Karlsruhe an Weihnachten. Gemeinderatsinfo #7 | 2022
Karlsruhe an Weihnachten: Energie ist knapp - Geld auch. Die Fraktion der Freien Wähler und FÜR Karlsruhe stellt fünf Visionen vor, wie Karlsruhe wachsen kann. Mit dabei ein Interview mit Petra Lorenz.
Karlsruhe an Weihnachten: Energie ist knapp - Geld auch. Die Fraktion der Freien Wähler und FÜR Karlsruhe stellt fünf Visionen vor, wie Karlsruhe wachsen kann. Mit dabei ein Interview mit Petra Lorenz.
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GEMEINDERATSINFO<br />
der Freie Wähler | FÜR <strong>Karlsruhe</strong> Gemeinderatsfraktion<br />
Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
ISSN 2751-7918<br />
<strong>Karlsruhe</strong> <strong>an</strong> <strong>Weihnachten</strong><br />
Energie ist knapp – Geld auch. Die Fraktion der Freien Wähler und<br />
FÜR <strong>Karlsruhe</strong> stellt fünf Visionen vor, wie <strong>Karlsruhe</strong> wachsen k<strong>an</strong>n.<br />
Interview mit<br />
Petra Lorenz<br />
Wie k<strong>an</strong>n die<br />
Wirtschaft wieder Fahrt<br />
aufnehmen? Stadträtin<br />
Petra Lorenz gibt<br />
Antworten auf<br />
dringende Fragen.<br />
Energie für<br />
<strong>Karlsruhe</strong><br />
Wie k<strong>an</strong>n kurzfristig<br />
Energie gespart<br />
werden? Gibt es auch<br />
einen l<strong>an</strong>gfristigen<br />
Pl<strong>an</strong> bei der<br />
Energieversorgung?<br />
Visionen für<br />
2023<br />
Fünf Ideen wie<br />
<strong>Karlsruhe</strong> trotz Krisen<br />
sein Potenzial<br />
ausschöpft und was die<br />
Stadtverwaltung besser<br />
machen k<strong>an</strong>n.<br />
Seite 4 bis 9 Seite 10 und 11 Seite 28 bis 33<br />
fwfuer.de
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
Editorial<br />
Das Jahr neigt sich dem Ende<br />
entgegen. Im Interview mit Stadträtin<br />
Petra Lorenz wird über die<br />
verg<strong>an</strong>genen drei Monate<br />
gesprochen: Wie k<strong>an</strong>n <strong>Karlsruhe</strong> in<br />
Zeiten der Energieknappheit sparen?<br />
Und wie blickt m<strong>an</strong> auf eventuelle<br />
Maßnahmen in der Corona-Krise?<br />
Als Expertin für die lokale Wirtschaft<br />
spricht Lorenz darüber wie<br />
Unternehmen gestützt werden<br />
können und was der Gemeinderat für<br />
ein attraktives Stadtbild tun k<strong>an</strong>n.<br />
Zum Jahresabschluss formuliert die<br />
Fraktionsgemeinschaft fünf Visionen<br />
für das Jahr 2023: Bei den Themen<br />
Corona, Energie, dem Stadtbild in der<br />
Innenstadt, Wirtschaft und Fin<strong>an</strong>zen<br />
schöpft <strong>Karlsruhe</strong> nicht sein volles<br />
Potenzial aus. Welche Ideen hat die<br />
Fraktion für <strong>Karlsruhe</strong>?<br />
INHALT<br />
INTERVIEW MIT STADTRÄTIN PETRA LORENZ<br />
Stadträtin Lorenz gibt Antworten, wie die Wirtschaft in <strong>Karlsruhe</strong> besser vom<br />
Gemeinderat unterstützt werden k<strong>an</strong>n. Außerdem geht es um eventuelle<br />
Coronamaßnahmen und was m<strong>an</strong> gegen die Fin<strong>an</strong>zprobleme der Stadt tun<br />
k<strong>an</strong>n.<br />
NEUE ENERGIE FÜR KARLSRUHE<br />
Eine neue Trockenvergärungs<strong>an</strong>lge im <strong>Karlsruhe</strong>r L<strong>an</strong>dkreis nimmt Formen <strong>an</strong>.<br />
Jedoch gibt es noch einige Hürden, die überwunden werden müssen, damit<br />
4<br />
10<br />
<strong>Karlsruhe</strong> ökologisches Gas gewinnen k<strong>an</strong>n. K<strong>an</strong>n ein vollständiger Umstieg<br />
Für Sie im Gemeinderat<br />
auf Strom die Lösung sein?<br />
DIE FRAKTION IM PODCAST<br />
12<br />
Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus <strong>Karlsruhe</strong> sprechen die<br />
Stadträte über die Themen, die die Stadt bewegen. Diesmal geht um<br />
Energiesparmaßnahmen, die Herausforderungen in der lokalen Gastronomie,<br />
den Rückg<strong>an</strong>g der Fachkräfte und die Rolle der L<strong>an</strong>dwirtschaft in der Region.<br />
Petra Lorenz<br />
Stadträtin<br />
Impressum<br />
An dieser Ausgabe haben mitgearbeitet:<br />
Grafik, Fotos und Bilder:<br />
Text:<br />
Layout:<br />
Druck:<br />
V.i.S.d.P.:<br />
| 2<br />
Friedem<strong>an</strong>n Kalmbach<br />
Fraktionsvorsitzender<br />
Gabriel Meier; Micha Schlittenhardt; D<strong>an</strong>iel Gräber; Marius Meger;<br />
unsplash.com<br />
Marius Meger; D<strong>an</strong>iel Gräber; Micha Schlittenhardt, Gabriel Meier<br />
Micha Schlittenhardt<br />
Umweltdruckerei<br />
Friedem<strong>an</strong>n Kalmbach, Fraktionsvorsitzender<br />
FW|FÜR Gemeinderatsfraktion<br />
Haus der Fraktionen<br />
Hebelstr. 13<br />
76133 <strong>Karlsruhe</strong><br />
Jürgen Wenzel<br />
Stadtrat<br />
ISSN 2751-7918<br />
Fon: 0721 133 1096<br />
Fax: 0721 133 1659<br />
Mail: fwfuer@fraktion.karlsruhe.de<br />
UNSERE ARBEIT IM GEMEINDERAT<br />
Die Arbeit der Stadträte war intensiv und abwechslungsreich. Die<br />
Digitalisierung in den Bürgerämtern wurde vor<strong>an</strong>getrieben, <strong>Karlsruhe</strong><br />
informiert nun über die Viruslast im Abwasser und der Marktplatz soll grüner<br />
werden, während auf die Innenstadt neue Richtlinien zukommen.<br />
UNSERE VISIONEN FÜR 2023<br />
Um neben der alltäglichen Arbeit <strong>Karlsruhe</strong> mit neuen Ideen vor<strong>an</strong>zubringen,<br />
hat die Fraktion fünf Visionen formuliert. Themen, die <strong>Karlsruhe</strong> im Jahr 2023<br />
besonders betreffen werden: Energiegewinnung, die Belebung der Innenstadt,<br />
Stärkung der lokalen Wirtschaft, nachhaltige Fin<strong>an</strong>zen und ein gutes<br />
Mitein<strong>an</strong>der.<br />
3 |<br />
18<br />
26
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
Interview mit Stadträtin<br />
Petra Lorenz<br />
Petra Lorenz ist Stadträtin der Freien Wähler und FÜR <strong>Karlsruhe</strong><br />
Gemeinderatsfraktion und seit 2019 im Mitglied im <strong>Karlsruhe</strong>r<br />
Gemeinderat. Sie ist im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, im<br />
Behindertenbeirat und in der Struktur- und Kunstkommission. 2020<br />
k<strong>an</strong>didierte sie für das Amt des Oberbürgermeisters und erhielt 8,71 % der<br />
abgegebenen Stimmen.<br />
Stadträtin Lorenz ist beruflich als Unternehmerin aktiv. 2001 entst<strong>an</strong>d ihr<br />
eigenes Lederwarengeschäft in Bretten, 2003 gründete sie „Lederpoint“ in<br />
<strong>Karlsruhe</strong>. 2012 entst<strong>an</strong>d „Taschenreich“ in Durlach und 2014 in Ettlingen.<br />
Seit 2018 ist Petra Lorenz Präsidentin des H<strong>an</strong>delsb<strong>an</strong>ds Nordbaden und ist<br />
Mitglied der Vollversammlung der Industrie- und H<strong>an</strong>delskammer<br />
<strong>Karlsruhe</strong>.<br />
Petra Lorenz bei der Eröffnung der <strong>Karlsruhe</strong>r U-Bahn.<br />
Stadträtin Lorenz, das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Was waren die<br />
wichtigen Themen des Jahres im <strong>Karlsruhe</strong>r Gemeinderat?<br />
Die Auswirkungen der Energie- und Coronakrise haben fast alle H<strong>an</strong>dlungsfelder<br />
im Gemeinderat betroffen und kollidieren mit dem stark steigenden<br />
Haushaltsdefizit. Diese Problematik wird uns auch in den kommenden Jahren<br />
beschäftigen. Lokale Themen wie die Erneuerung der Turmbergbahn, die<br />
Entwicklungen in der Innenstadt mit der gepl<strong>an</strong>ten Abholzung der Pl<strong>an</strong>t<strong>an</strong>en<br />
und die Fertigstellung des zweiten Teils der Kombilösung st<strong>an</strong>den besonders im<br />
Fokus.<br />
Die Fraktionsgemeinschaft hat einen Artikel veröffentlicht, in dem über die<br />
Probleme der <strong>Karlsruhe</strong>r Großbaustellen und über die <strong>Karlsruhe</strong>r Fin<strong>an</strong>zkrise<br />
berichtet wurde. Welche konkreten Schlüsse ziehen Sie aus den schleppenden<br />
und kostspieligen Bauvorhaben?<br />
Zusammen mit dem Bauartikel haben wir einen Antrag mit drei Vorschlägen für<br />
<strong>Karlsruhe</strong>s Bauprojekte eingebracht. Mit diesen drei konkreten Vorschlägen<br />
wollen wir zukünftig vermeiden, dass es weitere Kostenexplosionen bei<br />
Bauprojekten gibt. Nun erwarten wir von der Verwaltung konkrete<br />
Umsetzungsmaßnahmen.<br />
| 4<br />
5 |
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
K<strong>an</strong>n sich <strong>Karlsruhe</strong> in Zukunft bei den Geldsorgen noch Projekte leisten?<br />
Die steigenden Energiekosten verstärken die Haushaltsproblematik noch<br />
zusätzlich! Bereits begonnene Projekte müssen fertiggestellt und zwingende<br />
Maßnahmen umgesetzt werden. Wenn es nicht gelingen sollte, einen<br />
genehmigungsfähigen Haushalt aufzustellen, droht die Zw<strong>an</strong>gsverwaltung<br />
durch das Regierungspräsidium. Dies würde bedeuten, dass alle freiwilligen<br />
Leistungen eingestellt werden und Wunschprojekte der Bürgerinnen und<br />
Bürger, aber auch der Stadtverwaltung nicht mehr umgesetzt werden können<br />
– nur noch das Nötigste könnte get<strong>an</strong> werden.<br />
Wie k<strong>an</strong>n <strong>Karlsruhe</strong> denn seine fin<strong>an</strong>zielle Situation verbessern?<br />
<strong>Karlsruhe</strong> hat kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem! Die<br />
Stadtverwaltung will mit Steuer- und Gebührenerhöhungen dagegen steuern.<br />
Doch können diese nicht jährlich und nicht über die Maßen nach oben<br />
<strong>an</strong>gepasst werden, die Bürgerinnen und Bürger sind schon stark belastet.<br />
Daher gilt es nicht zwingend erforderliche Projekte, wir z.B. die Turmbergbahn<br />
oder das Fällen der Pl<strong>an</strong>t<strong>an</strong>en in der Kaiserstraße auf den Prüfst<strong>an</strong>d zu stellen.<br />
Sind weitere Steuererhöhungen eine Möglichkeit um den Haushalt zu<br />
stärken?<br />
Nein, die Steuern der Gewerbe und Grundstücke wurden bereits erhöht und<br />
<strong>Karlsruhe</strong> spielt in vielen Bereichen bei den Steuern und Gebühren bereits in<br />
der oberen Liga. Dem Defizit k<strong>an</strong>n nur mit Sparen und Ausgabenkritik<br />
entgegengesteuert werden.<br />
Seit dem Überfall Russl<strong>an</strong>ds auf die Ukraine ist das Thema Energie- und<br />
Gasversorgung in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Viele Menschen<br />
sorgen sich über die steigenden Energiekosten und der nächsten Rechnung.<br />
Hat <strong>Karlsruhe</strong> Möglichkeiten auf die Krise zu reagieren?<br />
L<strong>an</strong>gfristig setzten wir uns dafür ein, dass in <strong>Karlsruhe</strong> oder im L<strong>an</strong>dkreis eine<br />
eigene Trockenvergärungs<strong>an</strong>lage gebaut wird, um von russischer Energie<br />
loszukommen. Bisher bringen wir unseren Biomüll in <strong>an</strong>dere<br />
Trockenvergärungs<strong>an</strong>lagen, die aber mehr als 80 km entfernt sind.<br />
Umweltfreundlich und effizient ist das nicht. Die Stadt hat uns schon<br />
signalisiert, dass es Pläne gibt, die eine eigene Biogas<strong>an</strong>lage mit einschließt.<br />
Kurzfristig bleibt uns nichts <strong>an</strong>deres übrig, als auf unseren Energieverbrauch<br />
zu achten. Dafür haben wir in <strong>Karlsruhe</strong> auch sehr gute Beratungs<strong>an</strong>gebote. Die<br />
<strong>Karlsruhe</strong>r Energie- und Klimaschutzagentur bietet zum Beispiel eine<br />
kostenlose Spar- und Energieberatung <strong>an</strong>.<br />
| 6<br />
Petra Lorenz im Podcastgespräch der Freien Wähler FÜR <strong>Karlsruhe</strong> Gemeinderatsfraktion.<br />
W<strong>an</strong>n könnte eine Trockenvergärungslage in Betrieb gehen?<br />
Wir haben laufende Verträge, die noch bis 2036 gültig sind. Wollen wir früher<br />
aussteigen, d<strong>an</strong>n muss sich die Stadtverwaltung kümmern und in<br />
Verh<strong>an</strong>dlungen treten. Scheinbar wurden erste Gespräche mit dem L<strong>an</strong>dkreis<br />
bereits geführt. Wir als Fraktion sehen unsere Aufgabe darin, die<br />
Stadtverwaltung zu unterstützen und zu prüfen, ob alles get<strong>an</strong> wird, was<br />
möglich ist, um <strong>Karlsruhe</strong> mit eigenem ökologischen Gas auszustatten.<br />
An welchen Stellen könnte die Stadt Energie sparen?<br />
Wir sparen bereits Energie ein! So wurde letztes Jahr die von uns<br />
vorgeschlagene Kunsteisbahn abgelehnt, unter <strong>an</strong>derem mit der Begründung,<br />
das Feeling wäre nicht dasselbe. Nun ist es eine Rollschuhbahn geworden. Über<br />
das Feeling k<strong>an</strong>n m<strong>an</strong> streiten, aber wir freuen uns über die<br />
Energieeinsparung.<br />
7 |
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
„Die Schulen müssen mehr<br />
unterstützt werden. In den<br />
Fluren und Klassenzimmern<br />
wird viel Energie verbraucht.“<br />
L<strong>an</strong>gfristig wäre es eine wichtige Maßnahme, die Dämmung <strong>an</strong> öffentlichen<br />
Gebäuden auszubauen und zu verbessern.<br />
Besonders die Schulen müssen dort mehr unterstützt werden. In den Fluren<br />
und Klassenzimmern wird viel Energie verbraucht – umso wichtiger ist es,<br />
dort die Wärmeenergie durch eine gute Dämmung zu halten. An einigen<br />
Schulen haben wir beispielsweise nur einfach verglaste Fenster, die die Energie<br />
nicht gut speichern, sondern schnell wieder nach draußen abgeben. Das wären<br />
Investitionen, die sich l<strong>an</strong>gfristig lohnen.<br />
Mit der kalten Jahreszeit k<strong>an</strong>n es sein, dass auch wieder Corona eine größere<br />
Rolle spielt. Welche Ideen haben Sie für <strong>Karlsruhe</strong>, um besser mit steigenden<br />
Infektionszahlen umzugehen?<br />
Es ist definitiv nicht unser Anliegen, erneute Regelungen zu treffen, die in das<br />
gesellschaftliche Leben einschneiden. Das müssen wir besser regeln, als dies<br />
im verg<strong>an</strong>genen Winter geschehen ist. Gelungen ist es, die städtischen<br />
Bürgerbüros nach dem Heidelberger Modell zu digitalisieren. Also mehr<br />
Dienste online erledigen, digital Termine vereinbaren und sich somit vielleicht<br />
den G<strong>an</strong>g zum Amt sparen. In der Jahreszeit, wo m<strong>an</strong> schneller kr<strong>an</strong>k werden<br />
k<strong>an</strong>n, ist das eine bessere und technischere Lösung als<br />
Pauschalbeschränkungen.<br />
Außerdem freuen wir uns darüber, dass die Stadt nun die Daten des<br />
Abwassermonitorings veröffentlicht. Wir haben dazu einen Antrag<br />
eingebracht, dass die Stadt über die gemessene Viruslast im Abwasser<br />
(Abwassermonitoring) informiert. Nun gibt es eine Informationsseite auf der<br />
Homepage der Stadt, die die genauen Daten <strong>an</strong>zeigt.<br />
Kommen für ihre Fraktion auch Schutzmaßnahmen sowie Corona-<br />
Regelungen in Frage?<br />
Wir setzen auf das Ver<strong>an</strong>twortungsbewusstsein unserer Bürgerinnen und<br />
Bürger. Viele der Regelungen, die es zum Schutz gab, haben sich im Nachhinein<br />
als nicht zielführend herausgestellt. Uns ist eine bessere Datenerfassung<br />
wichtig, um im Ernstfall auch die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können.<br />
Mit steigenden Kosten und möglichen Coronamaßnahmen könnte die<br />
<strong>an</strong>geschlagene Wirtschaft, besonders die Einzelhändler und kleinen<br />
Unternehmen, in existenzielle Not geraten. Können Sie den<br />
Einzelhändlerinnen und Einzelhändlern eine Perspektive geben?<br />
| 8<br />
Der Umbau der Innenstadt muss den veränderten Begebenheiten und den<br />
Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger <strong>an</strong>gepasst werden. Wir brauchen<br />
mehr Grün und Beschattung in der City. Auch ist Kreativität statt Uniformität<br />
gefragt. Diese darf nicht mit überbordenden Richtlinien und Satzungen<br />
erstickt werden. <strong>Karlsruhe</strong> geht da leider einen <strong>an</strong>deren Weg. Wir hoffen, dass<br />
die Attraktivität der Innenstadt durch die Überregulierung der<br />
Stadtverwaltung nicht dauerhaft leidet. Wenn wir mit Unternehmern und<br />
Gastronomen darüber sprechen, d<strong>an</strong>n bekommen wir viel Verständnislosigkeit<br />
mit. <strong>Karlsruhe</strong> hat sehr viel Potenzial. Im kommenden Jahr wollen wir noch<br />
stärker dar<strong>an</strong> arbeiten, dass wir es ausschöpfen.
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
NEUE ENERGIE FÜR<br />
KARLSRUHE<br />
Energie - sie ist in aller Munde. Noch mehr vielleicht, wenn Sie mit Gas heizen.<br />
Teile des <strong>Karlsruhe</strong>r Gemeinderates und der Stadtverwaltung setzen allerdings<br />
nur auf einen Weg: All-Electric.<br />
Lösungen, die also nur mit Strom funktionieren. Die Krisen der Verg<strong>an</strong>genheit<br />
zeigen doch, wir dürfen uns nicht auf eine Ressource verlassen. Zuletzt kam bei<br />
einem Stromausfall in Rastatt das Leben für einen Tag zum Stillst<strong>an</strong>d. Die von<br />
vielen gepriesene Diversität sollte gerade bei der Energie auf der Agenda<br />
stehen. Erst der gesunde Mix schafft Verlässlichkeit – sollte eine Quelle<br />
ausfallen, gibt es eine <strong>an</strong>dere auf die zurückgegriffen werden k<strong>an</strong>n.<br />
Längst ist der Forschung bek<strong>an</strong>nt: Ernergie k<strong>an</strong>n m<strong>an</strong> in vielen Arten<br />
speichern und tr<strong>an</strong>sportieren. Das Prinzip heißt „Power-to-X“. Im<br />
Schwarzwald wurde Strom aus der Photovoltaik als Wärme in S<strong>an</strong>d<br />
gespeichert. Wärme, die m<strong>an</strong> im Winter nutzen k<strong>an</strong>n.<br />
Am KIT wird Diesel aus Strom und aus der Luft gefiltertem CO2 hergestellt.<br />
H<strong>an</strong>delsübliche Autos können damit wie gewohnt fahren. Wir haben eigentlich<br />
einen Reichtum <strong>an</strong> Energiegewinnungs- und Speicherarten.<br />
Als Fraktion von Freien Wählern und der Wählergruppe FÜR <strong>Karlsruhe</strong> setzen<br />
wir uns beim Klimaschutzkonzept genau für dieses CO2-neutrale Prinzip des<br />
„Power-to-X“ ein. Im Gemeinderat zuletzt für eine Biogas<strong>an</strong>lage für den<br />
Stadt- und L<strong>an</strong>dkreis. Ein weiterer Schritt sich zu diversifizieren und weg von<br />
fossilen Brennstoffen zu kommen.<br />
ENERGIEANGEBOTE DER STADT<br />
Mit dem Motto „Der Energiepakt für <strong>Karlsruhe</strong>“ will die Stadt<br />
Herausforderungen, die durch den Krieg in der Ukraine und den<br />
Preisexplosionen auf den Beschaffungsmärkten entst<strong>an</strong>den sind, meistern.<br />
Die Stadtverwaltung hilft bei Energiefragen: Die Plattfrom KA° richtet sich <strong>an</strong><br />
alle Mieter, aber auch <strong>an</strong> Eigentümer und Unternehmer.<br />
Eine besondere Initiative ist der „KlimaBonus <strong>Karlsruhe</strong>“, mit dem die Stadt<br />
neue Photovoltaik<strong>an</strong>lagen mit bis zu 2.500 Euro fördert. Das Ziel der<br />
Stadtverwaltung ist es, mit gezielten Fprderprogrammen die Erzeugerleistung<br />
von erneuerbaren Energien in <strong>Karlsruhe</strong> zu verdoppeln<br />
Auch die <strong>Karlsruhe</strong>r Energie- und Klimaschutzagentur hilft mit Beratungen<br />
und dem „Stromsparcheck“. Selbst kleine Maßnahmen wie Steckerleisten und<br />
LED-Beleuchtung machen hier den Unterschied. Informieren lohnt sich!<br />
WEITERFÜHRENDE LINKS<br />
Klima.karlsruhe.de<br />
Kek-karlsruhe.de<br />
Stadtwerke-karlsruhe.de/energie-pakt-ka<br />
Der Bedarf <strong>an</strong> Strom steigt, nicht zuletzt mit Elektroautos. Das Netz ist darauf<br />
noch nicht ausgelegt. Auch der Überschuss aus den Sonnenkollektoren im<br />
Sommer und der Stromm<strong>an</strong>gel im Winter könnten durch das Speichern in Gas,<br />
S<strong>an</strong>d oder all den <strong>an</strong>deren innovativen Lösungen in eine gelungen Bal<strong>an</strong>ce<br />
gebracht werden.<br />
Die Zukunft wird zeigen, wir brauchen einen gesunden Mix, aus Sonnen-,<br />
Wind-und Wasserenergie, Wärme und Biogas, aus synthetischen Kraftstoffen<br />
und Wasserstoff. Erst wenn wir diese Ressourcen mitein<strong>an</strong>der verbinden, die<br />
Sektoren koppeln, können wir unsere Stadt zukunftssicher mit Energie<br />
versorgen.<br />
All-Electric ist keine Lösung. Wir müssen alle Möglichkeiten mitdenken!<br />
* Quelle: klima.karlsruhe.de<br />
| 10 11 |<br />
* Quelle: Patrick Ho /Unsplash.com
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
Die Fraktion im Podcast<br />
Energiesparen g<strong>an</strong>z praktisch<br />
Im 26. Podcast der Fraktionsgemeinschaft geht es um den Klimaw<strong>an</strong>del, die<br />
Pariser Klimaschutzziele und Solarp<strong>an</strong>els fürs Eigenheim. Zu Gast bei Stadtrat<br />
Friedem<strong>an</strong>n Kalmbach und Fraktionsgeschäftsführer Micha Schlittenhardt ist<br />
der Geschäftsführer der <strong>Karlsruhe</strong>r Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) Dirk<br />
Vogeley. Für seine Arbeit bei der KEK sammelte sich der Jurist Dirk Vogeley ein<br />
Team von 30 Expertinnen und Experten um sich, die bis zu 50 Energie- und<br />
Klimaschutzprojekte leiten. Dabei wird mit verschiedenen Gruppen<br />
zusammengearbeitet: Grundschulklassen, Studentengruppen, Firmen,<br />
Privatpersonen und städtische Einrichtungen.<br />
Die KEK hat sich zwei Ziele gesetzt: Gemeinsam Wege finden, den Klimaschutz<br />
vor<strong>an</strong>zutreiben und die Energieeffizienz als Mittel für den Klimaschutz zu<br />
stärken:<br />
"Der eigentliche Auftrag ist die Sensibilisierung. Dadurch stoßen wir Projekte <strong>an</strong><br />
und wollen messbare Ergebnisse zur CO2-Reduktion produzieren", so Dirk<br />
Vogeley.<br />
Die KEK sieht sich vor allem als Impulsgeber, um mit neuen Projekten<br />
Menschengruppen in <strong>Karlsruhe</strong> zu erreichen: "Unser Auftrag ist rein<br />
gemeinnützig. Das heißt, einen messbaren Beitrag zu leisten für den Klimaschutz<br />
in <strong>Karlsruhe</strong>. Dabei streben wir die 1,5 Grad des Pariser Klimaschutzabkommens<br />
<strong>an</strong>. Die Wichtigkeit dieses Zieles sehen wir aktuell in den trockenen Sommern<br />
und den wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahre", sagt der<br />
Geschäftsführer der KEK.<br />
"Als Bürgerinnen und Bürger hat m<strong>an</strong> mit dem Thema Energie oft<br />
Berührungsängste, da m<strong>an</strong> sich in der Verg<strong>an</strong>genheit auf den Energieversorger<br />
und den abgeschlossenen Vertrag verlassen hat. Wie k<strong>an</strong>n die KEK nun bei der<br />
praktischen Energieeinsparung helfen?", fragt Fraktionsgeschäftsführer<br />
Schlittenhardt.<br />
Beim Thema Energiesparen kommt es g<strong>an</strong>z auf die Wohnverhältnisse <strong>an</strong>. Helfen<br />
k<strong>an</strong>n dabei der Energiesparcheck: Jeder, egal ob Mieter oder Vermieter, k<strong>an</strong>n mit<br />
dem Förderprogramm "Stromsparcheck" Zuhause Leuchtmittel und<br />
Steckerleisten durch die Mitarbeiter der KEK kostenlos austauschen lassen.<br />
Die Kosten, die dabei <strong>an</strong>fallen, werden in Kooperation von der Stadt und der<br />
Caritas gedeckt. Jede Bürgerin und jeder Bürger k<strong>an</strong>n dieses Angebot <strong>an</strong>nehmen<br />
und sich im Beratungszentrum der KEK in der Hebelstraße 15 oder in Online-<br />
Seminaren kostenlos beraten lassen.<br />
"Mietparteien können allein durch die Beratung und die Einsparhilfen im Jahr<br />
100 Euro sparen. Wenn ein Austausch der Kühlgeräte hinzukommt, sind das d<strong>an</strong>n<br />
schon 200 Euro jährlich", so Vogeley. Durch den Austausch alter Geräte wird<br />
nicht nur der eigene Geldbeutel, sondern auch das Klima geschont.<br />
KeK-Vorsitzender Dirk Vogeley im Podcastgespräch.<br />
Welche Möglichkeiten haben Bürgerinnen und Bürger bei der Eigenversorgung<br />
mit Strom?<br />
"Sowas ist machbar und wir haben probiert die Schwelle so niedrig wie möglich<br />
zu gestalten. Einzelne Module können bis zu 300 Watt erzeugen. Ein Haushalt<br />
darf zwei Module schalten und damit 600 Watt Leistung erzeugen. Die Summe<br />
von vielen kleinen Kraftwerken ist d<strong>an</strong>n messbar und ein Beitrag zur<br />
Energiewende und zum Klimaschutz", weiß Dirk Vogeley und fügt hinzu, dass es<br />
"in <strong>Karlsruhe</strong> ein Dachpotenzial von 900 Megawatt gibt. Von diesen 900<br />
Megawatt wollen wir bis 2030 ein Drittel nutzen – das ist ein machbares Ziel.<br />
Aktuell sind wir bei ca. 50 Megawatt. Wir sind also noch weit weg von dem, was<br />
nutzbar wäre. Unser Wunsch ist es, die Ausbaugeschwindigkeit deutlich zu<br />
erhöhen. H<strong>an</strong>dwerker- und Modulm<strong>an</strong>gel werden oft als Gründe <strong>an</strong>gegeben,<br />
warum unsere Ziele schwer erreichbar sind. Wir wollen aber Wege ebnen, die<br />
Schwierigkeiten zu überwinden. Ich bin zuversichtlich, dass wir die<br />
Ausbaugeschwindigkeit erhöhen können. Oft stellen wir uns mit hausgemachten<br />
Problem selbst ein Bein."<br />
Besonders Unternehmen und Vereinen haben ein großes Energiepotenzial. Große<br />
Hallen mit großen Dächern bieten hervorragende Möglichkeiten für Module, die<br />
d<strong>an</strong>n allerdings eine große Investition darstellen.<br />
Investoren wie beispielsweise die Energiegenossenschaft können da mit<br />
Pachtungen, Baupl<strong>an</strong>ungen und Fin<strong>an</strong>zen unterstützen. Wenn ein Verein oder<br />
eine Org<strong>an</strong>isation Interesse <strong>an</strong> einem solchen Projekt hätte, d<strong>an</strong>n steht die KEK<br />
mit Beratung, Vermittlung und einer Erst<strong>an</strong>alyse zur Seite.<br />
| 12 13 |
Das sind unsere Themen:<br />
Thema: Podcast<br />
• Ziemlich KEK - Energiesparen und Balkonkraftwerke: Die Ratschlänge und<br />
Ansichtenvin Dirk Vogeley, dem Geschäftsführer der <strong>Karlsruhe</strong>r Energieund<br />
Klimaschutzagentur (KEK).<br />
• Klar & offen – mit <strong>Karlsruhe</strong>r Gastronom Ingo Zimmerm<strong>an</strong>n: Als<br />
Gastronom ist m<strong>an</strong> dicht am Puls der Gesellschaft. Stadträtin Petra Lorenz<br />
spricht mit Ingo Zimmerm<strong>an</strong>n über Herausforderungen, nachhaltigkeit<br />
und Perspektiven für <strong>Karlsruhe</strong>.<br />
• Baurecht, Business und ein Musical: Stadträtin Lorenz bespricht mit<br />
<strong>Karlsruhe</strong>r Unternehmer Michael Hoffm<strong>an</strong>n über die stockenden<br />
Bauprojekte in <strong>Karlsruhe</strong>, wie m<strong>an</strong> Geschäftsfüher wird und über ein<br />
Musical mit 2000 ehrenamtlichen Helfern.<br />
Die Lage der Gastronomie in <strong>Karlsruhe</strong><br />
In der 27. Podcastfolge "Die Lage in <strong>Karlsruhe</strong>" spricht Ingo Zimmerm<strong>an</strong>n,<br />
Innhaber des Holzhacker im neuen Schützenhaus gemeinsam mit Stadträtin<br />
Petra Lorenz über die Arbeit in einem Restaur<strong>an</strong>t in Krisenzeiten, die<br />
Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und über Herausforderungen,<br />
Nachhaltigkeit und Perspektiven für <strong>Karlsruhe</strong>.<br />
Angesprochen wird der allgemeine Personalm<strong>an</strong>gel in der Wirtschaft, der sich in<br />
der Gastronomie bemerkbar macht. Besonders in der Corona-Krise hat sich der<br />
Arbeitskräftem<strong>an</strong>gel verstärkt: „Mitarbeiter, die während des Lockdowns<br />
geg<strong>an</strong>gen sind, sind weg. Gastronomie ist nicht besonders attraktiv bei den<br />
Arbeitszeiten“, so Zimmerm<strong>an</strong>n. Durch Trinkgeld und Befreiung von der Steuer<br />
ist der Verdienst in der Gastronomie als Vollzeit- oder Teilzeitmitarbeiter nicht<br />
unattraktiv, jedoch gibt es zusehends einen Bedarf <strong>an</strong> Arbeitskräften. Auff<strong>an</strong>gen<br />
konnte Zimmerm<strong>an</strong>n seine Angestellten, indem in der Corona-Krise auf<br />
Lieferdienst umgestiegen ist und nicht seine Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit<br />
schickte.<br />
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
Nach der Abstimmung im Gemeinderat sprach Oberbürgermeister Fr<strong>an</strong>k<br />
Mentrup von einer Entscheidung mit Sprengkraft, was bei den Stadträten und der<br />
Öffentlichkeit Verwunderung auslöste, da er dies vorher nicht klar<br />
kommunizierte.<br />
Ingo Zimmerm<strong>an</strong>n findet die neue Regelung „beschämend und traurig, denn<br />
Vielfalt belebt alles. Mainstream und Gleichheit funktioniert nicht und ist nicht<br />
nachhaltig“. Gerade die Visionslosigkeit für die Belebung der Innenstadt ist ein<br />
großes M<strong>an</strong>ko. Neue Richtlinien und Einschränkungen tragen nicht dazu bei,<br />
dass lokale Geschäfte ihrer unternehmerischen Kreativität freien Lauf lassen<br />
können. Individualität sinkt und damit auch ein Ansporn für viele Bürgerinnen<br />
und Bürger der Innenstadt einen Besuch abzustatten – "Individuell ist die<br />
Innenstadt definitiv nicht. Lediglich ein Geschäft ist inhabergeführt, der Rest<br />
steht leer oder sind Ketten".<br />
Welche konkreten Schritte müssen gemacht werden, damit wieder mehr<br />
unabhängige Unternehmer kommen, die die Stadt beleben?<br />
Um in Zukunft die Attraktivität der Innenstadt zu sichern, braucht es mehr<br />
Politik, die zuhört. Es braucht einen runden Tisch zwischen den Bürgerinnen und<br />
Bürgern, den Menschen, die in der Wirtschaft aktiv sind als auch dem Personal<br />
der Stadt und in der Kommunalpolitik: "Es wird zugehört, aber bisher nur<br />
oberflächlich. Wir haben wenig inhabergeführte Läden. In der Innenstadt sind es<br />
noch zwei. Da muss m<strong>an</strong> sich wieder öffnen für inhabergeführte Läden. Und wir<br />
müssen wir über den Tellerr<strong>an</strong>d hinausschauen. Wir in <strong>Karlsruhe</strong> haben kein<br />
Alleinstellungsmerkmal, da Unternehmer von außerhalb <strong>an</strong>lockt. Mit der<br />
Kaiserstraße könnten wir eine tolle Innenstadt machen, aber wenn wir alles<br />
gleich machen wollen, d<strong>an</strong>n wird das nicht funktionieren", meint Zimmerm<strong>an</strong>n.<br />
Die Stadt <strong>Karlsruhe</strong> hat im November eine neue Sondernutzungsrichtlinie für die<br />
Ausgestaltung der Läden in der Innenstadt beschlossen. Konkret bedeutet das,<br />
dass die Stadtverwaltung die Richtlinien festlegt, wie Unternehmen und<br />
Geschäfte die öffentlichen Plätze in der Innenstadt gestalten dürfen. Die<br />
Außengestaltung der Geschäfte in der Innenstadt unterliegen nun sehr engen<br />
Vorschriften: Beispielsweise wird die Farbwahl für Aussteller eingeschränkt und<br />
die Höhe eines Windschutzes festgelegt. Gegen dieses Regelwerk hat sch die<br />
Fraktionsgemeinschaft im Gemeinderat ausgesprochen und dagegen gestimmt,<br />
da es den Geschäften sehr viel individuelle Freiheit bei der Gestaltung ihrer<br />
Geschäfte wegnimmt.<br />
Gastronom Ingo Zimmerm<strong>an</strong>n im Podcastgespräch.<br />
| 14 15 |
Baurecht, Business und ein Musical<br />
In der 28. Podcastfolge der Freien Wähler und FÜR <strong>Karlsruhe</strong><br />
Gemeinderatsfraktion spricht Stadträtin Petra Lorenz mit Unternehmer Michael<br />
Hoffm<strong>an</strong>n über Tücken bei Großprojekten, den Fachkräftem<strong>an</strong>gel und ein<br />
Musical mit 2000 Ehrenamtlichen.<br />
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
Michael Hoffm<strong>an</strong>n ist Mitgründer und Geschäftsführer der FC Gruppe – ein<br />
Ingenieeurdienstleister, der sich um die vielen Facetten der Baubr<strong>an</strong>che<br />
kümmert wie die Pl<strong>an</strong>ung, Beratung und Steuerung von Bauprojekten.<br />
Mit seiner Expertise aus der Baubr<strong>an</strong>che k<strong>an</strong>n Michael Hoffm<strong>an</strong>n auch die<br />
Probleme der Großbauprojekte in <strong>Karlsruhe</strong> benennen:<br />
„Es ist immer schwierig von außen auf etwas zu schauen und zu sagen, wie m<strong>an</strong><br />
es besser machen könnte. Oft werden aber Projekte sehr optimistisch dargestellt,<br />
um die Entscheidungsträger hinter sich zu bekommen. Oft werden nur die<br />
Vorteile gen<strong>an</strong>nt und die Risiken werden g<strong>an</strong>z selten eingepreist. Tritt d<strong>an</strong>n eine<br />
Störung ein, laufen die Termine davon und d<strong>an</strong>n beginnt eine Abwärtsspirale“,<br />
so Hoffm<strong>an</strong>n.<br />
Oft lassen sich bei so großen Bauprojekten nicht mehr genaue Problemursachen<br />
herausfinden und das fragile und zu optimistisch gedachte Modell bricht<br />
zusammen. <strong>Karlsruhe</strong> ist insofern ein Sonderfall, da hier gleich mehrere<br />
Bauprojekte in Schwierigkeiten geraten sind. Zurückzuführen ist das wohl auch,<br />
weil Projekte in ihrer Entstehungszeit zu optimistisch und risikofreudig gepl<strong>an</strong>t<br />
worden sind.<br />
* Quelle: https://www.weihnachten-neu-erleben.de/galerie/Konst<strong>an</strong>tin Neureither<br />
Ein Thema, was g<strong>an</strong>z Deutschl<strong>an</strong>d bewegt, ist der steigende Fachkräfte- und<br />
Arbeitskräftem<strong>an</strong>gel. Michael Hoffm<strong>an</strong>n sieht darin eine „riesen<br />
Herausforderung“. In Bereich des Ingenieurwesens gehen mehr Leute in Rente,<br />
als durch Ausbildung und Studium hinzukommen – der Rückg<strong>an</strong>g wird also noch<br />
intensiver. Um dem entgegenzuwirken, geht Hoffm<strong>an</strong>n mit seinem<br />
Unternehmen g<strong>an</strong>z unterschiedliche Wege: Das Arbeitszeitmodell wird flexibler,<br />
gute Vergütung kommt hinzu, es gibt eine bessere Ausstattung am Arbeitsplatz<br />
und Projekte sollen attraktiv sein. Zusätzlich wird versucht, Fachkräfte aus dem<br />
europäischen Ausl<strong>an</strong>d für das Unternehmen zu begeistern.<br />
Neben seiner Arbeit als Unternehmer engagiert sich Michael Hoffm<strong>an</strong>n<br />
ehrenamtlich als Gründer und Leiter des Musicals „<strong>Weihnachten</strong> Neu Erleben“<br />
aus <strong>Karlsruhe</strong>: „2000 Menschen aus der Region beteiligen sich ehrenamtlich und<br />
schaffen gemeinsam ein großes Weihnachsmusical. Dieses Projekt besteht aus<br />
drei Punkten: Wir wollen die Weihnachsgeschichte in ihrer Schönheit und<br />
Relev<strong>an</strong>z erzählen, wir machen es komplett ehenamtlich, weil wir Kinder und<br />
Jugendprojekte in der Region unterstützen und fördern wollen und wir wollen,<br />
dass g<strong>an</strong>z normale Menschen auf einer Bühne stehen und vor 50.000 Menschen<br />
ein wahnsinniges Erlebnis haben“, so Michael Hoffm<strong>an</strong>n über sein<br />
Herzensprojekt.<br />
| 16 17 |<br />
Unternehmer Michael Hoffm<strong>an</strong>n im Podcastgespräch.
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
Auf dem Komposthof Fr<strong>an</strong>k<br />
Stadtrat Friedem<strong>an</strong>n Kalmbach und Fraktionsgeschäftsführer Micha<br />
Schlittenhardt haben den Komposthof Fr<strong>an</strong>k in Kraichtal besucht und konnten<br />
einiges über Kompostprozesse und nachhaltige Auswirkungen von Humus auf<br />
unsere Böden erfahren!<br />
Seit 1994 gibt es die Fr<strong>an</strong>k GmbH, 2001 erhielt m<strong>an</strong> die Mitgliedschaft in der<br />
Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. mit der Verleihung des Gütezeichens für<br />
Kompost. Im Auftrag der Stadt Kraichtal beg<strong>an</strong>n 2009 die Annahme von<br />
Wertstoffen als Wertstoffhof und Grünabfallsammelstelle. 2014 konnte das Lager<br />
des Komposthofs Fr<strong>an</strong>k erweitert und die Verkaufsfläche vergrößert werden.<br />
Unter der Leader-Förderung gibt es seit 2021 weitere Umbaumaßnahmen auf<br />
dem Komposthof.<br />
Wichtige Aufgaben des Betriebs unter Geschäftsführerin Katrin Fr<strong>an</strong>k und<br />
Betriebsleiter Günther Fr<strong>an</strong>k sind die Annahme von Bioabfall und Wertstoffe wie<br />
elektronische Kleingeräte und Bauschutt. Weitergeleitet wird der Bioabfall, der<br />
auch aus <strong>Karlsruhe</strong> geliefert wird, d<strong>an</strong>n vom Komposthof Fr<strong>an</strong>k <strong>an</strong> eine<br />
Biogärungs<strong>an</strong>l<strong>an</strong>ge. Dort wird der Abfall verarbeitet und in einer Biogas<strong>an</strong>lage zu<br />
ökologischem Gas verwertet.<br />
Betriebsleiter Günther Fr<strong>an</strong>k im Gespräch mit Stadtrat Friedem<strong>an</strong>n Kalmbach.<br />
Ein Problem, das sich durch den Kraichgau und die Rheinebene zieht, ist ein<br />
massiverer Humusm<strong>an</strong>gel, so Betriebsleiter Günther Fr<strong>an</strong>k. Dieses Problem ist<br />
nicht neu, aber es intensiviert sich, da gleichsam die Viehhaltung aus der Region<br />
verschwindet.<br />
Das bedeutet auch einen Rückg<strong>an</strong>g tierischer Produkte, die m<strong>an</strong> seltener Vorort<br />
erwerben k<strong>an</strong>n. Bleibt der Futter<strong>an</strong>bau für Nutztiere aus und werden nur noch<br />
Feldfrüchte <strong>an</strong>gebaut, die für den Menschen gedacht sind, leidet die<br />
Bodenfruchtbarkeit, da der Humus aus dem Boden entzogen wird. So spielt die<br />
Viehhaltung in diesem Kreislauf eine wichtige Rolle.<br />
Durch die Stoffe auf dem Komposthof k<strong>an</strong>n die Störung des Kreislaufes teilweise<br />
abgemildert, jedoch k<strong>an</strong>n die Trockenheit, die durch das Fehlen des Humus nicht<br />
einfach kompensiert werden.<br />
Auf dem Komposthof Fr<strong>an</strong>k im Kraichtal.<br />
Betriebe wie der Komposthof Fr<strong>an</strong>k tragen zu einer l<strong>an</strong>gfristigen und<br />
nachhaltigen Entwicklung in der L<strong>an</strong>fwirtschaft bei. Durch neue Konzepte wie<br />
der Verarbeitung und Aufbereitung von Stoffen, die auf den Feldern fehlen, k<strong>an</strong>n<br />
die Produktion von l<strong>an</strong>dwirtschaftlichen Erträgen beibehalten werden.<br />
| 18<br />
19 |
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
Dafür setzen wir uns ein:<br />
Thema: Gemeinderat<br />
• Für mehr Freiheit für die Unternehmen in <strong>Karlsruhe</strong>: Mit der<br />
Sondernutzungsrichtlinie für die Geschäfte in der Innenstadt wird die<br />
Kreativität stark eingeschränkt. Die Fraktion stimmte gegen die neuen<br />
Richtlinien.<br />
• Für ein größeres digitales Angebot in den Bürgerämtern: Durch Videocalls<br />
und eine neue Telefon<strong>an</strong>lage soll es in Zukunft einfacher werden,<br />
Dokumente einzureichen und zu be<strong>an</strong>tragen.<br />
Schon<br />
•<br />
abgeschlossen:<br />
• Prüfung einer Biogas<strong>an</strong>lage in <strong>Karlsruhe</strong> durch die Stadtverwaltung, die<br />
das Vorhaben begrüßt.<br />
• Auskunft der Stadt über die Virenlast im Abwasser: Abwassermonitoring<br />
Arbeit im Gemeinderat<br />
<strong>Karlsruhe</strong> informiert über die Viruslast im<br />
Abwasser<br />
* Quelle: Stadt <strong>Karlsruhe</strong> / aktuelles / corona<br />
"Wir begrüßen es, dass die Stadt nun tr<strong>an</strong>sparenter mit den Zahlen umgeht, die<br />
sie schon seit längerer Zeit zur Verfügung hat, aber nicht mit der Öffentlichkeit<br />
teilte. Mit der Erhebung der Virenlast im Abwasser haben wir nun ein klareres<br />
Bild von der Infektionslage und können auch, falls es nötig sein sollte,<br />
<strong>an</strong>gemessen reagieren. Dass wir das Abwassermonitorung nutzen und die<br />
Zahlen veröffentlichen, ist überfällig. Denn über die Abwasser<strong>an</strong>alyse können<br />
wir die Entwicklung der Infektionen schon mehrere Tage vor den offiziellen<br />
Fallzahlen vorhersagen. Zuerst zeigt sich das Corona-Virus im Abwasser d<strong>an</strong>n<br />
wenige Tage später in Statistiken zur Testung der Bürgerinnen und Bürger", so<br />
Fraktionsgeschäftsführer Micha Schlittenhardt.<br />
Die Fraktionsgemeinschaft begrüßt die Veröffentlichung des<br />
Abwassermonitorings in <strong>Karlsruhe</strong>. Im April 2021 stellte die Fraktion den<br />
Antrag, dass die Stadtverwaltung die aktuellen Infektionszahlen der 7-<br />
Tagesinzidenz und die Virenlast von Covid-19 im Abwasser gemeinsam<br />
veröffentlicht. Mit den Messdaten über die Virenlast im Abwasser gibt es<br />
genaueren Aufschluss über die Anzahl der Infektionen im jeweiligen<br />
Einzugsgebiet. Diese Werte werden in <strong>Karlsruhe</strong> seit einiger Zeit im Klärwerk<br />
Neureut vom Technologiezentrum Wasser (TZW) erhoben und von der<br />
Stadtverwaltung genutzt, jedoch nicht veröffentlicht.<br />
Die Fraktion begrüßt, dass m<strong>an</strong> der Bitte nachkommt und m<strong>an</strong> nun auf der<br />
Website der Stadt karlsruhe.de/aktuelles/corona eine genaue Lagekarte der<br />
COVID-19 Infektion einsehen sowie aktuelle Fallzahlen im Stadt- und<br />
L<strong>an</strong>dkreis <strong>Karlsruhe</strong> nachvollziehen k<strong>an</strong>n. Dazu werden die Inzidenzwerte mit<br />
den Zahlen des Abwassermonitorings in einer Grafik dargestellt. Dazu heißt es:<br />
"Über die Messungen im Abwasserzulauf zur Klär<strong>an</strong>lage wird ein gutes und<br />
realistisches Gesamtbild über das Infektionsgeschehen im gesamten<br />
Einzugsgebiet gewonnen."<br />
* Quelle: TWZ - Technologiezentrum Wasser<br />
| 20 21 |
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
Trotzdem entschied sich der Gemeinderat dazu, die Vorlage der<br />
Stadtverwaltung <strong>an</strong>zunehmen. Mit dieser Entscheidung werden viele strenge<br />
Auflagen auf die Gewerbetreibende der Innenstadt zukommen.<br />
Beispielsweise wird die Farbwahl für Aussteller eingeschränkt und die Höhe<br />
eines Windschutzes festgelegt. Nach der Abstimmung im Gemeinderat sprach<br />
Oberbürgermeister Fr<strong>an</strong>k Mentrup von einer Entscheidung mit Sprengkraft,<br />
was bei den Stadträten und der Öffentlichkeit Verwunderung auslöste, da er<br />
dies vorher nicht klar kommunizierte.<br />
Ein grüner Marktplatz<br />
Nach den Vorstellungen der Fraktionsgemeinschaft wird der Marktplatz grün!<br />
Im April <strong>2022</strong> w<strong>an</strong>dte sich die Fraktion in einem offenen Brief <strong>an</strong> das Dezernat.<br />
Weniger Kreativität, mehr Uniformität in<br />
der Innenstadt<br />
Die Fraktionsgemeinschaft kritisiert den Beschluss des Gemeinderates einer<br />
Sondernutzungsrichtlinie für die Innenstadt. In der Vorlage der Stadt heißt es,<br />
dass „eine l<strong>an</strong>gfristige funktionale und gestalterische Aufwertung der<br />
Innenstadt“ <strong>an</strong>gestrebt wird. Konkret bedeutet das, dass die Stadtverwaltung<br />
die Richtlinien festlegt, wie Unternehmen und Geschäfte die öffentlichen<br />
Plätze in der Innenstadt gestalten dürfen.<br />
Für Stadträtin Petra Lorenz ist das eine Überregulierung der Stadtverwaltung<br />
im Bereich der unternehmerischen Kreativität:<br />
In der Antwort heißt es, dass <strong>Karlsruhe</strong> für das Projekt „Zukunftsfähige<br />
Innenstädte und Zentren" zur Förderung von innovativen Konzepten zur<br />
Stärkung der Resilienz und Krisenbewältigung in Städten und Gemeinden<br />
einen Zuwendungs<strong>an</strong>trag "City-Tr<strong>an</strong>sformation" eingereicht hat, in den auch<br />
schattenspendende Elemente auf dem Marktplatz aufgenommen sind.<br />
Aufgrund der klimatischen Veränderungen, der fehlenden Beschattung und<br />
den Mehrwert von Bäumen für das Mikroklima, sind Bäume auch für den<br />
Marktplatz unerlässlich und längst kein Tabuthema mehr. In der Sitzung des<br />
Gemeinderates am 10. Dezember 2019 einigte sich der Gemeinderat leider<br />
"zunächst auf Bäume zu verzichten". Im Dezember <strong>2022</strong> brachte die<br />
Fraktionsgemeinschaft erneut die Begrünung des Marktplatzes mit einem<br />
Antrag in den Gemeinderat ein. Oberbürgermeister Fr<strong>an</strong>k Mentrup gab sein<br />
Wort, dass zeitnah über die Pl<strong>an</strong>ung des Marktplatzes diskutiert und<br />
entschieden werden soll.<br />
„Kreativität ist mehr denn je<br />
gefragt. Die Unternehmer<br />
werden sich fragen, warum<br />
sie so gegängelt werden.“<br />
„Dass sich die Stadt um das<br />
öffentliche Stadtbild kümmert<br />
und bei der Nutzung des<br />
öffentlichen Raumes einen<br />
gewissen Rahmen setzt,<br />
unterstützen wir. Aber die<br />
Unternehmer, die von dieser Sondernutzungsrichtlinie betroffen sind, werden<br />
sich fragen, warum sie so gegängelt werden. Die Detailversessenheit der<br />
Stadtverwaltung schießt meiner Meinung nach weit über das Ziel hinaus. Die<br />
Zeiten strenger und detailverliebter Überregulierung ist passé – Kreativität<br />
statt Uniformität ist passé – Kreativität statt Uniformität ist gefragt.“<br />
Pläne für die Begrünung des Marktplatzes.<br />
| 22 23 |
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
Mehr Digitales in den Bürgerämtern<br />
Die Fraktionsgemeinschaft brachte einen Antrag in den <strong>Karlsruhe</strong>r<br />
Gemeinderat ein, der ein digitales Bürgerbüro nach Heidelberger Vorbild<br />
vorsieht.<br />
Heidelberg hat vor kurzem ihr Angebot für Bürger erweitert. Dabei k<strong>an</strong>n das<br />
Bürgerbüro virtuell per Videocall besucht und Anträge digital eingereicht<br />
werden. Die eingesetzte Plattform ermöglicht das Einreichen von Dokumenten<br />
und eine Bezahlfunktion.<br />
Neue Buslinie für die Südstadt Ost<br />
Nach Kritik am m<strong>an</strong>gelnden Anschluss <strong>an</strong> das Bahn- und Busnetz der KVV in<br />
der Südstadt Ost bringt die Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler und der<br />
Wählergruppe FÜR <strong>Karlsruhe</strong> einen entsprechenden Antrag ein.<br />
Bis zum Anschluss der gepl<strong>an</strong>ten Bahnlinie als Lückenschluss in der<br />
Stuttgarter Straße werden noch einige Jahre ins L<strong>an</strong>d gehen, heißt es aus der<br />
Fraktion, d<strong>an</strong>ach wird der Betrieb auch Kosten verursachen. Nach Ansicht der<br />
Fraktion spricht nichts gegen eine Buslinie für die Zwischenzeit.<br />
„Wir müssen die Kritik<br />
der Bürgergesellschaft<br />
ernst nehmen“<br />
"Wir müssen die Kritik der<br />
Bürgergesellschaft sehr ernst nehmen",<br />
so Fraktionsvorsitzender Friedem<strong>an</strong>n<br />
Kalmbach, „darum schlagen wir einen<br />
Testbetrieb mit einem Bus vor". Durch<br />
den Testbetrieb erhofft sich die Fraktion auch Zahlen zu der Auslastung des<br />
Streckenabschnittes und Milderung bei der schlechten Anbindung des jungen<br />
Stadtteils.<br />
Der Antrag, der das Anliegen der Bevölkerung im Stadtteil aufnimmt, wird im<br />
Fachausschuss vorberaten.<br />
Als Digitalst<strong>an</strong>dort sollte <strong>Karlsruhe</strong> sein Angebot, gerade auch im Blick auf den<br />
Herbst und eventuellen Einschränkungen durch die P<strong>an</strong>demie, deutlich<br />
erweitern und Services über eine virtuelle Außenstelle des Bürgerbüros<br />
<strong>an</strong>bieten, damit Bürgerinnen und Bürger Vorgänge vereinfacht erledigen<br />
können.<br />
Das „Virtuelle Bürgeramt“ bietet dabei An- und Ummeldungen bei<br />
Wohnungswechsel, Abmeldung bei Umzug, sowie Melde- und<br />
Aufenthaltsbescheinigungen, Auskünfte aus dem Einwohnermelderegister,<br />
Führungszeugnisse, den Heidelberg-Pass, den L<strong>an</strong>desfamilienpass,<br />
Bewohner- oder Schwerbehindertenparkausweise unkompliziert online <strong>an</strong>.<br />
„Wir schlagen vor, unsere bestehenden Arbeitsplätze in den Bürgerbüros<br />
besser digital auszustatten. Eine große Umstellung wäre in der jetzigen<br />
Situation in den Bürgerämtern mit Terminstau und dem M<strong>an</strong>gel <strong>an</strong> Personal<br />
nicht sinnvoll. Aber um die Arbeitsabläufe zu beschleunigen und zu<br />
vereinfachen, k<strong>an</strong>n ein erweitertes digitales Angebot helfen. Wir sind sicher,<br />
dass viele Bürgerinnen und Bürger gerade in der kalten Jahreszeit und bei<br />
möglicherweise steigenden Inzidenzen ein digitales Bürgeramt begrüßen“, so<br />
Stadtrat Friedem<strong>an</strong>n Kalmbach.<br />
Vorteil ist das Dokumente schon digital vorliegen und somit Sc<strong>an</strong>vorgänge<br />
wegfallen - die Bearbeitung ist beschleunigt.<br />
Die Stadtverwaltung <strong>an</strong>twortete auf den Antrag positiv. Mit einer neuen<br />
Telefon<strong>an</strong>lage soll die Möglichkeit eines virtuellen Bürgerbüros geschaffen<br />
werden.<br />
| 24 25 |<br />
* Quelle: Brett Jord<strong>an</strong> / unsplash.com
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
Volkstrauertag<br />
Zum Volkstrauertag haben Stadträtin Petra Lorenz und Fraktionsvorsitzender<br />
Friedem<strong>an</strong>n Kalmbach <strong>an</strong> der Kr<strong>an</strong>zniederlegung am jüdischen Friedhof und<br />
dem Hauptfriedhof teilgenommen.<br />
Wir erinnern uns in tiefem Gedenken der vielen Opfer des Holocausts und der<br />
Vertriebenen.<br />
Wir schließen uns dem <strong>Karlsruhe</strong>r Dek<strong>an</strong> Thomas Schalla <strong>an</strong>, uns<br />
ver<strong>an</strong>twortlich für eine Welt einzusetzen, die wir unseren Enkeln übergeben<br />
können.<br />
Schalla schlussfolgert es gehe bei Trauer nicht nur um Wiederholung von<br />
Tradition, die sich abnutze, sondern um das Gewinnen von neuer Hoffnung:<br />
Der Zuversicht, die aus dem Gebet erwachst.<br />
| 26 27 |
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
FÜNF VISIONEN, WAS KARLSRUHE<br />
BESSER MACHEN KÖNNTE<br />
Politik erfordert die Bereitschaft zu Kompromissen und zur Debatte – und das<br />
ist gut! Jedoch muss es bei jeder Debatte und Abstimmung darum gehen, dass<br />
Beste für die Stadt zu erreichen und notwendige Veränderungen bestimmt<br />
<strong>an</strong>zugehen. In einigen Bereichen hat <strong>Karlsruhe</strong> Nachholbedarf, bei <strong>an</strong>deren<br />
Themen ist die Stadt gut aufgestellt, darf sich aber nicht auf den Erfolgen der<br />
Verg<strong>an</strong>genheit ausruhen. Die Fraktionsgemeinschaft hat fünf Visionen<br />
entwickelt, wie die Kommunalpolitik, aber auch die Bürgerinnen und Bürger,<br />
<strong>Karlsruhe</strong> vor<strong>an</strong>bringen können.<br />
(1) DIE ENERGIEGEWINNUNG VORANTREIBEN 1<br />
Bereits vor zehn Jahren wurde im Gemeinderat über die Errichtung einer<br />
Trockenvergärungs<strong>an</strong>lage – in Zusammenh<strong>an</strong>g mit dem Ende der Deponie Ost<br />
– in <strong>Karlsruhe</strong> diskutiert. Damals entschied sich die Politik dagegen! Bis zum<br />
Andere Regionen sind deutlich<br />
weiter. <strong>Karlsruhe</strong> ist ein weißer<br />
Fleck auf der L<strong>an</strong>dkarte. Die<br />
Stadtverwaltung muss nun Mut<br />
aufbringen.<br />
Jahr 2036 – sol<strong>an</strong>ge laufen<br />
die aktuell gültigen<br />
Verträge – wird unser<br />
Biomüll aufwendig und<br />
wenig klimafreundlich ins<br />
83 Kilometer entfernte<br />
Bietigheim oder noch<br />
weiter ins 145 Kilometer entferne Flöckersheim-Wicker tr<strong>an</strong>sportiert. Es wird<br />
Zeit umzudenken – zumal Gas heutzutage ein knappes und sehr teures Gut<br />
geworden ist!<br />
Andere Regionen sind da deutlich weiter und <strong>Karlsruhe</strong> hat den Trend<br />
verschlafen! Wir und unser Uml<strong>an</strong>d sind in der regionalen Biogasgewinnung<br />
ein weißer Fleck auf der L<strong>an</strong>dkarte. Daher drängte unsere FW|FÜR<br />
Gemeinderatsfraktion darauf, dass die Stadtverwaltung nun den Mut<br />
aufbringt, den Bau einer Biogas<strong>an</strong>lage, die gemeinsam mit dem L<strong>an</strong>dkreis<br />
entstehen könnte, zu prüfen.<br />
Ein gemeinsamer Bau mit dem L<strong>an</strong>dkreis hätte nicht nur den großen Vorteil,<br />
dass eine weitaus größere L<strong>an</strong>dfläche abgedeckt und viel mehr Biomüll<br />
verarbeitet werden könnte, als dies <strong>Karlsruhe</strong> im Alleing<strong>an</strong>g schaffen würde,<br />
sondern es steht ein größere Auswahl <strong>an</strong> St<strong>an</strong>dorten zur Auswahl und deutlich<br />
kürzere Tr<strong>an</strong>sportwege.<br />
* Quelle: Enzo Lo Presti / unsplash.com<br />
(2) DIE INNENSTADT UNTERSTÜTZEN 1<br />
Die Innenstadt rund um den Marktplatz wird in <strong>Karlsruhe</strong> oft mit der guten<br />
Stube betitelt. Für die gute Stube wurde zuletzt ein g<strong>an</strong>z eigenes Regelwerk<br />
verabschiedet. Dass sich die Stadt um das öffentliche Stadtbild kümmert und<br />
bei der Nutzung des öffentlichen Raumes einen gewissen Rahmen setzt,<br />
unterstützen wir.<br />
Doch die Detailversessenheit der Stadtverwaltung schießt nach Meinung der<br />
Fraktion weit über das Ziel eigentliche hinaus. Die Zeiten strenger<br />
detailverliebter Überregulierung ist zuende – Kreativität statt Uniformität ist<br />
gefragt. Nach vielem hin und her, kleinen Verbesserungen wie der<br />
Gesprächsbereitschaft mit den betroffenen Verbänden entschied der<br />
Gemeinderat: die Sondernutzungsrichtlinie soll kommen.<br />
Aber die Unternehmer, die von dieser Sondernutzungsrichtlinie betroffen sind,<br />
werden sich beim Inkrafttreten fragen, warum sie so gegängelt werden.<br />
Beispielsweise wird die Farbwahl für Ausstellter eingeschränkt und die Höhe<br />
eines Windschutzes festgelegt, Sonnenschirme dürfen nicht rund sein. Ein<br />
paar Bäume für den Marktplatz hätten wir da deutlich aufwertender gefunden.<br />
Etwas Grün, wie wir immer wieder fordern, hätte der guten Stube gut get<strong>an</strong>,<br />
nicht nur dem Aussehen, sondern auch dem Mikroklima unserer geliebten<br />
Innenstadt.<br />
| 28 29 |<br />
1<br />
Erschienen ist dieser Beitrag von Stadtrat Jürgen Wenzel in der Stadtzeitung von <strong>Karlsruhe</strong> im Oktober <strong>2022</strong>.<br />
* Quelle: Kelly Sikkema/Unsplash.com<br />
1<br />
Erschienen ist dieser Beitrag von Stadträtin Petra Lorenz in der Stadtzeitung von <strong>Karlsruhe</strong> im November <strong>2022</strong>.
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
(3) DIE LOKALE WIRTSCHAFT STÄRKEN<br />
<strong>Karlsruhe</strong>s Wirtschaft muss unterstützt werden – mehr als bisher!<br />
Die Corona-Krise, der Krieg in der Ukraine mit ausbleibender Gaslieferung und<br />
die Inflation bewirkt, dass die lokale Wirtschaft in Schwierigkeiten gerät.<br />
Deutlich zeigen sich die Probleme bereits in der Innenstadt: Kleine Geschäfte<br />
und Unternehmer müssen weichen und werden von Geschäftsketten<br />
verdrängt.<br />
Und auch der Produktionsst<strong>an</strong>dort <strong>Karlsruhe</strong> hat es schwer: Statt<br />
wirtschaftsfreundlicher Maßnahmen, wie das Abbauen von Auflagen und der<br />
Ausweisung von Gewerbeflächen für mehr St<strong>an</strong>dortattraktivität, erhob der<br />
Stadtrat für den aktuellen Haushalt die Anhebung des Gewerbesteuersatzes<br />
und der Grundsteuer. Ein fatales Signal für unseren Wirtschaftsst<strong>an</strong>dort und<br />
eine Schwächung <strong>Karlsruhe</strong>s im Wettbewerb um die Ansiedlung von<br />
Unternehmen, die Arbeitsplätze und Einnahmen mitbringen. Mit steigenden<br />
Steuern und immer mehr Auflagen muss eine vermehrte Abw<strong>an</strong>derung ins<br />
Uml<strong>an</strong>d, einhergehend mit dem Verlust von Steuereinnahmen, befürchtet<br />
werden.<br />
„Jeder Arbeitsplatz Vorort muss<br />
sicher sein. <strong>Karlsruhe</strong> wird<br />
Wirtschaftsst<strong>an</strong>dort bleiben,<br />
wenn wir den Zug<strong>an</strong>g<br />
bürokratisch erleichtern“<br />
Es gilt: Jeder Arbeitsplatz<br />
Vorort muss sicher sein.<br />
Doch dazu müssen die<br />
Miet-<br />
und<br />
Immobilienpreise stabil<br />
bleiben und die Stadt<br />
Raum für Unternehmen<br />
schaffen und nicht weiter einschränken. Die Erhöhung der Steuer und weitere<br />
Auflagen bewirken das Gegenteil. <strong>Karlsruhe</strong> wird Technologie- und<br />
Wirtschaftsst<strong>an</strong>dort bleiben, wenn wir den Zug<strong>an</strong>g für kleine Start-Ups wie<br />
auch für große Unternehmen bürokratisch erleichtern und nicht mit<br />
überzogener Steuerlast abschrecken.<br />
(4) FÜR NACHHALTIGE FINANZEN SORGEN<br />
Durch <strong>an</strong>haltendes Missam<strong>an</strong>agement der Fin<strong>an</strong>zen, Großbauprojekte, die<br />
ihre vorgesehenen Fin<strong>an</strong>zrahmen sprengen und einen Gemeinderat, der nicht<br />
bereit war, Ausgaben zu verringern, befindet sich <strong>Karlsruhe</strong> im finaziellen<br />
Notst<strong>an</strong>d.<br />
Trotz der Mahnungen einzelner Fraktionen – u. a. der Freien Wähler und FÜR<br />
<strong>Karlsruhe</strong> Gemeinderatsfraktion – sind die Ausgaben strukturell <strong>an</strong>gewachsen<br />
und übertreffen die Einnahmen deutlich. Die Situation ist so brenzlich, dass<br />
sich Oberbürgermeister Mentrup sowie die Bürgermeisterinnen und<br />
Bürgermeister der Stadt genötigt sahen eine gemeinsame Verinbarung zur<br />
Haushaltssicherung zu unterschreiben, um ein symbolisches Signal zu senden.<br />
Denn der derzeitige Haushalt für die Jahre <strong>2022</strong>/2023 wurde vom<br />
Regierungspräsidium nur unter strengen Auflagen genehmigt. Der aktuelle<br />
Schuldenst<strong>an</strong>d der Stadt liegt bei ca. 400 Millionen Euro. Am Ende der beiden<br />
Haushatsjahre werden <strong>Karlsruhe</strong>s Verbindlichkeiten bei 800 Millionen Euro<br />
liegen.<br />
Wir schlagen vor: Trotz <strong>Karlsruhe</strong>r Fin<strong>an</strong>zkrise dürfen wir nicht die<br />
Unternehmen durch das Anheben der Steuersätze für das fin<strong>an</strong>zielle<br />
Missm<strong>an</strong>agemen der Stadt zahlen lassen. Um <strong>Karlsruhe</strong> für Unternehmen<br />
attraktiver werden zu lassen, muss die Gewerbe- und Grundsteuer auf einem<br />
<strong>an</strong>gemessenen Niveau bleiben und Bürokratie erleichtert werden!<br />
<strong>Karlsruhe</strong> hat kein Problem bei den Einnahmen, sondern bei den Ausgaben.<br />
Klare Fin<strong>an</strong>zpläne bei (Bau-)Projekten würden der Stadt helfen, besser mit<br />
seinen Fin<strong>an</strong>zmitteln zu haushalten – Geld darf nur bereitgestellt werden,<br />
wenn wirklich ein Pl<strong>an</strong> vorliegt, wozu das Geld <strong>an</strong>gedacht ist.<br />
Steuererhöhungen und Mahnungen des Regierungspräsidums können<br />
vermieden werden, wenn <strong>Karlsruhe</strong> weniger ausgibt, als es einnimmt.<br />
Fin<strong>an</strong>zpolitsche Vernunft muss wieder <strong>an</strong> der Tagesordnung stehen. Das<br />
bedeutet, dass nicht jeder Wunsch erfüllt und nicht jedes Projekt durchgeführt<br />
werden k<strong>an</strong>n.<br />
| 30 31 |
| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 07 | <strong>2022</strong><br />
(5) EIN GUTES MITEINADER LEBEN 1<br />
Vertrauen? Ein<strong>an</strong>der zuhören? Ein gutes Miteinader, das <strong>Karlsruhe</strong><br />
vor<strong>an</strong>bringt? Der Ton wird rauer im Gemeinderat, die Debatten härter. Nicht<br />
allein zwischen den Fraktionen, die mit- und gegeneinader um die besten<br />
Konzepte und Ideen im Wettbewerb stehen, sondern direkt mit dem<br />
Oberbürgermeister und der Verwaltung.<br />
Aussagen der verg<strong>an</strong>genen Jahre von den Stadtver<strong>an</strong>twortlichen und des<br />
Oberbürgermeisters, die später revidiert oder <strong>an</strong>gepasst werden mussten,<br />
öffneten dem Misstrauen in die Institutionen unweigerlich die Tür. Dabei ist<br />
das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik das wichigste Gut, was wir haben.<br />
Ein gutes und konstruktives Miteinader ist ohne Vertrauen unmöglich.<br />
Am Ende wollen wir eines: Das Beste für die Stadt, die wir lieben oder<br />
liebgewonnen haben. In der Gremienarbeit werden meist nur Argumente in<br />
Reden ausgetauscht, aber selten zugehört. Den Dialog gibt es d<strong>an</strong>n in<br />
Schriftform.<br />
„Wir wollen das Beste<br />
für die Stadt, die wir<br />
lieben oder<br />
liebgewonnen haben!“<br />
Wir müssen aber wieder zu einer<br />
gemeinsamen Kultur finden, die<br />
Kreativität, Agilität und gemeinsames<br />
Vor<strong>an</strong>gehen aufblühen lässt. Das geht<br />
nur in einem echten, ehrlichen<br />
Austausch.<br />
Nicht nur auf höchster Ebene, sondern auch in und mit den Dienststellen<br />
selbst. Weg von Schuldzuweisungen, hin zu einem informierten Austausch,<br />
der auch wichtig für die aktuelle Debatte um die Gestaltung der Innenstadt, bei<br />
den Bauprojekten und den Sparzwängen der kommenden Jahre ist.<br />
Gerade im Advent sollten wir nicht durch Gremien hasten, sondern uns<br />
besinnen auf das Mitein<strong>an</strong>der, eine lernende und dienende Haltung, ein<br />
Zuhören und Mitteilen, um gemeinsame Lösungen zu ermöglichen und gut<br />
informiert zu entscheiden.<br />
1<br />
Erschienen ist dieser Beitrag von Stadtrat Friedem<strong>an</strong>n Kalmbach in der Stadtzeitung von <strong>Karlsruhe</strong> im<br />
Dezemeber <strong>2022</strong>.<br />
NEUEN MUT AN WEIHNACHTEN<br />
<strong>Karlsruhe</strong> ist eine schöne und lebenswerte Stadt. Damit dies so bleibt, müssen<br />
Schritte gewagt und <strong>Karlsruhe</strong>s Potenzial ausgeschöpft werden. Wir merken,<br />
dass sich unsere Stadt bei vielen Themen selbst ein Bein stellt: Überbordene<br />
Richtlinien für die Innenstadt, unausgereifte Pläne wie es mit ökologischer<br />
Energie klappen k<strong>an</strong>n, Fin<strong>an</strong>zen, die Sorgen bereiten.<br />
In vielen Politikfeldern, die den Gemeinderat betreffen, sind Verbesserungen<br />
möglich. Dazu braucht es Mut zur Zusammenarbeit und alte Muster müssen<br />
überwunden werden.<br />
Im neuen Jahr k<strong>an</strong>n <strong>Karlsruhe</strong> sein volles Potenzial ausschöpfen, wenn wir die<br />
Probleme, die uns viel abverl<strong>an</strong>gen werden, mutig <strong>an</strong>gehen und nicht in alte<br />
Verhaltensmuster zurückfallen. Fin<strong>an</strong>zielle Sorgen wurden l<strong>an</strong>ge Zeit<br />
verdrängt und in die Zukunft verschoben. Bei akuten Problemen wie der<br />
Energieversorgung, merken wir, ist das nicht möglich.<br />
Wir wollen die Weihnachtszeit dazu nutzen, Kraft und Mut zu sammeln, um die<br />
wichtigen Entscheidungen zu treffen, die <strong>Karlsruhe</strong> vor<strong>an</strong>bringen. Bewahren<br />
können wir <strong>Karlsruhe</strong> als schöne und lebenswerte Stadt, wenn wir uns trauen,<br />
schwierige, aber notwendige Veränderungen <strong>an</strong>zugehen.<br />
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