zine #1 DE
Dieses Zine ist das Ergebnis des studentischen Forschungsprojekts "Kontaminiert werden. Forschen in den Ruinen der Reinheit" von Jann Mausen und Jonas Möller im Wintersemester 2022/23 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Wir danken allen Teilnehmenden des X-Tutorials: Alena Trapp, Anna Eckert, Antonia Lembcke, Belinda Rhein, Berta Fischer, Bianca Karsch, Caitlin Mulligan, Daniel Geiling, Emma Baustert, Jul Neetz, Laura Ofschanni, Lauren Felten, Lena Löhnert, Leo Grösch, Lisa Grof, Lola Gnädiger, Lotte Thierbach, Maja Poppe, Melanie Leuschner, Nelson Wilhelm, Niklas Wobbe und Tizian Schneider und unseren Gästen: Prof. Sandra Bartoli, Jeanne Astrup-Chauvaux, Cornelia Ertl und Yann Colonna. Die Durchführung dieses Projekts wurde von dem Student Research Opportunities Programx (StuROPx) der Berlin University Alliance möglich gemacht.
Dieses Zine ist das Ergebnis des studentischen Forschungsprojekts "Kontaminiert werden. Forschen in den Ruinen der Reinheit" von Jann Mausen und Jonas Möller im Wintersemester 2022/23 an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Wir danken allen Teilnehmenden des X-Tutorials: Alena Trapp, Anna Eckert, Antonia Lembcke, Belinda Rhein, Berta Fischer, Bianca Karsch, Caitlin Mulligan, Daniel Geiling, Emma Baustert, Jul Neetz, Laura Ofschanni, Lauren Felten, Lena Löhnert, Leo Grösch, Lisa Grof, Lola Gnädiger, Lotte Thierbach, Maja Poppe, Melanie Leuschner, Nelson Wilhelm, Niklas Wobbe und Tizian Schneider und unseren Gästen: Prof. Sandra Bartoli, Jeanne Astrup-Chauvaux, Cornelia Ertl und Yann Colonna.
Die Durchführung dieses Projekts wurde von dem Student Research Opportunities Programx (StuROPx) der Berlin University Alliance möglich gemacht.
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tina Stoetzer erzählt nach: Aus einem auf den
Boden gefallenen Sonnenblumenkern wächst
eine Sonnenblume. Die türkischen Berliner:innen,
die sich dort regelmäßig trafen,
wurden zu Gärtner:innen. Überwiegend sind
sie in den 1960-70er Jahren zum Arbeiten
nach Deutschland gekommen, aufgrund von
Überlastung nun arbeitsunfähig und von den
Behörden lange Zeit vernachlässigt worden.
Wie Stoetzer schreibt, haben sich die Mitglieder
dieser Gruppe oftmals aus der deutschen
Gesellschaft ausgeschlossen gefühlt: Ihnen
wurde keine volle Staatsangehörigkeit zugestanden
und ihr Status als Gast wurde verstetigt.
Maria Mama ist ihr selbstgeschaffener
Ort des Durchatmens. 20
21
Ruinen der Reinheit können auch durch
Reinigungsarbeit 22 entstehen, etwa in wissenschaftlichen
Institutionen wie dem Botanischen
Garten. 23 Natur und Kultur werden
durch die Sammlung und Klassifikation
von Pflanzen, aber auch durch gärtnerische
Praktiken wie dem “Krauten” scheinbar voneinander
getrennt. Dabei sind es gerade diese
Momente, die naturkulturelle Verflechtungen
hervorbringen. Pflanzen, die Gärtner:innen
durch ihr Aussehen dazu bewegen, sie auf
Laufwegen wachsen zu lassen, beugen die
botanische Disziplin, so Cornelia Ertl und
Sandra Calkins. 24
25
Andere Pflanzen setzen sich über die Grenzziehungen
des botanischen Gartens hinweg
und entfliehen der menschlichen Ordnung. 26
Ruinen der Reinheit sind Brachen, Baustellen
oder stillgelegte Infrastrukturen, deren