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ReinraumNewsletter deutsch
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www.cleanroom-online.com Ausgabe DE 02-2023
Reinraum-Schulung: Produzieren
unter reinen Bedingungen
Die Reinraum-Schulung als Grundlage für eine
reinheitsgerechte Produktion findet vom 27.06.-28.06.2023
am Fraunhofer IPA in Stuttgart statt.
Das angepasste Zusammenspiel von Reinraum,
Personal, Materialfluss, Prozess-, Reinigungs- und
Anagentechnik ist die Voraussetzung für die Produktion
hochwertiger, verunreinigungssensibler
Produkte. Die Basis dafür bildet das Verständnis für
die Art und Menge der jeweils kritischen Verunreinigungen.
Darauf aufbauend können die notwendigen
und zielführenden technischen und operativen
Maßnahmen zur Erzeugung und Erhaltung der Produktreinheit
gewählt werden.
Ziele der zweitägigen Schulung ist es, den Teilnehmern
einen umfassenden Einblick über die verfügbaren
Technologien und Methoden und deren Anwendung
zu geben. Die Kombination aus Wissensvermittlung
durch erfahrene Reinheitsexperten
in Form von Vorträgen sowie die dazugehörigen
Praxisteile in den Reinraumlaboren des Fraunhofer
IPA bietet hierbei einen langjährig bewährten
Rahmen.
Die Schulung zur Einführung in Theorie und
Praxis der Reinraumtechnik umfasst folgende
Schulungsinhalte:
– Reinraumplanung und -monitoring
– Reine Produkthandhabung und Logistik
– Personalverhalten und -bekleidung
– Reinheitsgerechtes Prozess- und Anlagendesign
– Reinigung und Analytik
– Umfangreicher Praxisteil zur Vertiefung
der theoretischen Schulungsinhalte
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik
und Automatisierung IPA
Nobelstraße 12
Telefon: +49 711 970 1667
D 70569 Stuttgart
eMail: joerg-dieter.walz@ipa.fraunhofer.de
Internet: http://www.ipa.fraunhofer.de
Seite 1/52
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Reinraum-Sprechstunde
VIRTUELLES NETZWERKEN
Unter der Moderation von Frank Duvernell findet monatlich ein lebhafter
Austausch zwischen unterschiedlichen Akteuren der Reinraum-Technologie
in digitaler Form statt.
Die Themen dafür werden zum einen anhand der Wünsche der
Teilnehmer bereits im Vorfeld bei der Anmeldung umkreist, zum
anderen ergeben sich Themenerweiterungen im Laufe der Sprechstunden
selbst. Dabei geht es um das ganze Spektrum der Reinraum-
Technologie: Von der Technik und Anwendungen über Reinigungsund
Verhaltensthemen bis hin zur Personalführung und aktuellen
Themen wie Energieeffizienz und Chancen in Krisenzeiten.
Reinraum-Verantwortliche, die mit ihren Fragen und persönlichen
Herausforderungen in dieses Forum eintreten beziehungsweise
mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen zu den Gesprächsthe-
men beitragen, unterstützen sich gegenseitig, um lösungsorientierte
Antworten zu finden.
Das virtuelle Treffen findet jeden ersten Mittwoch im Monat von
15:00 Uhr bis ca. 16:00 Uhr statt. Die kostenfreie Anmeldung erfolgt
über die Webseite.
Cleanroom Future GmbH
Dieselstraße 5b
D 04683 Naunhof
Telefon: +49 69 150466500
eMail: info@cleanroomfuture.com
Internet: http://www.cleanroomfuture.com
Februar 2023
Liebe Reinraum-Tätige und -Interessierte,
„gugge rom, gugge nom, scho isch dr Monat wiedr rom“. So heißt es bei uns Schwaben,
wenn die Zeit zu schnell vergeht. Es ist bereits wieder Februar und damit ein Zwölftel des
Jahres vergangen. Am Ende des Monats sind es bereits ein Sechstel.
Wir haben die vergangene Zeit jedoch sinnvoll genutzt, nicht nur um den
aktuellen Newsletter für Sie zusammen zu stellen, sondern auch um das neue
REINRAUM JAHRBUCH 2023 zu produzieren. Als Abonnent erhalten Sie dieses
per Post am Ende des Monats.
Vorab jedoch einige interessante Artikel. Außerdem auf den letzen Seiten viele
interessante Veranstaltungen. Melden Sie sich jetzt an, denn eines ist klar, Bildung
verbessert die Chancen in der Zukunft und keiner kann Ihnen diese wieder nehmen.
Um was es im aktuellen Newsletter u.a. geht:
> Reinraum-Schulung: Produzieren unter reinen Bedingungen
> REINER! Fraunhofer Reinheitstechnik-Preis
> Richtiges Verhalten in Schleuse und Reinraum
> Aufbau und Bewertung von Desinfektionsverfahren innerhalb
der Kontaminationskontrolle
> Virtual Reality auf der Baustelle dank BIM
> Partikelkontamination in Reinräumen erkennen und kontrollieren
> Fotolithografie in einem neuen Licht – Reinräume für eine Hightech Branche
> . . .
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.
Mit freundlichem Gruß
Reinhold Schuster
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REINER!
Fraunhofer Reinheitstechnik-Preis
Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung
IPA vergibt alle zwei Jahre den Fraunhofer Reinheitstechnik-
Preis REINER! mit dem Ziel, wegweisende Entwicklungen in der
Reinheitstechnik zu würdigen. Der REINER! Preis wird während
einer relevanten Fachveranstaltung der Reinheitstechnikbranche
verliehen.
Die reinheitstechnische Produktion gilt als Schlüsseltechnologie,
die branchenübergreifend wichtige Innovationen vorantreibt.
Die Herstellung von Mikrochips, Flachbildschirmen, Implantaten,
pharmazeutischen Wirkstoffen oder Mikro- und Nanoprodukten
wäre ohne eine saubere, reine bzw. hochreine Fertigungsumgebungen
undenkbar. Herausragende Ideen in der Reinheitstechnik
ermöglichen nicht nur völlig neue Produkte, sondern machen auch
Produktionsabläufe wirtschaftlicher.
Es handelt sich um einen Ehrenpreis, der nicht mit Geldzuwendungen
verbunden ist. Die Preisträger können ihn bei potenzielle
Kunden und Partnern als Referenz nutzen und somit von Ihrer Expertise
und Ihrem Innovationsgeist zeugen.
JETZT: Bewerben für den Fraunhofer
Reinheitstechnik-Preis REINER! 2023
Die wesentlichen Auswahlkriterien
für die Preisträger sind:
Innovationssprung:
Inwiefern hebt sich die eingereichte Anwendung
bzw. Technologie vom bisherigen Stand
der Technik ab?
Nachhaltigkeit:
Welchen Beitrag leistet die Applikation zu den
Themen Umweltverträglichkeit sowie Ressourcenund
Energieeffizienz?
Enabler-Technologie:
Welche neuen Anwendungsfelder und Produkte
werden durch die neue Anwendung bzw.
Technologie erschlossen?
Industrielle Machbarkeit:
Wie lässt sich die neue Applikation unter
industriellen Rahmenbedingungen implementieren?
Mit dem Fraunhofer Reinheitstechnik-Preis REINER! werden wegweisende Innovationen im Bereich der Reinheitstechnik ausgezeichnet.
Im Fokus stehen Enabler-Technologien, die neue Anwendungen bzw. Technologien erschließen sowie Innovationssprung, Nachhaltigkeit
und Industrielle Machbarkeit. Gibt es eine entsprechende Innovation in Ihrem Haus? Dann nutzen Sie jetzt die Chance und bewerben Sie
sich für REINER! 2023. Einsendefrist: 28. Februar 2023
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Nobelstraße 12 D 70569 Stuttgart Telefon: +49 711 970 1667
eMail: joerg-dieter.walz@ipa.fraunhofer.de
Internet: http://www.ipa.fraunhofer.de
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Ein Reinraum schafft besondere Bedingungen für hochanspruchsvolle Prozesse und Produkte. Mitarbeiter sind
der entscheidende Faktor für den Hygienestatus von Reinräumen – und die häufigste Fehlerursache für Kontaminationen.
Daher ist richtiges Verhalten im und um den Reinraum besonders wichtig und strenge Verhaltensregeln
müssen bei der Arbeit beachtet werden. Sind die Hintergründe dafür bekannt, steigt das Verständnis und damit die Bereitschaft,
diese Regeln einzuhalten. Praxisbeispiele helfen dabei.
Richtiges Verhalten in
Schleuse und Reinraum
Die nachfolgend beschriebenen Verhaltensregeln stellen eine Auswahl häufig in der Praxis beobachteter oder diskussions-würdiger
Verhaltensfehler dar, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
Persönliche Hygiene
Alle Personen, die einen Reinraum betreten, unterliegen strengen Hygieneregeln, um das Risiko von Kontaminierung so weit wie möglich
zu reduzieren. Dieser Stellenwert der persönlichen Hygiene sollte deshalb klar kommuniziert und in der Praxis gelebt werden. Hierbei
zählt der Beitrag jedes Einzelnen, denn am Ende findet im Reinraum ein Summeneffekt statt. Somit ist die Arbeit im Reinraum immer eine
Teamleistung.
Bei der persönlichen Hygiene liegt der Fokus auf der Körper-, und hier besonders auf der Händehygiene. Vor der Reinraumarbeit sollten
möglichst keine Körperpflegeprodukte, Kosmetika u. ä. Drogerieartikel aufgetragen werden. Das gilt sowohl für Haare als auch für die Haut.
Hier gilt klar der Leitsatz: Weniger ist mehr! Schließlich geht es bei der Arbeit im Reinraum nicht darum, gut auszusehen. Folglich gilt für
Hände und im Gesicht: Natur pur. Dem Trend zu Nageldesign und Wimpernverlängerung muss widerstanden werden.
Schmuck im Reinraum
Bezahlt macht sich auch Konsequenz beim Verbot von sichtbarem Schmuck, denn daran haften Partikel und Mikroorganismen. Zudem
entstehen durch Bewegung Reibung und damit Material- und Hautabrieb. Dies gilt auch für Schmuck, der unter dem Handschuh getragen
wird. Damit gewinnt die Frage an Bedeutung, wann das erste Paar Handschuhe angelegt wird. Befindet man sich da nicht bereits in der
Personalschleuse? Weiterhin steht die Frage im Raum, ob ein Ring am Finger vielleicht den Handschuh beschädigen kann. Ein weiteres
Themengebiet liefert die Arbeitssicherheit an dieser Stelle. All dies spricht klar gegen das Tragen von Schmuck im Reinraum.
Reinraumkleidung
Für die Reinheitsanforderungen im Reinraum spielt die Reinraumkleidung inkl. der richtigen Handhabe und dem dazu gehörenden Ankleideprozedere
eine wichtige Rolle. Schließlich ist die Reinraumkleidung die einzige Barriere zwischen der Partikel- und Keimschleuder
Mensch und dem Reinraum. Dabei gestaltet sich das korrekte Ankleiden in der Praxis v. a. für den Reinraumoverall und die sterilen Handschuhe
immer wieder als Herausforderung. Es bedarf also eines intensiven Trainings und entsprechender Übung. Denn fällt auch nur ein
Overallbein zu Boden, weil der Stoff sehr rutschig sein kann, ist dieser ein Fall für die Wäsche und ein neuer Overall muss her. In der passenden
Größe natürlich, denn sonst droht der sogenannte Pumpeffekt.
Hierbei handelt es sich um eine unkontrollierte Freisetzung von Kontaminationen aus dem Kragenbereich bei einer schnellen Bewegung
nach unten, sodass sich der Overall um den Körper spannt.
Kontrollierte Bewegungen
Das bringt uns zu diesen Merksätzen: Bitte bewegen Sie sich langsam und kontrolliert. Vermeiden Sie schnelle und hektische Bewegungen.
Dies gilt für sämtliche Tätigkeiten im Reinraum, z. B. auch die Reinigung. Stress bzw. Eile und Reinraum vertragen sich nicht.
Dies ist der besonderen Luftführung im Reinraum geschuldet. Im Idealfall kommt die maximal saubere Luft über die Decke in die Räumlichkeiten
und gelangt möglichst bodennah wieder aus dieser heraus. Kontaminationen, egal welcher Art, werden folglich stets zu Boden
gedrückt und sammeln sich dort an. Wenn nun das Reinraumpersonal zu schnell läuft, werden diese Kontaminationen wieder aufgewirbelt.
Zudem entsteht so ein negativer Effekt auf die Luftführung des Raums.
Luftführung im Reinraum
Die konzipierte Luftführung von Reinraum und Schleuse sollten durch die Tätigkeiten und Maschinen im Reinraum möglichst wenig beeinflusst
werden. Einen häufigen Fehler begeht man, wenn Abluftöffnungen teilweise oder sogar ganz verstellt werden. Schließlich muss ein
Rollwagen oder sonstiges Interieur des Reinraums, wie beispielweise ein Tisch, irgendwo platziert werden. Vor der Abluftöffnung ist meist
Platz, um Dinge abzustellen. Das ist aus den beschriebenen Gründen allerdings keine gute Idee. Für den optimalen Abtransport aller luftgetragenen
Kontaminationen sollte sich auch keine waagerechte Fläche über der Abluftöffnung befinden. Mülleimer o. ä. stehen also auch
nicht gleich neben dieser.
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Husten und Niesen
Besonders häufig kontrovers diskutiert wird das Thema Husten und Niesen im Reinraum. Darf man diese physiologischen Reaktionen
auf chemische oder physikalische Reize verbieten? Sollte man es also unterdrücken? Die Regelungen dazu obliegen dem Reinraumbetreiber.
Sinnvoll ist es in jedem Fall, sich mögliche Lösungen für beide Probleme zu überlegen, auch wenn in der Praxis im Reinraum sehr selten
gehustet oder geniest wird – vorausgesetzt man ist gesund. Eine Option wäre es, Reinraumtücher zu Hilfe zu nehmen und diese schnell vor
Mund und Nase zu halten. Sämtliche Tröpfchen sollten spätestens in den Tüchern festgehalten werden, sodass es am sinnvollsten ist, diese
Tücher auch erst in der Personalschleuse vom Gesicht zu nehmen und zu entsorgen. Sämtliche Reinraumkleidung, insbesondere Mundschutz,
evtl. Augenschlitzhaube und Handschuhe müssen nach dieser Aktion getauscht werden. Danach erfolgt ein erneutes Ankleiden
entsprechend der Vorgaben der jeweiligen Reinheitsklasse.
Vielleicht haben Sie aber den Reinraum soeben erst betreten und können auf kurzem Wege wieder zurück in die Personalschleuse, um
dort das Husten und/oder Niesen zu erledigen. Somit gelangt Ihr Aerosol erst gar nicht in den Reinraum. Ungebremst bzw. ohne Mundschutz
o. ä. würde der Auswurf bestehend aus Glykoproteinen, Zelltrümmern, Mineralien, Bakterien und Viren, auf einer Strecke von ca. 5-8 m verteilt
werden.
Nicht für den Reinraum geeignet ist die aufgrund des Corona-Virus weit verbreitete Regel, in die Armbeuge zu husten oder zu niesen. Das
mag in der Öffentlichkeit berechtigt sein, aber wir befinden uns immerhin in einer besonderen Umgebung, nämlich im Reinraum. Tatsächlich
ist keine Armbeuge wirklich dicht. Niest oder hustet man hinein, gelangt Aerosol oben und unten am Arm vorbei in den Raum. Zudem würde
sich der Auswurf im Anschluss auf der Außenseite der Reinraumkleidung befinden. Mikroorganismen und Partikel würden anschließend
munter durch den Reinraum getragen – auch wenn man sich nach dem Husten und Niesen direkt in die Personalschleuse begibt.
Kratzen
Ein häufiger Verhaltensfehler ist auch das Kratzen. Wer kennt das nicht? Es juckt auf dem Kopf oder im Gesicht und schon ist die Hand
unterwegs, um dem entgegenzuwirken. Die erste Hürde: die bewusste Wahrnehmung dieses Automatismus des Körpers. Die zweite Hürde
ist dann die Selbstbeherrschung. Wenn man diesem Reiz nichts entgegenstellen kann oder will, begibt man sich auf kürzestem Weg in die
Personalschleuse. Dort darf gekratzt werden. Dieses Prozedere empfiehlt sich auch für Korrekturen, die an der Reinraumkleidung aus unterschiedlichsten
Gründen vorgenommen werden müssen. Hierbei ist auch ein kurzes Zuppeln an Mundschutz oder Schutzbrille gemeint.
Hautpartikel und Haare gehören nicht in den Reinraum. Wer mit Reinraumreinigung vertraut ist, wird aber sicherlich bereits das Haar im
Reinraum gefunden und beseitigt haben. Und damit natürlich auch Partikel und Mikroorganismen.
First-Air-Effekt
Ein Verhaltensfehler, der auf sämtliche Tätigkeiten in Schleuse und Reinraum übertragen werden sollte, ist der sogenannte First-Air-Effekt.
Die Regel lautet: Beugen Sie sich nicht über den Prozess/ das Produkt oder gereinigte oder desinfizierte Flächen. Andernfalls wird durch
die spezifische Luftführung in den Räumlichkeiten die Kontamination vom Reinraumpersonal abgeblasen und gelangt auf direktem Wege
dorthin, wo sie nicht hin soll, und stellt damit eine Gefährdung für das Produkt dar. Besonders kritisch wird es immer, wenn am Ende der
Wertschöpfungskette ein Mensch steht, der gesund werden möchte.
Personenanzahl in Schleuse und Reinraum
Auch stellt sich die Frage, wie viele Personen sich gleichzeitig in Schleuse und Reinraum befinden dürfen. Kennt das Reinraumpersonal
diese Zahlen? Wo sind diese Zahlen verschriftlicht oder im einfachsten Fall vor Ort nachzulesen? Bestehen Sprachbarrieren beim Personal
oder aber ist jeder in der Lage, deutsche Texte zu lesen und zu verstehen? Dies wird vom Reinraumverantwortlichen festgelegt und u.a. durch
Partikelmessgeräte regelmäßig überwacht und muss den Mitarbeitern kommuniziert werden.
Abschließend seien noch vermeintliche Selbstverständlichkeiten bei der Reinraumarbeit aufgezählt:
1. Kein Rauchen, Essen und Trinken. Dazu gehören auch Kaugummi kauen und Bonbons lutschen.
2. Keine persönlichen Gegenstände, die im Reinraum nicht wirklich für die Tätigkeit benötigt werden
(Ausnahmen sind körpernahe Hilfsmittel, z. B. Brille, Hörgerät etc.).
3. Die Sit-over-Bank heißt so, weil sie zum darauf Sitzen gedacht ist.
4. Gleiche Regeln für alle. Es gibt absolut keine Ausnahmen.
5. Eine bebilderte Schleusenordnung sollte vorhanden sein.
6. Regelmäßige Schulung aller Personen, die den Reinraum, und sei es auch noch so kurz, betreten wollen, sind Pflicht.
7. Kennen alle Mitarbeitenden reinraumgerechte Haltungen wie Pinguin, Roboter oder Pharao?
8. Arme nicht verschränken, kein Anlehnen oder Abstützen, sonst droht Kontaminationstransfer.
CWS Cleanrooms Deutschland GmbH & Co.KG
Dreieich Plaza 1 A
D 63303 Dreieich
Telefon: +49 6103 3091290 Telefax: +49 6103 309 169
eMail: cleanrooms.de@cws.com Internet: http://www.cws.com/reinraum
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Die Desinfektion, ein Verfahren zur gezielten Reduzierung pathogener
und produktschädigender Mikroorganismen zum Schutz
von Produkt, Prozess und Mensch, ist neben der Reinigung eine
grundlegende Maßnahme der Kontaminationskontrollstrategie (im
Englischen: Contamination Control Strategy, kurz CCS) . Fehler bei der
Auswahl und bei dem Einsatz von Desinfektionsmitteln sowie bei der
Durchführung der Prozesse können zu schwerwiegenden Folgen führen.
Aufbau und Bewertung von
Desinfektionsverfahren innerhalb
der Kontaminationskontrolle
Autorin: Margarete Witt-Mäckel
Die Strategie zur Kontrolle der mikrobiologischen Kontaminationen
sieht ein geeignetes, den betrieblichen und regulatorischen Anforderungen
angepasstes Desinfektionsprogramm vor. Geeignet bedeutet,
dass die in diesem Programm definierten Maßnahmen nachweislich
funktionieren und die im Voraus festgelegten Anforderungen valide erfüllt
werden. Damit ist gemeint, dass die geforderte mikrobiologische
Wirksamkeit der Desinfektionsmittel belegt und das Zusammenspiel
zwischen den Wischtextilien, Tränkungssystemen und Desinfektionsmitteln
überprüft ist [Abb. 1]. Teil des Desinfektionskonzeptes ist ebenfalls,
dass das Personal, das mit der Umsetzung der Desinfektion beauftragt
ist, auf die Anwendung geschult, und dass die Prozesse in Arbeitsanweisungen
verständlich und nachvollziehbar beschrieben sind.
Die Vorgehensweise zum Aufbau eines Desinfektionsprogrammes einschließlich
der Bewertung der Umsetzung sowie der Umgang mit Abweichungen
ist in der nebenstehenden Übersicht beispielhaft dargestellt.
In der ersten Phase der Desinfektionsvalidierung wird das Desinfektionsmittel
anhand des Anforderungsprofils ausgewählt oder das bereits
eingesetzte Desinfektionsmittel bewertet. Das Anforderungsprofil
ergibt sich aus den mikrobiologischen Anforderungen an das Produkt
und an die Produktionsumgebung sowie aus den regulatorischen Vorgaben
für den jeweiligen Produktionsbetrieb. Die Eignung der Desinfektionsmittel
erfasst auch eine Bewertung der Wirksamkeit gegen
die betriebsspezifische Keimflora (sogenannte Betriebskeime) auf
den produktionstypischen Oberflächen. Weitere Einflussfaktoren wie
Schmutzbelastung, Kompatibilität mit den Wischtextilien und Sicherstellung
der Wirksamkeit der Anwenderlösungen über den gesamten
Einsatzzeitraum werden ebenfalls betrachtet.
In der zweiten Phase wird der Prozess selbst bewertet. Dies erfolgt
durch ein prozessbegleitendes mikrobiologisches Monitoring, das nach
Abschluss der Validierung in das mikrobiologische Hygienemonitoring
integriert wird. Das Hygienemonitoring und das damit verbundene Erstellen
einer Trendanalyse zeigt die Effektivität der Umsetzung über
einen längeren Zeitraum und nimmt umgebungs- und anwendungs-
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Ein Beispiel, wie der Aufbau eines Desinfektionsprogrammes
geplant werden kann.
Die einzelnen Schritte können in der Reihenfolge variieren.
Um welche
Kontrollmaßnahmen
handelt
es sich?
Was soll desinfiziert
werden?
In welcher
Reinheitsklasse
soll desinfiziert
werden?
Kurzbeschreibung
Prozess/Arbeitsschritt
Verfahren der
Desinfektion
Festlegung der
Bereiche und der
zu desinfizierenden
Oberflächen
Klassifizierung
der Oberflächen in
kritische, allgemeine
und sonstige
Bereiche
Definition der
Reinheitsanforderungen
durch
den Produktionsbereich
Beispiel
Routinedesinfektion (arbeitstägliche Desinfektion)
zur Dekontamination der Oberflächen
im Herstellungsbereich von nicht sterilen
Arzneimitteln
Produktberührend/kritisch: Arbeitstische,
Anlagen, Arbeitsgeräte
Weniger kritisch: Fußboden, Wände, Decken
GMP Reinheitsklasse D (Raum) und
C (Arbeitsstationen)
Womit?
Welche Mittel
und Geräte sind
erforderlich?
Wird das festgelegte
Ziel mit diesen
Verbrauchsmaterialien
und
Betriebsmitteln
erreicht?
Wann und wie
häufig muss
desinfiziert
werden, um das
Ziel zu erreichen?
Wer macht
was, wann, wie,
womit?
Beschreibung der
Desinfektionsmittel,
der
Gerätschaften
und
Wischtextilien
Qualifizierung der
Desinfektionsmittel,
Gerätschaften
und
Wischtextilien
Festlegung der
Intervalle für jede
klassifizierte
Oberfläche und
wenn möglich des
Zeitpunktes
Erstellung der
Dokumentation
Arbeitstische: Produkt A und B im Wechsel,
Mikrofasertuch
Arbeitsgeräte: Produkt C, Sprühflasche,
Mikrofasertuch
Fußboden, Wände, Decken: Produkt A und B
im Wechsel, Systemwagen, Tränkungssystem,
Wischbezüge und Mophalter
Bestätigung der mikrobiologischen Wirksamkeit
und ggf. der Reinigungswirkung der
Desinfektionsmittel nach Qualifizierungsplan
über die Gutachten der Hersteller, Labor-untersuchungen,
Rationale
Bewertung der Rückstände und ggf. Planung
einer zusätzlichen Reinigung
Bestätigung der Reinheitstauglichkeit der
Wischtextilien und Gerätschaften durch den
Hersteller
Arbeitstische: arbeitstäglich, nach Arbeitsende
Arbeitsgeräte: mehrmals täglich, bei Bedarf
und nach Arbeitsende
Fußboden: arbeitstäglich, nach Arbeitsende
Wände, Decken: vierteljährlich,
am Wochenende
Erstellung von Arbeitsanweisungen und der
Desinfektionspläne
Was soll erreicht
werden?
Für welchen
Bereich gilt die
Reinraumdesinfektion?
Wo sind
Schnittstellen?
Wer ist für was
verantwortlich
und zuständig?
Wie wird
desinfiziert?
Festlegung des
gewünschten
Reinheitsgrades
für die klassifizierten
Oberflächen
Definition der
Ziele, Grenzwerte
und der sonstigen
Anforderungen
Geltungsbereich
Verantwortung
Beschreibung der
Desinfektionsverfahren
zur
Erreichung des
gewünschten
Reinheitsgrades
Reinheitsgrad: optisch und mikrobiologisch
rein
Grenzwerte: _________
Arbeitstische, Arbeitsgeräte: 25 KBE/qm
Fußboden, Wände, Decken:50 KBE/qm
Sonstige Anforderungen: bakterizid,
im Wechsel: sporizider Wirkstoff
Produktionsbereich
Schnittstellen zur Produktion, Absprache
zwischen Produktionsleitung und der externen
Reinigungsfirma
Arbeitsgeräte und Arbeitstische werden von
eigenem Personal gereinigt, zuständig Fr. Muster
Fußböden, Wände, Decken werden von
einer externen Firma gereinigt, zuständig
Hr. Saubermann
Arbeitstische: Wischen mit Tuch
Arbeitsgeräte: Sprühen und wischen
Fußboden, Decke, Wände: Wischen
mit Wischbezug
Vorpräparation der Wischtextilien
Wischtechniken und Wechselmethode
Wird das festgelegte
Ziel mit
diesem Personal
erreicht?
Werden die Ziele
im laufenden
Prozess erreicht?
Wie werden die
Ziele überprüft?
Wer überwacht?
Was wird getan,
wenn die Ziele
nicht erreicht
werden?
Wie wird auf
Abweichungen
reagiert?
Qualifizierung
des Reinigungspersonals
Wird das Ziel
mit den
festgelegten
Verfahren erreicht?
Desinfektions-validierung
Erstellung eines
Monitoring-programms
Festlegung der
Prüfmethoden
und der Prüfmittel
Maßnahmen bei
Abweichung
Überarbeitung
des bestehenden
Konzeptes
Schulung des Reinigungspersonals und der
Mitarbeiter
Schulungsbestätigung durch die externe
Reinigungsfirma
Validierung der Verfahren nach Validierungsplan
Prüfung der optischen Reinheit durch optische
Kontrolle, ggf. der chemischen Reinheit durch
analytische Methoden und der mikrobiologischen
Reinheit durch Oberflächenabklatsch
Prozessbegleitendes Monitoring
Mikrobiologisches Hygienemonitoring
Trendanalyse
Festlegung von Maßnahmen bei dreimaliger
Überschreitung der Grenzwerte
Identifizierung der Keime
Schwachstellenanalyse
Rücksprache mit der Produktionsleitung
und Überprüfung aller Einflussfaktoren,
z.B. Änderungen im Produktionsablauf
Überprüfung der Desinfektionsverfahren
Überprüfung der Ziele und Grenzwerte
Personalschulung
Wo werden die
Materialien
gelagert? Wird
Wasser benötigt,
in welcher Qualität?
Wo können
Reste entleert
und die Betriebsmittel
nachbereitet
werden?
Planung der Umsetzung
Bereitstellung der Materialien in der Materialschleuse
und Lagerung im Putzschrank in der
Schleuse
Wasserentnahme und Waschbecken mit
Abfluss in der Schleuse CNC/D, Wasserqualität:
purified water
Sind alle
Dokumente vollständig?
Zusammenstellung
und
Ordnung aller
Dokumente
Zusammenstellung der notwendigen
Unterlagen:
Arbeitsanweisungen, Reinigungs- und
Desinfektionspläne, Checklisten, Prüfprotokolle,
Aufzeichnungen der Maßnahmen bei
Abweichungen, Schulungsnachweise,
Unterlagen zu den Mitteln und Gerätschaften
Umsetzung
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bedingte Schwankungen mit auf. Durch das prozessbegleitende Monitoring
und das Hygienemonitoring können sogenannte „weiche“ Faktoren berücksichtigt
werden. Damit gemeint sind Einflüsse, die selbst durch praxisnahe
Prüfmethoden im Labor nur schwer erfasst werden können. Dazu zählen
unter anderem die Abnutzung der Oberflächen, mögliche Querkontaminationen
oder der Einfluss durch das Personal, das Zusammenspiel der
Tränkungsverfahren hinsichtlich Oberflächenbenetzung und Flüssigkeitsaufnahme
bzw. -abgabe durch das Wischtextil sowie die Bewertung der Abtrocknung
innerhalb der, über Labormethoden ermittelten, Einwirkzeiten.
Mit der Desinfektion wird die hygienische Sicherheit für Produkt, Prozess
und Mensch gewährleistet. Durch den Aufbau eines durchdachten und
praxisnahen Konzeptes verbunden mit einer regelmäßigen Überprüfung der
tatsächlichen Wirksamkeit wird ein Teil der Kontaminationskontrollstrategie
erfüllt.
Das Zusammenspiel zwischen Desinfektionsmittel, Wischtextil und
Tränkungsverfahren am Beispiel des MopScoop-Systems
Abb. 1: MopScoop-System stellt definierte Menge an Gebrauchslösung
just-in-time zur Verfügung © Pfennig Reinigungstechnik GmbH
Durch das Tränkungssystem wird eine definierte Menge an Gebrauchslösung
dem Wischbezug zur Aufnahme zur Verfügung gestellt, die dieser während
des Wischens mit einer definierten Benetzung wieder an die Oberfläche
abgibt. Der entstehende gleichmäßige Flüssigkeitsfilm reicht aus, um
die möglicherweise vorhandenen Mikroorganismen zu inaktivieren. Für die
Funktionalität dieses System ist nachgewiesen, dass keine oder nur geringe
Adaption von Wirkstoffen an das Wischtextil stattfindet und der Wischbezug
ein valides Flüssigkeitsaufnahme- und -abgabevermögen hat. Das
MopScoop-System ist zudem als geschlossenes System ausgelegt: Die hygienische
Gestaltung der gesamten Einheit und die Lagerung der Gebrauchslösung
im geschlossenen Behälter des MopScoop verhindert den direkten
und indirekten Eintrag von Kontamina-tionen in die Lösung und ermöglicht
den Erhalt der Stabilität der Lösung über einen definierten Einsatzzeitraum.
Pfennig Reinigungstechnik GmbH
Heubachstr. 1
D 87471 Durach
Telefon: +49 831 561220 Telefax: +49 831 61084
eMail: info@pps-pfennig.de
Internet: http://www.pps-pfennig.de
[Quelle: Pfennig Reinigungstechnik GmbH, Durach]
1 Überarbeiteter Anhang 1 des EU-GMP-Leitfadens,
veröffentlicht am 22.08.2022; https://health.ec.europa.eu/system/
files/2022-08/20220825_gmp-an1_en_0.pdf
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13 Jahre BIM in der Planung
Virtual Reality auf der Baustelle dank BIM
Chirugie Graz © Lorenz Consult ZT GmbH
AdobeStock 129713457 © ME Image
In Sachen Digitalisierung des Bauens ist Generalplaner Lorenz Consult seit 2005 Wegbereiter. Effektivere fachwerksübergreifend
Planung und das Abbilden des Gebäudes in 3D führten weiters 2009 zur Einführung von Building Information
Modelling (BIM). Die Liste an erfolgreich umgesetzten Großprojekten ist lang, die Entwicklung geht weiter – bis hin zum
Einsatz von Head-Up Display Brillen.
Bei Lorenz Consult, Zivilingenieurbüro für Bauwesen, gibt es 13
Jahre nach Einführung von Building Information Modelling einen
eigenen BIM-Standard über alle Abteilungen hinweg. Wer neu zum
Team kommt, wird von den bestehenden Mitarbeitenden eingeschult.
Darüber hinaus werden in BIM-Runden aktuelle Themen
besprochen, um BIM im Unternehmen weiterzuentwickeln. „BIM ist
ein wesentliches Mittel zur Digitalisierung der Bauwirtschaft. Digitale
Daten und Informationen werden immer mehr in die Errichtung
vor Ort eingebunden und ersetzen sukzessive die 2D-Pläne“, macht
Geschäftsführer DI Christian Lorenz bewusst.
Mit Display-Brillen auf der Baustelle
Für die nahe Zukunft glaubt Lorenz, dass Bauleiter und Bauaufsicht
mit Head-Up Display Brillen über die Baustelle gehen werden, um
3D-Informationen abzurufen: „Eine effektive Überprüfung der plangemäßen
Errichtung der Bauwerke ist dadurch möglich.“
Um dies auch tatsächlich umsetzen zu können, liegt die Hauptaufgabe
von BIM nach wie vor in der Bereitstellung von 3D-Geometrieinformationen
sowie der Ermittlung von Mengen für Ausschreibungen
und die Kostenermittlung. Neue Scanner-Technologien erleichtern
die digitale Abrechnung von erbrachten Bauleistungen.
BIM als wichtiges Planungstool
13 Jahre Planen und Bauen mit BIM waren für Lorenz Consult eine
Zeit des Lernens und Weiterentwickelns: „Die meiste Erfahrung haben
wir bei der Chirurgie Graz gesammelt. Da wir bei diesem Großprojekt
von einem Gesamtmodell ausgingen, waren die Ladezeiten
des Modelles extrem lange“, berichtet Christian Lorenz. Heute wird
mit Teilmodellen gearbeitet und ganz wichtig: „Auch wenn wir BIM
einsetzen, behalten wir die bewährten Planungsabläufe bei.“
Vom BIM-Skeptiker zum BIM-Fan
Dass es bei der Implementierung von BIM mitunter Überzeugungsarbeit
bedarf, beweist ein aktuelles Projekt in der anlagenintensiven
Reinraumplanung: „Anfangs war unser Auftraggeber skeptisch über
den Mehrwert der Modelle. Heute, kurz vor Fertigstellung des Baues,
ist er ein BIM-Fan und lässt die As Built Situation vollständig im
Modell abbilden“, gibt Generalplaner Christian Lorenz Einblick. Erfolgsrezepte
sind seit der frühen Projektphase die enge Zusammenarbeit
mit dem Prozessplaner, die Zusammenführung von Bau- und
Anlagenmodell. Dadurch werden frühzeitig Installationsmöglichkeiten
erarbeitet, das Gebäude an diese Notwendigkeit angepasst und
Kollisionen vermieden.
Lorenz Consult Ziviltechniker GmbH
A 8010 Graz
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TapeLift Pad beim Abklatsch (Bild: PMT Partikel-Messtechnik GmbH)
Partikelkontamination in Reinräumen
erkennen und kontrollieren
Autor: Marcel Hopfe
Wer Partikel in Reinräumen kontrolliert, kennt die ISO 14644. Der
bekannteste Teil ist die ISO 14644-1, welcher für die Klassifizierung
relevant ist. Weit weniger bekannt ist der Teil -9, welcher sich mit
Partikeln auf Oberflächen befasst. Es geht um die Oberflächen von
Wänden, Decken, Fußböden, Arbeitsbereichen, Werkzeugen und
Produkten. Unterteilt wird in acht SCP-Klassen (surface cleanliness
by particle concentration).
Mit dem PartSens 4.0 können Partikel ab ca. 2 µm gemessen und
damit die SCP-Klassen 4 – 8 geprüft werden. Bei einem Zulieferer
der Halbleiterindustrie wurden in einem Reinraum, der gemäß
ISO 14644-1 die Klasse 7 erfüllt, Untersuchungen zur Sauberkeit von
Oberflächen durchgeführt.
Im ersten Versuch wurde der Fußboden beprobt. Messstelle 1 befand
sich unmittelbar vor einem Arbeitsplatz, an dem Bauteile vermessen
werden (im Weiteren Mess-Arbeitsplatz genannt). Messstelle 2 befand
sich direkt vor dem Eingang zur Materialschleuse. Mittels eines
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TapeLift Pad bei der Entnahme von der Trägerfolie
(Bild: PMT Partikel-Messtechnik GmbH)
Abbildung 4: Metallisch glänzender
Partikel; Feret max. 728 μm
(Bild: Partikel-Messtechnik GmbH)
adhäsiven Pads (sog. TapeLift Pad) wurde an beiden Stellen eine
Probe genommen. Das Ergebnis ist in Abbildung 1 zu sehen und entspricht
der Erwartungshaltung. Auf dem Boden vor der Schleuse finden
sich mehr und größere Partikel. Im Vergleich zu den erlaubten
Grenzwerten erfüllt der Mess-Arbeitsplatz die SCP-Klasse 6 und der
Bereich vor der Schleuse die SCP-Klasse 7.
GmbH sie einsetzt, sind hinsichtlich der Oberflächenrauheit nahezu
vergleichbar mit elektropolierten Edelstahlflächen. Geschliffenen
Edelstahl-Materialien sind diese Oberflächen hinsichtlich der
Als nächstes wurden die Arbeitsflächen untersucht. Es handelt sich
um gebürstete Edelstahltische der Firma Sailer. Diese wurden vom
Kunden ausgewählt, weil sie sich durch eine sehr geringe Rauigkeit
(Ra < 0,2 µm) auszeichnen und sich dadurch hervorragend reinigen
lassen. Gebürstete Edelstahloberflächen, wie die Friedrich Sailer
Oberflächenrauigkeit und damit der Reinigbarkeit deutlich überlegen.
Aufgrund der hohen Oberflächengüte der Sailer Edelstahltische
ist eine direkte Messung ohne Abklatsch mit dem PartSens
4.0 möglich. Minimale Strukturen der Oberfläche können mittels
„Riefenmodus“ vom PartSens 4.0 effektiv unterdrückt werden.
Auf einem häufig benutzten Arbeitstisch wurden an zehn verschiedenen
Stellen Messungen durchgeführt. Anschließend wurde der
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Tisch gereinigt und erneut zehnmal an ähnlichen Stellen gemessen.
Mit einer Ausnahme ist bei allen zehn Messungen ein Reinigungseffekt
sichtbar. Zu sehen sind die Messwerte vor und nach der Reinigung
in Abbildung 2. Da die Reinigung sehr gründlich erfolgt ist,
kann davon ausgegangen werden, dass die Zählrate nach der Reinigung
der Nullzählrate entspricht. Für die gewählten Messpatameter 1
ergab sich eine Nullzählrate von 145 ± 36 Partikel pro Messung.
Weiterhin wurde die Nullzählrate für jeden einzelnen Messkanal bestimmt.
Damit wurde es möglich, die Messungen „vor der Reinigung“
um die Nullzählrate zu korrigieren. Somit ist der Vergleich mit den
Grenzwerten aus ISO 14644-9 möglich. Im vorliegenden Fall konnte
eine SCP-Klasse 7 nachgewiesen werden. Der graphische Vergleich
der Messwerte mit den Grenzwerten der ISO ist in Abbildung 3 zu
sehen. Die Messwerte im Bereich 1-5 µm sind kritisch zu betrachten,
da es sich hier um den absoluten Grenzbereich des Messgeräts
handelt.
Da bekannt ist, dass der Mensch eine der Hauptquellen für Partikel
im Reinraum ist, wurde vor Verlassen des Reinraums der Reinraumanzug
beprobt. Dazu wurde an fünf Stellen mithilfe eines TapeLift
Pads eine Probe genommen. Bei den Stellen handelt es sich um
Brust, Oberarm, Handinnenfläche, Wange und Oberschenkel. Die
Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgeführt. Über 90% der Partikel sind
kleiner als 50 µm und nichtmetallisch. Aufgrund der Häufigkeit und
Partikelform handelt es sich hierbei vermutlich um Hautschuppen.
Weiterhin wurden einige kleinere, metallisch glänzende Partikel sowie
zwei Fasern gefunden. Besonders auffällig war darüber hinaus
ein großer metallisch glänzender Partikel im Bereich 600 bis 1.000
µm, welcher in Abbildung 4 zu sehen ist.
Die gesamte Partikelgrößenverteilung der auf dem Reinraumanzug
verteilten Partikel ist in Zahlen in Tabelle 1 gelistet und bildlich in
Abbildung 5 zu sehen. Die Verteilung entspricht qualitativ den üblichen
Beobachtungen bei verschiedenen Messungen in anderen
Reinräumen und unterstreicht die Relevanz der ISO 14644-9. Zur
Beurteilung der Sauberkeit des Reinraums und der darin produzierten
Produkte ist die Messung der partikulären Oberflächenreinheit
eine sinnvolle Ergänzung der Messung luftgetragener Partikel wie in
ISO 14644-1 und -2 beschrieben.
PMT Partikel-Messtechnik GmbH
Schafwäsche 8
D 71296 Heimsheim
Telefon: + 49 70 33 53 740 Telefax: + 49 70 33 53 74 22
eMail: info@pmt.eu
www.pmt.eu
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Die PeroLabs Nasschemie und Vakuumprozessierung umfassen modernste Infrastruktur zur Abscheidung von Dünnfilmen
mittels Schlitzdüsen- und Rotationsbeschichtung, Aufdampfkammern für Perowskitabsorber, selektive Kontakte und Metalle,
sowie Atomlagenabscheidung von Metalloxiden unter Inertgasatmosphäre. © Fraunhofer ISE
Perowskit-Silicium -Tandemtechnologie
zur Industriereife bringen
Auf klassischen Silicium-Solarzellen eine zweite Solarzelle aus Perowskit aufzubringen, ermöglicht es, das Sonnenspektrum
noch besser auszunutzen. Weltweit forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, diese Tandemsolarzellen
zuverlässig, langlebig und mit industriellen Herstellungsprozessen zu realisieren. Forschende am Fraunhofer-Institut
für Solare Energiesysteme ISE entwickelten zwischen 2020 und 2022 gemeinsam mit Industriepartnern im Verbundvorhaben
»SWiTch« Technologien zur Herstellung von Perowskit-Silicium-Vollformat-Modulen. Auf Zellebene gelang es
dem Team des Fraunhofer-Leitprojekts »MaNiTU« und des durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
BMWK geförderten Projekts »PrEsto« Perowskit-Silicium-Tandemsolarzellen von Labor- auf Wafergröße zu skalieren. In
einer gerade beschlossenen Zusammenarbeit mit Meyer Burger wird das Fraunhofer ISE seine Aktivitäten im Bereich Tandemsolarzellen
und -module weiter intensivieren.
Perowskit-Silicium-Tandemsolarzellen stellen eine Weiterentwicklung
der etablierten, Siliciumwafer-basierten Standardtechnologie
dar. Eine Perowskit-Solarzelle mit großer Bandlücke wird dabei auf
die Silicium-Solarzelle prozessiert, um so das Sonnenlicht besser
auszunutzen. »Mit ihnen sind Wirkungsgrade von über 35 Prozent
möglich«, sagt Prof. Dr. Andreas Bett, Institutsleiter am Fraunhofer
ISE. »Perowskit-Silicium-Tandemsolarzellen im Labormaßstab
haben bereits das physikalische Limit der Einfachsolarzellen aus
Silicium von 29,4 Prozent überwunden, und können so Solarzellen
künftig noch effizienter machen.«
Skalierung der Laborzellen auf Wafer-Größe
Im Labormaßstab liegt der derzeit beste publizierte Wirkungsgrad
bei 31,3 Prozent. Allerdings sind die Flächen solcher Labor-Solarzellen
noch klein – circa 1 Quadratzentimeter – und die meisten der bisher
im Labor verwendeten Herstellungsprozesse sind nicht für die
industrielle Fertigung nutzbar. »Wir freuen uns deshalb sehr, dass es
uns gelungen ist, auf einer Fläche von über 100 Quadratzentimetern
und mit industrieller Siebdruckmetallisierung einen zertifizierten
Wirkungsgrad von 22,5 Prozent zu erreichen. Nun geht es für uns
darum, auch mit skalierbaren Methoden auf großer Fläche die hohen
Wirkungsgrade unserer kleinen Laborzellen zu realisieren«, sagt
Dr. Patricia Schulze, Wissenschaftlerin im Projekt »MaNiTU« am
Fraunhofer ISE. Besonders intensiv arbeiten die Forscherinnen und
Forscher an einem hybriden Abscheideprozess aus zwei etablierten
Herstellungsverfahren für die Herstellung von Perowskit-Solarzellen
auf doppelseitig texturierten Silicium-Solarzellen.
Erste Vollformat-Module gebaut
Im Verbundvorhaben »SwiTch« entwickelte das Fraunhofer ISE
gemeinsam mit den Projektpartnern Verschaltungs- und Einkapselungslösungen
für Tandemsolarzellen. »Die Verschaltungs- und
Laminationsprozesse mussten dabei so verstanden und angepasst
werden, dass die Perowskit-Silicium-Solarzellen ohne Schäden,
kostengünstig und langzeitstabil ins Modul integriert werden können«,
sagt Dr. Holger Neuhaus, Abteilungsleiter für Photovoltaikmodule
am Fraunhofer ISE. Erste Prototypen mit einer Leistung
von 430 Watt Peak konnten so bereits hergestellt werden. Flankiert
wurden die Entwicklung durch eine detaillierte Analyse der Zellezu-Modul-Verluste
und Arbeiten zur Langzeitstabilität der Tandem-
Module. Im Rahmen des Verbundvorhabens »SALTO« konnte das
Fraunhofer ISE die SWCT-Verschaltungstechnologie von Meyer
Burger für Vollformatmodule am Fraunhofer ISE etablieren. Diese
Niedertemperatur-Technologie ist für die Verschaltung von Silicium-Perowskit-Solarzellen
im Vergleich zu konventionellen Lötprozessen
geeignet.
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
D 79110 Freiburg
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Abb X: Blick in einen mit speziellem Gelblicht geschützten Reinraum, in dem anspruchsvolle Geräte zur Fotolithografie hergestellt werden.
Fotolithografie in einem neuen Licht
– Reinräume für eine Hightech Branche
Heidelberg Instruments entwirft, entwickelt und fertigt maskenlose
Laser-Lithographiesysteme für die Herstellung von Mikrostrukturen
und bedient damit die weltweite Fotolithographie-Gemeinschaft
sowohl im Bereich des Direktschreibens als auch in der Fotomaskenproduktion.
Zu den Anwendungsbereichen gehören MEMS, Mikrooptik,
Advanced Packaging (3DIC), IC, Flachbildschirme (FPD),
Mikrofluidik, Sensoren und andere analoge und digitale elektronische
Komponenten. Die Systeme werden in mehr als 50 Ländern in
der Forschung und Entwicklung, im Rapid Prototyping und in der
industriellen Produktion eingesetzt.
Zur Herstellung dieser komplexen Anlagen und Geräte wurden
nun neue Räumlichkeiten an einem neuen Standort in der Nähe von
Heidelberg erstellt.
Becker Reinraumtechnik hat die Reinräume und Sauberräume
kundenindividuell geplant und schlüsselfertig erstellt: auf einer Fläche
von insg. ca. 1.500 m² ist das Unternehmen für die Zukunft gut
gerüstet und hat optimale Umgebungsbedingungen für die Produktion
und Entwicklung.
Die technischen Anforderungen daran sind komplex: Temperatur-
und Feuchtebereiche sind zuverlässig und ganzjährig sicher zu
stellen, in den Gelblichtbereichen sind nur ganz bestimmte Wellenbereiche
des Lichtes zugelassen, um die empfindlichen Produkte
und Prozesse nicht zu gefährden.
Von elementarer Bedeutung ist aber auch die Energieeffizienz
der Reinräume. Seit vielen Jahren haben die Spezialisten von Becker
Reinraumtechnik bei jedem Projekt ein besonderes Augenmerk auf
dieses Thema – die Energiepreise steigen immer weiter und auch
klimaschonende Lösungen gewinnen an Bedeutung.
Durch eine ausgeklügelte Kälte- und Lüftungstechnik wurden
in dem Heidelberger Projekt die Energieverbräuche für den Kunden
auf ein Minimum reduziert: mit optimierter Außenluftaufbereitung,
Reduzierung der Frischluftmengen durch gezielte Überströmungen
sowie modernste Regelungstechnik können die Reinraumanlagen
im Volllast- und auch im Absenkbetrieb energieoptimal gefahren
werden – das spart dem Kunden über die gesamte Lebensdauer bares
Geld.
Auch schon in der Planungsphase ist man neue Wege gegangen:
das gesamte Projekt wurde mit einer neuen BIM-fähigen Software
erstellt, die den Planern neue Möglichkeiten einer integrierten Planung
mit allen Beteiligten eröffnet. Aber auch der Kunde hat schon
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Fertige Rein- und Sauberräume aufgestellt in dem neuen Standort
Vorteile bevor der Reinraumbau überhaupt beginnt: so konnten die
Mitarbeiter des Kunden - ausgestattet mit einer AR (Augmented
Reality = erweiterte Realität ) Brille - in der noch leeren Halle virtuell
durch den späteren Reinraum gehen: die Reinraumgeometrie
wird dabei dem Nutzer in das Sichtfeld eingeblendet und man kann
Größenverhältnisse, Raumgefühl und Platzverhältnisse in der Realität
sehen.
Es gibt einen klaren Trend zu solchen Anwendungen und Becker
Reinraumtechnik bringt diese Technologie seit geraumer Zeit
unter dem Begriff „Die Reine 4.0“ voran. Dabei bietet die oben beschriebene
AR-Anwendung nur einen von vielen Vorteilen. Mehr
dazu können Sie auf den nächsten Lounges 2023 in Karlsruhe sehen
und erleben.
In der Technikzentrale wird die Luft energieeffizient klimatisiert
und für den Prozeß aufbereitet.
BECKER Reinraumtechnik GmbH
Von-der-Heydt-Str. 21
D 66115 Saarbrücken
Telefon: 0681-753890
eMail: info@becker-reinraumtechnik.de
Internet: http://www.becker-reinraumtechnik.de
Rotronic’s universelles
Monitoring System: RMS
Präzise Mess- und Überwachungslösungen für Reinräume. Das Erfüllen von Normen und höchster
Qualitätsansprüche erfordert ein ganzheitliches Überwachungssystem. Die Cloud-Software
des Rotronic Monitoring Systems bietet höchste Datenverfügbarkeit und maximale Flexibilität
durch einfaches Einbinden von Fremdgeräten. reinraum RMS online ist – Seite GxP-/FDA 15/45 – CFR Ausgabe 21 Part DE 03-2018 11 konform und unterstützt
die Umsetzung von Annex 1 EU GMP und ISO 14644-1. Rotronic.de/rms | ProcessSensing.com
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Neben der chargenweisen Überwachung ermöglicht das APM auch ein Monitoring
in definierten Zeitintervallen, beispielsweise pro Schicht, Tag. Das Mikrofon wird dafür
fest am Transportautomaten verbaut, so dass die Messung ebenfalls ohne Kontakt
zum Medium und reproduzierbar erfolgt. (Bildquelle: Ecoclean)
Für die reproduzierbare, chargenweise Inline-Überwachung
des Ultraschalls mit APM erfassen spezielle, ortsfest am
Beckenrand platzierte Mikrofone Frequenz und Leistung.
Analyse, Auswertung und Speicherung der ermittelten
Daten erfolgen durch die Software des innovativen Messsystems.
(Bildquelle: Ecoclean)
Inline-Monitoring von Ultraschall durch innovative APM-Lösung von Ecoclean
Ultraschallfrequenz und -leistung
inline chargenweise überwachen
und dokumentieren
In High Purity-Branchen stehen Unternehmen zunehmend vor der Herausforderung, alle Prozessparameter während der
Bauteilreinigung chargenweise zu erfassen und zu dokumentieren. Ein Problem stellte dabei bisher die Inline-Messung
der Ultraschallfrequenz und -leistung in vollautomatisierten Tauchreinigungsanlagen dar. Mit der Entwicklung der APM
(Acoustic Performance Measurement)-Lösung hat Ecoclean diese Schwachstelle nun beseitigt.
Die Präzisionsreinigung in vollautomatisierten Ultraschall-Mehrbadtauchanlagen
zählt in High Purity-Branchen wie der Medizintechnik,
Präzisionsoptik, Halbleiter-Zulieferindustrie sowie Analyse-,
Laser- und Vakuumtechnik zum Stand der Technik. Unternehmen
haben dabei nicht nur extrem hohe Sauberkeitsanforderungen
stabil zu erfüllen, sondern auch die Einhaltung aller validierten Prozessparameter
pro Charge zu erfassen und zu dokumentieren. Während
sich dies bei Kenngrößen wie beispielsweise Temperatur, Leitund
pH-Wert der Bäder sowie Verweilzeit der Teile in den Becken
durch vorhandene Inline-Messtechnik einfach und reproduzierbar
realisieren lässt, war die Überwachung der Ultraschallfrequenz und
-leistung bisher nicht automatisiert inline durchzuführen. Sie erfolgt
üblicherweise entweder mit Testfolien, mit denen Abweichungen
nicht ausreichend genau festgestellt werden können, oder mit Hydrophonen.
Bei dieser Alternative erfolgen die Messungen von Ultraschallfrequenz
und -leistung manuell. Da das Messgerät dabei
bewegt wird, sind die Messergebnisse nicht reproduzierbar. Darüber
hinaus muss der Sensor in die Medien der einzelnen Bäder eingetaucht
werden, was zu Kontaminationen führen kann.
Reproduzierbare, chargenweise Inline-Überwachung mit automatischer
Auswertung
Im Gegensatz dazu ermöglicht das neu entwickelte Acoustic Performance
Measurement (APM)-System der Ecoclean GmbH, die Parameter
Ultraschallfrequenz und -leistung inline an jeder Behandlungsstation
und für jede Charge zu überwachen. Das Monitoring
erfolgt mit speziellen Richtmikrofonen, die ortsfest am jeweiligen
Beckenrand platziert und auf den Mittelpunkt der Badoberfläche
ausgerichtet werden. Die Messungen werden dadurch bewegungsund
berührungsfrei durchgeführt, so dass die Reproduzierbarkeit
der Ergebnisse sichergestellt ist und sie exakt der jeweiligen Charge
zugeordnet werden können. Analyse, Auswertung und Speicherung
der Daten erfolgen durch die Software des innovativen Messsystems.
Das Mikrofon erfasst das vom Medium abgestrahlte Schallbild
bei jeder Charge unter identischen Bedingungen. Die ermittelten
Werte für Ultraschallfrequenz und -leistung werden kontinuierlich
an die Software der Messlösung übertragen, durch Algorithmen aus-
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gewertet und mit den zuvor definierten und hinterlegten Sollwerten
des teilespezifischen Reinigungsprogramms abgeglichen. Bei Abweichungen
gibt das System eine Warnung beziehungsweise Fehlermeldung
aus. Um auszuschließen, dass Schallgeräusche aus umliegenden
Becken das Messergebnis verfälschen, ist die Software in
der Lage, Störsignale zu erkennen und auszublenden.
Alle bei der Inline-Überwachung mit dem APM erfassten Daten
und Auswertungen werden automatisch in die serienmäßige Chargenprotokollierung
der Reinigungsanlage übernommen. Dadurch
lässt sich bei jedem Batch einfach sicherstellen und nachweisen,
dass die ultraschallinduzierte Kavitation aus der Reinigungsvalidierung
in der Produktion eingehalten wurde.
Analyse und Auswertung der Daten durch die Software werden die
gemessenen Ist-Werte mit den in der Reinigungsvalidierung definierten
Soll-Kenngrößen für die Behandlungsstation abgeglichen.
Die Archivierung der Messergebnisse erfolgt automatisch in der Anlagensteuerung,
so dass auch hier ein Nachweis über einen längeren
Zeitraum erbracht werden kann. Selbst diese Einsatzvariante des
neuen APM-Systems ermöglicht im Vergleich zur bisherigen Praxis
signifikant zuverlässigere Ergebnisse und damit eine deutlich verbesserte
Prozesssicherheit.
Bei der Verleihung des FiT2clean-Awards, den der Fachverband
industrielle Teilereinigung e.V. (FiT) 2022 erstmals ausgeschrieben
hat, belegte das innovative APM von Ecoclean Platz 2.
Alternative: Messung in definierten Zeitintervallen
Erfordert die Aufgabenstellung keine chargenweise Erfassung der
Ultraschallparameter, ermöglicht das APM auch eine Überwachung
in definierten Zeitintervallen, beispielsweise pro Schicht, Tag oder
einmal wöchentlich. Bei dieser Messstrategie wird ein Mikrofon
fest am Transportautomaten verbaut, so dass auch hier die Messung
ohne Kontakt zum Medium erfolgt und deren Reproduzierbarkeit
gewährleistet ist. Für die Kontrolle fährt der Automat zum jeweiligen
Becken und ermittelt die Frequenz sowie Schallleistung. Bei der
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Die Protina Pharmazeutische GmbH in Ismaning schätzt
die Kreativität und Flexibilität des Torherstellers EFAFLEX
Pfiffige Speziallösungen
für makellose Reinheit
Die Protina Pharmazeutische GmbH hat Zeichen für die
Zukunft gesetzt: Auf dem Gelände des Unternehmens entstand
neben dem Gebäude aus den 80er Jahren ein Neubau,
der genug Raum für ein stetiges Wachstum bietet. Die neuen
Abfüll- und Verpackungsbereiche sind mit Reinraumtoren
von EFAFLEX sicher abgeschirmt. In den vergangenen
zwölf Jahren hat der Spezialist für schnelllaufende Industrietore
bei Protina 35 Reinraumtore EFA-SRT® CR sowie
fünf weitere Tortypen im Neubau als auch im bestehenden
Gebäude installiert.
„Der Neubau war eine Mammutaufgabe“, erklärt Stefan Gutberlett,
Leiter der Produktion und Projektleiter für den Neu- und Bestandsumbau
bei Protina. „Aber glauben Sie mir: Umbauten im Bestand
sind die wahre Herausforderung!“ So unterschiedlich die verschiedenen
Bereiche im Werk sind, so verschieden sind auch die Anforderungen
an Einbau und Funktion der Tore. Mit Bezug auf einen
Fluchtweg erklärt er, dass dafür ein Tor gefunden werden musste,
dessen Bauhöhe an die Raumsituation angepasst werden konnte,
weil der Ausschnitt relativ begrenzt gewesen sei. Zudem musste
es zwar nicht druckdicht, aber gut zu reinigen sein. „Weil für den
Fluchtweg kein Reinraumtor mit normalerweise geschlossenem Behangkasten
in Frage kam, hat EFAFLEX mit einer speziellen Verkleidung
eine sehr gute Speziallösung gefunden!“
Der Torspezialist sei ein guter Partner, erklärt Stefan Gutberlett
auf einem Rundgang durch den Betrieb. „Als es für uns darum
ging, einen wichtigen Bauabschnitt pünktlich abzuschließen, hat es
EFAFLEX geschafft, den Austausch der Softtouch-Tore gegen die
EFA-SRT-CR-P-Tore in fünf Wochen für uns fertig zu bekommen.“
Vor einer Torschleuse bleibt er stehen. Das Reinraumtor auf
der Gegenseite öffnet sich und ein Fahrzeug fährt in die Schleuse.
Nachdem das Tor wieder geschlossen ist, dauert es eine Weile, bis
das zweite Tor in Fahrtrichtung öffnet und der Wagen die Schleuse
verlassen kann. „Wir arbeiten mit Druckkaskaden“, erklärt der Leiter
der Produktion. „Deshalb sind die Tore mit einem Interlock-System
ausgestattet. Erst, wenn in der Schleuse der entsprechende Luftdruck
wieder eingestellt ist, öffnet das zweite Tor, damit jederzeit
eine Überströmung in den schwarzen Bereich gewährleistet wird
und die reinen Bereiche immer unter Überdruck stehen.“ Zudem
macht er auf eine Besonderheit aufmerksam: Das Fahrzeug in der
Schleuse sei eine fahrerlose Transporteinheit und kommuniziere mit
der Torsteuerung.
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Ein anderes Tor fühlt sich warm an. Es schließt die Trockenkabine
vom übrigen Raum der Behältertrocknung ab. „Hier werden alle zu
reinigenden Formatteile und Betriebsmittel nach der nassen Reinigung
bei 40 Grad Celsius getrocknet. Auch diese vergleichsweise
hohen Temperaturen hält der Kunststoffbehang des Tores 24 Stunden
am Tag aus.“
Stefan Gutberlett zieht Resümee: „Die Zusammenarbeit mit
EFAFLEX macht einfach Spaß. So, wie wir die Unternehmensphilosophie
leben, flexibel auf die Wünsche unserer Kunden einzugehen,
stellt sich dieser Torhersteller auf unsere Wünsche und Anforderungen
ein.“
Führender Mineralstoffhersteller:
Unternehmensinformation Protina
Der unabhängige mittelständische Familienbetrieb in dritter Generation
gilt seit über 100 Jahren als Experte für hochwertige organische
Mineralstoffverbindungen. Protina engagiert sich insbesondere
im Bereich der Mineralstoffforschung. Dafür und für die
Weiterentwicklung der Produkte arbeitet das Unternehmen eng
mit verschiedenen Universitäten und wissenschaftlichen Instituten
zusammen. Durch klinische Studien werden Effektivität und Wirksamkeit
der Produkte belegt.
Kernkompetenzen sind die Entwicklung, Zulassung, Produktion
und Vermarktung innovativer Gesundheitsprodukte in den
Bereichen OTC-Arzneimittel und Nahrungsergänzungen für das
In- und Ausland. Die Marken Basica® und Magnesium-Diasporal®
zählen zu den führenden OTC-Marken in deutschen Apotheken.
Am Firmensitz und Produktionsstandort in Ismaning bei München
gibt es das komplette Spektrum des Unternehmens aus einer
Hand: Von der Forschung bis zum Vertrieb der Protina-Produkte
„Made in Germany“ in 26 Länder der Erde. In einigen internationalen
Märkten hat das pharmazeutische Unternehmen Marktführerposition
erreicht.
Technische Information EFA-SRT® CR
Reinraumtore der Serie CR von EFAFLEX haben vom TÜV Süd das
Zertifikat für die Reinraumtauglichkeit des Betriebsmittels der ISO
Klasse 5 (254 EFA-SRT® CR Premium) bzw. ISO Klasse 6 (678 EFA-
SRT® CR Efficient und 675 EFA-STT® CR) bezüglich der Luftpartikelreinheit
erhalten. Sie sind perfekt an die Anforderungen in
kontrollierten Fertigungszonen angepasst und gewährleisten die
Dichtigkeit der Zugänge. Die leistungsfähigen Schnelllauftore haben
eine glatte Oberflächenstruktur und keine überstehenden Kanten.
Sie können deshalb leicht gereinigt werden, und ein Absetzen von
Partikeln ist weitgehend ausgeschlossen. Die GMP-gerechten Tortypen
der CR-Serie sind überwiegend aus V2A gefertigt.
Wie alle Schnelllauftore von EFAFLEX sind EFAFLEX-Reinraumtore
dank ihrer herausragenden Qualität sehr belastbar und
wartungsarm. Die wichtigste Eigenschaft der EFAFLEX-Reinraumtore
ist deren hohe Luftdichtigkeit, die erheblich zur Kosteneinsparung
im Reinraum beiträgt, sowie der modulare Aufbau in klinischer
Optik.
Die EFAFLEX-Schnelllauftore der CR-Serie für GMP-gerechte
Reinräume eignen sich unter anderem aufgrund ihrer Bauform und
der hohen Luftdichtigkeit für den Einbau in Reinräume bis zur ISO-
Klasse 5 nach DIN EN ISO 14644.
Die Reinraumtore sind der perfekte Abschluss für Räume mit
unterschiedlichen Druckverhältnissen. Schnelles Öffnen und
Schließen erhöht die Wirtschaftlichkeit im Reinraum, reduziert den
Luftverlust und hält die Filterbelastung gering.
EFAFLEX Tor- und Sicherheitssysteme GmbH & Co.KG
Fliederstraße 14
D 84079 Bruckberg
Telefon: +49 8765 820 Telefax: +49 8765 82200
eMail: info@efaflex.com
Internet: http://www.efaflex.com
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Primärverpackungen für pharma- und medizintechnische Anwendungen
Kontamination vermeiden
In den Lieferketten von Medizinprodukten spielen Kunststoffverpackungen eine zentrale Rolle bei der Sicherung der Produktqualität.
Es geht schließlich darum, eine Kontamination der sensiblen Produkte zu vermeiden. Mikrobiologische und
partikuläre Verunreinigung muss eliminiert werden, um Produktschutz und Patientensicherheit nicht zu gefährden. Wenn
die eingesetzten Kunststoffverpackungen reinraumtauglich und GMP-konform produziert werden, können diese einen
wichtigen Beitrag leisten.
Damit pharmazeutische bzw. medizintechnische Produkte beim
Handling und Transport nicht beschädigt und verschmutzt werden,
müssen diese in geeigneter Weise verpackt werden. Hier kommen
in vielen Fällen flexible Kunststoffverpackungen zum Einsatz. Das
sind z.B. Beutel, Schläuche oder Folien. Medizinprodukte müssen
aber in den meisten Fällen in einer kontrollierten Produktionsumgebung
hergestellt werden. Diese spezifischen Anforderungen werden
z.B. im GMP-Leitfaden der Pharmazeutischen Industrie oder
in den Verordnungen zu Medizinprodukten beschrieben. Meistens
werden dazu Reinräume nach ISO14644 betrieben, um diese hohen
Anforderungen an Hygiene und Sauberkeit zu erfüllen. Daher stellt
der GMP-Leitfaden Verpackungsmaterialien auf die gleiche qualitative
Stufe wie Rohstoffe, wenn in Kapitel 5 gefordert wird „… Der
Auswahl, Qualifizierung, Genehmigung und Beibehaltung von Lieferanten
des primären und bedruckten Verpackungsmaterials sollte
eben so viel Aufmerksamkeit gewidmet werden, wie die der Lieferanten
von Ausgangsstoffen…“. Das ist nachvollziehbar, wenn man
bedenkt, dass Primärpackmittel aus Kunststoff direkten Kontakt
mit dem Produkt besitzen. Die Anforderungen sind besonders für
Pharmazie, Medizintechnik, Life Science und Healthcare relevant.
Die dort hergestellten Produkte bedürfen einer durchgängigen Quacleantray
= Schutzfolie für Lyophilsationswannen
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Es geht darum, Kontaminationsrisiken für das Produkt aber auch für
den Herstellungsprozess in der gesamten Lieferkette der Produktentstehung
zu vermeiden. Und das gilt natürlich auf allen Stufen
einer Lieferkette – vom Wirkstoffhersteller über Komponenten- und
Baugruppenhersteller bis Servicedienstleistungen, z.B. Abfüllung,
Lohnverpackung, Sterilisation. Dazu müssen die eingesetzten Verpackungen
unter den gleichen Qualitäts- und Hygienemaßstäben
produziert werden wie das jeweilige zu verpackende Produkt. Es
wäre fatal, wenn die Verpackungen, die eigentlich dem Schutz des
Produktes dienen sollen, ein Kontaminationsrisiko darstellen, weil
die Verpackungen z.B. verschmutzt sind, einen kritischen BioBurden
aufweisen oder durch Migrationsprozesse zwischen Verpackung
und Produkt die Produkteigenschaften beeinträchtigen. Man
denke hier an die Bedeutung von Stabilitäts- oder Extractable / Leachable-Studien.
Diese Sachverhalte müssen unbedingt in einer systematischen
Risikoanalyse für Primärpackmittel bewertet werden,
um mögliche Kontaminationsrisiken bei der Verpackungsspezifikation
zu identifizieren und auszuschließen.
Das mittelständische Unternehmen Strubl Kunststoffverpackungen
mit Sitz in Wendelstein bei Nürnberg hat sich diesen besonderen
Anforderungen gestellt und produziert seit mehr als 10
Jahren Reinraumverpackungen, die höchsten Qualitätsanforderungen
genügen. Dazu werden die Beutel und Folien in einem professionellen
Reinraumumfeld produziert, das auf Grundlage der ISO
14644 qualifiziert ist und die GMP-Anforderungen der pharmazeutischen
Kunden erfüllt. Validierung von Produkten und Prozessen,
Hygienemanagement, Rückverfolgbarkeit sind ebenso Standard wie
eine komplette Dokumentation und Spezifikationen mit Prüfzertifikaten
und Auditierungsverfahren durch die Kunden. Das Besondere
ist, dass sämtliche Produkte kundenspezifisch gefertigt werden und
damit zu hundert Prozent den individuellen Kundenanforderungen
genügen.
Innovative Lösungen für Reinraumverpackungen
litätsüberwachung. Das gilt für pharmazeutische Wirkstoffe (API)
ebenso wie für Bauteile aus Kunststoff, Implantate, Instrumente,
Pumpen, Schläuche uvm. Viele dieser Produkte werden in diagnostischen
Anwendungen, Testkits oder Laboren verwendet.
Kontaminationsrisiken vermeiden
cleanzip = reinraumtaugliche Druckverschlussbeutel
Dabei können die Kunden von der Innovationskraft des Unternehmens
profitieren. So wurden zum Beispiel antistatisch ausgerüstete
Materialien mit Ph-Eur-Konformitäten entwickelt. Das ist vor allem
in Anwendungen, bei denen Schüttgüter verpackt werden, von Bedeutung.
Oder ein anderes Beispiel: für Gefriertrocknungsprozesse
(Lyophilisierung) hat Strubl ein passgenaues „Cleantray“ entwickelt.
Das Cleantray ist eine intelligente Lösung zum Einsatz in Gefriertrocknungsprozessen.
Das PE-Tray dient als Unterlage für die Wannen,
auf denen die Produkte den Gefriertrocknungsprozess durchlaufen.
Damit können dann aufwendige Reinigungsprozesse der
Wannen vermieden werden. Das führt zu einer Verbesserung der
Anlagenverfügbarkeit und damit zu einer Effizienzsteigerung.
Großen Erfolg hat die Entwicklung von Cleanzip-Reinraumdruckverschlussbeuteln.
Diese mittels Zip-Verschluss wiederverschließbaren
Beutel werden in Laboranwendungen, Musterzug, Probenarchivierung,
Zwischenverpackung bis zur Primärverpackungen
von Komponenten und Bauteilen z.B. für Diagnostikprodukte eingesetzt.
Wenn Sterilbarrieresysteme gemäß ISO 11607 zum Einsatz
kommen müssen, ist es wichtig, eine Verpackungsvalidierung mit
entsprechenden Testungen durchzuführen. Die Strubl-Produkte
können durch Gammabestrahlung sterilisiert werden. Strubl unterstützt
bei der Verpackungsentwicklung und kann die notwendigen
Validierungsdokumente für die Verpackungsbeutel bereitstellen.
Weitere clevere Lösungen sind Reinraum-Doppelbeutel oder Beutel
mit einer „easy-Open“-Öffnungshilfe.
Plug&Pack-Systeme für das Automatisieren
von Verpackungsprozessen
Das Verpacken erfolgt im Reinraum oft noch manuell und ist aufgrund
der Handlingaktivtitäten immer ein Kontaminationsrisiko.
Mit dem flexiblen Plug&Pack-System können die Reinraumbeutel
halb- oder vollautomatisch befüllt, etikettiert, bedruckt und verschlossen
werden. Das System kann in eine Industrie 4.0 Umgebung
integriert werden und unterstützt somit auch den Digitalisierungsprozess
im Reinraum.
Um die Wettbewerbsposition weiter auszubauen sind verschiedene
Investitionen in die Wege geleitet. So werden z.B. für die
Produktion von Schlauchfolien neue Anlagen installiert. Zugleich
werden die Anforderungen für recyclingfähige Verpackungen und
Kennzeichnungsvorschriften erfüllt.
Strubl GmbH & Co. KG Kunststoffverpackungen
Richtweg 52
Telefon: +49 9129 90350
D 90530 Wendelstein
eMail: christoph.strubl@strubl.de
Internet: http://www.strubl.de
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Therapeutika präziser testen, Tierversuche vermeiden
Designer-Immunzellen für
Arzneimittelherstellung und -sicherheit
Um Tierversuche zu vermeiden und Therapeutika noch präziser testen zu
können, greift die Pharmaindustrie zunehmend auf menschliche Immunzellen
zurück. Deren Verfügbarkeit war bisher jedoch begrenzt. Fraunhofer-Forschenden
ist es gelungen, die Herstellung von maßgeschneiderten Immunzellen vom
Labormaßstab auf die industrielle Fertigung zu übertragen.
Ob für neue Krebstherapien oder die Entwicklung
und Prüfung neuer Medikamente
– in der modernen Medizin spielen humane
Immunzellen und Immunzellpräparate eine
immer größere Rolle. Um sie für die Gesundheitsforschung
zu gewinnen, war die
Industrie lange auf menschliche Spender
angewiesen oder sie nutzte Zelllinien verschiedener
Krebsarten. Das Problem: Die
Prozesse ließen sich damit nicht standardisieren,
da jeder Mensch und jede Krebszelle
einzigartig ist. Ein Gamechanger war eine
Entdeckung zweier Stammzellforscher aus
Japan und Großbritannien: Ihnen gelang es
2006, reife Hautzellen in sogenannte induzierte
pluripotente Stammzellen (iPSC) umzuwandeln,
die sich anschließend wieder in
verschiedene Zelltypen weiterentwickeln
können. Dafür erhielten Yamanaka und
Gurdon 2012 den schnellsten Nobelpreis der
Medizingeschichte.
Diese iPSC – und ihre Eigenschaft, sich
unbegrenzt zu teilen und zu differenzieren
– machen sich Prof. Nico Lachmann
und sein Team am Fraunhofer-Institut für
Toxikologie und Experimentelle Medizin
ITEM und der Medizinischen Hochschule
Hannover MHH zunutze. Die Forschenden
haben ein bisher einmaliges Verfahren entwickelt,
um aus diesen iPSC kontinuierlich
spezifische, reife Immunzellen herzustellen
– und zwar in skalierbaren Systemen, vom
kleinen Maßstab bis hin zur industriellen
Verwendung. Dies geschieht in einem Gerät,
das an eine große Schneekugel erinnert.
Die Stammzellen werden in eine Lösung hineingegeben
und stetig in Bewegung gehalten.
Mittels neuartiger Bioprozesse produzieren
sie dann kontinuierlich die avisierten
Immunzellen. Erst nach etwa drei Monaten
müssen die iPSC erneuert werden, um eine
gleichbleibende Qualität zu gewährleisten.
Immunzellen im großen Maßstab
In einem Reaktionsgefäß stellt Prof. Nico Lachmann kontinuierlich spezifische, reife Immunzellen
aus induzierten pluripotenten Stammzellen her. © Fraunhofer ITEM
Der Clou an dem Verfahren: Es ist in 3D,
statt bisher in 2D am Boden einer Petrischale,
konzipiert. So können deutlich größere
Mengen der Designer-Immunzellen
hergestellt werden. Der Maßstab ist dabei
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beliebig erweiterbar. Prof. Lachmann betont:
»Wir haben drei Jahre daran geforscht,
welches Medium, welcher Winkel, welche
Geschwindigkeit optimal sind für die standardisierte
Herstellung von Immunzellen
aus iPSC und viele Parameter immer wieder
angepasst. Die so optimierte Methode
ist ein großer Gewinn für die Erforschung
und Bewertung von Arzneimittelkandidaten,
denn wir können ihre Wirksamkeit und
Sicherheit direkt an den menschlichen Zielstrukturen
testen, ohne dafür den Umweg
über Tierversuche nehmen zu müssen.«
Spezialisiert hat sich seine Gruppe zunächst
auf Makrophagen, also Fresszellen,
die als wichtiger Teil der menschlichen
Immunantwort zum Beispiel Bakterien bekämpfen.
Im nächsten Schritt wollen Prof.
Lachmann und sein Team sogenannte zellbasierte
Potency-Assays (z.B. für Krebsmedikamente)
aufbauen. Diese Prüfsysteme
können die Wirkstärke biologischer und
biotechnologischer Arzneimittel messen
und spielen eine wesentliche Rolle bei der
Qualitätskontrolle und Freigabe von Wirkstoffen
und Arzneimitteln. Basierend auf
ihrer Schlüsseltechnologie zur kontinuierlichen
Produktion von Makrophagen wollen
die Forschenden auch neue Herstellungsverfahren
für unterschiedliche voll standardisierte
Immunzellprodukte und zellbasierte
Immuntherapien entwickeln und damit
weitere Anwendungen erschließen.
Breites Anwendungsspektrum
Das Potenzial der Designer-Immunzellen ist
riesig: So sind sie zum Beispiel genetisch so
veränderbar, dass sie leuchten, wenn sie in
Medikamenten Verunreinigungen detektieren.
Diese sind bisher nur sehr aufwändig
nachweisbar. Künstliche Hautgewebe,
an denen heute schon Kosmetika getestet
werden, könnten – angereichert um Immunzellen
– die Reaktionen eines menschlichen
Organismus noch besser abbilden. Denkbar
wäre auch, die Luftqualität durch solche
Zellen zu prüfen, denn beim Einatmen sind
es Makrophagen und andere Immunzellen,
welche zuerst auf Schadstoffe in der Luft
reagieren. Und nicht zu vergessen die therapeutische
Wirkkraft: In Zukunft könnten
spezifisch angepasste, künstlich hergestellte
Immunzellen sogar im Körper von Patientinnen
und Patienten Krankheiten wie
Krebs heilen.
Es verwundert also nicht, dass Pharmaunternehmen,
Kosmetikhersteller, aber
auch Forschungsorganisationen schon
heute ein großes Interesse an dem Verfahren
und an den Designer-Immunzellen haben.
»Die Nachfrage bestätigt uns, dass die
Technologie ein großes Potenzial zur praktischen
Verwertung hat. Das eruieren wir im
Moment«, freut sich Nico Lachmann.
Das Fraunhofer-Institut für Toxikologie
und Experimentelle Medizin ITEM
D 30625 Hannover
Der Neue Antibakterielle
MiniCapt® Mobile
Luftkeimsammler
Eliminiert falsch-positive
Ergebnisse
ISO 14698:2003 kompatibel
reinraum online – Seite 23/45 – Ausgabe DE 03-2018
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Sterile Einmalprodukte haben einen großen Anteil an dem Abfallaufkommen
in Krankenhäusern und Arztpraxen. Nachhaltigen Medizintechnik
bedeutet ressourcenschonendes Wirtschaften mit kreislauffähigen Produkten.
© Pexels/Polina Tankilevitch
Mit dem WIR!-Bündnis »DIANA – Technologien für zukunftsfähige
Point-of-Care-Diagnostik auf Basis mikrostrukturierter Herstellungsverfahren
und nachhaltiger Materialien« wird das Fraunhofer IWU
gemeinsam mit dem Fraunhofer IZI und der SensLab GmbH die
Region zwischen Leipzig und Chemnitz zu einer Schwerpunktregion
für die medizinische Diagnostik ausbauen. © Fraunhofer IWU
Nachhaltige Medizintechnik für Mensch und Umwelt
Sterile Einmalprodukte haben einen großen Anteil an dem Abfallaufkommen in Krankenhäusern und Arztpraxen. Hohe
Hygienestandards setzen dem Prinzip »Reuse, Reduce, Recyle« gewisse Grenzen. Dennoch sollte der Anspruch einer nachhaltigen
Medizintechnik sein, ressourcenschonender zu wirtschaften und ihre Produkte in eine Kreislaufwirtschaft zu
überführen - damit Einweg-Produkte den Weg ins Recycling statt in die Müllverbrennung finden. Nachhaltige Medizintechnik
kümmert sich auch um den Menschen in seiner Individualität. Künstlicher Ersatz (Prothesen) oder Stützstrukturen
(Orthesen) für Gelenke und Körperteile erhalten oder verbessern Lebensqualität, wenn sie optimal auf die Ergonomie und
Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten angepasst sind. Diagnostik, die schnell und unkompliziert vor Ort beim Menschen
(Point-of-Care), auch in strukturschwachen Gebieten, einsetzbar ist kann lebensrettend sein. Das Fraunhofer IWU
ist überzeugt: der Beitrag der Produktion macht jeweils den entscheidenden Unterschied.
Wie Einwegabfälle aus Kliniken und Arztpraxen
zu neuen Medizinprodukten werden…
Krankenhäuser, Kliniken und Arztpraxen sind Eckpfeiler des Gesundheitssystems.
Bei der stationären und ambulanten Behandlung
von Patientinnen und Patienten kommen viele Einwegprodukte
zum Einsatz, die sich laut statistischem Bundesamt bereits vor der
Corona-Pandemie auf etwa sieben bis acht Tonnen Müll aufsummierten
– pro Tag. Krankenhäuser gehörten damit schon bisher zu
den größten Müllproduzenten in Deutschland. Während der Pandemie
ist das Abfallaufkommen im Medizinsektor noch einmal deutlich
gestiegen. Ein Trend, der sich mit den Zielen geschlossener
Stoffkreisläufe und der Klimaneutralität noch vor der Jahrhundertmitte
nicht vereinbaren lässt.
Einwegprodukte aus Kunststoff wegzuwerfen oder zu verbrennen,
ist das genaue Gegenteil von Ressourceneffizienz. Die
Forschenden am IWU sind überzeugt: es geht auch anders. Ziel
des Projekts ist es, mittelfristig eine Strategie für den Umgang
mit Abfällen aus dem Bereich Medizintechnik zu entwickeln
und diese bei den Akteuren im Gesundheitswesen zu verankern.
Dabei stehen insbesondere Abfälle von Kliniken im Fokus. Eine
erfolgreiche Strategie muss also Antworten auf Kernfragen zur
Zusammensetzung des Abfalls, zu den Beteiligten innerhalb der
Prozesskette, Regularien, Materialströmen und Verarbeitung von
Rezyklaten geben. Unter Berücksichtigung dieser Schwerpunkte
soll am Ende des Projektes ein realistisches Szenario zur Verfügung
stehen, das aufzeigt, wie medizinische Abfälle gesammelt,
getrennt, aufbereitet und hochwertig verwertet bzw. recycelt werden
können.
Die mechanisch hergestellten Rezyklate werden mit drei Fertigungsverfahren
(3D-Druck, Spritzguss, SMC) verarbeitet, um ein
Produkt zu entwickeln, welches wieder in den Kreislauf der medizinischen
Einwegprodukte eingeführt werden kann oder alternativ für
eine weniger regulierte Branche verwertbar ist.
…oder zu Behältern für die private Schmutzwasseraufbereitung
Müllberge ade: Wenn Hersteller, Krankenhäuser, Ärzte und Recyclingunternehmen
an einem Strang ziehen, können Stoffkreisläufe
geschlossen und Rezyklate nachhaltig eingesetzt werden – ohne
in Krankenhäusern und Arztpraxen eine zusätzliche Arbeitsbelastung
zu verursachen. Ein weiterer innovativer Ansatz zum Recycling
von medizinischen Einwegprodukten kann helfen, in der Medizintechnik
verwendete Rohstoffe in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen
– auch bei Rezyklaten, die nicht mehr für Medizinprodukte
verwendbar sind. Denkbar ist beispielsweise ein Behälter für die
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Müllberge ade: in der Medizintechnik verwendete Rohstoffe können in den
Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden – auch wenn sie nicht mehr für
Medizinprodukte verwendbar sind. © Pixabay
Aufbereitung von Abwasser aus Dusche, Badewanne und Waschbecken in Privathaushalten.
Dafür ist noch einige Forschungsarbeit erforderlich. Ein Projekt mit gesellschaftlichem
Nutzen, an dem sich jede(r) beteiligen kann: Müllberge ade!
DIANA
Das WIR! Bündnis DIANA wird in der Region zwischen Chemnitz und Leipzig
künftig eine Versorgungslücke schließen und ein Netzwerk zur Fertigung und Anwendung
von innovativer Point-of-Care-Diagnostik etablieren. Diese wird einfach,
kostengünstig und zuverlässig Messdaten zum Gesundheitszustand vor Ort beim
Patienten ermöglichen. Weitere Anwendungen können sich u.a. im Sport und in der
Pflege ergeben. DIANA steht für DIAgnostik und NAchhaltigkeit und vereint rund
80 Partner, darunter KMU, Forschungseinrichtungen und Unterstützer aus Bildung
und Gesellschaft.
Die Point-of-Care-(PoC)-Diagnostik hat eine dezentrale Vor-Ort-Analytik zum
Ziel, die auch außerhalb einer Laborinfrastruktur Anwendung finden und gerade
bei unmittelbar zu treffenden Entscheidungen oder im Fall von lebenserhaltenden
Maßnahmen einen Zeitgewinn bringen kann. Bei der Entwicklung und Translation
hochintegrierter PoC-Test-Systeme ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aus
Diagnostik und Produktionstechnik entscheidend. Das Fraunhofer IWU wird dabei
seine umfassende Expertise zu Produktionstechnik und Mikrofertigungstechnologien
einbringen. Gesteuert wird das Bündnis durch die Fraunhofer-Institute IWU
und IZI sowie die SensLab GmbH; auch das Netzwerk VEMASinnovativ ist ein
wichtiger Partner bei der strategischen Weiterentwicklung von DIANA.
ATeM
Das deutsch-polnische Leistungszentrum ATeM (Additive Technology für Medicine
and Health) erforscht neue Technologien für den Einsatz der additiven Fertigung
in der Medizintechnik. Die Fraunhofer-Institute für Werkstoff- und Strahltechnik
IWS sowie für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU kooperieren in ATeM
mit der Fakultät Maschinenbau, dem Center for Advanced Manufacturing Technologies
(CAMT) der Technischen Universität Breslau sowie den Universitätskliniken
in Dresden und Leipzig.
3D-Druck Verfahren ermöglichen in der Medizintechnik individuelle und auf
den Patienten zugeschnittene Lösungen sowie die Integration neuer, verbesserter
Eigenschaften und Funktionen in die Bauteile. Dies ist oft nicht nur deutlich kostengünstiger
als herkömmliche Verfahren, sondern erweitert auch das Spektrum von
Therapien und Behandlungsansätzen.
Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU
D 01187 Dresden
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Ein im Projekt optION entwickelter photonischer Sensorchip mit acht Sensorkanälen in der Materialplattform Siliziumnitrid.
© leto digital Leontopoulos GbR
Optischer Mikroringsensor zur quantitativen Bestimmung von Elektrolyten
Sensorlösung prüft Elektrolythaushalt
Elektrolyte sind entscheidend für den Wasserhaushalt und die Flüssigkeitsverteilung im menschlichen Organismus. Da
sich die geladenen, im Blut gelösten Teilchen in ihrem komplexen Gleichgewicht gegenseitig beeinflussen, wird bei jedem
Verdacht auf eine Störung die Konzentration verschiedener dieser Mikromineralien bestimmt. Im Projekt optION haben
sich Forschende des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI mit Partnern aus unterschiedlichen
Disziplinen zusammengeschlossen, um ein Gerätekonzept zu entwickeln, das die für die Analyse benötigte
Blutmenge mit Hilfe einer photonischen Sensorlösung deutlich reduziert und den Testvorgang für alle Beteiligten entschieden
erleichtert.
Ob bei Nierenerkrankungen, Herzinsuffizienz, Alkoholvergiftung
oder Diabetes mellitus – für die medizinische Diagnose dieser und
vieler weiterer ernsthafter Erkrankungen ist es unerlässlich, den
Elektrolythaushalt zu überprüfen. Ihre Zusammensetzung in verschiedenen
Bereichen des Körpers ist genau austariert. Verändert
sie sich, kann das dramatische Auswirkungen haben: Ist etwa die
Natriumionen-Konzentration zu gering, ist es möglich, dass Hirnzellen
anschwellen und ein Koma verursachen. Aktuell verwendete
Messgeräte benötigen für jeden Elektrolyten einen separaten Messfühler.
Um alle Fühler überströmen zu können, ist eine Blutprobe
von etwa 70 bis 80 Mikroliter Blut erforderlich. Hierfür reicht das
Blutvolumen, das von Kleinkindern oder älteren Patienten entnommen
werden kann, oft nicht aus.
Um diese Herausforderung anzugehen, schlossen sich Spezialistenteams
aus Medizin, Fluidmechanik, Oberflächenchemie, Photonik
und Elektronik der Firma Eschweiler aus Kiel, der Scienion AG,
der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Fraunhofer HHI
zum optION-Konsortium zusammen. Ihr Ziel: Ein neues Messprinzip
aus der Photonik erforschen und vorantreiben, das die präzise
Analyse von sehr kleinen Blutmengen ermöglicht. Und es gab noch
eine weitere Intention, die die Forschenden antrieb: Sie wollten
ein Gerätekonzept entwickeln, mit dem sich Endanwender auch in
schwer erreichbaren Gebieten schnell, unkompliziert und für Patienten
angenehm auf ver-schiedene Gesundheitsparameter testen
können. »Man darf sich das wie einen einfachen Blutzuckertest vorstellen«,
erläutert Projektleiter Jakob Reck vom Fraunhofer HHI: »Ein
Piks – und der kleine Tropfen, der an der Fingerbeere austritt, reicht
aus, um umgehend alle relevanten Parameter zu bestimmen.«
Mikroringsensoren zur Elektrolytbestimmung
Die Experten setzten Mikroring-Resonatoren als photonische Sensoren
ein. Die hoch empfindlichen integrierten Wellenleiter basieren
auf Siliziumnitrit und werden direkt in den Reinräumen des
Fraunhofer HHI hergestellt. Die Wellenleiter bilden einen Ring, in
dem das nahinfrarote Licht mit sich selbst und der Umgebung interagieren
kann.
Wenn nun ein Analyt auf diesem Ring angelagert wird, verschiebt
sich dessen effektiver Brechungsindex und seine optische
Resonanz. »Der Ring wird verstimmt, im Prinzip wie eine Gitarrensaite«,
erläutert Reck. »Wenn ein Analyt auf den Ring, sprich die
Saite trifft, verändert sich der Ton. Und diese Gitarrensaiten können
wir in der Photonik extrem empfindlich gestalten – für eine entsprechend
klare Signalgebung und Analytik.«
Die spezifische Zuordnung des Signals eines Sensors zu einem
Elektrolyten gewährleistet die Funktionalisierung der Sensoroberfläche:
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Firma Scienion
belegten die Ring-Resonatoren hierfür mit speziellen Fängermolekülen.
Nur der Analyt, der adressiert wird, kann sich mittels
Schlüssel-Schloss-Prinzip an einem Ring festhalten und beeinflusst
so das Lichtfeld am Wellenleiter. Diese Veränderung steht im direkten
Verhältnis zur Menge der angelagerten Moleküle. Da bereits
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kleinste Abweichungen in den optischen Eigenschaften gemessen werden können,
war es den Fachleuten möglich, selbst eine minimale Stoffmenge mit hoher Genauigkeit
zu detektieren.
Für die funktionalisierten photonischen Sensoren entwickelte das Labor für
Biofluidmechanik der Berliner Charité eine Mikrofluidik, die den Chips kleine Flüssigkeitsmengen
zielgerichtet zuführt. Mehrere unterschiedlich beschichtete Mikroring-Sensoren
werden mit einer Probe überströmt. So lässt sich aus weniger als 20
Mikrolitern Volumen die Elektrolytkonzentration bestimmen. Anschließend kombinierten
die Fachleute der Firma Eschweiler und des Fraunhofer HHI Sensoren
und Fluidik mit einer angepassten Ansteuer-, Auslese- und Auswerteelektronik zu
einem Funktionsmuster, dessen Leistungsfähigkeit wiederum am Fraunhofer HHI
sowie durch das Institut für Laboratoriumsmedizin, klinische Chemie und Pathobiochemie
der Charité getestet wurde.
Messgenau und hoch flexibel
Und diese Tests sprechen für sich: »Unser Verfahren ist höchst flexibel einsetzbar
und sehr zuverlässig«, freut sich Fraunhofer-HHI-Wissenschaftler Reck. »Welche
der getesteten Parameter man auch betrachtet, wir liegen in der Regel zwei Größenordnungen
über der erforderlichen Nachweisgrenze der etablierten Tests. Und unsere
Möglichkeiten sind breit gefächert, da man die Oberflächen unserer Resonatoren
direkt auf zahlreiche Analyte anpassen kann.«
Zudem sind die photonischen Sensoren des Konsortiums sehr klein und ermöglichen
eine sensitive Messung minimaler Volumina sowie die parallele Detektion
unterschiedlicher Elektrolyte und anderer Biomarker über eine Multiplex-Bündelung
mehrerer Sensorringe. »Wir haben einen Chip, auf dem acht Mikroring-Resonatoren
verbaut sind und dieser Sensorchip ist so groß wie ein Fingernagel. Man
kann das Verfahren also hoch miniaturisieren und integrieren«, verdeutlicht Reck.
Des Weiteren ist der Sensor für die schnelle Messdatenaufnahme in Echtzeit konzipiert,
sodass beispielsweise die Oberflächenkinetik bei der Anbindung der Biomoleküle
dargestellt werden kann.
Der aktuelle Demonstrator des Sensorkopfes passt in einen Schuhkarton und ermöglicht
den Weg zu einem kleinen Handgerät, das Labortische ersetzen und entsprechend
einfach in den Außeneinsatz geschickt werden kann. Darüber hinaus benötigt
er Akku-betrieben keinen Netzanschluss, was das Handling zusätzlich erleichtert.
Interdisziplinäre Lösung – breite Anwendbarkeit
Seine Interdisziplinarität sieht Jakob Reck als einen ungemeinen Mehrwert des Projekts
und einen Faktor, der die Mitglieder des Konsortiums anfangs durchaus forderte:
»Es ging darum, ein innovatives Konzept zu realisieren, das am Markt benötigt
wird – mit allen Einzelaspekten: von den photonischen Chips über die Oberflächenfunktionalisierung
und Mikrofluidik bis hin zur Geräteintegration. Ein solches Vorhaben
gelingt nur mit viel Kommunikation und dem Willen, auf den anderen einzugehen,
um wirklich zu verstehen, was die jeweils andere Disziplin braucht.«
Das Ergebnis des im Oktober 2022 beendeten Forschungsvorhabens kann sich
sehen lassen. Die erfolgreichen Partner planen bereits Nachfolgeprojekte – Ansatzpunkte
haben sie genug und die Marktnachfrage ist groß. So startete 2022 auch das
Verbundprojekt PolyChrome Berlin: Es soll neue Anwendungen in der Sensorik und
Analytik erschließen, die zugleich kostengünstig umgesetzt werden können. Auch
in diesem Fall ist ein wesentlicher Aspekt die Analytik mit photonischen Sensorchips,
und auch an diesem Projekt sind die Fachleute des Fraunhofer HHI beteiligt.
»Hier zeigt sich die breite Anwendbarkeit unserer Lösung, denn in diesem Projekt
gehen wir über die Medizin hinaus und versuchen die Sensoren im Bereich der Life
Sciences zu etablieren, beispielsweise zur Vitamin-Detektion. Ein weiteres spannendes
Anwendungsfeld ist die Wasser- und Umweltanalytik für schnelle Tests in
Gewässern oder Rohrleitungen, in letzteren etwa auf Cyanobakterien«, verrät Fraunhofer-Experte
Jakob Reck. Kleine Sensorchips, die Großes bewegen, werden ihre
Leistung in jedem Fall in nächster Zukunft mannigfach unter Beweis stellen dürfen.
Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI D 10587 Berlin
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Für eine Ausbildungsqualität auf höchstem
Niveau: FMD startet mit dem Aufbau
einer Mikroelektronik-Akademie
Mit dem Start der Mikroelektronik-Akademie legt die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) den Grundstein
für moderne Ausbildungsangebote im Bereich Mikro- und Nanoelektronik, um dem Fachkräftemangel in Deutschland
entgegenzuwirken. In Kooperation mit Bildungsträgern und Industriepartnern soll die Akademie im Rahmen einer
einjährigen Konzeptionsphase praxisbasierte Modulangebote erarbeiten und über die nächsten drei Jahre erproben. Der
Aufbau wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung innerhalb des Rahmenprogramms Mikroelektronik der
Bundesregierung gefördert.
Die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) baut
deutschlandweit eine Mikroelektronik-Akademie auf, die im Rahmen
zweier vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) geförderter Vorhaben realisiert wird – dem standortübergreifenden
Kompetenzzentrum für eine ressourcenbewusste Informations-
und Kommunikationstechnik »Green ICT @ FMD«1
sowie dem FMD-Modul Quanten- und neuromorphes Computing
»FMD-QNC«2. Die Mikroelektronik-Akademie soll neue Inhalte
und Formate zur Ausbildung von Fachkräften auf dem Gebiet der
Mikro- und Nanoelektronik entwickeln und erproben. Ob als Ergänzung
zur universitären Ausbildung oder als Zusatzqualifikation
für Mitarbeiter:innen: Die Idee verspricht Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
für Beschäftigte im Bereich Mikroelektronik sowie
für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Um moderne und vor allem
praxisorientierte Lern- und Schulungsangebote zu ermöglichen,
strebt die Mikroelektronik-Akademie eine enge Zusammenarbeit
mit Bildungseinrichtungen, bestehenden Nachwuchsförderprojekten
und der Industrie an.
Zum Direktor der Mikroelektronik-Akademie wurde Prof. Gerhard
Kahmen, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer der
IHP GmbH – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik, eines
der dreizehn in der FMD kooperierenden Institute, ernannt. Unter
seiner Leitung erfolgt im ersten Jahr der 3-jährigen Projektphase
die Konzeption eines auf den Fachbedarf abgestimmten Modulsets,
welches anschließend in ausgewählten Pilotmodulen praktisch erprobt
werden soll. Die Mikroelektronik-Akademie ist ein erster Baustein,
um dem Fachkräftemangel in diesem Bereich zu begegnen
und dient als Anstoß für Folgeaktivitäten im Bereich der Mikroelektronikausbildung.
Als übergreifende, nationale Akademie werden
sowohl Angebote auf Landes- als auch auf Bundesebene entstehen.
Inhaltlicher Fokus auf Mikroelektronikthemen von heute und
morgen
Mit dem Aufbau der Mikroelektronik-Akademie legt die Forschungsfabrik
Mikroelektronik Deutschland (FMD) den Grundstein für moderne
Ausbildungsangebote im Bereich der Mikro- und Nanoelektronik. ©
Fraunhofer Mikroelektronik
In drei thematischen Säulen soll der hohe Grad an Spezialisierung,
der im Bereich Mikroelektronik notwendig ist, auf exzellentem wissenschaftlichem
Niveau ermöglicht und der Bedarf an Fachkräften
optimal gedeckt werden. Die aus den Vorhaben »Green ICT @ FMD«
und »FMD-QNC« abgeleiteten zwei Säulen »Ressourcenbewusste
IKT« und »praxisorientierte Halbleitertechnik und -technologie«
bilden gemeinsam mit der dritten Säule »Design mikroelektronischer
Schaltungen und Systeme« die thematische Basis der Akademie.
Ziel ist es, langfristig aktiv auf Bereiche, wie z. B. Klimaschutz
und Nachhaltigkeit, neuartige Rechentechnologien und Vertrauenswürdigkeit
im Halbleiter- und Chipbereich, Einfluss zu nehmen und
diese voranzutreiben.
Dazu sagt Mario Brandenburg, Parlamentarischer Staatssekretär
bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung: »Die Innovationskraft
in der Chipentwicklung steht und fällt mit den Fach- und
Nachwuchskräften und ihren Ideen. Sie sind ein zentraler Bestandteil
des Technologiestandorts Deutschland und ihre Förderung ist
dem Bundesforschungsministerium deshalb ein besonderes Anliegen.
Daher bauen wir das bestehende Aus- und Weiterbildungsangebot
mithilfe der Mikroelektronik-Akademie aus. Denn bereits
jetzt ist der Fachkräftemangel in dieser Zukunftsbranche spürbar,
und wird durch den EU Chips Act und neue Halbleiterfabriken in
Europa weiter verschärft werden. Mit der Mikroelektronik-Akademie
leisten wir einen konkreten Beitrag, um die Ziele der neuen
Fachkräftestrategie der Bundesregierung zu erreichen.«
Prof. Gerhard Kahmen, Direktor der Mikroelektronik-Akademie,
erklärt: »Die Wertschöpfung elektronischer Systeme erfolgt
im hohen Maße im Design von Systemen und Chips sowie im Betrieb
der zur Fertigung benötigten Infrastruktur und Reinräume, was
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INGENIEURBÜRO &
REINRAUMSERVICE
EGON BUCHTA GMBH
eine Vielzahl an spezialisierten Fachkräften voraussetzt. Die Mikroelektronik Akademie
setzt sich zum Ziel auf nationaler Ebene in enger Vernetzung und Kooperation mit der
Wirtschaft, den Universitäten und Ausbildungseinrichtungen sowie der Politik dem
Fachkräftemangel im Bereich der Mikroelektronik entgegenzuwirken.« Dabei betont
er auch noch einmal die strategische und geopolitische Relevanz zentraler Fähigkeiten
der mikroelektronischen Wertschöpfungskette: »Mikroelektronische Systeme sind die
Nervenstränge einer modernen Volkswirtschaft und durchdringen zunehmend sämtliche
gesellschaftlichen Bereiche. Die Verfügbarkeit modernster und insbesondere auch
vertrauenswürdiger Mikroelektronik ist daher die Voraussetzung und die Basis für eine
technologische Souveränität Deutschlands und Europas, die es uns ermöglicht unsere
freiheitlichen Werte zu leben und in der Welt zu vertreten.«
Bei der Umsetzung der Mikroelektronik-Akademie kann die FMD auf vielfältige und
langjährige Erfahrungen ihrer kooperierenden Institute und auf das Wissen aus bereits
bestehenden Projekten zurückgreifen. So kann bestmöglich der Weg für hervorragenden
Wissenstransfer in Theorie und Praxis bereitet werden, um den Herausforderungen
des steigenden Fachkräftemangels entgegenzuwirken.
Synergien bündeln und Vernetzung vorantreiben
Die FMD übernimmt beim Aufbau der Mikroelektronik-Akademie nicht nur die organisatorische
Leitung, sondern auch die Programmverantwortung der drei fachlichen
Säulen. Das übergeordnete Ziel ist, die Qualität der Fachkräfteausbildung auf dem Gebiet
der Mikroelektronik zu verbessern. Neben der engen Zusammenarbeit mit Industrie-
und Forschungspartnern werden daher Kooperationen mit Bildungsträgern und bereits
bestehenden Aus- und Weiterbildungsinitiativen angestrebt. Dadurch werden sich
zahlreiche Synergien ergeben sowie die Chance einer umfangreichen Vermittlung von
Theorie und Praxis. Die Zusammenarbeit der in der Akademie involvierten Akteure soll
dabei auf ganz Deutschland und perspektivisch auf Europa ausgeweitet werden, sodass
sich ein engmaschiges Netz des Wissenstransfers ergibt.
Geplant ist, dass die Mikroelektronik-Akademie die Zugänglichkeit zum Thema Mikroelektronik
für Interessierte mit unterschiedlichen Graden der Vorbildung durch Zertifizierungs-
und Qualifizierungskurse ermöglicht. Daneben wird auch die Nachwuchsförderung
durch ein umfangreiches und praktisches Lern- und Trainingsangebot einen
zentralen Themenschwerpunkt einnehmen. Des Weiteren ermöglicht die Akademie
Zugang zu praxisnahen Designumgebungen sowie zu hochmodernen Fertigungsinfrastrukturen
und Testumgebungen.
Über die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland
Die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) als Kooperation des Fraunhofer-Verbunds
Mikroelektronik mit den Leibniz-Instituten FBH und IHP ist der zentrale
Ansprechpartner für alle Fragestellungen rund um die Mikro- und Nanoelektronik
in Deutschland und Europa. Als One-Stop-Shop verbindet die FMD seit 2017 wissenschaftlich
exzellente Technologien und Systemlösungen ihrer 13 kooperierenden Institute
aus Fraunhofer-Gesellschaft und Leibniz-Gemeinschaft zu einem kundenspezifischen
Gesamtangebot. Unter dem virtuellen Dach der FMD entstand somit der europaweit
größte Zusammenschluss dieser Art mit mehr als 4.500 Mitarbeiterinnen und einer
einzigartigen Kompetenz- und Infrastrukturvielfalt. Von 2017 bis 2021 unterstützte das
Bundesministerium für Bildung und Forschung die Modernisierung der Forschungsinfrastruktur
aller 13 beteiligten Institute.
Fraunhofer-Institut für Elektronische
Nanosysteme ENAS
D 09126 Chemnitz
[1] Standortübergreifendes Kompetenzzentrum für eine ressourcenbewusste Informationsund
Kommunikationstechnik (Green ICT @ FMD), Pressemitteilung unter: https://www.forschungsfabrik-mikroelektronik.de/de/presse--und-medien/Presse/PI_Start_GreenICT.html
[2] Die »Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland – Modul Quanten- und neuromorphes
Computing«,
Pressemitteilung unter: https://www.forschungsfabrik-mikroelektronik.de/de/presse--undmedien/Presse/PI_Start_FMD-QNC.html
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Fraunhofer Cluster of Excellence Programmierbare Materialien CPM
Formänderung auf Knopfdruck
Programmierbare Materialien sind wahre Formwandler. Auf Knopfdruck ändern sie kontrolliert und reversibel ihre Eigenschaften
und passen sich selbstständig an neue Gegebenheiten an. Einsatzbereiche sind beispielsweise bequemes Sitzen
oder Matratzen, die das Wundliegen verhindern. Dabei verformt sich die Unterlage so, dass die Auflagefläche groß ist und
sich der Druck auf die Körperteile dadurch verringert. Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer Cluster of Excellence
Programmierbare Materialien CPM entwickeln solche programmierbaren Materialien und bringen sie gemeinsam mit Industriepartnern
zur Marktreife. Ziel ist es unter anderem, den Einsatz von Ressourcen zu reduzieren.
Zahlreiche Menschen weltweit sind von Bettlägerigkeit betroffen –
sei es durch Krankheit, Unfall oder Alter. Da sie sich oftmals nicht
von allein bewegen oder drehen können, kann es zu einem sehr
schmerzhaften Wundliegen kommen. Mit Materialien, deren Form
und mechanische Eigenschaften sich an jeder Stelle programmierbar
ändern lassen, soll das Wundliegen künftig vermieden werden.
Beispielsweise könnte die Härte und Steifigkeit von Matratzen, die
aus programmierbaren Materialien hergestellt wurden, in jedem beliebigen
Bereich per Knopfdruck eingestellt werden. Darüber hinaus
verformt sich die Unterlage selbstständig so, dass ein hoher Druck
an einer Stelle auf eine größere Fläche verteilt wird. Das Bett wird
dort, wo es drückt, automatisch weicher und elastischer. Zusätzlich
können Pflegekräfte gezielt ein ergonomisches Liegen patientenspezifisch
einstellen.
Material plus Mikrostrukturierung
Materialien für Anwendungen, die eine gezielte Änderung der Steifigkeit
oder Form benötigen, entwickeln Forscherinnen und Forscher
des Fraunhofer CPM, das durch sechs Kerninstitute geprägt
wird und zum Ziel hat Programmierbare Materialien zu konzipieren
und produzieren. Doch wie lassen sich Materialien überhaupt program-mieren?
»Wir haben grundsätzlich zwei Stellschrauben: Das
Grundmaterial – im Falle der Matratzen thermoplastische Kunststoffe,
für andere Anwendungen metallische Legierungen, auch
Formgedächtnislegierungen – und insbesondere die Mikrostruktur«,
erläutert Dr. Heiko Andrä, Themenfokussprecher am Fraunho-
fer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM, einem
der Kerninstitute des Fraunhofer CPM. »Die Mikrostruktur der
sogenannten Metamaterialien setzt sich aus einzelnen Zellen zusammen,
die wiederum aus Strukturelementen wie kleinen Balken
und dünnen Schalen bestehen.« Während die Größe der einzelnen
Zellen und ihrer Strukturelemente bei herkömmlichen zellulären
Materialien wie Schäumen zufällig variiert, ist sie bei den programmierbaren
Materialien zwar auch variabel, jedoch genau festgelegt
– sprich programmiert.
Diese Programmierung erfolgt beispielsweise so, dass Druck an
einer bestimmten Position zu gewünschten Formänderungen an
anderen Stellen der Matratze führt, um etwa die Auflagefläche zu
vergrößern und die Körperzonen optimal zu stützen.
Materialien können auch auf Wärme oder Feuchte reagieren
Welche Formänderung das Material aufweisen soll und auf welche
Reize es reagiert – mechanische Belastung, Wärme, Feuchte oder
auch ein elektrisches oder magnetisches Feld – lässt sich ebenfalls
über die Wahl des Materials sowie seine Mikrostruktur bestimmen.
»Die Programmierbaren Materialien ermöglichen es, Gegenstände
an die jeweilige Anwendung oder Person anzupassen und die Dinge
somit multifunktionaler zu nutzen als bisher. Sie müssen also nicht
so oft ausgetauscht werden. Insbesondere vor dem Hintergrund des
Ressourcenverbrauchs ist das interessant«, sagt Franziska Wenz,
stellvertretende Themenfokussprecherin am Fraunhofer-Institut
für Werkstoffmechanik IWM, ebenfalls eines der Kerninstitute des
Links: Einheitszelle aus Strukturelementen, Mitte: Aufbau des Materials aus vielen Zellen, Rechts: 3D-gedruckter Demonstrator. © Fraunhofer IWM
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Fraunhofer CPM. Zudem lässt sich ein Mehrwert schaffen, in dem
man Gegenstände an die individuellen Bedürfnisse der Nutzerinnen
und Nutzer anpasst.
Oben: Die Steifigkeit und Formänderung kann durch die Strukturierung
einer Folie lokal eingestellt werden. Unten: Die Stapelung verschieden
hoher Folien erlaubt die Erzeugung eines programmierbaren Materials.
© Fraunhofer ICT
Der Weg in die Anwendung
Ein einzelnes Material kann komplette Systeme aus Sensoren,
Reglern und Aktuatoren ersetzen. Das Ziel des Fraunhofer CPM ist
durch Integration der Funktionen in das Material die Komplexität
von Systemen zu senken und den Einsatz von Ressourcen zu reduzieren.
»Wir haben bei der Entwicklung der programmierbaren
Materialien stets das industrielle Produkt mit im Blick, so berücksichtigen
wir unter anderem die Serienfertigung und die Materialermüdung«,
sagt Wenz. Auch laufen bereits erste konkrete Pilotprojekte
mit Industriepartnern. Das Forscherteam erwartet, dass die
programmierbaren Materialien zunächst einzelne Komponenten in
bereits bestehenden Systemen ersetzen werden oder in speziellen
Anwendungen genutzt werden – etwa bei medizinischen Matratzen,
Sitzen, Schuhsohlen und Schutzbekleidung. »Schrittweise könnte
sich dann der Anteil an programmierbaren Materialien erhöhen«,
schätzt Andrä. Schließlich lassen sich diese überall einsetzen – sowohl
in Medizin- und Sportartikeln, in der Softrobotik wie auch in
der Weltraumforschung.
Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM
D 67663 Kaiserslautern
reinraum online – Seite 31/45 – Ausgabe DE 03-2018
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Übergabe an die LVR-Kliniken für Orthopädie Viersen erfolgte im Dezember 2022
Modulares OP-Gebäude
Nachdem im Sommer 2022 die Module für den Neubau in Viersen
aufgestellt wurden, konnte dieser am 12.12.2022 schlüsselfertig an
den Auftraggeber übergeben werden.
Der 804 m² große Neubau besteht aus zwei Operationssälen
nach neuesten technischen Standards. Er wurde direkt an das Bestandsgebäude
der Klinik angeschlossen und erstreckt sich über
zwei Geschosse: Im Untergeschoss wurden die Technik für Lüftung
und Gebäudetechnik sowie vier Büros und zwei Besprechungsräume
integriert. Im Erdgeschoss befinden sich zwei OP-Räume mit
Einleitung sowie Räume, die als Patientenwartezone dienen sowie
für die Ver- und Entsorgung, Zentralbereich und das Schreibbüro
genutzt werden. Die neue OP-Abteilung sichert somit in Zukunft die
Behandlung der Patientinnen und Patienten mit modernsten Methoden
der orthopädischen Chirurgie.
Dr. Jochen Neßler, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der LVR-
Klinik für Orthopädie Viersen: „Mit den beiden neuen OP-Sälen, die
hochmodern ausgestattet sind, werden wir nicht nur den Ansprüchen
an ein orthopädisches Kompetenzzentrum gerecht, sondern
auch der stetig steigenden Nachfrage unserer Patientinnen und Patienten.
Die Erweiterung unserer Kapazitäten war ein wichtiger und
richtiger Schritt. Eine weitere Notwendigkeit dieser Erweiterung ergibt
sich daraus, dass wir vor einigen Jahren mit Dr. Tanyo Hristov
einen hochversierten Neurochirurgen für uns gewinnen konnten.
Hier werden hochspezialisierte Operationen durchgeführt, die natürlich
auch ihre Kapazitäten verlangen.“
Die LVR-Klinik für Orthopädie Viersen besteht seit über 100
Jahren am Standort Viersen-Süchteln und versorgt heute jährlich
etwa 3.500 Patientinnen und Patienten aus dem Rheinland mit modernsten
Methoden der orthopädischen Chirurgie. Mit den neuen
OP-Sälen zeigt sich die Klinik weiterhin zukunftssicher. Allen Patientinnen
und Patienten soll ein zügiges Behandlungs-angebot gemacht
werden und somit wurden die Kapazitäten aufgrund des besonders
hohen Patientenzuspruchs erweitert. Darüber hinaus wird
auch hochmoderne OP-Technik wie modernste Robotik eingesetzt.
Karsten Kußmann, Geschäftsführer Cadolto Modulbau GmbH: „Unsere
Konzepte für medizinische Gebäude ermöglichen eine schnelle
und bedarfsgerechte Errichtung neuer Kapazitäten. Das Projekt mit
der LVR-Klinik für Orthopädie Viersen ist ein weiteres Beispiel für
unsere langjährige Expertise in der Planung und Realisierung von
modularen Gesundheitsbauten bei Aufrechterhaltung des Betriebs
umliegender Klinikbereiche.“
Florian Ruf, Projektleiter Cadolto Modulbau GmbH: „Durch die
Vorfertigung der Module in unseren Werkshallen konnten wir die
Baustellenemissionen deutlich reduzieren und somit einen Beitrag
zum Thema Nachhaltigkeit leisten. Darüber hinaus können wir im
Rahmen des Projektes auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit aller
Projektbeteiligten zurückblicken.“
Die 13 Module für den Neubau wurden in den Werkshallen von
Cadolto mit einer höchstmöglichen Vorfertigung produziert und im
Anschluss per LKW an den Baustellenort nach Viersen transportiert.
Um während der Bauarbeiten die umliegenden Klinikbereiche
aufrechterhalten zu können, fiel die Entscheidung auf die Modulbauweise.
Aufgrund der hohen Vorfertigung der modularen Bauweise
erfolgten viele Arbeiten wie beispielsweise der Einbau der
technischen Geräte bereits in den Werkshallen. Somit konnte der
Baustellenlärm deutlich reduziert werden.
Cadolto Modulbau GmbH
D 90556 Cadolzburg
Innenansicht des modularen OP-Saals, © Cadolto Modulbau GmbH
Stellung eines Moduls mit bereits installierter Technik,
© Cadolto Modulbau GmbH
Außenansicht modulares OP-Gebäude in Viersen,
© LVR-Klink für Orthopädie Viersen
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Komplettlösungen machen
Automatisierung noch einfacher
Erweiterung der Robotik-Plattform UR+
Der führende Anbieter für kollaborativer Robotik erweitert sein UR+
Ökosystem um fertig integrierbare Komplettlösungen für verschiedene
Herausforderungen rund um die Automatisierung manueller
Aufgaben. Die Integration von Automatisierungslösungen wird
damit noch einfacher, schneller und effizienter – auch für Betriebe
ohne explizite Fachkenntnisse in diesem Bereich.
„Geschwindigkeit ist ein zentraler Faktor in Innovationsprozessen“,
erklärt Andrea Alboni, General Manager Western Europe bei
Universal Robots (UR). „Darum unterstützen wir unsere Partner dabei,
neben zahlreichen Anwendungs-Kits auch Komplettlösungen
anzubieten, die für unterschiedliche Prozesse eingesetzt werden
können. Der Vorteil einer Komplettlösung liegt auf der Hand: Unsere
Kunden müssen das Rad nicht neu erfinden und können stattdessen
gleich loslegen.“
Erste Komplettlösungen von Lorch, Migatronic und Ecosphere
Zu den ersten Komplettlösungen, die aktuell in Deutschland, Österreich
und der Schweiz angeboten werden, gehören unter anderem
Schweißlösungen für MIG/MAG und TIG-Schweißen von Lorch
bzw. Migatronic. Zudem bietet der Certified System Integrator und
UR+ Partner Ecosphere Automation eine Lösung für die Automatisierung
von Stanz-, Press- und Umformungsaufgaben an. Die „UR-
Cap“ Software ermöglicht es Benutzern, die Peripheriegeräte der
jeweiligen Anbieter direkt über das Teach-Pendant des UR-Roboters
zu steuern. Das Angebot an derartigen Komplettlösungen, sogenannten
Solutions, wird kontinuierlich erweitert.
Die Plattform UR+ ist das umfangreichste Ökosystem der Branche.
Entwickler nutzen sie, um Zubehör, Endeffektoren und Softwarelösungen
zu konzipieren, die für UR-Roboter kompatibel und für
diese zertifiziert sind. Die Plattform umfasst sowohl eine Reihe von
Standardlösungen als auch neue Technologien für viele spezifische
Probleme. Damit können Unternehmen eine Vielzahl an Herausforderungen
einfach und kostengünstig bewältigen und langfristig
konkurrenzfähig und rentabel bleiben. Der Vorteil: Der Plug and Produce-Ansatz
ermöglicht die Zusammenstellung der jeweils besten
Lösung für individuelle Herausforderungen.
„Für die Weiterentwicklung des UR+ Ökosystems setzt Universal
Robots nicht zuletzt auf die Expertise und Erfahrung der eigenen
Kunden. Deren Feedback wird mit einbezogen, um die Implementierung
der Cobots weiter zu vereinfachen“, so Andrea Alboni. Mit
mehr als 400 zertifizierten Produkten und über 300 Entwicklern
arbeiten wir daran, die Plattform permanent auszubauen.
Universal Robots A/S
DK 5260 Odense S
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Radioaktive Substanzen bekämpfen
den Krebs im Mini-Labor
Zwei Dresdner Forschungsinstitute wollen mit einer neuen Idee die Anzahl
von Tierversuchen in der radiopharmazeutischen Forschung verringern
Radioaktivität kann Leben retten. Wenn gegen einen Tumor weder Chemotherapie oder Operation noch Bestrahlung von
außen helfen, kommen in der modernen Medizin sogenannte Radiopharmaka zum Einsatz. Diese radioaktiven Arzneimittel
spüren Krebszellen nicht nur auf, sie ermöglichen auch ein zielgerichtetes Bestrahlen von innen, das den Tumor bekämpft.
Bevor solche Stoffe jedoch im Menschen angewendet werden dürfen, sind während ihrer Entwicklung aktuell noch
umfangreiche Tierversuche notwendig. Ein gemeinsames Projekt des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik
IWS in Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) erforscht derzeit eine alternative Methode
dazu. Die Grundlage dafür bilden künstliche Organstrukturen und Tumore im Chip-Format.
Im Jahr 2021 wurden in Deutschland nach Informationen des Bundesministeriums
für Ernährung und Landwirtschaft insgesamt 1,86
Millionen Wirbeltiere und Kopffüßler für Forschungszwecke verwendet.
Das sind im Vergleich zum Vorjahr zwar zwei Prozent weniger,
jedoch immer noch sehr viele. Am meisten kommen in deutschen
Laboren Mäuse, Fische und Ratten zum Einsatz. »Viele Forschungsaufgaben
lassen sich derzeit nur mit Hilfe solcher Tierversuche
lösen«, macht Dr. Wiebke Sihver aus der Abteilung Radionuklid-
Theragnostika des HZDR deutlich. Deshalb sei es enorm wichtig,
nach alternativen Möglichkeiten zu suchen. »Außerdem fehlen im
Tiermodell oft wichtige Bezüge zum menschlichen Organismus.«
In ihrer Arbeit beschäftigen sich Wiebke Sihver und ihre HZDR-
Kolleginnen und Kollegen mit der Entwicklung und Anwendung radiomarkierter
Substanzen für die Krebsdiagnostik und insbesondere
auch -therapie. Diese Radioliganden sind mit einem radioaktiven
Nuklid (Radionuklid) ausgestattet und binden an ein Zielmolekül, im
Fall von Krebs an bestimmte Zielstrukturen des Tumors. Damit wirkt
das Radiopharmakon direkt am Tumor. Umgebendes gesundes Gewebe
wird geschont. Bei der Entwicklung von Radiopharmaka müssen
diese nach der In-vitro-Charakterisierung bisher auch in Tiermodellen
wie Mäusen und Ratten getestet werden. Schon vor mehreren
Jahren war Wiebke Sihver auf der Suche nach einem Ersatz für
die vielen Tierversuche in der radiopharmazeutischen Forschung.
Bei ihrer Recherche zu alternativen Systemen landete sie schnell
beim Fraunhofer IWS. Dort forscht ein Team seit einigen Jahren an
mikrophysiologischen Systemen, die mit kultivierten humanen Mini-Organoiden
die Funktionsweise des menschlichen Organismus
nachahmen – dank des Einsatzes menschlicher Zellen zum Beispiel
näher am menschlichen Tumor, als es Tierversuche könnten. Es war
der Ausgangspunkt für eine neue Idee.
Entwicklung mit großem Potenzial
Bereits seit über zehn Jahren beschäftigen sich die Forschenden
am Fraunhofer IWS mit den Mini-Laboren. Mit diesen mikrophysiologischen
Systemen im Format einer Tablettenschachtel lassen
sich Organfunktionen oder auch Krankheitsprozesse mit Hilfe von
Zellkulturen künstlich darstellen. Ventile und Kanäle simulieren das
Radiopharmaka kommen zum Einsatz, wenn gegen einen Tumor
Chemotherapie, Operation oder Bestrahlung wirkungslos geblieben
sind. In mikrophysiologischen Systemen lassen sich 3D-Tumormodelle in
einer realistischen Mikroumgebung kultivieren, was die Testung exakter
und gleichzeitig einfacher macht. © Amac Garbe/Fraunhofer IWS
Ein Projektteam von HZDR und Fraunhofer IWS forscht daran,
mithilfe von sogenannten mikrophysiologischen Systemen
Tierversuche zu reduzieren, die aktuell vor der Anwendung
am Menschen notwendig sind. © Amac Garbe/Fraunhofer IWS
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Gefäßsystem, eine kleine Pumpe den Herzschlag. Gefertigt werden
die mikrophysiologischen Systeme aus übereinander geschichteten
Kunststofffolien. In diese werden mittels Laser Blutbahnen und
Kammern geschnitten. In speziellen Modulen legen die Anwender
später Zellkulturen an, die bis zu einem Monat in den Mikrosystemen
überleben können. In dem Miniatur-Labor zirkuliert derweil
das Blut in Form von Nährmedium, das die Zellen mit Sauerstoff und
Nährstoffen versorgt. Vor ein paar Jahren noch war in diesem Rahmen
lediglich die Darstellung zweier Organe möglich. Heute sind es
bereits vier, die sich gleichzeitig auf diesen neuartigen Multiorgan-
Chips simulieren lassen.
Als sich das HZDR-Team an das Fraunhofer IWS wandte, erkannten
die Expertinnen und Experten dort sehr schnell das Potenzial
für eine neue Anwendung. »In der Entwicklung von Radiopharmaka
kamen Multiorgan-Chips bis dato noch nicht zum Einsatz,
da besteht also großer Bedarf«, erklärt Gruppenleiter Florian
Schmieder, der die Lab-on-Chip-Forschung am Fraunhofer IWS
schon seit vielen Jahren begleitet. Zusammen bewarben sich beide
Institute erfolgreich um ein Förderprojekt des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung zu »Alternativmethoden zum Tierversuch«.
Das läuft noch bis 2024. Erste aussichtsreiche Ergebnisse haben
sie bereits erzielt.
Vielzahl an Tierversuchen reduzieren
Ziel der gemeinsamen Forschungsarbeit ist es, 3D-Tumormodelle
auf einem Chip zu platzieren, der in der Folge die Testung von
Radiopharmaka vereinfacht und günstiger macht. Erste Herausforderung
war es deshalb, aus einer zweidimensionalen Zellkultur ein
dreidimensionales Zellaggregat herzustellen – ein Sphäroid, das Tumorgewebe
imitieren kann. »Damit können wir die Charaktereigenschaften
des Mikro-Tumors in unserem System integrieren«, erklärt
Entwicklungsingenieur Stephan Behrens vom Fraunhofer IWS. Perspektivisch
soll diese Darstellung auf dem Chip immer detailreicher
werden, beispielsweise durch den Einsatz patientenspezifischer
Zellen oder zur Bestimmung neu entdeckter, charakteristischer Proteine
an verschiedenen Tumorzelltypen, die sich radiopharmakologisch
detektieren lassen.
Die ersten Tests von Wiebke Sihver und ihrem Team mit den
Multiorgan-Chips zeigten bereits positive Ergebnisse. Zum Einsatz
kamen dabei zunächst bekannte Substanzen, deren Eigenschaften
sich auf dem Chip gut beobachten lassen. »Wir sahen, dass die Bindung
an den Tumorsphäroiden bereits funktioniert«, schildert sie.
Geplant ist, auf den Chips auch ein Nierenmodell und ein Leberorganoid
darzustellen. Insbesondere die Nieren gelten als dosislimitierend
und spielen in der radiopharmazeutischen Forschung somit
eine wichtige Rolle. »Das heißt umgangssprachlich ausgedrückt:
Wenn der Radioligand festhängt, kann das zu Schädigungen in der
Niere, aber auch in den Leberzellen führen«, erläutert die Wissenschaftlerin.
Die Tests solcher Stoffe mittels Zellkulturen auf einem
Chip durchzuführen, sei deshalb eine vielversprechende Alternative.
Verlaufen die Versuche im Projekt weiterhin positiv, sollen sich
später auch unbekannte Radioliganden in den Systemen prüfen
lassen. »Das spart eine große Anzahl an Tierversuchen«, sagt Sihver.
Denn auch wenn sich mit ihrer Forschung Tierversuche noch nicht
komplett vermeiden lassen, arbeiten die Forschenden daran, ihre
Zahl zu reduzieren.
Florian Schmieder sieht durch die Neuentwicklung künftig viele
Vorteile für die Patientinnen und Patienten. »Wir könnten patientenspezifische
Zellen auf einen Chip bringen und so simulieren,
wie sich eine Krebserkrankung entwickelt.« Individuelle Therapien
wären auf diesem Weg maßgeschneidert möglich. »Der Krebs bildet
außerdem tumorspezifische Antigene, die in Tiermodellen so nicht
darstellbar sind.« Auf den Chips soll auch das funktionieren.
Die enge Zusammenarbeit der beiden Forschungsinstitute stellt
ein eindrucksvolles Beispiel für den Mehrwert der Wissenschaftsallianz
DRESDEN-concept dar, in der sich 36 Partner vereint haben,
um den Forschungsstandort Dresden zu fördern und Synergien in
Forschung und Lehre sowie Infrastruktur und Verwaltung zu schaffen
sowie zu nutzen.
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS
D 01277 Dresden
Die ersten Tests mit den Multiorgan-Chips zeigten positive Ergebnisse.
Die Bindung bekannter Substanzen an den Tumorsphäroiden
funktionierte bereits. Geplant ist, die mikrophysiologischen Systemen
um ein Nierenmodell und ein Leberorganoid zu erweitern.
© Amac Garbe/Fraunhofer IWS
Bindung von [68Ga]Ga-C225 (2 nM) in MPS-Modulen an A431 (1, 2) und
MDA-MB435S (3, 4); (2) zeigt die unspezifische Bindung an A431, (4) an
MDA-MB435S (0,8 μM C225); unten: Diagramme von Sättigungsassays
auf A431-Monolayer in MPS-Chips mit [64Cu]Cu-C225 (5) und [68Ga]
Ga-C225 (6) (dunkelblaue, graue, grüne Symbole: gesamte, unspezifische,
spezifische Bindung). © HZDR/Fraunhofer IWS
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X-Motion im Röntgenraum
Lösungen für den Röntgenraum
standen in der
jüngsten Zeit bei Ewellix‘
Medizintechnik-Team
im Fokus. (Bild: Ewellix-
Gruppe)
Drive assisted motion von Ewellix
Das Medizintechnik-Team von Ewellix hat ein Trio an cleveren Lösungen für den
Röntgenraum entwickelt. Dank der zum Patent angemeldeten Drive Assisted
Motion (X-Motion) profitieren sowohl das medizinische Personal als auch die
Patienten von mehr Komfort, Sicherheit und Präzision.
„Konkret sprechen wir von vollelektrisch
und synchronisierten Bewegungsprofilen
für Patiententisch, Rasterwandgerät und
Röntgen-Deckenstativ, bei welchem unsere
SmartX-Steuerungs-Technologie und eine
modular einsetzbare fünfstufige Hubsäule
zum Einsatz kommen“, erzählt Manuel
Doppler, Business Development Manager
Medical Sector bei Ewellix. „Der Clou an der
Hubsäule ist die patentierte ‚Drive Assisted
Motion‘, mit der der Anwender die bis zu 50
Kilogramm schweren Röntgengeräte mühelos
bewegen und positionieren kann.“
Höhenverstellbare Röntgenröhren sind
in der Regel mit Gegengewichten ausgestattet
und werden manuell oder mit einem
Motor vertikal positioniert. Ewellix‘ Ansatz
kommt ganz ohne Gegengewichte aus. Die
Lineartechnikspezialisten fassen bei ihrer
zum Patent angemeldeten Technologie alle
Komponenten – den Servo-Antrieb sowie
die notwendige Sensorik – in einer fünfstufigen
Teleskopsäule zusammen und machen
sie damit zur intelligenten Teleskopsäule.
Der Nutzer kann das schwere Gerät federleicht
und mit nur einem Finger bewegen.
„Die Säule verfährt dabei mit bis zu 600 Millimetern
pro Sekunde, abhängig vom Impuls
des Anwenders“, sagt Marcel Soltermann,
Product Development Director bei Ewellix.
„So lässt sich das Röntgen- oder Rasterwandgerät
in zwei bis drei Sekunden von
Bodenniveau auf Kopfhöhe ausfahren, ohne
dass der Bediener überhaupt merkt, dass er
50 Kilogramm bewegt.“ Und wie funktioniert
die X-Motion? „Die Sensoren erfassen
Geschwindigkeit und Stärke der Bewegung
des Anwenders. Die Säule unterstützen diese
entsprechend und überwindet so Masse
und Trägheit der Last“, sagt Doppler.
Natürliche Anmutung und Sicherheit
im Fokus
Zwei Aspekte waren bei der Entwicklung
essenziell: Die natürliche Anmutung der Interaktion,
bei der der Nutzer gar nicht merkt,
dass ein Elektromotor seine Bewegung unterstützt,
und vor allem die Sicherheit für ihn
und die Patienten. „Immerhin schweben da
bis zu 50 Kilogramm direkt über dem Menschen“,
stellt Soltermann heraus. „Deshalb
sind beispielsweise alle Sensoren doppelt
ausgeführt und werden permanent gegeneinander
gebenchmarkt.“ Zudem kontrolliert
die Steuersoftware alle Bewegungen.
Auch beim synchronisierten Patiententisch
kommen SmartX-Teleskopsäulen zum Einsatz.
Synchronisiert werden die beiden TLT-Säulen
durch eine jeweils in die Hubsäule integrierten
SmartX-Steuerung, welche über ein digitales
Bussystem miteinander kommuniziert. Das
sorgt dafür, dass die beiden TLT unter allen
Umständen parallel und gleichmäßig ein- und
ausfahren. (Bild: Ewellix-Gruppe)
Dank der Drive Assisted Motion (X-Motion) in
der fünfstufigen Hubsäule können Anwender
Decken- oder wandmontierte Röntgenröhren
mühelos bewegen und positionieren. Die
Hubsäule fährt in zwei bis drei Sekunden von
Bodenniveau (li.) auf Kopfhöhe aus, ohne dass
der Bediener überhaupt merkt, dass er 50 Kilogramm
bewegt. (Bild: Ewellix-Gruppe)
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Solche, die als nicht möglich definiert sind,
lässt die Steuerung nicht zu. Dass das Röntgengerät
durch ungestümes Drücken oder
Ziehen hart an der Deckenbefestigung oder
auf der Patientenliege aufschlägt, ist auch
ausgeschlossen. Dafür sorgt die Sensorik.
„Wir haben das Sensorpaket absichtlich
nicht in die Handgriffe integriert, wie das
etwa in Anlagen für die Industrie üblich ist,
sondern direkt in der Hubsäule“, ergänzt
Doppler. „Die Säule erkennt bei Berührung
sofort ein kommendes Hindernis. Das führt
zum Gegenimpuls – sie steuert gegen. Jede
Berührung mit einem Hindernis führt also
zu einem Gegenimpuls, der die Säule vom
Hindernis wegbewegt. Der Anwender muss
nicht eingreifen.“
Smarte Hubsäule für Patiententische
Auch beim synchronisierten Patiententisch
kommen SmartX-Teleskopsäulen zum
Einsatz. Bei Ewellix‘ neuer Generation an
Lineartechnikprodukten dieser Baureihe
sind alle erforderlichen smarten, digitalen
Steuerungs-, Sensor- und Kommunikationstechnologien
bereits in die Komponenten
integriert. Die Baureihe TLT ist
kompakt, schnell und leistungsstark sowie
mit zwei Gleichstrommotoren für Druckbelastungen
bis 5.000 Newton ausgestattet.
Das niedrige Einbaumaß sorgt für ein
optimales Verhältnis zwischen eingefahrener
Länge und maximalem Hub. Dank
ihrer verwindungssteifen Aluminiumprofile
und des Präzisionsgleitsystems können sie
hohe auch außermittige Lasten anheben,
ohne zu verbiegen. Die effiziente Getriebetechnologie
ist leise und in Druckrichtung
belastbar. „Synchronisiert werden sie durch
eine jeweils in die Hubsäule integrierte
SmartX-Steuerung, welche über ein digitales
Bussystem miteinander kommuniziert“,
sagt Doppler. „Dieser sorgt dafür, dass die
beiden TLT unter allen Umständen parallel
und gleichmäßig ein- und ausfahren.“ So
hat der Nutzer die Bewegungen stets unter
Kontrolle und gewährleistet die Sicherheit
und den Komfort des Patienten.
Flexibilität dank Baukastenprinzip
Neben ihrem Einsatz im Röntgenraum
werden die robusten, zuverlässigen und ergonomischen
Produkte von Ewellix in Anlagen
für beinahe alle bildgebenden Verfahren
genutzt, darunter CT, SPECT, PET, MRT,
Angiographie, Mammographie, mobile C-
Bögen und onkologische Behandlungsgeräte.
„Wir müssen für diese unterschiedlichen
Anwendungen aber nicht jedes Mal das Rad
neu erfinden“, sagt Doppler. „Dank unseres
Baukastensystems finden wir für jeden
Einsatz die passende Lösung, von rein mechanisch
bis voll digitalisiert und SmartX
gesteuert.“
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Alle deutschen Standorte von Röchling
Medical sind jetzt ISCC PLUS zertifiziert
– Dieser internationale Standard ermöglicht Kunden den Zugang zu erneuerbaren Alternativen
– Transparenz durch Massenbilanzierung schafft Vertrauen beim Kunden
Röchling Medical, ein Tochterunternehmen
des Mannheimer Kunststoffverarbeiters
Röchling, geht den nächsten Schritt in Richtung
Nachhaltigkeit. ISCC PLUS (International
Sustainability & Carbon Certification)
ist eines der weltweit führenden Zertifizierungssysteme
für den Einsatz von biobasierten
und recycelten Rohstoffen. Diese
Zertifizierung hat Röchling Medical nun an
allen deutschen Standorten erreicht. Das
Unternehmen hat bereits 2021 den Standort
in Neuhaus am Rennweg und im Juni 2022
den Standort in Brensbach ISCC PLUS zertifizieren
lassen. Jetzt kam die Zertifizierung
des dritten deutschen Medical-Standorts in
Waldachtal hinzu.
Identische Materialeigenschaften wie bei
Produkten auf fossiler Basis
„In einem so stark regulierten Umfeld wie
der Pharma- und Medizintechnikindustrie
ist es eine Herausforderung, den Wandel
hin zu nachhaltigeren Lösungen für Pharmaindustrie
und Medizintechnik voranzutreiben“,
sagt Grit Pasche, Global Director
Quality & Regulatory Affairs bei Röchling
Medical. Daher sei die Möglichkeit, ISCC
PLUS-zertifizierte Materialien zu verwenden,
für das Unternehmen genau die richtige
Wahl gewesen. „Diese auf nachwachsenden
Rohstoffen basierenden Polymere
bieten in Bezug auf die Produktleistung die
gleichen Eigenschaften wie fossilbasierte
Alternativen. Das bedeutet, dass wir unseren
Kunden Zugang zu nachhaltigen Alternativen
bieten können, die bei der Produktleistung
und der behördlichen Zulassungen
die gleichen Eigenschaften aufweisen wie
fossile Polymere“, betont Grit Pasche. Für
den Materialherstellungsprozess können
dieselben technischen Anlagen wie für rein
fossilbasierte Werkstoffe genutzt werden,
was für eine effiziente Infrastruktur spricht
und auch die Auslastung der teilweise sehr
investitionsintensiven Produktionsanlagen
unterstützt.
Hohe Transparenz schafft Vertrauen
Das Prinzip der Massenbilanzierung, die mit
ISCC PLUS einher geht, ermöglicht eine
hohe Transparenz und schafft damit Vertrauen
bei den Kunden. Biobasierte und
zirkuläre Ausgangsprodukte werden dabei
mit fossilen Rohstoffen gemischt. Der Anteil
an biobasiertem Rohstoff wird rechnerisch
den fertigen Produkten zugeordnet. Hierdurch
wird systematisch der Einsatz fossiler
Rohstoffe reduziert und die Nutzung biobasierter
und zirkulärer Rohstoffe gefördert.
Zudem wird mit der ISCC Plus-Zertifizierung
die Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten
Lieferkette gewährleistet. Denn alle
Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette
müssen ISCC Plus-zertifiziert sein.
Die Massenbilanzierung erfolgt dabei nach
definierten und transparenten Regeln. Als
Teil einer ISCC Plus-zertifizierten Lieferkette
können die Kunden von Röchling Medical
damit aktiv zur Förderung der Nachhaltigkeit
und zur Schonung der Ressourcen
beitragen.
Röchling Medical mit gut 1500 Mitarbeitern
in seinen sechs Standorten in USA,
Deutschland und China, bietet seinen Kunden
eine breite Palette von hochwertigen,
kundenindividuellen Komponenten und
Baugruppen bis hin zu kompletten OEM-
Produkten. Zum Produktportfolio zählen
darüber hinaus Standardprodukte aus
Kunststoff mit besonderer Expertise im Bereich
Diagnostics, Medical Device, Pharma,
Surgery & Interventional und vieles andere
mehr. Ergänzt werden diese Kompetenzen
mit erweiterten Dienstleistungen hinsichtlich
Entwicklung und Regulatory Affairs bis
hin zur Zulassung eines kompletten Medizinprodukts.
Auch Röchling Medical Waldachtal ist jetzt ISCC PLUS zertifiziert.
Röchling Industrial SE & Co. KG
D 49733 Haren
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Ausbau der
vollelektrischen Plattform
Erweiterung der Schnellläufer-Baureihe IntElect S
Den globalen Ausbau der IntElect-Plattform treibt die Sumitomo (SHI) Demag GmbH, Schwaig, weiter voran. Derzeit
erfolgt die Freigabe neuer Baugrößen für die vollelektrische High-Performance Spritzgießmaschine IntElect S im mittleren
Schließkraftbereich (mid-size) zwischen 220 und 450 Tonnen. Darüber informiert Peter Gladigau, Produktmanager
IntElect.
Peter Gladigau, Product Manager der IntElect
Baureihe bei Sumitomo (SHI) Demag.
Mit der Erweiterung der Baureihe IntElect
S will Sumitomo (SHI) Demag die Erfolgsgeschichte
der vollelektrischen Spritzgießmaschinen
konsequent fortschreiben und
zusätzliche Anwendungsfelder erschließen.
„Die IntElect S ist oberhalb der herkömmlichen
IntElect und unterhalb der neuen
Highspeed-Spritzgießmaschine PAC-E
angesiedelt. Wir decken damit vor allem
dünnwandige und schnelllaufende Anwendungen
ab. Zykluszeiten zwischen drei und
zwölf Sekunden sowie Einspritzgeschwindigkeiten
bis 350 mm/s sind der ideale Bereich
für die Maschine“, berichtet Gladigau
und verweist auf belastbare und stärkere
Antriebe, eine höhere Lebensdauer sowie
eine Zykluszeitminimierung von bis zu einer
Sekunde gegenüber der Basis-IntElect.
„Die Maschine adressiert Applikationen
mit kurzen Zyklen und viel Materialdurchsatz
– also solche, wo hohe Performance be-
nötigt und viel Energie eingesetzt wird. Angesichts
der rapide gestiegenen Stromprei-
se wird deren Einfluss auf die Fertigungskosten
ein zunehmend bedeutender Faktor
der Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb ist das
Marktinteresse an der IntElect S gerade
sehr hoch“, berichtet der Produktmanager
und hebt die hohe Effizienz der Maschine
dank trägheitsoptimierter, direkter Antriebe
ohne Getriebe, einer 100-prozentigen Nutzung
der Bremsenergie (Rekuperation), verlustarmer
Kugelumlaufspindeln, integrierter
Energiemessung sowie niedriger Kühlleistung
hervor.
„Für Verpackungsanwendungen ist bei
der IntElect S ein spezifischer Energieverbrauch
von 0,25 bis 0,32 Kilowattstunden
pro Kilogramm im Bereich des Möglichen“,
verrät Gladigau. „Im Vergleich zu hybriden
Maschinen lassen sich damit je nach Applikation
mehrere 10.000 Euro im Jahr sparen.
Auf diese Weise amortisiert sich die IntElect
S in kürzester Zeit“, versichert er und
verweist auf diverse Vergleichsmessungen,
bei denen die Energieverbräuche unterschiedlicher
Maschinenkonzepte anhand
typischer Packaging-Produkte untersucht
wurden.
Gepaart mit der höheren Performance
dank Antriebskompetenz
aus dem eigenen Haus,
optimierter Werkzeugbewegung,
Düsenlage, Auswerfer sowie Einspritz-
und Dosiergeschwindigkeit,
werde die IntElect S derzeit
am Markt stark nachgefragt, so
Gladigau. Darüber hinaus punkte
die Maschine mit einer höheren
Lebensdauer aufgrund zahlrei-
cher Verbesserungen und Verstärkungen
bei Schließ- und Einspritzeinheit, Auswerfern
sowie Schutzeinhausung und angepasster
Elektrokomponenten, wie z.B.
Stromspeichermodule mit höheren Kapazitäten.
Die vollelektrische High-Performance Spritzgießmaschine IntElect S von Sumitomo (SHI) Demag.
Sumitomo (SHI) Demag
D 90571 Schwaig
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Raumedic veröffentlicht
ersten Nachhaltigkeitsbericht
nach internationalen Standards
Die Raumedic AG hat ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht auf Basis der
international anerkannten Standards der Global Reporting Initiative (GRI)
veröffentlicht. Der Bericht bezieht sich auf das abgelaufene Geschäftsjahr
2021 und informiert transparent über alle Nachhaltigkeitsleistungen und
-ziele des Unternehmens am Standort Helmbrechts.
Nachhaltig gut:
Vetter holt Gold
im EcoVadis-
Ranking
Stefan Wagner
Stefan Seuferling
Raumedic bekennt sich durch die Veröffentlichung des
Nachhaltigkeitsberichts zum Grundsatz des ganzheitlich
nachhaltigen Wirtschaftens. Die gesetzliche Verpflichtung
zur Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts tritt erst
ab dem Jahr 2024 in Kraft.
Stefan Seuferling, CEO der Raumedic AG: „Mit der
Veröffentlichung des Berichts geben wir unseren Stakeholdern
einen Einblick über alle laufenden Aktivitäten zur
Nachhaltigkeit. Wir sind uns unserer gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Verantwortung bewusst. Raumedic verfolgt
heute schon zahlreiche Projekte, um der Nachhaltigkeit Folge
zu leisten. Wichtig ist dabei immer der Blick nach vorne.
Durch die Herausforderungen bieten sich auch zahlreiche
Potenziale, um Warenströme und Prozesse effizienter zu
gestalten.“
Die Nachhaltigkeitsstrategie und deren Umsetzung wird
bei Raumedic durch ein eigenes Projektbüro, unter der Leitung
von Dr. Stefan Wagner, koordiniert und verfolgt. Die
Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit von Raumedic
wurden durch eine umfassende Analyse identifiziert. Dabei
wurde die gesamte Wertschöpfungskette, von der Beschaffung
von Rohstoffen bis hin zu Fragen des Produktrecyclings
und der -entsorgung, untersucht.
„Unsere Zielstellungen umfassen alle drei Säulen der
Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Wir vereinen
diese in unserem Leitgedanken „Creating sustainable
value“ (deutsch: Nachhaltigen Wert erschaffen). Mit dem
Nachhaltigkeitsbericht ist nun das Fundament gelegt, auf
dem unsere weitere Arbeit langfristig aufbaut.“, sagt Dr. Stefan
Wagner, Head of Project Office Sustainability bei Raumedic.
Einer der Fokuspunkte für Raumedic ist die nachhaltige
Gestaltung der Energiepolitik durch Energieeinsparungen
und der Nutzung von erneuerbarer Energie. Bereits seit 2014
findet ein zertifiziertes Energiemonitoring bei Raumedic
statt. Auf dessen Grundlage konnten seitdem bereits 4,52
Millionen Kilowattstunden Strom eingespart werden. Das
entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 800 4-Personen-Haushalten.
Der Nachhaltigkeitsbericht der Raumedic AG erscheint
zukünftig jährlich.
Raumedic AG
D 95233 Helmbrechts
Vetter erreichte den Goldstatus im renommierten,
unabhängigen Nachhaltigkeitsranking
von EcoVadis. Der Pharmadienstleister
steigerte sich mit 72 von maximal
100 Punkten nochmals deutlich zur letzten
Bewertung und gehört nun zu den Top fünf
Prozent der teilnehmenden Unternehmen
aus der Branche.
Das positive Bewertungsergebnis des
unabhängigen, externen Rankings unterstreicht
das kontinuierliche Engagement
und zeigt transparent, welche Verbesserungen
das Familienunternehmen in den
Bewertungsparametern Umwelt, Soziales,
Ethik und nachhaltige Beschaffung umsetzt.
„Die positive externe Bewertung ist eine
starke Leistung und motiviert uns, diese
tolle Entwicklung transparent fortzuführen
– für unser Unternehmen mit seinen Mitarbeitenden,
unsere Kunden und Partner
sowie die Patienten und die Gesellschaft“,
resümiert Vetter-Geschäftsführer Peter Sölkner.
Im Nachhaltigkeitsbericht macht der
Pharmadienstleister die bisherigen Maßnahmen
und seine Zukunftsvision zudem
für alle Interessengruppen transparent.
Vetter Pharma International GmbH
D 88212 Ravensburg
Vetter erreicht den Goldstatus im
EcoVadis-Ranking und befindet sich
nun unter den Top fünf Prozent der
Branche in Sachen Nachhaltigkeit.
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Neues elektrisch betätigtes
Magnetventil GEMÜ J70
Der Ventilspezialist GEMÜ führt das neue
elektrisch betätigte 2/2-Wege-Magnetventil
GEMÜ J70 ein und optimiert damit die
bestehende Produktgruppe der Magnetventile.
Das elektrisch betätigte Magnetventil GEMÜ J70 ist für Applikationen mit geringem
Durchfluss in der Analyse, Vakuum- und Dosiertechnik geeignet und ermöglicht
eine präzise Dosierung. Die beständige Konus-Membrane aus PTFE (TFM) sorgt
für ein einzigartiges Dichtkonzept. Mit der PD-Technologie wird eine hohe Genauigkeit
für kundenspezifische Anwendungen erreicht.
Bei der sogenannten PD-Technologie (plug diaphragm technology) erfolgt die
Trennung des medienberührten Bereichs vom Antrieb durch eine konusförmige
Membrane aus modifiziertem PTFE. Der Werkstoff PTFE besteht aus linearen
Kohlenstoffketten, die von Fluoratomen umgeben sind. Diese schirmen die Kohlenstoffatome
räumlich ab und schützen das Molekül vor chemischen Angriffen – auch
bei höheren Temperaturen.
Das kompakte Magnetventil GEMÜ J70 zeichnet sich durch eine platzsparende
Bauweise aus und überzeugt durch einen geringen Verschleiß sowie einen einfachen
Verschleißteilewechsel mit guter Reinigbarkeit. Der Magnetantrieb kann ohne
Ausbau des Ventilkörpers aus der Rohrleitung gewechselt werden.
Mit CONEXO und RFID-Chip lässt sich das Magnetventil GEMÜ J70 eindeutig
identifizieren und Wartungen können effizient dokumentiert werden. Zudem ist das
Magnetventil variabel und erweiterbar und für Ventilinseln sowie Mehrwege-Ventilblöcke
geeignet.
GEMÜ Gebr. Müller Apparatebau GmbH & Co. KG
D 74653 Ingelfingen
Silikonfreier Reinigungsroller
Reinigung von ebenen Oberflächen ohne Kreuzkontamination
Mit dem Reinigungsroller lassen sich lose, trockene Verunreinigungen, die
kleiner als ein Mikron sind, mühelos von ebenen Oberflächen beseitigen. Er
ermöglicht eine trockene Reinigung ohne die Verwendung von Chemikalien
und ohne die Erzeugung von Abrieb. Die Reinigung des Reinigungsrollers erfolgt
mit Hilfe eines Klebepolsters. Der Roller wird über das Klebepolster gerollt,
wodurch die vom Roller aufgenommenen Partikel auf dem Klebepolster
haften bleiben. Danach ist die Rolle wieder sauber, eine Kreuzkontamination
wird vermieden. Ist die oberste Lage des Klebepolsters verschmutzt, wird sie
einfach abgezogen und eine saubere Schicht liegt obenauf. Der Reinigungsroller
ist u.a. optimal zur Reinigung von Leiterplatten, Flachbildschirmen, medizinischer
Verpackung, Leuchtkästen und LCD-Displays geeignet. Er findet
außerdem Einsatz in der Fotomontage, Glasproduktion und Oberflächenmontage
sowie in vielen anderen Bereichen in denen Partikelkontaminationen
ein Problem darstellen.
Hans J. Michael GmbH
Gewerbegebiet Hart 11 D 71554 Weissach i.T.
Telefon: 07191/9105-0 Telefax: 07191/9105-19
eMail: office@hjm-reinraum.de Internet: https://www.hjm-reinraum.de Silikonfreier Reinigungsroller
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Doppelte Sicherheit:
Needle-Trap bietet neue Funktion
zur Erstöffnungsanzeige
Schreiner MediPharm auf der Pharmapack 2023 in Paris
Needle-Trap, das erfolgreiche und einzigartige Etikett mit integriertem Nadelschutz von Schreiner MediPharm, dem Spezialisten
für innovative Pharma-Labels, wurde jetzt um ein komplett neues Feature ergänzt: Ein spezielles Sicherheitssiegel
zeigt die Erstöffnung der vorgefüllten Spritze zuverlässig an und hilft, deren Integrität bis zur Endanwendung zu schützen.
Zu sehen war die neuartige Kombination von Nadel- und Produktschutz erstmals vom 1.- 2. Februar 2023 am Stand D46 auf
der Pharmapack in Paris.
Eine sichere Supply Chain und die Integrität
von Arzneimittelverpackungen sind wichtige
Aspekte für Pharmahersteller. Regularien
wie die EU-Direktive zum Fälschungsschutz
tragen bereits dazu bei, betreffen allerdings
nur Sekundärverpackungen. Primärcontainer
wie zum Beispiel vorgefüllte Spritzen erfordern
dagegen speziellere Lösungen zum
Manipulations- und Erstöffnungsnachweis.
Das Nadelschutzlabel Needle-Trap stellt
aufgrund seines integrierten Kunststofffängers
besondere Herausforderungen an eine
Erstöffnungsindikation. Dabei muss sowohl
die problemlose Verarbeitung in der Pharmaherstellung
als auch die einfache Nutzung
für den Endanwender berücksichtigt
werden.
Die Experten von Schreiner Medi-
Pharm haben Needle-Trap weiterentwickelt
und mit einem in das Nadelschutzetikett
integrierten neuartigen Verschlusssiegel
ergänzt, dessen Lasche auf
der Spritzenkappe endet. Vor der Injektion
wird zunächst der Nadelschutzfänger wie
üblich zur Seite geklappt. Beim Abziehen
der Kappe wird das ins Label integrierte
Siegel automatisch durch eine Perforation
ausgelöst und zeigt die Erstöffnung
irreversibel an. Spezielle Sicherheitsstanzungen
verhindern ein unbemerktes
Entfernen des Siegels. Zusätzlich können
offene Authentifizierungsmerkmale wie
etwa eine Guilloche, oder verborgene Sicherheitsmerkmale
zur Echtheitsprüfung
ergänzt werden.
Pharmahersteller erhalten dank des
neuen Features von Needle-Trap eine multifunktionale
und kosteneffiziente Lösung,
die den Schutz des medizinischen Personals
vor Nadelstichverletzungen mit einer
Erstöffnungsindikation zur Sicherung der
Integrität der Fertigspritze auf Unit Level
kombiniert. Damit wird die Produkt- und
Patientensicherheit erhöht. Zudem lässt
sich die neue Needle-Trap Variante leicht
in bestehende Verarbeitungsprozesse in
der Pharmaherstellung integrieren. Das
medizinische Personal profitiert von einem
effizienten und sicheren Nadelschutz sowie
einer komfortablen Erstöffnungsindikation,
die irreversibel und auf den ersten Blick zu
erkennen ist.
Schreiner MediPharm
D 85764 Oberschleissheim
Das in das Nadelschutzsystem integrierte
Sicherheitssiegel zeigt die Erstöffnung der
vorgefüllten Spritze zuverlässig an. © Schreiner
MediPharm
Doppelt gesichert: Needle-Trap mit Erstöffnungsanzeige kombiniert
Nadel- und Produktschutz. © Schreiner MediPharm
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Maßgeschneiderte Hebe-Kippvorrichtung
beseitigt Schwachstelle in der Produktion
Individuelle Höcker-Lösung HKV L25 minimiert unnötige Kosten
und schließt Sicherheitslücke
Oft sind Verbesserungspotenziale in der Fleisch- und
Lebensmittelindustrie längst bekannt, es braucht nur
einen Auslöser, um die Effizienzsteigerung der Produktion
anzugehen. So wie bei einem Höcker-Kunden aus
der Backindustrie beim Blick auf 300 Kilogramm Teigmasse,
die sich nach einem vermeidbaren Zwischenfall
auf dem Boden verteilten. Es musste eine individuelle
Lösung her, und die wurde in enger Zusammenarbeit
mit der Höcker Gruppe und der Erfahrung von Betriebsleiter
Jens Burlage mit einer maßgeschneiderten Hebe-
Kippvorrichtung gefunden.
„Nach eigener Internetrecherche kam das Unternehmen
mit der Frage auf uns zu, ob wir die Höcker
Hebe-Kippvorrichtung (HKV) L25 passend für alle Behältergrößen
und Formen fertigen können“, berichtet
Burlage. Nach intensivem Austausch über die Anforderungen
inklusive aller Maße wie Kipphöhe und Behältergröße
sowie dem zur Verfügung stellen eines Behälters
mit Unterbaupalette, wie er im Produktionsprozess
zum Einsatz kommt, begann die Entwicklung der
Hebe-Kippvorrichtung. Das Ziel: Beim Abheben und
Absetzen der Transportbehälter möglichst ohne Stapler
oder Hebelift auskommen. In den fast einen Meter breiten
Kunststoffboxen werden große Mengen Rohmassen
und Cerealien in ein Mischgerät gefördert und im Anschluss
Proteinriegel auf ein Förderband gebracht. „Das
Unterfahren des Behälters mit einem Hebegerät war
problematisch, da dieser in der Vergangenheit bei mehr
als einem Zwischenfall von der Gabel gerutscht oder
weggekippt war“, so Höcker Geschäftsführer Benjamin
Höcker: „In Zukunft sollten daher beide Teile, Behälter
und Unterbaupalette, zusammen gekippt werden können.“
Der weitere Projektablauf gestaltet sich routiniert:
Nach Präsentation der Höcker-Lösung und Rücksprache
mit dem Kunden wurden die benötigten Teile zur
Montage der maßgeschneiderten Hebe-Kipp-Vorrichtung
bestellt. Sobald alle Teile im Werk eingetroffen waren,
begann die Montage und der abschließende Aufbau
der Anlage inklusive kompletter Funktionsprüfung.
Mit der Höcker-Lösung wurde eine große Schwachstelle
im Produktionsprozess beseitig. Der Kunde hat
nicht nur die Sicherheit für seine Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter gesteigert, sondern kann Produktionsunterbrechungen
durch Material- und Zutatenverlust minimieren.
(Fotograf: Höcker Gruppe)
Höcker GmbH
D 49134 Wallenhorst
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Lösungen und Knowhow für aktuelle und zukünftige
Anforderungen in der Bauteilreinigung
31. Fachtagung Industrielle Bauteilreinigung, 22. bis 23. Juni 2023, Esslingen
Die Technologie- und Energiewende erfordert von Unternehmen aus allen Bereichen der fertigenden Industrie eine Anpassung
der Prozesse. Davon betroffen ist auch der qualitätsentscheidende Schritt der Bauteilreinigung. Um aktuelle und
zukünftige Anforderungen an die technische Sauberkeit von Komponenten stabil, effizient und nachhaltig zu erfüllen, präsentiert
die 31. Fachtagung Industrielle Bauteilreinigung innovative Lösungen, Knowhow und Best Practice-Anwendungen
sowie Einblicke in die Forschung und Entwicklung. Die Veranstaltung des Fachverbands industrielle Teilereinigung e. V.
(FiT) wird am 22. und 23. Juni 2023 im Neckar Forum Esslingen durchgeführt.
Die technologische Transformation, Energiewende, höhere Anforderungen
an die Ressourceneffizienz und der Fachkräftemangel
verändern in praktisch allen Industriebereichen die Prozesse der
Teilefertigung. Dadurch ergeben sich auch neue Anforderungen an
die industrielle Bauteilreinigung, die als qualitätsentscheidender
Schritt in der Fertigungskette zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Aktuelle und zukünftige Ansprüche an die technische Sauberkeit
machen mehr denn je aufgabenspezifisch abgestimmte Reinigungslösungen
erforderlich, die stabile, nachhaltige und kosteneffiziente
Prozesse sicherstellen.
Worauf es dabei ankommt, thematisiert die von fairXperts am
22. und 23. Juni 2023 mit begleitender Ausstellung im Neckar Forum
Esslingen durchgeführte 31. Fachtagung Industrielle Bauteilreinigung
des FiT. Die als Wissensplattform im deutschsprachigen Raum
etablierte Veranstaltung informiert über Grundlagen, neue verfahrenstechnische
Lösungen und Produkte, State of the Art-Methoden
zur Prozessführung, Forschungs- und Entwicklungstrends sowie
über Best-Practice-Anwendungen.
Grundlagen, Innovationen und Praxisberichte
Den Auftakt der zweitägigen Veranstaltung macht ein Vortrag zum
neuen FiT-Richtlinienwerk „Prozesslösungen für die industrielle
Bauteilreinigung“, das durch gebündeltes Expertenwissen konkrete
Handlungshilfen zum Entwerfen, Gestalten, Auslegen und Optimieren
maßgeschneiderter Reinigungsprozesse geben wird. Die folgenden
beiden Referate informieren über Einsparmöglichkeiten bei
Chemie und Energie durch die geschickte Kombination von Reinigung,
Korrosionsschutz und Verpackung sowie was eine Forderung
von „Partikelgrößen < 400 µm für die Reinigung in der Fertigung“
bedeutet. Es wird dargestellt, was in einer „normalen“ Fertigungsumgebung
leistbar und zu beachten ist und wo die Grenzen liegen.
In der nächsten Session geht es um die Frage: „Lösemittel – besser
ihr Ruf“, die Anforderungen an die Tensidchemie beim Einsatz neuer
Reinigungsverfahren wie beispielsweise zyklische Nukleation
(CnP) und Pulsated Pressure Cleaning (PPC) sowie um die Einführung
einer neuen Mehrkammer-Ultraschallreinigungsanlagen in die
Fertigung. Weitere Vorträge beschäftigen sich mit den Entwicklungen
und Trends in der industriellen Teilereinigung mittels Lasertechnik,
den Möglichkeiten und Grenzen der UV-Schwarzlichtinspektion
zur Identifikation fluoreszierender Partikel und organischer
Die 31. Fachtagung Industrielle Bauteilreinigung informiert über innovative
Lösungen und bietet Knowhow und Best Practice-Anwendungen
sowie Einblicke in die Forschung und Entwicklung für aktuelle und
zukünftige Aufgabenstellungen. (Bildquelle: fairXperts)
Die Fachtagung mit begleitender Ausstellung ermöglicht einen erstklassigen
Wissenstransfer und Informationsaustausch zwischen den
Experten der Branche und Teileherstellern. (Bildquelle: fairXperts)
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Flecken vor und nach der Reinigung sowie den Herausforderungen
und der Vorgehensweise bei High Purity-Reinigungsaufgaben. Abschluss
des ersten Tages bildet das Expertenforum „Prozesskette
Teilereinigung“, mit einer Diskussion über aktuelle Themen in der
Bauteilreinigung, in die alle Teilnehmer einbezogen werden.
Forschung, Entwicklung und Digitalisierung
Die beiden Themenblöcke des zweiten Tages stehen ganz im Zeichen
von Forschung und Entwicklung für die Bauteilreinigung der
Zukunft. Dabei wird in der ersten Session ein kompakter, robotergeführter
Laserscanner zur Fluoreszenzbildgebung für die aussagekräftige
Reinheitsprüfung auf großen Flächen und geometrisch
komplexen Bauteile präsentiert. Thematisiert werden auch die
chemische Oberflächenanalytik für die Verfahrensentwicklung und
Qualitätssicherung in der Bauteilreinigung sowie ein auf Basis einer
branchenspezifischen OPC UA Companion Specification entwickelter
Standard für die Digitalisierung der Prozesskette der Bauteilreinigung.
Über die prozessualen und produktgetriebenen Anforderungen
an die technische Sauberkeit von Bipolarplatten für Brennstoffstellen
wird ebenfalls informiert. Der zweite Themenblock beginnt
mit einem Vortrag zur Spezifikation und Auslegung von Verpackungen
für technisch saubere Bauteile. Vorgestellt werden auch
selbstorganisierende, fluoreszierende Polymerschichtsysteme, die
reale Verschmutzungen imitieren, sowie ein geometrieunabhängiges
Beschichtungsverfahren für reproduzierbare Schichten. Damit
können sowohl wissenschaftlich fundierte Reinigungsuntersuchungen
mit fluoreszenzbasierter Restschmutzdetektion als auch Optimierungen
von Anlagen durchgeführt werden. Die weiteren Beiträge
beschäftigen sich mit den Vorteilen des Lasers als Werkzeug zum
Reinigen und Strukturieren und einer Adaption des Vakuum-Saugstrahlverfahrens
für die partielle Reinigung sensibler Oberflächen.
Eine begleitende Ausstellung rundet das Programm ab. Sie bietet
den Teilnehmern Gelegenheit, sich über neue Produkte und Entwicklungen
im Bereich der industriellen Reinigungstechnik zu informieren
und für den direkten Erfahrungsaustausch mit Experten.
Die Fachtagung richtet sich an Fach- und Führungskräfte, Ingenieure
und Techniker aus Entwicklung und Konstruktion, Technologie,
Verfahrenstechnik, Arbeitsvorbereitung, Fertigung, Fertigungsplanung
und Qualitätswesen aus verschiedenen Branchen.
Weitere Informationen und das vollständige Programm inklusive
Anmeldeformular sind unter www.industrielle-reinigung.de
abrufbar oder bei der fairXperts GmbH & Co. KG, Telefon +49 7025
8434-0 erhältlich.
fairXperts GmbH & Co. KG
D 72639 Neuffen
Reines Umfeld für feine Teile
Kompakte Reinraum-Lösungen von Spetec ermöglichen partikelfreie
und kostengünstige Spritzgussfertigung
Nachdem die Reinraumtechnik anfangs vor allem in der Medizintechnik,
der Pharma- sowie der Chipindustrie zum Einsatz kam, haben
sich die Reinheitsanforderungen an die Produktionsumgebung
mittlerweile auch in der Kunststoffverarbeitung deutlich verschärft.
Somit werden immer häufiger partikelfreie und – je nach Produkt –
sogar keimfreie Umgebungen für Spritzgießmaschinen erforderlich.
Ob es um Formteile mit besonders anspruchsvollen Oberflächen
oder um empfindliche Mikrostrukturteile geht: Sogenannte „reine“,
also weitgehend staubfreie Umgebungen wirken sich positiv auf die
Qualität der produzierten Formteile und damit auf die Wirtschaftlichkeit
der Produktion aus.
Doch nicht immer ist es technisch machbar oder auch nur sinnvoll,
die gesamte Produktion zum Reinraum umzugestalten. Meist
genügt es, die relevanten Spritzgießmaschinen entweder mit einer
kompakten Reinraumzelle zu umgeben oder mit einem Laminar-
Flow-Modul auszustatten, um für saubere Luft und damit für Reinraumbedingungen
von ISO-Klasse 8 bis ISO-Klasse 5 zu sorgen.
Im ersten Fall wird die Maschine vollständig mit einer Reinraumzelle
eingehaust, so dass keinerlei Partikel in den eigentlichen Fertigungsbereich
gelangen können. Dies ist die bei größeren Maschinen
meist bevorzugte Variante. Im zweiten Fall wird ein sogenanntes Laminar-Flow-Modul
auf die Spritzgießmaschine aufgesetzt, so dass
ausschließlich reine Luft angesaugt wird und ebenfalls Partikelfreiheit
gewährleistet ist. Dies ist vielfach für kleinere Spritzgießanlagen
empfohlen.
Spetec als Lieferant von Reinraumtechnik bietet beide Varianten
in verschiedenen Konfigurationen an, fertigt aber ebenso nach
Kundenanforderungen individuelle Lösungen. Hierbei ist es dem
Erdinger Unternehmen ein Anliegen, die Nutzungsmöglichkeiten
der Geräte auf Kundenseite stets flexibel und variabel zu halten,
weshalb alle Komponenten modular aufgebaut und vielseitig kombinierbar
sind.
Spetec Gesellschaft für Labor- und Reinraumtechnik mbH
Am Kletthamer Feld 15 D 85435 Erding
Telefon: +49 8122 95909-0 Telefax: +49 8122 95909-55
eMail: info@spetec.de Internet: https://www.spetec.de
www.reinraum.de
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Von Praktikern für Praktiker
Das nora Seminarangebot 2023 rund um Kautschukböden
Ein perfekt verlegter und gut gepflegter Boden
vermittelt nicht nur eine einladende Atmosphäre,
sondern trägt auch maßgeblich
zum Werterhalt von Immobilien bei. Dabei
sind es häufig nur kleine Kniffe und Tricks,
die für das einwandfreie Erscheinungsbild
des Bodenbelags sorgen. Daher bietet
nora 2023 wieder verschiedene Schulungen
rund um die Verlegung und Reinigung von
Kautschuk-Bodenbelägen an. Bei den Seminaren
im werkseigenen Schulungs- und
Informationszentrum in Weinheim geben
Spezialisten der Anwendungstechnik ihr
Know-how weiter. Das Angebot ist vielfältig
und richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen.
Ab diesem Jahr kann bei nora nicht
mehr nur in Präsenz gelernt werden: Ab
Ende März wird es erstmals auch Webinare
zu verschiedenen Themen wie Schnellverlegesysteme,
Verfugung oder Doppelnahtschnitt
geben. Damit entspricht der Weinheimer
Kautschuk-Spezialist der immer
stärker auch digital stattfindenden berufsbegleitenden
Aus- und Weiterbildung. Die
Anmeldung für die unterschiedlichen Seminare
ist ab sofort möglich. Die Schulungen
im Überblick:
Alle Informationen zu den Verleger- und
Reinigungsseminaren im Jahr 2023 sowie
die Anmeldeformulare gibt es unter https://
www.nora.com/deutschland/de/verlegungpflege-bodenbelag/seminare.
Dort sind ab
März auch die Themen und Termine der
Webinare zu finden.
nora systems GmbH
Höhnerweg 2-4
D 69469 Weinheim
Telefon: +49 (6201) 2743934
Mobilfunk: +49 (172) 633 04 84
eMail: frank.baehr@nora.com
Internet: http://www.nora.com
Basis-Seminare zur Verlegung von Kautschukböden
Zweitägiger Termin für Verarbeiter, die noch wenig oder keine Erfahrung
mit der Verlegung von Kautschukböden haben. Behandelt
werden grundsätzliche Themen wie Untergrundvorbereitung, Doppelnahtschnitt,
Verfugung, Verklebung und Formtreppen. Die Teilnehmenden
können die Verlegung unter Anleitung erfahrener Anwendungstechniker
praktisch üben und erhalten wertvolle Tipps,
die ihnen die Arbeit erleichtern. Neben einem theoretischen und
einem praktischen Teil, in dem die Verarbeitung Schritt für Schritt
gezeigt wird, gibt es auch eine Werksführung.
Termine:
14. und 15. März 2023
20. und 21. September 2023
Kosten: 125,00 € inkl. Verpflegung
Seminare zum qualifizierten nora Verleger
Zweitägiges Seminar mit Fokus auf die praktische Ausführung der
Verlegung und Verarbeitung von Kautschuk-Bodenbelägen. Angeleitet
von routinierten Werksverlegern üben die Verarbeiter, die
bereits Erfahrung in der Verlegung von Kautschukböden mitbringen
sollten, in lockerer und kollegialer Atmosphäre, Bahnen- und Fliesenware
sowie Formtreppen wirtschaftlich und fehlerfrei zu verlegen.
Behandelt werden auch die Verlegung auf unterschiedlichen
Untergründen und der Wandhochzug. Die Schnellverlegesysteme
nora nTx und nora dryfix bzw. nora dryfix ed sind ebenfalls Bestandteil
der Seminare. Eine Werksführung ist ebenfalls inkludiert.
Termine:
24. und 25. Mai 2023
14. und 15. November 2023
Kosten: 125,00 € inkl. Verpflegung
Seminare für Reinigungsverantwortliche und -dienstleister
nora Bodenbeläge verlassen das Werk in Weinheim als Premium-
Produkte. Damit sie auch im täglichen Einsatz auf Dauer gut aussehen
und auch speziellen Hygienerichtlinien entsprechen, ist eine
sachgerechte Reinigung von hoher Bedeutung. Bei diesem zweitägigen
Seminar demonstriert ein nora Anwendungstechniker verschiedene
Reinigungsverfahren und gibt Tipps zur Sanierung beschädigter
Oberflächen.
Termine:
19. und 20. April 2023
21. und 22. Juni 2023
11. und 12. Oktober 2023
Kosten: 85 € inkl. Verpflegung
www.reinraum.de
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Seminar „Sichere Automation“:
Austausch zu sicherer Bereichsüberwachung
- „Automation on Tour“
vor Ort – oder digital
„Automation on Tour“ kommt wieder vor Ort: Im Seminar „Sichere Automation“
begrüßt Pilz Maschinen- und Anlagenhersteller von März bis Juni 2023 an über
30 Standorten in Deutschland zu einem intensiven Austausch über die Möglichkeiten
der sicheren Bereichsüberwachung. (Foto: © Pilz GmbH & Co. KG)
Ab März 2023 startet das neue Programm des Pilz Seminarformats „Sichere
Automation“. An deutschlandweit über 30 Orten können sich Hersteller von
Maschinen und Anlagen kostenfrei über Sicherheitskonzepte für die Bereichsüberwachung
informieren. Die ergänzende Online-Eventreihe „Web compact“
aus der „Automation on Tour“-Reihe rückt in 2023 sicherheitstechnische Fragestellungen
von Maschinen- und Anlagenbetreibern in den Mittelpunkt.
Von März bis Juni 2023 begrüßt Pilz Maschinen- und Anlagenhersteller an über 30 Standorten
in Deutschland zu einem intensiven Austausch über die Möglichkeiten der sicheren
Bereichsüberwachung – seien es Sicherheitskonzepte mit Scanner, Lichtgitter oder Radar-
Sensorik. Experten von Pilz geben im Rahmen der Veranstaltung ihr Wissen zu aktuellen
Veränderungen im Bereich der Richtlinien und Normen weiter. Ebenfalls Teil des Programms:
Alles Wissenswerte zur neuen Maschinenverordnung.
Von der Theorie geht es dann in die Praxis: Gemeinsam mit den Experten von Pilz erarbeiten
die Teilnehmer live vor Ort eine Sicherheitslösung an einem gängigen Maschinenbeispiel.
Auch die Verifikation des Sicherheitskonzepts wird dabei detailliert betrachtet. Neu
im Seminar: Die Erörterung der wichtigsten „Do‘s and Don’ts“ im Bereich der berührungslos
wirkenden Schutzeinrichtungen. Die bisherige zweite Seminarreihe von Pilz „Sicherer
Betrieb von Maschinen und Anlagen“ wird 2024 und ab dann immer im Wechsel mit dem
Seminar „Sichere Automation“ fortgesetzt.
Digitale Ergänzung „Web Compact“
© Elmar Witt
Wer nicht vor Ort dabei sein kann und trotzdem in Sachen sichere Automation auf dem Laufenden
bleiben möchte, für den bietet Pilz mit dem Online-Format „Automation on Tour
– Web compact“ zwei Mal im Monat ein Web-Seminar zu einem aktuellen Thema an. Die
Themen reichen 2023 von der „sicheren Anwesenheitserkennung unter rauen Umgebungsbedingungen“
über die Frage, „was die neue Maschinenverordnung für Maschinenhersteller
und - betreiber bedeutet“, bis hin zur „Mitarbeiterschutz in der Produktion – Produktivität
und Sicherheit von Maschinen“. Im Vordergrund stehen auch hier der hohe Praxisbezug
und die Wissensvermittlung. Teilnehmer können 2023 erstmals vorab Fragen zum jeweiligen
Thema einreichen.
Pilz GmbH & Co. KG
D 73760 Ostfildern
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www.cleanroom-online.com Ausgabe DE 02-2023 | Seite 48/52
Ohne qualifizierte Mitarbeiter
geht es nicht
Herausforderung Schulung
Fachtagung 2023 der
SRRT-SwissCCS mit
Generalversammlung
Energie und
Nachhaltigkeit –
Das ist im Fokus
Arbeiten im Reinraum Mikroskop
Reinräume stellen hohe Anforderungen an die Mitarbeiter. Sie müssen Schutzkleidung
tragen und sich langsam bewegen, dürfen nicht viel sprechen, nicht essen,
nicht trinken, keinen Kaugummi kauen und sind idealerweise Nichtraucher.
Bärte, Make-up, Schmuck, Hautkrankheiten und offene Haare sind ebenfalls tabu.
Wie vermittelt man also seinen Mitarbeitern, dass sie durch ihr Verhalten die Umgebungsbedingungen,
die Prozesssicherheit und die Produktqualität im Reinraum
beeinflussen? Und wie vermittelt man dieses Wissen so, dass es nach 14 Tagen nicht
vergessen ist?
Eine Möglichkeit liegt darin, selbst Schulungsprogramme nach standardisierten
Abläufen aufzulegen. Voraussetzung dafür sind ausreichend Kapazitäten an fähigen
Trainern. Durch das Wiederholen in festen Abständen können die Schulungen zu
Hygiene, Verhalten und Herstellprozessen immer in gleicher Qualität durchgeführt
werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Mitarbeiter von professionellen
Wissensanbietern qualifizieren zu lassen. Dies kann vor allem dann nützlich sein,
wenn das Sprichwort zum Tragen kommt „der Prophet gilt nichts im eigenen Land“.
Anwender unterschätzen oft die einschränkenden Auswirkungen bei der Vermittlung
von Lerninhalten durch Führungskräfte alleine durch ihre Position bzw. Person.
Häufig werden diese Situationen beeinflusst von Konflikten, Arbeitsbelastungen
und zwischenmenschlichen Störungen.
Eine ernstgemeinte Talententwicklung gelingt, wenn die Maßnahmen ordentlich
dokumentiert, kontrolliert und analysiert werden. Die Erkenntnisse daraus liefern
eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Inhalt, Dauer und Maßnahmen. Und
bessere Ergebnisse.
Mit der Eröffnung des neuen Cleanroom Future Campus in Frankfurt am Main
starten folgende Veranstaltungen:
– Lehrgang zum Reinraum-Verantwortlichen mit Zertifikat: 21.-23. März 2023
– Tagesseminar Mindset Reinraum-Verhalten: 28. März 2023
– Tagesseminar Mindset Reinraum-Reinigung: 29. März 2023
Alle Informationen zu den Schulungsinhalten erhalten Sie unter Veranstaltungen
bei: www.cleanroomfuture.com
Cleanroom Future GmbH
Dieselstraße 5b
Telefon: +49 69 150 466 500
D 04683 Naunhof
Internet: http://www.cleanroomfuture.com
eMail: info@cleanroomfuture.com
„Energie und Nachhaltigkeit“ ist ein Thema, das
uns durch das ganze Jahr 2022 und darüber hinaus
begleiten wird. Es beeinflusst nicht nur die
Umwelt, sondern hat auch direkte Auswirkungen
auf die Wirtschaftlichkeit von Reinräumen.
Energieengpässe und steigende Preise führen
zu erhöhten Betriebskosten, die sich auf alle Beteiligten,
von Lieferanten bis hin zu Betreibern,
auswirken.
Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen
in der Reinraumbranche ihren Energieverbrauch
reduzieren und nachhaltige Lösungen
implementieren. Dazu gehört zum Beispiel
die Verwendung von erneuerbaren Energien,
die Optimierung von Prozessen und die Verwendung
von Energieeffizienz-Technologien.
Nur so können die Betriebskosten gesenkt und
gleichzeitig ein Beitrag zum Schutz der Umwelt
geleistet werden.
Dienstag, 14. März 2023, CH Lenzburg
Die Veranstaltung bietet inspirierende Vorträge
von Branchenexperten sowie Networking-Möglichkeiten
mit Gleichgesinnten, um die Teilnehmer
auf dem Laufenden mit den neuesten Trends und
Entwicklungen zu halten.
Die SRRT-SwissCCS Fachtagung bietet
eine optimale Gelegenheit für Personen in der
Reinraumtechnik und der Contamination Control
als Anwender, Planer, Hersteller oder Lieferanten,
sich mit neuesten Informationen und
Innovationen im Reinraum zu versorgen. Es ist
auch eine ideale Plattform, um Produkte und
Dienstleistungen einem Fachpublikum vorzustellen
und um sich untereinander besser kennenzulernen
und auszutauschen.
SRRT - Swiss CCS
Marktgasse 55
CH 3001 Bern
Telefon: +41 31 3267695 Telefax: +41 31 3267677
Mobilfunk: +41 79 4719319
eMail: werner.straub@swissccs.org
Internet: http://www.swissccs.org
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Veranstaltungen
im Februar 2023
Datum: 14.02.2023
Webinar
Single-Use Disposables - What you need to know
- Live Online Training
Veranstaltungsort: Online
Veranstalter: CONCEPT HEIDELBERG GmbH
Datum: 14.02.2023 - 15.02.2023
Seminar
GMP-regulierte Reinräume
- Lufttechnische Messungen und Qualifizierung
Veranstaltungsort: Nürtingen
Veranstalter: VDI Wissensforum GmbH
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Datum: 16.02.2023
Training & Schulung
Tagestraining Basisschulung GMP
Veranstaltungsort: Leipzig
Veranstalter: ReinraumAkademie
Datum: 21.02.2023 - 22.02.2023
Webinar
Kostenreduzierung in der Fertigung
durch effiziente Reinigungsprozesse
Veranstaltungsort: online
Veranstalter: BvL Oberflächentechnik GmbH
Datum: 22.02.2023
Seminar
Qualifizierung
Veranstaltungsort: Olten (CH)
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
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MEHR …
Datum: 14.02.2023
Training & Schulung
Tagestraining Verhalten im Reinraum
Veranstaltungsort: Leipzig
Veranstalter: ReinraumAkademie
MEHR …
Datum: 23.02.2023
Webinar
Herstellung und Abweichungen
Veranstaltungsort: Unna
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 15.02.2023
Webinar
Fundamentals of Visual Inspection - Live Online Training
Veranstaltungsort: online
Veranstalter: CONCEPT HEIDELBERG GmbH
MEHR …
Datum: 23.02.2023
Seminar
Validierung
Veranstaltungsort: Olten (CH)
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 15.02.2023
Webinar
Webinar: Quarantänehandling in der Pharma
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 23.02.2023
Seminar
Hygiene in der Praxis
Veranstaltungsort: Osnabrück
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 15.02.2023
Training & Schulung
Tagestraining Professionelle Reinraumreinigung
Veranstaltungsort: Leipzig
Veranstalter: ReinraumAkademie
MEHR …
Datum: 28.02.2023
Seminar
Annex 1 Online Seminar – Filtration und Sterilisation
Veranstaltungsort: online
Veranstalter: ISPE - DACH
MEHR …
Veranstaltungen
im März 2023
Datum: 01.03.2023 - 02.03.2023
Seminar
GMP-gerechter Prozess-Transfer
Veranstaltungsort: Mannheim
Veranstalter: CONCEPT HEIDELBERG GmbH
MEHR …
Datum: 01.03.2023
Seminar
Reinraum Hygiene Praxis
Veranstaltungsort: Zofingen (CH)
Veranstalter: Swiss Cleanroom Concept GmbH
MEHR …
Datum: 01.03.2023
Webinar
Reinraum-Sprechstunde
Veranstaltungsort: online
Veranstalter: Cleanroom Future
MEHR …
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Veranstaltungen
im März 2023
Datum: 08.03.2023
Seminar
Validierung
Veranstaltungsort: Karlsruhe
Veranstalter: PTS Training Service
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Datum: 02.03.2023
Webinar
Webinar: Qualitätsverträge mit Logistikdienstleistern
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 06.03.2023 - 10.03.2023
Training & Schulung
Zertifikatslehrgang: Reinraum-Servicetechniker/-in
mit Fachkundenachweis Mikrobiol. & Zytost.-Werkb. (IHK)
Veranstaltungsort: Krefeld
Veranstalter: IHK Mittlerer Niederrhein
MEHR …
Datum: 07.03.2023 - 08.03.2023
Webinar
Hygienebeauftragte im GMP-Umfeld:
Betriebshygiene, Audits, Schulungen
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
Datum: 07.03.2023
Seminar
Qualifizierung
Veranstaltungsort: Karlsruhe
Veranstalter: PTS Training Service
Datum: 07.03.2023
Seminar
Neu- und Umbauten bei Pharmaprojekten
Veranstaltungsort: Unna
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
MEHR …
MEHR …
Datum: 07.03.2023
Training & Schulung
Tagestraining Reinraumkleidung mit Wäschereibesichtigung
Veranstaltungsort: Reutlingen
Veranstalter: ReinraumAkademie
MEHR …
Datum: 08.03.2023 - 10.03.2023
Webinar
Validierungsbeauftragte/r in der pharmazeutischen Industrie
(QV 16) - Live Online Seminar
Veranstaltungsort: online
Veranstalter: CONCEPT HEIDELBERG GmbH
MEHR …
Datum: 08.03.2023
Seminar
Das Kalibrierzertifikat
Veranstaltungsort: Mörfelden-Walldorf
Veranstalter: Testo Industrial Services GmbH
Datum: 08.03.2023
Seminar
Annex 1 Online Seminar – Filtration und Sterilisation
Veranstaltungsort: online
Veranstalter: ISPE - DACH
Datum: 08.03.2023
Seminar
GAMP DACH Forum
Veranstaltungsort: Hannover
Veranstalter: ISPE - DACH
MEHR …
MEHR …
MEHR …
Datum: 09.03.2023 - 10.03.2023
Webinar
GMP-Grundlagen der Sterilproduktion (S 4) - Live Online Seminar
Veranstaltungsort: Heidelberg
Veranstalter: CONCEPT HEIDELBERG GmbH
MEHR …
Datum: 09.03.2023
Workshop
GMP-gerechte Kalibrierung
Veranstaltungsort: Mörfelden-Walldorf
Veranstalter: Testo Industrial Services GmbH
Datum: 13.03.2023
Webinar
PTS Live: Remote Audits
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
Datum: 14.03.2023 - 15.03.2023
Seminar
Experte für GMP Auditing: Sicher Auditieren
Veranstaltungsort: Unna bei Dortmund
Veranstalter: PTS Training Service
Datum: 14.03.2023 - 15.03.2023
Webinar
Dampfsterilisatoren - Live Online Seminar
Veranstaltungsort: Heidelberg
Veranstalter: CONCEPT HEIDELBERG GmbH
MEHR …
MEHR …
MEHR …
MEHR …
Datum: 08.03.2023
Webinar
Webinar: Verträge für Nicht-Juristen
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 14.03.2023
Seminar
Reinstwasser im GMP Umfeld
Veranstaltungsort: Aesch BL (CH)
Veranstalter: Swiss Cleanroom Concept GmbH
MEHR …
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Veranstaltungen
im März 2023
Datum: 14.03.2023 - 15.03.2023
Webinar
Pharma-Wasser - Live Online Seminar
Veranstaltungsort: Heidelberg
Veranstalter: CONCEPT HEIDELBERG GmbH
MEHR …
Datum: 20.03.2023 - 24.03.2023
Training & Schulung
Kalibriertage Thermodynamik:
Prüfmittelmanagement und Kalibriertraining
Veranstaltungsort: Kirchzarten bei Freiburg
Veranstalter: Testo Industrial Services GmbH
MEHR …
Datum: 14.03.2023 - 15.03.2023
Seminar
Root Cause Analysis, Fehlerursachenanalyse
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 21.03.2023 - 23.03.2023
Seminar
Experte für Pharmazie
Veranstaltungsort: Unna bei Dortmund
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 14.03.2023
Webinar
Von der Risikobeurteilung zum Managen der Risiken
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 21.03.2023 - 22.03.2023
Webinar
Isolator & Barriere-Technik (PT 33) - Live Online Seminar
Veranstaltungsort: Heidelberg
Veranstalter: CONCEPT HEIDELBERG GmbH
MEHR …
Datum: 14.03.2023 - 15.03.2023
Seminar
Basis-Seminar zur Verlegung von Kautschukböden
Veranstaltungsort: Weinheim
Veranstalter: nora systems GmbH
MEHR …
Datum: 21.03.2023 - 22.03.2023
Workshop
Workshop Computervalidierung
Veranstaltungsort: Olten (CH)
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 15.03.2023
Webinar
Webinar: Cloud Computing
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 21.03.2023 - 23.03.2023
Seminar
Lehrgang zum Reinraum-Verantwortlichen mit Zertifikat
Veranstaltungsort: Frankfurt am Main
Veranstalter: Cleanroom Future
MEHR …
Datum: 16.03.2023
Webinar
QA-Oversight in der Sterilproduktion (S 11) - Live Online Seminar
Veranstaltungsort: Heidelberg
Veranstalter: CONCEPT HEIDELBERG GmbH
MEHR …
Datum: 16.03.2023
Seminar
Lieferantenqualifizierung
Veranstaltungsort: Unna bei Dortmund
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 21.03.2023 - 23.03.2023
Webinar
Cleaning Validation AND Pre-Course Workshop: Impact of Annex 1
Revision on Cleaning Validation - Live Online Training
Veranstaltungsort: online
Veranstalter: CONCEPT HEIDELBERG GmbH
MEHR …
Datum: 21.03.2023 - 23.03.2023
Ohne qualifizierte Mitarbeiter geht es nicht
Veranstaltungsort: Frankfurt
Veranstalter: Cleanroom Future
MEHR …
Datum: 16.03.2023
Seminar
GAMP5 Second Edition
Veranstaltungsort: Olten (CH)
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 21.03.2023 - 23.03.2023
Workshop
GMP-Compliance: Grundlagen und Qualifizierung
Veranstaltungsort: Wien (A)
Veranstalter: Testo Industrial Services GmbH
MEHR …
Datum: 20.03.2023
Webinar
Webinar: Leitung der Herstellung Aufgaben und Verantwortung
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 22.03.2023
Webinar
Infrastruktur Lieferantenqualifizierung
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
www.reinraum.de
NEWSLETTER
www.cleanroom-online.com Ausgabe DE 02-2023 | Seite 52/52
Veranstaltungen
im März 2023
Datum: 23.03.2023
Workshop
Risikobasierte Qualifizierung
Veranstaltungsort: Wien (A)
Veranstalter: Testo Industrial Services GmbH
MEHR …
Datum: 28.03.2023
Seminar
TAGESSEMINAR Mindset Cleanliness Reinraum-Verhalten
Veranstaltungsort: Frankfurt am Main
Veranstalter: Cleanroom Future
MEHR …
Datum: 24.03.2023 - 25.03.2023
Seminar
Aseptische Zubereitungsprozesse atoxischer Parenteralia
Veranstaltungsort: Elmshorn
Veranstalter: Berner International GmbH
MEHR …
Datum: 28.03.2023 - 29.03.2023
Kongress
PharmaCongress 2023, with PharmaTechnica Expo
Veranstaltungsort: Wiesbaden
Veranstalter: CONCEPT HEIDELBERG GmbH
MEHR …
Datum: 24.03.2023
Webinar
Webinar: Grundlagen der Datenintegrität
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 29.03.2023 - 30.03.2023
Seminar
Reinraumtechnik und Reinraumpraxis
Veranstaltungsort: Bochum
Veranstalter: VDI Wissensforum GmbH
MEHR …
Datum: 27.03.2023
Webinar
Webinar: Hygiene Grundprinzipien - Freebie
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 29.03.2023
Seminar
TAGESSEMINAR Mindset Cleanliness Reinraum-Reinigung
Veranstaltungsort: Frankfurt am Main
Veranstalter: Cleanroom Future
MEHR …
Datum: 28.03.2023 - 30.03.2023
Seminar
GMP-Auditing: Regelwerke, Ablauf und Kommunikation
Veranstaltungsort: Olten (CH)
Veranstalter: PTS Training Service
MEHR …
Datum: 30.03.2023
Seminar
Herstellung von hochaktiven sterilen Substanzen
Veranstaltungsort: Allschwil BL (CH)
Veranstalter: Swiss Cleanroom Concept GmbH
MEHR …
Impressum:
W.A. Schuster GmbH / reinraum online · Mozartstraße 45 · D 70180 Stuttgart · Tel. +49 711-9640350 · Fax 9640366
info@reinraum.de · www.reinraum.de · GF Dipl.-Designer Reinhold Schuster · Stgt, HRB 14111 · USt.-IdNr. DE 147811997
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