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Nachhaltigkeit im Oldenburger Münsterland 2024

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NACHHALTIGKEIT<strong>im</strong><br />

OLDENBURGER MÜNSTERLAND<br />

EINE REGION ZEIGT,<br />

WIE ES GEHT.<br />

Foto: Kannapat – stock.adobe.com<br />

Uns ist <strong>Nachhaltigkeit</strong> wichtig,<br />

daher kl<strong>im</strong>aneutral gedruckt, auf Papier<br />

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2


Inhalt<br />

5 „Durch <strong>Nachhaltigkeit</strong> die<br />

Region weiterentwickeln!“<br />

Jan Kreienborg<br />

9 Nachhaltiger Tourismus<br />

ist kein Hexenwerk<br />

Johannes Knuck beschäftigt sich<br />

mit der Entwicklung zu einem<br />

nachhaltigen Tourismus.<br />

12 Warum der Gamechanger<br />

<strong>im</strong> Betonbau aus Essen<br />

(Oldenburg) kommt<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Baubranche.<br />

17 Wie aus alten Rotorblättern<br />

Zukunft wird<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Kunststoffindustrie.<br />

21 Wie Vertical Farming<br />

Ernährungsprobleme<br />

lösen kann<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Ernährungsbranche.<br />

25 Warum eine ganze Branche<br />

unter Strom steht<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Logistikbranche.<br />

29 Was Versicherung<br />

mit Verantwortung<br />

zu tun hat<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der<br />

Finanz- und Versicherungs-<br />

branche.<br />

31 Wie Torf ersetzt<br />

werden kann<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der<br />

Agrarbranche.<br />

32 Leitbilder beeinflussen<br />

Existenzgründungen<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der<br />

Existenzgründung.<br />

34 Die Transformation<br />

ist unumkehrbar!<br />

Zukunft der Agrar- und<br />

Ernährungswirtschaft.<br />

38 Wussten Sie schon…?<br />

Drei Fakten zum Thema<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong>.<br />

38 Impressum<br />

27 Was Holz zum kl<strong>im</strong>afreundlichen<br />

Baustoff macht<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Holzbranche.<br />

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„<br />

Durch <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

die Region<br />

weiterentwickeln!“<br />

Jan Kreienborg<br />

Der Wandel ist da! Selbst wenn manche Unternehmen durchaus eine<br />

Weile lang mit dem Gedanken an nachhaltiges Wirtschaften gefremdelt<br />

haben, ist ein großer Teil von ihnen inzwischen überzeugt: Darin liegt unsere<br />

Zukunft. Niemand, der verantwortlich handelt, kann heute<br />

mehr die Augen vor den bereits eingetretenen und den<br />

noch zu erwartenden Folgen der Kl<strong>im</strong>akrise verschließen.<br />

Mehr als 150 Vertreterinnen und Vertreter von Firmen<br />

der Region setzten <strong>im</strong> Herbst 2023 ein deutliches Zeichen:<br />

Auf Einladung des Verbunds <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />

nahmen sie aktiv am zweiten Treffen des ein Jahr zuvor<br />

gegründeten Netzwerks „Transformation und <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

<strong>im</strong> OM“ teil. Es ging um die Frage, wie sich angesichts<br />

gravierender Veränderungsprozesse die Zukunftsfähigkeit<br />

der Unternehmen sicherstellen lässt.<br />

Besonders freut mich, dass das Thema mittlerweile<br />

nicht mehr in kleinen Debattierklubs hinter verschlossenen<br />

Türen diskutiert wird, sondern auf der großen Bühne angekommen<br />

ist. Und dass dabei alle in unserer Region relevanten<br />

Branchen beteiligt sind – die Agrarindustrie und<br />

die Bauwirtschaft ebenso wie der Tourismus und die Kunststoffproduzenten.<br />

Die Erkenntnis, Verantwortung für die kommenden Generationen auf<br />

unserer Erde übernehmen zu müssen, hat sich durchgesetzt. Das wird sich<br />

auszahlen.<br />

Nachhaltig zu wirtschaften ist zweifellos eine Herausforderung. Aber<br />

nicht eine, an der man kläglich zu scheitern droht, sondern eine, die viele<br />

Chancen bietet. Das gilt auch und besonders für das <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>.<br />

Gerade eine wirtschaftsstarke und kraftvolle Region wie die unsrige<br />

lässt sich so weiterentwickeln. Es eröffnen sich Möglichkeiten, ausgetretene<br />

Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen. Wenn nicht hier, wo dann?<br />

Manchmal sind es die kleinen Schritte, die voranführen. Manchmal gelingen<br />

auch große Sprünge. Mit dieser Broschüre möchten wir zum dritten<br />

Mal Beispiele aus der Region zeigen und Impulse setzen für ihre weitere<br />

Entwicklung. Bei der Lektüre wünsche ich Ihnen viele wertvolle Erkenntnisse.<br />

Foto: T<strong>im</strong>o_Lutz_Werbefotografie<br />

Jan Kreienborg<br />

Geschäftsführer<br />

Verbund <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />

5


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8


Foto: Robert Kneschke © stock.adobe.com<br />

Nachhaltiger Tourismus<br />

ist kein Hexenwerk<br />

Reisen bildet, Reisen schärft den Charakter, Reisen sorgt für Ausgleich<br />

und Erholung. In Zeiten des Kl<strong>im</strong>awandels steht Reisen aber auch für<br />

Umweltbelastung und einen erhöhten CO 2<br />

-Ausstoß. Mit der Entwicklung<br />

zu einem nachhaltigen Tourismus beschäftigt sich Johannes Knuck<br />

be<strong>im</strong> Verbund <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>. Von Alke zur Mühlen.<br />

Foto: T<strong>im</strong>o_Lutz_Werbefotografie<br />

Herr Knuck, was verstehen Sie unter nachhaltigem<br />

Tourismus?<br />

Johannes Knuck: Darunter verstehe ich einen<br />

Tourismus, der nicht nur ökologische Aspekte berücksichtigt,<br />

sondern den Fokus auch auf soziale und wirtschaftliche<br />

richtet. Es geht nicht nur darum, möglichst<br />

„grün“ Urlaub zu machen. Wir sind bestrebt, stets auch<br />

die touristische Wertschöpfung zu sichern und nachhaltig<br />

aufrechtzuerhalten. Selbstverständlich wissen<br />

wir als <strong>im</strong> Tourismus Tätige, dass unsere Branche bei<br />

den ökologischen Gesichtspunkten nicht das beste<br />

Image hat.<br />

>><br />

9


Foto: malopo<br />

>><br />

Was tun Sie dagegen?<br />

Knuck: Wir müssen uns damit auseinandersetzen,<br />

auch wenn in erster Linie Fern- und Flugreisen die<br />

Schuld an dem Dilemma tragen. Leider färbt dieser<br />

schlechte Ruf nämlich auch auf den Tourismus <strong>im</strong><br />

regionalen Kontext ab. Die Leidtragenden sind dann<br />

häufig unsere Betriebe hier vor Ort. Ihnen müssen wir<br />

nachhaltige und damit langfristige Perspektiven bieten,<br />

damit sie nicht aufgeben, sondern auch in Zukunft<br />

ihren Geschäften nachgehen können.<br />

Welchen Stellenwert hat der Tourismus <strong>im</strong><br />

<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>?<br />

Knuck: Der Stellenwert hat nach meiner Einschätzung<br />

in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Wir<br />

haben uns in dieser Zeit selbstbewusst als Reiseregion<br />

positioniert und sind sichtbarer geworden. Das kann<br />

man an den steigenden Übernachtungszahlen ebenso<br />

erkennen wie an den erzielten Umsätzen. Wir haben<br />

dazu detaillierte Zahlen aus Studien vorliegen, die in<br />

den Jahren 2019 und 2022 erstellt wurden.<br />

Wie sehen die Ergebnisse dieser Untersuchungen<br />

aus?<br />

Knuck: Im Jahr 2022 lag der Bruttoumsatz um<br />

14 Millionen Euro über dem von 2019. Damit haben wir<br />

den Wert aus der Zeit vor Corona nicht nur wieder<br />

erreicht, sondern ihn vielmehr sogar übertroffen. Ich<br />

kann sagen, dass es nicht viele Regionen gibt, die<br />

solch einen positiven Trend verzeichnen können. Der<br />

Tourismus hat sich also längst zu einem ganz wichtigen<br />

Wirtschaftsfaktor <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />

entwickelt, der seine Spuren überall hinterlässt. Unsere<br />

Gäste fahren hier schließlich nicht nur Fahrrad oder<br />

wandern, sie geben auch be<strong>im</strong> Einkaufen in den Städten<br />

oder in der Gastronomie Geld aus.<br />

Es gibt ein touristisches Entwicklungskonzept<br />

für das <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>. Welche Rolle<br />

spielt das Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong> darin?<br />

Knuck: Eine zentrale! Wir merken, dass sich die<br />

Nachfrage entsprechend entwickelt, deshalb machen<br />

wir das gern und mit voller Überzeugung. Entschei-<br />

10


Ist der Tourismus <strong>im</strong> neuen <strong>Nachhaltigkeit</strong>snetzwerk<br />

<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> vertreten?<br />

Knuck: Noch nicht, da das Netzwerk sich zurzeit<br />

erst einmal auf Wirtschaftsunternehmen konzentriert.<br />

Aber selbstverständlich kann ich mir gut vorstellen,<br />

dass wir dort schon bald ein wichtiger Partner sein und<br />

unsere St<strong>im</strong>me zu Gehör bringen werden.<br />

dende Aspekte sind etwa Regionalität, Produkte von<br />

vor Ort, kurze Transportwege. Und der Fahrradtourismus,<br />

der bei uns groß geschrieben wird, ist eine besonders<br />

nachhaltige Form des Reisens. Das wollen<br />

wir mit anderen Themenkomplexen verknüpfen. Wir<br />

gelten bekanntlich als „Speisekammer Europas“, davon<br />

wollen wir auch touristisch profitieren. Unsere<br />

Gäste können unter den verschiedensten Lebensmitteln<br />

aus der Region wählen – das sehe ich als echten<br />

Trumpf an.<br />

Wie einig ist sich die Region hinsichtlich der<br />

von Ihnen skizzierten Entwicklung zu mehr<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Tourismus?<br />

Knuck: Allein schon der Prozess, unsere vier<br />

Erholungsgebiete und die eine Ausflugsregion unter<br />

einem Dach zu vereinen und gemeinsame Sache zu<br />

machen, war nachhaltig. Und alle Beteiligten stehen<br />

hinter dem Leitbild von ländlicher Lebensart und<br />

naturnahem Tourismus. Das sind unsere Kernkompetenzen,<br />

darin herrscht absolute Einigkeit.<br />

Lässt sich darstellen, welche konkreten Vorteile<br />

nachhaltiger Tourismus den Anbietern in der<br />

Region bringt?<br />

Knuck: Es geht um die Überzeugung, nachhaltig<br />

zu leben. Nachhaltig besser zu leben. Davon<br />

müssen wir auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

überzeugen. Es wird in den nächsten Jahren mehr<br />

Menschen geben, die auf nachhaltige, verträgliche<br />

und faire Angebote zugreifen wollen. Wichtig ist die<br />

Erkenntnis, schon mit kleinen Änderungen etwas<br />

bewirken zu können. Warum sind Zahnbürsten in<br />

Pensionen oder Hotels in Plastik eingeschweißt? Muss<br />

das sein? Warum sollen Handtücher maschinell gewaschen<br />

werden, die gar nicht benutzt wurden? Ein<br />

Aufkleber an der Badez<strong>im</strong>mertür kann da Wunder<br />

bewirken. Solch kleine Dinge lassen sich ohne großen<br />

Aufwand ändern. Oder in der Gastronomie: Wir können<br />

hier wirklich auf saisonale und regionale Produkte<br />

setzen. Ist doch alles da – von der Kartoffel bis zur Erdbeere.<br />

Was will man mehr? Niemand muss glauben,<br />

man erwarte von ihm, die Welt zu retten. Aber der<br />

Einstieg in nachhaltiges Agieren ist kein Hexenwerk,<br />

das möchte ich klar sagen.<br />

Wie verändert sich durch die Hinwendung zu<br />

mehr <strong>Nachhaltigkeit</strong> das Profil der Touristen?<br />

Erwarten Sie, dass andere Gäste als bisher in die<br />

Region kommen?<br />

Knuck: Mein Eindruck ist, dass es so kommen<br />

wird. Es gibt Menschen – und zwar nicht wenige –,<br />

die explizit nach Angeboten suchen, die wir ihnen <strong>im</strong><br />

<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> unterbreiten. Wir müssen<br />

deshalb noch ein bisschen weiter denken und etwa<br />

auch unser Anreisekonzept danach ausrichten. Wie<br />

lassen sich hier beispielsweise der Bahnverkehr und<br />

unser Rufbussystem noch besser aufeinander abst<strong>im</strong>men?<br />

Eine spannende Zukunftsfrage!<br />

11


Warum der Gamechanger<br />

<strong>im</strong> Betonbau aus Essen<br />

(Oldenburg) kommt<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Baubranche. Von Claus Spitzer-Ewersmann<br />

Stahlbeton ist der Baustoff des 20. Jahrhunderts.<br />

Keine Autobahn, kein Industriebau, keine<br />

Brücke ohne den Verbundwerkstoff. Aber ihre<br />

Korrosionsanfälligkeit begrenzt die Lebensdauer<br />

der Konstruktionen. Die Branche sucht nach<br />

Alternativen. Ein Unternehmen aus dem <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> ist fündig geworden.<br />

Der Bausektor gilt weltweit als einer der größten<br />

Verbraucher von Ressourcen und als Verursacher<br />

hoher CO 2<br />

-Emissionen. Laut einem Bericht der Vereinten<br />

Nationen ist er für knapp 40 Prozent des globlen<br />

Ausstoßes von kl<strong>im</strong>aschädlichen Treibhausgasen<br />

verantwortlich. Das Erreichen von <strong>Nachhaltigkeit</strong>szielen<br />

<strong>im</strong> Bauwesen hat seit der Jahrtausendwende<br />

an Bedeutung gewonnen. Eines der zentralen Themen:<br />

die Betonbauweise. Tatsächlich trägt allein die<br />

Zementherstellung rund sechs bis sieben Prozent<br />

zur globalen Kohlendioxid-Freisetzung bei. Der Deutsche<br />

Ausschuss für Stahlbeton e.V. hat deshalb 2022<br />

eine Roadmap mit dem Titel „Nachhaltig bauen mit<br />

Beton“ vorgelegt.<br />

Aber geht das überhaupt? Schließlich werden<br />

bei der Produktion eines Kubikmeters Stahlbeton<br />

rund 200 Kilogramm CO 2<br />

ausgestoßen. Man muss<br />

kein studierter Mathematiker sein, um zu erkennen,<br />

dass da beispielsweise bei einer 25 Zent<strong>im</strong>eter<br />

dicken Platte einiges zusammenkommt. Der Grund<br />

dafür ist einfach: Die integrierten Stahlmatten dürfen<br />

nicht rosten. Sie müssen also mit reichlich Beton<br />

ummantelt werden.<br />

Carbonbeton eröffnet ganz<br />

neue Perspektiven<br />

Die Suche nach einer geeigneten Alternative<br />

hat in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen.<br />

Klar ist: Sie muss Festigkeit garantieren, langlebig<br />

und möglichst leicht sein. Inzwischen sind die Forscher<br />

fündig geworden. Sie setzen auf sogenannten<br />

Carbonbeton. Stefan Gramberg sieht ihn als „Gamechanger<br />

für das nachhaltige Bauen von morgen“.<br />

Er ist Geschäftsführer der VETRA Betonfertigteile<br />

GmbH. Das Unternehmen aus Essen (Oldenburg)<br />

<strong>im</strong> Landkreis Cloppenburg kooperiert bei der Entwicklung<br />

von Baustoffen seit langem mit der Zürcher<br />

Hochschule für Angewandte Wissenschaften.<br />

12


Foto: foto:hoelzen /Gerald Lampe<br />

Die Vorteile der Carbonlösung sind offenkundig.<br />

Die Matten aus Kohlenstofffasern werden zwischen<br />

Feinbetonschichten gelegt. Da das Material nicht<br />

rostet, kann die Ummantelung um ein Vielfaches geringer<br />

ausfallen. Die sogenannten CPC-Platten sind<br />

Foto: T<strong>im</strong>o_Lutz_Werbefotografie<br />

nur noch zwischen vier und sieben Zent<strong>im</strong>eter dünn.<br />

Alles zusammengerechnet liegt die Materialeinsparung<br />

bei etwa 80 Prozent, der CO 2<br />

-Ausstoß fällt<br />

um etwa 75 Prozent geringer aus. Dagegen erhöht<br />

sich die Festigkeit gegenüber klassischem Stahlbeton<br />

etwa um das Fünffache.<br />

Stefan Gramberg betont darüber hinaus, dass<br />

es möglich ist, CPC-Platten zu recyceln und völlig neu<br />

zu formen. Der VETRA-Chef sieht darin großes<br />

Potenzial: Anfang 2023 hat das Essener Werk mit<br />

der industriellen Serienfertigung begonnen – als bis<br />

dahin einziges weltweit. Für die Innovation wurde<br />

das zur Holc<strong>im</strong>-Gruppe gehörende Unternehmen<br />

bereits mehrfach ausgezeichnet, etwa auf der bauma,<br />

der Weltleitmesse für Baumaschinen.<br />

Um eine langfristige und damit nachhaltige<br />

Entwicklung voranzutreiben, gilt es, sich neuen Ideen<br />

gegenüber zu öffnen. Besonders bei steigenden<br />

Energie- und Ressourcenpreisen sind energieeffiziente<br />

Vorgehensweisen von Vorteil. Hier ist das<br />

Stichwort Digitalisierung zu nennen: So gibt es<br />

zum Beispiel bereits bei mehreren Anbietern Gerätschaften<br />

in der Kategorie „smart farming“ zu<br />

erwerben. Ein Beispiel ist das sogenannte Precision<br />

Farming, das die Effizienz des Lenksystems von<br />

Traktoren steigert. So kann ein Feld auf den Zent<strong>im</strong>eter<br />

genau bewirtschaftet werden. Die Änderungen,<br />

die der Wandel der Agrarwirtschaft mit sich<br />

bringt, sollten also als Chance verstanden werden.<br />

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CEM III aus Dortmund zum Einsatz und der Zuschlag kommt aus<br />

der Region, angeliefert mit der Bahn. Diesen Produktionsstandort<br />

beabsichtigen wir bis 2030 auf 100% regenerative Energien<br />

umzustellen. Im ersten Schritt wurde 2023 bereits ein Teil des<br />

Standortes auf regenerative Energien umgestellt.<br />

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wir sicherstellen, dass wertvolle Ressourcen in einer Kreislaufwirtschaft erfasst werden<br />

und erhalten bleiben. Aus diesem Grund haben wir uns das Ziel gesetzt, dass alle<br />

unsere Produkte recycelbar sind.<br />

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der Produktion sowie gebrauchte Folienverpackungen, die wir aus dem Markt<br />

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Foto: Wolfgang Jargstorff - Fotolia.com<br />

Wie aus alten Rotorblättern<br />

Zukunft wird<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Kunststoffindustrie. Von Lisa Knoll<br />

Bei der Demontage von Windkraftanlagen fallen<br />

<strong>im</strong> Jahr bis zu 60.000 Tonnen Altmaterial an, die<br />

nicht auf Deponien entsorgt werden dürfen. Das gilt<br />

auch für die Rotorblätter. Wie sich die wertvollen,<br />

faserverstärkten Kunststoffe vollständig und vor<br />

allem sinnvoll weiterverwerten lassen, erarbeitet derzeit<br />

ein Forschungsteam der Privaten Hochschule<br />

für Wirtschaft und Technik (PHWT).<br />

In Deutschland stehen rund 31.000 Windkraftanlagen,<br />

allein <strong>im</strong> Jahr 2023 kamen in Niedersachsen 131<br />

neue Anlagen hinzu – Platz 2 <strong>im</strong> bundesweiten Vergleich.<br />

Doch was tun, wenn eine Windenergieanlage<br />

das Ende ihrer Nutzungszeit erreicht hat? Für 90 Prozent<br />

des be<strong>im</strong> Rückbau anfallenden Materials gibt es<br />

bereits etablierte Recyclingverfahren. Für Rotorblätter<br />

steht der Masterplan jedoch noch aus.<br />

Rotorblätter sind in den meisten Fällen aus kohlenstoff-<br />

oder glasfaserverstärkten Kunststoffen gefertigt.<br />

Ihre besondere Beschaffenheit – eine hohe Strapazierfähigkeit<br />

und Biegsamkeit bei zugleich sehr geringem<br />

Gewicht – kommt ihnen <strong>im</strong> Einsatz zugute. Gängige<br />

Recyclingmethoden sehen etwa vor, ausgemusterte<br />

Rotorblätter zu zerkleinern und beispielsweise in<br />

der Zementindustrie als Ersatzbrennstoff oder Füllstoff<br />

zu nutzen. Der einfachste Weg, der zugleich jedoch<br />

auch ein <strong>im</strong>menses Downcycling bedeutet, denn die<br />

einzigartigen Materialeigenschaften bleiben dadurch<br />

weitestgehend ungenutzt. Auch in finanzieller Hinsicht<br />

erscheint dieses Vorgehen wenig sinnvoll: Während<br />

ein Kilogramm Material für ein neu gebautes Rotorblatt<br />

rund 13 Euro kostet, liegt der Materialwert der geschredderten<br />

Masse bei gerade einmal 0,20 Euro.<br />

Eine Recyclinglösung mit Potenzial<br />

„Einem Ingenieur blutet sprichwörtlich das Herz,<br />

wenn die wertvolle Materialstruktur durch Schreddern<br />

völlig zerstört wird“, sagt Prof. Dr.-Ing. Christian Lauter,<br />

Fachgebiet Konstruktion und Leichtbau an der PHWT.<br />

Er forscht bereits seit Anfang 2023 an <strong>im</strong> Sinne der Abfallhierarchie<br />

höherwertigen Recyclingmöglichkeiten:<br />

„Faserverbundkunststoffe sind sehr hochwertige und<br />

leistungsfähige Werkstoffe, deren Eigenschaften zum<br />

Teil sogar die von Stahl übertreffen.“ Dieses Material sei<br />

daher bestens für den Leichtbau geeignet, so der Experte,<br />

und halte sogar extremen Anforderungen stand, wie<br />

sie zum Beispiel in der Formel 1 oder in der Luft- und<br />

Raumfahrt auftreten.<br />

„Unser Ansatz an der PHWT besteht darin, die<br />

Rotorblätter zu zerlegen und einzelne Konstruktionselemente<br />

herauszuarbeiten, um sie <strong>im</strong> Maschinen- und<br />

Anlagenbau sinnvoll weiter zu verwerten“, erklärt Alexander<br />

Brunner, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der<br />

Arbeitsgruppe von Prof. Lauter. Ein Forschungsfeld mit<br />

Zukunft, denn derzeit sind etwa 6.500 Windenergieanlagen<br />

in Deutschland über zwanzig Jahre alt und müssen<br />

in naher Zukunft rückgebaut werden. Umso wichtiger<br />

also, dass Forschungsteams an Lösungen zur Weiterverwertung<br />

der dabei anfallenden Werkstoffe feilen.<br />

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Photo: Carmen Steiner - Fotolia.com<br />

Wie Vertical Farming Ernährungsprobleme<br />

lösen kann<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Ernährungsbranche. Von Alke zur Mühlen<br />

Wer sich mit der Zukunft der Landwirtschaft<br />

beschäftigt, kommt an einem Thema nicht mehr vorbei:<br />

Vertical Farming. Ob der Anbau von Obst und<br />

Gemüse in Etagen sich wirklich durchsetzen kann,<br />

wird sich zeigen. Unter anderem <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> werden dafür aber bereits heute die<br />

Weichen gestellt.<br />

Taastrup, Dänemark. Nahe Kopenhagen steht<br />

Europas größte vertikale Farm. Unter Volllast werden in<br />

den von LED-Lampen beleuchteten Hallen rund drei<br />

Tonnen Gemüse und Kräuter geerntet. Täglich. Zur Verfügung<br />

stehen 7.000 Quadratmeter Anbaufläche, verteilt<br />

auf 14 Etagen. Betreiber ist das Start-up Nordic<br />

Harvest, die Technologie stammt aus Taiwan.<br />

Vertikale Farmen galten lange Zeit als Zukunftsmusik.<br />

Dabei können sie be<strong>im</strong> drängendsten Problem<br />

der Menschheit helfen: der Ernährung von knapp zehn<br />

Millionen Erdenbürgern zur Mitte des Jahrtausends.<br />

Die zurzeit für die Landwirtschaft nutzbare Fläche wird<br />

dafür nicht ausreichen. Monokulturen, der Einsatz von<br />

Chemikalien, die Überweidung und Versiegelung verringern<br />

den Anteil des fruchtbaren Bodens mehr und<br />

mehr. Und auch der Kl<strong>im</strong>awandel trägt zu den düsteren<br />

Prognosen bei: Extreme Wetterlagen nehmen zu und<br />

sorgen für niedrigere Ernteerträge.<br />

Daneben helfen vertikale Modelle, Ressourcen zu<br />

sparen. Insbesondere Wasser. Sie benötigen aufgrund<br />

der hocheffizienten Verteilsysteme lediglich fünf bis<br />

zehn Prozent dessen, was traditionelle Landwirtschaft<br />

braucht.<br />

Zukunftsweisende<br />

Entwicklung aus Barßel<br />

Vor nicht allzu langer Zeit bot das Thema dem Niedersachsenpark<br />

in Neuenkirchen-Vörden noch Stoff für<br />

einen mehr oder weniger gelungenen Aprilscherz. Inzwischen<br />

erhält die Idee, durch den platzsparenden<br />

senkrechten Anbau die Landwirtschaft in die Städte zu<br />

tragen, <strong>im</strong>mer mehr Zuspruch – auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong>. Bekanntlich hat sich hier eine Vielzahl an<br />

Unternehmen auf die Produktion von Anlagen für die<br />

Agrarwirtschaft spezialisiert.<br />

Einer der Vorreiter in der Region ist Otte-Metallbau<br />

aus Barßel-Harkebrügge <strong>im</strong> nördlichen Landkreis Cloppenburg.<br />

Das Unternehmen ist über Deutschlands Grenzen<br />

hinaus bekannt als Hersteller von Gewächshauseinrichtungen<br />

und innerbetrieblichen Transportsystemen.<br />

Die neueste Entwicklung wurde <strong>im</strong> Herbst 2023 auf der<br />

Vertifarm-Messe in Dortmund vorgestellt: ein mobiles<br />

Rack, mit dem sich die Produktivität von Indoor-Farming-<br />

Anlagen steigern und bis zu 50 Prozent Platz <strong>im</strong> Vergleich<br />

zu stationären Regalen einsparen lässt. Bewässerungssystem<br />

und Beleuchtung sind ins Regal integrierbar.<br />

Bei Otte-Metallbau spielt <strong>Nachhaltigkeit</strong> auch darüber<br />

hinaus eine große Rolle. „Rund 80 Prozent unseres<br />

Strombedarfs decken wir über unsere Photovoltaikanlage<br />

und den Stromspeicher ab“, erklärt Geschäftsführer T<strong>im</strong>o<br />

Gerdes. Die restlichen 20 Prozent bezieht das Unternehmen<br />

aus neutral erzeugtem Strom. „Zudem speisen wir<br />

die gleiche Menge Strom, die wir aus dem Netz beziehen,<br />

als Überschuss ins öffentliche Netz ein“, fügt Gerdes an.<br />

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#GEMEINSAMBESSERWERDENBIS2030<br />

Als bodenständiges Familienunternehmen und Hersteller von hochwertigen Kartoffelspezialitäten<br />

und Feinkostprodukten denken wir langfristig und legen großen<br />

Wert auf nachhaltige Unternehmensführung. Wir sind uns bewusst, dass unser Erfolg<br />

nur Bestand hat, wenn wir Wertschöpfung mit verantwortungsvollem Handeln<br />

in Einklang bringen.<br />

Unsere Prinzipien lassen sich in fünf Worten zusammenfassen:<br />

#FOKUSSIERT<br />

Wir setzen bereits seit vielen Jahren auf ein zertifiziertes Energie- und <strong>Nachhaltigkeit</strong>smanagement.<br />

Ein wichtiger Meilenstein in unserer Kl<strong>im</strong>aschutzstrategie war<br />

das Commitment zu den Zielen der Science Based Targets Initiative <strong>im</strong> Dezember<br />

2023. Unser Ziel ist es, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Unser Ziel ist<br />

es, bis 2030 unsere CO₂-Emissionen zu verringern und bis 2050 sogar Netto-Null-<br />

Emissionen zu erreichen.<br />

#TRANSPARENT<br />

Unsere Nominierung für den 16. Deutschen <strong>Nachhaltigkeit</strong>spreis <strong>2024</strong> in der Branche<br />

Nahrungs- und Genussmittel unterstreicht, dass wir wegweisende Beiträge zur<br />

Transformation in eine nachhaltige Zukunft leisten. Zusätzlich gehen wir mit unserem<br />

innovativen Besucherführungskonzept einen Schritt weiter, um transparente<br />

Einblicke in die moderne Lebensmittelproduktion zu ermöglichen. Im Jahr 2023<br />

konnten über 1.000 Personen von diesem Konzept begeistert werden.<br />

#INNOVATIV<br />

Der in <strong>2024</strong> abgeschlossene Bau eines Biomasseheizwerks zur Erzeugung von<br />

CO₂-neutralem Sattdampf ist ein bedeutendes Projekt, das unsere Prozesswärmeerzeugung<br />

revolutioniert. Ziel dieser Investition ist es, etwa 60 % der benötigten<br />

Erdgasmenge durch biogenen Brennstoff zu ersetzen. Dadurch streben wir eine<br />

jährliche Einsparung von rund 20.000 Tonnen CO₂ an.<br />

#VIELFÄLTIG<br />

Bei uns arbeiten Menschen aus über 30 verschiedenen Nationalitäten zusammen.<br />

Diese Vielfalt ist Teil unserer Unternehmenskultur und spiegelt sich auch in unserem<br />

Handeln als TOP Ausbildungsunternehmen laut IHK Oldenburg wider. Wir bieten attraktive<br />

Karrieremöglichkeiten und die Chance, aktiv an unserer nachhaltigen Transformation<br />

mitzuwirken.<br />

#VERANTWORTLICH<br />

Soziales Engagement und das Interesse an unseren Mitmenschen sind fest in unserer<br />

DNA verankert. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, eine Grundschule<br />

in Makuyuni, Tansania zu errichten. Dank der Unterstützung der Stiftung „Fly &<br />

Help“ konnte dieses Vorhaben erfolgreich ab 2023 umgesetzt werden. Bereits <strong>im</strong><br />

Frühjahr <strong>2024</strong> wurde die Eröffnungsfeier der „Wernsing-Schule“ gefeiert.<br />

Hungrig auf mehr? www.wernsing.de/nachhaltigkeit


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Warum eine ganze Branche<br />

unter Strom steht<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Logistikbranche. Von Vanessa Afken<br />

Rund 20 Prozent aller neu zugelassenen Autos <strong>im</strong><br />

Jahr 2023 waren elektrisch angetrieben. Nicht verwunderlich,<br />

sind E-Pkw schließlich schon länger fester<br />

Bestandteil des Verkehrsaufkommens in Deutschland.<br />

Im Gegensatz zu E-Lkw, hier ist der Umschwung<br />

noch <strong>im</strong> vollen Gange. Unternehmen <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> haben das Potenzial bereits erkannt<br />

und gestalten den Wandel entscheidend mit.<br />

Hohe Kosten in der Anschaffung, fehlende Ladeinfrastruktur<br />

und eine geringe Reichweite – das sind die<br />

häufigsten Gründe, warum sich viele Logistik-Unternehmen<br />

gegen eine Nutzung von E-Lkw entscheiden.<br />

Mittlerweile gibt es aber Lösungen und Alternativen,<br />

um diese Hürden zu verringern.<br />

Mit dem Förderprogram für Kl<strong>im</strong>aschonende Nutzfahrzeuge<br />

und Infrastruktur (KsNI) können beispielsweise<br />

bis zu 80 Prozent der Kosten für einen Elektro-<br />

Laster übernommen werden. Eine erhebliche Entlastung<br />

bei einem Kaufpreis von rund 400.000 Euro. Und:<br />

Einmal die Anschaffungskosten gedeckt, fallen die laufenden<br />

Kosten der E-Lkw deutlich geringer aus als von<br />

Diesel-Lastwagen. Noch bis Ende 2025 sind E-Lkw von<br />

Mautgebühren befreit und werden anschließend mit<br />

niedrigeren Mautsätzen versehen. Darüber hinaus fallen<br />

keine CO 2<br />

-Abgaben an.<br />

Für die Einschränkungen, die mit der mangelhaften<br />

Ladeinfrastruktur und der geringen Reichweite von ca.<br />

200 Kilometern einhergehen, hat die H. Schickling GmbH<br />

Lösungen gefunden. Der Maschinenbaubetrieb in Visbek<br />

war das erste Unternehmen <strong>im</strong> Landkreis Vechta,<br />

das seinen Fuhrpark durch einen E-Lkw erweiterte.<br />

Nachfrage nach E-Lkw gestiegen<br />

Dieser wird bevorzugt für Kurzstrecken eingesetzt. „Mit<br />

unserer betriebseigenen Ladestation, die größtenteils<br />

durch Photovoltaik und Batterien ihren Strom bezieht,<br />

sind wir nicht abhängig von externen Ladestationen“,<br />

berichtet Geschäftsführer Hermann Schickling. Zusätzlich<br />

sei das Tanken erheblich günstiger als bei den<br />

dieselbetriebenen Lastkraftwagen.<br />

Um die Kilometer-Reichweite zu erhöhen, plant<br />

die H. Schickling GmbH zudem die Verwendung von<br />

Batteriezellen, die mit bis zu 200 Kilometer mehr Reichweite<br />

einhergehen.<br />

Ob sich die Anschaffung von elektrisch betriebenen<br />

Lastwagen lohnt, ist bislang eine Frage der individuellen<br />

Gegebenheiten und Ansprüchen der Unternehmen.<br />

Dass die Nachfrage nach E-Lkw gestiegen ist, hat auch<br />

die A+T-Nutzfahrzeuge GmbH wahrgenommen. Der<br />

Nutzfahrzeuge-Händler mit Hauptsitz in Garrel hat sein<br />

Angebot Anfang 2023 entsprechend angepasst und<br />

bietet seither E-Lkw der Marke Volvo und Renault an.<br />

Neben den langfristigen Kosteneinsparungen und<br />

dem <strong>Nachhaltigkeit</strong>saspekt, ist auch der geringe Geräuschpegel<br />

für potenzielle Kunden ein attraktives<br />

Kaufargument. So können die Laster auch nachts in den<br />

Gebieten verkehren, in denen Diesel-Lkw aufgrund der<br />

Lärmbelastung für Anwohner ein Fahrverbot haben.<br />

Interessierte Unternehmen können sich bei A+T-<br />

Nutzfahrzeuge umfassend über die Vorteile der verschiedenen<br />

Modelle der E-Lkw beraten und zeigen<br />

lassen – und so eine Vorreiterrolle für die Logistik der<br />

Zukunft einnehmen.<br />

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Photo: Momesso – Fotolia.com<br />

Was Holz zum kl<strong>im</strong>afreundlichen<br />

Baustoff macht<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Holzbranche. Von Katja Hofmann<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> bezeichnet ein Prinzip, nach dem<br />

nicht mehr verbraucht werden darf, als nachkommen<br />

kann. Was viele nicht wissen: Der Begriff kommt ursprünglich<br />

aus der Forstwirtschaft. Auch wenn er heutzutage<br />

auf sämtliche Bereiche angewendet wird,<br />

bedeutet er dort <strong>im</strong>mer noch, dass nicht mehr Holz<br />

gefällt werden darf, als nachwachsen kann.<br />

Solange dieses Prinzip erfüllt wird, gilt Holz als ein<br />

kl<strong>im</strong>afreundlicher Baustoff. Deutschland ist ein sehr<br />

holzreiches Land, weswegen Forstwirtschaft und Holzhandel<br />

hier eine zentrale Rolle in der Wirtschaft spielen.<br />

Dem Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz)<br />

zufolge nutzen deutsche Bau- oder Werkstoffunternehmenvorrangig<br />

Nadelholz wie Tannen-, Kiefern- und<br />

Fichtenholz. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland etwa<br />

47 Millionen Kubikmeter Nadelrundholz produziert.<br />

Nicht nur deutsche Unternehmen nutzen das he<strong>im</strong>ische<br />

Holz. Die Ausfuhr ins Ausland spielt eine ebenso<br />

große Rolle. Am meisten wird in die europäischen Länder<br />

exportiert, dicht gefolgt von China und den USA.<br />

Und hier beginnt das Problem: Ist weltweiter Holzhandel<br />

überhaupt noch nachhaltig?<br />

Seit dem 1. Januar 2023 verpflichtet eine Ausweitung<br />

des Lieferkettensorgfaltsgesetzes Unternehmen in<br />

Deutschland dazu, <strong>im</strong> eigenen Einflussbereich oder bei<br />

ihren globalen Vorlieferanten unter anderem auf faire<br />

Löhne und Umweltschutz zu achten. Die Europäische<br />

Union hat außerdem 2023 die EU-Entwaldungsverordnung<br />

(EUDR) verabschiedet. Sie sorgt dafür, dass<br />

nur noch Holz <strong>im</strong>portiert werden darf, für das nachweislich<br />

kein Wald beispielsweise in den Tropen zerstört wurde.<br />

Mit Holz aus der Region nicht<br />

auf dem Holzweg sein<br />

Am nachhaltigsten ist natürlich Holz aus regionaler<br />

Herkunft. Kurze Transportwege sind hier das Stichwort.<br />

Regionalität und mit ihr einhergehend <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

ist für viele Verbraucher in Deutschland längst<br />

ein erstrebenswertes Kriterium in vielen Bereichen:<br />

Lebensmittel, Mode und auch Möblierung. Tischler,<br />

Schreiner und Möbelfirmen wissen das und bemühen<br />

sich verstärkt um einen nachhaltigen Produktionsprozess.<br />

So auch die Firmengruppe Karl Ahmerkamp<br />

mit Stammsitz in Vechta: Als erstes Unternehmen <strong>im</strong><br />

deutschen Holzhandel wurde es mit dem RAL-Gütezeichen<br />

„Nachhaltiger Handel Holz- und Bauprodukte“<br />

ausgezeichnet. Damit ist Ahmerkamp in seiner<br />

Branche Vorreiter. Ein Meilenstein, wie Inhaber Ralph<br />

Ahmerkamp findet. Überprüft wurden Unternehmensprozesse<br />

auf die sogenannten „ESG“-Kriterien:<br />

Environment, Social, Governance.<br />

Auf seiner Webseite macht das Unternehmen<br />

die Verantwortung deutlich, die es für die Welt trägt,<br />

und das in vielerlei Hinsicht: „Wir sind fest davon überzeugt,<br />

dass <strong>Nachhaltigkeit</strong> nicht nur den Umgang<br />

mit ressourcenschonenden Produkten betrifft, sondern<br />

eine umfassende Verantwortung in den Bereichen<br />

Ökologie, Ökonomie und Soziales umfasst.“<br />

Konkret bedeutet das: den CO 2<br />

-Fußabdruck min<strong>im</strong>ieren.<br />

Lieferketten streng überprüfen. Und einen<br />

Appell an das Unternehmensumfeld, es Ahmerkamp<br />

gleich zu tun.<br />

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Foto: Anselm - stock.adobe.com<br />

Was Versicherung mit<br />

Verantwortung zu tun hat<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Finanz- und Versicherungsbranche. Von Katja Hofmann<br />

In den letzten Jahren spielt das Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

eine <strong>im</strong>mer größer werdende Rolle. Und<br />

das bedeutet nicht nur Umweltschutz. Alle drei<br />

Säulen der <strong>Nachhaltigkeit</strong> – Ökologie, Ökonomie<br />

und Soziales – sind wichtig. Das gilt auch für Versicherungen,<br />

denn eines ist klar: Sie sind bedeutsame<br />

Treiber, können also auch die nachhaltige<br />

Wirtschaft voranbringen.<br />

Einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft<br />

Ernst & Young zufolge wird <strong>Nachhaltigkeit</strong> zum Trend<br />

bei Versicherungsprodukten. Sie ergab, dass für über 82<br />

Prozent der Befragten <strong>Nachhaltigkeit</strong> ein Faktor für ihre<br />

nächste Kaufentscheidung sei. Für 84 Prozent sei sie<br />

auch bei Versicherungsprodukten relevant. Und ungefähr<br />

jeder Zweite, der eine Kapitalanlage besitzt, achte<br />

dabei bereits auf <strong>Nachhaltigkeit</strong>saspekte.<br />

Auch die Öffentliche Oldenburg setzt sich mit dem<br />

Thema Nachhaltige Kapitalanlage auseinander. Im<br />

<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> ist sie der Vorreiter unter den<br />

Versicherungen. In ihrem regionalen Geschäftsgebiet,<br />

dem <strong>Oldenburger</strong> Land, versichert die Öffentliche Privat-<br />

und Firmenkunden, Kirchen und Kommunen – von<br />

Wilhelmshaven bis Vechta.<br />

Das Stichwort lautet „Sustainable Finance“. Im<br />

Jahre 2019 wurden gemeinsam mit den anderen Unternehmen<br />

<strong>im</strong> VGH-Verbund <strong>Nachhaltigkeit</strong>skriterien für<br />

Investitionsentwicklungen festgelegt. Das Resultat: Bei<br />

Kapitalanlagen berücksichtigt die Öffentliche verpflichtend<br />

soziale, menschenrechtliche und ökologische An-<br />

forderungen. Außerdem ist sie der internationalen<br />

Finanzinitiative beigetreten, die das Ziel verfolgt, verantwortungsbewusstes<br />

Kapitalmanagement zu fördern.<br />

Nachhaltig vorsorgen und nachsorgen<br />

Der Kl<strong>im</strong>awandel ist trotz aller Maßnahmen für<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> bereits ein <strong>im</strong>mer größer werdendes<br />

Problem, das auch die Versicherungsbranche herausfordert.<br />

Extremwetter wie Starkregen, Sturm, Überschwemmungen<br />

oder Dürreperioden werden <strong>im</strong>mer häufiger<br />

und bringen einen erhöhten Absicherungsbedarf mit<br />

sich – beispielsweise in Form einer Elementarschadenabsicherung.<br />

Denn Prävention ist besser als Nachsorge.<br />

Aber auch die Schadenregulierung selbst kann<br />

nachhaltig gestaltet werden. Ein gutes Beispiel sind<br />

Kfz-Schäden durch Unwetter. „Wenn man ein Loch in<br />

der Scheibe hat, muss diese nicht sofort ausgetauscht<br />

werden, sondern kann repariert werden. Das ist auch<br />

für die Versicherungsnehmer attraktiv, da der Glasbruch<br />

ein Teilkaskoschaden ist und bei diesem Vorgehen die<br />

Selbstbeteiligung auch entfällt“, so Claudia Wilgen, Schadendirektorin<br />

bei der Öffentlichen. Auch Hagelschäden<br />

– also kleine Dellen <strong>im</strong> Autodach, die von Hagelkörnern<br />

verursacht wurden – kann man von Spezialisten mit sogenannten<br />

Hageldrückern herausziehen lassen, anstatt<br />

Autoteile auszutauschen und neu zu lackieren. Laut<br />

Wilgen heißt die Devise Reparieren statt Austauschen.<br />

Und das kann ebenso <strong>im</strong> privaten Rahmen umgesetzt<br />

werden.<br />

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Nachhaltiges<br />

Wirtschaften ist das<br />

Gebot der Stunde<br />

Die <strong>Nachhaltigkeit</strong>sstrategie der Zerhusen Kartonagen<br />

GmbH, als bedeutender Akteur der Zukunftsbranche, ist<br />

menschlich, verlässlich und ökologisch ausgerichtet.<br />

Die Zerhusen Kartonagen GmbH,<br />

ein Familienunternehmen mit Sitz<br />

zwischen den Dammer Bergen und<br />

dem Naturpark Dümmer, hat sich<br />

zur Aufgabe gemacht, seine <strong>Nachhaltigkeit</strong>sstrategie<br />

kontinuierlich zu<br />

bewerten und zu verbessern.<br />

Von einem Drei-Mann-Handelsbetrieb<br />

entwickelte es sich zu einem<br />

der größten deutschen Wellpappenverarbeitungsbetriebe<br />

mit 750<br />

Beschäftigten und modernster<br />

Technologie.<br />

Herzstück des Unternehmens sind<br />

und bleiben die Mitarbeiter. Sie<br />

bilden den Grundstein für dessen<br />

Erfolg. Aber auch ihrer Region und<br />

ihrer Umwelt fühlt sich die Zerhusen<br />

Kartonagen GmbH verpflichtet und ist<br />

in jeder Geschäftsbeziehung ein verlässlicher<br />

Partner.<br />

Geschäftsführung (v. links): Robert Zerhusen<br />

(Technik), Linda Stärk ( Verwaltung) u. Roland<br />

Zerhusen<br />

Unser stetiges Wachstum sehen<br />

wir als Ansporn für weitere Investitionen,<br />

Innovationen und Anstrengungen.<br />

Mit dem Ziel, unsere Produkte weiter<br />

zu opt<strong>im</strong>ieren, wettbewerbsfähig zu<br />

bleiben und das Unternehmen somit<br />

nachhaltig in die Zukunft zu führen.<br />

Das Unternehmen erkennt die<br />

Notwendigkeit einer ganzheitlichen<br />

Betrachtung von <strong>Nachhaltigkeit</strong> an.<br />

Es setzt sich dafür ein, dass ökonomischer<br />

Erfolg, ökologische Verantwortung<br />

und soziale Gemeinschaft<br />

Hand in Hand gehen, um eine<br />

positive Zukunft für alle zu schaffen.<br />

Der von Zerhusen Kartonagen<br />

verfasste <strong>Nachhaltigkeit</strong>sbericht<br />

von 2019 bewertete dessen Status<br />

Quo und leitete damit seine<br />

nachhaltige Transformation ein.<br />

Der neue Bericht für 2020-2022<br />

enthält erstmals konkrete und<br />

nachvollziehbare Zielsetzungen<br />

zur Umsetzung der <strong>Nachhaltigkeit</strong>sstrategie.<br />

Der vollständige<br />

Bericht mit Hintergrundinformationen<br />

und Zielen steht auf der<br />

Website zum Download bereit:<br />

www.zerhusen.de/nachhaltigkeit


Foto: happylights - stock.adobe.com<br />

Wie Torf ersetzt werden kann<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Agrarwirtschaft. Von Claus Spitzer-Ewersmann<br />

Die Rechnung war lange einfach: ohne Torf kein<br />

Gartenbau. In fast allen Gartenerden war bis vor<br />

einigen Jahren das Sed<strong>im</strong>ent enthalten. Doch der<br />

Abbau sorgt für die Freisetzung von Kohlendioxid.<br />

Fieberhaft wird nach anderen Stoffen gesucht,<br />

in denen Pflanzen in gleichbleibender Qualität<br />

herangezogen werden können – auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong>.<br />

Zwar bedecken Moore nur etwa drei Prozent<br />

der Landfläche der Erde, doch sind sie in der Lage,<br />

mehr Kohlendioxid zu speichern als alle Wälder<br />

zusammen. Woher kommt diese enorme Speicherkraft?<br />

Die auf Nassflächen wachsenden Torfmoose<br />

nehmen über Photosynthese das CO 2<br />

aus der Luft<br />

auf. Unter dem Wasserspiegel liegende Pflanzenteile<br />

sterben ab und bilden <strong>im</strong> Laufe der Jahrtausende<br />

unter Sauerstoffausschluss Torf. Ein langwieriger Prozess:<br />

Lebendige Hochmoore wachsen einen Mill<strong>im</strong>eter<br />

pro Jahr.<br />

Werden die Moore trockengelegt, kehrt sich der<br />

Effekt um. Der trockene Torf zersetzt sich und gibt<br />

dabei sowohl das gebundene Kohlendioxid als auch<br />

das weit Mal kl<strong>im</strong>aschädlichere Lachgas frei. Die Bilanz<br />

der letzten Jahrhunderte seit der systematischen<br />

Urbarmachung großer Moorflächen fällt verheerend<br />

aus: Allein in Deutschland gelten von ursprünglich<br />

rund 1,5 Millionen Hektar Moor mehr als<br />

90 Prozent als entwässert. So gelangen jährlich etwa<br />

50 Millionen Tonnen CO 2<br />

in die Atmosphäre, knapp<br />

sieben Prozent aller Emissionen hierzulande. Der<br />

Kl<strong>im</strong>aschutzplan der Bundesregierung sieht daher<br />

bis 2050 eine drastische Reduktion des Torfeinsatzes<br />

in Deutschland vor.<br />

Die Suche nach Alternativen<br />

Die Urbarmachung der Moore hat das <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> und die hier lebenden Menschen über<br />

Generationen geprägt. Der Torfabbau bildete vielerorts<br />

die Grundlage für eine ertragreiche Landwirtschaft.<br />

Pilzzucht, Gemüsejungpflanzen und Topfkulturen etwa<br />

sind auf den gleichbleibenden Mix aus Torf und Zuschlagstoffen<br />

wie Kalk oder Pflanzennährstoffe angewiesen.<br />

Dennoch weiß man auch hier: Es muss sich<br />

etwas ändern, um die Kl<strong>im</strong>aziele zu erreichen.<br />

Vielerorts wird deshalb nach Alternativen zum Torf<br />

geforscht, etwa bei Gramoflor <strong>im</strong> Landkreis Vechta. „Die<br />

stetige Erhöhung unserer Torfersatzquote ist für uns die<br />

wichtigste Kennzahl, um unseren Beitrag für einen<br />

nachhaltigen Gartenbau zu leisten“, heißt es hier. Aktuell<br />

ersetzen insbesondere Holzfasern, Kokosprodukte<br />

sowie aus Grünabfällen gewonnener Substratkompost<br />

Torf in den Substraten. Hobbyerden bestehen bereits<br />

zu 55 Prozent aus Ersatzstoffen, bei den Profierden sind<br />

es aktuell 30 Prozent. Tendenz steigend. Hier ist die<br />

Reduktion herausfordernder, da die grüne Branche ihre<br />

Prozesse über Jahrzehnte auf Torf aufgebaut hat.<br />

Eine weitere Alternative für den Torfersatz sind die<br />

lebendigen Torfmoose selbst. Zurzeit wird erforscht,<br />

wie sie als Paludikultur auf wiedervernässten Flächen<br />

angebaut und geerntet werden können. Klar ist, dass<br />

es in Zukunft auf den richtigen Mix der Ersatzstoffe<br />

ankommen wird. Denn die Natur hat die Messlatte mit<br />

den einzigartigen Eigenschaften von Torf hoch gelegt.<br />

Die Ersatzstoffe müssen diese nicht nur nachbilden,<br />

sondern dabei auch noch verlässlich in der Qualität und<br />

in ausreichender Menge verfügbar sein. Die Forschung<br />

geht weiter.<br />

31


Foto Landkreis Cloppenburg<br />

Leitbilder beeinflussen<br />

Existenzgründungen<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Existenzgründung. Von Claus Spitzer-Ewersmann<br />

Frau Hoefert, das Borderstep Institut für Innovation<br />

und <strong>Nachhaltigkeit</strong> stellt in seinem „Green Startup<br />

Monitor“ fest, dass der Anteil von Start-ups, die<br />

sich mit <strong>Nachhaltigkeit</strong> befassen, mit 35 Prozent<br />

so hoch ist wie noch nie. Passt das zu Ihren<br />

Erfahrungen als Gründungsberaterin?<br />

Angela Hoefert: Das Thema spielt auf jeden Fall<br />

eine große Rolle. Nicht nur der Aspekt, dass das Geschäftsmodell<br />

das Ziel <strong>Nachhaltigkeit</strong> verfolgt, sondern<br />

auch in einzelnen Geschäftsbereichen wird das Thema<br />

<strong>im</strong>mer wichtiger. Das gilt ebenso für Bereiche, an die<br />

man vielleicht nicht direkt denkt. Ein Start-up aus unserer<br />

Region, das umfangreiche Datenanalysen anbietet,<br />

spart hierdurch beispielsweise Ressourcen und agiert<br />

damit für sich und den Auftraggeber nachhaltig. Zudem<br />

fällt auf, dass es häufig einzelne Entscheidungen<br />

<strong>im</strong> eigenen Unternehmen sind, die nachhaltig gedacht<br />

sind. Beispielweise möchte nicht jeder Existenzgründer<br />

direkt einen großen Firmenwagen und das eigene Bürogebäude.<br />

Solche Entscheidungen werden weniger als<br />

32


Angela Hoefert<br />

ist Projektleiterin am Start:Punkt Landkreis Cloppenburg<br />

und Ansprechpartnerin für Existenzgründerinnen<br />

und -gründer in der Region.<br />

Einschränkung wahrgenommen und mehr abgewogen<br />

als in der Vergangenheit.<br />

Wie sieht es mit den sozialen Aspekten der <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

aus?<br />

Hoefert: Auch die werden berücksichtigt. Durch<br />

die Vollbeschäftigung <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />

spielt die soziale <strong>Nachhaltigkeit</strong> eine große Rolle. Unternehmen<br />

sind gezwungen, sich mehr mit Themen wie<br />

Employer Branding und Mitarbeiterzufriedenheit zu<br />

beschäftigen als früher. Es gibt vermehrt Gründungsideen,<br />

die sich nur um diese Fragestellungen kümmern.<br />

Zunehmend finden sich daneben Ideen von Gründern,<br />

wie Ressourcen gespart und geteilt werden können, um<br />

eine ökonomische <strong>Nachhaltigkeit</strong> zu gewährleisten, die<br />

gleichzeitig auch einen ökologischen Vorteil hat.<br />

Können Sie Gründungen aus der Region nennen,<br />

bei denen das Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Zentrum<br />

des Geschäftsmodells steht? Wo liegt hier der<br />

größte Beratungsbedarf?<br />

Hoefert: Neben einem Unternehmen, das in der<br />

Region ausgründen wird und <strong>im</strong> Bereich der Energiegewinnung<br />

aus Abwärme unterwegs ist, haben wir auch<br />

schon Gründer begleitet, die etwa Secondhand-Shops<br />

eröffnen möchten, oder auch Handwerker, die den<br />

Schwerpunkt auf Sanierung und Modernisierung statt<br />

auf den Neubau setzen. Der Beratungsbedarf ist <strong>im</strong>mer<br />

individuell. Wiederkehrende Themen sind Kapital, Netzwerke<br />

zum Austausch oder Fragen zur Vermarktung.<br />

Vermehrt nachgefragt sind auch Angebote zur Digitalisierung,<br />

auf die ein Kollege <strong>im</strong> Team spezialisiert ist.<br />

Unterstützend veranstalten wir regelmäßig Veranstaltungen<br />

zu aktuellen Themen, zum Beispiel <strong>Nachhaltigkeit</strong>ssprechtage.<br />

Dem „Green Startup Monitor“ zufolge sieht etwa<br />

die Hälfte „grüner“ Startups die Kapitalbeschaffung<br />

als höchste Hürde an. Umso häufiger fragen<br />

sie nach staatlichen Fördermitteln. Welchen<br />

Stellenwert hat dieses Thema bei Ihrer Beratung?<br />

Hoefert: Das Thema Kapital ist bei fast jeder Gründung<br />

ein wichtiger Aspekt. Je höher die Finanzierungssumme<br />

ist, desto umfangreicher die Förderprogramme.<br />

Mit Beratung und Recherchen zu den einzelnen Vorhaben<br />

geben wir mit unseren Kooperationspartnern den<br />

Gründern eine Übersicht über ihre Möglichkeiten. Unser<br />

kreiseigenes Förderprogramm „Wir investieren hier!“ ist<br />

dabei meistens die wesentliche Grundlage. Zusätzlich<br />

weisen wir auf Möglichkeiten wie Venture Capital hin und<br />

informieren über Anlaufanstellen, wie die Business Angels.<br />

In welchen Branchen spielt <strong>Nachhaltigkeit</strong> bei<br />

Start-ups nach Ihren Erkenntnissen eine besonders<br />

große Rolle?<br />

Hoefert: Besonders in Branchen, in denen der<br />

Markt gesättigt ist und es viele Anbieter gibt, kann<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> als innovativer Ansatz das Mittel sein, um<br />

sich vom Wettbewerb abzuheben. Ein Branchenschwerpunkt<br />

hat sich dabei noch nicht eindeutig gezeigt. Die<br />

neueren <strong>Nachhaltigkeit</strong>sstandards aus gesetzlichen Regelungen<br />

oder aus Leitbildern von Unternehmen, mit<br />

denen man zusammenarbeiten möchte, beeinflussen<br />

die Existenzgründungen zusehends. Branchen mit<br />

schwindender Nachfrage beschäftigen sich natürlich<br />

häufiger mit dem Thema. Zum Beispiel wird aktuell<br />

weniger gebaut. Handwerker, die sich selbstständig<br />

machen, legen ihren Fokus auf Sanierung, statt Neubau.<br />

Der Frauenanteil liegt bei „nachhaltigen“ Gründungen<br />

deutlich höher als bei denen, die darauf<br />

weniger Wert legen. Was ist Ihre Erklärung dafür?<br />

Hoefert: Bisher konnte ich diese Entwicklung hier<br />

in der Region noch nicht eindeutig wahrnehmen. Ein<br />

Erklärungsansatz könnte sein, dass die meisten Gründungen<br />

von Frauen, die ich betreuen durfte, weniger<br />

auf schnelles Wachstum ausgelegt waren. Daraus ließe<br />

sich ableiten, dass Frauen tendenziell eine höhere Sensitivität<br />

für <strong>Nachhaltigkeit</strong>sthemen haben könnten.<br />

Zum Schluss: Wie nachhaltig agiert der<br />

START:PUNKT eigentlich selbst?<br />

Hoefert: Der START:PUNKT Landkreis Cloppenburg<br />

versucht, so weit wie möglich nachhaltig zu wirken. Mit<br />

unseren nachfrageorientierten Angeboten und individuellen<br />

Beratungen unterstützen wir Gründer dabei,<br />

eine gute Grundlage für Entscheidungen zu treffen.<br />

Die Beratungen finden auch online statt, um Wege<br />

und Zeit zu sparen. Zudem sind wir weitgehend papierlos<br />

unterwegs. Durch unsere Netzwerktreffen geben<br />

wir die Möglichkeit, <strong>im</strong> Austausch voneinander zu lernen<br />

und sich zu unterstützen. Dabei versuchen wir, die Angebote<br />

regional zu bündeln, um eine höhere Effizienz<br />

zu erreichen und Doppelungen zu vermeiden.<br />

33


Die Transformation<br />

ist unumkehrbar!<br />

Zukunft der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Von Detlef Herwig<br />

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft ist nach<br />

der Automobilindustrie der bedeutendste Wirtschaftszweig<br />

Niedersachsens. Sie trägt in hohem<br />

Maße zur Versorgung der Bevölkerung in Deutschland<br />

mit Lebensmitteln von hoher Qualität bei –<br />

und steht doch vor einer Vielzahl wirtschaftlicher<br />

und gesellschaftlicher Herausforderungen. Wie<br />

sieht die Zukunft aus?<br />

Ein Blick in die Glaskugel: Wie wäre es, wenn sich<br />

Verbraucher mehr und mehr zu Qualität bekennen<br />

würden? Wenn sie verstärkt zu hochwertigen Lebensmitteln<br />

griffen und sich <strong>im</strong>mer häufiger für regionale<br />

Produkte entschieden? Im Nordwesten Deutschlands<br />

würde die mittelständisch geprägte Agrarbranche<br />

einen kräftigen Aufwind spüren. Und da von Seiten der<br />

Politik kaum aktive Impulse erfolgen, würde sich die<br />

Umsetzung nötiger umweltförderlicher Maßnahmen<br />

nach dem wirtschaftlichen Kalkül richten. Ergebnis:<br />

Die Nachfrage best<strong>im</strong>mt das Angebot, die Anbieter<br />

profitieren von einer hohen Produktivität auf kaum<br />

eingeschränkten Flächen und schreiben schwarze<br />

Zahlen.<br />

Studie zeigt acht Szenarien<br />

Zukunftsmusik? Und zu opt<strong>im</strong>istisch gedacht?<br />

Insgesamt acht Szenarien wie das obige haben Forscherinnen<br />

und Forscher vom Hamburger WeltWirtschaftsInstitut<br />

(HWWI) für die Zukunft der Agrar- und<br />

Ernährungswirtschaft <strong>im</strong> Nordwesten Deutschlands<br />

entwickelt. Auftraggeber der Studie waren neben der<br />

Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer und<br />

der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die drei<br />

Landkreise Cloppenburg, Vechta und Emsland.<br />

Die Bedeutung der Branche für die Region kann<br />

nicht hoch genug eingeschätzt werden. Geschlossene<br />

Wertschöpfungsketten und intensive wirtschaftliche<br />

Verflechtungen bilden ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal.<br />

Insgesamt hat der Ernährungssektor<br />

<strong>im</strong> Bereich der IHK Oldenburg einen Anteil von fast 50<br />

Prozent am gesamten Industrieumsatz. Zum Vergleich:<br />

In ganz Niedersachsen liegt der Wert bei 17 Prozent.<br />

Aber die Welt bleibt nicht stehen. In der Landwirtschaft<br />

sind massive Veränderungen notwendig. Im<br />

Mittelpunkt der Transformation stehen die Bereiche<br />

Kl<strong>im</strong>aschutz und Tierwohl sowie eine damit einhergehende<br />

Reduzierung des Viehbestands. „Wir brauchen<br />

eine neue, auf den planetaren Grenzen aufbauende<br />

Landwirtschaft, die gemeinsam mit der Ernährungswirtschaft<br />

gute Produkte produzieren kann: Produkte,<br />

die gesund, nachhaltig ausbalanciert gutes Auskommen<br />

für die Höfe und den vor- und nachgelagerten<br />

Sektor schaffen“, betonte Dr. Barbara Grabkowsky,<br />

Leiterin des Verbunds trafo:agrar Niedersachsen, bei<br />

der Fachkonferenz „Agrar- und Ernährungswirtschaft<br />

Nordwest: Transformation für die Zukunft“ <strong>im</strong> Herbst<br />

2023 in Friesoythe.<br />

Was bewirkt weniger Viehhaltung?<br />

Im Verlauf der Konferenz wurden die drei wichtigsten<br />

der vom HWWI erarbeiteten Zukunftsszenarien<br />

vorgestellt. Dabei stand die Frage <strong>im</strong> Mittelpunkt, welche<br />

Auswirkungen eine Reduktion der Viehhaltung auf<br />

die regionale Bruttowertschöpfung und Beschäftigung<br />

<strong>im</strong> Betrachtungszeitraum 2020 bis 2030 hätte. Grundlage<br />

bildeten Zahlen aus dem Jahr 2020. Danach lag<br />

die aus der Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung erwirtschaftete<br />

Marktleistung in den Landkreisen Cloppenburg,<br />

Vechta, Emsland und Oldenburg bei knapp<br />

acht Milliarden Euro. Die Landwirte erwirtschafteten<br />

2020 einen Deckungsbetrag von 1,3 Milliarden Euro.<br />

Die Prognose der Wissenschaftlerinnen und<br />

Wissenschaftler fällt indes ernüchternd aus. Egal, welches<br />

Szenario man betrachtet, kommt es zu – teils erheblichen<br />

– Einbußen. Im Modell „geringer Rückgang<br />

der Viehhaltung“ sinkt die Bruttowertschöpfung in der<br />

Agrarwirtschaft um 20 Prozent, in der Nahrungs- und<br />

Futtermittelindustrie um elf Prozent. Die Beschäftigungsverluste<br />

sind mit 20 bzw. 12 Prozent ähnlich<br />

hoch. Im Szenario „starker Rückgang“ bricht die Bruttowertschöpfung<br />

in der Agrarwirtschaft um 54 Prozent<br />

und in der Nahrungs- und Futtermittelindustrie um 30<br />

Prozent ein. Die Beschäftigungsverluste liegen bei 55<br />

bzw. 32 Prozent.<br />

Also besser kein Wandel? Alles be<strong>im</strong> Alten lassen?<br />

Das wird nicht helfen. Die Transformation der Agrarwirtschaft<br />

ist angesichts von Herausforderungen wie<br />

34


Foto: mirkomedia - stock.adobe.com<br />

Überbevölkerung und Kl<strong>im</strong>akrise unumkehrbar. Doch<br />

ohne Unterstützung durch die Politik geht es nicht. Die<br />

HWWI-Studie gibt deshalb Handlungsempfehlungen,<br />

die nach politischen Zuständigkeiten sortiert sind – der<br />

EU- und Bundesebene, der Landesebene und der kommunalen<br />

Ebene.<br />

Handlungsbedarf auf allen Ebenen<br />

Dringendster Handlungsbedarf auf EU- und<br />

Bundesebene besteht in der Lösung von Zielkonflikten.<br />

Seit Jahrzehnten geforderte Anpassungen<br />

etwa <strong>im</strong> Baurecht, Unklarheiten bei Gesetzen und<br />

Inkonsequenz in der strategischen Gesetzgebung der<br />

Vergangenheit erschweren es der Branche, auf gesellschaftliche<br />

und politische Forderungen zu reagieren.<br />

Angemahnt werden ferner auf die Agrarwirtschaft<br />

zugeschnittene Förderregelungen, Strukturhilfen und<br />

Kompensationsmechanismen sowie eine „Harmonisierung<br />

der Rechtsebenen“. Ohne ein abgest<strong>im</strong>mtes<br />

und ineinandergreifendes Rechtssystem ließe sich<br />

eine nachhaltige Transformation nicht realisieren.<br />

Bei der Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz<br />

der Landwirtschaft sehen die Wissenschaftler<br />

das Land in der Pflicht. An die Politik geht die Empfehlung,<br />

strategische Raumordnung zu betreiben und<br />

den Strukturwandel aktiv zu steuern. Um für angemessene<br />

Rahmenbedingungen und Planungssicherheit<br />

zu sorgen, wird zudem zur Auf-lösung bestehender<br />

Zielkonflikte zwischen Bundes- und Landesrecht geraten.<br />

Im Kommunalen sind laut HWWI kreisspezifische<br />

Strategien unabdingbar. Darin sollte festgelegt<br />

werden, welchen Raum perspektivisch welche Wirtschaftsbereiche<br />

einnehmen. Auch auf Platz 2 der<br />

Handlungsempfehlungen für die kommunale Ebene<br />

steht die Auflösung rechtlicher Zielkonflikte. Schließlich<br />

sollte die aktuell gültige Genehmigungspraxis und<br />

Serviceorientierung auf kommunaler Ebene überdacht<br />

werden, beispielsweise hinsichtlich der Ausschöpfung<br />

von Handlungsspielräumen.<br />

35


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Anzeige<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> –<br />

genossenschaftlich gedacht.<br />

Packen wir es an!<br />

Unser Ziel ist es, unser tägliches Handeln nachhaltiger<br />

zu gestalten, um auch in Zukunft ein<br />

verlässlicher und starker Partner für Landwirte<br />

und Geschäftspartner zu sein. Dazu arbeiten wir<br />

in vielen Bereichen an konkreten und sinnvollen<br />

Maßnahmen, von denen auch unsere Kunden und<br />

Partner profitieren.<br />

Ein wichtiger Teil unseres aktiven <strong>Nachhaltigkeit</strong>smanagements<br />

ist ein fortschrittliches Energieund<br />

Fuhrparkmanagement. So haben wir beispielsweise<br />

unsere Lkw- und Dienstwagenflotte<br />

mit Elektro- und Hybridantrieben ergänzt. Dies<br />

wird kontinuierlich ausgebaut. Darüber hinaus<br />

wird an allen Produktions- und Vertriebsstandorten<br />

aktiv an der Verbesserung der Kl<strong>im</strong>abilanz<br />

gearbeitet. Energie aus Photovoltaik, Windkraft<br />

und Biogas, Bahnanlieferung statt LKW - wo Verbesserungen<br />

möglich sind, setzen wir sie bereits<br />

um oder planen sie.<br />

Auch <strong>im</strong> vor- und nachgelagerten Bereich sind wir<br />

bereits aktiv: CO 2<br />

-Senken mit Partnerlandwirten<br />

realisieren, Unterstützung für hocheffizientes<br />

Precision Farming, opt<strong>im</strong>ierte Futterkonzepte für<br />

eine bessere Futterverwertung erstellen oder der<br />

weitergehende Ausbau der Bio-Landwirtschaft<br />

sind Themen, die uns bewegen.<br />

Erfahre mehr unter gs-genossenschaft.de<br />

Du hast Fragen zu den <strong>Nachhaltigkeit</strong>sthemen der GS?<br />

Melde dich bei uns:<br />

Cord Wierper<br />

Leiter Energiemanagement<br />

cord.wierper@futterallianz.de<br />

Dr. Harm Böckmann<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong>smanager<br />

harm.boeckmann@gs-genossenschaft.de<br />

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Wussten Sie schon…?<br />

Drei Fakten zum Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong>. Von Katja Hofmann<br />

Der Schöpfer des <strong>Nachhaltigkeit</strong>sbegriffs<br />

Auch wenn <strong>Nachhaltigkeit</strong> ein tagesaktuelles Thema ist, ist der Begriff schon<br />

sehr alt. Als sein Schöpfer ist Hans Carl von Carlowitz bekannt: Die erstmalige<br />

Verwendung des Begriffs „<strong>Nachhaltigkeit</strong>“ in der deutschen Sprache <strong>im</strong> Sinne<br />

eines Prinzips, nach dem langfristig nicht mehr verbraucht werden darf, als nachkommen<br />

kann, ist 1713 in seinem Werk „Silvicultura oeconomica“ nachgewiesen.<br />

Vorbild Basketball<br />

Die Clubs der Beletage des deutschen Basketball haben sich verpflichtet, sich<br />

an den ‚Sustainable Development Goals‘ der Vereinten Nationen zu orientieren. Diese<br />

stellen die zentralen und globalen Leitlinien zum Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong> dar. Um<br />

diesem Anspruch gerecht zu werden, hat sich auch RASTA Vechta „Sports For Future“<br />

angeschlossen. Geplant sind verschiedene Aktionen <strong>im</strong> Rahmen der Spieltage und<br />

<strong>im</strong> sozialen Bereich. Außerdem sollen Sportangebote für Kinder und Jugendliche<br />

ab sofort Lernebenen wie <strong>Nachhaltigkeit</strong>, Demokratie oder Kl<strong>im</strong>aschutz enthalten.<br />

Küchenproduktion nachhaltig gemacht<br />

Die Beckermann Küchen GmbH in Cappeln hat einen Ruf als Produzent, der<br />

Verantwortung für die Zukunft übern<strong>im</strong>mt. Für seine Bemühungen zeichnete die<br />

Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) das Unternehmen mit dem RAL-Gütezeichen<br />

für kl<strong>im</strong>aneutrale Möbelherstellung aus. Beckermanns Ziel: den CO 2<br />

-Fußabdruck<br />

verkleinern. Konkret bedeutet das, alle Kohlendioxid-Emissionen zu bilanzieren<br />

und den Überschuss mittels Kl<strong>im</strong>aschutzzertifikaten auszugleichen. Auch<br />

der Bau einer neuen Produktionshalle mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem<br />

Dach, ein neuer Ofen und Lacke auf Wasserbasis tragen zur <strong>Nachhaltigkeit</strong> bei.<br />

Impressum<br />

Verlag:<br />

Kommunikation & Wirtschaft GmbH<br />

Ein Unternehmen der Schlüterschen Mediengruppe<br />

Baumschulenweg 28, 26127 Oldenburg<br />

Tel. 0441 9353-0, info@kuw.de, kuw.de<br />

In Zusammenarbeit mit:<br />

Verbund <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> e. V.<br />

Diekmanns Esch 13<br />

49377 Vechta-Langförden<br />

oldenburger-muensterland.de<br />

Layout und Herstellung:<br />

Kommunikation & Wirtschaft GmbH<br />

Ramona Bolte<br />

Redaktion:<br />

Mediavanti GmbH, mediavanti.de<br />

Autor*innen:<br />

Vanessa Afken, Lisa Knoll, Claus Spitzer-<br />

Ewersmann, Alke zur Mühlen,<br />

Katja Hofmann, Detlef Herwig<br />

Druck:<br />

Druckkontor Emden<br />

Wolthuser Str. 1, 26725 Emden<br />

Kl<strong>im</strong>aneutral gedruckt, auf<br />

Papier aus verantwortungsvollen<br />

Quellen.<br />

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.<br />

Alle Rechte vorbehalten. Auswahl und<br />

Zusammenstellung sind urheberrechtlich<br />

geschützt. Für die Richtigkeit der <strong>im</strong> Inhaltsverzeichnis<br />

aufgeführten Autorenbeiträge<br />

und der PR-Texte übernehmen Verlag und<br />

Redaktion keine Haftung.<br />

Printed in Germany <strong>2024</strong><br />

Gender-Hinweis: Es oblag den jeweiligen Verfassern<br />

der Texte – Anzeigen-Kunden, Autor(en),<br />

Redaktion, Interviewten – ob sie ihre Beiträge<br />

„gendern“ oder aus praktischen Gründen wie<br />

Platzersparnis und bessere Lesbarkeit die<br />

männliche oder weibliche Form von personenbezogenen<br />

Hauptwörtern wählen. Dies<br />

<strong>im</strong>pliziert keinesfalls eine Benachteiligung<br />

der jeweils anderen Geschlechter (weiblich,<br />

männlich, divers), die mit den Inhalten der<br />

Texte gleichermaßen angesprochen werden.<br />

38


Anzeige<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong>sstrategien<br />

in der Zuliefererbranche<br />

Kantenspezialist REHAU fährt mehrgleisig<br />

Für die Kunden von heute ist <strong>Nachhaltigkeit</strong> be<strong>im</strong> Möbelkauf von ähnlicher Bedeutung wie Stil und Qualität. Damit dieser<br />

Kundenwunsch erfüllt werden kann, setzen nicht nur die Möbelhersteller auf <strong>Nachhaltigkeit</strong>, auch deren Zulieferer nehmen das<br />

Thema ernst. REHAU gehört zu den Unternehmen, die sich für einen breiten Ansatz entschieden haben, der gleichermaßen<br />

Produkte, Produktion und auch die Mitarbeiter involviert.<br />

Ein Kernprodukt von REHAU, die Möbelkante, bei der das<br />

Unternehmen zu den führenden Herstellern weltweit gehört,<br />

wurde etwa um gleich zwei nachhaltige Kantenlinien erweitert.<br />

RAUKANTEX eco besteht zu 50 Prozent aus post-industriellem<br />

Recyclingmaterial. „Als wir das Produkt entwickelt<br />

haben, war uns wichtig, dass unsere Kunden keine Kompromisse<br />

eingehen müssen. Weder optisch noch in Hinblick auf<br />

Hygiene oder Verarbeitungsprozess“, sagt Lukas Martin Bachmann,<br />

der Leiter der Produktion in Visbek. Das gilt auch für<br />

RAUKANTEX evo, die zweite neue Linie: Bei ihr nutzt REHAU<br />

Polymere, bei deren Herstellung nicht-fossile Rohstoffe wie<br />

zum Beispiel Pflanzenfett verwendet werden. Beide Produkte<br />

kommen in der Branche gut an: So hat Rotpunkt Küchen eine<br />

komplette Produktlinie auf RAUKANTEX eco umgestellt;<br />

RAUKANTEX evo kommt bei der dänischen TCM Group<br />

zum Einsatz.<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> ist nachweisbar<br />

Damit es nicht bei der<br />

Behauptung bleibt, lässt<br />

REHAU seine Arbeit von<br />

unabhängiger Seite begutachten.<br />

Das Kantenband<br />

RAUKANTEX evo hat etwa<br />

die ISCC PLUS-Zertifizierung<br />

durchlaufen – womit<br />

nachweisbar ist, dass es die<br />

hohen Anforderungen an<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> über die<br />

gesamten Lieferkette erfüllt. „Wir wollen unsere Kunden dabei<br />

unterstützen, ihren CO 2<br />

-Abdruck zu senken“, so Lukas Martin<br />

Bachmann weiter. „Dafür haben wir auch unser ReTurn-Programm<br />

etabliert.“ Mitunter bleiben nämlich Restbestände <strong>im</strong><br />

Lager der Kunden liegen und werden dann meist kostenintensiv<br />

entsorgt. Mit ReTurn können Kunden das vermeiden.<br />

REHAU n<strong>im</strong>mt schon seit über 10 Jahren unverarbeitete<br />

Kanten unabhängig vom Hersteller kostenlos zurück.<br />

Grüner Strom und nachhaltige Mitarbeiterführung<br />

In der Produktion und in Hinblick auf seine Mitarbeiter geht<br />

REHAU ebenfalls mit gutem Beispiel voran: Seit 2020 wird die<br />

Produktion in allen europäischen Kantenwerken zu 100<br />

Prozent aus erneuerbaren Energiequellen gespeist. Im<br />

nächsten Schritt sollen die Werksstandorte durch Solaranlagen<br />

energieautark werden. „Auf dem Dach der Ausbildungswerkstatt<br />

wird bereits Strom produziert“, sagt Lukas Martin<br />

Bachmann, der noch auf einen weiteren wichtigen Punkt<br />

hinweist: „<strong>Nachhaltigkeit</strong> hat auch<br />

eine soziale Komponente. Wir<br />

wollen unsere Mitarbeiterinnen und<br />

Mitarbeiter lange hierbehalten,<br />

ihnen sichere und gute Arbeitsplätze<br />

bieten und auch für Nachwuchs<br />

sorgen. Deswegen bilden wir in<br />

vielen Bereichen aus und sind <strong>im</strong>mer<br />

auf der Suche nach Talenten, die die<br />

Zukunft der Möbelbranche mitgestalten<br />

wollen.“<br />

REHAU Industries SE & Co. KG, Visbeker Damm 3, 49429 Visbek<br />

39


Warum wir<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> leben?<br />

Weil wir auch an nächste<br />

Generationen denken<br />

Der Wandel der Region hin zu einer<br />

nachhaltigen Zukunft ist uns wichtig.<br />

Wir begleiten ihn mit Überzeugung<br />

und Engagement – ökologisch, sozial<br />

und ökonomisch. Weil’s um mehr als<br />

Geld geht.<br />

Mehr erfahren:<br />

lzo.com/nachhaltigkeit<br />

Unsere Nähe bringt Sie weiter.

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