09.01.2023 Aufrufe

Newsletter_01-2023_DE

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong><br />

Das Fraunhofer IPMS entwickelt 200 mm Technologien.<br />

© Fraunhofer IPMS<br />

MEMS-Scannerspiegel des Fraunhofer<br />

IPMS. © Fraunhofer IPMS<br />

Halbleitertechnologie<br />

für Jedermann<br />

Fraunhofer IPMS stellte Serviceleistungen<br />

im 200/300 mm Halbleiterbereich auf »Semicon Europa« vor<br />

Innovative Elektronik erfordert modernste Technologien und Herstellungsverfahren. Für viele<br />

Mittelständler eine kaum zu stemmende Investition. Doch dank des Fraunhofer-Instituts für<br />

Photonische Mikrosysteme IPMS werden neueste Forschungsergebnisse und Technologien<br />

auf 200 und 300 mm Wafern auch für kleinere Unternehmen zugänglich. Das Angebot reicht<br />

von der Beratung über die Prozessentwicklung bis hin zur Pilotserienfertigung.<br />

Der Automatisierungsgrad und die Effizienz<br />

in der Industrie hat mit der Industrie<br />

4.0 sowie dem Internet der Dinge<br />

deutlich zugenommen. Dabei werden immer<br />

mehr Sensoren, Aktoren, Steuergeräte und maschinelle<br />

Lernsysteme notwendig. Die Nachfrage<br />

nach kompakten, energieeffizienten und<br />

fortschrittlichen Technologien sowie miniaturisierten<br />

Bauteilen mit innovativen Funktionen<br />

steigt. Die Entwicklung vieler dieser Technologien<br />

ist jedoch mit hohen Kosten und der Nutzung<br />

eines Reinraums verbunden. Mit seinem<br />

Forschungsportfolio im 200 mm Reinraum bietet<br />

das Fraunhofer IPMS insbesondere kleineren<br />

Unternehmen einen niederschwelligen Zugang<br />

zu diesen hochmodernen Technologien<br />

und Anlagenparks.<br />

MEMS-Technologien und Bauelemente auf<br />

200 mm Wafern<br />

Kunden des Fraunhofer IPMS können den<br />

kompletten Service für die Entwicklung von mikroelektro-mechanischen<br />

Systemen (MEMS) und mikroopto-elektro-mechanischen<br />

Systemen (MOEMS) auf<br />

200 mm-Wafern in Anspruch nehmen.<br />

Im Bereich der Sensoren und Aktoren können beispielsweise<br />

Flächenlicht-Modulatoren (SLM) und kapazitive<br />

Ultraschall-Sensoren (CMUT) Mittels Opferschicht-Technologie<br />

innerhalb der Oberflächenmikromechanik<br />

entwickelt und gefertigt werden. Darüber<br />

hinaus bietet das Institut in der Volumenmikromechanik<br />

hochpräzise Spiegel sowie das einzigartige Nano-<br />

E-Drive-Antriebsprinzip, welches in vielfältigen Anwendungen<br />

zum Einsatz kommt. Diese vom Fraunhofer<br />

IPMS entwickelten Aktoren basieren auf tiefgeätzten<br />

Siliziumstrukturen mit großen Aspekt-Verhältnissen<br />

(bis zu 1:40 mittels Bosch-Prozess). Sie bieten eine hohe<br />

Energieeffizienz bei gleichzeitig kleinem Bauraum.<br />

Die technologische Entwicklung und Betreuung der<br />

MEMS-Technologien, von Einzelprozessen über Technologiemodule<br />

bis hin zur kompletten Technologie sowie<br />

die prozesstechnische Betreuung der Anlagen im<br />

Reinraum wird von über 100 Ingenieuren, Operatoren<br />

Seite 1/67


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 2/67<br />

und Technikern gewährleistet. Nach der erfolgreichen Entwicklung<br />

bietet das Institut eine Pilotfertigung bzw. Unterstützung des Technologietransfers<br />

an. Damit deckt das Fraunhofer IPMS die technologischen<br />

Reifegrade (TRL) von drei bis acht ab.<br />

Gerade Start-Ups, KMUs und Unternehmen ohne eigene Fab<br />

können dadurch von geringen Investitionskosten profitieren.<br />

300 mm Halbleiterprozess- und Produktentwicklung<br />

für die Nanoelektronik<br />

Nicht nur 200 mm Technologien werden vom Fraunhofer IPMS<br />

entwickelt. Das Forschungsinstitut betreibt mit dem Center Nanoelectronic<br />

Technologies (CNT) angewandte Forschung auf 300-mm-<br />

Wafern für Mikrochipproduzenten, Zulieferer, Equipmenthersteller<br />

und R&D Partner.<br />

Es werden eine Vielzahl von Technologieentwicklungen und<br />

Services auf Ultra Large Scale Integration-Level (ULSI) angeboten.<br />

Diese umfassen unter anderem die Atomlagenabscheidung,<br />

chemisch-mechanisches Polieren, Wafer Metallisierung,<br />

Wafer Cleaning, Metrologie oder Nanopatterning. Der Fokus der<br />

FuE Aktivitäten liegt im Bereich Front End mit Schwerpunkt auf<br />

der Integration von Funktionalitäten in Verdrahtungsebenen<br />

(BEoL-Modul). Durch die Bündelung der Kompetenzen mit dem<br />

ebenfalls auf 300mm tätigen Fraunhofer IZM-ASSID (Schwerpunkt<br />

Heterointegration und Wafer Level Packaging) entstand<br />

erst kürzlich ein gemeinsames Center mit einem Reinraum von<br />

4000 m² Größe. Schwerpunkte sind beispielsweise Arbeiten im<br />

Bereich Neuromorphic Computing, Quantum Computing und<br />

Hybrid Bonding.<br />

Neuromorphic Computing<br />

Geschwindigkeit, Leistungsfähigkeit, Miniaturisierung und Energieeffizienz<br />

werden zunehmend wichtiger, wenn es darum geht, Anwendungen<br />

im Bereich Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI) zu<br />

ermöglichen. Einen vielversprechenden Lösungsansatz bietet hierbei<br />

das sogenannte Neuromorphic Computing. Neuromorphe Chips<br />

sind dem menschlichen Gehirn nachempfunden und besitzen<br />

hochgradig vernetzte künstliche Neuronen und Synapsen. Die höhere<br />

Rechenleistung solcher Chips wird vor allem dadurch erreicht,<br />

dass sie – genau wie die Neuronen und Synapsen im menschlichen<br />

Gehirn – Informationen gleichzeitig speichern und verarbeiten (In-<br />

Memory-Computing).<br />

Das Fraunhofer IPMS entwickelt vor allem für die sensornahe<br />

direkte Datenverarbeitung vor Ort ohne Transfer in die Cloud (Edge<br />

Computing) innovative Technologien und Hardware-Lösungen mit<br />

hoher Energieeffizienz mit In-Memory Computing Ansatz. Für verschiedene<br />

Generationen neuromorpher Hardware erforscht das<br />

Fraunhofer IPMS Crossbar-Architekturen, die auf nichtflüchtigen<br />

Speichern (bspw. ferroelektrischen Feldeffekttransistoren) beruhen.<br />

Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS<br />

D <strong>01</strong>109 Dresden<br />

Liebe Reinraum-Interessierte,<br />

willkommen zu unserem ersten REINRAUM NEWSLETTER in <strong>2023</strong>. Herzlichen<br />

Dank für Ihr Interesse und dass Sie uns auch im letzten Jahr treu geblieben sind.<br />

Das Jahr 2022 ist zu Ende. Es war in jeder Hinsicht ein aufregendes Jahr voller<br />

Veränderungen und Herausforderungen. Es war geprägt durch die Zuversicht<br />

nach den schweren Pandemiejahren und vielen weltweiten, unerwarteten und<br />

großen Herausforderungen.<br />

Wir arbeiten weiterhin daran, für Sie interessante Inhalte zusammenzustellen<br />

und uns ständig zu verbessern. Für die bessere Lesbarkeit des <strong>Newsletter</strong>s haben<br />

wir u.a. die Berechnung der PDF-Datei und die Typografie geändert.<br />

Wir blicken voller Zuversicht nach vorne und wünschen Ihnen Gesundheit,<br />

Frieden, Toleranz, Erfolg und zwischendurch kraftspendende Freizeit für ein<br />

glückliches Leben.<br />

Alles Gute<br />

zum Jahreswechsel<br />

Bleiben Sie uns auch <strong>2023</strong> treu und riskieren Sie zwischendurch mal einen Blick<br />

auf unsere Homepage für die neuesten Neuigkeiten oder die Suche nach einem<br />

Reinraum-Experten.<br />

Ihr Reinraum Online Team<br />

Reinhold Schuster<br />

PS: Freuen Sie sich schon jetzt auf das REINRAUM JAHRBUCH <strong>2023</strong>. Wir versprechen<br />

Ihnen, dass wir im Moment ein interessantes Werk zusammenstellen.<br />

Ca. 240 Seiten geballte Reinraum Informationen, die wir Ihnen in den nächsten<br />

Wochen per Post zuschicken werden.


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 3/67<br />

Einhundert Reinraumtore<br />

für Pharmariesen<br />

EFAFLEX liefert Spezialtore an den türkischen Medikamentenhersteller Abdi Ibrahim<br />

Einhundert Reinraumtore hat Abdi Ibrahim, das führende Unternehmen der türkischen Pharmaindustrie, für einen Erweiterungsbau<br />

des Werkes bestellt, in dem zukünftig Generika hergestellt werden sollen. EFAFLEX, Spezialist für unterschiedlichste<br />

Branchenlösungen im Bereich der schnelllaufenden Industrietore, hat diese Tore im Mai geliefert und eingebaut.<br />

Dass die Wahl auf die 100 EFA-SRT®-CR<br />

fiel, ist kein Zufall. Bereits seit dem Jahr 2<strong>01</strong>1<br />

arbeiten die beiden Unternehmen eng zusammen<br />

und haben auf diese Weise schon<br />

einige Projekte mit interessanten Systemlösungen<br />

realisiert.<br />

Ausschlaggebend für die Entscheidung,<br />

auch für diese Werkserweiterung Tore von<br />

EFAFLEX einzusetzen, waren die kompakte,<br />

smarte Konstruktion der Tore sowie die<br />

hervorragenden Luftdichtigkeitswerte.<br />

Kompakt und luftdicht<br />

Die CR-Version des EFA-SRT® ist der ideale<br />

Abschluss für Räume mit unterschiedlichen<br />

Druckverhältnissen. Denn selbst bei<br />

hohem Druck auf dem Torbehang wird der<br />

Luftaustausch konstant auf ein Minimum<br />

reduziert, was die Lebensdauer von Luftfiltern<br />

erhöht. Schnelles Öffnen und Schließen<br />

reduziert den Luftverlust und erhöht<br />

damit die Wirtschaftlichkeit im Reinraum.<br />

Reinraumtore der Serie CR von EFA-<br />

FLEX haben vom TÜV Süd das Zertifikat<br />

für die Reinraumtauglichkeit des Betriebsmittels<br />

der ISO Klasse 5 (254 EFA-SRT CR<br />

Premium) bzw. ISO Klasse 6 (678 EFA-SRT<br />

CR Efficient und 675 EFA-STT CR) bezüglich<br />

der Luftpartikelreinheit erhalten. Sie<br />

sind perfekt an die Anforderungen in kontrollierten<br />

Fertigungszonen angepasst und<br />

gewährleisten die Dichtigkeit der Zugänge.<br />

Die leistungsfähigen Schnelllauftore haben<br />

eine glatte Oberflächenstruktur und keine<br />

überstehenden Kanten. Sie können deshalb<br />

leicht gereinigt werden, und ein Absetzen<br />

von Partikeln ist weitgehend ausgeschlossen.<br />

Die GMP-gerechten Tortypen der CR-<br />

Serie sind überwiegend aus V2A gefertigt.<br />

Wie alle Schnelllauftore von EFAFLEX sind<br />

EFAFLEX-Reinraumtore dank ihrer herausragenden<br />

Qualität sehr belastbar und wartungsarm.<br />

Die Tore sind hygienisch und kantenlos und<br />

bieten so für den Pharmabereich ideale Voraussetzungen<br />

für die speziellen Anforderungen<br />

im Labor, bei der Herstellung von<br />

Medikamenten, Medizintechnik oder besonderer<br />

Schutzausrüstung.<br />

Große Sichtfenster für mehr Sicherheit<br />

Abdi Ibrahim wird die Tore für die Einschleusung<br />

von Personen und Material im<br />

Reinraumbereich nutzen. Die Planer des<br />

türkischen Pharmariesen haben alle Tore<br />

mit einem besonders großen Sichtfensterbereich<br />

beauftragt. Damit sollen die Räume<br />

hell gehalten und aufgrund der besseren<br />

Sicht durch die Tore der Personen- und<br />

Materialtransport sicherer und optimaler<br />

gestaltet werden.<br />

Von der Familienapotheke<br />

zum Pharmariesen<br />

Die Geschichte von Abdi Ibrahim begann<br />

1912 in der Apotheke von Abdi Nadir<br />

İbrahim Bey in Küçük Mustafapaşa. Im bescheidenen<br />

Labor der Apotheke begann<br />

Abdi İbrahim Bey mit der Herstellung von<br />

Hygieneartikeln, Rizinusöl und ähnlichen<br />

Präparaten. Inzwischen hat sich die kleine<br />

Familienapotheke zu einem international<br />

anerkannten Pharmakonzern entwickelt,<br />

der auch nach mehr als einhundert Jahren<br />

Firmengeschichte noch familiengeführt ist.<br />

Abdi İbrahim festigt seine Position auf<br />

dem internationalen Markt mit Exporten in<br />

über 60 Länder.<br />

Das Unternehmen setzt sein Wachstum<br />

in Kasachstan, Algerien, Irak, Georgien,<br />

Aserbaidschan, Albanien, Bosnien und<br />

Herzegowina, Portugal, Katar, Tunesien,<br />

Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen<br />

Emiraten mit Produkten der Marke<br />

Abdi İbrahim und eigenen Vertriebs- und<br />

Marketingorganisationen fort. Mit 650<br />

Außendienst- und Büromitarbeitern in 12<br />

Überseeländern profitiert Abdi İbrahim<br />

von einem vielfältigen Portfolio an Abdi<br />

İbrahim- und Kundenmarkenprodukten<br />

in mehreren Märkten auf der ganzen Welt,<br />

einschließlich Europa und Kanada. Mit dem<br />

weltweiten Lizenzvertrieb sind auch die Exportzahlen<br />

des Unternehmens kontinuierlich<br />

im Aufwärtstrend.<br />

EFAFLEX Tor- und Sicherheitssysteme GmbH & Co.KG<br />

Fliederstraße 14<br />

Telefon: +49 8765 820<br />

Telefax: +49 8765 82200<br />

info@efaflex.com<br />

http://www.efaflex.com<br />

D 84079 Bruckberg


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 4/67<br />

Abb. 1: Unterschiedliche Luftqualitäten<br />

werden in Halbleiter-Reinräumen<br />

getrennt<br />

geführt. (Foto: Luftmeister<br />

GmbH)<br />

GEEX – ACEX – CAEX – SOEX –<br />

anspruchsvolle Abluftmengen in<br />

Halbleiter-Reinräumen präzise überwachen<br />

Reinräume sind nicht selten dadurch gekennzeichnet,<br />

dass einer hochreinen Zuluft<br />

eine stark belastete Abluft gegenübersteht.<br />

So entstehen beispielsweise bei Halbleiter-<br />

Produktionen mit ihren nasschemischen<br />

Fertigungsstufen aggressive Abluft-Qualitäten.<br />

Um chemische Reaktionen unterschiedlicher<br />

Abluftarten zu unterbinden, aber auch<br />

sauber in Ex-Zonen und Nicht-Ex-Zonen zu<br />

unterscheiden, hat es sich hier bewährt, die<br />

folgenden Abluftarten getrennt zu führen<br />

(siehe auch Abb. 1):<br />

– GEEX – General exhaust – das ist die<br />

(weitgehend) unbelastete, „normale“<br />

Abluft ohne Ex-Anforderungen, die auch<br />

keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen<br />

bezüglich der chemischen Beständigkeit<br />

der verwendeten Materialien verlangt.<br />

– ACEX – Acid exhaust – diese säurehaltige<br />

Abluft wirkt sehr korrosiv. Aus diesem<br />

Grund werden die entsprechenden Rohrleitungen<br />

meist innen beschichtet, beispielsweise<br />

mit E-CTFE, dem sogenannten<br />

„Halar“.<br />

– CAEX – Caustic exhaust – ätzende Abluft,<br />

meist auf basischen Stoffen beruhend,<br />

Abb. 2: Luftmeister „Freiburg 1-Zoll“, die mit Halar<br />

beschichtete Spezial-Durchfluss-Messlösung.<br />

(Foto: Luftmeister GmbH)<br />

die dann in wässriger Lösung ätzend<br />

und somit hochgradig korrosiv wirkt und<br />

lebendes Gewebe zerstören kann. Auch<br />

diese Rohrleitungen werden, je nach<br />

Konzentration, häufig mit einer Beschichtung<br />

versehen.<br />

– SOEX – solvent exhaust – lösemittelhaltige<br />

Abluft, die zwar in der Regel weniger<br />

aggressiv ist, dafür aber als Ex-Zone betrieben<br />

werden muss, um Explosionen<br />

durch Funkeneinbringungen zu unterbinden.<br />

Die Betreiber solcher Abluft-Anlagen stehen<br />

nicht nur vor der Aufgabe, diese Luftarten<br />

sinnvoll voneinander zu trennen. Darüber<br />

hinaus muss sichergestellt werden, dass<br />

weder zu viel noch zu wenig Abluftmenge<br />

abgesaugt wird. Ein „zu viel“ an Abluftmenge<br />

entspricht einer vermeidbaren Verschwendung,<br />

da zu hohe Ventilator-Strombedarfe,<br />

zu häufigen Filterwechsel und<br />

andere vermeidbare Kosten entstehen.<br />

Ein „zu wenig“ an Abluftmenge dagegen<br />

hat noch gravierendere Folgen:<br />

– Die Produktionsanlagen für Halbleiter<br />

(z.B. Wafer) sind sehr kostspielig. Um<br />

ein einwandfreies Arbeiten im definier-


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 5/67<br />

ten Bereich aufrecht zu halten, ist u.a. eine<br />

Mindest-Abluftmenge abzuführen, damit<br />

keine Verschmutzungen oder Korrosionen<br />

entstehen. Insofern ist die (nachweisbare)<br />

Abführung einer bestimmten Mindest-Abluftmenge<br />

vielfach Grundbedingung für die<br />

Aufrechterhaltung von der Prozesssicherheit<br />

und von Gewährleistungszusagen.<br />

– Auch für den Arbeitsschutz gilt: wird zu<br />

wenig Abluft abgeführt, so kann eine Gefährdung<br />

des Personals entstehen. Dies<br />

gilt insbesondere, wenn Einzelprozesse<br />

nicht hermetisch gekapselt sind und eine<br />

Rückströmung in den Arbeitsbereich<br />

erfolgen kann.<br />

Abb. 3: Übersicht über die Kalibrierpunkte bei einem konkreten Projekt<br />

(4 Luftarten à 5 Messeinrichtungen). (Quelle: Luftmeister GmbH)<br />

Wie aber können diese Rohrleitungen professionell<br />

bezüglich ihres Abluft-Durchflusses<br />

überwacht werden? Die Luftmeister<br />

GmbH aus Kirchzarten bei Freiburg, Spezialist<br />

für Luftdurchfluss und Luftwärmestrom,<br />

hat hierfür ganz spezielle Messlösungen<br />

entwickelt.<br />

Es wurde eine exakt auf die Anwendung<br />

zugeschnittene Messlösung (vgl. Abb. 2) geschaffen,<br />

– deren Prozessadaption (Sondenmontage)<br />

konstruktiv genau auf den beim jeweiligen<br />

Kunden vorliegenden Stutzentyp<br />

in die Rohrleitungen eingeführt wird,<br />

z.B. über einen 1“-Stutzen oder über eine<br />

spezielle Clamp-Flanschverbindung. Dadurch<br />

sind keine Umbauten erforderlich,<br />

um die Messlösung zu montieren.<br />

– deren medienberührenden Teile bei<br />

ACEX und CAEX vollständig mit E-CTFE<br />

(Halar) beschichtet sind, also auch in<br />

anspruchsvollster Abluft eine hohe Beständigkeit<br />

aufweisen.<br />

– die je nach Luftart in Ex-Messumformer<br />

oder Nicht-Ex-Messumformer unterscheidet<br />

(vgl. Tabelle in Abb. 3). Eingesetzt<br />

wird der hochpräzise Messumformer<br />

Luftmeister VS 48.<br />

– die jeweils im Luft-Volumenstrom-Labor<br />

der Luftmeister GmbH an 11 Kalibrierpunkten<br />

hochpräzise kalibriert und justiert<br />

wurde (siehe Tabellenwerte in Abb. 3<br />

sowie Kalibriereinrichtung in Abb. 4).<br />

Der Kalibriervorgang erlaubt, dass die Messeinrichtung<br />

bereits bei Lieferung über ihre<br />

Präzision verfügt, sie also nicht mehr vor<br />

Ort eingemessen werden muss. Zum einen<br />

erbringt dies eine höhere Genauigkeit, zum<br />

anderen kann somit auf einen Einsatz von<br />

Hand-Messgeräten in belasteter Luft verzichtet<br />

werden, wie sie bei einem örtlichen<br />

Einmessen erforderlich wäre.<br />

Luftmeister GmbH<br />

Erich-Rieder-Straße 5<br />

D 79199 Kirchzarten<br />

Telefon: +49 7661 3849888<br />

eMail: amberg@luftmeister.de<br />

Internet: http://www.luftmeister.de<br />

Abb. 4: Luft-Volumenstrom-Kalibrierstand der Luftmeister GmbH. Hier werden mit höchster Präzision zwischen 25 und 36.000 m3/h erzeugt und<br />

unterschiedlichste Luftmeister-Messlösungen abgeglichen. (Foto: Luftmeister GmbH)


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 6/67<br />

Normpartikel – Die nächste<br />

Generation in 3D<br />

Aktuelles Forschungsprojekt ermöglicht die freie Dimensionierung von Normpartikeln<br />

in deren Länge, Breite und Höhe<br />

Test- bzw. Normpartikel sind in den vergangenen Jahren in vielen Teilen der Technik unverzichtbar geworden. Ihr Anwendungsspektrum<br />

deckt beispielsweise die Validierung der Technischen Sauberkeit, Versuche zum Kurzschlussverhalten<br />

von Elektronikkomponenten oder das Verhalten partikulärer Verunreinigungen in fluidführenden Systemen ab. Bisher begrenzte<br />

sich die Klassifizierung der Partikel fertigungsbedingt ausschließlich auf deren Länge. Mit einem neu entwickelten<br />

Fertigungsverfahren können die Teilchen nun in allen drei Dimensionen spezifiziert werden und dies mit einer deutlich<br />

engeren Toleranz.<br />

Das neue Fertigungsverfahren entstand im Rahmen eines<br />

vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten<br />

Forschungsprojekts über die Entwicklung und<br />

Erprobung einer Prüfmethodik (»fault injection testing«) für E/E-<br />

Systeme zur Absicherung der Ausfallwahrscheinlichkeit während<br />

der Produktentwicklungsphase. Ziel eines Teilprojekts war dabei ein<br />

Partikeltyp, der über die bisherige eindimensionale Charakterisierung<br />

hinweg in allen drei Dimensionen spezifiziert ist und dessen<br />

Fertigungstoleranz die bisherige Grenze von +/- 50 µm deutlich<br />

unterschreitet. In der zwei Jahre andauernden Entwicklungsphase<br />

gelang es den beiden für die Umsetzung dieser Teilaufgabe verantwortlichen<br />

Projektpartnern Spies Lasertechnik GmbH und BIDAG<br />

Technologies GmbH & Co. KG ein entsprechendes zweistufiges Verfahren<br />

zu generieren, mit dessen Hilfe die anfangs festgelegten Ziele<br />

noch deutlich übertroffen werden konnten.<br />

In der ersten Stufe des Verfahrens werden die Teilchen in einer<br />

Matrix vorgeschnitten. Durch die matrizenartige Anordnung der<br />

Partikel während des Schneidprozesses erfolgt bereits in dieser Fertigungsphase<br />

eine erste Vorfraktionierung, die eine entsprechende<br />

Auswahl von Parametern bei den darauffolgenden Schritten ermöglicht.<br />

Die zweite Stufe umfasst die chemische Nachbearbeitung der<br />

Partikel und eine stückgenaue Fraktionierung. Im Zuge dieser Nachbearbeitung,<br />

werden die zuvor lasergeschnittenen Teilchen zunächst<br />

vereinzelt, danach auf die Zielabmessungen reduziert sowie<br />

abschließend chemisch gereinigt und poliert. Mit dieser Methode<br />

können Normpartikel erstmals in deren Länge, Breite und Höhe


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 7/67<br />

zielgenau hergestellt werden. Die Höhe der Partikel ist dabei in Abstufungen<br />

von 50 µm ab einer Mindesthöhe von 100 µm realisierbar.<br />

Die Partikellänge und Breite sind dagegen frei bestimmbar. Mit<br />

dem derzeitigen Entwicklungsstand sind die Partikel aus Aluminium,<br />

Edelstahl und Kupfer verfügbar. Weitere Materialien werden<br />

im Rahmen der Weiterentwicklung hinzukommen. Die während der<br />

Projektplanungsphase zum Ziel gesetzte Fertigungstoleranz von +/-<br />

20 µm konnte bedingt durch die zweistufige Fertigung auf +/- 10 µm<br />

reduziert werden. Gegenüber den ursprünglichen Testpartikeln ermöglichen<br />

die so gestalteten Teilchen aufgrund ihrer dreidimensionalen<br />

Gestaltung und ihren engen Fertigungstoleranzen ein deutlich<br />

erweitertes Anwendungsspektrum. Dieses umfasst vor allem<br />

Tests in Bereichen, bei denen beispielsweise Abstände mikrometergenau<br />

überbrückt oder das Durchflussverhalten in engen Kanälen<br />

betrachtet werden und weitere Einflussfaktoren weitestgehend minimiert<br />

sein müssen. Die Erprobung des Kurzschlussverhaltens von<br />

Elektronikkomponenten sei an dieser Stelle als klassischen Beispiel<br />

dafür aufgeführt. Darüber hinaus ergeben sich eine Vielzahl weiterer<br />

Anwendungsmöglichkeiten in unterschiedlichsten Sektoren. Die<br />

Teilchen werden seit ihrem Erscheinen zu Beginn des Jahres bereits<br />

erfolgreich in Branchen wie der Automobilindustrie, der optischen<br />

Industrie oder der Medizintechnik eingesetzt. Da das neu entwickelte<br />

Fertigungsverfahren eine nahezu freie Dimensionierung der<br />

Partikel ermöglicht, empfiehlt es sich die Abmessungen und das<br />

Partikelmaterial vorab auf Grundlage des zukünftigen Einsatzgebietes<br />

der Teilchen mit den Experten der BIDAG Technologies GmbH<br />

& Co. KG, über die die 3D Teilchen seit Beginn des Jahres vermarktet<br />

werden, zu planen. Die hohe Nachfrage sowie zahlreiche positive<br />

Rückmeldungen von Anwendern im Feld, sprechen bereits für den<br />

Bedarf und das weite Einsatzgebiet der präzisen dreidimensionalen<br />

Normpartikel.<br />

BIDAG Technologies GmbH & Co. KG<br />

Zum Bolzenbach 7<br />

D 35236 Breidenbach<br />

Telefon: +49 6465 438-0 Telefax: +49 3222 3190 149<br />

eMail: info@bidag.de<br />

Internet: https://www.bidag.de<br />

Das geschlossene<br />

PROTECT<br />

Reinigungs- und Desinfektionsverfahren<br />

Das erste komplett geschlossene Verfahren für die<br />

professionelle Reinraumreinigung<br />

sicher · stabil · wirksam<br />

Maximale hygienische und mikrobiologische Prozesssicherheit<br />

Dosiersystem mit nachgewiesener Standzeitprüfung<br />

Ergonomie und Motivation durch Einsatz von wenig Körperkraft<br />

Validierbare und anwenderunabhängige Ergebnisqualität<br />

Sauberkeit steckt im Detail.<br />

Pfennig Reinigungstechnik GmbH · Heubachstraße 1 · D-87471 Durach · 08 31 5 61 22 0 · www.pps-pfennig.de


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 8/67<br />

Perfektes West-East-Tasksharing<br />

Kranbahn mit Reinraumhebezeug<br />

Wenn die Wege weit sind und die Bedingungen erschwert, kann es extrem hilfreich sein, die zu erledigenden Aufgaben<br />

zwischen den Projektpartnern aufzuteilen. Bei der Installation eines Reinraumkranes der ISO-Klasse 6 ist das allerdings<br />

nicht trivial. Dennoch hat genau das in einer bemerkenswerten Kooperation zwischen Ost-Kunde und West-Lieferant hervorragend<br />

geklappt.<br />

Die sehr gelungene Arbeitsteilung zwischen dem Reinraumkranspezialisten<br />

Altmann und einem renommierten Unternehmen<br />

aus dem Bereich steriler Verpackungen für Pharmaprodukte<br />

in Osteuropa verdient trotz aller Sensibilitäten eine<br />

Erwähnung. Zumal das Objekt bereits im Februar 2022 zur Zufriedenheit<br />

aller Beteiligten abgeschlossen wurde. Außerdem ist die Art<br />

und Weise der Abwicklung durchaus bemerkenswert und könnte für<br />

andere Branchen in ebenfalls entfernt gelegenen Regionen weiter<br />

westlich beispielhaft sein.<br />

Hand in Hand beste Ergebnisse erzielt<br />

Die Rede ist hier immerhin von zwei Krananlagen mit je 4 Tonnen<br />

Traglast, einer Länge von 40 Metern und einer Spannweite von 4,60<br />

Metern. Nichts Kleines also. Zunächst hat daher die Altmann GmbH<br />

aus dem bayerischen Albaching alle benötigten Teile nach eigenen<br />

Berechnungen konstruiert, gefertigt und geliefert. Im ersten Schritt<br />

des Tasksharings erfolgte dann der Aufbau von Kranbahn und Stützen<br />

mit der entsprechenden Aufbauanleitung vor Ort beim Kunden<br />

durch den Kunden. Im Detail waren bestimme Anpassungen nötig,<br />

um die Leistungsdaten zu garantieren, doch am Ende klappte alles<br />

bestens. Die Subkonstruktion stand und erfüllte alle Anforderungen.<br />

Dann ging es an die Montage der Kranbrücken, die auf der installierten<br />

Kranbahn zum Einsatz kommen sollten. Ihre Leistungsdaten<br />

mit einer Geschwindigkeit von 2 bis 30 Metern pro Minute,<br />

einer Hubgeschwindigkeit von 0,5 bis 4 Metern pro Minute, einer<br />

Katzfahrgeschwindigkeit von 0,7 bis 10 Metern pro Minute - alles<br />

frequenzgesteuert - sind auch nicht „ohne“.<br />

Beispielhaft, weil kostensparend und ressourcenschonend<br />

Reinraumkrananlage mit 4 to Traglast (1 von 2)<br />

Zur finalen Montage und Inbetriebnahme der eigentlichen Krane<br />

auf der Unterkonstruktion reisten zwei Altmann-Monteure für<br />

drei Tage zum Kunden. Dabei klappte die Zusammenarbeit „wie am


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 9/67<br />

Schnürchen“, nicht zuletzt dank guter Englischkenntnisse und sehr hoher Sachkompetenz<br />

auf beiden Seiten. Besonders erwähnenswert ist auch die Gastfreundschaftlichkeit, mit der<br />

die ALTMANN-Monteure willkommen geheißen wurden. Auch die anschließende Abnahme<br />

der Anlage und die erforderliche Zertifizierung verliefen nach Aussage von Achim<br />

Altmann, einem der beiden Firmenchefs, der in der Schlussphase persönlich vor Ort war,<br />

„optimal“. Er lobt „die sehr gut funktionierende partnerschaftliche Aufgabenteilung“, die seiner<br />

Einschätzung nach „große Kostenersparnis, einen immensen Zeitvorteil und trotz der zu<br />

überwindenden Hindernisse ein perfektes Ergebnis“ gebracht hat.<br />

In Summe lässt sich wohl sagen, dass eine Arbeitsteilung wie bei diesem Projekt gerade<br />

in der Zusammenarbeit mit entfernt gelegenen Kunden immense Vorteile bringt. Die Anforderungen<br />

auf Kundenseite sind allerdings nicht zu unterschätzen. Ist die Kompetenz bei<br />

beiden Projektpartnern aber vorhanden, steht dem Erfolg einer solchen „Remote-Beziehung“<br />

nach Meinung des Altmann-Managements nichts im Wege.<br />

Gewichtsabnahme<br />

ALTMANN GmbH<br />

Oberdieberg 23-25<br />

D 83544 Albaching<br />

Telefon: 08076 /8879-0<br />

eMail: kontakt@altmann-foerdertechnik.de<br />

Internet: http://www.altmann-foerdertechnik.de<br />

reinraum online – Seite 9/45 – Ausgabe <strong>DE</strong> 03-2<strong>01</strong>8


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 10/67<br />

Neuer Review vermittelt Überblick<br />

zur Anwendung europäischer Normen<br />

für wirksame Desinfektionsstrategien<br />

Treten plötzlich Erreger in Gesundheitseinrichtungen, Nutztierhaltungen<br />

oder Lebensmittelbetrieben auf, müssen sofort<br />

wirksame Hygieneprotokolle zur Infektionsprävention<br />

zur Verfügung stehen. Dies gilt besonders dann, wenn diese – wie<br />

SARS-CoV-2 Anfang 2020 – noch kaum erforscht sind. Im Bereich<br />

der Desinfektion stehen zahlreiche Produkte mit unterschiedlichen<br />

Wirksamkeitsauslobungen zur Verfügung. Bei der Auswahl ist es<br />

hilfreich zu wissen, worauf diese Auslobungen basieren und was das<br />

europäische Normenwerk dazu beiträgt. Doch bei der Vielzahl von<br />

Standards und Normen kann man schnell den Überblick verlieren.<br />

Ein aktueller Übersichtsartikel bietet nun eine gute Orientierung<br />

und erklärt unter anderem, wie die im Desinfektionsmittelbereich<br />

relevanten Normen erarbeitet werden, welche Bedeutung Surrogat-<br />

Testorganismen haben und inwiefern davon Maßnahmen zur Infektionsprävention<br />

beeinflusst werden. [1]<br />

Technisches Komitee für chemische Desinfektionsmittel<br />

und Antiseptika federführend bei Erarbeitung von Normen<br />

Innerhalb des Europäischen Komitees für Standardisierung (CEN)<br />

verantwortet das sogenannte Technische Komitee 216 (CEN/TC<br />

216) für den gesamten Bereich der chemischen Desinfektion und<br />

Antiseptika sämtliche Aktivitäten zur Standardisierung von Terminologie,<br />

Anforderungen, Testmethoden, Anwendungsempfehlungen<br />

und Kennzeichnung [2]. Diesem Komitee unterstehen vier<br />

Arbeitsgruppen, in denen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft,<br />

Behörden, Laboren und Industrie zusammenarbeiten und<br />

die erforderlichen Standards erarbeiten. Während eine Arbeitsgruppe<br />

den humanmedizinischen und eine weitere den veterinärmedizinischen<br />

Bereich abdeckt, beschäftigt sich die dritte Arbeitsgruppe<br />

mit Lebensmittelhygiene sowie häuslichen und institutionellen Anwendungen<br />

und die vierte mit strategischen Aspekten und übergeordneten<br />

Themen wie beispielsweise der Harmonisierung europäischer<br />

Normen. Als übergeordnete Norm gilt dabei die EN 14885 [3],<br />

in der u.a. allgemeine Aspekte der unterschiedlichen Anwendungsbereiche<br />

sowie die Anforderungen der jeweiligen Normen aus den<br />

verschiedenen Arbeitsgruppen zusammengefasst sind. Diese Norm<br />

stellt somit auch innerhalb des Zulassungsverfahrens für Medizinprodukte<br />

die grundlegende Anforderung dar.<br />

Anforderungen an Testmethoden und Voraussetzungen<br />

für Auslobungen<br />

Instrumenten-Desinfektionsmittel und teilweise auch Flächen-<br />

Desinfektionsmittel müssen beispielsweise für den humanmedizinischen<br />

Bereich in Europa als Medizinprodukt zugelassen werden.<br />

Der Übersichtsartikel geht hierzu auf alle wichtigen Standards bzw.<br />

Testmethoden und die Voraussetzungen für mikrobizide Auslobungen<br />

ein [1]. Allgemein erfolgt die Wirksamkeitsprüfung gemäß eines<br />

3-stufigen Prüfverfahrens. Phase 1-Tests werden während der Entwicklung<br />

durchgeführt. Phase 2-Tests sollen die Anforderungen an<br />

Desinfektionsmittel an die jeweiligen Anwendungsbereiche best-


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 11/67<br />

möglich nachahmen. Man unterscheidet Phase 2, Stufe 1-Tests,<br />

quantitative Suspensionsversuche zum Nachweis der verschiedenen<br />

Wirksamkeiten unter simulierten praktischen Bedingungen sowie<br />

Phase 2, Stufe 2-Tests, quantitative Labortests zur Prüfung von<br />

Produkten auf sogenannten Trägern, um die praktische Anwendung<br />

der Desinfektionsmittel nachzuahmen. Im Falle von Hände-Desinfektionsmitteln<br />

sind die „Träger“ z.B. die Hände von Probanden.<br />

Zukünftig sollen auch Phase 3-Tests für Feldversuche unter realen<br />

Bedingungen erarbeitet werden. Für die Auslobung antimikrobieller<br />

Wirksamkeit müssen die geprüften Desinfektionsmittel festgelegte<br />

Anforderungen an die logarithmische (log-) Reduktion definierter<br />

Testorganismen erfüllen. Dabei werden sogenannte Surrogat-Organismen<br />

verwendet, die stellvertretend für andere Organismen sind<br />

(z.B. Candida albicans für Hefen; stellvertretend auch für Candida<br />

auris) und Rückschlüsse auf die bakterizide, levurozide, sporizide,<br />

fungizide oder viruzide Wirksamkeit erlauben. So können auch im<br />

Falle neu auftretender Krankheitserreger wirksame Desinfektionsmittel<br />

schnell ausgewählt werden. [1]<br />

Fazit<br />

Die Autorinnen des Übersichtsartikels bieten einen verständlichen<br />

und umfangreichen Einblick in die europäische Normenwelt, die für<br />

den Desinfektionsmittelbereich relevant ist. Die Standards stellen<br />

ihrer Meinung nach eine solide Basis für die Auswahl wirksamer<br />

Desinfektionsmittel dar und erfordern keine zeitaufwändigen neuen<br />

Testungen bei neu auftretenden Erregern.<br />

PAUL HARTMANN AG<br />

D 89522 Heidenheim<br />

Quellen:<br />

1. Bolten A et al. (2022) Use of the European standardization framework established by CEN/TC 216 for effective disinfection strategies in human<br />

medicine, veterinary medicine, food hygiene, industry, and domestic and institutional use - a review. GMS Hyg Infect Control 17: Doc14. https://doi.<br />

org/10.3205/dgkh000417<br />

2. European Committee for Standardization. https://standards.cencenelec.eu/dyn/www/f?p=205:7:0::::FSP_ORG_ID:6197&cs=10A8D4C3DCD7472E-<br />

41B4ECBDD9E3C6A82 (aufgerufen am 27.10.2022)<br />

3. EN 14885:2022 Chemical disinfectants and antiseptics - Application of European Standards for chemical disinfectants and antiseptics.<br />

Rotronic’s universelles<br />

Monitoring System: RMS<br />

Präzise Mess- und Überwachungslösungen für Reinräume. Das Erfüllen von Normen und höchster<br />

Qualitätsansprüche erfordert ein ganzheitliches Überwachungssystem. Die Cloud-Software<br />

des Rotronic Monitoring Systems bietet höchste Datenverfügbarkeit und maximale Flexibilität<br />

durch einfaches Einbinden von Fremdgeräten. RMS ist GxP-/FDA CFR 21 Part 11 konform und unterstützt<br />

die Umsetzung von Annex 1 EU GMP und ISO 14644-1. Rotronic.de/rms |<br />

reinraum online – Seite 11/45 – Ausgabe <strong>DE</strong> 03-2<strong>01</strong>8<br />

ProcessSensing.com


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 12/67<br />

Für den Nachweis von Restpartikeln ist in das High Purity-Test Center<br />

eine Dunkelkammer mit UV-Lichtquelle integriert.<br />

(Bildquelle: Ecoclean GmbH)<br />

Die Eröffnung des neuen High Purity-Test Centers am Produktionsstandort<br />

Dettingen feierte Ecoclean mit rund 110 Gästen aus<br />

der Halbleiter-Zulieferindustrie, Präzisionsoptik und weiteren<br />

Hightech-Branchen. (Bildquelle: Ecoclean GmbH)<br />

Neues Testcenter für<br />

High Purity-Reinigungsanwendungen<br />

Ecoclean baut Kapazität für Reinigungsversuche im hochreinen Bereich aus<br />

Das neue High Purity-Test Center der Ecoclean GmbH, das Ende November 2022 am Produktionsstandort Dettingen<br />

unter Teck offiziell eingeweiht wurde, ergänzt die 15 bestehenden Technologiezentren des Unternehmens im hochreinen<br />

Bereich. Es wurden hier die Möglichkeiten und Bedingungen geschaffen, um Reinigungsversuche für Hightech-Bauteile<br />

mit extrem hohen Reinheitsanforderungen durchzuführen.<br />

Abgestimmt auf die veränderten und branchenspezifischen<br />

Anforderungen in der industriellen Teilereinigung hat die<br />

Ecoclean GmbH ihr Produkt- und Dienstleistungsportfolio<br />

stärker diversifiziert. Dazu zählen speziell für so genannte High Purity-Reinigungsanwendungen<br />

ausgelegte Reinigungsanlagen und<br />

-systeme, mit denen extrem hohe Reinheitsanforderungen an metallische<br />

und optische Komponenten prozesssicher erfüllt werden<br />

können. Solche Bauteile werden unter anderem bei Herstellern von<br />

Produktionsequipment für die Halbleiterindustrie, in der Präzisionsoptik,<br />

der Laser-, Mess-, Analyse- und Hoch-Vakuumtechnik benötigt.<br />

Es war daher eine logische und konsequente Entscheidung,<br />

Kunden aus diesen Marktsegmenten entsprechende Kapazitäten<br />

und Technologien für Reinigungsversuche unter hochreinen Bedingungen<br />

im Reinraum zur Verfügung zu stellen. Umgesetzt wurde<br />

dies mit dem neuen High Purity-Test Center am Produktionsstandort<br />

Dettingen unter Teck, in das Ecoclean rund vier Millionen Euro<br />

investierte. Es wurde Ende November 2022 offiziell eingeweiht.<br />

Mehr als eine Alternative zu Inhouse-Versuchen<br />

Im neuen Test Center stehen insgesamt fünf Reinigungssysteme mit<br />

speziell für die High Purity-Reinigung erforderlicher Ausstattung zur<br />

Verfügung. Sie decken die in der nasschemischen Bauteilreinigung<br />

eingesetzten Technologien, Medien und Verfahren, beispielsweise<br />

Ultraschall, Injektionsflutwaschen, Plasmareinigung, Pulsated Pressure<br />

Cleaning (PPC) und Ultraschall Plus, ab.<br />

Für Kunden, die Präzisionsbauteile für High Purity-Anwendungen<br />

herstellen, ergeben sich durch die Möglichkeit, Reinigungsversuche<br />

im Ecoclean-Test Center durchführen zu können, verschiedene<br />

Vorteile:<br />

– Bei Neuteilen sind üblicherweise aufwändige Prozessvalidierungen<br />

und Reinigungsversuche erforderlich. Diese würden hauseigene,<br />

meist ausgelastete und validierte Reinigungsanlagen<br />

belasten.<br />

– Reinigungsprozess und Prozessparameter, beispielsweise<br />

Waschmechanik, Chemie, Wasserqualitäten, Taktzeiten und<br />

Reinigungsergebnis können unabhängig von eventuell bereits in<br />

Unternehmen vorhandenen Prozessen bestmöglich für das<br />

jeweilige Bauteil ausgelegt werden.<br />

– Durch die Versuche sind erforderlicher Prozess und Ergebnis<br />

der Reinigung im Vorfeld besser abschätzbar, woraus für das<br />

Team aus Kunde und Anlagenhersteller eine Risikominimierung<br />

resultiert.<br />

– Darüber hinaus lassen sich Versuche und Machbarkeitsstudien<br />

zur Reinigbarkeit neuer Präzisionsbauteile durchführen, ohne in<br />

validierte Produktionsabläufe eingreifen zu müssen.<br />

– Nicht zuletzt können Kunden bei Bedarf durch ein Job-Cleaning<br />

unterstützt werden.<br />

Ausgestattet für Vor- und Endreinigung<br />

mit höchsten Anforderungen<br />

Das neue Test Center verfügt dafür über zwei Reinigungsbereiche<br />

unterschiedlicher Sauberkeitsklassen. Der erste befindet sich in ei-


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 13/67<br />

Im Endreinigungsbereich, der sich in einem validierten Reinraum der<br />

Klasse ISO 7 mit Zonen ISO 6 befindet, können Reinigungsversuche<br />

mit höchsten Sauberkeitsanforderungen, beispielsweise Grade 2 und 1,<br />

durchgeführt werden. (Bildquelle: Ecoclean GmbH)<br />

Das neue Test Center ermöglicht Kunden mit High Purity-Reinigungsanwendungen,<br />

Versuche unter hochreinen Bedingungen durchzuführen.<br />

Es stehen dafür in einem Sauber- und Reinraum insgesamt fünf Reinigungsanlagen,<br />

RO-, DI- und UP-Wasserqualitäten, Messtechnik sowie<br />

eine Verpackungsstation zu Verfügung. (Bildquelle: Ecoclean GmbH)<br />

nem Sauberraum, in den eine Lösemittel-Kammerreinigungsanlage<br />

mit integrierter Niederdruck-Plasmareinigung sowie eine Kammeranlage<br />

für wässrige Medien integriert ist. Dieser Bereich wird für<br />

Vorreinigungen eingesetzt, um Teile für die Endreinigung im Reinraum<br />

vorzubereiten. Er eignet sich darüber hinaus, um höheren Sauberkeitsanforderungen<br />

vieler klassischer Feinstreinigungsaufgaben<br />

aus Branchen wie der Sensortechnik, Luftfahrt, E-Mobilität und Beschichtungsindustrie<br />

gerecht zu werden.<br />

Der Endreinigungsbereich ist in einem validierten Reinraum der<br />

Klasse ISO 7 mit Zonen ISO 6 untergebracht. Die Ausstattung<br />

umfasst eine Lösemittel-Kammeranlage, eine Kammeranlage<br />

für wasserbasierte Medien sowie eine Mehrbad-Ultraschallreinigungsanlage<br />

mit neun Nass- und zwei Trockenstationen. Hier<br />

können unter anderem unterschiedliche Ultraschall-Frequenzen,<br />

Reinigungschemikalien, PPC, und Passivieren getestet werden.<br />

Für die Trocknung stehen ebenfalls verschiedene Möglichkeiten<br />

– auch in Kombination – zur Verfügung.<br />

Die in das neue Technologiezentrum integrierten Aufbereitungslösungen<br />

für Osmose (RO)-, De-Ionisiertes (DI) und Ultra-Pure-Wasser<br />

(UPW) ermöglichen den Einsatz aller in der Feinst- und<br />

High Purity-Reinigung verwendeten Wasserqualitäten. Mit dieser<br />

Ausstattung lassen sich extrem hohe Sauberkeitsanforderungen erfüllen,<br />

beispielsweise entsprechend Grade 2 und 1. Da alle Anlagen<br />

über die Cloud-Lösung Ecoclean Connect vernetzt sind, liegen die<br />

Daten der Anlagen und Reinigungsversuche digital vor.<br />

Für die Kontrolle der erzielten Reinigungsergebnisse ist das<br />

Test Center mit verschiedene Messtechnologien ausgestattet. Integriert<br />

ist auch eine spezielle Verpackungsstation für die gereinigten<br />

Produkte.<br />

Ecoclean GmbH<br />

D 70794 Filderstadt<br />

Mit uns wirksam Kosten sparen! WZB - mehr als nur Reinraum<br />

Dekontamination & Sterilisation<br />

Herstellung & Mietservice<br />

www.wzb-reinraum.de<br />

Am Beckerwald 31 · 66583 Spiesen-Elversberg · Telefon +49 6821.7931158<br />

Anzeige Reinraum-Online_quer_178x62 mm ohne Anschnitt<br />

Freitag, 29. Oktober 2021 08:00:44


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 14/67<br />

Fraunhofer IAF erweitert<br />

Forschungsinfrastruktur<br />

für Halbleiter-Technologien<br />

Neue Gebäude für optoelektronische Messtechnik, Quantensensorik und Epitaxie<br />

Das Fraunhofer IAF hat seine hochmoderne Forschungsinfrastruktur ausgebaut und die Bedingungen für die Entwicklung<br />

zukunftsträchtiger Halbleiter-Technologien weiter verbessert. Mit der Unterstützung des Bundes, des Landes Baden-<br />

Württemberg sowie des BMVg wurden ein Laborgebäude und eine MOCVD-Halle gebaut, durch die das Institut seine<br />

Aktivitäten in den Bereichen der Optoelektronik, Quantentechnologien und Materialwissenschaften intensivieren kann.<br />

Die feierliche Einweihung der Neubauten fand am 30. Juni 2022 statt.<br />

Zwei neue Forschungsgebäude ermöglichen<br />

den Forschenden des<br />

Fraunhofer-Instituts für Angewandte<br />

Festkörperphysik IAF weiterhin auf dem<br />

neuesten Stand der Technik innovative<br />

Technologien auf der Grundlage von Verbindungshalbleitern<br />

zu entwickeln. Mit dem<br />

neuen Laborgebäude für optoelektronische<br />

Messtechnik und Quantensensorik sowie<br />

der neuen Anlagenhalle für die metallorganische<br />

chemische Gasphasenabscheidung<br />

(metal organic chemical vapor deposition,<br />

MOCVD) legt das Institut den Grundstein<br />

für die strategische Weiterentwicklung seiner<br />

Kernkompetenzen. Die durch Mittel des<br />

Bundes, des Landes Baden-Württemberg<br />

und des Bundesministeriums der Verteidigung<br />

(BMVg) finanzierten Neubauten wurden<br />

am 30. Juni 2022 feierlich eingeweiht<br />

und erfüllen hohe Standards hinsichtlich<br />

Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Baudynamik.<br />

Feierliche Einweihung des<br />

Laborgebäudes und der MOCVD-Halle<br />

Den großen Mehrwert der Neubauten für<br />

das Institut erläutert der Bereichsleiter<br />

für Forschungsinfrastruktur, Dr. Martin<br />

Walther, wie folgt: »Mit den neuen Laboren<br />

stehen unseren Wissenschaftlerinnen<br />

und Wissenschaftlern noch bessere<br />

Forschungsbedingungen zur Verfügung.<br />

Namentlich die Applikationslabore für<br />

Quantensensorik und Laser-Spektroskopie<br />

erweitern die Kooperationsmöglichkeiten<br />

mit Industrie- und Forschungspartnern signifikant.<br />

Durch die neue MOCVD-Halle<br />

konnten wir zudem unseren Epitaxie-Anlagenpark<br />

vergrößern, das Niveau der Materi-<br />

alqualität und Reproduzierbarkeit weiter erhöhen<br />

und zugleich einen deutlich effizienteren<br />

Betrieb sicherstellen.« Der geschäftsführende<br />

Institutsleiter des Fraunhofer IAF,<br />

Prof. Dr. Rüdiger Quay, betont außerdem:<br />

»Es freut mich sehr, dass die Gebäude den<br />

Anforderungswert der Energieeinsparverordnung<br />

(EnEV) übertreffen und CO2-neutrale<br />

Bauelemente aufweisen. Das ist ein<br />

wichtiges Signal für unser Vorhaben, gemeinsam<br />

mit der Fraunhofer-Gesellschaft<br />

bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen.«<br />

Grußworte im Rahmen der feierlichen<br />

Eröffnung sprachen Rüdiger Quay und<br />

Freiburgs Baubürgermeister Prof. Dr. Martin<br />

Haag. Gemeinsam mit der Geschäftsführerin<br />

der Freiburg Wirtschaft Touristik<br />

Messe GmbH & Co. KG (FWTM), Hanna<br />

Böhme, durchschnitten sie das Band. Zu<br />

den geladenen Gästen gehörten neben Vertreterinnen<br />

und Vertretern verschiedener<br />

Fraunhofer-Einrichtungen Gabriele Rolland<br />

aus dem Landtag von Baden-Württemberg,<br />

Prof. Dr. Stefan Glunz und Prof. Dr. Frank<br />

Balle vom Institut für Nachhaltige Techni-<br />

Das Fraunhofer IAF hat seine hochmoderne Forschungsinfrastruktur für Halbleiter-Technologien<br />

um eine neue MOCVD-Halle (vorne) und ein neues Laborgebäude (hinten) erweitert.<br />

© Fraunhofer IAF<br />

Am 30. Juni 2022 wurden die neuen Forschungsgebäude<br />

des Fraunhofer IAF feierlich<br />

eingeweiht. © Fraunhofer IAF


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 15/67<br />

sche Systeme (INATECH) der Universität<br />

Freiburg, Prof. Dr. Jürgen Wöllenstein, JProf.<br />

Dr. Matthias Kuhl und Prof. Dr. Stefan Rupitsch<br />

vom Institut für Mikrosystemtechnik<br />

(IMTEK) der Universität Freiburg sowie die<br />

Architektin und der Architekt der neuen<br />

Gebäude, Ann-Kathrin Goerke und Matthias<br />

Solbach.<br />

Optimale Forschungsbedingungen und<br />

nachhaltige Bauweise<br />

Im neuen Laborgebäude stehen insgesamt<br />

22 Labore auf 900 m2 Nutzfläche zur Verfügung,<br />

die baudynamisch für den Einsatz<br />

höchst schwingungsempfindlicher<br />

Geräte konzipiert wurden. Sie halten die<br />

Schwingungsgrenzwertlinien B und C der<br />

sogenannten Vibration Criteria (VC) ein<br />

und eignen sich so beispielsweise für den<br />

Betrieb von Mikroskopen bis zu 1000-facher<br />

Vergrößerung oder Lithographie- wie<br />

Inspektionsgeräten mit Strukturbreiten bis<br />

3 beziehungsweise 1 µm. Dies gewährleistet<br />

langfristig die Nutzung anspruchsvoller<br />

Messtechnik für immer kleiner werdende<br />

Strukturen und erlaubt die intensive Erforschung<br />

und Entwicklung von Quantensensoren<br />

wie Rastersonden-, Weitfeld- und<br />

Laserschwellen-Magnetometern sowie laserbasierter<br />

Sensorik und innovativer Halbleiter-Laser.<br />

Die neuerrichtete MOCVD-Halle bietet<br />

Platz für fünf hochmoderne Anlagen, mit<br />

denen das Fraunhofer IAF insbesondere<br />

seine epitaktischen Aktivitäten im Bereich<br />

der Halbleiter mit hoher Bandlücke ausbauen<br />

kann. Zu den vier Bestandsanlagen,<br />

die aus dem Reinraum des Hauptgebäudes<br />

umgezogen wurden, kam eine neue Anlage<br />

speziell für die Abscheidung von Aluminiumgalliumnitrid<br />

(AlGaN) mit hohem<br />

Aluminiumgehalt. Die neue Anlage erreicht<br />

Temperaturen bis zu 1400 °C, was sich positiv<br />

auf Kristallqualität und Homogenität<br />

auswirkt. Vorteile ergeben sich zudem aus<br />

der Ausstattung der Halle, die über autonome<br />

regenerative Aufbereitungssysteme<br />

verfügt, wodurch energieeffizientere und<br />

nachhaltigere Fertigungsprozesse ermöglicht<br />

werden.<br />

Mit 388 kWh/(m2a) für das Laborgebäude<br />

und 245 kWh/(m2a) für die MOCVD-<br />

Halle liegen die Primärenergiebedarfe beider<br />

Neubauten unter den EnEV-Anforderungswerten<br />

für vergleichbare industrielle<br />

Gebäude. Besonders umweltfreundlich<br />

sind zudem die in beiden Gebäuden verlegten<br />

Fußböden, die nach Ablauf der Nutzungsdauer<br />

recycelt werden. Es handelt<br />

sich um Beläge aus natürlichen Rohstoffen<br />

und deutscher Herstellung, deren gesamter<br />

Produktionszyklus eine neutrale CO2-Bilanz<br />

aufweist. Allein in der MOCVD-Halle<br />

konnten durch die Fußböden 47 t CO2 kompensiert<br />

werden.<br />

Fraunhofer-Institut für Angewandte<br />

Festkörperphysik IAF<br />

D 79108 Freiburg<br />

reinraum online – Seite 15/45 – Ausgabe <strong>DE</strong> 03-2<strong>01</strong>8


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 16/67<br />

Extruderbarrel mit Dosierer (rechts) und HME Drucksystem (links).<br />

(Bild: Heike Fischer / TH Köln)<br />

Neben Polymeren können auch Lipide verdruckt werden.<br />

(Bild: Heike Fischer / TH Köln)<br />

Individualisierte<br />

Medikamente<br />

mittels 3D-Druck<br />

Im Projekt entstandene Tabletten. (Bild: Heike Fischer/TH Köln)<br />

3D-gedruckte Medikamente können sehr genau auf das jeweilige Krankheitsbild zugeschnitten werden, was die Wirkung<br />

verbessert und Nebenwirkungen verringert. Um die Technologie praxistauglicher zu machen, haben die TH Köln und die<br />

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Projekt HME 3D ein neues Druckverfahren entwickelt. Durch dieses können<br />

mehr Wirkstoffe und Trägermaterialien verdruckt werden.<br />

Bei der meistverwendeten 3D-Drucktechnologie wird Kunststoff<br />

geschmolzen und zu langen Fäden geformt, den sogenannten<br />

Filamenten. Der 3D-Drucker schmilzt diese erneut<br />

auf und formt daraus das Endprodukt. „Wenn in einem solchen<br />

Prozess pharmazeutische Polymere verwendet und zweimal erhitzt<br />

werden, schadet das den darin enthaltenen medizinischen Wirkstoffen.<br />

Zudem sind Filamente aus pharmazeutischem Polymer häufig<br />

zu weich oder zu spröde und lassen sich nicht zuverlässig drucken.<br />

Daher haben wir einen Prozess entwickelt, bei dem der Kunststoff<br />

direkt verdruckt wird, ohne dass vorher ein Filament erzeugt wird“,<br />

erläutert Ines Haase vom Institut für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik<br />

der TH Köln.<br />

„Unser Anwendungsgebiet ist vor allem die Pädiatrie. Aufgrund<br />

des schnellen Wachstums von Kleinkindern und Kindern müssten<br />

die Medikamentendosen eigentlich in sehr kleinen Schritten angepasst<br />

werden. Dies ist auf dem Markt so nicht abgebildet. Wenn<br />

die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte die benötigte Dosis berechnen,<br />

könnten wir das Medikament auf Rezept exakt drucken“,<br />

ergänzt Prof. Dr. Julian Quodbach, der das Projekt am Institut für<br />

Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie der Heinrich-Heine-Universität<br />

Düsseldorf (HHU) geleitet hat und jetzt Professor an<br />

der Universität Utrecht ist. Auch in der Präzisionsmedizin, die Arzneistoffe<br />

patientengenau dosiert, kann das Verfahren Anwendung<br />

finden. Möglich sind Chargengrößen zwischen einer und mehreren<br />

Tausend Tabletten.<br />

Neues Druckverfahren<br />

Ein Team des Labors für Fertigungssysteme der TH Köln entwickelt<br />

dafür ein neuartiges Druckverfahren. Den Ausgangspunkt bildet ein<br />

Schmelzextruder, der Polymere und Wirkstoffe schmilzt und mischt.<br />

Dieses Material wird in den Druckkopf transportiert und zu Tabletten<br />

geformt. „Die Schmelzextrusion ist ein kontinuierlicher Prozess<br />

– es kommt also immer die gleiche Menge Material aus der Maschine.<br />

Der 3D-Druck hingegen ist ein diskontinuierlicher Prozess, denn<br />

nach jeder Tablette muss der Druck unterbrochen werden“, so Haase.


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 17/67<br />

Um dieses Problem zu lösen, ergänzte das Team einen Pufferspeicher,<br />

der sich im Laufe des Prozesses mit dem überschüssigen<br />

Material füllt.<br />

Eine weitere Herausforderung: Die Schmelzextrusion erfolgt<br />

horizontal; gedruckt wird aber vertikal. Daher muss die geschmolzene<br />

Masse umgeleitet werden. „Die verwendeten pharmazeutischen<br />

Materialien sind sehr empfindlich. Wir mussten dafür sorgen, dass<br />

die Umlenkung keinen negativen Effekt auf die Qualität der Schmelze<br />

hat. Trotzdem muss die verwendete Technik einfach gehalten<br />

sein, da sie nach den Vorgaben der ,Good Manufacturing Practice‘<br />

für Anlagen in der pharmazeutischen Produktion nach jedem Extrusionsprozess<br />

einfach zu demontieren und zu reinigen sein muss“,<br />

sagt Haase. Im Laufe des Projekts entstand ein Prototyp, der an der<br />

HHU getestet wurde.<br />

Neue Materialien<br />

Die HHU-Pharmazeuten hatten sich parallel mit der Entwicklung der<br />

zu verdruckenden Materialien beschäftigt. „Die neue Technologie<br />

hat es uns ermöglicht, über eine deutlich breitere Palette an Trägermaterialien<br />

und Wirkstoffen nachzudenken. Denn der schonendere<br />

Umgang mit dem Material lässt zu, dass auch empfindlichere Wirkstoffe<br />

verarbeitet werden können. Zudem ist es möglich, auch Lipide,<br />

also Fettstoffe, als Trägermaterial zu verwenden. Damit weiten wir<br />

das Feld der möglichen Arzneistoffe noch einmal deutlich, denn eine<br />

ganze Reihe von interessanten Wirkstoffkandidaten lässt sich nicht in<br />

Polymeren verarbeiten“, so Arne Schulzen, Doktorand am Institut für<br />

Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie der HHU.<br />

Um Polymere und Lipide mit den benötigten Eigenschaften<br />

herzustellen, unternahm das Team der HHU umfangreiche Entwicklungs-<br />

und Testreihen. „Die Anforderungen an die Stoffe sind<br />

ausgesprochen umfangreich: Denn auf der einen Seite müssen sich<br />

die medizinischen Wirkstoffe gut in ihnen verteilen. Auf der anderen<br />

Seite müssen sie im Druckprozess gut funktionieren, damit wir<br />

eine gleichmäßige Förderung erhalten. Dazu sind Parameter wie<br />

die Temperatur im Extruder zu beachten“, so Quodbach. In einem<br />

nächsten Schritt kann auch der Druck von Wachsen erprobt werden,<br />

um noch mehr Möglichkeiten in der Herstellung zu erhalten.<br />

Das Projekt „HME 3D – 3D-Druck pharmazeutischer Darreichungsformen<br />

mittels Schmelzextrusion“ wurde über das Programm<br />

„Industrielle Gemeinschaftsforschung“ (IGF) des Bundesministeriums<br />

für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Mit dem Programm<br />

unterstützt das Ministerium unter anderem Grundlagenforschung<br />

mit Fokus auf industrielle oder kommerzielle Anwendungsbereiche.<br />

TH Köln<br />

D 50678 Köln<br />

Der Neue Antibakterielle<br />

MiniCapt® Mobile<br />

Luftkeimsammler<br />

Eliminiert falsch-positive<br />

Ergebnisse<br />

ISO 14698:2003 kompatibel<br />

reinraum online – Seite 17/45 – Ausgabe <strong>DE</strong> 03-2<strong>01</strong>8<br />

Kontaktieren Sie uns für mehr Informationen:<br />

www.pmeasuring.com/de<br />

T: +49 351 8896 3850 E: pmsgermany@pmeasuring.com


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 18/67<br />

Um den Ressourcenverbrauch im Internet der Dinge, in Anwendungen der KI sowie in Rechenzentren zu reduzieren, sind daher erhebliche Fortschritte<br />

in der Mikro- und Leistungselektronik einschließlich deren Herstellungsprozessen nötig. © Fraunhofer Mikroelektronik<br />

Startschuss für das Kompetenzzentrum<br />

© Fraunhofer Mikroelektronik<br />

Um mit Forschung und Entwicklung zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks digitaler Technologien beizutragen, bauen<br />

die in der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland kooperierenden Fraunhofer- und Leibniz-Institute gemeinsam<br />

ein standortübergreifendes Kompetenzzentrum für eine ressourcenbewusste Informations- und Kommunikationstechnik<br />

(Green ICT @ FMD) auf. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das am 1. August 2022 gestartete<br />

Vorhaben mit einer Fördersumme von 34 Millionen Euro im Rahmen der Initiative Green ICT, die Bestandteil des Klimaschutzprogramms<br />

2030 der Bundesregierung ist.<br />

Die Digitalisierung durchdringt im schnellen Tempo die Alltags-<br />

und Arbeitswelt – ein Trend, der absehbar nicht nachlassen<br />

wird. Dabei kann die Digitalisierung in vielen Bereichen<br />

durch intelligente Steuerung von Geräten, Anlagen, Prozessen<br />

und Netzen einen erheblichen Beitrag zur Energieeinsparung und<br />

damit zur Reduktion von CO2-Emissionen leisten. Andererseits<br />

wird mit fortschreitender Verbreitung von Sensorik, Elektronik und<br />

Künstlicher Intelligenz (KI) der Energieverbrauch durch die Digitaltechnologien<br />

selbst zunehmen.<br />

Mit moderner Elektronik für ressourcensparsame Informationsund<br />

Kommunikationstechnik das Klima schützen<br />

Um den Ressourcenverbrauch im Internet der Dinge, in Anwendungen<br />

der KI sowie in Rechenzentren zu reduzieren, sind daher<br />

erhebliche Fortschritte in der Mikro- und Leistungselektronik einschließlich<br />

deren Herstellungsprozessen nötig. Moderne vernetzte<br />

Informations- und Kommunikationstechnik-Systeme besitzen<br />

neben den zentralen Datenverarbeitungsinfrastrukturen (Cloud)<br />

zunehmend Kapazitäten zur Sammlung und Verarbeitung von Informationen<br />

am Rand des Netzwerks (Edge). Damit ergibt sich eine<br />

erhöhte Flexibilität bei der Optimierung der Systeme zwischen Ressourcenverbrauch<br />

in Cloud und Edge sowie der Datenübertragung<br />

zwischen Cloud und Edge. Die Entwicklung von Elektronik für ressourcensparsame<br />

Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)<br />

kann in Verbindung mit Edge-Cloud-Lösungen eine Hebelwirkung<br />

für die Klimaziele der Bundesregierung erzielen.<br />

Das Kompetenzzentrum »Green ICT @ FMD« als Beitrag zur<br />

Umsetzung der Green-ICT-Mission der Bundesregierung<br />

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Bettina Stark-<br />

Watzinger hebt die Bedeutung des Projekts hervor: »Nachhaltigkeit<br />

in der Digitalisierung ist ein wichtiger Baustein zur Erreichung der<br />

Klimaschutzziele. Dabei setzen wir schon bei der Elektronik für Informations-<br />

und Kommunikationstechnik an. Mit dem Kompetenzzentrum<br />

Green ICT @ FMD schaffen wir eine zentrale Anlaufstelle<br />

für nachhaltige Elektronik. Das Kompetenzzentrum bei der Forschungsfabrik<br />

Mikroelektronik Deutschland ist Herzstück unserer<br />

Initiative Green ICT. Wir stärken damit nicht nur den Klimaschutz,


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 19/67<br />

sondern auch unsere Wettbewerbsfähigkeit.«<br />

Aufbauend auf den mit der FMD geschaffenen Angeboten, Strukturen und<br />

Kompetenzen lässt sich das geplante Green-ICT-Kompetenzzentrum zielgerichtet<br />

und effizient umsetzen. Die anwendungsorientierte Forschung im Bereich der<br />

Mikroelektronik soll unter dem Label »Green ICT @ FMD« in den kommenden 3,5<br />

Jahren schrittweise und bedarfsgerecht in Bezug auf Ressourcenschonung und eine<br />

deutliche Reduktion des CO2-Footprints in der Weiterentwicklung von IKT-Anwendungen<br />

und -Infrastrukturen in Deutschland und Europa ausgebaut werden.<br />

FMD als One-Stop-Shop für Green-ICT-System- und Modellierungskompetenz<br />

Funktionalität, Zuverlässigkeit und Ökologie müssen für eine über den gesamten Lebenszyklus<br />

hinweg umwelt- und ressourcenschonend gestaltete Informations- und<br />

Kommunikationstechnik in ihrer Wechselwirkung wahrgenommen, analysiert und<br />

gestaltet werden. Dabei ist stets der gesamte Lebenszyklus der Hardware entlang<br />

aller Systemebenen zu berücksichtigen.<br />

In dem entstehenden Kompetenzzentrum »Green ICT @ FMD« können die<br />

Green-ICT-spezifischen Fragestellungen nun abgestimmt und gebündelt bearbeitet<br />

und technologieübergreifende IKT-Gesamtlösungen bis zu einem hohen technischen<br />

Reifegrad aus einer Hand für Partner in Wirtschaft und Wissenschaft angeboten<br />

werden. Als etablierte Struktur für standortübergreifende Zusammenarbeit<br />

unterschiedlicher FuE-Institutionen bietet die Forschungsfabrik Mikroelektronik<br />

Deutschland somit die Möglichkeit, einerseits mit ihrem Partnernetzwerk eine umfassende<br />

systemische Betrachtung und Weiterentwicklung von Green-ICT-Fragestellungen<br />

vorzunehmen und andererseits mit den Technologiekompetenzen ihrer<br />

Fraunhofer- und Leibniz-Institute die erforderliche fachliche Tiefe bei der Gesamtsystembetrachtung<br />

herzustellen.<br />

Lösungsansätze für nachhaltige Digitalisierung<br />

Die Angebote der Fraunhofer- und Leibniz-Institute werden im Umfeld von Green<br />

ICT anwendungsorientiert und eng an den wirtschaftlichen Erfordernissen ausgerichtet<br />

ausgebaut. An den Standorten Erlangen, Dresden und Berlin werden neue<br />

anwendungs- und systemorientierte Green-ICT-Hubs als Ergänzung bereits existierender<br />

Forschungsaktivitäten der FMD-Institute und als Grundlage für weitere<br />

Forschungsarbeiten eröffnet.<br />

In diesen Hubs werden sämtliche Kompetenzen der FMD-Institute zu den zentralen<br />

Fragestellungen zukünftiger IKT-Anwendungen konzentriert. Sie sind für Projektpartner<br />

aus der Industrie und Wissenschaft die erste Anlaufstelle und stellen so<br />

ein besonders niederschwelliges Angebot zur Verfügung. Die Green-ICT-Hubs sind<br />

neben dem One-Stop-Shop der Geschäftsstelle die entscheidenden Schnittstellen<br />

zu den thematisch gebündelten Technologie-kompetenzen und Test- und Prüfumgebungen<br />

(Testbeds). Umgesetzt werden die Green-ICT-Hubs zu den thematischen<br />

Schwerpunkten Sensor-Edge-Cloud Systeme, Kommunikationsinfrastrukturen sowie<br />

Materialien und Prozesse für »Green Production«, die eine besonders hohe Relevanz<br />

für industrielle Partner in Deutschland und Europa besitzen.<br />

Neben der Aufgabe die vielfältigen Forschungsaktivitäten und das bereits vorhandene<br />

Know-how im Bereich Green ICT in Deutschland zusammenzuführen, bedarfsgerecht<br />

weiterzuentwickeln und für die Industrie nutzbar zu machen, umfasst<br />

das Gesamtvorhaben »Green ICT @ FMD« ebenfalls begleitende Maßnahmen für<br />

eine nachhaltige Digitalisierung. Diese befassen sich sowohl mit einer frühzeitigen<br />

Sensibilisierung der heranwachsenden Generationen an Fachkräften (Akademisches<br />

Nachwuchsprogramm – »Digital Green Camp«) als auch eine Weiterbildung<br />

bereits im Berufsleben stehender Expert*innen. Die besonderen Anforderungen in<br />

der Zusammenarbeit mit neu gegründeten Unternehmen werden in einem separaten<br />

Teilprojekt – Hub für Green-ICT-Start-Ups – adressiert, um entstehenden Unternehmen<br />

die Möglichkeit zu geben, ihre Produktideen von Beginn an umwelt- und<br />

ressourcenschonend zu entwickeln.<br />

Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme ENAS<br />

D 09126 Chemnitz


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 20/67<br />

Medizintechnik:<br />

Serienreif mit Kunststoff<br />

(Bild: ©Rodinger Kunststoff-Technik GmbH)<br />

RKT begleitet bei der Umstellung von Laborstandardmaterialien<br />

auf Kunststoffbauteile in der Serienfertigung<br />

Kunststoff ist in der Medizintechnik ein gefragter Werkstoff.<br />

Das beginnt bei Verpackungsprodukten, z. B. den äußeren<br />

Bauteilen eines Insulinpens, über Diagnostikteile, die<br />

mit Substanzen in Berührung kommen, die dann entsorgt werden,<br />

bis hin zu Produkten, die mit Substanzen in Kontakt kommen, die<br />

später wieder in den Körper eingeführt werden. Je nach Anwendungsbereich<br />

gibt es verschiedene Regularien und Zulassungen für<br />

Kunststoffe, die unter sogenannten Medical Grades geführt werden.<br />

Grundlegende Anforderungen an Medical-Grades-Kunststoffe sind<br />

die vollständige Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Produkte und<br />

Rohstoffe, Biokompatibilität, chemische Beständigkeit, Sterilisierbarkeit<br />

und auch Liefersicherheit.<br />

Auch wenn Kunststoffe später in der Serienproduktion dominieren,<br />

werden Produkte unter Laborbedingungen in der Entwicklungsphase<br />

häufig mit alternativen Werkstoffen wie Glas, Metall<br />

oder Silikon erprobt. Zunächst wird nicht zuletzt aus wirtschaftlichen<br />

sowie Verfügbarkeitsgründen auf Standardartikel, die sich<br />

im Markt befinden, zurückgegriffen. Dazu zählen z. B. Petrischalen,<br />

Titerplatten, Cuvetten oder Glasplättchen. Da im Labor Prozesse<br />

analysiert werden, sei es durch Mikroskopie, Kameratechnik oder<br />

Fluoreszenzmessungen, ist Transparenz eine der Hauptanforderungen<br />

an die verwendeten Utensilien, die vornehmlich bei Glas gegeben<br />

ist. Auch Kunststoffe gibt es in transparenten Varianten. Jedoch<br />

weist Glas eine etwas höhere Transparenz auf.<br />

Kunststoff für komplexe Strukturen<br />

In vielen Anwendungsfällen, wie beispielsweise komplexen Laborchips,<br />

sind die Standardutensilien jedoch nur für Grundsatzversuche<br />

geeignet. Wenn es in die detaillierte Prozessentwicklung für die<br />

Serienfertigung geht, erfordern komplexe Geometrien und mikrofluidische<br />

Kanäle andere Materialien, wie bestimmte Kunststoffe.<br />

Mit diesen können derlei filigrane Strukturen mit wenig Energieeinsatz<br />

hergestellt werden.<br />

Erste Prototypen lassen sich mittels Tiefziehverfahren oder mit<br />

Abgüssen aus Silikonen oder Kunstharz realisieren. Hier sind die<br />

einmaligen Kosten für die Abformwerkzeuge überschaubar. Dagegen<br />

ist die Herstellung von Kunststoffteilen im Laborbereich relativ<br />

aufwändig und mit qualitativen Abstrichen verbunden. Wenn<br />

schließlich die Serienproduktion im Spritzguss beginnt, ist das Kostenverhältnis<br />

genau umgekehrt: Die Investition in ein Werkzeug ist<br />

hoch, aber die Kunststoffteile können damit in großen Mengen kostengünstig<br />

produziert werden.<br />

Kompromisse bei Optik und Gestaltungsfreiheit<br />

Der Einsatz von Kunststoffen in der Serienfertigung von Medizinund<br />

Diagnostikprodukten kann jedoch gewisse Einschränkungen<br />

mit sich bringen. Vor allem im Bereich der Optik müssen Kompromisse<br />

eingegangen werden. Es gibt zwar sehr transparente Kunststoffe,<br />

die jedoch an die optischen Eigenschaften von Glas nicht<br />

ganz heranreichen. Weitere Beschränkungen gibt es in der Gestaltungsfreiheit.<br />

Beim Kunststoffspritzguss müssen die Bauteile<br />

immer so ausgelegt werden, dass sie entformbar sind. Zudem sind<br />

beim Spritzguss Entformschrägen nötig, die die Gestaltungsfreiheit<br />

beeinflussen. Wände des Bauteils müssen zur Entformung immer<br />

leicht schräg gestaltet werden, in der Regel 0,5 bis 3 Grad, in seltenen<br />

Fällen bis zu 10 Grad. „Dies ist optisch kaum zu erkennen, für


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 21/67<br />

Transparenz ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von<br />

Kunststoffen für medizintechnische Bauteile. Transparente Deckel<br />

– wie hier im Bild gestapelt – erlauben Analyseprozesse durch<br />

Mikroskopie, Kameratechnik oder Fluoreszenzmessungen.<br />

(Bild: ©Rodinger Kunststoff-Technik GmbH)<br />

Winzige Kavitäten einer Lab-on-a-Chip-Kartusche (rechts im Bild):<br />

Komplexe und filigrane Geometrien wie diese können dank<br />

hochpräziser Werkzeugtechnik und bestimmter Kunststoffe im<br />

Spritzgussverfahren effizient hergestellt werden.<br />

(Bild: ©Rodinger Kunststoff-Technik GmbH)<br />

die Ausformung aber dringend nötig“, erklärt Harald Höcherl, Leiter<br />

Verfahrenstechnik der Rodinger Kunststoff-Technik GmbH (RKT).<br />

„In der Regel bereiten uns diese Bedingungen in der Fertigung jedoch<br />

keine Probleme.“<br />

Medizinkompatible Kunststoffe verarbeiten<br />

Welcher Kunststoff sich für welche medizinische oder medizintechnische<br />

Anwendung eignet, ist ein sehr weites Feld. Besonders<br />

häufig werden COC-Kunststoffe in der Medizintechnik – insbesondere<br />

der Diagnostik – verwendet, da sie hochtransparent sind, sehr<br />

geringe optische Anisotropien aufweisen und auch biokompatibel<br />

sind. Wenn es um Massenprodukte wie Einwegartikel geht, kommen<br />

überwiegend kostengünstige Massenkunststoffe wie PP, PE<br />

oder PS zum Einsatz, wenn es die mechanischen Eigenschaften zulassen.<br />

Bauteile mit hohen mechanischen Anforderungen (z. B. im<br />

Innenleben von Insulinpens) werden aus technischen Thermoplasten<br />

hergestellt, wie zum Beispiel POM, PA oder PPA. Um Metallteile<br />

zu substituieren, werden häufig technische Kunststoffe mit hohen<br />

Faseranteilen (Glasfaser oder Kohlenstofffaser) eingesetzt. Gehäuseteile<br />

werden überwiegend aus schlagzähen Kunststoffen wie ABS,<br />

PC/ABS, Polyamiden oder PBT gefertigt.<br />

„Bei der Verarbeitung unterschiedlichster Kunststoffe kommt<br />

es auf bestimmte technische Finessen und Tricks an, um bei jedem<br />

Werkstoff das beste Ergebnis zu erzielen“, weiß Harald Höcherl. Herausforderung<br />

kann z. B. eine besonders kleine Bauteilgröße sein,<br />

die ein spezielles Equipment bei der Spritzgussmaschinentechnik<br />

erfordert, z.B. Mikrospritzeinheiten. Bei den transparenten COC-<br />

Kunststoffen wiederum gibt es einen Trick, um ein Vergilben zu verhindern;<br />

Harald Höcherl: „COC ist sehr anfällig für Sauerstoff und<br />

verbindet sich in der Schmelzphase mit selbigem, was ein Vergilben<br />

zur Folge hat. Daher muss der Bereich bei der Verarbeitung mit<br />

Stickstoff geflutet werden. So kann der Sauerstoff beim Schmelzprozess<br />

ferngehalten werden.“ Darüber hinaus ist COC relativ spröde<br />

und anfällig für Spannungsrisse. Hier kommt es besonders auf etwas<br />

stärkere Entformschrägen an. Eine weitere Herausforderung in der<br />

Kunststoffverarbeitung sind Reinraumanforderungen bei bestimmten<br />

Bauteilen für die Diagnostik. Entsprechend den Kundenspezifikationen<br />

wird eruiert, welche Reinraumklasse für das entsprechende<br />

Produkt geboten ist, ob zusätzliche Keimabklatschtests benötigt<br />

werden, und gemäß diesen Anforderungen legt RKT die Fertigungszellen<br />

reinraumgerecht aus.<br />

RKT unterstützt Prozessentwicklung<br />

RKT ist u. a. darauf spezialisiert, bei medizintechnischen Teilen die<br />

Prozessentwicklung bis zur Serienproduktion zu begleiten. Im Idealfall<br />

wird zuerst ein Pre-Engineering durchgeführt und ein Prototypenwerkzeug<br />

gebaut, wenn es darum geht, die Machbarkeit komplexer<br />

Geometrien in Kunststoffspritzguss umzusetzen. Anhand<br />

der Bauteilanforderungen werden geeignete Kunststoffe beraten,<br />

ausgewählt und im Prototypenwerkzeug getestet. Mit dem Musterbauteil<br />

lässt sich das Produkt dann weiterentwickeln und perfektionieren.<br />

So wird schließlich das Serienwerkzeug erstellt, das garantierte<br />

Ausbringmengen von Millionen Bauteilen je nach Komplexität<br />

leisten kann.<br />

Fazit: Kunststoffspritzguss – effizient und wertig<br />

Für große Stückzahlen und geschmeidige Prozesse ist Kunststoffspritzguss<br />

ein effizientes Verfahren, um medizintechnische Bauteile<br />

qualitativ hochwertig und nach den hohen medizintechnischen<br />

Standards zu produzieren. Glas hat in Sachen Transparenz für optische<br />

Prüfprozesse sicherlich Vorteile, jedoch hat Kunststoff bei Wirtschaftlichkeit<br />

und Handling in der Serienfertigung die Nase vorn.<br />

RKT Rodinger Kunststoff-Technik GmbH<br />

D 93426 Roding


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 22/67<br />

Neue Generation:<br />

Digitaler High-End Temperaturfühler<br />

Die digitalen Sensoren von Rotronic kommunizieren mit Datenloggern<br />

(verdrahtet oder drahtlos) und die gesamte Kommunikation<br />

mit dem Server und der Datenbank erfolgt digital,<br />

so dass es bei der Datenübertragung keine Genauigkeitsverluste<br />

gibt. Dies bedeutet, dass im Gegensatz zu analogen Sensoren keine<br />

Genauigkeitsüberprüfung der Kommunikationsstrecke während der<br />

Installation und Validierung des Geräts erforderlich ist.<br />

Neu im Sortiment ist der<br />

digitale High-End Temperaturfühler<br />

RMS TCD-S-0<strong>01</strong>.<br />

Sein grosser Vorteil ist,<br />

dass er, zum Beispiel für<br />

Kalibrierungen, sozusagen<br />

ohne Stillstandzeit<br />

und ohne Mess-Unterbruch<br />

ausgetauscht werden kann.<br />

Kalibrier- und Justierdaten sind jederzeit<br />

gesichert auf dem Fühler gespeichert<br />

und bei einem Fühlerwechsel im RMS Monitoring<br />

System wird die neue Seriennummer automatisch im<br />

„Change Control“ erfasst.<br />

Highlights:<br />

– Hervorragende Genauigkeit (±0,25 °C bei -50…85 °C),<br />

Reproduzierbarkeit und Langzeitstabilität (±0,5 °C/Jahr)<br />

– Kompatibel mit RMS-Datenloggern und RMS-Software<br />

– Geringer Stromverbrauch<br />

– Digitale Kommuniukation (Modbus RTU)<br />

– Hot-Swap-Fähigkeit sorgt für kurze bzw. gar keine Stillstandszeit<br />

– Automatisches Ersetzen der Seriennummer wird im<br />

RMS-Audit-Trail dokumentiert<br />

– Überwachung konform mit GxP und FDA 21 CFR Part 11<br />

Welche Hauptvorteile bringt die Verwendung<br />

digitaler Sensoren in einem EMS?<br />

Die digitalen Sensoren von Rotronic kommunizieren mit Datenloggern<br />

(kabelgebunden oder drahtlos), und die gesamte Kommunikation<br />

mit dem Server und der Datenbank erfolgt digital, so dass bei<br />

der Datenübertragung keine Genauigkeitseinbußen auftreten. Dies<br />

bedeutet, dass im Gegensatz zu analogen Sensoren keine Schleifenprüfung<br />

während der Installation und Qualifizierung/Validierung<br />

des Geräts erforderlich ist.<br />

Ein grosser Vorteil des Einsatzes digitaler Sensoren in einem<br />

EMS ist die Möglichkeit, die zusätzlichen Daten zu nutzen und die<br />

Ausfallzeiten zu reduzieren, insbesondere während der Kalibrierungsphase<br />

oder während der Servicezeiten.<br />

Bei analogen Sensoren kann eine Kalibrierung entweder in<br />

einem Kalibrierlabor (intern oder extern) oder vor Ort durchgeführt<br />

werden, wenn die Anwendung dies zulässt. Wird die Kalibrierung an<br />

Ort und Stelle durchgeführt, so wird gleichzeitig auch die Schleifenprüfung<br />

vorgenommen. Für die Kalibrierung in einem Labor muss<br />

das Gerät ausgebaut werden (was zu einem Systemstillstand führt).<br />

Mit den digitalen Rotronic-Fühlern kann ein einfacher Hot-Swap<br />

durchgeführt werden, der keine Ausfallzeiten verursacht:<br />

– Manuelles Abschrauben des bestehenden Fühlers.<br />

– Manuelles Einschrauben eines „neuen“ vorkalibrierten Fühlers.<br />

Der vorhandene Fühler kann dann in einem<br />

Labor kalibriert werden und entweder<br />

wieder an seinem ursprünglichen<br />

Platz eingesetzt oder auch an anderer<br />

Stelle in der Anlage verwendet<br />

werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass<br />

RMS dank des digitalen Systems<br />

und der Anforderungen von FDA<br />

CFR 21 Part 11/EU Annex 11 automatisch<br />

anzeigt, dass ein Fühler<br />

ausgetauscht wurde, und<br />

zwar zusammen mit<br />

dem Audit Trail, der<br />

Zeit und Daten sowie<br />

der Seriennummer<br />

des Fühlers vor<br />

dem Austausch und der Seriennummer des Fühlers nach dem<br />

Austausch.<br />

Rotronic Monitoring System RMS<br />

Der neue digitale Temperaturfühler RMS TCD-S-0<strong>01</strong> ergänzt das<br />

Hardware Sortiment des Rotronic Monitoring Systems (RMS). RMS<br />

ist eine Software der GAMP©5-Kategorie 4 in Kombination mit<br />

Hardware der Kategorie 1, die Benutzern dabei hilft, ihre GxP-kompatiblen<br />

Anwendungen zu überwachen, die kritischen Qualitätsattribute<br />

zu prüfen und die kritischen Prozessparameter zu überwachen.<br />

Auf diese Weise haben Sie die Möglichkeit, sich auf die<br />

Patientensicherheit, Produktqualität und Datenintegrität zu konzentrieren<br />

und die Kompatibilität mit EudraLex EU Anhang 11 und<br />

FDA CFR 21 Part 11 zu gewährleisten. Die Rotronic AG entwickelt<br />

und produziert die RMS-Hardware und -Software auf der Basis der<br />

GAMP©5-Richtlinien.<br />

rotronic messgeräte gmbh<br />

Einsteinstraße 17-23<br />

D 76275 Ettlingen<br />

Telefon: +49 7243-383 250 Telefax: +49 7243-383 260<br />

eMail: info@rotronic.de<br />

Internet: http://www.rotronic.de


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 23/67<br />

Vollständig konformer, ferngesteuerter<br />

mikrobieller Luftprobennehmer mit flexibler<br />

Installation und einfacher Integration von<br />

Umgebungsüberwachungssystemen<br />

Der äußerst anpassungsfähige neue MiniCapt® Pro bietet eine vollständig konforme mikrobielle Fernüberwachung mit<br />

integrierter Pumpe und fortschrittlichen Kommunikationsoptionen für die lebensfähige Fernüberwachung.<br />

Der MiniCapt® Pro Remote Luftkeimsammler<br />

von Particle Measuring<br />

Systems (PMS) vereint die<br />

neuesten Technologien zur Überwachung<br />

von Reinräumen in einem einzigen Gerät,<br />

um die mikrobielle Überwachung von Reinräumen<br />

und Isolatoren anzupassen. Dieses<br />

neue Produkt erfüllt die regulatorischen<br />

Anforderungen des EU-GMP-Annex 1 und<br />

die betrieblichen Anforderungen der pharmazeutischen<br />

Industrie, wo flexible Konnektivität<br />

und Konformität von Bedeutung<br />

sind.<br />

Der MiniCapt Pro ist mit einer Vielzahl<br />

von Funktionen ausgestattet. Seine kleine<br />

Grundfläche ist für die Montage in engen<br />

Räumen ausgelegt und bietet dem Benutzer<br />

flexible Installationsoptionen mit einer<br />

HEPA-Filter-kompatiblen internen Pumpe,<br />

verschiedenen Stromversorgungsoptionen<br />

einschließlich Power over Ethernet<br />

(PoE), WiFi und digitalen E/A-Funktionen.<br />

Das externe Gehäuse aus 316L-Edelstahl<br />

ist flüssigkeitsdicht und verfügt über die<br />

Schutzart IP65, die das Gerät bei Reinigungsarbeiten<br />

und in rauen Umgebungen<br />

schützt. Die Montagehalterung mit optionalem<br />

NFC ermöglicht eine einfache Installation,<br />

Entfernung und Neuprogrammierung<br />

nach der Wartung. Der MiniCapt Pro<br />

sammelt lebensfähige partikuläre Verunreinigungen<br />

mit den mikrobiellen Impaktoren<br />

BioCapt® und BioCapt Single-Use und ist<br />

für verschiedene Absetzplattenoptionen<br />

geeignet.<br />

„Der MiniCapt Pro Luftkeimsammler ist<br />

ein Beispiel dafür, wie die Ingenieure von<br />

Particle Measuring Systems Flexibilität in<br />

ihre Produkte einbauen, um die sich entwickelnden<br />

und spezifischen Bedürfnisse<br />

ihrer Kunden zu erfüllen“, sagte Paul Hartigan,<br />

Global Aerosol Product Line Manager<br />

bei Particle Measuring Systems. Er fuhr fort:<br />

„Wir freuen uns über die zusätzliche Power<br />

over Ethernet (PoE)-Funktion und das optionale<br />

Smart Bracket-Montagesystem, das<br />

NFC-Funktionen zur Vereinfachung von<br />

Service und Installation enthält. Dieser mikrobiologische<br />

Probenehmer ergänzt unser<br />

erstklassiges Angebot an Produkten zur<br />

Überwachung von Lebensmitteln und zur<br />

Kontaminationskontrolle. Unsere Kunden<br />

profitieren vor allem von der kleinen Stellfläche<br />

und dem All-in-One-Charakter dieses<br />

Geräts, das ihnen die Möglichkeit bietet,<br />

aseptische Prozesse in der Nähe kritischer<br />

Kontrollpunkte zu überwachen.“<br />

Nach der Erstinstallation lässt sich der<br />

MiniCapt Pro dank seiner Plug-and-Play-<br />

Konnektivität problemlos in PMS- oder<br />

Drittanbieter-Software-Systeme zur Überwachung<br />

von Anlagen und zur Verwaltung<br />

konformer Daten integrieren. Darüber hinaus<br />

speichert die Schnellmontagehalterung<br />

wichtige Sensordaten wie die IP-Adresse<br />

am Messpunkt, was die Installationszeit und<br />

Fehler nach der Kalibrierung oder Wartung<br />

reduziert.<br />

Der MiniCapt Pro ist Teil der Pro-Serie<br />

von Particle Measuring Systems, die fortschrittliche<br />

Lösungen zur Kontaminationskontrolle<br />

umfasst. Verwenden Sie den Mini-<br />

Capt Pro allein oder zusammen mit anderen<br />

ferngesteuerten und tragbaren Instrumenten<br />

der Pro Series zur Überwachung von reinen<br />

und aseptischen Produktionsbereichen<br />

mit der Gewissheit, dass Sie die weltweiten<br />

gesetzlichen Anforderungen erfüllen.<br />

Particle Measuring Systems Germany GmbH<br />

Im Tiefen See 45<br />

D 64293 Darmstadt<br />

Telefon: +49 351 8896 3850<br />

eMail: PMSGermany@pmeasuring.com<br />

Internet: http://www.pmeasuring.com


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 24/67<br />

Sichtbare Kontamination: Fluoreszierende Partikel visualisieren<br />

unter UV-Licht sämtliche Verschmutzungen.<br />

© CONRADYGRUPPE Verwaltungs GmbH, Gottmadingen<br />

Die Black Box der COWA Service Gebäudedienste GmbH an<br />

der Cleanzone 2022 in Frankfurt im Einsatz. © Messe Frankfurt<br />

Exhebition GmbH – Jean Luc Valentin<br />

Reinraum hautnah<br />

– Kontamination sichtbar gemacht<br />

Nirgends ist konstante Reinigung so wichtig wie in Reinräumen während dem laufenden Betrieb. Ob man sich nun für<br />

einen externen Dienstleister entscheidet oder kompetente Beratung und Schulung für das eigene Team wünscht – das<br />

Competence Center Reinraum der COWA bietet den rundum Service. An der Fachmesse „Cleanzone“ 2022 in Frankfurt<br />

präsentierten die Experten ihr Fachwissen und erläuterten am praktischen Beispiel alles zum Thema Kontamination, deren<br />

Vermeidung und Beseitigung.<br />

Ende November präsentierten sich<br />

Anbieter rund um den Reinraum an<br />

der „Cleanzone“ und begrüßten ein<br />

großes und vielseitig gefächertes Publikum.<br />

An diesen zwei Messetagen zeigte die<br />

COWA ihre neue Black Box. Dabei handelt<br />

es sich um ein lichtdichtes Zelt, indem mittels<br />

UV-Licht fluoreszierende Partikel sichtbar<br />

gemacht werden. Bei den öffentlichen<br />

Vorführungen erläuterten die Reinraum-<br />

Experten, wie schnell es zu Kontaminationen<br />

kommen kann, welche Fehler beim<br />

Anziehen von Schutzbekleidung passieren<br />

können und schlussendlich, wie Partikel<br />

professionell und effizient abgereinigt werden.<br />

Große Nachfrage zum Thema Schulungen<br />

Die Kontakte und entsprechenden Nachfragen<br />

der Standbesucher bezogen sich auf alle<br />

angebotenen Dienstleistungen des Reinraum<br />

Competence Centers. Jedoch zeichnete<br />

sich ab, dass auf dem Markt national<br />

sowie international ein großes Interesse<br />

und starkes Bedürfnis an professioneller<br />

Schulung besteht. Die komplexen und sich<br />

kontinuierlich anpassenden Vorschriften<br />

und Normen der einzelnen Reinraumklas-<br />

sen erfordern eine intensive, repetitive und<br />

falls notwendig, ergänzende Schulung der<br />

ausführenden Reinigungskräfte. Ebenfalls<br />

ist die Qualitätskontrolle ein gewichtiger<br />

Faktor für die benötigte Sicherheit. Ein<br />

kompetenter Partner, der Unternehmen<br />

ermöglicht, sich um sein Kerngeschäft zu<br />

kümmern, wird immer gefragter.<br />

Dass COWA der richtige und ganzheitliche<br />

Ansprechpartner in diesem Bereich<br />

ist garantieren Joachim Schupp (Leiter<br />

Comeptence Center), Christian Conrady<br />

(technischer Leiter) und Milena Stitzenberger<br />

(Personalentwicklung & Schulung) – das<br />

Experten-Team, welches durch jahrzehntelanger<br />

Erfahrung, stetige Weiterbildung und<br />

persönlichem Engagement immer top aktuell<br />

dem Kunden zur Seite steht.<br />

COWA Serivce Gebäudedienste GmbH<br />

Hauptstraße 65<br />

Telefon: +49 (0)7731 78000<br />

Telefax: +49 (0)7731 780<strong>01</strong>7<br />

eMail: service@cowa.de<br />

D 78244 Gottmadingen<br />

www.cowa-reinraumreinigung.com<br />

Das COWA-Team v.l.n.r.: Aleksandar Jotov<br />

– Vertrieb; Christian Conrady – technischer<br />

Leiter; Milena Stitzenberger – Personalentwicklung<br />

und Schulung; Joachim Schupp – Leiter<br />

Competence Center Reinraum. © CONRA-<br />

DYGRUPPE


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 25/67<br />

BECKER Quick Out ®<br />

Materialschleuse jetzt auch<br />

als Stand-Alone Ausführung<br />

Genial einfach und einfach genial! Die von BECKER Reinraumtechnik<br />

entwickelte und patentierte Schnellausschleuse<br />

„QuickOut“ für GMP Anwendungen ist jetzt auch als<br />

„Stand Alone“ Ausführung erhältlich.<br />

Die Materialschleuse erlaubt ein sicheres und schnelles Ausschleusen<br />

in nur einem Schritt über mehrere Reinraumklassen<br />

hinweg (z.B. von B nach D, bzw. CNC) - über ein internes Zweikammerprinzip<br />

mit integrierter Rutsche besteht keine Gefahr mehr, daß<br />

Partikel in den reinen Bereich gelangen.<br />

Die Ware wird im oberen, reinen Beladebereich durch eine<br />

Klappe geschoben und rutscht dann über die Schwerkraft in einen<br />

tiefer gelegenen Entladebereich. Danach werden die Klappe sowie<br />

die reine Tür der Schleuse elektronisch verriegelt und die Schleuse<br />

mit Reinstluft gespült. Erst dann kann von dem unteren, unreinen<br />

Entladebereich die Ware entnommen werden.<br />

Nun hat BECKER Reinraumtechnik eine<br />

weitere Innovation entwickelt:<br />

Bisher wurde die QuickOut in schlüsselfertigen Reinraumprojekten<br />

von Becker Reinraumtechnik eingesetzt und in das Lüftungskonzept<br />

des Reinraumes integriert.<br />

Da immer mehr Kunden die QuickOut auch als Nachrüstmodell<br />

nachgefragt hatten, um die Effizienz auch in bestehenden Sterilproduktionen<br />

zu erhöhen, hat Becker Reinraumtechnik nun eine autarke<br />

Einheit entwickelt.<br />

Nun ist in der QuickOut eine komplette Lüftungs- und Regelungstechnik<br />

integriert, so daß sie problemlos als „plug&play“ in eine<br />

Bestandsanlage eingebaut werden kann.<br />

Die Amortisationszeiten sind aufgrund der Zeit- und Kostenersparnis<br />

sehr kurz und somit für Kunden bei Neubauprojekten und<br />

jetzt auch zum Nachrüsten im Bestand sehr attraktiv.<br />

BECKER Reinraumtechnik GmbH<br />

Von-der-Heydt-Str. 21<br />

D 66115 Saarbrücken<br />

Telefon: 0681-753890<br />

eMail: info@becker-reinraumtechnik.de<br />

Internet: http://www.becker-reinraumtechnik.de


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 26/67<br />

Damit die Gerätepflege nicht zur Kostenfalle<br />

wird: Spezielles Tool ermöglicht Labormitarbeitern<br />

die herstellerunabhängige<br />

und digitalisierte Wartung des eigenen<br />

Equipments<br />

Chromatographische Systeme - Intuitive Software leitet durch den Prozess<br />

„Mit dem AIQ-Tool erhalten Labore eine 2-in-<br />

1-Lösung, mit der sie vollautomatisch sowohl<br />

Wartung als auch Qualifikation rechtssicher<br />

und anwenderfreundlich durchführen können.<br />

Dadurch sind sie weniger abhängig von den<br />

Herstellern und deren Technikern in Bezug<br />

auf Wartung, Komponentenpflege und<br />

Prüfungen“, berichtet Detlef Wilhelm,<br />

Geschäftsführer der AnaTox GmbH & Co. KG.<br />

(Quelle: AnaTox GmbH & Co. KG)<br />

Die regelmäßige Pflege chromatographischer Systeme soll sicherstellen, dass die<br />

Geräte im Effizienzoptimum arbeiten und die Stofftrennung höchsten Ansprüchen<br />

genügt. Doch die Wartung von Chromatographen bedeutet für viele Labore<br />

einen hohen finanziellen Aufwand, da sie in der Regel von den Geräteherstellern<br />

durchgeführt wird. Neben terminlichen Absprachen müssen hier auch eine<br />

Menge an Dokumenten und Daten zwischen Anwender- und Herstellerseite<br />

ausgetauscht werden – unübersichtliche Papierstöße und organisatorische Mühen<br />

sind die Folge. Um die Wartung kosten- und zeiteffizienter zu gestalten, hat<br />

die AnaTox GmbH & Co. KG ihr bewährtes AIQ-Tool um ein neues Feature erweitert:<br />

Die Qualifizierungssoftware ermöglicht nun auch eine für alle Systemkomponenten<br />

standardisierte Wartungsprozedur, was deutliche Kostenvorteile<br />

für die Gerätepflege bringt. Die Software erkennt die Bestandteile des Systems<br />

automatisch und listet die entsprechenden Wartungsschritte sowie dazugehörigen<br />

Tests auf. Der geführte Prozess reduziert in der Folge Stillstandzeiten auf ein<br />

Minimum. Dabei wird der Zustand vor und nach der Wartung übersichtlich dokumentiert<br />

und wird digital hinterlegt. Labore sehen sich mit dem AIQ-Tool in der<br />

Lage, ihr chromatographisches Umfeld selbstständig und herstellerunabhängig<br />

über eine einzige Software zu warten und zu qualifizieren.<br />

Sämtliche Parameter werden kontinuierlich überwacht und die erfassten Ergebnisse – inklusive<br />

aller Roh- und Metadaten – in der eigenen AIQ-Datenbank gespeichert, sodass sie nicht durch<br />

externe Zugriffe manipuliert werden können. (Quelle: AnaTox GmbH & Co. KG)


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 27/67<br />

Chromatographische Systeme sind für die Arbeit vieler Hersteller<br />

pharmazeutischer Produkte in der Qualitätskontrolle<br />

und Labore etwa in den Bereichen Life Science und Food<br />

essentiell. Umso wichtiger ist es, dass die Geräte so leistungsfähig,<br />

wirtschaftlich und sicher wie möglich arbeiten. „Eine regelmäßige<br />

Wartung ist daher nicht nur als Vorbereitung für die obligatorische<br />

Qualifikation essentiell. Sie soll auch dabei helfen, Standzeiten zu<br />

verlängern und dem Verschleiß gewisser Komponenten vorzubeugen<br />

– Stillstandzeiten sind auch für Labore ein teurer Luxus.“ Jedoch<br />

ist die Wartung oftmals unnötig aufwändig, denn dafür werden in<br />

der Regel Techniker der Hersteller ins Labor geschickt. Damit einher<br />

geht ein teils unübersichtlicher Abstimmungsprozess, bei dem<br />

Wartungslisten in Papierform abgearbeitet und ausgetauscht werden<br />

müssen. Eine langfristige und übersichtliche Dokumentation<br />

gestaltet sich allein aufgrund ihrer Anzahl schwierig. Ist zudem ein<br />

Komponentenwechsel notwendig, kann das Gerät währenddessen<br />

nicht benutzt werden, bis ein Techniker den Tausch durchgeführt<br />

hat – auch hier ist das Labor von externen Spezialisten abhängig.<br />

Insgesamt entstehen dabei unterschiedliche hohe Kosten für die<br />

Wartungsprozesse, die zum Großteil vermeidbar wären.<br />

Abhilfe schafft das AIQ (Automatic Instrument Qualification)-<br />

Tool der AnaTox GmbH & Co. KG. Dabei handelt es sich um eine<br />

anwenderfreundliche, intuitive Qualifikationssoftware für Chromatographen,<br />

die nun um eine herstellerunabhängige Wartungsfunktion<br />

erweitert wurde. Diese ermöglicht dem Labor eine selbstständige<br />

Wartung, die Abhängigkeiten auflöst, Instandhaltung erleichtert<br />

und gleichzeitig Rechtssicherheit bietet. Alle Prüfungen können<br />

vom Laborpersonal (auch mit entsprechender Schulung seitens<br />

AnaTox) selbst bewerkstelligt werden – die Beauftragung des Geräteherstellers<br />

ist nicht mehr notwendig.<br />

Software leitet Anwender Schritt für Schritt durch die Wartung<br />

Sobald sich ein Anwender mit dem zu wartenden Gerät verbindet,<br />

ermittelt die Software automatisch den Zustand des Chromatographen<br />

und listet die notwendigen Wartungsschritte auf. Diese sind<br />

Chromatograpische Systeme enthalten zahlreiche Komponenten, die<br />

regelmäßig geprüft und gewartet werden müssen, um das präzise Arbeiten<br />

der Geräte sicherzustellen. (Quelle: AnaTox GmbH & Co. KG)<br />

Sobald sich ein Anwender mit dem gewünschten Gerät verbindet, ermittelt<br />

die Software automatisch den Zustand des Chromatographen und<br />

listet die notwendigen Wartungsschritte auf. (Quelle: AnaTox GmbH)<br />

herstellerkonform und erfüllen die geltenden Regularien und Richtlinien<br />

in Bezug auf den Einsatz dieser Laborgeräte. Je nach Art und<br />

Ausführung des Equipments werden die notwendigen Funktionstests<br />

dann modulweise durchgeführt. Dies kann etwa die Prüfung<br />

auf Dichtigkeit oder die Effizienz der Pumpe umfassen, aber auch<br />

Heizraten der thermostatisierten Öfen oder die Leistung der Detektoren.<br />

Die Anwender werden Schritt für Schritt durch den Prozess<br />

geführt, den eigentlichen Testablauf und die Auswertung übernimmt


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 28/67<br />

das AIQ-Tool automatisch. „Dabei instruiert das Programm<br />

den Anwender detailliert, wenn bspw. eine Komponente zu<br />

reinigen oder auszutauschen ist. In der Software wird automatisch<br />

hinterlegt, welche Schritte durchgeführt, wiederholt<br />

oder übersprungen wurden“, beschreibt Wilhelm die Funktionsweise.<br />

In den beiden letztgenannten Fällen kann der<br />

Benutzer in einer Kommentarfunktion eingeben, warum dies<br />

notwendig war. „Der große Vorteil ist, dass im Zuge der Wartung<br />

automatisch eine lückenlose digitale Dokumentation<br />

angelegt wird, die für einen späteren Vergleich oder als Vorbereitung<br />

der Qualifikation herangezogen werden kann“, so<br />

Wilhelm weiter.<br />

Ein zusätzlicher Vorteil des Wartungstools ergibt sich<br />

durch das Tracking bzw. Auslesen der Verschleißcounter der<br />

Chromatographen. „Diese Daten helfen dem Kunden dabei<br />

nachzuvollziehen, wie oft die Geräte benutzt und wie stark<br />

bestimmte Komponenten beansprucht wurden“, so Wilhelm.<br />

Dadurch lässt sich einerseits zügig feststellen, wo bereits Verschleiß<br />

eingetreten ist. Gleichfalls können die implementierten<br />

Tests auch einzeln für die Fehlerdiagnose benutzt werden.<br />

Auf diese Weise ist es möglich, rechtzeitig und günstiger Ersatzteile<br />

zu bestellen und vorrätig zu halten, sodass der Austausch<br />

zügig erfolgen kann, ohne lange auf einen Techniker<br />

warten zu müssen. Da das Labor, vollständige Kontrolle über<br />

den Wartungsprozess hat, lassen sich einige Kosten einsparen,<br />

die bspw. entstehen, wenn der Techniker die Geräteprüfung<br />

und den Teiletausch durchführt. Im Rahmen der Schulungen<br />

von AnaTox, die auch remote erfolgen können, erhalten die<br />

Anwender einen Eindruck davon, welche Wartungsschritte<br />

und Teilewechsel sie selbst durchführen können.<br />

2-in-1-Lösung erhöht die Unabhängigkeit des Labors<br />

vom Hersteller<br />

Das Treiberkonzept des AIQ-Tools nutzt dabei die direkte<br />

Steuerung des angeschlossenen Instruments via Netzwerkkabel<br />

für den Datenaustausch. Sämtliche Parameter werden<br />

kontinuierlich überwacht und die erfassten Ergebnisse – inklusive<br />

aller Roh- und Metadaten – in der eigenen AIQ-Datenbank<br />

gespeichert, sodass sie nicht durch externe Zugriffe<br />

manipuliert werden können. Zudem werden im ausführlichen<br />

Wartungsreport auch die Angaben des durchführenden<br />

Ingenieurs, sowie dessen Zertifikat in der Datenbank der<br />

AIQ-Tool Software abgespeichert, sodass eine vollständige<br />

Rückverfolgbarkeit der Wartungen jederzeit gegeben ist. Die<br />

entsprechenden modulspezifischen Counter werden ebenfalls<br />

aktualisiert bzw. zurückgesetzt. Damit ist sichergestellt,<br />

dass die anschließende Qualifikation mit dem AIQ-Tool vom<br />

Anwender erfolgreich durchgeführt werden kann. Das Reporting<br />

enthält somit alle relevanten Informationen zum Zustand<br />

des Systems. „Mit dem AIQ-Tool erhalten Labore eine<br />

2-in-1-Lösung, mit der sie sowohl Wartung als auch Qualifikation<br />

vollautomatisch, rechtssicher und anwenderfreundlich<br />

durchführen können. Dadurch sind sie weniger abhängig von<br />

den Herstellern und deren Technikern in Bezug auf Wartung,<br />

Komponentenpflege und Prüfungen. Die Kosten für die Instandhaltung<br />

können dadurch enorm reduziert werden“, fasst<br />

Wilhelm zusammen.<br />

Viele Laborbereiche verschiedener Branchen nutzen für eine präzise Stofftrennung<br />

chromatographische Systeme. (Quelle: AnaTox GmbH & Co. KG)<br />

AnaTox GmbH & Co. KG<br />

D 15517 Fürstenwalde/Spree


LIVE <strong>2023</strong><br />

www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 29/67<br />

APRIL<br />

18. bis 20. April <strong>2023</strong> · Messe Karlsruhe<br />

SEPTEMBER / OKTOBER / NOVEMBER<br />

Salzburg · Graz · Innsbruck<br />

Dresden · Hamburg<br />

www.cleanroom-processes.net


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 30/67<br />

Neueröffnung in Selzach in der Schweiz<br />

Die Bardusch AG investiert drei Millionen Franken in Selzach<br />

und schafft 30 neue Arbeitsplätze.<br />

Die Bardusch AG expandiert mit einer weiteren Niederlassung ins Mittelland und stärkt ihre Marktposition als einer<br />

der führenden Textildienstleister in der Schweiz. Am 25. November eröffnete das Unternehmen eine hoch spezialisierte<br />

Reinraumwäscherei im Kanton Solothurn.<br />

30 neue Arbeitsplätze und eine Investitionssumme von drei Millionen<br />

Franken: Im Beisein von 150 geladenen Gästen hat der Textildienstleister<br />

Bardusch AG mit Sitz in Basel am Freitag, 25. November<br />

2022 seine neue Niederlassung im solothurnischen Selzach feierlich<br />

eröffnet. Die Niederlassung in Selzach ist mit modernster Technik<br />

ausgestattet. Mit ihren zertifizierten Aufbereitungsprozessen erfüllt<br />

sie die höchsten Reinraum-Anforderungen der Chemie- und Pharmaindustrie,<br />

der Medizintechnik sowie der Elektronik- und Biotechnologie-Branche.<br />

«Ich freue mich sehr, dass wir nun in Selzach über ein hoch<br />

spezialisiertes Kompetenzzentrum für die Aufbereitung von Reinraumtextilien<br />

verfügen. Mit dieser Investition bekräftigen wir unser<br />

Bekenntnis zum Standort Schweiz», sagt Heidi Zaugg, Vorsitzende<br />

der Geschäftsleitung der Bardusch AG. Allein in den vergangenen<br />

zehn Jahren flossen 60 Millionen Franken in die insgesamt sieben<br />

Standorte in der Schweiz, um sie strukturell und technisch auf dem<br />

neusten Stand zu halten.<br />

In der Schweiz für die Schweiz<br />

«Die neue Niederlassung in Selzach verkörpert einmal mehr unsere<br />

Philosophie des nachhaltigen Wirtschaftens: Wir produzieren in der<br />

Schweiz für Schweizer Kundinnen und Kunden. Das bedeutet nicht<br />

nur kurze Wege in der Logistik, sondern auch lokale Verbundenheit,<br />

rasche Reaktionszeiten sowie Zuverlässigkeit in der Aufbereitungsund<br />

Lieferqualität», ergänzt Zaugg.<br />

Bei Silvia Spycher, Gemeindepräsidentin von Selzach, ist die<br />

Freude über den Zuzug der Bardusch AG gross: «Es entstehen weitere<br />

Arbeitsplätze in Selzach, was wir sehr begrüssen. Wir heissen die<br />

Bardusch AG herzlich in unserer Gemeinde willkommen und freuen<br />

uns auf die Zusammenarbeit. Wir werden das Unternehmen bestmöglich<br />

unterstützen».<br />

Einzigartiges Monitoring, mehr Nachhaltigkeit<br />

In der spezialisierten Reinraumwäscherei der Bardusch AG in Selzach<br />

werden Textilien gereinigt und gepflegt, die in hochsensiblen<br />

Bereichen zum Einsatz kommen: etwa in der pharmazeutischen<br />

oder chemischen Industrie, in der Halbleiterfertigung in der Mikroelektronikproduktion<br />

oder auch in Spital-Apotheken. Hierbei gilt es<br />

strenge Hygiene-Richtlinien einzuhalten. Neben der Hygiene ist in<br />

den hoch technisierten Reinräumen auch der Schutz des Produktes<br />

vor den Umwelteinflüssen und den Trägerinnen und Träger gefragt.<br />

Wichtig ist, dass Berufskleidung und Textilien keinerlei Schmutzoder<br />

Stoffpartikel des Tragenden in die Umgebung abgeben. «Unsere<br />

Aufbereitungs- und Filteranlagen werden in einem europaweit<br />

einzigartigen Monitoring-Verfahren durchgehend überwacht. Dadurch<br />

stellen wir sicher, dass die Wäsche nicht durch Partikel (luftgetragene<br />

Teilchen) verunreinigt wird», erklärt André Schmitter,<br />

Betriebsleiter der Niederlassung in Selzach. In den vergangenen<br />

Wochen wurde die Reinraumwäscherei von einem externen Expertenteam<br />

qualitätsgeprüft.<br />

«Mit unserem Team aus erfahrenen und gut qualifizierten Mitarbeitenden<br />

und dank effizienter Betriebsabläufe können wir schnell<br />

auf veränderte Marktbedingungen, Kundenanforderungen sowie<br />

auf steigende Nachfrage reagieren. In Selzach sind wir in der Lage,<br />

die Kapazitäten bei Bedarf, um das Dreifache zu steigern», betont<br />

André Schmitter.<br />

Auch bezüglich Nachhaltigkeit ist die neu eröffnete Niederlassung<br />

«state of the art». Die neuen Anlagen benötigen bei gleichblei-


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 31/67<br />

bend hoher Qualität deutlich weniger Energie- und Wasser. Für die<br />

Mitarbeitenden stehen grosszügige und helle Arbeitsplätze in Produktion<br />

und Büros zur Verfügung. Das Firmenareal ist zudem verkehrstechnisch<br />

ideal gelegen und gut an den öffentlichen Verkehr<br />

angeschlossen: Nur wenige Meter neben dem Standort befindet sich<br />

eine SBB-Haltestelle.<br />

Landesteilen gut erreichbar und garantiert dadurch kurze Wege und<br />

eine hohe Versorgungssicherheit. «Wir sind zuversichtlich, in allen<br />

relevanten Industriebereichen neue Kunden zu gewinnen und unsere<br />

Dienstleistungen anzubieten», sagt Heidi Zaugg.<br />

Wachstumskurs wird fortgesetzt<br />

Für die Bardusch AG ist die Expansion in Selzach ein logischer<br />

Schritt. Dazu erklärt Heidi Zaugg: «Der Reinraumservice ist ein<br />

Geschäftsbereich, der sich sehr erfreulich entwickelt. Mit der neuen<br />

Präsenz im Mittelland stärken wir unsere Position als einer der<br />

führenden Textildienstleister in der Schweiz und setzen unseren<br />

Wachstumskurs fort».<br />

Selzach ist aufgrund seiner zentralen geografischen Lage im<br />

Mittelland logistisch sehr attraktiv. Die Niederlassung ist von allen<br />

Bardusch GmbH & Co. KG<br />

Textil-Mietdienste<br />

Pforzheimer Str. 48<br />

D 76275 Ettlingen<br />

Telefon: <strong>01</strong>8<strong>01</strong> 22738724<br />

Telefax: <strong>01</strong>8<strong>01</strong> 22738824<br />

eMail: reinraum@bardusch.de<br />

Internet: http://www.bardusch.de<br />

Maschinensicherheit:<br />

Berechtigungen zentral verwalten<br />

Pilz auf der „all about automation“ <strong>2023</strong> in Hamburg, Friedrichshafen und Heilbronn<br />

Wie können Anwender individuelle Berechtigungen für Maschinen und Anlagen einfach und zentral verwalten? Experten<br />

von Pilz beantworten diese sowie weitere Fragen rund um das sichere Zugangsberechtigungsmanagement auf den regionalen<br />

Fachmessen für Industrieautomation „all about automation“ in Hamburg (25. und 26. Januar <strong>2023</strong>), Friedrichshafen<br />

(7. und 8. März <strong>2023</strong>) und Heilbronn (10. und 11. Mai <strong>2023</strong>).<br />

Mit Pilz Experten im Gespräch: Wie lassen sich<br />

individuelle Berechtigungen einfach und zentral<br />

verwalten? Die Antwort stellt Pilz auf den<br />

regionalen Fachmessen für Industrieautomation<br />

„all about automation“ vor.<br />

(Foto: © Pilz GmbH & Co. KG)<br />

Im Mittelpunkt des Pilz Messeauftritts: Das<br />

digitale Zugangsberechtigungssystem PI-<br />

Treader mit RFID-Technologie, das aus einer<br />

Ausleseeinheit mit den dazugehörigen<br />

Transponderschlüsseln besteht. Anwender<br />

erhalten auf ihrem RFID-Transponder die<br />

an ihre individuelle Aufgabe angepasste<br />

Maschinenfreigabe. Um Zugang zu einer<br />

Maschine oder Anlage zu erhalten, autorisieren<br />

sie sich damit an der Schutztür. Sind<br />

mehrere PITreader in einem Unternehmen<br />

im Einsatz, werden diese mit dem Softwaretool<br />

User Authentication Service (UAS)<br />

organisiert. Dieser verfügt über eine zentrale<br />

Autorisierungsdatenbank und ermöglicht<br />

die Verbindung zwischen einer Benutzerverwaltungssoftware<br />

im Unternehmen mit<br />

PITreader. Pilz Experten zeigen am Messemodell,<br />

wie Administratoren auch beim<br />

Einsatz mehrerer PITreader den Überblick<br />

behalten und so Zeit sparen.<br />

Treffpunkt Talk-Lounge: „Was ist eine<br />

wesentliche Veränderung?“<br />

In Hamburg und Friedrichshafen erläu-<br />

tern Referenten von Pilz im Rahmen ihres<br />

Vortrags in der Talk-Lounge, wie eine wesentliche<br />

Veränderung während eines Retrofits<br />

zu beurteilen ist. Interessierte Besucher<br />

erfahren, wann der Betreiber zum<br />

Hersteller wird. Denn für den Umbau einer<br />

Maschine ist eine Bewertung der Maßnahmen<br />

vorgegeben. Ergibt sich daraus,<br />

dass eine wesentliche Veränderung vorliegt,<br />

ist gemäß dem Produktsicherheitsgesetz<br />

(ProdSG) die Maschine als neue<br />

Maschine zu bewerten. Das bedeutet: Die<br />

Anforderungen an das Inverkehrbringen<br />

(Konformitätsbewertungsverfahren) müssen<br />

erfüllt werden.<br />

In Heilbronn beantworten die Experten von<br />

Pilz hingegen die Frage nach den wichtigsten<br />

Veränderungen, die aufgrund der neuen<br />

Maschinenverordnung für Maschinenhersteller<br />

und -betreiber entstehen. Die Vortragsreihe<br />

ist für die Besucher jeweils kostenfrei.<br />

Pilz GmbH & Co. KG<br />

D 73760 Ostfildern


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 32/67<br />

Deutlicher Ausbau weltweiter<br />

Produktionskapazitäten für<br />

Medizinprodukte<br />

– Kunststofftechnik-Spezialist investiert mittleren einstelligen Millionenbetrag in den globalen Ausbau<br />

seiner Reinraum-Flächen<br />

– Startschuss für eine umfassende Wachstumsoffensive im Healthcare-Geschäft mit dem Ziel,<br />

die Umsatzschwelle von 100 Millionen Euro zu überschreiten<br />

– Oechsler verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Medizintechnik und bietet breit<br />

gefächertes Technologieportfolio<br />

Die OECHSLER AG („OECHSLER“), eine führende Unternehmensgruppe<br />

der Kunststofftechnik mit globaler Präsenz und Hauptsitz<br />

in Ansbach/Mittelfranken, baut ihre weltweiten Produktionskapazitäten<br />

für Medizinprodukte deutlich aus: In den kommenden zwei<br />

Jahren investiert der fränkische Kunststofftechnik-Spezialist einen<br />

mittleren einstelligen Millionenbetrag in den globalen Ausbau der<br />

neuen Reinraum-Flächen nach DIN ISO 7 und 8 bzw. GMP Class C<br />

& D. Allein am Stammsitz in Ansbach erhöht OECHSLER die Reinraum-Kapazitäten<br />

bis zum Frühjahr kommenden Jahres um 50 Prozent<br />

– einen Teil davon in der Reinraumklasse 7. Weitere Reinraumkapazitäten<br />

an den Standorten in Mexiko und Rumänien kommen<br />

in den nächsten Jahren hinzu.<br />

Damit startet das fränkische Unternehmen eine umfassende Wachstumsoffensive,<br />

um mit Blick auf die steigende Nachfrage im Bereich<br />

Medizintechnik sein Kunden- und Produktportfolio auszubauen.<br />

Bis 2028 will das fränkische Technologieunternehmen im Geschäft<br />

mit Medizinprodukten die Umsatzschwelle von 100 Millionen Euro<br />

überschreiten. Signifikantes Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen<br />

insbesondere in den Produktkategorien Drug Delivery Systems<br />

und Diagnostik.<br />

Komplettdienstleister mit hoher Industrialisierungskompetenz<br />

und Innovationskraft<br />

Wesentlicher Bestandteil der Wachstumsstrategie sind Partnerschaften.<br />

Bereits seit Mitte des Jahres arbeitet der Kunststofftechnik-Spezialist<br />

mit neuen Kunden zusammen. Dabei begleitet<br />

OECHSLER seine Kunden während des gesamten Produktentstehungsprozesses,<br />

von der Konzeptfindung bis zur erfolgreichen<br />

Markteinführung und Serienproduktion. Zu den neuen Kunden gehört<br />

auch das Münchner Medizintechnik Start-up Pulmotree. Gemeinsam<br />

entwickeln die Partner eine neue Generation von smarten,<br />

tragbaren Inhalatoren. OECHSLER unterstützt hierbei die serienfertigungsgerechte<br />

Auslegung des modernen Medizingeräts.<br />

OECHSLER verfügt in der Fertigung von Medizintechnik-Produkten<br />

über umfassende Erfahrung. So produziert das Unternehmen<br />

seit über 30 Jahren für zahlreiche namhafte Pharmakonzerne<br />

weltweit Inhalatoren, Blutzuckermessgeräte sowie Pipetten und<br />

Katheter. Entscheidend für diesen langjährigen Erfolg sind insbesondere<br />

der hohe Anspruch an Qualität und Präzision sowie die<br />

internationale Präsenz des Unternehmens. Der Kunststofftechnik-Spezialist<br />

hat sein Produktionsnetzwerk in den vergangenen


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 33/67<br />

Jahrzehnten konsequent internationalisiert und verfügt heute über<br />

Standorte in China, Vietnam, Deutschland, Rumänien und Mexiko.<br />

Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist zudem das breit gefächerte<br />

Technologieportfolio von OECHSLER, das sich vom Kunststoff-,<br />

Metall- und Keramikspritzguss über die additive Fertigung bis hin<br />

zur Erstellung komplexer Baugruppen aus Kunststoff und Elektronikkomponenten<br />

erstreckt.<br />

Weltweite Nachfrage nach Medizinprodukten steigt deutlich<br />

Auf dem weltweit über eine Billion Euro großen Healthcare-Markt<br />

wird in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum erwartet.<br />

Der Trend geht zum Home Treatment, Menschen wollen medizinisch<br />

notwendige Behandlungen möglichst individuell und<br />

unabhängig durchführen können. Allein in der Kategorie Inhalatoren<br />

prognostizieren Marktforschungsinstitute bis 2030 jährlich ein<br />

durchschnittliches Wachstum von 7 Prozent. Bei Blutzuckermessgeräten<br />

beträgt der erwartete jährliche Zuwachs sogar 11 Prozent.<br />

Weltweit leiden bereits rund 500 Millionen Menschen an Diabetes,<br />

Tendenz steigend.<br />

Dr. Claudius M. Kozlik, CEO von OECHSLER, unterstrich die<br />

wachsende Bedeutung des Healthcare-Geschäfts für das Unternehmen:<br />

„Unser Technologieportfolio als Komplettdienstleister<br />

und unsere internationalen Produktionsstandorte ermöglichen es<br />

uns, unseren Kunden passgenaue Fertigungslösungen für qualitativ<br />

hochwertige Medizinprodukte zu bieten – damit haben wir uns in<br />

mehr als drei Jahrzehnten als verlässlicher Partner der Medizintechnik<br />

etabliert. Auf diese Erfahrung bauen wir auf. Nach dem Aus- und<br />

Aufbau des Geschäftsbereichs Sporting Goods sowie der wachsenden<br />

Bedeutung der additiven Fertigung setzen wir mit dem Ausbau<br />

der Reinraum-Kapazitäten den Wachstumskurs unseres Unternehmens<br />

konsequent fort.“<br />

Felix Hess, Vice President Sales Healthcare von OECHSLER, ergänzte:<br />

„Der weltweit wachsende Markt für Medizinprodukte bietet<br />

große Chancen für OECHSLER. Unsere jahrzehntelange Erfahrung<br />

im Markt und unser hoher Anspruch an Qualität und Präzision sind<br />

eine hervorragende Grundlage, um an diesem Wachstum zu partizipieren.<br />

Wir optimieren kontinuierlich unsere Prozesse, um den<br />

globalen Anforderungen der Industrie als starker Partner effizient<br />

zur Seite zu stehen und bereiten unsere Organisation damit auf die<br />

zusätzliche Nachfrage in den kommenden Jahren vor.“<br />

OECHSLER AG<br />

D 91522 Ansbach<br />

Hygienische Abfüllung – neuer<br />

Testkeim für UV-Entkeimungsanlagen<br />

Aspergillus carbonarius DSM 872 künftig bevorzugter Testkeim für die Überprüfung der<br />

Entkeimungsleistung von UV-basierten Entkeimungsverfahren.<br />

Der VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen<br />

spezifiziert in seinen Fachverbandsschriften<br />

Sporen von Aspergillus niger DSM 1957 oder Aspergillus<br />

brasiliensis DSM 1988 als Testkeim für die Überprüfung der<br />

Entkeimungsleistung von UV-basierten Entkeimungsvorrichtungen<br />

in Abfüllmaschinen der VDMA-Hygieneklassen III und IV. 2<strong>01</strong>6<br />

Aspergillus carbonarius DSM 872 künftig bevorzugter Testkeim<br />

für die Überprüfung der Entkeimungsleistung von UV-basierten<br />

Entkeimungsverfahren. (shutterstock)<br />

wurden unter anderem die oben genannten Aspergillus Stämme in<br />

„TRBA 460“ (Technische Regeln für biologische Arbeitsstoffe) in die<br />

Risikogruppe 2 eingestuft. Damit ist ein Einsatz dieser Stämme für<br />

die Überprüfung der Entkeimungsleistung von Abfüllmaschinen im<br />

Geltungsbereich der TRBA 460 außerhalb sogenannter S2-Labore<br />

nicht mehr möglich.<br />

Im AIF-Forschungsprojekt „SURROGATE“ (AiF-Nr.: 20924 N/1)<br />

wurde daraufhin am Fraunhofer IVV in Freising Untersuchungen<br />

bzgl. möglicher Ersatzkeime durchgeführt, die in Bezug auf UV-Entkeimungsvorrichtungen<br />

eine vergleichbare Abtötungskinetik wie<br />

Sporen von Aspergillus brasiliensis aufweisen. Auf der Grundlage<br />

der mittlerweile abgeschlossenen Untersuchungen wird der VDMA<br />

künftig in seiner Veröffentlichungsreihe „Fachverbandsschriften<br />

Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen“ Aspergillus<br />

carbonarius DSM 872 als bevorzugten Testkeim für die Überprüfung<br />

der Entkeimungsleistung von UV-Entkeimungsanlagen<br />

spezifizieren. Die entsprechende Revision der betroffenen Fachverbandsschriften<br />

erfolgte nach der Veröffentlichung des Forschungsberichts.<br />

VDMA e. V.<br />

D 60528 Frankfurt


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 34/67<br />

Kombiniert und effizient:<br />

In zwei Schritten zum Ziel<br />

Realisierung von MPP- und DLP-Prozess in einem Harzbad. © Fraunhofer ILT, Aachen.<br />

Gemeinsam mit den Partnern des Projekts »Hohe Produktivität und Detailtreue in der additiven Fertigung durch Kombination<br />

von UV-Polymerisation und Mehrphotonenpolymerisation – HoPro-3D«, entwickelte das Fraunhofer-Institut für<br />

Lasertechnik ILT eine neuartige Anlage zur Herstellung hochaufgelöster Mikrobauteile durch Fotovernetzung. Polymere<br />

Mikrostrukturen lassen sich so wirtschaftlich und kundenspezifisch in einer Maschine herstellen.<br />

Die Expertinnen und Experten des Fraunhofer ILT arbeiteten<br />

gemeinsam mit der LightFab GmbH aus Aachen, der Bartels<br />

Mikrotechnik GmbH aus Dortmund und der Miltenyi Biotec<br />

GmbH aus Bergisch Gladbach im Projekt »HoPro-3D« an der Entwicklung<br />

eines neuartigen 3D-Druckers zur Herstellung von Mikrobauteilen<br />

aus Photopolymeren. Er vereint eine schnelle flächige Belichtung,<br />

das so genannte scrolling Digital Light Pro-cessing (DLP),<br />

mit einem hochaufgelösten Laserprozess, der Multiphotonenpolymeriation<br />

(MPP).<br />

Der 3D-Drucker HoPro-3D besitzt zwei wählbare Belichtungssysteme,<br />

für entweder hohe Aufbauraten (scrolling DLP) oder hohe<br />

Präzision (MPP). Das DLP-Modul mit einer Wellenlänge von 365<br />

nm belichtet die Basisstrukturen eines Mikrobauteils mit einer Pixelauflösung<br />

von 10 µm. Ergänzend können mit einem Femtosekundenlaser<br />

und dem MPP-Modul Konturlinien mit einer Auflösung<br />

von etwa 2 µm geschrieben werden.<br />

Das schichtweise Vorgehen macht es dabei möglich, feinste<br />

MPP-Strukturen auf bereits gedruckten DLP-Strukturen aufzubauen<br />

– somit entstehen schnell ausgedehnte Bautei-le mit einer<br />

komplexen Struktur und hochaufgelösten Details. Das aufgebaute<br />

Labor-muster erlaubt die Herstellung von Bauteilen mit einer<br />

Grundfläche von bis zu 60 x 100 mm².<br />

Im Harzbad gefertigtes Musterbauteil aus der HoPro-3D-Anlage. ©<br />

Fraunhofer ILT, Aachen.<br />

Laboranlage zur Erprobung des Kombinationsprozesses. © Fraunhofer<br />

ILT, Aachen.


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 35/67<br />

Schnell und präzise kombinieren<br />

Die Steuerungssoftware der HoPro-3D-Anlage ermöglicht einen<br />

reibungslosen Wechsel zwischen beiden Belichtungsmodulen.<br />

Wann ein Wechsel zwischen den Druckverfahren sinnvoll ist, kann<br />

anhand der CAD-Daten entschieden werden. Während des schichtweisen<br />

Aufbaus eines Bauteils kann dabei mehrmals zwischen beiden<br />

Prozessen gewechselt werden.<br />

»Das Konzept steht und die entsprechende Maschine ist aufgebaut<br />

und bereits ausführlich erprobt«, berichtet Dr. Martin Wehner,<br />

Leiter der Gruppe Biofabrikation am Fraunhofer ILT. Nach der Fertigstellung<br />

der Anlage im Frühjahr 2022 konnte die Maschine bereits<br />

im Rahmen des Fraunhofer-Netzwerks SiCellNet anwendungsorientiert<br />

getestet und optimiert werden. Das Cluster SiCellNet bildet<br />

eine zentrale Anlaufstelle für die Erforschung neuer Werkzeuge<br />

und Fertigungstechniken zur Analyse, Sortierung und Bereitstellung<br />

von Zellen. Die Leistungsfähigkeit der Kombinationsanlage und die<br />

Steuerung des Prozesses konnten so optimal erweitert werden.<br />

Im Folgeprojekt »Präzises Aufbauen durch Nahtlosen 3D-Druck<br />

hoher Auflösung – PANDA«, gefördert im Innovationsprogramm<br />

Mittelstand, erforscht das Team des Fraunhofer ILT seit Januar 2022<br />

die Erweiterung der Leistungsfähigkeit von DLP-gestützten Verfahren.<br />

Die dort gewonnenen Erkenntnisse sollen später in der Ho-<br />

Pro-3D-Anlage angewendet werden, um die Wirtschaftlichkeit des<br />

3D-Druckverfahrens stetig zu verbessern.<br />

Anwendungen in der biomedizinischen Analytik<br />

Das Fraunhofer ILT ist in der Lage, Mikrokanalstrukturen aufzubauen,<br />

um kundenspezifische Applikationen zeit- und kostensparend<br />

zu entwickeln. Da nicht zwischen verschiedenen Maschinen gewechselt<br />

werden muss, können kleinere Funktionselemente direkt<br />

in größere Bauteile integriert werden. Die gesteigerte Präzision des<br />

MPP-Prozesses ermöglicht eine hohe lokale Funktionsdichte beim<br />

Erstellen von Bauteilen.<br />

Es gibt vielfältige potenzielle Anwendungen: Mikrofluidische<br />

Chips für Labordiagnostik und Schnelltests, mikromechanische<br />

Bauteile und komplette Mikrofluidiksysteme für eine effiziente<br />

Point-of-Care-Diagnostik bieten eine patientennahe Diagnostik vor<br />

Ort ohne Laborkontrollen.<br />

Das Projekt HoPro-3D lief von November 2<strong>01</strong>8 bis Dezember<br />

2021, wurde durch das Fraunhofer ILT koordiniert und aus Mitteln<br />

des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.<br />

Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT<br />

D 52074 Aachen<br />

Neuer 3/2-Wege-Kugelhahn GEMÜ BB07<br />

Der Ventilspezialist GEMÜ erweitert sein Produktsortiment der industriellen Kugelhähne. Durch seine multifunktionalen<br />

Eigenschaften ist die neu entwickelte 3/2-Wege-Kugelhahn-Familie GEMÜ BB07 in unterschiedlichsten Anwendungsgebieten<br />

einsetzbar. Dazu gehören Chemietechnik, industrielle Wasseraufbereitung, Oberflächentechnik, Energie- und<br />

Umwelttechnik, Maschinenbau und verarbeitende Industrie.<br />

Der 3/2-Wege-Kugelhahn GEMÜ BB07 ist<br />

die ideale Armatur, wenn es um Misch- und<br />

Verteilungsaufgaben von Medienströmen<br />

geht, wie bei der reibungslosen Umschaltung<br />

sensibler Medien im Bereich Energie<br />

oder bei Hilfsstoffen in der lebensmittelverarbeitenden<br />

Industrie.<br />

Ein weiterer Vorteil ist, dass die neuen<br />

Kugelhahntypen mit der Anschlussart Gewindemuffe<br />

zur Verfügung stehen, wodurch<br />

eine reibungslose Installation der Absperrarmatur<br />

gewährleistet ist.<br />

Die Mehrwege-Kugelhähne GEMÜ<br />

BB07 stellen eine kostengünstige Lösung<br />

dar, da normalerweise für Misch- und Verteilungsaufgaben<br />

mehrere Ventilsitze notwendig<br />

sind, die durch den Einsatz von<br />

Mehrwege-Kugelhähne in nur einer Baugruppe<br />

vereint werden.<br />

GEMÜ BB07 ist aufgrund seiner drei<br />

Abgänge vielseitig nutzbar. Durch den<br />

Kopfflansch nach ISO 5211 ist eine einfache<br />

Antriebsmontage möglich. Die Sitzdichtung<br />

besteht aus PTFE. Die neu entwickelte<br />

Kugelhahnfamilie GEMÜ BB07 ist automatisierbar,<br />

wartungsarm und für Vakuum anwendbar.<br />

Der neue Kugelhahn ist als T- oder<br />

L-Kugel wählbar und dadurch flexibel einsetzbar.<br />

Der 3/2-Wege-Kugelhahn steht in folgenden<br />

Antriebsvarianten zur Verfügung:<br />

– GEMÜ BB07 mit freiem Wellenende<br />

– GEMÜ B47 mit pneumatischem Antrieb<br />

– GEMÜ B27 mit manuellem Antrieb<br />

– GEMÜ B57 mit elektromotorischem Antrieb<br />

GEMÜ Gebr. Müller Apparatebau GmbH & Co. KG<br />

D 74653 Ingelfingen<br />

GEMÜ B47 mit pneumatischem Antrieb


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 36/67<br />

Unter Wasser mischen und rühren<br />

Der geeignete Antrieb für das perfekte Mischergebnis<br />

– Mit Hochmomentantrieben große Mengen in kurzer Zeit mischen<br />

Mischen und Rühren – eine Wissenschaft<br />

für sich. Rührwerksprofis greifen hierzu<br />

auf jahrzehntelange Anwendungserfahrung<br />

und umfangreiche Materialversuche zum<br />

Mischverhalten zurück. Ob für handgeführte<br />

oder automatisierte Rührwerke, die<br />

richtige Mischtechnik entscheidet über die<br />

Qualität und Verarbeitbarkeit des Mischguts.<br />

Bei wechselnden Aufgaben sind oft<br />

handgeführte Lösungen viel sinnvoller als<br />

kleine automatische Mischer, sobald man<br />

auch die Häufigkeit der Mischeinsätze und<br />

den damit einhergehenden Reinigungsaufwand<br />

nach Arbeitsende mit berücksichtigt.<br />

Generell unterscheidet man zwischen<br />

ein- oder doppelspindeligen Rührgeräten,<br />

mit denen sich dünnflüssige Materialien<br />

sehr gut mischen lassen, automatischen Rotationsmischern,<br />

die bei großen Mengen<br />

mit einem schnelllaufenden, zentral angeordneten<br />

Rührer in einem umlaufenden Behälter<br />

verrührt werden oder Zwangsmischer,<br />

bei denen eine gleichbleibende Qualität gefordert<br />

wird.<br />

Kräfteschonend und mit perfektem<br />

Mischergebnis kann nur dann gemischt<br />

werden, wenn Antrieb, Rührer und das<br />

Mischmaterial optimal zusammenpassen.<br />

Besonders zu beachten ist, dass ein Antrieb<br />

mit ausreichender Leistung eingesetzt<br />

wird. Bei der Auslegung ist der maximal in<br />

der Anwendung auftretende Materialwiderstand<br />

zu berücksichtigen, der vom Antrieb<br />

zu überwinden ist. Ist das Rührergebnis<br />

nicht zufriedenstellend, dann ist vermutlich<br />

auch die Geschwindigkeit des ausgewählten<br />

Antriebs nicht ausreichend. Sowohl<br />

der Durchmesser des Rührers als auch die<br />

Angaben des Materialherstellers sind bei<br />

der Festlegung der erforderlichen Drehzahl<br />

entscheidend. Generell lässt sich sagen: je<br />

größer der Durchmesser des Rührers, desto<br />

höher der Krafteintrag.<br />

Wer eine leichte, kleine aber überaus<br />

leistungsstarke Antriebsquelle sucht, findet<br />

im Druckluftlamellenmotor den idealen<br />

Antrieb. Der renommierte Druckluftmotorenhersteller<br />

<strong>DE</strong>PRAG bietet mit einem<br />

umfassenden Programm vom schlanken<br />

Mikroantrieb aus Edelstahl zum Einsatz im<br />

pharmazeutischen Labor bis hin zum leistungsstarken<br />

Hochmomentmotor für Betonmischanlagen<br />

die passende Lösung für<br />

unterschiedlichste Anwendungen.<br />

Die BASIC LINE Druckluftlamellenmotoren<br />

haben sich als preisgünstige Antriebe<br />

für den Einsatz in unproblematischer<br />

Anwendungsumgebung bewährt. Es handelt<br />

sich hierbei um Motoren aus Stahl mit<br />

Graugussgehäuse. Die BASIC LINE Druckluftmotoren<br />

sind in unterschiedlichen Leistungsbereichen<br />

von 200 W bis 1200 W mit<br />

Drehzahlen von<br />

Standardantriebe für das Arbeiten<br />

unter Wasser<br />

Die ADVANCED LINE Druckluftmotoren<br />

aus Edelstahl sind der ideale Antrieb in<br />

anspruchsvollen Einsatzumgebungen. Die<br />

völlig abgedichteten, rostfreien Antriebsquellen<br />

entfalten ihre Kraft sogar beim<br />

Arbeiten unter Wasser. Vom Einsatz in<br />

staubigen Schüttgutanlagen, in Waschkammern,<br />

im Sterilisator in der Medizintechnik,<br />

in der Lebensmittelindustrie beim Kontakt<br />

mit Reinigungsmitteln bis hin zur Pharmazeutischen<br />

Industrie in Reinraumanwendungen.<br />

Die ADVANCED LINE bietet von<br />

20 bis 1600 W von kleinen Drehzahlen angefangen<br />

bis zu Schnellläufern eine Fülle<br />

von Variationsmöglichkeiten. Das ausgeklügelte<br />

Baukastenprinzip ermöglicht ein<br />

hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis.<br />

Die <strong>DE</strong>PRAG bietet sogar einen ATEX zertifizierten<br />

Edelstahlmotor mit integrierter<br />

Haltebremse im Standardprogramm. Zähfließende<br />

Stoffe mit hoher Viskosität wie<br />

Lacke und Kunststoffe müssen zur industriellen<br />

Verarbeitung „flüssiger“ gemacht werden.<br />

Vor dem Aufspritzen oder Beschichten<br />

einer Fläche rührt ein Industrierührwerk die<br />

Masse an, bis die gewünschte Fluidität erreicht<br />

ist. Kraftvolle Hochmomentmotoren<br />

treiben solche Rührer an. Der Anlagenbauer<br />

setzt auf die punktgenaue, schnelle Kraftübertragung<br />

der Druckluftlamellenmotoren.<br />

Die geforderte Motorleistung steht sofort<br />

zur Verfügung.<br />

Ändert sich die Viskosität des Rührguts<br />

im Behälter oder die Rührgutmenge, kam es<br />

bislang zu unliebsamen Veränderungen der<br />

Drehzahl. Um im Rührwerk eine konstante<br />

Drehzahl zu realisieren, bietet der Hersteller<br />

einen Drehzahlregler. Der berührungslose<br />

Drehzahlsensor ist direkt im Druckluftmotor<br />

zwischen dem eigentlichen Lamellenmotor<br />

und dem Getriebe integriert. Er erfasst<br />

die aktuelle Drehzahl, mit der der An-<br />

Rührwerk Rührwerk ADVANCED LINE Edelstahlmotoren


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 37/67<br />

trieb arbeitet. Die Meldung dieses Istwertes geht nun in Form eines<br />

digitalen Signals an den Regler. Der Regler „kennt“ den gewünschten<br />

Soll-Wert, der sich komfortabel über LC-Display an der Steuerung<br />

einstellen lässt. Jetzt vergleicht der Regler die beiden Werte. Bei Abweichungen<br />

zwischen Ist und Soll wird ein Spezialventil angesteuert,<br />

das den Luftstrom für den Luftmotor und damit seine Drehzahl<br />

reguliert. Folge: Der Druckluftmotor arbeitet konstant im Bereich<br />

des gewünschten Wertes.<br />

Die Produktlinie POWER LINE der leistungsstarken Fuß- und<br />

Flanschmotoren zeichnet sich durch eine große Vielseitigkeit aus.<br />

Ihr Plus gegenüber Elektromotoren: Hohes Startmoment bei unerreicht<br />

niedrigem Leistungsgewicht. Gerade wenn zu Beginn des<br />

Rührvorgangs ein höheres Startmoment benötigt wird, ist das von<br />

Vorteil. Die POWER LINE Druckluftmotoren stehen in einem Leistungsbereich<br />

von 1,6 bis 18 kW zur Verfügung.<br />

Hier ist der Name Programm: Die INDIVIDUAL LINE umfasst<br />

die kostengünstige Maßanfertigung des individuellen Druckluftmotors<br />

durch die Spezialisten der <strong>DE</strong>PRAG. Das Standardprogramm ist<br />

äußerst vielfältig und bietet zahlreiche Varianten, aus denen nach<br />

dem Baukastenprinzip individuelle Antriebslösungen zu einem attraktiven<br />

Preis-Leistungs-Verhältnis entwickelt und gefertigt werden<br />

können. Ob Getriebeausführung nach Wunsch (Planeten-,<br />

Stirnrad- oder Schneckengetriebe), Abtriebsspindelvarianten oder<br />

individuelle Befestigungswünsche, die <strong>DE</strong>PRAG Ingenieure realisieren<br />

den individuellen Antrieb nach den Erfordernissen des jeweiligen<br />

Anwendungsfalls. Auch Druckluftmotoren aus innovativen<br />

Materialien gehören zum Angebot wie beispielsweise ein ferritfreier<br />

Luftmotor aus Keramik.<br />

Vieles spricht für den Einsatz des Druckluftmotors als Antrieb.<br />

Hauptvorteil ist seine große Leistungsdichte. Je nach Ausführung<br />

benötigt er nur ein Fünftel der Masse eines handelsüblichen Elektromotors<br />

oder ein Drittel seiner Größe. Dies macht ihn auch für den<br />

Einbau in Handgeräte besonders interessant.<br />

Die Entwicklung und der Bau von hochwertigen Druckluftmotoren<br />

ist eine der Kernkompetenzen der <strong>DE</strong>PRAG. Der Spezialist<br />

für Druckluftmotoren, Automation, Schraubtechnik, Druckluftwerkzeugen<br />

und Green Energy agiert mit rund 760 Mitarbeitern in über<br />

50 Ländern. Mit dem umfassenden Programm an Antriebslösungen<br />

liefert der Hersteller auf den Anwendungsfall abgestimmte Druckluftmotoren.<br />

Dabei stehen die <strong>DE</strong>PRAG-Ingenieure ihren Kunden<br />

bei der Auslegung der Antriebe und gezielten Anpassung mit jahrzehntelanger<br />

Erfahrung zur Seite.<br />

<strong>DE</strong>PRAG SCHULZ GMBH u. CO.<br />

D 92224 Amberg<br />

Erleichterter Einstieg in die<br />

datenbasierte Produktion<br />

Industrial-Internet-of-Things-Plattformen, kurz IIoT-Plattformen, sind die Grundlage einer digitalen Produktion. Damit<br />

Unternehmen die Einführung dieser Plattformen erleichtert wird, haben der IT-Dienstleister Adesso und das Fraunhofer<br />

IPA ihr Expertenwissen rund um den Einsatz und Nutzen in einem Whitepaper zusammengefasst.<br />

Eine IIoT-Plattform in ein Unternehmen zu<br />

integrieren ist aufwendig und es ist nicht<br />

leicht, ein passendes Konzept für die eigene<br />

Produktion zu finden. Adesso und das<br />

© Fraunhofer IPA<br />

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik<br />

und Automatisierung IPA haben deshalb<br />

das Whitepaper »IIoT-Plattformen als zentrale<br />

Datenbasis für die digitale Produktion«<br />

veröffentlicht, um Unternehmen den Start<br />

zu erleichtern. Des Weiteren zeigt das Whitepaper,<br />

welche Arten von Plattformen es<br />

gibt, wie sich die passende finden lässt und<br />

welche Rolle IIoT-Plattformen zukünftig in<br />

der Produktion spielen.<br />

»Auf IIoT-Plattformen laufen Daten aus<br />

ganz verschiedenen Quellen zusammen. So<br />

entsteht eine einheitliche Datenbasis, mit<br />

deren Hilfe Analysen und Optimierungen<br />

in der Produktion mit einem deutlich geringeren<br />

Zeitaufwand durchlaufen werden<br />

können«, sagt Erwin Groß von der Abteilung<br />

Unternehmensstrategie und -entwicklung<br />

am Fraunhofer IPA. »Zudem bilden sie die<br />

Basis für eine nachhaltige Effizienzsteigerung<br />

in der Produktion.« Verschiedene<br />

Studien gehen davon aus, dass bis zum Jahr<br />

2025 50 Prozent der Industrieunternehmen<br />

IIoT-Plattformen nutzen.<br />

Das Whitepaper »IIoT-Plattformen als<br />

zentrale Datenbasis für die digitale Produktion.<br />

Einführung, Einsatz und Nutzen« ist<br />

online kostenlos abrufbar: https://www.ipa.<br />

fraunhofer.de/de/Publikationen/studien/<br />

IIoT-Plattformen.html<br />

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik<br />

und Automatisierung IPA<br />

Nobelstraße 12<br />

D 70569 Stuttgart<br />

Telefon: +49 711 970 1667<br />

eMail: joerg-dieter.walz@ipa.fraunhofer.de<br />

Internet: http://www.ipa.fraunhofer.de


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 38/67<br />

Die Vliesstoffe für die FFP-2-Masken müssen nach DIN mindestens 94 Prozent der Aerosole, Partikel oder Viren filtern. Im Bild: Qualitätskontrolle eines<br />

Meltblown-Materials im Reinraumbereich. © Freudenberg Performance Materials<br />

ProQuIV optimiert Produktion<br />

von Vliesstoffmasken<br />

Forschung Kompakt – Technische Textilien<br />

Die Produktion von Infektionsschutzkleidung ist material- und energieintensiv. Fraunhofer-Forschende haben nun eine<br />

Technologie entwickelt, die bei der Produktion von Vliesstoffen hilft, Material und Energie zu sparen. Auf Basis einer mathematischen<br />

Modellierung steuert ein Digitaler Zwilling wesentliche Prozessparameter der Herstellung. Neben der Verbesserung<br />

der Maskenherstellung eignet sich die Lösung ProQuIV auch dazu, die Produktionsparameter für andere Anwendungen<br />

der vielseitig einsetzbaren technischen Textilien zu optimieren. Die Herstellende können so flexibel auf Unternehmenswünsche<br />

und Marktveränderungen reagieren.<br />

Infektionsschutzmasken aus Vlies sind nicht erst seit der Corona-<br />

Pandemie millionenfach verbreitet und gelten als simpler Massenartikel.<br />

Doch ihre Herstellung stellt hohe Anforderungen an<br />

Präzision und Zuverlässigkeit des Produktionsprozesses. Der Vliesstoff<br />

in der Maske muss bei der FFP-2-Maske nach DIN mindestens<br />

94 Prozent, bei der FFP-3-Variante sogar 99 Prozent der Aerosole<br />

herausfiltern. Gleichzeitig muss die Maske ausreichend Luft durchlassen,<br />

damit der Mensch noch gut atmen kann. Viele Hersteller suchen<br />

nach Wegen, die Herstellung zu optimieren. Außerdem soll die<br />

Produktion flexibler werden, so dass Unternehmen in der Lage sind,<br />

die vielseitig verwendbaren Vliesstoffe für ganz unterschiedliche<br />

Anwendungen und Branchen zu bearbeiten und zu liefern.<br />

Nun hat das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik<br />

ITWM in Kaiserslautern mit ProQuIV eine Lösung<br />

vorgestellt, die beides leistet. Das Kürzel ProQuIV steht für »Produktions-<br />

und Qualitätsoptimierung von Infektionsschutzkleidung<br />

aus Vliesstoffen«. Die Grundidee: Prozessparameter der Herstellung<br />

werden bezüglich ihrer Auswirkungen auf die Gleichmäßigkeit des<br />

Vliesstoffs charakterisiert und diese wiederum mit Eigenschaften<br />

des Endprodukts, beispielsweise einer Schutzmaske, in Verbindung<br />

gesetzt. Diese Modellkette verknüpft alle relevanten Parameter mit<br />

einer Bildanalyse und bildet einen Digitalen Zwilling der Produktion.<br />

Mit dessen Hilfe lässt sich die Vliesstoffherstellung in Echtzeit überwachen,<br />

automatisch steuern und somit das Optimierungspotenzial<br />

nutzen.<br />

Dr. Ralf Kirsch aus der Abteilung Strömungs- und Materialsimulation<br />

und Teamleiter Filtration und Separation erklärt: »Mit<br />

ProQuIV benötigen die Hersteller insgesamt weniger Material und<br />

sparen Energie. Dabei ist die Qualität des Endprodukts jederzeit gewährleistet.«<br />

Vliesherstellung mit Hitze und Luftströmung<br />

Vliesstoffe für Filtrationsanwendungen werden im sogenannten<br />

Meltblown-Prozess hergestellt. Dabei werden Kunststoffe wie Polypropylen<br />

geschmolzen, durch Düsen getrieben und kommen in Form


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 39/67<br />

Die Simulationssoftware bildet den Zusammenhang<br />

zwischen der Steuerung des Meltblown-Prozesses<br />

und der Gleichmäßigkeit des<br />

Vliesstoffs ab. © Fraunhofer ITWM<br />

von Fäden heraus, den sogenannten Filamenten. Diese werden auf<br />

zwei Seiten von Luftströmen erfasst, die sie mit annähernder Schallgeschwindigkeit<br />

nach vorne treiben und gleichzeitig verwirbeln, bevor<br />

sie auf ein Auffangband fallen. So werden die Fäden nochmals<br />

dünner. Die Dicke der Filamente liegt im Mikrometer- oder sogar<br />

Sub-Mikrometer-Bereich. Durch Abkühlung und Zugabe von Bindestoffen<br />

bildet sich der Vliesstoff. Je besser Temperatur, Luft- und<br />

Bandgeschwindigkeit aufeinander abgestimmt sind, desto gleichmäßiger<br />

sind am Ende die Fasern verteilt und desto homogener erscheint<br />

das Material dann bei der Prüfung im Durchlichtmikroskop.<br />

Hier lassen sich hellere und dunklere Stellen ausmachen. Fachleute<br />

sprechen von Wolkigkeit.<br />

Das Fraunhofer-Team hat eine Methode entwickelt, um einen<br />

Wolkigkeits-Index anhand von Bilddaten zu messen. Die hellen<br />

Stellen besitzen einen niedrigen Faservolumenanteil, sind also nicht<br />

so dicht und weisen eine niedrigere Filtrationsrate auf. Dunklere<br />

Stellen haben ein höheres Faservolumen und daher eine höhere<br />

Filtrationsrate. Andererseits führt der in diesen Bereichen erhöhte<br />

Luftwiderstand dazu, dass sie einen geringeren Anteil der Atemluft<br />

filtern. Der größere Anteil strömt durch die offeneren Bereiche, die<br />

eine geringere Filterwirkung haben.<br />

Produktionsprozess mit Echtzeit-Steuerung<br />

Die Durchlichtaufnahmen aus dem Mikroskop dienen bei ProQuIV<br />

für die Kalibrierung der Modelle vor dem Einsatz. Die Expertinnen<br />

und Experten analysieren den Ist-Zustand der Textilprobe und ziehen<br />

daraus Rückschlüsse, wie die Anlage optimiert werden kann.<br />

So könnten sie beispielsweise die Temperatur erhöhen, die Bandgeschwindigkeit<br />

senken oder die Stärke der Luftströme anpassen.<br />

»Ein wesentliches Ziel unseres Forschungsprojekts war, zentrale<br />

Parameter wie Filtrationsrate, Strömungswiderstand und Wolkigkeit<br />

eines Materials miteinander zu verknüpfen und darauf basierend<br />

eine Methode zu generieren, die alle Variablen im Produktionsprozess<br />

mathematisch modelliert«, sagt Kirsch. Der Digitale Zwilling<br />

überwacht und steuert die laufende Produktion in Echtzeit. Kleine<br />

Abweichungen der Anlage, wie etwa eine zu hohe Temperatur, werden<br />

in Sekunden automatisch korrigiert.<br />

Schnelle und effiziente Herstellung<br />

»Es ist dann nicht notwendig, die Produktion zu unterbrechen, Materialproben<br />

zu nehmen und die Maschinen neu einzustellen. Wenn<br />

Die Durchlichtaufnahme aus dem Mikroskop zeigt die Verteilung<br />

der Fasern im Vliesstoff. © Fraunhofer ITWM<br />

die Modelle kalibriert sind, kann sich der Hersteller darauf verlassen,<br />

dass der Vliesstoff, der vom Band läuft, die Spezifikationen und<br />

Qualitätsnormen einhält«, erklärt Kirsch.<br />

Mit ProQuIV wird die Produktion deutlich effizienter. Es gibt<br />

weniger Ausschuss beim Material, und der Energieverbrauch sinkt<br />

ebenfalls. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Hersteller schnell<br />

neue Produkte auf Vliesbasis entwickeln können. Dazu müssen lediglich<br />

die Zielvorgaben in der Modellierung geändert und die Parameter<br />

angepasst werden. So können produzierende Unternehmen<br />

flexibel auf Kundenwünsche oder Markttrends reagieren.<br />

Was logisch klingt, ist in der Entwicklung komplex. Die Werte<br />

für Filtrationsleistung und Strömungswiderstand steigen nämlich<br />

keineswegs linear an und verhalten sich auch nicht proportional<br />

zum Faservolumenanteil. Eine doppelt so hohe Filament-Dichte<br />

bedeutet also nicht, dass auch Filtrationsleistung und Strömungswiderstand<br />

doppelt so hoch sind. Das Verhältnis zwischen den<br />

Parametern ist wesentlich komplexer. »Genau deshalb ist die mathematische<br />

Modellierung so wichtig. Sie hilft uns, das komplexe<br />

Verhältnis zwischen den einzelnen Prozessparametern zu verstehen«,<br />

sagt Fraunhofer-ITWM-Forscher Kirsch. Dabei kommt den<br />

Forschenden ihre langjährige Expertise bei Simulation und Modellierung<br />

zugute.<br />

Weitere Anwendungen sind möglich<br />

Der nächste Schritt besteht für das Fraunhofer-Team darin, den<br />

Atemwiderstand der Vliesstoffe für den Menschen bei gleicher<br />

Schutzwirkung zu reduzieren. Möglich wird dies durch die elektrische<br />

Aufladung der Fasern. Das Prinzip erinnert an die Arbeitsweise<br />

eines Staubwedels. Durch die elektrische Ladung zieht das Textilgewebe<br />

winzigste Partikel an, die andernfalls durch die Poren schlüpfen<br />

könnten. Die Stärke der elektrostatischen Ladung wird hierfür<br />

als Parameter in die Modellierung integriert.<br />

Die Fraunhofer-Forschenden beschränken sich bei der Anwendung<br />

der Methode keineswegs nur auf Masken und Luftfilter. Ihre<br />

Technologie lässt sich ganz allgemein in der Produktion von Vliesstoffen<br />

einsetzen, beispielsweise auch bei Stoffen für die Filtration<br />

von Flüssigkeiten. Auch die Herstellung von schalldämmenden<br />

Vliesstoffen lässt sich mit ProQuIV-Methoden optimieren.<br />

Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM<br />

D 67663 Kaiserslautern


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 40/67<br />

Schnell und einfach reine<br />

Produktionsumgebungen schaffen<br />

Neue Komponenten für die Ausstattung von Reinräumen<br />

Reinräume sind für viele Produktionsbereiche in unterschiedlichen Branchen unabdingbar. Ob in der Halbleiterfertigung,<br />

medizinischen Forschung oder Raumfahrttechnik – es gilt, die Konzentration von Partikeln möglichst gering zu halten,<br />

um so eine Verunreinigung der Produkte zu verhindern. Ab sofort bietet auch die item Industrietechnik GmbH zahlreiche<br />

Komponenten in ihrem Baukasten, um individuelle Lösungen für reine Produktionsumgebungen zu ermöglichen.<br />

Mit geringem Aufwand maßgeschneiderte Reinraum-Lösungen<br />

konstruieren – das gelingt mit dem neuen Einfasssystem<br />

X 8 und der neuen Filter Fan Unit (FFU) 1200<br />

x 600 von item. Der Pionier für industrielle Anwendungen hat seinen<br />

Baukasten erweitert, um optimale Unterstützung bei der Ausstattung<br />

von Reinräumen zu bieten. Kunden sind dabei maximal<br />

flexibel. Sie können mit den neuen Komponenten sowohl Arbeitsplatzsysteme<br />

als auch Prozesseinhausungen nach den vorliegenden<br />

Anforderungen gestalten. Die Produkte sind kompatibel mit den<br />

Aluminiumprofilen der Baureihen X und XMS.<br />

Bündige Flächen dank neuem Einfasssystem<br />

Mit der neuen FFU lassen sich Reinraum-Arbeitsplätze und<br />

Maschineneinhausungen einfach realisieren.<br />

Das neue Einfasssystem X 8 von item bildet die Basis für Wände und<br />

Decken von Reinraumsystemen.<br />

Mit den neuen Komponenten aus dem item Systembaukasten entstehen<br />

individuelle Lösungen für reine Produktionsumgebungen, beispielsweise<br />

Laminar Flow Boxen oder komplette Maschineneinhausungen.<br />

Das Einfasssystem X 8 bildet die Basis für Wände und Decken von<br />

Reinraumsystemen. Flächen mit einer Stärke von 4 bis 5 mm, Verbundmaterial<br />

mit einer Dicke von 36 mm und 3 mm dickes Lochblech<br />

lassen sich damit sicher einfassen. Werkzeug wird nicht benötigt.<br />

Die Einfasssysteme werden direkt in der Systemnut 8 der Profile<br />

befestigt. Im Ergebnis entstehen unterschiedliche Wandaufbauten<br />

mit bündigen und einfach zu reinigenden Übergängen. Der Kunde<br />

kann wählen, ob er ein einseitig oder beidseitig beplanktes System<br />

erhalten möchte oder die Sandwichbauweise mit dem Verbundmaterial<br />

HPL favorisiert. Darüber hinaus lassen sich mit dem rostfreien<br />

Lochblech Lüftungsöffnungen oder Arbeitsplatten für Laminar Flow<br />

Umgebungen realisieren. Auch Decken können mit dem neuen Einfasssystem<br />

gestaltet werden. Es besitzt eine hohe Haltekraft und<br />

kann beispielsweise als Auflage für die FFU dienen.<br />

Anschlussfertige FFU<br />

Mit der neuen FFU lassen sich Reinraum-Arbeitsplätze und -Einhausungen<br />

einfach realisieren. Die FFU wird dazu mithilfe des<br />

neuen Einfasssystems an der Decke über dem Arbeitsplatz oder an<br />

einem Gestell befestigt. Sie erzeugt eine turbulenzarme Strömung<br />

und entfernt mit dem integrierten Vorfilter M5 sowie dem Hauptfilter<br />

HEPA H14 99,995 Prozent aller Partikel aus der Raumluft. Die<br />

Inbetriebnahme erfolgt per Plug-and-play. Dabei sorgen das FFU<br />

StarterKit 230 V und das FlowBox InstallationsKit 230 V für einen<br />

schnellen Anschluss der FFU. Im StarterKit sind sämtliche Kabel<br />

und eine Bedieneinheit mit Potentiometer zur Steuerung des Volumenstroms<br />

enthalten. Wenn Anwender zentral FFU, Lampen oder<br />

Tischsäulen bedienen möchten, bietet sich das FlowBox InstallationsKit<br />

an.<br />

item Industrietechnik GmbH<br />

D 42699 Solingen


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 41/67<br />

Neuer Schulungsstandort<br />

Cleanroom Future Campus Frankfurt<br />

Für den Cleanroom Future Campus entsteht ein neues Domizil.<br />

In Frankfurt am Main. Mitten in Deutschland. Mitten in<br />

Europa. Ab März <strong>2023</strong> werden dort aktiver denn je, die Themen<br />

der Reinraum-Technologie mit viel praktischer Anwendung in<br />

Lehrgängen und Veranstaltungen dargestellt. Das von Cleanroom<br />

Future entwickelte, einzigartige Konzept „Reinraum-Technik zum<br />

Anfassen“ hat sich seit Jahren bewährt und schafft für Reinraum-<br />

Verantwortliche eine ideale Lernumgebung, um Ideen und Inspirationen<br />

direkt im laufenden Betrieb umzusetzen.<br />

Cleanroom Future GmbH<br />

Dieselstraße 5b<br />

D 04683 Naunhof<br />

Telefon: +49 69 150 466 500<br />

eMail: info@cleanroomfuture.com<br />

Internet: http://www.cleanroomfuture.com<br />

Campus Frankfurt für Reinraum Online<br />

(Copyright Foto: Dirk Vonten - Fotolia)<br />

Standortausbau in München<br />

Mehr als 1.000 Mitarbeitende weltweit<br />

Rund 17 Jahre nach der Gründung hat Universal Robots (UR) den<br />

1.000. Mitarbeitenden an Bord geholt. Dieser Meilenstein in der<br />

Unternehmensgeschichte verdeutlicht die erfolgreiche Entwicklung<br />

des dänischen Herstellers für kollaborierende Roboter vom Startup-<br />

Betrieb zum weltweit führenden Cobot-Anbieter.<br />

Das zeigt sich auch am deutschen Standort von Universal Robots<br />

in München. Das Unternehmen wird im ersten Quartal <strong>2023</strong><br />

größere Büroräume im neu entstehenden Zielstattquartier im Süden<br />

der bayerischen Landeshauptstadt beziehen. Damit reagiert<br />

die deutsche Niederlassung, die den DACH-Markt betreut, auf eine<br />

weiterhin hohe Nachfrage und das große Potential kollaborierender<br />

Roboter in allen Branchen.<br />

Mehr Platz für Showroom und Trainingscenter<br />

Die vier Abteilungen von Universal Robots für die Region Western<br />

Europe – Vertrieb, Field Application Engineering, Customer<br />

Service und Marketing – ,die aktuell noch in Obersendling untergebracht<br />

sind, werden im Zielstattquartier ein neues Zuhause finden.<br />

Wesentlicher Bestandteil an der neuen Adresse wird ein Showroom<br />

sein, in dem Besucher die Cobot-Modelle in unterschiedlichen Applikationen<br />

sehen und programmieren können. Auch wird das Trainingscenter<br />

erweitert, so dass das Team eine höhere Zahl an Cobot-<br />

Schulungen anbieten kann.<br />

„Wir setzen weiterhin auf Wachstum. Denn wir sehen bei unseren<br />

Kunden und Interessenten hohen Bedarf an Cobots, um Produktionskosten<br />

zu senken und der anhaltenden Arbeitskräftekrise<br />

zu begegnen. Im neuen Büro haben wir mehr Raum, um mit unserem<br />

immer größer werdenden Team kreativ und produktiv für unsere<br />

Kunden und Anwender zu arbeiten. Nicht zuletzt wollen wir als<br />

Universal Robots am Standort München auch als attraktiver Arbeitgeber<br />

sichtbarer werden“, erklärt Andrea Alboni, General Manager<br />

Western Europe bei Universal Robots.<br />

Das Zielstattquartier ist ein im Bauhausstil geprägter Campus,<br />

der auf dem ehemaligen Gelände der Firmen Carl Lipp, Zyma und<br />

Novartis Consumer Health entsteht und gut an die Münchner Innenstadt<br />

angebunden ist.<br />

Universal Robots A/S<br />

DK 5260 Odense S


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 42/67<br />

(Bild: Sarah Janczura)<br />

Studium im BIM-Labor:<br />

Der Schlüssel für erfolgreiche Bauprojekte<br />

Was wie ein normaler Raum mit Rechner-Plätzen anmutet, ist in Wirklichkeit ein wichtiges Labor: Für die Anwendung von<br />

Building Information Modeling (BIM) an der Bergischen Universität Wuppertal. Die Forschung trägt zu erfolgreichen Bauprojekten<br />

bei – doch es gibt ein essenzielles Problem.<br />

Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens<br />

kommen am Haspel-Campus zusammen, um den Umgang<br />

mit digitalen Tools praxisnah zu erlernen. Seit 2<strong>01</strong>7 besteht<br />

das BIM-Labor an der Universität, berichten Anica Meins-Becker,<br />

geschäftsführende Institutsleitung, und Agnes Kelm, Leiterin des<br />

BIM- und Digitalisierungs-Labors, beim Besuch des VDI . 12 PC‘s<br />

mit aktueller Software stehen Studierenden zur Verfügung. “Wir<br />

machen hier eigentlich nichts anderes als in anderen Laboren – nur<br />

nicht in weißen Kitteln. Die Erkenntnisse aus der Forschung fließen<br />

in die Praxis ein”, sagt Agnes Kelm.<br />

Was ist BIM überhaupt?<br />

BIM steht für Building Information Modeling und bezeichnet den<br />

Prozess zum Erstellen und Verwalten von Informationen für ein<br />

Bauprojekt. BIM ist ein zentraler Bestandteil der Digitalisierung der<br />

Baubranche. Ein smartes Modell, das über eine Cloud-Plattform<br />

läuft, liefert die Basis. BIM integriert strukturierte Daten, um eine digitale<br />

Darstellung eines Gebäudes oder anderen Bauprojektes über<br />

den gesamten Lebenszyklus abzubilden. Das reicht von der Bauplanung<br />

über den architektonischen Entwurf bis hin zum Betrieb.<br />

Architektur und Bauingenieurwesen: Studierende arbeiten<br />

Hand in Hand<br />

Nicht immer passen Entwurf und Umsetzung übereinander – das<br />

passiert auch Architekt*innen und Ingenieur*innen. Das entworfene<br />

Gebäude sollte zu geeigneten Materialien passen; das Bauwerk in<br />

seiner strukturellen Integrität stimmig sein. Nicht selten wird festgestellt:<br />

Das Bauprojekt kann so nicht gestartet werden.<br />

Anica Meins-Becker (links) und Agnes Kelm (rechts) im BIM-Labor.<br />

(Bild: Sarah Janczura)<br />

Das BIM-Labor wirkt wie ein schlichter PC-Raum,<br />

doch es steckt so viel mehr dahinter. (Bild: Sarah Janczura)


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 43/67<br />

Um dies zu vermeiden, setzt das BIM-Institut in Wuppertal auf gemeinsame<br />

Studienzeit. “Seit 2<strong>01</strong>7 sind wir hier eine Fakultät. Architekten<br />

und Ingenieure kommen zusammen, um bereits im Studium<br />

an innovativen Projekten zu arbeiten”, sagt Anica Meins-Becker.<br />

Teamfähigkeit und interdisziplinäres Denken sind entscheidend,<br />

um erfolgreich Bauwerke zu errichten. Diese Schlüsselfähigkeiten<br />

erlernen die Studierenden in Wuppertal.<br />

Das BIM-Institut ist forschungsorientiert und greift als interdisziplinäre<br />

wissenschaftliche Einrichtung zwischen Architekturund<br />

Bauingenieur-Studierenden an der Bergischen Universität<br />

Wuppertal.<br />

“BIM ist nicht gleich BIM”<br />

Die BIM-Technologie ist vielfältig und umfasst weitaus mehr als<br />

dreidimensionale Modellierung in Computer-Aided Design-Programmen.<br />

“Sei es, mit einer Drohne Daten des Baus zu erfassen oder<br />

ein 3-D-Modell: BIM ist nicht gleich BIM”, bekräftigt Agnes Kelm.<br />

Zur Veranschaulichung zeigt die Leiterin des Tech-Labs das technische<br />

Equipment für Studierende. Eine Drohne und VR-Brille gehören<br />

zur Ausstattung dazu. Virtual Reality und BIM vereinfachen<br />

in Kombination die Projektführung. Über die VR-Brille können Studierende<br />

Objekte realitätsgetreu in einer künstlichen Wirklichkeit<br />

abbilden.<br />

BIM eröffnet zudem eine einheitliche, kollaborative Zusammenarbeit.<br />

Dennoch gibt es immer noch Bedenken und sogar Ängste<br />

gegenüber der Digitalisierung auf dem Bau – vor allem im Handwerk.<br />

Angst vor BIM: Das sorgt für den Push<br />

Virtual Reality und BIM vereinfachen in Kombination die Projektführung.<br />

Über eine VR-Brille können Studierende Objekte realitätsgetreu<br />

in einer künstlichen Wirklichkeit abbilden.<br />

BIM eröffnet zudem eine einheitliche, kollaborative Zusammenarbeit.<br />

Dennoch gibt es immer noch Bedenken und sogar Ängste gegenüber<br />

der Digitalisierung auf dem Bau – vor allem im Handwerk.<br />

“Im Handwerk besteht oftmals noch Angst vor BIM. Dabei ist die<br />

Verwendung einer Drohne auch bereits BIM. Hier ist noch Aufklärungsarbeit<br />

nötig”, sagt Anica Meins-Becker.<br />

Die Baubranche öffne sich aber zunehmend für BIM; bei Großprojekten<br />

ist die digitale Anwendung schon Standard. Das ist allerdings<br />

auch dringend erforderlich, denn erst kürzlich ging das<br />

BIM-Portal des Bundes an den Start. Die Bundesregierung will Planungsprozesse<br />

digitalisieren und beschleunigen. BIM ist dafür ein<br />

zentrales Instrument. „Von dem Portal erhoffe ich mir einen Anstoß<br />

für einen echten Kulturwandel beim Bauen und die konsequente<br />

Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Bis<br />

2025 wird es bei öffentlichen Bauvorhaben bundesweit heißen: Digital<br />

ist besser“, so Bundesverkehrsminister Volker Wissing bei der<br />

Vorstellung des Portals in Berlin. Absolventen und Absolventinnen<br />

mit Erfahrung in der BIM-Technologie sind also gefragt.<br />

Dennoch gibt es ein deutliches “Nein” als Antwort auf die Frage,<br />

ob ausreichend junge Leute den Studiengang belegen. “Klares Nein,<br />

wir haben nicht genug Studierende”, heißt es von Anica Meins-Becker.<br />

“Wir denken aber, dass durch das Thema Nachhaltigkeit und<br />

Digitalisierung wieder mehr Studierende ihren Weg in diesen Studiengang<br />

finden”, ergänzt die Professorin. “Medienarbeit und in<br />

Schulen präsent sein – das ist wichtig.” Die Problematik des Fachkräftemangels<br />

bekräftigt auch VDI-Arbeitsmarktexperte Ingo Rauhut:<br />

“Besonders hoch ist der Fachkräftemangel im Bauingenieurwesen<br />

und bei den Berufen, die sich mit Digitalisierung beschäftigen,<br />

zum Beispiel Informatik oder Elektrotechnik.” Wie prekär die Lage<br />

auf dem Arbeitsmarkt ist, zeigt der aktuelle VDI-Ingenieurmonitor.<br />

Berufsbegleitend studieren<br />

Umso wichtiger erscheint Weiterbildung. BIM-Anwendungen können<br />

auch Menschen lernen, die bereits fest im Berufsleben stehen.<br />

“Wir bieten hier in Wuppertal drei berufsbegleitende Studiengänge<br />

an. Da ist der Zulauf sehr hoch”, so Anica Meins-Becker. Darunter<br />

der MBE Baubetrieb, ein berufsbegleitender Masterstudiengang für<br />

Führungskräfte des Baubetriebs. Ein wichtiger Bestandteil des Studiums<br />

ist der Punkt Digitalisierung von Prozessen. Die Studierenden<br />

erfahren im Umgang mit entsprechender Software und Projektmanagement<br />

und -kommunikationssystemen wie Abläufe und Prozesse<br />

automatisiert und dadurch einfacher, kürzer und sicherer werden.<br />

Das zweite Angebot umfasst ein Studium neben dem Job im Bauund<br />

Immobilienmanagement. Bei BIMKommunal wird eine Weiterbildung<br />

in der Bau- und Immobilienwirtschaft angeboten.<br />

Qualitätsgesicherte Schulungen zu BIM werden auch auf Basis<br />

der Richtlinienreihe VDI 2552 angeboten.<br />

Potenzial in der Baubranche ausschöpfen<br />

Daten sind nicht nur in der Wirtschaft das neue Gold, sondern können<br />

die Baubranche noch stärker nach vorne bringen, um effizienter<br />

zu agieren. Neuer Wohnraum ist in zahlreichen Städten gefragt<br />

– auch hier können transparente Datensätze dank Digitalisierung<br />

helfen. “Vor allem das Potenzial von leer stehenden Gebäuden kann<br />

durch BIM und die gezielte Auswertung von Daten durch Städte<br />

und Bauherren besser ausgeschöpft werden”, weiß Leiterin Agnes<br />

Kelm. Um Studierende in Wuppertal auf dem neuesten Stand in Sachen<br />

Software und Datenverarbeitung zu halten, befindet sich das<br />

BIM-Labor seit 2<strong>01</strong>7 ebenfalls im stetigen Wandel. “Hier wird Fortschritt<br />

groß geschrieben. Die Software wandelt sich immer wieder<br />

– wir versuchen auf dem neuesten Stand zu sein. Dazu tragen auch<br />

freie Lizenzen für Studierende und Dozenten bei”, ordnet Kelm ein.<br />

Anica Meins-Becker ergänzt einen weiteren Benefit von BIM: “Wir<br />

haben eine Untersuchung am Beispiel des Kostenmanagements<br />

durchgeführt. Hier lässt sich eine Effizienz BIM-basiert gegenüber<br />

konventionellen Methoden in Höhe von ca. 50% erkennen.“<br />

Fachlicher Ansprechpartner:<br />

Dipl.-Ing. (FH) Frank Jansen<br />

VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik<br />

Telefon: +49 211 6214-313<br />

E-Mail: jansen_f@vdi.de<br />

VDI Verein Deutscher Ingenieure<br />

Postfach 10 11 39<br />

D 40468 Düsseldorf<br />

Telefon: +49 211 6214-251<br />

Telefax: +49 211 6214-177<br />

eMail: wollstein@vdi.de<br />

Internet: http://www.vdi.de/tga


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 44/67<br />

robocell als „Robotic Application<br />

of the Year“ ausgezeichnet<br />

Die neueste Anlage aus dem Hause groninger, die robocell, wurde heute als „Robotik-Anwendung des Jahres“ von der weltweit<br />

größten non-profit Organisation der pharmazeutischen Industrie, der ISPE, ausgezeichnet.<br />

Kaum ist sie auf dem Markt, schon wird sie prämiert: die neueste<br />

Entwicklung aus dem Hause groninger, die robocell.<br />

Das jüngste Maschinenkonzept der aseptischen Abfüllanlagen,<br />

das den „Risikofaktor“ Mensch im pharmazeutischen Verarbeitungsprozess<br />

gänzlich eliminiert und die neuesten regulatorischen<br />

Anforderungen der Branche (EU GMP Annex 1) berücksichtigt,<br />

wurde jetzt mit dem Award „Robotic Application of the Year“ ausgezeichnet.<br />

Der Preis wurde dieses Jahr erstmalig im Rahmen des<br />

ISPE-Workshops „SIG Future Robotics“ verliehen.<br />

Die ISPE, die „International Society for Pharmaceutical Engineering“,<br />

ist die weltweit größte non-profit Organisation in der pharmazeutischen<br />

Industrie. Sie vernetzt Mitglieder der Pharmabranche<br />

und regt zum interdisziplinären Austausch und Wissenstransfer an.<br />

Die hochkarätige Jury begründete ihre Entscheidung auf der<br />

Preisverleihung im französischen Annecy le Vieux am heutigen<br />

Donnerstag wie folgt: „Einerseits Effizienzgewinn durch die Roboter,<br />

gleichzeitig Vermeidung manueller Handgriffe in der sterilen<br />

Produktionsumgebung.“ Die verbauten Roboter würden Aufgaben<br />

wie Formatwechsel auf Knopfdruck sowie den automatisierten Einbau<br />

steriler Teile übernehmen, so die Jury weiter. „Zweitens wird das<br />

Handhaben, Warten oder Wechseln von Handschuhen vermieden.<br />

Und drittens ermöglicht der Einsatz von Robotern eine Verkleinerung<br />

des sterilen Raumes. Dekontaminationszyklen werden damit<br />

verkürzt“, so die Experten.<br />

Auch die Tatsache, dass beim Maschinenkonzept die gefilterte<br />

Luftströmung dahingehend optimiert wurde, dass die steril abgefüllten<br />

Flüssigkeiten ausschließlich mit Frischluft in Berührung kommen<br />

(first-air), hat für Begeisterung gesorgt. „Das ist bisher absolut<br />

einmalig und wird bei der robocell erstmalig gezeigt und umgesetzt.“<br />

Das Familienunternehmen groninger setzt seit vielen Jahren auf<br />

den Einsatz flexibler Roboterlösungen in ihren Anlagen, hat bei der<br />

robocell gar eigene Module entwickelt und patentieren lassen.<br />

Josef Veile, technischer Geschäftsführer der groninger & co.<br />

gmbh in Crailsheim, wo das Familienunternehmen seine Füll- und<br />

Verschließanlagen für die Pharmaindustrie baut, dazu: „Wir haben<br />

höchste Ansprüche an unsere Roboterlösungen, aber auch an deren<br />

Anwendung. Sie sollen nicht nur eingesetzt werden, um den pharmazeutischen<br />

Verarbeitungsprozess effizienter zu machen, sondern<br />

vor allem auch sicherer.“<br />

Jens Groninger, geschäftsführender Gesellschafter von groninger,<br />

freut sich über die Auszeichnung und ergänzt: „Dieser Preis bestätigt<br />

uns in dem von uns eingeschlagenen Weg. Diesen möchten<br />

wir – gemeinsam mit unseren Partnern – auch in Zukunft aktiv gestalten<br />

und hier weiterhin Maßstäbe in der Branche setzen.“<br />

robocell<br />

Das innovative Anlagenkonzept der robocell ist in Zusammenarbeit<br />

mit dem Schweizer Partnerunternehmen Skan, Technologieführer<br />

für Isolatoren, Reinraumgeräte und Dekontaminationsverfahren,<br />

entstanden.<br />

„Unser Leitgedanke bei der Konzeption der Roboterabfüllanlage<br />

war immer der intelligente Einsatz von Robotik und nicht der Einsatz<br />

von Robotik um der Robotik willen“, erklärt Veile.<br />

Dieser Grundsatz habe es den beiden Partnerunternehmen<br />

möglich gemacht, eine vollständig handschuhlose Isolator-Abfüllanlage<br />

zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. „Dabei haben<br />

wir neben den behördlichen Anforderungen auch unsere Kunden,<br />

etwa die PSM GmbH in Schiffweiler, intensiv eingebunden und deren<br />

Feedback aktiv eingefordert“, schildert auch Groninger.<br />

Herausgekommen dabei ist ein Anlagenkonzept, bei dem nahezu<br />

alle bisher durch das Bedienpersonal durchgeführten Arbeitsschritte<br />

durch eigens gefertigte Roboter ersetzt werden. Handschuheingriffe<br />

gibt es nicht mehr. Menschliche Eingriffe in die<br />

Kernprozesse des pharmazeutischen Abfüllprozesses gehören der<br />

Vergangenheit an.<br />

Auch Transportbänder bzw. konventionelle Antriebe werden<br />

nicht mehr verbaut, da deren Reinigung mitunter aufwendig, die Gefahr<br />

einer möglichen Produkt-Verunreinigung entsprechend erhöht<br />

ist. Der Transport von wahlweise vorsterilisierten Spritzen, Vials oder<br />

Zylinderampullen wird stattdessen von Robotern übernommen.<br />

Pharma-Vertriebsleiter Dirk Schuster freut sich, dass die robocell<br />

nicht nur die ISPE-Jury begeistert hat, sondern auch im Markt<br />

auf großes Interesse stößt: „Die robocell-Technologie konnte bereits<br />

mehrere namhafte Pharmazeuten von ihren Vorteilen überzeugen<br />

und wir von groninger schon einige Anlagen im Markt platzieren.“<br />

Man habe sein Portfolio mit der Anlage im Kleinchargenbereich<br />

weiter ausgebaut, so Schuster weiter. „Unseren Kunden können wir<br />

damit vom Kleinchargenbereich bis zur Hochleistungsanlage den<br />

kompletten Leistungsbereich der Verarbeitung von vorsterilisierten<br />

Spritzen, Vials und Cartridges anbieten.“<br />

groninger & co. gmbh<br />

D 74564 Crailsheim


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 45/67<br />

Luftreinhaltung: Neue Grenzwerte<br />

für Luftschadstoffe in der EU<br />

Die Europäische Kommission hat den Entwurf der neuen Luftqualitätsrahmenrichtlinie veröffentlicht. Die verschärften<br />

Grenzwerte sollen 2030 in Kraft treten.<br />

Die derzeit gültige EU-Richtlinie über Luftqualität und saubere<br />

Luft für Europa (Luftqualitätsrichtlinie 2008/50/EG)<br />

stammt aus dem Jahr 2008. Daher hatte die Europäische<br />

Kommission 2020 im Rahmen des europäischen „Green Deals“ die<br />

öffentliche Konsultation zur Überarbeitung dieser EU-Richtlinie<br />

gestartet. Auch um sie enger an die aktuellen Empfehlungen der<br />

Weltgesundheitsorganisation (WHO) anzugleichen. Nun hat die<br />

EU-Kommission einen Vorschlag für eine neue Richtlinie zur Luftreinhaltung<br />

vorgelegt, der jedoch zunächst vom EU-Parlament und<br />

vom Rat der Mitgliedsländer beraten werden muss.<br />

Darin soll beispielsweise der Jahresgrenzwert für Partikel mit einem<br />

Durchmesser unter 2,5 µm (PM2,5 Fraktion) bis zum Jahr 2030<br />

um mehr als die Hälfte gesenkt werden, nämlich von 25 auf 10 µg/<br />

m3. Mit den Vorschlägen nähern sich die Vorgaben auf EU-Ebene<br />

den Empfehlungen der WHO an. Allerdings werden die Grenzwerte<br />

der WHO, die ihre Richtwerte rein auf Basis der gesundheitlichen<br />

Vorsorge ableitet, nicht vollständig umgesetzt. Die WHO empfiehlt<br />

seit Oktober letzten Jahres nur noch einen PM2,5-Richtwert von 5<br />

µg/m3, also ein Fünftel des aktuellen EU-Grenzwertes.<br />

Den Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid will die Kommission<br />

von derzeit 40 auf 20 µg/m3 absenken. Der WHO-Richtwert liegt<br />

hier bei nur 10 µg/m3. Die Kommission spricht bei ihren Vorschlägen<br />

auch von „Zwischenzielen“. Langfristig will man sich an die<br />

WHO-Empfehlung halten. Der jetzt vorliegende Kommissionsentwurf<br />

sieht nämlich die Einführung des Ziels von „null Emissionen“<br />

bis 2050 vor. Dieses Ziel soll sicherstellen, dass die Luftqualität bis<br />

dahin so weit verbessert ist, dass die Luftverschmutzung nicht mehr<br />

schädlich für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt ist.<br />

Was bringen verschiedene Maßnahmen<br />

gegen Luftverschmutzung?<br />

„Es ist sehr wichtig, dass wir die jetzt vorgeschlagenen Grenzwerte<br />

und ihre Umsetzung bis 2030 mit Blick auf saubere Luft für uns alle<br />

in Europa sehr ernst nehmen. Das Debakel um den aktuellen Stickstoffdioxid-Grenzwert<br />

von 40 µg/m3 sollte sich nicht wiederholen:<br />

Dieser wurde nämlich 2008 beschlossen und wird noch immer nicht<br />

flächendeckend in Deutschland und Europa eingehalten“, so Prof.<br />

Isabelle Franzen-Reuter, Vorsitzende des Fachbereichs III „Umweltqualität“<br />

der VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft.<br />

In die fachliche Bewertung der verschiedenen Kosten-Nutzen-<br />

Analysen verschiedener Maßnahmenpakete zur Verbesserung der<br />

Luft in Europa fließen auch Maßzahlen zu Belastungen einer Bevölkerung<br />

durch Erkrankungen und Todesfällen ein. Hier ist das Konzept<br />

der „Umweltbedingten Krankheitslast“ (engl. Environmental<br />

Burden of Disease) maßgeblich. Anders als Indikatoren zum individuellen<br />

Gesundheitszustand können bevölkerungsbezogene Maße<br />

die Auswirkungen von Risikofaktoren, aber auch in einem zweiten<br />

Schritt von Präventions- oder Interventionsmaßnahmen, für die<br />

gesamte Bevölkerung vergleichend quantifizieren und somit zur<br />

Priorisierung von Maßnahmen verwendet werden. So können beispielsweise<br />

die positiven gesundheitlichen Effekte von Maßnahmen<br />

zur Verbesserung der Luftqualität dargestellt und in ihrem Nutzen<br />

gegeneinander abgewogen werden.<br />

Die Berechnungsmethodik der Umweltbedingten Krankheitslast<br />

wird auch in einem VDI-Statusreport „Potenziale und Herausforderungen<br />

bei der Nutzung von bevölkerungsbezogenen Summenmaßen<br />

im Bereich Umwelt und Gesundheit“ vorgestellt. Es<br />

wird erklärt, wie die Gesundheitsindikatoren berechnet werden<br />

und was sie aussagen. Weiterhin wird über die Potenziale aber auch<br />

Grenzen der Berechnung der verwendeten Indikatoren transparent<br />

aufgeklärt und auf sogenannte „Fallstricke der Interpretation“ hingewiesen.<br />

Damit wird z.B. Entscheidenden in der Praxis und einer<br />

breiteren Öffentlichkeit eine verständliche und praktikable Hilfestellung<br />

gegeben, was die Maßzahlen aussagen und wie sie in der<br />

öffentlichen Kommunikation richtig eingeordnet und verwendet<br />

werden können.<br />

Erarbeitet wird der Statusreport von ExpertInnen aus dem Gesundheitsbereich<br />

und der Wissenschaft, die im VDI-Fachbereich<br />

„Umweltqualität“ der VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft<br />

(KRdL) zusammenarbeiten. Mit der Veröffentlichung des VDI-Statusreport<br />

ist zu Beginn <strong>2023</strong> zu rechnen. Er kann dann unter www.<br />

vdi.de/publikationen kostenfrei heruntergeladen werden.<br />

VDI Verein Deutscher Ingenieure<br />

Postfach 10 11 39<br />

D 40468 Düsseldorf<br />

Telefon: +49 211 6214-251 Telefax: +49 211 6214-177<br />

eMail: wollstein@vdi.de<br />

Internet: http://www.vdi.de/tga


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 46/67<br />

Simulationswerkzeug zur besseren Vorhersage<br />

des Wärmeflusses in RF-Bausteinen für 5G und 6G<br />

Diese Woche präsentiert imec, weltweit führendes Forschungs-<br />

und Innovationszentrum für Nanoelektronik und<br />

digitale Technologien, auf dem International Electron Devices<br />

Meeting 2022 (IEEE IEDM 2022) einen Monte-Carlo-Boltzmann-Modellierungsrahmen,<br />

der zur Vorhersage des 3D-Wärmetransports<br />

in hochentwickelten HF-Bausteinen für die drahtlose<br />

5G- und 6G-Kommunikation zum ersten Mal mikroskopische<br />

Wärmeträgerverteilungen verwendet. Fallstudien mit GaN-HEMTs<br />

(High-Electron-Mobility-Transistoren) und InP-Heterojunction-<br />

Bipolartransistoren (HBTs) ergaben Spitzentemperaturen, die bis zu<br />

dreimal höher liegen als bei konventionellen Vorhersagen mit Bulk-<br />

Materialeigenschaften. Das neue Tool von Imec wird sehr nützlich<br />

sein, um die Optimierung von HF-Bausteinen der nächsten Generation<br />

in Richtung thermisch verbesserter Designs zu lenken.<br />

GaN- und InP-basierte Bauelemente haben sich aufgrund ihrer<br />

hohen Ausgangsleistung und Effizienz als interessante Kandidaten<br />

für 5G-mm-Wellen- bzw. 6G-Sub-THz-Mobilfunk-Frontend-<br />

Anwendungen erwiesen. Um diese Bauelemente für HF-Anwendungen<br />

zu optimieren und kostengünstig zu gestalten, wird der<br />

Hochskalierung der III/V-Technologien auf eine Si-Plattform und<br />

ihrer CMOS-Kompatibilität große Aufmerksamkeit geschenkt. Mit<br />

schrumpfenden Baugrößen und steigenden Leistungen ist die Erwärmung<br />

jedoch zu einem großen Problem für die Zuverlässigkeit<br />

geworden, was die weitere Skalierung von HF-Bausteinen behindern<br />

könnte.<br />

Nadine Collaert, Programmdirektorin für Hochfrequenztechnik<br />

bei imec: „Die Abstimmung des Designs von GaN- und InP-basierten<br />

Bausteinen auf optimale elektrische Leistung verschlechtert oft<br />

die thermische Leistung bei hohen Betriebsfrequenzen. Bei GaNon-Si-Bausteinen<br />

haben wir zum Beispiel vor kurzem enorme Fortschritte<br />

bei der elektrischen Leistung erzielt, so dass der Wirkungsgrad<br />

und die Ausgangsleistung zum ersten Mal mit denen von GaNon-Siliziumkarbid<br />

(SiC) gleichgezogen haben. Die weitere Erhöhung<br />

der Betriebsfrequenz der Bausteine erfordert jedoch eine Verkleinerung<br />

der bestehenden Architekturen. In diesen begrenzten Mehrschichtstrukturen<br />

ist der Wärmetransport jedoch nicht mehr diffus,<br />

was exakte Vorhersagen der Erwärmung erschwert. Unser neuartiger<br />

Simulationsrahmen, der gute Übereinstimmungen mit unseren<br />

thermischen GaN-on-Si-Messungen liefert, hat Temperaturspitzen<br />

Abbildung 2 - Geometrie des in der 3D-Simulation<br />

verwendeten InP-Nanoridge-HBT.<br />

Abbildung 1 - Gemessener und vorhergesagter Wärmewiderstand<br />

in Abhängigkeit von der Lamellenbreite von GaN-on-Si-HEMTs<br />

mit zwei Lamellen.<br />

Abbildung 3 - Auswirkungen von nicht-diffusiven thermischen<br />

Transporteffekten (wie in der Monte-Carlo-Simulation von imec erfasst)<br />

in InP-Nanoridge-HBTs.


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 47/67<br />

ergeben, die bis zu dreimal höher sind als bisher vorhergesagt. Dies<br />

wird uns bei der Optimierung der Layouts dieser HF-Bausteine in<br />

der frühen Entwicklungsphase helfen, um den richtigen Kompromiss<br />

zwischen elektrischer und thermischer Leistung zu finden.“<br />

Eine entsprechende Analyse erweist sich auch als sehr wertvoll<br />

für die neuartigen InP-HBTs, bei denen der Modellierungsrahmen<br />

von imec den wesentlichen Einfluss des nicht-diffusiven Transports<br />

auf die Selbsterwärmung in komplexen skalierten Architekturen<br />

aufzeigt. Für diese Bausteine ist das Nanoridge-Engineering (NRE)<br />

ein interessanter Ansatz für die heterogene Integration aus Sicht<br />

der elektrischen Leistung. „Während die sich verjüngenden Ridge<br />

Bottoms eine niedrige Defektdichte innerhalb der III-V-Materialien<br />

ermöglichen, führen sie jedoch zu einem thermischen Engpass für<br />

die Wärmeabfuhr in Richtung Substrat“, erklärt Bjorn Vermeersch,<br />

wissenschaftlicher Leiter des Teams für thermische Modellierung<br />

und Charakterisierung am imec. „Unsere 3D-Monte-Carlo-Simulationen<br />

von NRE-InP-HBTs zeigen, dass die Ridge-Topologie den<br />

Wärmewiderstand um über 20 Prozent im Vergleich zu einer hypothetischen<br />

monolithischen Mesa gleicher Höhe erhöht. Unsere<br />

Analysen zeigen darüber hinaus den direkten Einfluss des Ridge-<br />

Materials (z.B. InP vs. InGaAs) auf die Selbsterwärmung, was einen<br />

zusätzlichen Ansatzpunkt für die thermische Verbesserung der Designs<br />

bietet.“<br />

Diese Ergebnisse wurden in zwei Vorträgen auf der IEDM 2022<br />

vorgestellt, und zwar von Bjorn Vermeersch über thermische Modellierung<br />

und von Nadine Collaert über GaN- und InP-Technologien<br />

für die kommende Generation drahtloser Hochleistungskommunikation<br />

[papers 11.5 and 15.3].<br />

IMEC Belgium<br />

BL 30<strong>01</strong> Leuven<br />

Schmalz wächst weiter – in Tschechien<br />

Schmalz verantwortet den Vertrieb seiner Produkte in Tschechien ab sofort selbst. Dazu hat das Unternehmen im Osten<br />

des Landes eine Tochtergesellschaft gegründet. Die Leitung übernimmt Dr. Aleš Havránek.<br />

Dr. Aleš Havránek ist Geschäftsführer<br />

der neuen Vertriebsgesellschaft<br />

von Schmalz in Tschechien.<br />

(Bild: J. Schmalz GmbH)<br />

Fabulous 29: Seit Mitte Oktober 2022 ist die Schmalz-Familie nun an 29 Standorten vertreten. Denn die<br />

J. Schmalz GmbH gründete am 19. des Monats eine neue Tochtergesellschaft in Hranice na Moravě. Mit<br />

der Schmalz s.r.o. nimmt der Vakuum-Experte den Vertrieb seines umfangreichen Portfolios in Tschechien<br />

in die eigenen Hände.<br />

Die Entwicklung und Leitung des neuen Standortes verantwortet Dr. Aleš Havránek. Der 47-jährige<br />

promovierte Ingenieur begleitete bereits erfolgreich den Aufbau die weitere Entwicklung von Firmen in<br />

Tschechien und sammelte Erfahrungen als Geschäftsführer vor Ort: Er war Leiter des Kompetenzzentrums<br />

und Vizepräsident der tschechischen Niederlassung eines deutschen Logistikunternehmens und<br />

leitete bis 2<strong>01</strong>8 zwei Schweizer Industrieunternehmen in der Tschechischen Republik, die Systeme und<br />

Komponenten für die industrielle Automatisierung, Steuerung und Sicherheit herstellen. „Wir sind sehr<br />

froh, dass wir Dr. Aleš Havránek für diese wichtige Position gewinnen konnten. Er ist in den Bereichen<br />

Intralogistik, Logistik und Automation bestens vernetzt und wird uns auf unserem Weg der Internationalisierung<br />

optimal begleiten“, sagt Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter der J. Schmalz GmbH.<br />

J. Schmalz GmbH D 72293 Glatten<br />

Deutsche Physikalische Gesellschaft ehrt Kaiserslauterer<br />

Forscher für Arbeiten in der Oberflächenphysik<br />

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) hat Dr. Benjamin Stadtmüller den Gaede-Preis verliehen.<br />

Damit würdigt sie seine Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Kontrolle dynamischer Prozesse<br />

an metall-organischer Grenzflächen. Benjamin Stadtmüller forscht an der Technischen Universität<br />

Kaiserslautern (TUK) zu sogenannten ultraschnellen Phänomenen an funktionalen Oberflächen und<br />

Grenzflächen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird für Beiträge auf dem Gebiet der Vakuumwissenschaft<br />

und -technik verliehen.<br />

In der Begründung der Jury heißt es: „In Würdigung seiner herausragenden und zukunftsweisenden<br />

Arbeiten zur Kontrolle optischer und elektronischer Eigenschaften hybrider Grenzflächen mit neu entwickelten,<br />

zeitaufgelösten und oberflächensensitiven Messmethoden.“<br />

Der Gaede-Preis wird durch die Gaede-Stiftung finanziert und von der DPG vergeben. Er wurde<br />

1985 von Dr. Manfred Dunkel gestiftet und wird seit 1986 jährlich vergeben.<br />

Die Auszeichnung wird Dr. Stadtmüller im März <strong>2023</strong> während der DPG-Frühjahrstagung der<br />

Sektion Kondensierte Materie in Dresden entgegennehmen.<br />

(Quelle: Stadtmüller)<br />

Technische Universität Kaiserslautern<br />

D 67663 Kaiserslautern


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 48/67<br />

Komplette Fertigungstiefe bei 1zu1:<br />

Erfolgreiche Integration in<br />

internationale Prototal-Gruppe<br />

3D-Druck-Spezialist strebt <strong>2023</strong> zehn Prozent Wachstum an<br />

und reorganisiert Führungsebene<br />

Das Dornbirner High-Tech-Unternehmen 1zu1 plant den Einstieg in neue Märkte in Zentral- und Nordeuropa. Neue Materialien,<br />

topmoderne Maschinen und das gruppenweite Leistungsspektrum ermöglichen erstmals die Produktion vom 3D-<br />

Druck-Prototypen bis zu Millionen-Stückzahlen im Spritzguss. Nach einem Umsatzplus von rund zehn Prozent 2022 sind<br />

für <strong>2023</strong> weitere zehn Prozent Wachstum geplant. Gründer und Geschäftsführer Wolfgang Humml geht Ende <strong>2023</strong> in den<br />

Ruhestand.<br />

Zehn Prozent Wachstum bei 1zu1 in Dornbirn im nächsten<br />

Jahr, Verdoppelung der ganzen Prototal-Gruppe bis 2025: Das<br />

internationale Unternehmensnetzwerk mit Sitz in Schweden<br />

ist auf dem Weg zum größten 3D-Druck-Anbieter Zentral- und<br />

Nordeuropas. 1zu1 zählt in der DACH-Region schon heute zu den<br />

führenden Spezialisten und zieht nach knapp zehn Monaten als Teil<br />

der Gruppe Bilanz. „Wir bereichern Prototal mit unserer Premium-<br />

Qualität, lernen voneinander und profitieren von der enormen Fertigungstiefe<br />

vom Prototyp bis zur Millionen-Serie. Dieses international<br />

verfügbare Gesamtangebot ist einzigartig“, freut sich 1zu1-Geschäftsführer<br />

Hannes Hämmerle.<br />

Die Integration verlief nach Plan. Liefersicherheiten, Knowhow-Transfer,<br />

internationale Vertriebsnetzwerke und beschleunigte<br />

Materialeinführungen förderten bei 1zu1 schon im ersten Jahr als<br />

Prototal-Mitglied den wirtschaftlichen Aufwärtstrend. Nach 2021<br />

erwartet das Unternehmen auch 2022 wieder ein Umsatzplus von<br />

rund zehn Prozent. Im kommenden Jahr ist eine Steigerung um weitere<br />

zehn Prozent geplant – auch beim Personal wird aufgestockt.<br />

„Wir wachsen weiter und werden auch in Zukunft unsere Gewinne<br />

am Standort Dornbirn investieren“, freut sich Hämmerle.<br />

Die Freiheit in der Unternehmensführung ist einer der Erfolgsfaktoren<br />

von Prototal, wie CEO Jan Löfving betont: „Wir koordinieren<br />

und unterstützen die Weiterentwicklung gut funktionierender<br />

Betriebe. Alle Prototal-Unternehmen eint der hohe Qualitätsanspruch.<br />

1zu1 steht innerhalb der Gruppe für das Top-Qualitätssegment.<br />

Die hochpräzisen Leistungen können wir nun auch in<br />

anderen Ländern und Märkten anbieten.“ Bis 2025 will Prototal<br />

durch Zukäufe innovativer Unternehmen weitere Märkte erschließen<br />

und bestehende ergänzen. Ziel ist die Betreuung der<br />

Kunden in ganz Europa über den gesamten Produktlebenszyklus<br />

in allen Technologien der Gruppe: 3D-Druck, Vakuum- und<br />

Spritzguss.<br />

Wissenstransfer, Weichstellung und Nachhaltigkeit<br />

Best-Practice-Beispiele wie die von 1zu1 entwickelte ERP-Software<br />

erhöhen die Effizienz in der Gruppe. „Wir profitieren vom Netzwerk<br />

und die anderen Standorte von uns. Gemeinsam sind wir stärker“,<br />

ist Geschäftsführer Wolfgang Humml überzeugt. Der Firmengründer<br />

wird sich Ende <strong>2023</strong> nach mehr als 26 Jahren in den Ruhestand<br />

1zu1 mit Firmensitz in Dornbirn ist das größte Unternehmen der schwedischen<br />

Prototal-Gruppe. Es bereichert das internationale Angebot mit<br />

Premium-Qualität im 3D-Druck, Vakuum- und Spritzguss.<br />

High-Tech-Unternehmen 1zu1 und Eigentümer Prototal streben im<br />

kommenden Jahr 10 Prozent Wachstum für Dornbirn an. Der gruppenweite<br />

Umsatz soll bis 2025 verdoppelt werden. Im Bild (v. l. n. r.):<br />

Hannes Hämmerle (Geschäftsführer 1zu1), Jan Löfving (CEO Prototal)<br />

und Wolfgang Humml (Geschäftsführer 1zu1).


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 49/67<br />

verabschieden. Bis dahin unterstützt er die gruppenweite Implementierung<br />

des ERP-Programms und die optimale Übergabe der<br />

Funktionsbereiche Produktion, HR, IT sowie Qualitätssicherung<br />

und -management. Ab 2024 soll Co-Gründer Hannes Hämmerle das<br />

Unternehmen als alleiniger Geschäftsführer mit erweitertem Führungsteam<br />

leiten.<br />

Die Vorteile des Netzwerks will 1zu1 künftig auch beim Thema<br />

Nachhaltigkeit nutzen. „Die gesamte Kunststoffbranche wird sich in<br />

Zukunft immer mehr mit dem Klimaschutz auseinandersetzen müssen.<br />

Wir wollen vorangehen und mitgestalten“, erklärt Hämmerle.<br />

Die Unternehmensgruppe verwendet im 3D-Druck bereits biobasierte<br />

Werkstoffe, während in Schweden der Einsatz von Post-Consumer-Recyclingmaterial<br />

(PCR) forciert wird. Nicht zuletzt sorgen<br />

die Standorte von Norwegen bis Italien für kürzere Transportwege<br />

zu den Kunden.<br />

1zu1 Prototypen GmbH & Co KG<br />

A 6850 Dornbirn<br />

Mit High-Performance Computing und Machine<br />

Learning zur neuen Generation von kohlenstofffreien<br />

Brennkammersystemen<br />

TU-Prof. Dr. Abdulla Ghani erhält renommierten ERC-Starting Grant<br />

mit einem Fördervolumen von 1,5 Millionen Euro für seine Forschung<br />

Über 80 Prozent der weltweit verbrauchten<br />

Energie wird durch<br />

Verbrennungsprozesse erzeugt.<br />

An diesem Wert wird sich, nach heutigem<br />

Kenntnisstand, mittelfristig wenig ändern.<br />

Verbrennungsvorgänge, die beispielsweise<br />

in industriellen Hochöfen, Haushaltsbrennern,<br />

Trägerraketen, Gasturbinen<br />

und Triebwerken stattfinden, haben einen<br />

negativen Einfluss auf das Klima, und es<br />

besteht Handlungsbedarf. Ziel ist es, den<br />

Brennstoffverbrauch maximal zu senken,<br />

damit Verbrennungsprozesse effizienter,<br />

sauberer und leiser werden. Dabei treten instationäre<br />

Phänomene auf, die sich aus dem<br />

unerwünschten Zusammenspiel zwischen<br />

der Akustik, der Verbrennung und der Strömung<br />

ergeben. Nicht selten führen diese<br />

Ereignisse zu kostspieligen Totalschäden<br />

an den Prototypen in der Designphase. Forschung<br />

und Industrie bemühen sich, diese<br />

Vorgänge fundamental zu verstehen, um daraus<br />

die Technologie für morgen abzuleiten.<br />

Das interdisziplinäre Projekt „Taming<br />

Combustion Instabilities by Design Principles<br />

(TACOS)“, für das Prof. Dr. Abdulla Ghani<br />

mit dem ERC-Starting-Grant des Europäischen<br />

Forschungsrates (European Research<br />

Council, ERC) ausgezeichnet wurde, forscht<br />

daran, diese instationären Phänomene auszuschließen.<br />

„In dem Projekt verbinde ich<br />

Konzepte aus der theoretischen Physik mit<br />

hochaufgelösten numerischen Strömungssimulationen<br />

von Verbrennungsprozessen,<br />

für deren Berechnung Supercomputer be-<br />

nötigt werden. Die hier erzeugten Daten<br />

werden mit Methoden des Maschinellen<br />

Lernens ausgewertet, um einen zusätzlichen<br />

Wissensgewinn zu schaffen“, erläutert<br />

Prof. Dr. Abdulla Ghani, der an der TU Berlin<br />

das Fachgebiet „Data Analysis and Modeling<br />

of Turbulent Flows“ leitet. Der Fokus<br />

seiner Forschungen liegt darauf, die derzeitigen<br />

technologischen Barrieren zu überwinden,<br />

damit kohlenstofffreie Brennstoffe<br />

wie zum Beispiel Wasserstoff und Ammoniak<br />

effizient genutzt werden können. „So<br />

kann meine Forschung einen signifikanten<br />

Beitrag zur Energiewende liefern“, sagt Prof.<br />

Dr. Abdulla Ghani. Das Vorhaben wird über<br />

fünf Jahre mit 1,5 Millionen Euro gefördert.<br />

Mit den „Starting Grants“ unterstützt<br />

der ERC international herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen<br />

und -wissenschaftler<br />

beim Auf- oder Ausbau einer unabhängigen<br />

Forschungsgruppe im Bereich<br />

der Grundlagenforschung.<br />

Zur Person:<br />

Prof. Dr. Abdulla Ghani studierte an der TU Berlin Luft- und Raumfahrttechnik mit dem Schwerpunkt<br />

Aerodynamik. Von 2<strong>01</strong>2 bis 2<strong>01</strong>5 promovierte er am Centre Européen de Recherche et de Formation<br />

Avancée en Calcul Scientifique (CERFACS) in Toulouse (Frankreich). Es folgten mehrjährige Forschungsaufenthalte<br />

als Postdoktorand am Institut de Mécanique des Fluides de Toulouse und an<br />

der TU München. Seit 2020 leitet er als Juniorprofessor das Fachgebiet „Data Analysis and Modeling<br />

of Turbulent Flows“ an der TU Berlin. Prof. Dr. Abdulla Ghani arbeitet mit international führenden<br />

Forschungsteams aus den USA, England, Norwegen und Frankreich zusammen und kooperiert<br />

mit lokalen Industriepartnern wie Siemens Energy und Rolls Royce Deutschland.<br />

Mit dem ERC-Starting-Grant ausgezeichnet:<br />

Prof. Dr. Abdulla Ghani.<br />

Technische Universität Berlin<br />

D 10587 Berlin


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 50/67<br />

Energieeffizientere Geräte dank Spintechnologie<br />

Rund 6,3 Millionen Euro EU-Förderung für zwei Projekte<br />

Ob Smartphone, Smartwatch oder ein normaler Rechner – elektronische Geräte verbrauchen viel Energie. Neue Technologien,<br />

welche die Spinforschung ermöglicht hat, können helfen, den Verbrauch zu senken, etwa indem sie in gängige Halbleiter-<br />

und Mikrochips integriert werden. An der TU Kaiserslautern (TUK) befassen sich zwei neue, von der Europäischen<br />

Union (EU) geförderte Forschungsprojekte mit der Thematik. Eines wird an der TUK koordiniert und durch die EU mit 3,3<br />

Millionen Euro gefördert, wobei 525.000 Euro nach Kaiserslautern gehen. Das andere Vorhaben wird in Belgien geleitet.<br />

Dafür stellt die EU rund drei Millionen Euro bereit, wovon 310.000 Euro für Arbeiten an der TUK bestimmt sind.<br />

Juniorprofessor Dr. Philipp Pirro (links) und<br />

Professor Dr. Mathias Weiler. (View/Voss TUK)<br />

Um elektronische Geräte energieeffizienter zu machen, arbeitet<br />

die Forschung daran, Spinwellen und ihre Quantenteilchen,<br />

die Magnonen, zu nutzen. Diese können mehr<br />

Informationen transportieren als Elektronen und gleichzeitig deutlich<br />

weniger Energie verbrauchen. Spinwellen wiederum sind die<br />

kollektive Anregung von magnetischen Momenten in einem magnetischen<br />

Material. Beim Spin handelt es sich um den Eigendrehimpuls<br />

eines Quantenteilchens, beispielsweise eines Elektrons oder<br />

Neutrons. Er ist die Grundlage aller magnetischen Phänomene.<br />

In den beiden von der EU geförderten Projekte geht es darum,<br />

die Erkenntnisse der Spin- und Magnonikforschung in die Anwendung<br />

zu bringen. Bei „Magnonics meets micro-electro-mechanical<br />

systems: a new paradigm for communication technology and radiofrequency<br />

signal processing“ (M&MEMS) soll die Spintechnologie<br />

fit für vorhandene elektronische Geräte gemacht werden.<br />

Das Team setzt dabei auf die Kombination von magnonischen<br />

Systemen mit mikromechanischen Systemen, sogenannte MEMS-<br />

Chips. MEMS steht für „micro-electro-mechanical systems“. „Dabei<br />

handelt es sich zum Beispiel um mikroskopische Motoren oder<br />

Beschleunigungssensoren, die unter anderem in Smartphones vorkommen“,<br />

sagt der Projektkoordinator Juniorprofessor Philipp Pirro,<br />

der an der TUK im Gebiet des Magnetismus forscht. „Magnonische<br />

Systeme lassen sich über Magnetfelder steuern. Diese werden meist<br />

durch Elektromagneten erzeugt und dafür benötigt man bisher allerdings<br />

Strom.“ Sein Kollege Professor Dr. Mathias Weiler, der an<br />

der TUK zu angewandten Spinphänomenen forscht, ergänzt: „Das<br />

macht das Ganze derzeit noch ineffizient.“<br />

Hier kommen nun diese mikromechanischen Systeme ins Spiel.<br />

„Darin wollen wir kleine Permanentmagneten positionieren, um ein<br />

Magnetfeld zu erzeugen“, so Weiler weiter. „Ist dies einmal getan,<br />

benötigt man keine weitere Energie mehr.“ Die Feldstärke des Magneten<br />

lässt sich steuern, indem man ihn näher an das magnonische<br />

Element heranbringt oder entsprechend weiter entfernt. Somit wäre<br />

der Energiebedarf beziehungsweise der -verbrauch sehr gering. „Das<br />

ist vor allem für mobile Geräte interessant“, nennt Pirro als Beispiel.<br />

An dem Vorhaben, welches von der Technischen Universität<br />

Kaiserslautern (TUK) koordiniert wird, sind acht Partnern aus fünf<br />

EU-Staaten beteiligt. Darunter sind Universitäten wie die TU München<br />

und das Politecnico di Milano sowie führende Technologieunternehmen<br />

im Bereich der Hochfrequenzkommunikation wie Nokia<br />

und Thales. An der TUK werden Pirro und Weiler von Professor Dr.<br />

Burkard Hillebrands unterstützt, dem Leiter der Arbeitsgruppe Magnetismus.<br />

Im zweiten geförderten Projekt „Computation Systems Based on<br />

Hybrid Spin-wave–CMOS Integrated Architectures“ (SPI<strong>DE</strong>R) geht<br />

es ebenfalls um magnonische Elemente. „Wir möchten ein System<br />

bauen, bei dem die Magnonik an einen Standardcomputer angeschlossen<br />

und in gängige Halbleiterelemente integriert wird“, erläutert<br />

Pirro. Im Blick hat das Forscherteam dabei sogenannte Complementary<br />

metal-oxide-semiconductor, kurz CMOS. Sie kommen<br />

in allen gängigen Rechnern vor. „Schaffen wir es, die Magnonik mit<br />

den Techniken und Chips, die es schon gibt, kompatibel zu machen,<br />

hätten wir eine geringere Einstiegshürde, um die Magnonik in die<br />

Anwendung zu bringen.“<br />

An dem Vorhaben sind neben der TUK und der Fraunhofer-Gesellschaft<br />

noch vier weitere europäische Partner beteiligt. Koordiniert<br />

wird es am Interuniversity Microelectronics Centre (IMEC) im<br />

belgischen Löwen.<br />

Die Arbeiten zu beiden Projekten werden im neuen Forschungsgebäude<br />

LASE (Laboratory for Advanced Spin Engineering) auf dem<br />

Campus der TUK stattfinden, wo Forscherinnen und Forscher aus<br />

Physik, Chemie und den Ingenieurwissenschaften Spin-Phänomenen<br />

gemeinsam auf den Grund gehen. Erst vor kurzem haben Professor<br />

Weiler und Juniorprofessor Pirro jeweils einen ERC Grant vom<br />

Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) erhalten,<br />

um ebenfalls im Spinbereich zu forschen. Die ERC Grants<br />

zählen zu den renommiertesten Forschungsförderungen weltweit.<br />

Den Grundstein zu den Vorhaben gelegt haben die Teams um<br />

die beiden Physiker unter anderem mit Arbeiten in dem vom Land<br />

geförderten Zentrum für Optik und Materialwissenschaften, kurz<br />

OPTIMAS, und im Sonderforschungsbereich „Spin + X“, der von der<br />

Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird.<br />

Im Rahmen der neuen Projekte wird es auch wissenschaftliche<br />

Stellen geben. Interessierte mit entsprechenden Qualifikationen<br />

können sich gerne bewerben.<br />

Technische Universität Kaiserslautern<br />

D 67663 Kaiserslautern


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 51/67<br />

Sumitomo (SHI) Demag tritt<br />

Verbundinitiative R-Cycle bei<br />

Expertise bei Dünnwandverpackungen und Know-how bei IML und ICM<br />

soll eingebracht werden.<br />

Mit dem Beitritt zur Initiative R-Cycle will Sumitomo (SHI) Demag GmbH, Schwaig, ihre große Expertise bei Kunststoffverpackungsanwendungen<br />

im Dünnwandbereich und bei Eimern in die gesamte Branche einbringen. „Wir sind davon<br />

überzeugt, dass eine breite Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette von Kunststoffverpackungen<br />

den größten Einfluss auf die Umwandlung der linearen in eine Kreislaufwirtschaft haben wird. Darüber hinaus kann der<br />

Einsatz von digitalen Produktpässen in vielen Bereichen unseres täglichen Geschäfts Vorteile bringen“, erklärte Christoph<br />

Wynands, Produktmanager für Verpackungsmaschinen.<br />

„Als Spezialist für dünnwandige Verpackungen in der Lebensmittelindustrie<br />

bestehen die meisten Produkte, die auf unseren Maschinen<br />

hergestellt werden, aus PP oder HDPE. Unsere Kunden wollen<br />

den Rezyklatanteil in ihren Produkten deutlich erhöhen“, sagte Wynands<br />

und erläuterte: „Um dies wirtschaftlich tun zu können, sind<br />

sie besonders auf saubere Rezyklatströme angewiesen. Leider fehlen<br />

in Europa noch die entsprechenden Zulassungen für den breiten<br />

Einsatz von werkstofflich rezyklierten Polyolefinen im Lebensmittelbereich.<br />

Daher wollen wir hier Unterstützung leisten und sehen<br />

in R-Cycle eine großartige Chance, die Reinheit und Qualität von<br />

PP- und HDPE-Recyclingströmen so weit zu verbessern, dass die<br />

notwendigen Lebensmittelzulassungen für den Einsatz dieser Rezyklate<br />

erreicht werden können.“<br />

Sumitomo (SHI) Demag will hier sein Know-how mit Technologien<br />

wie In-Mold-Labelling (IML) und Injection-Compression-<br />

Moulding (ICM) einbringen, um überzeugende Anwendungen zu<br />

generieren und diese in branchenübergreifenden Projekten allen<br />

Beteiligten zur Verfügung zu stellen. „Auf diese Weise werden wir<br />

neues Wissen generieren, um möglichst viele Verpackungshersteller<br />

kompetent beraten und überzeugen zu können“, so der Produktmanager.<br />

Die Digitalisierung sei der Schlüssel für eine Kreislaufwirtschaft<br />

und könne die notwendige Transparenz in die verschiedenen<br />

Prozessschritte der Kette transportieren – egal ob für die effektivere<br />

Sortierbarkeit von Kunststoffen im Recyclingprozess oder als Informationsträger<br />

in der Kommunikation zwischen verschiedenen Maschinen-<br />

und Verarbeitungsprozessen<br />

im Rahmen von Industrie<br />

4.0-Anwendungen.<br />

Das Unternehmen will die<br />

Technologie des digitalen Produktpasses<br />

nutzen, um in Zukunft<br />

detaillierte Transparenz über den<br />

Footprint ihrer Maschinen zu<br />

schaffen. Wynands: „Wir überprüfen<br />

und analysieren unsere<br />

Christoph Wynands, Produktmanager<br />

für Verpackungsmaschinen<br />

bei Sumitomo (SHI) Demag.<br />

interne Wertschöpfungskette<br />

und diskutieren mit Partnern und<br />

Lieferanten in unserem Netzwerk<br />

den Carbon Footprint unserer<br />

eigenen Maschinen. Um diesen<br />

zu reduzieren verbessern wir die<br />

Lieferkette, wo immer es möglich<br />

und notwendig. Darüber hinaus sind nachhaltige Maßnahmen und<br />

ökologisches Verhalten seit vielen Jahren unsere ureigene DNA. Die<br />

ökologischen Auswirkungen und Nachhaltigkeitsaspekte sind zwei<br />

der wichtigsten Kriterien in unseren Rankings, wenn wir alle unsere<br />

Neuentwicklungen bewerten und priorisieren“, ergänzte er.<br />

Aus diesem Grund sei das Maschinenportfolio mit Blick auf vollelektrische<br />

Spritzgießmaschinen und leistungsstarke Dienstleistungen<br />

gestrafft worden, um beispielsweise Partner und Kunden beim<br />

verantwortungsvollen Umgang mit Neuware zu unterstützen und ihnen<br />

zu ermöglichen, den Recyclinganteil in ihren Produkten zu erhöhen.<br />

„Bereits in naher Zukunft ist es für unsere Kunden möglich,<br />

den Energieverbrauch ihrer Verpackungsproduktion zu halbieren,<br />

indem sie von einer konventionellen Hybrid-Spritzgießmaschine<br />

auf unsere vollelektrische PAC-E aufrüsten, ohne eine einzige Millisekunde<br />

Zykluszeit zu verlieren“, versichert Wynands.<br />

Das Konzept der Initiative R-Cycle wurde erstmals auf der K<br />

2<strong>01</strong>9 in Düsseldorf vorgestellt. Der offizielle Start des Verbundprojekts<br />

erfolgte im Juni 2020. Damit soll Forderungen, die von der EU<br />

im Rahmen des Circular Economy Action Plans oder in Deutschland<br />

mit dem neuen Verpackungsgesetz formuliert wurden, entsprochen<br />

werden. So soll Transparenz entlang der Wertschöpfungskette entstehen,<br />

wobei insbesondere recyclingrelevante Eigenschaften und<br />

Inhaltsstoffe von Kunststoffverpackungen im Produktionsprozess<br />

digital und automatisiert dokumentiert werden, um sie für den Recyclingprozess<br />

zu nutzen. Dies soll eine präzisere Sortierung von<br />

Kunststoffabfällen ermöglichen, um hochwertiges Rezyklat herzustellen<br />

und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.<br />

Sumitomo (SHI) Demag<br />

Sumitomo (SHI) Demag tritt Verbundinitiative R-Cycle bei.<br />

D 90571 Schwaig


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 52/67<br />

Pharmaverpackung:<br />

Auf die Sicherheit kommt es an<br />

Die Nachfrage nach pharmazeutischen Produkten steigt weltweit,<br />

immer mehr Medikamente kommen in immer kürzerer<br />

Zeit auf den Markt. Allein im letzten Jahr lag der Umsatz auf<br />

dem deutschen Pharmamarkt – dem größten in Europa und dem<br />

viertgrößten weltweit – bei rund 53,6 Milliarden Euro. Das Volumen<br />

hat sich laut Statista in den letzten fünfzehn Jahren mehr als verdoppelt<br />

und so wurden zuletzt knapp 100 Milliarden Zähleinheiten, also<br />

Tabletten, Portionsbeutel, Injektionen etc. verkauft. Sie alle müssen<br />

hygienisch und sicher verpackt werden und dabei strenge gesetzliche<br />

Vorschriften erfüllen. Das stellt hohe Anforderungen an Packmittel,<br />

Abfüllprozesse und Verpackungsmaschinen.<br />

Spätestens seit der Pandemie ist klar, wie wichtig die schützende<br />

Verpackung für Impfstoffe, Medikamente, Desinfektionsmittel<br />

und andere medizinische Produkte ist. Am Beispiel der Corona-<br />

Impfstoffe haben wir gesehen, dass es mit der Entwicklung eines<br />

Vakzins nicht getan ist. Zahlreiche Player entlang der gesamten Lieferkette<br />

mussten gut zusammenspielen, damit Millionen Menschen<br />

vor dem Virus geschützt werden konnten. Milliarden Glasfläschchen<br />

für den Impfstoff waren dazu ebenso nötig wie Spezialkühlboxen für<br />

den Transport und besondere Tiefkühlschränke für die Lagerung.<br />

Wenn sich vom 4. bis 10. Mai <strong>2023</strong> die Verpackungswelt in Düsseldorf<br />

zur interpack trifft, wird es auch um Innovationen rund um<br />

Herstellung, Verpackung und Logistik von Pharmaprodukten gehen,<br />

darunter auch neue Lösungen für das Problem der Produktpiraterie.<br />

Die Pharmabranche ist wie keine andere von Fälschungen betroffen.<br />

Das lukrative Geschäft mit gefälschten Medikamenten, die<br />

im günstigen Fall nur weniger Wirkstoff enthalten, aber auch mit<br />

unbekannten, gesundheitsschädlichen Substanzen versetzt sein<br />

können, hat mit dem wachsenden Onlinehandel nochmal an Fahrt<br />

aufgenommen. Die WHO geht davon aus, dass mehr als die Hälfte<br />

der Arzneimittel, die online auf illegalen Websites gekauft werden,<br />

gefälscht sind. Der geschätzte Marktwert gefälschter Arzneimittel<br />

liegt bei rund 75 Milliarden US-Dollar pro Jahr.<br />

Fälschungsschutz durch Sicherheitsmerkmale<br />

Hinzu kommt, dass die globalen Lieferketten immer komplexer<br />

werden. Wirkstoffe werden oft in einem Land hergestellt, in einem<br />

anderen verarbeitet und verpackt und schließlich über Grenzen<br />

hinweg vertrieben und vermarktet. Der europäische Gesetzgeber<br />

hat daher bereits vor Jahren mit der EU-Richtlinie 2<strong>01</strong>1/62/EU den<br />

Kampf gegen Arzneimittelfälschungen aufgenommen. Die 2<strong>01</strong>9<br />

in Kraft getretene Richtlinie schreibt eine Reihe von Sicherheitsmerkmalen<br />

für verschreibungspflichtige Medikamente vor. So muss<br />

jede Arzneimittelpackung mit einem Unique Serial Code (USC) in<br />

Kombination mit der Artikelnummer (GTIN), der Chargennummer<br />

(LOT), dem Verfallsdatum (EXP) und dem Namen des Herstellers<br />

versehen sein. Alle Informationen werden in einem 2D-Data-Matrix-Code<br />

verschlüsselt, der dann in Klartext mit einer bestimmten<br />

Mindestdruckqualität auf die Verpackung gedruckt wird. Zusätzlich<br />

zu dem einmaligen Code muss jede Verpackung manipulationssichere<br />

Merkmale tragen.<br />

Unternehmen wie interpack-Aussteller Bluhm Systeme entwickeln<br />

seit Jahren Codier- und Etikettierlösungen für Arzneimittelverpackungen,<br />

die der EU-Richtlinie für fälschungssichere Verpackungen<br />

entsprechen. Dazu gehören verschiedene Kennzeichnungslösungen,<br />

z. B. Laser- oder Inkjetcodierer, Thermotransferdrucker,<br />

Etikettiersysteme und die passende Software. So druckt der<br />

für die Arzneimittelcodierung entwickelte Tintenstrahlmarkierer<br />

Integra One eindeutige Identifikationscodes, Barcodes oder Datamatrix-Codes<br />

auf eine Vielzahl von Pharmaverpackungen.<br />

Auch die UV-Laserbeschriftung ist eine bewährte Kennzeich-<br />

Der Tintenstrahldrucker Linx 8900 von Bluhm kennzeichnet<br />

Kunststoffbehälter. (Copyright: Bluhm Systeme)<br />

Die Anlage von Uhlmann macht den Umstieg von klassischen<br />

PVC-Blistern zu nachhaltigeren Monomaterialverpackungen<br />

aus PE möglich. (Copyright: Uhlmann)


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 53/67<br />

nungslösung. Domino hat 2022 ein neues UV-Lasersystem vorgestellt,<br />

das sich für die Beschriftung von Kunststoffen sowie aktuell<br />

gängigen, nachhaltigen Verpackungsmaterialien eignet, darunter<br />

auch wiederverwertbare, flexible Monomaterialfolien. Mit dem System<br />

lassen sich sowohl weiße als auch farbige Substrate kennzeichnen,<br />

ohne dabei die Barriereeigenschaften des Materials zu beeinträchtigen.<br />

Dank einer photochemischen Reaktion ist der neue Beschriftungslaser<br />

nicht auf laseraktivierende Pigmente bzw. Additive<br />

oder speziell präparierte Codierfelder angewiesen.<br />

Etiketten – mehr als nur Aufkleber<br />

Maßnahmen gegen Fälschungen können auch Sicherheitsetiketten<br />

mit Erstöffnungsindikation und integrierten offenen, verborgenen<br />

und digitalen Fälschungsschutzmerkmalen sein, die einen<br />

Manipulationsversuch irreversibel anzeigen. Für Umverpackungen<br />

bieten sich Void-Siegel an, die beim ersten Ablösen des Labels<br />

sichtbare Effekte hinterlassen. Häufig werden verschiedene Sicherheitsmerkmale<br />

kombiniert oder um Zusatzfunktionen ergänzt.<br />

Daneben sorgen digitale Etiketten mit NFC-Technologie und<br />

Track & Trace-Systeme für eine lückenlose Rückverfolgung eines<br />

Arzneimittels.<br />

Etiketten sind ein wichtiger Bestandteil von Pharmaverpackungen<br />

und dienen nicht nur dem Fälschungsschutz. Je nach Anwendung<br />

auf Primärverpackungen wie Flaschen, Blistern, Spritzen und<br />

Vials oder auf Sekundärverpackungen wie Faltschachteln müssen<br />

sie unterschiedlichste Anforderungen erfüllen: Sie tragen allgemeine<br />

Informationen, garantieren den Erstöffnungsschutz oder können<br />

teilweise abgetrennt werden, um sich in Patientenakten oder<br />

Impfausweise einkleben zu lassen. Auf Multipage-Etiketten können<br />

auch große Informationsmengen untergebracht werden, sie sind oft<br />

eine Kombination aus Etikett und Packungsbeilage. Und für Produkte,<br />

die gekühlt werden müssen, sind temperaturbeständige Etiketten<br />

nötig, die für gute Lesbarkeit während Lagerung und Transport<br />

sorgen.<br />

Zunehmend automatisiert<br />

Da Sicherheit bei pharmazeutischen Produkten an erster Stelle<br />

steht, sind auch die Anforderungen an Verpackungsmaschinen<br />

hoch. Maschinenhersteller R.Weiss beispielsweise setzt modulare<br />

Pickerlinien ein, in der Delta-Roboter Produkte in Höchstgeschwindigkeit<br />

verpacken. Für Siemens Healthineers hat das Unternehmen<br />

kürzlich eine intelligente UniRob-Turnkey-Anlage zum Verpacken<br />

diagnostischer Produkte entwickelt, die den Prozess der manuellen<br />

Bestückung von Faltkartons automatisiert. Dabei werden Multipacks<br />

in unterschiedlichen Packungsgrößen jetzt auch in umweltfreundliche<br />

Pappe-Inlays gesetzt, die den bisher verwendeten<br />

Kunststoff ersetzen. Ein Sechs-Achs-Roboter saugt die Zuschnitte<br />

aus dem Magazin an, faltet sie auf und setzt sie in den Mitnehmertransporteur<br />

ein, der flexibel und vollautomatisch an die jeweiligen<br />

Formate angepasst werden kann.<br />

Multivac hat im Bereich Healthcare ein neues Carrier-System<br />

vorgestellt, das für den kontrollierten, produktschonenden Transport<br />

von vorbefüllten Glas- oder Kunststoffspritzen zur Verpackungsmaschine<br />

sorgt. Die Spritzen werden hierfür in einem vorgelagerten<br />

Prozess separiert und orientiert in einem Werkstückträger<br />

platziert. An der Verpackungsmaschine übernimmt sie dann ein Roboter<br />

aus den Trägern und legt sie einzeln oder auch vorgruppiert in<br />

die Packungskavitäten. Die Vollständigkeitsprüfung der Packungen<br />

erfolgt durch ein Vision System von Multivac Marking & Inspection.<br />

Es kontrolliert auch bei hohem Durchsatz, ob die einzelnen Produkte<br />

korrekt in die vorgesehenen Kavitäten eingelegt sind. Sind sie es<br />

nicht, wird die entsprechende Packung automatisch ausgeschleust.<br />

Die Abfüllung flüssiger Pharmazeutika erfordert besonderes<br />

Know-how. Syntegon hat hierfür die modulare Plattform Versynta<br />

FFP (Flexible Filling Platform) entwickelt, eine individuell konfi-<br />

Die Vernetzung von Maschinen bietet Vorteile für die Effizienz und Sicherheit<br />

von Produktionsprozessen. (Copyright: Rotzinger)<br />

(Copyright: i_viewfinder stock.adobe.com<br />

200329943)


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 54/67<br />

gurierbare Maschine speziell für die aseptische Abfüllung kleiner<br />

Chargen. Die neue Abfülllösung erzielt Ausbringungsleistungen von<br />

bis zu 3.600 Vials, Spritzen oder Karpulen pro Stunde bei gleichzeitiger<br />

100-prozentiger In-Prozess-Kontrolle. Die Plattform umfasst<br />

mehrere Pharma-Handling-Units mit jeweils einem Vier-Achs-Roboter,<br />

der die Behältnisse ohne Glas-zu-Glas-Kontakt von einer<br />

Station zur nächsten befördert und so den Produktverlust reduziert.<br />

Auch Komplettanbieter Romaco hat eine neue Flüssigkeitsabfülllinie<br />

entwickelt. Macofar E ist eine Lösung zur aseptischen Abfüllung<br />

von Injektionsflüssigkeiten in Fläschchen. Die Technologie<br />

erfüllt alle Anforderungen des EU-GMP-Leitfadens zur Herstellung<br />

steriler Arzneimittel. Romaco setzt außerdem auf eine nachhaltigere<br />

Produktion und die Reduzierung von CO2-Emissionen: Durch innovative<br />

Prozessführung lassen sich beispielsweise die Produktionszeiten<br />

entscheidend verkürzen und dadurch gezielt Energie und<br />

Material einsparen. Darüber hinaus sind alle Maschinen des Herstellers<br />

in klimaneutraler Ausführung erhältlich und mit Energiemonitoren<br />

für das Nachhaltigkeitsreporting ausgestattet.<br />

Benutzerfreundliche Software<br />

Mehr Sicherheit versprechen auch Softwarelösungen, die Daten<br />

entlang der pharmazeutischen Lieferkette sammeln. Mit der Softwareplattform<br />

Pexcite von Uhlmann Pac-Systeme können Anwen-<br />

Mit der Softwareplattform Pexcite können Anwender Informationen aus<br />

allen Bereichen des Produktions- und Verpackungsprozesses erheben,<br />

sammeln, darstellen und analysieren. (Copyright: Uhlmann Pac-Systeme)<br />

Der Domino U510 UV-Beschriftungslaser ist dank einer photochemischen<br />

Reaktion nicht auf laseraktivierende Pigmente/Additive oder<br />

speziell präparierte Codierfelder angewiesen. (Copyright: Domino)<br />

derinnen und Anwender Informationen aus allen Bereichen des<br />

Produktions- und Verpackungsprozesses erheben, sammeln, darstellen<br />

und analysieren und damit je nach Bedarf unterschiedliche<br />

Aufgaben realisieren: Umsetzung von Track & Trace-Vorgaben entlang<br />

der gesamten Prozesskette, Monitoring der Produktivitä t von<br />

Maschinen und Prozessen, digitales Tool-Management oder eine<br />

zentralisierte Kontrolle und Management der gesamten Produktionsprozesse.<br />

Die Plattform kann ü ber alle genutzten digitalen Endgeräte<br />

wie Desktop-Gerä te, Tablets und Smartphones verwendet<br />

werden. „Visuell ansprechende Gestaltung, der leichte, freundliche<br />

Look and Feel bedeutet vor allem Komplexitä tsreduktion fü r die<br />

User, die Pexcite verwenden. Die Leute mü ssen gern mit unserem<br />

Produkt arbeiten und keine Angst davor haben, irgendwas falsch<br />

oder kaputt zu machen“, sagt Thomas Kreutle, Director Development<br />

& Operations Digital Solutions bei Uhlmann Pac-Systeme.<br />

Dafür wurde die Softwareplattform mit einem Red Dot Award 2022<br />

ausgezeichnet.<br />

Nachhaltige Pharmaverpackungen<br />

Die Pharmaindustrie ist noch immer zurückhaltend, wenn es um<br />

den Einsatz von recycelbaren, kreislauffähigen Materialien geht.<br />

Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten allerdings heute auch<br />

von dieser Branche mehr Engagement in Sachen Nachhaltigkeit.<br />

Die Hersteller von Pharmaverpackungen sind schon einen Schritt<br />

weiter und haben bereits zahlreiche kreislauffähige Lösungen für<br />

die Primär- und Sekundärverpackung von Medikamenten entwickelt.<br />

So sorgte im letzten Jahr die Vorstellung eines recycelbaren<br />

Papierblisters für Furore und eine recyclingfähige Monomaterial-<br />

Barriere-Tube in Pharmaqualität wurde mit einem Verpackungspreis<br />

ausgezeichnet. Kürzlich kam eine Schlauchfolie aus dem biobasierten<br />

Polymer PLA auf den Markt, die industriell kompostierbar<br />

ist und für diagnostische Flow-Pack-Anwendungen als Sterilbarrieresystem<br />

eingesetzt werden kann.<br />

Im Bereich der Primärverpackungen, also dort, wo Medikamente<br />

direkt eingepackt werden, wird es wohl noch dauern, bis sich recycelbare<br />

Monomaterialien durchsetzen. Dagegen sehen Fachleute<br />

bei den Sekundärverpackungen bereits einen Trend zu kreislauffähigen<br />

Lösungen. Die Körber Pharma GmbH hat beispielsweise<br />

eine Sekundärverpackung aus Graspapier als Alternative zu Verpackungen<br />

aus recyceltem Papier und Karton entwickelt und wurde<br />

dafür mit dem Pharmapack Sustainability Initiative Award 2022<br />

ausgezeichnet. Bei der Herstellung von Graspapier wird die Hälfte<br />

der Zellulose durch Grasfasern ersetzt und dabei deutlich weniger<br />

Wasser und Energie benötigt. Durch die nahezu unbegrenzte regionale<br />

Verfügbarkeit von Gras verkürzen sich Transportwege, wodurch<br />

beinahe 95 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden können.<br />

Körber Pharma hat bereits mit mehreren Pharmaunternehmen<br />

Test- und Entwicklungsprojekte für sichere Sekundärverpackungen<br />

aus Graskarton durchgeführt, die belegen, dass die Kosten für das<br />

neue Verpackungsmaterial denen von herkömmlichem Karton entsprechen,<br />

während das Material denselben hohen Produktschutz<br />

bietet.<br />

Auf der interpack in Düsseldorf wird sich zeigen, welche weiteren<br />

modernen Lösungen die Branche bereit hält. Vom 4. bis 10. Mai<br />

<strong>2023</strong> kann das Fachpublikum vor allem in den Hallen 15 bis 17 innovative<br />

Verpackungs- und Prozessentwicklungen für die Pharma-Industrie<br />

kennenlernen.<br />

Messe Düsseldorf GmbH<br />

D 400<strong>01</strong> Düsseldorf


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 55/67<br />

Webinar: Kostenreduzierung<br />

in der Fertigung durch effiziente<br />

Reinigungsprozesse<br />

Intelligente Automationslösung<br />

für eine Reinigungsanlage<br />

Reinigungsanlagen richtig geplant - mit modernen Automationslösungen<br />

und energieeffizienten Maßnahmen<br />

In dem Webinar am 21. und 22. Februar <strong>2023</strong> bekommen Teilnehmer<br />

wichtige Tipps, für einen sicheren, wirtschaftlichen und energieeffizienten<br />

Reinigungsprozess.<br />

Für Planer und Einkäufer von Reinigungsanlagen stellt sich häufig<br />

die Herausforderung, dass die Waschanlage intelligent in den<br />

eigenen Produktionsprozess integriert werden muss. D. h. die Automationslösung<br />

der Reinigungsanlage muss individuell auf die produktionsinterne<br />

Fördertechnik abgestimmt sein.<br />

Denn hochmoderne automatisierte Transportsysteme und<br />

Automationslösungen können in den Reinigungsprozessen nicht<br />

nur deutlich Kosten reduzieren. Man erreicht auch eine hohe Prozesssicherheit<br />

durch die sichere Bauteilführung. Zudem sorgt eine<br />

intelligente Steuerung für einen effizienten Materialfluss und trägt<br />

maßgeblich dazu bei, Durchsatz und Produktqualität nachhaltig zu<br />

stabilisieren oder sogar zu steigern.<br />

Auch das Einsparen von Energie wird in diesen Zeiten immer<br />

wichtiger. Eine moderne Reinigungsanlage kann Energie sparen,<br />

wenn wichtige Ausstattungen berücksichtigt werden.<br />

Der Webinar-Veranstalter BvL Oberflächentechnik GmbH gibt<br />

wichtige Impulse zu diesem Thema und stellt konkrete Anwendungsfälle<br />

aus der Praxis vor.<br />

Seit über 30 Jahren produziert das Unternehmen intelligente<br />

Reinigungsanlagen mit höchster Effizienz und deckt dabei die gesamte<br />

Bandbreite der industriellen Teilereinigung auf wässriger Basis<br />

ab. Die verschiedenen BvL-Anlagentypen werden so konzipiert,<br />

dass sie den unterschiedlichen Anforderungen an Reinheit und<br />

Sauberkeit, Prozessökonomie, Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit<br />

jederzeit gerecht werden.<br />

Anmeldemöglichkeit unter: https://www.bvl-cleaning.com/de/freespeed-webinar<br />

BvL Oberflächentechnik GmbH<br />

D 48488 Emsbüren


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 56/67<br />

LOUNGES 2022 - ERFOLGREICH,<br />

STARK UND INSPIRIEREND<br />

Inspire gelingt beeindruckend Restart mit bewährten Konzept<br />

und hat für <strong>2023</strong> noch viel vor.<br />

– Ein spannendes Jahr für Inspire und Partner<br />

– So war 2022 - das Jahr für Inspire<br />

– Mehr als die LOUNGES - 2022 war gut, <strong>2023</strong> wird begeistern<br />

– Nach Corona-Pause: LOUNGES in Karlsruhe und Wien wieder ein voller Erfolg<br />

Lange mussten Harald Martin, Jennifer Würsching und ihr Team warten, bis die Corona-Beschränkungen für Veranstaltungen<br />

und Messen wieder gefallen sind und sie mit den LOUNGES und anderen Veranstaltungen viele Aussteller und Besucher<br />

in die Hallen nach Karlsruhe, Wien und zum World Congress nach München locken konnten. Mit Erfolg! Neben den<br />

Veranstaltungen hat das gesamte Team noch viele weitere Projekte und Visionen auf den Weg gebracht, die im nächsten<br />

Jahr und 2024 konkrete Formen annehmen werden.<br />

Zurück aus der Zwangspause<br />

Für alle Messe-Organisatoren und Event-Manager waren die Zeiten<br />

von 2020 bis ins Frühjahr 2022 hart - aus bekannten Gründen. Doch<br />

statt Trübsal zu blasen und zu hoffen, dass es bald wieder losgeht,<br />

bevor die finanziellen Reserven aufgebraucht sind, blieb Inspire<br />

nicht untätig.<br />

Ideen wurden geschmiedet, Kommunikationskonzepte ausgearbeitet<br />

und Firmenkooperationen angestoßen. In dieser Zeit ist auch<br />

C7 Hybrid Brand Experience entstanden, die aus erfahrenen sowie<br />

jungen Unternehmen besteht und als Netzwerk verschiedene<br />

Kompetenzen bündelt. “Hybride Präsentation ist eine Kombination<br />

von realen, virtuellen und digitalen Maßnahmen, die mit verschiedenen<br />

Partnern gemeinsam konzipiert werden”, so Harald Martin.<br />

Gemeinsam hat sich die Kooperation erstmals bei den LOUNGES<br />

2022 in Karlsruhe vorgestellt. C7 besteht aus den Messe-Profis von<br />

ARNO Design, dem Inspire Studio Heidelberg, der Videoproduktion<br />

Bildbrauerei, der Kommunikationsagentur SHOUT Media, Concept<br />

Food, HauckIT und Inspire selbst.<br />

LOUNGES 2022 Karlsruhe: Endlich wieder da!<br />

“In der Corona-Pandemie haben wir uns viele Gedanken über digitale<br />

und hybride Messe-Erlebnisse gemacht, von denen wir vieles<br />

im Inspire Studio Heidelberg umsetzen konnten, um zumindest die<br />

digitale Teilnahme zu ermöglichen - doch nichts ersetzt den persönlichen<br />

Austausch”, so Harald Martin. Umso erfreulicher war es<br />

für ihn, sein Team, Aussteller und Besucher, dass im Mai 2022 die<br />

Tore der LOUNGES in der Messe Karlsruhe wieder öffnen konnten.


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 57/67<br />

Auch hier hat wieder das innovative Messe-Konzept, das Inspire mit<br />

ARNO-Design ausgearbeitet hatte, gegriffen und Aussteller sowie<br />

Besucher begeistert. “Man trifft immer interessante Leute, was sehr<br />

schön ist, wo man auch sieht, dass dieser Branchen-Austausch hier<br />

auf eine wohlwollende und wertschätzende Art stattfindet”, erklärt<br />

Dominikus Forsthuber, Geschäftsführer des Ausstellers ABC im<br />

Rahmen der Messe.<br />

Aussteller wie Dastex, Camfil, CRS, Salesianer, Tecno Plast, USF, die<br />

ÖRRG und viele mehr haben auf den LOUNGES in Wien ihre Produkte<br />

und Dienstleistungen vorgestellt und die Corona-Zwangspause<br />

der letzten Jahre endgültig vergessen lassen.<br />

Dabei war gar nicht mal sicher, wie viele den Weg raus aus der unsicheren<br />

Pandemie rein in die Messehalle suchen würden. Die Erwartungen<br />

wurden dann aber bei weitem übertroffen, sehr zur Freude<br />

aller Beteiligten. “Wir danken allen Ausstellern und Besuchern, die<br />

so zahlreich erschienen sind und so für alle wieder zu einem tollen<br />

Messe-Erlebnis beigetragen haben”, so Harald Martin.<br />

Zurück zur Normalität<br />

Mit dem Rückenwind der LOUNGES in Karlsruhe hat das Team<br />

um Inspire umso positiver ins weitere Jahr 2022 blicken können.<br />

Das nächste Event war bereits in Sichtweite: der World Congress in<br />

München, der gemeinsam mit der EHEDG und Dr. Jürgen Hofmann<br />

organisiert wurde.<br />

LOUNGES 2022 in Wien<br />

Ein bisschen kleiner dimensioniert als in Karlsruhe, aber nicht weniger<br />

familiär waren dann die LOUNGES 2022 im Oktober in Wien.<br />

Doch nach den LOUNGES ist vor den LOUNGES. Am<br />

18.-20. April <strong>2023</strong> wird diese dann wieder in Karlsruhe stattfinden,<br />

ebenso wie eine Promotion Tour durch Österreich im Herbst <strong>2023</strong><br />

sowie weitere Events rund um die den Schwerpunkt CLEANROOM<br />

and PROCESSES. Im Oktober <strong>2023</strong> geht es zudem nach Hamburg<br />

und Dresden, 2024 sind dann die LOUNGES wieder in Wien zu<br />

Gast. Viel Arbeit liegt vor Inspire und C7, da sie den Anspruch haben,<br />

es immer noch mal anders und besser zu machen und Alleinstellungsmerkmale<br />

rund um die Themen CLEANROOM and PRO-<br />

CESSES zu kreieren.<br />

Große Visionen abseits der Messe<br />

Neben den Messen hat vor allem die Digitalisierung der Angebote<br />

rund um Inspire eine hohe Priorität. “Wenn wir eines aus der Pandemie<br />

gelernt haben, dann sich nicht nur auf die analogen Produkte<br />

wie Messen zu verlassen, sondern diese Erlebniswelt auch digital<br />

abzubilden”, so Harald Martin. Aus diesem Grund entwickelt er mit<br />

seinem Team ein Portal für eine ganze Branche, auf denen sämtliche<br />

relevante Angebote und digitale Produkte zusammengeführt<br />

werden. Videos, Vorträge, Podcasts, ausführliche Artikel zu Unternehmen,<br />

Produkten und Branchennews und viele weitere redaktionelle<br />

sowie multimediale Inhalte werden hier zu finden sein.<br />

Das ist aber noch nicht alles, denn auch die Buchung der Ausstellungsstände<br />

der LOUNGES als Bestandteil diverser Kommunikations-<br />

und Marketingpakete soll darüber abgewickelt werden. “Wir<br />

wollen unser Angebot erweitern und Ausstellern sowie Unternehmen<br />

der Branche mehr Möglichkeiten bieten, gesehen zu werden”,<br />

so Harald Martin. Da kommt dann auch die Firmenkooperation C7<br />

zum Tragen, die aus verschiedenen Unternehmen mit passender<br />

Spezialisierung besteht, die diese Anforderungen für die Unternehmen<br />

und damit einer ganzen Branche umsetzen können.<br />

Inspire blickt auf ein äußerst erfolgreiches Jahr zurück und konnte<br />

nicht nur wieder an die Zeiten vor der Pandemie anknüpfen, sondern<br />

diese auch nutzen, um sich und die angebotenen Produkte<br />

weiterzuentwickeln.<br />

Inspire GmbH - LOUNGES<br />

Am Falltor 35<br />

D 64625 Bensheim<br />

Telefon: +49 6251706068<br />

eMail: info@inspire-eventmanagement.de<br />

Internet: http://www.expo-lounges.de/


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 58/67<br />

Innovative Lösungen, Trends und<br />

Praxisberichte für prozesssicheres<br />

Entgraten und präzise Oberflächen<br />

11. Fachtagung Entgrattechnologien und Präzisionsoberflächen<br />

am 26. und 27. April <strong>2023</strong> in Nürtingen<br />

Der Strukturwandel in weiten Bereichen der produzierenden Industrie macht Wissen über neue Entwicklungen, Trends<br />

und Benchmark-Anwendungen zu einem Wettbewerbsfaktor. Geht es dabei um die Fertigungsschritte Entgraten und Herstellung<br />

von Präzisionsoberflächen hat sich die Fachtagung Entgrattechnologien und Präzisionsoberflächen der fairXperts<br />

als die Informationsplattform im deutschsprachigen Raum etabliert. Die 11. Veranstaltung wird am 26. und 27. April <strong>2023</strong> in<br />

Nürtingen durchgeführt.<br />

Bei der Fertigung von Präzisionsteilen sehen sich Unternehmen<br />

mit immer höheren beziehungsweise neuen Anforderungen konfrontiert.<br />

Dazu zählen unter anderem zunehmend anspruchsvollere<br />

Spezifikationen an die Oberflächenqualität, komplexere Bauteilgeometrie,<br />

ein verändertes Bauteilspektrum, neue und modifizierte<br />

Werkstoffe sowie Fertigungsverfahren. Gleichzeitig hat die Produktion<br />

energie- und ressourceneffizient sowie kostenoptimiert zu<br />

erfolgen. Um diesen Spagat bei den Fertigungsschritten Entgraten,<br />

Kantenverrunden, Bauteilreinigung und Herstellung von Präzisionsoberflächen<br />

technisch und wirtschaftlich optimal zu meistern, sind<br />

Informationen und Knowhow über innovative Bearbeitungslösungen<br />

und Trends ebenso unverzichtbar wie über Best-Practice-Anwendungen.<br />

Einen optimalen Wissenstransfer in diesem Bereich<br />

bietet die 11. Fachtagung Entgrattechnologien und Präzisionsoberflächen.<br />

Sie wird vom privaten Messe- und Tagungsveranstalter<br />

fairXperts GmbH & Co. KG am 26. und 27. April <strong>2023</strong> im Kultur- und<br />

Tagungszentrum K3N in Nürtingen durchgeführt und gliedert sich<br />

in sechs Themenblöcke.<br />

Entgraten mit speziellen Anlagen<br />

Zwei Vortragsreihen widmen sich neuen und weiterentwickelten<br />

Verfahren und Lösungen für das Entgraten mit speziellen Anlagen.<br />

Dabei geht es unter anderem um effiziente Kanten- und Oberflächenbearbeitung<br />

durch Gleitschleifen und Elektrofinishen. Informiert<br />

wird auch über das thermische Entgraten und dessen Anwendungsmöglichkeiten.<br />

Ein Übersichtsvortrag bietet am Beispiel<br />

spanend und additiv hergestellter Bauteile Einblicke in verschiedene<br />

Nachbearbeitungs- und Finishing-Technologien sowie deren<br />

industriellen Einsatz. Dass sich beim Entgraten mit Ultraschall auch<br />

die Spezifikation „scharfkantig gratfrei“ erfüllen lässt, wird ebenfalls<br />

demonstriert. Thematisiert werden darüber hinaus die Bearbeitung<br />

Die bereits zum elften Mal stattfindende Fachtagung Entgrattechnologien<br />

und Präzisionsoberflächen ermöglicht einen optimalen Wissenstransfer<br />

über neue Technologien. Trends und Benchmark-Anwendungen<br />

in diesen Bereichen und ist damit die Informationsplattform im deutschsprachigen<br />

Raum. (Bildquelle: fairXperts GmbH & Co. KG)<br />

Durch die begleitende Ausstellung können Teilnehmende Wissen<br />

auch im direkten Dialog mit Experten generieren und Lösungen<br />

für individuelle Aufgabenstellungen diskutieren.<br />

(Bildquelle: fairXperts GmbH & Co. KG)


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 59/67<br />

innenliegender Oberflächen bei verschiedenen Bauteilen mit dem<br />

Strömungsschleifen sowie das Kugelentgrat- und Reinigungsverfahren<br />

Pinflow für die Innen- und Außenbearbeitung von Werkstücken.<br />

Mechanisches Entgraten mit Werkzeugen<br />

In diesem Themenbereich stellt der Vortrag „Prozesssicheres Entgraten<br />

undefinierter Werkstückkanten“ unterschiedliche Lösungsvarianten<br />

sowie deren Vor- und Nachteile vor. Wissen über die Parameter,<br />

die beim präzisen Verrunden von Schneidkanten mit Bürstprozessen<br />

das Ergebnis beeinflussen, wird ebenfalls vermittelt. Wie<br />

lässt sich auch in einem bereits optimierten Produktionsprozess<br />

durch die Kombination mehrerer Operationen in einem Arbeitsgang<br />

weiter Zeit einsparen? Die Antwort ist ein innovatives Bohr-<br />

Kombi-Werkzeug.<br />

Oberflächen prozesssicher reinigen – Gratrückstände entfernen<br />

Reinigen ist ein qualitätsrelevanter Baustein im Entgratprozess. Die<br />

Bedeutung der Reinigung für das Entgratergebnis sowie für Folgeprozesse<br />

nach dem Entgraten wird in der Tagung verdeutlicht. Für<br />

die Entfernung feiner Flittergrate wird eine neu entwickelte, pulsierende<br />

Düse vorgestellt, die dem trockenen CO2-Schneestrahlverfahren<br />

eine höhere kinetische Energie verleiht.<br />

Automatisierte Qualitätsprüfung von Oberflächen<br />

Dieser Vortragsblock startet mit einer Einführung in die Qualitätssicherung<br />

beim Entgraten. Die anschließende Präsentation informiert<br />

über ein mobiles Prüfgerät zur Oberflächeninspektion. Durch<br />

Schnittstellen sowie durch die Entwicklung und Implementierung<br />

selbstlernender Algorithmen ermöglicht diese Lösung, Prozesssteuerung<br />

und Qualitätskontrolle effizient zu gestalten. Ein weiterer<br />

Vortrag nimmt die Teilnehmenden mit in die Welt der digitalen Holographie<br />

und informiert über den aktuellen Stand der Sensorik für<br />

die industrielle Qualitätssicherung.<br />

Automatisiertes Entgraten mit Industrierobotern<br />

Was sind die Erfolgsfaktoren bei der automatisierten Roboterbearbeitung<br />

und worauf kommt es beim Entgraten mit dem Roboter<br />

an? Auf diese grundsätzlichen Fragen bietet die Fachtagung Antworten.<br />

Lösungen für die formgebende, roboterbasierte Feinstbearbeitung<br />

von Werkstücken mit nicht definierbarer Eingangsqualität,<br />

beispielsweise Guss- und Schmiedeteile, sind Thema dieses Vortragsblocke.<br />

Ebenso wie das automatisierte Entgraten von Guss-,<br />

Schmiede- und Pressteilen mit Werkzeugen durch CNC-Maschinen<br />

und Roboter.<br />

Abgerundet wird das Vortragsprogramm durch eine begleitende<br />

Ausstellung. Dies ermöglicht den Teilnehmenden, Wissen nicht nur<br />

durch die Präsentation neuer Entwicklungen und praxisorientierter<br />

Prozesslösungen zu generieren, sondern auch im direkten Erfahrungsaustausch<br />

mit Experten. Die Veranstaltung bietet dadurch<br />

wertvolle Anregungen für die innerbetriebliche Prozessoptimierung.<br />

Zielgruppe der Fachtagung sind Fach- und Führungskräfte aus<br />

Fertigung, Arbeitsvorbereitung, Technologie, Verfahrenstechnik,<br />

Qualitätssicherung sowie Entwicklung und Konstruktion der verschiedenen<br />

Industriebranchen.<br />

Weitere Informationen über das komplette Programm und die<br />

Referenten sowie Anmeldeunterlagen stehen unter www.fairXperts.<br />

de und www.wissenstransfer.events bereit.<br />

fairXperts GmbH & Co. KG<br />

D 72639 Neuffen


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 60/67<br />

POWTECH <strong>2023</strong>: Durchstarten mit<br />

neuen Themen und Technologien<br />

Die POWTECH startet durch. Vom 26. bis 28. September <strong>2023</strong> wird die europäische Processing-Leitmesse in Nürnberg<br />

stattfinden – fast genau ein Jahr nach der POWTECH 2022. Über 700 Aussteller aus vielen Ländern werden wieder zahlreiche<br />

regionale und internationale Besucher anziehen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die offizielle Ausweitung der Messethemen<br />

von der reinen Pulver- und Schüttgutverarbeitung auf sämtliche Fluid-Technologien neue Aussteller anzieht. Bei<br />

den diesjährigen Fachbesuchern stieß die thematische Ausweitung auf überwältigende Zustimmung. Wer als Aussteller<br />

vom Frühbucher-Rabatt profitieren will, sichert sich bis Weihnachten 2022 seinen Standplatz.<br />

Die POWTECH im Herbst <strong>2023</strong> setzt neue Akzente: Der Veranstalter<br />

erweitert das Angebotsspektrum der Leitmesse für die Verfahrenstechnik<br />

und bezieht explizit die Verarbeitung und das Handling<br />

von Flüssigkeiten mit ein. Damit geht die nächste POWTECH als<br />

„International Processing Trade Fair for Powder, Bulk Solids, Fluids<br />

and Liquids“ an den Start.<br />

Verfahren integrieren, Liquids und Fluids einbeziehen<br />

Die NürnbergMesse trägt damit der Entwicklung Rechnung, dass<br />

sich in vielen Zielbranchen der POWTECH das Pulver- und Schüttgut-Processing<br />

mit Fluid- und Liquid-Technologien zu einem integrierten<br />

Prozess verbindet. So werden etwa in der chemischen<br />

Industrie aus Flüssigkeiten rieselfähige Granulate; zahlreiche flüssige<br />

Zusatzstoffe werden pulverförmigen Vorlagen zugemischt. In<br />

der Lebensmittelindustrie gilt es häufig, Pulver in Flüssigkeiten zu<br />

dispergieren. Slurry-Konzepte eröffnen neue Möglichkeiten. Und<br />

Hersteller von Kosmetika und Pharmazeutika benötigen sowohl zur<br />

Herstellung von Liquids wie Cremes oder Tropfen als auch von Solida<br />

unterschiedlichste Beschickungs- und Processing-Verfahren für<br />

feste, halbfeste und flüssige Produkte.<br />

Marianny Eisenhofer, Director POWTECH, erläutert: „Der<br />

Schlüssel zu immer effizienteren, nachhaltigen Prozessen liegt darin,<br />

diese integriert zu betrachten und zu optimieren. Zahlreiche der<br />

traditionell auf der POWTECH vertretenen Aussteller leisten hierzu<br />

längst einen großen Beitrag.“ Heike Slotta, Executive Director Exhibitions<br />

bei der NürnbergMesse ergänzt: „Durch die Repositionierung<br />

öffnet sich die Leitmesse POWTECH für weitere europäische<br />

Anbieter von Lösungen für die Herstellung und Verarbeitung von<br />

Pulvern, Granulaten, Schüttgütern und Flüssigkeiten.“<br />

Doppelpass mit dem PARTEC-Kongress<br />

Der Buchungsprozess für die Standflächen ist in vollem Gange. Bis<br />

Weihnachten 2022 gilt ein Frühbucherrabatt, den sich bereits viele<br />

Aussteller gesichert haben. Über 700 werden in sechs Messehallen<br />

vom 26. bis 28. September <strong>2023</strong> erwartet. Nicht nur die thematische<br />

Ausweitung soll zum Erfolg beitragen. Die parallel stattfindende<br />

dreitägige PARTEC, der internationale Wissenschaftskongress für<br />

Partikeltechnologie, gefördert von der VDI-Fachgesellschaft Verfahrenstechnik<br />

und Chemieingenieurwesen (GVC), wertet die Ausstellung<br />

einmal mehr auf. Schon in der Vergangenheit hat er sich<br />

regelmäßig als Publikumsmagnet für Wissenschaftler, Nachwuchswissenschaftler<br />

und Ingenieure aus aller Welt bewiesen. Der Call<br />

for Papers läuft bereits; Einsendeschluss ist der 15. Januar <strong>2023</strong>. Der<br />

Fokus liegt <strong>2023</strong> auf „Particle Technology for Sustainable Products“.<br />

Damit bildet die PARTEC mit der Präsentation aktueller Forschungsergebnisse<br />

einen Schwerpunkt, den auch bereits etliche<br />

Aussteller auf der POWTECH 2022 besetzten. Einige füllten unter<br />

anderem einen informativen Nachmittag zum Thema „New Energy“<br />

im Rahmen der stagetalks auf dem POWTECH-Expertenforum.<br />

Diese werden auch im nächsten Jahr wieder an allen drei Messetagen<br />

neue thematische Akzente für unterschiedlichste Besuchergruppen<br />

setzen. Aussteller finden dort die Möglichkeit, innovative<br />

Ansätze, Pilotprojekte und neue marktfähige Lösungen vor interessierten<br />

Messebesuchern zu präsentieren und mit ihnen in einen<br />

konstruktiven Dialog einzusteigen. Für eine noch größere Wirkung<br />

der wertvollen Impulse wird im nächsten Jahr die digitale Verbreitung<br />

der Vorträge, während und im Nachgang der Messe, sorgen.<br />

Digitale Einstimmung auf die großen Trends der Zeit<br />

Schon ab Januar <strong>2023</strong> wird die digitale Vortragsreihe der virtualtalks<br />

fortgesetzt. Im monatlichen Rhythmus stimmen jeweils drei Experten<br />

auf die POWTECH ein und informieren über zukunftsträchtige<br />

Trends. Dazu gehören nachhaltige Energieversorgung, Ressourcenschonung<br />

und Kreislaufwirtschaft. Außerdem werden die Digitalisierung<br />

in Entwicklung, Prozessoptimierung und Logistik, neue,<br />

umweltschonende Ernährungskonzepte sowie neue Technologien<br />

in der Pharmazie thematisiert. Neben den ideellen Trägern der<br />

POWTECH, VDI und APV, gibt auch der VDMA im Rahmen einer<br />

erweiterten Partnerschaft Impulse für die weitere Ausrichtung der<br />

europäischen Leitmesse.<br />

© NürnbergMesse / Thomas Geiger<br />

NürnbergMesse GmbH<br />

D 90471 Nürnberg


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 61/67<br />

Sauberer Sparfuchs: Schlauchquetschventil<br />

der Serie LPV steigert die Hygiene und<br />

senkt den Energieverbrauch<br />

In vielen Branchen werden Schlauchquetschventile zur Steuerung von Medien verwendet, wenn diese zum Zwecke der<br />

Hygienesicherheit von den Innenteilen des Ventils getrennt sein sollen – etwa in Analysegeräten oder Flüssigkeitsabfüllanlagen.<br />

Die Quetschventile der Serie LPV des Automatisierungsspezialisten SMC schützen das Medium so nicht nur effektiv<br />

vor Verunreinigungen, sondern erlauben den Einsatz bei hohem maximalen Betriebsdruck bei zugleich minimierter Ventilbreite<br />

von nur 20 mm und einer Leistungsaufnahme von 2,0 W.<br />

Kommen zur Steuerung von Medien etwa<br />

in der Analytik-, Medizin- und Nahrungsmittelindustrie<br />

Schlauchquetschventile mit<br />

Das Schlauchquetschventil LPV von SMC<br />

punktet mit einer kompakten Breite von<br />

nur 20 mm, reduziert die Leistungsaufnahme<br />

auf bis zu 2,0 W und sorgt für eine hohe<br />

Hygienesicherheit etwa in Analysegeräten<br />

oder Flüssigkeitsabfüllanlagen der Nahrungsmittel-<br />

und Medizinbranche.<br />

(Foto: SMC Deutschland GmbH)<br />

Totvolumen zum Einsatz, werden Prozessfehler,<br />

verunreinigte Proben oder Schwierigkeiten<br />

bei der Reinigung des Durchflusswegs<br />

wahrscheinlicher. Hier bietet SMC mit<br />

den Quetschventilen der Serie LPV in Magnetausführung<br />

ohne Totvolumen die ideale<br />

Lösung: Da das Medium nicht mit den beweglichen<br />

Teilen des Ventils in Berührung<br />

kommt, werden mögliche Verunreinigungen<br />

minimiert und die Reinigung vereinfacht.<br />

Zum anderen kann das Medium wegen des<br />

fehlenden direkten Ventilkontakts ungehindert<br />

fließen und der Druckabfall wird reduziert.<br />

Die Serie LPV erhöht so allem voran<br />

die Hygienesicherheit, hält aber gleichzeitig<br />

den Energieverbrauch und damit auch die<br />

Kosten gering – und schont so gleichermaßen<br />

die Umwelt und den Geldbeutel.<br />

Kleiner Verbrauch, hoher Betriebsdruck<br />

Die Serie LPV besitzt einen integrierten<br />

Energiesparschaltkreis, durch den die Leistungsaufnahme<br />

nur 2,0 Watt beträgt (bei<br />

Außen-Ø von 3 und 4 mm). Ein weiterer<br />

kleiner Schritt zu einem großen Ziel: mehr<br />

Nachhaltigkeit bei industriellen Prozessen.<br />

Auch die Wartungskosten für potenziell beschädigte<br />

Schläuche werden durch den Einsatz<br />

der Quetschventile von SMC gesenkt.<br />

Denn die Bogenform der Schlauchklemme<br />

macht sie nicht nur wartungsfreundlich,<br />

sondern verringert auch Beschädigungen<br />

des Schlauchs und sorgt für einen ungehinderten<br />

Durchfluss wie auch einen minimalen<br />

Druckabfall. Die Ventile der Serie LPV<br />

sind dabei in den Typen N.C. (Öffner, in geklemmter<br />

Position) und N.O. (Schließer, in<br />

gelöster Position) erhältlich.<br />

Einfach und flexibel in der Anwendung<br />

Als Schlauchmaterial lassen sich Silikon,<br />

PharMed®BPT oder Tygon® mit Außen-<br />

Ø von 3, 4 und 6 mm (1/8, 5/32 bzw. 1/4 Zoll)<br />

verwenden. Der Schlauch lässt sich bei der<br />

Quetschventilserie LPV nach der Verwendung<br />

zudem sehr einfach entfernen und<br />

entsorgen – eine Reinigung entfällt. Eine<br />

U-förmige Schlauchdurchführung sorgt dabei<br />

für einen bequemen Austausch beziehungsweise<br />

Installation. Bei bestehenden<br />

Modellen war hingegen noch oft notwendig,<br />

den Schlauch durch eine O-förmige Öffnung<br />

einzuführen. Auch beim lediglich 20<br />

mm breiten und damit kompakten Ventil<br />

geht die Montage einfach vonstatten: Möglich<br />

sind Direkt-/Frontmontage sowie Paneleinbau,<br />

wodurch es sich noch flexibler und<br />

sicherer nutzen lässt. So lassen sich dank<br />

der Panelmontage zwischen der Durchfluss-<br />

und der Spulenseite des Quetschventils<br />

elektrische Fehler infolge austretender<br />

Flüssigkeiten vermeiden.<br />

Einsatzbereit in zahlreichen Branchen<br />

Da die robusten und schmutzresistenten<br />

Schlauchquetschventile der Serie LPV kein<br />

Medium berühren, ist für sie darüber hinaus<br />

keine spezielle Zulassung erforderlich. In<br />

Summe sind die Ventile von SMC damit die<br />

ideale Wahl insbesondere für Anwendungen<br />

von der Nahrungsmittelindustrie bis hin<br />

zur Medizinbranche, bei denen Medien besonders<br />

rein gehalten werden müssen und<br />

eine hohe Hygienesicherheit zu gewährleisten<br />

ist – beispielsweise bei DNA-Analysegeräten,<br />

bei Abfallflüssigkeitsleitungen von<br />

Blutanalysesystemen, bei Geräten zur Identifizierung<br />

und Untersuchung von Bakterien<br />

oder Abfüllvorrichtungen von verschiedenen<br />

Flüssigkeiten.<br />

SMC Pneumatik GmbH<br />

D 63329 Egelsbach


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 62/67<br />

Eine Messe für alle:<br />

Die interpack <strong>2023</strong> im Überblick<br />

(Foto: Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann)<br />

Planlos durch die Messehallen? Nicht auf der interpack. Damit Besucherinnen und Besucher alles finden, was sie suchen,<br />

gibt es zur ausgebuchten interpack <strong>2023</strong> ein Hallenkonzept mit klaren Branchenschwerpunkten.<br />

Keine andere Messe der Branche spiegelt wie sie den Weltmarkt in<br />

seiner ganzen Vielfalt wider. Im kommenden Jahr bietet die interpack<br />

der Verpackungsbranche und der verwandten Prozessindustrie<br />

erneut den international größten Marktüberblick und wird ihrem<br />

Motto „simply unique“ mehr als gerecht. Damit man in den 18 Messehallen<br />

nicht den Überblick verliert, gibt es ein maßgeschneidertes<br />

Hallenkonzept, das sich an den Kernzielgruppen aus den Bereichen<br />

Nahrungsmittel, Getränke, Süß- und Backwaren, Pharma, Kosmetik,<br />

Non-Food sowie Industriegüter orientiert.<br />

Rund 2.700 Unternehmen aus aller Welt präsentieren vom<br />

4. bis 10. Mai <strong>2023</strong> in Düsseldorf Spitzentechnologien und Verpackungstrends<br />

entlang der gesamten Wertschöpfungskette, zeigen<br />

Wachstumschancen auf und geben Antworten auf die Herausforderungen<br />

der Branche.<br />

Süß- und Backwaren<br />

Prozesse und Maschinen für das Verpacken von Süß- und Backwaren<br />

finden Besucherinnen und Besucher insbesondere in den<br />

Hallen 1,3 und 4 der interpack. Wer Süßes verpacken möchte, kann<br />

sich hier unter vielen anderen von Sollich, Aasted, Theegarten-Pactec,<br />

Chocotech, Bühler oder Winkler und Dünnebier beraten lassen.<br />

Die Backwarenbranche trifft sich zum Beispiel bei Ausstellern wie<br />

Hebenstreit, Rheon Automatic Machinery, Colussi Ermes, Tonelli,<br />

TT Italy oder Reading Bakery System.<br />

Wie in anderen Bereichen hat sich bei Verpackungen für Süßwaren,<br />

Backwaren, Snacks und Cerealien viel bewegt in den letzten<br />

Jahren. Ein großes Thema sind nachhaltige Lösungen. Die Maschinenbauer<br />

passen ihr Portfolio etwa an Monomaterialverpackungen<br />

oder neue Materialien an. Zudem sind digitale Technologien – so<br />

wie in der gesamten Branche – im Fokus.<br />

Nahrungsmittel, Getränke, Non-Food und Industriegüter<br />

Die Nahrungsmittelbranche gehört zu den Top-Besucherzielgruppen<br />

der interpack, dementsprechend groß ist das Angebot. Die<br />

Nachfrage nach verpackten Nahrungsmitteln steigt weltweit. Zudem<br />

verändern sich in den gesättigten, einkommensstarken Märkten<br />

Konsumbewusstsein und Konsumverhalten in Richtung Nachhaltigkeit,<br />

Regionalität, Bioqualität oder Fairtrade, das bezieht sich<br />

auch auf die Verpackung. Dies bewirkt ebenso wie die aktuellen<br />

Herausforderungen beim Energiemanagement und in Bezug auf<br />

die Ressourcenschonung Transformationsprozesse in der Branche.<br />

Ähnliches gilt für Getränke sowie Non-Food Produkte, die wie der<br />

Nahrungsmittelbereich in den Hallen 5 und 6 sowie 11 bis 14 angesiedelt<br />

sind. Rund 20 Prozent der Besucherinnen und Besucher sind<br />

auf der interpack insbesondere an Lösungen für Industriegüter interessiert.<br />

Auch diese findet man in diesen Hallen.


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 63/67<br />

Beginnend in der Halle 5 findet man einen Schwerpunkt im Bereich<br />

Food und große Namen wie Multivac Sepp Haggenmüller, Ulma<br />

Packaging, Weber Maschinenbau und Fuji Machinery. In der Halle<br />

6 zeigen zum Beispiel Fawema, Coesia, Syntegon Technology oder<br />

Duravant ihre Innovationen in vielen Anwendungsbereichen für<br />

Processing & Packaging.<br />

Die Hallen 11 bis 14, die optimal in einem Rundlauf erschlossen<br />

werden können, beherbergen Aussteller wie Omori Machinery,<br />

Mettler-Toledo (Halle 11), Extend Great International, Rovema und<br />

Haver & Boecker (Halle 12), KHS, Krones, Aetna Group, Sidel und<br />

ProMach (Halle 13) sowie Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen,<br />

Ishida Europe Limited, Loesch-Hastamat und tna solutions<br />

(Halle 14). Die Halle 13 legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf<br />

Abfüll- und Verpackungslösungen für die Getränkebranche.<br />

Pharma und Kosmetik<br />

Angesichts der weltweiten demographischen Veränderungen stehen<br />

die Entwicklungschancen für die Pharmabranche gut. Mit wachsenden<br />

Ansprüchen an die Medikamentenentwicklung steigen parallel<br />

auch jene an die Anlagen- und Maschinentechnik im Bereich der<br />

Verpackung und Abfüllung von Arzneimitteln. Die Pharma-Unternehmen<br />

brauchen ganzheitliche Lösungen und die bekommen sie<br />

in den Hallen 15 bis 17 der interpack, die schwerpunktmäßig Prozesse<br />

und Maschinen für das Verpacken von Pharmazeutika und<br />

Kosmetika zeigt. Hier treffen die Besucherinnen und Besucher etwa<br />

auf IMA Industria Macchine, die Marchesini Group, die Optima<br />

packaging group, Romaco Holding, Körber Medipak Systems und<br />

die Firmen der Excellence United. An Maschinen und Anlagen zur<br />

Herstellung von Pharmazeutika und auch von Kosmetika werden zu<br />

Recht hohe Anforderungen gestellt bzgl. der Produktsicherheit, Fälschungssicherheit<br />

und Nachverfolgbarkeit. Kosmetische Produkte<br />

stehen zudem im Fokus der Nachhaltigkeitsbewegung.<br />

Packstoffe und Packmittel<br />

Von zentraler Bedeutung für die Branche sind die Hallen 7 und 7a,<br />

8a, 9 und 10 der interpack. Denn hier können die Besucherinnen und<br />

Besucher gut ein Drittel der gesamten Aussteller mit allen Materialien<br />

und den Endprodukten für die Verpackung besichtigen. Dieses<br />

anwenderübergreifende Angebot an Packmitteln, Packstoffen und<br />

Packhilfsmitteln ist für sich genommen die größte Packmittelmesse<br />

der Welt. Auch das macht die interpack einzigartig. Hier sind alle<br />

Verpackungsmaterialien vertreten und es gibt besonders viele Innovationen<br />

zum Thema Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung,<br />

etwa bei der Erschließung neuer Materialien, nachwachsender Rohstoffe<br />

oder auch der Erhöhung des Reyklat-Anteils in Verpackungen.<br />

Die Aussteller in diesem Bereich sind besonders zahlreich und<br />

international – besuchen kann man u.a. Sappi Europe, Sonoco, Mayr<br />

Melnhof Packaging, Berry Global, Schütz GmbH, die S.I.T. Group<br />

oder Seda International Packaging.<br />

Etikettieren, Kennzeichnen, Veredeln<br />

Informieren, dekorieren, individualisieren – die Verpackung ist ein<br />

Informationsträger. Wie man das für unterschiedliche Produkte und<br />

Anforderungen umsetzen kann, zeigen die Aussteller in den Hallen<br />

8a und 8b. Hier gibt es Maschinen für Etikettier- und Kennzeichnungstechnik<br />

zum Beispiel bei Bluhm Systeme, Langguth, Domino<br />

Printing Sciences, Videojet Technologies, Herma oder Possehl. Ergänzt<br />

wird das Angebot um Lösungen im Bereich der Packmittelproduktion<br />

und des integrierten Verpackungsdrucks. Hier kann<br />

man etwa Unternehmen wie Starlinger, Totani, Fujifilm Europe, die<br />

Brückner Group oder HP Deutschland besuchen.<br />

components<br />

“Every part counts” heißt es bei der components, die wieder parallel<br />

zur interpack als eigene Messe stattfindet. Hier findet man Unternehmen,<br />

die Antriebs-, Steuer- und Sensortechnik, Produkte zur<br />

industriellen Bildverarbeitung, Handhabungstechnik, industrielle<br />

Software und Kommunikation sowie komplette Automatisierungssysteme<br />

für die Verpackungsindustrie anbieten. Zudem gibt es hier<br />

Maschinenteile, -komponenten, -zubehör und Peripheriegeräte sowie<br />

Komponenten und Hilfsmittel für Packmittel. Ausstellerseitig<br />

mit dabei sind zum Beispiel Pilz, Gimatic, Igus, Voestalpine Edelstahl<br />

und Mädler. Mit der temporären Halle 18, die sich zwischen<br />

den Hallen 10 und 16 befindet, ist die Messe sehr zentral gelegen und<br />

interpack-Besucherinnen, Besucher und Aussteller haben direkten<br />

Zugang zur components und umgekehrt.<br />

Optimal vorbereiten<br />

Ausstellende Unternehmen können sich im Vorfeld der Messe in<br />

der Aussteller- und Produktdatenbank individuell präsentieren, ihre<br />

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner auf der interpack und<br />

ihre Produktinnovationen vorstellen. Die Aussteller- und Produktdatenbank<br />

ist ab sofort unter www.interpack.de verfügbar und wird<br />

stetig mit neuen Informationen und Produkten aktualisiert.<br />

Messe Düsseldorf GmbH<br />

D 400<strong>01</strong> Düsseldorf


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 64/67<br />

Für viele Transportaufgaben kommen in Ex-Bereichen<br />

und Reinräumen klassische Hubwagen<br />

zum Einsatz; zum einfachen aber zügigen<br />

Be- und Entladen von Waren eignet sich der<br />

Elektrohubwagen 411 K. (Bild: EAP Lachnit)<br />

Heben und Bewegen in<br />

Reinräumen und Ex-Bereichen<br />

Für den Einsatz in Reinräumen oder<br />

Ex-Bereichen hat EAP Lachnit den<br />

Elektrostapler 421 KJ in Edelstahlausführung<br />

entwickelt. (Bild: EAP Lachnit)<br />

EAP Lachnit ist spezialisiert auf Flurförderzeuge und Hebegeräte aus Edelstahl<br />

für den Einsatz in sensiblen Bereichen<br />

Der Einsatz von Flurförderzeugen und Hebegeräten in Reinräumen und Ex-Bereichen ist durch strenge Vorschriften geregelt.<br />

Hierfür muss eine Vielzahl gesetzlicher und sicherheitstechnischer Anforderungen erfüllt werden. Das deutsche<br />

Unternehmen EAP Lachnit bietet speziell für diese Einsatzbereiche Hubwagen, Stapler und Lifte aus Edelstahl an. Sie<br />

zeichnen sich durch ihre Leistungsfähigkeit, eine robuste Bauform sowie mögliche Sonderausstattungen für vielfältige<br />

Aufgaben in sensiblen Bereichen aus.<br />

Die Fertigungsprozesse in Reinräumen<br />

und Ex-Bereichen verlaufen nach strengen<br />

Regeln und Vorschriften. Auch Hebe- und<br />

Handhabungstechnik sowie Flurförderzeuge<br />

müssen diese erfüllen. EAP Lachnit<br />

bietet für den Transport und das Heben und<br />

Bewegen von Gütern Hubwagen, Stapler<br />

und Lifte an, die aus Edelstahl gefertigt werden.<br />

Die Geräte des etablierten Herstellers<br />

gelten als äußerst robust und leistungsfähig.<br />

Für spezielle Anforderungen sind weitere<br />

Varianten der Hubwagen, Stapler und Lifte<br />

möglich.<br />

Kraftvoll in die Höhe<br />

Gleich zwei Funktionen in einem Gerät vereint<br />

der Elektro-Scherenhubwagen Typ 405<br />

E: Er transportiert als Hubwagen mit elektrischem<br />

Antrieb Güter und hebt diese auf<br />

bis zu 800 mm. Gleichzeitig kann er auch<br />

als Hubtisch eingesetzt werden. Die elektrische<br />

Hebevorrichtung schafft Lasten bis<br />

Der Mobillift Typ 402 H aus Edelstahl erfüllt die<br />

hohen Anforderungen nach Atex und anderen<br />

Standards. (Bild: EAP Lachnit)<br />

EAP Lachnit bietet für Ex-Bereiche und Reinräume<br />

den Mobillift Typ 402 E aus Edelstahl an,<br />

der die hohen Anforderungen nach Atex und<br />

anderen Standards erfüllt. (Bild: EAP Lachnit)


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 65/67<br />

zu 800 kg. Der Scherenhubwagen, inklusive<br />

dem Pumpenaggregat, werden komplett<br />

aus Edelstahl gefertigt. Das Gerät erfüllt<br />

die Schutzart IP67. Für den Einsatz in sensiblen<br />

Bereichen wird der Hubwagen mit<br />

dem Werkstoff 1.4571 / V4A / AISI 316 sowie<br />

Lenk- und Lastrollen aus Polyurethan ausgestattet.<br />

In einer speziellen Konfiguration<br />

ist er auch für Ex-Räume (Klassifikation II 2<br />

GD c) und als Reinraumausführung verfügbar.<br />

Der Elektrohubwagen 412 K<br />

besitzt die gleichen technischen<br />

Merkmale wie der Typ 411 K, ist<br />

jedoch zusätzlich mit einer Mitfahrplattform<br />

für den Mitfahrerbetrieb<br />

ausgestattet.<br />

(Bild: EAP Lachnit)<br />

Sicher Heben und Bewegen<br />

Für das Handling in Reinräumen der ISO<br />

Klasse 7 nach DIN EN ISO 14644-1 bietet<br />

EAP Lachnit den Mobillift Typ 402 H in<br />

Edelstahl-Ausführung an. Dieser hebt Lasten<br />

bis zu 200 kg bis zu einer Höhe von 1600<br />

mm und ist händisch verfahrbar. Die Lastaufnahme<br />

erfolgt mit einem Hubschild samt<br />

zwei Zinken, welche entlang des Schildes<br />

verschiebbar sind. Das Heben und Senken<br />

erfolgt mit einer Handseilwinde und<br />

Edelstahldrahtseil. In den Auslegern sind<br />

polyurethanbeschichtete Räder verbaut, die<br />

elektrisch leitfähig sind.<br />

Für Lasten mit einem höheren Gewicht<br />

ist der Mobillift mit elektrischem Antrieb für<br />

Heben und Senken als Typ 402 E verfügbar.<br />

Er hebt Lasten bis zu 500 kg bis zu einer<br />

Höhe von 2.000 mm.<br />

Schlank und wendig: Elektrohubwagen<br />

Typ 411 K, 412 K, 421 KJ, 422<br />

Für viele Transportaufgaben kommen in<br />

Ex-Bereichen und Reinräumen klassische<br />

Hubwagen zum Einsatz. Auch hier bietet<br />

EAP Lachnit spezielle Ausführungen an:<br />

Zum einfachen aber zügigen Be- und Entladen<br />

von Waren eignet sich der Elektrohubwagen<br />

411 K. Und wenn es gilt, schwere Lasten<br />

über längere Strecken zu transportieren,<br />

bietet sich der leistungsstarke Elektrohubwagen<br />

412 K mit einer Mitfahrplattform an.<br />

Der Aufbau der Elektrohubwagen ist sehr<br />

robust. Ein- und Ausfahrrollen sorgen dafür,<br />

dass Paletten problemlos aufgenommen<br />

werden können. Die Hubwagen verfügen<br />

über eine hohe Standsicherheit durch Mittelradantrieb<br />

mit Kegelradgetriebe und<br />

bieten einen hohen Fahrkomfort, auch<br />

Schwellen können problemlos überwunden<br />

werden. Die Bedienung erfolgt über eine<br />

Sicherheitslenkdeichsel mit Steuer- und<br />

Bedienungselementen. Die Traglast beträgt<br />

maximal 3.000 kg, die Hubhöhe bis zu 205<br />

mm (optional bis 300 mm). Dank eines geringen<br />

Wenderadius von 1.600 mm sind<br />

die Hubwagen sehr wendig. Eine Fahrge-<br />

Für Förderaufgaben, die<br />

einen höheren Hub erfordern,<br />

ist der Elektrostapler Typ 422<br />

die richtige Wahl.<br />

(Bild: EAP Lachnit)<br />

schwindigkeit von 4 km/h erlaubt ein flottes<br />

Vorankommen.<br />

Für Förderaufgaben, die einen höheren<br />

Hub erfordern, ist der Elektrostapler Typ<br />

422 die richtige Wahl. Mit einer Traglast<br />

von 1.250 kg ist er leistungsstark und bietet<br />

vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Ein großer<br />

Lenkeinschlag und volle Bewegungsfreiheit<br />

nach beiden Seiten machen den Hubwagen<br />

sehr wendig; der Kegelradantrieb sorgt<br />

gleichzeitig für eine hohe Standsicherheit.<br />

Doppelstöckig unterwegs<br />

Der Elektrostapler 421 KJ wurde als Doppelstockbelader<br />

konzipiert und ist für den<br />

Transport palettierter Waren konzipiert.<br />

Er garantiert durch die Kombination von<br />

Haupthub und Initialhub schnelles Arbeiten<br />

bei einem Höchstmaß an Sicherheit.<br />

Mit einer Traglast von 1.600 kg in der Basis<br />

und 1.250 kg im Haupthub - sowie alternativ<br />

– von 1.000 kg plus 1.000 kg kombiniert,<br />

ist der Elektrostapler äußerst leistungsstark<br />

und bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten.<br />

EAP Lachnit GmbH<br />

Robert-Bosch-Straße 7<br />

D 89275 Elchingen<br />

Telefon: +49 7308 98980<br />

Telefax: +49 7308 969811<br />

eMail: info@lachnit-foerdertechnik.de<br />

Internet: http://www.lachnit-foerdertechnik.de


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 66/67<br />

Veranstaltungen<br />

im Januar <strong>2023</strong><br />

Datum: 16.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Webinar GMP Kompakt Qualitätssicherung Qualitätskontrolle<br />

Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

MEHR …<br />

Datum: 17.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong> - 18.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Reinraumtechnik und Reinraumpraxis<br />

Veranstaltungsort: München<br />

Veranstalter: VDI Wissensforum GmbH<br />

Datum: 19.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong> - 20.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

GMP für Lieferanten technischer Systeme (PT 27)<br />

- Live Online Seminar<br />

Veranstaltungsort: Heidelberg<br />

Veranstalter: CONCEPT HEI<strong>DE</strong>LBERG GmbH<br />

Datum: 20.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong> - 21.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Praxisseminar Sicherheitstraining Zytostatika<br />

Veranstaltungsort: Elmshorn<br />

Veranstalter: Berner International GmbH<br />

Datum: 23.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Webinar GMP Kompakt Dokumentation und Protokolle<br />

Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

Datum: 24.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong> - 26.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Pharma-Ingenieur/in (PT 25) - Block I - Live Online Seminar<br />

Veranstaltungsort: online<br />

Veranstalter: CONCEPT HEI<strong>DE</strong>LBERG GmbH<br />

MEHR …<br />

Datum: 24.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong> - 25.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Lüftungstechnik im Reinraum Planung, Ausführung und Betrieb<br />

Veranstaltungsort: Berlin<br />

Veranstalter: VDI Wissensforum GmbH<br />

MEHR …<br />

Datum: 25.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong> - 26.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Intensivseminar für Reinraum Quereinsteiger<br />

Veranstaltungsort: Rheinfelden (CH)<br />

Veranstalter: Swiss Cleanroom Concept GmbH<br />

Datum: 25.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong> - 26.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Lufttechnik in der Industrie<br />

Veranstaltungsort: Berlin<br />

Veranstalter: VDI Wissensforum GmbH<br />

Datum: 27.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Webinar: GMP Grundprinzipien - Freebie<br />

Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

Datum: 30.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Webinar GMP Kompakt Qualifizierung und Validierung<br />

Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

Datum: 31.<strong>01</strong>.<strong>2023</strong> - 02.02.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Experte für GMP Auditing: Regelwerke, Ablauf und Kommunikation<br />

Veranstaltungsort: Unna bei Dortmund<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

MEHR …<br />

Veranstaltungen<br />

im Februar <strong>2023</strong><br />

Datum: <strong>01</strong>.02.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Excel-Auswerteblätter im Labor<br />

Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

MEHR …<br />

Datum: <strong>01</strong>.02.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Anforderungen an die Sterilisation<br />

Veranstaltungsort: Rheinfelden (CH)<br />

Veranstalter: Swiss Cleanroom Concept GmbH<br />

MEHR …<br />

Datum: <strong>01</strong>.02.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Reinraum-Sprechstunde<br />

Veranstaltungsort: online<br />

Veranstalter: Cleanroom Future<br />

MEHR …


www.reinraum.de<br />

NEWSLETTER<br />

www.cleanroom-online.com Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>01</strong>-<strong>2023</strong> | Seite 67/67<br />

Veranstaltungen<br />

im Februar <strong>2023</strong><br />

Datum: 02.02.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Reinigungsvalidierung im GMP-Umfeld<br />

Veranstaltungsort: Rheinfelden (CH)<br />

Veranstalter: Swiss Cleanroom Concept GmbH<br />

Datum: 06.02.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Webinar: GMP Grundprinzipien<br />

Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

Datum: 07.02.<strong>2023</strong> - 09.02.<strong>2023</strong><br />

Tagung<br />

Pharma-Ingenieur/in (PT 25) - Block II - Live Online Seminar<br />

Veranstaltungsort: online<br />

Veranstalter: CONCEPT HEI<strong>DE</strong>LBERG GmbH<br />

MEHR …<br />

Datum: 07.02.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

GMP Basistraining<br />

Veranstaltungsort: Olten (CH)<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

Datum: 08.02.<strong>2023</strong> - 09.02.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Computervalidierung: Grundlagen, Regeln, GAMP 5<br />

Veranstaltungsort: Wiesbaden<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

Datum: 09.02.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

GMP Pre-sterilized Packaging Material - Requirements and<br />

Challenges for RTU / RTS Products - Live Online Training<br />

Veranstaltungsort: Heidelberg<br />

Veranstalter: CONCEPT HEI<strong>DE</strong>LBERG GmbH<br />

MEHR …<br />

Datum: 14.02.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Single-Use Disposables - What you need to know - Live Online Training<br />

Veranstaltungsort: Online<br />

Veranstalter: CONCEPT HEI<strong>DE</strong>LBERG GmbH<br />

MEHR …<br />

Datum: 14.02.<strong>2023</strong> - 15.02.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

GMP-regulierte Reinräume<br />

- Lufttechnische Messungen und Qualifizierung<br />

Veranstaltungsort: Nürtingen<br />

Veranstalter: VDI Wissensforum GmbH<br />

Datum: 15.02.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Fundamentals of Visual Inspection<br />

- Live Online Training<br />

Veranstaltungsort: online<br />

Veranstalter: CONCEPT HEI<strong>DE</strong>LBERG GmbH<br />

Datum: 15.02.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Webinar: Quarantänehandling in der Pharma<br />

Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

Datum: 22.02.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Qualifizierung<br />

Veranstaltungsort: Olten (CH)<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

Datum: 23.02.<strong>2023</strong><br />

Webinar<br />

Herstellung und Abweichungen<br />

Veranstaltungsort: Unna<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

Datum: 23.02.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Validierung<br />

Veranstaltungsort: Olten (CH)<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

Datum: 23.02.<strong>2023</strong><br />

Seminar<br />

Hygiene in der Praxis<br />

Veranstaltungsort: Osnabrück<br />

Veranstalter: PTS Training Service<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

MEHR …<br />

Impressum:<br />

W.A. Schuster GmbH / reinraum online · Mozartstraße 45 · D 7<strong>01</strong>80 Stuttgart · Tel. +49 711-9640350 · Fax 9640366<br />

info@reinraum.de · www.reinraum.de · GF Dipl.-Designer Reinhold Schuster · Stgt, HRB 14111 · USt.-IdNr. <strong>DE</strong> 147811997<br />

Originaltexte und Bilder:<br />

Die namentlich gekennzeichneten Beiträge stehen in der Verantwortung des jeweiligen Autors. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung<br />

der Redaktion und mit Quellenangabe gestattet. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Abbildungen übernimmt der Herausgeber keine<br />

Haftung. Dem Herausgeber ist das ausschließliche, räumliche, zeitliche und inhaltlich eingeschränkte Recht eingeräumt, den Beitrag in unveränderter<br />

oder bearbeiteter Form für alle Zwecke beliebig oft zu nutzen oder Dritten zur Nutzung zu übertragen. Dieses Nutzungsrecht bezieht sich auf Print- und<br />

elektrische Medien (Internet, Datenbanken, Datenträger aller Art).

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!