

Man kehrt zurück und hat unweigerlich das Bedürfnis,

die Entdeckungen mit Freunden zu teilen.

Und schließlich war Neugier auch der Auslöser

für eine Fahrt auf einem französischen Kanal,

der von Anhängern des Flusstourismus

oft vergessen wird. Der « kleine Bruder

» des eindeutig viel bekannteren

Canal du Midi, den dieser ab Sète

bis zur Rhône fortsetzt, erweist

sich eindeutig als Wasserweg, der

seinesgleichen sucht, denn sein Verlauf

zwischen Seen, Camargue-Landschaft

und Mittelmeer ist einzigartig. Er bietet die

seltene Gelegenheit einer Reise ohne Steigungen

und Gefälle, die viele ausgesprochen

schöne Bilder im Gedächtnis hinterlässt.

Doch mehr will ich hier nicht verraten, ein wenig

Spannung soll ja noch da sein, wenn Sie das Heft

durchblättern. Damit wünsche ich Ihnen viel

Spaß beim Lesen. Sie können versichert sein, dass

wir nach wie vor alles daransetzen werden, um die

Ihnen und uns gemeinsame Neugier zu befriedigen!

Agence VERTU

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LA REVUE DU PLUS CÉLÈBRE CABARET DU MONDE ! - DIE SHOW DES BERÜHMTESTEN VARIETÉ THEATERS DER WELT !

DÎNER ET REVUE À 19H À PARTIR DE 205E - REVUE À 21H ET 23H À PARTIR DE 77E - DINNER AND SHOW UM 19 UHR AB 205E - SHOW UM 21 UHR UND 23 UHR AB 77E

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Titelbild: Luftbild von der Gegend entlang des Canal du Rhône à Sète. In

der Seenlandschaft südlich von Montpellier erkennt man die Kathedrale

Saint-Pierre (13. Jh.) und die Reben der Halbinsel Maguelone (Hérault).

Jean-Charles Albert

Chefredakteur

jc.albert@frankreicherleben.de

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 3


Notre-Dame · 60

Picasso · 74

Immersive

Ausstellungen · 68

Rezept · 92

Nantes · 58

Pays de Gex · 40

Canal du Rhône à Sète · 22

Astrotourismus · 34

Loire-Tal · 80

Rennes

Tours

58 · Nantes

Bordeaux

34 · Fleurance

Toulouse

Rouen

Montpellier

22 · Sète

34 · Pic du Midi

Lille

60 · Paris

80 · Chambord

80 · Chenonceau

Straßburg

Dijon

Lyon

40 · Gex

34 · Moydans

22 · Beaucaire

Marseille

Unterwegs in Frankreich

22 Canal du Rhône à Sète

Der « kleine Bruder » des Canal du Midi

Eine Fahrt mit dem Hausboot auf dem « kleinen Bruder » des

Canal du Midi ist eine Reise durch Landschaften mit einer

faszinierenden – und glücklicherweise geschützten – Flora

und Fauna, vorbei an kleinen Städtchen voller Charme.

Lassen Sie sich von unserem Bilderportfolio verzaubern!

34 Astrotourismus

Die beste Sicht aufs Sternenzelt

Tourismusangebote im Zusammenhang mit Sternenbeobachtung

und Studium des Sternenhimmels nehmen seit einigen Jahren

in Frankreich deutlich zu. Wir haben für Sie einige Empfehlungen

für Orte zusammengestellt, an denen Amateure oder Spezialisten

gerne Nächte verbringen, die oft schöner als die Tage sind.

40 Pays de Gex

Den Alltag hinter sich lassen

Begleiten Sie uns auf eine « Sinneswanderung » durch die

Wälder des Mont Mussy, dann zu einer der herausragendsten

wissenschaftlichen Stätten weltweit, deren « Hauptattraktion

» unter schweizerischer und französischer Erde liegt,

weiter auf einen 1534 m hohen Gipfel mit einem spektakulären

Ausblick auf den Mont Blanc und den Genfersee und

an einen Ort, der im 18. Jahrhundert als « Hauptstadt der

Literaturwissenschaft » galt. All das finden Sie in einem der

unbekanntesten Winkel Frankreichs, im Pays de Gex.

54 Hotel

Jiva Hill Resort, Crozet

58 Coup de cœur

Die Miniaturwohnung Micr’Home in Nantes

Frankreich heute

60 Notre-Dame de Paris

Mit der Vergangenheit die Zukunft bauen

Es ist schwer vorstellbar, aber die schreckliche Feuersbrunst,

die Notre-Dame de Paris heimsuchte, bietet Wissenschaftlern

nun eine einzigartige Gelegenheit, die Kathedrale auf eine

Art unter die Lupe zu nehmen, wie es bisher nicht möglich

gewesen ist. Dies liefert Erkenntnisse, durch die man nicht

nur die Vergangenheit besser versteht, sondern die zudem

eine ungeheure Hilfe für den Wiederaufbau und darüber

hinaus generell für Bautechniken der Zukunft sind.

68 « Immersive Ausstellungen »

Die Zukunft der französischen Museen?

Inszenierungen, durch die Besucher mithilfe allerneuester

Projektionstechnologie und bester Tonqualität in Kunstwerke

förmlich « eintauchen », ziehen inzwischen Millionen neugierige

Menschen an und wurden innerhalb weniger Jahre

zu Highlights des Kulturtourismus in Frankreich. Eine Welt,

in der meisterhafte Kunst modernste Technik trifft!

74 Pablo Picasso

Teil 2: « Ist Picasso nicht der Künstler, der

mit Frauen Probleme hatte? »

Ein Gespräch mit der Leiterin des Pariser Picasso-Museums

über Diskussionen – vor allem in sozialen Medien –, die

möglicherweise die Meinung einer Generation über den

« Meis ter der modernen Malerei » radikal verändern.

Art de vivre

80 Loire-Tal

Berühmte Schlösser und ihre Weine

Chambord und Chenonceau bezeichnen heute nicht

mehr nur zwei der bemerkenswertesten Vertreter des

französischen Kulturerbes, sondern geben mittlerweile

auch Weinen ihren Namen, die durchaus mit den renommierten

Rebensäften dieser Region mithalten können.

92 Chantals Rezept

Gâteau aux noix

94 Produkt

Der Film « Le Père Noël est une ordure »

Ein Kultfilm, der heute zum alljährlichen Pflichtprogramm

der Franzosen an Weihnachten gehört, obwohl ihm 1982,

als er zum ersten Mal in die Kinos kam, sogar nachgesagt

wurde, « er zerstöre einen kindlichen Mythos »!

3 Editorial

6 On en parle

12 On lit

14 On lit en France

16 On regarde

18 On surfe

20 On écoute

33 Leserbriefe

88 Nachbestellungen

96 Guéwen a testé

98 Impressum

98 Vorschau

Frankreich erleben im Internet: www.frankreicherleben.de

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 5


ON EN PARLE

UMFRAGEN

Sind die Franzosen die Schmutzfinken Europas?

Den Franzosen haftet seit Langem ein – zugegebenermaßen

nicht sehr schmeichelhaftes – Klischee an: ihr angeblicher

Mangel an Reinlichkeit. Eine Umfrage, die das Institut IFOP

im Juni 2022 in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien

und Großbritannien durchführte, widerlegt dies jedoch

zumindest teilweise. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass

in dieser Beziehung offensichtlich eher die Italiener schlecht

abschneiden. Nur 53 % der befragten Italiener gaben an, sich

« täglich von Kopf bis Fuß zu waschen », gegenüber 76 % der

Franzosen und 77 % der Deutschen. Allerdings ist Frankreich

das Schlusslicht in Sachen Wechsel der Unterwäsche bei den

Männern. Anscheinend wechseln nur 73 % der Franzosen

täglich die Wäsche, ein Wert, der sowohl in Spanien (82 %)

als auch in Deutschland (77 %) übertroffen wird. Auf jeden

Fall scheinen in dieser Beziehung die europäischen Frauen

die Nase vorn zu haben: 94 % der Französinnen wechseln die

Unterwäsche täglich, etwas weniger als in Spanien (97 %) und

etwas mehr als in England und Deutschland (92 %).

LAVENDEL

Produzenten blicken in eine unsichere Zukunft

Während Klimaveränderungen in den vergangenen zehn

Jahren die Erntemenge von Lavendel reduzierten, erreichte

der Marktpreis eine Rekordhöhe, denn die Nachfrage

überstieg regelmäßig das Angebot. Aus diesem Grund kamen

viele Produzenten auf die Idee, neue Felder zu bepflanzen.

Innerhalb von fünf Jahren vergrößerte sich die Anbaufläche

von Lavendel in Frankreich daher von 12 000 auf 37 000

Hektar. Die Folge: sehr hohe Erntemengen in den Jahren

2020 und 2021. Zu hoch offensichtlich, denn mit diesem

Anstieg konnte die Nachfrage dann doch nicht mithalten,

der Preis brach um knapp 60 % ein. Das geht so weit, dass

der Erzeugerverband von Pflanzen für Medizinprodukte,

Aromastoffe und Parfüm (PPAM) heute rät, Sträucher

auszureißen und so die kultivierten Flächen um 10 bis

30 % zu reduzieren. Die Situation ist also fragil, zumal die

Europäische Union ebenfalls für Beunruhigung sorgt: Pläne

sehen vor, bis zum Jahresende chemische Produkte auf eine

mögliche Gefahr für die Gesundheit hin zu prüfen. Ätherische

Öle – darunter Lavendelöl – sollen in diesem Zusammenhang

als chemische Produkte eingestuft werden.

MÖBEL

Endlich ein richtiger Ministertisch

WIRTSCHAFT

Ein ausgezeichneter Sommer für französische Restaurants

Die Stimmung der Restaurantbesitzer in Frankreich hat sich wieder verbessert: Nach

zwei schwierigen Jahren seit Beginn der Coronaviruspandemie geht der Sommer 2022 in

die Geschichte ein: Der Umsatz in den Monaten Juni bis August lag mit einem Plus von 12 %

auf einem bis dato unerreichten Niveau. Laut Branchenanalysen ist dies auf mehrere Faktoren

zurückzuführen: Zum einen verbrachten viele Franzosen (75 %) den Urlaub im eigenen Land,

zum anderen kamen wieder mehr Touristen aus dem europäischen Ausland und den

Vereinigen Staaten. Zudem stellte man fest, dass die Menschen in diesem Sommer

erstmals seit Langem wieder Lust verspürten, sich etwas Gutes zu tun.

Die französische Regierung versammelt sich jeden

Mittwochvormittag mit dem Staatspräsidenten im Pariser

Élysée-Palast. Im Rahmen dieses Conseil des ministres werden

regelmäßig wichtige politische Entscheidungen getroffen. Das

traditionelle Rendezvous findet an einem langen Tisch statt,

den die Franzosen aus Berichterstattungen im Fernsehen

gut kennen. Bisher war das Möbelstück immer mit einer

Art Tischdecke bedeckt, vermutlich – so dachte man –, um

den wertvollen Tisch darunter zu schützen. Doch dem war

nicht so! Die Tischdecke verbarg im Grunde genommen ein

Gestell aus Böcken und Tischplatten! Ein Möbel also, das eher

einem improvisierten Festmahl als einem derartigen Ort der

Macht würdig ist. Wenngleich sich die Konstruktion insofern

bewährt hat, als dass die Größe des Tisches an die diversen

Regierungszusammensetzungen angepasst werden konnte,

die sich im Laufe der Zeit um ihn versammelten, wurde das

gute Stück inzwischen jedoch ausgemustert. Seit dem 14.

September 2022 findet diese offizielle Zusammenkunft an

einem neuen Tisch statt: Dieser hat ein ausgesprochen

modernes Design und nennt sich Medulla. Das Möbelstück

zeichnet sich dadurch aus, dass es aus einem Modulsystem

besteht und in weniger als 30 Minuten auf- und abgebaut

werden kann. Konzipiert wurde es im Rahmen eines

Wettbewerbs der besten Hochschulen für angewandte

Kunst Frankreichs von vier Studenten (Misia Moreau, Lucille

Poous, Etienne Bordes und Julien Roos). Für die Herstellung

zeichnen französische Unternehmen aus dem ganzen Land

verantwortlich.

6 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 7


ON EN PARLE

IMMOBILIEN

TRANSPORT

KUNST

Neuer Rekord auf den

Champs-Élysées

TGV der neuen

Generation bestellt

Maler Pierre

Soulages ist tot

ENERGIE

Erster französischer Meereswindpark

eingeweiht

Frankreich war eine der wenigen bedeutenden

Wirtschaftsmächte, die bislang keine Aktivitäten zur

Erzeugung von Windenergie entlang ihrer Küsten

betrieb. Das hat sich nun geändert, denn am Ende

des Jahres geht einige Kilometer vor der Küste von

Saint-Nazaire (Loire-Atlantique) der erste französische

Offshore-Windpark in Betrieb. Der Bau war bereits

2008 begonnen worden, doch vor allem aufgrund

zahlreicher juristischer Streitigkeiten dauerte es

knapp 15 Jahre, bis die Arbeiten beendet waren.

Die 80 Windräder sollen eine Leistung von 480 MW

erzeugen und damit rund 20 % des Strombedarfs

der Region Loire-Atlantique abdecken. Sie sind

ein Zeichen dafür, dass in Frankreich Bewegung in

diese Branche kommt. In den kommenden Jahren

werden weitere Windparks dieser Art folgen: unter

anderem in Fécamp (Seine-Maritime), Courseullessur-Mer

(Calvados), Saint-Brieuc

(Côtes-d‘Armor), Le Tréport (Seine-

Maritime), Noirmoutier (Vendée) und

Dünkirchen (Nord). Bis 2028 dürfte die

im Meer vor den französischen Küsten

erzeugte Windenergie eine Leistung

von 3,6 GW erreichen, doppelt so viel

wie die Leistung des Atomkraftwerks

Fessenheim (Haut-Rhin).

GASTRONOMIE

Kaviar aus der

Aquitaine strebt

Herkunftsbezeichnung

an

Auf der Pariser Prachtstraße Champs-

Élysées – auf der Seite mit den ungeraden

Hausnummern, denn dies ist die

sonnigere und daher beliebtere Seite

– wechselte vor Kurzem ein 18 000 m²

großer Immobilienkomplex nahe des Arc

de Triomphe für rund 800 Millionen Euro

(die genaue Summe wurde nicht genannt)

den Besitzer. Der Betrag, den der Käufer

– eine Investmentgesellschaft – bezahlte,

stellt eine historische Rekordsumme

dar und bestätigt, dass die Attraktivität

dieser berühmten Straße wieder steigt.

Die Champs-Élysées sollen noch vor

den Olympischen Spielen 2024 in Paris

verschönert und nach deren Ende

maßgeblich umgestaltet – vor allem

begrünt – werden.

Die sieben französischen

Unternehmen – sechs

davon befinden sich in

der Region Nouvelle-

Aquitaine –, die sich

auf die Zucht von

Stören spezialisiert

haben, produzieren

heute insgesamt 40

Tonnen Kaviar pro

Jahr. Der Kaviar aus

dem Südwesten, dem

wir 2017 einen Artikel

widmeten (Kaviar von

der französischen Atlantikküste - der neue Star, Frankreich

erleben Nr. 65), ist im Aufwind und entwickelt sich auf

internationaler Ebene zu einer Referenz. Und das nicht ohne

Grund, denn die Branche setzt mehr denn je auf Qualität

und zieht zudem an einem Strang: Soeben hat sie die

geografische Herkunftsbezeichnung IGP Caviar d’Aquitaine

beantragt. Das Pflichtenheft ist ausgesprochen streng, da

man sich dadurch von der Konkurrenz aus dem Ausland, vor

allem aus Polen und China, abheben will.

Die französische

Eisenbahngesellschaft SNCF hat

beim Unternehmen Alstom für einen

Betrag von knapp 590 Millionen Euro

15 Hochgeschwindigkeitszüge mit

der allerneusten Technologie bestellt.

Bereits vor vier Jahren orderte die

SNCF 100 Züge bei Alstom. Die nun

bestellten TGV sollen ab 2024 im

Laufe von zehn Jahren ausgeliefert

werden. Sie nennen sich TGV M und

werden als « umweltfreundlicher

und komfortabler » angekündigt. Vor

allem sollen sie in der Lage sein, auf

Schienennetzen mit verschiedenen

Spannungen zu fahren. Damit können

sie überall in Europa eingesetzt

werden. Laut Plänen der SNCF sollen

sie unter anderem auf der Strecke

zwischen Paris und Berlin fahren.

EINWEIHUNG

Zentrum für Glasmalerei in Troyes

Nach einer vierjährigen Bauphase öffnet die Cité du Vitrail

im Zentrum von Troyes (Aube) am 17. Dezember 2022 ihre

Pforten. Das Museum befindet sich im Hôtel-Dieu, einem

architektonischen Schmuckstück aus dem 18. Jahrhundert,

und hat sich zum Ziel gesetzt, das Image der Kirchenfenster

Man nannte ihn den

« Meister der Farbe

Schwarz ». Der französische

Maler Pierre Soulages,

der mit seinen Bildern in

unendlich vielen Nuancen

von Schwarz bekannt

wurde, ist am 26. Oktober

im Alter von 102 Jahren

gestorben. 2015 (Frankreich

erleben Nr. 54) widmeten

wir einen Artikel dem

schönen Musée Soulages in

Rodez (Aveyron), das 2014

eingeweiht wurde und eine

umfassende Sammlung

seiner Bilder besitzt. (www.

musee-soulages-rodez.fr). Sie können diesen Artikel kostenlos

in der APP Frankreich erleben (Menüpunkt « Hommage ») sowie

auf unserer Website www.frankreicherleben.de/hommage lesen.

Mit dem nebenstehenden QR-Code gelangen Sie ebenfalls

zum Artikel. Ggf. müssen Sie die (kostenlose und sichere)

Weiterleitung zu unserem Dienstleistungspartner Yumpu

bestätigen.

zu entstauben und dieses Handwerk den Menschen

nahezubringen. Gleichzeitig kann man dort eine der

schönsten historischen Apotheken Frankreichs besichtigen,

die als Monument historique klassifiziert ist und eine

außergewöhnliche Sammlung an Gefäßen aus Porzellan und

bemaltem Holz aus dem 18. und 19. Jahrhundert besitzt.

8 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 9


ON EN PARLE

TOURISMUS

Wie ein Vogel über Frankreich fliegen

Haben Sie auch schon einmal davon geträumt, wie ein Vogel über das

Hexagon zu schweben, den Bogen des Felsens von Étretat im Flug zu

durchqueren oder den Erzengel auf dem Mont Saint-Michel zu streifen?

Zumindest virtuell ist dies nun im Pariser Opéra-Viertel möglich, und zwar

in einem der vier Säle, die das Unternehmen Flyview eingerichtet hat.

Derartige Erfahrungen in einer virtuellen Realität konnte man zwar auch

bisher schon machen, allerdings beschränkte sich dies auf die Simulation

eines vorbestimmten Flugs mittels eines entsprechenden Helms. Bei dem

neuen Angebot kann man sich dagegen dank innovativer Technologie an

drei symbolträchtigen Orten (Felsen von Étretat, Mont Saint-Michel und

Mont-Blanc) frei wie ein Vogel bewegen. Damit dies möglich ist, wurden

Millionen von Fotos digitalisiert und Milliarden von Punkten berechnet, die

die Umgebung in Echtzeit rekonstruieren. Ein solcher Flug in der virtuellen

Realität – eine Weltpremiere – kostet 22 Euro und soll bis zum Jahresende

auch am Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle und in Marseille und im

Verlauf des Jahres 2023 auf dem Mont Saint-Michel angeboten werden.

Informationen: www.flyview360.com.

GESELLSCHAFT

TOURISTENZUG

Rhune-Bergbahn soll wieder in altem Glanz erstrahlen

Die Zahnradbahn auf den Berg Rhune in den Pyrénées-

Atlantiques ist für uns eine des schönsten Frankreichs

(siehe Artikel Rhune-Bergbahn, südamerikanisches Flair

in den Pyrenäen, Frankreich erleben Nr. 24). Jahr für Jahr

besteigen mehr als 300 000 Passagiere die 100 Jahre alten

Waggons aus Holz, um die vier Kilometer lange Strecke

durch eine prächtige Landschaft bis zum höchsten Punkt

des französischen Baskenlandes – dem Berggipfel La

Rhune – zurückzulegen. Die Bergbahn gehört heute zu den

Trümpfen des regionalen Tourismus. Die Kehrseite des

BEVÖLKERUNG

Erfolges: eine vorzeitige Abnutzung der Infrastruktur, die nun

umfangreiche Arbeiten notwendig macht. Das komplette

Gleissystem (Schienen, Zahnräder, Weichen und Ballast) wird

durch ein Schweizer Unternehmen – das Land ist Experte in

Sachen Zahnradbahn – bis Sommer 2023 ausgetauscht. Da

der Parkplatz am Abfahrtsbahnhof zu klein ist und ständig

überlastet war, werden zudem die Anreisemöglichkeiten

erweitert. Im Gespräch sind Busverbindungen von und zu

den Nachbargemeinden Urrugne und Saint-Jean-du-Luz. Auf

diese Weise soll der PKW-Verkehr reduziert werden.

Wieder mehr Geburten in Frankreich

Während von 2015 bis 2020 die Geburten in Frankreich kontinuierlich abnahmen,

hat sich der Trend 2021 wieder umgekehrt: 742 100 Babys erblickten in diesem

Jahr das Licht der Welt, 0,9 % mehr als im Vorjahr. Dies veröffentlichte das

Institut National de la Statistique et des Études Économiques (INSEE). Nach

jeder Ausgangssperre im Rahmen der Coronaviruspandemie stieg die Zahl der

Schwangerschaften an, wobei die älteren Altersgruppen am meisten zum Anstieg

der Geburtenziffer 2021 beitrugen. Bei Frauen im Alter von 30 bis 34 Jahren lag

die Steigerungsrate bei 3,5 %, während die 35- bis 39-Jährigen 4,8 % und die über

40-Jährigen sogar 5,3 % mehr Babys zur Welt brachten. Bei Frauen unter 30 war

in dieser Beziehung allerdings ein Rückgang zu verzeichnen.

« Angela » hilft den

Franzosen

Um Frauen – und

Männern – zu

helfen, die verbal

oder physisch

angegriffen

werden und

sich daher in

Gefahr befinden,

lancierte die französische Regierung

nun den Plan « Angela ». Personen

in einer derartigen Situation

können in Bars, Restaurants oder

Geschäften mit dem Aufkleber

« Angela » Zuflucht suchen. Es reicht

aus, die diskrete und scheinbar

harmlose Frage « Wo ist Angela? » zu

stellen und der Gesprächspartner

kann entsprechende Maßnahmen

einleiten, indem er zum Beispiel die

Polizei alarmiert oder auf andere

Weise Hilfe beziehungsweise

Zuspruch anbietet. Dieses Prinzip

wurde bereits 2016 in Großbritannien

entwickelt. Der Name « Angela »

leitet sich dabei vom englischen

Wort Angel – also Engel – ab, das als

Synonym für Schutz gilt.

PREISVERLEIHUNG

Prix Bayeux des correspondants de guerre 2022

In der letzten Ausgabe von Frankreich erleben konnten Sie ein Interview mit Thomas

Dworzak, dem Jury-Vorsitzenden dieses Preises lesen (Bayeux, eine Stadt engagiert

sich für Kriegsberichterstatter, Frankreich erleben Nr. 84) und wir haben Ihnen

versprochen, Sie über den Ausgang auf dem Laufenden zu halten. Am 9. Oktober

wurde der Prix Bayeux des correspondants de guerre 2022 verliehen. Er zeichnet in

diesem Jahr überwiegend Reportagen aus, die sich mit der Ukraine befassen (6 von

10 Preisen). In der Kategorie « Foto / Prix Nikon » ging der Preis an Evgeniy Maloletka

von Associated Press für seine inzwischen weltweit berühmte Fotoreportage über

den Fall von Mariupol (Ukraine).

10 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 11


ON LIT

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Dieses Buch hat uns beim

Erscheinen in Frankreich gut

gefallen und wir haben es

Ihnen vorgestellt. Die gute

Nachricht: Sie erhalten es

nun bei Ihrem Buchhändler in

deutscher Sprache!

ROMAN -

FAMILIENSAGA

Schaut,

wie wir

tanzen

Leïla Slimani,

Originaltitel:

Regardeznous

danser,

übersetzt von

Amelie Thoma,

Luchterhand, 384

Seiten,

22 €, ISBN 978-

3630876474.

Schaut, wie wir tanzen ist der

zweite Band der dreiteiligen

Familiensaga, die Leïla Slimani

vor zwei Jahren mit Le Pays

des autres begann. Das Buch

erschien in Deutschland 2021 bei

Luchterhand unter dem Titel Das

Land der Anderen. Erfreut treffen

wir die Elsässerin Mathilde und

den Marokkaner Amine wieder,

in deren Leben inzwischen

12 Jahre vergangen sind. Seit

1956 lebt das französischmarokkanische

Paar in einem

unabhängigen Land. Mit dieser

zum großen Teil autobiografisch

geprägten Familiensaga setzt die

Autorin, die selbst französischmarokkanischer

Abstammung

ist, auf elegante, aber zielstrebige

Art das Porträt eines Landes

fort, das auf der Suche nach sich

selbst ist. Das Buch ist weit mehr

als das Bild einer Familie, es ist

ein ausgesprochen interessanter

historischer Roman, den vor

allem diejenigen schätzen, die

mehr darüber erfahren möchten,

was Marokkaner und Franzosen

verbindet.

ROMAN

Coco Chanels Riviera – Vom Lieben,

Leben und Überleben an der Côte

d’Azur

Anne de Courcy, Originaltitel: Chanel’s Riviera: Life,

Love and the Struggle for Survival on the Côte d’Azur,

1930 – 1944, übersetzt aus dem Englischen von Elke

Link, Insel, 384 Seiten, 25 €, ISBN 978-3458642862.

Anne de Courcy ist Engländerin und lebt in ihrer

Heimat. Lange Zeit arbeitete sie für die Presse

(unter anderem für den London Evening Standard

und die Daily Mail). Inzwischen kennt man sie vor

allem als Autorin mehrerer Bücher, darunter einige

Biografien. Insofern könnte man bei diesem Buch

eine weitere Biografie von Coco Chanel erwarten.

Wie die Autorin bereits auf der ersten Seite ihres Werkes klarstellt, ist

dem jedoch nicht so: « Dieses Buch ist weder eine Chanel-Biografie noch

eine Chronik der Côte d’Azur – beides ist schon oft geschrieben worden.

Vielmehr ist es die Geschichte der Jahre, in denen Coco Chanel ihre

Sommer in diesem Teil Frankreichs verbrachte. » Vor diesem Hintergrund

ist das Buch sehr interessant. Die Autorin bedient sich letzten Endes der

Person Coco Chanel nicht, um sie als Heldin darzustellen, sondern als

Symbol für eine über alle Maßen privilegierte Gesellschaftsschicht, die

weitab ihrer Zeit und der damaligen Realität zu leben schien, für die der

Krieg und seine Auswirkungen kaum spürbar waren. Man merkt, dass

Anne de Courcy ausführlich über das Leben in den 1940er-Jahren an der

französischen Riviera recherchierte. Ihr Buch geht weit über den Aspekt

der People hinaus, wie man es beim Lesen des Titels vermuten könnte,

sondern zeichnet ein eigenständiges, lebendiges und lehrreiches Porträt.

KRIMI

Späte Rache im Luberon

Ralf Nestmeyer, Emons Verlag, 224 Seiten, 12 €, ISBN 978-3740812447.

Das dritte Abenteuer von Capitaine Malbec

in der Provence. Wie immer geschieht

natürlich ein Verbrechen. Und wie Sie sich

denken können, gibt es Ermittlungen. Im

Grunde also nichts Originelles … Doch wie

immer lässt man sich auch diesmal in diesen

zugegebenermaßen gut konstruierten Krimi

hineinziehen. Wie in den anderen Bänden

auch, baut er eine schöne Spannung auf und

spielt mit einigen Klischees über Frankreich,

besonders über das « provenzalische Leben ».

Sicher, keine große Literatur, aber angenehm

zu lesen. Warum also nicht einfach aus

Vergnügen lesen? Und vielleicht sogar etwas

Angst bekommen …

ROMAN

Von Teufeln und Heiligen

Jean-Baptiste Andrea, Originaltitel: Des diables et

des saints, übersetzt von Thomas Brovot, Insel,

304 Seiten, 12 €, ISBN 978-3442772650.

« Sie kennen mich. Denken Sie ein wenig nach, Sie

erinnern sich bestimmt. Der ältere Herr, der auf diesen

öffentlichen Klavieren spielt, an allen Orten, wo Menschen

kommen und gehen… ». Beim Lesen der ersten Zeilen

nimmt dieser in Frankreich sehr erfolgreiche Roman uns gleich gefangen. Joe

ist ein alter Mann. Er kann virtuos Klavier spielen. Er spielt nur auf öffentlichen

Klavieren in Bahnhöfen und auf Flughäfen, meistens Beethoven. Normalerweise

würde man vermutlich stehen bleiben, ein wenig zuhören und dem Charme

seines Spiels erliegen. Vielleicht würde man sich fragen, wer sich hinter dieser

atypischen Figur, hinter diesem anonymen, begabten Pianisten verbirgt. Doch

am Ende würde man mit Sicherheit weitergehen, sein Leben einfach weiterleben

wie zuvor. Und genau an diesem Punkt setzt Jean-Baptiste Andrea an: Mit

seiner sensiblen Art zu schreiben lässt er die ganze Magie der Literatur wirken.

Wir erfahren mehr über Joe und sein unglaubliches Leben, vor allem über

seine Kindheit. Über ein Kind, das früh zum Waisen wurde, das misshandelt

wurde, das aber glücklicherweise auch freudige Momente erlebte, vor allem

mit einer gewissen Rose … Ein Roman über einen Waisen und über die Liebe,

der uns auffordert, uns mehr für die Menschen um uns herum zu interessieren.

Wohltuend schön!

INSIDERTIPPS

Verborgene Schätze in Paris – Die schönsten

Traditionsgeschäfte und Manufakturen der Stadt

Marin Montagut, Originaltitel: Le Paris merveilleux de Marin Montagut, übersetzt

von Annika Klapper, Dumont, 256 Seiten, 32 €, ISBN 978-3832169190.

2018 stellten wir Ihnen das Buch Sous les toits de Paris, ein Gemeinschaftswerk

von Marin Montagut und Inès de la Fressange, als unseren Coup de cœur vor.

Die beiden Liebhaber schöner Orte und schöner Dinge präsentieren darin

15 typische Pariser Appartements. Nun publizierte der Verlag Dumont die

deutsche Ausgabe eines 2021 in Frankreich erschienenen City Guides von Marin

Montagut, in dem der talentierte Dekorateur, Aquarellist und Globetrotter seine

Lieblingsadressen der Hauptstadt vorstellt: Kunsthandwerker, Krämerläden,

Künstlerateliers und andere Lieblingsplätze. Orte, die nur waschechte Pariser

kennen, an denen noch ein Hauch von Nostalgie in der Luft liegt, wo die

Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Vom Antiquitätenhändler in Saint-

Germain-des-Prés (VI. Arrondissement), über einen in seiner Art einzigartigen

Haushaltswarenladen in der Rue du Faubourg Saint-Antoine

(XI. Arrondissement) bis hin zu einem Spezialisten für

« Künstlerbedarf und extra-feine Ölfarben in der Tube » im

Montmartre-Viertel nimmt uns der Autor an 20 typische

und unbekannte Orte mit, die zum Flair der Seine-Stadt

beitragen. Ein wunderschön illustriertes Werk, das Lust

darauf macht, durch diese unbekannten Geschäfte zu

flanieren, das typische Ambiente dort zu spüren und nicht

« nur » ein Objekt, sondern ein Stück Geschichte zu kaufen.

Man spürt, dass dieses Buch von jemandem geschrieben

wurde, der Paris liebt …

Ulrich Robin

Das Vermächtnis

oder

Von Lilien lernen

„Das Vermächtnis oder Von Lilien lernen“

ist ein vielschichtiger Roman

über die Wunden der Nachkriegszeit,

über Schuld, über den Beginn des

Massentourismus und der Eventkultur

und die deutsch-französischen Beziehungen.

Im Mittelpunkt des Geschehens:

Alman, deutscher Aussteiger in

Chartres und Françoise, seine Geliebte.

Der Autor erzählt mit souveräner

Sprachkraft und feinem, untergründigem

Witz die Ge schichte eines Fremden

und Außen seiters, und seiner

Beziehungsprobleme. Eingebettet in

die Beschreibungen französischer Lebensart,

des Geschehens in und um

Chartres und eines, wenn auch nur virtuellen

Ausflugs in die nahe gelegene

französische Metropole. Auf subtile

Weise verflicht er Gegenwart und Vergangenheit.

Sie treffen sich schließlich

auf überraschende Weise im Symbol

der Lilie.

Ulrich Robin

Das Vermächtnis

oder

Von Lilien lernen

1. Auflage 2017

Taschenbuch, 251 Seiten

ISBN: 978-3-86460-695-3

19,95 EUR

BookOnDemand - vabaduse

bestellung@westarp.de

12 · Frankreich erleben · Winter 2022/23


ON LIT EN FRANCE

BRIGITTE GIRAUD

PRIX GONCOURT 2022

Erraten Sie, welches dieser vier Bücher

der diesjährige Preisträger ist?

Wie die Tradition es will, wurde der renommierteste der französischen

Literaturpreise, der Prix Goncourt, Anfang November im

Pariser Restaurant Drouant (II. Arrondissement) vergeben. An diesem

für Literaturfreunde legendären Ort versammeln sich die zehn Mitglieder

der Académie Goncourt jeweils am ersten Dienstag des Monats (außer im

Juli und August). Dabei diskutieren sie im Salon Goncourt im ersten Stock

über aktuelle Fragen rund um die Literatur. Damit Sie eine Vorstellung

von den Themen erhalten, welche die Neuerscheinungen dieses Jahres

prägen, stellen wir Ihnen hier die vier – der ursprünglich fünfzehn

– Bücher vor, die es in die Endauswahl geschafft haben. Erraten

Sie, welches davon den Prix Goncourt 2022 erhalten hat? Sie

erfahren es auf Seite 98 im Anschluss an die Vorschau.

GIULIANO DA EMPOLI

Le mage du Kremlin

Gallimard, 282 Seiten, 20 €, ISBN 978-2072958168

Giuliano Da Empoli ist italienischer Politikberater und Schriftsteller. Er schreibt oft, so

auch in diesem Fall, in französischer Sprache und ist vor allem für seine Essays bekannt.

Jetzt hat er sich erstmals an einen Roman gewagt. Herausgekommen ist ein fesselndes Buch,

das zudem von nahezu irritierender Aktualität ist, obwohl es der Autor bereits im Januar 2021 beendete,

also ein Jahr vor der russischen Invasion in die Ukraine. Giuliano Da Empoli lässt uns hinter die Kulissen

der Macht im Kreml blicken, indem er vom aufschlussreichen Aufstieg von Vadim Baranov erzählt, dem

« Magier des Kremls ». Diese fiktive Person lehnt sich sehr stark an Wladislaw Surkow an, einen der engsten

Berater Putins, der entscheidend dazu beigetragen hat, dass dieser an die Macht gelangen konnte. Der

geheimnisvolle Mann, ein regelrechter russischer « Machiavelli », arbeitete ursprünglich in der Welt des

Theaters und des Fernsehens und verschwand 2020 urplötzlich von der politischen Bühne. Der Autor

beschreibt diese Person über dessen fiktives Double Vadim Baranov, der dem Erzähler des Romans seine

Geschichte anvertraut. Es ist eine spannende Art, uns das Russland unserer Zeit nahezubringen: die Art

und Weise, wie der Kreml organisiert ist, wer dort die Fäden zieht und welche Vorstellungen Putin von der

Welt hat. « Dieser Roman wird von konkreten Ereignissen und Personen inspiriert, für die sich der Autor

ein Privatleben erdacht und denen er Äußerungen in den Mund gelegt hat. Es handelt sich dennoch um

eine wahre russische Geschichte. » Eine unerwartete Art, die Begegnung zwischen Aktualität und Literatur

herzustellen, die den Prix Goncourt absolut rechtfertigen würde …

Themen: Romanbiografie, historischer Roman, Russland, Politik, Geopolitik, Putin, Macht

CLOÉ KORMAN

Vivre vite

Flammarion, 206 Seiten, 20 €, ISBN 978-2080207340

In dieser engagierten und sehr sensibel

geschriebenen Erzählung geht die Autorin auf den

Tod ihres Lebensgefährten ein, der 20 Jahre zuvor

bei einem Motorradunfall ums Leben kam. Im Stil einer

polizeilichen Untersuchung nimmt Brigitte Giraud die einzelnen

Umstände, die zu dem Drama führten, nacheinander unter die

Lupe: « Wenn es an diesem Dienstag geregnet hätte? », « Wenn die

Ampel nicht auf Rot geschaltet hätte? », « Wenn ich ein Mobiltelefon

gehabt hätte? » … « Ich komme auf die Litanei dieser ‹Wenn› zurück,

die mich in all den Jahren verfolgt und die aus meinem Leben eine

Realität im Konjunktiv der Vergangenheit gemacht hat », erläutert sie.

Damit konfrontiert sie uns alle mit dem so menschlichen Bedürfnis,

zu analysieren, zu verstehen, um auf diese Weise den Tod eines

Nahestehenden vielleicht besser zu akzeptieren. Ein ruhiges Buch,

das gleichzeitig eine starke Wirkung erzielt. Ein Buch, das durch die

Fähigkeit erstaunt, den Leser im Innersten zu treffen, ohne deswegen

rührselig zu sein. Ein sehr nützlicher Erfahrungsbericht über Resilienz

und die Notwendigkeit, die Vergangenheit zu analysieren, um sich in

die Zukunft projizieren zu können.

Les Presques Sœurs

Seuil, 254 Seiten, 19 €, ISBN 978-2021427639

Themen: Autobiografie, Unfall, Trauer, Liebe, Paar,

Frauen, Resilienz, Erfahrungsbericht

Wie Brigitte Giraud begibt sich Cloé Korman in diesem

erschütternden Erfahrungsbericht auf nahezu detektivische

Art auf die Spuren der Vergangenheit. Ihr Ziel: die Erinnerung an

diese « Fastschwestern » wieder aufleben lassen: Mireille, Jacqueline,

Henriette, Andrée, Jeanne und Rose, sechs kleine jüdische Mädchen, die

zwischen 1942 und 1944 durch die Deportation ihrer Eltern zu Waisen

und quer durch Frankreich von Internierungslager zu Internierungslager,

von Pflegefamilie zu Pflegefamilie geschickt wurden. Die Autorin versucht

herauszufinden, wer diese Kinder wirklich waren: die drei Cousinen ihres

Vaters, die sie gekannt hätte, wären diese nicht ermordet worden, und

deren drei Freundinnen, die überlebten. Eine schmerzliche Erzählung über

Spuren, die das Vichy-Regime hinterlassen hat und die noch heute sichtbar

sind, sowie über den Krieg und seine Folgen aus der Sicht von Kindern. Vor

allem aber eine schlichte und einfühlsame Hommage an diese Kinder, die

Schlimmes erleben mussten.

Themen: Ermittlungen, Zweiter Weltkrieg, Frankreich während des Vichy-

Regimes, Verantwortung der französischen Verwaltung, Massenverhaftung,

Deportation, Familie, Waisen von Deportierten, Holocaust, Antisemitismus

MARKENZY ORCEL

Une somme

humaine

Rivages,

624 Seiten, 22 €,

ISBN 978-2743657147

Der haitianische Dichter und

Romanschriftsteller Markenzy

Orcel erstellt die herzzerreißende

Autobiografie einer Toten und

lässt diese dadurch aus dem

Jenseits wieder auferstehen.

Auf poetische Art, lebendig und

makaber zugleich, beschreibt

der Autor das Schicksal einer

Frau, die anscheinend alles Elend

der menschlichen Existenz auf

ihren Schultern trug: von einer

gestohlenen Kindheit über eine

zerrissene Jugend bis hin zu einem

am Ende zerstörten Leben. Das

Bild, das er zeichnet, ist also sehr

schwarz. Aber Markenzy Orcel

beschreibt es auf so unglaublich

schöne Weise, dass auch Leben

und Hoffnung aufblitzen. Der Stil

ist sehr ungewöhnlich: 624 Seiten

ohne Punkt und Großbuchstaben.

Das verwirrt, verstört, macht

aber den Roman zu einem

absolut eigenständigen Werk, das

sich von anderen grundlegend

unterscheidet, sodass man ihn

nahezu nicht einordnen kann.

Themen: menschliche Bedingungen,

Frauen, Schicksal, Tod, Selbstmord,

haitianische Literatur

14 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 15


ON REGARDE

KOMÖDIE

Ein Triumph

Ein Schauspieler (Kad Merad), der Mühe hat, über die Runden zu kommen, nimmt

das Angebot an, einen Theaterworkshop im Gefängnis zu leiten. Überrascht vom

schauspielerischen Talent der Insassen setzt er sich in den Kopf, mit ihnen ein

Theaterstück auf einer echten Bühne aufzuführen. Damit beginnt ein großartiges

menschliches Abenteuer. Der Film ist an eine wahre Geschichte angelehnt: Der

schwedische Schauspieler Jan Jönson inszenierte 1985 mit Häftlingen eines

Hochsicherheitsgefängnisses das Stück Warten auf Godot von Samuel Beckett.

Ein Triumph berührt durch bemerkenswerte Schauspieler, ist aber weit davon

entfernt, wie oftmals üblich, das düstere Gefängnismilieu zu beschreiben.

Theater und Kultur bringen nicht nur die Protagonisten auf andere Gedanken,

der Film bietet mit seiner Menschlichkeit und Energie auch den Zuschauern eine

willkommene Abwechslung. Neben dem fantastischen Krimidrama Ein Prophet

von Jacques Audiard aus dem Jahr 2009 ist das vermutlich einer der besten

französischen Filme, die in der Welt des Gefängnisses spielen.

Ein Triumph • Frankreich, 2021, 106 min • Originaltitel: Un triomphe •

Ein Film von Emmanuel Courcol, mit Kad Merad, David Ayala, Lamine

Cissokho, Marina Hands u. a. • Ab 15. Dezember 2022 im Kino.

DOKUMENTARFILM

Guédelon II - Die

Burg-Baustelle

In der französischen

Gemeinde Treigny in

Burgund liegt eine

besondere Baustelle – seit 1997 entsteht hier

eine mittelalterliche Burg. Das Besondere an dem

weltweit größten archäologischen Experiment: Die

Burg wird ausschließlich mit Werkzeugen, Materialien

und Techniken des 13. Jahrhunderts errichtet, dank

der Forschungen der Experimental-Archäologie.

Bauarbeiter, Archäologen und Historiker suchen

Antworten auf die Frage: Wie wurden Burgen im

Mittelalter errichtet? Der Dokumentarfilm „Guédelon

II. Die Burg-Baustelle“ begleitet das 21. Baujahr, in

dem drei Großprojekte umgesetzt werden sollen.

Dokumentarfilm von Bianca Zamfira, 2019, 90 Min ·

Samstag, 3. Dezember 2022 um 15.50 Uhr. Online

verfügbar vom 26. November bis 31. Januar 2023

DOKUMENTARFILM

Mont-Saint-Michel -

Das rätselhafte Labyrinth

Der Mont-Saint-Michel zieht

als eines der berühmtesten

Fotomotive weltweit jährlich mehrere Millionen Besucher

an. Viele Rätsel ranken sich um dieses Labyrinth an

verschachtelten Gängen, Treppen und Hallen, das im Laufe

der Zeit heidnischer Tempel, Zufluchtsort für Eremiten,

starke und gefürchtete romanische Abtei, gotisches

Wunderwerk der Architektur, uneinnehmbare Festung

und verfluchtes Gefängnis war. Im Rahmen umfassender

Restaurierungsarbeiten untersuchen Historiker, Archäologen

und Naturwissenschaftler das Bauwerk nun mit modernen

Techniken, um die Wirren der Vergangenheit zu ordnen. So

hoffen sie, manche der Geheimnisse zu lüften, die diesen Ort

so besonders machen.

Dokumentation von Marc Jampolsky, 2017, 87 Min. · Samstag,

3. Dezember 2022 um 20.15 Uhr. Online verfügbar

vom 26. November 2022 bis 31. Januar 2023.

ROMANTISCHE KOMÖDIE

Maria träumt

Maria (Karin Viard) übt einen Beruf

aus, bei dem man unsichtbar

ist, selbst aber quasi alles sieht:

Putzfrau. Seit 25 Jahren ist sie

verheiratet, ihr Leben verläuft geordnet. Sie ist liebenswürdig, aber

schüchtern, denkt immer an die anderen, niemals an sich, hält sich

immer im Hintergrund, egal ob gegenüber ihren Arbeitgebern oder

ihrem Mann. Dabei ist Maria nicht unglücklich. Überhaupt nicht. Aber

richtig glücklich ist sie auch nicht, das weiß sie selbst am besten.

Ihr Leben ändert sich jedoch an dem Tag, als sie als Reinigungskraft

an der Hochschule der schönen Künste in Paris angestellt wird. Die

Kreativität, Kühnheit und Freiheit dieses historischen Ortes mitten

im Herzen der Hauptstadt faszinieren sie. Maria entdeckt diese

Dinge allmählich und beginnt, sich für sie zu interessieren. Es ist der

Gegensatz zu ihrem bisherigen Leben. Vor allem aber entdeckt Maria

dort auch die wahre Liebe. Die Liebe von Hubert (Grégory Gadebois),

dem eigenwilligen Hausmeister und Dichter der Schule … Dieser

Erstlingsfilm ist berührend, voller Zärtlichkeit und Poesie und strahlt

einen unglaublichen Charme aus. Es geht um die Emanzipation einer

Frau, die es sich lange Zeit selbst verwehrt hat, aus vollen Zügen

zu leben. Ein Film, wie ihn besonders die Franzosen zu machen

verstehen, eine Mischung aus Liebe, Nachdenklichkeit, Humor (er

bringt sehr oft zum Lachen), Romantik und Sensibilität, der uns

daran erinnert, dass man nie zu alt ist, um zu träumen und sich zu

verlieben. Ein Sonnenstrahl mitten im Winter!

Maria träumt • Frankreich, 2021, 93 min • Originaltitel: Maria rêve • Ein

Film von Lauriane Escaffre und Yvo Muller, mit Karin Viard, Grégory

Gadebois, Philippe Uchan, Noée Abita u. a. • Ab 19. Januar 2023 im Kino.

TRAGIKOMÖDIE AUS DEM GASTROMILIEU

Der Geschmack der kleinen Dinge

In dieser französisch-japanischen Koproduktion

verkörpert Gérard Depardieu eine maßgeschneiderte

Rolle: die eines französischen Sternekochs mit

internationalem Renommee, der aufgrund einer

Scheidung und eines Herzinfarkts den Sinn

seines Lebens hinterfragt und beschließt, nach

Japan zu reisen. Dort will er hinter das Geheimnis

des berühmten und geheimnisvollen « fünften

Geschmacks » kommen, in Japan Umami genannt.

Neben neuen Rezepten entdeckt er bei dieser

Reise vor allem, dass das Leben auch Raum für

Freundschaft und Gefühle bietet. Ein heiterer Film,

voller Leben, ein Meisterwerk des jungen Slony Sow.

So ist es unter anderem ein wahres Vergnügen, die

gelungene Begegnung von Sandrine Bonnaire und

Gérard Depardieu zu erleben. Die beiden spielten

bereits gemeinsam im wunderschönen Film Unter

der Sonne Satans von Maurice Pialat, der 1987 mit der

Goldenen Palme ausgezeichnet wurde.

Der Geschmack der

kleinen Dinge • Frankreich,

Japan 2022, 105 min •

Originaltitel: Umami • Ein

Film von Slony Sow, mit

Gérard Depardieu, Pierre

Richard, Sandrine Bonnaire,

Kyozo Nagatsuka u. a. • Ab

9. Februar 2023 im Kino.

Das komplette tägliche ARTE TV-Programm finden Sie im ARTE Magazin.

Jeden Monat neu am Kiosk oder im Abonnement. Jetzt bestellen unter: www.arte-magazin.de.

Weitere Informationen und Angebote von ARTE : www.arte.tv

SPIELFILM

Die wiedergefundene Zeit

1922 liegt der todkranke Marcel Proust in

Paris auf dem Sterbebett und arbeitet an

einem Manuskript. Erschöpft betrachtet

er alte Fotografien, Aufnahmen seiner

Eltern, von Gilberte, von ihm selbst als

junger Mann. - So beginnt die bildgewaltige

Romanverfilmung (1999) von Raúl Ruiz, die

aber weit mehr ist als eine simple Adaption

des letzten Teils der Recherche.

Spielfilm von Raoul Ruiz, mit Catherine Deneuve,

Emmanuelle Béart, Vincent Perez, Pascal

Greggory, John Malkovich , u. a., 1999, 155 Min. ·

Donnerstag, 22. Dezember 2022 um 22.30 Uhr

DOKUMENTATION

Wie die Deutschen

Frankreich lieben lernten -

60 Jahre Elysée-Vertrag

„Wie die Deutschen Frankreich lieben

lernten“ beleuchtet die langsame

Annäherung der beiden Nationen –

aus west- und aus ostdeutscher Sicht.

Ehemalige Austausch-Schüler*innen

zeigen Aufnahmen ihrer ersten Reisen

nach Frankreich aus den 50er bis in

die 90er Jahre, Stadtarchivare stellen

einzigartige Filme zur Verfügung, Diplomaten, Unternehmer

und Übersetzerinnen öffnen ihre Fotoalben und erzählen von

Gegensätzen, abenteuerlichen Touren und außergewöhnlichen

Begegnungen. Es ist ein Blick auf Frankreich, der über die

gängigen Klischees hinausgeht und nicht selten überrascht.

Dokumentation von Jutta Pinzler und Katja Heinrichs, 2022,

43 Min. · Donnerstag, 19. Januar 2023 um 20.15 Uhr. Online

verfügbar vom 19. Januar 2023 bis 19. April 2023.

16 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 17


ON SURFE

GESCHICHTE

Das Schloss von Versailles

während der deutschen

Besatzung

Die Verantwortlichen von Château

de Versailles stellten seit längerer

Zeit Überlegungen an, wie der

historische Kontext des Schlosses

über die reine Präsentation der

Regierungszeit Ludwigs XIV. (1638-1715) hinaus zu erweitern sei. Aus

diesem Grund initiierten sie vor einigen Jahren umfangreiche Recherchen

über eine sehr stürmische und dennoch weitgehend unbekannte Zeit in

der Geschichte von Versailles: die Zeit der deutschen Besatzung während

des Zweiten Weltkriegs. Daraus entstand eine fesselnde Videoreihe in

Form von vier 11-minütigen Episoden (derzeit allerdings lediglich in

französischer Sprache), die auf der Website des Schlosses zu sehen sind.

Die Filme wurden mit Unterstützung der Kunsthistorikerin Claire Bonnotte

realisiert und zeigen auf sehr lebendige und lehrreiche Art bislang nur

selten gezeigte Bilder des Ortes, Ausschnitte aus Nachrichtensendungen

der Epoche und Transkriptionen privater und offizieller Korrespondenz,

die eine Verbindung zu diesem unbekannten Abschnitt in der Geschichte

des Schlosses haben. Man erfährt beispielsweise, wie wertvolle Werke

geschützt werden konnten, auf welche Weise sich die Wehrmacht

symbolisch in der Spiegelgalerie einrichtete oder auch, wie die Gärten im

Juli 1946, als das Schloss nach siebenjähriger Schließung wieder für die

Öffentlichkeit zugänglich war, trotz Personalmangels mithilfe von Schafen

ein wenig ihres ursprünglichen Glanzes zurückerhielten. Spannend!

www.chateauversailles.fr/chateau-versailles-seconde-guerre-mondiale

VULKANAUSBRÜCHE )

Den Piton de la Fournaise

auf La Réunion in

Echtzeit beobachten

Der berühmteste Vulkan der

französischen Insel La Réunion

im Indischen Ozean, der Piton de

la Fournaise, ist seit einiger Zeit

wieder aktiv. Seine regelmäßigen Ausbrüche sind oft spektakulär.

Sie werden selbstverständlich genauestens überwacht, unter

anderem vom Observatoire volcanologique du Piton de la Fournaise

(OVPF). Dieses hat sechs Kameras rund um den Vulkan installiert.

Eine davon befindet sich auf dem 2260 Meter hohen Piton de Bert

und bietet einen Panoramablick auf den Vulkan. Die Bilder sind

hoch aufgelöst und werden alle 30 Minuten aktualisiert. Als wir die

Bilder aufgerufen haben, waren an einigen Stellen austretender

Wasserdampf und schmelzende Lava zu sehen. Beeindruckend!

www.fournaise.info/webcams-piton-de-la-fournaise-reunion/ und

www.reunion.fr/organisez/webcams/webcam-volcan-piton-de-lafournaise/

18 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

TOURISMUS

Denkmäler in Paris

und Rennes erkennen

Nach dem Vorbild der bekannten

Applikation « Shazam », die in

Sekundenschnelle den Titel eines Liedes

ausspuckt, das in der Umgebung des

Smartphones abgespielt wird, verspricht

« Whatizis », historische Bauten in Paris

und Rennes mittels künstlicher Intelligenz

zu erkennen. Nach einer Pilotphase

soll die Applikation auf andere Städte

des Hexagons ausgeweitet werden.

Die Funktionsweise ist einfach: Man

öffnet die App, erfasst das Monument

mit seinem Smartphone und startet

den Wiedererkennungsprozess. Einmal

erkannt, erhält man ein Datenblatt

sowie eine Audiodatei mit kurzen

Erläuterungen (30 - 90 Sekunden) eines

Fremdenführers. Der Vorteil: Man muss

keinem bestimmten Parcours folgen,

denn die App passt sich dem Weg und

der Neugier des Nutzers an. Nach dem

Download ist zudem weder eine WLAN-

Verbindung noch ein Mobilfunknetz

notwendig. In Paris wurden immerhin

bereits 450 Monumente und Kunstwerke

(Statuen, Skulpturen, Straßenkunst …)

erfasst, und die Liste wird stets länger.

Hinter diesem neuartigen Tool steht im

Übrigen jemand, der weiß, wovon er

spricht: Der Initiator, Olivier D’Avesnes,

studierte Kunstgeschichte und arbeitete

als Touristenführer. Die Anwendung ist

einfallsreich, nützlich und vermittelt

auf spielerische Weise Informationen.

Ein idealer Begleiter also bei einer

Erkundungstour durch Paris oder Rennes!

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ON ÉCOUTE

CHANSON

Gaël Faye, Ben Mazué und Grand Corps Malade:

Éphémère

CHANSON

Dominique A: Le Monde réel

In den 1990er-Jahren hoben sich einige Musiker

– unter anderem Dominique A, Arthur H, Thomas

Fersen und Christophe Miossec – mit einem

ganz offensichtlich weniger « kommerziell »

ausgerichteten Stil vom damals gängigen

französischen Chanson ab. Die Stärke ihrer Stücke

lag in der Instrumentierung und den Texten.

Damit verließ das französische Chanson die

Komfortzone der typischen Unterhaltungsmusik

und wurde zu einem Mittel, die eigene Meinung

auszudrücken beziehungsweise ein politisches

Statement abzugeben. Man sprach von der

Nouvelle scène française. Der heute 54-jährige

Dominique A zeigt mit den engagierten Songs

seines neuen Albums – dem vierzehnten –, dass

er nach wie vor zu seinen Überzeugungen steht.

Die Themen sind unglaublich vielfältig: Wald,

Meer, Felsen, Sterne, Liebe, Umwelt, die Zeit,

die vergeht, unser Verhältnis zu bestimmten

Informationen, die heute allgegenwärtigen

Bildschirme … Themen aus unserem Leben

also! Manchmal ist man regelrecht verwirrt,

denn alles, sowohl die Texte, als auch die Musik,

scheinen sich zu vermischen, aber immer auf

sensible und poetische Art. Die Musik lässt eine

nahezu verführerische Sehnsucht entstehen:

Die Sehnsucht nach einer Zeit, in der Worte

wichtiger als Bilder waren, in der wir nicht ständig

unter Zeitdruck standen und in der Bildschirme

noch nicht die Bedeutung hatten, die sie heute

haben … Eine Musik, die uns beim Anhören wie

ein beschützender Kokon umgibt. Sie ist sanft

und sorgt für ein Gefühl der Behaglichkeit. Das tut

einfach gut! Hinweis: Dominique A ist ab dem 11.

November auf Tournee und tritt unter anderem am

26. Januar im Olympia in Paris auf.

Hinter dieser CD steht die erstaunliche Geschichte von drei derzeit

unglaublich beliebten Musikern, die beschlossen, gemeinsam

ein Album aufzunehmen. Nicht nur, weil sich ihre « musikalischen

Universen » gleichen oder weil ihre Stimmen harmonieren. Der

eigentliche Grund liegt darin, dass sie durch die Ereignisse der

letzten Jahre nicht nur gemeinsame Leidenschaften, sondern vor

allem auch gemeinsame Fragestellungen entdeckten. Jeder der

drei ist Vater und stellt sich Fragen über die Zukunft der Welt. Im

Song Éphémère sprechen sie von Engagement: « Kein Chanson

wird je die Welt verändern, aber / Ich bin Künstler, ich bin keine

Dekoration / Und obwohl ich nicht mit Bomben leben muss / Kann

ich anprangern, mich ehrlich

empören », singen die drei. In On

a pris le temps geht es darum,

wie notwendig es ist, manchmal

eine Pause einzulegen, was

auch bei einem Künstler nicht

anders ist. Und beim Titel Qui a

kidnappé Benjamin Biolay kommt

man förmlich ins Schmunzeln:

Die mittlerweile befreundeten

Musiker waren anlässlich der

letzten Victoires de le Musique alle

für « Das beste Album des Jahres »

nominiert, wurden jedoch am Ende von Benjamin Biolay überrundet.

In diesem Song malen sie sich nun aus, diesen zu kidnappen und

ihm seine Trophäe zu stehlen. Ernst und Humor zugleich: Wie schön,

diese Zutaten im französischen Chanson zu entdecken!

KLASSIK

Anne Queffélec:

Beethoven,

The last 3

piano sonatas,

opus 109, 110, 111

Die französische

Pianistin Anne Queffélec

gilt auf internationalen

Bühnen als eine der

größten Interpretinnen

klassischer Klaviermusik. Seit Beginn ihrer Karriere ist sie weltweit

gefragt und wird von den berühmtesten Orchestern eingeladen.

Die Grande Dame des Pianos macht uns mit diesem Album einmal

mehr ergriffen und beweist, welch wunderbare Verbindung Musik,

Alter und Erfahrung eingehen können. Wie immer strahlt ihre

Interpretation der Sonaten von Beethoven Anmut, Feingefühl und

Zärtlichkeit aus. Da können wir nur Bravo sagen!

Sprachmagazin zum Kennenlernen:

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20 · Frankreich erleben · Winter 2022/23


Canal du Rhône à Sète

Der « kleine Bruder » des Canal du Midi

In der großen Familie der französischen Kanäle ist der Kanal von der Rhône bis Sète

ganz gewiss nicht der, der am meisten von sich reden macht. Sein « großer Bruder », der

Canal du Midi – die Fortsetzung dieses Kanals über den Étang de Thau hinaus bis Tou-

louse – zieht dagegen weit mehr Blicke auf sich. Der Canal du Rhône à Sète ist eher ein

Geheimtipp, denn er führt über rund hundert Kilometer auf charmante Weise durch die

Camargue mit ihren Sümpfen und überschwemmten Reisfeldern bis hin in trockenere

Gefilde mit mediterraner Garrigue-Landschaft. Bei einer Fahrt mit dem Hausboot

auf diesem Kanal kann man sicher sein, von unerwarteten Landschaften

verzaubert zu werden, die Atmosphäre kleiner Städtchen abseits

der ausgetretenen Pfade zu erleben und eine faszinierende

– und glücklicherweise geschützte – Fauna und Flo-

ra zu entdecken. Wir haben es ausprobiert.

Dabei ist ein Bilderportfolio entstan-

den, das wir unbedingt mit

Ihnen teilen möchten.

22 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 23


UNTERWEGS IN FRANKREICH Okzitanien / Gard & Hérault

Ein Wasserlauf, der

über 100 km friedlich

durch faszinierende

Landschaften führt

Lange Zeit war es gefähr

lich, vom Rhône-

Tal per Schiff nach

Sète zu fahren, da man

zahl reiche sumpfige

Wasser flächen

durchqueren musste

und das Was ser bei

Sturm blitz artig ansteigen

konnte. 1773

wurde auf Wunsch der

ehemaligen « Staaten

des Languedoc » der

Canal du Rhône à

Sète konstruiert, der

heute im Besitz der

Voies Navigables de

France (VNF) ist. Der

Wasserweg verbindet

die Rhône mit dem

Canal du Midi und

eignet sich besonders

gut für den Urlaub

zu Wasser. Der Kanal

besteht aus mehreren

Abschnitten und

durchquert eine Vielzahl

von faszi nierenden

Land schaften:

fruchtbares Acker land,

das durch Austrocknung

des Rhône-

Deltas entstanden

ist; geheimnisvolle

Naturlandschaften der

Camargue mit Schilf

und Sumpfgebieten;

ausgedehnte Brackwasserflächen

– die

so ge nannten Étangs

– mit einer ab wechslungs

reichen Flora.

24 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 25


UNTERWEGS IN FRANKREICH Okzitanien / Gard & Hérault

Ein Paradies für Tierliebhaber

Bei der Fahrt auf dem Kanal kann

man jederzeit anhalten und in

Ru he die unglaublich vielfältige

Tier welt beobachten, die in den

aus gedehnten Wasser flächen des

naturbelassenen Öko systems der

Camargue lebt. Schätzungsweise

150 000 Zugvögel machen hier jedes

Jahr auf ihrer Mi gration Zwischenstation,

was diese Gegend zu einem

bemerkenswerten Ort für Vogelbeobachtungen

macht. Die symbolträchtigste

Spezies dieser Region ist

natürlich der Flamingo. Im Frühjahr

leben hier bis zu 30 000 Individuen.

Doch abgesehen davon kann man

während der Fahrt mit dem Hausboot

Tiere wie Enten, Kuhreiher,

wilde Schildkröten, Biberratten und

natürlich die ebenfalls legendären

Stiere und weißen Pferde sehen.

Nicht zu vergessen die Stechmücken!

Vierzig Arten dieses kleinen Insekts

legen ihre Eier im feuchten Boden

oder im Wasser der Gegend ab.

26 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 27


UNTERWEGS IN FRANKREICH Okzitanien / Gard & Hérault

Maguelone, ein einzigartiger

Ort zwischen Land und Meer

Südlich von Montpellier taucht

bei der Fahrt auf dem Canal du

Rhône à Sète plötzlich die Halbinsel

Maguelone wie ein Trugbild zwi schen

Land und Meer auf. Auf dies em ehemaligen

Vulkan gab es nach weis lich

schon in der Alt stein zeit menschliches

Leben. Be reits vor 2000 Jahren

pflanzte man dort Re ben. Stolz wacht

die Kathe drale Saint-Pierre mit ihrer

eher mili tär isch en als re ligiösen

Architektur über den Ort. Sie war

einst ein bedeutender Bischofs sitz.

Im 15. Jahrhundert fan den Päpste

hier Zuflucht, bevor das Got tes haus

ein Jahrhundert spä ter von der

Kirche aufgegeben wur de. 1852

kaufte die Familie Fa brège das

Gebäude, heute kann es be sich tigt

werden. Seit 1969 sind die Compagnons

de Maguelone für den be eindrucken

den Ort verantwortlich. Die

welt liche Ver einigung für Sozial- und

So li dar wirt schaft begleitet Men sch en

mit Behinderung, indem sie ihnen

Arbeits- und Un ter kunfts mög lichkeit

en an bietet. Die Gärt ner, Win zer,

Ge mü se bauern, Fisch er, Köche,

Rest au rant be treiber und sogar

Muschel züchter be wirt schaft en den

Ort inzwischen er folg reich und empfangen

Besucher ganz besonders

herzlich. (Informationen: www.

compagnons-de-maguelone.org).

28 · Frankreich erleben · Winter 2022/23


UNTERWEGS IN FRANKREICH Okzitanien / Gard & Hérault

Gut zugängliche Flusshäfen

in idealer Lage

Eine Fahrt mit dem Hausboot auf

dem Canal du Rhône à Sète bie tet

den Vor teil, dass man eine oder

mehr ere Nächte mitten in touristisch

en Städten ver bringen kann,

wo Un ter künfte oft schwierig zu

be kom men und zu dem sehr teu er

sind. Legt man bei spiels wei se in

Aigues-Mortes (großes Foto) – auch

«Klein-Carcas sonne » ge nannt – direkt

an der Stadt mauer an, be findet

man sich in un mit tel barer Nähe

zahl reicher Ge schäfte und be zahlt

für die Über nacht ung inkl. Strom und

Was ser 25,50 € pro Boot (bis 11 m

Länge). Der Ha fen von Beau caire

(230 An lege plätze) liegt mitten im

Stadt zen trum, un weit des Schlosses.

Dort über nachtet man für rund 30 €

pro Boot. Sol che Etap pen sind also

opti male Mög lich keiten, um Städte

ohne müh same Parkplatz suche

un ge hin dert zu besichtigen, dort

ein zu kaufen, etwas zu essen ...

30 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 31


n

yonne

E5-E70/A63

Spanien

UNTERWEGS IN FRANKREICH Okzitanien / Gard & Hérault

France Reiseinfos & Lesetipps

A64/E80

Beaucaire …

… Berlin 1477 km … Hamburg 1428 km

Pau … Köln 955 km … Frankfurt 940 km

… München 942 km … Wien 1352 km

… Zürich 638 km … Paris 708 km

… Avignon 27 km … Nîmes 27 km

Die nächstgelegenen internationalen

Flughäfen sind Montpellier-

Méditerranée (74 km) und Marseille-

Provence (83 km).

Die nächstgelegenen TGV-Bahnhöfe

liegen in Avignon (23 km) und Nîmes

(27 km).

Wo kann man ein Hausboot ohne

Führerschein mieten?

Die wichtigsten Hausbootverleiher am

Kanal sind:

Les Canalous. Basis in Carnon.

www.lescanalous.fr

Nicols. Basis in Bellegarde.

www.nicols.com

Locaboat. Basis in Lattes.

www.locaboat.com

Für das Fahren eines Hausboots, egal

welcher Größe, benötigt man keinen

Führersein. Bei der Übernahme des

Bootes erhält man vom Verleiher eine

Einweisung.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die besten Jahreszeiten für eine

Fahrt auf dem Kanal sind eindeutig

Frühjahr und Herbst. Im Sommer

herrscht meist große Hitze (die durch

die Rückstrahlung des Wassers noch

verstärkt wird), es sind wesentlich

mehr Touristen unterwegs … und mehr

Stechmücken ebenfalls. Von Letzteren

gibt es in der Camargue ausgesprochen

viele, vor allem bei Sonnenuntergang.

Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Die ideale Dauer für eine gemütliche

Hin- und Rückfahrt auf dem Kanal ist

eine Woche. Die Hausbootverleiher

Toulouse

bieten auch einfache Strecken an, bei

denen Sie zu Ihrem Fahrzeug an der

Ausgangsbasis zurückgebracht werden.

Bézier

Wie teuer ist so eine Fahrt? Narbonne

Die Preise schwanken sehr A81/E80 in

Abhängigkeit von Jahreszeit,

Limoux

Bootsgröße (für zwei bis zehn Personen

A9/E15

und mehr) und Ausstattung France (Bad,

Kabinen mit Doppelbett usw.). Der

Wochenpreis kann demnach Perpignan zwischen

800 Euro und über 3000 Euro liegen.

Die Verleiher bieten auf Céret Ihren Websites

jedoch im Laufe des Jahres immer

wieder Sonderpreise an. Ein Vergleich AP7/E15

lohnt sich also.

Andorra

Ausgabe Nr. 69

Tanzende Flamingos in der Camargue

(25 km von Aigues-Mortes entfernt)

Der Parc ornithologique du Pont

de Gau ist der ideale Ort, um die

wilde Fauna und Flora der

Camargue zu entdecken. Auf

Wegen in einer Länge von

insgesamt sieben Kilometern

und von mehreren

Beobachtungsstationen

aus können die Besucher

die Vogelwelt dieser Region

beobachten. Der « Star » dabei, der viele

Naturfreunde in den Park zieht, ist der

Rosaflamingo.

Spanien

Die wichtigsten Häfen und Etappen

des Kanals

Binnenhafen in Beaucaire

1, avenue de la Croix Blanche

30300 Beaucaire

Hafenmeister: +33(0)4 66 59 02 17

Website des Fremdenverkehrsamts:

www.provence-camarguetourisme.com

Jachthafen in Saint Gilles

Quai du canal

30800 Saint-Gilles

Hafenmeister: +33 (0)6 71 22 88 54 /

+33 (0)6 70 11 74 73

Website des Fremdenverkehrsamts:

www.ville-saint-gilles.fr

Port Camargue

Avenue Centurion

30240 Le Grau-du-Roi

Hafenmeister: +33 (0)4 66 51 10 45

Website des Fremdenverkehrsamts:

www.portcamargue.com

Jachthafen in Aigues-Mortes

Quai des Croisades

30220 Aigues-Mortes

Hafenmeister: +33 (0)4 66 73 91 35

A75/E11

Lodève

Montpellier

A9/E15

Sète

Nîmes

A7/E15

A9/E15

Arles

Orange

Avignon

Beaucaire

A54/E805

Website des Fremdenverkehrsamts:

www.ot-aiguesmortes.com

Binnenhafen in Palavas-les-Flots

Quai Voltaire

34250 Palavas-les-Flots

Hafenmeister: +33 (0)4 67 07 73 45

Website des Fremdenverkehrsamts:

www.ot-palavaslesflots.com

Anlegestelle in Frontignan

Avenue des étangs

34110 Frontignan

Hafenmeister: + 33 (0)4 67 18 31 70

Website des Fremdenverkehrsamts:

www.frontignan-tourisme.com

A55

Flusshafen in Sète

Canal latéral

34200 Sète

Hafenmeister: +33 (0)4 67 74 98 97

Website des Fremdenverkehrsamts:

www.tourisme-sete.com

Ein Tipp: Der Flusshafen in Sète

gegenüber dem Bahnhof ist oftmals

voll belegt. Viele Hausboote halten

daher in Frontignan, dort findet man

viel eher einen Platz. Erkundigen

Sie sich am besten telefonisch beim

Hafenmeister in Sète, ob freie Plätze

vorhanden sind.

Ausgabe Nr. 80

Brassens & Sète, les Copains d’abord

Am 22. Oktober 2021 sind es genau hundert Jahre,

dass einer der größten zeitgenössischen Dichter

und Sänger Frankreichs in Sète (Hérault) das

Licht der Welt erblickte. Zu Lebzeiten

des anarchistischen Poeten waren die

Beziehungen zwischen ihm und den

Menschen seiner Heimatstadt zwar nicht

immer harmonisch, doch heute ist man

voll des Lobes für ihn und wird den runden

Geburtstag würdig feiern. Sète auf den

Spuren von Brassens zu erkunden, ist

eine Gelegenheit, die Stadt unter einem anderen Blickwinkel zu

entdecken und festzustellen, wie intensiv man dort noch immer

seine Seele und die seiner Copains spüren kann.

INFORMATIONEN ZUR BESTELLUNG DIESER UND ANDERER AUSGABEN FINDEN SIE AUF SEITE 88.

32 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Marseille

Apt

A51/E712

Aix-en-

Provence

A52

A50

A8/E80

Toulon

A57

France

Leserbriefe

Cannes

A8/E80

Rayol-

Canadelsur-Mer

Nice

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst einmal danke schön für die vielen, vielen Tipps

für unser Lieblingsreiseland. Immer wieder entdecken wir

etwas Neues. Ende Januar/Anfang Februar haben wir uns

an die Côte d'Azur begeben und dann einen Abstecher

nach Tanneron unternommen, mit dem Wohnmobil.

Ohne den Bericht in Ausgabe Nr. 81 wären wir da nie

hingekommen. Es war ein phänomenales Erlebnis, die

Mimosenblüte war noch nicht in voller Pracht, jedoch

zog der Duft durch die Luft, und die schon warmen

Sonnenstrahlen dazu. Wir waren begeistert. Die Tour

auf der Küstenstraße (D559) und weiter zum ultimativen

Höhepunkt in Tanneron lohnt sich wirklich in dieser

Jahreszeit. Wir waren nicht das letzte Mal in dieser sehr

schönen Region, auch wenn wir nicht zu den Wanderern

gehören. Vielen Dank für diese und alle anderen Reise- und

Besuchsempfehlungen. Noch eine Anmerkung sei erlaubt:

L‘Ile-Rousse

Calvi

Ajaccio

Wir sind seit etlichen Jahren Abonnement-Leser und die

Plastikverpackung war nicht nach unserem Geschmack,

die neue Ausgabe kam jetzt « nackt » daher und das ist,

unserer Auffassung nach, vollkommen in Ordnung.

Mit netten Grüßen aus Barßel

Monika und Axel Eickhorst

Sartène

Bonifacio

Redaktion:

Liebes Ehepaar Eickhorst,

ein großes Dankeschön

an Sie für Ihre Nachricht

und das Foto, das sicher

vielen anderen Lesern

Lust darauf machen wird,

die Route du Mimosa

in den ersten Monaten

des Jahres (wieder) zu

entdecken. Wir nutzen Ihre

Zuschrift, um bereits die herausragendsten Veranstaltungen

rund um die Mimosenblüte im nächsten Jahr anzukündigen:

Mimosalia (der Treffpunkt für alle Liebhaber seltener

Pflanzen inklusive zahlreicher Mimosenarten) findet am 28.

& 29. Januar 2023 in Bormes-les-Mimosas (Var) statt, der

Mimosenkorso in Sainte-Maxime (Var) am 4. & 5. Februar

2023 und das Mimosenfest in Mandelieu-la-Napoule

(Alpes-Maritimes) vom 8. bis 12. Februar 2023. Es gibt also

wieder zahlreiche Anlässe, um die Route du Mimosa zu

erkunden (www.routedumimosa.com). Vielen Dank auch

für Ihre Rückmeldung in Bezug auf die Plastikverpackung,

in der das Magazin früher an die Abonnenten verschickt

wurde. Das neue System hat sich in der Tat bewährt, das

können wir nun eindeutig festhalten, nachdem bereits

einige Ausgaben so verschickt wurden. Die Anzahl der

Reklamationen wegen beschädigter Hefte liegt nahezu bei

null. Wie dem auch sei, selbstverständlich stehen wir nach

wie vor zu unserem Versprechen, ein beschädigtes Exemplar

auf unsere Kosten zu ersetzen. Dies ist, unseres Erachtens,

der Preis, den wir zahlen müssen, um auf so viel Plastik wie

möglich zu verzichten.

Liebe Redaktion,

wie immer ist Ihnen mit der Ausgabe Nr. 84 ein ganz tolles Magazin mit

interessanten und unterhaltsamen Themen gelungen. Aber beim Artikel

« Nordfrankreich - Vom Kohlerevier zum beliebten Tourismusziel », sind die

Untertitel zu den Fotos auf Seite 50, 52, 55 und 56 leider kaum lesbar. Dünne

weiße Schrift auf tiefschwarzem Untergrund ist selbst mit Lesebrille kaum

zu lesen (und meine Augen sind eigentlich recht gut). Auch die Schriftgröße

ist meiner Meinung nach zu klein gewählt. Das Schwimmbadfoto auf

Seite 54 unten finde ich zu klein. Hier kann man keine Details erkennen,

was sehr schade ist. Im kompletten Heft außer bei diesem Artikel ist die

Lesbarkeit übrigens völlig in Ordnung, also sehr schade, dass es bei diesem

wirklich großartigen Bericht über Nordfrankreich nicht so ist. Ich würde

mir wünschen, dass Sie bei künftigen Ausgaben besser auf die Lesbarkeit

achten, ansonsten kann ich nur sagen: Machen Sie weiter so! Das Magazin

ist top!

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Sowinsky

Corte

Rogliano

Erbalunga

Bastia

Redaktion:

Lieber Herr Sowinsky,

Vielen Dank für Ihre nette Rückmeldung. Wir geben Ihnen vollkommen

recht, dass einige Bildunterschriften schlecht lesbar sind und einige Fotos

eine bessere Platzierung verdient hätten. Wir haben dies mit unserem

Grafiker bereits besprochen und versichern Ihnen, dass wir uns in Zukunft

noch mehr bemühen werden, solche Dinge zu vermeiden. Auch nach 84

Ausgaben sind wir vor Fehlern nicht gefeit und lernen immer noch

hinzu …

Porto-Vecchio

Liebe Redaktion,

Ich habe mich sehr über das Madeleine-Rezept von Chantal

(und das tolle Foto!) im Heft Nr. 82 gefreut. Seit Langem

versuche ich, Madeleines zu machen, wie es sie in Frankreich

gibt. Schmecken tun sie ganz gut - aber sie haben nie die

schöne Wölbung, die auch noch aufspringen sollte. Jetzt weiß

ich warum. Der Teig muss in den Kühlschrank vor dem Backen.

(Man muss also weder Puderzucker nehmen noch die Eier

trennen …)

Danke für das Rezept, liebe Chantal!

Angelika Wiedmaier

Chantal:

Liebe Frau Wiedmaier,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich freue mich sehr, dass Ihnen

das Rezept für das « Madeleine de Proust » gefallen hat. Der

Erfahrungsaustausch mit anderen gehört eindeutig zu den

Dingen, die ich persönlich beim Kochen sehr liebe. Dabei

entdeckt man oft « kleine Tricks », durch die ein Rezept noch

einfacher wird oder das Ergebnis noch besser ist. Ich denke,

dass Marcel Proust heute geschmeichelt wäre, wenn er wüsste,

wie viel die von ihm so geliebten Madeleines auch heute noch

von sich reden machen!

Hat Ihnen unser Magazin gefallen? Haben Sie Verbesserungsvorschläge oder Anregungen?

Schreiben Sie uns. Wir sind gespannt auf Ihre Meinung!

Per E-Mail: leserbriefe@frankreicherleben.de ·

Per Brief: Frankreich erleben – Leserbriefe · Ajc Presse · 57, rue Chantecrit · 33300 Bordeaux · Frankreich

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe in gekürzter Fassung zu veröffentlichen.

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 33


UNTERWEGS IN FRANKREICH Astrotourismus

Astrotourismus in Frankreich

Die beste Sicht aufs Sternenzelt

Geschieht es aus der Notwendigkeit heraus, dem

Alltag zu entfliehen? Oder weil man den Wunsch

verspürt, wieder einmal zu träumen? Oder einfach,

weil man sich für Sterne und Astronomie interessiert?

Auf jeden Fall ist offensichtlich, dass Tourismusangebote

im Zusammenhang mit Sternenbeobachtung

und Studium des Sternenhimmels seit

einigen Jahren in Frankreich deutlich zunehmen.

Wir haben für Sie einige Empfehlungen für Orte zusammengestellt,

an denen Amateure oder Spezialisten

gerne Nächte verbringen, die oft schöner als

die Tage sind.

34 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 35


UNTERWEGS IN FRANKREICH Astrotourismus

Dort, wo die Lichtverschmutzung gering ist

Ein ungehinderter Blick in den Sternenhimmel ist

am besten an einem Ort möglich, an dem die Lichtverschmutzung

so gering wie möglich ist. Vor rund 20 Jahren

bescheinigte die französische Fachzeitschrift Ciel et Espace

die Existenz eines optimalen « schwarzen Dreiecks »

und demzufolge den « besten Himmel des französischen

Mutterlandes » in der geografischen Region Quercy (Lot).

In der Folge der « Entdeckung » beschlossen einige Gemeinden

im Department Lot das « nächtliche Kulturgut »

zu schützen: Sofern keine spezifischen Lampen installiert

wurden, die den Lichtstrahl auf den Boden statt in den

Himmel leiten, wird die öffentliche Beleuchtung um

Mitternacht ausgeschaltet. In der Zwischenzeit wurde

auch noch anderen Gegenden im Hexagon, die fern von

Städten – und damit den Hauptquellen der Lichtverschmutzung

– liegen, eine besondere Eignung für die

Beobachtung von Sternen bescheinigt. Dazu gehören: das

Plateau de Millevaches (Haute-Vienne, Creuse, Corrèze),

das Plateau de l’Aubrac (Lozère, Cantal, Aveyron), die korsischen

Gebirge, die Alpen und die Pyrenäen – sofern man

sich in einer Höhe von 2000 bis 3000 Metern befindet –,

das Zentrum der Bretagne, die Region Morvan (Côte d’Or)

sowie einige bretonische Inseln wie Belle-Île-en-Mer und

Houât (Morbihan) oder Ouessant und Sein (Finistère).

Ein sinnvolles

Label: Villes et

Villages Étoilés

Das Label Villes et Villages Étoilés wird von der Association

Nationale pour la Protection du Ciel et de l’Environnement

Nocturnes ANPCEN (eine Vereinigung zum Schutz von

Himmel und Umwelt in der Nacht) auf landesweiter Ebene

vergeben und vom französischen Umweltministerium

unterstützt. Es zielt darauf ab, « Gemeinden und Gebiete

auszuzeichnen, die sich für eine bessere Qualität von

Dunkelheit und nächtlichem Raum einsetzen », indem sie

« sowohl die Herausforderungen von Biodiversität und

Nachtlandschaften, als auch Komfort, Sicherheit, Schlaf

und Gesundheit der Bewohner sowie den Energie- und

Kostenaufwand der gewählten Beleuchtung und die

Qualität der Beziehung zu den Bürgern berücksichtigen ».

Für alle, die bei einem Aufenthalt in Frankreich

sternenklare Nächte genießen möchten, kann dieses

Label daher eine sinnvolle Entscheidungshilfe bieten.

Aktuell sind 722 Gemeinden und vier Gebiete damit

ausgezeichnet. Sie finden die Liste auf der Website www.

anpcen.fr (rechts auf den Link Villes et Villages étoilés

édition 2019-2020: et les lauréats en 2021 sont… klicken,

dann im Text nach unten scrollen, bis zum Link Consulter

les résultats).

In 2877 Meter Höhe auf dem Pic du Midi

de Bigorre (Hautes-Pyrénées)

Nur wenige Kilometer von Lourdes entfernt, liegt

ein Ort, an dem Sie eine im wahrsten Sinne des

Wortes unvergessliche Erfahrung machen können:

Begeben Sie sich am Ende des Nachmittags zur Station

La Mongie. Zu diesem Zeitpunkt kommen die Touristen

vom Gipfel des 2877 Meter hohen Pic du Midi de

Bigorre (von dem man angeblich den schönsten Blick auf

die Pyrenäen hat) zurück. Sie jedoch fahren genau in die

entgegengesetzte Richtung, nämlich mit der Seilbahn auf

den Gipfel, um dort die Nacht zu verbringen! Dort oben,

im legendären Observatorium des Pic spürt jeder Besucher

sofort eine magische Anziehungskraft. Der Ort strahlt einen

Zauber aus, man fühlt sich privilegiert, eine Erfahrung

zu machen, die ihresgleichen sucht. Ein Privileg ist es bereits,

eines der wenigen Zimmer zu ergattern, in denen

früher Wissenschaftler, Astronomen und Techniker der

Gipfelstation nächtigten, die aber inzwischen vollständig

renoviert wurden und nun Neugierige beherbergen, die ein

unvergessliches nächtliches Erlebnis machen wollen. Zunächst

begibt man sich am besten auf eine der zahlreichen

Terrassen und beobachtet, wie sich die Landschaft verändert,

während der Tag sanft in die Dämmerung übergeht.

Nach dem Begrüßungscocktail und einem geselligen Dinner

beginnt das eigentliche Spektakel, wenn eine der Kuppeln

des höchsten Planetariums Europas den Blick auf das

Firmament freigibt. Die Besucher haben dabei die Möglichkeiten,

einem Guide alle Fragen rund um das Thema

Astronomie zu stellen, die ihnen durch den Kopf gehen.

Man hat sogar Zugang zur Charvin-Kuppel mit ihrem

leistungs starken 400-mm-Teleskop. Verspürt man das Bedürfnis

nach Schlaf, geht man in das reservierte Zimmer.

Die Räume befinden sich in einer Entfernung von ein paar

Dutzend Metern; sie sind schlicht, aber komfortabel und

vor allem sehr gut geheizt. Jeder kann sich dort im Verlauf

der Nacht nach Belieben ausruhen. Nicht versäumen sollte

man es jedoch, rechtzeitig wieder aufzustehen, um mitzuerleben,

wie die Sonne frühmorgens über dem Wolkenmeer

wieder aufgeht, das den Pic um diese Tageszeit oftmals

umgibt.

Eine Übernachtung für 2 Personen im Doppelzimmer

kostet 519 €. Darin sind Auf- und Abfahrt mit der

Seilbahn ab der Station La Mongie, Besichtigung des Observatoriums

inkl. Museum und Kuppeln, astronomische

Vorführung, Aperitif, Dinner (inkl. Wein und Kaffee),

Unterkunft, Frühstück und Kurtaxe enthalten. Die letzte

Seilbahn fährt um 16.30 Uhr. Achtung: Das Angebot ist

sehr gefragt und es gibt nur wenige Zimmer. Bei unserer

Abfrage (Oktober 2022) waren die frühesten Reservierungen

für Dezember 2023 möglich!

Informationen: www.picdumidi.com

36 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 37


UNTERWEGS IN FRANKREICH Astrotourismus

Im Observatoire des Baronnies provençales (Hautes-Alpes)

Dieses ganzjährig geöffnete Planetarium ist in seiner

Art einzigartig und entstand aus der privaten Initiative von

Hélène und Marc Bretton. Sie wollten ihre Leidenschaft

für Sternenkunde mit anderen teilen und möglichst vielen

Menschen Einblick in die professionelle Astronomie ermöglichen.

Quasi als « Vorreiter in Sachen Astrotourismus »

entwickelten sie daher das einmalige Konzept für eine

« astronomische Stätte » im Herzen des Regionalen Naturparks

Baronnies provençales. Der Ort ist ausgesprochen gut

ausgestattet und für jeden Besucher interessant, egal ob Anfänger

oder Spezialist. Die Lage eignet sich zudem hervorragend

für Sternenbeobachtungen, denn in durchschnittlich

240 Nächten pro Jahr kann man eines der sternenklarsten

Himmelsgewölbe Europas genießen. Sowohl Experten als

auch Hobbyastronomen – oder einfach nur neugierige Menschen

– verbringen hier eine Nacht, ein Wochenende oder

eine ganze Woche und länger und nutzen die vorhandenen

Instrumente zur Himmelsbeobachtung, wobei das Spektrum

vom kleinen Fernrohr bis zur Kuppel mit einem vollautomatisch

gesteuerten Teleskop reicht. Des Weiteren gibt

es zahlreiche Workshops, die mindestens einen Tag dauern

(10 Uhr bis Mitternacht) und mit oder ohne Unterkunft

gebucht werden können. Die Aktivitäten sind derart breit

gestreut, dass es schwierig ist, einen exakten Überblick über

die Preise zu geben. Diese sind auf jeden Fall angemessen.

Einige Anhaltspunkte: Rechnen Sie mit 20 € für einen

Soirée découverte (Sternenbeobachtung mit dem « großen

Teleskop » und anderen Instrumenten), mit 50 € für eine

Mission Exoplanète (das Vorbeiziehen eines extrasolaren

Planeten beobachten) oder mit 190 € für Loisir (eine eintägige

Einführung in die Sternenbeobachtung).

www.obs-bp.net

Natur und Sterne im Feriendorf Hameau des étoiles (Gers)

Der Hameau des étoiles ist das einzige Feriendorf

Europas, das der Astronomie gewidmet ist. Die Idee für

diese nicht alltägliche Einrichtung entwickelte der Gemeindeverband

Lomagne Gersoise im Mai 2002. Der

Ort ist beispielsweise ideal für Eltern, die ihre Kinder mit

Himmel und Sternen vertraut machen und gleichzeitig

von einem Pool, einem ausdehnten Angelsee sowie zahlreichen

Rad- und Wanderwegen in der Natur profitieren

möchten. Die familiengerechten Holzhäuser des Hameau

des étoiles stehen im Schatten von Eichen. Gebucht werden

kann entweder die Unterkunft alleine oder inklusive

Halb- bzw. Vollpension. Darüber hinaus gibt es eine

Reihe von Aktivitäten und Equipment im Zusammenhang

mit Astronomie. Das Dorf ist von April bis Oktober

geöffnet. Unbestrittener « Star » der Angebote ist ohne

Frage der Dôme d’exploration de l’Univers. Die Vorführung

beginnt mit einer Dokumentation, im Anschluss öffnet

sich die Kuppel und legt den Sternenhimmel frei. Ein

leistungsstarkes Teleskop lässt nun Planeten, Nebel und

Galaxien auftauchen, alles wird von Astronomen erklärt

und kommentiert. Eintritt in den Dôme d’observation

de l’univers: 13 €, ermäßigt 7 €. Mietpreis für eines der

Holzhäuser rund 500 € pro Woche (4 Personen).

hameau-des-etoiles.com

38 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 39


UNTERWEGS IN FRANKREICH Auvergne-Rhône-Alpes / Ain

Pays de Gex

Den Alltag hinter sich lassen!

Zwischen den Ufern des Genfersees und den

hohen Gipfeln der Juraberge liegt ein Landstrich,

der bei Touristen vermutlich zu den unbe-

kanntesten Ecken Frankreichs gehört: das Pays

de Gex. Wenn Sie den Namen erwähnen, werden

selbst viele Franzosen spontan fragen: « Was für

ein Land? » Im besten Fall assoziieren sie die Ge-

gend mit dem Käse, der dort produziert wird,

also mit dem Bleu de Gex. Bei der geografischen

Einordnung tippen sie dann, wenn Sie Glück ha-

ben, auf die Region Jura oder sogar die Schweiz,

ohne jedoch Genaueres zu wissen. Wie Sie sich

denken können, hat uns bei Frankreich erleben

dieses « geheimnisvolle » Pays de Gex neugierig

gemacht. Wir wollten mehr darüber erfahren

und machten uns daher auf, den kleinen Winkel

Frankreichs zu erkunden. Dabei haben wir ein

sprichwörtliches Juwel entdeckt, das Sie unbe-

dingt besser kennenlernen sollten …

40 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 41


UNTERWEGS IN FRANKREICH Auvergne-Rhône-Alpes / Ain

« Hier entdeckt man die Zeit, die vergeht,

nicht die Zeit, die die Uhr anzeigt »

Die gute Nachricht: Es regnet nicht mehr. Rund um

unsere vierköpfige Gruppe (inklusive Guide) wird

die Stille des Waldes nur noch ab und zu vom Geräusch

der letzten Wassertropfen unterbrochen, die von

einem Blatt auf das nächste fallen. Man hat uns geraten,

die Gelegenheit zu nutzen und einfach die Augen zu

schließen. Die seltene Gelegenheit, sich ganz über die Geräusche

in der Umgebung bewusst zu werden. Also lassen

wir uns darauf ein: In der Ferne bellen ein paar Hunde; ein

Motor surrt, wird leiser. Ein Zug, der sich entfernt? Ein

Auto? Doch bevor man richtig darüber nachdenken kann,

lässt ein plötzlicher Windstoß ein paar Äste knarrend aneinanderreiben,

was erneut einen Schwall Tropfen aufwirbelt,

die geräuschvoll zu Boden prasseln. Aber halt! Welche

Ratschläge hat uns unsere Begleiterin einige Minuten zuvor

gegeben? « Versuchen Sie nicht, die Geräusche zu erkennen.

Nehmen Sie sie einfach an, und lassen Sie sich

treiben. » Wir lassen uns also treiben. Wir versuchen es

zumindest. Denn es ist nicht so einfach, an nichts zu

denken …

Wir befinden uns in der Nähe des Mont Mussy, mitten

im Wald des Pays de Gex, oberhalb von Divonne-les-

Bains, in einer Höhe von etwa 650 Metern, wo wir mit

unserer Wanderführerin und Bergliebhaberin Rose-May

Halbout verabredet sind. Unser Vorhaben ist etwas speziell:

Wir wollen nicht « einfach so » zwischen Farnen und

Bäumen nach oben wandern, sondern eine neue « Erfahrung

» machen. Eine « Sinneswanderung ». Diese Aktivität

bietet Rose-May seit einigen Jahren an, genauso wie Nordic

Walking und meditatives oder afghanisches Wandern.

« Eine Sinneswanderung durch den Wald ist vor allem

eine Gelegenheit, sich Zeit zu nehmen, Dinge zu spüren »,

vertraut uns die junge, von der Natur und den Bergen begeisterte

Frau an. Sie fordert uns nicht nur zum Hören auf,

sondern ermuntert uns auch zu beobachten, zu berühren,

zu riechen und sogar – unter ihrer Aufsicht und mit ihren

fachmännischen Ratschlägen – dieses natürliche Universum

um uns herum zu kosten. Alles ganz simple Dinge

also. Dennoch hat man das Gefühl, diese Dinge jetzt

gerade zu entdecken, zumindest umfassend wiederzuentdecken,

je nachdem, welche Beziehung jeder von uns ansonsten

zur Natur pflegt. Uns allen wird schnell bewusst,

wie verwirrend das alles in gewisser Weise ist. Doch Rose-

May beruhigt uns: « Das ist normal. Wir haben in unserem

gut ausgefüllten und oft sehr urban geprägten Leben kaum

mehr die Gelegenheit, uns Zeit zu nehmen, zur Ruhe zu

kommen, auf unsere Sinne zu hören. An diesem Ort in

den Bergen kann man sich den Luxus gönnen und auf

diese Weise viel über unser Verhältnis zu Natur und Zeit

lernen. Hier entdeckt man die Zeit, die vergeht, und nicht

die Zeit, die die Uhr anzeigt. Eine natürliche, weniger

mechanische Zeit. » Ehrlich gesagt, am meisten irritiert

zunächst, dass man seine Befangenheit ablegen muss, sich

nicht darum kümmern darf, was die anderen denken. Man

darf keine Angst haben, sich lächerlich zu machen, weil

man mitten im Wald die Augen schließt, weil man sich

einem Baum nähert, um ihn zu berühren, kurz, weil man

mit wachen Sinnen durch den Wald geht. So, als sei man

wieder ein Kind, das die Welt um sich herum zum ersten

Mal entdeckt, wie Rose-May es zuvor so nett ausdrückte.

42 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 43


UNTERWEGS IN FRANKREICH Auvergne-Rhône-Alpes / Ain

Vorherige Doppelseite: Auf dem Gipfel des Petit Mont

Rond befindet man sich oft über den Wolken.

Diese Seite: Die « Sinneswanderung » in Begleitung von

Rose-May Halbout durch den Wald von Divonne-les-

Bains ist eine willkommene Gelegenheit, sich Zeit zu

nehmen und Details in der Umgebung wahrzunehmen.

Wir haben den Rat erhalten, immer wieder in der Gruppe

zusammenzukommen, einen Kreis zu bilden und unsere

Eindrücke auszutauschen. « Denn im Kreis sind wir alle

gleichwertig », so unsere Begleiterin. Vor allem am Anfang

ist das nicht einfach, selbst wenn dahinter überhaupt

kein Zwang steht. Schwierig auch, sich in dieser Situation

nicht das erstaunte Gesicht der Wanderer vorzustellen,

die man von Zeit zu Zeit vorbeigehen hört, denn man ist

sofort versucht, sich auszumalen, was diese wohl über die

seltsame Zusammenkunft – möglicherweise eine Sekte?

– denken mögen … Selbstverständlich hat das alles gar

nichts mit einer Sekte zu tun. Im Gegenteil. « Ich bin nicht

hier, um zu behandeln, nicht einmal, um Ratschläge zu

geben », erklärt uns Rose-May einige Stunden später, als

wir wieder am Ausgangspunkt angelangt sind. « Mein Ziel

ist es, die Menschen mit diesem natürlichen Umfeld zu

vernetzen. Jeder soll verstehen, dass er ein Teil der Natur

ist. Einer Natur, die hier besonders schön und unberührt

ist … » Und man kann sagen, dass sie ihr Ziel erreicht hat!

Nachdem die ersten Zweifel überwunden sind, wird der

Ausflug zu einer spannenden Entdeckungsreise. Daran hat

Rose-May trotz ihrer zurückhaltenden Art einen großen

Anteil. Unaufdringlich und geschickt ermuntert sie jeden,

sich Zeit zu lassen, seinen eigenen Rhythmus zu finden.

Die Wanderung wird immer wieder durch sensorische Erlebnisse

unterbrochen, von denen manche sehr beeindruckend

sind. Haben Sie beispielsweise schon einmal frisch

abgezupfte Tannennadeln zwischen den Fingern verrieben?

Wenn ja, dann haben Sie vielleicht die Erfahrung

gemacht, dass Ihr Gehirn den Geruch beim Anblick des

Baumes sofort mit Weihnachten und einem Weihnachtsbaum

assoziiert … Doch diese logische Schlussfolgerung

kann täuschen, wie uns Rose-May bei dieser « Sinneswanderung

» klarmacht. Sie lässt uns nochmals an den Nadeln

riechen, empfiehlt uns aber, uns nun von allen Sinnen

leiten zu lassen. Und es ist erstaunlich: Auf einmal riecht

man Zitrusfrüchte, als würde man die Schale von Klementinen

zwischen den Fingern verreiben. Die Demonstration

ist überzeugend: Manchmal müssen unsere Sinne nur etwas

« wachgekitzelt » werden, um nicht in ein bekanntes

Schema zu verfallen! Eine schöne Art, zu zeigen, dass wir

von dieser Wanderung verändert zurückkehren.

44 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 45


UNTERWEGS IN FRANKREICH Auvergne-Rhône-Alpes / Ain

« Unter unseren Füßen ist Bewegung … »

Wir setzen unsere Entdeckungsreise durch das Pays de

Gex fort, allerdings mit einem abrupten Szenenwechsel.

Nur ein paar Dutzend Kilometer entfernt liegt eine der

beeindruckendsten und größten wissenschaftlichen Stätten

weltweit: die Europäische Organisation für Kernforschung

CERN (Conseil européen pour la recherche nucléaire). Für

einen Besuch in dem renommierten Zentrum muss man

allerdings die Grenze zur benachbarten Schweiz überqueren,

dort befindet sich der Eingang. Dennoch verlassen wir

das Pays de Gex nicht ganz, denn wie wir erfahren werden,

liegt mit 80 % der größte und gleichzeitig unglaublichste

Teil der Einrichtung unter der Erde dieser französischen

Region: der Large Hadron Collider (LHC), ein immenser

unterirdischer Tunnel in Ringform mit einem Umfang

von 27 Kilometern, der größte Teilchenbeschleuniger der

Welt. Das Abenteuer begann in den 1940er-Jahren, als ein

kleines Team visionärer Wissenschaftler aus Europa und

Nordamerika der Ansicht war, Europa müsse unbedingt

über eine erstrangige Infrastruktur für physikalische Forschung

verfügen. Allerdings besteht die leise Gewissheit,

dass man damit auch die Abwanderung kluger Köpfe aus

Europa verhindern und das Nachkriegseuropa vereinen

wollte. Mit Unterstützung der UNESCO gelang es diesem

Forscherteam zwölf europäische Regierungen – heute sind

es 23 – zu überzeugen, 1954 eine der ersten institutionellen

Kooperationen auf europäischer Ebene zu gründen,

die der Nuklearforschung gewidmet ist. Als Ort wurde

die Schweizer Gemeinde Meyrin bestimmt, direkt an der

Grenze zu Frankreich. Damit war das CERN geboren.

Die feierliche Grundsteinlegung für die internationale

Einrichtung fand im Juli 1955 statt. Seitdem hat sie sich

kontinuierlich weiterentwickelt und gilt heute mit rund

15 000 Physikern auf dem ganzen Globus als das größte

Forschungslabor der Welt.

Auf der Schweizer Seite werden die Besucher in einer

großen Holzkuppel am Eingang des CERN empfangen.

Dort befindet sich eine Dauerausstellung, die Aufgaben,

Funktionsweise und Ausstattung der Einrichtung

vermittelt. Zusätzlich kann ein Teil der Installationen

im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Da sich

diese Besichtigungen einer immer größeren Beliebtheit

erfreuen, sind derzeit umfangreiche Arbeiten im Gange,

um im Frühjahr 2024 ein großes Zentrum für wissenschaftlichen

Tourismus zu eröffnen: Le Portail de la Science.

Wir werden zu gegebener Zeit darauf eingehen. In

der Zwischenzeit können sich die Besucher anhand der

bestehenden Ausstellung und der Führungen bereits ein

Bild davon machen, welch erstaunliche Dinge im Boden

dieses Teils der Schweiz und des Pays de Gex vonstattengehen.

Was sich unter unseren Füßen abspielt, ist

mehr als erstaunlich und nicht einfach zu verdeutlichen.

Glücklicherweise hat die Besichtigung gezeigt, dass die

Wissenschaftler der Einrichtung gut erklären können!

Halten wir zunächst einmal den wichtigsten Punkt fest,

der die Forscher interessiert: « das Grundgerüst der Materie,

aus der sich alles zusammensetzt, was uns umgibt ».

So weit, so gut. Ein umfangreiches Thema, sogar ein sehr

umfangreiches! Und weil es darum geht, etwas unendlich

Großes zu betrachten (alles, was uns umgibt), hatten diese

Gelehrten die (offensichtlich geniale) Idee, sich mit dem

unendlich Kleinen zu beschäftigen. Noch viel kleiner als

das Atom … Dafür haben sie hier, zwischen Schweiz und

Pays de Gex, Instrumente installiert, die zu den größten

und komplexesten der Welt zählen. Eines davon ist der

erwähnte ringförmige Teilchenbeschleuniger unter der

Erde. Während einer fesselnden Führung kann man unter

anderem nachvollziehen, wie sich die Teilchenbeschleuniger

weiterentwickelt haben, die seit 1957 im CERN

konstruiert werden. Vor allem aber erfährt man, dass sich

unter den Füßen etwas Tag und Nacht – die Installation

muss schließlich rentabel sein – in einer unglaublichen

Geschwindigkeit – nahezu in Lichtgeschwindigkeit – bewegt:

In dem erstaunlichen 27 Kilometer langen Tunnel

zirkulieren zwei Partikelstrahlen in entgegengesetzter

Richtung. An der Oberfläche ist davon nichts zu spüren,

weder das geringste Geräusch noch die kleinste Vibration.

Geleitet werden die Partikelstrahlen im Ring durch

ein starkes Magnetfeld, das von Magneten erzeugt wird,

die auf eine Temperatur von -271 Grad heruntergekühlt

werden, was kälter als die Temperatur im Weltall ist.

Schließlich werden die Teilchen zur Kollision gebracht,

um zu beobachten, was passiert. Ein kleines Detail am

Rande: Um das Ganze auszuwerten, musste zudem ein

riesiger Detektor konstruiert werden, der zum einen in

der Lage ist, der erzeugten Energie standzuhalten und

zum anderen etwa eine Milliarde Fotos pro Sekunde zu

machen, die anschließend natürlich analysiert werden

müssen … Damit dies möglich ist, hat das CERN – eine

weitere Meisterleistung – etwa eine Million Computer auf

der ganzen Welt vernetzt. « Kurzfristig sind wir zu nichts

nutze», erfahren wir von unserem Guide, einem ehemaligen

Wissenschaftler des Physiklabors. « Jeder von uns

weiß, dass er voraussichtlich nicht lange genug arbeiten

wird, um das Ergebnis seiner Forschungen zu kennen »,

setzt er ganz realistisch fort. « Aber genau darin liegen die

Schönheit und Kraft der Grundlagenforschung. » Bevor

er uns bescheiden und humorvoll einige Beispiele für den

genialen Nutzen beschreibt, welche die Gesellschaft aus

den Forschungsarbeiten am CERN bereits ziehen konnte.

Dazu gehört die Erfindung des britischen Forschers Tim

Berners, der 1989 das « World Wide Web » erfand, das ursprünglich

dafür entwickelt wurde, damit Wissenschaftler

von Instituten auf der ganzen Welt untereinander kommunizieren

und in Echtzeit Informationen austauschen

können. Auch mit dem CERN …

Die unterirdischen Einrichtungen des Forschungsinstituts CERN

sind für die Öffentlichkeit aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich.

Die « überirdische Besichtigung » ist jedoch spannend. Im Rahmen

von Führungen sehen Besucher mehrere wichtige Installationen

und erhalten didaktisch gut aufbereitete Erläuterungen.

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 47


UNTERWEGS IN FRANKREICH Auvergne-Rhône-Alpes / Ain

Über allen Gipfeln ist Ruh

Liegt es an der intensiven Beschäftigung mit wissenschaftlichen

Experimenten unter unseren Füßen, dass wir

plötzlich das dringende Bedürfnis nach viel frischer Luft

verspüren? Auf jeden Fall kam uns nach dem Verlassen

des CERN der Gedanke, einen Ausflug hinauf in die

Berge der Gegend zu machen. Der Vorteil ist, dass man

dazu nicht weit fahren muss, denn ringsum gibt es einige

gut erreichbare Erhebungen. Und dabei hat man die Qual

der Wahl: Im Pays de Gex liegen mit dem Crêt de la Neige

(1720 m) und dem Reculet (1719 m) zwar die beiden

höchsten Gipfel des Juragebirges, doch es gibt auch Berge

mit einer Höhe von « nur » 900 Metern. Die Landschaften

sind sehr abwechslungsreich und bilden die Kulisse für

vielfältige Aktivitäten, darunter auch nicht alltägliche,

wie die steilste Seilrutsche Frankreichs oder eine der

längsten Sommerrodelbahnen Europas. Nicht

zu vergessen: die beeindruckenden Ausblicke

vom Col de la Faucille (1323 m),

von wo aus man sowohl einen

Blick auf den Mont-Blanc

als auch auf das Juragebirge

hat. Also machen wir uns auf zu diesem famosen

Gebirgspass, der unter anderem dadurch bekannt wurde,

dass er mehr als 40-mal im Rahmen der Tour de France

überquert wurde. Skibegeisterte finden dort die Skistation

Domaine de la Faucille, eine der vier Teilstationen des

ausgedehnten Skigebiets Monts Jura, zu dem außerdem

die Stationen Lélex-Crozet, Menthières und La Vattay

gehören. Doch auch Wanderer kommen am Col de la Faucille

auf ihre Kosten, denn von dort führt ein sehr schöner

Wanderweg in rund einer Stunde auf den Petit Mont

Rond, einen 1534 m hohen Gipfel, von dem aus man bei

s c h ö n e m

48 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 49


UNTERWEGS IN FRANKREICH Auvergne-Rhône-Alpes / Ain

Wetter einen spektakulären Blick auf den Genfersee und

den Mont Blanc hat – sofern nicht, wie es oft der Fall ist,

ein riesiges Wolkenmeer zu Füßen ganz andere Eindrücke

bietet. Wir haben diese Wanderung unter optimalen

Bedingungen gemacht. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert

und gut instand gehalten, auch Familien mit Kindern

– wir haben unterwegs einige getroffen – können ihn unbesorgt

gehen. Passionierte Wanderer verlängern die Tour

ab dem Gipfel noch bis zum Grand Mont Rond (1473 m)

oder sogar bis zum Colomby de Gex (1688 m). Aber auch,

wenn man « nur » bis zum Kleinen Mont Rond geht, wird

man von der prächtigen Landschaft begeistert sein. Das

einzige « Haar in der Suppe »: der Sendemast auf dem

Gipfel. Doch das ist nur ein Detail, denn die Aussicht bei

klarem Wetter verschlägt einem sprichwörtlich den Atem.

Ein Blick auf die Panoramatafel bestätigt den Eindruck,

fast unendlich weit sehen zu können …

Der « kleine König » von Ferney-Voltaire

Ferney, ein kleines Dorf im Pays de Gex, oberhalb

von Genf, hat eine sehr besondere Vergangenheit und

ist wirklich einen Besuch wert. Früher war es ein kleiner

Marktflecken mit nur wenigen Dutzend Einwohnern,

dessen karger Boden nicht viel hergab: Es handelte sich

zum großen Teil um Sumpfland, das zudem der Gesundheit

nicht gerade zuträglich war. Und doch entwickelte

sich Ferney im 18. Jahrhundert zu einer Art « Hauptstadt

der Literaturwissenschaft », zu einem reichen Ort, dessen

Ruf weit über die Grenzen der Region – ja sogar Frankreichs

– hinausging und an dem sich die politische und

intellektuelle Elite aus ganz Europa traf. Diese unerwartete

aber zweifellos willkommene Metamorphose hat

das Dorf – das inzwischen offiziell Ferney-Voltaire heißt

– einem Mann zu verdanken, nämlich dem französischen

Schriftsteller und Philosophen François-Marie Arouet,

genannt Voltaire (1694-1778). In Ferney ließ Voltaire ein

– inzwischen vollständig renoviertes – Schloss in einem

Bleu de Gex: der Star unter den

Käsen in dieser Region

Der Bleu de Gex,

manchmal auch Bleu de

Septmoncel genannt,

ist ein Käse, der auf

den Hochebenen des

Haut-Jura produziert

wird. Es gibt nur vier

Käsereien, die ihn

herstellen. Die Milch

stammt ausschließlich

von Kühen der Rasse

Montbéliard, deren

Futter auf den dortigen Wiesen und Weiden wächst. Es

handelt sich um einen Blauschimmelkäse aus Rohmilch,

milder als Roquefort, mit einem charakteristischen

Geschmack nach Haselnüssen sowie einer leicht bitteren

Note. Bleu de Gex wird entweder « ganz einfach » mit

einem Stück Brot gegessen oder als Begleiter zum

Salat. Liebhaber schätzen ihn auch geschmolzen als

Raclette, denn durch das Erhitzen entwickeln sich alle

seine Aromen. Seit 1977 ist Bleu de Gex eine geschützte

Herkunftsbezeichnung (AOP). Im Übrigen setzt sich

eine sympathische

Bruderschaft,

die Confrérie des

Amateurs du Bleu

de Gex, für seine

Promotion ein.

Sollten Sie im Pays

de Gex auf Mitglieder

dieser Bruderschaft

stoßen, können

Sie diese nicht

übersehen: Sie sind

in den Farben des

Käses gekleidet

(weiß und blau) und

tragen fröhlich eine

Kuhglocke um den

Hals.

rund sieben Hektar großen Park bauen.

Ein Besuch ist eine Art Pilgerfahrt, bei

der man das Angenehme mit dem Nützlichen

verbindet, denn man entdeckt

einen erstaunlichen Ort und erhält

lehrreiche Informationen über den

Philosophen und seinen Kampf

gegen Intoleranz und soziale

Ungerechtigkeit, den er in den

letzten zwanzig Jahren seines

Lebens von dort aus führte.

Der berühmte Schriftsteller

kam nach Ferney, weil

er sich wieder in Frankreich

niederlassen wollte. Seine

politischen und religiösen

Überzeugungen machten die

Situation für ihn im Hexagon

jedoch nicht einfach: Aufgrund

einer Feindschaft zwischen

ihm und Ludwig XV.

(1710-1774) sowie einem nicht

unbedeutenden Teil der religiösen

und politischen Elite

Frankreichs hatte Voltaire

zwei Jahre auf Einladung

Friedrichs II. (1712-1786) in Preußen verbracht. Als

er 1754 Anstalten machte, in seine Heimat zurückzukehren,

wurde ihm vonseiten der königlichen Macht

offiziell verboten, sich der Hauptstadt zu nähern.

Voltaire zog daraufhin ins calvinistische Genf,

wo er zahlreiche Anhänger hatte und wo

– so seine Hoffnung – eine größere Meinungsfreiheit

herrschte. Er kaufte ein

hübsches Haus, taufte es auf den

Namen Les Délices und lebte

dort von 1755 bis 1765.

Trotz regelmäßiger

Ausflüge nach Frankreich

– Les Délices war

nur wenige Kilometer

von der Grenze entfernt

– fehlte dem Philosophen

sein Heimatland sehr. Er

beschloss schließlich, genau

auf der anderen Seite der

Grenze, im Dorf Ferney, ein

Grundstück mit einem heruntergekommenen

Schloss zu kaufen.

Das war 1758. An Geld fehlte es

nicht, denn Voltaire besaß damals ein

Vermögen, das dem der größten fran-

50 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 51


du Raz

UNTERWEGS IN FRANKREICH Auvergne-Rhône-Alpes / Ain

zösischen Bank 50 Jahre zuvor entsprach, und die beiden

bedeutendsten französischen Bankiers seiner Zeit besaßen

zusammen « nur » doppelt so viel wie er … Da er zudem

auch noch von einem unermüdlichen unternehmerischen

Geist getrieben war, zögerte er nicht, die Dinge in Ferney

in die Hand zu nehmen. Er ließ ein einmaliges – und für

die damalige Zeit sehr modernes – Schloss bauen, Straßen

pflastern und das der Gesundheit unzuträgliche Sumpfland

trockenlegen. Er finanzierte

den Bau zahlreicher Häuser,

gründete eine Fayence- und eine

Uhren-Manufaktur, eine Gerberei

und eine Seidenstrumpffabrik,

um nur einige Beispiele

zu nennen. Auf diese Weise

wurde der Philosoph zu einer

Art « Patriarch », einem « kleinen

König », umgeben von einer

dankbaren Bevölkerung, die,

angezogen von der plötzlichen

Dynamik und dem Reichtum

des Dorfes, stetig wuchs. Aber es

kommt noch besser: Die Werke

des Philosophen verhalfen dem

ehemals winzigen Weiler zu Renommee

und ein Aufenthalt dort

wurde zu einem Muss für alle

Anhänger und Sympathisanten

des Zeitalters der Aufklärung.

Obwohl das Pays de Gex bei der

Ankunft Voltaires eine Gegend «

am Ende der Welt » war, folgten

die bedeutendsten Namen der

damaligen Zeit der Einladung

des berühmten Schriftstellers,

N165/E60

Quiberon

Unser Tipp, wenn Sie ausgezeichnete

hausgemachte Käsespezialitäten

entdecken möchten:

Restaurant des Bergers in Grilly

Unser Coup de cœur, um die authentische

Küche des Pays de Gex zu entdecken.

Besonders empfehlen können wir den

sonntäglichen Brunch des Bergers, ein

reichhaltiges Buffet mit traditionellen

süßen und herzhaften Gerichten der

Region. Ein Muss für alle Genießer!

Le Restaurant des Bergers,

790, route de Divonne, 01220 Grilly,

Telefon: +33 (0)9 67 46 46 73,

www.restaurantdesbergers.fr

Lorient

Vannes

N165/E60

N24

La Baule

St. Nazaire

Hossegor

Pamplona

Montalivet

Mimizan

Nantes

A83

A11/E60

Clisson

und Ferney entwickelte sich zu einer intellektuellen Hochburg.

Das Schloss hat inzwischen ein modernes und gut

durchdachtes Museumskonzept erhalten und vermittelt Le Porge viele

interessante Informationen über Voltaire. Man erfährt unter

anderem, dass dieser von dort aus seinen Kampf Cap-Ferret gegen die

Ungerechtigkeit bis zuletzt fortsetzte. Er bezog beispielsweise

in viel zitierten juristischen Auseinandersetzungen

Stellung, wie in den Affären Calas

und Sirven, die unter anderem

A83

die Grundlage für einige seiner

schönsten Texte waren, so auch

für die berühmte Abhandlung

Über Toleranz. Beim Bummeln

durch Schloss und Park wird

E5-E70/A63

einem klar, dass Voltaire mit

N11/E601

Spanien

A87

La Rochelle

E5/A10

E602/A837

France

Biarritz Bayonne

seinem Engagement gegen Fana-

Hendaye

A64/E80

tismus und Intoleranz Sare ein echter

Wegbereiter Donostia- war und die Basis

S. Sebastian

für die später in Frankreich entstandene

Bewegung der « engagierten

Intellektuellen » legte, zu

denen unter anderem Zola (1840-

1902), Sartre (1905-1980) und

Camus (1913-1960) gehörten.

Als wir am Ende das Schloss und

auch das Pays de Gex verlassen,

drehen wir uns noch einmal um

und betrachten die Berge des Jura

und den Gipfel des Mont Blanc.

Da sagen wir uns, dass dieser

Landstrich eindeutig eine Inspirationsquelle

ist und unzählige

Möglichkeiten bietet, um den

Alltag hinter sich zu lassen …

Cholet

Bordeaux

E5/A10

A52/E72

Angers

Saint-Sigismond

Pau

Niort

Le Mans

A11/E501

A28/E502

Angoulême

A86/E60

Monts

Poitiers

Blois

A10/E5-E60

Chambord

Orléans

Reiseinfos & Lesetipps

Cheverny

Tours Chenonceau

A71/E9

A85

Gex …

A10/E5 … Berlin 1063 km … Hamburg 1058 km

Bourges

… Köln 733 km … Frankfurt 570 km

… München 575 km … Wien 986 km

… Zürich 272 km

A20/E9

… Paris 494 km

… Lyon 151 km … Genf 17 kmA71/E11

Der nächstgelegene internationale

Flughafen befindet sich in Genf (9 km).

Die nächstgelegenen TGV-Bahnhöfe

liegen in Valserhône (Bellegarde-sur- Montluçon

Valserine, 40 km südlich von Gex) und

Genf (Cornavin, 17 km östlich von Gex).

Office de Tourisme du Pays de Gex &

Monts Jura

Es gibt drei Büros Limoges in Lélex, Mijoux und

Gex. Anschriften siehe Website.

www.paysdegex-montsjura.com

Rando Montagne

Rose-May Halbout Tulle

Périgueux

Telefon: +33 (0)6 80 17 Brive-la-Gaillarde

83 48

A89/E70 www.randomontagne.com

Le Pescher

Rose-May Souillac sur Halbout begleitet Saillac ganzjährig

Wanderungen Dordogne und andere Aktivitäten

Sarlat-le-Canéda (Trail, Nordic Walking, afghanisches

Wandern, Payrac meditatives Rocamadour

Wandern,

A20/E9

Sinneswanderung, Waldbad …). Es gibt

halbtägige, ganztägige und mehrtägige

Angebote im Pays de Gex und in

einem Umkreis von 150 km (Schweizer

und französischer Jura, Schweizer

und französische Alpen). Ab 16 Euro

pro Person (z. B. für Nordic Walking

nachmittags oder abends). Details und

Programm siehe Website.

CERN

1, esplanade des particules Toulouse

1217 Meyrin

Schweiz

https://visit.cern

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag

8.00 bis 18.00 Uhr (Dauerausstellung

8.30 bis 17.30 Uhr).

Limoux

Eintritt frei (sowohl Dauerausstellung

als auch Führungen).

Achtung: Das Interesse für die

Führungen ist sehr groß. Pro Tag finden

15 Führungen statt (jede halbe Stunde

von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr). Gruppen

haben Priorität. Andorra

Einzelpersonen Céret

sind selbstverständlich ebenfalls

willkommen. Abgesehen von der

Onlinereservierung gibt es nur die

Möglichkeit, an der Rezeption des

CERN spontan sein Glück zu versuchen.

Dies ist maximal eine Stunde vor der

Führung möglich. Die Plätze werden

nach Verfügbarkeit vergeben.

Vézelay Avallon Flavigny

Dauer der Führung (in englischer

oder französischer Sprache): ca. 1,5

Stunden. Der Rundgang erfolgt zu

Fuß (etwa 1,5 km). Eingeschlossen

sind das Synchro-Zyklotron (der

älteste Beschleuniger des CERN)

sowie das Besucherzentrum ATLAS.

Die Besichtigung verläuft überirdisch,

sowohl im Inneren als auch im Äußeren

(um von einem Gebäude zum anderen

zu kommen). Sie benötigen einen

Cluny

Personalausweis. Sehen Sie zudem

festes Schuhwerk (ohne Absatz) vor.

Tiere sind nicht erlaubt.

Wenn Sie etwas mehr Zeit haben

A71/E11

und gerne Rad fahren, gibt es eine

interessante Möglichkeit, sich etwas

Clermont- intensiver mit dem CERN A72/E70 und dem

Ferrand Large Hadron Collider (LHC), also dem

Teilchenbeschleuniger, Puy de Dôme zu befassen.

Dabei fahren A75/E11 Sie überirdisch den 27

le km Mont-Dore langen Ringtunnel ab. Auf der

sehr gut ausgeschilderten Strecke

St.-Etienne

befinden sich 10 Stationen. Auf

diese Weise werden Sie sich über die

Größe dieser Einrichtung am besten

bewusst. Für die Radtour ist in den

Fremdenverkehrsämtern des Pays de

Aurillac Gex sowie am Haupteingang des CERN

ein kostenloses Begleitdokument

erhältlich. Der Passeport du Big

Bang kann auch von der Website

heruntergeladen werden (https://

passeport-big-bang.web.cern.ch/

where-can-i-get-my-passport).

A89/E70

Wanderung auf den Petit Mont

Rond

Für den 6,3 km langen Rundweg

ab der Station Monts Jura auf

dem Col de la Faucille (1323 m) Nîmes

A75/E11

benötigt man Lodève rund 2,5 Stunden.

Es gibt einen Parkplatz direkt

an der Station. Der Montpellier Weg (gelbe

A9/E15

Markierung, ausgeschildert als Petit

Montrond) befindet sich links von

Bézier

der Bergbahn (genannt Télécombi,

Narbonne eine Mischung aus Sessellift

und eiförmiger Kabine). Mit der

Bergbahn gelangt man im Übrigen

ganz mühelos auf den 1534 m hohen

A81/E80

France

Perpignan

Spanien

A9/E15

Auxerre

Châtillon-sur-Seine

A6/E15

Gipfel. (Betrieb: Dezember bis März und

Juni bis September)

Château de Voltaire

Allée du Château

01210 Ferney-Voltaire

Telefon: AP7/E15 +33 (0)4 50 40 53 21

www.chateau-ferney-voltaire.fr

Öffnungszeiten: 10.00 – 18.00 Uhr

(April bis September) beziehungsweise

10.00 – 17.00 Uhr (Oktober bis März).

Eintritt: 8 €, bis 26 Jahre ist der Eintritt

frei.

A38

A6/E15

A7/E15

A7/E15

A9/E15

Arles

A31/E17-E21

Lyon

Dijon

A54/E805

A55

A31/E21-E23

Chalon-sur-Saône

Valence

Orange

A43/E70

A49/E713

Saillans

Avignon

Beaucaire

Marseille

Apt

Gex

Chambéry

A52

Ausgabe Nr. 71

Evian, das

Gedächtnis des

Wassers (61 km

entfernt)

A51/E712

Les Sablesd’Olonne

Aix-en-

Provence

A50

Besançon

Grenoble

Gap

Genève

Annecy

A8/E80

Toulon

Lausanne

Briançon

A57

Pro Jahr werden weltweit knapp 2,2

Milliarden Flaschen Mineralwasser der

Marke Évian konsumiert. Über einer solchen

Zahl könnte man fast vergessen, dass hinter

dem Namen Évian auch noch eine kleine

hübsche Stadt am Ufer des Genfersees

steckt: Évian-les-Bains. Ein Thermalbad,

dessen unglaubliches Schicksal eng mit

dem des renommierten Wassers verknüpft

ist ...

INFORMATIONEN ZUR BESTELLUNG

DIESER UND ANDERER AUSGABEN

FINDEN SIE AUF SEITE 88.

Schweiz

Italien

France

A35/E

Mulhouse

A36/E60

Belfort

Ba

Cannes

A8/E80

Bern

Rayol-

Canadelsur-Mer

52 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 53


UNTERWEGS IN FRANKREICH Hotel

Das Jiva Hill Resort liegt im Herzen des Pays de Gex, zwischen Mont Blanc und den Bergen

des Jura, in einem einmaligen Umfeld. Nur 15 Minuten vom internationalen Flughafen

Genf entfernt und in unmittelbarer Nähe zahlreicher Kongresszentren, Unternehmen

und internationaler Institutionen erstreckt sich das umweltbewusst ausgerichtete

Hotel mit einer grafischen Architektur über eine ausgedehnte Fläche von immerhin 45

Hektar inmitten einer intakten und in ihrer Art einzigartigen Natur. Das Hotel ist schon

für sich genommen ein sehr reizvolles Reiseziel für alle, die sich etwas Gutes tun möchten,

und zudem ein idealer Ausgangspunkt, um die Region zu erkunden.

Im Grunde genommen ist das Jiva Hill Resort genauso

wie das Pays de Gex: wahrhaftig eine Überraschung! Es

gibt wohl kaum jemand, der nicht erstaunt ist, wenn er

es zum ersten Mal sieht. Bereits beim Durchqueren der

langen Allee zwischen dem Eingang der Anlage und dem

Rezeptionsgebäude scheint es, als könne man auf unerklärliche

Weise nach und nach allen Ballast, den ganzen

aufgestauten Stress abwerfen. Hier, in der französischen

Gemeinde Crozet – gegenüber von Mont-Blanc und

Genfer See –, ist es nur schwer vorstellbar, dass sich

« gleich nebenan » die Stadt mit den meisten Institutionen,

Kongressen und Konferenzen weltweit und gleichzeitig

der zweitwichtigste Finanzplatz der Schweiz befindet!

Wie weit scheint das alles weg zu sein, all die Menschenmassen,

die – immer unter Zeitdruck – das ganze Jahr

über zu den Vereinten Nationen, zum Internationalen Komitee

des Roten Kreuzes, zur Welthandelsorganisation,

zur Weltgesundheitsorganisation oder auch zum Genfer

Autosalon hetzen …

Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Häuser in

dieser Region mit demselben Standard wie das Jiva Hill

Resort – 5 Sterne, Mitglied des prestigeträchtigen Zusammenschlusses

Relais & Châteaux – seit vielen Jahren

nicht viel mehr tun müssen, als mit ihrer Positionierung

als luxuriöses Haus zu werben, um quasi « automatisch »

die internationale Klientel anzuziehen, die man in und

um Genf üblicherweise antrifft. Das funktioniert, das

steht außer Frage. Die Besitzer dieses Hotels – ein diskretes

Paar, das durch seine Herkunft die Brücke zwischen

Schweden und Südafrika schlägt – wollen sich offensichtlich

von dieser klassischen Positionierung abheben und

verfolgen einen anderen Ansatz.

Es beginnt bereits mit der Einbettung des Hauses in

die Landschaft. Seit der Eröffnung des Hotels im Jahr

2007 richtet man ein besonderes Augenmerk auf die Natur

in der Umgebung. Hier gibt es weder hohe Gebäude

noch ausgedehnte betonierte Bereiche. Nach dem Vorbild

südafrikanischer Lodges und einer für Schweden typi-

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Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 55


UNTERWEGS IN FRANKREICH Hotel

schen naturnahen Architektur integriert sich

das Hotel so diskret wie möglich in das Umfeld.

Die verschiedenen Gebäude liegen verstreut –

manche sogar versteckt – in einem ausgedehnten

Park, der neben einem 9-Loch-Golfplatz mit

18 Abschlägen auch einen lang gezogenen See

umfasst, der zu ersten Versuchen mit Wasserski

einlädt.

Im Inneren wollten die Besitzer ebenfalls

eine Verbindung zur majestätischen Natur

schaffen und kreierten daher eine ausgewogene

Kombination aus Nischen, in die man sich zurückziehen

kann und deren große Fenster sich

zu den Gärten öffnen, sowie zahlreichen Terrassen

und anderen schönen Aussichtsplätzen

auf den Mont-Blanc und die Berge des Jura.

Die Räume erscheinen überall – auch in Lobby

und Bar – sehr persönlich, die Architektur

als Ganzes jedoch überaus großzügig und abwechslungsreich.

Beim Aufenthalt entdeckt

man unablässig neue Wege und neue Räume.

Manchmal ist man überrascht, beispielsweise

wenn man im Untergeschoss das Spielzimmer

Le Tripot entdeckt, das mit einer Jukebox aus

dem Jahr 1958, einem Tischfußball aus dem

Jahr 1946 und einem schönen alten Flipper

nostalgische Gefühle aufkommen lässt. Beim

Gang durch das Haus wird zudem klar, dass

die Eigentümer eine umfangreiche Sammlung

an Kunstwerken besitzen: rund 200 Gemälde,

Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien sind

eine regelrechte Einladung durch die Gebäude

zu flanieren.

Eine weitere Besonderheit des Jiva Hill Resorts

besteht darin, dass die Dinge nicht starr

sind, denn bereits seit einiger Zeit befindet es

sich mitten in einem Umgestaltungsprozess.

Schon Anfang 2020 wurden umfangreiche Veränderungen

durchgeführt. Dabei entstand ein

neues Gebäude, das von der italienischen Architektin

Christina Gherardi Benardeau entworfen

wurde, die zwischen 1994 und 2000 unter

anderem die Innenausstattung aller Boutiquen

von Christian Dior designte. In dem neuen Bau

befinden sich 20 Zimmer in sehr zeitgemäßem

Design, bei denen der Akzent auf natürlichen

Materialien liegt: So sind die Parkettböden beispielsweise

aus Nussbaumholz, während rund

um das Bett Samt- und Wollstoffe für eine behagliche

Note sorgen. Die ausgesprochen friedliche

und warme Atmosphäre wird durch eine

ausgeklügelte Lichtinszenierung noch verstärkt.

In naher Zukunft sollen im Übrigen alle bestehenden

Zimmer des Resorts nach demselben

Vorbild neu ausgestattet werden. Ein Zeichen

für das Umweltengagement der Besitzer zeigt

sich zudem darin, dass das Heizungssystem auf

Erdwärme umgestellt wird, wofür bereits Bohrungen

bis in eine Tiefe von über 200 Metern

vorgenommen wurden.

Es versteht sich von selbst, dass in einem

derartigen Umfeld die kulinarische Seite ebenfalls

nicht zu kurz kommt. Zwei ausgesprochen

schöne Restaurants stellen neben der französischen

Küche (Le Jiva, unter der Leitung des

Küchenchefs Jean-François Vasseur) auch die

italienische Küche (Le Jardin, unter der Leitung

von Francesco Zambotti) in den Mittelpunkt.

Beide Küchenmeister stehen für eine saisonale

Küche mit frischen Produkten, die, wo immer

möglich, bei lokalen Produzenten bezogen werden.

Die Restaurants gehören zu den besten der

Region und laden dazu ein, eine kreative Küche

zu entdecken. Dabei herrscht hier absolut nicht

die in solchen Häusern oft übliche « Steifheit ».

Der Service ist mustergültig, das versteht sich

von selbst, dennoch ist das Ambiente in den Restaurants

weder gekünstelt noch gezwungen. Im

Gegenteil. Man fühlt sich wohl, was auch die

vielen Einheimischen unter den Gästen bestätigen,

die gerne zum Mittag- oder Abendessen

hierherkommen. Das Jiva Hill Resort hat sich

innerhalb weniger Jahre zu einer sehr gefragten

Destination entwickelt. Das geht so weit, dass

es sogar Menschen in der Umgebung gibt, die es

schätzen, von Zeit zu Zeit einen (kleinen) Koffer

zu packen und sich im Jiva Hill eine wohlverdiente

Auszeit mit « zauberhaften Glücksmomenten

» zu gönnen. Vielleicht ist gerade das der

wahre Luxus …


Jiva Hill Resort *****

Route d’Harée

01170 Crozet

Telefon: +33 (0)4 50 28 48 48

www.jivahill.com


50 Zimmer (Supérieur, Deluxe, Deluxe

Corner, Familiensuites und Lodges mit

Terrasse und eigenem Jacuzzi) ab 280 €

Restaurants: Le Jiva (Bistronomieküche)

und Le Jardin (italienische Küche)

Spa mit Außenbecken, beheiztem

Innenbecken, Sauna, nordischer

Außensauna, Hamam, Jacuzzi,

Kosmetikbehandlungen, Fitnessstudio

9-Loch-Golfplatz mit 18 Abschlägen

(4000 m)

2 Tennisplätze

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COUP DE CŒUR

Die Miniaturwohnung Micr‘Home in Nantes

Die Rue du Puits d‘Argent ist nur 2,78

m breit und damit eine der schmalsten

Straßen in Nantes (Loire-Atlantique).

Zusammen mit der nicht weit entfernten,

großartigen Einkaufspassage Pommeraye

aus dem 19. Jahrhundert trägt sie

zweifellos zum Charme des Zentrums der

bretonischen Herzogstadt bei. Durchquert

man diese Straße und ist neugierig genug,

einmal den Kopf zu heben, staunt man über

eine kubistische Struktur aus schwarzem Metall,

welche wie von Zauberhand in einer

Höhe von fünf Metern zu schweben scheint

und die Fassaden der beiden Straßenseiten

verbindet. Der weiße Vogel, der fast ganz

oben sitzt und den Eindruck vermittelt, er sei

in Origamitechnik gefaltet und würde die

Passanten beobachten, macht die Verwirrung

komplett …

Das Erstaunlichste daran ist jedoch, dass

sich in dem Metallkubus eine Wohnung befindet,

deren 26 m² sich über drei Ebenen in

einer Breite von zwei Metern erstrecken und

alles bieten, was zwei Personen benötigen:

Wohn-/Essraum, Bad/WC, Schlafzimmer.

Zugegeben: Der Zugang erfolgt etwas « akrobatisch

» über eine Art Leiter, für jemanden,

der körperlich in Form ist, stellt dies

aber kein Problem dar. Zu der « Leiter » gelangt

man durch eine Tür in der Straße, die

wie eine « Schranktür » aussieht. Gepäckstücke

können über ein findiges Windensystem

hinauf in die Miniaturwohnung befördert

werden. Fragen Sie sich nun, warum Sie um

alles in der Welt dort hinaufsteigen sollten?

Die Antwort ist ganz einfach: Um dort eine

Nacht zu verbringen – oder sogar mehrere!

Sie glauben es nicht? Das Appartement gehört

der Stadt Nantes und wird an Touristen

vermietet, die gerne an nicht alltäglichen Orten

übernachten!

Denken Sie aber nun nicht, dass dahinter

die Absicht steckt, einfach die hippe Stadtversion

eines der Baumhäuser zu kreieren,

die seit einigen Jahren im Trend sind und die

man daher überall in Frankreich findet. Nein,

hinter der Miniaturwohnung Micr‘Home in Nantes steht eine

ernsthafte Idee! Ausgedacht hat sie sich 2014 die einfallsreiche

junge Architektin Myrtille Drouet. Sie beschäftigte sich

im Rahmen ihrer Masterarbeit mit der Frage der Stadtverdichtung.

2017 wurden ihre Pläne in die Realität umgesetzt,

und seitdem ist die Wohnung dauerhafter Bestandteil der

touristischen Highlights von Voyage à Nantes.

Myrtille Drouet will mit ihrem Konzept

zeigen, dass es selbst mitten im Stadtzentrum

von Nantes noch Raum gibt, an den man

vielleicht gar nicht denkt, der aber Platz für

komfortable Unterkünfte mit Lebensqualität

für die Bewohner bietet.

Und es lässt sich nicht abstreiten, dass

die Demonstration gelungen ist! Alle, die

Micr‘Home bereits getestet haben, sind sich

einig: Hat man einmal dort übernachtet, ist

man überzeugt. Abgesehen vom ausgefallenen

Konzept, das bereits als solches eine

ungewöhnliche Erfahrung darstellt, gilt das

Appartement als ausgesprochen modern und

behaglich. Es ist weit von einer « architektonischen

Spielerei » entfernt und weist topaktuelle

bautechnische Fortschritte auf. Das beginnt

damit, dass es sowohl im Hinblick auf

Lärm als auch auf Wärme ausgesprochen gut

isoliert ist – und zwar auf allen Etagen. Die

Räume haben nichts von einem Puppenhaus:

Die Dusche auf der zweiten Ebene ist genauso

komfortabel wie jede andere Dusche in einer

« ganz normalen » Wohnung. Ein kleines

Detail am Rande: Wie in einem guten Hotel

finden die Gäste dort Bio-Markenprodukte

vor. Auf der dritten Etage befindet sich ein

weiches, bequemes Doppelbett. Dank erfinderischer

und optisch sehr schöner Läden aus perforiertem

Stahl – die ein bisschen wie moderne Maschrabiyya aussehen

– sind die Bewohner vor neugierigen Blicken von außen geschützt.

Probieren Sie es selbst aus! Sie werden mit Sicherheit

begeistert sein!

Micro’Home, Rue du Puits d’Argent, Nantes.

Ab 95 € pro Nacht für zwei Personen, 120 € am Wochenende.

25 % Ermäßigung ab der zweiten Übernachtung.

Informationen und Reservierung: www.levoyageanantes.fr/

hebergements/micrhome/

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FRANKREICH HEUTE Kulturerbe & Wissenschaft

Notre-Dame de Paris

Mit der Vergangenheit die Zukunft bauen

Als sich nach dem Brand von Notre-Dame de Paris

am 15. April 2019 die ersten Emotionen gelegt und

die Fassungslosigkeit etwas nachgelassen hatte,

kam es sehr schnell zu einer großen Mobilisierung.

Und zwar auch – was viele nicht wissen – vonseiten

der Wissenschaft. Während die Öffentlichkeit nach

wie vor von den trostlosen Bildern am Boden zerstört

war, wurde Forschern sehr schnell klar, dass

dieser Brand auf der einen Seite zwar eine Katastrophe

für das Kulturerbe war, auf der anderen Seite

jedoch auch die einzigartige Gelegenheit bot, die

Kathedrale auf eine Art unter die Lupe zu nehmen,

wie es bisher nicht möglich gewesen ist. Und die Gelegenheit

wurde schnell zur Notwendigkeit. Dieses

neben der eigentlichen Restaurierung nicht minder

kolossale Vorhaben steht allerdings weniger « im

Licht der Öffentlichkeit ». Was jedoch nicht heißt,

dass es deshalb weniger wichtig ist. Martine Regert,

Forschungsleiterin am Centre National de la Recherche

Scientifique (CNRS), ist eine von vier Personen,

die vom CNRS und dem französischen Kulturministerium

mit der Leitung des wissenschaftlichen Projekts

von Notre-Dame de Paris beauftragt wurden. Sie hat

mit uns über diese spektakuläre Baustelle gesprochen

und über die ungeheure Herausforderung, die

diese für die Wissenschaft darstellt.

Am Morgen nach der Brandkatastrophe konnte die Welt das Ausmaß

der Schäden sehen. Von den Türmen der Westfassade aus gesehen,

bot das Kirchenschiff ein Bild der Verwüstung. Das Gerüst, das für die

Restaurierung des Vierungsturms errichtet worden war, hatte sich der

Gewalt der Flammen widersetzt. Die teilweise geschmolzenen und

verbogenen Stahlrohre mussten einzeln unter Einhaltung strengster

Sicherheitsvorkehrungen in monatelanger Arbeit entfernt werden.

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FRANKREICH HEUTE Kulturerbe & Wissenschaft

Links: Um das Innere

der Kathedrale vor Wind

und Regen zu schützen,

wurde ein riesiger

« Regenschirm » installiert.

Unten: Martine Regert,

Forschungsleiterin

am Centre National

de la Recherche

Scientifique (CNRS).

Rechts: Durch die Löcher

im teilweise zerstörten

Gewölbe fällt Licht ins

Innere von Notre-Dame.

Von der Orgelempore

aus bietet sich ein noch

nie zuvor gesehenes

Bild der Kathedrale.

Martine Regert, erinnern Sie sich an den Augenblick,

als Sie vom Brand von Notre-Dame de Paris erfahren

haben?

Ja, und zwar ganz genau. Diesen Moment werde ich

mein Leben lang nicht vergessen. Ich befand mich im

TGV, auf dem Weg von Nizza, wo sich mein Forschungslabor

befindet, nach Paris. Es zwar ungefähr 23 Uhr.

Während der Fahrt hatte ich gearbeitet. Kurz

vor dem Eintreffen in Paris wollte ich noch

schnell auf dem Laptop ein paar Nachrichten

im Internet ansehen. Da sah

ich ein Foto der brennenden Kathedrale.

Im ersten Moment sagte ich

mir, dass dies nicht möglich sei.

Wie vermutlich die meisten Menschen

war ich bei diesem Anblick

fassungslos und zutiefst bewegt

zugleich. Sie müssen wissen, ich

hatte einige Jahre in Paris im V. Arrondissement

gelebt, und von meinem

Fenster aus blickte ich damals genau

auf die beiden Türme der Westfassade von

Notre-Dame und den Vierungsturm. Das Bild

hatte ich damals vor Augen, und dann sagte ich mir,

dass ich es vielleicht nie wieder sehen würde ...

Diese Gefühle teilten Sie damals mit vielen Menschen nicht

nur in Frankreich, sondern auf der ganzen Welt. In der

Wissenschaftsgemeinde standen aber sehr schnell, als der erste

Schock vorbei war, die Telefone nicht mehr still ...

Genau. Ich glaube, wir Wissenschaftler verspürten

sofort ein großes Bedürfnis, uns auszutauschen. Zunächst

ging es vorwiegend um Informationen. Jeder versuchte,

so viel wie möglich über das Ausmaß des Feuers und die

Schäden zu erfahren, um in der Folge dann unsere Reaktionen

und unser Wissen weiterzugeben. Vor allem

ging es sehr schnell darum, eine Erkenntnis zu vermitteln:

Angesichts dieses entsetzlichen Brandes musste

das geringste « Überbleibsel », das kleinste Stück eines

verkohlten Balkens, jedes noch so winzige Trümmerteil

unbedingt in Sicherheit gebracht, identifiziert und konserviert

werden, um es untersuchen zu können. Das war

unseres Erachtens wesentlich. Im Grunde war es eine sehr

akademische Reaktion. Als Spezialistin für Archäologie

bin ich in dieser Beziehung sowieso sehr sensibilisiert: In

meinem Fachbereich weiß man besonders gut, welchen

Wert selbst kleinste Kleinigkeiten haben, sobald

sie als historische Überreste gelten. Bei archäologischen

Ausgrabungen muss man

in der Regel zuerst etwas zerstören, um

Untersuchungen machen zu können.

Doch bei Notre-Dame war alles

anders: Hier hat das fürchterliche

Feuer zu einer schrecklichen Zerstörung

geführt, die es uns erlauben

sollte, die Kirche auf noch nie da

gewesene Weise zu untersuchen. Das

war vollkommen unerwartet.

War das eine Premiere für die Welt der Forschung?

Nein, mir fällt zum Beispiel der tragische

Brand des Museums von Rio im September 2018 ein.

In wenigen Stunden war alles verbrannt: Sammlungen,

Archive, wissenschaftliche Arbeiten von unschätzbarem

Wert. Aber das Unglück von Notre-Dame war absolut

außergewöhnlich. Durch sein Ausmaß, aber auch durch

die Herausforderung, die dadurch für die Wissenschaft

entstand. Und leider glaube ich inzwischen, dass solche

dramatischen Ereignisse, die eine Weiterentwicklung der

Forschung provozieren, immer alltäglicher werden. Wir

leben in einer Zeit, in der sich bestimmte Phänomene

beschleunigen und den ganzen Globus zum Forschungsobjekt

machen: Klima, Trockenheit, Küstenerosion,

Umweltkatastrophen ... Solche Ereignisse sind eine Aufforderung

zu analysieren, zu verstehen. Aus ihnen leiten

sich zentrale Themen für Untersuchungen ab, nicht nur

für die Lehre als solche, sondern für die Zukunft unserer

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FRANKREICH HEUTE Kulturerbe & Wissenschaft

Für die Wissenschaftler ist jedes Teil, sei es

auch noch so klein, von unschätzbarem Wert

und muss konserviert und analysiert werden:

Industriekletterer saugen Überreste auf dem

teilweise eingestürzten Gewölbe ein (links

oben); andere Überreste werden sorgfältig und

mit viel Geduld « gekehrt » und sortiert (links

unten). Jedes Teil wird anschließend erneut

akribisch sortiert (oben). Insgesamt wurden

650 Paletten mit Steinen in unterschiedlichsten

Größen, 350 Paletten mit Metall, mehr als 10 000

Holzstücke und mehrere Tausend Nägel erfasst.

Rechts: Abgesehen von einem riesigen Gerüst

wurden 52 Holzbogen nach Maß angefertigt, um

jeden Gewölbebogen passgenau abzustützen

und auf diese Weise das Gebäude zu sichern.

Gesellschaft. Was allerdings den Brand von Notre-Dame

angeht, da ist mir persönlich kein anderes Beispiel bekannt,

wo sich Emotionen ebenso schnell in eine wissenschaftliche

Mobilisierung umwandelten. Wo aus einem

Gefühlsschock am Ende etwas Positives für die Wissenschaft

entstand, nämlich ein strukturiertes und begleitetes

Projekt.

Wie sieht die konkrete Umsetzung dieses Projektes aus?

Nach eingehenden Beratungen, in die vor allem die

Labore des CNRS einbezogen waren – in Frankreich

gibt es rund 1000 davon – wurde die Gründung von

neun übergeordneten Arbeitsgruppen mit Forschern

und Ingenieuren von CNRS und Kulturministerium,

Lehr- und Forschungskräften von Universitäten sowie

Mitarbeitern aus französischen und internationalen

Instituten beschlossen. Der Wahlspruch dabei hieß

Interdisziplinarität: Jeder bringt sein Wissen ein und

teilt dieses. Die Arbeitsgruppen lassen sich in zwei

Kategorien einteilen: Die erste betrifft die Materialien

der Kathedrale (« Holz », « Stein », « Glas », « Metall »,

« Dekorationselemente » und « Struktur »), deren Zustand

genau untersucht werden muss. Darüber hinaus

muss die Herkunft dokumentiert werden, sowie die Art

und Weise, wie die einzelnen Teile im Laufe der Jahrhunderte

eingesetzt waren. Die zweite Kategorie betrifft

alle « immateriellen » Dinge (« Emotionen und Mobilisierung

», « Akustik » und « Digitale Daten »), denn die

Kathedrale besteht nicht nur aus « konkreten » Dingen

wie Stein, Holz, Metall und Glas. Gerade der Brand hat

deutlich gezeigt, in welchem Maße Notre-Dame eine

Quelle für Emotionen ist. Insofern wurde beschlossen,

dass Anthropologen und Soziologen, die in der Gruppe

« Emotionen und Mobilisierung » zusammengefasst

sind, unter anderem untersuchen, welche Gefühlsstürme

die Feuersbrunst bei den Menschen auslöste. Die Gruppe

« Akustik » wurde kreiert, um die Geräuschkulisse

in der Kathedrale zu untersuchen, und zwar in der Zeit

des Baus, während ihres « normalen » Betriebs und nach

der Restaurierung. Die Gruppe « digitale Daten » soll

dagegen eine Art « digitales Abbild der Kathedrale »

erstellen, eine Datenbank in der unter anderem Laservermessungen

des Monuments, Zeichnungen, Fotos,

wissenschaftliche Messungen, also alle Erkenntnisse aus

den Zeiten vor, während und nach dem Brand, zusammentragen

werden.

Man kann sich vorstellen, dass eine große Synergie zwischen

den beiden Baustellen – also der eigentlichen Restaurierung

und der Forschung – notwendig ist ...

So ist es. Für die Bauleitung der Restaurierung wurde

per Dekret vom 29. November 2019 eine staatliche Einrichtung

gegründet, die der Kontrolle des Kulturministeriums

untersteht. Ihr obliegt die Leitung, Koordination

und Umsetzung aller Studien und Arbeiten, die mit der

Restaurierung der Kathedrale in Verbindung stehen. Darüber

hinaus bereitet sie die Wiedereröffnung als Kultstätte

und für Besichtigungen im Jahr 2024 vor. Das Datum

wurde vom Staatspräsidenten vorgegeben. Also müssen

zwei unterschiedliche Welten zusammenarbeiten: einerseits

diejenige, die mit den konkreten Restaurierungsarbeiten

betraut ist, und andererseits die Forschung. Die

Synergie, von der Sie sprechen, ist dabei natürlich entstanden:

Die staatliche Einrichtung erleichtert uns angesichts

der Einschränkungen durch die Arbeiten den Zugang im

Rahmen des Möglichen; umgekehrt teilen wir unsere Beobachtungen

und unser Wissen mit ihr, denn dieses ist im

Zuge der Bauarbeiten oftmals direkt gefragt. Jeder kommt

also auf seine Kosten, vor allem aber glauben wir alle daran,

dass wir gemeinsam an der Zukunft von Notre-Dame

arbeiten.

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Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 65


FRANKREICH HEUTE Kulturerbe & Wissenschaft

Oben: Die verkohlten Holzstücke, die von den Kletterern auf dem Dach der

Kathedrale eingesammelt wurden, werden nummeriert und fotografiert.

Rechts: Ein Spezialist nimmt die Jahresringe von nicht verbrannten Holzbalken unter die

Lupe. Alle Informationen werden erfasst, um eine « digitale Kathedrale » zu erstellen und die

wissenschaftlichen Untersuchungen im Rahmen der Restaurierung von Notre-Dame zu begleiten.

Patrick Boucheron, Professor am Collège de France, schreibt

im Vorwort zu dem soeben veröffentlichten Werk über diese

wissenschaftlichen Arbeiten (siehe Infobox), dass « man die

Voraussetzungen für den Wiederaufbau von Notre-Dame

schafft, indem man ihre Konstruktionstechniken begreift. Anders

gesagt, spricht diese Beschäftigung mit der Vergangenheit

nur von der Zukunft. » Was sagen uns diese Studien über die

Vergangenheit von Notre-Dame im Hinblick auf die Zukunft?

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Die Studien machen in der Tat ungeheure Entdeckungen

möglich. Nehmen Sie beispielsweise die Arbeit der

Gruppe « Metall », insbesondere die durchgeführten Untersuchungen

von Eisen. Im Grunde genommen ist Eisen

nicht das erste Material, das einem in den Sinn kommt,

wenn man an den Bau einer Kathedrale denkt. Und doch

konnte ich mich selbst davon überzeugen, dass bei diesem

Monument sehr viel Eisen verwendet wurde, unter anderem

ein Verkettungssystem aus Eisenstangen, um die

Steine zu verstärken, oder unzählige Nägel und Nieten im

Dachstuhl. Durch den Brand trat eine große Anzahl dieser

Eisenstangen zutage. Durch Untersuchungen konnten

wir sie bereits den verschiedenen Stellen am Gebäude

zuordnen. Diese Information besaßen wir bisher nicht,

doch durch sie werden Funktion und Nutzen der Eisenstangen

deutlich und unser Wissen über die Baumethoden

im Mittelalter größer. Abgesehen davon wird Eisen seit

rund zehn Jahren als Hilfe zur Datierung genutzt. Man

weiß inzwischen, dass darin winzige Kohlenstoffpartikel

eingeschlossen sind, und diese können wir zeitlich einordnen.

Auf diese Weise haben wir entdeckt, dass das Verkettungssystem

bereits beim Bau der Kathedrale im 12.

Jahrhundert in den Steinen fixiert, und nicht später zur

Konsolidierung angebracht wurde, wie man ursprünglich

vermutete. Diese Entdeckung trägt also zum Verständnis

der Konstruktionsmethoden in der Vergangenheit bei.

Wahrscheinlich wird sie auch Auswirkungen darauf haben,

wie wir in Zukunft bauen.

Kommen wir zu einem anderen Material: Man schätzt, dass

etwa 10 000 Holzstücke aus den Dachstühlen von Notre-

Dame verbrannt sind. Bei Untersuchungen hat sich gezeigt,

dass sie nicht nur Spuren der Arbeit der Zimmerleute und der

Vergangenheit tragen, sondern dass man mit ihnen auch einige

überkommene Vorstellungen von Notre-Dame hinterfragen

kann. Das könnte eine große Hilfe für die Zukunft sein ...

Genau, und auch das gehört zu den Erkenntnissen

dieser bemerkenswerten wissenschaftlichen Arbeit. In der

Kathedrale ist sehr viel Holz verbaut, es ist wirklich ein

einzigartiges Material. Selbst in verkohltem Zustand stellt

es für Forscher eine wahre Fundgrube an Informationen

dar. So hat man zum Beispiel an einigen Balken Spuren

vom Behauen entdeckt, sogar an solchen, die durch das

Feuer stark beschädigt waren. Das gibt Aufschluss über

die Bautechniken von früher. Darüber hinaus ist vor allem

die Dendrochronologie eine wertvolle Hilfe. Dabei geht

es um die Jahresringe, die jeder Baum im Laufe seines

Lebens bildet. Man weiß, dass das Holz eines Baumes

dann wächst, wenn er Blätter hat und wenn Fotosynthese

abläuft. Das ist im Frühjahr und im Sommer der Fall. Auf

diese Weise kann man mithilfe der Ringe

das Alter eines Baumes präzise bestimmen.

In Bezug auf Notre-Dame lassen sich daraus

sehr interessante Erkenntnisse ableiten:

Jahresringe an Splintholz, das unversehrt

in den Trümmern gefunden wurde, zeigen,

dass diese Bäume viel später gefällt wurden,

als man bislang angenommen hatte. Für den

Bau von Notre-Dame wurde relativ frisch

geschlagenes Holz verwendet. Aus diesem

Grund werden die 2021 in Frankreich gefällten

Eichen bereits 2023 für die Restaurierung

eingesetzt ... Doch selbst die wissenschaftliche

Untersuchung von Holz, das nur

teilweise « gerettet » werden konnte, liefert

noch interessante Informationen für die

Zukunft. Die Jahresringe machen wertvolle

Aussagen darüber, welche Temperaturen und

welches Klima während des Wachstums eines

jeden Baumes herrschte. Das verbessert

unser Wissen über die klimatischen Bedingungen

im Mittelalter. Bislang wusste man

nur, dass es in dieser Zeit zu einer leichten

Klimaerwärmung kam, ohne dass dies für

den Großraum Paris näher spezifiziert werden

konnte ... Also viele wichtige Daten!

Würden Sie abschließend sagen, dass die Wissenschaft

sich den Herausforderungen stellen konnte,

die durch den Brand entstanden sind?

Ganz ehrlich ja. Für mich als Wissenschaftlerin

konnten die größten Herausforderungen

bewältigt werden. Diese waren

zuallererst menschlicher Natur. Es musste

uns gelingen zusammenzuarbeiten, und zwar

auch mit Nicht-Wissenschaftlern. Insofern

ist nicht von der Hand zu weisen, dass aus

dieser Tragödie eine Art kollektive Intelligenz

ungeheuren Ausmaßes entstanden ist.

Ich weiß aus Erfahrung, dass es bei solchen

Projekten oft das Schwierigste ist, diese zwischenmenschliche

Synergie zu schaffen – abgesehen

von der Beschaffung der finanziellen

Mittel, die die Grundlage für alles darstellen.

Das ist hier ebenfalls gelungen. Forschungsprojekte

ziehen sich jedoch über acht, zehn Jahre hin,

das sollten wir nicht vergessen. Nach dieser Zeit werden

wir beispielsweise das Ergebnis von zehn Doktorarbeiten

kennen, die sich derzeit mit Notre-Dame beschäftigen.

Und wir werden einen umfassenden Überblick über die

Entdeckungen erhalten haben. All das sind großartige

Informationsquellen für die Zukunft. Zudem ist die entwickelte

Methodik vermutlich bei ähnlich dramatischen

Ereignissen hilfreich. Die Zukunft liegt vor uns!

Martine Regert, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Für alle, die noch tiefer

einsteigen möchten:

Lesetipp

Notre-Dame de Paris, la science à

l’œuvre, herausgegeben von Philippe

Dillmann, Pascal Liévaux, Aline

Magnien und Martine Regert, Le

Cherche Midi, 178 Seiten, 35 €, ISBN

978-2749174310.

Dieses kollektive Werk, das von

Martine Regert mitherausgegeben

wurde, ist eine formidable

Informationsquelle und

außergewöhnlich illustriert. Es geht

nicht nur auf den verheerenden

Brand ein, sondern Sie erfahren auch,

in welchem Umfang dieser zu einer unvergleichlichen Mobilisierung

– unter anderem in wissenschaftlicher Hinsicht – auf nationaler und

internationaler Ebene geführt hat. Auf spannende und für Laien

ausgesprochen klare Art fasst es Beiträge herausragender Spezialisten

des CNRS, des Kulturministeriums und der staatlichen Einrichtung für

den Wiederaufbau der Kathedrale zusammen. Ein Buch, das konkret

über das wissenschaftliche Abenteuer berichtet, das bereits kurz nach

dem Feuer im Jahr 2019 begonnen hat.

Quellen im Internet

• Das französische Kulturministerium publiziert umfangreiche

Informationen und Daten im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau

von Notre-Dame. Dafür wurde eine Website ins Leben gerufen, die

beispielsweise einen chronologischen Abriss über die Arbeiten sowie

zahlreiche Fotos und Videos enthält.

(notre-dame-de-paris.culture.gouv.fr)

• Die staatliche Einrichtung für den Wiederaufbau von Notre-Dame

besitzt ebenfalls eine eigene Website. Darauf finden Sie Fotos und

Videos der Bauarbeiten. Weiterhin kann man sich mit einem Obolus

den 360 000 Spendern aus aller Welt anschließen, die bereits die

Restaurierung der Kathedrale unterstützen.

(www.rebatirnotredamedeparis.fr)

• Zu den zahlreichen internationalen Universitäten und

Forschungszentren, die konkret in die wissenschaftlichen Arbeiten für

die Restaurierung von Notre-Dame eingebunden sind, gehören auch

deutsche Einrichtungen. Sie sind ein deutliches Beispiel dafür, dass

die deutsch-französische Kooperation lebt! Besonders die Universität

Bamberg und Prof. Dr. Stephan Albrecht, der persönlich in drei der

genannten Arbeitsgruppen mitarbeitet, leisten eine wichtige Arbeit.

(Nähere Informationen: www.uni-bamberg.de/presse/pm/artikel/

notre-dame-kooperationsvertrag-wiederaufbau/)

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Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 67


FRANKREICH HEUTE Kultur

« Immersive

Ausstellungen »

– die Zukunft der

französischen Museen?

In der Marketingsprache nennt man sie

« immersive Ausstellungen ». Gemeint

sind Inszenierungen, durch die Besucher

mithilfe allerneuester Projektions-

technologie und bester Tonqualität in

Kunstwerke förmlich « eintauchen ».

Sie ziehen Millionen neugierige Menschen

an und wurden innerhalb weniger

Jahre zu Highlights des Kulturtou-

rismus in Frankreich. Denn mittlerweile

kennt nahezu jeder diese « Ausstellungen

2.0 », die es inzwischen an vielen

Orten gibt. Wundert es da, dass ei-

nige Akteure der Kulturszene – vor

allem Museen – solche Erlebnisse als

fundamental für ihre Zukunft ansehen?

68 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 69


FRANKREICH HEUTE Kultur

in Les Baux-de-Provence (Bouches-du-Rhône) die Carrières des Lumières betreibt, in denen

erfolgreiche « immersive Ausstellungen » stattfinden, trat mit einem ungewöhnlichen Projekt

an die Stadt heran. Die Verantwortlichen der Stadt ließen sich überzeugen und vertrauten

das Management für einen Teil des Gebäudes Culturespaces an. Diese Entscheidung verhinderte

nicht nur, dass die ehemalige Unterwasserbasis ganz in Vergessenheit geriet, sondern

machte sie sogar zu einem « Mekka » für Erlebnisse dieser Art, denn laut Culturespaces

sind die Bassins des Lumières heute das « größte Zentrum für digitale Kunst auf der Welt » …

Beschäftigt man sich intensiver mit dem Thema dieser « Erlebnisausstellungen », muss

man sich in der Tat an Superlative gewöhnen: In dieser Welt wird alles sofort als am

« größten », « erstaunlichsten », « immersivsten » präsentiert. In der Tat: Ohne Spitzentechnologie

wären derartige Erlebnisse nicht möglich. Hier projiziert man selbstverständlich

« ultrahochaufgelöste Bilder », die das Ergebnis einer sehr präzisen Digitalisierung sind

und selbst auf riesigen Oberflächen absolut scharf erscheinen. Der Besucher einer Ausstellung

dieser Art – vielleicht sollte man besser von « Zuschauer » und « Vorstellung »

sprechen – muss beeindruckt sein, das steht außer Frage. Dafür sind alle Mittel und

Effekte recht: Stroboskop-Effekte, Überlagerungen von Bildern und Ebenen … Das ist

nicht nur in Bordeaux, sondern auch an anderen Orten so. Und man muss anerkennen,

dass das Konzept wunderbar funktioniert, was die täglichen Warteschlangen vor der Unterwasserbasis

in Bordeaux und anderswo anschaulich illustrieren. Die Besucher sind vom

Konzept überzeugt! In den Bassins des Lumières läuft zurzeit sehr erfolgreich die multimediale

Lichtinstallation Venise la Sérénissime, die noch bis Anfang Januar gezeigt wird.

100 Projektoren und 80 Lautsprecher führen den Besucher zu Klängen von Vivaldi in

einer Art 45-minütigem Wachtraum durch die kulturellen und architektonischen Schätze

Venedigs. Einige Monate zuvor war die Ambiance noch ganz anders, als die Menschen

in Scharen strömten, um in die auf die riesigen Wände projizierten Werke von Cézanne,

Klimt und Picasso – die sich zudem im Wasser der ehemaligen U-Boot-Liegeplätze

spiegelten – sprichwörtlich « einzutauchen ». Die Spiegelung der Projektionen ist eine

Besonderheit und damit ein zusätzlicher Trumpf von Bordeaux gegenüber den anderen

Diejenigen, die Bordeaux ein wenig kennen, haben vielleicht bereits einmal den « U-Boot-

Bunker » im Norden der Stadt gesehen. Das im Mai 1943 von den Nazis eingeweihte

Gebäude war als Basis für die im Atlantik eingesetzten Kampf-U-Boote gebaut worden.

Der imposante Koloss ist 235 Meter lang und hat eine Fläche von insgesamt 45 000 Quadratmetern.

Er war ein « sperriger » Zeitzeuge des Zweiten Weltkriegs, mit dem die Stadt Bordeaux lange

Zeit nichts anzufangen wusste. Das lag jedoch nicht daran, dass man nicht darüber nachgedacht

hätte. Im Verlauf der Jahrzehnte beschäftigten sich zahlreiche Architekten mit dem Thema, kamen

aber alle zum selben Ergebnis: Die 600 000 Kubikmeter Beton, aus denen die Basis besteht, hatten

dem Gebäude zwar die seinerzeit gewünschte Stabilität verschafft, machten aber nun die kleinsten

Veränderungen überdurchschnittlich teuer. Alle Pläne wurden demzufolge am Ende wieder ad

acta gelegt … So stand die Unterwasserbasis viele Jahre nahezu leer, lediglich ein Teil wurde von

den städtischen Betrieben als Hangar genutzt. Von Zeit zu Zeit diente sie vorübergehend als Rahmen

für ein « kühnes » Kulturprojekt – ein Konzert oder eine Ausstellung – wobei man die dort

herrschenden kühlen Temperaturen und die Feuchtigkeit nicht gerade als optimale Bedingungen

bezeichnen kann. Das hätte so weitergehen und der ehemalige U-Boot-Bunker irgendwann in

Vergessenheit geraten können, wenn nicht 2020 ganz urplötzlich Bewegung in die Angelegenheit

gekommen wäre. Das Unternehmen Culturespaces, das seit 2012 in einem ehemaligen Steinbruch

70 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 71


FRANKREICH HEUTE Kultur

Lokalitäten, die von Culturespaces in Frankreich betrieben

werden.

Das Prinzip dieser Inszenierungen wurde ursprünglich

im Steinbruch in Les Baux-de-Provence entwickelt

und funktioniert so gut, dass es schnell auf andere Orte

übertragen wurde. Auf der ganzen Welt gibt es bereits solche

Ausstellungen, weitere sollen in absehbarer Zeit eröffnet

werden, beispielsweise 2023 und 2024 in Deutschland

(siehe Infobox). Selbst der französische Staat interessiert

sich heute für dieses Konzept. So fand beispielsweise im

Palais de la Bourse in Marseille eine « temporäre immersive

Ausstellung » statt, bei der die Besucher dank

hochaufgelöster Bilder und Projektionen die Mona Lisa

auf eine Art entdecken konnten, wie sie sie noch niemals

zuvor gesehen hatten. Das Besondere daran war, dass die

Ausstellung von einer öffentlichen Organisation, nämlich

der Réunion des Musées Nationaux (RMN), also der

Vereinigung der Nationalmuseen, organisiert wurde, die

eigens die Tochtergesellschaft Grand Palais Immersif dafür

gegründet hatte. Grand Palais Immersif mit Sitz in Paris

hat die Aufgabe « immersive und innovative digitale Ausstellungen

zu produzieren und zu verbreiten ». Das innovative

Unternehmen ist sehr aktiv und hat in einem – bis

dato erstaunlicherweise nicht genutzten – riesigen betonierten

Saal der Pariser Opéra Bastille, eine Möglichkeit

geschaffen, pro Jahr zwei multimediale Inszenierungen zu

zeigen. Die erste, Venise révélée, läuft noch bis 19. Februar

2023. Doch das ist noch nicht alles! Ziel des öffentlichen

Unternehmens ist es, zukünftig landesweit derartige Produktionen

zu veranstalten. Eine direkte Konkurrenz zu

Culturespaces also, wo man sich zwischenzeitlich darüber

bewusst ist, dass der französische Staat Museen und Institutionen

ermuntert, immersive Erlebnisse zu konzipieren.

Vermutlich sieht man auf staatlicher Seite darin ein Mittel,

die Besucherfrequenz in öffentlichen Museen wieder zu

steigern, da diese nach den diversen Schließungen der vergangenen

Jahre nach wie vor auf niedrigem Niveau liegt.

Insofern erstaunt es auch nicht, dass die Kulturministerin,

Rima Abdul-Malak, vor Kurzem in der Kleinstadt Saint-

Dizier (Haute-Marne) eine neue « Kulturstätte » namens

Muse einweihte, wo Besucher in einen « geschlossenen

Raum » eine « ganz und gar digitale Ausstellung » entdecken

können. Im Prinzip handelt es sich dabei um die

« Auslagerung » eines Ausstellungssaales des Grand Palais

Immersif, in dem dessen Produktionen gezeigt werden sollen.

Nach und nach entsteht also ein regelrechtes Ökosystem

… Die erste Ausstellung ist Pompeji

gewidmet und soll sechs Monate laufen.

In der Folge sind Themen wie « Mona

Lisa » und « Venedig und das Meer »

geplant. Themen also, die in der (noch)

kleinen Welt der immersiven Kunst offensichtlich

beliebt sind. Das liegt daran,

dass die meisten der präsentierten Werke

inzwischen Gemeingut sind. Abgesehen

von hohen Investitionen zu Beginn, um

einen Ort für solche Kunsterlebnisse

vorzubereiten und einzurichten, sind die

Folgekosten deutlich geringer und die

Veranstaltungen werden schnell rentabel.

Dazu kommt, dass auch viele andere

Auflagen und Hindernisse wegfallen, die

bei « richtigen Kunstwerken » bestehen

(Transport, Aufbewahrungsbedingungen,

Versicherung usw.). Alles spricht

also dafür, dass es in Zukunft wohl immer

mehr immersive Ausstellungen in

Frankreich geben wird. Vielleicht liegt

in ihnen die Zukunft der öffentlichen

Museen …

Alle Fotos in diesem Artikel stammen von

Ausstellungen, die Culturespaces in den Bassins

des Lumières in Bordeaux (Gironde) zeigte.

Culturespaces plant zwei

Stätten in Deutschland

Das französische Unternehmen

Culturespaces, einer der Pioniere im

Bereich immersiver Ausstellungen, ist

bereits in folgenden Städten vertreten:

Paris (Atelier des Lumières), Bordeaux

(Bassin des Lumières), Les Baux-de-

Provence (Carrières des Lumières),

Amsterdam (Fabrique des Lumières),

New-York (Hall des Lumières), Dubai

(Infinity des Lumières), Seoul (Théâtre

des Lumières) und Jeju in Südkorea

(Bunker des Lumières). Anfang 2023 soll

in Deutschland Phoenix des Lumières

eröffnet werden. In der ehemaligen

Gasfabrik des Hochofens Phoenix West,

nur 15 Minuten vom Stadtzentrum

Dortmund entfernt, werden dann

multimediale Lichtinstallationen

gezeigt. 2024 ist die Eröffnung eines

weiteren « Tempels » für derartige

Inszenierungen im Hamburger Viertel

HafenCity geplant: der Port des

Lumières. Dort ist vorgesehen, mit über

100 Projektoren und 60 Lautsprechern

3000 Bilder pro Sekunde auf eine 3120

Quadratmeter große Projektionsfläche

zu übertragen und auf diese Weise

Kunst zum Leben zu erwecken.

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 73


FRANKREICH HEUTE Kultur / Serie

Pablo Picasso

Teil 2: « Ist Picasso nicht der Künstler, der mit Frauen Probleme hatte? »

Seit einigen Jahren wird im Zuge der #MeToo-Debatte das Image von Pablo Picasso,

den man bis dato als legendären und unantastbaren Künstler betrachtete, immer wieder

hinterfragt. Und das nicht gerade unter einem positiven Blickwinkel. Vor allem in

Frankreich ist das offensichtlich, denn hier häufen sich Artikel, Biografien und Abhandlungen,

die sich ganz offen mit der Frage auseinandersetzen, welche Verhaltensweisen

der Künstler gegenüber Frauen an den Tag legte. In diesem Zusammenhang kommen

immer wieder Aspekte wie « unselig » oder gar « gewalttätig » zur Sprache. Vor allem in

den sozialen Netzwerken nehmen die Diskussionen über diese Vorwürfe ein solches

Ausmaß an, dass sich die Meinung einer ganzen Generation über den « Meister der modernen

Malerei » möglicherweise radikal verändert. Im ersten Teil dieser kleinen Serie

befassten wir uns damit, dass Frankreich Picasso immer als Ausländer betrachtete

(Picasso, der Ausländer, den Frankreich nicht akzeptieren wollte, Frankreich erleben

Nr. 84). Über das oben erwähnte Thema unterhielten wir uns nun mit jemandem, der

sich von Berufs wegen mit Picasso beschäftigt. Cécile Debray leitet das bedeutendste

Museum, das diesem Künstler gewidmet ist: das Musée Picasso Paris.

74 · Frankreich erleben · Winter 2022/23


FRANKREICH HEUTE Kultur / Serie

Vorherige Seiten: Porträt von Pablo Picasso (von André Gomès, 1965) und

eines der Werke, die im Garten des Musée Picasso in Paris stehen.

Oben: Eingangsbereich des Picasso-Museums mit der Ehrentreppe.

Zum Kontext dieser Serie

2023 werden Frankreich und viele andere Länder den 50.

Todestag von Pablo Picasso (1881-1973) begehen. Aus diesem

Anlass erschien es uns interessant, uns etwas vom « klassischen

» Porträt des Künstlers zu entfernen, wie man es oft

in den Medien finden kann. Denn allzu oft beschränken sich

die Berichte über Picassos Leben darauf, ihn als « einen der

größten Künstler unserer Zeit » zu loben. Sicher ist er das.

Diese Beschreibung wird aber der Person des Malers nicht

gerecht, denn es gibt noch andere Facetten in seinem Leben,

die zu einem umfassenden Bild dazugehören. Obwohl man

das Gefühl hat, über Picasso sei bereits alles – oder fast alles

– gesagt und geschrieben worden, wurden in jüngster Zeit

Arbeiten veröffentlicht, die mit dem Thema differenzierter

umgehen. Sie sind in unseren Augen hilfreich, den großen

Maler, den Menschen und sein Leben aus einer anderen Perspektive

zu betrachten.

Cécile Debray, seit knapp

einem Jahr leiten Sie das

Picasso-Museum in Paris.

Stellen Sie fest, dass sich die

Einstellung der Besucher gegenüber

dem Künstler und

seinem Werk verändert?

Das ist eindeutig der

Fall. Das wurde mir schnell

klar, seit ich an der Spitze

des Museums stehe. Ich erinnere

mich noch gut daran,

wie ich mich eines Tages

mit dem Sohn von Freunden unterhielt und dabei meine

Ernennung zur Leiterin des Picasso-Museums erwähnte.

Seine spontane Reaktion hat mich wirklich überrascht:

« Picasso? Ist das nicht der Künstler, der Probleme mit

Frauen hatte? », war seine erste Frage. Ich gebe zu, dass

ich auf so etwas ganz und gar nicht gefasst war! Mir wurde

urplötzlich bewusst, dass dieser Gymnasiast den Namen

Picasso im Prinzip nicht mit der Malerei assoziierte,

sondern spontan mit einem Verhalten, das in den sozialen

Netzwerken weitgehend als frauenfeindlich dargestellt

wird. Und dass er mit dieser Auffassung nicht alleine dasteht,

konnte ich in der Zwischenzeit mehrfach feststellen.

Diese Auffassung ist auf « Facebook & Co. » – und demzufolge

generell bei jüngeren Menschen, den Hauptnutzern

solcher Kommunikationskanäle – in der Tat sehr weit

verbreitet. Das Thema ist dort auch heute noch aktuell …

Ist diese « plötzlich » entstandene, heftige Debatte über das

Verhältnis Picassos zu Frauen in den Social Media bereits im

Museum selbst zu spüren?

Ein wenig, das ist unbestritten. Aber eher in einem

vagen und allgemeinen Kontext, der mehr durch das

Internet und die Medien entstanden ist, als durch die

Besucher selbst. Diese stehen Picasso nach wir vor eher

positiv gegenüber. Junge Menschen, die mehr « online »

sind, haben leider keinen großen Anteil an den Museumsbesuchern.

Wenn wir allerdings auch in Zukunft unserer

Aufgabe nachkommen wollen, das Vermächtnis Picassos

weiterzugeben, müssen wir besonders auf diese jungen

Menschen eingehen. Davon bin ich überzeugt, und daher

ist das für mich heute eine zentrale Verpflichtung. Dazu

gehört zwangsläufig, dass wir ihre Fragestellungen ernst

nehmen, egal, welche Form diese annehmen. Fragestellungen

die, nebenbei bemerkt, absolut legitim sind. Abgesehen

davon dürfen wir jedoch die Mission des Museums

nicht vergessen, für die sich die Mitarbeiter Tag für Tag

aktiv einsetzen, nämlich das Werk Picassos zu bewahren,

aufzuwerten und zu verbreiten.

Es scheint so, als betrachte die jüngere Generation Picasso heute

mit anderen Augen. Als würde sich der bestehende « Mythos »

des mehr oder weniger unantastbaren Künstlers heute auflösen

und dahinter ein « ganz gewöhnlicher » Mann zum Vorschein

kommen, jemand, bei dem man keine Hemmungen hat, ganz

offen Kritik zu üben …

Das ist wahr, aber nur bedingt. Picasso wurde schon

zu Lebzeiten heftig angegriffen. Und als er 1973 starb,

76 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 77


FRANKREICH HEUTE Kultur / Serie

bezeichnete man seine letzten Bilder als dekadent und

überholt. Das, was heute abläuft, ist ebenfalls heftig,

manchmal übertrieben und oft ungerecht. Es geht um

biografische Aspekte, um die Person des Künstlers, im

Wesentlichen – wenn nicht sogar ausschließlich – um seine

Beziehung zu Frauen. Diese Diskussionen können wir

nicht ignorieren. Die Informationen, die in sozialen Netzwerken

kursieren, zwingen uns dazu, unsere Komfortzone

zu verlassen. Sie zwingen uns, unsere Gewohnheiten,

unsere Überzeugungen abzulegen. Wie die meisten Besucher

des Museums gehöre ich zu einer Altersgruppe,

die Picasso immer als einen der großen Kreativen der

modernen Kunst betrachtete, als einen ihrer Wegbereiter,

einen wunderbaren Maler, einen Erfinder von Formen. In

dieser Beziehung besitzt er für mich und viele andere eine

besondere Aura. Dennoch verstehe ich absolut, dass man

den « Meister der modernen Kunst » heute mit anderen

Augen sehen kann. Um sich eine eigene Meinung bilden

zu können, muss man allerdings objektive Informationen

besitzen, die von Fachleuten überprüft und für korrekt befunden

wurden; man muss diese Informationen im richtigen

Kontext beurteilen. Dafür ist es meiner Ansicht nach

wichtig, Picassos Werk zu zeigen, zu erklären, vielleicht

sogar zu entschlüsseln. Soziale Medien kommunizieren

in der Regel nur lückenhafte Informationen für das Verständnis

dieser Kunst und vor allem können sie nicht das

vermitteln, was die physische Betrachtung eines Originalwerks

vermittelt. Folglich besteht eine echte Gefahr, dass

die « Person Picasso » durch die derzeitigen Diskussionen

bei jüngeren Menschen dauerhaft

Schaden erleidet. Ich glaube,

dass es wichtig ist, in diesem

Kontext objektive Antworten

zu geben.

Eine der Prioritäten des Musée Picasso ist es,

junge Menschen zum Besuch zu animieren.

Wie wollen Sie konkret an dieser

Debatte teilnehmen und solche objektiven

Antworten geben?

Bevor man Antworten geben

kann, muss man sich meines

Erachtens nach zunächst

offen für Dialog zeigen. Man

darf keine Angst vor Fragen

haben, im Gegenteil. Deshalb

haben wir im Museum eine

Veranstaltungsreihe kreiert, die polemische Fragestellungen

in Bezug auf Picasso thematisiert, diejenigen

eingeschlossen, die in den vergangenen Jahren in den

Social Media diskutiert wurden. Jeden Monat laden wir

bedeutende Persönlichkeiten wie Forscher, Künstler,

Schriftsteller und Kunsthistoriker ins Museum ein, die

vor einem ausgewählten Publikum über Themen wie

« Muss man Werk und Autor trennen? », « Die Sexualität

in der Kunst », « Kunst und Gewalt » oder « Die Frage des

Postkolonialismus bei Picasso » diskutieren. In diesem

Rahmen arbeiten wir mit Studentengruppen aus Universitäten

und Hochschulen – unter anderem École du Louvre,

École des Beaux-Arts, Institut für Politikwissenschaften

– zusammen. Diese bilden gemeinsam mit einem Teil

der Mitarbeiter das Publikum dieser Debatten. Dahinter

steht der Gedanke, einen regen Austausch zwischen den

Teilnehmern zu schaffen. Uns wiederum soll der kollektive

Gedankenaustausch neue Hilfsmittel und Argumente

an die Hand geben. Die Debatten werden aufgezeichnet

und im kommenden Sommer im nationalen Radiosender

France Culture ausgestrahlt.

Die Sammlung im Picasso-Museum ist immerhin die weltweit

bedeutendste Sammlung dieser Art. Sie haben beschlossen, noch

mehr aus diesem Bestand zu zeigen, also noch mehr Werke aus

dem Depot zu holen …

Ja, ich habe mich verpflichtet, die Sammlung so umzustrukturieren,

dass mehr davon zu sehen ist und die Menschen

auf diese Weise mehr über Picasso erfahren. Angesichts

bestimmter Vorwürfe in den sozialen Medien ist es

zweifellos sinnvoll, die Subtilität und Komplexität seines

Werkes zu zeigen. Dafür wollen wir mithilfe unseres außerordentlichen

Bestands an Zeichnungen den Kreativitätsprozess

aufzeigen, radikale Werke ausstellen, um den

Erfindungsgeist und den revolutionären Charakter seines

Schaffens spüren zu lassen, und zudem die Archive mit

Manuskripten und Werken öffnen, die Picasso als Dichter

zeigen. Das sind nur einige Beispiele. Man darf sich

nicht darauf beschränken, sich anhand einiger Zeilen im

Internet eine Meinung zu bilden. Ich glaube, es ist wichtig,

sich Picasso auf neue Art anzunähern,

ihn aus anderen Blickwinkeln

zu betrachten, um eine

Verbindung zu uns, zur heutigen

Zeit herzustellen. Wenn Annie

Cohen-Solal (Anm. d. Red.:

Autorin des Buches « Un étranger

nommé Picasso, Fayard, 2021,

siehe Frankreich erleben Nr. 84)

auf den weitgehend unbekannten

Status Picassos als Ausländer

eingeht, zeigt sie, dass

dieser selbst mit Polizeigewalt

konfrontiert war, wie sie junge

Menschen auch heute teilweise

erfahren. Das ist ebenfalls eine

Facette von Picasso. Wir entwickeln daher eine Reihe von

Sonderausstellungen über den Einfluss des Künstlers im

weiteren Sinne. Im Februar 2023 zeigen wir beispielsweise

Werke der schwarzen amerikanischen Künstlerin Faith

Ringgold, die der Harlem-Renaissance zuzuordnen ist und

sich mit der Figur Picassos auseinandersetzte.

Man könnte sagen, die Person Picasso ist in der Beziehung

zu Frauen anachronistisch und sexistisch. Der Ende

des 19. Jahrhunderts im Süden Spaniens geborene Maler

war seinen Gefährtinnen gegenüber sehr besitzergreifend

und eifersüchtig, manchmal manipulatorisch oder gar

Der Jupiter-Salon im Musée Picasso Paris und das Gemälde La Flûte de Pan, das der Künstler 1923 malte.

gewalttätig. Das ist bekannt und gut belegt. Es ist gut

belegt, da man sich schon früh mit der Biografie Picassos

auseinandersetzte, und zwar nahezu exzessiv. Zahlreiche

Historiker und Journalisten projizierten gewissermaßen

die Faszination für eine in ihrer Einbildung herrschende

Männlichkeit auf den Künstler, die dieser nur allzu gerne

in Szene setzte. Mir erscheint es dagegen viel interessanter,

diesen Mythos Picasso zu entkräften und angemessen

zwischen Fantasien und erwiesenen Fakten zu unterscheiden.

Auf diese Weise kann man ein Gleichgewicht

finden, ohne auf der einen Seite in eine Verherrlichung

zu verfallen oder ihn auf der anderen Seite schlicht und

einfach moralisch zu verdammen. Und in diesem Kontext

glaube ich, dass es hilft, die Komplexität von Picasso von

allen Seiten zu beleuchten, indem man so viele Werke

wie möglich ausstellt. Auf jeden Fall ist das die Rolle des

Picasso-Museums.

Sollte man auf die Kritik an Picasso nicht direkt in den sozialen

Netzwerken antworten?

Diese Frage habe ich mir gestellt. Allerdings glaube

ich, dass es schwierig ist, « als Museum » direkt in diesen

Medien zu antworten. Wir kämpfen nicht mit denselben

Waffen. Wissen Sie, ich habe diese kritischen Inhalte intensiv

analysiert, sowohl inhaltlich als auch formal. Viele

Informationen, die dort zirkulieren, sind aus dem Zusammenhang

gerissen, wurden verstümmelt und interpretiert,

man könnte sagen, sie wurden « in einen anderen Sinnzusammenhang

gestellt », durch Tonfall und Vokabular

fehlgeleitet. Sie sind gemacht, um Aufmerksamkeit zu erregen,

um schnell gelesen und geteilt zu werden. Internet

funktioniert so, das kann ich nachvollziehen. In unserer

Rolle als Institution und Kunsthistoriker ist es wichtig,

diese Ausdrucks- und Kommunikationsweisen zu beobachten

und zu verstehen, dennoch ist es unsere Pflicht,

eine gewisse Zurückhaltung zu wahren, eine historische

und ästhetische Vorgehensweise beizubehalten. Angesichts

der aufgeworfenen Kritikpunkte liegt unsere Stärke

in der intellektuellen Gewissenhaftigkeit und der Fähigkeit

zuzuhören und reflektiert zu agieren. Wir müssen uns

die notwendige Zeit für die Suche nach der richtigen Argumentation

nehmen und gleichzeitig neue Perspektiven,

die durch diese Diskussionen entstehen, einbeziehen. Es

ist eine schwierige Aufgabe, aber sie ist notwendig. Und

Sie können mir glauben, letztendlich ist es eine packende

Aufgabe. Durch meine 25-jährige Berufserfahrung weiß

ich, dass es das Wichtigste ist, sich mit dem Kern der

Sache zu beschäftigen und vor allem Fachleute zu Wort

kommen zu lassen, sodass auf diese Weise eine echte öffentliche

Debatte entsteht. Eines Tages ist es vielleicht so

weit, dass man auch soziale Netzwerke für Entgegnungen

nutzt, aber zurzeit ist das noch viel zu früh. Zunächst geht

es darum, zu beschwichtigen und zu einer differenzierteren

Betrachtungsweise zurückzufinden.

Cécile Debray, wir danken Ihnen für das Gespräch.

78 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 79


ART DE VIVRE Wein

WEINE AUS DEM LOIRE-TAL

Berühmte Schlösser

und ihre Weine

Das Loire-Tal ist vor allem für seine zahlreichen

Schlösser bekannt. Namen wie Chambord und

Chenonceau zählen dabei zu den bemerkenswertesten

Vertretern des historischen und architektonischen

Erbes in Frankreich. Wussten Sie auch, dass auf dem

Boden dieser touristischen Prunkstücke Wein angebaut

wird, der heute durchaus mit den renommierten

Weinen aus dem Loire-Tal mithalten kann?

80 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 81


ART DE VIVRE Wein

Chambord: auf dem Weg

zum Weintourismus!

Am 4. Juli 2022 herrschte in der Nähe des Schlosses Chambord (Loir-et-

Cher) Aufregung. Genauer gesagt auf dem landwirtschaftlichen Gut des

Anwesens, das direkt an der Ringmauer liegt und von wo aus man einen

spektakulären Blick auf das Schloss hat. Nach umfangreichen und kostspieligen

Bauarbeiten wurde dort in der Nähe der Reben der nagelneue Weinkeller von

Chambord eingeweiht. Er hat die « bescheidene » Summe von rund 2,2 Millionen

Euro verschlungen, die vom französischen Staat (dem Eigentümer des

Schlosses), von Mäzenen aus dem Unternehmensbereich sowie von privaten

Spendern finanziert wurde. Das Gebäude beherbergt derzeit 14 thermoregulierte

Stahltanks sowie Barriquefässer aus Eichenholz aus den Wäldern von Chambord,

in denen zukünftig der Wein aus den schlosseigenen Reben gekeltert wird.

In der Folge sollen in dem ausgedehnten neuen Gebäude Ferienwohnungen und

Gästezimmer entstehen, sodass Chambord – so der Wunsch der Verantwortlichen

– ein « Ziel für Weintouristen » wird. Wenn schon, denn schon!

Man muss wissen, dass der Wein auf Chambord eine lange Tradition hat:

Als Franz I. (1494-1547) im Jahr 1519 mit dem Bau des Schlosses begann,

ließ er noch im selben Jahr 80 000 Rebstöcke einer weißen Traubensorte aus

Burgund, genauer gesagt aus der Stadt Beaune, kommen. Allerdings wollte der

König wohl erst den Boden vor Ort « testen » und ließ die Reben vorsichtshalber

40 Kilometer vom heutigen Schloss entfernt pflanzen, nämlich im Dorf Romorantin

(Loir-et-Cher), wo seine Mutter, Luise von Savoyen (1476-1531), ein

Schloss besaß. Ein kleines Detail am Rande: Die ursprünglich aus Burgund

stammende Rebsorte wurde in der Folge offiziell auf den Namen des Dorfes

getauft. Die Rebsorte Romorantin wird nach wie vor sehr geschätzt und ist die

einzige Rebsorte, die in der Appellation d’origine contrôlée (AOC) Cour-Cheverny

angebaut wird. Letzten Endes war es aber ein anderer König, Ludwig XVI.

(1754-1793), der den Weinanbau auf Château de Chambord einführte. 1787 eröffnete

er dort nicht nur ein Gestüt, sondern ließ gleichzeitig Reben anpflanzen.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sich diese ausgezeichnet, wurden

aber dann, wie so viele andere, Opfer der sich damals ausbreitenden Reblausplage.

Es sollte bis 2015 dauern, bis auf Chambord wieder der Wein Einzug hielt.

Im Hinblick auf den 500. Geburtstag des Schlosses im Jahr 2019 entschied der

Geschäftsführer von Chambord, Jean d’Haussonville (der im Übrigen von 2007

bis 2009 Kulturbeauftragter der französischen Botschaft in Berlin war, bevor er

2010 die Stelle im Loire-Tal antrat), eine 14 Hektar große Fläche mit Reben zu

bepflanzen. Bis 2019 wurden sukzessive fünf Rebsorten gepflanzt: Romorantin

(4 Hektar), Spätburgunder (4 Hektar), Sauvignon (3 Hektar), Arbois (2 Hektar)

und Gamay (1 Hektar). Daraus werden heute drei Weine produziert, die

man auf Schloss Chambord verkosten und kaufen kann: der Rotwein Château

de Chambord, AOC Cheverny (Assemblage aus 16 % Gamay und 84 % Spätburgunder)

sowie die beiden Weißweine Domaine national de Chambord, (ein Vin

de France, also ein Tafelwein, aus 100 % Romorantin; die Reben entstanden

durch Vermehrung von Stöcken, die noch aus der Zeit vor der Reblausplage

stammen) und Domaine de Chambord, Indication géographique protégée (IGP) Val

de Loire (überwiegend Sauvignon und ein kleiner Anteil Orbois). Neben dem

Verkauf direkt auf Château de Chambord kann man die Weine auch in der Halle

d’accueil sowie in einigen Geschäften in der Umgebung beziehen oder über die

Website bestellen (Achtung: Versand nur in Frankreich!).

Château de Chambord · 41250 Chambord · Telefon: +33 (0)2 54 50 40 00

www.chambord.org · Weine ab 20 € pro Flasche.

82 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 83


ART DE VIVRE Wein

Chenonceau: Einsatz

für die Appellation

Schloss Chenonceau (Indre-et-Loire) hatte bekanntlich

schon immer eine besonders enge Beziehung zu Frauen

(siehe Frankreich erleben Nr. 80: Château de Chenonceau,

florale Kunst im Schloss). Der Ruf des Schlosses kommt

nicht von ungefähr, denn es hatte in der Vergangenheit

mehrere berühmte Besitzerinnen: Diana von Poitiers

(1499-1566), Katharina von Medici (1519-1589) und

Louise Guillaume de Fontaine (1706-1799) – genannt

Madame Dupin –, eine Frau mit Esprit und eine frühe

Feministin, die im Schloss einen glanzvollen literarischen

Salon einrichtete. Diese Frauen spielten alle eine entscheidende

Rolle für den Weinbau auf Schloss Chenonceau und

in der Umgebung. Diana von Poitiers interessierte sich

sehr für Wein und war die Erste, die Rebstöcke namens

Plant d’Anjou in die Touraine holte. Im 16. Jahrhundert

machte der Schriftsteller der Renaissance Rabelais (1483-

1553), der geistige Vater von Gargantua, die Reben unter

der Bezeichnung Chenin populär, einen Namen, den diese

Sorte noch heute trägt. Die Italienerin Katharina von

Medici wiederum ließ alles Mögliche nach Chenonceau

importieren, was dazu geeignet war, in ihrer neuen Heimat

im Loire-Tal die Erinnerung an die Toskana beziehungsweise

den Süden generell wachzuhalten. Sie brachte

ihre ausgesprochene Vorliebe für mediterranes Obst und

Gemüse dadurch zum Ausdruck, dass sie im Gemüsegarten

des Schlosses Artischocken, Spargel, Brokkoli, Bohnen

und vieles andere anpflanzen ließ. Zur Pflege holte

sie eigens Gärtner aus Kalabrien und Sizilien, die – unter

den neugierigen Blicken der lokalen Gärtner – bis dato

in der Region unbekannte Oliven-, Zitronen- und Orangenbäume

pflegten. Auch in Bezug auf den Wein hegte

Katharina von Medici einen « südlichen Geschmack » und

ließ 1550 « exotische » Rebstöcke aus dem Rhone-Tal an

die Loire bringen. Laut Informationen aus Archiven waren

es « Stöcke aus Tournon », man geht heute davon aus,

dass es sich vermutlich um die Sorte Grenache handelte,

deren Trauben fruchtige Rotweine ergeben. Was die dritte

berühmte Eigentümerin von Chenonceau angeht, Madame

Dupin, so soll diese historischen Überlieferungen

zufolge keine Gelegenheit ausgelassen haben, den Wein

und den Weinanbau gegenüber ihren zahlreichen Gästen

anzupreisen … Man kann also sagen, dass die Frauen auf

Schloss Chenonceau schon immer Reben und Wein zugetan

waren und sich mit Kräften dafür einsetzten!

Daher ist es auch nicht erstaunlich, dass sich diese

Tradition heute noch fortsetzt. Und zwar nicht nur auf

dem Gut von Schloss Chenonceau selbst, sondern auch

im Umfeld des Schlosses, wo seit 2011 die Appellation

d’origine contrôlée Touraine-Chenonceaux existiert. Der

Name leitet sich jedoch von der Gemeinde Chenonceaux

ab, die sich, im Gegensatz zum Schloss, mit einem « x »

am Ende schreibt. Die Herkunftsbezeichnung umfasst

rund 50 Produzenten in 27 Gemeinden zu beiden Ufern

des Flusses Cher, den das Schloss so elegant überspannt.

Knapp die Hälfte dieser Winzer sind Frauen! In der AOC

werden hauptsächlich zwei Weinsorten produziert: der

Touraine-Chenonceaux blanc, ein rebsortenreiner Weißwein

(100 % Sauvignon) und der Touraine-Chenonceaux

rouge, ein Rotwein, eine Assemblage aus Côt (die lokale

Bezeichnung für Malbec, der mindestens einen Anteil von

50 % haben muss) und Cabernet Franc (mindestens 35 %).

Auch aus der 10 Hektar großen Rebfläche, die zu Schloss

Chenonceau gehört, werden zwei Weine der Appellation

Touraine-Chenonceaux erzeugt. Produziert werden die

beiden Cuvées (ein Weißwein und ein Rotwein), die den

Namen des Schlosses tragen, von einem lokalen Winzer

(Caves du Père Auguste) im nahe gelegenen Dorf Civrayde-Touraine

(Indre-et-Loire).

Dass der Wein auf Chenonceau immer noch einen

hohen Stellenwert hat und man sich für die Vermarktung

der Herkunftsbezeichnung Touraine-Chenon-

ceaux engagiert, zeigt sich auch daran, dass jedes Jahr

im Juli ein großes Fest rund um die regionalen Weine

organisiert wird. Bei einer Dégustation sous les étoiles

präsentieren die Produzenten dieser Appellation in der

großen Galerie über dem Fluss Cher ihre Rebsäfte, und

die Besucher können im Mondschein mit einem Glas

Wein in der Hand durch die Gärten flanieren. Traditionsgemäß

werden bei diesem Anlass jedes Jahr drei Flaschen

Weißwein und drei Flaschen Rotwein im Cave des

Dômes, dem wunderschönen Weinkeller des Schlosses,

eingemauert und erst fünf Jahre später wieder hervorgeholt,

um zugunsten eines karitativen Zwecks versteigert

zu werden.

Château de Chenonceau · 37150 Chenonceaux

Telefon: +33 (0)2 47 23 44 02 · www.chenonceau.com

Im Weinkeller des Schlosses Cave des Dômes kann man die

schlosseigenen Weine verkosten und kaufen (Einzelflaschen

oder Set mit drei Flaschen).

Ab 30 € pro Flasche.

Französisch lernen am Puls der Zeit

84 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

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S p r a c h t r a i n i n g • L a n d e s k u n d e • V o k a b e l h i l f e n • Ü b u n g s mat e r i a l

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ART DE VIVRE Wein

Auch andere bekannte Schlösser an der Loire haben ihren eigenen Wein

Château de Cheverny (Loir-et-Cher)

Viele Menschen, die Schloss Cheverney

heute besuchen, sind auf den Spuren

von Tim und Struppi (siehe Frankreich

erleben Nr. 43: Cheverny, das Schloss von

Tim und Struppi). Deren geistiger Vater,

der Comiczeichner Hergé (1907-1983),

ließ sich nämlich von der Architektur von

Cheverny inspirieren, als er das berühmte

Schloss Mühlenhof zeichnete. Bald kann

man auf Château de Cheverny einen

schlosseigenen Weißwein verkosten,

denn 2018 wurden dort Reben der Sorten

Sauvignon und Chardonnay gepflanzt.

Der Wein soll von der Winzerkooperative

in Mont-près-Chambord (Loir-et-Cher)

vinifiziert werden.

www.chateau-cheverny.fr/de/

Château de Valençay (Indre)

Schloss Valençay gilt als eine der

wichtigsten Kulturstätten im Loire-Tal

und zeichnet sich dadurch aus, dass es

komplett möbliert und reich dekoriert

ist. Dort befindet sich nämlich die

unglaubliche Sammlung eines Fürsten,

der einen ausgeprägten Sinn für schöne

Dinge und Kultur hatte. Charles-Maurice

de Talleyrand-Périgord (1754-1838),

bekannt unter dem Kurznamen

Talleyrand, war einer der bedeutendsten

französischen Diplomaten und

zudem ein reicher Sammler und

leidenschaftlicher Reisender. Was den

Wein angeht, so gaben das Schloss

und die gleichnamige Gemeinde der

Appellation d’origine contrôlée (AOC)

Valençay den Namen. Die Appellation

erstreckt sich über eine Fläche von 2400

Hektar, von denen 165 auf dem Gebiet

des Schlossguts liegen. Hauptrebsorten

sind Gamay für die Rotweine und

Sauvignon für die Weißweine.

www.chateau-valencay.fr

Château de Brissac (Maine-et-Loire)

Château de Brissac ist mit seinen

sieben Etagen und 204 Zimmern als das

« höchste Schloss Frankreichs » berühmt.

Zum Anwesen gehört eine 28 Hektar

große Rebfläche mit den Sorten Chenin,

Cabernet Sauvignon und Grolleau,

aus deren Trauben mehrere Weiß- und

Rotweine erzeugt werden. Vinifiziert

werden die Weine in der lokalen

Kooperative Caves de la Loire. Sie

werden unter der Bezeichnung « Château

des Cossé » verkauft und tragen damit

den Namen der Familie, die das Anwesen

seit dem 16. Jahrhundert besitzt.

www.chateau-brissac.fr

Château de Valmer (Indre-et-Loire)

Schloss Valmer liegt inmitten der

Appellation Vouvray, ist ein Juwel

der Renaissance-Architektur und

besitzt einen als Jardin remarquable

klassifizierten Park. Zum Schloss

gehören 35 Hektar Reben (ausschließlich

Chenin), von denen sechs Hektar im

vollständig mit historischen Mauern

eingefassten Park liegen. Aus den

Trauben werden trockene, halbtrockene

und liebliche weiße Schaumweine

produziert.

www.chateaudevalmer.com

Château de Saumur (Foto)

(Maine-et-Loire)

Zum Schluss noch eine ungewöhnliche

Initiative: Vielleicht haben Sie das Schloss

Saumur, das so stolz oberhalb der Stadt

auf dem Felsen thront, bereits einmal

besichtigt und bei dieser Gelegenheit

auch den hübschen Weinberg zu Füßen

des Schlosses bemerkt. Seine Ausmaße

sind mit 2800 m² bescheiden. Er wurde

von einem lokal ansässigen Weingut

bestellt, und aus den Trauben entstand

ein Wein, der traditionsgemäß bei Feiern

und Festen in der Stadt serviert wurde.

Nach einhelliger Meinung entsprach der

Wein jedoch nicht der Qualität, die man

in dieser renommierten Weinbauregion

erwartet. Die Verantwortlichen der

Stadt Saumur trafen daher eine nicht

alltägliche Entscheidung: Seit 2021

sind die Auszubildenden eines nahe

gelegenen beruflichen Gymnasiums für

Landwirtschaft (Lycée Edgard Pisani

in Montreuil-Bellay) für die Reben

verantwortlich. Bleibt zu hoffen, dass es

Auszubildenden und Ausbildern gelingt,

dem Wein wieder zu einem Ansehen

zu verhelfen, wie es den Reben von

Schloss Saumur gebührt! Man sollte die

Angelegenheit im Auge behalten!

www.chateau-saumur.fr

86 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 87


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Ausgaben, finden Sie im Internet: www.frankreicherleben.de

8

9

7

12

Reisethemen,

nach Regionen

geordnet:

Landesweite Themen

6

11

1 2

3

10

13

5

Nr.

Natur – Die schönsten Bäume 82

Frankreichs

Winterliche Illuminationen – 81

Der Faszinierende Zauber der

Lichterstädte

Freizeitparks: Familienerlebnisse 79

in Frankreich

Radtourismus – von der Bretagne 77

bis an die belgische Grenze

Die schönsten Küstenwege 67

Fahrradrouten – Die schönsten 59

Strecken entlang der Küsten

Weihnachtsmärkte – Wo geht es 57

noch authentisch zu?

Winterurlaub – Romantische

Skistationen anstatt Bettenburgen 57

Wellness in den Bergen – Nach 43

dem Sport die Erholung

10 Ideen… – …für Ferien am Meer 40

1 Paris Nr.

Paris – Streit um die Schönheit 83

der Stadt

Delacroix in Saint-Sulpice – Das 76

Werk eines ganzen Lebens

Städteplanung – Champs-

75

Élysées: eine Aufforderung zum

Träumen?

Coup de cœur – Die

65

Straßenbuchhändler an den

Seine-Quais in Paris

Saint-Germain-des-Prés: Mehr 60

als ein Viertel, die Seele von Paris?

Le Train Bleu – Ist das legendäre 58

Restaurant noch immer einen

Besuch wert ?

Musée d‘Histoire de la Médecine 57

– ein ungewöhnliches Museum im

Herzen der Hauptstadt

Le Bon Marché – Eine Pariser 41

Institution feiert ihren 160.

Geburtstag

Hôtel des Invalides – Ein kleines 38

Militär-Versailles mitten in Paris

Avenue des Champs-Elysées 36

– Wie steht es um den Glanz des

Prachtboulevards?

HOTELS

La Lanterne – Paris 76

Le Narcisse Blanc – Paris 62

4

15

14

16

17

18

2 Pariser Umland Nr.

Yvelines – Bergerie nationale de 83

Rambouillet, der Krieg der Schafe

Ecouen – Ein Museum für die 50

Renaissance

HOTELS

Hôtel Paradiso – Paris 79

3 Norden & Champagne Nr.

Hauts-de-France / Nord-Pasde-Calais

– Nordfrankreich:

84

vom Kohlerevier zum beliebten

Tourismusziel

Hauts-de-France / Grand-Est 81

/ Belgien – Gärten des Friedens,

zwischen Erinnerung und Blick in

die Zukunft

Hauts-de-France / Pas-de-Calais 80

– Boulogne-sur-Mer: Jeder hat das

Recht auf etwas schönes !

Hauts-de-France –

79

Hortillonnages von Amiens:

von einer Verrückten Idee zum

jährlichen Ereignis

Hauts-de-France – Compiègne: 78

musikalische Waldbäder und ein

Einhorn

Hauts-de-France – La Coupole: 77

von der Vergangenheit in die

Zukunft

Hauts-de-France – Familistère de 64

Guise,von «Versailles für Arbeiter»

zum bewohnten Museum

Baie de Somme – Eine

63

beeindruckende Reise (Teil 2):

Le parc du Marquenterre

Baie de Somme – Eine

62

beeindruckende Reise (Teil 1): die

Abbaye de Saint-Riquier

Nordfrankreich – Auf den Spuren 59

eines großen französischen

Architekten

Marais Audomarois – Ein

58

Sumpfgebiet für Kenner

Pays de Condé – Eine

43

Bergbaugegend erfindet sich neu

Marne – In der Heimat des

40

Champagners

10 Ideen… für Nord-Pas-de-Calais 38

Arras & Douai – Riesen für den 36

Kleinen

HOTELS

Le Domaine de la Chartreuse – 57

Gosnay

Pasino – Saint-Amand-les-Eaux 43

4 Elsass & Lothringen Nr.

Elsass / Bas-Rhin – Baumwipfelpfad:

ein ganz neue Art, das

Elsass zu entdecken

Elsass / Grand Est – Das

Geheimnis des fehlenden Turms

der Kathedrale von Straßburg

Elsass / Grand Est – Mit dem

Hausboot 100% elektrisch durchs

Elsass

Elsass – Kaysersberg,eines der

Lieblingsdörfer der Franzosen

Vogesen – Eine Fotoausstellung

unter freiem Himmel im Herzen

der Vogesen

Grand-Est – Mondial Air Ballons,

der poetische Aufstieg von 456

Heißluftballons

Grand-Est – Graufthal,das Elsass

zur Zeit der Streichhölzer

80

76

74

69

68

65

64

Kirrwiller – 520 Einwohner

62

und die drittgrößte Music Hall

Frankreichs

Weihnachtskugeln aus

61

Meisenthal – nicht nur Kugeln,

sondern Objekte voller Sinn

Château de Lunéville – Wie 52

Phoenix aus der Asche

Musée Lalique – Eine Hommage 43

an die Glasmacherkunst

10 Ideen… für ein Wochenende 41

im Elsass

Haut-Koenigsbourg – Ein

40

wahrhaft deutsch-französisches

Kulturerbe

Bitche – Das zweite Leben einer 38

Zitadelle

Neufchef & Aumetz – Das stolze 36

Erbe der lothringischen Kumpel

HOTELS

Le Chambard – Kaysersberg 69

Grand Hôtel & Spa Gérardmer – 68

Gérardmer

La Cheneaudière – Colroy-la- 61

Roche

La Clairière Bio- & Spa-Hotel – 38

La Petite-Pierre

5 Burgund & Jura Nr.

Yonne – Guédelon: Sie haben ihre

Burg gebaut!

Territoire de Belfort – die Stärke

der Kleinen

Côte d'Or – Am Tag als… 11. Juli

2020: Die Stadt Dijon erhielt den

"Trauerden Nr.17" zurück.

Territoire de Belfort – Land-Art:

Saype, von Belfort in die weite

Welt

Saône-et-Loire – Ein "essbarer"

Wald

Aufbruchstimmung in den

französischen Thermalbädern

Kirschen – das rote Gold einer

Region

Burgund – Eine Rundfahrt zum

Auftanken!

Châteauneuf-en-Auxois: Die

Verbindung von Kulturerbe,

Modernität und Lebendigkeit

«Unsere Vorfahren, die Gallier»:

Eine Reise ins Land von Asterix

Morvan – Eine Geschichte von

Ammen und Pflegekindern

Jura – Weihnachten im Jura: vom

Rosenkranz zum Spielzeugland

Haute-Saône – Notre-Damedu-Haut

in Ronchamp: eine

Rechenaufgabe für Le Corbusier

Ostfrankreich – Vorreiter bei der

Abschaffung der Sklaverei

Jura – Salins-les-Bains: Salz,

das weiße Gold prägt eine ganze

Region

Belfort – Die wiederentdeckte

Genialität eines Künstlers

Bourgogne-Franche-Comté –

Alésia, Auf den Spuren der Gallier

Route des Grands Crus – Die

Champs-Elysées von Burgund

Montbéliard – 30 Jahre

Lumières de Noël

Maison de Louis Pasteur – Ein

Dorf im Fokus der Wissenschaft

Peugeot-Museum – Mehr als ein

Automobilmuseum

HOTELS

84

83

83

82

78

77

76

75

74

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69

69

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64

63

61

61

43

39

Château Sainte-Sabine – Sainte-

Sabine

Relais Bernard Loiseau –

Seaulieu

74

71

6 Loire-Tal Nr.

Pays de la Loire / Sarthe –

84

Abbaye de l'Epau: Eine Oase

der Harmonie im Dienste der

Fotografie

Centre - Val de Loire / Loir-et- 83

Cher – Monmousseau, wenn Loire-

Schlösser Weinkeller illuminieren

Centre - Val de Loire – Die

82

Route de la Rose im Loiret: eine

faszinierende Rundreise durch die

duftende Welt der Rosen

Pays de la Loire / Maine et Loire 81

– Fontevraud, eine Abtei, die ihrer

Zeit schon immer voraus war

Pays de la Loire / Mayenne – 80

Musée Robert Tatin: verwirrende

Riesen und Wunderwerke

Centre-Val-de Loire / Indre-et- 80

Loir – Château de Chenonceau:

florale Kunst im Schloss

Pays de la Loire – Doué-en-Anjou: 78

im Reich der Blumenkönigin

Pays de la Loire – La Chartresur-le-Loir:

das Dorf der

77

Antiquitätenhändler

Centre - Val de Loire – Chaumontsur-Loire:

die positive Dynamik

76

der Gärten

Pays de la Loire – Saint-Florentle-Vieil:

Die kulturelle Revanche

74

eines kleinen Dorfes an der Loire

Centre - Val de Loire – Richelieu: 73

«das schönste Dorf des

Universums!»

Loire-Tal – Eine faszinierende 68

Reise ins Land der Troglodyten

Chédigny – ein Dorf wird zum 65

Garten

La grange de Meslay: Von der 60

Holzkathedrale zum Musiktempel

Tours – Frischer Wind im Loiretal 59

Chambord – Mehr als nur ein 58

beeindruckendes Schloss

Cheverny – Das Schloss von Tim 43

und Struppi

Ballonfahrt übers Loire-Tal – 38

Bitte zeichne mir ein Schloss

Blois – Ein Schloss der

36

Geheimnisse und Intrigen

HOTELS

7 Normandie Nr.

Manche – Mont Saint-Michel, die 83

Geheimnisse des Gefängnisbergs

Normandie – Biennale La Forêt 74

Monumentale: Wenn Kunst den

Wald verschönert

Normandie – Villa «Les Rhumbs» 73

in Granville: Wo für Christian Dior

alles gegann

Normandie – An Bord der Marité 71

von Granville zu den Chausey-

Inseln

Le Havre – 500 Jahre, das will 62

gefeiert werden !

Genuss – Die AOC der Normandie 39

HOTELS

Domaine de la Corniche –

36

Rolleboise

☐ Ausgabe Nr. 36 Ausgabe Nr. 38 Ausgabe Nr. 39 ☐ Ausgabe Nr. 40 ☐ Ausgabe Nr. 43

☐ Ausgabe Nr. 57

☐ Ausgabe Nr. 62 ☐ Ausgabe Nr. 63 ☐ Ausgabe Nr. 64 Ausgabe Nr. 65 ☐ Ausgabe Nr. 67

☐ Ausgabe Nr. 68 ☐ Ausgabe Nr. 69 ☐ Ausgabe Nr. 71 ☐ Ausgabe Nr. 72 ☐ Ausgabe Nr. 73

☐ Ausgabe Nr. 74 ☐ Ausgabe Nr. 75 ☐ Ausgabe Nr. 76 ☐ Ausgabe Nr. 77

☐ Ausgabe Nr. 78

☐ Ausgabe Nr. 79 ☐ Ausgabe Nr. 80 ☐ Ausgabe Nr. 81 ☐ Ausgabe Nr. 82 ☐ Ausgabe Nr. 83

☐ Ausgabe Nr. 84

☐ Ausgabe Nr. 58

☐ Ausgabe Nr. 59

☐ Ausgabe Nr. 60

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8 Bretagne Nr.

Leuchtürme und Leuchtfeuer – 77

im Westen etwas neues!

Finistère – Eine Reise zu Pflanzen 76

aus aller Welt

Morbihan – Am Tag als… 26 August 76

1934… die Kinder aus dem Bagno

auf Belle-Île-en-Mer Flüchten

Finistère – Pont-Aven:

75

inspirierende Bretagne!

Pays bigouden: die Bretagne in 73

konzentrierter Form

Belle-île-en-Mer – Unsere Coups 70

de cœur für die größte bretonische

Insel

Côtes d’Armor – La Vallée des 63

Saints, die bretonische Osterinsel

Brest und Roscoff – Mehr als nur 62

zwei Gärten

Bretagne – Umfriedete

61

Pfarrbezirke

Ile d’Ouessant – Eine Insel voller 58

Leben

Genuss – Die AOC der Bretagne 40

Abbaye de Daoulas – Kloster der 39

Kultur und der Heilpflanzen

HOTELS

Château de Sable – Porspoder 58

9 Atlantikküste Nr.

Nouvelle-Aquitaine / Gironde 84

– Pont de pierre: Bordeaux feiert

seine älteste Brücke

Pont de pierre: Bordeaux feiert 82

seine älteste Brücke

Nouvelle-Aquitaine / Charente- 82

Maritime – Brouage, die Zitadelle

der geplatzten Träume

Nouvelle-Aquitaine / Deux- 79

Sèvres – Pougne-Hérisson: der

Nabel der Welt

Nouvelle-Aquitaine – Talmontsur-Gironde:

zwischen Himmel

75

und Fluss am Ende der Welt

Coup de cœur – Carrelets:

74

poetische Fischerhütten aus einer

anderen Zeit

Baskenland – Château d’Abbadia, 71

eine Inspiration für den

Wiederaufbau von Notre-Dame ?

Atlantiküste – Ein Paradies für 67

Naturismus

Nouvelle-Aquitaine – Die

64

Metamorphose von Bordeaux,

Eine Zwischenbilanz

Coup de cœur – Die Eiche im 63

Taubenschlag von Pouzay

Bordeaux 60

Bordeaux – Bordeaux 2.0 46

Ile d’Oléron, Ile de Ré, Ile

46

Madame, Ile d’Aix, Fort Boyard –

Reif für die Insel(n)

Wein – Ein asiatischer Winzer im 46

Bordelais

Klöster – Abteien, die sogar 40

Kinder begeistern

Marais Poitevin – Die grünen 38

Kanäle des Marais Poitevin

Likör – Angélique de Niort, Likor 38

aus einer Heilpflanze

Gironde – Wie Vauban eine

36

Flussmündung abriegelte

HOTELS

Hôtel de Sèze – Bordeaux 64

Hôtel Napoléon – Ile d’Aix 46

10 Auvergne & Limousin Nr.

Auvergne / Haute-Loire – Le 81

Chambon-sur-Lignon, ein

beispielhaftes Stück Frankreich

Corrèze – Das Gefühl, in der 68

Inkastadt Machu Micchu zu sein

Nouvelle-Aquitaine – Les Pans 63

de Travassac, eine Spektakuläre

Reise in das Land des Schiefers

Genuss – Die AOC der Auvergne 38

HOTELS

Domaine Saint Estève – Millau 53

11 Périgord & Midi-

Pyrénées

Nr.

Périgord – Château des Milandes 82

"Mein Leben, das ist Joséphine!"

Vallée de la Dordogne: Wo man 60

« wie Gott in Frankreich lebt »

Airbus-Fabrik – Zu Besuch bei 46

Airbus in Toulouse

Gouffre de Padirac – Der

44

Erdmitte ein Stückchen

näherkommen

Pastell – Das blaue Gold 43

HOTELS

Chateau de la Treyne – Lacave, 60

Vallée de la Dordogne

Grand Hôtel Le Turenne –

47

Beaulieu-sur-Dordogne

12 Pyrenäen Nr.

Le Train Jaune – Ein Zug als

Wahrzeichen

13 Languedoc-

Roussillon

45

Nr.

Okzitanien / Pyrénées-

83

Orientales – Céret: ein Künstlerdorf

zwischen Bergen und Meer

Weintourismus – Domaine

81

Riberach, es lebe die

Entschleunigung!

Hérault – Brassens & Sète, les 80

Copains d'abord

Aude – Die große Höhle von

65

Cabrespine, ein unterirdisches

Abenteuer

Occitanie – Assignan,Das

64

unglaubliche Schicksal eines

französischen Dorfes

Sigean: das Reservat der

60

glücklichen Tiere

Languedoc-Roussillon –

59

Überraschende Mittelmeerregion

Carcassonne – Imponierende 57

Festungsstadt des Mittelalters

Côte Vermeille – Paulilles, wenn 57

die Hölle zum Paradies wird

Saint-Guilhem-le-Désert – Wenn 47

ein Krieger zum Klosterbruder

wird

Stadtentwicklung – Montpellier, 47

ein Synonym für Dynamik

HOTELS

Domaine Riberach - Bélesta 81

14 Rhône-Tal Nr.

Drôme – Die Schönheit der Dorfer 83

Lyon – Rendezvous in der Rue du 64

Premier-Film

Drôme – Wandern auf den Spuren 62

der Hugenotten

Lyon – Die Metamorphose

61

eines Arbeiterviertels in ein

Freilichtmuseum

Lyon – Eine Stadt gewinnt ihre 59

Flussufer zurück

Montélimar & Umgebung – Eine 46

Reise zwischen gestern und

morgen

Tradition – Guignol, kleine Helden 43

aus Lyon

Wein – Clairette de Die 42

Grignan – Im Land der schönen 40

Briefe: eine Reise nach Grignan

Wein – Lirac, das « mediterranste » 40

Weinanbaugebiet im Rhône-Tal

Jardin Zen d’Erik Borja – Auf 39

der Suche nach dem verlorenen

Garten

Gastronomie – Michel Chabran, 39

der Luxus der Simplizität

Genuss – L’O Provençale: Olivenöl 36

aus Nyons

HOTELS

Manoir de la Roseraie – Grignan 40

15 Alpen Nr.

Alpen – La Grande Odyssée

Savoie-Mont-Blanc – Blaue Augen,

weißes Fell und Hundegebell

Auvergne-Rhône-Alpes – La

Grange au Lac: wie im inneren

eines Cellos

Auvergne-Rhône-Alpes: Evian:

das Gedächtnis des Wassers

81

77

71

16 Provence Nr.

Provence-Alpes-Côte d'Azur 79

– Abbaye de Montmajour: eine

Reise durch die Vergangenheit der

Provence

Provence-Alpes-Côte d'Azur 78

– Crotte Cosquer: unglaublische

Höhlenmalereien in den

Calanques von Marseille

Provence-Alpes-Côte d’Azur – 75

Château La Coste: ein Hauch

von Verrücktheit zwischen

provenzalischen Reben

Porquerolles – Villa Carmignac: 73

Große Kunst auf einer kleinen Insel

Provence – Coup de cœur: le 71

Moulin de Daudet, Fontvieille

Camargue – Tanzende Flamingos 69

in der Camargue

Provence – Lavendel: eine

67

überraschende deutschfranzösische

Geschichte.

Provence – Mit Giono auf dem 67

Berg der Schäfer

Fontaine-de-Vaucluse – Die 58

berühmteste Quelle Frankreichs

Umwelt – Lavendel der Provence 46

in Gefahr

10 Ideen… für die Provence 39

HOTELS

B Design & Spa – Le Paradou 39

Attrap’Rêves – Allauch 33

17 Côte d’Azur Nr.

Côte d'Azur – Die Magie eines

mimosengelben und azurblauen

Winters

Saint-Tropez – Gemälde versus

Realität

Île de Port-Cros: von

Schriftstellern, Naturschutz und

einer zerrissenen Hose

Paul Ricard – zwei Inseln, ein

Schicksal

Iles de Lérins, jenseits des «roten

Teppichs» von Cannes

Provence-Alpes-Côte-d’Azur

– Géoparc de Haute-Provence,

eine erstaunliche Reise in die

Vergangenheit der Erde

Hyères – eine authentische Ecke

am Mittelmeer

Bormes-les-Mimosas – Wo

Blumen wie Königinnen verehrt

werden

Ile de Port-Cros – Kleine

Trauminsel im Mittelmeer

Domaine du Rayol – Die

Geschichte eines ungewöhnlichen

Parks

Nizza – Frühlingsgefühle einer

Diva

HOTELS

La Bonne Etape – Château-

Arnoux-Saint-Auban

81

81

79

75

74

65

63

39

38

36

32

65

18 Korsika Nr.

Genuss – Die AOC Korsikas 43

Überseegebiete

(DOM/TOM)

Französisch-Guayana – Natur,

Geschichte, Raumfahrt

Weitere Themen

Chantals Rezepte

Nr.

37

Nr.

SUPPEN

Potage d'hiver au chou-fleur et 81

aux épices

Gaspacho de tomates et fraises 46

Gaspacho de tomate 40

Velouté de laitue 38

VORSPEISEN

Soufflé d'été au basilic 79

QUICHES & TARTES

Tarte Tatin aux endives 80

Tarte Tatin aux pommes et au 74

camembert

Tarte d’automne aux champignons 60

et à la farine de châtaignes

Quiche Lorraine 33

GRATINS, AUFLÄUFE & TOASTS

Camembert rôti au four 57

FLEISCHGERICHTE

Poulet fermier basse température 62

à l’ail

Rôti de porc aux pruneaux 59

Coq au vin 43

FISCHGERICHTE

Poêlée de Saint-Jacques au cidre 73

Encornets à la Sétoise 69

Blanquette de saumon 65

Millefeuille de crabe au saumon 63

fumé

Sole meunière 61

FONDUES UND SAUCEN

Die echte hausgemachte

68

Mayonnaise

DESSERTS

La crème caramel au beurre salé 84

La tarte aux myrtilles 83

La crème catalane 78

La tarte au chocolat 77

Le Mont-blanc 76

Le Gâteau basque 71

Le Far Breton 64

Profiteroles au chocolat chaud 58

Crème brûlée à la fleur d’oranger 39

GEBÄCK

La Madeleine de Proust 82

La Tarte Bourdaloue 67

GETRÄNKE

Liqueur d’estragon 36

Weine & Alkoholika

Nr.

Wein – "Wir brauchen einen 84

anderen, einen wirkungsvolleren

Weibau"

Weintourismus – Domaine

81

Riberach, es lebe die

Entschleunigung!

Spirituosen – Der Cointreau 79

Wein – Château La Coste: ein 76

Versuchslabor für den Weinau von

morgen ?

Spirituosen – Sapinette: ein Likör 74

aus Tannennadeln

Wein – Das Weinbaugebiet Bandol 73

Spirituosen – Roderich Dühr, ein 65

Deutscher, der Cognac im Blut hat

Wein/Portrait – Glucklich wie 64

Sabine und Jörg in Frankreich

Wein – Crémant, ein kleiner

63

Schaumwein mausert sich

Wein – Der elsässische Winzer

Jean-Paul Schmitt ist seinen

Reben näher denn je

Alkoholische Getränke –

Frankreich, das neue Eldorado für

Bierliebhaber

Wein – Der neue Trend beim

Aperitif à la française

Wein – Warum wird Wein nicht

grundsätzlich im Holzfass

gelagert?

Champagner – Was Sie schon

immer über Champagner wissen

wollten

Peter Kwok – Ein asiatischer

Winzer im Bordelais

Picon – « Un Picon-Bière, s’il vous

plaît »

Bier – Schattendasein oder

Geheimtipp?

Lirac – Das « mediterranste »

Weinanbaugebiet im Rhône-Tal

Wein & Gesundheit – Vive le vin!

Vive la santé!

Angélique de Niort – Likor aus

einer Heilpflanze

Cognac – Eine ungewöhnliche

Erfolgsgeschichte

Genuss

61

60

59

58

57

46

43

40

40

39

38

36

Nr.

Gastronomie – Jacques Bockel: 77

ein Elsässer «provoziert» die Welt

der Schokolade

Genuss – Bouchot-Muscheln: 69

der Rolls-Royce unter den

französischen Muscheln

Gastronomie – Kaviar von der 65

französischen Atlantikküste,

der neue Star

Gilles Choukroun – Ein

62

Sternekoch, der die Pariser an den

Flughafen zieht

Gastronomie – Wenn ein junger 61

Koch einen Michelin-Stern erhält

Spitzengastronomie – Fabian 53

Feldmann, ein deutscher

Sternekoch im Land der

Feinschmecker

Serie: Frankreichs AOC – Die AOC 46

Burgunds

Trüffel – Schwarze Diamanten 44

Serie: Frankreichs AOC – Die AOC 43

Korsikas

Serie: Frankreichs AOC – Die AOC 40

der Bretagne

Gastronomie – Michel Chabran, 39

der Luxus der Simplizität

Serie: Frankreichs AOC – Die AOC 39

der Normandie

Serie: Frankreichs AOC – Die AOC 38

der Auvergne

L’O Provençale – Olivenöl aus 36

Nyons

Politik & Wirtschaft

Tourismus – Hotels: die Reform

des französischen Sterne-Systems

Landwirtschaft – Hurra, in

Frankreich ist es gelungen, die

begehrten weißen Trüffel zu

züchten!

Wirtschaft – Discounter: Wenn

Deutschland Frankreich erobert

Wirtschaft – Die Revision

der Gebietsgrenzen der

AOC Champagne: ein neuer

Goldrausch?

Wirtschaft – Frankreich-

Deutschland: der Krieg der

Gummibärchen ist erklärt!

Initiative – Die deutschfranzösische

Freundschaft: welch

eine Energie!

Politik – Präsidentschaftswahlen

2017, Präsidiale Orte

Wirtschaft – Atomkraft in

Frankreich: der Niedergang eines

Systems, das sich zu sicher fühlte

Nr.

83

79

78

73

69

65

63

59

Hochschulpolitik – Teaching in

English? Oh mon Dieu!

Umwelt – Lavendel der Provence

in Gefahr

Gregor Gysi – Der Linken-Politiker

und Frankreich

Medien – Die politische

Ausrichtung französischer Medien

Tourismus – Hauptsache

außergewöhnlich

Volksabstimmungen –

Modethema im Wahlkampf

Fünf Jahre Sarkozy – Zeit für eine

Bilanz

Umweltschutz –

Kettensägenmassaker am

Welterbe Canal du Midi

Gesellschaft & Alltag

Gesellschaft – Bayeux:

Eine Stadt engagiert sich für

Kriegsberichterstatter

Kulturerbe – Fotografieren im

Auftrag des Staates: die Mission

photographique hat nichts von

ihrer Aktualität verloren

Restaurierung – Notre-Dame de

Paris: umstrittene Neugestaltung

des Innenraums

Am Tag als… 3 Juni 1895… "Die

Bürger von Calais" eingeweiht

wurden

Geschichte – Auvergne / Haute-

Loire Le Chambon-sur-Lignon, ein

beispielhaftes Stück Frankreich

Ce qui fait débat – Bordeaux:

das Erwachen einer gar nicht so

schlummernden Vergangenheit

Geschichte – Sanary-sur-Mer:

die "Hauptstadt der deutschen

Literatur im Exil"

Ce qui fait débat – Soll man

die Basilika Sacré-cœur in Paris

schützen oder abreißen ?

Geschichte – 150 Jahre Pariser

Kommune: ein zwiespältiger

Geburtstag für die Franzosen

Gesellschaft – "Wie ich als

Buchhändlerin die aktuelle

Gesundheitkrise in Frankreich

erlebe"

Am Tag als… der Leichnam des

Unbekannten Soldaten am Arc de

Triomphe bestattet wurde

Gesellschaft – Wo ist eigentlich

das gute französische Brot

geblieben?

Gesellschaft – Lotto: Glücksspiel

in Frankreich zur Rettung des

Kulturerbes

Geschichte – Koch und Pasteur:

eine konstruktive Rivalität als

Hoffnungsträger

Kulturschock – Die Königin von

Arles

Geschichte – Montaigne: Ist die

«Grabgeschichte» bald gelöst?

Gesellschaft – Literaturszene: das

Ende eines zu langen Schweigens

Geschichte – Heinz Stahlschmidt,

der Deutsche, der den Hafen von

Bordeaux rettete

Gesellschaft – Der unglaubliche

Streit im das Erbe von Saint-

Exupéry

Interview – Serie «Quand on aime

la France» (2)

René Martin, der französische

Steve Jobs der Musik

Interview – Serie «Quand on aime

la France»

Roger Diederen, Direktor der

Kunsthalle München

Ernährung – Vorsicht vor

triploiden Austern!

Gesellschaft – Le Mondial la

Marseillaise à pétanque, der

größte Boule-Wettkampf der Welt

Geschichte – Tromelin, Die Insel

der vergessenen Sklaven

46

46

43

40

40

39

38

36

Nr.

84

82

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81

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80

79

79

79

77

76

76

75

74

74

74

71

69

69

68

67

63

63

Yacine Aït Kaci – Der Vater von

Elyx, des Botschafters der guten

Laune

David Ken – Der Fotograf, der das

Glück fotografiert

Verkehr – Paris: das Tauziehen um

die Umwandlung des Seine-Ufers

in eine Fußgängerzone geht weiter

Geschichte: Die Johnnies, die

Lieblingsfranzosen der Engländer

Frauen und Männer, die sich

für die deutsch-französische

Freundschaft einsetzen:

Barbara Barberon-Zimmermann,

Mitbegründerin des deutschfranzösischen

Kulturfestivals

arabesques

Brexit: Wie denken Briten, die in

Frankreich leben, darüber?

Fußball – Euro 2016: 10 Stadien

warten auf die Fussballfans

Integration – die Schwächen des

französischen Systems

Erfolgsgeschichten aus

Frankreich

Denis Mollat, der Buchhändler 2.0

Geschichte – 300. Todestag

von Ludwig XIV. in Versailles:

Begräbnisrituale leben länger als

Könige

Gesellschaft – Hinter den

Kulissen des CROSS Corsen.

Erinnerungskultur – Passen

Gedenken und Tourismus

zusammen?

EU-Hauptstadtjahre: 2013 –

Nantes und Marseille werden

europäische Hauptstädte

Winterschlussverkauf – Der

andere Wintersport

Simone Hérault – Die Stimme

Frankreichs

Berühmtheiten – Die 100

bekanntesten Franzosen

Frankreichbild – Frankreichs

Image in der Welt

Académie Française – Die

Unsterblichen, die 40 Wächter der

französischen Sprache

Der Präfekt – Lebendes Symbol

des Zentralismus

Tourismus – Trends für den

Winterurlaub 2011/12

Gardienne – Félisa, Gardienne

in Paris

Kunst & Kultur

Kultur / Serie – Pablo Picasso (Teil

1): Der Ausslände, den Frankreich

nicht akeptieren wollte

Kultur – Rosa Bonheur: Eine

grandiose Künstlerin und eine

beeindruckende Frau

Literatur – Michel Houellebecq:

der Porträtist des Hexagons

Kultur – Die andere Seite von

Victor Hugo: der Zeichner

Interview – "Der Doppelgänger":

30 Jahre deutschsprachige

Literatur in Frankreich

Kultutrerbe – Der Wandteppich

von Bayeux soll wieder in altem

Glanz erstrahlen

Kultur / Comic (5) – Interview:

Richard Malka, Anwalt und

Comicautor

Ungewöhnliche Geschichten aus

Frankreich

Alexandre Dumas: Wie der Vater,

so der Sohn

Kultur / Comic (4) – Cent mille

ans: Bure ou le scandale enfoui des

déchets nucléaires

Portrait - Jean-Yves de Groote,

Herausgeber von Ecoute

Enthüllung –Das Geheimnis um

Van Goghs letztes Bild gelüftet

62

62

61

60

60

60

59

58

58

57

57

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43

43

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39

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36

Nr.

84

84

82

81

81

80

79

78

78

77

77

Preise – Tyll Peters: ein junger

Deutscher erhält Preis von Charlie

Hebdo

Kultur / Comic (3/3) – Marco Rizzo

und Lelio Bonaccorso – À bord de

l’Aquarius

Kultur / Comic (2/3) – Inès Léraud

und Pierre Van Hove: Algues

vertes, l’histoire interdite

Kultur / Comic (1/3) – Nora

Krug: Heimat, ein deutsches

Familienalbum

Kultur – Amüsante Geschichten

rund um die französische

Nationalhymne «La Marseillaise»

Kultur – Festival de Piano de La

Roque d’Anthéron

Geschichte – Der Neandertaler:

Unser Urahn erhält ein neues

Image

Portrait – Auf den Spuren von

Jacques Prévert

Sprache – Aussprache,

Kartografie eines Systems à la

française

Kultur – 1977-2017: Centre

Pompidou, 40 Jahre und immer

noch überraschend

Musik: Das unglaubliche

Vermächtnis von Maurice Ravel

Götz Alsmann – Götz Alsmann

in Paris

Museen – Frankreichs Museen auf

der Überholspur

ST-ART – Eine Kunstmesse

zwischen den Welten

Lebensart

76

73

72

71

68

67

67

64

64

61

60

46

45

38

Nr.

Produkte – Terre de Sommières: 84

Ein Pulver, das Wunder bewirkt

Guéwen a testé… Was ist ein 83

"Trou normand"?

Produkte – Louit Frères, der 83

beseondere Senf in kleinen Fass

Produkte – "Der

82

Geschichtenerzähler" Lunii

Produkte – Chanel Nr.5: ein 81

Mythos wird 100 Jahre alt

Was ist aus Ihnen geworden ? 80

Zurück an die Côte d'Or

Produkte – Meteor: die größte der 80

kleinen Brauereien Frankreichs

Produkte – Briefkästen für

79

Frankreichliebhaber "Made in

Alsace"

Produkte – Parapluie de

78

Cherbourg

Produkte – Die Künstlerfarben 77

Lefranc Bourgeois

Produkte – Das gelbe Oelzeug von 76

Guy Cotten

Produkte – La Hulotte, «das 74

meistgelesene Magazin im

Tierbau»

Produkte – Les Herbes de

71

Provence

Produkte – Le Livre de Poche: 69

eine kulturelle Revolution

Produkte – Châteldon:

68

der Champagner unter den

französischen Mineralwässern

Produkte – Revolution in Sachen 67

Aperitif!

Produkte – Die Zitronenpresse 65

aus Glas von Luminarc

Produkte – La Pléiade 64

Produkte – Das Salz La Baleine 63

Produkte – Das Papier d’Arménie 62

Produkte – Der gelbe Briefkasten 61

der Post

Produkte – Der Bistrostuhl

60

« Drucker »: zeitlos und pariserisch

Produkte – Bol à prénom 59

Produkte – Eau de Javel 58

Produkte – Sophie la girafe 57

Guignol – Kleine Helden aus Lyon 43


ART DE VIVRE Rezept

In diesem Jahr war die Nussernte in meinem Garten besonders er-

giebig. Auch wenn ich weder in der Gegend von Grenoble noch im

Périgord wohne – den beiden französischen Regionen, die besonders

für Walnüsse bekannt sind – kann ich dank meines ehrwürdigen

Nussbaums Jahr für Jahr diesen saftigen Kuchen zubereiten, den

nicht nur ich besonders gerne mag. Er sorgt für einen wahren Ener-

gieschub und macht alle Naschkatzen glücklich! Ich bin überzeugt,

auch Sie und Ihre Gäste werden den Gâteau aux noix lieben, wenn

Sie ihn an einem kühlen Herbst- oder Winternachmittag zu einer

heißen Tasse Kaffee oder Tee servieren. Bonne dégustation!

Gâteau aux noix

Für 8 Personen · Zubereitung: etwa 30 Minuten · Backzeit: 50 Minuten

Zutaten:

Für den Kuchenteig:

250 g Walnusskerne

5 Eier

250 g Streuzucker

2 EL Espresso

100 g Stärkemehl (Maismehl)

Für die Glasur:

200 g Puderzucker

3 bis 4 EL Espresso

Einige Walnusskerne

für die Dekoration

Zubereitung:

• Walnusskerne rösten: Dazu die

Nüsse grob zerhacken und ohne

Zugabe von Fett in einer Pfanne

bei mittlerer Hitze rösten. Kontinuierlich

umrühren, damit sie nicht

verbrennen. Kurz in den Mixer

geben, damit ein grobes Pulver

entsteht (nicht zu fein mahlen,

damit es noch knusprig ist).

• Eier trennen. Eigelb und Zucker

mit dem Rührgerät zu einer schaumigen

Masse verrühren. Kalten Espresso

und Stärkemehl unterrühren.

• Eiweiß steif schlagen und vorsichtig

unter die Eigelbmasse heben.

Anschließend die Nüsse zugeben.

• Boden einer Springform (Durchmesser

25 cm) mit Backpapier auslegen

und Rand einfetten. Kuchenteig

in die Form füllen. In den kalten

Backofen stellen und etwa 50 Minuten

bei 180° C backen.

Ein Tipp: Sollte der Kuchen zu

schnell braun werden, die Form

mit Aluminiumfolie abdecken.

• Nach Ende der Backzeit den Kuchen

10 Minuten abkühlen lassen,

dann aus der Form stürzen und das

Backpapier vorsichtig abziehen.

• Glasur zubereiten: Puderzucker

in einer Schüssel mit 3 oder 4 EL

kaltem Espresso mischen, sodass

eine cremige Glasur entsteht.

• Oberseite und Rand des Kuchens

sofort damit überziehen und mit

einigen Nusskernen dekorieren.

• Der Kuchen schmeckt frisch

am besten. Bei Zimmertemperatur

aufbewahren, damit der

Geschmack erhalten bleibt.

92 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 93


ART DE VIVRE Produkt

Serie: Typisch französische Produkte (35)

Der Film Le Père Noël est une ordure

Wenn Sie bereits einmal über

Weihnachten und Neujahr ein

paar Tage Urlaub in Frankreich

verbrachten und bei dieser Gelegenheit

einen Blick in das Fernsehprogramm geworfen

haben, dann ist Ihnen vielleicht ein

Film mit einem gelinde gesagt seltsamen

Titel aufgefallen: Le père Noël est une ordure.

Der Film (deutsche Fassung: Da graust

sich ja der Weihnachtsmann) kam am 25.

August 1982, also mitten im Sommer, in

die französischen Kinos. Die verrückte

Komödie von Jean-Marie Poiré (im Übrigen

einer der großen Namen des französischen

Kinos) basiert auf dem gleichnamigen

Theaterstück der Pariser Truppe Le

Splendid aus dem Jahr 1979. Seien wir

ehrlich: Der Film hätte schnell in der Versenkung verschwinden

können. Abgesehen von den Produzenten

glaubte niemand wirklich an ihn. Die Kritiken waren vernichtend

und gingen von « vulgär » über « schlechter Geschmack«

und « uninteressant » bis hin zu « lächerlich ». Die

Pariser Verkehrsbetriebe Régie Autonome des Transports Parisiens

(RATP) sahen sogar davon ab, den Film in der Metro

und in Bussen zu bewerben, da er ihrer Ansicht nach

einen kindlichen Mythos zerstörte!

Und doch wurde und wird der Film seitdem regelmäßig

im Fernsehen wiederholt, und hat sich quasi zum

jährlichen Pflichtprogramm an Weihnachten entwickelt,

auf das die Franzosen sehnsüchtig

warten! Die Zuschauerquote hält

sich konstant auf hohem Niveau,

sodass Le Père Noël est une ordure inzwischen

ein regelrechter Kultfilm

ist. Er ist zudem einer der wenigen

Filme, von denen sich bestimmte

Sätze im kollektiven Gedächtnis

verankert haben und heute zur Alltagssprache

der Franzosen gehören.

Denn lässt man im Rahmen eines

Gespräches Sätze wie Thérèse n’est

pas moche, elle n’a pas un physique

facile, c’est différent (Thérèse ist nicht

hässlich, sie sieht nicht toll aus,

das ist etwas anderes), Ça dépend,

ça dépasse (Das hängt davon ab,

das ist (aber) zu lang), C’est offert

de bon cœur (Das ist ein Geschenk,

das von Herzen kommt), C’est fin,

In dieser Serie werden Produkte vorgestellt,

die sich in fast jedem französischen Haushalt

befinden oder die für viele Franzosen kleine

Nationalheiligtümer sind. In den letzten

Ausgaben sind erschienen: Hollywood- und

Malabar-Kaugummis (Nr. 51), Petit Suisse

(Nr. 52), Orangina (Nr. 53), Duralex-Gläser (Nr. 54),

Messer (Nr. 55), L’école des loisirs (Nr. 56),

Sophie la girafe (Nr. 57), Eau de Javel (Nr. 58),

Bol à prénom (Nr. 59), Bistrostuhl « Drucker »

(Nr. 60), der gelbe Briefkasten der Post (Nr. 61),

Papier d’Arménie (Nr. 62), Salz La Baleine

(Nr. 63), Literatursammlung La Pléiade (Nr. 64),

Zitronenpresse aus Glas von Luminarc (Nr. 65),

Boules Quies (Nr. 66), Ricard aux plantes fraîches

(Nr. 67), Eau de Châteldon (Nr. 68), Le Livre de

Poche (Nr. 69), Gemüsepassiergerät Moulinex

(Nr. 70), Herbes de Provence (Nr. 71), Cacolac

(Nr. 72), L’Image d’Épinal (Nr. 73), La Hulotte,

« das meistgelesene Magazin im Tierbau » (Nr.

c’est très fin, ça se mange sans faim (Das schmeckt gut, das

schmeckt sehr gut, das isst man, selbst wenn man keinen

Hunger hat) oder C’est cela, oui … (So ist es, ja …) fallen,

dann erntet man umgehend ein Lächeln oder gar eine

Lachsalve. Vor allem aber erweckt man beim Gesprächspartner

den Eindruck, zum « Club » derer zu gehören, die

diesen absonderlichen Film kennen, den die Menschen im

Hexagon erstaunlicherweise ins Herz geschlossen haben.

Um was geht es nun aber genau in den 90 Minuten,

dass Le Père Noël est une ordure einen derartigen Kultstatus

erreicht hat? Die Geschichte als

solche ist relativ bedeutungslos und

sehr theatralisch: Pierre (Thierry

Lhermitte) und Thérèse (Anémone)

haben am 24. Dezember Dienst bei

der Telefonseelsorge SOS détresse

amitiés. Abgesehen von den Anrufen

der Menschen, die in dieser besonderen

Weihnachtsnacht verzweifelt

sind, erhalten sie überraschende

Besuche diverser verdrehter Personen:

eine arme schwangere Frau

(Marie-Anne Chazel), die von ihrem

Lebensgefährten (Gérard Jugnot) –

der an diesem Abend vor den Schaufenstern

großer Kaufhäuser den

Weihnachtsmann spielt –, geschlagen

wird und sich auf der Straße

wiederfindet, ein von seiner Familie

verstoßener Transvestit (Christian

Clavier), der sich umbringen will, ein

bulgarischer Nachbar (Bruno Moynot)

… Alles wird immer wieder vom Hin und Her der

Leiterin der Vereinigung (Josiane Balasko) unterbrochen,

die zwischendurch im Aufzug des Gebäudes feststeckt …

Im Grunde genommen eine Handlung also, die nichts revolutionär

Neues bietet, was eine solche Begeisterung der

Franzosen für den Film rechtfertigen würde.

Das Interessante sind die Dialoge und die Fähigkeit

der Franzosen, sich über alles lustig zu machen, auch über

Dinge, die das a priori gar nicht sind: Denn die Situationen

bringen zum Lachen, obwohl sie vordergründig eher

verletzend erscheinen. Als ob Lachen es ein paar Minuten

lang ermöglichen würde, die eigenen Probleme zu vergessen.

« Man lacht immer auf Kosten anderer », scheint das

Motto des Films zu sein. Manchmal mit einer gewissen

– aber bewusst in Kauf genommenen – Grausamkeit, die

über das hinausgeht, was man landläufig unter Humor

versteht. Eines ist sicher: Es ist gewagt, beispielsweise den

Weihnachtsmann als einen Frauen gegenüber gewalttätigen

Alkoholiker mit einem gut gefüllten Vorstrafenregister

zu präsentieren! Oder sich solche

Gags auszudenken, wie mit einem

Typen, der alleine und verzweifelt

ist und sich eine Kugel in den Kopf

schießt, während Thérèse mit einem

« Rufen Sie mich nochmals aus einer

Telefonzelle an, die funktioniert »

auflegt. 2022 erschien anlässlich

des 40. Geburtstags des Films ein

Artikel im Magazin Le Point in

dem Christian Clavier erklärt: « Es

ist überspitzter Humor. Ich weiß

nicht, ob man all das heute nochmals

schrei ben könnte […] Wir überschritten

Grenzen. Der Film setzte

sich mit Grenzen auseinander. Heute

gibt es keine mehr. Wir sind in die

Selbstzensur abgeglitten. » Eines ist

auf jeden Fall sicher: Die Franzosen

lieben diese Art von Humor und sitzen

daher jedes Jahr an Weihnachten

zu Millionen vor dem Fernseher, um

diesen Film – den sie ja im Grunde genommen bereits

auswendig kennen – aufs Neue auszukosten. Der Humor

des Films Le Père Noël est une ordure ist nicht einfach zu

verstehen und mag – vor allem Ausländer – verwirren.

Aber es ist ein wahres Vergnügen, am Jahresende einen

Franzosen zum Lächeln zu bringen, wenn man augenzwinkernd

einen der Kultsätze des Films zu ihm sagt:

Joyeux Noël Félix! An diesem Lächeln erkennt man, wie

sehr er sich darüber freut!

74), Savon de Marseille (Nr. 75), das gelbe Ölzeug

von Guy Cotten (Nr. 76), die Künstlerfarben

Lefranc Bourgeois (Nr. 77), der Parapluie de

Cherbourg (Nr. 78), der Briefkasten « Made in

Alsace » für Frankreichfans (Nr. 79), Meteor,

die größte der kleinen Brauereien Frankreichs

(Nr. 80), Chanel N°5, die berühmteste Nummer

in der Welt der Düfte (Nr. 81), Lunii, « der

Geschichtenerzähler » (Nr. 82), der Senf Louit

Frères (Nr. 83) und Terre de Sommières (Nr. 84).

94 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

Frankreich erleben · Winter 2022/23 · 95


GUÉWEN A TESTÉ

Lassen Sie sich von

uns überraschen!

… Y-Brush, die

innovative

Zahnbürste, mit

der man seine

Zähne in nur

10 Sekunden putzt

Sparen Sie

10 %!

Worum handelt es

sich dabei?

Y-Brush ist eine elektrische

Zahnbürste, die sich von

anderen Zahnbürsten

gravierend unterscheidet.

Erfunden haben

die Zahnbürste zwei

Jungunternehmer

aus Lyon, Benjamin

Cohen und Christophe

Cadot. Die Neuentwicklung

soll « das

lästige Zähneputzen in

einen viel effizienteren routinemäßigen Vorgang verwandeln

», bei dem man alle Zähne in nur zehn Sekunden

putzt. Dabei putzt man im Ober- oder Unterkiefer

jeweils alle Zähne gleichzeitig, anstatt einen Zahn

nach dem anderen. Eine regelrechte Innovation also!

Wie funktioniert das?

Technologisch besteht Y-Brush aus einem Griff mit Akku,

der Vibrationen an den Kopf der Bürste übermittelt. Bis

dahin stellt das keine Innovation dar, denn dieses Prinzip

ist bereits von den sogenannten elektrischen « Schallzahnbürsten

» bekannt. Doch was bei Y-Brush sofort ins Auge

sticht, ist der Bürstenkopf: Hier gibt es nämlich keine

kleine Bürste am Ende, wie man es von einer Zahnbürste

erwartet, sondern er sieht wie eine Art « weiße Zahnprothese

» in Y-Form aus. Ganz und gar ungewöhnlich! Es

gibt mehre Größen davon, zudem ist das Material flexibel

und passt sich der Form des Kiefers an. Durch die Vibrationen

und einen regelrechten « Wald » aus 35 000 weichen

Nylonborsten werden alle Zähne des Unterkiefers oder des

Oberkiefers gleichzeitig gereinigt. Die Reinigung soll dabei

vor allem auf die Entfernung des Zahnbelags abzielen.

Ist die Anwendung praktisch und schnell?

Ja. Ist die Zahnbürste einmal aufgeladen (was etwa eine

Nacht dauert) hält der Akku bei zweimaligem Zähnebürsten

pro Tag rund drei Monate. Wie bei einer klassischen

Zahnbürste wird Zahncreme auf die gesamte Länge des

Bürstenkopfes aufgetragen und mit etwas Wasser angefeuchtet.

Anschließend setzt man die Bürste entweder

auf den Unter- oder den Oberkiefer auf. Durch Drücken

des Knopfes in der Mitte startet man die Vibration,

dann beißt man zehnmal in den Bürstenkopf, während

man die Bürste mit einer Schwingbewegung von links

nach rechts und von rechts nach links bewegt. Nach fünf

Sekunden wiederholt man dasselbe mit der anderen Seite

des Kiefers. Danach ist alles wieder wie bei der klassischen

Zahnbürste auch: Man spült den Mund aus und reinigt

den Bürstenkopf. In der Tat ist es nur schwer vorstellbar,

dass Zähneputzen noch schneller gehen kann …

Ist die Reinigung effizient?

Ich gestehe, dass ich zunächst Zweifel am Versprechen der

Bürste hatte. Effektives Zähneputzen in nur zehn Sekunden

erschien mir unmöglich und eher ein Marketingargument

zu sein. Doch ich muss zugeben, dass sich meine

Zähne nach dem ersten Putzen so glatt anfühlten, als hätte

ich sie zwei oder drei Minuten mit einer herkömmlichen

Zahnbürste geputzt. Das ist verblüffend! Im Übrigen wird

dieser Eindruck durch klinische Tests von unabhängiger

Seite bestätigt. Daraus geht hervor, dass 10 Sekunden

korrektes Zähneputzen mit Y-Brush dem 2-minütigen

Zähneputzen mit einer klassischen Zahnbürste entspricht.

Was gibt es zu bemängeln?

Nachdem ich mir eine Woche lang morgens und abends

mit Y-Brush die Zähne geputzt habe, bin ich mit dem

Ergebnis nach wie vor zufrieden, wenngleich sich ein

kleiner Nachteil gezeigt hat: Der Bürstenkopf kann

offensichtlich meine hinteren Backenzähne nur schwer

erreichen, sodass ich diese manchmal noch mit einer

klassischen Zahnbürste nachputzen muss. Insgesamt ist

die Reinigung der Zähne mit Y-Brush jedoch effizient.

Für mich ist es bereits eine echte Gewohnheit geworden,

mir in nur zehn Sekunden die Zähne zu putzen. Offensichtlich

scheint diese Art des Zähneputzens vor allem

auch Kinder anzusprechen, weil die « lästige Pflicht » auf

diese Weise einen spielerischen Anstrich bekommt.

Wie viel kostet Y-Brush?

Es gibt diese Zahnbürste in drei Ausführungen: NylonStart

(79 €), NylonStartKids für Kinder von 4 bis 12

Jahren (99,99 €) und NylonBlack (129,99 €). Sie positioniert

sich damit wie die meisten elektrischen Ultraschallbürsten

im oberen Preissegment. Bei Y-Brush bekommt

man jedoch für sein Geld ein neuartiges und innovatives

Produkt und hat zudem

die Gewissheit, die

einzige Zahnbürste

zu benutzen, deren

Technologie von A

bis Z im Hexagon

entwickelt wurde.

Wo erhält man sie?

Auf der Website

www.y-brush.

com; Lieferungen

sind weltweit

möglich.

Liebe Leserinnen und Leser,

in Situationen wie der jüngeren Vergangenheit

tun Aktivitäten wie Lesen und eventuell sogar

die Vorbereitung des nächsten Frankreichurlaubs

mehr denn je gut.

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96 · Frankreich erleben · Winter 2022/23

www.frankreicherleben.de


IMPRESSUM/VORSCHAU

Impressum

Frankreich erleben ist das Ergebnis von Teamarbeit. Neben den Autoren

und Fotografen tragen auch die Lektoren, Grafiker und alle anderen

Mitarbeiter zur Qualität der einzelnen Artikel bei. Daher sind keine

einzelnen Personen am Ende eines Artikels hervorgehoben, sondern findet

die Nennung im Impressum statt.

Frankreich erleben erscheint im Verlag

Ajc Presse · 57, rue Chantecrit · 33300 Bordeaux

Telefon: +33 (0)1 75 439 440 · Fax: +33 (0)1 75 434 549

info@frankreicherleben.de · www.frankreicherleben.de

Abonnentenbetreuung & Heftbestellungen:

AVZ GmbH

Storkower Straße 127a · 10407 Berlin

Telefon: +49 (0)30 / 42 80 40 40

Fax: +49 (0)30 / 42 80 40 42

abo@frankreicherleben.de

ISSN: 1861-4256

Gründer des Magazins: Jean-Charles Albert und Markus Harnau

Herausgeber: Jean-Charles Albert

Chefredakteur (V.i.S.d.P.): Jean-Charles Albert

Redaktionsbüro:

Ajc Presse · 57, rue Chantecrit · 33300 Bordeaux

Telefon: +33 (0)1 75 439 440 · Fax: +33 (0)1 75 434 549

Mitarbeiter dieser Ausgabe:

Jean-Julien Bault, Sabine Beck, Guéwen Brown, Chantal Cobac, Martine

Doucet, Laurent Fournerie, Alain Lardière, Ina Muñoz, Annaïs Quetsub, Gérard

Rival, Serge Robin, Sabine Schmitt

Layout: Ajc Presse

Anzeigen:

Isabelle Schmidt

Telefon Frankreich: +33 (0)1 75 439 441

Telefon Deutschland: +49 (0)921 44710

ischmidt@frankreicherleben.com

Gültige Anzeigenpreisliste: 19/2021

Druck: westermann DRUCK | pva,

Georg-Westermann-Allee 66, 38104 Braunschweig

Manchmal gibt es besondere Zufälle. Vielleicht ist es auch ein Wink

des Schicksals, denn der Tag, an dem die nächste Ausgabe von

Frankreich erleben (Nr. 86) im Handel erhältlich sein wird, fällt auf den

14. Februar 2023! Das ist, wie jeder weiß, der Valentinstag, also das

Fest der Verliebten … Wenn das nicht die perfekte Gelegenheit ist,

unsere Liebe zu Frankreich zu teilen!

Doch bis es so weit ist, erhalten Sie wie immer auf dieser letzten

Seite einige spielerische Hinweise auf Themen in der nächsten

Ausgabe.

Zunächst zwei Fotos:

Wir machen Lust auf ARTE

Mit uns finden Sie Ihre persönlichen ARTE-Highlights

Vetrieb:

DMV DER MEDIENVERTIEB GmbH & Co. KG. · Meßberg 1 · 20086 Hamburg

Tel: +49 (0)40 3019 1800

Sämtliche Informationen sind nach bestem Wissen und mit Sorgfalt

zusammen gestellt. Eine Gewährleistung für die Rich tig keit und Vollständigkeit

kann jedoch nicht über nom men wer den. Der Verlag übernimmt keine Haftung

für un ver langte Ein sen dun gen. Die Redaktion behält sich die Kür zung und

Bearbeitung von Leserbriefen vor. Es gelten die Geschäfts bedingungen des

Verlags. Beiträge, Fotos und gra fische Dar stel lungen sind ur he ber rechtlich

geschützt. Nachdruck, auch auszugsweise, Vervielfältigung auf fotomechanischen

und anderen Wegen sowie Nutz ung auf Da ten trägern bedürfen der

schrift lichen Zustimmung des Verlags.

Und dann zwei Hinweise, von denen

jeder eine Verbindung zu einem der Fotos hat:

– Ich bin eine französische Stadt am Ufer eines Flusses. Vor etwa

500 Jahren ließ sich hier auf Wunsch des damaligen Königs ein

Italiener nieder, der nach wie vor als eines der größten Genies der

Geschichte gilt.

Frankreich erleben erscheint alle drei Monate und ist im gut sortierten

Zeitschriftenhandel in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg

und Südtirol sowie per Abonnement erhältlich.

Einzelpreise im Handel: 6,90 € (D), 7,60 € (A), 11,90 CHF (CH),

8,10 € (F/L/B/NL), 8,10 € (I)

Abonnement (Preise pro Jahr): 24,90 € (D), 26,90 € (A),

39,90 CHF (CH), alle anderen Länder: 32,90 €

– Ich wurde 2009 eingeweiht und bin ein sehr ausgedehnter

Land schaftsgarten. Ich ergänze einen berühmten architek toni

schen Halbkreis, der bereits lange besteht und seit 1982 zum

Weltkulturerbe der UNESCO gehört. 2022 fand in mir das erste

Gartenfestival statt.

Bezugspreise beinhalten, wo erforderlich,

die gesetzliche Mehrwertsteuer.

© 2022 Ajc Presse, Bordeaux

Bildnachweise (nach Seiten, Anordnung von links nach rechts, oben nach unten): Titel: Jc

Albert, Ajc Presse • S.3: Serge Robin, Ajc Presse • S.4: Alexis Komenda, C2rmf; Jc Albert, Ajc

Presse; André Gomès, RMN-Grand Palais (Musée national Picasso-Paris)/ Michèle Bellot,

Succession Picasso 2022; Eric Spiller, Culturespaces; Jc Albert, Ajc Presse; Nicole Cobac,

Ajc Presse; Luc Perrot, Pic du Midi; Philippe Piron, LVAN; Léonard de Serres, Domaine

national de Chambord • S.6: Serge Robin, Ajc Presse; Pixabay • S.7: Service photo de la

Présidence de la République française • S. 8: Cédric Brown, Ajc Presse; Serge Robin, Ajc

Presse; Pixabay • S.9: Fritz Pitz, Musée Soulages Rodez; Cité du Vitrail de Troyes, Studio

OG • S.10: Serge Robin, Ajc Presse, Pixabay • S. 11: Flyview; Evgeniy Maloletka; Prix Bayeux

Calvados Normandie • S.12-13: DR • S. 14-15: Serge Robin, Ajc Presse; F. Mantovani, Editions

Gallimard; Pascal Ito, Flammarion; Francesco Gattoni, Rivages; DR, Seuil • 16: DR • S. 17:

Arte, DR • S. 18-20: DR • S.22-32: Jc Albert, Ajc Presse • S.33: Monika und Axel Eickhorst,

DR • S.34-35: Luc Perrot, Pic du Midi; S.36-37: Nicolas Bourgeois, Pic du Midi; Marmer,

Pic du Midi; Yannick Legodec, Pic du Midi; Luc Perrot, Pic du Midi • S.38: Observatoire

des Baronnies Provençales, DR • S.39: Hameau des Etoiles, DR • S.40-45: Jc Albert, Ajc

Presse • S. 46: Guillaume Jeanneret, CERN; Maximilien Brice, Cern; Jc Albert, Ajc Presse •

Guillaume Jeanneret, Cern; Cern, DR; Jc Albert, Ajc Presse; Guillaume Jeanneret, Cern

• S.48-52: Jc Albert, Ajc Presse • S.54-57: Jiva Hill Resort, DR • S.58-59: Philippe Piron,

LVAN • S.60-62: Alexis Komenda, C2rmf; Martine Regert, DR • S.63-65: Alexis Komenda,

C2rmf • S.66: Alexis Komenda, C2rmf; V.Abergel/ K.Jacquot/Map/Vassar College/agp/

Gea/ Chantier scientifique Notre-Dame de Paris/ Ministère de la Culture/ Cnrs • S.68-

73: Eric Spiller, Culturespaces • S.74: André Gomès, RMN-Grand Palais (Musée national

Picasso-Paris)/ Michèle Bellot, Succession Picasso 2022 • S.75: Serge Robin, Ajc Presse •

S.76-77: Musée Picasso Paris, DR; Bernard Martinez, Musée Picasso-Paris • S.78-79: Musée

Picasso Paris, DR • S.80-81: Léonard de Serres, Domaine national de Chambord • S.82-83:

Léonard de Serres, Domaine national de Chambord; Domaine national de Chambord, DR

• S.84-85: Dominique Couineau, Château de Chenonceau; Léonard de Serres, Château de

Chenonceau • S.86-87: Osmany Tavares, Interloire • 88-91: DR • S.92-93: Nicole Cobac, Ajc

Presse • S.94-95: DR • S.96-97: Y-Brush, DR; Serge Robin, Ajc Presse • S. 98: Serge Robin, Ajc

Presse; Saline Royale d’Arc et Senans, DR.

Haben Sie alles erraten? Dann können Sie die Antworten überprüfen,

indem Sie die folgenden Begriffe vervollständigen:

_ _ B _ _ _ E

LE _ E _ _ _ E _ M _ _ _ S _

Ausgabe Nr. 86 - Frühling 2023

Erscheint am 14. Februar 2023

Der Prix Goncourt 2022 wurde an Giuliano Da Empoli für seinen

Roman Le mage du Kremlin verliehen..

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98 · Frankreich erleben · Winter 2022/23


Es gibt viele Villen in der Provence, die Sie mieten können.

Doch in diese Villa werden Sie sich verlieben!

Sie genießen eine atemberaubende Aussicht über das weite Tal des Naturparks Lubéron,

nach Gordes, auf die Monts de Vaucluse und den Mont Ventoux. Allein dieser atemberaubende

Panoramablick ist unbezahlbar! Außerdem erreichen Sie in nur wenigen

Minuten zu Fuß den Dorfkern von Roussillon mit seinen Geschäften und Restaurants

und bekommen trotzdem wegen der geschützten Lage der Villa nichts vom Trubel im

Ort mit. Die provenzalische Architektur und die Einrichtung im modernen Design bilden

eine gekonnte Symbiose, die Sie so schnell nicht ein zweites Mal in der Provence finden

werden. Der beheizte Infinity-Pool und 2.600 qm große Garten sind Garant für einen

erholsamen Urlaub. Die Villa verfügt über Platz für bis zu zehn Personen, doch durch

den modularen Grundriss fühlt man sich aber auch zu zweit oder viert nicht zu einsam.

www.provence-living.fr

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