Rückkehr in den Beruf nach Krankheit oder Unfall - BFW Bad ...

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Rückkehr in den Beruf nach Krankheit oder Unfall - BFW Bad ...

2. Chance

2011/2

Rückkehr in den Beruf

nach Krankheit oder Unfall

www.zweite-chance.info

2.Chance auch auf Facebook

EIN FREUNDLICHER SERVICE VON:

Leben

Lernen

Arbeiten

Nach Krankheit das Leben

neu geordnet

Gelungener Neustart nach

beruflicher Reha Seite 2

Wenn der Rücken

nicht mehr kann

Umschulung als Chance genutzt Seite 5


Arbeitsunfähigkeit

Nach Krankheit das

Leben neu geordnet

Gelungener Neustart nach beruflicher Reha

„Sie werden wohl nicht mehr auf Bäumen herum klettern“, scherzte sein Arzt.

Michael Mrozinski war in diesem Moment aber gar nicht nach Lachen zumute:

Der gebürtige Dortmunder arbeitete 15 Jahre im Garten- und Landschaftsbau

– bis sein Herz ihm zunehmend Probleme bereitete. Er musste seinen Wunschberuf

aufgeben. Doch eine berufliche Rehabilitation half weiter: Heute macht

Michael Mrozinski genau das, was er gut kann – auch wenn der Kontrast zwischen

dem alten und neuen Beruf größer nicht sein könnte.

Fast ein ganzes

Jahr war er wegen

seiner Herzschwäche

arbeitsunfähig.

Anfangs plagte ihn

nur ein starker Husten,

die Ärzte sprachen

von Bronchitis.

Michael Mrozinski

dachte, er habe sich erkältet. Doch er fühlte

sich zunehmend erschöpft und schwach,

bekam plötzlich Luftnot. Sein Arzt überwies

ihn in die Klinik. Die Diagnose: Herzinsuffizienz

mit Herzrhythmusstörungen. Der

stark Übergewichtige begann, sein Leben

vollständig umzukrempeln: Keine Zigaretten

mehr, keinen Alkohol, dafür mehr Bewegung

und eine ausgewogene Ernährung:

„Ich werde zwar niemals auf den Mount

Everest steigen können, aber mir geht’s

wieder gut“, ist der heute 40-Jährige mit

seinem Schicksal versöhnt. Maßgeblichen

Anteil daran hatte die erfolgreiche Umschulung

in einem Berufsförderungswerk (BFW):

Weil der gelernte Gärtner seinen Beruf aus

gesundheitlichen Gründen aufgeben musste,

stellte er bei seinem Rententräger einen

Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Theorie und Praxis eng verzahnt

Im Berufsförderungswerk Dortmund machte

er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann,

die ihn sofort begeistert hat: „Gerade

im kaufmännischen Bereich kommt es auf

die Erfahrung an. Den Kundenkontakt kann

man schließlich nicht nur in der Theorie

lernen.“ Die Umschulung beinhaltete eine

lange Praxisphase, die er in einem Modegeschäft

für Herren-Übergrößen absolviert

2.Chance 2011/2

hat. Dort hat er so überzeugt, dass er bereits

vor Abschluss seiner Ausbildung ein

Jobangebot bekam.

Da Michael Mrozinski selbst mit Übergewicht

zu kämpfen hat, kennt er die Probleme

und Bedürfnisse, die viele seiner Kunden haben,

aus eigener Erfahrung.

An Mode war er immer schon interessiert.

Allerdings war es für ihn oft schwierig,

passende Kleidung zu bekommen. Eine

gute Beratung war dann Gold wert. Und

genau das macht er nun selbst: „Ich habe

das gefunden, was ich gut kann: Beraten

Der Weg in Arbeit führt über berufliche Reha

Sind Sie krank

und eventuell

arbeitslos?

Stellen Sie einen

Antrag auf

Rehabilitation*

Rückkehr

in den

Arbeitsmarkt

Berufliche Reha

z. B. im BFW

und Verkaufen.“ Dass er dabei sehr kommunikativ

sei, komme ihm als Verkäufer

jedenfalls zugute.

Das Berufsförderungswerk habe ihn aufgrund

der Verbindung von Theorie und

Praxis optimal auf seinen Beruf vorbereitet:

„Man sieht genau, warum man was

gelernt hat und wie man es anwenden

kann.“ Seinem alten Beruf trauert der Naturfreund

nicht mehr nach. „Nur der Geruch

von frisch gemähtem Rasen, der fehlt

manchmal ein bisschen.“

Bundesagentur

für Arbeit

Unfallversicherung

Rentenversicherung

Jobcenter der

ARGEN

Antrag bewilligt

* Der Antrag heißt „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“


Mit neuem Selbstbewusstsein

zurück in den Beruf

Neue Perspektive durch IBRH-Maßnahme

Mechthild Soppe hatte immer ein offenes Ohr für die Kinder, spielte und lachte mit

ihnen und kümmerte sich liebevoll um sie. Über 12 Jahre arbeitete die gelernte Erzieherin

in einer Tageseinrichtung: „Das war mein absoluter Traumberuf.“ Doch dann

erlitt die heute 46-Jährige einen Hörverlust – das machte die Arbeit im Kindergarten

unmöglich. Im BFW Dortmund nahm sie an der hörtechnischen Grundqualifizierung

teil und hat heute, neben neugewonnenem Selbstbewusstsein, auch einen neuen Job

– als Assistentin der Geschäftsleitung in einer Apotheke.

Seit ihrem 18. Lebensjahr leidet Mechthild

Soppe an Morbus Menière, einer Erkrankung

des Innenohrs. Lange Zeit lebte sie damit

weitgehend problemlos. Erst in den letzten

Jahren kam es immer wieder zu Schwindelattacken,

Übelkeit, Erbrechen: Ihr Hörvermögen

auf dem linken Ohr verschlechterte

sich kontinuierlich. Letztes Jahr dann ein

Hörverlust auf dem rechten Ohr – für die Erzieherin

eine Katastrophe: „Das war für mich

Stress pur, ich habe die Kinder nicht mehr

verstanden.“ Die Hörgeräte konnten das

Defizit nicht ausgleichen, im Gegenteil: Sie

ver stärkten die Geräuschkulisse im Kindergarten

so sehr, dass Mechthild Soppe nicht

mehr in der Lage war, die Stimmen zu filtern.

Sie musste ihren Traumberuf aufgeben.

Die hörtechnische Grundqualifizierung innerhalb

der IBRH-Maßnahme (Integrative

Berufliche Rehabilitation von Personen mit

Hörbehinderung) im BFW Dortmund gab

ihr wieder eine neue Perspektive. Die Mutter

zweier Kinder hat gelernt, mit ihrer Behinde-

IBRH

Mehr Lebensqualität durch Integration

IBRH richtet sich an Menschen, die eine

Hörbeeinträchtigung haben und ihren bisherigen

Beruf nicht mehr ausüben können.

Auch Betroffenen, die behinderungsbedingt

keinen Arbeitsplatz finden, bietet IBRH die

Möglichkeit zur beruflichen Integration.

Bestandteile sind:

RehaAssessment®

Abklärung der Eignung und Neigung für

eine berufliche Tätigkeit

rung umzugehen und die Kommunikation

mit ihrer „hörenden Umwelt“ zu optimieren:

Ihr Hörgerät wurde neu eingestellt und

allein dadurch war schon eine deutliche

Verbesserung möglich. Vorher, erinnert sich

Mechthild Soppe, habe sie immer versucht,

ihre Krankheit zu überspielen: „Ich habe versucht,

möglichst viele Informationen mitzubekommen.

Es sollte keiner merken, dass

ich nichts verstanden habe.“ Und wenn es

dann doch mal jemand gemerkt hat: „ Das

war mir dann total peinlich, ich habe mich

total unsicher gefühlt im Umgang mit anderen

Menschen, hatte Hemmungen.“ Drei

Monate wohnte die geborene Weselerin im

BFW, bekam psychologische und audiotherapeutische

Hilfe: „Das hat mir wieder Selbstbewusstsein

gegeben.“ Inzwischen traut sie

sich, häufiger nachzufragen – oft sogar ohne

sich zu schämen.

Als Assistentin der Geschäftsleitung arbeitet

Mechthild Soppe heute in einer Apotheke

in Dorsten, wo sie sich um Personalfra-

Hörtechnische Grundqualifizierung

Entwicklung einer individuellen Hörtaktik,

unter anderem: Mund ablesen, technische

Hilfen, Kommunikationstraining, logopädische

und psychologische Begleitung

Individuelle Qualifizierung und Integrationsunterstützung

2-jährige Berufsausbildung, Individualmaßnahmen

oder Teilqualifizierung

Integration am Arbeitsplatz

Bewerbungsstrategie, Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche,

Abstimmung mit dem

künftigen Arbeitgeber

Berufliche Reha:

Individuelle Angebote

für den Weg zurück in Arbeit

2.Chance

gen und die Buchhaltung kümmert. Eine

entsprechende Teilqualifizierung hat sie in

einer wohnortnahen Bildungseinrichtung

in Bocholt gemacht. Das BFW habe sie auf

ihrem Weg in die neue Zukunft sehr gut unterstützt:

„Ich habe wertvolle Erfahrungen

gemacht und Lösungsmöglichkeiten an die

Hand bekommen, um meinen Alltag bewältigen

zu können.“ Die 46-Jährige ist glücklich

über ihren beruflichen Neuanfang.

Jeder Mensch ist anders – jeder Weg in

Krankheit und Arbeitslosigkeit auch.

Das Sozialgesetzbuch IX benennt in

§ 35 ausdrücklich Berufsförderungswerke

als spezielle Reha-Einrichtungen.

Die 28 Deutschen Berufsförderungswerke

halten eine Vielzahl

verschiedener Angebote vor, um

Betroffenen neue Perspektiven für

die Rückkehr in das Arbeitsleben zu

ermöglichen:

Vollausbildungen mit

anerkanntem Abschluss

Kurzzeit-Qualifizierungen

Wohnortnahe

Integrationsmaßnahmen

Betriebliche Rehabilitation

Bewerbertrainings

Vermittlungsaktivitäten

Mehr Informationen auf Seite 6

2.Chance 2011/2

3


Tipps vom Rechtsexperten

Dr. Frank Bräutigam, Moderator

„ARD-Ratgeber Recht“

2.Chance: Viele Menschen verlieren in

Folge einer langwierigen Erkrankung

ihren Arbeitsplatz. Welche Möglichkeiten

hat der Gesetzgeber geschaffen, damit

Betroffene eine neue Chance im Arbeitsleben

bekommen?

Dr. Frank Bräutigam: Für kranke bzw. von

Behinderung bedrohte Menschen hat der

Gesetzgeber Hilfen vorgesehen, damit sie ihren

Arbeitsplatz erst gar nicht verlieren oder

schnell einen neuen finden. Dieser Rechtsanspruch

findet sich im Sozialgesetzbuch

(SGB) IX, § 33: Danach sind für Betroffene

Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines

Arbeitsplatzes einschließlich Beratung und

Vermittlung vorgesehen, eine Berufsvorbereitung

einschließlich einer erforderlichen

Grundausbildung, eine berufliche Anpassung

und Weiterbildung oder eine berufliche

Ausbildung.

Wie erhalten Betroffene diese Leistungen

zur Rückkehr ins Arbeitsleben?

Sie müssen einen Antrag auf „Leistungen zur

Teilhabe am Arbeitsleben im Sinne des SGB

IX“ stellen. Das können sie bei der Bundesagentur

für Arbeit, den Trägern der Rentenversicherung,

der gesetzlichen Unfallversicherung

oder bei der öffentlichen Sozialhilfe

und Jugendhilfe tun. Wer unsicher ist, wo er

seinen Antrag stellen soll, kann sich bei den

Agenturen für Arbeit oder den Rentenversicherungsträgern

beraten lassen.

Es gibt eine große Zahl von gesundheitlich

eingeschränkten ALG II-Empfängern.

Können diese auch in den Jobcentern der

ARGE einen Antrag stellen?

Ja. Auch die ARGEn sind Leistungsträger für

Maßnahmen zur beruflichen Reha, so legt

es das SGB II, § 16 fest. In den meisten Fällen

erstellt dann die Bundesagentur für Arbeit einen

Eingliederungsplan mit konkreten Maß-

2.Chance 2011/2

Ihr gutes

Recht!

Arbeitslosigkeit und Krankheit sind schwere Schicksalsschläge.

Doch der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen,

damit Menschen nach einer Erkrankung oder einem Unfall

wieder zurück in den Arbeitsmarkt finden. ARD-Rechtsexperte

Dr. Frank Bräutigam beantwortet häufig gestellte Fragen:

nahmen. Sie unterrichtet dann wiederum die

ARGEn und die gewähren dann Leistungen

wie z.B. die Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben.

Das heißt: Auch Hartz-IV-Empfänger

können einen solchen Antrag stellen.

Was müssen Betroffene bei der Antragstellung

beachten?

Der Antrag wird bei einem Rehabilitationsträger

gestellt. Der prüft, ob die Voraussetzungen

für eine Förderung gegeben sind.

Voraussetzung ist, dass eine Behinderung

besteht, eintritt oder droht, die mindestens

6 Monate andauern wird, oder wegen der

Behinderung besondere Hilfen für Beruf

und Ausbildung notwendig sind. Der Antragsteller

selbst hat eine Mitwirkungspflicht,

d.h. er muss Termine wahrnehmen

und die erforderlichen Angaben zu seiner

Person, Gesundheit sowie seinem beruflichen

Werdegang machen. Außerdem

muss er eine Einwilligungserklärung zur

Entbindung der Schweigepflicht der behandelnden

Ärzte vorlegen sowie seine Sozialversicherungsnachweise.

Was passiert, wenn der Antrag auf berufliche

Reha abgelehnt wird?

Dann kann der Betroffene innerhalb eines

Monats Widerspruch einlegen – entweder

schriftlich oder persönlich bei der Widerspruchsstelle,

wo sein Widerspruch dann

niedergeschrieben wird. Grundsätzlich kann

jeder, der mit seinem Bescheid nicht einverstanden

ist, egal ob er bewilligt ist, oder

nicht, Widerspruch einlegen. Dann wird der

Antrag nochmal geprüft und der Betroffene

erhält einen schriftlichen Widerspruchsbescheid.

Gegen diesen kann er gegebenenfalls

beim Sozialgericht Klage einreichen.

Ist eine Kündigung im Krankheitsfall

zwangsläufig – oder gibt es Möglichkeiten

der Eingliederung?

Dass jemandem gekündigt wird, weil er

krank wird, ist nicht die Regel: Zwar kann

eine Krankheit Auslöser für eine personenbedingte

Kündigung sein, aber die ist sozial

nur dann gerechtfertigt, wenn die Entwicklungsprognose

negativ ist und die krankheitsbedingte

Beeinträchtigung dem Betrieb

nicht länger zugemutet werden kann. Wenn

dem Kranken gekündigt wird, dann müssen

alle Überbrückungsmöglichkeiten und alle

Möglichkeiten auf eine andere Beschäftigung

im Betrieb ausgeschlossen sein. Außerdem

sind Arbeitgeber nach SGB IX § 84 zum

betrieblichen Eingliederungsmanagement

ver pflichtet. Das heißt: Sind Beschäftigte

innerhalb eines Jahres länger als 6 Wochen

ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig,

muss der Arbeitgeber gemeinsam mit

dem Personal- oder Betriebsrat und mit Zustimmung

und Beteiligung des Betroffenen

versuchen, die Ursachen der Erkrankungen

zu beseitigen oder den Arbeitnehmer entsprechend

seinen gesundheitlichen Einschränkungen

einzusetzen. Dies gilt sowohl

für länger andauernde Arbeitsunfähigkeit,

als auch für häufige Kurzerkrankungen.

Fragen Sie unsere

Experten:

Haben Sie Anspruch auf eine berufliche

Reha? Was müssen Sie tun,

wenn ein Bescheid abgelehnt wird?

Fragen rund um das Thema beantworten

unsere Experten.

Internet:

www.zweite-chance.info

Hotline:

0800 / 222 000 3*

*Montags bis freitags 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr


Neue Perspektiven

Wenn der Rücken

nicht mehr kann

Umschulung als Chance genutzt

Ein schmerzhafter Bandscheibenvorfall sorgte für das vorzeitige Aus im

Beruf: Doch eine berufliche Reha in einem Berufsförderungswerk ebnete

Bianka Sparschuh den Weg zurück in den Arbeitsmarkt.

Kassieren, Abpacken

der Regale, Reinigung

der Filiale und Sauberhalten

des Parkplatzes:

Als Verkaufsstellenleiterin

einer

Aldi-Filiale kümmerte sich Bianka Sparschuh

eigentlich um alles. Bis starke Schmerzen

im Rücken jede Bewegung zum Albtraum

machten. Die Diagnose: schwerer Bandscheibenvorfall

im Lendenwirbelbereich. Nach

zwei Operationen konnte die aus Sachsen-

Anhalt stammende Frau zwar mit Hilfe einer

Lohnende Investition

in Gesundheit

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Mathias Brinkmann, Reha-Berater im Berufsförderungswerk

(BFW) Hamm, ist zusammen

mit Verwaltungsleiter Christian Eusterholz

verantwortlich für die Umsetzung des BEM

in der beruflichen Rehabilitationseinrichtung

der Lippestadt.

2.Chance: Wie finden betroffene Mitarbeiter

zu Ihnen, wenn ein Betriebliches Eingliederungsmanagement

angezeigt ist?

stufenweisen Wiedereingliederung an ihren

Arbeitsplatz zurückkehren – aber nur anderthalb

Jahre später machten sie starke Nervenschmerzen

und Lähmungserscheinungen

im rechten Bein erneut arbeitsunfähig: „Die

Ärzte sagten, dass meine Nervenstränge im

betroffenen Bereich völlig kaputt sind“, erinnert

sie sich. In einer erneuten OP wurde

ihr ein elektrischer Nervenstimulator eingesetzt,

der den betroffenen Nervenstrang

zum Gehirn unterbricht, so die Schmerzsymptome

ausschaltet und eine fast uneingeschränkte

Bewegung möglich macht.

Ist ein Mitarbeiter länger als sechs Wochen innerhalb einen Jahres krankgeschrieben,

sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, Hilfen zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeit

anzubieten. Ziel ist es, den Arbeitsplatz des betroffenen Mitarbeiters zu erhalten.

M. Brinkmann: Sind die krankheitsbeding ten

Fehlzeiten von mehr als 6 Wochen erreicht,

erhält der Betroffene über die Personalabteilung

die entsprechende Information. Auf

Wunsch des betroffenen Mitarbeiters lade

ich dann zu einem Gespräch ein. Das Angebot

ist freiwillig.

Werden alle Inhalte und Gespräche vertraulich

behandelt?

M. Brinkmann: Ja. Alle Gespräche unterliegen

der Schweigepflicht und den geltenden

Datenschutzrichtlinien. Auf Wunsch des Mitarbeiters

können Dritte hinzugezogen werden,

wie die Mitarbeiter- und Schwerbehindertenvertretung

oder externe Partner. Das

BEM ist für mich erst dann beendet, wenn

der Mitarbeiter und der Arbeitgeber mit den

gefundenen Lösungen zufrieden sind.

2.Chance

Als klar war, dass Bianka Sparschuh dauerhafte

körperliche Belastungen über fünf

Kilo keinesfalls mehr möglich sind, wurde

in der medizinischen Reha durch den Sozialdienst

die berufliche Rehabilitation mit der

Antragstellung auf Leistungen zur Teilhabe

am Arbeitsleben eingeleitet. Nach dem Erstgespräch

mit einer Reha-Fachberaterin der

Deutschen Rentenversicherung Bund wurden

in einer Berufsfindung im Berufsförderungswerk

Sachsen-Anhalt Eignungen und

Neigungen der heute 46-Jährigen geprüft.

Das Ergebnis: Bianka Sparschuh ist geeignet

für eine Umschulung zur Industriekauffrau

– eine zweijährige Ausbildung, die sie so erfolgreich

im BFW Sachsen-Anhalt abschloss,

dass sie direkt im Anschluss einen neuen Job

fand: Heute ist die zweifache Mutter als Industriekauffrau

bei der Firma fest angestellt,

in der sie auch das obligatorische Praktikum

absolvierte, das zu jeder Ausbildung im BFW

gehört.

Mit welchen Anliegen kommen die

Mitarbeiter zu Ihnen?

M. Brinkmann: Die Gründe und Krankheitsbilder

sind vielfältig. Folgendes Beispiel: Ein

Mitarbeiter ist lange Zeit erkrankt aufgrund

von Bandscheibenproblemen. Ziel ist es, den

Mitarbeiter stufenweise wieder voll einzugliedern.

Er muss künftig beschwerdefrei an

seinem Arbeitsplatz arbeiten können. Dazu

haben wir im konkreten Fall einen orthopädisch

angepassten Bürostuhl angeschafft und

individuelle Hilfsmittel für den Computerarbeitsplatz

ergänzt. Nach kurzer Zeit war der

Mitarbeiter wieder voll leistungsfähig und

der Arbeitsplatz konnte so erhalten werden.

Herr Eusterholz, als Verwaltungsleiter

haben Sie ja auch die Personalkosten im

Blick. Lohnt sich für den Arbeitgeber der

Kostenaufwand denn, um die Arbeitsplätze

zu erhalten?

C. Eusterholz: Auf jeden Fall. Wir erhalten ja

nicht nur den Arbeitsplatz, sondern sichern

zugleich das Fachwissen und die Kompetenz

des Mitarbeiters. Das kommt dem Arbeitgeber

zugute. Zudem sind die Kosten bei einer

Neubesetzung ungleich höher, die Einarbeitungszeit

nicht eingerechnet. Diese Investition

lohnt sich also, da sie eine Investition

in die Kontinuität und gleichbleibend hohe

Qualität der Arbeit ist.

2.Chance 2011/2

5


Service

Hier finden Sie

Ansprechpartner im BFW Bad Pyrmont

BFW Bad Pyrmont

Winzenbergstraße 43, 31812 Bad Pyrmont

Tel.: 05281 6010, Fax 05281 601-106

info@bfw-badpyrmont.de

www.bfw-badpyrmont.de

Allgemeine Ansprechpartnerin

Anmeldung und Information

Edda Schönfeld, Tel.: 05281 601-141

RehaAssessment ® (Orientierung/ Finden einer neuen Perspektive)

Joachim Wieck, Tel.: 05281 601-218

Fachbereich Kaufmännisch-verwaltende Berufe

Peter Glüsen, Tel.: 05281 601-242

Fachbereich Berufe der Druck- & Medienindustrie und Handwerk

Olaf Gorniak, Tel.: 05281 601-252

Fachbereich Berufe des Gesundheitshandwerks

Ralf Gröger, Tel.: 05281 601-250

Infotage 2011/2012:

06. Oktober 03. November 01. Dezember

05. Januar 02. Februar 01. März 29. März

Stiftung des Landes Niedersachsen

Die Stiftung des Landes Niedersachsen für berufliche

Rehabilitation mit ihren beiden Berufsförderungswerken

Bad Pyrmont und Weser-Ems in Bookholzberg

bietet Ihnen eine direkte Unterstützung an.

Wir sind für Sie da, wenn Sie aus gesundheitlichen

Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben können

und in das Berufsleben zurückkehren wollen. Unsere

Kernaufgaben sind die Orientierung, Umschulung

und Vermittlung.

Orientierung und Qualifizierung

Wir bieten Ihnen ein umfangreiches Angebot von

Orientierungsmaßnahmen, Vorbereitungslehrgängen

und Umschulungen an. Neben der nötigen

Fachkompetenz erweben Sie in individuellen und

passgenauen Maßnahmen umfangreiche Sozial-

und Sozial- und Gesundheitskompetenzen.

2.Chance 2011/2

Hilfe & Beratung

Integration und Vermittlung

Während und nach der Umschulung werden Sie bei

der Integration und Vermittlung durch Ausbilder

und Integrationsbeauftragte intensiv unterstützt.

Bundesweite Kontakte werden für die Vermittlung

in Arbeit genutzt.

Unterstützung als besonderes Extra

Neben der Ausbildung bieten wir ihnen in den

Berufsförderungswerken Bad Pyrmont und

Weser-Ems fachkompetente Unterstützung durch

Sozialpädagogen, Psychologen und Ärzte an.

Stiftung des Landes Niedersachsen für berufliche

Rehabilitation Berufsförderungswerke

Bad Pyrmont und Weser-Ems

Jörg Barlsen,

Geschäftsführer

Tel.: 05281 601-101

Tel.: 04223 72-100

Ansprechpartner im BFW Weser-Ems

BFW Weser-Ems

Apfelallee 1, 27777 Bookholzberg

Tel.: 04223 720, Fax: 04223 72-105

info@bfw-weser-ems.de

www.bfw-weser-ems.de

Allgemeine Ansprechpartnerin

Anmeldung und Information

Margret Schulten, Tel.: 04223 72-203

RehaAssessment ® (Orientierung/Finden einer neuen Perspektive)

Rolf Schönfeld, Tel.: 04223 72-433

Fachbereich Gesundheits- und soziale Berufe

Rolf Lipphardt , Tel.: 04223 72-327

Fachbereich kaufmännische Berufe

Jürgen Scheele, Tel.: 04223 72-334

Fachbereich Metall- und Elektroberufe

Marit Menninga, Tel.: 04223 72-361

Infotage 2011/2012:

04. Oktober 01. November 06. Dezember

03. Januar 07. Februar 06. März 27. März

Unser Angebot

Berufsfindung und Arbeitserprobung

Rehavorbereitung

Ausbildung/Umschulung

Kaufmännische und verwaltende Berufe

Berufe des Gesundheits- und Sozialwesens

Technische Produktdesigner und Techniker

Automaten- und Metallberufe

Handwerkliche Berufe

Druck- und Medienberufe

Auskunfts- und Beratungsstellen finden Sie in jeder

größeren Stadt. Ansprechpartner sind u. a. die

Deutsche Rentenversicherung, die Agenturen für Arbeit

und JobCenter, ggfs. auch Ihre Krankenkasse.

Aktuelle Adressen erhalten Sie im Internet unter

www.deutsche-rentenversicherung.de

unter Beratungsstellensuche.


Service

Wieder fit

für den Alltag

Ganzheitliche Rehabilitation

beginnt mit der medizinischen Reha

Ob Herzinfakt, Bandscheiben-OP oder Depression: Nach einem Unfall oder einer

schweren Erkrankung will jeder möglichst rasch wieder auf die Beine kommen und

gesund werden. Ein Ziel, das mit der richtigen medizinischen Rehabilitation viel besser

gelingt: Hier tanken Patienten neue Kraft und lernen, ihren Alltag wieder zu bewältigen.

Seinen Ursprung hat der Begriff Rehabilitation

im Lateinischen – wörtlich übersetzt

„wieder tauglich machen“. Im allgemeinen

Sprachgebrauch wird jedoch meist „Wiederherstellung“

verwendet. Nach einem Unfall

oder einer Akutbehandlung im Krankenhaus,

bei schweren Erkrankungen oder gravierenden,

seelischen Störungen setzt die

medizinische Rehabilitation da an, wo ein

Mensch einen wichtigen Teil seines Lebens

verloren hat: bei der Selbstständigkeit. So

auch bei Brigitte K.: Nach einer Operation,

in der ihr ein neues Hüftgelenk eingesetzt

wurde, wappnete sich die 49-Jährige in einer

Spezialklink für die Rückkehr in den Alltag:

„Ich musste das Gehen erst wieder neu

erlernen.“ Schritt für Schritt: Wassergymnastik,

Gangschule, Muskeltraining, Massage.

Schließlich muss das Kunstgelenk mitmachen,

wenn es zuhause wieder ans Treppensteigen

geht. „Ohne die Reha hätte ich

Angst gehabt, das neue Gelenk überhaupt

zu belasten“, sagt die ehemalige Floristin.

Weder Kur noch Krankenhaus light

Deshalb ist medizinische Rehabilitation so

wichtig: Patienten bekommen hier die Hilfen

an die Hand, die sie unterstützen, mit

ihrer Erkrankung zu leben: Frischoperierte

üben, mit einem neuen Hüftgelenk Treppen

zu steigen, Herzinfarktpatienten steigern

unter ärztlicher Aufsicht allmählich

ihr Alltagspensum, Schlaganfallpatienten

trainieren gegen ihre Lähmung an. Wenn

es medizinisch notwendig ist, genehmigen

die Kassen oder Rentenversicherungsträger

dafür in der Regel drei Wochen. Für Reha-Patienten

bedeutet das einen dicht gespickten

Stundenplan: Krankengymnastik, Beschäfti-

gungs-Therapie, Ergometertraining, psychologische

Beratung, Kochkurse oder medizinische

Vorträge und Patientenschulungen

stehen täglich auf dem Programm – medizinische

Reha ist weder Urlaub noch Krankenhaus

light, sondern wichtiges Standbein der

im Krankenhaus begonnenen Therapie. Oft

gehen Patienten direkt nach dem Krankenhausaufenthalt

in die Reha, dann sprechen

die Experten von einer Anschlussrehabilitation

– kurz AR.

Enge Verzahnung mit

beruflicher Reha

Die Bewältigung einer Krankheit oder die

Besserung von Beschwerden mit medizinischer

Unterstützung ist oft nur ein Teil

der Wiederherstellung: Trotz der Unterscheidung

in „medizinische“, „berufliche“

und „soziale Rehabilitation“ stehen die einzelnen

Bereiche nicht isoliert nebeneinander

– eine ganzheitliche Rehabilitation ist

vielmehr ein Prozess, in dem die einzelnen

Phasen ineinander greifen und sich gegenseitig

ergänzen. Insbesondere die berufliche

Rehabilitation ist eine wichtige Etappe des

Weges, auf dem Betroffene ihre Selbstständigkeit

und Lebensqualität zurückgewinnen:

Idealerweise wird die Wiedereingliederung

in das Arbeitsleben noch während

der medizinischen Rehabilitation initiiert.

Die enge Verzahnung verhindert lange Wartezeiten

und fördert frühzeitig die Entwicklung

neuer Lebens- und Berufsperspektiven.

So auch bei Brigitte K.: Bereits während der

medizinische Reha wurde deutlich, dass sie

ihren Beruf im Blumenladen künftig nicht

mehr ausüben können wird – die gelernte

Floristin stellte bei ihrem zuständigen

2.Chance

Rententräger einen Antrag auf Leistungen

zur Teilhabe am Arbeitsleben und damit

die Weichen für ihre berufliche Zukunft. In

einem Berufsförderungswerk schulte sie

erfolgreich um und steht heute nicht mehr

hinter dem Tresen, sondern wickelt im Büro

„ihres“ Blumen ladens unter anderem den

Einkauf ab.

Der Weg zur

Reha

1. Der Arzt bescheinigt, dass Sie

eine medizinische Reha benötigen.

2. Sie stellen einen Antrag beim

zuständigen Kostenträger. Fragen

Sie Ihren Arzt, ob er Ihnen

hilft. Anträge erhalten Sie bei

Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger

oder im Internet.

3. In einem offiziellen Bescheid

teilt der Kostenträger Ihnen

schriftlich mit, ob die Reha bewilligt

wurde und wo sie stattfinden

soll.

4. Widerspruch einlegen können

Sie, wenn der Kostenträger die

Reha abgelehnt hat oder Sie

mit der Klinikauswahl unzufrieden

sind. Dabei unbedingt die

Fristen beachten! Innerhalb

eines Monats muss der schriftliche

Widerspruch beim zuständigen

Kostenträger eingehen.

2.Chance 2011/2

7


ArzneiundRauschmittel

Gartengerät

z.

Bewässerung

Deponie

für radioaktive

Stoffe

Schöpflöffel

bibl.

Stammvater

(Arche)

niederländ.Königshaus

Brustknochen

ein

Marder

Flachs,

Faserpflanze

Frauengestalt

bei

Lessing

Strick

Schwermetall

strömen

in höherem

Maß,

größerer

Menge

Schreibart;Kunstrichtungbeschuldigen,bezichtigen

norddt.:

ungezogenes

Kind

6

Schichtwechsel

4

2.Chance 2011/2

4

Skilanglauf:

Bahn,

Spur

9

Beleuchtungsart

undichte

Stelle

Feuer

fliederblau,hellviolett

Tastenmusiker

altnordischer

Gott des

Feuers

Furche,

Kerbe

Toby Terrier

Halbinsel

der

Danziger

Bucht

Gedenkstätte

9

10

somit,

mithin

britischerSagenkönig

Baumwollhemd

(engl.)

8

der

gleichen

Meinung

Göttervater

der

altnord.

Sage

spöttischerZeitungsartikel

Stadt in

Texas

(USA)

aufwärts,

nach

oben

sich dem

Nichtstun

hingeben

römischer

Kaiser

Stadt u.

Provinz

in Norditalien

Wertpapier

dünn,

zart

6

108

Chlorophyll

Gießgefäß

mit

Henkel

Brau-,

Kelterrückstände

Landkartenwerk

Geliebte

des Zeus

Triumphbogen

3 (T. S.)

7

Gewichtseinheit

Welcher Begriff

wird in unserem

Rätsel gesucht?

Die Buchstaben 1-10

verraten Ihnen, welcher Begriff

in unserem Rätsel versteckt ist.

Bitte senden Sie das Lösungswort

mit dem Stichwort „Rätsel“ bis

zum 29.02.2012 an neben stehende

Adresse ein. Unter allen Einsendungen

verlosen wir 4 x 100 Euro.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

hinnehmen,aushalten

enthaltsamlebender

Mensch

voll entwickelt;erwachsen

Versorgung

der

Tiere mit

Nahrung

amerik.engl.

Dichter

Unverheirateter

eigenartig

Lösungswort: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

2

Fremdwortteil:

fern

sportl.

Freizeitspaß

(ugs.)

2

türkische

Währungseinheit

Giftschlange

Weltmeer

3

zarte,

anmutige

Märchengestalt

zugespitzterHolzstamm

gesundheitlichbeeinträchtigt

Einfall,

Gedanke

kostbar;

menschlichvornehm

griechischerBuchstabe

männliche

Anrede

kleiner

Karpfenfisch,

Pfrille

1

wütende,

rasende

Frau

7

Vorsilbe:

zwischen

(lat.)

5

persönl.

Fürwort

(dritte

Person)

spanischeReisspeise

der Aristokratieangehörend

salopp:

Zechtour;

Feier

1

Lehrling

(Kurzwort)

Nachlassempfänger

Rassehund

Drama

von

Ibsen

germanischesSchriftzeichen

Betttuch

Fluss in

den Finn.

Meerbusen

Stadt

am

Mittelrhein

afrikanischer

Strom

5

Redaktion:

Werner Berndt,

Hartmut Kostens,

Hans Düker,

Dr. Maria Heinelt,

Melanie Kreier,

Mario Kreß,

Anja Kuhrt,

Uwe Mayer,

Christa Mischke,

Peter Maria Schäfer,

Matthias Ortmann,

Thorsten Schenk,

Michael Steuer,

Clemens Tillmann,

Vanessa Leßner,

Yara Weipert,

Georg Plange (v.i.S.d.P.)

Verlag:

TNP . Agentur für

Kommunikation

Redaktion „2.Chance“

Stichwort: Rätsel

Telefon: 0203 800 79 0

Fax: 0203 800 79 99

Postfach 130644

47106 Duisburg

2-chance@tnp-gmbh.de

Fotos:

Titel: BFW Oberhausen,

www.fotolia.de;

Innenteil: Privatfotos,

www.fotolia.de

(Seite 2, 4, 7),

www.istockphoto.com

(Seite 2)

Manchmal… Niemals … … entmutigen … …

lassen: Das … weiter! ?

ist das

geht es

Geheimnis!

anders …

? ?

www.zweite-chance.info

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