16.12.2022 Aufrufe

Sehen & Hören

Die Fähigkeit Sehen und Hören zu können ist nicht selbstverständlich. Oftmals entstehen in diesen Bereichen Probleme, welche durch einen Arztbesuch gut behandelbar sind. Mit dieser Kampagne sollen die Menschen zu einer Routineuntersuchung motiviert werden. Es gilt: Je früher, desto besser. Nur wer rechtzeitig seinem Problem auf den Grund geht, kann die bestmögliche Unterstützung erhalten.

Die Fähigkeit Sehen und Hören zu können ist nicht selbstverständlich. Oftmals entstehen in diesen Bereichen Probleme, welche durch einen Arztbesuch gut behandelbar sind. Mit dieser Kampagne sollen die Menschen zu einer Routineuntersuchung motiviert werden. Es gilt: Je früher, desto besser. Nur wer rechtzeitig seinem Problem auf den Grund geht, kann die bestmögliche Unterstützung erhalten.

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET<br />

FOTO: TIM CAVADINI<br />

<strong>Sehen</strong> und <strong>Hören</strong><br />

Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info<br />

Netzhauterkrankungen:<br />

Warum eine frühe<br />

Erkennung und die richtige<br />

Behandlung essenziell für<br />

die Augen sind<br />

Trockene Augen:<br />

Durch unsere digitale Welt<br />

entstandene Risikofaktoren<br />

und entsprechende<br />

Lösungen<br />

<strong>Hören</strong>:<br />

Als eines der wichtigsten<br />

Sinnesorgane muss das Ohr<br />

regelmäßigen Kontrollen<br />

unterzogen werden


2 Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info<br />

Eine Themenzeitung von Mediaplanet<br />

UNSERE PARTNER:<br />

VORWORT<br />

Österreichische Ophthalmologische<br />

Gesellschaft (ÖOG)<br />

Die Österreichischen Augenärztinnen und<br />

Augenärzte<br />

Besuchen Sie unsere neue Myopie-Infoseite:<br />

www.augen.at/myopie<br />

Sehr geehrte<br />

Leserinnen<br />

und Leser!<br />

Europäische Union der Hörakustiker e.V.<br />

Pressekontakt: Sabine Stübe-Kirchhof<br />

Tel.: +49 (0) 61 31 / 28 30-14<br />

E-Mail: presse@euha.org<br />

www.euha.org<br />

VERANTWORTLICH FÜR<br />

DIESE AUSGABE:<br />

Project Manager: Bettina Paar, BA<br />

Sales Director: Florian Rohm, BA Lektorat: Sophie Müller, MA<br />

Design und Layout: Juraj Príkopa<br />

Managing Director: Bob Roemké<br />

Medieninhaber: Mediaplanet GmbH, Bösendorferstraße<br />

4/23, 1010 Wien, ATU 64759844 · FN 322799f FG Wien<br />

Impressum: mediaplanet.com/at/impressum/<br />

Distribution: Der Standard Verlagsgesellschaft m.b.H<br />

Druck: Mediaprint Zeitungsdruckerei Ges.m.b.H. & Co.KG<br />

Kontakt bei Mediaplanet: Tel: +43 676 847 785 216 E-Mail:<br />

bettina.paar@mediaplanet.com ET: 16.12.2022<br />

Bleiben Sie in Kontakt:<br />

@dergesundheitsratgeber<br />

@austriamediaplanet<br />

FOTO: PRIVAT<br />

Bettina Paar<br />

Project Manager,<br />

Mediaplanet GmbH<br />

Mediaplanet Austria<br />

Prim. Priv. Doz. Dr.<br />

Katharina Krepler<br />

Präsidentin der<br />

Österreichischen<br />

Ophthalmologischen<br />

Gesellschaft (ÖOG)<br />

Text<br />

Österreichische<br />

Ophthalmologie<br />

Gesellschaft<br />

FOTO: FEELIMAGE/ MATERN<br />

Ein Besuch bei der Augenärztin oder<br />

dem Augenarzt hat für viele Menschen<br />

keine hohe Priorität, solange<br />

das Sehvermögen gut ist. Für die<br />

erste Brille gehen viele rasch zur Optikerin<br />

oder zum Optiker. Ein ärztlicher Besuch ist<br />

nach wie vor mit Unsicherheit bzw. Sorge<br />

vor einer eventuellen Diagnose verbunden.<br />

Diese ist aber völlig unbegründet, da die<br />

augenärztliche Untersuchung schmerzlos<br />

und ein Großteil der Augenerkrankungen<br />

mittlerweile gut behandelbar ist. Einige<br />

Augenerkrankungen verursachen keine<br />

Schmerzen oder sofort wahrnehmbaren<br />

Probleme. Sie machen sich erst bemerkbar,<br />

wenn der Schaden bereits fortgeschritten<br />

ist, wie zum Beispiel beim Glaukom, der<br />

altersbedingten Makuladegeneration oder<br />

bei Netzhautschäden durch Diabetes. Eine<br />

nicht oder zu spät entdeckte Erkrankung<br />

kann jedoch weitreichende Auswirkungen<br />

auf die Lebensqualität haben. Denn gutes<br />

<strong>Sehen</strong> bedeutet Selbständigkeit und aktive<br />

Teilhabe am Leben. Deshalb sind regelmäßige<br />

Augenuntersuchungen wichtig, selbst<br />

wenn keine offensichtlichen Beschwerden<br />

vorliegen.<br />

Die ersten Augenuntersuchungen sollten<br />

bereits im frühesten Kindesalter im Rahmen<br />

des Mutter-Kind-Passes stattfinden.<br />

Hier geht es darum, angeborene Augenerkrankungen,<br />

zum Beispiel das Schielen,<br />

rasch zu erkennen und frühzeitig zu<br />

behandeln. Auch beim Schuleintritt ist ein<br />

Besuch bei der Augenärztin/dem Augenarzt<br />

wichtig, um mögliche bis dahin nicht<br />

erkannte Fehlsichtigkeiten zu diagnostizieren,<br />

wie beispielsweise Weitsichtigkeit<br />

oder Kurzsichtigkeit (Myopie). Besonders<br />

die Zahl der kurzsichtigen Kinder steigt aufgrund<br />

der verstärkten Naharbeit mit Handy,<br />

Tablet und Laptop weltweit stark an.<br />

Wissenschaftlichen Berechnungen zufolge<br />

könnten im Jahr 2030 bereits 50 % aller<br />

Kinder in Europa kurzsichtig sein. Eine<br />

rechtzeitige Diagnose durch die Augenärztin/den<br />

Augenarzt und eine entsprechende<br />

Therapie können das Fortschreiten der<br />

Myopie verlangsamen und somit mögliche<br />

Spätfolgen für die Augen reduzieren. Denn<br />

vor allem eine höhergradige Kurzsichtigkeit<br />

begünstigt später das Auftreten von verschiedenen<br />

Erkrankungen des Auges, wie<br />

z.B. Netzhautabhebungen.<br />

Im Berufsleben machen sich erste<br />

Beschwerden durch vielstündige Bildschirmarbeit<br />

in Form von trockenen<br />

Augen, manchmal bezeichnet als „Office<br />

Eye Syndrom“, bemerkbar. Auch beginnt<br />

im mittleren Lebensalter die sogenannte<br />

Alterssichtigkeit, die eine Lesebrille<br />

erforderlich macht – für viele Menschen der<br />

Grund, zum ersten Mal eine Augenärztin/<br />

einen Augenarzt aufzusuchen.<br />

Mit zunehmendem Alter hat das Sehvermögen<br />

einen weitreichenden Einfluss auf<br />

die Lebensqualität. So scheint das Risiko für<br />

Demenzerkrankungen bei Menschen mit<br />

eingeschränkter Sehkraft erhöht zu sein.<br />

Auch ein höheres Sturzrisiko und damit<br />

einhergehende Mobilitätseinschränkungen<br />

haben massive Auswirkungen auf Selbständigkeit<br />

und Aktivität. Eine rechtzeitige<br />

Therapie, wie beispielsweise eine Operation<br />

des Grauen Stars (Linsentrübung), kann<br />

daher einen großen Nutzen haben. Um<br />

gutes <strong>Sehen</strong> bis ins hohe Alter zu bewahren,<br />

sollte man daher ein Leben lang auf die<br />

Augen achten.<br />

Deshalb möchte ich in meiner Funktion<br />

als Präsidentin der Österreichischen Ophthalmologischen<br />

Gesellschaft (ÖOG) an Sie<br />

appellieren, Ihre Augen regelmäßig bei der<br />

Augenärztin/beim Augenarzt untersuchen<br />

zu lassen und Anzeichen einer Sehbeeinträchtigung<br />

ernst zu nehmen.<br />

Schauen Sie auf Ihre Augengesundheit!<br />

Rückfragen & Kontakt:<br />

Österreichische<br />

Ophthalmologische<br />

Gesellschaft (ÖOG)<br />

www.augen.at<br />

Entgeltliche Einschaltung<br />

Lässt sich Kurzsichtigkeit bei Kindern stoppen?<br />

Augenärzte und -ärztinnen behandeln mit drei Therapien: Augentropfen, Spezialbrillengläser und Kontaktlinsen<br />

Dr. Gabriela Seher<br />

Präsidentin der<br />

österreichweiten<br />

„Vereinigung Kontaktlinsen<br />

anpassender Augenärzte“<br />

FOTO: BILDROSA<br />

Immer mehr Kinder im Grundschulalter<br />

sind kurzsichtig, warum?<br />

Unsere Patienten mit Sehschwächen werden<br />

immer jünger. Kinder verbringen – nicht erst<br />

seit Corona und Homeschooling – zu viel<br />

Zeit vor dem Fernseher, dem Computer und<br />

am Handy. Das begünstigt die Kurzsichtigkeit,<br />

in der Fachsprache Myopie genannt,<br />

bei der nahe Gegenstände scharf gesehen<br />

werden, entfernte jedoch unscharf.<br />

Wie behandeln Sie Kurzsichtigkeit bei<br />

Kindern?<br />

Zuerst kommt die fachärztliche Diagnose.<br />

Augenärzte sind ausgebildet, bei einer<br />

Untersuchung auch ernsthafte Augenerkrankungen<br />

zu entdecken. Reine Sehtests,<br />

wie sie etwa bei Optikern angeboten<br />

werden, greifen hier zu kurz. Wenn es um<br />

das Augenlicht geht, ist fachärztliche Kompetenz<br />

anzuraten.<br />

Wie sieht die Therapie bei Myopie aus?<br />

Der Zeitpunkt entscheidet. Je früher<br />

eine Therapie ansetzt, um das kindliche<br />

Augenwachstum aufzuhalten und damit<br />

das Voranschreiten der Kurzsichtigkeit zu<br />

stoppen, umso besser. Rückgängig machen<br />

kann man Myopie nicht.<br />

Welche Therapieansätze gibt es?<br />

Es gibt drei Methoden. Die Behandlung<br />

mit Atropin-Augentropfen ist am besten<br />

erforscht. Tägliches Eintropfen – am<br />

besten abends – verhindert ein weiteres<br />

Längenwachstum des Auges. Atropin<br />

hat in dieser geringen Dosierung kaum<br />

Nebenwirkungen.<br />

Wie sieht es mit optischen Sehhilfen aus?<br />

Neu sind Brillengläser mit DIMS-Technologie.<br />

Bei diesen Gläsern sind auf der<br />

Vorderfläche 396 kleine wabenartige Linsen<br />

eingearbeitet. Die DIMS-Brille gaukelt dem<br />

Auge eine gewisse Unschärfe vor. Diese<br />

stört beim <strong>Sehen</strong> nicht, bewirkt aber, dass<br />

der Augapfel weniger Wachstumsanreize<br />

bekommt.<br />

Kontaktlinsen und „Nachtlinsen“ -<br />

wo ist der Unterschied?<br />

Auch spezielle Kontaktlinsen können das<br />

Voranschreiten der Kurzsichtigkeit bremsen.<br />

Es gibt Kontaktlinsen mit dem speziellen<br />

Design in verschiedenen Variationen,<br />

sogar Tageskontaktlinsen mit beeindruckenden<br />

Studienergebnissen sind bereits<br />

erhältlich.<br />

Nachtlinsen oder „Ortho-K“ Kontaklinsen<br />

werden in manchen Fällen eingesetzt. Sie<br />

werden nur nachts getragen und formen im<br />

Schlaf die Hornhaut des Auges. Fehlsichtige<br />

können damit tagsüber ohne Sehbehelf<br />

scharf sehen – ohne Linsen oder Brille.<br />

Wie lange dauert die Therapie gegen<br />

Kurzsichtigkeit?<br />

Die meisten Betroffenen sind das gesamte<br />

Kindes- und Jugendalter hindurch gefährdet,<br />

höher kurzsichtig zu werden.<br />

Kleinkinder sollten vorsorglich jährlich<br />

zum Augenarzt. Nur aus gesunden Kindern<br />

können gesunde Erwachsene werden.<br />

Kontaktlinsen anpassende<br />

Augenärzte<br />

und -ärztinnen in<br />

Ihrer Nähe:<br />

augenkontakt.eu


Eine Themenzeitung von Mediaplanet<br />

Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info 3<br />

Entgeltliche Einschaltung<br />

FOTO: UNSPLASH<br />

Netzhauterkrankung:<br />

Frühe Therapie für<br />

bessere Prognose<br />

Bei Netzhauterkrankungen leidet das Sehvermögen von betroffenen<br />

Menschen. Was insbesondere gegen die altersbedingte Makuladegeneration<br />

und das diabetische Makulaödem therapeutisch getan werden kann, erklärt<br />

Univ.-Prof. Dr. Yosuf El-Shabrawi im Interview.<br />

Univ.-Prof. Dr. Yosuf<br />

El-Shabrawi<br />

Facharzt für<br />

Augenheilkunde<br />

FOTO: PRIVAT<br />

Was genau versteht man unter Netzhauterkrankungen?<br />

Das Auge ist mit einer Fotokamera vergleichbar,<br />

über deren Linsensystem Licht<br />

auf den Film oder Chip projiziert wird. Über<br />

die Linse am Auge erfolgt die Scharfstellung<br />

auf der Netzhaut. Wenn nun Erkrankungen<br />

der Netzhaut vorliegen, erhalten Menschen<br />

kein scharfes Bild mehr. Als Makula wird<br />

jenes zentrale Areal der Netzhaut bezeichnet,<br />

das für die Sehschärfe besonders<br />

wichtig ist. Darin befindet sich der schärfste<br />

Punkt des <strong>Sehen</strong>s. Ist die Makula beschädigt,<br />

sieht man entsprechend schlechter.<br />

Zu den Erkrankungen der Makula zählen<br />

etwa die altersbedingte Makuladegeneration<br />

oder das diabetische Makulaödem. Es<br />

gibt natürlich noch weitere Erkrankungen<br />

der Netzhaut, wie etwa Netzhautablösungen,<br />

aber diese zählen zu einem anderen<br />

Erkrankungsspektrum.<br />

Welche Symptome können auf Erkrankungen<br />

der Makula hinweisen?<br />

Viele Patient:innen beschreiben am Anfang<br />

Verzerrungen des Bildes. Damit ein scharfes<br />

Bild auf die Netzhaut projiziert werden<br />

kann, müssen die Fotorezeptoren gleichmäßige<br />

Abstände aufweisen – so ist es das<br />

Gehirn gewohnt. Bei einer Makuladegeneration<br />

kommt es zu einer Veränderung der<br />

Abstände, weil Zellen bei einer trockenen<br />

Makuladegeneration untergehen oder sich<br />

Flüssigkeiten bei einer feuchten Makuladegeneration<br />

einlagern. Das führt dazu, dass<br />

die Fotorezeptoren nicht mehr vorhanden<br />

sind oder verschoben werden. Dadurch<br />

entstehen verzerrte, unscharfe Bilder oder<br />

Bildausfälle. Als Warnsignale merken das<br />

Patient:innen selbst am häufigsten.<br />

Warum ist eine möglichst frühe Diagnosestellung<br />

wichtig?<br />

Früher hatten wir keine Möglichkeit, eine<br />

Makuladegeneration zu therapieren. Heute<br />

können wir für einzelne Erkrankungsformen<br />

sehr wohl Therapieoptionen anbieten.<br />

Wie bei jeder Erkrankung gilt auch hier: Je<br />

früher man eine Erkrankung behandeln<br />

kann, desto besser ist die Prognose.<br />

Welche Therapien können speziell Patient:innen<br />

mit altersbedingter Makuladegeneration<br />

und diabetischem Makulaödem<br />

angeboten werden?<br />

Wir wissen, dass Wachstumsfaktoren für<br />

ein vermehrtes Gefäßwachstum bzw. auch<br />

für eine gewisse Undichte der Gefäße<br />

verantwortlich sind. Wir können heute<br />

Medikamente einsetzen, die genau diese<br />

Wachstumsfaktoren unterdrücken können.<br />

Problematische Blutgefäße können so zum<br />

Schrumpfen gebracht bzw. in ihrem Wachstum<br />

gehemmt werden und verursachen so<br />

weniger Schäden auf der Netzhaut. Über<br />

eine direkte Injektion direkt in das Auge<br />

wird die Substanz in entsprechenden zeitlichen<br />

Abständen verabreicht. Laut unseren<br />

Patient:innen ist das zwar kein Spaß, aber<br />

zumindest nicht dramatisch unangenehm.<br />

Allein bei uns am Klinikum Klagenfurt<br />

spritzen wir über 12.000 Injektionen pro<br />

Jahr. Die Injektionen erfolgen ambulant<br />

und die Patient:innen können unmittelbar<br />

danach nach Hause gehen. Die Häufigkeit<br />

der Injektionen hängt vom Zustandsbild<br />

und vom Ansprechen auf Medikamente<br />

ab. In den meisten Fällen beginnen wir mit<br />

drei bis fünf Injektionen alle vier Wochen<br />

als Basistherapie. Je nach Bedarf wird die<br />

Substanz dann im weiteren Verlauf in verschiedenen<br />

zeitlichen Intervallen injiziert.<br />

Was können Patient:innen mit altersbedingter<br />

Makuladegeneration oder<br />

diabetischem Makulaödem und eingeschränktem<br />

Sehvermögen zusätzlich tun,<br />

um ihren Alltag leichter zu bewältigen?<br />

Wir können mithilfe von verschiedenen<br />

Kantenfiltergläsern das Bild so kontrastreich<br />

stellen, dass das Restbild so scharf wie<br />

möglich wird. Es gibt außerdem bestimmte<br />

Nahrungsergänzungsmittel, die in Apotheken<br />

erhältlich sind und für die es gute<br />

Studien gibt. Im Gegensatz zur feuchten<br />

Makuladegeneration gibt es für die trockene<br />

Makuladegeneration leider noch keine<br />

zugelassene Behandlung. Zwei Substanzen<br />

sind in den Zulassungsstudien allerdings<br />

bereits weit fortgeschritten. Vielleicht<br />

werden schon im kommenden Jahr zugelassene<br />

Substanzen vorhanden sein. Wir<br />

erhalten auch immer wieder neue Medikamente<br />

für die Behandlung der feuchten<br />

Makuladegeneration, sodass Patient:innen<br />

in Zukunft weniger häufig Injektionen<br />

durchführen lassen müssen.<br />

Welche Risikofaktoren gibt es für Netzhauterkrankungen?<br />

Es gibt genetische Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit<br />

einer Makuladegeneration<br />

erhöhen. Weitere Erkrankungen dürften<br />

ebenso eine Rolle als Risiko spielen. Wir wissen<br />

definitiv, dass das Rauchen ein großer<br />

Risikofaktor ist. Denn für Raucher:innen ist<br />

das Risiko einer fortschreitenden Makuladegeneration<br />

– je nach genetischer Prädisposition<br />

– um das Acht- bis Zehnfache erhöht.<br />

Welche Empfehlungen können Sie Patient:innen<br />

abschließend geben?<br />

Die grundlegende Empfehlung ist, dass<br />

man ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zu<br />

Augenärzt:innen gehen sollte. Wir haben<br />

mittlerweile hervorragende Geräte, mit<br />

denen schon sehr früh Erkrankungen wie<br />

die altersbedingte Makuladegeneration<br />

oder das diabetische Makulaödem festgestellt<br />

werden können. Bei der augenärztlichen<br />

Untersuchung werden Patient:innen<br />

aber ganz grundsätzlich auch auf andere<br />

Erkrankungen hin getestet. Daher ist es<br />

wichtig, nicht einfach nur Sehtests beim<br />

Optiker sondern auch augenärztliche<br />

Untersuchungen durchführen zu lassen.<br />

Parallel dazu ist es wichtig, Erkrankungen<br />

wie Diabetes einerseits zu kontrollieren und<br />

andererseits gut einstellen zu lassen.<br />

Diabetiker:innen sollten regelmäßig zu<br />

Augenärzt:innen gehen. Wenn wir bei<br />

Veränderungen der Netzhaut früh intervenieren<br />

können, haben Patient:innen eine<br />

viel bessere Prognose.


4 Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info<br />

Eine Themenzeitung von Mediaplanet<br />

INSPIRATION<br />

FOTO: UNSPLASH<br />

<strong>Sehen</strong>den Auges in die<br />

Digitalisierung<br />

Priv.-Doz.in Dr.in Katharina Krepler, Primaria an der Augenabteilung der Klinik Landstraße und der<br />

Klinik Donaustadt in Wien sowie Präsidentin der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft<br />

(ÖOG) erklärt, wie man es schafft, trotz Bildschirmarbeit keine eckigen Augen zu bekommen.<br />

Prim. Priv. Doz. Dr.<br />

Katharina Krepler<br />

Präsidentin der<br />

Österreichischen<br />

Ophthalmologischen<br />

Gesellschaft (ÖOG)<br />

Text<br />

Lukas Wieringer<br />

FOTO: FEELIMAGE/ MATERN<br />

Frau Primaria Krepler, welche Schwierigkeiten<br />

hält unsere zunehmend digitalisierte<br />

Welt für unsere Augen bereit?<br />

In unserer Arbeitswelt aber in vielen Fällen<br />

auch im Privaten verbringen wir viele Stunden<br />

jeden Tag vor Bildschirmen. Beruflich<br />

vorm Computer und Tablet, in der Freizeit<br />

am Handy und abends zur Entspannung<br />

schauen wir uns auf dem Fernseher eine<br />

Serie oder einen Film an. Selbst am Weg<br />

von der Arbeit nach Hause sind wir im Auto<br />

zunehmend mit Bildschirmen konfrontiert.<br />

Diese lange Zeit, die wir mit dem Blick<br />

auf Bildschirme verbringen, ist einerseits<br />

anstrengend für die Augen, weil man ständig<br />

etwas in der Nähe ansieht. Und andererseits<br />

sind wir bei Bildschirmarbeit in der<br />

Regel in Innenräumen und nicht im Freien.<br />

Hinzu kommt, dass man bei konzentriertem<br />

Arbeiten am Computer deutlich<br />

weniger zwinkert als normalerweise.<br />

Welche Probleme kann das hervorrufen?<br />

Eine Überanstrengung der Augen kann<br />

zahlreiche Symptome hervorrufen. Von<br />

Kopfschmerzen über brennende und<br />

tränende, gerötete Augen bis hin zu einem<br />

ständigen Fremdkörpergefühl ist da vieles<br />

dabei. Als Alarmzeichen gilt, wenn man die<br />

Augen deutlich spürt. Denn normalerweise<br />

spürt man sie nicht – man sollte nicht<br />

merken, dass man sie hat. Das häufigste<br />

Problem unserer Zeit ist das sogenannte<br />

„trockene Auge“, das durch Bildschirmarbeit<br />

hervorgerufen oder verschlechtert<br />

wird. Aber es gibt noch ein zweites Problemgebiet<br />

bei diesem Thema.<br />

Welches wäre das?<br />

Die Kurzsichtigkeit nimmt gerade bei Kindern<br />

stark zu. Ein nachgewiesener Risikofaktor<br />

dafür ist die Zeit vor dem Bildschirm.<br />

Aber auch Naharbeit im Allgemeinen trägt<br />

dazu bei. Wenn sich das Auge ständig auf<br />

Arbeiten in der Nähe einstellen muss,<br />

bekommt es einen Wachstumsreiz und<br />

wird länger. Auf der ganzen Welt nimmt<br />

die Kurzsichtigkeit bei Kindern stark zu.<br />

Man schätzt, dass bis 2030 knapp die Hälfte<br />

aller Jugendlichen kurzsichtig sein wird. In<br />

Asien sind es schon jetzt 95 Prozent.<br />

Kann man gegen diese Entwicklung etwas<br />

tun?<br />

Ein Problem ist, dass wir viel zu wenig Zeit<br />

bei natürlichem Licht im Freien verbringen.<br />

Wichtig wäre, dass Kinder und Jugendliche<br />

mindestens eineinhalb Stunden jeden Tag<br />

im Freien spielen oder Sport betreiben,<br />

um die Entwicklung zu verlangsamen. Sie<br />

sitzen jedoch in der Schule und müssen<br />

dort konzentriert arbeiten, müssen danach<br />

Hausübung machen und zur Belohnung<br />

gibt’s eine Stunde Computerspiel oder Fernseher.<br />

Das ist nicht optimal.<br />

Was kann man als Erwachsene:r tun, um<br />

trockenen Augen vorzubeugen?<br />

Bei Computerarbeit sollte man zumindest<br />

jede Stunde ein paar Minuten Pause<br />

machen und dabei am besten aus dem<br />

Fenster in die Ferne schauen. Wichtig ist,<br />

die Augen zu entspannen und nicht auf die<br />

Nähe einzustellen. Wichtig ist auch,<br />

bewusst öfter zu zwinkern. Auch sollte man<br />

darauf achten, dass der Arbeitsplatz<br />

ergonomisch korrekt eingestellt und<br />

arrangiert ist. Aber auch für Erwachsene<br />

gilt, dass beispielsweise Spazierengehen<br />

nicht nur für die Augen deutlich besser und<br />

gesünder ist, als sich gleich nach der Arbeit<br />

mit dem Handy zu beschäftigen oder<br />

digitale Medien zu konsumieren. Befeuchtende,<br />

pflegende Augentropfen können die<br />

Symptome lindern. Wenn man permanente<br />

Beschwerden hat, sollte man die Augen<br />

aber in einer augenärztlichen Praxis<br />

anschauen lassen.<br />

Lesen Sie mehr unter<br />

www.augen.at<br />

Entgeltliche Einschaltung<br />

Ein<br />

Vernetzter<br />

Leben<br />

Lebensstil: Wir alle teilen<br />

lang<br />

einen vernetzten, mobilen<br />

besser<br />

Lebensstil. Immer und<br />

sehen<br />

überall.<br />

ZEISS SmartLife Brillengläser – für das moderne, mobile Leben<br />

Dynamisches Sehverhalten: Der moderne Lebensstil wirkt sich auf unser Sehverhalten aus – unabhängig vom Alter.<br />

Unsere Altersbedingte Augen Sehbedürfnisse: sind für Die uns Sehbedürfnisse das Tor und zur die Bedürfnisse Welt unserer – mit Augen ihnen verändern erfassen sich mit zunehmendem wir unsere Alter. Umgebung und nehmen Eindrücke und<br />

Informationen Die Lösung von ZEISS: auf. Ein umfassendes Wie wir Brillenglas-Portfolio unsere Augen für darauf jede Altersgruppe. bestmöglich vorbereiten www.zeiss.at/vision können, erläutert Werner Brunbauer.<br />

bis<br />

20<br />

20+<br />

30+<br />

bis<br />

40+<br />

50+<br />

bis<br />

60+<br />

ZEISS Brillengläser für Kinder<br />

& Jugendliche<br />

ZEISS SmartLife Einstärken ZEISS SmartLife Digital ZEISS SmartLife Gleitsicht<br />

Werner Brunbauer<br />

Head of Carl Zeiss<br />

Vision Care Austria &<br />

Slovenia<br />

FOTO: ZEISS<br />

Unsere Welt wird zunehmend digitaler.<br />

Welche Auswirkungen hat das auf unser<br />

Sehverhalten?<br />

Es stimmt, unsere Welt ist schnelllebig<br />

und wir müssen ständig viele Informationen<br />

verarbeiten, die auch unterwegs von<br />

diversen Bildschirmen auf uns einprasseln.<br />

Doch es geht um mehr als nur die Bildschirme<br />

vor unseren Augen. Der ständige<br />

Wechsel zwischen digitalen Geräten und<br />

der Umgebung stellt eine große Herausforderung<br />

für unsere Augen dar und kann<br />

zu Sehproblemen, überanstrengten Augen<br />

oder auch Nackenschmerzen führen.<br />

Wie können wir unsere Augen darauf<br />

besser einstellen?<br />

Unsere Antwort auf den digitalen Sehstress<br />

sind die ZEISS SmartLife Brillengläser.<br />

Ihnen liegt ein umfassendes Konzept für<br />

moderne Alltagsbrillengläser zugrunde, das<br />

sowohl das dynamische Sehverhalten als<br />

auch die altersspezifischen Sehbedürfnisse<br />

berücksichtigt. Das bedeutet: klares und<br />

scharfes <strong>Sehen</strong> den ganzen Tag hindurch<br />

– mit großen Sichtfeldern in alle Entfernungen<br />

und Richtungen, um mehr und besser<br />

aus dem Augenwinkel zu sehen.<br />

Welchen Effekt hat das für unsere Augen?<br />

SmartLife Brillengläser ermöglichen komfortables<br />

<strong>Sehen</strong> von Anfang an und nehmen<br />

auch auf mögliche Sehfehler Rücksicht.<br />

Das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinn<br />

des Wortes sehen lassen: Die Gläser bieten<br />

vollen UV-Schutz und entfalten bis zu 88 %<br />

größere, scharfe Sehbereiche, was wiederum<br />

schnelle, bequeme Blickwechsel in alle<br />

Richtungen ermöglicht. Das strengt die<br />

Augen weniger an und führt dazu, dass sie<br />

am Ende des Tages erholter, weniger müde<br />

und stressbefreiter sind.<br />

Zeiss_AZ_SmartLife_Brillenglaeser_OPTICON_297x102_abf.indd 1 25.10.22 12:14<br />

Für wen ist das empfehlenswert?<br />

Ganz einfach: für alle. Wir sprechen hier<br />

von einer Lösung für das agile, vernetzte<br />

Leben mit Smartphone – egal für welches<br />

Alter. Unsere Produkte berücksichtigen<br />

sowohl die im Alter abnehmende Fähigkeit,<br />

Objekte in der Nähe scharf zu sehen, als<br />

auch die Tatsache, dass die Pupille mit<br />

zunehmendem Alter kleiner wird.


Eine Themenzeitung von Mediaplanet<br />

Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info 5<br />

NEWS<br />

So werden<br />

müde Augen<br />

wieder munter<br />

Die lange Arbeit am Bildschirm stellt für<br />

unsere Augen eine große Belastung dar,<br />

weshalb das Arbeitsrecht regelmäßige<br />

Bildschirmpausen vorsieht. Am<br />

besten nutzt man diese für einfache<br />

Entspannungsübungen. Wir haben für Sie<br />

die wichtigsten zusammengefasst:<br />

Text Werner Sturmberger<br />

Unterstützung<br />

für die eigene<br />

Sehkraft<br />

Viele von uns kennen den Zustand, in<br />

dem wir nicht gar so gut sehen, wie wir<br />

gerne würden. Das kann viele Ursachen<br />

haben. Als Oberbegriff spricht man<br />

hierbei von „Low Vision“.<br />

Text Philipp Jauernik<br />

Regelmäßige Pausen einlegen:<br />

Kurze Arbeitsunterbrechungen können genutzt werden, um zu<br />

blinzeln und den Blick in die Ferne zu richten. Bei vorhandenen<br />

Sehfehlern sind entsprechende Sehbehelfe für ein beschwerdefreies<br />

Arbeiten unerlässlich.<br />

Abklopfen:<br />

Augen schließen und mit Mittel- und Zeigefinger bei den Augenbrauen<br />

beginnend für eine Minute locker die Partie rund um die<br />

Augen abklopfen. Das fördert die Durchblutung und sorgt für eine<br />

bessere Aufnahme von Sauerstoff und Nährstoffen. Alternativ<br />

ist es auch möglich, die Region mit kreisenden Bewegungen zu<br />

massieren.<br />

Fernblick:<br />

Um die Elastizität der Linse zu fördern und die Muskulatur der<br />

Augen zu entspannen, empfiehlt es sich, die Blickweite zu wechseln.<br />

Dafür sucht man sich fünf unterschiedlich weit entfernte Gegenstände<br />

im Büro – oder besser noch draußen – und fixiert diese<br />

abwechselnd, beginnend mit dem am nächsten gelegenen bis hin<br />

zum entferntesten.<br />

Schwingen:<br />

Diese Übung lockert nicht nur die äußeren Augenmuskeln, sondern<br />

auch die Schulterpartie. Dabei werden die Arme nach vorne<br />

gestreckt und die Hände in einem Halbkreis von links nach rechts<br />

geschwungen. Der Kopf bleibt in seiner Position – nur die Augen<br />

folgen den Bewegungen der Hände.<br />

Palmieren:<br />

Hierfür werden die Handflächen schnell aneinander gerieben und<br />

anschließend die Augen mit den gewölbten Händen komplett<br />

abgedunkelt. Man sollte so lange in dieser Stellung verharren, bis<br />

Scheinbilder wie Farben oder Bewegungen verschwinden.<br />

Vision“ („geringes <strong>Sehen</strong>“) umfasst all jenes, was mit<br />

Sehbehinderung zu tun hat. Neben Grünem und Grauen<br />

„Low<br />

Star zählen dazu etwa die altersbedingte Makula-Degeneration<br />

und andere Beeinträchtigungen des Sehapparates.<br />

Statistisch betrachtet sind in Österreich 320.000 Menschen<br />

sehschwach oder blind. Der damit oft verbundene Verlust des Sehvermögens<br />

ist allerdings kein unausweichliches Schicksal. Mit der<br />

richtigen Augenvorsorge können Diagnosen frühzeitig gestellt und<br />

die gegebenenfalls nötige Therapie eingeleitet werden.<br />

Das muss auch gar nicht „schlimm“ werden. Im Rahmen von<br />

Low-Vision-Beratungen werden die Bedürfnisse von Betroffenen<br />

genau erhoben. Geschultes Personal erarbeitet ein genaues Profil,<br />

das zeigt, wie Menschen ihr vorhandenes Sehvermögen optimal<br />

nutzen können.<br />

Dabei werden die Krankheitsgeschichte sowie Herausforderungen<br />

und Wünsche der Betroffenen eingearbeitet und die bisherigen<br />

Hilfsmittel wie Brillen und Lupen analysiert. Dies dient dazu, die<br />

aus der jeweiligen Augenerkrankung folgenden Auswirkungen,<br />

etwa auf das Kontrastsehen, genau beurteilen zu können. Bei der<br />

anschließenden Augenglasbestimmung werden Dioptriestärke und<br />

Sehschärfe in Ferne und Nähe, Kontrastsehen sowie der individuelle<br />

Licht- und Vergrößerungsbedarf gemessen.<br />

Aus diesem Profil ergibt sich die bestmögliche Hilfe für die Betroffenen.<br />

Neben Brillen bieten optische und elektronische Lupen,<br />

Bildschirmlesegeräte, Vorlesegeräte, ergonomische Hilfen sowie<br />

Vergrößerungs-Software für den Computer Unterstützung. Auch die<br />

richtige Beleuchtung wird erarbeitet.<br />

Das alles sind Schritte, die nicht wehtun, aber helfen, die Lebensqualität<br />

zu erhalten und zu steigern. Umso wichtiger ist es nicht zu<br />

zögern, die eigene Sehschwäche untersuchen zu lassen und eine<br />

Low-Vision-Beratung in Anspruch zu nehmen – unabhängig vom<br />

Alter. Denn so, wie jede:r betroffen sein kann, kann auch jede:r<br />

beraten werden.<br />

Viel am Bildschirm?<br />

Befeuchten<br />

und schützen<br />

Sie Ihre<br />

Augen<br />

NEU<br />

Kostenlose<br />

Beratung!<br />

Augentropfen bei Bildschirmarbeit<br />

Schützen die Augen bei Stress durch intensive Bildschirmarbeit<br />

Befeuchten und beruhigen müde und gestresste Augen<br />

Lindern brennende Augen<br />

Ohne Konservierungsmittel<br />

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen dieses Medizinproduktes informieren Gebrauchsanweisung, Arzt oder Apotheker.<br />

Stand der Information: 10/2022. SIMI_2022_034<br />

Medizinprodukt<br />

www.similasan.at<br />

Low Vision-Beratung<br />

• Optimieren Sie Ihr vorhandenes Sehvermögen<br />

• Inkl. Hilfsmittelberatung<br />

Jägerstraße 36, 1200 Wien<br />

Tel. 01/330 35 45–0<br />

info@hilfsgemeinschaft.at<br />

www.hilfsgemeinschaft.at


6 Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info<br />

Eine Themenzeitung von Mediaplanet<br />

INTERVIEW<br />

Zivilisationskrankheit<br />

trockene Augen<br />

Unsere Augen brauchen – genau wie unsere Haut – ausreichend Pflege, erklärt Augenärztin<br />

Ingrid Boldin im Interview. Wichtig sei aber auch, frühzeitig abklären zu lassen, ob man an<br />

trockenen Augen oder einer möglicherweise gefährlichen Entzündung leidet.<br />

MIT QUERVERNETZTER<br />

HYALURONSÄURE<br />

BEI TROCKENEN AUGEN<br />

• Deutlich weniger Nachtropfen 1<br />

• Direkt klare Sicht 2<br />

• Kontaktlinsenverträglich<br />

• Frei von Konservierungsstoffen<br />

OCUTEARS ® HYDRO+<br />

Rezeptfrei in Ihrer Apotheke<br />

OCUTEARS ® HYDRO+ ist ein Medizinprodukt. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsanweisung, Arzt oder Apotheker.<br />

1. Cagini C et al. Journal of Ocular Pharmacology and Therapeutics. Sep 2017.539-542. https://doi.org/10.1089/jop.2016.0149. 2. Posarelli C et al. J Ocul Pharmacol Ther. 2019 Sep;35(7) 381-387. OCUTEA-AT-220007 1122


Eine Themenzeitung von Mediaplanet Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info 7<br />

Priv.-Doz. Dr.med.<br />

univ. Ingrid Boldin<br />

Fachärztin für Augenheilkunde<br />

Text<br />

Werner Sturmberger<br />

FOTO: INGRID BOLDIN<br />

Woran erkennt man trockene Augen?<br />

Das ist gar keine so einfache Frage. Wenn<br />

die Augen gerötet sind oder schmerzen,<br />

kann das viele unterschiedliche Ursachen<br />

haben. Die Symptome für ein trockenes<br />

Auge sind vielfältig: Brennen, Rötung,<br />

Stechen, Fremdkörpergefühl, Tränen,<br />

Jucken sowie Lichtempfindlichkeit. Diese<br />

können jedoch auch durch unterschiedliche<br />

Entzündungen hervorgerufen werden. Es<br />

gibt viele Erkrankungen, die sich zu Beginn<br />

wie ein trockenes Auge anfühlen – zum<br />

Beispiel eine Regenbogenhautentzündung.<br />

Spätestens dann, wenn Augentropfen keine<br />

Linderung bringen und die Beschwerden<br />

binnen zwei oder drei Tagen nicht abklingen,<br />

sollte man ärztliche Hilfe in Anspruch<br />

nehmen. Wenn man Kontaktlinsen trägt,<br />

besser schon am zweiten Tag. Diese bergen<br />

immer das Risiko, dass die für ein trockenes<br />

FOTO: SHUTTERSTOCK<br />

Auge typischen Beschwerden von einer<br />

bakteriellen Infektion ausgelöst werden.<br />

Letztere kann binnen weniger Tage das<br />

Auge schädigen. Um eine sehbedrohende<br />

Erkrankung ausschließen zu können, sollte<br />

auf jeden Fall eine augenfachärztliche<br />

Diagnose gestellt werden.<br />

Woher kommen die Beschwerden?<br />

Dafür gibt es zwei Hauptursachen. Einerseits<br />

ist ein Mangel an Tränenflüssigkeit<br />

verantwortlich: In den meisten Fällen<br />

wird einfach zu wenig Tränenflüssigkeit<br />

produziert, was unter anderem dem<br />

Alterungsprozess, Medikamenten oder<br />

Hormonen geschuldet ist. Seltener ist dies<br />

auf eine rheumatologische Grunderkrankung<br />

zurückzuführen. Andererseits kann<br />

eine Störung der Homöostase des Tränenfilms<br />

zugrunde liegen. Das bedeutet, der<br />

Tränenfilm ist nicht mehr intakt und bricht<br />

deshalb auf. Dabei wird als Hauptgrund zu<br />

wenig Fett an die Augenoberfläche abgegeben,<br />

wodurch die wässrige Phase des<br />

Tränenfilms nur mehr unzureichend vor<br />

Austrocknung schützt. Auch hier spielen<br />

Entzündungen am Lidrand und Alterungsprozesse<br />

eine Rolle. Die Drüsen in den<br />

Augenlidern werden mit zunehmendem<br />

Alter trockener, wodurch das Fett nicht<br />

mehr an den Lidrand gelangt und so seine<br />

Schutzfunktion nicht entfalten kann. Es<br />

kann auch passieren, dass die Lider an<br />

Spannung verlieren, sodass die Augenoberfläche<br />

nicht mehr optimal benetzt werden<br />

kann.<br />

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?<br />

Ist zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden,<br />

dann muss man von außen Flüssigkeit an<br />

die Augenoberfläche bringen. Das erreicht<br />

man mit Tränenersatzmittel. Vorzugsweise<br />

sollten dieses konservierungsmittelfrei<br />

sein, um toxische Reaktionen zu vermeiden.<br />

Die Präparate unterscheiden sich dabei<br />

vor allem in ihrer Viskosität: Manche sind<br />

eher flüssig und laufen deshalb schneller<br />

wieder aus dem Auge; andere wiederum<br />

sind dickflüssiger, behindern aber das<br />

<strong>Sehen</strong>. Hier muss man einfach schauen,<br />

welche Lösung individuell am besten ist.<br />

Prinzipiell gilt aber: Je trockener das Auge,<br />

desto geleeartiger sollte das Ersatzmittel<br />

sein, da ein solches länger an der Augenoberfläche<br />

verbleibt. Für Patient:innen, die<br />

unter einem Lipidmangel an der Augenoberfläche<br />

leiden, gibt es Tropfen, die<br />

zusätzlich Fett enthalten, aber auch Lipid-<br />

Sprays, die auf das Auge gesprüht werden.<br />

Darüber hinaus gibt es unterschiedliche<br />

Salben – allerdings beeinträchtigen diese<br />

die Sicht stark, weswegen sie vorwiegend<br />

über Nacht angewendet werden. Oftmals<br />

helfen aber auch schon warme Umschläge<br />

auf den Lidern mit anschließender Massage<br />

der Drüsen. Hiermit wird das Fett in den<br />

Drüsen flüssiger und kann so leichter an die<br />

Oberfläche befördert bzw. massiert werden.<br />

Gibt es weitere Maßnahmen, um die Augen<br />

vor Austrocknung zu schützen?<br />

Wind trocknet alles aus – die Haut und<br />

auch die Augen. Zug- und auch Heizungsluft<br />

sollte also nach Möglichkeit vermieden<br />

werden. Ein eher unvermeidbares Problem<br />

ist die Bildschirmarbeit: Je konzentrierter<br />

wir arbeiten, desto weniger blinzeln wir und<br />

desto weniger werden die Augen benetzt.<br />

Darum hin und wieder die Augen komplett<br />

schließen – weil man den Fettfilm ja von<br />

unten nach oben hochzieht – und bei<br />

geschlossenem Auge einmal mit den Augen<br />

einen Kreis ziehen; am besten natürlich<br />

vorher noch eintropfen. So verteilt sich<br />

die Tränenflüssigkeit wieder auf dem<br />

Auge. Man kann sich die Bildschirmarbeit<br />

angenehmer machen, indem man leicht<br />

von oben auf den Bildschirm schaut. Denn<br />

wenn wir von oben nach unten sehen, wird<br />

ein größerer Teil des Auges vom Lid abgedeckt<br />

– und somit verdunstet auch weniger<br />

Tränenflüssigkeit.<br />

Wie verbreitet ist das Problem des trockenen<br />

Auges?<br />

Trockene Augen sind eine Zivilisationserkrankung<br />

– leichte und milde Formen<br />

eines trockenen Auges sind weit verbreitet.<br />

Generell vermindert sich die Menge der<br />

Tränenflüssigkeit im Alter, speziell bei<br />

Frauen auch durch den hormonellen<br />

Wechsel. Zusätzlich können Medikamente,<br />

Bildschirmarbeit oder Umweltfaktoren zu<br />

Symptomen eines trockenen Auges führen.<br />

Viele Menschen tragen Kontaktlinsen, die<br />

das Gleichgewicht an der Augenoberfläche<br />

stören und so die Austrocknung des Auges<br />

begünstigen. Das heißt das Auge braucht<br />

– genauso wie die Haut – Pflege, insbesondere<br />

im Alter.


8 Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info<br />

Eine Themenzeitung von Mediaplanet<br />

INFOGRAFIK<br />

<strong>Sehen</strong> und <strong>Hören</strong>:<br />

unsere wichtigsten Sinne<br />

Die Augen und Ohren sind unsere wichtigsten Sinnesorgane – mit ihnen entdecken wir die Welt.<br />

Damit das gut funktioniert, besteht zwischen den beiden Organen ein Zusammenhang: Die<br />

Blickrichtung fokussiert auch unsere Hörrichtung. Das Gehirn erfasst Eindrücke daher am besten in<br />

Kombination. Nachfolgend haben wir ein paar spannende Fakten zum Thema zusammengestellt.<br />

Der Augapfel besteht aus<br />

den folgenden Schichten:<br />

Hornhaut, Lederhaut,<br />

Aderhaut und Netzhaut. 1<br />

Jede vierte Person leidet<br />

an Symptomen des<br />

trockenen Auges. 3<br />

Die Iris und die Linse<br />

eines Auges sind dafür<br />

verantwortlich, dass<br />

Bilder scharf und in einer<br />

ausreichenden Helligkeit<br />

wahrgenommen werden. 2<br />

Das menschliche Auge wiegt<br />

rund 7,5 Gramm und ist damit<br />

in etwa so schwer wie eine<br />

50-Cent-Münze. 4<br />

Ein Lidschlag dauert zwischen<br />

100 und 150 Millisekunden – das<br />

Blinzeln ist damit auch die schnellste<br />

Körperbewegung, zu der Menschen<br />

fähig sind. 5<br />

FOTO: SHUTTERSTOCK<br />

Etwa 20 Prozent aller<br />

Menschen in Österreich<br />

leben mit einer Form der<br />

Hörbeeinträchtigung. 6<br />

Das menschliche Gehör kann<br />

400.000 Töne unterscheiden und<br />

gleichzeitig die Richtung, aus der<br />

sie kommen, bestimmen. 7<br />

Hörverlust ist ein zentraler<br />

Risikofaktor für das spätere<br />

Entstehen einer Demenz. 8<br />

Um einen Ohrwurm loszuwerden, sollte man sich den betroffenen<br />

Song in voller Länge anhören – das Gehirn neigt nämlich dazu,<br />

Unerledigtes immer wieder in Erinnerung zur rufen. 9<br />

1,2<br />

www.gesundheit.gv.at/krankheiten/augen/auge-aufbau-sehvorgang.html<br />

3<br />

www.optikum.at/systane-trockenes-auge/<br />

4,5<br />

www.optiker-straubing.de/20_1_3-Fakten-zu-Ihren-Augen#:~:text=Zahlen%20und%20Fakten,in%20der%20Netzhaut%20des%20Auges<br />

6<br />

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180228_OTS0033/volkskrankheit-17-millionen-menschen-in-oesterreich-sind-schwerhoerig-bildvideo<br />

7<br />

www.planet-wissen.de/natur/sinne/hoeren/index.html<br />

8<br />

www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Unbehandelte-Schwerhoerigkeit-erhoeht-das-Demenz-Risiko,demenz804.html<br />

9<br />

www.fitforfun.de/news/welttag-des-hoerens-faszination-ohr-25-000-haarzellen-auf-hochbetrieb-411450.html


Eine Themenzeitung von Mediaplanet<br />

Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info 9<br />

INSPIRATION<br />

FOTO: EUHA/FOTO RECHTNITZ<br />

Hörsysteme können dafür sorgen,<br />

dass Menschen mit Hörverlust<br />

„geistig auf der Höhe“ bleiben.<br />

<strong>Hören</strong> findet im<br />

Gehirn statt<br />

<strong>Hören</strong> ist kein Vorgang, der sich allein auf die Ohren beschränkt, sondern erfordert<br />

auch Hirnleistung! Feine Haarsinneszellen im Innenohr nehmen dabei Schallwellen<br />

auf und geben den Schall als Nervenimpulse an das Hörzentrum im Gehirn weiter.<br />

Dort wird das Signal entschlüsselt, damit wir das Gehörte auch verstehen können.<br />

Deshalb ist es wichtig, „geistig auf der Höhe“ zu sein, wenn wir gut hören wollen.<br />

Text<br />

Europäische Union<br />

der Hörakustiker e.V.<br />

Je älter wir werden, umso mehr lässt<br />

unser Hörvermögen nach. Gleichzeitig<br />

nehmen die sogenannten<br />

„kognitiven Fähigkeiten“ ab. Dieser<br />

Sammelbegriff umfasst wichtige Aspekte<br />

des Lebens: Aufmerksamkeit, Erinnerungsvermögen,<br />

Konzentration, räumliche<br />

Vorstellungskraft. Dies sind die Grundlagen<br />

des menschlichen Denkens. Lernen,<br />

Zahlenverständnis und Intelligenz gehören<br />

ebenfalls dazu. Diese kognitiven Fähigkeiten<br />

sind wichtig, um den Alltag zu gestalten.<br />

Forscher:innen der University of Cambridge<br />

und des MRC Institute of Hearing in Nottingham<br />

empfehlen daher, dass ältere Menschen<br />

grundsätzlich ihre kognitiven Fähigkeiten<br />

nutzen und trainieren sollten, um so auch<br />

ihr Sprachverstehen zu verbessern.<br />

Wenn das Hörvermögen eingeschränkt<br />

ist, kann die Verwendung eines Hörsystems<br />

dafür sorgen, dass Menschen dennoch<br />

„geistig auf der Höhe“ bleiben und kognitiv<br />

in etwa auf dem gleichen Niveau sind wie<br />

Menschen ohne Hörverlust. Gutes <strong>Hören</strong><br />

und kognitive Fähigkeiten hängen also<br />

unmittelbar zusammen.<br />

Hörtraining<br />

Im Rahmen der Hörsystemversorgung gibt<br />

es verschiedene Möglichkeiten, die Kognition<br />

zu trainieren und die Höranstrengung<br />

gering zu halten, zum Beispiel das Hörtraining.<br />

Ähnlich wie ein Kreuzworträtsel<br />

als „Gehirnjogging“ beschrieben wird, hilft<br />

Hörtraining dem Hörgedächtnis auf die<br />

Sprünge und erleichtert das Erkennen von<br />

Wörtern und deren Bedeutungen.<br />

Audiotherapie<br />

Auch eine Audiotherapie, die von<br />

Hörakustikern und Hörakustikerinnen mit<br />

einer speziellen Zusatzausbildung angeboten<br />

wird, kann helfen, den Alltag mit Hörverlust<br />

besser zu gestalten. Dabei werden<br />

unter anderem Strategien fürs <strong>Hören</strong> und<br />

Kommunizieren und für den Umgang mit<br />

Hörverlust entwickelt.<br />

Hilfestellungen im Alltag<br />

Außerdem empfiehlt Beate Gromke,<br />

Hörakustikmeisterin und Präsidentin der<br />

Europäischen Union der Hörakustiker e. V.,<br />

auf Zusatzgeräte zurückzugreifen: „Es gibt<br />

zahlreiche Alltagshilfen, zum Beispiel beim<br />

Fernsehen, Musikhören, Telefonieren oder<br />

bei Konzerten. Ich empfehle, diese Unterstützung<br />

anzunehmen. Menschen mit<br />

Hörverlust profitieren davon. Das <strong>Hören</strong><br />

wird verbessert und die Höranstrengung<br />

sinkt. Das ist eine enorme Erleichterung.“<br />

FOTO: EUHA/FOTO RECHTNITZ<br />

Beate Gromke<br />

Präsidentin der<br />

Europäischen Union<br />

der Hörakustiker e.V.<br />

Lesen Sie mehr unter<br />

www.euha.org


10 Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info<br />

Eine Themenzeitung von Mediaplanet<br />

Was tun bei<br />

Hörproblemen?<br />

Warum es so wichtig ist, bei Hörproblemen möglichst<br />

rasch ärztliche Hilfe aufzusuchen, erklärt Univ.-Prof.<br />

Dr. Wolfgang Gstöttner, Präsident der Österreichischen<br />

HNO Gesellschaft, im Interview.<br />

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang<br />

Gstöttner<br />

Facharzt für HNO-<br />

Krankheiten und<br />

Präsident der österreichischen<br />

HNO<br />

Gesellschaft<br />

Text<br />

Magdalena Reiter-<br />

Reitbauer<br />

FOTO: FOTOATELIER STADLMANN<br />

<strong>Hören</strong> ist für das tägliche Leben essenziell.<br />

Was kann passieren, wenn das Sinnesorgan<br />

Ohr nicht richtig funktioniert?<br />

Wir müssen hier zwischen Kindes-, Erwachsenen-<br />

und höherem Erwachsenenalter<br />

unterscheiden. Wenn bereits in der Kindheit<br />

eine höhergradige Schwerhörigkeit<br />

vorliegt, sind die Auswirkungen dramatisch,<br />

da Kinder nur über ihr Hörvermögen<br />

sprechen lernen. Da eine gesunde Sprachentwicklung<br />

zeitlich limitiert ist, muss eine<br />

entsprechende Behandlung also möglichst<br />

zeitnah zur Geburt beginnen. In einer<br />

kurzen, wenig aufwändigen Untersuchung<br />

erhalten wir über das Neugeborenen-Hörscreening<br />

Auskunft, ob grundsätzliches<br />

Hörvermögen vorhanden ist oder nicht. Das<br />

ist für den weiteren Weg des Kindes ganz<br />

entscheidend.<br />

Welche Auswirkungen können Hörprobleme<br />

im Erwachsenenalter und höheren<br />

Alter haben?<br />

Im höheren Alter ist die soziale Kommunikation<br />

für die Vorbeugung von Gehirnerkrankungen<br />

und Demenz entscheidend.<br />

Wenn höhergradig Schwerhörige nicht<br />

mehr kommunizieren können und sich<br />

isolieren, ist der Weg für eine Demenzentwicklung<br />

vorbereitet. Dies kann aber im<br />

vorliegenden Fall verhindert werden, wenn<br />

sie möglichst rasch ein Hörgerät oder Hörimplantat<br />

erhalten.<br />

Bemerken Menschen sofort, wenn sie<br />

schlechter hören, oder ist diese Entwicklung<br />

eher schleichend?<br />

Ein Hörsturz tritt plötzlich auf. Patient:innen<br />

merken das und kommen daher relativ<br />

schnell zu uns Ärzt:innen zur Behandlung.<br />

Bei schleichenden Entwicklungen verharmlosen<br />

viele Menschen zunächst ihre<br />

Probleme. Vor uns HNO-Ärzt:innen muss<br />

man sich aber nicht fürchten. Wir sehen<br />

nur ins Ohr und führen Hörtests durch, um<br />

Probleme abzuklären.<br />

Bestehen Empfehlungen, ab welchem<br />

Alter man grundsätzlich zu HNO-Ärzt:innen<br />

gehen sollte?<br />

Es wäre wünschenswert, wenn Patient:innen<br />

ab 50 Jahren gelegentlich einen Hörtest<br />

machen würden. Wenn jedoch bereits in<br />

der Familie Schwerhörigkeiten aufgetreten<br />

sind, ist es ratsam, schon in einem jüngeren<br />

Alter einen Hörtest durchführen zu lassen.<br />

Könnten Sie kurz erklären, wie so ein Test<br />

funktioniert?<br />

Wir haben unterschiedliche Arten von<br />

Hörtests. Zum einen können wir das Reintonhörvermögen<br />

prüfen. Hier messen wir<br />

tiefe und hohe Töne in unterschiedlichen<br />

Lautstärken. Zum anderen können wir mit<br />

Hilfe von Sprachtests feststellen, wann etwa<br />

ein Hörgerät benötigt wird.<br />

Stichwort Hörgerät: Was können Patient:innen<br />

nun gegen Hörprobleme tun?<br />

Zunächst müssen wir wissen, wie hochgradig<br />

die Schwerhörigkeit ist. Störungen<br />

im Mittelohr und im Gehörgang können wir<br />

medizinisch gut behandeln und reparieren.<br />

Liegen die Probleme aber im Innenohr, ist<br />

die Behandlung komplizierter, weil keine<br />

hörverbessernden Operationen durchgeführt<br />

werden können. Hier können wir aber<br />

Hörgeräte einsetzen, die als Verstärkeranlage<br />

Gesprochenes lauter hörbar machen.<br />

Bei einer mittelgradigen Schwerhörigkeit<br />

ist das eine gute Behandlungsmöglichkeit.<br />

Wenn es sich um eine hochgradige Schwerhörigkeit<br />

handelt, braucht es ein Cochlea-<br />

Implantat, das den Gehörnerv in Richtung<br />

Gehirn direkt simuliert.<br />

Hier hat sich in den letzten Jahren bereits<br />

viel getan. Welche Entwicklungen dürfen<br />

wir in den nächsten Jahren erwarten?<br />

Wir beginnen nun Cochlea-Implantate so<br />

zu implantieren, dass gar nichts mehr<br />

sichtbar sein wird. Das ist ein großer<br />

Durchbruch. Das große Ziel ist es, dass wir<br />

irgendwann Therapien anbieten können,<br />

mit denen sich das Ohr wieder von selbst<br />

regenerieren kann – auch, wenn das<br />

vielleicht noch ein halbes Jahrhundert<br />

dauern wird.<br />

Jetzt<br />

Hörstärke in<br />

Ihrem Neuroth-<br />

Fachinstitut<br />

entdecken.<br />

Damit bleib ich<br />

gut connected.<br />

Neuroth: über 140 x in Österreich<br />

Service-Hotline: 00800 8001 8001<br />

neuroth.com


Eine Themenzeitung von Mediaplanet<br />

Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info 11<br />

PANEL<br />

FOTO: UNSPLASH<br />

Hilfe dank<br />

fachlicher Expertise<br />

Für die meisten Menschen sind das <strong>Sehen</strong> und <strong>Hören</strong> eine<br />

Selbstverständlichkeit. Erst wenn Beschwerden auftreten, werden wir darauf<br />

aufmerksam, welche schwerwiegenden Auswirkungen eine Beeinträchtigung<br />

haben kann. Die Expertinnen Mag. Maria Heiss und Dr. Irene Ruhswurm geben<br />

einen Einblick in die Themen Tinnitus und Grauer Star.<br />

Entgeltliche Einschaltung<br />

Leiden auch Sie unter Tinnitus?<br />

85 Prozent all jener<br />

Menschen, die unter<br />

Ohrgeräuschen leiden,<br />

kann geholfen werden!<br />

Rasche Ermüdung und Konzentrationsprobleme,<br />

Reizbarkeit, Unruhe, falsche<br />

Antworten, etc. sind häufige Folgen einer<br />

gestörten Hörverarbeitung – und das trotz<br />

diagnostizierter guter Hörfähigkeit. Tinnitus<br />

(= Ohrensausen) kann eine weitere Folge<br />

davon sein.<br />

Die bisher häufig vermuteten Ursachen<br />

für Geräusche im Ohr, beispielsweise<br />

Stress, Verspannungen der Halswirbelsäule<br />

oder Traumatisierungen, entpuppen sich<br />

immer mehr als nur verstärkende Faktoren.<br />

Auch eine Coronainfektion kann Tinnitus<br />

auslösen oder verschlimmern. Laut einer<br />

Studie des Teams um Kevin Munro von der<br />

University of Manchester erleiden fast 15 %<br />

der Covid-Patient:innen einen Tinnitus.<br />

Solange ich das<br />

Tinnitusgerät trage,<br />

höre ich mein<br />

Ohrgeräusch nicht.<br />

Hans Krankl<br />

Kunde von „Mein Hörstudio“<br />

in St. Pölten<br />

FOTO: PRIVAT<br />

„Mein Hörstudio“ bietet verschiedene<br />

Therapieformen mit Hörgeräten, Noisern<br />

oder Kombinationsgeräten an. Wesentlich<br />

dabei sind das begleitende Gespräch und<br />

die individuell auf den/die Einzelne:n abgestimmten<br />

Geräte, um den Leidensdruck<br />

der/des Betroffenen deutlich reduzieren zu<br />

können.<br />

Egal, ob der Tinnitus durch eine Coronainfektion<br />

entstanden ist oder schon seit 30<br />

Jahren vorhanden ist, bei ca. 85 % der Betroffenen<br />

kann der Leidensdruck des Tinnitus<br />

deutlich gesenkt werden. Bei einigen ist das<br />

Ohrgeräusch überhaupt nicht mehr hörbar.<br />

Seit 2006 ist „Mein Hörstudio“ auf die<br />

Behandlung von Tinnitus spezialisiert. In<br />

dieser Zeit wurden rund 3.000 Tinnitusbetroffene<br />

aus ganz Österreich und dem<br />

Ausland betreut! Überzeugen Sie sich selbst<br />

und vereinbaren Sie ein kostenloses<br />

Beratungsgespräch!<br />

Mein Hörstudio MH<br />

GmbH<br />

Mag. Maria Heiss<br />

Grenzgasse 12,<br />

3100 St. Pölten<br />

Tel.: +43 2742/<br />

73062<br />

office@<br />

meinhoerstudio.at<br />

Lesen Sie mehr:<br />

meinhoerstudio.at<br />

Entgeltliche Einschaltung<br />

Liebe Freund:innen von Licht für die Welt,<br />

Univ. Doz. Dr. Irene<br />

Ruhswurm<br />

Spezialistin für<br />

Augenerkrankungen<br />

FOTO: GREGOR KUNTSCHER<br />

viele meiner Patient:innen wissen ihre<br />

Augengesundheit erst zu schätzen, wenn die<br />

Sehkraft nachlässt. Damit dies gar nicht erst<br />

passiert, ist es wichtig, die Augen regelmäßig<br />

kontrollieren zu lassen. Seit mehr als 15<br />

Jahren unterstütze ich Licht für die Welt mit<br />

meiner Expertise als Augenärztin und setze<br />

ich mich mit der Organisation für Augengesundheit<br />

in Österreich und Afrika ein.<br />

Jedes Mal, wenn ich eines der Projektländer<br />

von Licht für die Welt bereise, werde<br />

ich mit der Freude der Menschen, die ihr<br />

Augenlicht zurückerlangen, belohnt. Doch<br />

es ist auch erschreckend, wie viele Kinder<br />

an vermeidbaren oder heilbaren Krankheiten<br />

wie dem Grauen Star erblinden. Die<br />

Linsentrübung kann angeboren sein oder<br />

durch eine Verletzung am Auge entstehen.<br />

Als Therapie ist eine Operation nötig, damit<br />

diese Kinder eine sehende Zukunft vor sich<br />

haben.<br />

In Österreich wird Grauer Star schnell<br />

erkannt und behandelt. Das liegt daran,<br />

dass Eltern wissen, worauf sie achten<br />

müssen, und vor allem rasch ärztliche<br />

Hilfe in Anspruch nehmen können. Die<br />

nötigen Eingriffe werden hierzulande in<br />

Schwerpunktspitälern von Expert:innen<br />

durchgeführt.<br />

In vielen einkommensschwachen Ländern<br />

ist das oft nicht der Fall. Auf meiner<br />

Reise nach Mosambik im Juli musste ich<br />

sehen, was es heißt, wenn zu wenig Ärztinnen<br />

und Ärzte und Geräte für Untersuchungen<br />

zur Verfügung stehen. In der von Licht<br />

für die Welt unterstützten Augenklinik in<br />

Beira warten zahlreiche Patient:innen und<br />

hoffen auf Hilfe. Ob des großen Andrangs<br />

ist die Klinik gut organisiert und die augenmedizinischen<br />

Leistungen sind hervorragend.<br />

Das Personal vor Ort leistet in den<br />

Augenambulanzen von Licht für die Welt<br />

tolle Arbeit.<br />

Doch um alle Kinder vom Grauen Star zu<br />

heilen, braucht es mehr Augenkliniken in<br />

Ländern wie Mosambik, Uganda, Burkina<br />

Faso, Äthiopien und Kenia. Mit Ihrer<br />

Unterstützung schulen wir das medizinische<br />

Personal vor Ort; wir stellen Geräte für<br />

die Untersuchungen bereit und erhöhen die<br />

Verfügbarkeit augenmedizinischer Dienstleistungen<br />

– damit auch Menschen in den<br />

armen Regionen Afrikas ihre Augen<br />

regelmäßig untersuchen lassen können.<br />

Licht für die Welt<br />

Lesen Sie mehr unter<br />

licht-fuerdie-welt.at


SPRECHEN SIE<br />

BETROFFENE DIREKT AN!<br />

Erzählen wir gemeinsam Erfolgsgeschichten, bieten wir Patient:innenorganisationen,<br />

Betroffenen und Expert:innen eine Bühne um Patient:innenmündigkeit zu fördern<br />

und Bewusstsein für Krankheiten zu schaffen.<br />

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET<br />

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET<br />

Lesen Sie mehr auf www.dergesundheitsratgeber.info/maennergesundheit<br />

MÄNNER<br />

GESUNDHEIT<br />

Schwerpunkte: Prostata, Niere, Blase<br />

FOTO: MASTER1305 VIA SHUTTERSTOCK<br />

Lesen Sie mehr unter dergesundheitsratgeber.info<br />

CHRONISCHE<br />

KRANKHEITEN<br />

Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.ch<br />

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET<br />

Frauen -<br />

gesundheit<br />

Auf das Bauchgefühl<br />

hören, wenn es um das<br />

eigene Wohlbefinden geht<br />

Patient Advocate Martina Hagspiel erklärt warum<br />

FOTO : F E R N A N D O TAVO R A / U N S P L A S H<br />

In dieser Ausgabe: verschiedene Krebsarten, neue Therapien und persönliche Storys.<br />

Lesen Sie mehr unter www.selteneerkrankungen.ch<br />

Vorsorge –<br />

Jetzt erst recht.<br />

Dass Männer durchschnittlich früher als Frauen<br />

sterben, hat viele Gründe. Mit dieser Kampagne<br />

rufen wir alle Männer dazu auf, ihre Gesundheit<br />

ernst zu nehmen und sie aktiv zu fördern.<br />

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET<br />

INHALT:<br />

Erektile Dysfunktion<br />

Das Tabu schlechthin.<br />

Seite 2<br />

Movember<br />

Bart zeigen und Leben retten.<br />

Seite 3<br />

Prostatakarzinom<br />

Die häufigste Krebsart<br />

bei Männern.<br />

Seite 5<br />

Ich bin mehr als<br />

meine Krankheit<br />

Apeliquatio. Inullam quas quat.<br />

Poribereped quiate simtiae<br />

Seltene<br />

Krankheiten<br />

EINFACH MESSEN<br />

EINFACH INSTANT<br />

JETZT BESTELLEN AUF www.accu-chek.at<br />

2<br />

1<br />

3<br />

EINFACH AUFTRAGEN<br />

EINFACH ABLESEN<br />

EINFACH VERSTEHEN<br />

Chronisch entzündliche<br />

Darmkrankheiten<br />

Klinische Studien als<br />

Hoffnungsschimmer für mehr<br />

Lebensqualität<br />

Multiple Sklerose<br />

Wie die Diagnose eine Familie<br />

zusammenschweißen kann<br />

Schmerz<br />

Ganzheitliche<br />

Behandlungsmöglichkeiten<br />

für eine langfristige<br />

Schmerzbewältigung<br />

NEU<br />

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den hier angeführten Produkten um Medizinprodukte zur Anwendung für Patienten<br />

handelt. Vor Gebrauch dieser Produkte muss die Gebrauchsinformation beachtet und ärztlicher Rat eingeholt<br />

werden. ACCU-CHEK, ACCU-CHEK INSTANT und MYSUGR sind Marken von Roche. © 2021 Roche Diabetes Care<br />

Krebsratgeber<br />

NICHT VERPASSEN:<br />

Endometriose – Das<br />

Chamäleon der Gynäkologie<br />

Seite 5<br />

Psychoonkologie –<br />

Begleitung von Betroffenen<br />

Seite 10-11<br />

Wo modernste Spitzenmedizin auf Einfach-mal-Zuhören trifft.<br />

Fokusbereich Frauenmedizin – unsere Kernkompetenz<br />

Gynäkologie, Gynäkologische Onkologie, Brustzentrum,<br />

Blasen- und Beckenbodenzentrum, Dysplasiezentrum<br />

es wichtig ist, weibliche Blicke in die Medizin<br />

miteinzubeziehen, sich zu informieren und<br />

auch Zweit- und Drittmeinungen einzuholen.<br />

Lesen Sie mehr unter www.krebsratgeber.at<br />

Brustkrebsfrüherkennung<br />

in der Schweiz<br />

Seite 12<br />

Wir sind für Sie da.<br />

bethesda-spital.ch/frauenmedizin<br />

FOTO: ALEXANDER-KRIVITSKIY<br />

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET<br />

Patient:innen fühlen sich aufgrund ihrer Erkrankung oft allein.<br />

In der Schweiz leben zirka 600'000 Menschen mit einer seltenen Krankheit.<br />

Deshalb bieten Patient:innenorganisationen Betroffenen<br />

Unterstützung dabei, sich zu vernetzen.<br />

«Viktor Award»<br />

Manuela Stier wird als<br />

herausragendste Persönlichkeit<br />

im Schweizer Gesundheitswesen<br />

ausgezeichnet<br />

Seite 6–7<br />

Du bist<br />

nicht allein!<br />

Selbsthilfe Schweiz<br />

Video-Selbsthilfegruppen<br />

helfen, Menschen mit gleichem<br />

Schicksal zu vernetzen<br />

Seite 12<br />

ProRaris<br />

Yvonne Feri ist zur neuen<br />

Präsidentin des Dachverbandes<br />

für seltene Erkrankungen in<br />

der Schweiz gewählt worden<br />

Seite 14<br />

FOTO : S H U T T E R S TO C K<br />

Was macht<br />

Menschen<br />

zu Helden?<br />

NICHT VERPASSEN:<br />

Martina Hagspiel<br />

Warum es egal ist, wie über Krebs<br />

gesprochen wird.<br />

Seite 10<br />

Spot the Dot<br />

Marije Kruis, die Gründerin der Initiative Spot<br />

the Dot, darüber, warum Hautkrebs immer noch<br />

unterschätzt wird und wie wir das ändern können.<br />

Seite 14<br />

Helga Thurnher & Elfi Jirsa<br />

Zwei Pionierinnen in der<br />

Krebsselbsthilfe.<br />

Seite 18<br />

Werden Sie Teil einer unserer<br />

Gesundheitskampagnen –<br />

melden Sie sich jetzt!<br />

FOTO : A R T W O R K BY SA N D R A C H E V R I E R (M U R A L I N D E R R U E N A P O L ÉO N , M O N T R É A L , K A N A DA )<br />

Bettina Paar • Project Manager<br />

+43 676 847 785 – 216 • bettina.paar@mediaplanet.com<br />

www.mediaplanet.com

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!