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DVG FORUM 02/2022

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19. Jahrgang 2/2<strong>02</strong>2<br />

Mitgliederzeitschrift der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V.<br />

Fachgruppe im Fokus<br />

Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele<br />

Seite 54


LUNA (3),<br />

FREMDKÖRPER OPERATION<br />

& MOLLY (4),<br />

HEPATISCHE LIPIDOSE<br />

seit drei Wochen wieder fit<br />

dank DOG & CAT REVITAL<br />

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EDITORIAL<br />

Sehr geehrte, liebe Kolleginnen und Kollegen,<br />

wie es scheint, hält uns die Welt weiter in<br />

Atem, und die Krisen scheinen unaufhaltsam<br />

zuzunehmen. Aber gerade deshalb ist<br />

es wichtig, bei allen Fragen, die uns auch<br />

in der Tiermedizin gestellt werden, wissenschaftlich<br />

und faktenbasiert Antworten zu<br />

finden bzw. den Weg dorthin wissenschaftlich<br />

zu begleiten.<br />

Nach meiner gerade stattgefundenen<br />

Wiederwahl zum <strong>DVG</strong>-Präsidenten darf ich<br />

mich zunächst bei vielen Menschen für<br />

ihre Arbeit und das Vertrauen, das mir entgegengebracht<br />

wurde, ganz herzlich bedanken.<br />

Der <strong>DVG</strong>-Vizepräsident Prof. Dr. Arwid<br />

Daugschies (Leipzig) ist nun nach sieben<br />

Jahren Arbeit für die Gesellschaft in einen<br />

neuen Lebensabschnitt eingetreten und<br />

widmet sich mehr seiner Familie. Ihm<br />

möchten wir Danke sagen für das tolle Engagement<br />

und seine Mitarbeit. In der Delegiertenversammlung<br />

wurde Prof. Dr. Jörg<br />

Aschenbach (FU Berlin) zum Vizepräsidenten<br />

der <strong>DVG</strong> gewählt. Wir freuen uns sehr<br />

auf seine Ideen und Mitarbeit in unserer<br />

Fachgesellschaft.<br />

Ich möchte mich ebenfalls bei dem<br />

<strong>DVG</strong>-Vorstand, der Delegiertenversammlung,<br />

den Fachgruppenleiter:innen, der<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle, der Geschäftsführerin<br />

PD Dr. Susanne Alldinger, allen Menschen,<br />

die sich in die <strong>DVG</strong> einbringen sowie<br />

allen Mitgliedern für die geleistete<br />

Arbeit, für ihr Engagement und die Entwicklung<br />

von Visionen bedanken. Nur<br />

durch Euch kann ein solch großer wissenschaftlicher<br />

Verband vorankommen und<br />

sich immer wieder neu erfinden. Nur so<br />

schaffen wir es wirklich, in eine gemeinsame<br />

Zukunft zu gehen, die sich wissenschaftlich<br />

mit den aktuellen Problemen<br />

auseinandersetzt, die auch die Expertise<br />

aus der Veterinärmedizin benötigen.<br />

Ich bin sehr stolz darauf, dass ich weitere<br />

vier Jahre an der Spitze dieser wunderbaren<br />

<strong>DVG</strong> die Geschicke mit Ihnen allen<br />

zusammen entwickeln darf!<br />

In dem vorliegenden <strong>DVG</strong>-Forum finden<br />

Sie neben den Berichten aus den verschiedenen<br />

Arbeitsgebieten und Fachgruppen<br />

auch unsere Aufstellung der Preise<br />

und Stiftungen, die die <strong>DVG</strong> verleiht<br />

bzw. verwaltet.<br />

Die Fachgruppe Kleine Wiederkäuer<br />

und Neuweltkamele steht diesmal im Fokus,<br />

berichtet von ihrer spannenden Geschichte<br />

und stellt aktuelle Forschungsergebnisse<br />

vor.<br />

Neue Leiter:innen und Stellvertreter:innen<br />

wurden in den Fachgruppen Parasitologie,<br />

Physiologie & Biochemie, AVID, DGT,<br />

Fleischhygiene und in der AG Katzenmedi-<br />

zin der DGK-<strong>DVG</strong> gewählt, während in den<br />

Fachgruppen DGK-<strong>DVG</strong> und Chirurgie die<br />

Kolleg:innen in ihrer Position bestätigt<br />

wurden. Allen hierzu unseren herzlichen<br />

Glückwunsch. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!<br />

Auch haben wir eine neue, nun die 41.,<br />

Fachgruppe (Bildgebende Verfahren) sowie<br />

einen neuen Arbeitskreis „Innere Medizin<br />

Pferd“ in der Fachgruppe Pferdekrankheiten<br />

in unser Portfolio aufgenommen. Wir<br />

freuen uns auch hier auf eine fruchtbare<br />

Zusammenarbeit!<br />

In diesem Winter nun bleibt mir nur,<br />

Ihnen allen vor allem Gesundheit sowie<br />

Durchhaltevermögen zu wünschen! Ich<br />

freue mich schon auf ein hoffentlich baldiges<br />

Wiedersehen<br />

Ihr/Euer<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. (Bursa) Dr. h.c. (Torun)<br />

Martin Kramer<br />

Präsident der <strong>DVG</strong><br />

Frohes Fest!<br />

Wir danken allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Förderern,<br />

Sponsoren und insbesondere den Mitgliedern der <strong>DVG</strong> für ihr Engagement<br />

und ihre Beiträge. Zusammen entwickeln wir die <strong>DVG</strong> weiter als<br />

professionelle und moderne Wissenschaftsgesellschaft!<br />

Ihnen, allen Kooperationspartnern und<br />

Freunden der <strong>DVG</strong> ein frohes Weihnachtsfest<br />

und ein gesundes Jahr 2<strong>02</strong>3!<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. (Bursa) Dr. h.c. (Torun) Martin Kramer<br />

für den Vorstand der <strong>DVG</strong> e.V.<br />

PD Dr. Susanne Alldinger<br />

für die <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 1<br />

<strong>DVG</strong> Service GmbH • <strong>DVG</strong> e.V. • An der Alten Post 2 • 35390 Gießen<br />

•<br />

0641 984446-0 • info@dvg.de • www.dvg.de


INHALT<br />

EDITORIAL<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. (Bursa) Dr. h.c. (Torun) Martin Kramer . . 1<br />

<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Delegierte bestätigen Prof. Kramer als Präsident . . . . 3<br />

Neugründungen in der <strong>DVG</strong> . . . . . . . . . . . 3<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>2 . . . . . . . . . . . . .4<br />

<strong>DVG</strong> richtet erstmals NRW-Tierärztetag aus . . . . . 12<br />

Mission Rabies Deutschland e.V. . . . . . . . . . 14<br />

Spendenaktion für die Ukraine . . . . . . . . . .16<br />

Hessischer Denkmalschutzpreis für <strong>DVG</strong>-Domizil . . . 16<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>3 – Calls for Abstracts . . . . .18<br />

ARBEITSGEBIETE<br />

• KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-<strong>DVG</strong>) . 25<br />

Fachgruppe „Chirurgie“ . . . . . . . . . . . . 27<br />

Fachgruppe „Innere Medizin und<br />

klinische Labordiagnostik (InnLab)“ . . . . . . .27<br />

Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde<br />

(DGT-<strong>DVG</strong>) . . . . . . . . . . . . . . . 28<br />

Deutsche buiatrische Gesellschaft . . . . . . . . 30<br />

Fachgruppe „Reproduktionsmedizin“ . . . . . . . 30<br />

Fachgruppe „Zier-, Zoo- und Wildvögel, Reptilien,<br />

Amphibien und Fische (ZZWRAF)“ . . . . . . . 31<br />

• GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

Fachgruppe „Geschichte der Veterinärmedizin“ . . . . 31<br />

Fachgruppe „Physiologie und Biochemie“ . . . . . . 39<br />

Fachgruppe „Epidemiologie und Dokumentation“ . . . 39<br />

Fachgruppe „Tierernährung“ . . . . . . . . . . 40<br />

• INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

Fachgruppe „Parasitologie und parasitäre Krankheiten“ 42<br />

Fachgruppe AVID . . . . . . . . . . . . . . 43<br />

Arbeitskreis Antibiotikaresistenz . . . . . . . . . 45<br />

Fachgruppe „Tropenveterinärmedizin und<br />

Internationale Tiergesundheit (TVMIT)“ . . . . . 45<br />

Konsiliarlabore . . . . . . . . . . . . . . . 45<br />

Fachgruppentagungen 2<strong>02</strong>3 . . . . . . . . . . 46<br />

• LEBENSMITTELSICHERHEIT<br />

UND VERBRAUCHERSCHUTZ<br />

Arbeitsgebiet „Lebensmittelsicherheit und<br />

Verbraucherschutz“ . . . . . . . . . . . . 47<br />

Vet Food Science Summer School 2<strong>02</strong>2 . . . . . . .48<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2<br />

• TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

Tierschutztagung 2<strong>02</strong>3 . . . . . . . . . . . . 50<br />

4. Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz . . . 50<br />

Tierschutzpreis der Forster-Steinberg Stiftung . . . . 53<br />

FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

„Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele“ . . . . . 54<br />

STIFTUNGEN UND PREISE<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>2 - Preise und Auszeichnungen . 68<br />

Martin-Lerche-Wissenschaftspreis . . . . . . . . 68<br />

Anton-Mayr-Preis . . . . . . . . . . . . . . 68<br />

Richard-Völker-Medaille . . . . . . . . . . . . 69<br />

Bruns-Preis . . . . . . . . . . . . . . . . .69<br />

Otfried-Siegmann-Preis . . . . . . . . . . . . 69<br />

Klös-Nachwuchspreis . . . . . . . . . . . . . 70<br />

Höhner-Preis . . . . . . . . . . . . . . . . 70<br />

Preis der „Pferdeheilkunde“ . . . . . . . . . . . 70<br />

Erwin-Becker-Preis . . . . . . . . . . . . . . 71<br />

Preise der Fachgruppen . . . . . . . . . . . . 71<br />

Ausschreibung des Otfried-Siegmann-Preises 2<strong>02</strong>3 . . 74<br />

Ausschreibung des Erwin-Becker-Preises 2<strong>02</strong>3 . . . . 74<br />

Ausschreibung „Nachwuchsförderpreis Tierernährung“ . 75<br />

Ausschreibung DGK-<strong>DVG</strong>-Förderpreis . . . . . . . 75<br />

NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />

Dr. Uschi Reichel 20 Jahre bei der <strong>DVG</strong> . . . . . . . 76<br />

In eigener Sache – Bitte um Zusendung<br />

Ihrer E-Mail-Adresse . . . . . . . . . . . . 76<br />

Werde Schnuppermitglied! . . . . . . . . . . . 76<br />

Im Ruhestand: Steuerberater Gerhard Rössler . . . . 77<br />

Vorteile einer <strong>DVG</strong>-Mitgliedschaft . . . . . . . . .77<br />

PERSONEN<br />

„Wider das Vergessen“ – Zum Tod von Dr. Georg Möllers 79<br />

Nachruf auf Dr. Heinz Strobel . . . . . . . . . . 80<br />

Professor des Jahres: Prof. Madeleine Plötz . . . . . 81<br />

Verabschiedung von Prof. Arwid Daugschies<br />

und Prof. Michael Erhard . . . . . . . . . . 82<br />

Neue Fachgruppenleiter:innen . . . . . . . . . .82<br />

PUBLIKATIONEN<br />

Aktuelle Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag . . . . . . . 85<br />

TAGUNGSKALENDER 2<strong>02</strong>3 . . . . . . . . . . 86<br />

IMPRESSUM . . . . . . . . . . . . . . . . 78<br />

2 <strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


Delegierte bestätigen Prof. Martin Kramer als Präsident der <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Auf der Delegiertenversammlung der<br />

Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft<br />

(<strong>DVG</strong>) am 25.10.2<strong>02</strong>2 in Garmisch-Partenkirchen<br />

und online wählten<br />

die Delegierten Prof. Dr. Dr. h.c. (Bursa) Dr.<br />

h.c. (Torun) Martin Kramer, Gießen, mit<br />

überwältigender Mehrheit erneut zum<br />

Präsidenten der <strong>DVG</strong>. Zum Vizepräsidenten<br />

wurde Prof. Dr. Jörg Aschenbach, Berlin,<br />

gewählt.<br />

Der bisherige Vizepräsident Prof. Dr. Arwid<br />

Daugschies stand für eine Wiederwahl<br />

nicht mehr zur Verfügung. Prof. Kramer<br />

dankte ihm für seine langjährige Tätigkeit.<br />

Prof. Kramer ist Leiter der Klinik für<br />

Kleintiere – Chirurgie – des Fachbereichs<br />

Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität<br />

(JLU) Gießen und seit November<br />

2<strong>02</strong>1 Vizepräsident für Forschung und Förderung<br />

des wissenschaftlichen Nachwuchses<br />

der JLU. Zuvor war er mehr als elf<br />

Jahre Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin.<br />

Prof. Kramer ist Mitglied des Präsidiums<br />

der Bundestierärztekammer und<br />

vertritt dort das Ressort „Weiterbildung,<br />

Forschung und Industrie“. Er ist Fachtierarzt<br />

für Chirurgie, für Klein- und Heimtiere,<br />

für Radiologie und andere bildgebende<br />

Verfahren und für Kleintierchirurgie sowie<br />

Diplomate des European College of Veterinary<br />

Diagnostic Imaging.<br />

Prof. Aschenbach ist Geschäftsführender<br />

Direktor des Instituts für Veterinär-Physiologie<br />

der Freien Universität<br />

(FU) Berlin. Er ist zudem Prodekan für<br />

Lehre am Fachbereich Veterinärmedizin<br />

der FU und Vorsitzender der Gesellschaft<br />

für Ernährungsphysiologie (GfE). Von Februar<br />

2014 bis Juni 2<strong>02</strong>2 war er Vorsitzender<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Physiologie<br />

und Biochemie“. Prof. Aschenbach ist<br />

Fachtierarzt für Physiologie. Seine Forschungsschwerpunkte<br />

liegen in den Bereichen<br />

der Funktion gastrointestinaler<br />

Epithelien bei Nutztieren (Wiederkäuer,<br />

Schwein, Huhn), im Stoffwechsel der<br />

Hochleistungskuh sowie in der Wirkung<br />

phytogener Substanzen und im Magnesiumtransport<br />

und -stoffwechsel.<br />

Die weiteren Mitglieder des <strong>DVG</strong>-Vorstands<br />

setzen sich aus den Vorsitzenden<br />

der fünf Arbeitsgebiete der <strong>DVG</strong> zusammen<br />

und werden von den Fachgruppen-<br />

Leitungen gewählt. Derzeit gehören dem<br />

Vorstand an: Prof. Dr. Dr. Johann Schäffer,<br />

Hannover (Arbeitsgebietsleiter „Grundlagenwissenschaften“),<br />

Prof. Dr. Nicole<br />

Kemper, Hannover (Arbeitsgebietsleiterin<br />

„Infektionsmedizin und Hygiene“), Prof. Dr.<br />

Michael Pees, Hannover (Arbeitsgebietsleiter<br />

„Klinische Veterinärmedizin – Kleintiere“),<br />

Prof. Dr. Michael Röcken, Gießen<br />

<strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Martin Kramer (links) und<br />

<strong>DVG</strong>-Vizepräsident Prof. Jörg Aschenbach.<br />

Foto: <strong>DVG</strong><br />

(Arbeitsgebietsleiter „Klinische Veterinärmedizin<br />

– Großtiere“), Prof. Dr. Thomas Alter,<br />

Berlin (Arbeitsgebietsleiter „Lebensmittelsicherheit<br />

und Verbraucherschutz")<br />

und Prof. Dr. Dr. Michael Erhard, München<br />

(Arbeitsgebietsleiter „Tierschutz, Ethologie<br />

und Tierhaltung“).<br />

•<br />

Neugründungen in der <strong>DVG</strong><br />

Auf der Delegiertenversammlung der <strong>DVG</strong><br />

am 25.10.2<strong>02</strong>2 in Garmisch-Partenkirchen<br />

und online stimmten die Delegierten der<br />

Gründung der 41. <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Bildgebende<br />

Verfahren“ sowie der Arbeitsgruppe<br />

„Innere Medizin Pferd“ zu.<br />

Fachgruppe „Bildgebende<br />

Verfahren“<br />

Dr. Kerstin von Pückler (Gießen) erläuterte<br />

in einer Präsentation die Hintergründe für<br />

ihren Antrag auf Gründung dieser Fachgruppe.<br />

Die bildgebenden Verfahren gewinnen<br />

zunehmend an Bedeutung. Es sind<br />

wissenschaftliche und auch rechtliche Fragestellungen<br />

zu klären sowie Ansprechpartner:innen<br />

zu finden. Die neu zu gründende<br />

Fachgruppe soll sich mit Klein- und<br />

Großtieren befassen und auch Interessierten<br />

ohne Spezialisierung Zugang gewähren.<br />

Arbeitsgruppe „Innere Medizin<br />

Pferd“<br />

Diese Gruppierung wird sich als Arbeitsgruppe<br />

(AG) der Fachgruppe „Pferdekrankheiten“<br />

konstituieren. Prof. Dr. Heidrun<br />

Gehlen (Berlin) hatte den Antrag auf Gründung<br />

gestellt.<br />

Weitere Informationen zur Konstituierung<br />

beider Gruppierungen teilen wie rechtzeitig<br />

mit.<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 3


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

In Präsenz und online – <strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>2 so gut besucht wie nie!<br />

Vom 13. bis 15. Oktober fand<br />

im Estrel Congress Center in<br />

Berlin und parallel online mit<br />

dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress der<br />

größte hybride Kongress für Tierärztinnen<br />

und Tierärzte im deutschsprachigen<br />

Raum statt. Die Deutsche Veterinärmedizinische<br />

Gesellschaft (<strong>DVG</strong>) hat<br />

als Veranstalter erneut ein zeitgemäßes<br />

Kongressformat angeboten, das bei den<br />

Teilnehmenden offenbar sehr gut ankam.<br />

Insgesamt nahmen über 2.400 Personen<br />

teil, darunter über 1.800 in Präsenz in Berlin<br />

und über 600 online. Zudem wurden 19<br />

Auch 2<strong>02</strong>2 fand der <strong>DVG</strong>-Vet-Congress im Estrel<br />

Congress Center statt.<br />

Seminare vor Ort angeboten, die von insgesamt<br />

über 300 Teilnehmenden besucht<br />

wurden. Etwa 100 Tiermedizinische Fachangestellte<br />

nahmen an einer Fortbildungsveranstaltung<br />

sowie an mehreren Seminaren<br />

teil.<br />

Die Sessions sowie erstmals auch die<br />

Freien Vorträge und Posterpräsentationen<br />

des Kleintierkongresses wurden live gestreamt.<br />

Auch die Tagungen zur Pferdeund<br />

zur Rindermedizin, zur Tierzahnheilkunde<br />

und zur Verhaltensmedizin konnten<br />

im Livestream verfolgt werden. Die<br />

Aufzeichnungen dieser Streams und vertonte<br />

Powerpointvideos der übrigen Tagungen<br />

waren noch bis Anfang November<br />

in der Mediathek auf der Landingpage verfügbar.<br />

Festvortrag: Was wir aus der<br />

Corona-Pandemie lernen können<br />

Der Präsident der <strong>DVG</strong>, Prof. Dr. Dr. h.c.<br />

(Bursa) Dr. h.c. (Torun) Martin Kramer (Gießen),<br />

der Präsident der DGK-<strong>DVG</strong>, Prof. Dr.<br />

Andreas Moritz (Gießen) und die Kongresspräsidentin<br />

des 68. Jahreskongresses,<br />

Prof. Dr. Andrea Meyer-Lindenberg<br />

(München), eröffneten den Kongress und<br />

begrüßten die Teilnehmenden. Im Anschluss<br />

hielt Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Lothar<br />

Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts,<br />

den Festvortrag mit dem Titel „Was<br />

wir aus der Corona-Pandemie lernen können“.<br />

Er warf einen Blick auf den Beginn<br />

der Pandemie und die Entwicklung bis<br />

heute. Die Pandemie könne erfolgreich<br />

nur mit Solidarität bekämpft werden; die<br />

wichtigste Botschaft zu Beginn sei, sich<br />

und andere zu schützen. Um die Krise zu<br />

bewältigen, seien Vertrauen, eine effektive<br />

Kommunikation, eine Digitalisierung<br />

des Gesundheitswesens sowie die Stärkung<br />

von Public Health unerlässlich. Er betonte,<br />

dass das Verhalten des Menschen<br />

als Treiber der Pandemie nicht unterschätzt<br />

werden dürfe. Die wachsende Bevölkerung,<br />

der Klimawandel und die zunehmende<br />

Mobilität von Mensch, Tier<br />

und Produkten vom Tier seien menschengemacht.<br />

Die Tierproduktion und das Ernährungsverhalten<br />

müssten angepasst<br />

und auch die Verhaltenswissenschaften<br />

beachtet werden.<br />

Prof. Martin Kramer, Präsident der <strong>DVG</strong>, eröffnete den Kongress.<br />

Prof. Lothar Wieler hielt den Festvortrag.<br />

4<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Die Registrierung und der Ausdruck des Namensschildes erfolgten<br />

kontaktlos.<br />

Das Team der Tagungsleiter:innen (v.l.n.r.): Dr. Hildegard Jung, Prof. Jens<br />

Tetens, Prof. Johann Schäffer, Dr. Martin Florian Buck, Antje Blättner, Prof.<br />

Michael Röcken, Prof. József Tóth, Prof. Sabine Kästner, Prof. Doris Höltig,<br />

Prof. Stefan Schwarz.<br />

Ausgezeichnete<br />

Wissenschaftler:innen<br />

Ein Kongress ist immer eine wunderbare<br />

Gelegenheit, verdiente Kolleginnen und<br />

Kollegen sowie auch vielversprechende<br />

Nachwuchswissenschaftler:innen auszuzeichnen.<br />

So wurde auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-<br />

Congress im Rahmen der Eröffnungsfeier<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Bostedt (Gießen)<br />

mit dem Martin-Lerche-Wissenschaftspreis<br />

der <strong>DVG</strong> geehrt. Dr. Jan-Gerd<br />

Kresken (Duisburg) und Prof. Dr. Jörg Steiner<br />

(College Station, Texas, USA) erhielten<br />

die Richard-Völker-Medaille der DGK-<strong>DVG</strong>.<br />

Zudem wurden weitere Preise mehrerer<br />

Stiftungen und für die besten Freien Vorträge<br />

und Poster der DGK-<strong>DVG</strong> vergeben.<br />

Sehen Sie dazu Berichte und Fotos auf den<br />

Seiten 68 bis 73.<br />

Berliner Sause<br />

Nach der Eröffnungsfeier, die erstmals<br />

schon am Donnerstag stattfand, trafen<br />

sich Teilnehmende, Referent:innen und<br />

Preisträger:innen bei der „Berliner Sause“<br />

im Foyer vor dem Auditorium im Estrel.<br />

Hier stimmten sie sich bei Original Berliner<br />

Currywurst, die auch vegan angeboten<br />

wurde, bei Getränken und Musik auf den<br />

Kongress ein.<br />

Der Generationenwechsel<br />

Leitmotto des 68. Jahreskongresses der<br />

DGK-<strong>DVG</strong> war „Der Generationenwechsel<br />

– Altbewährtes und Neues in der<br />

Kleintiermedizin“. Dieser Schwerpunkt<br />

zog sich durch die Vorträge aus verschiedenen<br />

Fachgebieten, wie z. B. Chirurgie,<br />

Orthopädie, Anästhesie, Bildgebung Onkologie<br />

und Neurologie und befasste sich<br />

mit neuen Therapie- und Diagnostikverfahren,<br />

warf jedoch auch einen Blick auf<br />

Mehrere Fachgruppen boten Posterausstellungen an.<br />

Tagungsleiter:innen und DGK-<strong>DVG</strong>-Vertreter:innen (v.l.n.r.): Dr. Gerhard<br />

Staudacher, PD Dr. Maike Heppelmann, Dr. Friedrich Röcken, Prof. Andrea<br />

Meyer-Lindenberg, Prof. Andreas Moritz, Brigitta Smit-Fornahl.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 5


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Dr. Hildegard Jung und Dr. Barbara Schöning freuten sich über das<br />

30-jährige Bestehen der GTVMT.<br />

Präsenz-Kongresse bieten die ideale Gelegenheit zum Netzwerken.<br />

erprobtes Wissen, das bewahrt zu werden<br />

verdient.<br />

Buiatriktagung und<br />

Internationaler Pferdekongress<br />

Die Buiatriktagung war von den Fachgruppen<br />

„Deutsche buiatrische Gesellschaft“,<br />

„Reproduktionsmedizin“, „Tierernährung“,<br />

„Tierzucht und Genomik“ sowie „Epidemiologie<br />

und Dokumentation“ organisiert<br />

worden. Das Schwerpunktthema lautete<br />

„Quo vadis Rinderhaltung? Im Spannungsfeld<br />

zwischen Status quo und gesellschaftlicher<br />

Erwartung“. Spannende Keynote<br />

Lectures, Freie Vorträge sowie eine Posterausstellung<br />

vor Ort und virtuell befassten<br />

sich mit verschiedenen Aspekten des Leitmottos.<br />

Das Programm des 5. Internationalen<br />

Pferdekongresses fokussierte auf die Themenblöcke<br />

Chirurgie, Internistik und Gynäkologie.<br />

Auch hier wurde vor Ort und<br />

online eine Posterausstellung angeboten.<br />

Die Teilnehmer:innen hatten zudem die<br />

Möglichkeit, das Präsenz-Seminar „Von<br />

der Hornhaut bis zum Augenhintergrund“<br />

der AG Pferdeophthalmologie zu besuchen.<br />

30 Jahre GTVMT<br />

Ein besonderes Jubiläum konnte auf der<br />

Tagung zur Verhaltensmedizin gefeiert<br />

werden: Die Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin<br />

und -therapie (GTVMT), die<br />

schon traditionell zusammen mit der<br />

<strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Verhaltensmedizin und<br />

Bissprävention“ eine Tagung auf dem <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congress durchführt, wurde in diesem<br />

Jahr 30 Jahre alt. Ein Rückblick zeigte den<br />

Beginn der Tierverhaltensmedizin und den<br />

Hintergrund der Gründung der GTVMT auf.<br />

Eine Podiumsdiskussion befasste sich<br />

dann mit der Verhaltensmedizin der Zukunft.<br />

In weiteren Präsentationen ging es<br />

u. a. um das Verhalten von Hunden und<br />

Pferden. Zudem wurden Forschungsprojekte<br />

zu Verhalten und Tierschutz vorgestellt.<br />

Wie immer steter Anziehungs- und Treffpunkt: die 68. VET-Messe.<br />

Seminare<br />

Die Seminare u. a. zur Röntgenaktualisierung,<br />

zur Kardiologie, Anästhesie, Kleintierophthalmologie,<br />

Neurologie, Orthopädie,<br />

Impfung, zu neuen Vorgaben des<br />

Arzneimittelgesetzes und erstmals zum<br />

Medical Training fanden ausschließlich in<br />

Präsenz statt. Sie wurden am Donnerstag<br />

vor der offiziellen Eröffnungsfeier durchgeführt.<br />

6<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Auf die Teilnehmer:innen wartete ein spannendes Kongressprogramm.<br />

Angebote für TFA<br />

Für Tiermedizinische Fachangestellte wurden<br />

eine Vortragsveranstaltung sowie fünf<br />

Präsenzseminare (Narkose, Physiotherapie,<br />

Zahnseminar, Notfälle, Aktualisierung<br />

Strahlenschutz) angeboten.<br />

Weitere Tagungen<br />

Weitere Tagungen fanden zu den Themengebieten<br />

Chirurgie, Anästhesie, Tierernährung,<br />

Naturheilverfahren, Antibiotikaresistenz,<br />

Versuchstierkunde, Epidemiologie,<br />

Tropenveterinärmedizin, Forensische Veterinärmedizin<br />

sowie Schweinekrankheiten<br />

und Bienen statt. Die Vorträge der beiden<br />

Sessions „Basic“ und „Advanced“ der Deutschen<br />

Gesellschaft für Tierzahnheilkunde<br />

gehören schon fest zum Programm des<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses.<br />

Auch der Bundesverband der Veterinärmedizinstudierenden<br />

in Deutschland<br />

(bvvd) war wieder mit einem Workshop<br />

vertreten.<br />

68. VET-Messe<br />

Die Industrieausstellung war mit 93 Ausstellenden<br />

auf über 1.300 Quadratmetern<br />

Ausstellungsfläche ein Highlight und Anziehungs-<br />

sowie Treffpunkt für die Teilnehmenden.<br />

Auf der „Piazza“ konnten die Industrievertreter:innen<br />

neue Produkte<br />

vorstellen und in einer „Wellness-Ecke“<br />

standen Massagesessel bereit.<br />

Virtueller Kongress und<br />

Mediathek<br />

Die Onlineteilnehmer:innen konnten die<br />

Kleintier-, Pferde-, Rinder-, Tierzahnheilkunde-<br />

und Verhaltensmedizin-Vorträge live im<br />

Stream verfolgen und sich via Chat an der<br />

Diskussion beteiligen. Die Präsentationen<br />

der weiteren Tagungen waren als Videos auf<br />

der Landingpage abrufbar. Auch die Posterausstellung<br />

fand sowohl vor Ort in Berlin<br />

als auch virtuell statt. Auf der Landingpage<br />

waren pdf-Dateien der Poster und kurze Präsentationsvideos<br />

verfügbar. Nach dem<br />

Kongress war es noch bis zum 6. November<br />

möglich, die Aufzeichnungen und Videos in<br />

der Mediathek „nachzuschauen“. Die Mediathek<br />

wurde im Anschluss geschlossen,<br />

die übrigen Angebote auf der Landingpage<br />

(Posterausstellung, virtuelle Industrieausstellung,<br />

virtuelle Kongresstasche) sind<br />

noch weiter verfügbar.<br />

Riesiger Dank an alle<br />

Wir danken allen Referierenden, Vorsitzenden,<br />

den zahlreichen Technik-Helfer:innen,<br />

den Teilnehmenden und natürlich unseren<br />

Industriepartnern, Sponsoren und Ausstellern.<br />

Insbesondere danken wir den<br />

Gold-Sponsoren Hill’s Pet Nutrition und<br />

Vet-Concept, den Silber-Sponsoren Boehringer<br />

Ingelheim, Elanco, Laboklin und<br />

Zoetis sowie den Bronze-Sponsoren R+V<br />

und SantéVet.<br />

V.l.n.r.: Eva-Maria Saliu, PhD, Dr. Jenny Stiller, Dr. Mareike Nickel, Dr. Franz<br />

Söbbeler (Future Board der DGK-<strong>DVG</strong>) mit Prof. Andreas Moritz, Prof.<br />

Barbara Kohn und Dr. Bianca Kornmaier (Sponsor Hill’s Pet Nutrition).<br />

Nach dem Kongress ist vor dem Kongress<br />

– und so blicken wir schon auf das<br />

nächste Jahr, in dem der <strong>DVG</strong>-Vet-Congress<br />

vom 23. bis 25. November stattfindet. Das<br />

<strong>DVG</strong>-Team wird bereit sein …<br />

PD Dr. Susanne Alldinger<br />

Dr. Marion Selig<br />

Fotos:<br />

Fotos S. 4 bis S. 11: Carmen Körner, Cynthia<br />

Ruf / <strong>DVG</strong>; außer: S. 5 unten re, S. 6<br />

oben li, S. 7 unten, S. 8 oberste Reihe re, 2.<br />

Reihe li, unterste Reihe re, Seite 9 oberste<br />

Reihe li, 2. Reihe li, unterste Reihe re, S. 11<br />

oberste Reihe re, 2. Reihe li, 3. Reihe re, 4.<br />

Reihe (2x): <strong>DVG</strong><br />

Ausführlichere Bildergalerien:<br />

https://www.dvg-vet-congress.de/<br />

Die virtuelle Kongresstasche auf der Landingpage<br />

mit interessanten Informationen.<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 7


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

8<br />

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<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

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<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

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<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 11


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

<strong>DVG</strong> richtet erstmals NRW-Tierärztetag in Dortmund aus<br />

Der Tierärztetag fand im Kongresszentrum<br />

Westfalenhallen in Dortmund statt.<br />

Vom 9. bis 11. September 2<strong>02</strong>2 fand der<br />

9. Nordrhein-Westfälische Tierärztetag<br />

unter dem Leitthema „One Health im Zeitalter<br />

der Globalisierung“ im Kongresszentrum<br />

Westfalenhallen in Dortmund statt!<br />

Fast 600 Tierärztinnen und Tierärzte sowie<br />

Tiermedizinische Fachangestellte nahmen<br />

an den Vorträgen und Seminaren zu<br />

aktuellen Themen aus Groß- und Kleintiermedizin<br />

teil, tauschten sich aus und<br />

besuchten die Industrieausstellung. Veranstalter<br />

des Tierärztetages war erstmals<br />

die <strong>DVG</strong> unter fachlicher Mitkoordination<br />

der Tierärztekammern Nordrhein und<br />

Westfalen-Lippe.<br />

Eröffnung und Grußworte<br />

Dr. Harri Schmitt, Präsident der Tierärztekammer<br />

Westfalen-Lippe, und Karl-Andreas<br />

Bulgrin, Präsident der Tierärztekammer<br />

Nordrhein, eröffneten den Tierärztetag<br />

und begrüßten die Teilnehmenden. Beide<br />

freuten sich, dass Dortmunds Bürgermeisterin<br />

Barbara Brunsing und Silke Gorißen,<br />

nordrhein-westfälische Ministerin<br />

für Landwirtschaft und Verbraucherschutz,<br />

ebenfalls Grußworte sprachen. Barbara<br />

Brunsing hieß den Tierärztetag in Dortmund<br />

mit dem traditionellen Bergmannsgruß<br />

„Glück auf“ willkommen und wünschte<br />

der Veranstaltung einen guten Verlauf.<br />

Ministerin Silke Gorißen ging in ihrer Begrüßung<br />

auf das Leitthema und die wichtige<br />

Rolle von Tierärztinnen und Tierärzten<br />

ein. „Die Corona-Pandemie hat uns gelehrt,<br />

dass in der Gesundheit eine ganzheitliche<br />

Betrachtung von Mensch, Tier und Umwelt<br />

und ihre Zusammenhänge wichtiger denn<br />

je sind. Deshalb ist das diesjährige Leitthema<br />

des Nordrhein-Westfälischen Tierärztetages<br />

– der interdisziplinäre ‚One Health‘-<br />

Ansatz – gut ausgewählt. Bei der Prävention<br />

und Bekämpfung von Zoonosen ist die<br />

Arbeit von Tierärztinnen und Tierärzten unschätzbar<br />

wertvoll. Deshalb kann Ihnen<br />

gar nicht genug gedankt werden. Danke<br />

sagen möchte ich zugleich für Ihre große<br />

Hilfsbereitschaft bei der Erstversorgung<br />

und Impfung von Haustieren, die von ukrainischen<br />

Kriegsflüchtlingen mitgebracht<br />

wurden. Ihre Expertise und Ihr Engagement<br />

für das Tierwohl, 365 Tage im Jahr, ist beeindruckend!“,<br />

so die Ministerin.<br />

Dr. Ophelia Nick, Parlamentarische Staatssekretärin<br />

im Bundesministerium für Ernährung<br />

und Landwirtschaft, konnte nicht persönlich<br />

vor Ort sein. In einer Videobotschaft<br />

betonte sie die Bedeutung der Zusammenarbeit<br />

von Tier- und Humanmedizin, denn der<br />

Ursprung von mehr als dreiviertel aller neu<br />

auftretenden Infektionskrankheiten läge im<br />

Tierreich. Es sei notwendig, den One Health-<br />

Ansatz noch stärker im Denken und Handeln<br />

zu verankern.<br />

Für die Bundestierärztekammer begrüßte<br />

Vizepräsident Dr. Martin Hartmann die<br />

Teilnehmenden und verdeutlichte, dass Tierärztinnen<br />

und Tierärzte die Schnittstelle<br />

zwischen Mensch und Tier seien. PD Dr. Susanne<br />

Alldinger, Geschäftsführerin der <strong>DVG</strong>,<br />

zeigte in einer kurzen Präsentation den Werdegang<br />

des Tierärztetages auf, der erstmals<br />

von der <strong>DVG</strong> und beiden nordrhein-westfälischen<br />

Tierärztekammern veranstaltet wurde<br />

und pandemiebedingt von 2<strong>02</strong>1 auf dieses<br />

Jahr verschoben werden musste.<br />

V.l.n.r.: Karl-Andreas Bulgrin, Bürgermeisterin<br />

Barbara Brunsing, Ministerin Silke Gorißen, Dr.<br />

Harri Schmitt.<br />

Der Tierärztetag war sehr gut besucht.<br />

12<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

One Health im Zeitalter der<br />

Globalisierung<br />

Der erste Teil des Vortragsprogramms fokussierte<br />

auf One Health, also auf den engen<br />

Zusammenhang der Gesundheit von<br />

Mensch, Tier und Umwelt. Der Präsident des<br />

Friedrich-Loeffler-Instituts, Prof. Dr. Dr. h.c.<br />

Thomas C. Mettenleiter, ging auf die wichtige<br />

Rolle der Tiermedizin ein. Die Entwicklungen<br />

auf EU-Ebene im Hinblick auf Tiergesundheit<br />

und Tierarzneimittelrecht stellte<br />

Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des<br />

niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz<br />

und Lebensmittelsicherheit<br />

dar. Dr. Sylvia Heesen, Ministerium für Landwirtschaft<br />

und Verbraucherschutz des Landes<br />

Nordrhein-Westfalen, sprach über Anspruch<br />

und Wirklichkeit der amtlichen<br />

Tierschutzkontrolle an Schlachtbetrieben.<br />

Hatte den Tierärztetag erstmals ausgerichtet: das Team der <strong>DVG</strong> (v.l.n.r.: PD Dr. Susanne Alldinger, Jessica<br />

Gräfenstein, Svenja Fritzius, Naila Redzepagic, Carolin Zimolong, Benjamin Rink, Dr. Marion Selig).<br />

Telemedizin<br />

Eine Session widmete sich den Chancen<br />

und Risiken der Telemedizin. Dr. Kerstin<br />

von Pückler gab eine sehr anschauliche<br />

Einführung und zitierte zur Definition die<br />

Ad hoc-AG Telemedizin der Bundestierärztekammer:<br />

„Telemedizin ist ein Sammelbegriff<br />

für verschiedenartige tierärztliche<br />

Konzepte, die als Gemeinsamkeit den prinzipiellen<br />

Ansatz aufweisen, dass tiermedizinische<br />

Leistungen in den Bereichen Diagnostik,<br />

Therapie und Prophylaxe sowie<br />

bei der tierärztlichen Beratung über räumliche<br />

Entfernungen hinweg erbracht werden.<br />

Hierbei werden digitale Medien zur<br />

Kommunikation und Visualisierung eingesetzt.“<br />

In den anschließenden parallelen<br />

Sessions wurde der Einsatz der Telemedizin<br />

in der Kleintier- sowie Schweine- und<br />

Pferdepraxis näher beleuchtet.<br />

Weitere Veranstaltungen<br />

Parallele Vorträge zu Klein- und Heimtieren,<br />

Nutztieren, Pferden sowie zur Tätigkeit<br />

im Öffentlichen Dienst griffen dann<br />

aktuelle Themen und neue Entwicklungen<br />

auf. In vertiefenden Seminaren konnten<br />

sich die Teilnehmenden intensiv u. a. mit<br />

Labordiagnostik sowie verhaltensmedizinischen<br />

Fragen befassen. Für Tiermedizinische<br />

Fachangestellte wurde ebenfalls<br />

ein Vortragsprogramm angeboten.<br />

Industrieausstellung<br />

In der innovativen Industrieausstellung<br />

hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit,<br />

sich über neue sowie bewährte Produkte<br />

und Dienstleistungen für die Praxis<br />

zu informieren.<br />

Zum Abschluss des Tierärztetages<br />

dankten Tagungsleiter und Veranstalter<br />

den Teilnehmer:innen und Referent:innen<br />

und auch den Ausstellern und Sponsoren,<br />

die der Veranstaltung trotz der pandemiebedingten<br />

Absagen treu geblieben waren<br />

und sie weiterhin unterstützt hatten.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

111293.indd 1 31.10.2<strong>02</strong>2 08:36:51<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 13


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Mission Rabies Deutschland e.V. – ein Verein stellt sich vor<br />

Dieser Verein wurde<br />

vor einem Jahr auf<br />

Initiative der Tierärztin<br />

Dr. Silke Körlings-König<br />

gegründet.<br />

Weitere Gründungsmitglieder außer<br />

ihr sind Prof. Dr. Andreas Moritz (Fachbereich<br />

Veterinärmedizin der Justus-Liebig-<br />

Universität Gießen), Prof. Dr. Uwe Truyen<br />

(Veterinärmedizinische Fakultät der Universität<br />

Leipzig), PD Dr. Susanne Alldinger<br />

(<strong>DVG</strong>), PhD Katharina Wadepohl (Hamburg),<br />

Dr. Frédéric Lohr und Dr. Luke Gamble<br />

(beide Mission Rabies Großbritannien).<br />

Der Verein engagiert sich im Kampf<br />

gegen die Tollwut zum Schutz und zur Rettung<br />

von Menschen- und Hundeleben. Die<br />

Tollwut ist eine der gefährlichsten Infektionserkrankungen<br />

sowohl für den Menschen<br />

als auch für Tiere. Die meisten Tollwutfälle<br />

werden in Afrika und Indien verzeichnet,<br />

wobei 99 Prozent aller humanen<br />

Tollwutinfektionen durch den Biss eines<br />

tollwütigen Hundes verursacht werden.<br />

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)<br />

schätzt, dass jährlich etwa 59.000 Menschen<br />

an Tollwut sterben – ein großer Teil davon<br />

Kinder unter 15 Jahren.<br />

In der Vergangenheit bestand die einzige<br />

Bekämpfungsmaßnahme der zuständigen<br />

Behörden in der Massentötung von<br />

Hunden – diese Maßnahmen zeigten bestenfalls<br />

nur sehr kurzfristige Wirkung.<br />

Der Tierarzt Dr. Luke Gamble hat 2013<br />

die Initiative Mission Rabies in Großbritannien<br />

gegründet. Es wurden daraufhin<br />

systematische Massenimpfungen der<br />

Hunde in Projektgebieten in Asien und Afrika<br />

durchgeführt, gleichzeitig erfolgten<br />

Aufklärungskampagnen der Bevölkerung.<br />

Der Erfolg kann sich sehen lassen:<br />

Eines der ersten Projektgebiete Goa/Indien<br />

hat seit 2017 keine humanen Tollwuttoten<br />

mehr verzeichnet (siehe Nature Artikel<br />

„Elimination of human rabies in Goa, India<br />

through an integrated One Health approach“<br />

vom Mai 2<strong>02</strong>2)!<br />

Die WHO hat das Ziel „Zero by 2030“<br />

ausgerufen, das heißt, die weltweite Tollwutfreiheit<br />

bis 2030!<br />

Bis dahin gibt es noch viel zu tun!<br />

Der Verein arbeitet eng mit der Mutterorganisation<br />

„Mission Rabies“ in Großbritannien<br />

zusammen und unterstützt die<br />

von dort bereits initiierten Kampagnen.<br />

Dazu gehören die in den Projektgebieten<br />

durchgeführten Massenimpfungen gegen<br />

Tollwut, die Kastrationskampagnen zwecks<br />

Stabilisierung der Hundepopulation, die<br />

Aufklärungsarbeit zum Schutz vor Tollwutinfektionen<br />

in den Schulen und die Fortbildung<br />

der lokalen Tierärzte.<br />

Dabei wird die Vereinsarbeit auch<br />

durch die <strong>DVG</strong> unter Leitung von PD Dr. Susanne<br />

Alldinger unterstützt, die dem Verein<br />

eine Plattform für die Öffentlichkeitsarbeit<br />

bietet, die Präsentation auf Kongressen<br />

unterstützt und bei organisatorischen<br />

Dingen beratend zur Seite steht.<br />

Im kommenden Jahr sind weitere<br />

Impfkampagnen in den Projektländern geplant.<br />

So wird ein internationales Team im<br />

Januar 2<strong>02</strong>3 in Tansania wieder eine Impfund<br />

Kastrationsaktion durchführen. Es ist<br />

geplant, dass innerhalb von zehn Tagen<br />

hier ca. 7000 Hunde geimpft und 300 Hunde<br />

kastriert werden.<br />

Die bis jetzt größte Impfaktion allerdings<br />

steht im Mai 2<strong>02</strong>3 in Phnom Penh,<br />

Kambodscha, an. Hier sollen in zehn Tagen<br />

1.000.000 Hunde geimpft werden!! Dazu<br />

werden noch Freiwillige (Tierärzte, Studenten,<br />

Tiermedizinische Fachangestellte) gesucht,<br />

die bei diesem Projekt mitarbeiten<br />

wollen.<br />

• Wer Interesse an der Arbeit dieses Vereins<br />

hat, erhält hier weitere Informationen:<br />

https://www.missionrabies.de<br />

• kontakt@missionrabies.de<br />

Foto: Dr. Davide de Lorenzi<br />

Dr. Silke Körlings-König<br />

Mission Rabies Deutschland e.V.<br />

•<br />

14<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Spendenaktion für die Ukraine<br />

Noch immer herrscht in der Ukraine Krieg<br />

und die Nachrichten über die Situation, in<br />

der sich unzählige Menschen nach wie vor<br />

befinden, macht betroffen. Berichte über<br />

zurückgelassene oder mit auf die Flucht<br />

genommene Tiere haben die <strong>DVG</strong> veranlasst,<br />

zum einen zu Spenden zur Unterstützung<br />

insbesondere für Hilfsprojekte<br />

für landwirtschaftliche Nutz- und Großtiere<br />

sowie auch für alle sonstigen Tiere aufzurufen.<br />

Zum anderen hat die die <strong>DVG</strong> je<br />

5 Euro pro Teilnehmer:in der Tierschutztagung<br />

im März 2<strong>02</strong>2 für Tierschutzprojekte<br />

zur Rettung von Tieren im Zusammenhang<br />

mit dem Ukraine-Krieg bereitgestellt.<br />

Insgesamt sind bislang über 5.000 Euro<br />

zusammengekommen. Die <strong>DVG</strong> hat damit<br />

die „Wohltätige Stiftung Holosiivska Inititative<br />

2<strong>02</strong>0“ in Kiew und die Universitätsfarm<br />

in der Nähe von Kiew unterstützt, auf<br />

der Studierende praktische Übungen absolvieren<br />

können. Die Stiftung hilft dabei,<br />

die Tierhaltung, insbesondere die Haltung<br />

von Kühen, wiederherzustellen, nachdem<br />

die Besatzer u. a. landwirtschaftliche Maschinen<br />

demontiert haben. Nach Angaben<br />

der Kontaktpersonen in der Ukraine sind<br />

Kühe z. T. erschossen worden oder sind verhungert.<br />

Die <strong>DVG</strong> sammelt weiterhin Spenden,<br />

um z. B. Tierschutzorganisationen zu unterstützen,<br />

die sich für die Rettung von Tieren<br />

in der Ukraine einsetzen:<br />

Deutsche Veterinärmedizinische<br />

Gesellschaft e.V.<br />

Volksbank Mittelhessen<br />

IBAN: DE08 5139 0000 0006 9549 28<br />

BIC: VBMHDE5F<br />

Bitte Spendenzweck angeben:<br />

Tierschutz Ukraine<br />

Ihr <strong>DVG</strong>-Team<br />

•<br />

Hessischer Denkmalschutzpreis für <strong>DVG</strong>-Domizil „Alte Post“<br />

Die Alte Post in Gießen; rechts ist das dahinter<br />

liegende ehemalige Telegraphenamt zu sehen.<br />

Foto: Kai Laumann<br />

Seit Mai 2<strong>02</strong>1 beherbergt die „Alte Post“ in<br />

Gießen die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle zusammen<br />

mit einem Mix aus Gastronomie, Wissenschaft,<br />

Gesundheit und Dienstleistungen.<br />

Das Ensemble, bestehend aus dem 1863 errichteten<br />

neugotischen Gebäude aus Buntsandstein<br />

und dem dahinter liegenden<br />

1927 bis 1929 erbauten ehemaligen Telegraphenamt,<br />

wurde im Juli dieses Jahres<br />

mit dem zweiten Platz des Hessischen<br />

Denkmalschutzpreises in der Kategorie<br />

„Transformatives Bauen“ ausgezeichnet.<br />

Jahrzehntelanger Leerstand hatte Spuren<br />

der Verwahrlosung und des Verfalls<br />

hinterlassen, bevor Kai Laumann, Investor<br />

aus der Region, die Alte Post aufwendig,<br />

bestandsgerecht und in enger Abstimmung<br />

mit der Denkmalpflege sanierte.<br />

Die Räume der <strong>DVG</strong> liegen in der rechten<br />

Hälfte des ersten Stocks und konnten<br />

genau auf die Erfordernisse einer modernen<br />

Wissenschaftsgesellschaft zugeschnitten<br />

werden. Geschäftsführerin PD<br />

Dr. Susanne Alldinger ist nach wie vor<br />

glücklich, mit der Alten Post adäquate<br />

Räume in zentraler Lage fußläufig vom<br />

Bahnhof in Gießen gefunden zu haben.<br />

16<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Gendergerechte Sprache<br />

In Artikeln, Beiträgen, Info-Broschüren und sonstigen<br />

Texten verwendet das Team der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

manchmal nur die männliche oder weibliche Berufs-,<br />

Status- oder Funktionsbezeichnung. Gleichzeitig weisen<br />

wir, z. B. im Impressum, immer darauf hin, dass<br />

diese Bezeichnungen für alle Geschlechter gelten. Uns<br />

ist bewusst, dass dies keine Ideallösung ist und nicht<br />

allen gerecht wird. Die bessere Lesbarkeit sowie auch<br />

die Tatsache, dass es mehr als weibliches und männliches<br />

Geschlecht gibt, liegen dieser Entscheidung zugrunde.<br />

Wie andere Autorinnen und Autoren Berufs-,<br />

Status- oder Funktionsbezeichnungen in ihren Beiträgen<br />

verwenden, überlassen wir ihnen. Daher finden<br />

sich im <strong>DVG</strong>-Forum im Hinblick auf gendergerechte<br />

Sprache unterschiedliche Schreibweisen.<br />

Ecobiol® Fizz ist wasserlöslich –<br />

und vieles mehr.<br />

Ecobiol® Fizz, ein hocheffizientes wasserlösliches<br />

Probiotikum für die Geflügelhaltung, liefert<br />

schnelle Effekte auf das Gleichgewicht der<br />

Darmmikrobiota – vor allem in Stresssituationen.<br />

Kontinuierlich oder ad hoc über das Trinkwassersystem<br />

angewendet, unterstützt die Brausetablette<br />

die Wirkung von Futtermittel­Probiotika<br />

und trägt damit zum allgemeinen Tierwohl<br />

und einer nachhaltigen antibiotikafreien<br />

Produktion bei.<br />

Distribution durch Konivet GmbH<br />

www.konivet.de/kontakt<br />

Sciencing the global food challenge.<br />

evonik.com/ecobiol­fizz<br />

<strong>DVG</strong>-Forum – digital und gedruckt<br />

Das <strong>DVG</strong>-Forum erscheint ab der Ausgabe 2/2019 als Online-Version<br />

mit Blätterfunktion, verlinkten www-Adressen<br />

sowie E-Mail-Adressen. Wir haben die <strong>DVG</strong>-Mitglieder<br />

in einer Umfrage per E-Mail bzw. per Post gefragt,<br />

welche Version des <strong>DVG</strong>-Forums sie bevorzugen. Ihrer<br />

Mitteilung entsprechend erhalten Sie die Online-Ausgabe<br />

per Link oder die Print-Ausgabe per Post zugeschickt.<br />

Überlegungen hin zu mehr Nachhaltigkeit und veränderte<br />

Lesegewohnheiten haben uns zu dieser Entscheidung<br />

veranlasst. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie<br />

von der neuen Möglichkeit, das Forum auf diese Weise<br />

z. B. auch vom mobilen Endgerät aus zu nutzen, Gebrauch<br />

machen würden.<br />

Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie künftig statt der<br />

gedruckten die Online-Ausgabe (oder umgekehrt) erhalten<br />

möchten<br />

q forum@dvg.de<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 17<br />

109584.indd 1 20.10.2<strong>02</strong>2 08:40:<strong>02</strong><br />

9264-08_AZ_Ecobiol-Fizz_85x253_DE_<strong>DVG</strong>_221018-2.indd 1 19.10.22 09:11


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>3 – Calls for Abstracts<br />

<strong>DVG</strong><br />

Vet-Congress<br />

Berlin 2<strong>02</strong>3<br />

Hier finden Sie die Calls for Abstracts der <strong>DVG</strong>-Fachgruppen für ihre Jahrestagungen unter dem Dach des<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2<strong>02</strong>3.<br />

Deadline zum Einreichen der Abstracts ist der 2. Mai 2<strong>02</strong>3.<br />

q Upload unter: https://upload.dvglive.de/<br />

Aktuelle Informationen sind auch zu finden unter:<br />

q https://www.dvg.de<br />

q https://www.dvg-vet-congress.de<br />

Aufruf zur Einreichung von Abstracts für Freie Vorträge und Poster<br />

69. Jahreskongress der DGK-<strong>DVG</strong>, 23.–25. November 2<strong>02</strong>3, Estrel Congress Center Berlin, Deutschland<br />

Schwerpunktthema:<br />

Kontinuität und Disruption<br />

Neue Erkenntnisse und Techniken –<br />

Was machen sie mit uns?<br />

Wie können wir sie in unsere<br />

Tätigkeit integrieren?<br />

Die DGK-<strong>DVG</strong> (GSAVA) lädt Sie herzlich ein,<br />

Abstracts für Freie Vorträge und Poster<br />

anlässlich des 69. Jahreskongresses in<br />

Berlin einzureichen. Die Vortragspräsentationen<br />

sind auf 12 Minuten mit 3 Minuten<br />

Diskussion limitiert. Weiterhin findet<br />

eine Posterausstellung (Postergröße A0,<br />

ca. 90 x 120 cm) statt. Auch die Poster werden<br />

in der Vortragssession in Kurzpräsentationen<br />

vorgestellt (3 Minuten Präsentation,<br />

2 Minuten Diskussion) Die Freien<br />

Vorträge werden voraussichtlich am Donnerstag,<br />

23.11.2<strong>02</strong>3, präsentiert.<br />

Ein wissenschaftlicher Beirat wird über<br />

die Annahme der Präsentationen entscheiden.<br />

Angenommene Abstracts werden sowohl<br />

im Tagungsband als auch in der Zeitschrift<br />

„Kleintierpraxis“ (Print-Ausgabe) veröffentlicht.<br />

Zusätzlich werden die Abstracts<br />

auf die Webseite der Zeitschrift „Kleintierpraxis“<br />

auf vetline.de im Bereich, der nur für<br />

Abonnent:innen der Zeitschrift zugänglich<br />

ist, gestellt. Mit dem Einreichen Ihres Abstracts<br />

stimmen Sie der vorgenannten Verwendung<br />

und den Veröffentlichungen, insbesondere<br />

der Weitergabe des Abstracts<br />

durch die <strong>DVG</strong> an den Herausgeber und Verleger<br />

(M. & H. Schaper GmbH – ein Unternehmen<br />

der Schlüterschen Fachmedien<br />

GmbH) der Zeitschrift „Kleintierpraxis“ zu<br />

und räumen der <strong>DVG</strong> hierzu die erforderlichen,<br />

zeitlich unbeschränkten, nicht exklusiven<br />

Nutzungsrechte an dem Abstract ein.<br />

Zugleich gewährleisten Sie mit der Einreichung<br />

des Abstracts, dass Rechte Dritter<br />

durch die Nutzung des Abstracts nicht verletzt<br />

werden.<br />

Geben Sie bitte Ihre Präferenzen an:<br />

• Nur Vortrag / Nur Poster<br />

• Vortrag (V) oder Poster (P): 1. Präferenz<br />

V, 2. Präferenz P / 1. Präferenz P, 2.<br />

Präferenz V<br />

Das Abstract sollte folgendermaßen gegliedert<br />

werden: Ziel der Studie – Methoden<br />

– Ergebnisse – Schlussfolgerungen.<br />

Einfache Tabellen sind innerhalb des vorgegebenen<br />

Raums möglich. Entsprechend<br />

gegliederte relevante Fallberichte werden<br />

im Einzelfall auch berücksichtigt. Die Länge<br />

des Abstracts ist auf 250 Wörter begrenzt<br />

(ohne Titel und Autoren).<br />

Wurden Tierversuche durchgeführt, muss<br />

die entsprechende Genehmigung nachgewiesen<br />

werden, z. B. in Form eines offiziellen<br />

Schreibens der Tierversuchskommission, die<br />

(als pdf) mit dem Abstract eingereicht wird.<br />

Deadline zur Abstracteinreichung:<br />

2. Mai 2<strong>02</strong>3<br />

Abstracteinreichung ab sofort:<br />

https://upload.dvglive.de/<br />

Bitte nutzen Sie für die Erstellung der Abstracts<br />

die dort hinterlegten Formatvorgaben.<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Prof. Dr. Barbara Kohn, Dipl. ECVIM-CA,<br />

Klinik für kleine Haustiere, FU Berlin,<br />

FB Veterinärmedizin,<br />

Oertzenweg 19b, 14163 Berlin,<br />

barbara.kohn@fu-berlin.de<br />

oder<br />

• Prof. Dr. Andreas Moritz, Dipl. ECVIM-CA,<br />

Klinik für Kleintiere, Innere Medizin,<br />

Justus-Liebig-Universität Gießen,<br />

Frankfurter Str. 114, 35392 Gießen,<br />

andreas.moritz@vetmed.uni-giessen.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH, An der Alten Post 2,<br />

35390 Gießen Tel.: 0641 984446-0,<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

18<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Call for Abstracts<br />

Sehr geehrte Damen und Herren,<br />

die Pferdeophthalmologie ist hier in<br />

Europa, in Deutschland, geboren und ein<br />

wichtiger Bestandteil der Pferdemedizin.<br />

Aufgrund der steigenden Bedeutung, gründeten<br />

wir im Jahre 2019 die Arbeitsgruppe<br />

(AG) Pferdeophthalmologie – Arbeitsgruppe<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe Pferdekrankheiten.<br />

Dies ist ein Forum, in dem sich an Pferdeophthalmologie<br />

interessierte Kollegen, sowie<br />

aktiv tätige Tierärztinnen und Tierärzte<br />

austauschen können. Jenes schafft Ihnen<br />

die Möglichkeit der Weiterbildung,<br />

einen lebhaften Meinungsaustausch sowie<br />

die Diskussion über fachliche Erfahrungen.<br />

Inzwischen wurden mehrere Kongresse<br />

und Seminare mit großem Erfolg organisiert.<br />

Unser Ziel ist es, diese wichtige<br />

Arbeitsgruppe weiterhin am Leben zu halten<br />

und zu fördern.<br />

Aus diesem Grund organisiert die AG<br />

Pferdeophthalmologie der Fachgruppe<br />

Pferdekrankheiten der <strong>DVG</strong> im Rahmen<br />

des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2<strong>02</strong>3 vom 23.-<br />

25.11.2<strong>02</strong>3 in Berlin zum 4. Mal einen Kongress<br />

über Augenkrankheiten des Pferdes.<br />

Das Hauptthema lautet: „Rekonstruktions-<br />

und plastische Chirurgie in der Augenumgebung<br />

und im Auge“. An diesem<br />

Tag werden sehr interessante 10- bis<br />

15-minütige Dissertationen, wie auch Fallbeschreibungen<br />

vorgestellt.<br />

Die Arbeitsgruppe lädt Sie herzlich ein,<br />

Abstracts für Vorträge zum Thema „Rekonstruktions-<br />

und plastische Chirurgie<br />

in der Augenumgebung und im Auge“ zur<br />

Tagung einzureichen. Es werden wissenschaftliche,<br />

klinische Studien (Dissertationen)<br />

und interessante Fallberichte aus der<br />

Praxis angenommen.<br />

Die Leitung der Arbeitsgruppe wird<br />

über die Annahme der Präsentationen entscheiden.<br />

Angenommene Abstracts werden<br />

im Tagungsband veröffentlicht. Eine<br />

Wortzahl von 300 Wörtern (ohne Überschrift<br />

und Autoren) sollte nicht überschritten<br />

werden.<br />

Deadline ist der <strong>02</strong>.05.2<strong>02</strong>3<br />

Bitte reichen Sie Ihre Abstracts online<br />

unter folgender Adresse ein:<br />

https://upload.dvglive.de/<br />

Bitte beachten Sie bei der Erstellung der<br />

Abstracts die dort hinterlegten Hinweise.<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Prof. Dr. Dr. József Tóth<br />

E-Mail: prof.toth@tierklinik-karthaus.de<br />

• Dr. Stefan Gesell<br />

E-Mail: stefan.gesell@pferdeaugenheilkunde.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH, An der Alten Post 2,<br />

35390 Gießen Tel.: 0641 984446-0,<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

Wir bitten alle Pferdetierärztinnen und<br />

Pferdetierärzte, die Interesse an einer Beteiligung<br />

in der Arbeitsgruppe haben, teilzunehmen.<br />

Ernährung I Stoffwechselmedizin I Infektiologie I Mikrobiologie<br />

I Innere Medizin I Dermatologie I Orthopaedie<br />

www.c-hinterseher-wissen.com<br />

c.hinterseher-Wissen ! Preysingstr. 1, 81667 München Studientelefon: + 49 (0)174 20 52 934<br />

<br />

<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 19


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

6. Internationaler Kongress zur Pferdemedizin<br />

der <strong>DVG</strong> Fachgruppe Pferdekrankheiten, 23.–25.11.2<strong>02</strong>3, Berlin<br />

Call for Abstracts<br />

Sie sind herzlich eingeladen, Abstracts für<br />

den 6. Internationalen Kongress zur Pferdemedizin<br />

einzureichen, der vom 23. bis<br />

25.11.2<strong>02</strong>3 in Berlin durchgeführt wird.<br />

Neben Forschungsabstracts sind Fallberichte<br />

willkommen, die ein neues Licht<br />

auf die klinische Tätigkeit werfen. Für die<br />

Session der im Rahmen des Kongresses<br />

stattfindenden Gründung der AG Innere<br />

Medizin Pferd sind ebenfalls Abstracts willkommen.<br />

Wir freuen uns auf viele Beiträge!<br />

Alle eingegangenen Beiträge werden<br />

von einem wissenschaftlichen Komitee<br />

geprüft.<br />

Geben Sie bitte Ihre Präferenz an:<br />

• Vortrag<br />

• Poster Flash Vortrag<br />

• nur Poster (Poster-Ausstellung, ohne<br />

Flash Vortrag)<br />

Bei den Poster-Flash-Talks haben Sie die<br />

Möglichkeit, Ihre Daten einem breiteren<br />

Publikum vorzustellen.<br />

Online-Einreichung: Die Abstracts<br />

müssen online über das Upload-Portal der<br />

<strong>DVG</strong> eingereicht werden (Link siehe unten).<br />

Einsendeschluss für die Abstracts ist der<br />

2. Mai 2<strong>02</strong>3.<br />

Hinweis: Das Abstract wird im Tagungsband<br />

veröffentlicht. Die <strong>DVG</strong> erhält das<br />

nicht-ausschließliche Recht, das Abstract zu<br />

speichern, zu vervielfältigen, weltweit zugänglich<br />

zu machen und bei Bedarf gedruckte<br />

und elektronische Kopien anzufertigen.<br />

Dem Autor bleibt freigestellt, über sein Werk<br />

auch anderweitig zu verfügen. Der Tagungsband<br />

mit allen Abstracts der Tagung wird an<br />

die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) weitergegeben.<br />

Der DNB werden dabei dieselben<br />

Rechte wie der <strong>DVG</strong> eingeräumt.<br />

Bewertung: Alle Abstracts werden anonym<br />

nach folgenden Kriterien bewertet:<br />

wissenschaftlicher Inhalt, Versuchsdesign,<br />

Tierschutz und Relevanz für die Pferdemedizin.<br />

Der korrespondierende Autor wird<br />

über die Entscheidung informiert.<br />

Format – Layout: Die Konferenzsprache<br />

ist Deutsch und Englisch. Daher müssen<br />

Abstracts in deutscher oder englischer<br />

Sprache eingereicht werden und Vorträge<br />

in der bevorzugten Sprache gehalten werden.<br />

Die maximale Länge ist auf 6000 Zeichen<br />

begrenzt (ohne Abstract-Titel und<br />

entsprechende Autoren, inkl. Leerzeichen).<br />

Bitte beachten Sie, dass die Aussage<br />

„die Ergebnisse werden im Vortrag diskutiert“<br />

nicht akzeptabel ist.<br />

Änderungen: Falls Sie Ihr Abstract ändern<br />

möchten, können Sie es bis zum 2.<br />

Mai 2<strong>02</strong>3 (vor der Rezension) online erneut<br />

hochladen. Bitte beachten Sie, dass Abstracts<br />

nach Freigabe nicht bearbeitet werden.<br />

Wir empfehlen Ihnen daher, Ihr Abs-<br />

tract vor der Einreichung sorgfältig zu lesen,<br />

da es genau so gedruckt wird, wie Sie<br />

es eingereicht haben. Außerdem können<br />

nach der Überprüfung des Abstracts (nach<br />

dem 2. Mai 2<strong>02</strong>3) keine Änderungen akzeptiert<br />

werden. Wird nachträglich ein<br />

Fehler festgestellt, können Sie Ihr Abstract<br />

zurückziehen, wenn Sie dies wünschen.<br />

Bitte beachten Sie, dass sich mindestens<br />

ein Autor pro akzeptiertem Abstract<br />

für die Konferenz anmelden muss. Alle Autoren<br />

profitieren von Sonderkonditionen.<br />

Bitte reichen Sie Ihr Abstract online<br />

unter folgender Adresse ein und beachten<br />

Sie die dort hinterlegten Informationen für<br />

Autoren: https://upload.dvglive.de/<br />

Deadline ist der <strong>02</strong>.05.2<strong>02</strong>3<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Prof. Dr. Michael Röcken<br />

Klinik für Pferde (Chirurgie),<br />

Frankfurter Str. 108, 35392 Gießen<br />

E-Mail: Michael.Roecken@vetmed.<br />

uni-giessen.de<br />

• Prof. Dr. Heidrun Gehlen<br />

Klinik für Pferde,<br />

Oertzenweg 19b, 14163 Berlin<br />

E-Mail: heidrun.gehlen@fu-berlin.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH, An der Alten Post 2,<br />

35390 Gießen Tel.: 0641 984446-0,<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

Call for Abstracts<br />

Im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2<strong>02</strong>3<br />

der Deutschen Veterinärmedizinischen<br />

Gesellschaft (<strong>DVG</strong>) vom 23.11.2<strong>02</strong>3 bis<br />

25.11.2<strong>02</strong>3 in Berlin bietet die Fachgruppe<br />

Chirurgie am Donnerstag, den 23. November<br />

2<strong>02</strong>3 zum 15. Mal jungen Nachwuchswissenschaftlern<br />

die Möglichkeit, Ergebnisse<br />

ihrer wissenschaftlich-klinischen<br />

Forschungen auf allen Gebieten der Kleintierchirurgie<br />

und angrenzenden Gebieten<br />

(Orthopädie, Weichteilchirurgie, Neurologie,<br />

Bildgebende Verfahren, Ophthalmologie,<br />

Stomatologie) einer wissenschaftlich<br />

interessierten Zuhörerschaft vorzustellen.<br />

Der Vortrag wird im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-<br />

Congresses allen am Hauptkongress angemeldeten<br />

Teilnehmern zugänglich sein, so<br />

dass eine gesonderte Anmeldung für die<br />

Fachgruppe Chirurgie nicht notwendig ist.<br />

Referenten können ihr Abstract ab sofort<br />

bis zum <strong>02</strong>.05.2<strong>02</strong>3 online über die<br />

<strong>DVG</strong>-Webseite einreichen:<br />

https://upload.dvglive.de/<br />

20<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Die maximale Länge des Abstracts ist<br />

auf 6.000 Zeichen (ohne Titel und Autoren,<br />

inkl. Leerzeichen) begrenzt.<br />

Die Präsentation kann in Deutsch oder<br />

Englisch abgehalten werden und sollte (je<br />

nach Anzahl der Vortragenden) ca. 12 bis<br />

20 Minuten dauern. Ein Gremium von Veterinärchirurgen<br />

(Dipl. ECVS) wird alle Präsentationen<br />

evaluieren. Die drei besten<br />

Vorträge werden prämiert.<br />

Bitte beachten Sie: Angenommene Abstracts<br />

werden dann sowohl im Tagungsband<br />

als auch in der Zeitschrift „Kleintierpraxis“<br />

(Print-Ausgabe) veröffentlicht.<br />

Zusätzlich werden die Abstracts auf die<br />

Webseite der Zeitschrift „Kleintierpraxis“<br />

auf vetline.de im Bereich, der nur für<br />

Abonnenten der Zeitschrift zugänglich<br />

ist, gestellt. Mit dem Einreichen Ihres<br />

Abstracts stimmen Sie der vorgenannten<br />

Verwendung und den Veröffentlichungen,<br />

insbesondere der Weitergabe des Abs-<br />

tracts durch die <strong>DVG</strong> an den Herausgeber<br />

und Verleger (M. & H. Schaper GmbH – ein<br />

Unternehmen der Schlüterschen Fachmedien<br />

GmbH) der Zeitschrift „Kleintierpraxis“<br />

zu und räumen der <strong>DVG</strong> hierzu die<br />

erforderlichen, zeitlich unbeschränkten,<br />

nicht exklusiven Nutzungsrechte an dem<br />

Abstract ein. Zugleich gewährleisten Sie<br />

mit der Einreichung des Abstracts, dass<br />

Rechte Dritter durch die Nutzung des<br />

Abstracts nicht verletzt werden.<br />

Die Veranstaltung findet von ca. 10 Uhr<br />

bis 18 Uhr in einem Tagungsraum des Estrel<br />

Congress Centers statt. Hotelvorschläge und<br />

genaue Informationen zum zeitlichen Ablauf<br />

werden rechtzeitig zugeschickt, bzw.<br />

sind im endgültigen Programmheft einsehbar.<br />

Sollte eine Präsenzveranstaltung zu diesem<br />

Termin nicht möglich sein, findet die<br />

Tagung virtuell statt.<br />

Wir hoffen, möglichst zahlreiche Nachwuchswissenschaftler<br />

für dieses Forum zu<br />

gewinnen, und bitten Sie höflichst, engagierte<br />

Mitarbeiter hierfür zu interessieren.<br />

Ein Vortrag im Rahmen dieser Fachgruppentagung<br />

wird vom ECVS College als Präsentation<br />

anerkannt. Des Weiteren sind<br />

Kollegen (Dipl. ECVS), die sich zur Evaluierung<br />

der präsentierten Vorträge im Rahmen<br />

dieses Forums bereitfinden, herzlich<br />

willkommen, sich bei uns zu melden.<br />

Bitte zögern Sie nicht, uns bei weiteren<br />

Fragen direkt zu kontaktieren:<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Dr. Christine Peppler, Leiterin der<br />

<strong>DVG</strong>-Fachgruppe Chirurgie<br />

E-Mail: christine.peppler@vetmed.<br />

uni-giessen.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH, An der Alten Post 2,<br />

35390 Gießen Tel.: 0641 984446-0,<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

Call for Abstracts<br />

Die Fachgruppe Veterinärmedizinische Anästhesie,<br />

Intensivmedizin, Notfallmedizin<br />

und Schmerztherapie der Deutschen Veterinärmedizinischen<br />

Gesellschaft (VAINS-<br />

<strong>DVG</strong>) lädt Sie herzlich ein, Abstracts für Freie<br />

Vorträge anlässlich des 7. Jahrestreffens dieser<br />

Fachgruppe im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-<br />

Congresses vom 23. bis 25.11.2<strong>02</strong>3 in Berlin<br />

einzureichen.<br />

Auch in diesem Jahr werden nicht nur<br />

wissenschaftliche Studien, sondern auch<br />

Fallberichte aus der Praxis zu den Bereichen<br />

Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin<br />

und Schmerztherapie angenommen.<br />

Ein wissenschaftlicher Beirat wird<br />

über die Annahme der Präsentationen entscheiden.<br />

Angenommene Abstracts werden<br />

im Tagungsband und in der „Tierärztlichen<br />

Praxis“ veröffentlicht.<br />

Die Vortragspräsentationen sind auf<br />

13 Minuten mit 2 Minuten Diskussion limitiert.<br />

Die Gliederung des Abstracts ist frei,<br />

muss jedoch Informationen zum Ziel der<br />

Studie, Methoden, Ergebnisse und Schlussfolgerungen<br />

enthalten. Formulierungen<br />

wie „die Resultate werden im Vortrag präsentiert/diskutiert“<br />

sind nicht akzeptabel.<br />

Einfache Tabellen sind innerhalb des vorgegebenen<br />

Raums möglich. Eine Wortzahl<br />

von 300 Wörtern (ohne Überschrift und Autoren)<br />

sollte nicht überschritten werden.<br />

Deadline ist der <strong>02</strong>.05.2<strong>02</strong>3.<br />

Abstracts, die nach diesem Datum eingereicht<br />

werden, finden keine Berücksichtigung.<br />

Bitte reichen Sie Ihr Abstract ab sofort<br />

online unter folgender Adresse ein:<br />

https://upload.dvglive.de/<br />

Bitte beachten Sie bei der Erstellung der<br />

Abstracts die dort hinterlegten Hinweise.<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Prof. Dr. Sabine Kästner,<br />

E mail: sabine.kaestner@<br />

tiho-hannover.de oder<br />

• Dr. Julia Tünsmeyer,<br />

E-Mail: julia.tuensmeyer@<br />

tiho-hannover.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH, An der Alten Post 2,<br />

35390 Gießen Tel.: 0641 984446-0,<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 21


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Aufruf zur Einreichung von Abstracts für<br />

freie Vorträge und Poster<br />

Tagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Tierernährung“<br />

im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />

2<strong>02</strong>3 vom 23.–25. November 2<strong>02</strong>3 im<br />

Estrel Congress Center, Berlin<br />

Die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Tierernährung“<br />

lädt Sie herzlich ein, Abstracts für freie Vorträge<br />

und Poster anlässlich des <strong>DVG</strong>-Vet-<br />

Congresses 2<strong>02</strong>3 einzureichen.<br />

Deadline zur Abstract-Einreichung:<br />

2. Mai 2<strong>02</strong>3<br />

Abstracts, die nach diesem Datum eingereicht<br />

werden, finden keine Berücksichtigung.<br />

Ein wissenschaftlicher Beirat entscheidet<br />

über die Annahme der Präsentationen.<br />

Angenommene Abstracts werden in einem<br />

Tagungsband erscheinen.<br />

Es sind aktuelle Studien und Fallberichte<br />

aus dem gesamten Gebiet der Tierernährung<br />

erwünscht. Die Vortragspräsentationen<br />

sind voraussichtlich auf 10 Minuten<br />

plus 5 Minuten Diskussion limitiert.<br />

Zudem findet eine Posterpräsentation<br />

(Postergröße A0, ca. 90 x 120 cm) statt. Die<br />

Autor:innen der Poster werden zu vorgegebenen<br />

Zeiten gebeten, ihr Poster zunächst<br />

im Rahmen einer Kurzpräsentation<br />

vorzustellen und anschließend für die Beantwortung<br />

von Fragen zur Verfügung zu<br />

stehen.<br />

Bitte geben Sie bei der Abstract-Einreichung<br />

Ihre 1. und 2. Präferenz an: Freier<br />

Vortrag, Posterpräsentation, KEIN Poster.<br />

Die Länge des Abstracts ist auf 250<br />

Wörter begrenzt (ohne Titel und Autor/innen).<br />

Bei der Gliederung des Abstracts sind<br />

das Ziel der Studie, Methoden, Ergebnisse<br />

und Schlussfolgerungen anzugeben.<br />

Bitte reichen Sie Ihr Abstract online ein:<br />

https://upload.dvglive.de/<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Prof. Dr. Nadine Paßlack,<br />

Klinik für Kleintiere (Innere Medizin),<br />

Justus-Liebig-Universität Gießen,<br />

Frankfurter Str. 114, 35392 Gießen<br />

E-Mail: nadine.passlack@vetmed.<br />

uni-giessen.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH, An der Alten Post 2,<br />

35390 Gießen Tel.: 0641 984446-0,<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

Call for Abstracts<br />

Die Fachgruppe „Naturheilverfahren und<br />

Regulationsmedizin“ der Deutschen Veterinärmedizinischen<br />

Gesellschaft lädt Sie<br />

herzlich ein, Abstracts für Freie Vorträge<br />

anlässlich der Jahrestagung dieser Fachgruppe<br />

im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />

vom 23. bis 25.11.2<strong>02</strong>3 in Berlin einzureichen.<br />

Deadline ist der <strong>02</strong>.05.2<strong>02</strong>3.<br />

Abstracts, die nach diesem Datum eingereicht<br />

werden, finden keine Berücksichtigung.<br />

Es können wissenschaftliche Studien<br />

sowie auch Fallberichte aus dem gesamten<br />

Gebiet der Naturheilverfahren und Regulationsmedizin<br />

in der Veterinärmedizin<br />

eingereicht werden. Ein wissenschaftliches<br />

Gremium wird über die Annahme der Präsentationen<br />

entscheiden. Angenommene<br />

Abstracts werden im Tagungsband veröffentlicht.<br />

Die Vortragspräsentationen sind auf<br />

15 Minuten mit 5 Minuten Diskussion limitiert.<br />

Die Länge des Abstracts ist auf 300<br />

Wörter begrenzt (ohne Titel und Autoren).<br />

Die Gliederung ist frei, sollte bei Studien<br />

jedoch Informationen zum Ziel der Studie,<br />

Methoden, Ergebnisse und Schlussfolgerungen<br />

enthalten und bei Fallberichten Informationen<br />

zu Vorstellungsgrund, Diagnostik,<br />

Therapie und Diskussion.<br />

Bitte reichen Sie Ihr Abstract ab sofort<br />

online unter folgender Adresse ein:<br />

https://upload.dvglive.de/.<br />

Bitte beachten Sie bei der Erstellung der<br />

Abstracts die dort hinterlegten Hinweise.<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Brigitta Smit-Fornahl,<br />

E-Mail: happy-animals@gmx.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH, An der Alten Post 2,<br />

35390 Gießen Tel.: 0641 984446-0,<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

22<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

„Interdisziplinaritäten gemeinsam<br />

entdecken – Globale Tiergesundheit<br />

im erweiterten Kontext“<br />

Die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Tropenveterinärmedizin<br />

und Internationale Tiergesundheit<br />

(TVMIT)“ lädt Sie herzlich ein, Abstracts für<br />

Freie Vorträge und Poster anlässlich der<br />

Jahrestagung 2<strong>02</strong>3 in Berlin einzureichen<br />

(24. bis 25.11.2<strong>02</strong>3, im Rahmen des <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congresses).<br />

Ziel unserer Tagung in diesem Jahr soll<br />

sein, den aktuellen Stand des Wissens<br />

rund um die thematische Bandbreite der<br />

Tropenveterinärmedizin und Internationalen<br />

Tiergesundheit darzustellen sowie die<br />

Interdisziplinarität aufzuzeigen.<br />

Vor diesem Hintergrund sind Beiträge<br />

von Mitgliedern aus anderen Fachgruppen,<br />

die eine thematische Schnittstelle zu<br />

One Health, Tropenveterinärmedizin und<br />

Internationaler Tiergesundheit unterstreichen<br />

wollen, explizit erwünscht. Die Fachgruppe<br />

möchte damit die Vernetzung und<br />

den transdisziplinären Dialog innerhalb<br />

der <strong>DVG</strong> mit den diversen Berufsfeldern<br />

der Tierärzteschaft fördern.<br />

Die Gliederung des Abstracts ist frei,<br />

muss jedoch Informationen zum Ziel der<br />

Studie, Methoden, Ergebnisse und Schlussfolgerungen<br />

enthalten. Formulierungen<br />

wie „die Resultate werden im Vortrag präsentiert/diskutiert“<br />

sollten vermieden<br />

werden. Einfache Tabellen sind innerhalb<br />

des vorgegebenen Raumes möglich. Die<br />

maximale Länge des Abstracts ist auf<br />

6.000 Zeichen begrenzt (inkl. Leerzeichen;<br />

Titel, Autoreninformation und max. 10 Referenzen<br />

zählen nicht dazu).<br />

Auch dieses Jahr versuchen wir Beiträge<br />

aus dem In- und Ausland unterzubringen<br />

und überlassen es Ihnen, ob Sie Ihr<br />

Abstract auf Deutsch oder Englisch verfassen.<br />

Folien für die Präsentationen sowie<br />

die Poster sollten dann möglichst auf Englisch<br />

verfasst sein, die Vortragssprache ist<br />

nach Belieben Deutsch oder Englisch.<br />

Geben Sie bitte Ihre Präferenz an:<br />

Vortrag / Poster / kein Poster.<br />

Angenommene Abstracts werden im Tagungsband<br />

veröffentlicht.<br />

Aufruf zur Einreichung von Abstracts<br />

für freie Vorträge und Poster<br />

Deadline ist der <strong>02</strong>.05.2<strong>02</strong>2.<br />

Abstracts, die nach diesem Datum eingereicht<br />

werden, finden keine Berücksichtigung.<br />

Bitte reichen Sie Ihr Abstract ab sofort<br />

online unter folgender Adresse ein:<br />

https://upload.dvglive.de/<br />

Bitte beachten Sie bei der Erstellung<br />

der Abstracts auf die dort hinterlegten<br />

Hinweise.<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Dr. Klaas Dietze<br />

(E-Mail: klaas.dietze@fli.de)<br />

• Antonia Braus<br />

(E-Mail: antonia.braus@posteo.de)<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH, An der Alten Post 2,<br />

35390 Gießen Tel.: 0641 984446-0,<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

Call for Abstracts<br />

Die Fachgruppe Bienen der <strong>DVG</strong> lädt Sie<br />

herzlich ein, Abstracts für freie Vorträge anlässlich<br />

der nächsten Tagung dieser Fachgruppe<br />

am 24.11.2<strong>02</strong>3 im Rahmen des<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses in Berlin einzureichen.<br />

Auch in diesem Jahr werden wissenschaftliche<br />

Beiträge aus Forschung, Industrie<br />

und Behörden, wie auch Fallberichte<br />

aus der Praxis im weiten Themenfeld der<br />

Bienen angenommen.<br />

Die Vortragspräsentationen sind auf<br />

10 bis 30 Minuten einschließlich Diskussion<br />

begrenzt.<br />

Der Fachgruppenvorsitz wird über die<br />

Annahme der Vorträge entscheiden. Angenommene<br />

Abstracts werden im Tagungsband<br />

und in der „Tierärztlichen Praxis“ (Impact<br />

Factor 2<strong>02</strong>1: 0,580) veröffentlicht.<br />

Die Vortragszusammenfassung sollte<br />

nicht mehr als 2.000 Zeichen (exkl. Titel<br />

und Autoren, jedoch inkl. Leerzeichen) beinhalten<br />

und logisch untergliedert sein,<br />

wie beispielsweise:<br />

• Titel des Vortrags,<br />

• Autoren (mit abgekürzten Vornamen),<br />

Instituts-/Klinikbezeichnung<br />

• Text, untergliedert in Einleitung,<br />

Material und Methoden, Ergebnisse,<br />

Schlussfolgerung<br />

Bitte reichen Sie Ihr Abstract ab sofort<br />

bis spätestens zum <strong>02</strong>.05.2<strong>02</strong>3 online<br />

unter folgender Adresse ein:<br />

https://upload.dvglive.de/<br />

Bitte beachten Sie bei der Erstellung der<br />

Abstracts die dort hinterlegten Hinweise.<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren<br />

Sie bitte:<br />

• Björn Wilcken oder Dr. Ilka Emmerich,<br />

E-Mail: bienen@dvg.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH, An der Alten Post 2,<br />

35390 Gießen Tel.: 0641 984446-0,<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 23


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Call for Papers<br />

Tiere beweg(t)en Geschichte / Freie Themen<br />

„Tiere beweg(t)en Geschichte“ lautet das<br />

Rahmenthema der 22. <strong>DVG</strong>-Geschichtstagung<br />

am 24. und 25. November 2<strong>02</strong>2 im ECC<br />

Berlin. Angelehnt ist der Tagungstitel an das<br />

Buch „Tiere machen Geschichte“ von Hermann<br />

Dembeck aus dem Jahr 1969, einen der<br />

frühen Vertreter dieses Genres im deutschsprachigen<br />

Raum. Im Fokus steht der heute<br />

interdisziplinäre Forschungsbereich Tiergeschichte<br />

(Animate History), der sich mit der<br />

Geschichtlichkeit und Geschichtsmächtigkeit<br />

von Tieren befasst. Die Tiermedizin hat<br />

zwar schon immer an der Gestaltung von<br />

Mensch-Tier-Beziehungen mitgewirkt, das<br />

Forschungsfeld Tiergeschichte aber eher<br />

stiefmütterlich behandelt.<br />

„Tiere haben unser Leben geprägt“. Dieser<br />

medienwirksame Satz kann nur das<br />

großflächige historische Raster skizzieren,<br />

in das der konkrete und (un)mittelbare sowohl<br />

positive als auch negative Einfluss<br />

von Tieren auf die Entwicklung von Gesellschaft,<br />

Politik, (Land)Wirtschaft, Wissenschaft<br />

und Gesundheitswesen eingeordnet<br />

werden muss. Neben den für die Tiermedizin<br />

bedeutsamen Haus- und Wildtieren<br />

dürfen dabei auch die Ratte, Maus, Seidenraupe<br />

oder Stechmücke nicht fehlen. Mit<br />

dem Thema eng verwoben sind Aspekte<br />

der Welternährungslage und des Klimaund<br />

des Tierschutzes.<br />

Eine zweite Ebene offenbart sich als<br />

„personifizierte Geschichte von Tieren“.<br />

Angefangen bei Bukephalos, dem Streitross<br />

Alexanders des Großen, das nur er<br />

selbst und kein anderer reiten konnte, über<br />

die „Reichs“doggen Otto von Bismarcks,<br />

Sultan musste Sultl gerufen werden und<br />

Tyras I verteidigte die Reichskanzlei in Berlin,<br />

oder Wilhelm von Ostens „Kluger<br />

Hans“, einem Orlow-Traber, dessen Rechentalent<br />

der experimentellen Psychologie<br />

zum Durchbruch verhalf, bis hin zur<br />

App „The Blue Dog“, der Hauptfigur eines<br />

internationalen Projekts zur Hundebiss-<br />

Prävention für Kinder.<br />

Einreichung von Vorträgen und Postern<br />

bis zum 2. Mai 2<strong>02</strong>3 unter:<br />

https://upload.dvglive.de/<br />

Bei inhaltlichen Fragen:<br />

• Prof. Dr. Johann Schäffer –<br />

E-Mail: jfb.schaeffer@t-online.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH, An der Alten Post 2,<br />

35390 Gießen Tel.: 0641 984446-0,<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

Bitte informieren Sie den Tagungsleiter bereits<br />

vor Ende der Deadline über die Titel<br />

von Vorträgen und Postern:<br />

• Prof. Dr. Johann Schäffer –<br />

E-Mail: jfb.schaeffer@t-online.de<br />

Call for Abstracts<br />

Im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses vom<br />

23. bis 25. November 2<strong>02</strong>3 in Berlin führt<br />

die Fachgruppe Versuchstierkunde eine<br />

Tagung mit dem Schwerpunktthema „Innovative<br />

Behandlungskonzepte für Tier<br />

und Mensch" durch.<br />

Die Tagung findet am Freitag, den<br />

24.11.2<strong>02</strong>3 statt und soll auch jungen<br />

Nachwuchswissenschaftler:innen die<br />

Möglichkeit bieten, Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen<br />

Arbeiten auf allen Gebieten<br />

der Versuchstierkunde vorzustellen.<br />

Referent:innen können ihre Abstracts für<br />

Vorträge ab sofort bis zum <strong>02</strong>.05.2<strong>02</strong>3 online<br />

über die <strong>DVG</strong>-Webseite einreichen:<br />

https://upload.dvglive.de/<br />

Die Länge des Abstracts ist auf 300 Wörter<br />

begrenzt (ohne Titel und Autoren). Die<br />

Gliederung ist frei.<br />

Die Präsentation kann in Deutsch oder<br />

Englisch abgehalten werden und sollte<br />

maximal 15 Minuten dauern.<br />

Wir hoffen, möglichst zahlreiche Nachwuchswissenschaftler:innen<br />

zu gewinnen<br />

und bitten Sie höflichst, engagierte Mitarbeiter:innen<br />

hierfür zu interessieren.<br />

Bitte zögern Sie nicht, uns bei weiteren<br />

Fragen direkt zu kontaktieren:<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Dr. Heinz Brandstetter, Leiter der<br />

<strong>DVG</strong>-Fachgruppe Versuchstierkunde<br />

E-Mail: heinz.brandstetter@med.<br />

uni-augsburg.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH, An der Alten Post 2,<br />

35390 Gießen Tel.: 0641 984446-0,<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

24<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Dresdner Thementage: Neurologische Erkrankungen bei Hund & Katze<br />

Weitere Thementage der DGK-<strong>DVG</strong><br />

• Erfurter Thementage, 12.–14.05.2<strong>02</strong>3, s. auch Info unten<br />

– Thema: Erkrankungen von Magen und Darm<br />

– Tagungsleiter: Dr. Ingmar Kiefer<br />

• Kölner Thementage „Patient Katze“, 16.–17. September 2<strong>02</strong>3<br />

– Thema: Arthrose und andere Schmerzen<br />

– Tagungsleiterin: Dr. Angelika Drensler<br />

Neurologische Erkrankungen sind das Schwerpunktthema der Dresdner<br />

Thementage. Foto: Dr. Ingo Pfeil<br />

Vom 13. bis 15. Januar 2<strong>02</strong>3 finden die<br />

Dresdner Thementage bereits zum 6. Mal<br />

statt. Tagungsort ist wieder das Maritim<br />

Hotel & Internationales Congress Center<br />

in Dresden, wo Übernachten und Tagen in<br />

unmittelbarer Nähe möglich sind.<br />

Tagungsleiter Dr. Ingo Pfeil (Dresden)<br />

hat erneut ein praxisnahes und spannendes<br />

Programm zusammengestellt. Das<br />

Thema lautet: „Neurologische Erkrankungen<br />

bei Hund & Katze mit Schwerpunkt<br />

Wirbelsäule“.<br />

Seit Einführung von schnittbildgebenden<br />

Verfahren hat die Veterinärmedizin<br />

erheblich dazu gelernt und nicht jeder<br />

gelähmte Hund ist ein Standard-<br />

Bandscheibenvorfall, der operiert werden<br />

muss. Expert:innen aus dem In- und Ausland<br />

werden Sie auf den neuesten Stand<br />

bringen, so dass Sie dieses Wissen unmittelbar<br />

in Ihrer Praxis verwenden können.<br />

Im wissenschaftlichen Hauptprogramm<br />

erwarten Sie Vorträge zu CT- und MRT-Untersuchungen,<br />

zu Bandscheibenvorfällen,<br />

Polyneuropathien und vielen weiteren Erkenntnissen<br />

zum Schwerpunktthema.<br />

Weiterhin werden mehrere Seminare<br />

(Röntgenaktualisierung, neurologischer<br />

Untersuchungsgang, Physiotherapie, Liquorentnahme,<br />

CT / MRT) angeboten. Tiermedizinische<br />

Fachangestellte können an<br />

einem Strahlenschutz-Seminar sowie an<br />

zwei weiteren Seminaren zu Kommunikation<br />

und Laboruntersuchungen teilnehmen.<br />

Zudem findet eine Industrieausstellung<br />

statt, in der Sie sich am Samstag ab<br />

17:30 Uhr bei Fingerfood, Getränken und<br />

dem schon traditionellen „Luftdruckorchester“<br />

mit Kolleginnen, Kollegen und Firmenvertreter:innen<br />

austauschen können.<br />

Im Anschluss erwartet Sie dann das<br />

schöne Dresden mit seinen Sehenswürdigkeiten,<br />

die fußläufig vom Kongresszentrum<br />

zu erreichen sind, und – nicht zu vergessen<br />

– der leckeren sächsischen Gastronomie.<br />

Das Programm, die Online-Anmeldung<br />

und weitere Infos finden Sie unter:<br />

www.dvg.de, Tagungen, Termine •<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Erfurter Thementage: Manchmal ist es zum Erbrechen!<br />

Um Erkrankungen von Magen und Darm<br />

geht es auf den Erfurter Thementagen, die<br />

vom 12. bis 14.05.2<strong>02</strong>3 erneut im prächtigen<br />

Kaisersaal in Erfurt stattfinden. Die<br />

Teilnehmer:innen können sich auf spannende<br />

Vorträge z. B. zu Notfällen, chronischen<br />

Erkrankungen, interaktiven Fallbeispielen<br />

und auch zum Sinn und Unsinn<br />

des Einsatzes von Antibiotika freuen.<br />

Vier Seminare (Röntgen, Ultraschall,<br />

Anästhesie, Alarm im Darm) können ebenfalls<br />

besucht werden.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.dvg.de, Tagungen, Termine • Foto: Dr. Ingmar Kiefer<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 25


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Neues aus der AG Kleinsäuger der DGK-<strong>DVG</strong><br />

Auf den 4. Augsburger Thementagen wurde<br />

in diesem Jahr der zuvor online neu gewählte<br />

AG-Vorstand vorgestellt. Die Leitung<br />

übernehmen PD Dr. Kerstin Müller<br />

und Dr. Milena Thöle gemeinsam als Doppelspitze.<br />

Dr. Iris Schwarze wurde erneut<br />

als Schriftführerin gewählt. Der Beirat des<br />

neuen Vorstandes setzt sich aus Dr. Tina<br />

Brezina, Dr. Yvonne Eckert, Dr. Jutta Hein,<br />

Dr. Saskia Köstlinger und Dr. Diana Ruf zusammen.<br />

Als eine ihrer ersten Amtshandlungen<br />

stellten die Vorstandsmitglieder eine Mitgliederumfrage<br />

auf die Beine, an der rege<br />

teilgenommen wurde. Insgesamt 64 Kolleginnen<br />

und Kollegen haben sich die Zeit<br />

genommen und die Fragen beantwortet.<br />

Einige Vorschläge aus der Umfrage wurden<br />

vom Vorstand bereits aufgegriffen und<br />

werden nun umgesetzt. So wird sich in absehbarer<br />

Zeit eine Arbeitsgruppe mit Informationsblättern<br />

für Besitzer befassen<br />

und es wird einen allgemeinen Journal<br />

Club geben.<br />

Ergebnisse der Mitgliederumfrage<br />

Um zu erfahren, welche Themen die Mitglieder<br />

aktuell bewegen und wie die AG behilflich<br />

sein kann, wurde eine Mitgliederumfrage<br />

initiiert. Der am häufigsten<br />

erwähnte Grund in die AG einzutreten, war<br />

der Erfahrungsaustausch und das Netzwerk<br />

an Gleichgesinnten. Auch Weiterbildung<br />

und damit einhergehend die Verbesserung<br />

der fachlichen Expertise sowie die<br />

Mitgestaltung und Sicherstellung einer<br />

besseren Patientenversorgung wurden als<br />

Gründe genannt. Für einige Kollegen ist es<br />

zudem wichtig, die Forschung auf dem Gebiet<br />

der Kleinsäuger voranzubringen und<br />

Zugang zu Fachliteratur zu erhalten.<br />

Vor besondere fachliche Herausforderungen<br />

stellen unsere Mitglieder u.a. diverse<br />

internistische Fälle, Otitiden, Zahnerkrankungen,<br />

geriatrische Patienten, Anästhesie,<br />

Chirurgie und Ernährung, um nur<br />

die am häufigsten genannten zu erwähnen.<br />

Als weitere Themen wurden das neue<br />

AMG, fehlende Zulassungen für Kleinsäuger,<br />

die Preisgestaltung, die Kommunikation<br />

mit den Besitzern und die teilweise<br />

fehlende Compliance der Besitzer aufgeführt.<br />

Unterstützung wünschen sich unsere<br />

Kollegen und Kolleginnen vor allem im Bereich<br />

Weiterbildungen in verschiedenen<br />

Formaten (Journal Club, Seminar, Webinar)<br />

zu verschiedensten Themen, wie Internistik,<br />

unter anderem mit der Bitte um Angebote<br />

im Fortgeschrittenenbereich auch zur<br />

Erlangung des FTA Heimtiere. Erfahrungsaustausch<br />

ist für viele Mitglieder ein sehr<br />

wichtiges Thema, hier wurde schon ein<br />

konkreter Vorschlag für regelmäßige regionale<br />

Treffen unterbreitet.<br />

Ein in der Mitgliederumfrage häufig<br />

genannter Punkt war der Wunsch nach<br />

einheitlichen, fundierten Flyern für Patientenbesitzer.<br />

Aus diesem Grund haben wir<br />

die Projektgruppe „Kleinsäuger-Flyer“ ins<br />

Leben gerufen.<br />

Viele Kollegen möchten die AG unterstützen,<br />

z. B. generell bei der Arbeit, die in<br />

der AG anfällt, bei Multicenterstudien<br />

durch Bereitstellung von Fällen, bei der Erstellung<br />

und der Gestaltung von Infomaterial/Stellungnahmen/Therapieempfehlungen,<br />

bei Umfragen zu verschiedenen<br />

Themen und durch Beiträge im Journal<br />

Club.<br />

Journal Clubs<br />

Der bisher bereits dreimal durchgeführte<br />

Journal Club Otitis wurde sehr gut angenommen<br />

und besucht. Es wurden die<br />

Themen Anatomie des Kaninchenohres,<br />

Bildgebung und Zytologie/Mikrobiologie<br />

abgehandelt. Zwei weitere Journal Clubs<br />

zur chirurgischen bzw. konservativen Therapie<br />

von Otitiden bei Kaninchen sind für<br />

Ende 2<strong>02</strong>2 und Anfang 2<strong>02</strong>3 geplant.<br />

2<strong>02</strong>3 möchten wir dieses Angebot<br />

unter Berücksichtigung der Umfrageergebnisse<br />

noch weiter ausbauen. Die AG<br />

Kleinsäuger plant ab Anfang 2<strong>02</strong>3 in regelmäßigen<br />

Abständen einen allgemeinen<br />

Journal Club zu praxisrelevanten Themen<br />

abzuhalten und wird hierzu aktuelle Paper<br />

aus nationalen und internationalen Journals<br />

auswählen. Für diese Veranstaltung<br />

werden AG-Mitglieder gesucht, die sich bereiterklären,<br />

ein Paper vorzustellen. Wie<br />

immer ist die Teilnahme kostenlos, der<br />

Journal Club wird online via Webex abgehalten.<br />

ATF-Stunden werden nicht beantragt.<br />

AG Kleinsäuger goes Social Media<br />

Die ein oder andere hat es sicher schon gesehen:<br />

Die AG Kleinsäuger ist nun auch bei<br />

den sozialen Medien vertreten! Ziel ist es,<br />

interessierten Kolleginnen und Kollegen<br />

kurze und knackige Informationen rund<br />

um das Thema Kleinsäugermedizin bereitzustellen.<br />

Besuchen Sie uns auf Facebook<br />

oder Instagram!<br />

5. Augsburger Thementage<br />

Die nächsten Augsburger Thementage finden<br />

voraussichtlich vom 09. bis 11.<strong>02</strong>.2<strong>02</strong>4<br />

statt. Wir freuen uns darauf, möglichst viele<br />

von Ihnen in Augsburg begrüßen zu dürfen.<br />

Doch auch bis dahin werden wir nicht<br />

untätig sein. Auf diversen Tagungen und<br />

Kongressen (u.a. dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress)<br />

erwarten Sie spannende Heimtierseminare<br />

und -vorträge.<br />

Dr. Milena Thöle<br />

PD. Dr. Kerstin Müller<br />

Leiterinnen der AG Kleinsäuger<br />

•<br />

26<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

FACHGRUPPE „CHIRURGIE“<br />

14. Tagung der Fachgruppe „Chirurgie“<br />

Am 13.10.2<strong>02</strong>2 fand im Rahmen des <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congresses in Berlin die inzwischen<br />

14. Tagung der Fachgruppe „Chirurgie“<br />

statt. Zum ersten Mal am Donnerstag, sozusagen<br />

als Vorprogramm zum eigentlichen<br />

Kongress.<br />

Nach bewährter Tradition stellten auch<br />

in diesem Jahr junge Wissenschaftler:innen<br />

aus den Bereichen Chirurgie, Neurologie und<br />

bildgebende Diagnostik ihre Forschungsergebnisse<br />

vor, wobei das Programm in diesem<br />

Jahr durch Studien von Kolleg:innen mit<br />

mehr Erfahrung (Diplomates) ergänzt wurde.<br />

Wir hatten nicht ganz so viele Besucher:innen,<br />

wie im Jahr zuvor, doch die Diskussionen<br />

der einzelnen Beiträge war hervorragend.<br />

Die Referent:innen kamen aus<br />

den universitären Einrichtungen Berlin,<br />

München, Zürich, Gießen und Bern. Wie in<br />

jedem Jahr hat eine Jury, bestehend aus<br />

vier Diplomates ECVS, die drei besten Vorträge/Themen<br />

mit einem Preis, gestiftet<br />

durch die Schlütersche Fachmedien GmbH,<br />

ausgezeichnet (siehe auch Seite 72).<br />

Den dritten Platz und damit einem<br />

Buchpreis erhielt Dr. Felix Lackmann von der<br />

FU Berlin für seinen Beitrag: „Quantitative<br />

Bewertung der Wundspannung in Hautwunden<br />

mit Hilfe eines neu entwickelten<br />

Wundtensiometers“. Den zweiten Platz und<br />

damit ebenfalls einen Buchpreis erhielt Max<br />

Weniger aus Gießen für seinen Beitrag „Validierung<br />

der Implantationswinkel und<br />

Machbarkeitsstudie der Versorgung von<br />

Wirbelfrakturen und -luxationen bei der<br />

Katze mittels 2.0mm Locking Cortical Pearl<br />

Plate“. Der Gewinner der diesjährigen Fachgruppentagung<br />

war Dr. Bastien Planchamp<br />

von der VetSuisse Bern für seinen Beitrag<br />

„Festlegung von Bildgebungsparametern<br />

für die Diagnose der atlantoaxialen Instabilität<br />

bei kleinen Hunderassen“. Der Gewinner<br />

erhielt ein Preisgeld von 500 Euro.<br />

In diesem Jahr war die AG Wundmanagement<br />

in die Fachgruppe eingebettet<br />

und der drittplatzierte Beitrag lief in der<br />

Rubrik der AG Wundmanagement. Im Anschluss<br />

an die Vorträge fand die jährliche<br />

Mitgliederversammlung statt. Je nach Planung<br />

der <strong>DVG</strong> soll auch im kommenden<br />

Jahr die Fachgruppentagung am Donnerstag<br />

stattfinden. Geplant sind zusätzliche<br />

Übersichtsbeiträge von erfahrenen Kolleg:innen<br />

zu den einzelnen Abschnitten.<br />

Ein Aufruf zur Einreichung von Abstracts<br />

steht in dieser Ausgabe des <strong>DVG</strong>-Forums<br />

auf Seite 20/21 und wird durch eine Versendung<br />

via E-Mail-Verteiler ergänzt, bei<br />

Fragen wenden Sie sich gerne an die <strong>DVG</strong>-<br />

Geschäftsstelle.<br />

In diesem Jahr stand auch die Wahl der<br />

Fachgruppenleitung auf dem Programm.<br />

Die Leitung der Fachgruppe übernimmt weiterhin<br />

Dr. Christine Peppler, Gießen. Stellvertreter<br />

bleibt weiterhin Dr. Kay Schmerbach,<br />

Berlin. Die beiden Beisitzer Dr. Cetina Thiel,<br />

Gießen, und Dr. Mathias Brunnberg, Berlin,<br />

wurden ebenfalls für weitere drei Jahre in<br />

ihrem Amt bestätigt. Die Fachgruppe plant<br />

für das Jahr 2<strong>02</strong>4 eine „Advanced“ Tagung<br />

unabhängig von der Jahrestagung in Berlin.<br />

Die Planungen hierzu haben bereits begonnen.<br />

Dr. Christine Peppler, Gießen<br />

Leiterin der Fachgruppe<br />

•<br />

FACHGRUPPE „INNERE MEDIZIN UND<br />

KLINISCHE LABORDIAGNOSTIK (INNLAB)“<br />

31. Jahrestagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

InnLab 2<strong>02</strong>3 in Göttingen<br />

Das Wahrzeichen der Universitätsstadt<br />

Göttingen: das Göttinger Gänseliesel.<br />

Göttingen, das geographische Zentrum<br />

Deutschlands, lädt alle fünf Jahre zur Tagung<br />

der Fachgruppe „Innere Medizin und<br />

klinische Labordiagnostik (InnLab)“ ein, so<br />

auch 2<strong>02</strong>3.<br />

Wir würden uns freuen mit Euch/Ihnen<br />

zwei angenehme, von guten Vorträgen<br />

und Postern sowie anregenden Gesprächen<br />

geprägte Tage zu verbringen.<br />

Nach zwei Jahren InnLab im virtuellen<br />

Format hoffen wir auf ein Wiedersehen in<br />

Göttingen!<br />

Programm und Online-Anmeldung:<br />

www.dvg.de q Tagungen q Termine<br />

Prof. Dr. Stephan Neumann<br />

(Tagungs- und stellv. Fachgruppenleitung)<br />

Prof. Dr. Romy M. Heilmann<br />

(Fachgruppenleitung)<br />

Prof. Dr. Andreas Moritz<br />

(stellv. Fachgruppenleitung)<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 27


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR TIERZAHNHEILKUNDE (DGT-<strong>DVG</strong>)<br />

Tiermedizin mit Biss: Tagungsbericht 2<strong>02</strong>2 der DGT<br />

18. Jahrestagung<br />

der Deutschen Gesellschaft<br />

für Tierzahnheilkunde (DGT)<br />

Geladene Gastrednerin der DGT-Jahrestagung Dr.<br />

Margherita Gracis.<br />

Die 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft<br />

für Tierzahnheilkunde (DGT)<br />

am 13.10.2<strong>02</strong>2 begann mit einem neuen<br />

Mitgliederrekord: 399 Kolleginnen und<br />

Kollegen haben sich mittlerweile der DGT<br />

angeschlossen, um die Zahn- und Mundgesundheit<br />

von in Obhut des Menschen<br />

gehaltenen Tieren zu verbessern, wissenschaftlich<br />

etablierte Standards in der tierzahnärztlichen<br />

Versorgung einzuführen<br />

und weiterzuentwickeln und Tierbesitzer<br />

über die Bedeutung von Zahn-, Oral- und<br />

Kiefererkrankungen aufzuklären.<br />

Der Präsident der <strong>DVG</strong> Prof. Martin Kramer<br />

eröffnete mit einem Grußwort das<br />

vielseitige Programm mit zwei parallelen<br />

Vortragssträngen, das unter der wissenschaftlichen<br />

Leitung von Dr. Florian Buck<br />

zusammengestellt worden war.<br />

Die DGT durfte neben den Vortragenden<br />

aus den eigenen Reihen für ihr Programm<br />

wieder zwei international hochgeschätzte<br />

Gastredner begrüßen: Dr. Ira Luskin<br />

aus den USA und Dr. Margherita Gracis<br />

aus Italien.<br />

Dr. Luskin, Dipl. AVDC/EVDC, Fellow<br />

AVD, ist Miteigentümer der Animal Dental<br />

Centers in Baltimore, Annapolis, Columbia<br />

Maryland und York. Im Januar 2000 gründete<br />

er das erste private postgraduale Trainingscenter<br />

für Tierzahnheilkunde in den<br />

USA, das Tierärzteschaft und Tiermedizinische<br />

Fachangestellte in den Bereichen<br />

Zahnheilkunde und Oralchirurgie fortbildet.<br />

Über 5000 Teilnehmer aus aller Welt<br />

wurden in bislang mehr als 400 Kursen<br />

fortgebildet. In 2008 gründete er die Firma<br />

Surgiden, die Ausrüstung und Instrumente<br />

für Tierzahnheilkunde und Oralchirurgie<br />

herstellt und vertreibt.<br />

Dr. Gracis, Dipl. AVDC/EVDC, arbeitet<br />

seit 2000 in verschiedenen Überweisungskliniken<br />

in Norditalien auf dem Gebiet der<br />

Tierzahnheilkunde und Oralchirurgie. Seit<br />

1997 hat sie verschiedene wissenschaftliche<br />

Publikationen veröffentlicht, gibt<br />

internationale Fortbildungen auf dem Gebiet<br />

der Tierzahnheilkunde und trägt auf<br />

internationalen Kongressen vor. Sie ist<br />

Mitherausgeberin von „Veterinary Dentistry<br />

and Oromaxillofacial Surgery“, einer<br />

Fachsektion des Journals Frontiers in Veterinary<br />

Science, und Mitglied des Review<br />

Boards des Journal of Veterinary Dentistry<br />

und weiterer Fachjournalien. Sie ist Mitherausgeberin<br />

des aktuellen BSAVA Manual<br />

of Canine and Feline Dentistry and Oral<br />

Surgery.<br />

Dr. Luskin und Dr. Gracis lieferten in<br />

ihren Vorträgen wertvolle Hilfestellungen<br />

für grundlegende und fortgeschrittenere<br />

Problemstellungen in der tierzahnärztlichen<br />

Praxis. Dauerbrennerthemen wie Resorptive<br />

Läsionen, Entfernung von Wurzelfragmenten<br />

oder die Gestaltung spannungsloser<br />

Flaps bei der chirurgischen<br />

Extraktion wurden praxisnah und anschaulich<br />

beleuchtet und gaben dem Auditorium<br />

wichtige Impulse für die eigene<br />

kurative Tätigkeit. Auch die Problematiken<br />

brachyzephaler Hunde, der Traumachirurgie<br />

und die Therapie der Folgen von Radiotherapie<br />

wurden eingehend behandelt, so<br />

dass dem Publikum ein breites und hochinteressantes<br />

Portfolio an neuem und bewährtem<br />

Fachwissen vermittelt wurde.<br />

Für den fachlichen Blick über den tierärztlichen<br />

Tellerrand berichteten die Vorsitzenden<br />

des Dental Emergency Team<br />

e. V., die Zahnärzte Dr. Alexander Schafigh<br />

und Armin Reynartz, über motivierende<br />

und bedrückende zahnärztliche Hilfseinsätze<br />

und Behandlungen in den Flüchtlingslagern<br />

Europas. Das Dental Emergency<br />

Team ist eine Hilfsorganisation, die aktuell<br />

im Flüchtlingslager Vial auf der<br />

griechischen Insel Chios eine Zahnstation<br />

betreibt und Geflüchteten somit den dringend<br />

benötigten Zugang zu einer zahnmedizinischen<br />

Behandlung ermöglicht.<br />

Im weiteren Vortragsprogramm lieferte<br />

Dr. Jan Schreyer (Chemnitz) interessante<br />

Updates zu neuen Entwicklungen in der<br />

Tierzahnheilkunde. Dr. Christina Braun-<br />

Reichhart (München) stellte den Antibiotikaeinsatz<br />

in der Tierzahnheilkunde im<br />

Wandel der Zeit, sowie in einer prägnanten<br />

Zusammenfassung die aktuellen<br />

Rechtsgrundlagen und Richtlinien zum<br />

Antibiotikaeinsatz in der Tierzahnheilkunde<br />

und veterinärmedizinischen Onkologie<br />

dar. Mit praxisorientierten Empfehlungen<br />

referierte Dr. Jan Klasen (Germersheim)<br />

über die Vorteile und Möglichkeiten eines<br />

effizienten Workflows und Qualitätsmanagements.<br />

Dr. Michael Hartmann (Tübingen)<br />

berichtete über die seltene, für das<br />

betroffene Tier aber sehr folgenreiche ora-<br />

28<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Gastredner Dr. Ira Luskin (links) erhält als Dank<br />

für seine Vorträge bei der DGT-Jahrestagung von<br />

Dr. Lorenz Schmid die obligatorischen<br />

„Zahn-Pasta“- Nudeln in Zahnform.<br />

le Manifestation der congenitalen felinen<br />

Hypothyreose. Dr. Thomas Grammel (Osterode)<br />

stellte für Dr. Barbara Möhnle<br />

(Kehl) die toleranzinduzierende Zelltherapie<br />

bei Gingivostomatitis vor und warb um<br />

Interessenten für eine vielversprechende<br />

weiterführende Studie. Dr. Anna Draschka<br />

(München) und Dr. Alexander Hendricks<br />

(Krefeld) widmeten sich dem Rückblick auf<br />

das erste Jahr mit einem Cone Beam CT in<br />

der Tierzahnarztpraxis und den Befunden,<br />

die sich durch diese Bildgebung neu erschließen.<br />

Über die Herausforderungen<br />

der Periostitis ossificans berichtete Dr.<br />

Franziska Werhan Beining (Sottrum) anhand<br />

eines anschaulichen Fallberichts. Dr.<br />

Martina van Suntum (Germersheim) gab<br />

in ihrem informativen Vortrag einen Überblick<br />

über die Halslymphknoten bei onkologischen<br />

Patienten und wie man sie<br />

sucht, findet und exstirpiert. Dr. Manfred<br />

Schumacher (Markdorf) stellte wichtige<br />

Neuerungen bei der erweiterten klinischen<br />

Untersuchung von herbivoren Heimtieren<br />

vor. Dr. Jochen Krüger (Krefeld) berichtete<br />

über die Anwendung des Cone Beam CTs<br />

in Ergänzung zur dentalen Röntgentechnik<br />

beim Heimtier und die bedeutenden<br />

Welten, die sich durch diese Bildgebung<br />

neu auftun. Dr. Saskia Köstlinger (Ravensburg)<br />

beleuchtete eingehend die Makrodontie,<br />

eine der Hauptverdachtsdiagnosen<br />

bei zahnerkrankten Meerschweinchen,<br />

und deren Therapie durch Apiektomie.<br />

Unser herzlicher Dank gilt allen Referentinnen<br />

und Referenten der Jahrestagung,<br />

ohne deren hohes Engagement und<br />

interessante Beiträge eine Fortbildungsveranstaltung<br />

dieses Umfangs nicht möglich<br />

wäre. Als kleine Geste der Verbundenheit<br />

erhielten alle Vortragenden eine Packung<br />

„Zahn-Pasta“: Nudeln in Zahnform,<br />

damit wir uns auch nächstes Jahr wieder<br />

mit Biss fortbilden können.<br />

Eine sehr rege besuchte Industrieausstellung<br />

informierte in den Vorlesungspausen<br />

über aktuelle Entwicklungen auf<br />

dem Gebiet der Zahnheilkunde, von neuen<br />

chirurgischen Instrumenten, Zahn-<br />

OP-Tischen und Dentalstationen über<br />

Arzneimittel, Lagerungshilfen und Verbrauchsmaterial<br />

bis hin zur CT- und Röntgendiagnostik.<br />

Ein besonderer Dank gilt<br />

den Austellerfirmen, ohne deren tatkräftige<br />

und finanzielle Unterstützung viele<br />

Angebote der DGT für Tierärzteschaft und<br />

Patientenbesitzer nicht möglich wären!<br />

Das DGT-Seminar für Tiermedizinische<br />

Fachangestellte drehte sich einen Nachmittag<br />

lang unter Leitung von Dr. Cathrin<br />

Zehetmeier (Isen) um die Assistenz im<br />

Zahn-OP von Hund und Katze und war mit<br />

20 Teilnehmerinnen wieder sehr gut besucht.<br />

Tiermedizinische Fachangestellte<br />

finden in der Zahnheilkunde ein zukunftsorientiertes<br />

Gebiet, in dem in Zusammenarbeit<br />

mit der Tierärzteschaft selbständiges<br />

Arbeiten sehr gut möglich und fachliche<br />

Weiterqualifikation gefragt ist.<br />

DGT-Vorstandwahlen<br />

Die DGT-Mitgliederversammlung im Rahmen<br />

des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses in Berlin verabschiedete<br />

ihr langjähriges Vorstandsmitglied<br />

Dr. Martina von Suntum mit<br />

Verabschiedung von Dr. Martina van Suntum<br />

aus dem DGT-Vorstand.<br />

stehenden Ovationen aus ihrem Amt als<br />

Altpräsidentin. Sie verlässt nach unglaublichen<br />

17 erfolgreichen Jahren in Diensten<br />

der DGT turnusgemäß den Vorstand und<br />

wird sich neuen Herausforderungen widmen<br />

– u. a. der wissenschaftlichen Organisation<br />

des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2<strong>02</strong>3 in<br />

Berlin.<br />

Der neue DGT-Vorstand für die Jahre<br />

2<strong>02</strong>2 bis 2<strong>02</strong>5 besteht aus Dr. Florian Buck<br />

(Rottenburg a. d. Laaber, Präsident), Dr. Michael<br />

Hartmann (Tübingen, Vizepräsident),<br />

Dr. Lorenz Schmid (Oberhaching, Altpräsident),<br />

Dr. Franziska Werhahn Beining (Sottrum,<br />

Budgetverwalterin) und Dr. Katja<br />

Riedel (Augsburg, Schriftführerin), siehe<br />

auch Seite 84.<br />

Beachten Sie auch die Ausschreibung<br />

des Erwin-Becker-Preises 2<strong>02</strong>3 für die beste<br />

Publikation bzw. audiovisuelle Vermittlung<br />

von Lehrinhalten auf dem Gebiet der<br />

Klein- und Heimtierzahnheilkunde auf Seite<br />

74.<br />

Dr. Katja Riedel, Augsburg<br />

Fotos: DGT/Sven Suhling<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 29


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

DEUTSCHE BUIATRISCHE GESELLSCHAFT (DBG-<strong>DVG</strong>)<br />

Save the date:<br />

European Buiatrics Congress und ECBHM Jubiläums-Symposium 2<strong>02</strong>3<br />

Vom 24. bis 26. August 2<strong>02</strong>3 findet der<br />

European Buiatrics Congress zusammen<br />

mit der Jubiläumsveranstaltung des European<br />

College of Bovine Health Management<br />

(ECBHM) in Berlin statt. Tagungsort<br />

ist das Estrel Congress Center.<br />

Die Veranstaltung wird von der Deutschen<br />

buiatrischen Gesellschaft, Fachgruppe<br />

der <strong>DVG</strong>, und dem ECBHM organisiert.<br />

Noch bis zum 1. Februar können Abstracts<br />

eingereicht werden!<br />

Zudem warten diese und weitere renommierte<br />

Referent:innen auf Sie:<br />

• Volker Krömker (Udder Health)<br />

• Jon Huxley (Lameness)<br />

• Christian Koch (Nutrition)<br />

• Marina von Keyserlingk (Welfare)<br />

• Michael Iwersen<br />

(Precision Livestock Farming)<br />

• Ad Koets (Infectious Diseases)<br />

• Vengai Mavangira (Metabolic Diseases)<br />

• Bart Pardon (Calves)<br />

Aktuelle Informationen und Online-Einreichung:<br />

q https://www.europeanbuiatrics-congress-2<strong>02</strong>3.de/<br />

Direkt zur Webseite über den QR-Code:<br />

<br />

•<br />

FACHGRUPPE „REPRODUKTIONSMEDIZIN“<br />

United Excellence – Reproductive Research in<br />

Animals and Men 2<strong>02</strong>3<br />

Foto: Universitätsklinikum Münster<br />

Zu diesem Schwerpunktthema findet die<br />

56. Jahrestagung „Physiologie & Pathologie<br />

der Fortpflanzung“, gleichzeitig 48.<br />

„Veterinär-Humanmedizinische Gemeinschaftstagung“,<br />

vom 1. bis 3. März 2<strong>02</strong>3 in<br />

Münster statt.<br />

Tagungsleiter ist Prof. Dr. Stefan Schlatt<br />

vom Centrum für Reproduktionsmedizin<br />

und Andrologie am Universitätsklinikum<br />

Münster der Westfälischen Wilhelms-Universität<br />

Münster. Co-Chairs sind Prof. Dr.<br />

Christine Wrenzycki und PD Dr. Daniela<br />

Fietz (beide Justus-Liebig-Universität Gießen).<br />

Auch 2<strong>02</strong>3 ist diese Tagung von ihrem<br />

interdisziplinären Charakter geprägt. Es<br />

werden Beiträge zu allen Themen der Reproduktionsmedizin<br />

vorgestellt. Akzeptierte<br />

Abstracts werden parallel im Journal<br />

Reproduction in Domestic Animals und<br />

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie<br />

veröffentlicht.<br />

Programm und Online-Anmeldung:<br />

www.dvg.de, Tagungen, Termine •<br />

30<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

FACHGRUPPE „ZIER-, ZOO- UND WILDVÖGEL, REPTILIEN, AMPHIBIEN UND FISCHER (ZZWRAF)“<br />

Jetzt schon vormerken: 5. Tagung der Fachgruppe ZZWRAF<br />

Vom 15. bis 17. September 2<strong>02</strong>3 findet in<br />

Gießen die 5. Tagung der Fachgruppe „Zier-,<br />

Zoo- und Wildvögel, Reptilien, Amphibien<br />

und Fische (ZZWRAF)“ statt. Nachdem die<br />

4. Tagung 2<strong>02</strong>1 noch online durchgeführt<br />

werden musste, sind nun Präsenztagungen<br />

wieder möglich.<br />

Den Call for Abstracts und die Ausschreibung<br />

des Frank-Mutschmann-Gedächtnispreises<br />

sowie weitere Informationen<br />

finden Sie unter:<br />

www.dvg.de, Tagungen, Termine<br />

•<br />

Die ZZWRAF-Tagung 2<strong>02</strong>3 findet in Gießen statt, hier das Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität.<br />

JLU-Pressestelle / Franz Möller.<br />

ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

FACHGRUPPE „GESCHICHTE DER VETERINÄRMEDIZIN“<br />

Was gibt es Neues aus der Fachgruppe Geschichte?<br />

Wie im <strong>DVG</strong>-Forum 1/2<strong>02</strong>2 kurz mitgeteilt,<br />

wurden dem Leiter der Fachgruppe „Geschichte“<br />

im Jahr 2<strong>02</strong>1 zwei Nachlässe als<br />

Schenkungen angeboten, die in der Geschäftsstelle<br />

in Gießen archiviert wurden<br />

und damit der historischen Forschung zur<br />

Verfügung stehen. Zum einen handelt es<br />

sich um eine Mappe mit persönlichen Dokumenten<br />

und Urkunden von Dr. med. vet.<br />

Clemens Giese. Giese war in den 1930er<br />

Jahren als Ministerialrat im Reichsministerium<br />

des Innern, gemeinsam mit dem<br />

Juristen Waldemar Kahler, für die Ausarbeitung<br />

und Kommentierung des ersten<br />

Deutschen Tierschutzgesetzes verantwortlich,<br />

das im November 1933 verabschiedet<br />

wurde. Dieser Nachlass wird in<br />

diesem Heft vorgestellt. Zum zweiten handelt<br />

es sich um Archivalien, Instrumente<br />

und Bücher aus dem Nachlass der Familie<br />

Wahl, von der vier Generationen in Folge<br />

(1826–1922) in Untergröningen in Württemberg<br />

als Tierärzte praktizierten. Aufgrund<br />

des Materialumfangs kann darüber<br />

erst im nächsten <strong>DVG</strong>-Forum berichtet<br />

werden.<br />

Nachlass Clemens Giese<br />

Es ist mehreren Umständen zu verdanken,<br />

dass zumindest Teile der persönlichen Dokumentenmappe<br />

von Clemens Giese (Abb.<br />

1 [18]) 1 noch erhalten sind. Seine Tochter<br />

hat sie nach seinem Tod (1961) mehrere<br />

Jahrzehnte lang aufbewahrt. Im Rahmen<br />

einer Erbschaftsangelegenheit kamen die<br />

Unterlagen dann in die Hände von Dr. med.<br />

1 Zitiert wird im Folgenden durch eine Zahl in<br />

eckigen Klammern [1–19] aus der Liste der<br />

chronologisch geordneten Dokumente am<br />

Ende des Beitrags.<br />

Peter Patzelt in Bonn, der erkannte, dass<br />

sie für die Veterinärgeschichte eventuell<br />

bedeutsam sein könnten, und stellte sie<br />

der <strong>DVG</strong> als Schenkung zur Verfügung.<br />

Auf Wikipedia existiert eine kurze Bioergographie<br />

über Clemens Giese (* 19.04.1879<br />

in Arnsberg, † 05.<strong>02</strong>.1961 in Arnsberg), die<br />

einen straffen Überblick über die Vita des<br />

Veterinärmediziners verschafft. Giese war<br />

„Stabsveterinär, Mitarbeiter im Reichsgesundheitsamt<br />

und -innenministerium und<br />

einer der Pioniere des deutschen Tierschutzes“<br />

ist dort zu lesen und es wird weiter<br />

ausgeführt:<br />

„Nach dem Besuch der Volksschule und<br />

des Arnsberger Laurentianum Gymnasiums<br />

studierte Giese Veterinärmedizin. Während<br />

seines Studiums wurde er 1900 Mitglied der<br />

Burschenschaft Obotritia Berlin. Der promovierte<br />

Veterinärmediziner wurde danach<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 31


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

Stabsveterinär. 1910 kam Giese ins Reichsgesundheitsamt.<br />

Er übernahm ab 1925 die<br />

Leitung des Referats Veterinärwesen im<br />

Reichsinnenministerium. Fünf Jahre später<br />

wurde er Ministerialrat. Clemens Giese und<br />

der Jurist Waldemar Kahler waren während<br />

der NS-Zeit für die Erstellung des ersten deutschen<br />

Tierschutzgesetzes (damals Reichstierschutzgesetz<br />

vom 24. November 1933)<br />

verantwortlich. Am 10. Januar 1936 wurde<br />

in Berlin die Deutsche Gesellschaft für Tierpsychologie<br />

gegründet. Giese gehörte zum<br />

ursprünglichen Beirat der Gesellschaft. Nach<br />

dem Zweiten Weltkrieg wurde der parteilose<br />

Giese in der Hauptverwaltung Landwirtschaft<br />

und Forsten der sowjetisch besetzten<br />

Zone Hauptabteilungsleiter im Veterinärwesen.<br />

Von dort ging er im Jahr 1948 wieder<br />

nach Arnsberg. Er hat sich maßgeblich am<br />

Fleischbeschaugesetz beteiligt und gab Anstöße<br />

zur Einberufung des Welttierschutzkongresses.<br />

Giese war bis zum Tod im Jahr<br />

1961 Vizepräsident des Welttierschutzverbandes.“<br />

2<br />

Weitere, über Archiv- und Bibliotheksportale<br />

online zugängliche Übersichten zu<br />

Gieses Leben und Werk finden sich in<br />

Theophil Gerbers Biographischem Lexikon<br />

3 und unter dem Stichpunkt „Biographische<br />

Datenbanken“ auf der Homepage<br />

der Bibliothek des Fachbereichs Veterinärmedizin<br />

der FU Berlin mit bibliographischen<br />

Daten zu weiterführender Literatur<br />

(Publikationen zu Geburtstagen, Nachruf<br />

etc.) 4 .<br />

2 https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Giese<br />

[letzter Zugriff 28.10.2<strong>02</strong>2].<br />

3 Gerbers Biographisches Lexikon der Agrarwissenschaften,<br />

Festausgabe zum 90. Geburtstag<br />

von Th. Gerber * 1931: „Persönlichkeiten<br />

aus Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und<br />

Veterinärmedizin“, Internet-Version, von<br />

Hartmut Boettcher & Manfred G. Raupp (HG),<br />

Hohenheim 2<strong>02</strong>1, S. 607 – 608: http://opus.<br />

uni-hohenheim.de/volltexte/2<strong>02</strong>1/1981/pdf/<br />

Gerbers_Biographisches_Lexikon_1.1.pdf<br />

[letzter Zugriff 28.10.2<strong>02</strong>2].<br />

4 file:///G:/Giese,%20Clemens,%20Nachlass,%​<br />

20<strong>DVG</strong>,%2<strong>02</strong>8.04.2<strong>02</strong>2/Lebensdaten%20zu%​<br />

20Dr.%20med.%20vet.%20Dr.%20med%20<br />

vet.%20h.%20c.%20Giese,%20Clemens.htm<br />

[letzter Zugriff 28.10.2<strong>02</strong>2].<br />

Es kann und soll auch nicht Aufgabe<br />

des vorliegenden Beitrags sein, die Angaben<br />

in der Sekundärliteratur zu verbessern<br />

oder zu ergänzen. Das würde den Rahmen<br />

des Beitrags sprengen. Die in der Dokumentenmappe<br />

Gieses erhaltenen Schriftstücke,<br />

die aus der Zeit von fünf politischen<br />

Systemen stammen, sollen als Zeitzeugnisse<br />

für sich selbst sprechen und<br />

werden ggf. nur kurz kommentiert. Einige<br />

handschriftliche Dokumente werden auch<br />

transkribiert. Darüber hinaus wird versucht,<br />

Informationslücken zwischen den<br />

Originaldokumenten mit Zitaten aus dem<br />

eng maschinenschriftlich verfassten Lebenslauf<br />

Gieses aus dem Jahr 1956 zu füllen<br />

[19].<br />

1. Deutsches Kaiserreich<br />

Die Dokumentensammlung beginnt im<br />

Deutschen Kaiserreich, mit einem von der<br />

Prüfungskommission der TiHo Berlin handschriftlich<br />

ausgefüllten Zeugnis über das<br />

Bestehen der naturwissenschaftlichen Prüfung<br />

im Jahr 19<strong>02</strong> [1], der ebenfalls hand-<br />

Abb. 1: Dr. Clemens Giese, Portrait, undatiert.<br />

Vergleichbare, aber nicht identische Aufnahmen<br />

5 lassen die Entstehungszeit des Fotos auf<br />

Mitte bis Ende der 1930er Jahre eingrenzen. [18]<br />

5 Z. B. in: Tierschutzverein Berlin und Umgebung<br />

(Hg. 1941): 100 Jahre Tierschutz in Berlin.<br />

Berlin: Limpert Verlag, 17.<br />

schriftlichen Approbationsurkunde 1904<br />

[2] (Abb. 2), seiner von der Universität Bern<br />

ausgestellten Promotionsurkunde 1908 [3]<br />

(Abb. 3) nebst einem Druckexemplar seiner<br />

Dissertation [4], der von Wilhelm II eigenhändig<br />

unterschriebenen Ernennungsurkunde<br />

zum Stabsveterinär 1914 [5] (Abb.<br />

4) und einem handgeschriebenen Lebenslauf<br />

1916 [6].<br />

Es mag auf den ersten Blick verwundern,<br />

dass Giese seine Dissertation im eidgenössischen<br />

Bern und nicht an der TiHo<br />

Berlin eingereicht hat. Das ist dadurch zu<br />

erklären, dass die deutschen tierärztlichen<br />

Ausbildungsstätten erst im Jahr 1910 das<br />

Promotionsrecht zum Dr. med. vet. erhielten.<br />

Bis dahin nutzten insgesamt 271<br />

deutsche Tierärzte die Möglichkeit, an den<br />

veterinärmedizinischen Fakultäten in Bern<br />

und Zürich zu promovieren, die aufgrund<br />

ihrer Eingliederung in die dortigen Universitäten<br />

bereits seit 1900 bzw. 1901 das<br />

Promotionsrecht besaßen und auch im<br />

Ausland angefertigte Dissertationen anerkannten.<br />

So konnte Clemens Giese, damals<br />

„Unterveterinär im 2. Garde-Feldartillerie-Regiment<br />

Potsdam“, mit seiner in<br />

Berlin angefertigten Dissertation [4] in<br />

Bern zum Dr. med. vet. promoviert werden.<br />

Eine formelle Anerkennung der seit 1900<br />

in der Schweiz erworbenen tiermedizinischen<br />

Doktorgrade erfolgte erst am 8. April<br />

1911 auf Beschluss des Deutschen Veterinärrats.<br />

6<br />

Ein lesenswertes Dokument zu den<br />

Pflichten, Rechten und zur Alimentation<br />

eines Militärveterinärs im Jahr 1914 sei<br />

hier vollständig transkribiert. Der Erste<br />

Weltkrieg war noch nicht ausgebrochen.<br />

Transkription des Patents für Clemens Giese<br />

als Stabsveterinär ([5] = Abb. 4):<br />

„Wir Wilhelm von Gottes Gnaden König<br />

von Preußen etc. Thun kund und fügen hiermit<br />

zu wissen: Nachdem Wir resolviret ha-<br />

6 Reinhold Schmaltz (1936): Entwicklungsgeschichte<br />

des tierärztlichen Berufes und Standes<br />

in Deutschland. Berlin: Verlagsbuchhandlung<br />

von Richard Schoetz, 176–179.<br />

32<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

Abb. 2: „Tierärztlicher Approbationsschein. Nachdem Herr Clemens Giese<br />

aus Arnsberg Provinz Westfalen, – die tierärztliche Prüfung vor der<br />

Königlich Preußischen Prüfungskommission zu Berlin mit dem Prädikate<br />

‚genügend‘ bestanden hat, wird ihm hierdurch die Approbation als<br />

Tierarzt im Gebiete des deutschen Reichs in Gemäßheit des § 29 der<br />

Gewerbe-Ordnung für das deutsche Reich erteilt. Berlin, den 9. August<br />

1904.“ – Die Urkunde ist unterzeichnet mit „Der Minister für Landwirtschaft,<br />

Domänen und Forsten. Im Auftrage […]“. [2, Ausschnitt]<br />

Abb. 3: Promotionsurkunde in Latein der Universität Bern für Clemens<br />

Giese, „probatam doctoris medicinae veterinariae, dignitatem iura<br />

privilegia contulit collata publico hoc diplomate promulgavit. Bernae die X<br />

mensis julii anni MDCCCCVIII“ [Bern, 10. Juli 1908], unterzeichnet von<br />

Rektor Virgil Rossel und Dekan Ernst Hess. [3, verkleinert] – Der Titel seiner<br />

Dissertation lautete „Beiträge zur Architektur der Knochenspongiosa und<br />

zur Statik und Mechanik des Fessel- und Kronenbeins bei der regelmäßigen,<br />

der bodenweiten und der bodenengen Stellung des Pferdes“ [4].<br />

Abb. 4 a & b: „Patent als Stabsveterinär für den bisherigen<br />

Oberveterinär Giese“. „Wir Wilhelm von Gottes Gnaden König<br />

von Preußen etc. Thun kund und fügen hiermit zu wissen […].<br />

Berlin, den 17. Februar 1914 A. Wilhelm [II]“. [5] – Vollständige<br />

Transkription der Ernennungsurkunde im Text.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 33


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

ben, den Oberveterinär bei der Militär-Veterinär-Akademie<br />

Clemens Giese wegen seiner<br />

guten Eigenschaften und erlangten<br />

thierärztlichen Kenntnisse zum Stabsveterinär<br />

in Gnaden zu ernennen und zu bestellen,<br />

so thun Wir solches auch hiermit und<br />

in Kraft dieses Patents dergestalt: daß Uns<br />

und Unserm Königlichen Hause derselbe<br />

ferner getreulich und gehorsam sein, Unsern<br />

Nutzen und Bestes überall suchen und befördern,<br />

Schaden und Nachtheil aber verhüten,<br />

warnen und abwenden; was ihm von<br />

seinen Vorgesetzten aufgetragen und anbefohlen<br />

wird, bei Tag und bei Nacht, zu Lande<br />

und zu Wasser, mit Fleiß und Application<br />

ausführen, auch bei allen vorkommenden<br />

Kriegs-Begebenheiten mit williger und ungescheueter<br />

Daransetzung seines Leibes<br />

und Lebens sich ferner dergestalt verhalten<br />

und bezeigen solle, wie es einem getreuen<br />

Diener und rechtschaffenen Veterinäroffizier<br />

eignet und gebühret, auch dessen Eidespflicht<br />

es gemäß ist. [Seite 2] Dagegen<br />

wollen Wir Unsern nunmehrigen Stabsveterinär<br />

Giese – bei diesem Dienstgrade und allen<br />

damit verbundenen Praerogativen jederzeit<br />

in Gnaden schützen und mainteniren.<br />

Das zu Urkund haben Wir dieses Patent<br />

eigenhändig unterschrieben und mit<br />

Unserm Insiegel bedrucken lassen. So geschehen<br />

und gegeben: Berlin, den 17. Februar<br />

1914 A. Wilhelm [II].“<br />

Die Beförderung zum Stabsveterinär<br />

im Jahr 1914 war für den 35-jährigen Giese<br />

ein sehr wichtiger Schritt in seiner Offizierslaufbahn,<br />

„da hiermit eine wesentliche<br />

Erhöhung der Gebührnisse verbunden<br />

war. Die Familien zahlreicher Tierärzte […],<br />

die nur das niedrige Gehalt als Unterveterinär,<br />

Veterinär oder Oberveterinär bezogen,<br />

gerieten in große Not, der [sic] auch<br />

die großzügig von der Tierärzteschaft ins<br />

Leben gerufene Hilfsaktion auf die Dauer<br />

nicht steuern konnte“. 7<br />

7 Hans Fontaine (Hg.<br />

1939): Das deutsche<br />

Heeresveterinärwesen.<br />

Seine Geschichte bis<br />

zum Jahre 1933.<br />

Hannover: M. & H.<br />

Schaper, 288.<br />

2. Weimarer Republik<br />

Die Dokumentensammlung setzt sich fort<br />

mit Urkunden aus der Zeit der Weimarer<br />

Republik, der Ernennung zum Regierungsrat<br />

und Mitglied des Reichsgesundheitsamts<br />

1920 [7] (Abb. 5), der Ernennung zum<br />

Oberregierungsrat 1929 [8] und schließlich<br />

zum Ministerialrat 1930 im Reichsministerium<br />

des Innern [9] (Abb. 6).<br />

Mit der Ernennung und Bestellung zum<br />

Regierungsrat und Mitglied des Reichsgesundheitsamtes<br />

in Berlin am 1. April 1920<br />

endete für Giese im Alter von 41 Jahren die<br />

militärische Laufbahn. Er selbst fasst die<br />

Jahre im Militärdienst und seine sich daran<br />

anschließenden Tätigkeiten im Zivildienst<br />

des Reichsgesundheitsamtes (1920 – 1925)<br />

Abb. 5: Ernennung und Bestellung des bisherigen Stabsveterinärs a. D.<br />

Dr. Clemens Giese zum Regierungsrat und Mitglied des Reichsgesundheitsamts<br />

zum 1. April 1920, unterzeichnet von Reichspräsident Friedrich<br />

Ebert am 18. September 1920 mit dem Zusatz: „Bestallung für das Mitglied<br />

des Reichsgesundheitsamts Stabsveterinär a. D. Dr. Clemens Giese“<br />

und der Aktennummer [7].<br />

Abb. 6: „Im Namen des Reichs ernenne ich den Oberregierungsrat Dr.<br />

Clemens Giese zum Ministerialrat. Ich vollziehe diese Urkunde in der<br />

Erwartung, daß der Ernannte, getreu der Reichsverfassung und den<br />

Gesetzen, seine Amtspflichten zum Wohle des Volkes erfüllt und das<br />

Vertrauen rechtfertigt, das ihm durch diese Ernennung bewiesen wird.<br />

Zugleich sichere ich ihm den besonderen Schutz des Reiches zu. Berlin,<br />

den 19. Dezember 1930. Der Reichspräsident von Hindenburg“ mit einem<br />

Aktenvermerk des Reichsministeriums des Innern [9].<br />

34<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

Abb. 7: Verleihung des goldenen Treudienst-<br />

Ehrenzeichens als Anerkennung für 40jährige<br />

treue Dienste für Dr. Clemens Giese, unterzeichnet<br />

vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, 3.<br />

Oktober 1938 [12].<br />

und als Veterinär-Referent im Reichsministerium<br />

des Innern (1925 – 1945) wie folgt<br />

stichwortartig zusammen [19, Unterstreichungen<br />

im Original]:<br />

„1904 Approbation als Tierarzt. Als Veterinäroffizier<br />

im 5. Bad. Feldartill. Regiment<br />

Nr. 76 in Freiburg i. Br. Weiterbildung im Hygienischen<br />

Institut der dortigen Universität<br />

und im Bakteriologischen Institut der<br />

Militär-Veter. Akademie in Berlin. 1907 [sic,<br />

vgl. Abb. 3] Promotion zum Dr. med. vet.<br />

1910 Stabsveterinär-Prüfung. 1912 – 1914<br />

Kommando als wissenschaftl. Hilfsarbeiter<br />

zum Reichsgesundheitsamt (Experimentelle<br />

Wissenschaftl. Abteilung); 1914 Beförderung<br />

zum Stabsveterinär, Kriegsteilnehmer;<br />

Dezember 1914 Rückberufung zur Militär-<br />

Veterinärakademie zur Organisation der<br />

Bekämpfung der Rotzkrankheit der Pferde –<br />

Blutuntersuchungsstellen, Personalunterweisung<br />

–, 1915/16 Laboratoriumsleiter an<br />

der Ostfront, 1916/19 Assistent und stellv.<br />

Leiter des Heeresveterinäruntersuchungsamts<br />

bei der Milit.-Veterinärakademie (Zentrallaboratorium)<br />

in Berlin. 1919 Antrag auf<br />

Entlassung aus dem Heeresdienst und<br />

Übernahme in das Reichsgesundheitsamt<br />

Abb. 8: Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes 2.<br />

Klasse am 30. Januar 1943, unterzeichnet vom<br />

Führer Adolf Hitler. Die Urkunde ist am rechten<br />

unteren Rand mitunterzeichnet vom Chef der<br />

Präsidialkanzlei Meissner [14, vergr. Ausschnitt].<br />

als Regierungsrat u. Mitglied, Ausarbeitung<br />

eines serologischen Untersuchungsverfahrens<br />

für die Bekämpfung und Ausmerzung<br />

der Lungenseuche des Rindes, 1925 Einberufung<br />

als Veterinär-Referent in das Reichsministerium<br />

des Innern, Beförderung zum<br />

Oberregierungsrat und zum Ministerialrat;<br />

Organisation der Veterinär-Konferenzen<br />

der Landes-Veterinärreferenten im Reichsmin.<br />

des Innern; Mitarbeiter der Reichsregierung<br />

bei den Handelsverträgen mit Österreich,<br />

Rumänien, Ungarn, Tschechoslowakei,<br />

Dänemark, Schweden, Finnland,<br />

Italien, Polen; Vertreter des Reichs im Internationalen<br />

Tierseuchen-Amt in Paris;“<br />

(Fortsetzung unter Punkt 3)<br />

3. NS-Zeit<br />

Aus der Zeit des Nationalsozialismus liegen<br />

im Nachlass durch den Führer und<br />

Reichskanzler Adolf Hitler unterzeichnete<br />

Genehmigungen vor zur Annahme von<br />

ausländischen Orden 1935 und 1938 [10<br />

und 13] sowie Urkunden über die Verleihung<br />

von Ehrenzeichen für treue Dienste<br />

1938 [11 und 12] und des Kriegsverdienstkreuzes<br />

2. Klasse 1943 [14].<br />

Die Verleihung des goldenen Treudienst-<br />

Ehrenzeichens im Oktober 1938 [12] wirft<br />

folgende Frage auf. Wenige Monate zuvor,<br />

nämlich am 20. April 1938, also zu Hitlers<br />

Geburtstag, hatte Giese bereits das silberne<br />

Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige<br />

treue Dienste verliehen bekommen, unterzeichnet<br />

von „Staatsminister und Chef der<br />

Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers<br />

Meissner“ [11] 8 . Das Ehrenzeichen<br />

in Silber würde also auf das Jahr 1913 Bezug<br />

nehmen (Kommando zum Kaiserlichen<br />

Gesundheitsamt in Berlin [6]) und das<br />

Ehrenzeichen in Gold sich auf das Jahr<br />

1898 beziehen (nach dem Abitur Eintritt<br />

als Veterinär-Aspirant beim 1. Garde-Ulanen-Regiment<br />

in Potsdam [6]).<br />

Das „Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse“,<br />

das Giese mit Urkunde vom 30. Januar<br />

1943 von Adolf Hitler verliehen wurde [14],<br />

bestand aus einem achtspitzigen Malteserkreuz<br />

mit rundem Mittelschild, auf deren<br />

Vorderseite ein Hakenkreuz mit Eichenlaubumrandung<br />

zu sehen ist. „Es war die<br />

höchste Kriegsauszeichnung für Zivilisten,<br />

die nicht an Kriegshandlungen beteiligt<br />

waren. Es wurde auch an Soldaten verliehen,<br />

die sich bei sogenannten ‚sonstigen<br />

Kriegsaufgaben‘, also keinen Kämpfen, beteiligt<br />

haben (z. B. Angehörige der Sanitätstruppe,<br />

Sanitätsoffiziere, Veterinäre<br />

usw.).“ 9 Der Autor des vorliegenden Beitrags<br />

ist auf dem Gebiet der Phaleristik<br />

zwar ein Laie, er hat aber den Eindruck,<br />

dass es sich beim „Kriegsverdienstkreuz 2.<br />

Klasse“ um eine Massenauszeichnung gehandelt<br />

hat, die zeitweise „mit vollen Händen“<br />

verliehen wurde. Sollten die Zahlen<br />

stimmen, rund 2,7 Millionen Mal und insbesondere<br />

gegen Kriegsende. 10<br />

8 Otto Meissner (1880 – 1953) leitete ohne Unterbrechung<br />

von 1920 bis 1945 das Büro der<br />

Reichspräsidenten Friedrich Ebert und Paul<br />

von Hindenburg sowie die Präsidialkanzlei<br />

Adolf Hitlers. Quelle: https://de.wikipedia.<br />

org/wiki/Otto_Meissner [letzter Zugriff<br />

28.10.2<strong>02</strong>2].<br />

9 https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsverdienst​<br />

kreuz_(1939) [letzter Zugriff 28.10.2<strong>02</strong>2]<br />

10 Loc. cit.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 35


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

Giese setzt die Angaben im Lebenslauf<br />

zu seiner Tätigkeit als Veterinär-Referent<br />

im Reichsministerium des Innern (1925–<br />

1945) mit folgenden Sätzen fort [19, Unterstreichungen<br />

im Original]:<br />

Fortsetzung von Punkt 2: „Mitglied des<br />

Wissenschaftl. Senats für das Heeresveterinärwesen.<br />

Von 1930 bis 1939 Schaffung<br />

und Ausgestaltung der gesetzl. Grundlagen<br />

für den Tierschutz = des Tierschutzgesetzes<br />

mit Ausführungsverordnungen und<br />

des Schlachtgesetzes mit Ausführungsverordnung,<br />

der Tierschutzbestimmungen<br />

im Reichsjagdgesetz, im Reichsnaturschutzgesetz<br />

(Naturschutzverordnung), in<br />

der Eisenbahn-Verkehrsordnung, in der<br />

Strassen-Verkehrsordnung, der Strassenverkehrs-Zulassungsordnung<br />

und Schaffung<br />

der Grundlagen für den Zusammenschluss<br />

der deutschen Tierschutzvereine<br />

im Deutschen Tierschutzbund; Neubearbeitung<br />

des Schlachttier- und Fleischbeschaugesetzes<br />

mit Durchführungsbestimmungen.<br />

1943 bis 1949 Dozent an der Veterinärmedizin.<br />

Fakultät der Universität<br />

Berlin.“ (Fortsetzung unter Punkt 4)<br />

4. Nach 1945: SBZ und DDR<br />

Über seine Zeit und seine Tätigkeiten in<br />

der sowjetisch besetzten Zone und in der<br />

DDR liegen keine Dokumente vor. Giese<br />

übersiedelte 1949 „aus persönlichen Sicherheitsgründen“<br />

[19] von Berlin-West in<br />

seine Geburtsstadt Arnsberg in der Eifel.<br />

Diese Jahre sollen wieder mit Angaben aus<br />

Gieses maschinenschriftlichem Lebenslauf<br />

gefüllt werden ([19] = Abb. 10, Unterstreichungen<br />

im Original).<br />

Fortsetzung von Punkt 3: „Nach dem<br />

Zusammenbruch 1945 Beauftragung mit<br />

dem Wiederaufbau des Veterinärwesens in<br />

der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands<br />

als Hauptabteilungsleiter und Chef<br />

der Veterinär-Verwaltung unter Reichsminister<br />

a. D. Dr. Hermes. 1947 Herausgabe<br />

der Fachwissenschaftl. Zeitschrift ‚Monatshefte<br />

für Veterinärmedizin‘ mit Schriftleiter<br />

Prof. Dr. Doberstein [sic] in Berlin. Am<br />

1.10.1948 Ausscheiden auf persönlichen<br />

Antrag aus den Diensten der neugebildeten<br />

‚Deutschen Wirtschaftskommission‘<br />

der sowjetisch besetzten Zone; 1948 Ehrenmitglied<br />

des Deutschen Tierschutzbundes<br />

und Mitarbeit im Deutschen Tierschutzbund;“<br />

(Fortsetzung unter Punkt 5)<br />

5. BRD<br />

In der Bundesrepublik Deutschland fährt<br />

die Sammlung fort mit der Gratulation<br />

zum 75. Geburtstag durch die FU Berlin<br />

1954 [15], der Verleihung des großen Verdienstkreuzes<br />

der BRD 1957 [16] und der<br />

Ehrenpromotion durch die Veterinärmedizinische<br />

Fakultät der FU Berlin 1959 [17].<br />

11 Siehe Indra Kunkemöller (2001): Prof. Dr. med.<br />

vet. Erwin Becker (1898 – 1978) – Leben und<br />

Werk. Hannover, Tierärztl. Hochschule, Diss.<br />

Abb. 10: Eng maschinenschriftlich<br />

verfasster<br />

Lebenslauf von Clemens<br />

Giese mit Anschriftenstempel<br />

links oben. Auf<br />

der Rückseite ein letzter<br />

Eintrag 1951, handschriftlich<br />

unterzeichnet<br />

am 6.7.1956 C.<br />

Giese, mit Nachtrag<br />

1957. Unterstreichungen<br />

im Original [19].<br />

Abb. 9: Verleihung der Ehrendoktorwürde an<br />

Clemens Giese durch die Veterinärmedizinische<br />

Fakultät der FU Berlin am 19. April 1959, unterzeichnet<br />

von Dekan Erwin Becker, dem<br />

„Zahn-Becker“ 11 [17].<br />

36<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

Letzter Teil von Gieses maschinenschriftlichem<br />

Lebenslauf ([19] = Abb. 10,<br />

Unterstreichungen im Original):<br />

Fortsetzung von Punkt 4: „1949 Verlegung<br />

des Wohnsitzes aus persönlichen Sicherheitsgründen<br />

von Berlin-West nach<br />

Arnsberg i. W.; seit 1952 deutscher Vertreter<br />

und Vizepräsident des Welttierschutzbundes,<br />

Sitz Den Haag, und Vorsitzender<br />

verschiedener Unterkomitees des Weltbundes,<br />

Ausarbeitung des Welttierschutzgesetzes<br />

mit Begründung, 1955 Annahme<br />

des Welttierschutzgesetzes. 1956 Vorlage<br />

von Denkschriften über die Stellung und<br />

Aufgaben des Tierschutzes an die Kirchen<br />

und an die UNESCO. Seit 1920 Veröffentlichung<br />

von mindestens 90 [70 von Hand<br />

überschrieben] wissenschaftl. Abhandlungen,<br />

z. T. von besonderer Bedeutung auf<br />

den gesamten Gebieten der Veterinärmedizin,<br />

Herausgabe von wissenschaftl. Kommentaren<br />

‚Das deutsche Tierschutzrecht‘<br />

und des ‚Schlachttier- und Fleischbeschaugesetzes‘<br />

(zusammen mit Dr. Kahler resp.<br />

mit den Herren Dr. Himmel u. Dr. Meyer).“<br />

[Rückseite]<br />

„Im Jahre 1954 nachträgliche Beförderung<br />

mit Wirkung vom 1.4.1937 zum Ministerialdirigenten<br />

auf Grund der Gesetze zur<br />

Regelung der Wiedergutmachung nationalsozialistischen<br />

Unrechts für Angehörige<br />

des öffentl. Dienstes vom 11.5.1951.<br />

Arnsberg i. W., den 6.7.56 C. Giese.<br />

Nachtrag:<br />

1957 Verleihung des Grossen Verdienstkreuzes<br />

des Verdienstordens der Bundesrepublik<br />

Deutschland in Anerkennung der<br />

um Staat und Volk erworbenen besonderen<br />

Verdienste.“<br />

Schlussbetrachtung<br />

Die Mappe aus dem Nachlass von Clemens<br />

Giese enthält persönliche Dokumente und<br />

Urkunden aus seiner militärischen und zivilen<br />

Laufbahn als Tierarzt von 19<strong>02</strong> bis<br />

1959. Es sind authentische Zeitzeugnisse<br />

aus fünf politischen Epochen. Es handelt<br />

es sich um personalisierte Unikate, höchstwahrscheinlich<br />

aber nur um eine kleine<br />

Auswahl eines ursprünglich größeren Bestandes.<br />

Vom wem diese Auswahl getroffen<br />

wurde, ob von Giese selbst oder dessen<br />

Tochter, ist nicht zu beantworten.<br />

Inhaltlich können die Schriftstücke<br />

drei Gruppen zugeordnet werden: 1. Dokumente<br />

und Urkunden, die von jedem Tierarzt<br />

aufbewahrt werden müssen, da sie zur<br />

Berufsausübung und zum Nachweis für<br />

die Altersversorgung essentiell sind [2–9].<br />

2. Dokumente und Urkunden aus der NS-<br />

Zeit mit Ehrungen und Auszeichnungen,<br />

die von Adolf Hitler unterzeichnet sind<br />

[10–14]. 3. Dokumente und Urkunden aus<br />

den 1950er Jahren mit Ehrungen und Auszeichnungen<br />

[15–17]. Warum aber bewahrte<br />

Giese Dokumente der Gruppe 2<br />

auf? Jeder andere hohe Staatsbeamte hätte<br />

solche Urkunden mit Reichsadler und<br />

Hakenkreuz 1945 vermutlich entsorgt.<br />

Man kann nur darüber spekulieren, dass<br />

ihm der Erhalt dieser Dokumente besonders<br />

wichtig war.<br />

Der maschinenschriftliche Lebenslauf<br />

vom Anfang der 1950er Jahre [19] ist in<br />

einem Fluss geschrieben und erwähnt mit<br />

keinem Wort eine Verbindung zum NS-<br />

Staat und mit Personen, z. B. mit Dr. med.<br />

vet. Friedrich Weber, ab 1.4.1934 Ministerialrat,<br />

ab 1.6.1935 Ministerialdirigent und<br />

ab 20.4.1936 Ministerialdirektor im<br />

Reichsministerium des Innern und von<br />

1934 bis 1945 „Reichsführer der Deutschen<br />

Tierärzte“. 12 Dass beide engen Kontakt<br />

miteinander hatten, liegt auf der<br />

Hand. Vielleicht könnte sich darauf aber<br />

der Vermerk Gieses auf Seite 2 seines Lebenslaufs<br />

beziehen [19]: „Im Jahre 1954<br />

nachträgliche Beförderung mit Wirkung<br />

vom 1.4.1937 zum Ministerialdirigenten auf<br />

Grund der Gesetze zur Regelung der Wieder-<br />

12 Siehe Svantje Insenhöfer (2008): Dr. Friedrich<br />

Weber – Reichstierärzteführer von 1934 bis<br />

1945. Hannover, Tierärztl. Hochschule, Diss.<br />

gutmachung nationalsozialistischen Unrechts<br />

für Angehörige des öffentl. Dienstes<br />

vom 11.5.1951.“ Es ist an dieser Stelle nicht<br />

zu klären, ob Weber vielleicht bevorzugt<br />

befördert worden war, was seine enge Verbindung<br />

zu Adolf Hitler seit dem Putsch<br />

im Jahr 1923 und seine Mitgliedschaft in<br />

der NSDAP seit 1932 vermuten lassen<br />

könnten.<br />

Zurückkommend auf den eingangs zitierten<br />

Wikipedia-Eintrag zur Vita von Clemens<br />

Giese, er war „einer der Pioniere des<br />

deutschen Tierschutzes“. Das ist zweifelsohne<br />

richtig, aber nur eine euphemistisch<br />

formulierte Teilwahrheit. Es steht aufgrund<br />

der Ergebnisse der historischen Forschung<br />

der letzten Jahre quellenbelastbar fest, dass<br />

das Schlachtgesetz und das Tierschutzgesetz<br />

von 1933 nur vordergründig dem Tierwohl<br />

dienten, genau und zwischen den Zeilen<br />

gelesen dienten sie der Durchsetzung<br />

der rassistischen Nazi-Ideologie 13 :<br />

„In ihrer Funktion als politisch formulierter<br />

Humanitätsbeweis […] wurden das<br />

Schlacht- und das Tierschutzgesetz von<br />

1933 zum Helfershelfer der nationalsozialistischen<br />

Rassenideologie und des Antisemitismus.<br />

Diese Gesetze blendeten die<br />

ganze Welt, ebenso wie die mediale Omnipräsenz<br />

Adolf Hitlers als ‚Tierfreund und<br />

Tierschützer‘, die täglich daran erinnerte,<br />

dass von diesem Menschen und von diesem<br />

Land nur Gutes ausgehen konnte. […]<br />

Der Wortlaut des Tierschutzgesetzes von<br />

1933 galt bis zu seiner partiellen Neufassung<br />

im Jahr 1972 unverändert fort.“ 14<br />

13 Johann Schäffer, Lena König (2015):<br />

„Der deutsche Tierschutz – ein Werk des<br />

Führers!“ – Zum Umgang mit ideologisch<br />

kontaminierten Begriffen der NS-Zeit. In:<br />

Deutsches Tierärzteblatt 63 (9), 1244–1256<br />

[file:///C:/Users/Schaeffer/Downloads/<br />

DTBl_09_2015_Tierschutz-NS-Zeit-1.pdf ].<br />

– Zuletzt Lena König (2<strong>02</strong>0): Tierschutz im<br />

Nationalsozialismus – Kontinuität und<br />

Aktualität aus tierärztlicher Perspektive.<br />

In: J. Schäffer (Hrsg.): Zukunft braucht<br />

Vergangenheit: Die Bedeutung der Geschichtsforschung<br />

für die Tiermedizin. 20. Jahrestagung<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe Geschichte:<br />

Gießen: <strong>DVG</strong> Service GmbH, 99 – 107.<br />

14 Schäffer, König 2015 (wie Anm. 13), 1248.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 37


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

Chronologisch geordnete Liste der<br />

Dokumente<br />

[1] Handschriftlich ausgefülltes Zeugnis, dass<br />

„der Studirende der Thierärztlichen Hochschule<br />

(Militär-Roßarzt-Eleve) […] Clemens<br />

Giese […] am heutigen Tage die naturwissenschaftliche<br />

Prüfung […] im Ganzen gut bestanden<br />

hat […]“. Berlin, 24. April 19<strong>02</strong>.<br />

[1 Seite]<br />

[2] Handschriftlicher „Tierärztlicher Approbationsschein“<br />

für Clemens Giese, Königlich<br />

Preußische Prüfungskommission. Berlin,<br />

9. August 1904. [1 Seite] (Abb. 2)<br />

[3] Lateinisch verfasste Promotionsurkunde der<br />

Universität Bern für Clemens Giese, „probatam<br />

Doctoris medicinae veterinariae, dignitatem<br />

iura privilegia contulit collata publico hoc<br />

diplomate promulgavit. Bernae die X mensis<br />

julii anni MDCCCCVIII [Bern, 10. Juli 1908],<br />

unterzeichnet von Rektor Virgil Rossel und<br />

Dekan Ernst Hess. [1 Seite] (Abb. 3)<br />

[4] „Beiträge zur Architektur der Knochenspongiosa<br />

und zur Statik und Mechanik des Fesselund<br />

Kronenbeins bei der regelmäßigen, der<br />

bodenweiten und der bodenengen Stellung<br />

des Pferdes“. Inaugural-Dissertation zur<br />

Erlangung der Doktorwürde der hohen<br />

veterinär-medizinischen Fakultät der Universität<br />

Bern, vorgelegt von Clemens Giese,<br />

Unterveterinär im 2. Garde-Feldartillerie-<br />

Regiment, Potsdam. Berlin 1909. Gedruckt<br />

in der Königlichen Hofdruckerei von<br />

E. S. Mittler & Sohn.<br />

[5] „Patent als Stabsveterinär für den bisherigen<br />

Oberveterinär Giese“, Handschriftlich verfasste<br />

und von Wilhelm II. unterzeichnete<br />

Ernennungsurkunde Gieses zum Stabsveterinär.<br />

Berlin, 14. Februar 1914. [2 Seiten]<br />

(Abb. 4a & 4b, vergrößert)<br />

[6] Handgeschriebener „Lebenslauf des Stabsveterinärs<br />

Clemens Giese vom Bakteriologischen<br />

Laboratorium der Militär-Veterinär-<br />

Akademie“, Berlin-Lichterfelde,<br />

22. Dezember 1916. [4 Seiten]<br />

[7] Im Namen des Reichs Ernennung und<br />

Bestellung des bisherigen Stabsveterinärs<br />

a. D. Clemens Giese „vom 1. April 1920 ab zum<br />

Regierungsrat und Mitglied des Reichsgesundheitsamts“.<br />

Freudenstadt, den 18. September<br />

1920. Der Reichspräsident Ebert. [1 Seite]<br />

(Abb. 5)<br />

[8] Im Namen des Reichs Ernennung des Regierungsrats<br />

und Mitglieds des Reichsgesundheitsamts<br />

„Dr. Clemens Giese zum Oberregierungsrat.<br />

[…] Berlin, den 29. Juni 1929.<br />

Der Reichspräsident von Hindenburg“.<br />

[1 Seite]<br />

[9] Im Namen des Reichs Ernennung des Oberregierungsrats<br />

„Dr. Clemens Giese zum<br />

Ministerialrat. […] Berlin, den 19. Dezember<br />

1930. Der Reichspräsident von Hindenburg“.<br />

[1 Seite] (Abb. 6)<br />

[10] „Im Namen des Reichs erteile ich dem Ministerialrat<br />

Dr. Clemens Giese die Genehmigung<br />

zur Annahme des Königlich Jugoslawischen<br />

St. Savaordens III. Klasse. Berlin,<br />

den 20. März 1935. Der Führer und Reichskanzler<br />

Adolf Hitler“. [1 Seite]<br />

[11] „Der Führer und Reichskanzler hat mit Erlaß<br />

vom heutigen Tage dem Ministerialrat Dr.<br />

Clemens Giese in Berlin-Lichterfelde-West<br />

als Anerkennung für 25jährige treue Dienste<br />

das silberne Treudienst-Ehrenzeichen verliehen.<br />

Berlin, den 20. April 1938. Der Staatsminister<br />

und Chef der Präsidialkanzlei des<br />

Führers und Reichskanzlers Meissner“.<br />

[1 Seite]<br />

[12] „Im Namen des Deutschen Volkes verleihe<br />

ich dem Ministerialrat Dr. Clemens Giese in<br />

Berlin-Lichterfelde als Anerkennung für<br />

40jährige treue Dienste das goldene Treudienst-Ehrenzeichen.<br />

Berlin, den 3. Oktober<br />

1938. Der Führer und Reichskanzler Adolf<br />

Hitler“. [1 Seite] (Abb. 7)<br />

[13] „Im Namen des Deutschen Volkes erteile ich<br />

dem Ministerialrat Dr. med. vet. Clemens<br />

Giese die Genehmigung zur Annahme des<br />

Komturkreuzes des Königlich Ungarischen<br />

Verdienstordens. Berlin, den 4. November<br />

1938. Der Führer und Reichskanzler Adolf<br />

Hitler“. [1 Seite]<br />

[14] „Im Namen des Deutschen Volkes verleihe<br />

ich dem Ministerialrat Dr. Clemens Giese in<br />

Berlin-Lichterfelde das Kriegsverdienstkreuz<br />

2. Klasse. Berlin, den 30. Januar 1943. Der<br />

Führer Adolf Hitler“, rechts unten mitunterzeichnet<br />

von Meissner. [1 Seite] (Abb. 8) Bis<br />

1954 keine weiteren Dokumente.<br />

[15] Gratulation zum 75. Geburtstag durch die<br />

Veterinärmedizinische Fakultät der Freien<br />

Universität Berlin vom 19. April 1954,<br />

unterzeichnet von Dekan Harry Tillmann:<br />

„Die Veterinärmedizinische Fakultät der<br />

Freien Universität Berlin entbietet Herrn<br />

Ministerialdirigent i. R. Dr. med. vet. Clemens<br />

Giese zu seinem 75. Geburtstage ihre besten<br />

Glückwünsche. Sie würdigt die besonders<br />

erfolgreiche Tätigkeit des Jubilars auf dem<br />

Gebiete der Tierseuchen- und Fleischbeschaugesetzgebung.<br />

Besondere Anerkennung<br />

verdient auch seine führende Tätigkeit auf<br />

dem Gebiete der Tierschutzgesetzgebung<br />

und seine Förderung des gesamten Tierschutzes<br />

in Deutschland und über dessen<br />

Grenzen hinaus. Nach dem Zusammenbruch<br />

hat der Jubilar mit Umsicht und Tatkraft<br />

an entscheidender Stelle die Grundlage<br />

für den neuen Aufbau des Veterinärwesens<br />

und der Tierseuchenbekämpfung in<br />

unserem östlichen Vaterlande geschaffen<br />

und damit schwerste Schäden verhütet“.<br />

[1 Seite]<br />

[16] Verleihungsurkunde: „In Anerkennung der<br />

um Staat und Volk erworbenen besonderen<br />

Verdienste verleihe ich Herrn Ministerialdirigenten<br />

a. D. Dr. Clemens Giese das<br />

grosse Verdienstkreuz des Verdienstordens<br />

der Bundesrepublik Deutschland. Bonn, den<br />

5. Februar 1957. Der Bundespräsident<br />

Theodor Heuss“. [1 Seite]<br />

[17] Urkunde der Verleihung der Ehrendoktorwürde<br />

der Veterinärmedizinischen Fakultät<br />

der FU Berlin an den „Ministerialdirigenten<br />

i. R. Dr. med. vet. Clemens Giese in Arnsberg<br />

[…] in Anerkennung seiner hervorragenden<br />

Leistungen auf dem Gebiet der Tierseuchenforschung<br />

und -bekämpfung sowie seiner<br />

Verdienste um den Tierschutz im In- und<br />

Ausland. Gegeben zu Berlin, am 19. April<br />

1959. Der Dekan Erwin Becker“. [1 Seite]<br />

[18] Portrait Clemens Giese, Schwarz-Weiß,<br />

undatiert, vermutlich Mitte bis Ende der<br />

1930er Jahre, aufgeklebt auf Pappe mit<br />

Pergamentstruktur. (Abb. 1)<br />

[19] Eng maschinenschriftlich verfasster Lebenslauf,<br />

mit Stempelsignatur „Dr. Clemens<br />

Giese, Ministerialdirigent a. D., (21b)<br />

Arnsberg (Westf.), Twiete 9“, Stand 1956,<br />

mit Nachtrag „1957 Verleihung des Grossen<br />

Verdienstkreuzes des Verdienstordens der<br />

Bundesrepublik Deutschland in Anerkennung<br />

der um Staat und Volk erworbenen<br />

besonderen Verdienste“. [2 Seiten] (Abb. 10)<br />

Johann Schäffer<br />

Leiter der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Geschichte der<br />

Veterinärmedizin“<br />

•<br />

Social Media Kanäle der <strong>DVG</strong><br />

Die <strong>DVG</strong> ist auf folgenden Social Media Kanälen vertreten und<br />

postet dort z. B. Termine, Aktuelles, Storys und Neuigkeiten aus<br />

der Geschäftsstelle. Wir freuen uns über Follower und Fans.<br />

38<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

FACHGRUPPE „PHYSIOLOGIE UND BIOCHEMIE“<br />

Fachgruppentagung „Physiologie und Biochemie“ 2<strong>02</strong>2<br />

Nach mehreren pandemiebedingten Terminänderungen<br />

fand die Tagung der Fachgruppe<br />

„Physiologie und Biochemie“ vom<br />

24. bis 26.06.2<strong>02</strong>2 am Fachbereich Veterinärmedizin<br />

in Gießen statt.<br />

Die Tagung begann freitags mit Welcome-Address,<br />

Keynote Lecture und einem<br />

„Get together“ sowie vorgeschaltet einem<br />

Hochschullehrer:innentreffen zum gegenseitigen<br />

Gedankenaustausch.<br />

Key Note Speaker war Prof. Dr. Bernhard<br />

Spengler (Gießen) mit dem Vortrag<br />

„Bildgebende Massenspektrometrie“.<br />

Die Vorträge waren in die Blöcke „Intestinal<br />

transport and barriers“, „Metabolism<br />

and signaling“, „In vivo and in silico<br />

models“, „Organoids and stem cells“, „Infection<br />

and immunity“ sowie „Neuroscience<br />

and inflammation“ gegliedert.<br />

Eine Posterausstellung ergänzte das Vortragsprogramm.<br />

Im Rahmen der Tagung fand die Versammlung<br />

der Fachgruppe statt, auf der<br />

die Fachgruppenleitung neu gewählt wurde.<br />

Es kandidierten Prof. Dr. Cornelia Deeg<br />

(München) für den Vorsitz und Prof. Dr. Ma-<br />

ren von Köckritz-Blickwede (Hannover) für<br />

die Stellvertretung, die beide gewählt wurden<br />

(siehe auch Seite 83).<br />

Die nächsten Fachgruppentagungen<br />

sind für 2<strong>02</strong>4 in Hannover bzw. 2<strong>02</strong>6 in<br />

Leipzig geplant.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle. <br />

•<br />

FACHGRUPPE „EPIDEMIOLOGIE UND DOKUMENTATION“<br />

Epidemiologie macht den Unterschied! –<br />

DACh-Epidemiologietagung 2<strong>02</strong>2<br />

Vom 31. August bis zum 2. September<br />

2<strong>02</strong>2 fand in Oldenburg sowie parallel online<br />

die Tagung der Fachgruppe „Epidemiologie<br />

und Dokumentation“ zum Themenkomplex<br />

„Epidemiologie macht den<br />

Unterschied! – Lebensmittel, Zoonosen,<br />

Tierseuchen, Veterinary Public Health“ mit<br />

Workshops und Vortragsprogramm statt.<br />

Durch die Anwendung epidemiologischer<br />

Verfahren und Methoden können<br />

sachliche Aussagen zu verschiedensten<br />

Fragestellungen und Phänomen gemacht<br />

werden, auf deren Grundlage fundierte<br />

Entscheidungen getroffen werden. Die Epidemiologie<br />

wird im Bereich Veterinary Public<br />

Health weiter an Bedeutung gewinnen.<br />

Neben dem bekannten Kontext der<br />

Tierseuchen spielt sie auch in anderen Themenfeldern<br />

wie Lebensmitteln und Zoonosen<br />

eine zunehmende Rolle. Daher<br />

stand der Bereich Veterinary Public Health<br />

im Mittelpunkt der DACh-Epidemiologietagung<br />

2<strong>02</strong>2.<br />

Spannende Keynote Lectures hielten<br />

Prof. Dr. Peter Kunzmann, Hannover (Tierärztliche<br />

Sachkunde in und für eine engagierte<br />

Gesellschaft) und Dr. Sascha Al Dahouk,<br />

Berlin (Crime Scene Lebensmittel:<br />

Forensische Epidemiologie bakterieller<br />

Zoonosen). Das Vortragsprogramm bestand<br />

aus mehreren Blöcken, die sich mit<br />

den Themenkomplexen „ASP“, „Zoonosen“,<br />

„Modelle und Methoden“, „Monitoring<br />

und Surveillance“ und der Gesundheitsüberwachung<br />

von Nutztieren befassten.<br />

Mit Preisen wurden folgende Vorträge<br />

und Poster ausgezeichnet:<br />

Vorträge<br />

1. Preis<br />

Anne Schütz (Greifswald-Insel Riems):<br />

Mit anderen Augen sehen: Automatisierte<br />

Erkennung und Zählung von Wildtieren<br />

auf Fotos<br />

2. Preis<br />

Lisa Rogoll (Greifswald-Insel Riems):<br />

Entwicklung einer Fragebogenstudie:<br />

Organisierten das wissenschaftliche Programm<br />

der Tagung (v.l.n.r.): Mattias Kramer,<br />

Monika Grothusmann, Dr. Christa Jeske,<br />

Dr. Jörg Fritzemeier.<br />

Optimierung der Prävention und Bekämpfung<br />

der ASP beim Wildschwein<br />

gemeinsam mit Jäger*innen in Deutschland<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 39


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

3. Preis<br />

Dr. Clara Schoneberg (Hannover): Evaluation<br />

einer frequentistischen latenten<br />

Klassenanalyse für bedingt abhängige<br />

Tests am Beispiel von Antikörpertests<br />

zum Nachweis von PRRS<br />

Poster<br />

Posterpreis:<br />

Eva-Maria Bartl (Gießen): Die epidemiologische<br />

Bedeutung von Neuweltkameliden<br />

in Deutschland<br />

Tagungs- und Fachgruppenleiterin<br />

PD Dr. Amely Campe.<br />

Publikumspreis Poster:<br />

Cara Förster (Hannover): Stichprobenplanung<br />

bei Untersuchungen zur Lebensmittelsicherheit<br />

– Entwicklung eines Assistenzsystems<br />

für den Veterinärdienst<br />

Die nächste Tagung der Fachgruppe wird<br />

vom 6. bis 8. September 2<strong>02</strong>3 unter der Leitung<br />

von Prof. Dr. Martin Pfeffer in Leipzig<br />

stattfinden.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

FACHGRUPPE „TIERERNÄHRUNG“<br />

Fachgruppentagung und Preisverleihung<br />

Am 15.10.2<strong>02</strong>2 fand im Rahmen des <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congresses die diesjährige Tagung<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Tierernährung“ statt.<br />

Neben einen hochaktuellen Übersichtsvortrag<br />

von Herrn Prof. Jürgen Zentek zum<br />

Einsatz von alternativen Proteinquellen in<br />

der Heimtierernährung hatten viele Nachwuchswissenschaftler:innen<br />

die Möglichkeit,<br />

ihre Studienergebnisse einem interessierten<br />

Fachpublikum zu präsentieren.<br />

Als besondere Anerkennung wurden hierbei<br />

auch in diesem Jahr der beste Vortrag<br />

sowie das beste Poster von einer Fachjury<br />

ausgezeichnet. Die Geldpreise in Höhe von<br />

350 Euro bzw. 150 Euro wurden von der Firma<br />

Vet-Concept gestiftet und an Frau Yada<br />

Duangnumsawang für ihren Vortrag „Impact<br />

of feed additives and host-related factors<br />

on bacterial metabolic activity, and<br />

immunological traits in the caecum of<br />

broilers“ sowie an Frau Marlene Köninger<br />

für ihr Poster „Luzerneheu - eine Raufutteralternative<br />

für Pferde?“ verliehen. Die<br />

Preisträgerinnen sollen auch im nächsten<br />

Jahr noch einmal im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung<br />

des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />

vorgestellt werden. Wir gratulieren<br />

Frau Duangnumsawang und Frau Köninger<br />

sehr herzlich!<br />

Prof. Dr. Nadine Paßlack<br />

Leiterin der Fachgruppe<br />

Prof. Dr. Jürgen Zentek<br />

stellvertretender Leiter der Fachgruppe<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

Prof. Paßlack (links) mit Yada Duangnumsawang, die den besten Vortrag<br />

gehalten hatte.<br />

Marlene Köninger (links), Gewinnerin des Posterpreises, mit Prof. Paßlack.<br />

40<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

FACHGRUPPE „TIERERNÄHRUNG“<br />

DGK-<strong>DVG</strong>-Thementag „Tierernährung und Gastroenterologie“<br />

am 23.11.2<strong>02</strong>3 in Berlin<br />

Im kommenden Jahr veranstalten die <strong>DVG</strong>-<br />

Fachgruppe „Tierernährung“ sowie die<br />

Arbeitsgruppe „Gastroenterologie“ der<br />

Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin<br />

(DGK-<strong>DVG</strong>) am 23.11.2<strong>02</strong>3 im Rahmen<br />

des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses in Berlin (23. bis<br />

25.11.2<strong>02</strong>3) einen gemeinsamen Thementag<br />

für Kolleg:innen aus der Praxis und<br />

Wissenschaft. Der Thementag soll aktuelle<br />

Themen beider Fachgebiete beleuchten<br />

und Schnittstellen zwischen den Disziplinen<br />

sichtbar machen. International anerkannte<br />

Expert:innen werden zu ihren<br />

Forschungsschwerpunkten referieren und<br />

dabei stets auch den klinischen Bezug für<br />

die praktisch tätigen Kolleg:innen herstellen.<br />

Ebenso wird ausreichend Zeit für einen<br />

gemeinsamen Austausch nach den Vorträgen<br />

sowie im Rahmen eines „Round<br />

Table“ sein (siehe Tabelle 1). Alle Informationen<br />

zur Anmeldung etc. werden rechtzeitig<br />

bekannt gemacht. Wir würden uns<br />

sehr über ein Wiedersehen in Berlin freuen!<br />

Tabelle 1: Vorläufiges Programm des DGK-<strong>DVG</strong>-Thementags „Tierernährung und Gastroenterologie“.<br />

Uhrzeit Thema Referent/in<br />

9.00 – 9.15 Begrüßung S. Unterer, N. Paßlack<br />

9.15 – 10.00 Neue Erkenntnisse über die Pathophysiologie<br />

von chronischen Enteropathien<br />

10.00 – 10.45 Intestinale Dysbiose erkennen und richtig<br />

interpretieren<br />

10.45 – 11.15 Kaffeepause<br />

11.15 – 11.45 Dietetic strategies for the treatment of canine<br />

chronic inflammatory enteropathy<br />

11.45 – 12.15 Diätetischer Einsatz von Faserstoffen bei Durchfallpatienten:<br />

aktuelle Studien und Anwendungen<br />

12.15 – 12.45 Was sind die nächsten diagnostischen und<br />

therapeutischen Schritte, wenn diätetische<br />

Maßnahmen nicht funktionieren?<br />

12.45 – 14.00 Mittagspause<br />

14.00 – 14.30 Insekten als alternative Eiweißquelle für Futtermittelallergiker:<br />

Welche Vor- und Nachteile gibt es?<br />

14.30 – 15.00 Update Consensus Guidelines Fecal Microbiota<br />

Transplantation (FMT)<br />

15.00 – 15.30 Rohfütterung bei Hunden und Katzen – immer eine<br />

saubere Sache?<br />

15.30 – 16.00 Kaffeepause<br />

J. Suchodolski<br />

J. Suchodolski<br />

R. J. Corbee<br />

J. Zentek<br />

S. Unterer<br />

N. Paßlack<br />

A.-L. Ziese<br />

B. Dobenecker<br />

16.00 – 16.15 Short presentation 1 Doktorand:innen, Postdocs<br />

16.15 – 16.30 Short presentation 2 Doktorand:innen, Postdocs<br />

16.30 – 17.00 Abschlussdiskussion (Round Table) Alle<br />

Prof. Dr. Nadine Paßlack<br />

Prof. Dr. Jürgen Zentek<br />

Prof. Dr. Stefan Unterer<br />

•<br />

Online Marketing Guide für Tierärztinnen und Tierärzte<br />

Mit dem Buch „Online Marketing Guide für<br />

Tierärztinnen und Tierärzte – Ein Leitfaden<br />

zur praktischen Umsetzung“ gehen Marc<br />

Dilly und Richard Dihen den nächsten<br />

Schritt zu ihrem erfolgreichen Podcast.<br />

Das Wissen, welches sie in den letzten Jahren<br />

gemeinsam sammeln durften, wurde<br />

hier in übersichtlicher Form gebündelt.<br />

Der Leitfaden richtet sich an alle Tierärztinnen<br />

und Tierärzte, die sich mit den<br />

Themen des Online Marketings beschäftigen<br />

und diese in der Praxis einsetzen<br />

möchten. Das Buch selbst gliedert sich in<br />

die Kernteile „Die Grundsatzfrage: Wieso<br />

eigentlich Online Marketing?“, „Die Online<br />

Marketing Strategie“ und „Verschiedene<br />

Online Marketing Kanäle“.<br />

Das Buch kann für 19,80 Euro bei der<br />

<strong>DVG</strong> bestellt werden (info@dvg.de). •<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 41


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

FACHGRUPPE „PARASITOLOGIE UND PARASITÄRE KRANKHEITEN“<br />

Neue Erkenntnisse zu veterinärmedizinischen und zoonotischen Parasitosen<br />

Die Parasitologie-Tagung fand in Berlin und<br />

online statt.<br />

Vom 23. bis 25. Mai 2<strong>02</strong>2 fand fand im Seminaris<br />

CampusHotel in Berlin die Jahrestagung<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Parasitologie<br />

und parasitäre Krankheiten“ statt. Die<br />

Vorträge wurden live übertragen, so dass<br />

auch die Online-Teilnahme möglich war.<br />

Tagungs- und Fachgruppenleiter Prof. Dr.<br />

Georg von Samson-Himmelstjerna begrüßte<br />

über 200 Kolleg:innen (davon ca. 90<br />

online) zu dieser ersten Tagung seit 2019,<br />

bei der die Präsenzteilnahme wieder möglich<br />

war. Er ging auf die belastende Situation<br />

des Ukraine-Kriegs ein und berichtete<br />

von vielen Verbindungen zu ukrainischen<br />

Wissenschaftler:innen. Für ukrainische Kolleg:innen<br />

war der Online-Zugang zur Tagung<br />

kostenfrei.<br />

Endlich war wieder eine Posterausstellung in<br />

Präsenz möglich.<br />

Auch Prof. Dr. Uwe Rösler, Dekan des<br />

Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien<br />

Universität Berlin und Prof. Dr. Dr. h.c. (Bursa)<br />

Dr. h.c. (Torun) Martin Kramer (Gießen),<br />

Präsident der <strong>DVG</strong>, sprachen Grußworte.<br />

Prof. Kramer betonte die Bedeutung der<br />

Parasitologie in der Veterinärmedizin und<br />

deren herausragende Stellung im One<br />

Health-Konzept.<br />

Vorträge und Poster<br />

Die Tagung war auf große Resonanz gestoßen.<br />

So wurden mit 59 Vorträgen und 29<br />

Postern so viele Beiträge wie noch auf keiner<br />

vorherigen Tagung angeboten.<br />

Prof. Dr. Manuela Schnyder (Zürich)<br />

und Prof. Dr. Barbara Kohn (Berlin) hielten<br />

spannende Keynote Lectures.<br />

Prof. Schnyder sprach über Angiostrongylus<br />

vasorum, einen „erfolgreichen“ Parasiten<br />

des Blutkreislaufes mit variablem klinischen<br />

Bild, dessen in Europa beobachtete<br />

Ausbreitung vor allem auf Füchse als<br />

Wildtier-Reservoir zurückgeführt wird. Sie<br />

betonte, dass sich die canine Angiostrongylose<br />

ausgebreitet hat und somit eine<br />

wichtige Parasitose darstellt, die konstante<br />

Achtsamkeit sowohl der Hundehalter:innen<br />

als auch der Tierärzt:innen erfordert.<br />

Der Vortrag von Prof. Kohn, Leiterin der<br />

Klinik für Kleine Haustiere am Fachbereich<br />

Veterinärmedizin in Berlin, zur caninen Babesiose<br />

in Deutschland zeigte beispielhaft<br />

die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen<br />

tiermedizinischer Klinik und dem Fachgebiet<br />

der Parasitologie. Prof. Kohn stellte dar,<br />

dass die Babesiose (Piroplasmose) eine der<br />

wichtigsten vektorübertragenen Erkrankungen<br />

des Hundes ist. Die Übertragung<br />

erfolgt insbesondere durch Zecken, selten<br />

durch Bluttransfusionen oder Bissverletzungen.<br />

Das Vorkommen der Babesiose ist<br />

an die Verbreitung der übertragenden Zeckenarten<br />

gebunden. So kommen B. vogeli<br />

vorwiegend in Südeuropa, B. canis inzwischen<br />

fast überall in Europa vor. Die Überträgerzecke<br />

von B. canis, Dermacentor<br />

reticulatus, hat sich inzwischen in Deutschland<br />

durch zunehmende Brachlandfläche,<br />

Dichte von Wirtspopulationen und auch<br />

durch die Klimaänderung verstärkt ausgebreitet.<br />

Prophylaktisch seien Repellentien<br />

bzw. schnell wirkende Akarizide (z. B. Permethrin,<br />

Isoxazoline) ganzjährig anzuwenden.<br />

In Hochrisikogebieten empfehle sich<br />

das Screening von Blutspendern. Reinfektionen<br />

sind möglich; eine Impfung ist in<br />

Deutschland nicht zugelassen.<br />

Die weiteren Vorträge waren in folgende<br />

Themen gegliedert: Protozoäre Erkrankungen<br />

bei Wiederkäuern und Schweinen;<br />

Antiparasitika, Desinfektion und Antiparasitika-Resistenz;<br />

Mücken und Flöhe; Parasiten<br />

von Hunden und Katzen; Zecken;<br />

Parasiten von Wildtieren; Zoonosen; Endoparasiten<br />

bei Pferden, Zecken-übertragene<br />

Pathogene sowie Helminthosen bei<br />

Wiederkäuern.<br />

Thomas-Schnieder-<br />

Nachwuchspreis<br />

Mit diesem Preis, der zur Erinnerung an<br />

den langjährigen Fachgruppenleiter Prof.<br />

Dr. Thomas Schnieder verliehen wird, werden<br />

die besten Erstlingsvorträge sowie die<br />

besten Poster ausgezeichnet.<br />

Über ihre Vortragpreise freuten sich:<br />

• Sophie Pinecki Socias, Berlin (1. Preis<br />

Erstlingsvortrag, 250 Euro)<br />

A novel method for CRISPR-mediated<br />

genome editing in the cattle tick Rhipicephalus<br />

microplus<br />

• Anna Sophie Hecker, Hannover (2. Preis<br />

Erstlingsvortrag, 150 Euro)<br />

Leber- und Pansenegel bei Milchkühen<br />

– Intraherdenprävalenz und Vergleich<br />

zweier Nachweismethoden<br />

42<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

Industrievertreter:innen und Teilnehmer:innen freuten sich, sich wieder<br />

vor Ort begegnen zu können.<br />

Preisträgerinnen und Tagungsleitung (v.l.n.r.): Prof. Dr. Christina Strube,<br />

Helena Rivera Luna, Anna Sophie Hecker, Lisbeth Rojas Barón,<br />

Vanessa Rüster, Khawla Elati, Prof. Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna.<br />

• Vanessa Rüster, Hannover (3. Preis<br />

Erstlingsvortrag, 100 Euro)<br />

Akarizide Wirkung von kaltem Atmosphärendruckplasma<br />

auf Dermanyssus<br />

gallinae<br />

Folgende Poster wurden ausgezeichnet:<br />

• Lisbeth Rojas Barón, Gießen (1. Posterpreis,<br />

250 Euro)<br />

Toxoplasma gondii Me49 and NED strains<br />

induce cytokinesis failure and host cell<br />

cycle dysregulation in primary endothelial<br />

host cells<br />

• Khawla Elati, Berlin (2. Posterpreis,<br />

150 Euro):<br />

Cultivation, freezing and thawing of<br />

Theileria annulata schizont-infected lymphocytes<br />

in serum-free media: could the<br />

classic RPMI medium supplemented<br />

with Foetal Calf Serum be replaced?<br />

• Helena Rivera Luna, Berlin (3. Posterpreis,<br />

100 Euro)<br />

Wipfelstürmer: Cysticercus longicollis-<br />

Infektion beim Europäischen Eichhörnchen<br />

(Sciurus vulgaris)<br />

Neue Fachgruppenleitung<br />

Im Rahmen der Tagung fand auch die Versammlung<br />

der Fachgruppe „Parasitologie<br />

und parasitäre Krankheiten“ statt. Prof.<br />

von Samson-Himmelstjerna stand als<br />

Fachgruppenleiter nicht mehr zur Verfügung.<br />

Zur neuen Leiterin wählten die Mitglieder<br />

die bisherige Stellvertreterin Prof.<br />

Dr. Christina Strube (Hannover). Prof. Dr.<br />

Anja Taubert (Gießen) wurde zur neuen<br />

Stellvertreterin gewählt.<br />

Dank an alle Beteiligten und an<br />

die Sponsoren<br />

Ein herzlicher Dank geht an Referent:innen,<br />

Teilnehmer:innen, das Organisationsteam<br />

sowie natürlich an die Sponsoren<br />

Boehringer Ingelheim, Elanco, MSD und<br />

Vétoquinol für die freundliche Unterstützung<br />

der Parasitologie-Tagung.<br />

Die nächste Tagung findet vom 15. bis<br />

17.05.2<strong>02</strong>3 in München statt.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

FACHGRUPPE AVID<br />

Aktuelles aus der Fachgruppe AVID<br />

Die Fachgruppe AVID geht auf den 1986<br />

gegründeten Arbeitskreis für veterinärmedizinische<br />

Infektionsdiagnostik (AVID) zurück.<br />

Sie führt jährlich eine Tagung mit den<br />

wechselnden Schwerpunkten Bakteriologie<br />

und Virologie durch und bietet verschiedene<br />

weitere Veranstaltungen an.<br />

40. AVID-Tagung „Bakteriologie“<br />

Vom 14. bis zum 16. September 2<strong>02</strong>2 wurde<br />

die Jahrestagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

AVID mit Schwerpunkt „Bakteriologie“ erstmalig<br />

als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt.<br />

Den etwa 100 Teilnehmenden vor Ort<br />

im Kloster Banz und ca. 130 Tagungsgästen<br />

vor den Bildschirmen wurde ein abwechslungsreiches<br />

Programm bestehend aus 11<br />

Postern und 36 Vorträgen präsentiert. Darunter<br />

befanden sich vier Übersichtsreferate,<br />

in denen Vibrionen und Coxiellen, aber<br />

auch Next Generation Sequencing und wesentliche<br />

Aspekte des Tierseuchenrechtes<br />

43


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

V.l.n.r.: Prof. Dr. Tobias Eisenberg (AVID-Vorstand<br />

Bakteriologie), Dr. Stefanie Barth (Bakteriologie),<br />

PD Dr. Kerstin Wernike (Fachgruppenleiterin,<br />

Virologie), Dr. Nelly Scuda (Virologie), Dr. Jörg<br />

Balzer (AG Molekularbiologische Methoden).<br />

Foto: <strong>DVG</strong><br />

vorgestellt wurden. Nachdem unsere letztjährige<br />

39. Jahrestagung pandemiebedingt<br />

ausschließlich online stattfand, bot unsere<br />

Jubiläumsveranstaltung (40!) erfreulicherweise<br />

den in Präsenz teilnehmenden Kolleginnen<br />

und Kollegen wieder Gelegenheit<br />

für Kennenlernen, direkten Austausch und<br />

intensive Gespräche. Wir danken der <strong>DVG</strong>-<br />

Geschäftsstelle für die großartige Vorbereitung<br />

und Betreuung der Hybridtechnik und<br />

freuen uns auf die 41. AVID-Tagung, die vom<br />

13. bis zum 15. September 2<strong>02</strong>3, dann mit<br />

dem Schwerpunkt Virologie, an gewohnter<br />

Stelle im Kloster Banz stattfinden wird!<br />

Ergebnisse der Fachgruppenversammlung<br />

2<strong>02</strong>2<br />

Eingebettet in die 40. Jahrestagung fand am<br />

15. September 2<strong>02</strong>2 die diesjährige AVID-<br />

Fachgruppenversammlung im Hybridformat<br />

statt. Tagesordnungspunkte waren der<br />

Bericht des Fachgruppenleiters sowie die<br />

Wahl der Vorstandsmitglieder Bakteriologie.<br />

In seinem Bericht zog Dr. Peter Kutzer<br />

eine positive Bilanz der Aktivitäten des vergangenen<br />

Jahres. So wurde mit dem „AVID-<br />

Themenabend“ unsere neue Fortbildungsreihe<br />

weitergeführt, und unser Projekt<br />

„Fortbildung technischer Mitarbeiter“<br />

konnte im Mai 2<strong>02</strong>2 starten.<br />

Die beiden bisherigen AVID-Vorstandsmitglieder<br />

Frau PD Dr. Christiane Werckenthin<br />

(LAVES, Oldenburg) und Herr Dr. Peter<br />

Kutzer (LBB, Frankfurt (Oder)) schieden nach<br />

9jähriger Mitarbeit aus dem Vorstand aus.<br />

An dieser Stelle noch einmal ein herzlicher<br />

Dank an beide für ihr langjähriges, sehr erfolgreiches<br />

Wirken im AVID-Vorstand! Peter<br />

Kutzer danken wir darüber hinaus sehr für<br />

seine hervorragende, engagierte und teamorientierte<br />

Leitung der Fachgruppe während<br />

der vergangenen vier Jahre.<br />

Zur Wahl für den neuen AVID-Vorstand<br />

Bakteriologie stellten sich Frau Dr. Stefanie<br />

Barth (FLI, Jena) und Herr Prof. Dr. Tobias<br />

Eisenberg (LHL, Gießen). Beide wurden<br />

von den im Kloster Banz persönlich anwesenden<br />

und digital zugeschalteten Hauptfachgruppenmitgliedern<br />

in den Vorstand<br />

gewählt. In seiner konstituierenden Sitzung<br />

wählte der Vorstand Frau PD Dr. Kerstin<br />

Wernike (AVID-Vorstand Virologie) zur<br />

Fachgruppenleiterin.<br />

Ernst-Forschner-Gedächtnispreis<br />

2<strong>02</strong>2<br />

Frau Franziska Gütgemann (Institut für Tierärztliche<br />

Nahrungsmittelkunde der Justus-<br />

Liebig-Universität, Gießen) wurde für ihren<br />

Vortrag „Entwicklung eines Bouillon-Mikrodilutionsverfahrens<br />

für eine harmonisierte<br />

antimikrobielle Empfindlichkeitstestung<br />

von Mycoplasma (‚Mycoplasmopsis‘) bovis“<br />

mit dem diesjährigen Ernst-Forschner-<br />

Gedächtnispreis ausgezeichnet. Der AVID-<br />

Vorstand gratuliert der Preisträgerin an<br />

dieser Stelle sehr herzlich! Ein besonderer<br />

Dank gilt der Firma IDEXX für die Stiftung<br />

des mit 1000 Euro dotierten Preises.<br />

Fortbildung technischer<br />

Mitarbeiter/innen<br />

Die Fachgruppe AVID hat eine Initiative zur<br />

Fortbildung technischer Mitarbeiter/innen<br />

ins Leben gerufen. Die ersten Angebote für<br />

ein- bis zweitägige Hospitationen in unterschiedlichsten<br />

Bereichen der Tierseuchendiagnostik<br />

sind auf der AVID-Homepage<br />

veröffentlicht<br />

(http://avid.dvg.net/index.php?id=2471).<br />

Details zu den angebotenen Hospitationen<br />

sollen bilateral zwischen den Anbietern<br />

und den Interessenten abgestimmt<br />

werden. Der Fachgruppenvorstand bedankt<br />

sich bei allen Anbietern von Hospitationen,<br />

hofft auf rege Beteiligung und freut sich<br />

gleichzeitig über weitere Angebote per E-<br />

Mail an das AVID-Vorstandsmitglied Dr.<br />

Stefanie Barth (stefanie.barth@fli.de).<br />

PD Dr. Kerstin Wernike<br />

Leiterin der Fachgruppe<br />

•<br />

44<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSKREIS ANTIBIOTIKARESISTENZ<br />

Tagung des Arbeitskreises Antibiotikaresistenz<br />

ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

Der Arbeitskreis führte seine Tagung am<br />

14.10.2<strong>02</strong>2 unter dem Dach des <strong>DVG</strong>-Vet-<br />

Congresses in Berlin durch. Tagungsleiter<br />

war Prof. Dr. Stefan Schwarz.<br />

Die Anwendung von Antibiotika bei<br />

Tieren, aber auch das Problem der Antibiotikaresistenz<br />

bakterieller Krankheitserreger<br />

von Tieren, beschäftigt Veterinärmediziner:innen<br />

seit vielen Jahren. Das Programm<br />

der Tagung 2<strong>02</strong>2 befasste sich mit<br />

beiden Aspekten. In dem Beitrag zur neuen<br />

Tierarzneimittelverordnung wurden die<br />

rechtlichen Rahmenbedingungen für Anti-<br />

biotika näher erläutert. Die weiteren Beiträge<br />

gaben Einblicke in die Erfassung des<br />

Antibiotikaeinsatzes bei Hunden, Katzen<br />

und Pferden, aber auch in die aktuelle Resistenzsituation<br />

definierter bakterieller Infektionserreger<br />

von landwirtschaftlichen<br />

Nutztieren, wie Rindern, Schweinen und<br />

Geflügel, aber auch Begleittieren, wie Hunden,<br />

Katzen und Pferden.<br />

Der Tagungsband kann für 7,50 Euro<br />

zzgl. 3,00 Euro für Verpackung und Versand<br />

in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle bestellt werden<br />

(info@dvg.de, Fax: 0641 98444625). •<br />

Tagungsleiter Prof. Dr. Stefan Schwarz.<br />

Foto: <strong>DVG</strong><br />

FACHGRUPPE „TROPENVETERINÄRMEDIZIN UND INTERNATIONALE TIERGESUNDHEIT (TVMIT)“<br />

One Health in Action<br />

Nach einem Jahr Pause führte die Fachgruppe<br />

„Tropenveterinärmedizin und Internationale<br />

Tiergesundheit (TVMIT)“ wieder eine<br />

Tagung auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress durch.<br />

Das Schwerpunktthema lautete „One<br />

Health in Action“. Ganz nach dieser Headline<br />

zeigten die Referentinnen und Referenten<br />

in ihren Vorträgen konkrete Umsetzungen<br />

des One-Health-Ansatzes auf. In<br />

diesem Jahr setzten die Fachgruppen- und<br />

Tagungsleiter Dr. Klaas Dietze und Antonia<br />

Braus mit Uganda zusätzlich einen geographischen<br />

Schwerpunkt, zu dem ein profunder<br />

Einblick in dieses facettenreiche<br />

ostafrikanische Land präsentiert wurde.<br />

Doch auch Daten aus Asien und anderen<br />

Ländern wurden wie immer geteilt und<br />

diskutiert.<br />

Auch in 2<strong>02</strong>3 wird die Fachgruppe<br />

TVMIT wieder beim <strong>DVG</strong>-Vet-Congress dabei<br />

sein, dann mit dem Schwerpunktthema<br />

„Interdisziplinaritäten gemeinsam<br />

entdecken – Globale Tiergesundheit im erweiterten<br />

Kontext“.<br />

Der Tagungsband der Veranstaltung<br />

2<strong>02</strong>2 kann für 10,00 Euro zzgl. 3,00 Euro<br />

für Verpackung und Versand in der <strong>DVG</strong>-<br />

Geschäftsstelle bestellt werden<br />

(info@dvg.de, Fax: 0641 98444625). •<br />

Paul Lumu (Entebbe, Uganda) bei seinem Vortrag<br />

zu „Peste des Petits Ruminants (PPR)“.<br />

Foto: Dr. Klaas Dietze.<br />

KONSILIARLABORE<br />

Ausschreibung von Konsililarlaboren<br />

Die <strong>DVG</strong> schreibt aktuell das folgende Konsiliarlabor aus:<br />

• Konsiliarlabor für beta-hämolysierende Noch bis zum 31.12.2<strong>02</strong>2 können Bewerbungen<br />

eingereicht werden unter:<br />

Streptokokken in der tierärztlichen Praxis<br />

und Klinik (kleine Haustiere und Pferde) info@dvg.de<br />

Weitere Informationen:<br />

q https://www.dvg.net/konsiliarlabore/•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 45


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

KONSILIARLABORE<br />

Neu-Berufung der Kommission zur Einrichtung von Konsiliarlaboren<br />

Auf der Delegiertenversammlung am<br />

24.09.2013 wurde die Etablierung von<br />

<strong>DVG</strong>-Konsiliarlaboren für Tierseuchen bzw.<br />

Tierkrankheiten, die weder anzeige- noch<br />

meldepflichtig sind oder für die noch kein<br />

Nationales Referenzlabor nach Tiergesundheits-<br />

oder Lebensmittelrecht eingerichtet<br />

ist, beschlossen.<br />

Der <strong>DVG</strong>-Vorstand setzt eine Kommission<br />

ein, die den Vorstand in allen Angelegenheiten<br />

der Konsiliarlabore berät, den<br />

Bedarf an Laboren ermittelt und Empfehlungen<br />

ausspricht. Die Kommission führt<br />

Ausschreibungen und Auswahlverfahren<br />

durch und bewertet die Anträge der Bewerber.<br />

Zudem evaluiert sie die Labore. Basierend<br />

auf dem Ergebnis ihrer Prüfungen<br />

und Bewertung empfiehlt die Kommission<br />

dem <strong>DVG</strong>-Vorstand die Berufung oder<br />

Nichtberufung von Bewerbern, die Rücknahme<br />

oder die Aufrechterhaltung von Berufungen<br />

sowie erneute Berufungen oder<br />

Neuausschreibungen.<br />

Die Kommission setzt sich zusammen aus<br />

• je einem Vertreter der <strong>DVG</strong>-Fachgruppen<br />

Bakteriologie und Mykologie, Virologie<br />

und Viruserkrankungen, Parasitologie<br />

und parasitäre Krankheiten, Tierseuchen,<br />

Lebensmittelhygiene und AVID,<br />

• einem Vertreter des Friedrich-Loeffler-<br />

Instituts (FLI)<br />

• einem Vertreter des Bundesinstituts für<br />

Risikobewertung (BfR),<br />

• einem Mitglied des <strong>DVG</strong>-Vorstands.<br />

Die Mitglieder der Kommission werden<br />

durch den <strong>DVG</strong>-Vorstand für vier Jahre berufen.<br />

Im Oktober begann eine neue Amtsperiode<br />

und der Vorstand hat die folgenden<br />

Personen zu Mitgliedern der Kommission<br />

berufen:<br />

• FG Bakteriologie und Mykologie:<br />

Prof. Dr. Rolf Bauerfeind, Stellvertreter:<br />

Prof. Dr. Peter Valentin-Weigand<br />

• FG Virologie: Prof. Dr. Paul Becher,<br />

Stellvertreter: Prof. Dr. Martin Groschup<br />

• FG Parasitologie: Prof. Dr. Georg von<br />

Samson-Himmelstjerna, Stellvertreterin:<br />

Prof. Dr. Christina Strube<br />

• FG Tierseuchen: Dr. Herbert Weinandy,<br />

Stellvertreterin: Dr. Julia Blicke<br />

• FG Lebensmittelhygiene:<br />

Prof. Dr. Thomas Alter, Stellvertreterin:<br />

Prof. Dr. Claudia Guldimann<br />

• FG AVID: PD Dr. Kerstin Wernike,<br />

Stellvertreter: Prof. Dr. Tobias Eisenberg<br />

• FLI: Prof. Dr. Martin Beer, Stellvertreterin:<br />

PD Dr. Sandra Blome<br />

• BfR: Prof. Dr. Karsten Nöckler,<br />

Stellvertreter: Dr. Istvan Szabo<br />

• <strong>DVG</strong>: Vorstand Prof. Dr. Nicole Kemper<br />

Der Vorstand dankt den Mitgliedern und<br />

stellvertretenden Mitglieden für ihr Engagement<br />

in dieser wichtigen Kommission!<br />

Weitere Informationen:<br />

q https://www.dvg.net/konsiliarlabore/•<br />

ARBEITSGEBIET INFEKTIONSMEDIZIN<br />

Jetzt schon vormerken: Fachgruppentagungen 2<strong>02</strong>3<br />

Bitte merken Sie sich die Tagungstermine<br />

der folgenden Fachgruppen schon vor:<br />

Fachgruppe „Bakteriologie und<br />

Mykologie“<br />

Die Tagung der Fachgruppe „Bakteriologie<br />

und Mykologie“ findet vom 22. bis<br />

24.05.2<strong>02</strong>3 im Bundesinstitut für Risikobewertung<br />

in Berlin statt. Die Teilnehmer:innen<br />

erwarten wissenschaftliche<br />

Beiträge aus allen Bereichen der Bakteriologie<br />

und Mykologie mit veterinärmedizinischem<br />

Bezug. Tagungsleiter sind<br />

Prof. Dr. Stefan Schwarz und Prof. Dr.<br />

Marcus Fulde.<br />

Fachgruppe „Tierseuchen“<br />

Vom 24. bis 25.05. 2<strong>02</strong>3, also direkt im Anschluss<br />

an die Bakteriologietagung, führt<br />

die Fachgruppe „Tierseuchen“ ihre Tagung<br />

durch, voraussichtlich als Onlinetagung.<br />

Tagungsleiter ist Dr. Herbert Weinandy.<br />

„Fachgruppe Umwelt- und<br />

Tierhygiene“<br />

Auch die Fachgruppe „Umwelt- und Tierhygiene“<br />

organisiert im kommenden<br />

Jahr eine Tagung, und zwar vom 05. bis<br />

06.10.2<strong>02</strong>3 in Kiel. Tagungsleiterin ist<br />

Dr. Anna Julia Schwenker.<br />

•<br />

46<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ<br />

ARBEITSGEBIET „LEBENSMITTELSICHERHEIT<br />

UND VERBRAUCHERSCHUTZ“<br />

62. Arbeitstagung<br />

„Lebensmittelsicherheit<br />

und Verbraucherschutz“<br />

Die 62. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes<br />

„Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz“<br />

fand vom 25. bis 28.10.2<strong>02</strong>2 erneut<br />

als Hybridtagung in Garmisch-Partenkirchen<br />

und online statt. Die Tagung wurde<br />

zusammen mit der Sektion Lebensmittel<br />

tierischer Herkunft in der Österreichischen<br />

Gesellschaft der Tierärztinnen und Tierärzte<br />

und der Schweizerischen Tierärztlichen<br />

Vereinigung für Lebensmittelsicherheit,<br />

Tiergesundheit und Tierschutz als Dreiländertagung<br />

durchgeführt.<br />

Prof. Dr. Thomas Alter, Leiter des Arbeitsgebiets<br />

und der Tagung, begrüßte die über<br />

550 Teilnehmer:innen, von denen etwa die<br />

Hälfte online zugeschaltet war. Er dankte<br />

den Sponsoren und Ausstellern, die die Tagung<br />

schon seit vielen Jahren unterstützen.<br />

Das Arbeitsgebiet stehe durch die sich ändernden<br />

Ernährungsgewohnheiten, höhere<br />

Ansprüche an die Tierhaltung und auch<br />

den Nachwuchsmangel vor großen Herausforderungen.<br />

Auch der Präsident der Bundestierärztekammer,<br />

Dr. Uwe Tiedemann, und der<br />

<strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. (Bursa) Dr.<br />

Das Kongresshaus in Garmisch-Partenkirchen war Tagungsort für die Lebensmitteltagung.<br />

h.c. (Torun) Martin Kramer sprachen Grußworte.<br />

Beide betonten die Bedeutung des<br />

Arbeitsgebietes und wie wichtig es sei, den<br />

One Health-Ansatz zu integrieren.<br />

Die Partenkirchener Alphornbläser<br />

sorgten mit ihren Alphörnern für ein dem<br />

Tagungsort angemessenes und authentisches<br />

Ambiente.<br />

Neben dem Vortragsprogramm mit<br />

Präsentationen aller vier Fachgruppen des<br />

Arbeitsgebietes (Lebensmittel-, Fleischsowie<br />

Milchhygiene und Lebensmittelrecht)<br />

wurden vor Ort der Workshop „Moderne<br />

diagnostische Verfahren“ und das<br />

Praxis-Seminar „Wild und Wildfleisch“ angeboten.<br />

Wie schon im vergangenen Jahr fand<br />

bereits vor der Arbeitstagung der „Poster<br />

Pitch“ als Onlineveranstaltung statt. Von<br />

den insgesamt fast 70 Postern waren einige<br />

Posterautor:innen eingeladen worden,<br />

sich am „Poster Pitch“ zu beteiligen und<br />

ihr Poster in einer Kurzpräsentation vorzustellen,<br />

was wieder sehr gut angenommen<br />

wurde.<br />

Prof. Thomas Alter, Arbeitsgebiets- und Tagungsleiter, eröffnete die Tagung.<br />

<strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Martin Kramer sprach Grußworte.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 47


ARBEITSGEBIET:<br />

LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ<br />

Die Partenkirchener Alphornbläser sorgten für<br />

eine authentische Atmosphäre.<br />

Laura Schiel gewann den Poster Pitch.<br />

Folgende Poster wurden ausgezeichnet:<br />

• 1. Preis<br />

Laura Schiel (Freiburg): Gefahren und<br />

Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung<br />

von Honigbienen-Drohnenbrut<br />

als Lebensmittel<br />

• 2. Preis<br />

Danai Etter (Zürich): Effect of food-related<br />

stress on staphylococcal enterotoxin<br />

C expression<br />

• 3. Preis<br />

Felicitas Schumann-Muck (Leipzig):<br />

Auswirkungen einer nanoskaligen Beschichtung<br />

auf Edelstahloberflächen<br />

auf Salmonella enteritidis und Escherichia<br />

coli in der Geflügelschlachtung<br />

Im Rahmen der Tagung fand die Versammlung<br />

der Fachgruppe „Fleischhygiene“ mit<br />

Wahl der Fachgruppenleitung statt. Prof.<br />

Dr. Lüppo Ellerbroek wurde im Amt des Leiters<br />

bestätigt. Neu zur stellvertretenden<br />

Leiterin wurde Dr. Nadine Sudhaus-Jörn<br />

(Hannover) gewählt, siehe auch Seite 85.<br />

Die 63. Arbeitstagung „Lebensmittelsicherheit<br />

und Verbraucherschutz“ findet<br />

wieder wie gewohnt in der letzten Septemberwoche<br />

statt, also vom 26. bis 29.09.2<strong>02</strong>3.<br />

Der Tagungsband der 62. Arbeitstagung<br />

mit den Abstracts der Präsentationen<br />

im Vortragsprogramm und Poster sowie<br />

der Workshops kann für 30,00 Euro zzgl.<br />

3,00 Euro für Verpackung und Versand in<br />

der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle bestellt werden<br />

(info@dvg.de, Fax: 0641 98444625).<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

ARBEITSGEBIET „LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ“<br />

„Von jungen Wissenschaftler:innen für junge Wissenschaflter:innen“ –<br />

Vet Food Science Summer School 2<strong>02</strong>2 in Nottwil<br />

Die Teilnehmer:innen der Summer School.<br />

Am Montag, 13. Juni 2<strong>02</strong>2, trafen sich 17<br />

junge, motivierte Wissenschaftler:innen<br />

aus sechs Instituten mit Ausrichtung Lebensmittelsicherheit<br />

der veterinärmedizinischen<br />

Fakultäten/Universitäten Berlin,<br />

Hannover, Leipzig, München, Wien und Zürich<br />

zur ersten Vet Food Science Summer<br />

School im Seminarhotel Sempachersee in<br />

Nottwil, Schweiz. Die Forschenden mit<br />

unterschiedlichem Ausbildungshintergrund<br />

(Veterinärmedizin, Lebensmittelwissenschaften,<br />

Biologie) tauschten sich<br />

an zwei Tagen fachlich aus.<br />

48<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ<br />

In den Emmi Kaltbachhöhlen, wo in einem einzigartigen Höhlenlabyrinth<br />

Einblicke in die Kunst der Käseveredelung angeboten werden.<br />

Ideale Tagungsumgebung: der Sempachersee bei Nottwil.<br />

Am ersten Tag wurde die Summer<br />

School mit Beiträgen zu „Hazard Characterization“<br />

eröffnet. Diese Session umfasste<br />

spannende Vorträge zu den Themen<br />

Motilität von Bacillus cereus, der Virulenz<br />

von nicht-pandemischen Vibrio cholerae<br />

und Toxoplasma gondii in Waschbärenfleisch.<br />

Nach einer stärkenden Kaffeepause<br />

ging es weiter mit informativen Präsentationen<br />

über potentielle Risiken in Milch,<br />

wie Bovine Meat and Milk Factors (BMMF)<br />

und Pyrrolizidinalkaloide, sowie Biofilmen<br />

in der Lebensmittelindustrie. Nach den<br />

Vorträgen fanden rege Diskussionen zu<br />

den jeweiligen Themen statt, in denen sich<br />

die Nachwuchswissenschaftler:innen interdisziplinär<br />

austauschten. Am Abend erkundete<br />

die Gruppe gemeinsam die Gegend,<br />

bevor das Abendessen stattfand. Der<br />

Austausch war geprägt durch einen offenen<br />

Umgang unter den Teilnehmenden,<br />

der Raum für fachliche und persönliche<br />

Kontakte schuf.<br />

Es folgten am zweiten Tag Vorträge zu<br />

„Pathogen Stress/Matrix Interaction“. Es<br />

wurde auf die Toxinbildung von Staphylococcus<br />

aureus in Lebensmitteln, das Wachstum<br />

von Listeria monocytogenes in Fleisch,<br />

und den Einfluss von Nanocoating auf Kontaktoberflächen<br />

auf das Wachstum von<br />

Salmonella enteritidis und Escherichia coli<br />

eingegangen. In einer zweiten Session zu<br />

„Antimicrobial Compounds“ wurden die<br />

Herausforderungen beim Entdecken neuer<br />

Wirkstoffe, Bakteriocine aus Clostridium estertheticum,<br />

und der Einfluss von Lactoferrin<br />

auf Bacillus cereus beleuchtet. In der letzten<br />

Session standen Vorträge zu Themen<br />

wie Training von Sensorik-Panellisten, Lebensmittelketteninformationen<br />

bei Hähnchen,<br />

Notschlachtungen, Mikrobiom von<br />

Fleisch-Ersatzprodukten, und Mikrobiom<br />

bei Wiederkäuern im Zentrum. Die angeregten<br />

fachlichen Diskussionen zeigten die<br />

Vorteile des interdisziplinären Austausches.<br />

Nebst lebhaften Fachdiskussionen bot die<br />

gemütliche Atmosphäre am See die ideale<br />

Kulisse für ein Networking. Ein Besuch der<br />

Emmi Kaltbachhöhlen am Abend des zweiten<br />

Tages rundete den Anlass ab.<br />

Während der regen Gespräche und auch<br />

basierend auf den Rückmeldungen wurde<br />

deutlich, dass diese Plattform einer Summer<br />

School unbedingt weitergeführt werden<br />

sollte, um sich im Fachbereich über die<br />

Gruppen hinweg wissenschaftlich auszutauschen<br />

und auch anderen jungen Nachwuchswissenschaftler:innen<br />

in Zukunft<br />

eine Möglichkeit zu bieten, sich und ihre<br />

Arbeitsgebiete vorstellen zu können. Ein<br />

ideales grenzübergreifendes Nachwuchs<br />

Förderungstool! Um dieses tolle Format zu<br />

unterstützen, hat die <strong>DVG</strong> einen finanziellen<br />

Beitrag für die Vet Food Science Summer<br />

School 2<strong>02</strong>2 geleistet.<br />

Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene,<br />

Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich<br />

Fotos: Institut für Lebensmittelsicherheit<br />

und -hygiene, Vetsuisse-Fakultät Universität<br />

Zürich<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 49


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

FACHGRUPPE „TIERSCHUTZ“<br />

Tierschutztagung 2<strong>02</strong>3<br />

Wie gerecht ist Tierschutzrecht –<br />

Thema der Tierschutztagung 2<strong>02</strong>3.<br />

Foto: moirebollar, pixabay.com<br />

Vom 16. bis 18. März 2<strong>02</strong>3 findet die 28.<br />

Internationale Fachtagung zum Thema<br />

Tierschutz statt – geplant ist nach zwei<br />

pandemiebedingten Onlinetagungen<br />

diesmal wieder eine Präsenztagung in<br />

München. Das Thema lautet: „Wo (k)ein<br />

Kläger, da kein Richter“ – Wie gerecht ist<br />

Tierschutzrecht?<br />

Das Deutsche Tierschutzgesetz basiert<br />

auf der Mitverantwortung des Menschen<br />

für das in seiner Obhut befindliche Lebewesen.<br />

Das Gesetz soll diesen ethischen<br />

Anspruch mit wirtschaftlichen und wissenschaftlichen<br />

Interessen in Einklang<br />

bringen und dabei den Tierschutz, auch<br />

durch strafrechtlichen Schutz, sicherstellen.<br />

Alle Tierhalterinnen und Tierhalter in<br />

Deutschland sind verpflichtet, die geltenden<br />

Tierschutzbestimmungen einzuhalten.<br />

Doch immer wieder berichten die Medien<br />

über gravierende Tierschutz-Verstöße.<br />

Es stellt sich die Frage, ob die Probleme<br />

in der Tierhaltung tatsächlich so gravierend<br />

sind, ob Handlungen und Unterlassungen<br />

gegen Tiere in der Tierhaltung oftmals<br />

als etwas Hinzunehmendes verstanden<br />

werden, oder handelt es sich dabei um<br />

Einzelfälle?<br />

Organisatoren der Münchner Tierschutztagung<br />

sind die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Tierschutz“ und der Lehrstuhl für Tierschutz,<br />

Verhaltenskunde, Tierhygiene und<br />

Tierhaltung der Ludwig-Maximilians-Universität<br />

München.<br />

Weitere Informationen und Anmeldung:<br />

q www.dvg.de, Tagungen, Termine •<br />

TIERÄRZTLICHE PLATTFORM TIERSCHUTZ<br />

4. Jahrestagung der TPT: Tierschutz und Lebensmittelsicherheit am<br />

Schlachthof – Was muss sich ändern?<br />

Im Zusammenhang mit immer wieder<br />

auftretenden Tierschutzverstößen in<br />

Schlachtbetrieben ist oft auch Kritik an der<br />

Arbeit der dort tätigen Tierärztinnen und<br />

Tierärzte geübt worden. Dies hat die beiden<br />

Ausschüsse der Bundestierärztekammer<br />

(BTK) für Lebensmittel-, Fleisch- und<br />

Milchhygiene sowie für Tierschutz veranlasst,<br />

eine Erhebung zum Status quo der<br />

Arbeitssituation von Tierärztinnen und<br />

Tierärzten, die in der amtlichen Schlachttier-<br />

und Fleischuntersuchung tätig sind,<br />

durchzuführen.<br />

Diese Ausgangssituation und die Ergebnisse<br />

der nun abgeschlossenen Erhebungen<br />

zugrunde legend, richtete die Tierärztliche<br />

Plattform Tierschutz (TPT) ihre 4.<br />

Tagung „Tierschutz und Lebensmittelsicherheit<br />

am Schlachthof – Was muss sich<br />

ändern?“ im ParkHotel Kolpinghaus Fulda<br />

am 24. und 25.06.2<strong>02</strong>2 als Hybridveranstaltung<br />

aus. In Fulda und zu Hause an den<br />

Bildschirmen nahmen insgesamt etwa<br />

130 Kolleginnen und Kollegen teil.<br />

Auf der Tagung im Juni wurden die auf<br />

einem vorbereitenden Workshop im April<br />

2<strong>02</strong>2 in fünf Arbeitskreisen erarbeiteten<br />

Ergebnisse zu Beginn vorgestellt und skizzierten<br />

Handlungsbedarf in den Bereichen<br />

Vergütung / Tarifvertrag, Einbindung der<br />

amtlichen Tierärztinnen und Tierärzte in<br />

die Veterinärbehörden, Qualifikation, Rahmenbedingungen<br />

sowie Organisationsstrukturen.<br />

Aus den Ergebnissen des Workshops<br />

lassen sich komprimiert folgende Forderungen<br />

ableiten:<br />

• Optimierungsbedarf bei der Einbindung<br />

der amtlichen Tierärztinnen und<br />

Tierärzte in die Veterinärämter.<br />

• Einheitliche, standardisierte Einarbeitung;<br />

besseres Angebot für Fort- und<br />

Weiterbildung; Etablierung einer Zusatzqualifikation.<br />

• Interdisziplinäre Verzahnung bereits<br />

während der Ausbildung.<br />

• Klarstellung von Verantwortlichkeiten.<br />

• Wirksamkeitsüberprüfung: Sind Abläufe<br />

geeignet, führen angeordnete Maßnahmen<br />

zum Ziel (behördeninterne Audits,<br />

wirksame Fachaufsicht)?<br />

• Kommunikation: Regelmäßiges Feedback<br />

amtlicher Tierarzt / amtliche Tierärztin<br />

– Veterinäramt.<br />

• Gute Rahmenbedingungen schaffen: Zulassungspflicht<br />

für Schlacht- und Betäubungsanlagen,<br />

Handbuch „Schlachten“<br />

verpflichtend einsetzen, Unterstützung<br />

durch intelligente Überwachungssysteme<br />

(KI).<br />

• Alle relevanten Verstöße ordnungsrechtlich<br />

verfolgen und die beteiligten Behördenmitarbeiter<br />

kontinuierlich informieren.<br />

• Tarifvertrag Fleischuntersuchung (TV-<br />

Fleisch) ändern, um die Bezahlung an<br />

50<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

die heutigen Arbeitsrealitäten anzupassen.<br />

Aufschlussreichen Präsentationen gaben<br />

u. a. Dr. Nadine Sudhaus-Jörn (Stiftung Tierärztliche<br />

Hochschule Hannover) zu einer<br />

von der BTK initiierten Umfrage unter amtlichen<br />

Tierärztinnen und Tierärzten, Dr. Silvia<br />

Stritzl-Bomke (Arbeitsgruppe „Fleisch- und<br />

Geflügelfleischhygiene und fachspezifische<br />

Fragen von Lebensmitteln tierischer Herkunft<br />

(AFFL)“ der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz)<br />

zur ungenügenden Wirksamkeit<br />

der amtlichen Kontrollen, Dr. Maria<br />

Dayen (TPT) zum „Leitfaden zur Qualifikation<br />

der amtlichen Tierärzte“, Stephanie Schneidewind<br />

(Freie Universität Berlin) zu dem Projekt<br />

„Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zur<br />

Bekämpfung von Tierschutzverstößen am<br />

Schlachthof (EMaTiSch)“, Dr. Constanze Erl-<br />

Hönig (Veterinäramt Weiden) und Dr. Christina<br />

Bertram (Bundesverband praktizierender<br />

Tierärzte, bpt) zur Thematik aus Sicht einer<br />

Amtstierärztin bzw. einer praktizierenden<br />

Tierärztin und Dr. Martin Hartmann, BTK-<br />

Vizepräsident, zur Änderung des Tarifvertrags<br />

Fleischuntersuchung.<br />

Einen wichtigen Einblick gab zudem<br />

der Bericht der Absolventinnen Aimee Lieberum,<br />

Tamara Krüger und Miriam Ebert<br />

zur Berufsperspektive. Sehr positiv und<br />

ermutigend für den Berufsstand ist die<br />

Feststellung, dass bei den Studierenden<br />

durchaus Interesse an einer Tätigkeit in<br />

der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung<br />

besteht. Entscheidenden<br />

Einfluss hat das sogenannte „Schlachthofpraktikum“,<br />

wie erste Ergebnisse einer<br />

Umfrage unter Studierenden zeigen. Die<br />

Umfrage zeigte hier auch, dass Druckausübung<br />

und verbale bis hin zu sexualisierter<br />

Gewalt vorkommen.<br />

In einer äußerst lebhaften Fishbowl-<br />

Diskussion unter der Moderation von Dr.<br />

Christine Bothmann (BbT) ließen Dr. Kai<br />

Braunmiller (Veterinäramt Bayreuth), Prof.<br />

Dr. Melanie Hamann (Justus-Liebig-Universität<br />

Gießen), Dr. Michael Bucher<br />

Die Diskussion im Fishbowl.<br />

(Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser),<br />

Dr. Jörg Rieper (Praktiker) und Dr. Ruth<br />

Schünemann (BTK) unter reger Beteiligung<br />

der Teilnehmerinnen und Teilnehmer das<br />

Vorgetragene Revue passieren, tauschten<br />

Ideen aus und gaben Impulse, wie die anstehenden<br />

Herausforderungen bewältigt<br />

werden können. Zusammenfassend lassen<br />

sich daraus folgende Anregungen/Problemstellungen/Forderungen<br />

ableiten:<br />

Tarifvertrag<br />

• Die Möglichkeit einer Vergütung nach<br />

TV-Fleisch sollte erhalten bleiben.<br />

• Bedingungen des TV-Fleisch müssen<br />

amtlichen Tierärzt:innen bei der Einstellung<br />

besser erklärt werden (Stückvergütung<br />

nur für bestimmte Tätigkeiten).<br />

• Folgende Änderungen sind am TV-<br />

Fleisch erforderlich: Vergütung von<br />

Fahrzeiten, Vergütung fachlich erforderlicher<br />

Fortbildung, Lohnfortzahlung<br />

bei Betriebsschließungen, Klarstellung<br />

der Vergütung von Tierschutz- und Hygieneüberwachung.<br />

Schlachthofpraktikum<br />

• Studierende müssen auf belastende Situationen<br />

im Rahmen des Praktikums<br />

vorbereitet werden (Töten von Tieren –<br />

ggf. selbst dabei „mit anpacken müssen“),<br />

emotionale Begleitung und Supervision<br />

während und nach dem Praktikum<br />

sind erforderlich.<br />

• Ein „Gerüst-Handout“, erstellt von Studierenden<br />

für Studierende, könnte helfen,<br />

besser vorbereitet in das Praktikum<br />

hineinzugehen.<br />

• Druck / verbale bis hin zu sexualisierter<br />

Gewalt: Vertrauenswürdige Ansprechpartner:innen<br />

scheinen zu fehlen. Hier<br />

müssen Strukturen geschaffen werden,<br />

Die TPT<br />

Die „Tierärztliche Plattform Tierschutz“ (TPT) soll den konstruktiven Dialog zur ethischen<br />

Verantwortung des Menschen für das Tier zwischen den Akteuren fördern und<br />

vermittelnd wirken. Dazu sollen breite Kreise der Gesellschaft und themenverwandter<br />

natur- und geisteswissenschaftlicher Disziplinen mit einbezogen werden. Die<br />

„Tierärztliche Plattform Tierschutz“ wird von den nachfolgend aufgeführten Verbänden<br />

und Organisationen getragen:<br />

• Bundestierärztekammer e. V.<br />

• Bundesverband der beamteten Tierärzte e.V.<br />

• Bundesverband praktizierender Tierärzte e. V.<br />

• Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e. V.<br />

• Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 51


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

Miriam Ebert (links) und Tamara Krüger bei ihrer<br />

Präsentation.<br />

damit Studierende sich trauen, entsprechende<br />

Vorfälle an die Bildungsstätten<br />

und/oder die zuständige Behörde<br />

zu melden.<br />

• Sexuelle Belästigung und sexualisierte<br />

Gewalt im Rahmen des Schlachthofpraktikums<br />

müssen bei den Verantwortlichen<br />

thematisiert werden<br />

(zuständige Behörden, Schlachthofbetreiber)<br />

q auch eine Aufgabe für die<br />

Berufsverbände?!<br />

• Betreuung während des Praktikums ist<br />

der Schlüssel für die Motivation des<br />

potentiellen Nachwuchses – die dafür<br />

notwendigen Ressourcen (Zeit!) müssen<br />

anerkannt und zur Verfügung gestellt/geschaffen<br />

werden. Investition in<br />

die Praktikumsbetreuung bedeutet Investition<br />

in den Erhalt der tierärztlichen<br />

Schlachttier- und Fleischuntersuchung<br />

und damit in den gesundheitlichen Verbraucherschutz.<br />

• Fehlende Praktikumsplätze: Eine leicht<br />

zugängliche Datenbank, in der Behörden,<br />

die ein Schlachthofpraktikum anbieten<br />

können, gelistet sind, wäre eine große<br />

Hilfe.<br />

• Die Verordnung zur Approbation von<br />

Tierärztinnen und Tierärzten (TAppV) ist<br />

dahingehend zu ändern, dass es mehr<br />

Möglichkeiten gibt, Praktika abzuleisten<br />

(Anerkennung von Teil-Praktika im<br />

Schlachtbetrieb, Teile des Praktikums<br />

Das Organisationsteam (v.l.n.r.): Prof. Dr. Frerk Feldhusen, Dr. Ruth Schünemann, Dr. Maria Dayen,<br />

Dr. Andreas Franzky, Dr. Marion Selig, Prof. Dr. Thomas Blaha, Dr. Christine Bothmann und Dr. Martin<br />

Hartmann.<br />

unter der Betreuung durch nebenamtliche<br />

Tierärzt:innen außerhalb großer<br />

Schlachtstätten).<br />

• „Wünsch Dir was“: Einrichtung eines<br />

zentralen Lehrschlachthofs.<br />

Qualifikation<br />

• Standardisierte Einarbeitung ist erforderlich.<br />

• Eigene spezifische Fortbildungsveranstaltungen<br />

sollen angeboten werden,<br />

auch, um die Wahrnehmung der Tätigkeit<br />

zu erhöhen, den Austausch zu fördern<br />

und Wertschätzung zu vermitteln.<br />

• Schaffung einer Zusatzqualifikation<br />

„Amtlicher Tierarzt / amtliche Tierärztin<br />

in der Schlachttier- und Fleischuntersuchung“.<br />

Einbindung ins Veterinäramt<br />

• Ein fester Ansprechpartner / eine feste<br />

Ansprechpartnerin für die amtlichen<br />

Tierärzt:innen in der Behörde ist erforderlich.<br />

• Die „technische“ Einbindung (E-Mail-<br />

Adresse, zur Verfügung stellen von<br />

Dienstkleidung etc.) ist umzusetzen.<br />

• Regelmäßige Dienstbesprechungen,<br />

Feedbackgespräche sind nötig.<br />

• Unterstützung in herausfordernden Situationen<br />

ist zu leisten.<br />

• Gegenseitige Wertschätzung ist absolut<br />

wichtig.<br />

„Mental health“<br />

• Aufgaben der Führungskräfte: Sind diese<br />

ausreichend qualifiziert, mit den<br />

spezifischen Anforderungen adäquat<br />

umzugehen?<br />

• Druck/Gewalt (verbal, körperlich, sexualisiert):<br />

Gibt es Strategien in der Behörde,<br />

wie damit umgegangen wird<br />

(Ansprechpartner:in, Reaktion der Vorgesetzten,<br />

Meldung, Strafverfolgung,<br />

Öffentlichkeit)?<br />

• Werden Deeskalations- und Kommunikationstrainings<br />

angeboten?<br />

• Wird Supervision angeboten?<br />

• Was tun, wenn Druck von den eigenen<br />

Vorgesetzten ausgeübt wird?<br />

Es gibt also viel zu tun, der Handlungsbedarf<br />

ist identifiziert. Die sehr gelungene<br />

und von vielen Teilnehmer:innen gelobte<br />

Veranstaltung stellt den Beginn eines Prozesses<br />

dar, den alle Beteiligten nun gemeinsam<br />

gestalten müssen.<br />

Prof. Dr. Thomas Blaha<br />

Koordinator der TPT<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

(Der Artikel wurde aus Platzgründen gekürzt;<br />

die vollständige Version ist im<br />

Deutschen Tierärzteblatt 9/2<strong>02</strong>2 abgedruckt.)<br />

•<br />

52<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

TIERSCHUTZ<br />

Tierschutzpreis der Forster-Steinberg Stiftung<br />

Vier Wissenschaftler:innen der Tierärztlichen<br />

Fakultät der Ludwig-Maximilians-<br />

Universität München wurden am 25. Mai<br />

2<strong>02</strong>2 mit dem Tierschutzpreis der Forster-<br />

Steinberg Stiftung 2<strong>02</strong>1 ausgezeichnet.<br />

Die Kuratorin der Stiftung Prof. Dr. Petra<br />

Winter und der Kuratorinstellvertreter Prof.<br />

Dr. Reinhard K. Straubinger, Ph.D., überreichten<br />

die Preise an der Vetmeduni Wien<br />

in Anwesenheit des Vorstandsvorsitzenden<br />

der Stiftung, Mag. Christian Mathes.<br />

Prof. Dr. Andreas Parzefall vom Institut<br />

für Tierpathologie erhielt den Preis für<br />

sein Projekt „Smartes Biobanking“ zur<br />

nachhaltigen Verringerung der Anzahl an<br />

Schweinen, die als Versuchstiere verwendet<br />

werden.<br />

PD Dr. Dorothea Döring vom Lehrstuhl<br />

für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene<br />

und Tierhaltung erhielt den Preis für<br />

ihr Projekt „Gentling“ zur Entwicklung<br />

eines praxistauglichen Verfahrens zur Sozialisierung<br />

von Laborratten.<br />

Regina Miller vom Lehrstuhl für Tierschutz,<br />

Verhaltenskunde, Tierhygiene und<br />

Tierhaltung wurde der Preis für ihr Projekt<br />

„Ohrsender“ verliehen, bei dem Daten zu<br />

naturnah in einem Waldgebiet gehaltenen<br />

Mastschweinen erhoben werden sollen.<br />

Prof. Dr. Anna May von der Klinik für<br />

Pferde erhielt den Preis für ein Kooperationsprojekt<br />

gemeinsam mit Dr. Silvio Kau<br />

(Wien) zur Erstellung eines dynamischen<br />

Ultraschallmodells der Brust- und Bauchorgane<br />

des Pferdes.<br />

PD Dr. Dorothea Döring (Mitte), engagiertes<br />

<strong>DVG</strong>-Mitglied und stellv. Leiterin der Fachgruppe<br />

„Verhaltensmedizin und Bissprävention“, wurde<br />

von Prof. Dr. Petra Winter und Prof. Dr. Reinhard<br />

K. Straubinger ausgezeichnet. Foto: Forster<br />

Steinberg Stiftung<br />

https://forstersteinbergstiftung.at/preis​<br />

trager-innen-forster-steinberg-2<strong>02</strong>1/ •<br />

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<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 53


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

legt die Fachgruppe auch großen Wert auf<br />

die Förderung des wissenschaftlichen<br />

Nachwuchses und bietet den jungen Kolleginnen<br />

und Kollegen vielfältige Möglichkeiten,<br />

ihre wissenschaftlichen Projekte<br />

vorzustellen und zu diskutieren.<br />

Foto: ChiemSeherin, pixabay.com<br />

Fachgruppe „Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele“<br />

In jeder Ausgabe des<br />

<strong>DVG</strong>-Forums wird in der<br />

Rubrik „Fachgruppe im<br />

Fokus“ eine Fachgruppe,<br />

ein Arbeitsgebiet oder<br />

eine andere Gruppierung innerhalb der <strong>DVG</strong><br />

vorgestellt. So können sich auch <strong>DVG</strong>-Mitglieder,<br />

die dieser Fachgruppe (noch) nicht<br />

angehören, über deren Entstehung, Entwicklung,<br />

Tagungen und Aktivitäten informieren.<br />

Diesmal wird die Fachgruppe „Kleine<br />

Wiederkäuer und Neuweltkamele“ näher<br />

betrachtet.<br />

Die Ausweitung des fachlichen Fokus auf die<br />

Neuweltkamele wurde 2<strong>02</strong>1 auch im Fachgruppennamen<br />

sichtbar. Foto: Dr. Regina Hannemann<br />

Struktur der Fachgruppe<br />

Die Fachgruppe hat 218 Mitglieder, davon<br />

haben 93 die Fachgruppe als Hauptfachgruppe<br />

mit Stimmrecht gewählt (Stand:<br />

November 2<strong>02</strong>2). Leiterin ist derzeit Dr. Regina<br />

Hannemann (Euskirchen). Sie wird<br />

vom 1. Stellvertreter, Dr. Henrik Wagner<br />

(Gießen) und der 2. Stellvertreterin Dr. Katja<br />

Voigt (Oberschleißheim) unterstützt.<br />

Kleine Fachgruppe mit großem<br />

Spektrum<br />

Die Fachgruppe für kleine Wiederkäuer<br />

und Neuweltkamele legt ihren Fokus auf<br />

die minor species Schaf, Ziege, Lama und<br />

Alpaka und deckt bei diesen Tierarten eine<br />

sehr große Themenvielfalt in den Bereichen<br />

Krankheiten, Diagnostik, Tierernährung<br />

sowie Tierhaltung und Tierschutz ab.<br />

So divers wie diese Themengebiete<br />

sind, sind auch die Mitglieder der Fachgruppe:<br />

Kolleginnen und Kollegen aus Wissenschaft<br />

und Forschung, aus der kurativen<br />

Praxis, den Tiergesundheitsdiensten<br />

der Länder, dem öffentlichen Veterinärwesen,<br />

der Industrie und der Landeslabore.<br />

Der interdisziplinäre Austausch und die<br />

praxisnahen Diskussionen zwischen den<br />

Mitgliedern sind der Fachgruppe dabei ein<br />

besonderes Anliegen. In diesem Kontext<br />

Die Wurzeln der Fachgruppe<br />

Die Wurzeln der Fachgruppe reichen bis in<br />

das Jahr 1974 zurück. Im Dezember dieses<br />

Jahres entschied der damalige <strong>DVG</strong>-Vorstand,<br />

eine Fachgruppe „Schafkrankheiten“<br />

zu gründen. Prof. Dr. Heinrich Behrens, zu<br />

dieser Zeit Direktor des Tiergesundheitsamtes<br />

der Landwirtschaftskammer Hannover<br />

sowie außerplanmäßiger Professor der<br />

Tierärztlichen Hochschule Hannover, wurde<br />

mit der Gründung sowie der Leitung der<br />

Fachgruppe beauftragt. Der <strong>DVG</strong>-Rundbrief<br />

(Vorläufer des <strong>DVG</strong>-Forums) verkündete bereits<br />

im Januar 1975 die erfolgte Gründung.<br />

Die Fachgruppe wurde dem Arbeitsgebiet<br />

„Klinische Veterinärmedizin“ zugeordnet.<br />

Im April 1975 benannte der Vorstand auf<br />

Vorschlag von Prof. Behrens als Stellvertreter<br />

Dr. Kurt Zettl, Direktor des Veterinäruntersuchungsamts<br />

Kassel. 1987 erfolgte<br />

die Erweiterung um die Ziegenkrankheiten<br />

und die Umbenennung der Fachgruppe in<br />

„Krankheiten kleiner Wiederkäuer“.<br />

Die Fachgruppenleitung (v.l.n.r.): Dr. Katja Voigt,<br />

Dr. Regina Hannemann und Dr. Henrik Wagner<br />

auf der Fachgruppentagung 2<strong>02</strong>2 siehe Seite 80.<br />

in Triesdorf: Foto: <strong>DVG</strong><br />

54<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Tagung der Fachgruppe 2014 in Weimar. Foto: Dr. Udo Moog<br />

Das Alte Reithaus in Triesdorf war 2015 und<br />

2<strong>02</strong>2 Tagungsort der Fachgruppentagung.<br />

Foto: <strong>DVG</strong><br />

Ausweitung des fachlichen Fokus<br />

Eine aktuelle und wesentliche Entwicklung<br />

innerhalb der Fachgruppe ist die Ausweitung<br />

ihres fachlichen Fokus über Schafe<br />

und Ziegen hinaus auch auf Lamas und<br />

Alpakas. Zwar waren Neuweltkamele in<br />

der Geschäftsordnung der Fachgruppe bereits<br />

seit 2010 verankert, aber erst auf der<br />

Fachgruppenversammlung 2<strong>02</strong>1 wurde<br />

durch Abstimmung der Hauptfachgruppenmitglieder<br />

der Name um „Neuweltkamele“<br />

erweitert, was die Delegierten der<br />

<strong>DVG</strong> auf ihrer Versammlung am 18.11.2<strong>02</strong>1<br />

einstimmig befürworteten. Mit der Umbenennung<br />

verfolgen die Fachgruppenmitglieder,<br />

dem Ziel der schon seit langem<br />

mit im Fokus stehenden Tierarten nach<br />

außen deutlicher Rechnung zu tragen.<br />

Hintergrund dieser Entwicklung ist die in<br />

den letzten Jahren stetig wachsende Zahl<br />

an in Deutschland gehaltenen Neuweltkamelen<br />

und die damit verbundene steigende<br />

Zahl an Tierarztkonsultationen. Neuweltkamele<br />

werden, beispielsweise an den<br />

Universitätskliniken, häufig von Expertinnen<br />

und Experten für kleine Wiederkäuer<br />

behandelt. Die immer ausdifferenziertere<br />

Expertise der Fachgruppe zeigt sich auch<br />

in ihren Tagungsprogrammen. Neben den<br />

Tierarten Schaf und Ziege sind mittlerweile<br />

Vortragsblöcke mit Themen rund um<br />

Neuweltkamele, in denen national und<br />

international erfahrene Fachexpertinnen<br />

und Fachexperten aktuelle Gesundheitsthemen<br />

vorstellen, fest etabliert.<br />

Jährliche Tagungen<br />

Ein besonderes Merkmal der Fachgruppe<br />

sind die jährlichen Fachtagungen, die gezielt<br />

an wechselnden Orten stattfinden.<br />

Über die Jahre hat sich auch die Teilnahme<br />

von Kolleginnen und Kollegen aus der<br />

Schweiz und Österreich fest etabliert, und<br />

so wurde erstmalig 2018 die Fachgruppentagung<br />

in der Schweiz abgehalten. Ein<br />

Tagung der Fachgruppe 2015 in Triesdorf. Foto: <strong>DVG</strong> Dr. Heinz Strobel, Fachgruppenleiter von 2014<br />

bis 2016, verstarb plötzlich und unerwartet im<br />

Oktober 2<strong>02</strong>2. Foto: <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 55


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Tagung der Fachgruppe 2016 in Freiburg i. Br. Foto: <strong>DVG</strong><br />

Tagung der Fachgruppe 2017 in Dessau/Roßlau, OT Brambach. Foto: <strong>DVG</strong><br />

stets fest eingeplanter Programmpunkt<br />

auf den Tagungen sind informative Besuche<br />

von Schaf- und Ziegenbeständen in<br />

der näheren Umgebung des Veranstaltungsortes.<br />

Die Führungen durch die Betriebe<br />

bieten die Möglichkeit, praxisnah<br />

unterschiedliche Haltungs- und Managementsysteme<br />

und ihre regionalen Besonderheiten<br />

zu besichtigen und auch mit den<br />

Betriebsinhaberinnen und -inhabern zu<br />

diskutieren. Zusätzlich ergibt sich die Gelegenheit,<br />

Gespräche und Diskussionen<br />

aus der Tagung fortzuführen. Im Anschluss<br />

findet häufig eine Verköstigung betriebseigener<br />

Produkte in ungezwungener Umgebung<br />

statt, um das gegenseitige Kennenlernen<br />

und die Vernetzung, vor allem<br />

auch mit neuen Fachgruppenmitgliedern<br />

oder interessierten Nicht-Mitgliedern zu<br />

fördern. Junge Kolleginnen und Kollegen,<br />

Gäste und Interessierte aus anderen Fachbereichen<br />

sind stets willkommen, und der<br />

Besuch der Fachtagungen bietet aufgrund<br />

des Tagungskonzepts einen niedrigschwelligen<br />

Zugang in die Fachcommunity.<br />

Zu den inhaltlich dominierenden und<br />

immer wiederkehrenden Themen auf den<br />

Fachtagungen zählen insbesondere die<br />

Bekämpfung und Prävention von Infektionskrankheiten.<br />

Dabei spielen vor allem<br />

Parasitosen und das Auftreten von Anthelmintikaresistenzen<br />

sowie „new emerging<br />

diseases“ eine zunehmende Rolle. Weiterhin<br />

stehen Schafe als auch Ziegen immer<br />

wieder im Fokus, zoonotische Infektionserreger<br />

zu übertragen, deshalb werden im<br />

Sinne des One Health-Gedankens interdisziplinäre<br />

Ansätze verfolgt. Auch Aktivitäten<br />

im Bereich Tierschutz sind ein wichtiger<br />

Themenkomplex. Zudem führen Fallberichte<br />

aus der Praxis immer wieder zu<br />

lösungsorientierten Diskussionen auf den<br />

Tagungen und helfen damit anderen Kolleginnen<br />

und Kollegen in der Bestandsbetreuung.<br />

Stellungnahmen und Empfehlungen<br />

Darüber hinaus werden in der Fachgruppe<br />

aktuelle Themen und Entwicklungen bearbeitet<br />

und Stellungnahmen oder Empfehlungen<br />

formuliert, die unter anderem<br />

auf der Homepage der <strong>DVG</strong> veröffentlicht<br />

werden. Denn gerade im Tierschutzbereich<br />

werden in den entsprechenden Gesetzestexten<br />

und verfügbaren Richtlinien die<br />

kleinen Wiederkäuer und auch Neuweltkamele<br />

nur sehr selten direkt berücksichtigt.<br />

So hat die Fachgruppe in den letzten Jahren<br />

die Haltungsempfehlungen für kleine<br />

Wiederkäuer Teil I und II, eine Vorlage zur<br />

Dokumentation der Eigenkontrollen nach<br />

Tierschutzgesetz, Mindestanforderungen<br />

zu bundeseinheitlichen Pseudotuberkulose-Sanierungsprogrammen<br />

sowie eine<br />

bundesweite Erklärung zur Vermeidung<br />

der Schlachtung tragender kleiner Wiederkäuer<br />

erarbeitet. Eine weitere wichtige<br />

Aufgabe sieht die Fachgruppe in der Organisation<br />

und Durchführung von tierärztlichen<br />

Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen.<br />

Tierwohlkompetenzzentrum Schaf<br />

Weiterhin vertritt auch seit kurzem die<br />

Fachgruppenvorsitzende Dr. Regina Hanne-<br />

Tagung der Fachgruppe 2018 in Landquart, Schweiz. Foto: Dr. Karl-Heinz Kaulfuß<br />

56<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

mann die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe im Expertengremium<br />

des Tierwohlkompetenzzentrums<br />

Schaf. Ziel des Projektes ist die Bündelung<br />

von Kompetenzen von Tiergesundheit und<br />

Tierwohl beim Schaf, um damit zukunftsorientierte<br />

Haltungs- sowie Zuchtempfehlungen<br />

für Betriebe zu entwickeln. Das<br />

Vorhaben steht unter der Leitung des Landesbetriebs<br />

Landwirtschaft Hessen und<br />

wird gefördert durch das Bundesministerium<br />

für Ernährung und Landwirtschaft<br />

über die Bundesanstalt für Landwirtschaft<br />

und Ernährung.<br />

Ausblick und nächste Tagung<br />

Zu den aktuellen Themen, die in den kommenden<br />

Monaten bearbeitet werden, gehören<br />

z. B. der Umgang mit der EU (VO)<br />

2<strong>02</strong>0/688 (Tiergesundheitsanforderungen<br />

an Verbringungen von Landtieren und<br />

Bruteiern innerhalb der Union) und den<br />

daraus entstehenden Exportproblemen für<br />

Zuchtziegen und Neuweltkamele, die nationale<br />

Vereinheitlichung der CAE- und<br />

Maedi/Visna-Richtlinien, oder auch die Erarbeitung<br />

eines praxisorientierten Leitfadens<br />

zur Bestandsbetreuung von Schafund<br />

Ziegenbeständen für Praktikerinnen<br />

und Praktiker, die kleine Wiederkäuer nur<br />

gelegentlich betreuen. Hierzu bilden sich<br />

in der Fachgruppe aktuell kleine, interdisziplinäre<br />

Arbeitsgruppen, um Empfehlungen<br />

oder Leitfäden zu erarbeiten.<br />

Vorsitzende der Fachgruppe<br />

Datum Leiter/in Stellvertreter/in<br />

1975 Prof. Dr. Heinrich Behrens, Hannover Dr. Kurt Zettl, Kassel<br />

1986 Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Bostedt, Gießen Dr. Kurt Zettl, Kassel<br />

17.07.1991 Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Bostedt, Gießen Dr. Roland Lippmann, Leipzig<br />

Dr. Günter Matschullat, Hannover<br />

06.07.1994 Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Bostedt, Gießen Dr. Helmut Worbes, Gotha<br />

Dr. Günter Matschullat, Hannover<br />

1997 Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Bostedt, Gießen Dr. Helmut Worbes, Gotha<br />

Prof. Dr. Martin Ganter, Hannover<br />

12.05.2000 Prof. Dr. Axel Sobiraj, Leipzig Prof. Dr. Martin Ganter, Hannover<br />

Dr. Helmut Worbes, Gotha<br />

05.07.2007 Prof. Dr. Martin Ganter, Hannover<br />

18.11.2010 Prof. Dr. Martin Ganter, Hannover Dr. Dieter Spengler, Kirchzarten<br />

Dr. Katja Voigt, Oberschleißheim<br />

24.05.2012 Dr. Dieter Spengler, Kirchzarten Dr. Heinz Strobel, Stoffenried †<br />

Prof. Dr. Martin Ganter, Hannover<br />

23.05.2014 Dr. Heinz Strobel, Stoffenried † Dr. Karl-Heinz Kaulfuß, Elbingerode<br />

Dr. Dieter Spengler, Kirchzarten<br />

15.06.2016 Dr. Karl-Heinz Kaulfuß, Elbingerode Dr. Katja Voigt, Oberschleißheim<br />

Dr. Heinz Strobel, Stoffenried †<br />

14.06.2018 Dr. Katja Voigt, Oberschleißheim Dr. Regina Hannemann, Tübingen<br />

Dr. Karl-Heinz Kaulfuß, Elbingerode<br />

25.08.2<strong>02</strong>1 Dr. Regina Hannemann, Tübingen Dr. Henrik Wagner, Gießen<br />

Dr. Katja Voigt, Oberschleißheim<br />

† Dr. Heinz Strobel ist leider im Oktober 2<strong>02</strong>2 plötzlich und unerwartet verstorben (siehe Nachruf auf Seite 80)<br />

Die nächste Tagung der Fachgruppe<br />

findet vom 11. bis 13. Oktober 2<strong>02</strong>3 in Gießen<br />

statt. Wir erwarten auch hier wieder<br />

ein breites Fachprogramm mit integrierten<br />

Bestandsbesuchen und ein tolles Rahmenprogramm,<br />

welches zum ausgiebigen<br />

persönlichen Austausch einlädt. Interessierte<br />

an der Welt der kleinen Wiederkäuer<br />

und Neuweltkamele sind herzlich willkommen.<br />

Dr. Regina Hannemann<br />

Leiterin der Fachgruppe „Kleine Wiederkäuer<br />

und Neuweltkamele“<br />

Angaben zur Historie der Fachgruppe:<br />

Dr. Marion Selig, <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

•<br />

Tagung der Fachgruppe 2019 im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems. Foto: <strong>DVG</strong><br />

Die Tagung 2<strong>02</strong>1 fand pandemiebedingt online<br />

statt. Foto: <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 57


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Wirksamkeit anthelminthischer Behandlungen bei kleinen Wiederkäuern<br />

in Deutschland<br />

Einleitung<br />

Anthelminthikaresistenzen gefährden zunehmend<br />

die Kleinwiederkäuerhaltung<br />

weltweit. Während Benzimidazolresistenzen<br />

in Deutschland seit längerem bekannt<br />

sind und als weit verbreitet eingeschätzt<br />

werden, ist die Resistenzlage anderer Anthelminthikaklassen<br />

nur wenig untersucht.<br />

Bisherige Studien und Fallberichte<br />

aus Deutschland geben jedoch Hinweise<br />

auf die Existenz von Resistenzen gegen<br />

Avermectine, Moxidectin und Levamisol.<br />

Daten zu Monepantel und Closantel liegen<br />

bislang nicht vor, ebenso wenig wie ein<br />

aktuelles, deutschlandweites Bild bezüglich<br />

des Ausmaßes und der Verbreitung<br />

einer möglichen Unwirksamkeit durchgeführter<br />

Behandlungen gegen Magen-<br />

Darm-Strongyliden kleiner Wiederkäuer. In<br />

dieser deutschlandweit angelegten Studie<br />

sollte daher der Erfolg in der Praxis durchgeführter<br />

anthelminthischer Behandlungen<br />

in vivo mittels Eizahlreduktionstest<br />

untersucht werden.<br />

Material und Methoden<br />

Teilnahmeberechtigt waren schaf- oder<br />

ziegenhaltende Betriebe mit mindestens<br />

15 Tieren aller Altersgruppen, Weidegang<br />

und einer Ausgangs-Eiausscheidung von<br />

>200 Eiern pro Gramm Kot (EpG) in der initialen<br />

Kotuntersuchung. Drei Poolproben<br />

Tabelle 1: Anteil nicht erfolgreicher Behandlungen (Eizahlreduktion


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Abb.1: Eizahlreduktion (FECR) nach 253 Behandlungen in 223 Kleinwiederkäuerherden, und paarweise Vergleiche zwischen den verschiedenen Anthelminthikaklassen;<br />

MOX = Moxidectin; AV = Avermectin, LEV = Levamisol; MOP = Monepantel; BZ = Benzimidazole; CLOS+BZ = Closantel & Mebendazol<br />

(Kombinationspräparat).<br />

Foto: Dr. Regina Hannemann<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 59


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

in manchen Herden verschiedene Tiergruppen<br />

mit unterschiedlichen Anthelminthikaklassen<br />

behandelt wurden, konnten aus<br />

diesen Herden 253 Behandlungen evaluiert<br />

werden. Tabelle 1 gibt einen Überblick über<br />

den Behandlungserfolg, gemessen an einer<br />

Eizahlreduktion von ≥ 95 %, während die<br />

deskriptive Statistik der erhobenen Eizahlreduktionswerte<br />

in Tabelle 2 zusammengefasst<br />

ist.<br />

Unterschiede in der erzielten Eizahlreduktion<br />

waren zwischen den verschiedenen<br />

Anthelminthikaklassen bei Schafen<br />

hochsignifikant (p < 0.001). Benzimidazole<br />

zeigten die schlechteste Wirksamkeit,<br />

gefolgt von Moxidectin. Auch die beobachtete<br />

Wirksamkeit durchgeführter Avermectinbehandlungen<br />

war sehr schlecht,<br />

allerdings aufgrund der geringen Anzahl<br />

Herden, die diese Produkte verwendeten,<br />

statistisch nicht zuverlässig zu evaluieren.<br />

Bei Ziegen konnte aufgrund der geringen<br />

Fallzahlen keine Signifikanz gezeigt werden.<br />

Die erzielte Eizahlreduktion sowie<br />

paarweise Vergleiche zwischen den untersuchten<br />

Anthelminthikaklassen sind für<br />

die beiden Tierarten in Abb. 1 dargestellt.<br />

Unwirksamkeit durchgeführter Behandlungen<br />

war in vielen Fällen (insbesondere<br />

Moxidectin und Benzimidazole) mit<br />

einem selektiven Überleben von Haemonchus<br />

contortus assoziiert, eine signifikante<br />

Reduktion des Anteils an Haemonchuscontortus-Eiern<br />

über alle untersuchten Behandlungen<br />

hinweg wurde nur durch<br />

Closantel & Mebendazol, Monepantel und<br />

Levamisol erreicht. Für alle Anthelminthikaklassen<br />

wurden jedoch auch unwirksame<br />

Behandlungen im Zusammenhang mit<br />

dem Überleben von Nicht-Haemonchus-<br />

Gattungen sowie von Mischpopulationen<br />

beobachtet.<br />

Schlussfolgerungen<br />

Das beobachtete Ausmaß nicht erfolgreicher<br />

Behandlungen ist besorgniserregend<br />

und höchstwahrscheinlich in einer Unwirksamkeit<br />

der verwendeten Präparate<br />

begründet. Unwirksame Behandlungen<br />

wurden für verschiedene Nematodengattungen<br />

und für alle Anthelminthikaklassen<br />

beobachtet, einschließlich des jüngsten<br />

zugelassenen Wirkstoffs, Monepantel.<br />

Literatur<br />

Voigt K, Geiger M, Jäger MC, Knubben-Schweizer<br />

G, Strube C, Zablotski Y (2<strong>02</strong>2): Effectiveness of<br />

anthelmintic treatments in small ruminants in<br />

Germany. Animals 2<strong>02</strong>2, 12, 1501. DOI: 10.3390/<br />

ani12121501<br />

Dr. Katja Voigt<br />

Maximilian Geiger<br />

Yury Zablotski, PhD<br />

Prof. Dr. Gabriela Knubben-Schweizer<br />

Klinik für Wiederkäuer mit Ambulanz und<br />

Bestandsbetreuung, Ludwig Maximilians-<br />

Universität München<br />

Dr. Miriam Carmen Jäger<br />

Labor ParaDocs, Veterinär-biologische Spezialdiagnostik,<br />

Ismaning<br />

Prof. Dr. Christina Strube<br />

Institut für Parasitologie, Zentrum für Infektionsmedizin,<br />

Stiftung Tierärztliche Hochschule<br />

Hannover<br />

•<br />

Unterschiede hinsichtlich metabolischer Parameter und der Milchleistung<br />

zwischen Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis (MAP) -positiven<br />

Ziegen und ihren MAP-unverdächtigen Stallgefährten<br />

Die Paratuberkulose, ausgelöst durch eine<br />

Infektion mit Mycobacterium avium subspecies<br />

paratuberculosis (MAP), ist eine<br />

weltweit verbreitete Erkrankung bei Wiederkäuern.<br />

Chronisch-progressive granulomatöse<br />

Veränderungen im Intestinaltrakt<br />

führen zu einer Verdickung der Darmschleimhaut<br />

und dadurch zu einer verschlechterten<br />

Nährstoffresorption. Nach<br />

einer teilweise mehrjährigen subklinischen<br />

Phase werden charakteristische<br />

Symptome wie Abmagerung bei erhaltener<br />

Futteraufnahme und, bei Rindern und Ziegen,<br />

eine therapieresistente Diarrhoe beobachtet.<br />

Dies kann mit einem Rückgang<br />

der Milchleistung und einer verminderten<br />

Konzeptionsrate verbunden sein.<br />

Die pathophysiologischen Zusammenhänge,<br />

die zu den typischen Symptomen<br />

der Paratuberkulose führen, sind<br />

noch weitestgehend unbekannt. Die Auswirkungen<br />

einer MAP-Infektion auf den<br />

Stoffwechsel der Tiere wurden bisher nur<br />

in wenigen Studien, vorwiegend bei klinisch<br />

erkrankten Rindern, untersucht. Viele<br />

Studien beschränkten sich hierbei nur<br />

auf eine geringe Anzahl an Parametern. In<br />

einer Studie in einem großen ökologisch<br />

bewirtschafteten Milchziegenbetrieb mit<br />

ca. 350 laktierenden Tieren sollten daher<br />

die Auswirkungen einer subklinischen Infektion<br />

mit MAP auf verschiedene Stoffwechselparameter<br />

und die Milchleistung<br />

untersucht werden.<br />

Die Ziegen des Bestandes wurden im<br />

Jahr 2018 erstmals durch kulturelle Kotund<br />

Serum-ELISA-Untersuchungen auf Paratuberkulose<br />

untersucht. Aufgrund einer<br />

hohen Innerherdenprävalenz erfolgte noch<br />

im selben Jahr die Impfung des Gesamtbestandes<br />

mit Gudair (CZ VACCINES). Die betriebseigene<br />

Nachzucht ist in den Folgejahren<br />

ebenfalls immunisiert worden. Für den<br />

Stallgefährtenvergleich wurden Tier-Paare<br />

aus MAP-positiven und unverdächtigen<br />

Ziegen mit identischem Geburtsjahr gebildet.<br />

Als MAP-positiv galten Tiere mit mindestens<br />

einer positiven Kotkultur oder<br />

einem positiven ELISA-Ergebnis aus einer<br />

vor der Impfung entnommenen Serumprobe.<br />

Im Zeitraum eines Jahres wurden zu fünf<br />

60<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Literatur<br />

Das Literaturverzeichnis kann bei der Verfasserin<br />

erfragt werden.<br />

Chris Pickrodt<br />

Dr. Heike Köhler<br />

Friedrich-Loeffler-Institut, Jena<br />

Tanja Gärtner<br />

Dr. Udo Moog<br />

PD Dr. Karsten Donat<br />

Thüringer Tierseuchenkasse, Jena<br />

Dr. Erhard Gernand<br />

Thüringer Landesamt für Landwirtschaft<br />

und Ländlichen Raum, Jena<br />

•<br />

Foto: Ralphs Fotos, pixabay.com<br />

Zeitpunkten im Abstand von jeweils drei<br />

Monaten je Einzeltier eine Blut- und eine<br />

Kotprobe entnommen. Die Kotproben wurden<br />

entsprechend der in der amtlichen Methodensammlung<br />

des Friedrich-Loeffler-Instituts<br />

beschriebenen Methode auf MAP<br />

untersucht. Für die serologische Untersuchung<br />

der Blutproben auf MAP-spezifische<br />

Antikörper wurde der IDEXX Paratuberculosis<br />

Screening Ab Test ELISA verwendet. Das<br />

Blutserum wurde mit Hilfe spektrophotometrischer<br />

Methoden unter Nutzung<br />

eines Analyseautomaten auf die Serumkonzentrationen<br />

von Albumin, anorganischem<br />

Phosphat, Betahydroxybutyrat, Bilirubin,<br />

Calcium, Cholesterin, Eisen, freien<br />

Fettsäuren, Harnstoff, Kreatinin, Magnesium<br />

und Totalprotein sowie die Serumaktivtäten<br />

der alkalischen Phosphatase,<br />

Aspartat-Amino-Transferase, Creatin-Kinase,<br />

Gamma-Glutamyl-Transferase und der<br />

Glutamat-Dehydrogenase untersucht. Der<br />

Globulingehalt im Serum sowie der Albumin-Globulin-Quotient<br />

wurden berechnet.<br />

Daten zur Milchleistung der Einzeltiere<br />

wurden aus den Ergebnissen der monatlichen<br />

Milchleistungsprüfung entnommen.<br />

Die statistische Auswertung hinsichtlich<br />

bestehender Gruppenunterschiede (MAPpositive<br />

vs. unverdächtig; aktuelle positive<br />

Kotprobe vs. negative Kotprobe) erfolgte<br />

mittels varianzanalytischer Methoden.<br />

Die Mittelwerte der untersuchten Parameter<br />

lagen weitestgehend innerhalb der<br />

für die Tierart Ziege publizierten Referenzbereiche.<br />

Nach ersten Datenanalysen deuten<br />

sich Unterschiede zwischen MAP-unverdächtigen<br />

und MAP-positiven Ziegen<br />

hinsichtlich der Konzentrationen von Gesamteiweiß<br />

und der Eiweißfraktionen im<br />

Blutserum an. Die Gruppe ‚MAP-positiv‘<br />

zeigte hierbei signifikant niedrigere Mittelwerte<br />

als die unverdächtigen Stallgefährten.<br />

Darüber hinaus wurden bei aktuell<br />

MAP ausscheidenden Ziegen signifikant<br />

erniedrigte Eisengehalte im Serum<br />

ermittelt.<br />

Damit konnte gezeigt werden, dass<br />

eine MAP-Infektion bei Ziegen bereits im<br />

subklinischen Stadium zu Veränderungen<br />

im Stoffwechsel führt. Inwieweit und ob<br />

alle statistisch ermittelten Gruppenunterschiede<br />

klinisch relevant und von pathophysiologischer<br />

Bedeutung sind, steht jedoch<br />

noch nicht fest. Diese Ergebnisse bilden<br />

damit die Grundlage für ein tieferes<br />

Verständnis der durch die chronischen Veränderungen<br />

im Intestinaltrakt hervorgerufenen<br />

Auswirkungen auf den Stoffwechsel<br />

MAP-infizierter Tiere.<br />

Erscheint in Kürze:<br />

Q-Fieber-Leitfaden<br />

Der Q-Fieber-Leitfaden mit Informationen<br />

und Handlungsempfehlungen zu Infektionen<br />

mit Coxiella burnetii bei Menschen und<br />

Hauswiederkäuern wird in Kürze bei der<br />

<strong>DVG</strong> als gedruckte Version sowie auch als<br />

pdf-Datei erhältlich sein und kann unter<br />

folgendem Link bestellt werden:<br />

https://www.dvg.net/verlagshop/bestellung/<br />

<br />

•<br />

Q-FIEBER-LEITFADEN<br />

Gemeinsam stärker gegen Q-Fieber<br />

Informationen und Handlungsempfehlungen<br />

für das öffentliche Gesundheits- und Veterinärwesen<br />

zu Infektionen mit Coxiella burnetii<br />

bei Menschen und Hauswiederkäuern<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 61


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Persistierende Coxiella burnetii-Infektion bei einer Milchziege<br />

Einleitung<br />

Das gramnegative Bakterium Coxiella (C.)<br />

burnetii ist Erreger der Zoonose Q-Fieber. In<br />

Milchziegenherden verursacht C. burnetii<br />

Aborte und die Geburt von lebensschwachen<br />

Kitzen. Infizierte Tiere scheiden den<br />

Erreger insbesondere über Abort- und Geburtsmaterial,<br />

jedoch auch über Kot und<br />

Milch aus. Menschen infizieren sich durch<br />

die Inhalation von erregerhaltigen Stäuben<br />

und Aerosolen. Eine Infektion durch Konsum<br />

von Rohmilch und Rohmilchprodukten<br />

spielt eine untergeordnete Rolle [1].<br />

Tankmilchproben können für ein Q-Fieber-<br />

Monitoring eingesetzt werden [2]. Nach<br />

einem Q-Fieberausbruch und anschließender<br />

Impfung wird C. burnetii-DNA noch monatelang<br />

in der Tankmilch nachgewiesen<br />

[3]. Hinweise auf einzelne intermittierende<br />

Milchausscheider bei Ziegen liegen vor [4],<br />

jedoch gelang bisher kein direkter Nachweis<br />

von C. burnetii im Eutergewebe.<br />

Material, Methoden und<br />

Ergebnisse<br />

In einem Bestand mit 156 Milchziegen<br />

wurde im Frühjahr 2018 ein akutes Q-Fiebergeschehen<br />

nachgewiesen. Daraufhin<br />

wurden die Ziegen mit einem inaktivierten<br />

C. burnetii Phase-I-Impfstoff (Coxevac ® ,<br />

Ceva, Libourne, Frankreich) grundimmunisiert<br />

und jährlich geboostert. Nach dem<br />

Q-Fieberausbruch wurde immer wieder<br />

C. burnetii-DNA in der monatlichen Tankmilchuntersuchung<br />

(real-time PCR; LSI<br />

VetMAX TM Coxiella burnetii, ThermoFisher<br />

Scientific) detektiert [3]. Daraufhin wurden<br />

an vier Zeitpunkten, mit jeweils 5-monatigem<br />

Abstand, Einzelmilchproben von allen<br />

laktierenden Ziegen genommen und<br />

untersucht (real-time PCR). Nur eine Ziege<br />

(Nr. 67455) wurde an drei Probeterminen<br />

positiv getestet. Diese Ziege war bereits<br />

am Ausbruchsgeschehen 2018 beteiligt<br />

und wurde seitdem durchgemolken und<br />

viermalig mit Coxevac ® geimpft. Das Tier<br />

wurde euthanasiert und verschiedene<br />

Organ- und Gewebeproben mittels realtime<br />

PCR analysiert. C. burnetii-DNA wurde<br />

nur im Euter (Milchdrüsengewebe, Zitzenzisterne)<br />

nachgewiesen. Mittels Immunhistochemie<br />

wurde auch C. burnetii-<br />

Antigen im Milchdrüsengewebe sowie in<br />

der Euterzisterne detektiert. Eine Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung<br />

(FISH) bestätigte<br />

den Nachweis im Milchdrüsengewebe<br />

[5]. Nach der Entnahme von Ziege Nr.<br />

67455 aus dem Bestand gab es keinen weiteren<br />

Nachweis von C. burnetii-DNA in den<br />

monatlichen Tankmilchproben.<br />

Diskussion und Schlussfolgerungen<br />

Die persistierende Ausscheidung von C.<br />

burnetii über die Milch wurde bislang nur<br />

bei Milchkühen beschrieben [6, 7], aber bei<br />

Milchziegen vermutet [4]. Im dargestellten<br />

Fall wurde eine intermittierende Dauerausscheidung<br />

von C. burnetii über die<br />

Milch sowie eine C. burnetii-Infektion im<br />

Eutergewebe bei einer Milchziege mit<br />

unterschiedlichen Diagnostikmethoden<br />

nachgewiesen, obwohl dieses Tier viermalig<br />

gegen C. burnetii geimpft wurde. Eine<br />

Impfung von bereits infizierten Tieren, verhindert<br />

eine Ausscheidung nicht sicher [8].<br />

Dies erschwert die Q-Fieber-Sanierung von<br />

Milchziegenbeständen. Die Pasteurisierung<br />

von Milch aus positiven und anschließend<br />

geimpften Q-Fieber-Beständen<br />

wird empfohlen und inaktiviert den Erreger<br />

sicher [9]. Der Tropismus von C. burnetii<br />

zum Eutergewebe bedarf weiterer Abklärung.<br />

Im dargestellten Fall wurde eine intermittierende Dauerausscheidung von C. burnetii über die Milch<br />

sowie eine C. burnetii-Infektion im Eutergewebe bei einer Milchziege nachgewiesen.<br />

Foto: pfluegler-photo, stock.adobe.com<br />

Danksagung<br />

Diese Arbeit wurde durch das Bundesministerium<br />

für Bildung und Forschung (BMBF)<br />

unter den Projektnummern 01KI1726B und<br />

01KI2008B als Teil des nationalen Forschungsnetzes<br />

Zoonotische Infektionskrankheiten<br />

finanziert.<br />

62<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Literatur<br />

[1] Bundesinsititut für Risikobewertung.<br />

Q-Fieber: Übertragung des Erregers Coxiella<br />

(C.) burnetii in Tierbeständen und durch<br />

Lebensmittel auf den Menschen. https://<br />

www.bfr.bund.de/cm/343/q_fieber_uebertragung_des_erregers_coxiella_burnetii_in_<br />

tierbestaenden_und_durch_lebensmittel_<br />

auf_den_menschen.pdf, access date:<br />

16.01.2<strong>02</strong>22003.<br />

[2] van den Brom R, Santman-Berends I,<br />

Luttikholt S, Moll L, Van Engelen E, Vellema P.<br />

Bulk tank milk surveillance as a measure to<br />

detect Coxiella burnetii shedding dairy goat<br />

herds in the Netherlands between 2009 and<br />

2014. J Dairy Sci. 2015;98:3814-25. https://<br />

doi.org/10.3168/jds.2014-9<strong>02</strong>9<br />

[3] Bauer BU, Schoneberg C, Herms TL, Runge M,<br />

Ganter M. Surveillance of Coxiella burnetii<br />

shedding in three naturally infected dairy<br />

goat herds after vaccination, focusing on<br />

bulk tank milk and dust swabs. Vet Sci.<br />

2<strong>02</strong>2;9:1<strong>02</strong>. https://doi:10.3390/<br />

vetsci90301<strong>02</strong><br />

[4] van den Brom R, van Engelen E, Vos J,<br />

Luttikholt SJM, Moll L, Roest HIJ, et al.<br />

Detection of Coxiella burnetii in the bulk<br />

tank milk from a farm with vaccinated goats,<br />

by using a specific PCR technique. Small<br />

Rumin Res. 2013;110:150-4. https://doi.<br />

org/10.1016/j.smallrumres.2012.11.<strong>02</strong>4<br />

[5] Buijs SB, Weehuizen JM, Jensen TK, Boye, M,<br />

Hermans MHA, Nooijen PTGA, et al.<br />

Fluorescence in situ hybridization for<br />

detecting Coxiella burnetii in tissue samples<br />

from chronic Q fever patients. Clin Microbiol<br />

Infect. in press. https://doi.org/10.1016/j.<br />

cmi.2<strong>02</strong>2.06.015<br />

[6] Lucchese L, Capello K, Barberio A, Zuliani F,<br />

Stegeman A, Ceglie L, et al. IFAT and ELISA<br />

phase I/phase II as tools for the<br />

identification of Q fever chronic milk<br />

shedders in cattle. Vet Microbiol.<br />

2015;179:1<strong>02</strong>-8. https://doi.org/10.1016/j.<br />

vetmic.2015.<strong>02</strong>.010<br />

[7] Böttcher J, Frangoulidis D, Schumacher M,<br />

Janowetz B, Gangl A, Alex M. The impact of Q<br />

fever-phase-specific milk serology for the<br />

diagnosis of puerperal and chronic milk<br />

shedding of C. burnetii in dairy cows. Berl<br />

Munch Tierarztl Wochenschr. 2013;126:427-35.<br />

https://doi.org/10.2376/0005-9366-126-427<br />

[8] Bauer B, Prüfer L, Walter M, Ganter I,<br />

Frangoulidis D, Runge M, et al. Comparison<br />

of Coxiella burnetii excretion between sheep<br />

and goats naturally infected with one<br />

cattle-associated genotype. Pathogens<br />

(Basel, Switzerland). 2<strong>02</strong>0;9:652. https://doi.<br />

org/10.3390/pathogens9080652<br />

[9] Wittwer M, Hammer P, Runge M,<br />

Valentin-Weigand P, Neubauer H, Henning K,<br />

et al. Inactivation kinetics of Coxiella<br />

burnetii during high-temperature short-time<br />

pasteurization of milk. Front Microbiol.<br />

2<strong>02</strong>2;12:3975. https://doi.org/10.3389/<br />

fmicb.2<strong>02</strong>1.753871<br />

PD Dr. Ben Bauer<br />

Prof. Dr. Martin Ganter<br />

Klinik für kleine Klauentiere, forensische Medizin<br />

und Ambulatorische Klinik, Stiftung<br />

Tierärztliche Hochschule Hannover<br />

Dr. Thea Louise Herms<br />

Prof. Dr. Martin Runge<br />

Dr. Kim Fechner<br />

Lebensmittel- und Verbraucherinstitut<br />

Braunschweig/Hannover<br />

Dr. Martin Peters<br />

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt<br />

Westfalen, Arnsberg<br />

Dr. Peter Wohlsein<br />

Institut für Pathologie, Stiftung Tierärztliche<br />

Hochschule Hannover<br />

Tim K. Jensen, PhD<br />

Center for Diagnostic, Technical University<br />

of Denmark, Lyngby, Dänemark •<br />

Umgang mit einer neuen Tierart – Wieweit kann ich ableiten<br />

oder empirisch ansetzen?<br />

Als relative neue Tierart im europäischen<br />

Raum fordern Neuweltkamele (NWK) Praktiker/innen<br />

heraus: Idealerweise würde<br />

man nach den Prinzipien der EBVM (evidence-based<br />

veterinary medicine) vorgehen,<br />

jedoch bestehen die Grundlagen dafür<br />

nicht unbedingt. Dieser Vortrag gibt<br />

eine Übersicht wo, wir uns derzeit befinden<br />

bezüglich NWK-Wissenstand, wie ich<br />

als Praktiker/in mit Lücken zurechtkomme,<br />

wo Ableiten von anderen Spezies<br />

funktioniert und wo nicht, und wo ich<br />

eventuell Validierungen finden kann.<br />

Generell hilfreich ist das Anwenden<br />

von Grundprinzipien:<br />

• Macht es physiologisch Sinn?<br />

– Beispiel 1: Die vorhandenen Vormägen<br />

erlauben gewisses Ableiten von<br />

Wiederkäuern bezgl. Ernährung (z. B.<br />

„feeding a system within a system“ /<br />

Microflora), gleichzeitig bedeutet es<br />

eingeschränkten Einsatz oraler Medikamente.<br />

– Beispiel 2: Die diffuse Plazenta ist der<br />

Stute ähnlich, und damit können Behandlungsansätze<br />

für Nachgeburtsverhaltung<br />

beim Pferd durchaus in<br />

Betracht kommen.<br />

• Macht es pharmakologisch Sinn?<br />

– Beispiel 1: Haarkleid und Dermis sind<br />

anderen Tierarten eher nicht ähnlich<br />

genug, dass ich bedingungslos ableiten<br />

kann bzgl. topischer Dosierung<br />

(z. B. Anthelminthika, Schmerzmittel<br />

wie Fentanyl).<br />

– Beispiel 2: Metabolisches Körpergewicht<br />

ist eine bessere Grundlage als<br />

eigentliches Körpergewicht, wenn<br />

ich eine Medikamentendosis von<br />

einer Tierart auf eine andere ableiten<br />

will. Zusätzlich zu beachten sind<br />

eventuelle Unterschiede in Protein-<br />

Bindung, Urinproduktion / glomerulärer<br />

Filtrationsrate, Leber / Gallenfunktion<br />

usw.<br />

• Kann ich andere Herdenmitglieder als<br />

Vergleich heranziehen?<br />

– Beispiel: Wenn unsicher, ob ein klinischer<br />

Befund normal ist oder nicht,<br />

hilft der Vergleich mit anderen Herdenmitgliedern<br />

(vorausgesetzt, dass<br />

Alter, Umfeld, physiologischer Zustand<br />

usw. recht ähnlich sind).<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 63


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

In vielen Ländern Europas nimmt die Haltung<br />

von Neuweltkamelen zu. Foto: Wedemark-Lamas,<br />

Stefan Germann<br />

• Sehe ich den erwarteten Erfolg (und<br />

habe ich dies neutral bestimmt)?<br />

– Beispiel: Zeigt die klinische Beurteilung,<br />

dass die Lahmheit sich verbessert,<br />

die Infektion unter Kontrolle<br />

kommt, Wurmbefall verringert ist,<br />

Körpergewicht zunimmt usw. – idealerweise<br />

beurteilt mit Hilfe von Punktewertung<br />

(7/10 Lahmheit verbessert<br />

auf 3/10; BCS für Körperkondition),<br />

Kotuntersuchung und ähnlichen objektiven<br />

Kriterien.<br />

Der EBVM Schatz erweitert sich graduell,<br />

wenn man auch manchmal in weniger geläufigen<br />

Publikationen Ausschau halten<br />

muss. Konferenz-Bände, so oft Quelle des<br />

ersten Infoaustauschs über neue Tierarten,<br />

bleiben weiterhin interessant durch Fallserien,<br />

kleinere Studien, und Ansätze, die<br />

nicht erfolgreich waren (letzteres verpönt<br />

von vielen Journalen, dabei oft von gleichem<br />

Wert für den Praktiker wie positive Auskommen).<br />

Gerade wenn es um Medikamente<br />

und Orthopädie geht, besteht ein beträchtlicher<br />

Wissensschatz für Renn-Kamele –<br />

eine bessere Grundlage als Wiederkäuer<br />

oder Haustiere. Allerdings sind Kamel-bezogene<br />

Artikel nicht immer leicht zugänglich.<br />

Die folgenden Ansätze helfen die Information<br />

zu finden und zu beurteilen:<br />

• PICO Ansatz (Patient, Intervention,<br />

Comparison (= Vergleich), Outcome<br />

(= Resultat))<br />

Dieser Ansatz hilft eine gezielte, fokussierte<br />

Frage zu stellen. Diese Frage ergibt<br />

meist schon nützliche Schlagwörter,<br />

nach denen man in Datenbanken<br />

(wie PubMed, Cabi Abstracts, Scopus)<br />

suchen kann.<br />

• Beweis-Typ<br />

Dies reicht von schwach, wie Einzelfälle<br />

oder Meinung auf klinischer Erfahrung<br />

basierend, bis zu stark, wie einer<br />

doppelt verblindeten, randomisierten,<br />

kontrollierten Studie.<br />

• Beweis-Qualität<br />

Ist die Beweislage aufgrund der vorhandenen<br />

Information gut, moderat oder<br />

ungewiss, um das Anwenden anzuraten?<br />

Genauso kann das Auskommen<br />

der Bewertung auch sein, dass guter<br />

Grund gegen ein Anwenden besteht.<br />

• Info-Quellen<br />

Dank dem Druck unter „Open Access“<br />

zu publizieren, sind mehr und mehr Publikationen<br />

online erhältlich (sofort<br />

oder nach einer Sperre von ein paar Monaten).<br />

Eine gute Quelle für Konferenz-<br />

Bände ist IVIS (www.ivis.org) – Registrierung<br />

ist umsonst. Viele Autoren<br />

stellen ihre Artikel in ResearchGate<br />

(www.researchgate.net), wenn vom<br />

Verlag erlaubt – Registrierung ist auch<br />

hier umsonst.<br />

Karin Mueller<br />

Dept. of Livestock and One Health, Institute<br />

of Infection, Veterinary and Ecological Sciences<br />

(IVES), University of Liverpool, UK •<br />

Haste Bock? – Schafe und Ziegen in der Besamungsstation<br />

Die künstliche Besamung von Schafen und<br />

Ziegen spielt in Deutschland eine vergleichsweise<br />

untergeordnete Rolle im<br />

Gegensatz zu Pferd, Rind und Schwein (1).<br />

Dies wird verdeutlicht durch die Anzahl der<br />

zugelassenen Besamungsstationen für<br />

den innergemeinschaftlichen Handelsverkehr<br />

mit Samen von Rindern, Pferden,<br />

Schweinen sowie kleinen Wiederkäuern.<br />

Zwei EU-zugelassene Besamungsstationen<br />

für kleine Wiederkäuer stehen über<br />

100 Besamungsstationen für Pferde sowie<br />

je etwa 30 Besamungsstationen für Rind<br />

und Schwein in Deutschland gegenüber (2-<br />

5). Es handelt sich hierbei um die Besamungsstation<br />

für Schafe des Friedrich-Loeffler-Instituts<br />

Mariensee (FLI) in Neustadt<br />

(DE KBSZ 0<strong>02</strong>-EWG), sowie die Besamungsstation<br />

für Schafe und Ziegen an der Klinik<br />

für kleine Klauentiere der Stiftung Tierärztliche<br />

Hochschule Hannover (DE KBSZ 003-<br />

EWG). Im Folgenden wird im Speziellen auf<br />

die Besamungsstation der Tierärztlichen<br />

Hochschule Hannover eingegangen.<br />

Die Besamung bietet in vielerlei Hinsicht<br />

Vorteile gegenüber dem Natursprung<br />

(genetischer Austausch, Biosicherheit,<br />

Bockhaltung, Zuchtfortschritt). In Deutschland<br />

findet die Reproduktion kleiner Wiederkäuer<br />

seit jeher dominierend im Natursprung<br />

statt. Zuchtböcke werden in der Regel<br />

zugekauft und decken durchschnittlich<br />

zwei bis drei Jahre im Betrieb. Ein längerer<br />

Einsatz ist häufig durch die Gefahr von Inzucht<br />

nicht möglich. Der Zukauf von außen<br />

bedeutet ein potenzielles Risiko der Ein-<br />

64<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Die Zahl der Milchziegenbetriebe in Deutschland steigt. Foto: Dr. Eva Roden.<br />

schleppung von Krankheitserregern sowie<br />

Parasiten (6). Zudem lässt sich insbesondere<br />

bei Jungböcken keine Aussage über<br />

die Fertilität treffen. Die Haltung der Böcke<br />

ist zudem aufwendig (keine Einzelhaltung,<br />

getrennt von weiblichen Tieren, stabile<br />

Zäune, Rangkämpfe, Aggressivität).<br />

Im Gegensatz dazu bietet die künstliche<br />

Besamung weitreichende Vorteile. Der<br />

Zukauf sowie die Haltung von Zuchtböcken<br />

kann deutlich reduziert oder gar<br />

gänzlich vermieden werden. Somit kann<br />

unter Einhaltung hoher Biosicherheitsstandards<br />

ein nahezu geschlossenes Betriebssystem<br />

ermöglicht werden. Bei einigen<br />

Rassen steht mittlerweile eine Auswahl<br />

genetisch wertvoller Deckböcke zur<br />

Auswahl, so dass anhand von Pedigree, Exterieur<br />

und Leistungsdaten der passende<br />

Bock an jedes Tier gezielt angepaart werden<br />

kann. Die Samengewinnung und -verarbeitung<br />

unterliegt strengen Hygieneund<br />

Qualitätsstandards, so dass eine hohe<br />

Qualität der Besamungsportion garantiert<br />

wird.<br />

Ein weiterer Vorteil der künstlichen Besamung<br />

ist die Möglichkeit der Konservierung<br />

von Genmaterial. Das in flüssigem<br />

Stickstoff lagernde Sperma ist nahezu unbegrenzt<br />

haltbar. Besamungsportionen<br />

von genetisch wertvollen Tieren können so<br />

bewahrt werden und bei Bedarf auch lange<br />

nach dem Ableben des Bocks verwendet<br />

werden. In Hannover ist Sperma diverser<br />

Schaf- und Ziegenrassen eingelagert.<br />

Zudem bieten wir die Möglichkeit, dass interessierte<br />

Züchter ihre Böcke bei uns trainieren<br />

und absamen lassen, um Besamungsmaterial<br />

gewinnen und konservieren<br />

zu können.<br />

In den letzten Jahren steigt die Anzahl<br />

an Milchziegenbetrieben in Deutschland<br />

stetig, gleiches lässt sich weltweit beobachten<br />

(7). Parallel dazu steigt die Nachfrage<br />

nach Besamungen. Um diese Nachfrage<br />

entsprechen zu können, arbeitet die<br />

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover<br />

seit letztem Jahr mit einem jungen Ziegenzuchtunternehmen<br />

aus den Niederlanden<br />

zusammen. Die Goat Improvement<br />

Company hat sich auf die Zucht von Saanenziegen<br />

spezialisiert. Sie vereint ein<br />

Netzwerk aus über 20 Züchtern auf drei<br />

Kontinenten und bietet ihren Kunden ein<br />

breit aufgestelltes Angebot aus Zuchtplanung,<br />

Fruchtbarkeitsmanagement sowie<br />

Managementberatung, um die Effizienz,<br />

den Gesundheitsstatus sowie die Leistung<br />

und Langlebigkeit der Rasse und die Biosicherheit<br />

der Betriebe stetig zu optimieren.<br />

Mit Hilfe kontinuierlicher Datenerfassung<br />

und Leistungsdaten von über<br />

150.000 Ziegen ist eine stetige Kontrolle<br />

und Anpassung der Zuchtstrategien möglich.<br />

Ein solch umfassender Datensatz ist<br />

für Milchziegen dieser Rasse einmalig. Er<br />

soll dazu beitragen, die Saanenziegenzucht<br />

zukünftig effizienter und nachhaltiger<br />

zu gestalten.<br />

Aktuell sind in der Besamungsstation<br />

der Tierärztlichen Hochschule Hannover<br />

Saanenziegen, Burenziegen sowie Ostfriesische<br />

Milchschafe zur Samengewinnung<br />

und -konservierung eingestallt. Die Böcke<br />

unterliegen hohen gesundheitlichen Anforderungen<br />

und befinden sich vor Aufstallung<br />

für mindestens 28 Tage in Quarantäne,<br />

während der sie einer ausführlichen<br />

allgemeinen sowie andrologischen<br />

Untersuchung unterzogen werden. Sie<br />

sind pflichtmäßig frei von Brucellose, Epididymitis<br />

der kleinen Wiederkäuer sowie<br />

Border-Disease. Zusätzlich sind die in<br />

Hannover eingestallten Böcke negativ auf<br />

Maedi bzw. CAE, Pseudotuberkulose und<br />

Paratuberkulose getestet.<br />

Bereits während der Quarantäne beginnt<br />

das Training der Böcke. Sie werden an<br />

das Handling sowie an die Samenentnahme<br />

mittels künstlicher Scheide gewöhnt.<br />

Die Samenentnahme kann am Phantom<br />

sowie an einem natürlichen Sprungpartner<br />

erfolgen. Unsere Böcke werden an weiblichen<br />

Sprungpartnern abgesamt, da in der<br />

Vergangenheit insbesondere Ziegenböcke<br />

das Phantom nicht akzeptierten. Das weib-<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 65


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

liche Tier wird in einem Stand fixiert und<br />

die Böcke einzeln herangeführt und aufspringen<br />

gelassen. Die Samenentnahme<br />

erfolgt mittels temperierter künstlicher<br />

Scheide für kleine Wiederkäuer. Das gewonnene<br />

Ejakulat wird unverzüglich in<br />

unserem hauseigenen Labor makroskopisch<br />

(Volumen, Farbe, Konsistenz, pH) sowie<br />

mikroskopisch (Massenbewegung, Beimengungen,<br />

Anteil vorwärtsbeweglicher<br />

Spermien, Dichte) untersucht. Nur qualitativ<br />

hochwertiges Sperma wird weiterverarbeitet<br />

(Massenbewegung +++, 80 Prozent<br />

vorwärtsbewegliche Spermien, frei von Beimengungen).<br />

Anhand eines speziell für<br />

kleine Wiederkäuer entwickelten Protokolls<br />

und unter ständiger Qualitätskontrolle<br />

wird das gewonnene Ejakulat mittels<br />

Zweiphasen-Verdünner verdünnt und abgefüllt.<br />

Die Herstellung von Frischsperma<br />

sowie Tiefgefriersperma ist möglich. Die<br />

Spermienkonzentration pro Straw liegt<br />

beim Schaf regulär bei 180 Millionen Spermien<br />

pro 0,25 ml sowie 100 Millionen pro<br />

0,25 ml bei der Ziege. Abweichende Volumina<br />

sowie Spermienkonzentrationen sind<br />

auf Kundenwunsch oder zu Forschungszwecken<br />

möglich. Anschließend werden<br />

die Straws auf -196 Grad heruntergekühlt,<br />

in flüssigem Stickstoff eingefroren und eingelagert.<br />

Nach einer Lagerung von mindestens<br />

30 Tagen kann das Sperma versandt<br />

werden. Hierbei müssen vorab die jeweiligen<br />

Richtlinien der Länder für den Import<br />

von Samen geprüft werden. Nicht unterschätzt<br />

werden darf die Saisonalität einiger<br />

Schaf- und Ziegenrassen. Es ist ein<br />

deutlicher Unterschied in Spermaqualität<br />

und Libido während und außerhalb der natürlichen<br />

Zuchtsaison zu erkennen. Qualitativ<br />

hochwertige Ejakulate lassen sich vorwiegend<br />

von Oktober bis Januar gewinnen.<br />

Zukünftig werden wir intensiv am Sexing<br />

von Ziegensperma arbeiten, um einer<br />

immer größer werdenden Tierschutzdiskussion<br />

entgegenzuwirken zu können.<br />

Ähnlich wie in der Milchrinderzucht gibt<br />

es praktisch keine Verwendung für männliche<br />

Lämmer, da diese sich weder zur<br />

Milchgewinnung noch zur Mast eignen.<br />

Die Vermarktung der Bocklämmer gestaltet<br />

sich für den Großteil der Milchziegenbetriebe<br />

schwierig (8). Durch den Einsatz<br />

von gesextem Sperma soll die Geburt<br />

männlicher Nachkommen reduziert werden.<br />

Die Zusammenarbeit mit der Goat<br />

Improvement Company ermöglicht eine<br />

effektive Kombination von Wissenschaft<br />

und Praxis, da die Besamung mit gesextem<br />

Sperma unter realen Praxisbedingungen<br />

umfassend getestet werden kann.<br />

Zusammenfassend lässt sich feststellen,<br />

dass die künstliche Besamung ein<br />

enormes Potential bietet, das genetische<br />

und ökonomische Potential der Schaf- und<br />

Ziegenzucht zu optimieren. Abhängig von<br />

nationalen Vorschriften zur Tiergesundheit<br />

ist ein weltweiter Austausch wertvoller<br />

Genetik möglich unter Einhaltung hoher<br />

Biosicherheits- und Gesundheitsstandards.<br />

Der Einsatz von gesextem Sperma<br />

könnte einen weiteren Meilenstein in der<br />

Schaf- und Ziegenzucht darstellen.<br />

Literaturverzeichnis<br />

Fischerleitner DF. Künstliche Besamung bei<br />

Ziegen. 3 Fachtagung für Ziegenhaltung;<br />

Lehr- und Forschungszentrum für Land- und<br />

Forstwirtschaft Raumberg-Grumpenstein2007.<br />

p. 5.<br />

Landwirtschaft BfEu. Liste der zugelassenen<br />

Zuchtmaterialbetriebe für die Gewinnung,<br />

Verarbeitung und Lagerungvon Samen von<br />

Schafen und Ziegen, der zur Verbringung in<br />

einen anderen Mitgliedstaat bestimmt ist<br />

(gemäß Artikel 97 i. V. m. Artikel 94 (1) b) der<br />

Verordnung (EU) 2016/429). 2<strong>02</strong>0.<br />

Landwirtschaft BfEu. Liste der zugelassenen<br />

Zuchtmaterialbetriebe für die Gewinnung,<br />

Verarbeitung und Lagerung von Samen von<br />

Rindern, der zur Verbringung in einen<br />

anderen Mitgliedstaat bestimmt ist (gemäß<br />

Artikel 97 i. V. m. Artikel 94 (1) b) der<br />

Verordnung (EU) 2016/429). 2<strong>02</strong>0.<br />

Landwirtschaft BfEu. Liste der zugelassenen<br />

Zuchtmaterialbetriebe für die Gewinnung,<br />

Verarbeitung und Lagerung von Samen von<br />

Schweinen, der zur Verbringung in einen<br />

anderen Mitgliedstaat bestimmt ist (gemäß<br />

Artikel 97 i. V. m. Artikel 94 (1) b) der<br />

Verordnung (EU) 2016/429). 2<strong>02</strong>0.<br />

Landwirtschaft BfEu. Liste der zugelassenen<br />

Zuchtmaterialbetriebe für die Gewinnung,<br />

Verarbeitung und Lagerung von Samen von<br />

Equiden, der zur Verbringung in einen<br />

anderen Mitgliedstaat bestimmt ist (gemäß<br />

Artikel 97 i. V. m. Artikel 94 (1) b) der<br />

Verordnung (EU) 2016/429). 2<strong>02</strong>2.<br />

Fischer DRKP. Künstliche Besamung bei Ziegen.<br />

bioland. 2005;06/2005:2.<br />

Rahmann NHCKG. Milchziegen auf Biobetrieben<br />

in Deutschland. Ökologie & Landbau.<br />

20<strong>02</strong>;124:2.<br />

Krause DM. Aufzucht, Mast und Vermarktung<br />

von Milchziegenkitzen. In: Landwirtschaft<br />

KfTuBid, editor. 2<strong>02</strong>0. p. 14.<br />

Nina Ossowski<br />

Prof. Dr. Martin Ganter<br />

Klinik für kleine Klauentiere und forensische<br />

Medizin und Ambulatorische Klinik, Stiftung<br />

Tierärztliche Hochschule Hannover<br />

Dirk-Jan van Horssen<br />

Jehan Ettema<br />

Goat Improvement Company, Herwijnen,<br />

Niederlande<br />

•<br />

66<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Tierwohlkompetenzzentrum Schaf – Was verbirgt sich dahinter?<br />

Seit einigen Jahren wird der Begriff Tierwohl<br />

in der landwirtschaftlichen Tierhaltung<br />

und auch in der Veterinärmedizin verwendet,<br />

um die Bedeutung der artgerechten<br />

Haltung, Fütterung und Gesunderhaltung<br />

von Tieren und deren Beständen aus den<br />

verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen<br />

zu betrachten. Auf Initiative des<br />

Bundesministeriums für Ernährung und<br />

Landwirtschaft und Förderung über die<br />

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung<br />

(BLE) wurden bereits Tierwohlkompetenzzentren<br />

(TWZ) für die Tierarten<br />

Rind, Schwein und Geflügel gegründet. Die<br />

Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und<br />

Andrologie der Groß- und Kleintiere und<br />

das Institut für Tierzucht der Justus-Liebig-<br />

Universität Gießen und der Landesbetrieb<br />

Landwirtschaft Hessen (LLH) haben es sich<br />

zur Aufgabe gemacht, die kleinen Wiederkäuer<br />

in diese Reihe mit aufzunehmen und<br />

einen Antrag zum Aufbau eines TWZs für<br />

Schafe gestellt. Seit letztem Jahr gibt es<br />

nun unter der Projektführung durch den<br />

LLH das TWZ Schaf.<br />

Ein Schwerpunkt in der Projektlaufzeit<br />

soll die Beleuchtung von Auswirkungen<br />

eines möglichen Kupierverzichtes des<br />

Schwanzes bei langschwänzigen Schafrassen<br />

auf das Tierwohl sein. Hierzu wurden<br />

bundesweit 18 Projektbetriebe mit Herdbuchzucht<br />

gewonnen, die durch ein Auswahlverfahren<br />

für das Projekt ausgesucht<br />

werden konnten. Auf diesen Betrieben<br />

werden durch die Projektmitarbeiter der<br />

Klinik für Geburtshilfe und des Institutes<br />

für Tierzucht aber auch durch die Landwirte<br />

selbst zu unterschiedlichen Zeitpunkten<br />

verschiedene Parameter zur Phänotypbeschreibung<br />

erhoben. Hierzu zählen z.B.<br />

Schwanzlänge, DAG- und FAMACHA-Score,<br />

aber auch mit einer Wärmebildkamera<br />

werden Infektionsgeschehen detektiert.<br />

Bei Bedarf werden Tupferproben entnommen,<br />

um die Vaginalflora zu unterschiedlichen<br />

Situationen zu bestimmen.<br />

Diese Parameter werden durch ausgewählte<br />

populationsgenetische Berechnungen<br />

in Zusammenhang gesetzt, um mögliche<br />

Auswirkungen des unkupierten Schwanzes<br />

auf verschiedene Leistungen (Fruchtbarkeit,<br />

tägliche Zunahmen etc.) darstellen<br />

zu können. Diese Daten können für<br />

Herdbuchzüchter über ein in diesem Projekt<br />

neu geschaffenes Tool in der OVICAP<br />

Datenbank eingepflegt und entsprechend<br />

verwendet werden. Somit haben die Schafzüchter<br />

einen direkten Vorteil von der<br />

Parametererfassung.<br />

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des<br />

TWZ Schaf ist die Erstellung einer Datenbank<br />

zu den wichtigsten Themen im Bereich<br />

des Tierschutzes bei der Haltung von<br />

Schafen. Es soll versucht werden, Gerichtsurteile<br />

und aufgetretene Tierschutzfälle<br />

bei Veterinärämtern zu sichten und systematisch<br />

einzuordnen, um die realen Probleme<br />

im Bereich Tierschutz anhand der<br />

vorliegenden Fakten abzubilden. Ziel ist<br />

es, durch den geplanten Wissenstransfer<br />

am Ende des Projektes u. a. auf diese<br />

Datenbank hinzuweisen und durch entsprechende<br />

Maßnahmen zukünftige Tierschutzstreitigkeiten<br />

zu vermeiden. Ferner<br />

dient diese Datenbank in zukünftigen Fällen<br />

als „Nachschlagewerk“ für Tierhalter<br />

wie auch für offizielle Stellen (z. B. Veterinär-<br />

oder Landwirtschaftsämter), um mit<br />

deren Auflistung von Fällen und ihrem<br />

Ausgang womöglich zu helfen, eine gerichtliche<br />

Auseinandersetzung zu vermeiden.<br />

Ein Schwerpunkt des TWZ Schaf ist die Beleuchtung<br />

der Auswirkungen eines Kupierverzichts<br />

bei langschwänzigen Schafrassen.<br />

Foto: dieter76, stock.adobe.com<br />

Ein über alle Arbeitspakete implementierter<br />

externer wissenschaftlicher Expertenbeirat<br />

rundet das Projekt ab und steht<br />

den Projektpartnern beratend zur Seite.<br />

Ferner sollen durch seinen Input auch<br />

wichtige Themen zum Thema Tierwohl<br />

und Tierschutz an das TWZ Schaf herangetragen<br />

und diskutiert werden. Hierzu tagt<br />

der Expertenbeirat in regelmäßigen Onlinesitzungen.<br />

Danksagung<br />

Gefördert wird das Projekt über das Bundesprogramm<br />

Nutztierhaltung vom Bundesministerium<br />

für Ernährung und Landwirtschaft<br />

(BMEL) über die Bundesanstalt<br />

für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).<br />

Dr. Henrik Wagner<br />

Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und<br />

Andrologie der Groß- und Kleintiere, Justus-<br />

Liebig-Universität Gießen<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 67


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Preise auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>2<br />

Der <strong>DVG</strong>-Vet-Congress ist ein willkommener Anlass, die Leistungen verdienter Kolleginnen und Kollegen sowie auch von Nachwuchswissenschaftler:innen<br />

anzuerkennen und auszuzeichnen. So wurden auch in diesem Jahre mehrere Preise verliehen.<br />

Martin-Lerche-Wissenschaftspreis<br />

Prof. Hartwig Bostedt (links) erhielt den Preis von<br />

Prof. Martin Kramer. Foto: Carmen Koerner,<br />

Cynthia Ruf / <strong>DVG</strong><br />

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Bostedt<br />

(Gießen) wurde mit dem Martin-Lerche-<br />

Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Prof.<br />

Bostedt hat mit seinem wissenschaftlichen<br />

Gesamtwerk das Fachgebiet der klinischen<br />

Reproduktionsmedizin in Deutschland<br />

nachhaltig geprägt. Dies ist ihm nicht nur<br />

durch seine eigenen Forschungsarbeiten<br />

gelungen, sondern auch in verschiedenen<br />

Funktionen der Wissenschaftsbürokratie<br />

und der Förderung des wissenschaftlichen<br />

Nachwuchses. Er hat der wissenschaftlichen<br />

Versuchung widerstanden, als es modern<br />

wurde, das Einzeltier aus dem Fokus<br />

zu verlieren und als Maxime der Tiergesundheit<br />

nur noch die Leistungsfähigkeit<br />

der Herde im Rahmen der Forschung im<br />

Nutztierbereich zu definieren, seine Forschungsarbeiten<br />

entsprechend auszurichten.<br />

Die Rückbesinnung auf die Bedeutung<br />

der exakten Diagnostik auch in großen<br />

Herden in Zeiten von Antibiotikaresistenzen<br />

und einer stärkeren Beachtung von<br />

Tierwohl haben ihm Recht gegeben.<br />

Der Martin-Lerche-Wissenschaftspreis<br />

geht auf Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Lerche<br />

(1892–1980) zurück, Mitbegründer<br />

und erster gewählter Vorsitzender der <strong>DVG</strong>.<br />

Anton-Mayr-Nachwuchspreis<br />

Dr. Jakob Trimpert (links) freute sich über den<br />

Anton-Mayr-Preis, den Prof. Martin Kramer überreichte.<br />

Foto: Carmen Koerner, Cynthia Ruf / <strong>DVG</strong><br />

Den Anton-Mayr-Preis für Nachwuchswissenschaftler:innen<br />

erhielt Dr. Jakob Trimpert<br />

(Berlin). Seine Forschung richtet sich<br />

einerseits auf den Zusammenhang von<br />

genetischer Variabilität und Pathogenese<br />

von Herpesviren (insbesondere des Virus<br />

der Marekschen Krankheit, MDV), andererseits<br />

hat Dr. Trimpert sich seit Beginn der<br />

Pandemie um die Etablierung von COVID-<br />

19-Tiermodellen sowie die Entwicklung<br />

und Testung von SARS-CoV-2-Impfstoffen<br />

und COVID-19-Therapeutika in Tiermodellen<br />

überaus verdient gemacht. Seine Forschung<br />

spannt Brücken von komplexer organischer<br />

Chemie über die Virologie hin<br />

zur Human- und Veterinärmedizin, sie<br />

zeichnet sich somit insbesondere durch<br />

ein Höchstmaß an interdisziplinärer Kooperation<br />

aus.<br />

Der Preis wird zum Andenken an Prof.<br />

Dr. Dr. h.c. mult. Anton Mayr (1922–2014)<br />

verliehen, einen leidenschaftlichen und<br />

begnadeten Wissenschaftler und Hochschullehrer,<br />

dem die Förderung des wissenschaftlichen<br />

Nachwuchses ein besonderes<br />

Anliegen war.<br />

68<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Richard-Völker-Medaille<br />

In diesem Jahr wurden zwei Kollegen mit der<br />

Richard-Völker-Medaille der Deutschen Gesellschaft<br />

für Kleintiermedizin (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

ausgezeichnet: Dr. Jan-Gerd Kresken (Duisburg)<br />

und Prof. Dr. Jörg Steiner (College Station,<br />

USA). Beide haben sich in besonderer<br />

Weise um die Kleintiermedizin verdient gemacht<br />

(siehe auch <strong>DVG</strong>-Forum 1-2<strong>02</strong>2).<br />

So erkannte Dr. Kresken schon früh das<br />

Potential der Ultraschalluntersuchung, deren<br />

Einzug in die tierärztlichen Praxen als<br />

wichtiges Diagnosetool von Dr. Kresken<br />

geprägt und begleitet wurde. Dr. Kresken<br />

war 1995 zudem Gründungsmitglied der<br />

Arbeitsgruppe Kardiologie der DGK-<strong>DVG</strong><br />

und 2003 des Collegium Cardiologicum e.V.<br />

Seitdem ist Dr. Kresken mit den Belangen<br />

der zuchtrelevanten Herzerkrankungen befasst,<br />

berät Hundezüchter und -vereine, fördert<br />

die Ausbildung junger Kollegen und<br />

akquiriert Fördermittel, mit denen Dissertationsvorhaben<br />

unterstützt werden.<br />

Das Forschungsgebiet von Prof. Steiner<br />

ist die Pankreatologie, Gastroenterologie<br />

und Hepatologie bei Hund und Katze, aber<br />

auch vergleichend. Er hat bei über 370 Artikeln<br />

als Autor oder Co-Autor mitgewirkt,<br />

war der alleinige Herausgeber eines Lehrbuches<br />

in der Kleintiergastroenterologie<br />

und hat über 100 weitere Buchkapitel verfasst.<br />

Über viele Jahre hat er Nachwuchswissenschaftler:innen<br />

betreut und ist<br />

DGK-<strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Andreas Moritz zeichnete<br />

Dr. Jan-Gerd Kresken (links) und Prof. Jörg Steiner<br />

(rechts) mit der Richard-Völker-Medaille aus.<br />

Foto: Carmen Körner & Cynthia Ruf / <strong>DVG</strong><br />

weltweit ein sehr gerne eingeladener Referent,<br />

der international mehrere Hundert<br />

Vorträge gehalten hat.<br />

Preis der Dres. Bruns-Stiftung<br />

Mit dem Preis der Dr. Jutta und Dr. Georg<br />

Bruns-Stiftung 2<strong>02</strong>2 wurde Prof. Dr. Janina<br />

Burk (Gießen) in Würdigung ihrer herausragenden<br />

Forschungen auf dem Gebiet der<br />

Regenerativen Veterinärmedizin insbesondere<br />

der Anwendung mesenchymaler Stromazellen<br />

zur Therapie von Sehnenerkrankungen<br />

ausgezeichnet. Janina Burk hat<br />

sich als Nachwuchswissenschaftlerin insgesamt<br />

sehr erfolgreich und mit einem innovativen<br />

Forschungsschwerpunkt etab-<br />

liert. Ihre Arbeiten sind international und<br />

disziplinübergreifend sichtbar und sie ist<br />

national wie auch im Ausland sehr gut vernetzt.<br />

Da Prof. Burk erkrankt war, nahmen<br />

drei Kolleginnen aus ihrem Team die Auszeichnung<br />

entgegen.<br />

Die Kolleginnen aus dem Team von Prof. Janina<br />

Burk nahmen die Auszeichnung von Prof.<br />

Gotthold Gäbel, Vorsitzender des Stiftungsrats<br />

der Bruns-Stiftung, entgegen.<br />

Foto: Carmen Körner, Cynthia Ruf / <strong>DVG</strong><br />

Otfried-Siegmann-Preis<br />

Mit dem im Jahr 2<strong>02</strong>2 zum zweiten Mal<br />

ausgeschriebenen Otfried-Siegmann-Preis<br />

wurde Dr. Jacob Schön (Greifswald-Insel<br />

Riems) für seine Arbeit mit dem Titel<br />

„Neuraminidase-associated plasminogen<br />

recruitment enables systemic spread of<br />

natural avian Influenza viruses H3N1“ ausgezeichnet.<br />

Er konnte nachweisen, dass<br />

bei den während der Seuchenzüge aufgetretenen<br />

AIV H3N1 Stämmen Plasminogen<br />

die proteolytische Aktivierung des HA Proteins<br />

vermittelt und so diese Stämme zu<br />

einer systemischen Infektion befähigt. In<br />

diesem Zusammenhang wurde eine mutierte<br />

Glykosylierungsstelle in der viralen<br />

Neuraminidase identifiziert, welche es ermöglicht,<br />

Plasminogen zu rekrutieren. Als<br />

Vertreter des Instituts für Virusdiagnostik<br />

des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der<br />

Insel Riems freute sich PD Dr. Christian<br />

Grund über die besondere Auszeichnung.<br />

Mit dem von der AniCon Labor GmbH<br />

gestifteten Preis sollen Wissenschaftler:innen<br />

bis zu einem Alter von 40 Jahren<br />

ausgezeichnet werden, deren wissenschaftliche<br />

Publikationen sie als hoch<br />

qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs<br />

ausweisen.<br />

Dr. Klaus-Peter Behr (rechts) zeichnete Dr. Jacob<br />

Schön (Mitte) und PD Dr. Christian Grund als<br />

Vertreter des FLI mit dem Otfried-Siegmann-Preis<br />

aus. Foto: Carmen Körner, Cynthia Ruf / <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 69


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Preis der Ursula und Heinz-Georg Klös-Stiftung<br />

Jens Thielebein, stellv. Leiter der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Wild-, Zoo- und Gehegetiere“, überreichte<br />

Dr. Marco Roller (links) den Klös-Preis.<br />

Foto: Carmen Körner, Cynthia Ruf / <strong>DVG</strong><br />

Mit dem Preis der Ursula und Heinz-Georg<br />

Klös-Stiftung wurde in diesem Jahr Dr. Marco<br />

Roller (Karlsruhe) ausgezeichnet. Herr<br />

Roller ist ein hochengagierter Zootierarzt,<br />

der eine exzellente Dissertation mit dem<br />

Titel „Vorkommen und Bedeutung von Mycobacterium<br />

avium subsp. paratuberculosis<br />

Infektionen in zoologischen Gärten: Literaturübersicht<br />

und Untersuchungen im Zoologisch-Botanischen<br />

Garten Wilhelma“ mit<br />

sehr großem Engagement und herausragendem<br />

Erfolg angefertigt hat. Diese im<br />

letzten Jahr in der Zeitschrift „Frontiers in<br />

Veterinary Science" publizierte Studie erfreut<br />

sich großen nationalen und internationalen<br />

Interesses.<br />

Der dotierte Preis geht auf den ehemaligen<br />

Direktor des Zoologischen Gartens in<br />

Berlin, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heinz-Georg<br />

Klös (1926-2914), und dessen Frau Ursula<br />

zurück, deren Ansinnen es war, die Forschung<br />

auf dem Gebiet der Zoo- und Wildtierkrankheiten<br />

zu unterstützen.<br />

Preis der Annelise-und-Curt-Höhner-Stiftung<br />

Luca Bertzbach, PhD (links) wurde von<br />

<strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Martin Kramer mit dem<br />

Höhner-Preis ausgezeichnet. Foto: Carmen<br />

Körner, Cynthia Ruf / <strong>DVG</strong><br />

Den Preis der Annelise-und-Curt-Höhner-<br />

Stiftung erhielt Luca Bertzbach, PhD (Hamburg).<br />

Seine mit summa cum laude bewertete<br />

PhD-Arbeit trägt den Titel: „Marek’s<br />

disease virus-host interplay: novel insights<br />

into lymphocyte infections of an<br />

oncogenic avian herpesvirus”. Mit seinen<br />

Arbeiten zur Rolle von B-Zellen in der Pathogenese<br />

des onkogenen aviären Alphaherpesvirus<br />

MDV (Virus der Marek’schen<br />

Krankheit) hat er einen fundamentalen<br />

Beitrag zum Verständnis des MDV-Replikationszyklus<br />

im Wirt geleistet.<br />

Dr. Annelise Höhner (1904–1983) war<br />

eine in der Standespolitik hoch engagierte<br />

Kollegin. Mit dem von ihr gestifteten<br />

Preis werden besondere wissenschaftliche<br />

Leistungen in der veterinärmedizinischen<br />

Forschung ausgezeichnet.<br />

Preis der „Pferdeheilkunde“<br />

Auf dem 5. Internationalen Kongress zur<br />

Pferdemedizin wurde der Preis der „Pferdeheilkunde“,<br />

dem offiziellen Organ der <strong>DVG</strong>-<br />

Fachgruppe „Pferdekrankheiten“ verliehen.<br />

Dr. Sabita Stöckle (Berlin) erhielt den<br />

Preis für die Publikation, die aus ihrer Dissertation<br />

hervorgegangen ist und in der<br />

„Pferdeheilkunde“ veröffentlicht wurde:<br />

„Preoperative use of amoxicillin and gen-<br />

Prof. Dr. Michael Röcken mit der Preisträgerin<br />

Dr. Sabita Stöckle. Foto: <strong>DVG</strong><br />

tamicin in elective orthopaedic surgery in<br />

horses – a randomised controlled study“.<br />

Dr. Stöckle arbeitet aktuell an ihrem PhD<br />

zum Thema „Änderungen des Plasma Aminosäureprofils<br />

bei Endokrinopathien des<br />

Pferdes“ und will sich zudem habilitieren.<br />

Da Dr. Hans D. Lauk, Herausgeber der „Pferdeheilkunde“,<br />

erkrankt war, überreichte<br />

Prof. Dr. Michael Röcken, Leiter der Fachgruppe,<br />

den Preis.<br />

70<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Erwin-Becker-Preis<br />

V.l.n.r.: Dr. Hans-Joachim Schäfer (Dechra), PD Dr.<br />

Astrid Bienert-Zeit, die den Preis für Dr. Hauke<br />

Gergeleit entgegennahm, und Prof. Dr. Michael<br />

Röcken (Leiter der Fachgruppe „Pferdekrankheiten“).<br />

Foto: <strong>DVG</strong><br />

Der Erwin-Becker-Preis wurde im Jahr<br />

2<strong>02</strong>2 erstmals verliehen. Im Gedenken<br />

an den deutschen Veterinärchirurgen<br />

und Berliner Hochschullehrer Professor<br />

Dr. Erwin Becker stiftet die Firma Dechra<br />

Veterinary Products Deutschland GmbH<br />

den Preis für eine hervorragende Dissertation,<br />

PhD-Arbeit, Habilitation oder<br />

Originalarbeit aus Beckers Arbeitsgebieten<br />

der Zahnheilkunde, Chirurgie und<br />

Radiologie.<br />

Er wird jährlich abwechselnd für eine<br />

Arbeit auf dem Gebiet Pferdemedizin<br />

bzw. der Klein- und Heimtierzahnheilkunde<br />

verliehen. In diesem Jahr wurde<br />

der Preis von der Fachgruppe „Pferdekrankheiten“<br />

verliehen.<br />

Im Rahmen des 5. Internationalen<br />

Kongresses zur Pferdemedizin, der unter<br />

dem Dach des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses stattfand,<br />

wurde Dr. Hauke Gergeleit (Hannover)<br />

mit seiner wissenschaftlichen Veröffentlichung<br />

„Complications following<br />

Mandibular Cheek Tooth Extraction in 20<br />

Horses“ ausgezeichnet, die im August<br />

2<strong>02</strong>0 im Journal Frontiers in Veterinary Science<br />

erschienen ist. Da sich Dr. Gergeleit<br />

beruflich in Australien aufhielt, nahm PD<br />

Dr. Astrid Bienert-Zeit (Hannover) den Preis<br />

entgegen.<br />

Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Das Future Board der DGK-<strong>DVG</strong> gestaltete<br />

die Vortrags-Session der Freien Vorträge<br />

und Poster, die in diesem Jahr live gestreamt<br />

wurde. Auch die Posterautor:innen<br />

konnten ihre Studien in einer Kurzpräsentation<br />

vorstellen. Das Future Board ist das<br />

wissenschaftliche Nachwuchs-Gremium<br />

der DGK-<strong>DVG</strong> und wird von Hill’s Pet Nutrition<br />

gefördert. Zusammengesetzt ist es<br />

aus je einer/m Repräsentant:in der fünf<br />

deutschen veterinärmedizinischen Bildungseinrichtungen.<br />

Die Mitglieder des<br />

Future Boards führten souverän durch die<br />

Session und durch die Preisverleihung, die<br />

im Rahmen der Eröffnungsfeier des <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congresses stattfand.<br />

Folgende Vorträge und Poster wurden<br />

ausgezeichnet:<br />

Freie Vorträge<br />

1. Preis (500,- Euro)<br />

Daniela Krentz (München)<br />

Erfolgreiche Therapie von Katzen mit<br />

infektiöser Peritonitis mit einem oralen<br />

antiviralen Medikament<br />

2. Preis (Buchgutschein)<br />

Dr. William Pownall (Bern, CH)<br />

V.l.n.r.: David Conrad, Katharina Zwicklbauer, Dr. William Pownall, Daniela Krentz, Carolin Jungmann.<br />

Foto: Carmen Körner & Cynthia Ruf / <strong>DVG</strong><br />

Tumor-associated antigens (TAA) discovery<br />

for canine brain tumors adjunctive<br />

immunotherapy after surgery<br />

3. Preis (Buchgutschein)<br />

Katharina Zwicklbauer (München)<br />

Abnahme der Viruslast in Blut, Erguss<br />

und Kot sowie der Antikörper bei Katzen<br />

mit feliner infektiöser Peritonitis<br />

unter Therapie mit dem antiviralen Medikament<br />

GS-441524<br />

Laboklin-Preis<br />

- Bester freier Vortrag im Bereich der Labordiagnostik<br />

(700,- Euro)<br />

Carolin Jungmann (Hannover)<br />

Spielen Oxytocin- und Progesteronrezeptoren<br />

eine Rolle bei der Entstehung<br />

der caninen Wehenschwäche?<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 71


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Eva Maria Kalbhenn freute sich über den 1. Posterpreis. Foto: <strong>DVG</strong><br />

Dr. Ingo Schäfer und Dr. Sarah Gutmann.<br />

Foto: Carmen Körner & Cynthia Ruf / <strong>DVG</strong><br />

Poster<br />

1. Preis (500,- Euro)<br />

Eva Maria Kalbhenn (Bad Kissingen)<br />

Bacteriophages in companion animals<br />

and their in vitro effectiveness<br />

2. Preis (Buchgutschein)<br />

Dr. Sarah Gutmann (Leipzig)<br />

Applikationsgenauigkeit eines rahmenlosen<br />

optischen Neuronavigationssystems<br />

beim Einsatz als Orientierungshilfe<br />

für Kraniotomien<br />

3. Preis (Buchgutschein)<br />

Dr. Ingo Schäfer (Bad Kissingen)<br />

Tick-borne encephalitis virus (TBEV) in<br />

dogs from Germany (2010-2<strong>02</strong>1)<br />

Laboklin-Preis<br />

- Bestes Poster im Bereich der Labordiagnostik<br />

(700,- Euro)<br />

David Conrad (Bad Kissingen)<br />

RAS-Mutationen in den akralen Melanomen<br />

des Hundes<br />

Die Preise für die Freien Vorträge sowie<br />

die Buchgutscheine für die Poster wurden<br />

von der Schlüterschen Fachmedien GmbH<br />

gestiftet. Den Geldpreis für das beste Poster<br />

stiftete die DGK-<strong>DVG</strong> und den Laboklin-Preis<br />

(Vortrag und Poster) die Firma<br />

Laboklin.<br />

Die Preisträger mit Jury, Sponsor und Fachgruppenleitung (v.l.n.r.): Jennifer<br />

Strangalies (Schlütersche), Dr. Felix Lackmann, Dr. Thomas Häußler, Max<br />

Weniger, Dr. Mathias Brunnberg, Dr. Bastien Planchamp, Dr. Kay Schmerbach,<br />

PD Dr. Mirja Nolff, Dr. Christine Peppler. Foto: <strong>DVG</strong><br />

Fachgruppe „Chirurgie“<br />

Auf der Tagung der Fachgruppe „Chirurgie“ erhielten folgende<br />

Kollegen Preise für ihre Vorträge:<br />

1. Preis (500,- Euro)<br />

Dr. Bastien Planchamp (Bern, CH)<br />

Festlegung von Bildgebungsparametern für die Diagnose der<br />

atlantoaxialen Instabilität bei kleinen Hunderassen<br />

2. Preis (Buchgutschein)<br />

Max Weniger (Gießen)<br />

Validierung der Implantationswinkel und Machbarkeitsstudie<br />

der Versorgung von Wirbelfrakturen und -luxationen bei<br />

der Katze mittels 2,0 mm Locking Cortical Pearl Plate<br />

3. Preis (Buchgutschein)<br />

Dr. Felix Lackmann (Berlin)<br />

Quantitative Bewertung der Wundspannung in Hautwunden<br />

mit Hilfe eines neu entwickelten Wundtensiometers<br />

Die Preise wurden von der Schlüterschen Fachmedien GmbH gestiftet.<br />

72<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Fachgruppe „Veterinärmedizinische Anästhesie,<br />

Notfallmedizin und Schmerztherapie (VAINS)<br />

Auch auf der Tagung der Fachgruppe wurden die drei besten Vorträge<br />

ausgezeichnet.<br />

Über ihre Preise freuten sich:<br />

1. Preis (Jahresabo der Tierärztlichen Praxis, Kleintiere, und<br />

Buchgutschein über 100 Euro)<br />

Dr. Liza Wittenberg-Voges (Hannover)<br />

Evaluierung der Zuverlässigkeit und Wiederholbarkeit von<br />

kutaner Kältestimulation zur Bestimmung von aversiven<br />

Schwellenwerten beim Beagle unter Verwendung unterschiedlicher<br />

Stimulationsprotokolle<br />

2. Preis (Buchgutschein über 50 Euro)<br />

Julia Ortlieb (Gießen)<br />

Behandlung einer Aspirationspneumonie mittels High Flow<br />

Sauerstofftherapie<br />

3. Preis (Buchgutschein über 50 Euro)<br />

Dr. Stephan Neudeck (Hannover)<br />

Einfluss einer induzierten Endotoxämie auf mikrozirkulatorische<br />

Variablen beim Pferd<br />

Die Preisträger mit Jury und Fachgruppenleitung (v.l.n.r.): Dr. Esther<br />

Haßdenteufel, Dr. Julia Tünsmeyer, Dr. Liza Wittenberg-Voges, Julia Ortlieb,<br />

Dr. Franz Josef Söbbeler, Dr. Stephan Neudeck, Dr. Frauke Paul, Dr. Hendrik<br />

Lehmann. Foto: <strong>DVG</strong><br />

Die Preise wurden vom Georg Thieme Verlag gestiftet.<br />

Fachgruppe „Tierernährung“<br />

Zum zweiten Mail wurden auf der Tagung der Fachgruppe Preise<br />

für den besten Vortrag bzw. das beste Poster verliehen.<br />

Die Preise erhielten:<br />

• Bester Vortrag (350,- Euro)<br />

Yada Duangnumsawang (Berlin)<br />

Impact of feed additives and host-related factors on bacterial<br />

metabolic activity, and immunological traits in the caecum<br />

of broilers<br />

• Bestes Poster (150,- Euro)<br />

Marlene Köninger (Leipzig)<br />

Luzerneheu – eine Raufutteralternative für Pferde?<br />

Die Preise wurden von der Firma Vet-Concept gestiftet.<br />

Die Preisträger mit Jury, Sponsor und Fachgruppenleitung (v.l.n.r.):<br />

Prof. Dr. Sven Dänicke, Dr. Sonja Bergs (Vet-Concept), Prof. Dr. Jürgen<br />

Zentek, Yada Duangnumsawang, Marlene Köninger, Dr. Britta Dobenecker,<br />

Prof. Dr. Ingrid Vervuert, Prof. Dr. Nadine Paßlack. Foto: <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 73


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Ausschreibung des Otfried-Siegmann-Preises 2<strong>02</strong>3 der <strong>DVG</strong><br />

Die <strong>DVG</strong> schreibt den „Otfried-Siegmann-<br />

Preis 2<strong>02</strong>3 der <strong>DVG</strong>“ aus.<br />

Mit dem Preis sollen Wissenschaftler:innen<br />

bis zu einem Alter von 40 Jahren ausgezeichnet<br />

werden, deren wissenschaftliche<br />

Publikationen sie als hoch qualifizierten<br />

wissenschaftlichen Nachwuchs ausweisen.<br />

Der Otfried-Siegmann-Preis der <strong>DVG</strong> wird<br />

von der AniCon Labor GmbH (www.anicon.eu)<br />

gestiftet und ist mit 10.000,00 € dotiert,<br />

die jeweils hälftig dem / der Preisträger:in<br />

und der wissenschaftlichen Einrichtung<br />

zufließen, an der die Arbeit erstellt wurde.<br />

Der Preis ist nicht teilbar.<br />

Ausgezeichnet werden Arbeiten aus veterinärmedizinischen<br />

und eng verwandten<br />

Gebieten, die sich mit infektionsmedizinischen<br />

Fragestellungen bei landwirtschaftlichen<br />

Nutztieren einschließlich Bienen<br />

und Nutzfischen befassen und bereits zur<br />

Publikation angenommen oder veröffentlicht<br />

sind.<br />

Vorschläge und Eigenbewerbungen können<br />

eingereicht werden bei der<br />

Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong><br />

An der Alten Post 2<br />

35390 Gießen<br />

bevorzugt per E-Mail an:<br />

stiftungen@dvg.de<br />

Ausschreibung des Erwin-Becker-Preises 2<strong>02</strong>3<br />

Folgende Unterlagen sind beizufügen:<br />

1. Lebenslauf mit beruflichem Werdegang<br />

und Publikationsliste des / der Kandidat:in<br />

2. Die zur Preisvergabe vorgeschlagene<br />

Publikation<br />

Über die Vergabe des Preises entscheidet<br />

ein Kuratorium.<br />

Die Richtlinien für die Vergabe des<br />

Preises können bei der Geschäftsstelle der<br />

<strong>DVG</strong> angefordert werden und sind online<br />

verfügbar: www.dvg.de.<br />

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

Letzter Termin für die Einreichung von Vorschlägen<br />

ist der 15. Februar 2<strong>02</strong>3.<br />

Der Preis wird im Rahmen eines Kongresses<br />

der <strong>DVG</strong> verliehen.<br />

Prof. Dr. med. vet. Erwin Becker im Operationssaal<br />

des alten Gutsgestütsgebäudes auf Düppel<br />

in Berlin, Frühjahr 1958. Bildquelle: Kunkemöller<br />

Indra (2001), TiHo Hannover, Diss med vet,<br />

Becker Gästebuch Nr. 2<br />

de DGT, Fachgruppe der <strong>DVG</strong>, verliehen.<br />

Die Arbeit muss in deutscher oder englischer<br />

Sprache verfasst und innerhalb der<br />

letzten zwei Jahre vor dem jeweiligen Vorschlagstermin<br />

publiziert oder zur Publikation<br />

angenommen sein. Thematisch muss<br />

sich die wissenschaftliche Arbeit mit dem<br />

Gebiet der Klein- und Heimtierzahnheilkunde<br />

beschäftigen. Literaturarbeiten und<br />

Fallberichte sind ausgeschlossen.<br />

Der Preis wird an Wissenschaftler:innen<br />

mit abgeschlossenem Studium der Tiermedizin<br />

verliehen. Ist eine vorgelegte Originalarbeit<br />

unter dem Namen mehrerer<br />

Autor:innen erschienen, muss nachgewiesen<br />

sein, dass die für die Verleihung des<br />

Preises vorgesehene Person konzeptionell<br />

und experimentell den entscheidenden Anteil<br />

zur Entstehung der Arbeit geleistet hat.<br />

Eine Teilung des Preises in zwei gleiche Teile<br />

ist im Ausnahmefall bei hervorragenden,<br />

gleichwertigen Arbeiten möglich.<br />

Bewerbung & Fristen<br />

Vorschlagsberechtigt sind generell Tierärztinnen<br />

und Tierärzte, eine Eigenbewerbung<br />

Erwin-Becker-Preis für die beste Publikation<br />

bzw. audiovisuelle Vermittlung von<br />

Lehrinhalten auf dem Gebiet der Kleinund<br />

Heimtierzahnheilkunde<br />

Im Gedenken an den deutschen Veterinärchirurgen<br />

und Berliner Hochschullehrer<br />

Professor Dr. Erwin Becker stiftet die Firma<br />

Dechra Veterinary Products Deutschland<br />

GmbH den Preis für eine Dissertation und<br />

Habilitation oder für wissenschaftliche Originalarbeiten<br />

aus dem gesamten deutschsprachigen<br />

Raum. Der Preis ist mit 1.000<br />

Euro dotiert. Er wird 2<strong>02</strong>3 im Rahmen des<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses in Berlin durch die<br />

Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunist<br />

ausgeschlossen. Vorschläge sind gemeinsam<br />

mit der wissenschaftlichen Arbeit<br />

bis zum 31. März 2<strong>02</strong>3 einzureichen unter:<br />

Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong> e.V.<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen<br />

oder per E-Mail: stiftungen@dvg.de<br />

Die Vergaberichtlinien können unter<br />

https://www.tierzahnaerzte.de/fuer-tier​<br />

aerztinnen-und-tieraerzte-mobile unter<br />

dem Menüpunkt Ausschreibungen oder<br />

auf der <strong>DVG</strong>-Webseite (http://www.dvg.<br />

de) abgerufen werden.<br />

Anmerkung<br />

Die Stifterin gehört nicht dem Verleihungsgremium<br />

an und nimmt keinen Einfluss<br />

auf die Auswahl und die Vergabe des<br />

Preises. Alle Handlungen und Maßnahmen<br />

in Zusammenhang mit dem Becker-Preis<br />

sind an keiner Stelle und zu keinem Zeitpunkt<br />

verknüpft mit geschäftlichen Beziehungen<br />

zur Preisstifterin. Die <strong>DVG</strong>, die Mitglieder<br />

des Verleihungsgremiums sowie<br />

die Preisträger:innen bleiben in ihren Kaufentscheidungen<br />

unabhängig.<br />

74<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Nachwuchsförderpreis der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Tierernährung“<br />

Die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Tierernährung“<br />

schreibt hiermit erstmals den von der Firma<br />

Vet-Concept gestifteten Nachwuchsförderpreis<br />

aus.<br />

Ziel dieses Preises ist es, hervorragende<br />

Leistungen von Nachwuchswissenschaftler:innen<br />

auf dem Gebiet der Tierernährung<br />

auszuzeichnen. Der Preis ist<br />

mit 500 € dotiert.<br />

Ausgezeichnet werden können sehr<br />

gute Dissertationen und PhD-Arbeiten, jedoch<br />

auch Originalarbeiten, bei denen die<br />

Nachwuchswissenschaftler:innen als Erstautor:in<br />

aufgeführt werden. Die Ergebnisse<br />

der Arbeiten müssen einen substantiellen<br />

wissenschaftlichen Beitrag im Kontext<br />

der Ernährung von Heim- oder Nutztieren<br />

leisten.<br />

Vergaberichtlinien<br />

Vorschlagsberechtigt sind alle Mitglieder<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe Tierernährung. Vorschläge<br />

für geeignete Kandidat:innen sind<br />

an die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle jeweils bis zum<br />

Ende des Aprils eines Jahres und per E-Mail<br />

zu richten. Eigenbewerbungen sind ausgeschlossen.<br />

Ebenso kann der Preis nicht wiederholt<br />

an dieselbe Person vergeben werden.<br />

Dem Vorschlag ist beizufügen:<br />

• eine Begründung des vorschlagenden<br />

Fachgruppenmitglieds, die ca. 1 bis 2<br />

Seiten umfassen und die wissenschaftlichen<br />

Leistungen der auszuzeichnenden<br />

Person beschreiben soll<br />

• die auszuzeichnende Arbeit als PDF<br />

(Dissertation, PhD-Arbeit oder Originalarbeit)<br />

• der wissenschaftliche Lebenslauf der<br />

auszuzeichnenden Person<br />

Über die Vergabe des Preises entscheidet<br />

ein wissenschaftliches Komitee, das sich<br />

aus den Vorsitzenden der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Tierernährung“ sowie aus mindestens<br />

drei weiteren Fachgruppenmitgliedern zusammensetzt.<br />

Werden keine geeigneten<br />

Kandidat:innen vorgeschlagen, ist eine<br />

Nichtvergabe des Preises möglich.<br />

Die Entscheidung des Komitees erfolgt<br />

unter Ausschluss des Rechtsweges und ist<br />

endgültig.<br />

Vorschläge für den Nachwuchsförderpreis<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Tierernährung“ 2<strong>02</strong>3<br />

können bis zum 30. April 2<strong>02</strong>3 eingereicht<br />

werden bei der:<br />

Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong> e.V.<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen<br />

E-Mail: stiftungen@dvg.de<br />

Ausschreibung des Förderpreises der DGK-<strong>DVG</strong><br />

Die <strong>DVG</strong> schreibt hiermit den „Förderpreis<br />

der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin“<br />

2<strong>02</strong>3 aus. Der Preis wird anlässlich<br />

des 69. Jahreskongresses der DGK-<strong>DVG</strong><br />

vom 23 bis 25. November 2<strong>02</strong>3 in Berlin<br />

verliehen.<br />

Mit dem „Förderpreis der Deutschen<br />

Gesellschaft für Kleintiermedizin“ sollen<br />

Nachwuchswissenschaftlerinnen und<br />

Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet<br />

werden, die herausragende klinisch-wissenschaftliche<br />

Arbeiten unter Berücksichtigung<br />

aller Fachgebiete der klinischen<br />

Klein- und Heimtiermedizin in anerkannten<br />

begutachteten Fachjournalen publiziert<br />

haben.<br />

Vorschläge für die Vergabe des Preises<br />

können vorzugsweise per E-Mail bei der<br />

Deutschen Veterinärmedizinischen<br />

Gesellschaft (<strong>DVG</strong>)<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen<br />

E-Mail: stiftungen@dvg.de<br />

eingereicht werden (Eigenbewerbungen<br />

sind nicht möglich).<br />

Dem Vorschlag sind folgende Unterlagen<br />

über die Kandidatin/den Kandidaten<br />

beizufügen:<br />

1. Beschreibung der besonderen wissenschaftlichen<br />

Leistungen des/der Auszuzeichnenden<br />

2. Wissenschaftlicher Lebenslauf<br />

3. Vollständiges Publikationsverzeichnis<br />

Über die Vergabe des Preises entscheidet<br />

das Kuratorium des „Förderpreises der<br />

Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin“.<br />

Die Richtlinien für die Vergabe des<br />

Preises können bei der Geschäftsstelle der<br />

<strong>DVG</strong> angefordert oder von der Internetseite<br />

der <strong>DVG</strong> (http://www.dvg.de) heruntergeladen<br />

werden.<br />

Letzter Termin für die Einreichung von Vorschlägen<br />

ist der 31. Mai 2<strong>02</strong>3.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 75


NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />

Dienstjubiläum – Dr. Uschi Reichel 20 Jahre bei der <strong>DVG</strong><br />

Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Dr. Uschi<br />

Reichel bei der <strong>DVG</strong> tätig. Am 01.07.20<strong>02</strong><br />

begann ihre Beschäftigung in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle,<br />

die damals noch unter dem<br />

Dach im Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten<br />

der Tiere am Fachbereich<br />

Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität<br />

Gießen untergebracht war. Seitdem<br />

steht Dr. Reichel für zahlreiche Belange<br />

der <strong>DVG</strong> zur Verfügung, insbesondere<br />

am Telefon, in der Mitgliederverwaltung<br />

und bei der Kommunikation mit den Mitgliedern.<br />

So scheint es ihren Kolleginnen<br />

und Kollegen mitunter, dass sie fast jedes<br />

der annährend 6.000 Mitglieder kennt und<br />

zuzuordnen weiß. Uschi Reichel hat im Bereich<br />

Parasitologie bei Rassehühnern promoviert.<br />

In ihrer Freizeit ist sie viel mit<br />

ihren Hunden Elliot und Piet unterwegs.<br />

Das <strong>DVG</strong>-Team gratuliert herzlich und<br />

freut sich auf die weitere Zusammenarbeit!<br />

Seit 20 Jahren bei der <strong>DVG</strong>: Dr. Uschi Reichel.<br />

Foto: <strong>DVG</strong><br />

In eigener Sache – Bitte um Zusendung Ihrer E-Mail-Adresse<br />

Liebe Kolleginnen und Kollegen,<br />

um Ihnen Informationen über anstehende<br />

Tagungen, günstige Frühbucherrabatte,<br />

Deadlines für Abstract-Einreichungen<br />

oder Bewerbungen für Preise schnell und<br />

kostengünstig zukommen lassen zu können,<br />

nutzen wir die Zusendung per E-Mail.<br />

Dafür benötigen wir Ihre aktuelle<br />

E-Mail-Adresse. Bitte teilen Sie uns Ihre E-<br />

Mail mit, falls Sie noch keine <strong>DVG</strong>-Mails<br />

erhalten.<br />

• Sie erhalten nur Meldungen, welche die<br />

von Ihnen gewählten Fachgruppen betreffen<br />

und die daher für Sie auch relevant<br />

sind.<br />

• Falls Sie früher E-Mail-Nachrichten von<br />

der <strong>DVG</strong> bekommen haben, diese jetzt<br />

aber vermissen, schauen Sie bitte im<br />

Spam- Ordner nach.<br />

• Falls sich Ihre Adresse geändert hat, teilen<br />

Sie uns dies bitte mit (auch Änderungen<br />

der postalischen Adresse).<br />

Selbstverständlich halten wir alle gesetzlichen<br />

Datenschutzbestimmungen ein<br />

und geben die Adressen nicht an Dritte<br />

weiter.<br />

Wir freuen uns über Mitteilungen an:<br />

E-Mail: info@dvg.de<br />

Telefon: 0641 9844460<br />

Vielen Dank!<br />

Ihr Team von der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Werde Schnuppermitglied!<br />

Studierende und Doktorand:innen können für 25,00 € im Jahr Schnuppermitglied in<br />

der <strong>DVG</strong> werden. Das hat viele Vorteile.<br />

<strong>DVG</strong>-Mitglieder erhalten u. a.:<br />

• Ermäßigungen bei Tagungen, Fortbildungen und Kongressen der <strong>DVG</strong> und ATF<br />

• Preisnachlass bei Publikationen des <strong>DVG</strong>- Verlags sowie bei weiteren Publikationen<br />

• günstige Abos für die Zeitschriften „Kleintierpraxis“ und „Tierärztliche Praxis“<br />

Weitere Infos: www.dvg.de<br />

Oder fragen Sie uns: Tel.: 0641 9844460, info@dvg.de<br />

Foto: Dorota Kudyba, pixabay.com<br />

76<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />

Im verdienten Ruhestand: Steuerberater Gerhard Rössler<br />

Über mehr als 35 Jahre war Gerhard Rössler<br />

(Gießen) als Steuerberater für die <strong>DVG</strong> tätig;<br />

zunächst für den eingetragenen Verein und<br />

seit der Gründung der <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

20<strong>02</strong> auch für diese Einrichtung des Vereins,<br />

die die wirtschaftlichen Aktivitäten übernommen<br />

hat. 1985 regte der damalige Kassenprüfer<br />

der <strong>DVG</strong>, Prof. Dr. Dieter Manz<br />

(Gießen), auf der Mitgliederversammlung<br />

an, dass „ein außenstehender Fachmann“<br />

eine Kassenprüfung vor den vom Verein gewählten<br />

Kassenprüfern vornehmen sollte,<br />

um diesen die Arbeit zu erleichtern. Seitdem<br />

wurde Gerhard Rössler als externer Experte<br />

hinzugezogen und erstellte den Jahresabschluss<br />

für die <strong>DVG</strong> e.V. und später<br />

auch für die <strong>DVG</strong> Service GmbH.<br />

In diesen Jahrzehnten hat sich die <strong>DVG</strong><br />

in zügigen Schritten weiterentwickelt und<br />

ist zu einer der größten veterinärmedizinischen<br />

Vereinigungen in Deutschland gewachsen.<br />

Der Verein hat heute annähernd<br />

6.000 Mitglieder. Die <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

führt jährlich zahlreiche Veranstaltungen<br />

in Präsenz sowie online und hybrid durch,<br />

darunter kleinere Seminare und Tagungen<br />

bis hin zum <strong>DVG</strong>-Vet-Congress mit etwa<br />

20 parallelen Fachgruppentagungen und<br />

bis zu 2.500 Teilnehmer:innen.<br />

Vorstand und Geschäftsführung danken<br />

Herrn Rössler für viele Jahre überaus<br />

kompetente steuerliche Beratung und für<br />

die vertrauensvolle Zusammenarbeit!<br />

Gerhard Rössler betreut noch gelegentlich<br />

interne Projekte; die steuerliche<br />

Beratung der <strong>DVG</strong> hat sein Partner Fabian<br />

Pitz übernommen.<br />

Ein Berufsleben lang für die <strong>DVG</strong> im Einsatz:<br />

Steuerberater Gerhard Rössler (rechts), hier mit<br />

<strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Martin Kramer. Foto: <strong>DVG</strong><br />

Was die <strong>DVG</strong> ihren Mitgliedern bietet – Vorteile einer <strong>DVG</strong>-Mitgliedschaft<br />

• Ermäßigung bei Tagungen, Fortbildungen<br />

und Kongressen der <strong>DVG</strong> und ATF<br />

• Ermäßigung bei internationalen Kongressen<br />

von Veranstaltern, bei denen<br />

die <strong>DVG</strong> Mitglied ist<br />

• Betriebshaftpflichtversicherung über<br />

https://main-finanz.de/dvg/<br />

• 20 Prozent Preisnachlass bei allen im<br />

<strong>DVG</strong>-Verlag erschienenen Publikationen<br />

(excl. Blauer Hund und Online Marketing<br />

Guide)<br />

• Ein Jahr kostenfreier Bezug der „Kleintierpraxis“<br />

(offizielles Organ der <strong>DVG</strong>-<br />

Fachgruppen DGK-<strong>DVG</strong> inkl. AGs und<br />

Chirurgie) für Neu-Mitglieder, danach<br />

25 Prozent Rabatt (Rabatt gilt auch,<br />

wenn schon ein Abonnement besteht)<br />

• 30 Prozent Rabatt auf die „Tierärztliche<br />

Praxis“ (offizielles Organ der <strong>DVG</strong>-Fachgruppen<br />

InnLab, Pathologie, Anästhesie,<br />

kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel,<br />

Bienen sowie Zier-, Zoo- und<br />

Wildvögel, Reptilien, Amphibien und Fische,<br />

erscheint sechsmal jährlich)<br />

• Preisnachlass für Publikationen des<br />

Bundesverbandes für fachgerechten<br />

Natur- und Artenschutz e. V. (BNA)<br />

• <strong>DVG</strong>-Mitgliederzeitschrift „Forum“<br />

zweimal jährlich<br />

• Kostenlose Zusendung von Programmheften<br />

Jährliche Mitgliedsbeiträge<br />

• Regulärer Beitrag: 120 Euro<br />

• Schnuppermitgliedschaft für Studierende<br />

und Doktorand:innen: 25,00 Euro<br />

• Ermäßigter Beitrag für Tierärzt:innen in<br />

Elternzeit, Arbeitslose: 30,00 Euro<br />

• Kolleg:innen in Rente oder Pension: auf<br />

Antrag Ermäßigung auf 30,00 Euro<br />

Haben Sie Interesse an einer Mitgliedschaft?<br />

Alle Informationen sowie ein Online-Aufnahmeformular<br />

finden Sie unter:<br />

www.dvg.de q Mitgliedschaft<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 77


IMPRESSUM<br />

Unsere Räumlichkeiten für Ihre<br />

Events – Workshops – Seminare<br />

ALLE INFOS HIER:<br />

<strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

An der Alten Post 2<br />

35390 Gießen<br />

+49 (0)641 984446-0<br />

veranstaltungen@dvg.de<br />

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Herausgeber:<br />

Deutsche Veterinärmedizinische<br />

Gesellschaft e. V.<br />

Präsident:<br />

Prof. Dr. Dr. h. c. (Bursa) Dr. h. c. (Torun)<br />

Martin Kramer<br />

Vizepräsident, Schatzmeister:<br />

Prof. Dr. Jörg Aschenbach<br />

ISSN 1861-907X<br />

Redaktion: <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

PD Dr. Susanne Alldinger und<br />

Dr. Marion Selig<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen<br />

Tel.: 0641 98 44 46 0<br />

E-Mail: info@dvg.de<br />

Internet: www.dvg.de<br />

Registergericht Gießen<br />

Handelsregister Nr. HRB 3877<br />

Fotos Titelseite:<br />

V.o.n.u. und v.l.n.r.: pixabay.com (2x);<br />

Wedemark-Lamas, Stefan Germann;<br />

May Chanikran, stock.adobe.com/.<br />

Verlag:<br />

Verlag der <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen<br />

Tel.: 0641 98 44 46 0<br />

Druck und Bindung:<br />

Druckerei Bender GmbH<br />

Hauptstr. 27, 35435 Wettenberg<br />

Tel.: 0641 9849960, Fax: 0641 98499620<br />

E-Mail: info@druckerei-bender.de<br />

Internet: www.druckerei-bender.de<br />

Layout / Bildbearbeitung:<br />

Bernd Burkart, www.form-und-produktion.de<br />

Anzeigen:<br />

<strong>DVG</strong> Service GmbH, Tel.: 0641 98 44 46 0<br />

forum@dvg.de<br />

Das <strong>DVG</strong>-Forum erscheint in einer Onlinesowie<br />

in einer Print-Ausgabe.<br />

Auflage der Print-Ausgabe: 2.000<br />

Erscheinungsweise: zweimal jährlich<br />

Mediadaten:<br />

www.dvg.de t Über uns t <strong>DVG</strong>-Forum<br />

Es gilt die dort angegebene Anzeigenpreisliste.<br />

Die Verantwortlichkeit für den Inhalt der<br />

Beiträge liegt bei den Verfasser:innen. Der<br />

auszugsweise Abdruck ist unter Angabe der<br />

Quelle gestattet. Die Übersendung eines<br />

Belegexemplars wird erbeten. Berufs-, Status-<br />

und Funktionsbezeichnungen im <strong>DVG</strong>-<br />

Forum gelten für alle Geschlechter.<br />

78<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>0


PERSONEN<br />

„Wider das Vergessen“ – Zum Tod von Dr. Georg Möllers<br />

Dr. Georg Möllers. Foto: privat<br />

Die Fachgruppe „Geschichte“ trauert um<br />

einen hochgeschätzten Kollegen und<br />

Freund. Am 26. Juli 2<strong>02</strong>2 hat Georg Möllers<br />

seinen jahrelangen Kampf gegen ein heimtückisches<br />

Krebsleiden im Alter von 62<br />

Jahren verloren.<br />

Georg wurde am 22. Februar 1960 in<br />

Rheine geboren, war gelernter Zootierpfleger<br />

und Pferdewirt und studierte an der TiHo<br />

Hannover Veterinärmedizin (1992–1998),<br />

von 1994 an als Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung,<br />

die im Anschluss auch sein<br />

Promotionsstudium unterstützte.<br />

Seine Teilnahme an der ersten <strong>DVG</strong>-<br />

Fachtagung zum Thema „Tiermedizin im<br />

Dritten Reich“ im Herbst 1997 in Hannover<br />

war Motivation, sich mit einem Thema zu<br />

beschäftigen, das auf der Tagung nur gestreift<br />

worden war. Es war das Thema „Jüdische<br />

Tierärzte im Deutschen Reich in der<br />

Zeit von 1918 bis 1945“. So lautete dann<br />

auch der Titel seiner mit 337 Seiten gewichtigen<br />

Dissertation, mit der er im Som-<br />

mersemester 20<strong>02</strong> an der TiHo Hannover<br />

mit dem Prädikat summa cum laude zum<br />

Dr. med. vet. promoviert wurde.<br />

Georg konnte den Lebensweg und das<br />

Schicksal von 131 jüdischen Tiermedizinern<br />

biographisch erfassen. Und das war Kärrnerarbeit.<br />

Unzählige Anfragen an Archive<br />

mussten gestellt werden, und die mündliche<br />

oder schriftliche Befragung von Zeitzeugen<br />

oder deren Nachfahren im In- und<br />

Ausland war nicht nur zeitaufwändig, der<br />

persönliche Kontakt erforderte auch eine<br />

hohe Sensibilität. Aber das war Georg:<br />

Einem Gegenüber mit Respekt und Empathie<br />

zu begegnen, hat ihm nicht nur Tür und<br />

Tor, sondern auch Herzen geöffnet.<br />

Georgs Dissertation war eine Pionierarbeit,<br />

die für die Tierärzteschaft Deutschlands<br />

und Israels bis heute eine große gesellschaftspolitische<br />

Bedeutung hat. Er<br />

wurde dafür im Jahr 2006 mit dem „Dr. Ari<br />

Shoshan Research Prize in Veterinary History“<br />

der Israelischen Tierärztegesellschaft<br />

ausgezeichnet, den er in Jerusalem persönlich<br />

entgegennahm.<br />

Nach der Promotion setzte Georg seine<br />

Aktivitäten „Wider das Vergessen“ kontinuierlich<br />

fort. Er arbeitete zunächst als Labortierarzt<br />

im BSE-Labor der LUFA in Hannover-<br />

Ahlem (20<strong>02</strong>–2005), anschließend war er als<br />

amtlicher Tierarzt beim Landkreis Schmalkalden-Meiningen<br />

tätig (2005–2018).<br />

Georg hat respektable Vorträge gehalten<br />

und viel beachtete Aufsätze publiziert,<br />

und das stets mit dem Ziel, die Erinnerungskultur<br />

wachzuhalten: „Es bleibt eine<br />

Pflicht der deutschen Veterinärmedizin, sich<br />

der Opfer des Nationalsozialismus in ihren<br />

Reihen zu erinnern und ihnen ein ehrendes<br />

Andenken zu bewahren”, hatte er bereits<br />

2005 festgestellt. Und dieses Ziel hat er<br />

mit hoher Sachkompetenz und mit Herzblut<br />

verfolgt.<br />

Im Jahr 2018 hat er ein Resumee des<br />

bisher Erreichten gezogen und mit Blick<br />

auf Israel folgendes geschrieben: „Die Auf-<br />

arbeitung dieses Teils der deutschen Veterinärgeschichte<br />

wird in Israel aufmerksam<br />

verfolgt […]. Als wichtigster Aspekt bleibt<br />

festzuhalten, […] dass es für die Nachfahren<br />

der Opfer nach wie vor immens wichtig ist<br />

zu sehen, dass das Andenken an die Leiden<br />

und die Not ihrer Vorfahren im Land der Täter<br />

bewahrt und dass die Kultur des Erinnerns<br />

weitergetragen wird.”<br />

Der entscheidende Durchbruch, die<br />

gesamte Tierärzteschaft für dieses Ziel zu<br />

sensibilisieren, gelang mit einem Aufsatz<br />

im Deutschen Tierärzteblatt 2/2019. Georg<br />

Möllers und Michael Schimanski erinnerten<br />

daran, dass vor 80 Jahren, zum 31. Januar<br />

1939, allen jüdischen Tierärzten die<br />

Approbation entzogen worden war. Sie<br />

hatten damit Berufsverbot und verloren<br />

ihre wirtschaftliche Existenz. Der Artikel<br />

endet mit der Ankündigung, einen bleibenden<br />

Gedenkort zu schaffen.<br />

Und ein solcher Gedenkort ist seit dem<br />

9. November 2<strong>02</strong>0 online. Es ist die Datenbank<br />

„NS-Schicksale“, die auf der Homepage<br />

der Bundestierärztekammer für jedermann<br />

zugänglich ist. Sie enthält derzeit<br />

155 kommentierte Kurzbiographien.<br />

Auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages<br />

zwischen der <strong>DVG</strong> und der BTK und<br />

durch tatkräftige Unterstützung der Chefredakteurin<br />

des Deutschen Tierärzteblattes<br />

ist damit ein virtuelles Forum zum<br />

dauerhaften Gedenken an die Opfer des<br />

Nationalsozialismus im Bereich der Tiermedizin<br />

geschaffen.<br />

Diese Datenbank ist Georgs Lebenswerk,<br />

für das er so viele Jahre gemeinsam<br />

mit Michael Schimanski gearbeitet hat,<br />

der sie auch fortschreiben und aktualisieren<br />

wird. Sie ist zugleich ein offizieller Ausdruck<br />

für die hohe Wertschätzung seiner<br />

Person. Georg hat es erreicht, dass die<br />

deutsche Tierärzteschaft sich klar positioniert<br />

hat: gegen Antisemitismus, gegen<br />

Rassismus und gegen Diskriminierung.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 79


PERSONEN<br />

Georg Möllers hat für die Veterinärgeschichte<br />

Unschätzbares geleistet, und das<br />

seit vielen Jahren mit dem Sensenmann im<br />

Rücken. Er hat eine Erinnerungskultur geschaffen,<br />

die der Tiermedizin in anderen<br />

Ländern zum Vorbild wurde. Seine berufsgeschichtliche<br />

Forschungsarbeit und sein<br />

soziales und politisches Engagement in<br />

seinem Thüringer Umfeld wurden auf<br />

einer sehr stimmungsvollen Abschiedsfeier<br />

in der Pfarrkirche in Mehmels am 13.<br />

August 2<strong>02</strong>2 mit zahlreichen Wort- und<br />

Musikbeiträgen eindrucksvoll gewürdigt.<br />

Johann Schäffer<br />

Michael Schimanski<br />

Melanie Schweizer<br />

Martin F. Brumme<br />

Nachruf auf Dr. Heinz Strobel<br />

Dr. Heinz Strobel. Foto: privat<br />

Für uns alle unfassbar starb am 25.10.2<strong>02</strong>2<br />

plötzlich und unerwartet Dr. Heinz Strobel<br />

im Alter von 66 Jahren. Wir verlieren mit<br />

ihm einen guten Freund und hochgeschätzten<br />

Kollegen, einen engagierten<br />

und unermüdlichen Botschafter für die Belange<br />

der Tiergesundheit und Schäferei,<br />

und einen weltoffenen, vielseitigen Menschen,<br />

der viele von uns nachhaltig geprägt<br />

hat.<br />

Nach Studium und Promotion in München<br />

war Heinz Strobel zunächst in eigener<br />

Gemischtpraxis tätig. Seit 1990 erfolgte<br />

seine Spezialisierung auf die Behandlung<br />

von Schafen. Er war selbst Schafhalter,<br />

und in seiner tierärztlichen Arbeit vereinte<br />

er stets neueste wissenschaftliche Erkenntnisse<br />

mit solidem praktischem<br />

Arbeiten. So wurde er ein wichtiges Bindeglied<br />

zwischen Schäferei, Tiermedizin und<br />

Gesellschaft. Dabei war es ihm stets ein<br />

großes Anliegen, neueste Forschungsergebnisse<br />

zum Wohle der Tiergesundheit<br />

unmittelbar in die Praxis umzusetzen. Als<br />

Beispiel sei hier sein Engagement für die<br />

Behandlung der Moderhinke zu nennen,<br />

um traditionelle, überkommene Behandlungsverfahren<br />

durch wissenschaftlich<br />

fundierte Methoden zu ersetzen. Mit ungezählten<br />

Fachvorträgen sowie der Organisation<br />

und Durchführung von praktischen<br />

Kursen für Tierhalter und Klauenpfleger<br />

war er hier über Jahre sehr aktiv. In<br />

ähnlicher Weise nutzte er seine internationalen<br />

Kontakte, um seinen Betreuungsbetrieben<br />

die Vorteile der Trächtigkeitsdiagnostik<br />

mit Bestimmung der Foetenzahl<br />

zugänglich zu machen, und parallel seinen<br />

tierärztlichen Kolleginnen und Kollegen<br />

die Möglichkeit zu geben, in intensiv betreuten<br />

Kursen diese Technik von internationalen<br />

Experten zu erlernen. Aus der Praxis<br />

heraus initiierte und begleitete er zudem<br />

zahlreiche Forschungsprojekte. Die<br />

Aus-, Fort- und Weiterbildung und der stete<br />

Austausch beider Berufsgruppen war<br />

ihm ein großes Anliegen. Sein Wissen und<br />

seinen großen Erfahrungsschatz gab er<br />

gerne an Tierhalter und Kollegen weiter:<br />

als Initiator und Organisator des Triesdorfer<br />

Schafgesundheitstags, mit dem er eine<br />

in der Branche nicht mehr wegzudenkende<br />

Plattform für den Informationsaustausch<br />

zwischen Tierhaltern, Tierärzten sowie<br />

übergeordneten Behörden schuf, als<br />

Vortragender auf tierärztlichen Fortbildungsveranstaltungen<br />

und wissenschaftlichen<br />

Kongressen im In- und Ausland, als<br />

Kursleiter in der Tierwirt- und Meisterausbildung<br />

sowie der Erwachsenenbildung,<br />

als gastfreundlicher Lehrer unzähliger tiermedizinischer<br />

und landwirtschaftlicher<br />

Praktikanten sowie als Buchautor und Verfasser<br />

wissenschaftlicher Publikationen.<br />

Sein typischer trockener, humoristischer<br />

Vortragsstil motivierte eine breite Zuhörerschaft,<br />

sich im Bereich der Schafgesundheit<br />

fortzubilden. Gerade die Ausbildung<br />

junger Kolleginnen und Kollegen lag<br />

ihm sehr am Herzen, und so mancher<br />

„Neuling“ wurde auf Tagungen mit einem<br />

festen Handschlag und den Worten<br />

„Schön, dass Du Dich für Schafe interessierst!“<br />

überraschend begrüßt. Diese offene<br />

Art hat viele nachhaltig beeindruckt. Er<br />

wurde so zum Mentor vieler, die sich für<br />

die Schafpraxis interessierten.<br />

Heinz Strobel war von 2012 bis 2018<br />

im Vorstand und von 2014 bis 2016 erster<br />

Vorsitzender der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Kleine<br />

Wiederkäuer und Neuweltkamele“, er war<br />

Diplomate des European College of Small<br />

Ruminant Health Management, langjähriger<br />

Auslandsbeauftragter der britischen<br />

Sheep Veterinary Society, und aktuell Vizepräsident<br />

der International Sheep Veterinary<br />

Association. In der Ständigen Impf-<br />

80<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


kommission Veterinärmedizin war er seit<br />

Initiierung dieser Kommission beratendes<br />

Mitglied für den Arbeitskreis Wiederkäuer.<br />

2<strong>02</strong>1 übergab er seine Praxis in die Hände<br />

seiner langjährigen Mitarbeiterin, blieb jedoch<br />

weiterhin beruflich aktiv. Er blieb offen<br />

für alles Neue und stets auf der Suche<br />

nach Verbesserungen. An seinem Schreibtisch<br />

hing eine von ihm selbst verfasste<br />

Mahnung: „Keine neuen Projekte“. Sehr<br />

bald hatte er sie allerdings mit Konzepten<br />

für neue Pläne überdeckt. Die Schäferei in<br />

allen Aspekten war seine Leidenschaft,<br />

ohne ihm aber Leiden zu schaffen. Sie war<br />

seine Freude und Erfüllung.<br />

Seine Weltoffenheit, Lebensfreude und<br />

Gastfreundschaft sind über die Grenzen<br />

Deutschlands bekannt; fast legendär ist<br />

die von ihm organisierte Pre-Conference<br />

Tour für die Tagung der Sheep Veterinary<br />

Society in Hannover in 2006, und seine Liebe<br />

für historische Instrumente und alte<br />

Schäfermusik. Gemeinsam mit seiner Frau<br />

Barbara sorgte er hiermit gerne für abendliche<br />

Unterhaltung. Über all seinem Wirken<br />

stand die ihm typische Bescheidenheit<br />

und er mochte es nicht, seine Person in<br />

den Vordergrund zu stellen. Er liebte es<br />

aber, wenn die Sache durch sein Handeln<br />

vorangetrieben werden konnte.<br />

PERSONEN<br />

Heinz, wir vermissen Dich! Es gäbe<br />

noch so viel zu tun – Du wolltest noch so<br />

viel tun! Wir haben einen Freund verloren.<br />

Einen Freund, der so vieles war: Tierarzt,<br />

Schäfer, Landwirt, Musiker, Autor, manchmal<br />

Philosoph und vor allem Mensch.<br />

Wir trauern gemeinsam mit seiner Familie<br />

und Johanna Hilke, der Nachfolgerin<br />

seiner Schafpraxis.<br />

Dieter Spengler<br />

Katja Voigt<br />

Regina Hannemann<br />

Henrik Wagner<br />

im Namen der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Kleine Wiederkäuer<br />

und Neuweltkamele“<br />

Professor des Jahres 2<strong>02</strong>2<br />

Prof. Madeleine Plötz. Foto: Daniel Möller<br />

Am 16.11.2<strong>02</strong>2 hat die UNICUM Stiftung<br />

die Preisträgerinnen und Preisträger des<br />

diesjährigen Wettbewerbs „Professor des<br />

Jahres“ bekannt gegeben. Professorin Dr.<br />

Madeleine Plötz, Leiterin des Instituts für<br />

Lebensmittelqualität und -sicherheit an<br />

der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover<br />

(TiHo) und Leiterin der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Milchhygiene“, belegt in der Kategorie<br />

Naturwissenschaften und Medizin<br />

den dritten Platz.<br />

„Über diese Auszeichnung freue ich<br />

mich riesig!“, sagt Plötz. „Es ist mir sehr<br />

wichtig, in meinen Lehrveranstaltungen<br />

das Interesse der Studierenden für das Thema<br />

Lebensmittel zu wecken. „Das ist die<br />

Basis für eine spätere Tätigkeit in diesem<br />

Bereich“, erläutert sie. Für Tiermedizinstudierende<br />

steht zum Ende ihres Studiums<br />

ein Pflichtpraktikum im Schlachthof auf<br />

dem Programm. „Während der Corona-Pandemie<br />

boten die Schlachthöfe diese Praktika<br />

verständlicherweise nicht mehr an.“<br />

Damit die Studierenden keine Zeit verlieren<br />

und womöglich durch einen fehlenden<br />

Nachweis ihr Studium erst später beenden<br />

können, erarbeiteten Plötz und ihr Team<br />

einen Online-Kurs, der als Ersatzleistung<br />

anerkannt wurde. „Natürlich konnte das digitale<br />

Angebot das Praktikum nicht ersetzen,<br />

aber es war der bestmögliche Kompromiss,<br />

damit die Studierenden ihr Studium<br />

wie geplant beenden können.“<br />

Professorin Dr. Madeleine Plötz studierte<br />

an der Justus-Liebig-Universität<br />

Gießen Tiermedizin und ist von den vielen<br />

Möglichkeiten, die ihr Fach zu bieten hat,<br />

begeistert. Während ihrer Doktorarbeit<br />

entwickelte sie ein Verfahren, um in Apfelund<br />

Tomatenprodukten Mykotoxine nachzuweisen.<br />

Nach ihrer Promotion war Plötz<br />

für vier Jahre als Wissenschaftliche Mitarbeiterin<br />

in Gießen tätig und erarbeitete<br />

eine universell einsetzbare immunchemische<br />

Schnelldiagnostik, die es ermöglicht,<br />

pathogene Mikroorganismen und deren<br />

Giftstoffe in Lebensmitteln tierischen Ursprungs<br />

zu bestimmen. Bevor sie im Jahr<br />

2019 dem Ruf an die TiHo folgte, war sie<br />

Juniorprofessorin für veterinärmedizinische<br />

Lebensmitteldiagnostik in Gießen.<br />

Der Wettbewerb „Professor des Jahres“<br />

der UNICUM Stiftung steht unter der<br />

Schirmherrschaft des Bundesministeriums<br />

für Bildung und Forschung sowie<br />

des Bundesministeriums für Wirtschaft<br />

und Klimaschutz. Eine unabhängige Jury<br />

ermittelt die Preisträgerinnen und Preisträger.<br />

Die Stiftung ehrt damit Professorinnen<br />

und Professoren, die ihre Studierenden<br />

in besonderer Weise bei der Berufsvorbereitung<br />

unterstützen.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 81


PERSONEN<br />

Verabschiedung von Prof. Arwid Daugschies und Prof. Michael Erhard<br />

Prof. Arwid Daugschies. Foto: <strong>DVG</strong><br />

Prof. Michael Erhard. Foto: privat<br />

Mit Prof. Dr. Arwid Daugschies und Prof. Dr.<br />

Dr. Michael Erhard scheiden zwei über<br />

Jahrzehnte engagierte Kollegen aus dem<br />

aktiven Einsatz für die <strong>DVG</strong> aus.<br />

Prof. Daugschies ist Fachtierarzt für Parasitologie<br />

und Diplomate des European Veterinary<br />

Parasitology College. Er war bis zum<br />

Eintritt in den Ruhestand am 01.10.2<strong>02</strong>2<br />

Direktor des Instituts für Parasitologie an<br />

der Veterinärmedizinischen Fakultät der<br />

Universität Leipzig. Von 20<strong>02</strong> bis 2013 war<br />

er stellvertretender Leiter, danach bis 2017<br />

Leiter der Fachgruppe „Parasitologie und<br />

parasitäre Krankheiten“. Seit Einberufung<br />

der Kommission zur Einrichtung von <strong>DVG</strong>-<br />

Konsiliarlaboren 2016 bis zum 01.10.2<strong>02</strong>2<br />

hat er in dieser Kommission mitgewirkt,<br />

zunächst als ordentliches Mitglied, dann<br />

als Stellvertreter, und hat mit dazu beigetragen,<br />

diese noch junge, inzwischen schon<br />

bewährte Einrichtung der <strong>DVG</strong> zu etablieren.<br />

Zudem war er selbst Leiter zweier Konsiliarlabore<br />

– des Konsiliarlabors für Intestinale<br />

Kokzidien und des Konsiliarlabors für<br />

Kryptosporidien beim Tier. Prof. Daugschies<br />

arbeitete über viele Jahre im <strong>DVG</strong>-Ausschuss<br />

„Desinfektion in der Veterinärmedizin“<br />

mit. Von 2015 bis 2<strong>02</strong>2 war er Schatzmeister<br />

und Vizepräsident der <strong>DVG</strong> und hat<br />

sich in dieser Funktion vor allem für den veterinärmedizinischen,<br />

wissenschaftlichen<br />

Nachwuchs an den Universitäten und die<br />

wissenschaftlichen Mitarbeitenden eingesetzt,<br />

den Kontakt zum Bundesverband der<br />

Veterinärmedizinstudierenden (bvvd) und<br />

anderen Verbänden gehalten.<br />

Prof. Dr. Dr. habil. Michael Erhard ist<br />

Fachtierarzt für Tierschutz, für Physiologie,<br />

für Immunologie, für Tierhygiene und Tierhaltung<br />

sowie für Verhaltenskunde. Er ist<br />

seit 2001 Leiter des Lehrstuhls für Tierschutz,<br />

Verhaltenskunde, Tierhygiene und<br />

Tierhaltung an der Tierärztlichen Fakultät<br />

der Ludwig-Maximilians-Universität München.<br />

Forschungsschwerpunkte sind<br />

Untersuchungen zum Einfluss der Haltungssysteme<br />

und Haltungssituationen<br />

auf Verhalten, biochemische, physiologische,<br />

immunologische und biophysikalische<br />

Indikatoren, Leistung und Erkrankungshäufigkeit<br />

von landwirtschaftlichen<br />

Nutztieren sowie Heim-, Begleit- und Zootieren.<br />

In der <strong>DVG</strong> geht die Gründung des<br />

Arbeitsgebietes „Tierschutz, Ethologie und<br />

Tierhaltung“ im Jahr 2007 auf einen Vorschlag<br />

von Prof. Erhard zurück. Seit diesem<br />

Jahr bis zum November 2<strong>02</strong>2 leitete er die<br />

Fachgruppe „Ethologie und Tierhaltung“<br />

und auch das gesamte Arbeitsgebiet. In<br />

dieser Funktion war er seit 2009 Mitglied<br />

im <strong>DVG</strong>-Vorstand.<br />

<strong>DVG</strong>-Vorstand, Geschäftsführung und<br />

die Mitarbeitenden in der Geschäftsstelle<br />

bedanken sich bei Prof. Daugschies und<br />

Prof. Erhard für die lange und immer sehr<br />

angenehme und konstruktive Zusammenarbeit<br />

und wünschen ihnen alles erdenklich<br />

Gute!<br />

Neue Fachgruppenleiter:innen<br />

Prof. Dr. Christina Strube.<br />

Prof. Dr. Anja Taubert.<br />

In den vergangenen Wochen und Monaten<br />

haben wieder zahlreiche Fachgruppen neue<br />

Leitungen gewählt. Vielen Dank für das Engagement!<br />

Fachgruppe „Parasitologie und<br />

parasitäre Krankheiten“<br />

Nachdem Prof. Dr. Georg von Samson-<br />

Himmelstjerna nicht mehr kandidierte,<br />

wurden am 23.05.2<strong>02</strong>2 Prof. Dr. Christina<br />

Strube (Hannover) zur Leiterin und Prof. Dr.<br />

Anja Taubert (Gießen) zur stellvertretenden<br />

Leiterin. gewählt<br />

82<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


PERSONEN<br />

Fachgruppe „Physiologie und<br />

Biochemie“<br />

Für den Vorsitz kandidierten Prof. Dr. Cornelia<br />

Deeg (München) und Prof. Dr. Maren<br />

von Köckritz-Blickwede (Hannover) und<br />

wurden auf der Fachgruppenversammlung<br />

am 26.06.2<strong>02</strong>2 als neue Vorsitzende und<br />

stellvertretende Vorsitzende gewählt.<br />

Prof. Dr. Cornelia Deeg.<br />

Prof. Dr. Maren von Köckritz-Blickwede.<br />

Fachgruppe AVID (Veterinärmedizinische Infektionsdiagnostik)<br />

Auf ihrer Versammlung am 15.09.2<strong>02</strong>2<br />

wählten die AVID-Mitglieder PD Dr. Kerstin<br />

Wernike (Greifswald-Insel Riems, Virologie)<br />

zur Leiterin der Fachgruppe, nachdem<br />

der langjährige Leiter Dr. Peter Kutzer nicht<br />

mehr kandidierte. Weitere neu gewählte<br />

Mitglieder: Dr. Stefanie Barth (Jena, Bakteriologie)<br />

und Prof. Dr. Tobias Eisenberg<br />

(Gießen, Bakteriologie). Im Vorstand geblieben<br />

sind: Dr. Nelly Scuda (Erlangen, Virologie)<br />

und Dr. Hans-Jörg Balzer (Kornwestheim,<br />

AG Molekularbiologie).<br />

PD Dr. Kerstin Wernike.<br />

Prof. Dr. Tobias Eisenberg.<br />

Dr. Stefanie Barth.<br />

Dr. Nelly Scuda.<br />

Dr. Hans-Jörg Balzer.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 83


PERSONEN<br />

Deutsche Gesellschaft für<br />

Tierzahnheilkunde (DGT-<strong>DVG</strong>)<br />

Nach 17 erfolgreichen Jahren in Diensten<br />

der DGT verließ Dr. Martina van Suntum<br />

(Germersheim) turnusgemäß den Vorstand.<br />

Der neue DGT-Vorstand für die Jahre<br />

2<strong>02</strong>2 bis 2<strong>02</strong>5 wurde am 13.10.2<strong>02</strong>2 gewählt<br />

und besteht aus Dr. Florian Buck<br />

(Rottenburg a. d. Laaber, Präsident), Dr. Michael<br />

Hartmann (Tübingen, Vizepräsident),<br />

Dr. Lorenz Schmid (Oberhaching, Altpräsident),<br />

Dr. Franziska Werhahn Beining (Sottrum,<br />

Budgetverwalterin) und Dr. Katja<br />

Riedel (Augsburg, Schriftführerin).<br />

V.l.n.r: Dr. Lorenz Schmid, Dr. Franziska Werhahn Beining, Dr. Florian Buck, Dr. Michael Hartmann,<br />

Dr. Katja Riedel. Foto: DGT/Sven Suhling<br />

AG Katzenmedizin der DGK-<strong>DVG</strong><br />

Die AG Katzenmedizin der DGK-<strong>DVG</strong> führte ihre Wahl im Sommer 2<strong>02</strong>2 schriftlich durch. Gewählt wurden: Dr. Angelika Drensler (Elmshorn,<br />

Bestätigung im Amt der Vorsitzenden), Caroline Schröter (Gießen, Stellvertreterin) und Dr. Jennifer von Luckner (Bad Kissingen,<br />

Stellvertreterin) sowie als Beisitzerinnen: Dr. Constanze Dauert (Henstedt-Ulzburg), Dr. Sabine Götz (Nürnberg), Dr. Helen Helmers<br />

(Maintal), Dr. Imke März (Hofheim) und Dr. Cordula Tassani-Prell (Hofheim).<br />

Dr. Angelika Drensler.<br />

Caroline Schröter.<br />

Dr. Jennifer von Luckner.<br />

Fachgruppe „Chirurgie“ und DGK-<strong>DVG</strong><br />

Die Leitungen der Fachgruppe „Chirurgie“ und der DGK-<strong>DVG</strong> wurden auf den Versammlungen der Fachgruppen im Rahmen des <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congresses am 13.10. bzw. am 15.10.2<strong>02</strong>2 bestätigt.<br />

Dr. Christine Peppler (Gießen), Dr. Cetina Thiel (Gießen), Dr. Kay Schmerbach (Berlin) und Dr. Mathias Brunnberg (Berlin) stehen<br />

der Fachgruppe „Chirurgie“ auch die nächsten drei Jahre vor.<br />

Prof. Dr. Andreas Moritz (Gießen) wurde erneut zum Präsidenten der DGK-<strong>DVG</strong> und Dr. Gerhard Staudacher (Aachen) zum<br />

Vizepräsidenten gewählt.<br />

84<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


Foto: K. Voigt<br />

Kleine Wiederkäuer<br />

& Neuweltkamele<br />

PFL Ansicht vorne ©Mohssen Assanimoghaddam<br />

Fachliche Mit-Koordinatoren:<br />

Tierärztekammern Westfalen-Lippe & Nordrhein<br />

Deutsche buiatrische<br />

Gesellschaft<br />

ernährung<br />

Reproduktionsmedizin<br />

Fachgruppe<br />

Tier-<br />

Tierzucht & Genomik<br />

Epidemiologie und<br />

Dokumentation<br />

PERSONEN<br />

Fachgruppe „Fleischhygiene“<br />

Am 26.10.2<strong>02</strong>2 bestätigten die Fachgruppen<br />

Mitglieder Prof. Dr. Lüppo Ellerbroek<br />

(Berlin) als Leiter im Amt und wählten Dr.<br />

Nadine Sudhaus-Jörn (Hannover) zur stellvertretenden<br />

Leiterin.<br />

Prof. Dr. Lüppo Ellerbroek.<br />

Aktuelle Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag<br />

Dr. Nadine Sudhaus-Jörn.<br />

PUBLIKATIONEN<br />

08. - 09.09.2<strong>02</strong>2 l Kl. Wiederkäuer & Neuweltkamele l Triesdorf<br />

Tagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele<br />

9.- 11.<br />

September<br />

2<strong>02</strong>2<br />

9. Nordrhein-Westfälischer<br />

Tierärztetag<br />

| Leitthema |<br />

One Health im Zeitalter der Globalisierung<br />

eine Veranstaltung der Deutschen<br />

Veterinärmedizinischen Gesellschaft<br />

Tagung der Fachgruppe „Krankheiten<br />

kleiner Wiederkäuer“<br />

Triesdorf, 08. – 09.09.2<strong>02</strong>2,<br />

10,00 Euro<br />

9. NRW-Tierärztetag –<br />

Tagungsband Tierärzte<br />

Dortmund, 09. – 11.09.2<strong>02</strong>2,<br />

15,00 Euro<br />

15.10.22 l <strong>DVG</strong>-Vet-Congress l ECC Berlin<br />

14.-15.10.22 l <strong>DVG</strong>-Vet-Congress l ECC Berlin<br />

FG DGK-<strong>DVG</strong> (Kleintiere) – Samstag<br />

Fachgruppenübergreifende Buiatrik-Tagung<br />

22 22<br />

<strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong><br />

Vet-Congress<br />

Vet-Congress<br />

Berlin + digital Berlin + digital<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>2<br />

Berlin + digital, 13. – 15.10.2<strong>02</strong>2, erhältlich sind<br />

Kongressbände zu allen Tagungen, u. a. Kleintiere,<br />

Pferde, Rinder, Schweine, Bienen, Chirurgie, Anästhesie etc.,<br />

sehen Sie dazu die Angaben im Web-Shop<br />

(Link siehe unten)<br />

25. - 28.10.2<strong>02</strong>2 l Garmisch-Partenkirchen / online<br />

62. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes<br />

Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz<br />

62. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes<br />

„Lebensmittelsicherheit und<br />

Verbraucherschutz“<br />

Garmisch-Partenkirchen und online,<br />

25. – 28.10.2<strong>02</strong>2,<br />

30,00 Euro<br />

Die Preise verstehen sich jeweils zzgl. Verpackung und<br />

Versand (bei Versand innerhalb Deutschlands:1 bis 3 Artikel:<br />

3,00 Euro, ab 4 Artikel 5,50 Euro).<br />

<strong>DVG</strong>-Mitglieder erhalten 20 Prozent Rabatt auf alle<br />

Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag (excl. Blauer Hund und excl.<br />

Online-Marketing Guide)!<br />

Diese und weiter Publikationen der <strong>DVG</strong> finden Sie unter:<br />

www.dvg.de q Verlag/Shop q Bücher-Bestell-Liste<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2 85


TAGUNGSKALENDER 2<strong>02</strong>3<br />

Tagungen 2<strong>02</strong>3 (aktuelle Termine und weitere Informationen unter: www.dvg.de, Tagungen, Termine)<br />

Titel der Tagung Fachgruppe/Arbeitskreis Datum Ort<br />

DGK-<strong>DVG</strong>: Dresdner Thementage Neurologie<br />

DGT-Weiterbildungsreihe für TFA 2<strong>02</strong>3<br />

Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin<br />

(DGK-<strong>DVG</strong>), <strong>DVG</strong><br />

Deutsche Gesellschaft für<br />

Tierzahnheilkunde (DGT-<strong>DVG</strong>)<br />

13. –15.01.2<strong>02</strong>3 Dresden<br />

14.01. – 12.11.2<strong>02</strong>3 Neufahrn / Ndby.<br />

31. Jahrestagung der Fachgruppe InnLab FG Innere Medizin und klinische<br />

Labordiagnostik (InnLab)<br />

03. – 04.<strong>02</strong>.2<strong>02</strong>3 Göttingen<br />

56. Jahrestagung Physiologie und Pathologie<br />

der Fortpflanzung, gleichzeitig<br />

48. Vet.-Hum.med. Gemeinschaftstagung<br />

FG Reproduktionsmedizin,<br />

DGRM<br />

01. – 03.03.2<strong>02</strong>3 Münster<br />

66. Jahrestagung und 28. Schnittseminar<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe Pathologie<br />

FG Pathologie 03. – 05.03.2<strong>02</strong>3 Fulda<br />

Tierschutztagung 2<strong>02</strong>3 FG Tierschutz 16. – 18.03.2<strong>02</strong>3 München<br />

24. Workshop des AK Respiratorisches System 2<strong>02</strong>3 AK Respiratorisches System 29.03.2<strong>02</strong>3 Düsseldorf<br />

DGK-<strong>DVG</strong>: Thementage Erfurt –<br />

Erkrankungen von Magen und Darm<br />

Tagung der FG Parasitologie und<br />

parasitäre Krankheiten<br />

Tagung der FG Bakteriologie und Mykologie<br />

Deutsche Gesellschaft für<br />

Kleintiermedizin (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

FG Parasitologie und<br />

parasitäre Krankheiten<br />

FG Bakteriologie<br />

und Mykologie<br />

12. – 14.05.2<strong>02</strong>3 Erfurt<br />

15. – 17.05.2<strong>02</strong>3 München<br />

22. – 24.05.2<strong>02</strong>3 Berlin<br />

Tagung der FG Tierseuchen FG Tierseuchen 24. – 25.05.2<strong>02</strong>3 online<br />

104. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 25. – 26.05.2<strong>02</strong>3 Hannover<br />

European Buiatrics Congress and<br />

ECBHM Jubilee Symposium<br />

DACh-Epidemiologietagung<br />

Deutsche buiatrische<br />

Gesellschaft (DbG-<strong>DVG</strong>), <strong>DVG</strong><br />

FG Epidemiologie<br />

und Dokumentation<br />

24. – 26.08.2<strong>02</strong>3 Berlin<br />

06. – 08.09.2<strong>02</strong>3 Leipzig<br />

41. Jahrestagung der FG AVID FG AVID 13. – 15.09.2<strong>02</strong>3 Bad Staffelstein<br />

5. Jahrestagung der FG Zier-, Zoo- und Wildvögel,<br />

Reptilien, Amphibien und Fische (ZZWRAF)<br />

FG ZZWRAF 15. – 17.09.2<strong>02</strong>3 Gießen<br />

DGK-<strong>DVG</strong>: Kölner Thementage Patient Katze AG Katzenmedizin 16. – 17.09.2<strong>02</strong>3 Köln<br />

Nationales Streptokokken-Symposium <strong>DVG</strong> 25. – 27.09.2<strong>02</strong>3 Hannover<br />

63. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes<br />

Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz<br />

AG Lebensmittelsicherheit<br />

und Verbraucherschutz<br />

26. – 29.09.2<strong>02</strong>3 Garmisch-<br />

Partenkirchen<br />

Tagung der FG Umwelt- und Tierhygiene FG Umwelt- und Tierhygiene 05. – 06.10.2<strong>02</strong>3 Kiel<br />

Tagung der FG Kleine Wiederkäuer und<br />

Neuweltkamele<br />

FG Kleine Wiederkäuer<br />

und Neuweltkamele<br />

11. – 13.10.2<strong>02</strong>3 Gießen<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress (u. a. Kleintiere, Pferde,<br />

Bienen, Tierernährung, Naturheilverfahren,<br />

Verhaltensmedizin, Geschichte)<br />

<strong>DVG</strong> 23. – 25.11.2<strong>02</strong>3 Ort: Berlin<br />

55. Int. Tagung Angewandte Ethologie FG Ethologie und Tierhaltung 29.11. – <strong>02</strong>.12.2<strong>02</strong>3 Freiburg<br />

105. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 30.11. – 01.12.2<strong>02</strong>3 Hannover<br />

86<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>2


Anmeldung<br />

Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Deutschen Veterinärmedizinischen<br />

Gesellschaft e.V. Mit der Speicherung und Verarbeitung meiner unten genannten<br />

Daten bin ich einverstanden.<br />

Titel & Name …………..……………………..………………………………………………<br />

Vorname ………………………………………………………………………………………<br />

geb. am ……………………………………………………………………………………….<br />

Straße …………………………………………………………………………………………<br />

PLZ ……………………………Ort …………………………………………………….…….<br />

Tel. priv. …..…………………………………………………………………………………..<br />

Anschrift:<br />

An der Alten Post 2<br />

D-35390 Gießen<br />

Kontakt:<br />

Telefon:<br />

+49 (0) 6 41 / 98 44 46 0<br />

E-Mail: info@dvg.de<br />

Internet: www.dvg.de<br />

Bankverbindung:<br />

Volksbank Mittelhessen eG<br />

IBAN:<br />

DE 08 5139 0000 0006 9549 28<br />

BIC:<br />

VBMHDE5F<br />

Tel. dienstl. ……………………………………………………………………………………<br />

E-Mail ………………………………………………………………………………………….<br />

Für die Überweisung des Jahresbeitrags von:<br />

€ 120,- (Vollmitglieder) € 25,- (Studierende, DoktorandInnen) oder<br />

€ 30,- (TierärztInnen in Elternzeit, arbeitslose TierärztInnen)<br />

erteile ich der <strong>DVG</strong> e.V. ein SEPA-Lastschriftmandat von meinem Konto<br />

(siehe Seite 2). Bei ermäßigten Beiträgen bitte Nachweis beifügen!<br />

Ich überweise den Mitgliedsbeitrag auf das Konto der Volksbank Mittelhessen<br />

eG, IBAN DE 08 5139 0000 0006 9549 28, BIC: VBMHDE5F.<br />

Kleintierpraxis – das Journal der DGK-<strong>DVG</strong> – möchte ich abonnieren.<br />

Als Neumitglied erhalte ich die Zeitschrift im 1. Bezugsjahr kostenfrei, sofern bislang<br />

noch kein Abonnement bestanden hat. Danach (und wenn schon ein<br />

Abonnement besteht) erhalte ich 25 % Rabatt auf den zu diesem Zeitpunkt<br />

geltenden Abopreis, der jährlich durch die Schlütersche Fachmedien GmbH<br />

(Hannover) erhoben wird. Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem<br />

Zweck an die Schlütersche Fachmedien GmbH weitergegeben werden. Bei<br />

Austritt aus der <strong>DVG</strong> endet das Abo nicht automatisch, sondern muss separat bei<br />

der Schlüterschen Fachmedien GmbH gekündigt werden.<br />

Tierärztliche Praxis – das Journal der <strong>DVG</strong>-Fachgruppen InnLab, Pathologie,<br />

Anästhesie, kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel, Bienen sowie Zier-, Zoound<br />

Wildvögel, Reptilien, Amphibien und Fische, möchte ich abonnieren. Als<br />

<strong>DVG</strong>-Mitglied erhalte ich die Tierärztliche Praxis mit 30 % Rabatt.<br />

Ausgabe K Ausgabe G Ausgabe K + G<br />

Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck an den Georg Thieme<br />

Verlag KG (Stuttgart) weitergegeben werden. Bei Austritt aus der <strong>DVG</strong> endet das<br />

Abo nicht automatisch, sondern muss separat beim Georg Thieme Verlag KG<br />

gekündigt werden.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum<br />

Ich erhalte das <strong>DVG</strong>-Forum, die Mitgliederzeitschrift der <strong>DVG</strong>, 2x pro Jahr als digitale<br />

Ausgabe per Download-Link an meine oben genannte E-Mail-Adresse.<br />

Statt der digitalen Ausgabe möchte ich das <strong>DVG</strong>-Forum per Post erhalten.<br />

Ort und Datum: ……………………………………………………………………………….<br />

Rechtsverbindl. Unterschrift: ………………………………………………………….…….<br />

Bitte schicken an: <strong>DVG</strong> e.V., An der Alten Post 2, 35390 Gießen, info@dvg.de


Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V.<br />

SEPA-Lastschriftmandat<br />

Hiermit ermächtige/n ich/wir die Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong> widerruflich, die von mir/uns zu entrichtenden<br />

Zahlung(en) des Mitgliedsbeitrages für die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. bei<br />

Fälligkeit zu Lasten meines/unseres Bankkontos einzuziehen:<br />

<br />

Anschrift:<br />

<strong>DVG</strong> e.V.<br />

An der Alten Post 2<br />

35390 Gießen<br />

Kontakt:<br />

Telefon: +49 (0) 6 41/98 44 46 0<br />

E-Mail: info@dvg.de<br />

www.dvg.de<br />

Name & Vorname des <strong>DVG</strong>-Mitglieds: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Titel: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Bankverbindung:<br />

Volksbank Mittelhessen eG<br />

IBAN DE 08 513 900 000 006 954 928<br />

BIC VBMHDE5F<br />

PLZ: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ort: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Telefon privat: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Telefon dienstlich: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Fax: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

E-Mail: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Name & Vorname des Kontoinhabers: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Titel: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

PLZ: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ort: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Name der Bank: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

IBAN:<br />

BIC:<br />

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Ort & Datum: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Rechtsverbindl. Unterschrift: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des<br />

belasteten Betrags verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.<br />

Bitte per Post oder als Scan schicken an: <strong>DVG</strong> e.V. · An der Alten Post 2 · 35390 Gießen · info@dvg.de


EUROPEAN BUIATRICS CONGRESS AND<br />

ECBHM JUBILEE SYMPOSIUM<br />

ECC Berlin, Germany, August 24 - 26, 2<strong>02</strong>3<br />

>> ECBHM: 20 years COW’necting veterinarians


Foto I. Pfeil<br />

SAVE<br />

THE<br />

DATES<br />

Dresdner Thementage 2<strong>02</strong>3<br />

13.-15. Januar 2<strong>02</strong>3 • Dresden<br />

Schwerpunkt: Neurologische Erkrankungen bei Hund und Katze<br />

Fotos I. Kiefer<br />

Erfurter Thementage 2<strong>02</strong>3<br />

12.-14. Mai 2<strong>02</strong>3 • Kaisersaal Erfurt<br />

Schwerpunkt: Erkrankungen von Magen und Darm<br />

Veranstalter: <strong>DVG</strong> Service GmbH I An der Alten Post 2 I 35390 Gießen<br />

E-Mail: info@dvg.de I Infos & Anmeldung: www.dvg.de

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