Liebes Team von Tier will (d) - Tierschutz Willich eV

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Liebes Team von Tier will (d) - Tierschutz Willich eV

Das Fressverhalten unserer Hunde

Lecker, lecker!!! Einen Moment mal. Wie frisst denn der

Der Hund – mein Hund – ein Beutegreifer? Oder

schlimmer noch: ein Raubtier? Das höre ich nicht

gerne. Dass er vom Wolf abstammt – na klar, das

habe ich ja bereits in der Schule gelernt. Aber

mein Liebling ein Raubtier? Naja. Wird da nicht

ein bisschen übertrieben? Ich gehe der Sache mal

nach und finde folgendes:

Ja, der Wolf ist der Vater des Hundes. Ja, der

Hund besitzt dieselben Instinkte wie der Wolf. Nein,

der Hund zieht, wenn er bei Menschen lebt nicht

mehr täglich los um sein Futter zu besorgen. Er

ist „domestiziert“ wie es so schön heißt, also dem

heutigen Leben mehr oder weniger angepasst. Ja,

und das macht den ein oder anderen vielleicht auch

stutzig, er besitzt aufgrund derselben Instinkte,

dieselben Verhaltensweisen, denn die wachsen aus

den Instinkten hervor.

Da sind zum Beispiel: Das Jagdverhalten,

im sozialen Verbund eines Rudels zu leben, ein

Revier haben zu müssen um dort mit dem Rudel in

Sicherheit leben und die Beute jagen und fressen

zu können. Das alles auf den modernen Hund

übertragen sieht tatsächlich ähnlich aus.

Schauen wir doch mal genauer auf den Jagdinstinkt:

Mein Hund fängt Fliegen, er hat auch

schon mal den Mülleimer durchsucht oder auch

das alte Brötchen im Gebüsch erschnüffelt…

�� Im Rudel leben: mit einem oder mehreren

Menschen, Hunden, weiteren Tieren…

�� Ein Revier: die Wohnung, das Haus, der Garten/

Hof oder ähnliches.

�� Das Fressen: da liegt Futter im Napf… oder mit

Herrchen oder Frauchen zur Jagd gehen, durch

eine imitierte Jagd zum Futter kommen…

Wolf? Er frisst grundsätzlich so viel er braucht, in

so kurzer Zeit wie er es schafft und die Reihenfolge

wer wann fressen darf hängt unter anderem davon

ab, wie viel Beute da ist. Ist nur wenig Beute da

entscheidet die Rangfolge. Dann beginnt der „Chef“,

der Leitwolf. Bei Futterknappheit frisst er als Erster

die besten Stücke und die anderen warten und

liegen auf der Lauer, wann sie endlich auch fressen

dürfen. Was bedeutet das für unsere Hunde? Es

bedeutet, dass unser Hund ebenfalls mit Appetit

fressen sollte – und zwar sobald er darf.

Ein Beispiel: Der Mensch setzt seinem Hund

seinen Napf vor. Dann ist es ein natürliches Verhalten,

dass der Hund seinen Napf leert. Was ist, wenn er

das nicht macht? Dafür gibt es unterschiedliche

Gründe. Ein häufig Auftretender ist dieser: Wenn

beispielsweise der Napf erst geleert wird wenn der

Mensch nachmittags von der Arbeit zurückkommt

und anwesend ist, kann das bedeuten, dass er als

Erster frisst, er hat etwas zu fressen, der Mensch

nicht. Es findet eine hündische Unterhaltung statt,

die der Mensch oft nicht versteht, nicht zu deuten

weiß oder schlichtweg das hündische Verhalten

vermenschlicht.

„Er liebt es halt in Gesellschaft zu essen…“.

Aber ist es nicht eher damit zu vergleichen, dass

unser Hund als „Chef“, als Leitwolf beginnt? Er frisst

genüsslich, hält uns eventuell dabei im Blick, wir

scheinen zu warten, weil wir sogar noch zuschauen

und uns freuen, dass er heute doch noch frisst.

Und für unseren Hund scheint es, als würden wir

warten und auf der Lauer liegen, wann wir endlich

auch fressen dürfen.

Sollten Sie dieses oder ähnlich Fressverhalten

bei Ihrem Hund beobachten und hierzu mehr

erfahren wollen oder auch Fragen haben, laden

wir Sie herzlich zu unserem Informationsabend

mit dem Thema

„Fressverhalten des Hundes“

am Mittwoch

den 12.Dezember 2012 ein.

Start: 19:30 Uhr Veranstaltungsort: Hundeschule

Holger Krasemann, Grenzweg 110, 47877 Willich.

Beitrag: € 5,00

Judith Krasemann

Seite 10 | November 2012 TIERSCHUTZ FÜR WILLICH e.V.

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