Die Kraft des Evangeliums 1/2020
Eine Ausgabe vom Missionswerk Voice of Hope
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DIE KRAFT DES<br />
EVANGELIUMS<br />
Eine Ausgabe vom Missionswerk Voice of Hope • 1/<strong>2020</strong><br />
• Gebet in dunklen Zeiten<br />
• Hoffnung in schweren Zeiten<br />
• Sibirien braucht Gottes Wort<br />
• Bibeln für Rumänien<br />
• Ein Verteidiger der Wahrheit
INHALT<br />
4<br />
8<br />
11<br />
14<br />
18<br />
Erbauung<br />
Gebet in dunklen Zeiten<br />
Sizilien<br />
Hoffnung in schweren Zeiten<br />
Sibirien<br />
Sibirien braucht Gottes Wort<br />
Rumänien<br />
Bibeln für Rumänien<br />
Ein Verteidiger der Wahrheit<br />
John F. MacArthur<br />
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JESUS – DER MANN<br />
DER SCHMERZEN<br />
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<strong>Die</strong>se Predigt von C. H. Spurgeon<br />
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EDITORIAL<br />
BEREIT SEIN<br />
für den Kampf<br />
Gibt es etwas Peinlicheres, als falsch gekleidet<br />
zu einer Veranstaltung zu kommen? –<br />
Vielleicht sind alle anderen in Anzug oder<br />
Abendkleid erschienen, und Sie kamen in Jeans<br />
und Pullover. Das kann schon ein unangenehmes<br />
Gefühl sein. Wenn wir falsch gekleidet auftauchen,<br />
besteht das Problem sicher meist darin,<br />
dass wir nicht verstanden haben, welchen Zweck<br />
die Veranstaltung hat.<br />
Manche Christen haben eine ähnlich falsche<br />
Erwartung vom Leben, die dazu führt, dass sie<br />
unangemessen gekleidet sind, und zwar dem<br />
Leben gegenüber. Sie gehen durchs Leben und<br />
erwarten, dass es ein Vergnügen werden soll.<br />
Deshalb sind sie in geistlicher Hinsicht nur leicht<br />
bekleidet und mit Sandalen ausgestattet; sie erwarten<br />
Sonne, Sand und Spaß. Sie sind nicht<br />
darauf vorbereitet, dass es zu einem Kampf<br />
kommen könnte, und dass harte Zeiten auf uns<br />
treffen könnten. Und wenn dies eintritt, fangen<br />
viele sofort an zu verzweifeln und über die Lebensumstände<br />
zu murren.<br />
Wenn einmal dunkle Zeiten auf uns treffen,<br />
was ist sofort unser erster Gedanke? »Das ist<br />
doch nicht gerecht! <strong>Die</strong>se Dinge sollten mir nicht passieren!<br />
Das Leben sollte nicht so hart sein!« Aber woher<br />
kommt dieser Gedanke? Wer sagt, dass das Leben<br />
nicht hart sein sollte? Allzu oft haben wir das<br />
Problem, dass wir eine falsche Erwartungshaltung<br />
bezüglich der Lebensumstände haben.<br />
Manche von uns können sich vielleicht an eine<br />
frühere Zeit in ihrem Leben erinnern, in welcher<br />
der Gehorsam und das Vertrauen Gott gegenüber<br />
irgendwie leichter erschienen. Aber manchmal<br />
befinden wir uns in einer dunklen Zeit <strong>des</strong> Lebens,<br />
in der wir mit vielen Herausforderungen<br />
und Schwierigkeiten konfrontiert sind, und in der<br />
die Freude am <strong>Die</strong>nst schon lange vergangen zu<br />
sein scheint. Welches Wort hat Gott nun für uns,<br />
das uns helfen wird, unsere Hoffnung und Treue<br />
auf lange Sicht aufrechtzuerhalten? Der Prophet<br />
Daniel ist für uns ein großes Vorbild darin, wie er<br />
Schwierigkeiten begegnete.<br />
In dieser Ausgabe lesen Sie den ersten Teil von<br />
Daniels »Gebet in dunklen Zeiten« sowie einen<br />
aktuellen Missionsbericht aus Sizilien. Des Weiteren<br />
berichten wir von einem neuen Projekt in<br />
Rumänien, und wie sich Gottes Wort dort verbreitet,<br />
wie auch in Sibirien. Wir haben uns entschieden,<br />
das Design unseres Magazins etwas zu<br />
verändern, aber auch einige andere Schwerpunkte<br />
zu setzen. Das Magazin »<strong>Die</strong> <strong>Kraft</strong> <strong>des</strong> <strong>Evangeliums</strong>«<br />
soll nicht nur über die Missionsarbeit<br />
berichten, sondern auch mehr erbauliche Artikel<br />
für Gläubige beinhalten. Lesen Sie hier zudem<br />
einen kurzen Lebensausschnitt von John MacArthur,<br />
und wie Gott ihn zum <strong>Die</strong>nst am Wort und<br />
an der Herde berufen hat.<br />
Ich wünsche Ihnen, dass Sie durch das Lesen<br />
dieser Berichte dazu ermutigt werden, gerade in<br />
dunklen Zeiten unserem Herrn und Heiland Jesus<br />
Christus zu vertrauen!<br />
Im Herrn verbunden,<br />
Niko Derksen (Pastor)<br />
voiceofhope.de | 3
Teil 1<br />
4 | <strong>Die</strong> <strong>Kraft</strong> <strong>des</strong> <strong>Evangeliums</strong> 1/20
ERBAUUNG<br />
Gebet<br />
IN DUNKLEN ZEITEN<br />
DANIEL 9,1-19<br />
Wenn Gott ein souveräner Gott ist, warum<br />
sollten wir dann beten? Mit anderen<br />
Worten: Wenn Gott alles im Voraus<br />
geplant hat und schon weiß, was Er morgen und<br />
übermorgen tun wird – was bringt es dann, auf<br />
die Knie zu gehen und um etwas zu bitten? Verschwenden<br />
wir nicht unsere Zeit damit, Gott anzuflehen,<br />
wenn der Ausgang <strong>des</strong> Geschehens bereits<br />
feststeht?<br />
Natürlich müssen wir zugeben, dass wir zu bestimmten<br />
Zeiten kaum ohne Gebet auskommen<br />
können. Man sagt, dass es in den Schützengräben<br />
keine Atheisten gibt, und die meisten von uns<br />
wissen aus eigener Erfahrung: Wenn das Leben<br />
besonders schwer wird, werden wir mit größerer<br />
Wahrscheinlichkeit mehr auf den Knien liegen<br />
als sonst.<br />
Wenn die Sonne scheint, denken wir vielleicht,<br />
dass es genüge, wenn wir einfach nur zu den Mahlzeiten<br />
ein kurzes Dankgebet für das Essen vor uns<br />
hinmurmeln. Aber in dunklen Zeiten schreien<br />
unsere Seelen ernsthaft nach Gott. Wir müssen es<br />
zusammen mit unseren Kindern lernen, dass unsere<br />
Gebete – selbst am Tisch – ernsthafte Gebete<br />
zu sein haben, nicht bloß ein auswendig gelerntes<br />
Kindergebet.<br />
Doch unsere Frage, die viele Menschen beschäftigt,<br />
ist die folgende: Wenn Gott ein souveräner<br />
Gott ist, warum sollten wir dann überhaupt<br />
beten?<br />
Dass wir beten sollen, ist uns aus der Schrift<br />
und von unserem eigenen Herzen her klar. Doch<br />
den Zusammenhang zwischen der Souveränität<br />
Gottes und dem Gebet sollten wir nicht in Frage<br />
stellen. Vielmehr besteht unser Problem darin,<br />
Gottes Souveränität zu begreifen. Es ist für uns<br />
notwendig, zu beten; aber können wir wirklich<br />
so intensiv beten, wie wir sollten, wenn wir glauben,<br />
dass Gott alle Dinge nach Seinem Ratschluss<br />
lenkt? Und in welcher Weise sollten wir beten,<br />
wenn wir uns in dunklen Zeiten befinden? Das<br />
sind Fragen, bei denen uns Daniel 9 weiterhelfen<br />
wird.<br />
DAS GEBET UND<br />
DAS WORT GOTTES<br />
Als Erstes fällt uns in unserem Bibeltext auf, dass<br />
Daniel durch das Lesen von Gottes Wort zum Beten<br />
angeregt wurde. Daniel hatte die Worte <strong>des</strong><br />
Propheten Jeremia gelesen – Worte »in den Schriften«,<br />
die er als »das Wort <strong>des</strong> HERRN an den Propheten<br />
Jeremia« (Dan. 9,2) bezeichnete.<br />
Hier sehen wir, wie Daniel die Inspiration und<br />
Autorität der Worte eines Propheten kaum mehr<br />
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als eine Generation nach ihrer Entstehung als Teil<br />
eines breiteren Kanons inspirierter Schriften anerkennt,<br />
nämlich der Heiligen Schrift.<br />
Damit gibt Daniel uns ein Vorbild für die Haltung,<br />
die wir seinen eigenen Visionen gegenüber<br />
haben sollten: Es sind die inspirierten »Schriften«,<br />
das geschriebene Wort <strong>des</strong> HERRN, das<br />
durch Seine Propheten gegeben wurde und das<br />
studiert, erforscht und als lebendiges Wunder<br />
Gottes angesehen werden sollte.<br />
Es handelt sich hierbei nicht einfach nur um<br />
einen interessanten und informativen alten Text<br />
oder eine Quelle verschiedener Informationen<br />
über die Kultur und den Glauben der Menschen in<br />
der Vergangenheit. Wir haben hier das lebendige<br />
Wort Gottes vor uns, die einzige maßgebliche und<br />
unfehlbare Richtschnur für unseren Glauben, unser<br />
Leben und unsere Lehre.<br />
Als Daniel die »Schriften« <strong>des</strong> Buches Jeremia<br />
las, fand er darin einen Hinweis darauf, dass<br />
die Verwüstung Jerusalems siebzig Jahre dauern<br />
würde. <strong>Die</strong> Stellen, über die er nachdachte, waren<br />
wahrscheinlich Jeremia 25,11-12 und Jeremia<br />
29,10:<br />
»<strong>Die</strong>ses ganze Land soll zu Trümmerhaufen, zur<br />
Wüste werden, und diese Völker sollen dem König von<br />
Babel dienen, 70 Jahre lang. Und es wird geschehen,<br />
wenn die 70 Jahre vollendet sind, dann will Ich an<br />
dem König von Babel und an jenem Volk ihre Schuld<br />
heimsuchen, spricht der HERR, auch am Land der<br />
Chaldäer, und Ich will es zur ewigen Wüste machen«<br />
(Jer. 25,11-12).<br />
»Fürwahr, so spricht der HERR: Wenn die 70 Jahre<br />
für Babel gänzlich erfüllt sind, werde Ich Mich euer<br />
annehmen und Mein gutes Wort, euch an diesen Ort<br />
zurückzubringen, an euch erfüllen« (Jer. 29,10).<br />
Mit diesen prophetischen Worten verkündete<br />
Jeremia, dass der Plan <strong>des</strong> Herrn darin bestand,<br />
dass Sein Volk wegen seiner Sünde 70 Jahre lang<br />
als Sklaven in Babylon dienen müsse; aber am<br />
Ende dieser Zeit würde Gott die Babylonier richten<br />
und Seinem Volk Hoffnung geben.<br />
Was Daniels Interesse an dieser Prophezeiung<br />
auslöste, war wahrscheinlich der schon geschehene<br />
Sturz <strong>des</strong> babylonischen Reiches durch die<br />
Meder und Perser und der Tod <strong>des</strong> Königs Belsazar<br />
durch die Hand <strong>des</strong> neuen Herrschers Darius.<br />
Offensichtlich hatte Gott nun das Gericht an dem<br />
König von Babylon und an seinem Volk schon<br />
vollzogen, wie Er es verheißen hatte. Daher begann<br />
Daniel, obwohl noch nicht ganz siebzig Jahre<br />
seit der Zerstörung Judas vergangen waren, mit<br />
größerer Intensität für die vollständige Erfüllung<br />
der Prophezeiung zu beten. Er betete um die gnädige<br />
Wiederherstellung von Gottes Volk in seinem<br />
Land.<br />
Mit Sicherheit betete Daniel zu jener Zeit nicht<br />
zum ersten Mal; wie wir in Daniel 6 sehen, war er<br />
es von Anfang an gewohnt, regelmäßig dreimal<br />
täglich in Richtung Jerusalem zu beten. Und diese<br />
Gewohnheit war geprägt von seinem Lesen der<br />
Heiligen Schrift. Doch als Daniel nun sah, dass<br />
Gottes Verheißungen sich zu erfüllen begannen,<br />
steigerte er die Dringlichkeit seines Gebetes und<br />
flehte um Gottes Barmherzigkeit und Gnade, damit<br />
Sein Volk die endgültige Erfüllung der Verheißung<br />
wirklich erleben könne.<br />
<strong>Die</strong>se erhöhte Gebetsintensität zeigte sich<br />
in Daniels Entscheidung, zu fasten und in Sack<br />
und Asche zu beten. <strong>Die</strong>s sind Zeichen intensiver<br />
Trauer und Reue über die Sünde seines Volkes.<br />
Es ist bemerkenswert, dass Daniel gerade durch<br />
seinen Glauben an Gottes Souveränität zum inständigen<br />
Gebet motiviert wurde. <strong>Die</strong>se Tatsache<br />
ist der Frage genau entgegengesetzt, mit der wir<br />
begonnen haben. Auf die Frage: »Wenn Gott ein<br />
souveräner Gott ist, warum sollten wir dann beten?«,<br />
hätte Daniel geantwortet: »Eben <strong>des</strong>halb,<br />
weil Gott ein souveräner Gott ist, bete ich.«<br />
Daniel las in der Heiligen Schrift von dem Plan<br />
Gottes, Babylon zu richten und Sein Volk wiederherzustellen.<br />
Gerade zu dem Zeitpunkt, als er sah,<br />
dass dieser souveräne Plan nun in die Tat umgesetzt<br />
wurde, erhob er seine Stimme zum Gebet.<br />
Daniel wurde nicht etwa durch einen Zweifel an<br />
der Erfüllung der Prophezeiung über die siebzig<br />
Jahre zum Beten motiviert. Vielmehr betete er,<br />
weil er darauf vertraute, dass sein souveräner Gott<br />
genau das erfüllen würde, was Er verheißen hatte.<br />
<strong>Die</strong>s ist eine wichtige Lektion für uns als Gläubige.<br />
<strong>Die</strong> meisten von uns nehmen sich wahrscheinlich<br />
Zeit zum Beten, wissen aber oft nicht,<br />
wofür sie genau beten sollen. Selbst inmitten<br />
von Prüfungen und Schwierigkeiten wissen wir<br />
manchmal kaum, wie wir beten sollen. Darum<br />
sollten wir uns ein Beispiel an Daniel nehmen<br />
und die Schrift durchforschen, damit wir für die<br />
Erfüllung der Dinge beten können, die Gott klar<br />
verheißen hat.<br />
6 | <strong>Die</strong> <strong>Kraft</strong> <strong>des</strong> <strong>Evangeliums</strong> 1/20
Zum Beispiel hat Gott versprochen, das gute Werk zu vollenden, das Er in uns begonnen<br />
hat (Phil. 1,6). So kann ich inmitten meiner Prüfungen darum beten, dass Gott<br />
sie dazu nutzt, Sein Werk in meinem Herzen und Leben fortzusetzen, mich zu demütigen,<br />
meinen Stolz zu brechen und mir zu zeigen, wie verzweifelt ich den Herrn in meiner<br />
Schwachheit und Sündhaftigkeit brauche.<br />
Gott hat versprochen, mir einen Frieden zu geben, der den Frieden, den diese Welt<br />
gibt, übersteigt (Joh. 14,27; Phil. 4,7). Daher kann ich in meiner Verunsicherung und<br />
inneren Zerrissenheit den Herrn bitten, mir den Frieden zu schenken, den nur Er allein<br />
geben kann.<br />
Der Herr hat mir versprochen, mein Hirte zu sein und mit mir durch das Tal <strong>des</strong><br />
To<strong>des</strong>schattens zu gehen (Ps. 23). Deshalb kann ich beten, dass Er über meine Seele<br />
wacht und meine Hand in der dunkelsten Stunde der Nacht hält.<br />
Gott hat versprochen, einen neuen Himmel und eine neue Erde herbeizuführen, wo<br />
Er die Tränen von jedem Auge der Gläubigen abwischen wird (Offb. 21,1-4). Deshalb<br />
kann ich dafür beten, dass der Tag schnell kommt, an dem die gegenwärtige Welt<br />
durch diesen herrlichen Ort der Zuflucht und Freude ersetzt wird.<br />
Daniel flehte darum, dass Gott tun möge, was Er verheißen hatte; gerade <strong>des</strong>halb betete<br />
er vertrauensvoll, weil er für das betete, was Gott verheißen hatte.<br />
DAS GEBET UND DAS REICH GOTTES<br />
Daniel suchte im Gebet nicht nur seinen eigenen<br />
Trost und Schutz in der Dunkelheit. Sein<br />
Anliegen war es, für Gottes Volk und Gottes<br />
Reich zu beten. Es ist richtig und passend, dass<br />
wir in dunklen Zeiten unsere persönlichen Anliegen<br />
vor den Herrn bringen; aber wir sollten<br />
uns nicht so sehr mit unseren eigenen Leiden<br />
befassen, dass wir dabei die Bedürfnisse <strong>des</strong><br />
Volkes Gottes vergessen.<br />
Es ist richtig, dass wir beten: »Gib uns heute<br />
unser tägliches Brot.« Aber wir müssen auch daran<br />
denken, zu beten: »Dein Reich komme. Dein Wille<br />
geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.« Auch<br />
wenn Daniel im ersten Jahr <strong>des</strong> Darius zweifellos<br />
viele eigene Sorgen und Bedenken hatte (siehe<br />
Dan. 6), waren die Belange <strong>des</strong> Reiches Gottes<br />
sein zentrales Anliegen in seinem Gebet in Daniel<br />
9: dass Gott das tun möge, was Er in Bezug<br />
auf Sein eigenes Volk verheißen hatte.<br />
In dieser Aufgabe, für sein Volk Fürsprache zu<br />
halten, erfüllte Daniel seine Berufung als Prophet.<br />
Wir sehen oft Fürbitte vor allem als eine priesterliche<br />
Aufgabe an, und sicherlich haben die Priester<br />
im Alten Testament Fürbitte geleistet; aber sie<br />
war vor allem ein zentraler Teil <strong>des</strong> <strong>Die</strong>nstes der<br />
Propheten. Sie brachten nicht nur Gottes Wort zu<br />
den Menschen, sondern sie brachten in ihrer Fürbitte<br />
auch die Antwort der Menschen zu Gott. So<br />
wird in 1. Mose 20,7 deutlich, dass Abraham ein<br />
Prophet war, was ihn dazu qualifizierte, für Abimelech<br />
Fürsprache zu halten.<br />
Wir, die wir in der Zeit <strong>des</strong> Neuen Testaments<br />
leben, gehören durch die Ausgießung <strong>des</strong> Geistes<br />
über das gesamte Volk Gottes zum Priesterund<br />
Prophetentum aller Gläubigen: Wir haben<br />
nun als Botschafter Christi Anteil an der Aufgabe,<br />
Seine Botschaft, die Leben und Tod bewirkt,<br />
in die Welt um uns herum zu bringen (2.Kor.<br />
2,15-16; 5,20). Wir haben daher alle die Pflicht<br />
und das Vorrecht, für Gottes Volk und Sein Königreich<br />
vor Ort und in der Welt Fürsprache zu<br />
halten und unsere Stimme für die Bedürfnisse<br />
der Gemeinde und der ganzen Welt vor dem<br />
Thron der Gnade zu erheben.<br />
voiceofhope.de | 7
Hoffnung<br />
in schweren Zeiten<br />
»Beständig denkt meine Seele daran und<br />
ist tief gebeugt! <strong>Die</strong>ses aber will ich meinem<br />
Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung<br />
fassen: Gnadenbeweise <strong>des</strong> HERRN sind’s,<br />
dass wir nicht gänzlich aufgerieben<br />
wurden, denn Seine Barmherzigkeit ist<br />
nicht zu Ende; sie ist jeden Morgen neu,<br />
und Deine Treue ist groß!«<br />
KLAGELIEDER 3,20-23
SIZILIEN<br />
Wir leben in einer Zeit, in der Menschen<br />
erwarten, dass alles reparierbar ist. In<br />
unserer Gesellschaft herrscht ein weit<br />
verbreiteter pragmatischer Optimismus, geprägt<br />
von der Vorstellung, dass jeder Mensch in der Lage<br />
sei, seine Probleme zu lösen.<br />
Wenn die Zähne nicht gerade sind, wird die<br />
Kieferorthopädie sie wieder in Ordnung bringen.<br />
Wenn einem am Körper etwas nicht gefällt, versucht<br />
man es mit Schönheitsoperationen auszubessern.<br />
Wenn der Job einen frustriert, sucht man<br />
in den Kleinanzeigen nach neuen Möglichkeiten.<br />
Wenn jemand mit seinem Ehepartner nicht zurechtkommt,<br />
sucht man sich einen anderen. Was<br />
auch immer unser Problem ist – so denken die<br />
Menschen –: Wir glauben, dass wir alles lösen<br />
könnten. Ob das Problem die globale Erwärmung<br />
oder eine Epidemie, die Armut in der Welt oder<br />
diktatorische Regierungen sind – wir glauben,<br />
dass wir es lösen könnten. Vielleicht haben wir<br />
noch nicht für alle Probleme der Welt eine Lösung<br />
ausgearbeitet; aber wenn wir noch ein paar Jahre<br />
Zeit haben, werden wir sie sicher herausfinden.<br />
<strong>Die</strong> prophetischen Teile der Bibel erinnern uns<br />
daran, dass wir in einer Welt leben, die nicht einfach<br />
repariert werden kann. Sie muss neu erschaffen<br />
werden. Wir können sicher sein, dass Gott am<br />
Ende alles Böse beseitigen wird; aber Sünde und<br />
Krankheit werden nach Seinem Zeitplan besiegt<br />
werden, nicht nach dem unseren. Am Ende werden<br />
die Zerbrochenen geheilt und alle Tränen weggewischt.<br />
Aber bis der Herr Jesus wiederkommt, werden<br />
Krankheit, Leid, Schmerz und Verfolgung weiterhin<br />
der normale Zustand für die Gläubigen sein.<br />
Wir leben in einer Welt, die zutiefst zerbrochen ist.<br />
Der Apostel Paulus spricht in 2. Timotheus 3 davon,<br />
dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten<br />
kommen werden. Damit will er sagen: <strong>Die</strong> Zeitspanne<br />
zwischen dem ersten und zweiten Kommen<br />
Christi wird von Wellen und Ausbrüchen<br />
von Epidemien, Tyrannei und Gottlosigkeit gekennzeichnet<br />
sein. In jeder Periode, in der sich<br />
das Böse frei entfaltet, hat es auch ein festgesetztes<br />
Ende. Jeder Tunnel hat ein Ende, und das gilt<br />
auch für den letzten Tunnel. Wenn wir eine große<br />
Entfesselung der bösen Mächte erleben, dann<br />
können wir keineswegs wissen, ob dies nur eine<br />
von vielen solcher Wellen oder vielleicht die letzte<br />
Welle ist. Aber wir brauchen es auch nicht zu<br />
wissen. Was es auch immer sein mag, es wird ein<br />
Ende haben. Unsere Pflicht beginnt und endet<br />
damit, dass wir uns an die Worte unseres Herrn<br />
Jesus Christus erinnern: »Wer aber ausharrt bis ans<br />
Ende, der wird gerettet werden« (Mt. 24,13).<br />
Niemand, der ein dem Herrn wohlgefälliges<br />
Leben führt, entkommt Verfolgungen und Schwierigkeiten<br />
in diesem Leben. Unser Umfeld ist immer<br />
feindlich. Doch ebenso sicher wird niemand, der<br />
ein dem Herrn wohlgefälliges Leben führt, die Belohnungen<br />
<strong>des</strong> Himmels verfehlen.<br />
voiceofhope.de | 9<br />
voiceofhope.de | 9
HAT GOTT DIE KONTROLLE?<br />
Wir erleben gerade eine große Hoffnungslosigkeit<br />
in unserer Welt. Doch wenn wir unsere Bibel gut<br />
kennen, dann darf uns das gar nicht in Angst und<br />
Panik versetzen. Gott regiert im Himmel und auf<br />
der Erde. Er lässt Sein Evangelium in dieser Welt<br />
verkündigen, aber Er übt auch Gericht über die<br />
gottlose Welt aus, weil Gott Gott ist! Er tut, was Er<br />
will, und Er wird mit dieser Welt zu Seinem Ziel<br />
kommen.<br />
<strong>Die</strong> Menschen in Italien erleben momentan eine<br />
trostlose Zeit; doch der Herr gebraucht gerade die<br />
schwersten Zeiten, um die Menschen daran zu<br />
erinnern, dass es einen lebendigen Gott gibt, vor<br />
dem sie sich alle beugen müssen.<br />
Menschen, die verunsichert sind und sich<br />
große Sorgen machen, suchen einen Hoffnungsschimmer.<br />
Einige wenige stellen sich gerade jetzt<br />
Fragen, bei denen es um Gott geht:<br />
• Warum lässt Gott solche Dinge zu?<br />
• Was ist, wenn ich sterbe?<br />
• Kann eine Religion mir helfen?<br />
• Ist diese Krise etwa doch eine Strafe für<br />
unsere Sünden?<br />
• Gibt es eine Lösung?<br />
Jeder formuliert die Fragen anders, aber wenn<br />
plötzlich die Angst aufsteigt, erhebt sich wieder<br />
diese böse Vorahnung, dass Gott es mit meinem<br />
Leben viel ernster nimmt, als ich dachte.<br />
FÜR UNS<br />
EINE CHANCE<br />
Für unseren Mitarbeiter in Palermo ist diese Krise<br />
eine Chance, um Menschen Antworten auf<br />
die wichtigsten aller Fragen zu geben. Evangelist<br />
Daniel nutzt jetzt die Zeit, um alten und kranken<br />
Menschen zu helfen. Er erledigt für sie den Einkauf<br />
und holt ihnen Medikamente aus der Apotheke.<br />
Dabei trifft er einige einsame Menschen<br />
auf der Straße, mit denen er redet, und er gibt ihnen<br />
die Broschüre »Von größter Bedeutung« auf<br />
Italienisch und manchmal auch eine Bibel.<br />
<strong>Die</strong>se Broschüre »Von größter Bedeutung« erklärt<br />
das Evangelium von Jesus Christus anhand<br />
von Lebensfragen. Und sie zeigt ganz klar, dass<br />
keine Kirche, kein Priester und auch keine guten<br />
Werke Menschen erretten können, sondern dass<br />
Errettung einzig und allein im Opfer Jesu Christi<br />
zu finden ist. Wie dankbar sind die Menschen für<br />
ein trostspenden<strong>des</strong> Wort und solch eine Lektüre.<br />
Manche schlagen die Broschüre gleich auf und<br />
beginnen sofort mit dem Lesen.<br />
Weil öffentliche Veranstaltungen verboten<br />
sind, finden seit dem 15. März auch die Gottesdienste<br />
und Bibelstunden in Palermo vorläufig<br />
nicht mehr statt.<br />
Wie können wir die Menschen – gerade auch<br />
diejenigen, die die Gottesdienste und Bibelstunden<br />
sonst regelmäßig besuchen – erreichen? Bruder<br />
Daniel nimmt regelmäßig seine Predigten<br />
auf und schickt sie allen Teilnehmern und vielen<br />
Flüchtlingen in den Lagern. Es sind trostreiche,<br />
aber auch sehr ernste Worte. <strong>Die</strong>se Predigten enthalten<br />
sehr klar das Evangelium von Jesus Christus<br />
und geben biblische Perspektiven in schweren<br />
Zeiten weiter.<br />
Obgleich der Prophet Jeremia in einer sehr schweren<br />
Zeit lebte, konnte er sich doch an der Hoffnung<br />
festhalten, dass die Güte <strong>des</strong> Herrn kein Ende hat<br />
und Sein Erbarmen niemals aufhört, sondern jeden<br />
Morgen neu ist! So können auch wir uns als<br />
Gläubige trösten, und dabei sollten wir auch unsere<br />
Geschwister auf Sizilien nicht vergessen.<br />
Ebenso sollten wir uns gegenseitig ermutigen,<br />
mehr in Gottes Wort zu lesen, worin Sein souveränes<br />
Handeln in der Weltgeschichte so klar zum<br />
Ausdruck kommt, und in Seinem vollkommenen<br />
Plan und Willen zu ruhen.<br />
In diesen Tagen gibt es auf Sizilien täglich Änderungen.<br />
Wir wissen nicht, wie die Zukunft aussieht.<br />
Gerade in dieser Zeit schätzen wir Ihre Gebete<br />
für Sizilien sehr.<br />
»Jesus Christus herrscht als König, alles wird Ihm untertänig,<br />
alles legt Ihm Gott zu Fuß. Aller Zunge soll bekennen, Jesus sei der<br />
Herr zu nennen, dem man Ehre geben muss.«<br />
10 | <strong>Die</strong> <strong>Kraft</strong> <strong>des</strong> <strong>Evangeliums</strong> 1/20<br />
10 | <strong>Die</strong> <strong>Kraft</strong> <strong>des</strong> <strong>Evangeliums</strong> 1/20<br />
Philipp Friedrich Hiller
SIBIRIEN<br />
SIBIRIEN BRAUCHT<br />
GOTTES WORT!<br />
Nordkaukasus<br />
Südrussland<br />
Zentralrussland<br />
Nordwestrussland<br />
Wolga<br />
KASACHSTAN<br />
Ural<br />
SIBIRIEN<br />
Ferner Osten<br />
CHINA<br />
MONGOLAI<br />
Vom Ural bis zu den Gebirgen der Wasserscheide<br />
(zwischen Nordpolarmeer und Pazifik),<br />
vom Nordpolarmeer bis hinunter an<br />
die Grenze der Mongolei und von China, erstreckt<br />
sich Sibirien – etwa 10 Mio. km², auf denen schätzungsweise<br />
25 Mio. Einwohner leben.<br />
Zum Vergleich: In Deutschland leben ca. 83<br />
Mio. Einwohner, und Sibirien ist flächenmäßig<br />
fast 28 Mal so groß! *<br />
Arktische Kältewüste, Tundra, Taiga, Steppe<br />
– scheinbar unendliche Weiten, riesige Waldgebiete,<br />
glitzernde Flüsse und Seen, ein schier<br />
unerschöpflicher Reichtum an Bodenschätzen,<br />
die atemberaubende Schönheit der Natur –, das<br />
ist Sibirien. Wer auch nur einen Bruchteil davon<br />
gesehen hat und sich weigert, an Gott den Schöpfer<br />
zu glauben, ist einer der bedauernswertesten<br />
Menschen der Erde.<br />
Sibirien hat aber auch eine andere Seite, die<br />
ebenso eisig und unbarmherzig ist wie die kalten,<br />
rauen Winter dort. <strong>Die</strong>se finstere Seite spiegelt<br />
sich in der heutigen Bevölkerungssituation<br />
wider. Denn nur die wenigsten Menschen, die<br />
hier leben, haben ihre Wurzeln in Sibirien und<br />
gehören indigenen Bevölkerungsgruppen an. Ja,<br />
es gab immer wieder Menschen, die nur aus dem<br />
Grund herkamen, um die Reichtümer <strong>des</strong> Lan<strong>des</strong><br />
für sich zu nutzen; aber die meisten wurden gegen<br />
ihren Willen nach Sibirien verbannt: in Ungnade<br />
gefallene Bedienstete, politische Gefangene, Verbrecher,<br />
über 1 Mio. Wolgadeutsche und weitere<br />
Millionen von Menschen, die aufgrund ihrer Konfession<br />
oder Herkunft unerwünscht waren …<br />
Durch den Gulag (die Strafgefangenenlager)<br />
<strong>des</strong> 20. Jahrhunderts ist Sibirien schließlich weltweit<br />
zum Synonym für Verbannung geworden.<br />
* Quelle: http://planet-wissen.de<br />
voiceofhope.de | 11 | 11
Heute sieht man davon nur noch die Überreste.<br />
<strong>Die</strong> Probleme der Bevölkerung sind andere. Vielen<br />
sitzt der Kommunismus noch in den Knochen. Und<br />
obwohl das Land reich an Bodenschätzen ist, lebt<br />
es in Armut und Verwahrlosung.<br />
WER SOLL IHNEN DAS<br />
EVANGELIUM BRINGEN?<br />
Johann und Niko Derksen sind dort in Sibirien<br />
geboren und aufgewachsen. Beide dienen dem<br />
Herrn von ihrer Jugendzeit an. Auch ihre Vorfahren<br />
waren unter den Gefangenen <strong>des</strong> Gulag.<br />
Niko war 14 und Johann 29 Jahre alt und bereits<br />
verheiratet, als ihre Familie<br />
die Möglichkeit<br />
bekam, nach Deutschland<br />
auszureisen. Bruder<br />
Johann wusste,<br />
was der Kommunismus<br />
und die Verbannung<br />
aus Sibirien<br />
und seinen Einwohnern<br />
gemacht hatte,<br />
und er liebte das<br />
Volk. Er fragte sich:<br />
Wer soll ihnen das<br />
Evangelium bringen,<br />
wenn so viele<br />
Christen das Land<br />
verlassen? Wer<br />
verkündigt ihnen<br />
Johann Derksen und<br />
Daniel Lusenie auf Sizilien<br />
Jesus Christus, den<br />
Schöpfer der Welt,<br />
den Gekreuzigten<br />
und Auferstandenen,<br />
den Herrn und König? Er wollte es tun; ihn hat<br />
Gott berufen, Sein Wort diesen Hoffnungslosen<br />
zu bringen. <strong>Die</strong> Entscheidung stand fest: Er blieb<br />
dort. Sibirien war und ist sein Zuhause.<br />
Heute dient Bruder Johann als Pastor und Prediger<br />
in einer sibirischen Gemeinde, betreut weitere<br />
Gebiete und Missionare und sucht selbst Dörfer<br />
auf, die weit von der Stadt entfernt liegen, um<br />
den Menschen dort die Frohe Botschaft von Jesus<br />
Christus zu bringen.<br />
Vor 5 Jahren haben wir ihm zum ersten Mal<br />
Bibelkommentare von Matthew Henry geschickt.<br />
In den Jahren 2016/17 ließen wir weitere Ressourcen<br />
an Literatur, darunter überwiegend Studienmaterial<br />
wie auch wieder die Matthew Henry<br />
Kommentare und andere erbauliche Schriften für<br />
Gläubige dorthin liefern. Als wir ihn im September<br />
2017 besuchten, sahen wir eine andere Not:<br />
<strong>Die</strong> Geschwister gehen zwar in die Dörfer, bezeugen<br />
den Menschen Christus, geben ihnen kleine<br />
Schriften in die Hand, haben aber einen Mangel<br />
an Bibeln für die Evangelisationsarbeit.<br />
Der Herr sorgte dafür, dass im Jahr 2018 2.000<br />
Bibeln für den <strong>Die</strong>nst unter Ungläubigen dorthin<br />
geschickt werden konnten – und im vergangenen<br />
Jahr noch einmal 2000 Bibeln für den gleichen<br />
Zweck.<br />
Wir sind dem Herrn so dankbar für die Geschwister<br />
im Herrn, die bereit waren, uns bei<br />
diesem wichtigen <strong>Die</strong>nst zu unterstützen. Er erwärmte<br />
Herzen dafür und sorgte für freudige<br />
<strong>Die</strong>ner, um den Menschen dort in der Umgebung<br />
Jesus Christus zu bezeugen und ihnen die Bibeln<br />
weiterzugeben.<br />
ZEUGNISSE FREUDIGER<br />
DIENER GOTTES<br />
<strong>Die</strong> Geschwister trafen auf heruntergekommene<br />
Hütten und erbarmungswürdige Menschen. Bei<br />
solch einem Anblick muss man bald an unseren<br />
barmherzigen Herrn denken, der sich der Sünder<br />
und der Armen besonders annahm (siehe Mt.<br />
11,25-30).<br />
Einer der Brüder erzählte, dass alle seine Verwandten<br />
oben in den Bergen wohnen und ungläubig<br />
sind. Er erzählt ihnen von Jesus Christus und<br />
gibt ihnen kleine Schriften weiter. Jetzt war er so<br />
dankbar für die Bibeln, von denen auch er einige<br />
seinen Verwandten weitergeben durfte. Sein<br />
größter Wunsch für sie ist, dass sie errettet werden.<br />
Gott hat ja auch ihm Sein Wort zugänglich<br />
gemacht und ihn errettet. Dafür will er Gott auf<br />
ewig danken. Nicht nur seine Verwandten liegen<br />
ihm am Herzen, sondern auch die armen Menschen<br />
aus den umliegenden Dörfern. Er ist jetzt<br />
63 Jahre alt und ist nicht mehr berufstätig. Somit<br />
freut er sich sehr über das Vorrecht, seine Zeit mit<br />
einem so wunderbaren <strong>Die</strong>nst zu verbringen.<br />
Ein weiterer Bruder dient Gott als Missionar in<br />
Sibirien und bedankte sich ebenfalls für 200 Bi-<br />
12 | <strong>Die</strong> <strong>Kraft</strong> <strong>des</strong> <strong>Evangeliums</strong> 1/20
eln, die er bekommen hat. Er ist gemeinsam mit<br />
anderen Geschwistern von Haus zu Haus gegangen,<br />
hat den Menschen Jesus Christus bezeugt<br />
und ihnen Bibeln weitergegeben. Viele Menschen<br />
haben dieses wertvolle Geschenk angenommen.<br />
Den Empfängern waren die Freude und Überraschung<br />
aus dem Gesicht abzulesen; sie waren so<br />
dankbar dafür.<br />
Nun hat er sogar gefragt, ob er mehr Bibeln für<br />
jenes Gebiet bekommen könne.<br />
<strong>Die</strong> Menschen, die eine Bibel<br />
geschenkt bekommen<br />
haben, werden häufiger<br />
besucht. Welch eine Gnade,<br />
dass Gott heute Sein<br />
Wort verkündigen lässt,<br />
und dass Er es Menschen<br />
erlaubt und sie dazu befähigt,<br />
Ihm zu dienen!<br />
Johann und seine Frau<br />
Lisa waren im letzten Jahr<br />
bei uns in Deutschland<br />
und sind gemeinsam mit<br />
Niko und seiner Frau Lisa<br />
nach Sizilien gereist, wo<br />
sich die VOH-Missionsstation<br />
befindet. <strong>Die</strong>ser<br />
Besuch war für Bruder<br />
Johann ebenso ermutigend<br />
wie für unseren Mitarbeiter Daniel Lusenie. Es<br />
kommen so gut wie täglich Menschen zu Daniel<br />
in den Versammlungsraum, stellen ihm Fragen,<br />
lesen mit ihm in der Bibel und auch in den Büchern,<br />
die dort vorhanden sind, und beten gemeinsam.<br />
<strong>Die</strong>se Möglichkeit bietet Bruder Johann auch<br />
Menschen aus seiner Umgebung in Sibirien. Einmal<br />
in der Woche haben sie einen Abend der offenen<br />
Tür und laden Menschen dazu ein, bei einer<br />
Tasse Tee und Gebäck in Ruhe zu lesen – entweder<br />
die Bibel oder die Literatur aus ihrer Bibliothek.<br />
<strong>Die</strong> Bücher werden auch ausgeliehen. An diesem<br />
wöchentlichen Abend ermutigen die Geschwister<br />
dazu, Fragen zu stellen, und sie<br />
sind für ein persönliches<br />
Gespräch und gemeinsames<br />
Gebet da.<br />
Eine Frau folgte der Einladung<br />
und hat zum ersten<br />
Mal in ihrem Leben in<br />
der Bibel gelesen. Sie kam<br />
immer wieder und sagte,<br />
dass die Bibel ihr ein kostbarer<br />
Schatz geworden ist.<br />
Sie hatte nicht gewusst, wie<br />
wertvoll dieses Buch wirklich<br />
ist, und stellt jetzt viele<br />
Fragen dazu.<br />
Es ist wirklich erstaunlich,<br />
was die Verbreitung von Bibeln<br />
und der Abend der offenen<br />
Tür auslösen! Möge Gott durch Sein Wort und<br />
Seinen Geist diese in zweifacher Hinsicht armen<br />
Menschen zum Leben erwecken und Sein Reich in<br />
diesen notvollen Regionen Sibiriens bauen!<br />
»Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise Dich, Vater,<br />
Herr <strong>des</strong> Himmels und der Erde, dass Du dies vor den Weisen und<br />
Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast!«<br />
Matthäus 11,25<br />
voiceofhope.de | 13
armherzigkeit<br />
»BARMHERZIGKEIT bedeutet,<br />
einen Menschen ohne Nahrung zu<br />
sehen und ihm Nahrung zu geben.<br />
BARMHERZIGKEIT bedeutet, einen<br />
Menschen zu sehen, der um Liebe<br />
bettelt, und ihm Liebe zu geben.<br />
BARMHERZIGKEIT bedeutet,<br />
jemanden einsam zu sehen und<br />
ihm Gesellschaft zu leisten.<br />
BARMHERZIGKEIT<br />
bedeutet, die Not zu stillen,<br />
nicht nur mitzufühlen.«<br />
– John MacArthur
RUMÄNIEN<br />
BIBELN<br />
für Rumänien<br />
Ukraine<br />
Moldawien<br />
Ungarn<br />
RUMÄNIEN<br />
Serbien<br />
Bulgarien<br />
Zwischen Ungarn, der Ukraine, Moldawien,<br />
dem Schwarzen Meer, Bulgarien und<br />
Serbien liegt Rumänien.<br />
Es ist ein Land mit einer beeindruckenden<br />
Kultur, unzähligen historischen Bauten<br />
und Orten und einer erstaunlichen Geschichte.<br />
Ein Land, das ebenso wie Sibirien reich ist an<br />
Rohstoffvorkommen und Bodenschätzen wie<br />
Erdöl, Gold und Silber, und <strong>des</strong>sen einzigartige<br />
Schönheit ein Magnet für Naturfreunde ist.<br />
Etwa ein Drittel aller Thermalquellen Europas<br />
befinden sich dort; und gehen wir einmal an den<br />
östlichsten Punkt <strong>des</strong> Lan<strong>des</strong>, finden wir das unglaublich<br />
schöne Gebiet <strong>des</strong> Donaudeltas.<br />
Rumänien ist aber auch ein Land, in welchem<br />
wir herzzerreißende Bilder von bitterer Armut<br />
sehen – Menschen, die auf Müllhalden nach etwas<br />
Essbarem oder Verwertbarem suchen; Menschen,<br />
die teilweise wie vor 100 Jahren leben und<br />
arbeiten; Kinder, die hungern und schwer arbeiten<br />
müssen, um zu überleben.<br />
Rumänien ist das Armenhaus Europas. Laut<br />
Eurostat erreichen die Durchschnittsgehälter gerade<br />
mal 24 Prozent von Deutschland, die Kosten<br />
für den Lebensunterhalt hingegen 52 Prozent.<br />
DEN ÄRMSTEN DIENEN<br />
<strong>Die</strong>se große Not fordert gerade Christen heraus,<br />
jenen Menschen das Evangelium zu bringen,<br />
während sie sie mit Nahrung, Kleidung oder anderen<br />
Dingen versorgen.<br />
Durch einen Freund haben wir kurz nach der<br />
Gründung <strong>des</strong> Missionswerkes das Missionsehe-<br />
voiceofhope.de | 15
Schwester Doris mit einem<br />
Flüchtlingskind auf Sizilien<br />
paar Daniel und Doris<br />
aus Rumänien kennengelernt.<br />
Doris ist<br />
gebürtig aus Frankreich<br />
und übersetzt<br />
für uns Missionsberichte<br />
und andere<br />
Texte aus dem Deutschen<br />
ins Französische.<br />
Gemeinsam<br />
setzen sie sich in Rumänien für die <strong>Evangeliums</strong>verkündigung<br />
unter Kindern, Armen und Kranken<br />
ein.<br />
Mit einigen Gemeinden und bibeltreuen Pastoren<br />
vor Ort stehen wir in Kontakt. Einige Brüder<br />
aus Rumänien waren mit uns auf Sizilien,<br />
wodurch sie sehr ermutigt wurden, den Missionsauftrag<br />
in Rumänien voranzutreiben. Doris und<br />
ihre Tochter waren auch auf Sizilien und haben<br />
mit uns Flüchtlingslager besucht, wobei Doris mit<br />
französisch-sprachigen Flüchtlingen über Gottes<br />
Wort gesprochen hat.<br />
Im Jahr 2006 hat die Trinitarian Bible Society in<br />
England begonnen, die rumänische Bibel anhand<br />
der hebräischen und griechischen Grundtexte zu<br />
revidieren. Dabei haben sie auch sicherzustellen<br />
versucht, dass die Sprache dem aktuellen Standard<br />
entspricht. Seit März 2018 ist die rumänische<br />
Bibel nun erhältlich. Dem Herrn sei Dank,<br />
dass die rumänische Bevölkerung jetzt eine aus<br />
dem Urtext übersetzte Bibel erhalten kann!<br />
Dank der Unterstützung treuer Geschwister<br />
und Missionsfreunde konnten im letzten Jahr<br />
1500 Bibeln zu den Geschwistern nach Rumänien<br />
gebracht werden. <strong>Die</strong>se wollten sie verteilen,<br />
während sie den Menschen dort das Evangelium<br />
verkündigen.<br />
Wie und wo kann das Evangelium in Rumänien<br />
verkündigt werden? Der Apostel Paulus sagt, dass<br />
er es sich zum Grundsatz gemacht hat, das Evangelium<br />
nur dorthin zu bringen, wo man es noch nicht<br />
kennt (s. Röm. 15,20). Unsere Freunde in Rumänien<br />
nehmen Paulus‘ Vorgehensweise zum Vorbild.<br />
WAISEN UND<br />
ANDERE KINDER<br />
Gott hatte damals dem Volk Israel geboten, dass<br />
es sich der Waisen annehmen sollte. Denn »ein<br />
Vater der Waisen, … ist Gott, der in Seinem Heiligtum<br />
wohnt« (Ps. 68,6).<br />
Waisenkinder und solche aus ungläubigen Elternhäusern<br />
haben niemanden, der sie aus Gottes<br />
Wort belehrt und ihnen den Weg zur Rettung<br />
weist.<br />
Einige der Geschwister nehmen sich gerade<br />
solcher Kinder an. Ein Bruder leitet ein Waisen-<br />
16 | <strong>Die</strong> <strong>Kraft</strong> <strong>des</strong> <strong>Evangeliums</strong> 1/20
heim mit über 20 Kindern, einige Schwestern<br />
führen Sonntagsschule durch und laden auch<br />
Kinder von der Straße dazu ein. Wie haben sich<br />
diese Geschwister über die Bibeln gefreut, die sie<br />
nun den Kindern geben konnten!<br />
OBDACHLOSE<br />
<strong>Die</strong> Straße ist für tausende von Armen in Rumänien<br />
ihr einziges Zuhause. Am schlimmsten trifft<br />
es die Waisenkinder.<br />
Adrian, ein junger Mann aus Rumänien, kennt<br />
es aus eigener unangenehmer Erfahrung. Er ist<br />
selbst in einem Waisenhaus aufgewachsen. Wie<br />
glücklich war er, wenn wieder einmal eine Gruppe<br />
von Christen das Waisenhaus besuchte und<br />
ihnen von Jesus Christus erzählte. Das waren die<br />
schönsten Momente seines Daseins. Daran erinnert<br />
er sich bis heute. Als Adrian älter wurde,<br />
durfte er nicht mehr im Waisenheim bleiben. Er<br />
musste nun für sich selbst sorgen. Aber wie? Und<br />
wohin sollte er gehen?<br />
Wie viele der Waisenkinder, die das Heim verlassen<br />
müssen, gab es für ihn nur eine Option: die<br />
Straße. Sie würde nun sein neues Zuhause werden.<br />
Heute ist Adrian ein Christ und hat Liebe und<br />
tiefes Mitgefühl für die Armen und Verlorenen;<br />
ja, sein Herz brennt für sie. Er kennt und liebt<br />
den Herrn, der das Elend <strong>des</strong><br />
Armen nicht verachtet noch<br />
verabscheut und Sein Angesicht<br />
nicht vor ihm verborgen<br />
hat. Adrian hat selbst zum<br />
Herrn geschrien, und der<br />
Herr hat ihn erhört (vgl. Ps.<br />
22,25). Das Gleiche wünscht<br />
er diesen Menschen, und<br />
dies zeigt er in der Tat: Adrian<br />
sucht die Armen und<br />
Obdachlosen immer wieder<br />
auf. Dabei bringt er ihnen<br />
etwas zu essen und schenkt<br />
ihnen Bibeln. Wenn diese<br />
Menschen ein barmherziges<br />
Wesen erkennen,<br />
wächst ihr Vertrauen, und sie haben ein offenes<br />
Ohr für ihren Wohltäter. Auf diese Weise kann<br />
Adrian sie mit dem Wort Gottes erreichen und<br />
ihnen die rettende Botschaft von Jesus Christus<br />
Der Waisenheim-Leiter<br />
erzählen. Möge das Wort Gottes auch die Sünder<br />
auf den Straßen Rumäniens erretten!<br />
UNGLÄUBIGE VERWANDTE<br />
Rumänien ist eines der religiösesten Länder Europas.<br />
Etwa 9 von 10 Personen bezeichnen sich<br />
laut einer Volkszählung im Jahr 2011 als orthodoxe<br />
Christen. Doch wer von ihnen hat eine Bibel<br />
oder kennt gar Gottes Wort? Wer ist ein erretteter<br />
Mensch und eine neue Kreatur? Es sind wahrscheinlich<br />
die wenigsten von ihnen.<br />
Einige rumänische Gemeinden durften in den<br />
vergangenen Monaten Menschen taufen, die zum<br />
Glauben an Jesus Christus gekommen sind. Zu<br />
solchen Anlässen kommen auch die ungläubigen<br />
Verwandten. <strong>Die</strong> Gläubigen der jeweiligen Gemeinde<br />
haben solche Gelegenheiten genutzt und<br />
mit ihnen über das Evangelium von Jesus Christus<br />
gesprochen. Einige dieser Besucher haben<br />
auch eine Bibel erhalten.<br />
FRAUEN<br />
IM GEFÄNGNIS<br />
Um die Insassen eines Gefängnisses, mit denen<br />
man nicht verwandt ist, besuchen zu dürfen, benötigt<br />
man eine Sondergenehmigung. Eine gläubige<br />
Schwester hat diese Genehmigung bekommen<br />
und besucht regelmäßig<br />
das einzige Frauengefängnis,<br />
das es in Rumänien<br />
gibt. Sie war sehr dankbar<br />
für die Bibeln, die sie den<br />
Gefangenen geben konnte,<br />
und schrieb, dass sich alle<br />
Frauen, die eine Bibel bekamen,<br />
riesig freuten.<br />
Welch eine Gnade, dass diese<br />
Menschen und noch andere<br />
(wie zum Beispiel Menschen<br />
in Krankenhäusern<br />
und Arztpraxen) Zugang zu<br />
Gottes untrüglichem Wort<br />
bekommen haben! Unser<br />
Gebet ist es, dass Gott durch Seinen Geist und<br />
durch Sein allgenugsames Wort die Empfänger<br />
der Bibeln und die Hörer der <strong>Evangeliums</strong>botschaft<br />
erretten möge.<br />
voiceofhope.de | 17
EIN VERTEIDIGER<br />
DER WAHRHEIT<br />
John F. MacArthur<br />
John Fullerton MacArthur, Jr., wurde am 19. Juni<br />
1939 in Los Angeles, Kalifornien, geboren.<br />
Er war der erste Sohn von Jack MacArthur und<br />
Irene Adeline MacArthur.<br />
PASTORENFAMILIE<br />
John MacArthurs Großeltern stammen aus Schottland.<br />
Sie zogen als Familie nach Los Angeles um,<br />
als sein Vater Jack noch klein war. Sein Großvater<br />
Harry widmete sein ganzes Leben dem Predigtdienst.<br />
Vom Leben und Vorbild seines Vaters beeindruckt,<br />
wollte auch der Sohn Jack schon früh sein<br />
Leben der Verkündigung <strong>des</strong> Wortes widmen. Mit 19<br />
Jahren begann er, ebenfalls in Los Angeles, fast wöchentlich<br />
zu predigen. Dort heiratete er Irene, und<br />
dort kam auch John Fullerton, ihr erstes Kind, zur<br />
Welt. Später bekam er noch drei Schwestern.<br />
Als Kind lebte John für kurze Zeit in Philadelphia<br />
und Chicago, wo sein Vater als Evangelist tätig war.<br />
Dann zog seine Familie zurück nach Los Angeles,<br />
wo der Vater als Prediger einer Baptistengemeinde<br />
diente. Schließlich war Jack MacArthur Pastor der<br />
Calvary Bible Church in Burbank, Kalifornien. Dort<br />
wuchs John auf und erfuhr aus erster Hand, wie das<br />
Leben eines Pastors aussieht.<br />
Mit der Zeit wuchs seine geistliche Erkenntnis, ohne<br />
dass bis dahin eine radikale Veränderung sichtbar<br />
gewesen wäre. Als John an einem Tag mit einigen<br />
Jungs eine Dummheit begangen hatte, fand sein<br />
Vater ihn völlig zerknirscht und mit schlechtem Gewissen<br />
allein vor. Er nahm sich Zeit für ein Gespräch<br />
mit seinem Sohn, bis John schließlich bekannte,<br />
dass er Gottes Vergebung brauche.<br />
Jack MacArthur nahm sich viel Zeit für ihn und<br />
war sein wichtigster Lehrer und Berater. Viele Jahre<br />
später erinnerte sich John MacArthur:<br />
»Es waren die Predigten meines Vaters, die den<br />
größten Einfluss auf mich hatten. Wenn man als<br />
Sohn eines Pastors aufwächst, hört man ein paar<br />
tausend Predigten, manche davon mehr als einmal.<br />
Ich bin vielleicht ab und zu dabei eingenickt;<br />
doch das meiste, was ich hörte, blieb sitzen. Ja, an<br />
einige seiner Predigten kann ich mich noch heute<br />
ganz genau erinnern. Was ich beim Zuhören feststellte<br />
– und was mich am tiefsten beeindruckt<br />
hat –, war, dass sein Leben so glaubwürdig und<br />
18 | <strong>Die</strong> <strong>Kraft</strong> <strong>des</strong> <strong>Evangeliums</strong> 1/20
überzeugend war. Sein Verhalten und seine Einstellung<br />
änderten sich nicht dementsprechend,<br />
wo oder bei wem er war. Er lebte nach demselben<br />
Maßstab, den er auch seine Familie und seine<br />
Gemeinde anzunehmen drängte. Damit verweigerte<br />
er uns jede Ausrede, Kompromisse zu<br />
machen. Mit einem Wort gesagt: Er brachte mir<br />
den Wert der Integrität bei.«<br />
Als John 10 Jahre alt war, starb sein Großvater Harry.<br />
Er war ein begnadeter Prediger, <strong>des</strong>sen Bitte auf<br />
dem Sterbebett darin bestand, eine letzte Predigt<br />
halten zu dürfen. Auch Johns Vater diente sein Leben<br />
lang als Prediger – über sechzig Jahre.<br />
VOM SPORTLER ZUM<br />
PREDIGER<br />
An der High School galt Johns Hauptinteresse der<br />
Leichtathletik. Schnell stellte er sich als begabter<br />
Sportler im American Football, Basketball, Baseball<br />
und als guter Sprinter heraus.<br />
Im College wollte John seine Sportlerkarriere<br />
fortsetzen; doch sein Vater bestand darauf, dass<br />
er auf die Bob-Jones-Universität in South Carolina<br />
ging. Das wollte John auf keinen Fall, denn in dieser<br />
Universität gab es keine Leichtathletik. Aber er folgte<br />
dem Wunsch seines Vaters und schrieb sich dort<br />
ein. Obwohl der Schwerpunkt auf der Bibel lag, hielt<br />
er die Schule für zu gesetzlich und wollte in ein anderes<br />
College überwechseln. Doch Gott hatte einen<br />
anderen Plan ...<br />
Nach seinem ersten Studienjahr wurde er mit<br />
mehreren anderen Studenten zusammen auf der<br />
Heimfahrt nach Los Angeles in Alabama in einen<br />
schweren Autounfall verwickelt. Der Fahrer verlor<br />
die Kontrolle über den Wagen; dieser überschlug<br />
sich, eine Tür brach auf, und John wurde aus dem<br />
Auto geschleudert. Er rutschte hundert Meter auf<br />
dem Rücken über den Highway und erlitt dabei<br />
schwere Verbrennungen am Rücken. John verbrachte<br />
die nächsten drei Monate im Krankenhaus,<br />
dann zu Hause im Bett auf dem Bauch liegend,<br />
damit sein Rücken heilen konnte.<br />
John gestand: »Mir wurde klar, dass ich meine Zukunft<br />
nicht unter Kontrolle hatte. Ich hatte etwas<br />
überlebt, das mich hätte töten sollen. Gott hatte<br />
plötzlich meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich erinnere<br />
mich, dass ich sagte: ›Herr, ich tue alles, was<br />
Du von mir willst!‹ Ich verbrachte diese drei Monate<br />
damit, mich Ihm zu nähern, Sein Wort zu lesen,<br />
meine Zusage zu bekräftigen und alles zu tun, was<br />
Er von mir verlangte.«<br />
Als John zur Bob Jones zurückkehrte, war er dramatisch<br />
verändert. Bald darauf – er war 19 Jahre alt –<br />
hielt er seine erste Predigt.<br />
Nachdem er die ersten beiden Jahre seines<br />
Studiums abgeschlossen hatte, erlaubte ihm sein<br />
Vater, an das Los Angeles Pacific College zu wechseln.<br />
Sein Studium in Religion, mit Geschichte und<br />
Griechisch im Nebenfach, schloss er mit einem Bachelor<br />
of Arts ab. Er hatte auch genug Stunden bewältigt,<br />
um als weiteres Nebenfach »Englisch« zu<br />
belegen. <strong>Die</strong>ses Studium der englischen Sprache<br />
war sicher ein weiterer wichtiger Pluspunkt für seinen<br />
zukünftigen Predigt- und Schreibdienst.<br />
Anschließend schrieb sich John MacArthur am Talbot<br />
Theological Seminary in Kalifornien ein. Er hätte<br />
eine Karriere als Profi-Footballer machen können,<br />
doch die Entscheidung war gefallen: Er wollte<br />
lieber Seinem Herrn dienen.<br />
Dr. Charles Feinberg hinterließ am theologischen<br />
Seminar einen besonderen, unauslöschlichen Eindruck<br />
auf MacArthur. Bei einem denkwürdigen Vorfall<br />
hatte er über 2. Samuel 7 eine Predigt gehalten,<br />
von der er annahm, dass sie ganz gut gewesen sei.<br />
Zu seiner völligen Beschämung korrigierte Dr. Feinberg<br />
ihn danach mit den Worten: »Sie haben den<br />
ganzen Sinn <strong>des</strong> Abschnitts verpasst!« <strong>Die</strong>se starke<br />
Rüge hinterließ bei MacArthur einen bleibenden Eindruck<br />
für den Rest seines <strong>Die</strong>nstes. Nun wusste er:<br />
Er musste die wahre Bedeutung einer Bibelstelle herausfinden,<br />
bevor er sie in einer gottgefälligen Weise<br />
predigen konnte.<br />
Während dieser Zeit der Entwicklung begann<br />
John auch, die Puritaner zu lesen, insbesondere<br />
Stephen Charnock. Sein umfangreiches Werk über<br />
das Wesen und den Charakter Gottes führte zu einer<br />
weitaus gottzentrierteren Ausrichtung seiner<br />
Theologie.<br />
Während seiner Zeit im Seminar traf John Patricia<br />
Sue Smith in ihrer Heimatgemeinde. »Sie war das<br />
süßeste Mädchen, das ich je gesehen habe«, erinnerte<br />
er sich. Im August 1963 heirateten sie.<br />
Ebenfalls während dieser Zeit wandten sich<br />
mehrere seiner Freunde und Kollegen vom christlichen<br />
Glauben ab. MacArthur kommentierte: »Ich<br />
voiceofhope.de | 19<br />
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habe immer versucht, zu verstehen, wer ein wahrer<br />
Gläubiger sei. Und als ich ein Thema für meine Masterarbeit<br />
im Seminar zu wählen hatte, entschied ich<br />
mich dazu, eine Charakteranalyse von Judas Ischariot<br />
zu schreiben.«<br />
<strong>Die</strong>se Erlebnisse brachten MacArthur zu der ernüchternden<br />
Erkenntnis, dass sich ein Mensch zu<br />
Christus bekennen und sogar Mitglied einer Gemeinde<br />
sein kann, ohne Ihn wirklich zu kennen. Für<br />
den Rest seines <strong>Die</strong>nstes würde die Realität einer<br />
solchen Selbsttäuschung ein Hauptschwerpunkt<br />
seiner Lehre und Predigt sein.<br />
1963 erwarb John vom Talbot Theological Seminary<br />
einen Master of Divinity Abschluss mit Auszeichnung<br />
und wurde von der Fakultät mit dem Charles-<br />
Feinberg-Preis ausgezeichnet. John MacArthur war<br />
vom Sportler zum ernsthaften Schüler <strong>des</strong> Wortes<br />
Gottes geworden.<br />
DIENER DES WORTES<br />
Für die nächsten zwei Jahre unterstützte John seinen<br />
Vater im Gemeindedienst. In dieser Zeit, im<br />
August 1964, schenkte der Herr ihm und Patricia<br />
ihr erstes Kind: ihren Sohn Matthew. Später kamen<br />
Marcy, Mark und Melinda dazu.<br />
John MacArthur diente auch als Assistenzprofessor<br />
am Los Angeles Baptist College (später The<br />
Master’s University) und nahm dann das Angebot<br />
<strong>des</strong> Talbot Seminars an, die Schule zu vertreten<br />
und als Redner zu reisen. So predigte er von 1967 bis<br />
1969 durchschnittlich 35-40 Mal im Monat in vielen<br />
Gemeinden, auf Jugendveranstaltungen, etc. <strong>Die</strong>se<br />
Jahre waren sehr wertvoll für seinen späteren <strong>Die</strong>nst.<br />
Mit seiner wachsenden Familie und nach fast drei<br />
Jahren ständig hartem Reise- und Predigtdienst wurde<br />
sein Wunsch immer größer, sich niederzulassen<br />
und eine Ortsgemeinde zu leiten. Er bezeugte: »Ich<br />
bat Gott, mir eine Tür zu öffnen. Nun, da ich mit Predigen<br />
vertraut war, hungerte ich nach einer Herde<br />
von Menschen, die diese Gabe nutzen konnten. Also<br />
bat ich Gott, mir diese Gelegenheit zu schenken.«<br />
GRACE COMMUNITY<br />
CHURCH<br />
Bei einer Sommerfreizeit 1968 waren die Jugendlichen<br />
der Grace Community Church in Los Angeles<br />
sehr erbaut von MacArthurs Vorträgen und Bibelstudium.<br />
So fragten sie ihn, ob er in Erwägung ziehen<br />
würde, Pastor ihrer Gemeinde zu werden. Ihre<br />
beiden vorherigen Pastoren waren plötzlich verstorben,<br />
und die Gemeinde betete um einen jungen<br />
Nachfolger. Sie teilten ihren Wunsch den Verantwortlichen<br />
der Gemeinde mit, und diese luden<br />
John ein, an einem Sonntagabend in ihrer »kleinen«<br />
Gemeinde (mit 300 Mitgliedern) zu predigen.<br />
John MacArthur folgte der Einladung. Sein Predigttext<br />
war Römer 6 und 7. Er sprach von der Stellung,<br />
die der Christ in Jesus Christus erlangt hat,<br />
und welche fatalen Folgen es hat, wenn wir diese<br />
nicht verstehen. Er predigte eine Stunde und zwanzig<br />
Minuten lang. Auf dem Heimweg im Auto sagte<br />
Patricia: »Sie werden dich sicher nie wieder einladen.«<br />
Doch sie irrte sich. Bald darauf baten sie ihn,<br />
ihr Pastor zu werden.<br />
Am Sonntag, dem 9. Februar 1969, trat John Mac-<br />
Arthur seinen neuen <strong>Die</strong>nst an. Er brachte eine harte<br />
und herausfordernde Botschaft mit dem Titel:<br />
»Wie man Kirche spielt«, basierend auf Matthäus<br />
7,21-23. Er wollte sich und allen Zuhörern vor Augen<br />
halten, dass in der Gemeinde falsche und wahre<br />
Gläubige miteinander vermischt sind. Während seiner<br />
Predigt sagte er:<br />
»Ich bin sicher, dass heute Morgen einige hier im<br />
Publikum sitzen, die schon oft in die Kirche gekommen<br />
sind, aber Jesus Christus nicht kennen ... Ich<br />
bin überzeugt, dass wir eine Einheit werden müssen,<br />
bevor wir als Gemeinde als Leib zusammenrücken<br />
können, und der einzige Weg, jemals vereint<br />
zu sein und eins zu werden, worum Christus gebetet<br />
hat, ist, dass wir alle wirklich in Christus sind.«<br />
John MacArthur bat darum, von der Gemeinde 30<br />
Stunden pro Woche für das Studium der Schrift zur<br />
Verfügung gestellt zu bekommen, weil Gott gemäß<br />
Epheser 4 Pastoren und Lehrer dazu eingesetzt<br />
hat, die Heiligen in Christus zur vollkommenen<br />
Mannesreife zu bringen – durch das Wort Gottes.<br />
Das Werkzeug ist also das Wort, und der Prediger<br />
muss Zeit in das Wort investieren. Deshalb plante<br />
MacArthur im Grunde fünfzehn Studierstunden für<br />
jede der beiden Botschaften ein, die er am Sonntag<br />
bringen sollte. <strong>Die</strong> Ältesten stimmten dieser<br />
Bitte zu.<br />
Von Anfang an war MacArthur in seiner Predigtvorbereitung<br />
dem ernsthaften Studium <strong>des</strong> Wortes<br />
verpflichtet. Mit einem vortrefflichen Verstand begabt,<br />
widmete er sich der sorgfältigen Analyse der<br />
20 | <strong>Die</strong> <strong>Kraft</strong> <strong>des</strong> <strong>Evangeliums</strong> 1/20
Heiligen Schrift. Heute benötigt er immer noch acht<br />
bis zehn Stunden zur Vorbereitung einer Predigt.<br />
Als er einmal seine Berufung als Pastor dieser Gemeinde<br />
beschrieb, erklärte MacArthur: »Ich sehe<br />
meine Berufung vor allem darin, Gott zu erkennen.«<br />
Der Schwerpunkt seines Studiums <strong>des</strong> Wortes Gottes<br />
war es, den Gott <strong>des</strong> Wortes zu erkennen. In seinem<br />
Studium bemühte sich MacArthur, genau zu<br />
erfassen, was Gott mit dem, was Er in Seinem Wort<br />
sagt, gemeint hat. Das heißt, er verstand, dass er<br />
die Wahrheit genau kennen musste, bevor er sie<br />
treu predigen konnte.<br />
»Ich habe einen unersättlichen Hunger, zu erkennen,<br />
was die Bibel bedeutet ... Ich muss erkennen,<br />
was die Bibel sagt und was sie durch das, was<br />
sie sagt, bedeutet, damit ich weiß, wie ich leben<br />
kann, um Gott zu verherrlichen ... Für mich ist der<br />
<strong>Die</strong>nst einfach ein gewaltiges Geschenk, das in der<br />
Tat besagt ...: ›Verbringe dein ganzes Leben damit,<br />
herauszufinden, was die Bibel sagt.‹ Am Ende der<br />
Woche ... kann ich es ihnen mitteilen .... Das ist ein<br />
<strong>Die</strong>nst aus dem Überfluss der Beziehung, die ich<br />
mit dem Herrn habe, die aus dem Studium Seines<br />
Wortes erwächst. Wenn das aus meinem Leben<br />
überfließt, berührt es das Leben der Menschen in<br />
der Gemeinde. Das Wort Gottes hat die Wirkung,<br />
sie so zu beeinflussen, wie es mich beeinflusst. Gemeinsam<br />
wachsen wir.«<br />
<strong>Die</strong> Konzentration auf die Entdeckung der Theologie<br />
im jeweiligen Abschnitt brachte die Tiefe in<br />
MacArthurs Predigt hervor, die anderen Auslegern<br />
fehlte. MacArthur hat sich immer für diese Art der<br />
biblischen Predigt eingesetzt, die die Lehre in jedem<br />
Text findet und weitergibt. Er erklärte: »Der<br />
Zweck <strong>des</strong> Pastors besteht nicht darin, die Schrift<br />
für sein Volk relevant zu machen, sondern die Lehre<br />
verständlich zu machen, die zur Grundlage <strong>des</strong><br />
geistlichen Lebens wird.« Er ist überzeugt, dass das<br />
Hauptziel der Predigt und Lehre ist, »die Gemeinde<br />
in einer Lehre zu erleuchten, die ihre geistliche Gesundheit<br />
schützt und bewahrt.«<br />
Anstatt mit dem Strom der Zeit zu schwimmen,<br />
setzte sich MacArthur dem Strom der modernsten<br />
Predigt entgegen, als er sagte: »Es gibt heute viel<br />
beziehungsorientiertes Predigen, das versucht, den<br />
Menschen ein besseres Gefühl für sich selbst und<br />
dafür zu geben, wie Gott für sie empfinden könnte;<br />
aber es gibt wenig energische Verteidigung der<br />
vollen Wahrheit. Wie in den meisten Perioden der<br />
Kirchengeschichte, sind starke und wirksame Verteidiger<br />
<strong>des</strong> Glaubens gefragt.«<br />
WAS MACHT DIE SCHRIFT ES WERT,<br />
DASS MAN FÜR SIE KÄMPFT?<br />
»Denken Sie an all die Dinge, die der Herr durch<br />
Sein Wort in uns vollbringt. <strong>Die</strong> Bibel ist die einzige<br />
Quelle der Wahrheit, die von der Sünde<br />
überführt, vor dem Gericht warnt, den Sünder<br />
rettet, ihn Christus gleichförmig macht und die<br />
Hoffnung auf ewige Herrlichkeit schenkt. Und<br />
weil es die Offenbarung Gottes ist, durch die Er<br />
Sein Werk zu Seiner ewigen Verherrlichung tut,<br />
sollte die Schrift für die Gemeinde und für jeden<br />
Gläubigen Priorität sein.<br />
Wie wir wissen, steht Gottes Wort immer unter<br />
Beschuss. Von Anfang an hat Satan im Garten<br />
Eden die Zuverlässigkeit und Klarheit von<br />
Gottes Wort in Frage gestellt. Er versucht uns<br />
ständig, an dem zu zweifeln, was Gott gesagt<br />
hat und was Er mit dem, was Er gesagt hat,<br />
meint. Deshalb muss die Gemeinde das Wort<br />
ständig vor den unaufhörlichen Angriffen Satans<br />
verteidigen.«<br />
<strong>Die</strong>s ist nur ein kurzer Abriss seines Lebens. Lesen<br />
Sie in dem Buch »<strong>Die</strong>nst am Wort und an der Herde«,<br />
wie der <strong>Die</strong>nst John MacArthurs das Leben<br />
zahlreicher Menschen geprägt hat und auch über<br />
die USA hinausging, wie seine Gemeinde wuchs,<br />
und wie er mit Kontroversen umging. Er hat sich<br />
der Wahrheit <strong>des</strong> Wortes verpflichtet und sich<br />
völlig in den <strong>Die</strong>nst<br />
<strong>des</strong> Herrn gestellt,<br />
hunderte von Büchern<br />
geschrieben<br />
und unzählige Predigten<br />
zunächst per<br />
Kassette und dann<br />
über den Radiosender<br />
Grace to You<br />
veröffentlicht. Möge<br />
Gott auch heute<br />
noch treue Prediger<br />
aus unseren<br />
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die sich völlig Ihm<br />
und Seinem Wort<br />
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DAS WORT VOM KREUZ<br />
Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen;<br />
uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft … Seht doch eure<br />
Berufung an, ihr Brüder! Da sind nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht<br />
viele Mächtige, nicht viele Vornehme; sondern das Törichte der Welt hat Gott<br />
erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt<br />
hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen; und das Unedle der<br />
Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, und das, was nichts ist, damit Er<br />
zunichtemache, was etwas ist, damit sich vor Ihm kein Fleisch rühme.<br />
1. Korinther 1, 18.26-29