Konny on Tour
Die Reimanns unterwegs in Australien und Neuseeland
Die Reimanns unterwegs in Australien und Neuseeland
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NEUES VON DEN REIMANNS | AUFBRUCHSTIMMUNG
AUFBRUCHSTIMMUNG | NEUES VON DEN REIMANNS 109
Die Vorbereitungen laufen
Sie waren wieder da. Manu und Konny Reimann haben auch auf dem letzten Caravan-
Salon in Düsseldorf ihre Fans begrüßt. Eigentlich war der Plan ein anderer, aber viele
hatten nachgefragt, ob die beiden denn auch in diesem Jahr wieder am FrankanaFreiko-
Bordbuch-Stand Autogramme schreiben würden. Und so wurde kurzerhand entschieden
die Fans nicht zu enttäuschen. So ganz uneigennützig war die Überlegung aber
nicht, die beiden aus ihrer Wahlheimat Hawaii, hinter all den Bananenstauden hervor
zu locken. Denn auch wir hatten einen Plan und wir waren uns nicht sicher, ob wir die
beliebtesten Auswanderer Deutschlands davon überzeugen konnten.
Um es vorweg zu nehmen, es hat geklappt, aber einfach ist etwas anderes. Die Idee war,
die Reimanns zu überreden ein Mercedes-Atego 4 x 4 Reisemobil unter schwierigsten Bedingungen,
mehrere Wochen lang durch das australische Outback zu steuern. Ausgerüstet
mit den Gerätschaften der Bordbuch-Partner, sollte das Fahrzeug auf die Reise
gehen. Das war auch der Hintergrund dieser ungewöhnlichen Testfahrt. Es galt herauszufinden,
ob die verbauten Zubehörteile der Bordbuch-Partner auch unter widrigsten
Einsatzbedingungen funktionieren und dafür eingesetzt werden können. Zwar werden
die wenigsten von uns bei 45 Grad über australische Pisten donnern, aber erstens ist es
gut zu wissen, dass es gehen würde und zweitens sind die Einsatzbedingungen im Süden
Europas auch nicht ohne. Das war jedenfalls der Plan und worauf wir natürlich nicht
verzichten wollten, im Vorfeld auf die Erfahrung des Meisters. Wer das Bordbuch
in den letzten Jahren verfolgt hat weiß, Konny hat diese zur Genüge gemacht. Der Ausbau
seiner beiden Greyhound-Busse war nicht immer einfach und die Lösungen oft unkonventionell,
aber immer nahe an der Praxis. Diese Erfahrungen sollten natürlich schon beim
Bau des Fahrzeugs mit einfließen und dafür mussten wir Konny nicht lange überreden.
Etwas schwieriger war es dann, die beiden davon zu überzeugen, dass es doch fast Urlaub
wäre genau dieses Allrad-Reisemobil durch Australien zu fahren. Geahnt haben es die
Reimanns wahrscheinlich schon, dass bei 45 Grad im Schatten und fast 90 % Luftfeuchtigkeit
im Norden und gerade einmal 5 % trockener Hitze im Zentrum Australiens, die Reise
kein Urlaub, sondern ein Abenteuer ist. So war es dann auch, und diese Geschichte wird im
Frühjahr im TV zu sehen sein. Lassen Sie sich überraschen.
Wir im Bordbuch zeigen Ihnen parallel wie die Reise vorbereitet wurde. Welche Ideen und
Überlegungen Konny zur geplanten Tour hatte und im Vorfeld zum Ausbau des Reisemobils,
mit dem die beiden dann unterwegs waren. Aber das soll er am besten wieder selbst
erzählen …
i
Konny Reimann
baut sein Traum-Mobil
Die Geschichte vom Ausbau
des alten Greyhound-Busses
zum XXL-Wohnmobil können
Sie online im Internet
nachlesen unter:
www.das-bordbuch.de
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NEUES VON DEN REIMANNS | AUFBRUCHSTIMMUNG
Aufruhr im Paradies
Eigentlich war die Welt in Ordnung. Es war
Frühjahr in Hawaii und das Leben ging seinen
Gang. Wer schon einmal auf einer richtigen
Insel Urlaub gemacht oder da gelebt hat weiß,
alles ist etwas relaxter als anderswo. Kleinere
Zwischenfälle sind zwar lästig, aber kein Problem
ist so groß, dass es nicht gelöst werden
könnte. So wie der Motorschaden an meinem
Schulbus. Angekündigt hat er sich schon
länger, aber so richtig kaputt gegangen ist
er erst viel später. Eine ganze Zeitlang nutzte
ich den ollen 8 Zylinder mit einem Hubkolben
weniger und als mit der Zeit noch zwei weitere
Zylinder den Betrieb einstellten, musste ich
ihn doch wohl oder übel in der Boxengasse
vor unserem Haus abstellen. Hätt ich mich
früher kümmern sollen, aber so schlecht lief
er ja über die Monate, mit erst einem Zylinder
weniger, auch wieder nicht. Wie immer, war
der Zeitpunkt natürlich extrem ungünstig, da
ich Manu auch schon länger vertröstet hatte.
Und zwar wegen ihrem Schulbus, mit dem
sie in regelmäßigen Abständen zum hiesigen
Markt zuckelt um ihre Kinderklamotten an die
Frau zu bringen. Jedenfalls hatte ich ihr da
schon vor Monaten versprochen eine Markise
anzudengeln, damit die Verkaufsfläche größer
ist und ihr nicht ständig die Sonne aufs Hirn
bretzelt. Der Innenausbau war schon lange
fertig und auch die Stromversorgung war auf
dem neuesten Stand. Was soviel bedeutet
wie: Zusatzbatterie in Verbindung mit ner
12 V-Funzel – reicht. Aber immerhin Solar. Okay,
vielleicht wäre das nicht nötig gewesen, aber
da hatte ich noch ein kleines 20 Watt-Panel
übrig, was ursprünglich in Texas mal meinen
Leuchtturm befeuert hat. Den Motorschaden
habe ich jedenfalls erst mal gut sein lassen und
die Markisen rangefummelt. Übrigens zwei und
nicht eine lange. War eigentlich ne Notlösung,
weil es in den Abmessungen keine passende
gab, aber letztendlich von Vorteil, weil die viel
stabiler stehen, wenn mal wieder eine steife
Brise vom Meer kommt. Angestrichen hat Manu
den Bus übrigens dann auch noch, aber damit
hab ich nix zu tun. Über Geschmack lässt sich
ja streiten, mehr sag ich dazu aber lieber nicht.
Originell ist er jedenfalls, das ist unbestritten.
Nix geht mehr.
Manu und „Emma“ unterwegs, mehr Infos unter www.JustKiddies.com
AUFBRUCHSTIMMUNG | NEUES VON DEN REIMANNS 111
Tipps vom Meister
Alles wäre eigentlich entspannt zu erledigen
gewesen in diesem Jahr, wenn in einem schwachen
Moment nicht mein Interesse für ein neues
Bordbuch-Projekt geweckt worden wäre.
Zuerst haben die von der Redaktion nicht so
richtig rausgerückt mit der Sprache. Geplant
wäre ein Allrad-Truck mit allem drum und dran
und da sollte ich mal kundtun, was aus meiner
Erfahrung da sinnvoll einzubauen wäre. Das war
ja erst mal harmlos und da helfe ich natürlich gerne
mit schlauen Ratschlägen. Erfahrungen habe
ich ja genug nach dem Ausbau meiner Greyhound-
Überlandbusse. Wenn ich gewusst hätte auf was
ich mich da einlasse. Ich sag euch, das war ne
echte Erfahrung, aber keine Ausbau- sondern
Reiseerfahrung, aber hierzu komm ich später.
Erst berichte ich euch, was meine Empfehlungen
waren, um das Fahrzeug optimal auszurüsten.
Jedenfalls meiner Meinung nach. Kann ja
jeder machen wie er will, aber vielleicht gibt es
ja noch jemanden der mit mir einer Meinung ist.
Die Ansage war jedenfalls, dass mit dem
Fahrzeug nicht Campingplätze in Mitteleuropa
angesteuert werden, um dort die Entsorgungsstationen
auf Tauglichkeit zu prüfen. Es sollte
dazu dienen die Ein- und Ausbauteile auf
ihre Funktion und Praxistauglichkeit, unter
erschwerten Bedingungen, zu testen. Dafür
Das waren noch Zeiten. Alt aber bezahlt.
Im Hintergrund unser alter Greyhound.
Das eigentliche Konzept
macht so ein Fahrzeug ja auch Sinn. Brauchst
ja keinen Allrad-Laster, um allen zu beweisen,
dass die nasse Wiese am Campingplatz in
Buxtehude problemlos zu befahren ist. Was
mir aber erst mal keiner erzählt hat, dass ich
die Karre auch noch unter genau diesen beschwerlichen
Bedingungen selbst fahren soll.
Das kam später. Ich sag nur „45 Grad, zuerst
trocken und heiß und dann auch noch feucht,
wie in meiner Sauna nach dem Aufguss, und
das alles fern der Heimat“, aber noch war ich ja
entspannt und frohen Mutes. Das Gute diesmal
war, dass ich nicht selbst bauen musste. Für
mich eigentlich ganz ungewohnt nicht selbst zu
werkeln, aber ich hätte auch keine Zeit gehabt
und interessant war es allemal zu sehen wie
die anderen das machen.
So machen es die anderen
So hab ich es gemacht …
… und das ist dabei rausgekommen.
Da staunt ihr was!?
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NEUES VON DEN REIMANNS | AUFBRUCHSTIMMUNG
Immer cool bleiben
Wie immer erst mal zu meinem Spezialthema
der Kältetechnik. Da kenn ich mich als Kälte-
Fuzzi am besten aus, und das nicht nur, weil ich
da ne Ausbildung zu habe. Im ollen Greyhound,
der jetzt bei FrankanaFreiko steht, konnte ich da
einiges an Erfahrung sammeln. Da sind gleich
drei Anlagen verbaut in Staukasten-Ausführung.
Die waren aber auch nötig, da viele einfache
Fensterflächen auch viel Kältebrücke bedeutet
und auch sonst war der Kübel, bei immerhin 11
Meter Länge, eher spärlich isoliert. Klar ist, bei
einem wesentlich kürzeren und komplett isolierten
Wohnaufbau mit doppelt verglasten Fensterflächen,
sieht es ganz anders aus. Gerechnet auf
die Fläche sollte deshalb eigentlich eine Klima
reichen. Am besten auch wieder im Staukasten.
Da ist sie unsichtbar zu installieren und über
Schläuche kommt die Kaltluft auch da an, wo sie
am meisten Sinn macht. Optimal wäre, wenn die
Anlage auch während der Fahrt funktionieren
würde. Es ist nämlich nicht zu unterschätzen
wie sich ein isolierter Wohnaufbau während
der Fahrt aufheizt. Am Abend bekommst du
die Hitze dann gar nicht so schnell wieder
raus. Deshalb ist es am besten, wenn sich der
Innenraum gar nicht so stark aufheizt. Wenn
hinten noch Sitzplätze sind oder ein Hund mit
an Bord ist, geht es eh nicht anders. Da die
Anlagen aber immer auf 230 V ausgelegt sind,
muss hier etwas genauer überlegt werden,
immerhin wird für die Umwandlung von 12 V auf
230 V nicht unerheblich Strom von der Lichtmaschine
abgezapft.
Wir hatten alles verbaut.
Kompressor und Absorber.
Eine Kompressor-Kühlbox
ist eine gute Entscheidung
Schwierige Entscheidung
Wo wir schon bei der Kühlung sind. Kühlschrank
oder Kühlbox, Absorber oder Kompressor?
Das ist eine gute Frage. Ich hatte beim
letzten Bus eigentlich ganz gute Erfahrungen
gemacht mit dem Absorber. Hat mich selbst
gewundert, da die Kisten eher ein Kompromiss
waren. Gingen und gehen mit Gas, das meistens
eh an Bord ist und während der Fahrt mit 12 V.
Da beim Absorber-System erst mal aus Wärme
Kälte gemacht werden muss, könnt ihr euch
schon vorstellen, dass nicht ganz so der tolle
Wirkungsgrad rauskommen kann. Wie gesagt,
hat ganz gut funktioniert, aber war natürlich
träger als ein Kühlschrank mit Kompressor.
Der funktioniert wie euer Kühlschrank
daheim, nur eben mit 12 V. Laufgeräusch
ist natürlich da, aber bei den neuen Geräten
eigentlich kein Thema. Deshalb würde
ich bei einem solchen Ausbau, bei dem
auch Solar auf dem Dach ist zu einem Kompressor-Kühlschrank
tendieren. Was sich aber
in jedem Fall bewährt hat, ist auch eine Kühlbox
zugänglich von außen. Erstens vergrößert
eine Box die Kühlkapazität erheblich
und du musst nicht immer ins Fahrzeug
krabbeln nur um eine Dose Bier zu holen.
Klar, eine Box ist nicht immer praktisch, da
meistens was du suchst ganz unten liegt,
aber das ist auch wieder ein Vorteil. Machst
du die Box auf, bleibt die kalte Luft drin.
Beim Kühlschrank fällt erst mal ein Großteil
nach unten raus. Haltet mal eure Hand zuhause
unter die Kühlschranktür und macht
diese auf. Werdet euch wundern, wie viel kalte
Luft da flöten geht. Muss ja alles wieder mühsam
ausgeglichen werden. Kostet logischerweise
alles Energie und deshalb ist eine Box, wenn
auch nicht praktischer, immer wirtschaftlicher
als ein Schrank. Am besten also beides.
AUFBRUCHSTIMMUNG | NEUES VON DEN REIMANNS 113
Der Dschungel ruft
Vielleicht kann ich hier mit einem guten Tipp weiterhelfen
Grade hatte ich es erwähnt. Thema Solar
ist eigentlich bei mir seit Jahren gesetzt. In
meiner Dschungelbar rüste ich jetzt auch um.
Da habe ich in Düsseldorf auf der Messe einen
Kompressor-Kühlschrank mit Auszug gesehen.
Aber nicht die ganze Box zum rausziehen, so
hatte ich es beim Greyhound. Da war die Box
auf Schienen, nein hier bleibt das Gehäuse
fest montiert und der Inhalt fährt raus. Wie ne
Schublade aus dem Schrank. Find ich genial. Da
verliert man weniger kalte Luft und trotzdem
ist alles übersichtlich. Die Box will ich jedenfalls
auch mit Solar betreiben. Funktionierte
an den Bussen absolut problemlos und warum
soll ich extra ne Stromleitung in den Dschungel
legen? Für zusätzlich etwas Licht wird die
Anlage schon reichen, gibt ja jetzt LED. Ich
schweife ab, aber die Technik spart ja schon
richtig Strom. Bei der Größe der Anlage kommt’s
einfach drauf an, was so an Strom verballert
wird. Klar, zwei Kompressor-Geräte am laufen
zu halten und auch Dachlüfter, Beleuchtung,
Wasserpumpe, das summiert sich dann doch.
Ich hatte bei meinem Bus zuletzt etwa 300 Wp
an Leistung. Wenn der Kühlschrank als Absorber
läuft, glaube ich, dass auch die Hälfte an Strom
locker reicht. Kommt drauf an, ob ihr ne TV/
SAT-Anlage am laufen habt. Ich bin ja eher
der Petroleum-Funzel, Lagerfeuer Typ. Müsst
ihr einfach selbst abschätzen, für den Allradler
war mein Tipp 300 Wp. Nicht, dass mir hinterher
Klagen kommen, wenn die Cola lauwarm ist.
Immer genug Saft an Bord
Um beim Thema Energieversorgung zu
bleiben. Leidiges Thema war schon immer
die Batterie. Früher habe ich mir immer ne
einfache Autobatterie in den Aufbau gestellt.
Hat funktioniert, aber was hatten wir schon
groß an Verbrauchern. Ein wenig Licht, ne
kleine Tauchpumpe und das war ’s auch schon.
Das hat funktioniert, weil der Akku auch
nicht großartig belastet wurde. Sieht heutzutage
anders aus und deshalb hatte ich bei
meinen letzten Ausbauten auch Gelbatterien
an Bord. Da musste ich kein Wasser kontrollieren
und nachfüllen, die wurden einfach verstaut
und über die Jahre musste ich mir keine
Gedanken machen. Vermutlich tun die immer
noch ihren Dienst. In letzter Zeit sprechen
jetzt aber alle von Lithium-Batterien. In
meinen Akku-Schraubern sind die auch verbaut
und wenn du da ne gute Marke hast ist es
schon erstaunlich, was die an Leistung spei-
chern können. Ob das bei den großen Batteriesätzen
für Wohnmobile ähnlich ist kann
ich euch nicht sagen. Nur billig, hab ich
gesehen, sind die nicht. Wer die Power braucht,
für den ist das bestimmt eine Alternative
ansonsten wahrscheinlich eher ein Rechenexempel,
ob sich die Investition lohnt. Nach
meinem letzten Stand sind im Testfahrzeug
aber solche verbaut. Eine Brennstoffzelle
verrichtet auch ihren Dienst und speist in
Verbindung mit den Solarzellen die Aufbaubatterien.
Mal gespannt, wie das alles so
funktioniert.
Ohne Druck nix Wasser
Oben hatte ich schon mal die Tauchpumpe
erwähnt. Macht heute glaube ich keiner mehr,
oder wenn, dann nur noch bei den kleineren
Fahrzeugen oder in nem kleinen Wohnwagen,
wo ein Kanister für die Wasserversorgung ausreicht.
Ansonsten sind das, glaube ich, alles
Druckpumpen. Auf dem Gebiet hat sich aber auch
ganz viel getan. In meinem Ami-Wohnwagen,
dem Airstream, hatte ich eine solche Druckpum-
pe der ersten Stunde verbaut. Profimäßig mit
einem Ausgleichstank, damit der Wasserfluss
gleichmäßiger war und die Pumpe nicht ständig
losgelegt hat. War okay, aber wenn die Pumpe
am frühen Morgen angelaufen ist hat auch gleich
der ganze Campingplatz gewusst, dass einer bei
den Reimann’s duscht. Ist heutzutage kein so
großes Thema mehr, da auch hier – wie überalldie
Elektronik Einzug gehalten hat. Heutzutage
wird bei modernen Pumpen scheinbar die Drehzahl
geregelt, macht ja eigentlich auch Sinn
und die Dinger laufen erheblich leiser. Wo wir
grade bei der Wasserversorgung sind. Kennt ihr
das mit dem Stecksystem für die Warm- und
Kaltwasserschläuche. Hab ich zum ersten Mal
beim letzten Ausbau benutzt. War erst skeptisch,
aber hab dann, an einem Tag, mein komplettes
Fahrzeug mit den Schläuchen versehen. Da
hat wirklich mal einer ne gute Idee gehabt,
undicht ist das Ganze über die Jahre auch
nicht geworden.
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NEUES VON DEN REIMANNS | AUFBRUCHSTIMMUNG
Nicht so ganz erlaubt
Wo wir grade beim warmen Wasser sind. Ich
hatte ja bei meinem Bomber einen Durchlauferhitzer
eingebaut. War, bzw. ist in USA der
Standard. Hahn aufdrehen und dann geht’s ab.
Wenn Du da nachts vor der Karre stehst, siehst
Du richtig den Flammenwerfer in der Seitenwand.
Hat aber gut funktioniert, ist aber in
Deutschland glaube ich gar nicht erlaubt. Wenn
ich es mir recht überlege, vielleicht hier auch
nicht, nur interessiert es keinen da man sein
Fahrzeug, wenn es fertig ist, gar nicht zur
Überprüfung vorzeigen muss. Jedenfalls ist das
System extrem effektiv, aber soweit ich das beurteilen
kann, nicht gerade energiesparend. Das
interessiert über dem großen Teich eh keinen
so richtig. Hier isoliert auch keiner die Fenster.
Das Problem wird mit einer stärkeren Klimaanlage
gelöst. Was ich da schon mit den Leuten
diskutiert habe könnt ihr euch nicht vorstellen.
Zurück aber zum Thema. Ich vermute, dass in das
Fahrzeug eine Kombianlage für Warmwasser und
Heizung eingebaut wird. Habe ich mir beim letz-
ten Besuch auf der Caravan-Messe mal angeschaut.
Macht eigentlich auch Sinn das so zu kombinieren,
wahrscheinlich wird da ein Brenner für beides
eingesetzt. Wenn alles gut isoliert ist, bleibt das
Brauchwasser auch lange auf der eingestellten
Temperatur. Hab gesehen, da gibt es dann auch
eine Fernbedienung mit Digitalanzeige für und ne
APP. Damit hab ich aber nix zu tun. Manu hat
sich das Ganze interessiert angehört, aber ich
hab nur Bahnhof verstanden. Sie meinte das
wäre doch ganz easy, aber ich muss mich in die
Materie erst mal langsam einarbeiten. Unter uns
gesagt, bis letztes Jahr hatte ich gar kein Handy
wo eine sogenannte APP hätte laufen können.
Es gibt angenehmere Termine
Gibt doch immer was Neues. Wenn einer meine Karre
stiehlt, schick ich meinem Gefährt eine SMS und es
bleibt einfach stehen. Dann schau ich wo er stehen
geblieben ist und hol mir einfach meinen Hut wieder,
und dem Fahrer hau ich auf die Mütze.
Dem Inschtalatör is nix zu schwör
Bleiben wir aber bei Gas-Wasser-........
Eigentlich steh ich ja auf das Zerhackerklo.
Nein, natürlich sitze ich, aber ihr wisst schon.
Das ist nicht das Plumpsklo, mit ner Cassette
drunter zum Ausleeren sondern ein richtiges
Klo, wo das Geschäft dann irgendwo in einen
Tank gepumpt wird in dem Abwasser und Fäkal
zusammen kommt. Ist in USA, soweit ich weiß,
in jedem Reisemobil so. Zwar nicht so edel wie
bei meiner Zerhacker-Version sondern auch eher
System Plumpsklo, nur eben direkt in einen
Tank. An der Versorgungsstation wird dann
einfach ein großer Schlauch angeschlossen und
los geht’s. Ich finde es praktisch, aber soweit
ich das von hier beurteilen kann, ist in Europa
der eigentliche Standard das Cassetten-System
zum separaten Ausleeren.
AUFBRUCHSTIMMUNG | NEUES VON DEN REIMANNS 115
Explosives Thema
Was dann noch fehlt ist die Gasversorgung.
Ich finde die Sache mit dem Gastank recht
clever. Da musst du nicht warten bis die
Buddel ganz leer ist. Wenn es passt, füllst du
den Tank einfach nach und zahlst auch nur
genau diese Menge. Bei den üblichen Flaschen
musst du eigentlich wenigstens zwei haben,
da du ja nicht immer grade dann eine Tauschstation
findest, wenn die eine Flasche leer ist.
Denn eines ist klar, leer wird die immer wenn
es grade regnet, mitten in der Nacht oder
zu jedem anderen unpassenden Moment. Und
wie gesagt, die Flaschen müssen getauscht
werden. Früher gab’s ab und an, Füllstationen
für die 11 kg-Standardflaschen, bin mir aber
nicht sicher ob das noch einer macht. Bei den
Tanks schon. Übrigens, auf der letzten Messe
hat mir ein alter Kollege gezeigt, dass es
jetzt – wie bei den Tanks auch – Gasflaschen
zum Nachfüllen gibt. Die sind etwas größer,
haben aber den Vorteil, dass die auch im Ausland
gefüllt werden können. Bei den Standardflaschen
war das immer ein Drama, jedenfalls
als ich noch unterwegs war. Aber auch dafür
gibt es zwischenzeitlich scheinbar ne Lösung.
Eine automatische Umschaltung zwischen zwei
Flaschen. Ist die eine leer, wird auf die volle
umgeschaltet. In der Zeit, in der du aus der
Ersatzflasche Gas entnimmst, kannst du Dich
auf die Suche nach einer Umtauschstation
machen. Das Problem, dass immer im ungünstigsten
Zeitpunkt das Gas ausgeht ist somit auch
gelöst. Jedenfalls dann, wenn du nicht wartest
bis die zweite Flasche auch am Ende ist. Und wer
gasmäßig alles richtig machen will, der installiert
noch einen Gaswarner. Denn irgendwie
bleibt bei Gas doch immer ein komisches
Gefühl. Apropos komisches Gefühl. Weiß ja
nicht, ob wir das in Australien brauchen werden,
aber eine Alarmanlage hatte ich schon
bei meinem alten Greyhound eingebaut!
Nicht, dass mir noch einer meinen Hut stiehlt.
Und wenn doch, dann gibt’s angeblich ein
Gerät, mit dem kann man orten, wo das
Fahrzeug sich gerade befindet und per Knopfdruck
dreh ich dem Dieb und Stehler dann
einfach den Saft ab. Da bleibt die Karre
dann einfach stehen. Ist doch clever. Funktioniert
irgendwie mit GPS glaub ich, kann
also gar nix passieren, meinen Hut bekomm
ich wieder.
Die Gasbuddel hatte ich verbaut …
... hat mir aber der Kollege in Düsseldorf gezeigt, dass es nicht nur Tanks, sondern
auch normale Flaschen in der Bauweise gibt. Mal ab und zu auf Messe gehen ist
gar nicht so verkehrt.
Eigentlich keine Zeit
Soweit waren das meine Ratschläge und
Gedanken im Vorfeld zu besagtem Testfahrzeug.
Hatte gedacht, mit einigen Tipps und
schlauen Sprüchen wäre die Sache eigentlich
auch erledigt, aber dem war nicht so. Als
ich kurz darauf eine technische Frage hatte –
kommt selten vor, aber ich kann ja nicht alles
wissen – und bei der Bordbuch-Redaktion
anrief, ließen sie die Katze aus dem
Sack. Ob Manu und ich nicht Lust hätten den
Truck in Australien zu fahren. Nicht die ganze
Tour, aber ob wir nicht wenigstens ein Teilstück
übernehmen könnten. Zuerst fiel mir natürlich
die ganze Arbeit hier auf dem Grundstück ein
und auch mein lädierter 8 Zylinder, der in der
Boxengasse sein jämmerliches Dasein fristete.
Aber so ganz abgeneigt war ich eigentlich
nicht. Wir waren ja jetzt schon länger nicht
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NEUES VON DEN REIMANNS | AUFBRUCHSTIMMUNG
mehr unterwegs gewesen und so ein wenig
rumfahren im Wohnmobil und dazu auch noch
in Australien hörte sich nicht so schlecht an.
Am Abend versuchte ich dann Manu davon zu
überzeugen, was erst mal nur halblebig funktionierte,
aber es war ja auch noch etwas Zeit.
Denn dazwischen war noch die Messe in Düsseldorf.
Auf besagtem Caravan-Salon sollten wir
das Fahrzeug auch erstmals zu Gesicht bekommen.
Ich war gespannt, und was ich zu diesem
Zeitpunkt weder wusste noch ahnte, dass wir
eigentlich fest eingeplant waren für Australien.
Um uns letztendlich zu überzeugen, gab es auch
einen ausgeklügelten Plan. Hierzu ging es vor
der Messe auf ein altes Bundeswehrgelände.
Und da standen dann auch, wie zufällig, zwei
Allrad-Reisemobile zur Testfahrt bereit. Ein
Unimog und ein ATEGO, der fast genauso auf-
Die Fahrzeuge stehen bereit
Ganz schön hoch die Karre … … und ziemlich viele Schalter und Anzeigen. Letzte Tipps bevor es losgeht
AUFBRUCHSTIMMUNG | NEUES VON DEN REIMANNS 117
Die ersten Meter geht es noch über Asphalt, dann wird es ungemütlich.
Manu ist noch skeptisch …
sowieso, aber als dann auch noch Manu das
Steuer übernommen hatte war die Sache eigentlich
klar. Gespannt waren wir dann noch auf den
nächsten Tag, da wir auf der Messe zum ersten
Mal genau das Fahrzeug im Original sehen sollgebaut
war wie das Australien-Fahrzeug. War
schon ein imposanter Anblick und als es dann
über matschige Wege auf das Allradgelände
ging, war ich zugegeben schon begeistert.
Naja was soll ich sagen. Mein Ding ist das
... aber nicht lange.
ten. Habe dann inspiziert was alles umgesetzt
wurde, von dem was ich mit den Jungs
ausgeklügelt hatte und dann ließen wir die
Bordbuch-Redaktion noch bis zum
nächsten Tag zappeln.
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NEUES VON DEN REIMANNS | AUFBRUCHSTIMMUNG
Ich wollte eigentlich die grünen aber Manu war mal wieder vernünftig und meinte für
ne olle Latzhose sind die dunklen besser. Wahrscheinlich hat sie mal wieder recht.
… kaum zu übersehen, dass es ein Testfahrzeug ist.
Scheinbar war das Bordbuch-Team sicher, dass wir für Australien zusagen.
Unsere Namen waren jedenfalls schon aufgeklebt
AUFBRUCHSTIMMUNG | NEUES VON DEN REIMANNS 119
Ganz schön groß
Während Manu sich im Innenraum breit macht, steig ich mal nach oben.
Wir haben zugesagt
Ja, wir kommen nach Australien und übernehmen
einen Teil der Tour! Das war nun die Ansage.
Vielleicht war es etwas unüberlegt, da bis
zur Tour nur noch wenige Wochen Zeit waren
und wir doch immer einiges um die Ohren haben.
Die Reimanns im TV
Ab 26. Februar 2018
beginnt die nächste Staffel.
Genaue Sendedaten unter:
www.das-bordbuch.de
www.konny-island.com
„Sehen-Erkennen-Handeln“, manchmal muss
man auch mal etwas spontan entscheiden. Wie
gesagt, der Zeitplan war straff und so verlängerten
wir unseren Aufenthalt auf der Messe
und halfen erst mal weiter bei der Ausstattung.
Es kann losgehen. Australien wir kommen.
Irgendwo muss man ja auch sitzen können,
wenn man den Grill bewacht. Geschirr, Teller,
Töpfe, Pfannen, man glaubt ja nicht was alles
in so einem fahrenden Haushalt mitzunehmen
ist. Ihr wisst ja. Campen ist Haushaltsführung
unter erschwerten Bedingungen. Sind dann
jedenfalls den ganzen Tag noch rumgestromert,
um alles zu organisieren. Wahrscheinlich hätten
wir noch zwei weitere Tage gebraucht, aber
die Zeit war nicht. Wir mussten weiterziehen
und das Fahrzeug stand auch schon in den
Startlöchern, denn direkt nach der Messe ging
es auf’s Schiff nach Australien. Dauert ja auch
ne Weile, in dem Fall fast genau 6 Wochen vom
Ablegen in Bremerhaven bis nach Perth.
Übrigens nicht nur mit dem ganzen Material,
das wir ausgesucht hatten, ging es gen
Australien, das Fahrzeug war auch vollgestopft
mit allerlei Messinstrumenten, Überwachungselektronik
und hast du nicht gesehen. War ja
Testfahrt und so wurde alles natürlich festgehalten
und auch gleich alle Messdaten nach
Deutschland übertragen, um zu sehen, ob alles
auch bei extremen Bedingungen funktioniert.
Dabei ist mir dann auch gedämmert, dass wir
die schwierigste Route der drei Monats-Testfahrt
zu bewältigen hatten. Aber soviel will ich
gar nicht verraten. Im Frühjahr kommt es im
TV! Die wollten sich das natürlich auch nicht
entgehen lassen. Irgendwie glauben die, dass
immer was passiert wenn wir unterwegs sind!
Lasst Euch überraschen wie es uns so ergangen
ist, da ganz unten in Australien.
Und nicht vergessen!
Immer locker bleiben.
Euer Konny
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NEUES VON DEN REIMANNS | AUFBRUCHSTIMMUNG
Das Bordbuch unterwegs
Das Bordbuch bietet Informationen rund
um das Thema Reisemobil, Caravan, Camping
und Freizeit. Produkte erklären und vorzustellen
ist ein Teil unserer Arbeit. Produkte,
zusammen mit den einzelnen Herstellern auch
immer weiter zu verbessern ein anderer.
Zu diesem Zweck wurde 2017 das Projekt
„Produkt-Erprobung unter erschwerten Bedingungen“
ins Leben gerufen.
Die Idee war, Produkte der Bordbuch-
Partner in einem Expeditionsfahrzeug zu verbauen
und auch unter Extrembedingungen
zu testen. Denn nur, wer die Grenzen seiner
Produkte kennt, kann die Entwicklung weiter
vorantreiben. Auch im normalen Reisealltag
sind die Ansprüche an das Material immens.
Caravans sind unterwegs in Norwegen. Nicht
selten bei starken Minustemperaturen, um bei
der nächsten Reise, wenn die Fahrt gen Südfrankreich
geht, im Innenraum fast 50 Grad
zu erreichen. Setzt Regen ein, dann steigt
die Feuchtigkeit im Innenraum sprunghaft
an, ebenso wenn das Nudelwasser vor sich
hinköchelt. Ähnlich ist es bei Reisemobilen,
hier sind die Bedingungen zumeist noch etwas
höher angesiedelt. Im Kastenwagen werden
auch mal schlechte Wegstrecken benutzt, und
auch normale Reisemobile biegen in unebene
Pfade ab, um den Stellplatz für die Nacht zu
erreichen. Nun gibt es aber auf der Welt nicht
allzu viele Reiseländer, wo subtropische Verhältnisse
mit hoher Luftfeuchtigkeit, und
gleichzeitig die Wüste mit ihren extremen Tag/
Nacht Temperaturen mit trockener Hitze, nicht
weit auseinanderliegen. Darüber hinaus war
der Anspruch die Testfahrten nicht nur unter
extremen klimatischen Herausforderungen
durchzuführen, sondern auch unter erschwerten
Streckenbedingungen. Somit war klar, die
Erprobungen werden 2017/2018 in Australien
durchgeführt, um unter den oben beschriebenen
Bedingungen zu testen und 2018/2019 in
Neuseeland wo die Wintertests anstehen, um
auch hier soviel wie möglich an Erfahrungen
zu sammeln, um diese in die Produkte der
Zukunft einfließen lassen zu können.
Ihr Team vom Bordbuch.
AUFBRUCHSTIMMUNG | NEUES VON DEN REIMANNS 121
Ausgestattet mit Produkten
unserer Bordbuch-Partner
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NEUES VON DEN REIMANNS | DAS INTERVIEW
i
Konny Reimann
baut sein Traum-Mobil
Die Geschichte vom Ausbau
des alten Greyhound-Busses
zum XXL-Wohnmobil können
Sie online im Internet
nachlesen unter:
www.das-bordbuch.de
DAS INTERVIEW | NEUES VON DEN REIMANNS 163
Das Interview
Viele Jahre sind Manuela und Konny Reimann beim Bordbuch mit an Bord. In der Zeit wurden viele Projekte
realisiert. Die beiden Greyhound Busse wurden umgebaut und es ging damit auf große Tour. Immer wieder auch mit
dabei ein Filmteam von Constantin Entertainment aus München, das für RTL 2 die Ausbauer-Abenteuer von „Meister
Konny“ in Bild und Ton festhielten. Auch die dann folgenden Reisen der beiden mit ihrem umgebauten Greyhound-Bus
in den USA, wurden von uns im Bordbuch dokumentiert und parallel in die deutschen Wohnzimmer übertragen.
Die Ausbautipps und zumeist ungewöhnlichen Reiseerfahrungen der beiden Auswanderer kamen beim TV-Publikum und
bei unseren Lesern sehr gut an. Dies bestätigte sich auch, als die Reimanns den Bus im Rahmen ihrer Europatour auf
dem Caravan-Salon in Düsseldorf offiziell vorstellten. Eine Stunde war geplant und es wurde der ganze Tag daraus.
Auch die dann folgende Europatour mit dem Greyhound war ein voller Erfolg und so entstand die Idee, die beiden auf
ganz große Tour zu schicken. Vielleicht haben Sie es – wie die über 1,5 Millionen Zuschauer an den Bildschirmen –
auch im TV verfolgt. Mit einem Atego 4 x 4 Reisemobil, ausgestattet mit den Produkten unserer Bordbuch-Partner,
ging es für 5 Wochen durch das australische Outback. Es wurde und war keine Erholungsreise, aber das war allen
Beteiligten klar. Wer freiwillig im Sommer im Zentrum Australiens unterwegs ist, hat sich entweder in der Reisezeit vertan
oder einen Grund. Für uns und unsere Partner, deren Produkte im Bordbuch vertreten sind, war der Anspruch
ganz klar. Wie verhalten sich die einzelnen Produkte unter extremen Einsatzbedingungen. Kein Prüfstand simuliert
45 Grad Außentemperatur unter schwierigsten Pistenverhältnissen. Wie dem auch sei. Die Reimanns haben die
Tour gemacht, ihre Geschichte war im TV und wir haben unsere Produktdaten, die während der Reise dokumentiert
wurden. Und soviel sei an dieser Stelle schon verraten, es sind nicht die letzten Abenteuer unserer Auswanderer mit
dem Bordbuch-Truck.
In den letzten Ausgaben vom Bordbuch haben wir den Meister immer persönlich zu Wort kommen lassen.
Auch in diesem Jahr soll dies wieder so sein. Nur brauchen wir die ganze Australien-Tour hier nicht noch einmal dokumentieren.
Viel interessanter sind die Geschichten, die noch nicht im Frühjahr 2018 im TV zu sehen waren.
Aber das soll es nicht gewesen sein, wir haben Manu und Konny auch mal ganz persönliche Fragen gestellt. Erfahren
Sie auf den nächsten Seiten einiges mehr von den beliebtesten Auswanderern und dazu ganz nebenbei auch einiges
über Australien.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr Bordbuch-Team
164
NEUES VON DEN REIMANNS | DAS INTERVIEW
Die Camper Manuela und Konny Reimann
Konny war gerade 12 Jahre alt, als er sein Bonanza-Fahrrad sattelte, das Zelt wie einst Peter
Fonda hinten aufschnallte und in die Morgensonne radelte. Er und seine Kumpels stellten
schnell fest, dass sich Fische auch ohne Angelschein fangen lassen und ein Benzinkocher
weit mehr Power hat, als eine müde Spiritusflamme. Manuela machte zur gleichen Zeit Urlaub
im elterlichen Wohnwagen in „bella Italia“. Somit war der Grundstein gelegt und eines klar,
nachdem die beiden sich kennenglernt hatten, die schönste Urlaubsform ist im mobilen Heim.
Wie viele, fingen die beiden klein an, um sich langsam aber sicher zu steigern. Mit dem Zelt
ging’s los, dann irgendwann wurde die Aufsetzkabine auf den PickUp gezimmert. Um im Land
der unbegrenzten Möglichkeiten nicht nur begrenzt Platz zu haben, wurde ein Überlandbus
zum Wohnmobil hergerichtet. Im letzten Jahr traten dann die beiden ihren Job als Testfahrer
des 4 x 4 Bordbuch-Trucks an.
Na, wie lebt es sich so ohne Wohnmobil?
Manu: Als die Entscheidung gefallen war nach
Hawaii umzuziehen, haben wir unseren schönen
Bus verkauft. Wir dachten, dass es keinen Sinn
macht hier ein Wohnmobil zu haben.
Konny: Eigentlich stimmt das auch, da die
Insel klein ist, aber es spielt eigentlich keine
Rolle. Mal zum nächsten Strand und dort am
Wochenende einfach bleiben. Warum nicht. Ich
bin jedenfalls wieder dabei den kleinen orangenen
Schulbus, mit dem ich immer rumfahre,
zum Wohnmobil umzubauen. Klo habe ich schon
drin und die Klimaanlage macht auch schon
kalt. Wenn ich fertig bin zeig ich ihn her.
Ihr seid mit dem Bordbuch-Wohnmobil
im letzten Jahr unterwegs gewesen. Was hat
euch an dem Projekt Australien gereizt?
Konny: Zum ersten, weil es ein Truck ist und
Australien kannten wir ja noch nicht.
Manu: Auch, weil das Fahrzeug ausgerüstet war
für alle Eventualitäten. Ich hatte das Gefühl,
dass alles möglich ist. War dann ja auch so.
Man fühlte sich auch irgendwie sicher.
Wie war es dann als es los ging?
Manu: Ich musste mich erstmal dran gewöhnen
an das Fahren. Man musste ins Führerhaus
klettern und alles war groß.
Konny: Und, dass Du auf der falschen Seite
gesessen bist.
Manu: Ja genau. Beim Linksverkehr sitzt der
Fahrer normalerweise ja rechts. Bei uns war das
Lenkrad aber links und ich als Beifahrer fuhr
am Mittelstreifen. Wenn da ein Road-Train entgegen
gekommen ist, war das erstmal komisch.
War der Linksverkehr eine große Umstellung?
Konny: Eigentlich nicht. Im Vorfeld hatte ich
mir mehr Gedanken dazu gemacht. Als es dann
soweit war hat es besser geklappt als befürch-
tet. Komisch war es höchstens, wenn du auf
eine T-Kreuzung zufährst zum Abbiegen. Dann
musst du kurz überlegen, oder im Kreisverkehr.
Manu: Nur ganz wenige Male musste ich Konny
korrigieren, aber da war dann auch keiner.
Vielleicht ist es auch einfacher, wenn mehr
Verkehr ist. Da konzentriert man sich ganz
anders, wie wenn einem nur alle halbe Stunde
einer entgegenkommt.
Wie war eure Vorstellung von Australien?
Manu: Alle, mit denen ich im Vorfeld darüber
gesprochen hatte, sagten mir: Pass auf wegen
der gefährlichen Tiere! Spinnen, Schlangen
alles ist giftig und so weiter. Da hatte ich aber
keine Panik. Meine Vorstellung war: Riesiges
Land/Rote Erde/ Kängurus und irgendwo in der
Mitte ist ein großer Berg.
Konny: Auch, dass es viel Steppe gibt und alles
ziemlich trocken ist. Und, dass die Entfernungen
gewaltig sind.
DAS INTERVIEW | NEUES VON DEN REIMANNS 165
Ohne Allrad geht hier nichts.
Wenn es in Australien regnet dann richtig …
… meistens sehen die Pisten im Outback aber so aus.
Wenn diese Überfahrt überschwemmt ist muss man genau peilen.
166
NEUES VON DEN REIMANNS | DAS INTERVIEW
Und wie war es dann?
Konny: Also, das mit den Entfernungen war
auch so. Da fährst Du ewig, aber so trocken
wie gedacht war es gar nicht. Viele Flüsse und
selbst im Zentrum von Australien regnet es
öfter als ich dachte und dann scheinbar richtig.
Überall stehen Schilder, dass man aufpassen
soll wegen Überflutung und so.
Manu: Ja genau. Das war teilweise erschreckend.
Bei manchen Senken war die Markierung
bis zu 2 Meter hoch. Ja und diese
LKW’s im Outback, das war der Hammer.
Was war da so anders als in USA?
Manu: Die in Amerika sind auch groß, aber die
in Australien ziehen noch 4 riesige Anhänger.
Das sind wirkliche LKW-Züge.
Konny: Davon wusste ich schon. Bei meinem
Ami-PickUp wollte ich mir in Deutschland einen
Bullenfänger selbst schweißen. Es gab damals
Filme von Crocodile-Dundy und da waren schon
diese Road-Trains ab und an mal zu sehen. Das
diente mir dann auch als Vorlage.
Wie hat es denn mit dem Fahren geklappt?
Konny: Ich bin ja die ganze Strecke gefahren.
Mit den vielen Schaltern und Funktionen musste
ich mich erstmal vertraut machen. Bei meinen
alten Klamotten war fast alles mechanisch. Da
hat nix automatisch zugeschaltet. Die Sperren
an der Vorderachse musste ich noch mit Hand
am Rad zuschalten. War hier einfacher. Schalter
drücken und los.
Manu: Es gab aber auch einige brenzlige
Situationen. Die Fahrt durch den Fluss zum
Beispiel, wo keiner wusste wie tief es war und
dann auch später in dem sandigen Bachbett,
als wir grade so wieder rausgekommen sind.
Konny: Ich fahre seit über 20 Jahren mit
Allrad. Das hat mir geholfen in der jeweiligen
Situation den richtigen Gang zu finden oder
die Sperre dann zuzuschalten.
Der Australier nimmt es locker …
… auch mit Geschwindigkeiten auf Sandpisten
Hier ist aber auch weit und breit keiner.
DAS INTERVIEW | NEUES VON DEN REIMANNS 167
In den endlosen Weiten des Outback ist unser Wohnmobil kaum zu erkennen.
Der australische Straßenzug
Wenn ihr einen australischen Road-Train nicht schnell wie möglich frei zu machen. Nicht nur,
in echt gesehen habt, könnt ihr euch das nicht weil er praktisch nicht ausweichen kann, sondern
vorstellen. Ich habe gehört, dass in Deutschland auch weil viele Reifen viele Steine durch die
jetzt sogenannte „Gigaliner“ erlaubt wurden, mit Luft wirbeln. An einer Tanke zwischen Darwin
25 Metern Länge und maximal 60 Tonnen. Hört und Alice Springs habe ich mir mal die Mühe
sich viel an, aber da krault sich der australische
Trucker nur ganz müde den Bart. Erst ab einer
Länge von etwa 37 Metern muss er überhaupt ein
Schild anbringen, dass er einen „Road-Train“ fährt
und erlaubt ist dann ein Gewicht von 132 Tonnen.
Ohne Zugfahrzeug versteht sich, das geht extra.
Vorgeschrieben sind mindestens 500PS und im
Outback ist dann die Geschwindigkeit auf 100
km/h begrenzt. Ich muss euch nicht erzählen
was passiert, wenn ein solches Geschoss auf
einer Piste entgegenkommt. Die siehst
du schon von weitem kommen.
Nicht den Truck, aber die
Staubwolke und dann
wäre es gut, die
Piste so
gemacht die Reifen zu zählen. Wenn ich mich
nicht verzählt habe, genau 86 Stück. Wenn die
abgefahren sind, ist für jeden Reifenhändler der
Tag gerettet. Angeblich haben die auf den Pisten
auch einen Bremsweg von bis zu einem Kilometer.
Jetzt ist auch klar, warum die meisten Kängurus
die man trifft welche sind, die tot am Straßengraben
liegen. Anhalten oder ausweichen, das
kann und macht kein Trucker. Deshalb machen
in
Australien auch die riesigen Vorbauten
Sinn. Ab und an steht nämlich auch
eine ausgewachsene Kuh auf der Piste
und dann wird es für Fahrer und Kuh
natürlich unentspannt. Wobei der Verlierer
feststeht und ganz klar ist, warum
ein Rammschutz in Australien
Bullenfänger
heißt und hier auch
erfunden wurde.
Mindestens 500 PS und max. 132 Tonnen, das ist die Vorschrift.
168
NEUES VON DEN REIMANNS | DAS INTERVIEW
Das Huhn ist noch zu erkennen
Es gibt ganz schön viele Tiere in Australien …
Mit denen ist nicht zu spaßen …
Alles halb so wild
Und die gefährlichen Tiere?
Manu: Ich hatte mir im ersten Laden ein Poster
besorgt, auf dem alle giftigen und gefährlichen
Tiere drauf waren. Das waren ganz schön viele,
aber in Texas gab es auch Skorpione und giftige
Schlangen. Vielleicht hat mir das geholfen.
Konny: Es ist ja eigentlich so, dass die Tiere
normalerweise abhauen. Nur wenn du direkt
drauflatscht oder sie in die Enge getrieben
werden greifen sie an. Letztendlich musst Du
fast Glück haben Tiere zu sehen. Alles halb so
wild, aber wo ich echt Respekt hatte war bei
den Krokodilen.
Welche Erfahrungen habt ihr mit Krokodilen
gemacht?
Manu: Gleich am Anfang waren wir auf einer
Krokodilfarm. Das war beeindruckend. Da hatte
ich ein Krokodilbaby auf dem Arm. Obwohl das
so klein war, hat man gespürt wieviel Kraft
das schon hat.
Konny: Das würde ich jedem raten bei einer
solchen Reise, sich das mal anzuschauen.
Wenn die gefüttert werden, dann kommen die
blitzschnell aus dem Wasser. Vorher siehst du
nur 2 Augen und dann geht´s ab. So schnell
kannst du nicht abhauen.
...richtig Kraft haben
schon die Baby-Krokodile.
Wie war es als ihr über den Fluss musstet?
Konny: Da waren Krokodile da, aber da der
Fluss Strömung hatte war ich der Meinung,
dass es kein Problem ist. Wäre das ein stehendes
Gewässer gewesen, dann hätte ich mehr
Bedenken gehabt.
Manu: Für mich war es erstmal schon komisch,
aber ich hatte mehr Angst irgendwo im Fluss
stecken zu bleiben. Der war schon groß und
die Überfahrt war lang und keiner wusste ja
was auf uns zukommt.
Manu: Nochmal wegen der gefährlichen Tiere.
Die ersten Tage hatte ich immer meine Wanderschuhe
an. Dann nur noch Flip Flops. Klar
ist das unvernünftig, wenn man darüber nachdenkt,
aber man wird auch lässiger.
DAS INTERVIEW | NEUES VON DEN REIMANNS 169
Das war knapp
Entweder rüber oder umkehren …
... es wird schon gutgehen.
Augen auf und durch. Den richtigen Gang einlegen und dann kann es losgehen.
Jeder Abenteurer und Allradfahrer wird dir
sagen. Fahr nie in oder durch einen Fluss,
den du nicht vorher genau unter die Lupe
genommen hast. Am besten vor dem Durchfahren
die Querung zu Fuß machen. Supertipp.
Was aber keiner sagt, was ist zu tun, wenn
Krokodile angekündigt sind. Das Beste in so
einem Fall ist, meiner Meinung nach, abzuwarten.
Und zwar so lange, bis einer kommt
der die Gegend kennt, den Fluss nicht zum
ersten Mal durchquert und wo du dann genau
sehen kannst wo der fährt und wie tief seine
Karre eintaucht. Blöd ist nur – wie in unserem
Fall – wenn keiner kommt. Durchwaten war
jedenfalls keine Option und so haben wir uns
entschlossen das Projekt zu starten. Ganz
wichtig ist, in etwa abzuschätzen in welchem
Gang der Fluss zu durchfahren ist. Und zwar
bis rüber. Schalten bedeutet Zugkraftunterbrechung
und das kann – je nach Untergrund
und Strömung – dazu führen, dass es nicht
mehr weitergeht. In unserem Fall mussten
wir die Automatik ausschalten. Den zweiten
Gang einlegen und das Mitteldifferential
sperren. Es konnte losgehen. Ein wichtiger
Ratschlag für alle, die mal in eine ähnliche
Situation kommen. Niemals zu schnell eintauchen
und eine Bugwelle erzeugen. Langsam
einfahren und immer mit dem Gas die
Geschwindigkeit regulieren. In unserem Fall
war ich eigentlich ganz entspannt. Der ATEGO
hat ordentlich Power und der Sechszylinder
(7,2 Ltr. Hubraum) ein gewaltiges Drehmoment
von 1200 Nm. Während Manu nach
Krokodilen Ausschau gehalten hat, habe ich
versucht die Richtung zu halten. Die Furt
war zwar lang, aber die Strömung nicht allzu
stark. Einmal tauchten wir kurz ab, da der
Untergrund aus großen Steinen bestand, da
war es kurz brenzlig, aber dann hat es doch
ganz gut geklappt. Übrigens noch ein Tipp
von mir als alter Allradler. Fahrt niemals eine
Durchquerung zweimal, weil es beim ersten Mal
so gut geklappt hat und die Heldentat keiner
fotografiert hat. Ihr wärt nicht die einzigen,
die dann ganz spektakuläre Bilder haben.
170
NEUES VON DEN REIMANNS | DAS INTERVIEW
Lässig ist das Stichwort. Das sagt man dem
Australier ja nach. Habt ihr das auch so
empfunden?
Manu: Ja, wir fanden den Australier schon
ziemlich relaxt und auch sehr nett. Jedenfalls
dann, wenn man ihn versteht (lacht). Der
Akzent ist schon gewöhnungsbedürftig. Ich hab
gerne zugehört und versucht was zu verstehen.
War aber oft nicht einfach.
Konny: Wir waren von Texas ja schon einiges
gewohnt, aber da hat man manchmal gedacht
es ist eine andere Sprache. Lässig und freundlich
waren die Leute immer. Triffst ja aber auch
nicht so viele.
Ihr seid auch quer durchs Land. Wie war das
mit den Entfernungen?
Konny: Ja genau, da fährst du manchmal den
ganzen Tag und kommst an zwei Road Houses
vorbei. Dazwischen ist nix. Da fragst du dich
schon, woher die Leute am Abend in der Bar,
kommen, wenn da voll ist.
Manu: Wir waren an einem Abend an einem
Roadhouse, da kamen zwei aus dem Busch, die
kamen mit ihrem Hubschraubern angeflogen,
um ein Bier zu trinken. Verrückt.
Die Outback-Tankstellen machen nicht immer den besten Eindruck.
Wie ist es, wenn dann unterwegs mal was
passiert?
Manu: Das können wir uns gar nicht vorstellen.
Die Versorgung geht nur mit dem Flugzeug.
Wie, wenn du bei uns einen Krankenwagen
anforderst, kommt da der Doktor geflogen. Die
Australier nennen das „Flying Doctor Service“.
Ist da ganz normal. Wenn du im Outback was
hast, dann landet das Team direkt bei dir auf
der Farm.
Konny: Da gibt es sogar Anweisungen wie du
dich verhalten sollst, wenn du einen Doctor
angefordert hast. Musst dann nach einer Stelle
Ausschau halten wo er landen kann und Steine
zur Seite buckeln, damit das auch klappt.
Würdet ihr Australien als Reisemobilland
empfehlen?
Konny: Australien musst du mit dem Reisemobil
bereisen. Alles andere ist Quatsch. Klar, wenn
du nur die Städte wie Sydney oder Melbourne,
oder den Ayers Rock anschauen willst und
keine Zeit hast, dann rentiert sich das nicht.
Aber im Land rumfahren, das musst du im
Wohnmobil machen.
Manu: Das Land ist ja riesig, wahnsinnige
Entfernungen und da gibt es auch nichts zu
wohnen. Da ist kein Hotel und die Unterkünfte
in den Road Houses sahen mir auch nicht grade
so komfortabel aus.
Konny: Außerdem kannst Du anhalten wo du
willst. Musst nix planen und kannst dein Reisetempo
so anpassen wie Zeit zur Verfügung
ist. Besser geht nicht. Aber es ist eigentlich
egal welches Land man besucht. Wer Land
und Leute kennenlernen will, muss mit dem
Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs sein.
Manu: Du erlebst auch mehr. Bist in der
Natur. Auf einem Platz in Australien waren
die Kängurus ganz nahe bei uns, da wo unser
Stellplatz war. Was nützt es, wenn du in deinem
Hotelzimmer sitzt.
Hier wird im Notfall die Straße zur Landebahn.
DAS INTERVIEW | NEUES VON DEN REIMANNS 171
Der Australier mag es rustikal … … ist manchmal schräg … … aber hat immer gute Ideen.
Wenn Euch einer fragt, wie lange er einplanen
müsste, um Australien rundum zu bereisen.
Was wäre eure Antwort?
Konny: Also ein halbes Jahr wäre schon gut.
Dann wird es sich vielleicht auch rentieren das
eigene Fahrzeug mitzubringen.
Manu: Wer hat schon so lange Zeit. Aber man
könnte ja aufteilen. Ich würde lieber nur 3 Monate
unterwegs sein. Vielleicht erstmal die Ostküste
machen. Ein halbes Jahr wäre mir zu lange.
Konny: Ich wäre gerne solange am Stück
unterwegs. Einfach mal in die Zeit reinleben.
Ohne Zeitdruck, das wär mal was. Aber ehrlich
gesagt hätte ich dann gerne mehr Platz. Da
wünsche ich mir unseren alten Greyhoundbus
zurück. Das wär genau das richtige.
Da es eine Testfahrt war, wurde die Reisezeit
im heißesten Monat gewählt. Gab es
Probleme mit der Technik?
Konny: Es hat mich selbst gewundert. Obwohl
es doch richtig heiß war und fast 50 Grad auf
der Uhr, hatten wir immer kalte Getränke. Ich
als alter Kältefuzzi hätte es nicht geglaubt.
Kühlschrank und die Kompressorkühlbox liefen
zwar praktisch rund um die Uhr, aber zu keiner
Zeit war die Cola warm. Ich hatte vorne ja ein
Display, auf dem alle möglichen Temperaturen
für die Testfahrt auch angezeigt wurden. Zum
Teil hatten wir im Technikraum, also wo alles
Equipment untergebracht war und auch die
Kühlbox drin stand, oftmals 60 Grad. Hat aber
alles funktioniert und die Box hielt 7 Grad.
Manu: Wir hatten während der Fahrt die Innenraum-Klimaanlage
laufen. Die war am Limit,
hat aber immer funktioniert.
Einfach mal so reingefahren
Die Tour war fast zu Ende. Wir sind in Alice
Springs, unserem Endziel, angekommen und
hatten noch etwas Zeit bevor es gen Heimat
ging. Also einfach mal raus in die Natur und
sich die Umgebung anschauen war die Parole.
Wie oft während der Tour, habe ich mich dann
doch gewundert wie grün es auch im Zentrum
Australiens ist, obwohl wir mitten im Hochsommer
unterwegs und die Flüsse fast alle ausgetrocknet
waren. An genau einem solchen Flussbett kamen
wir dann auch irgendwann vorbei und nach kurzer
Sichtung dachte ich mir, da fährst du jetzt
einfach mal rein. Eigentlich würde ich niemals
ohne Begehung – sozusagen auf Verdacht – drauf
losfahren, aber was sollte schon groß passieren.
Die Filmfuzzis waren dabei und Schaufeln hatten
wir auch genug. Weit sind wir aber nicht gekommen.
Schon nach den ersten Metern war mir klar.
Das wird eng. Während die Männer vom Fernsehen
noch entspannt alles im Bild festhielten und
guter Laune waren, wurde mir klar, die lachen
nicht mehr lange. Die schippen bald bei fast
50 Grad im Schatten, wo kein Schatten ist. Als
Beifahrer war an dem Tag mein Schwiegersohn
an Bord. Der hatte, glaube ich, als erster
die Situation erkannt und während wir uns
Zentimeter um Zentimeter vorwärts bewegten
und langsam aber sicher das erste Differential
Bodenkontakt aufnahm, wurde er immer
unentspannter. Alles war gesperrt. Differential
Mitte, Hinten, Vorne und mit der kleinsten
Untersetzung ging es zwar voran im tiefen
Treibsand, aber es war kein Land in Sicht. Mein
Schwiegersohn sah schon seinen Rückflug und
die Leute vom Film ihr Feierabendbier schwinden
und so machte ich das was in so einer Situation
am besten hilft. Rückwärts auf der eigenen Spur
wieder ans rettende Ufer.
172
NEUES VON DEN REIMANNS | DAS INTERVIEW
Kängurus sieht man selten
Was würdet ihr empfehlen. Reicht ein normaler
Camper oder sollte er Allrad haben?
Konny: Australien ist jetzt nach unserer
Erfahrung auch möglich mit einem normalen
Reisemobil. Es muss einem nur klar sein, dass
manche Strecken nicht zu fahren sind. Da wo
wir durch den Fluss gefahren sind, brauchst du
erst gar nicht hin. Auch irgendwo mal quer auf
der Piste ist kaum möglich. Wenn es da mal
regnet sitzt du fest.
Manu: Es gilt dann natürlich auch die Jahreszeiten
genau zu beachten. Wenn es öfter regnet
ist das Risiko ohne Allrad einfach größer.
Konny: Aber wer auf den normalen Straßen
bleibt, der kann sich auch ein normal angetriebenes
Reisemobil mieten. Vielleicht sind
die auch in einem besseren Zustand als die
Allradcamper. Unsere Filmfuzzis hatten solche
gemietet. Also die waren schon ziemlich betagt
und in einem dementsprechend – sagen wir
mal – gut gebrauchten Zustand.
War es mal eng mit dem Bordbuch-Truck?
Konny: Eigentlich sind wir immer überall gut
durchgekommen. Ganz am Ende der Reise. Ich
glaube es war der vorletzte Tag, haben wir
uns in einem ausgetrockneten Flussbett fast
festgefahren. Ich wollte erst aussteigen und
die Bedingungen checken, aber dann dachte
ich mir, das wird schon gehen und dann war
es haarscharf. Alles an Sperren und Untersetzungen
war im Einsatz um aus dem Treibsand
wieder rauszukommen. Es war knapp, aber
wenigstens mal wieder richtig Abenteuer.
Manu, was war für Dich ein ganz besonders
Erlebnis?
Manu: In Alice Springs waren wir in einem
Känguru-Waisenhaus. Da werden die Kinder aufgezogen,
deren Mütter gestorben sind. Das war
sehr beeindruckend, aber es geht einem auch
ganz nahe. Viele Kängurus werden ja überfahren
von Road-Trains, die nachts unterwegs
sind und nicht abbremsen können. Wenn die Kinder
überleben, werden die dann da aufgepäppelt.
Aber auch in Coober Pedy. Das fand ich cool. Die
Häuser unter der Erde in den alten Opalminen,
das war abgefahren. Bei einigen war nur ein
Ofenrohr zu sehen, das aus dem Boden ragte.
Der ganze Ort hatte etwas von Science Fiction.
Eine letzte Frage, die uns im Bordbuch-
Team alle interessiert. Hattet ihr im Nachhinein
irgendwann bereut für Australien
zugesagt zu haben?
Konny: Nein zu keiner Zeit. Nur hätten wir
mehr Zeit haben müssen. Wenn wir privat für
uns gewesen wären, dann hätten wir auch mehr
Zeit eingeplant.
Manu: Auch wenn es manchmal anstrengend
und auch heiß war. Australien war schön.
Manu und Konny, wir bedanken uns im Namen
aller Bordbuch-Leser für dieses Gespräch.
Unterirdische Kirche in Coober Pedy
Im Känguru-Waisenhaus
DAS INTERVIEW | NEUES VON DEN REIMANNS 173
Bombenstimmung in Coober Pedy
Manu fand Coober Pedy klasse. Das ist ein
Kaff mit gerade mal 1700 Einwohnern mitten
im nichts. Es ist heiß und staubig und irgendwie
kein Gebiet, wo ich meine Rente verjubeln würde.
Aber egal, irgendwann hat in diesem Landstrich
mal einer Opale gefunden und dann ging’s los.
Es wurden Stollen gegraben und scheinbar war
die Ausbeute nicht so schlecht. Es gibt nämlich
viele Erdlöcher und da die Einwohner an der
Oberfläche mehr geschwitzt hatten, als in ihren
Stollen, wurden diese kurzerhand zu Wohnraum
umgebaut. Das ist verrückt. Da gehst Du durch
eine Tür am Berg und stehst in der Diele. Kirche,
Kneipe, alles unter der Erde. Ich fand das auch
ganz okay, aber so richtig prickelnd war für mich
der Ausflug mit zwei Opalsuchern. Es ist nämlich
schon noch so, dass die bis heute buddeln. Naja
nicht nur, gesprengt wird unter der Erde auch und
da wurde ich hellhörig. Es dauerte auch nicht
lange bis wir zwei Strategen ausfindig gemacht
hatten, die am nächsten Tag loslegen wollten.
Morgens tauchten die Sprengmeister auch pünktlich
auf und los ging’s zur Mine. Naja, was soll
ich sagen. Das war genau meine Kragenweite.
Die Dynamitstangen mussten nämlich erstmal
gebastelt werden. Hierzu wurde eine Zeitung
gerollt, mit einem undefinierbaren Pulver gefüllt
und mit einer Zündschnur versehen. Angeblich
gibt es die Zutaten alle in der Drogerie und im
hiesigen Baumarkt zu kaufen. Ich war jedenfalls
erstmal mehr als skeptisch, ob da überhaupt was
knallt. Sehr vertrauenserweckend sahen mir weder
die zwei Bombenbauer noch die Dynamitstangen
aus. Aber ich habe meine Meinung ganz schnell
geändert, als wir gemeinsam die erste Zündung
durchführten. Das hat gleichmal so richtig ein
Loch in den Boden gehauen. Wenn die Dinger
unter Tage und gleich zu mehreren gezündet
werden, dann geht es richtig ab.
Die Zutaten gibt es im Baumarkt … … dann braucht man nur noch Zeitung und Zünder. Immer Augen auf sonst geht es einen Stock tiefer.
Die Reimanns im TV
Im Frühjahr beginnt
die nächste Staffel.
Im Bordbuch-Truck
durch Neuseeland.
Genaue Sendedaten unter:
www.das-bordbuch.de
www.konny-island.com
Hier lebt es sich gefährlich. Wer nichts findet macht
einfach woanders weiter. Zugeschüttet wird hier nicht.
174
NEUES VON DEN REIMANNS | DAS INTERVIEW
Das Bordbuch unterwegs
Das Bordbuch bietet Informationen rund
um das Thema Reisemobil, Caravan, Camping
und Freizeit. Produkte erklären und vorzustellen
ist ein Teil unserer Arbeit. Produkte,
zusammen mit den einzelnen Herstellern auch
immer weiter zu verbessern ein anderer.
Zu diesem Zweck haben wir das Projekt
„Produkt-Erprobung unter erschwerten Bedingungen“
ins Leben gerufen.
Die Idee war, Produkte der Bordbuch-
Partner in einem Expeditionsfahrzeug zu verbauen
und auch unter Extrembedingungen
zu testen. Denn nur, wer die Grenzen seiner
Produkte kennt, kann die Entwicklung weiter
vorantreiben. Auch im normalen Reisealltag
sind die Ansprüche an das Material immens.
Caravans sind unterwegs in Norwegen. Nicht
selten bei starken Minustemperaturen, um bei
der nächsten Reise, wenn die Fahrt gen Südfrankreich
geht, im Innenraum fast 50 Grad
zu erreichen. Setzt Regen ein, dann steigt
die Feuchtigkeit im Innenraum sprunghaft
an, ebenso wenn das Nudelwasser vor sich
hinköchelt. Ähnlich ist es bei Reisemobilen,
hier sind die Bedingungen zumeist noch etwas
höher angesiedelt. Im Kastenwagen werden
auch mal schlechte Wegstrecken benutzt, und
auch normale Reisemobile biegen in unebene
Pfade ab, um den Stellplatz für die Nacht zu
erreichen. Nun gibt es aber auf der Welt nicht
allzu viele Reiseländer, wo subtropische Verhältnisse
mit hoher Luftfeuchtigkeit, und
gleichzeitig die Wüste mit ihren extremen Tag/
Nacht Temperaturen mit trockener Hitze, nicht
weit auseinanderliegen. Darüber hinaus war
der Anspruch die Testfahrten nicht nur unter
extremen klimatischen Herausforderungen
durchzuführen, sondern auch unter erschwerten
Bedingungen. Der Bordbuch-Truck
wurde hierfür auf große Reise geschickt.
2017/2018 ging es bei fast 50 Grad Außentemperatur
unter extremen Bedingungen quer
durch Australien. 2019 geht es nun weiter
in Neuseeland. Zuerst durch Regenwälder und
später im Jahr zum großen Wintertest.
Ihr Team vom Bordbuch.
DAS INTERVIEW | NEUES VON DEN REIMANNS 175
Ausgestattet mit Produkten
unserer Bordbuch-Partner
92
NEUES VON DEN REIMANNS | NEUSEELAND-GESCHICHTEN
Neuseeland-
Geschichten
i
Konny
baut sein Traum-Mobil
Die Reimanns
unterwegs mit dem
Bordbuch-Testfahrzeug
online nachlesen unter:
www.das-bordbuch.de
NEUSEELAND-GESCHICHTEN | NEUES VON DEN REIMANNS 93
Das Bordbuch und die Reimanns.
Aus einer fixen Idee „mal etwas zusammen zu machen“ ist eine Erfolgsgeschichte geworden. Nicht nur viele Bordbuch-Leser waren über
die Jahre dabei, wenn Konny mal wieder eine ungewöhnliche Lösung an seinem Reisemobil ausprobiert oder mit guten Handwerker-Tipps weitergeholfen
hat. Parallel wurden die Projekte immer zur besten Sendezeit im TV ausgetrahlt. Die Reimanns und ihr Ausbau vom ollen Greyhound zu einem ganz
außergewöhnlichen Reisemobil wurde so einem Millionenpublikum präsentiert. Beim Besuch der beiden auf dem Düsseldorfer-Caravan-Salon nahm, gemeinsam
mit den TV-Machern, dann im Schatten des Machwerks eine vage Idee Gestalt an. Das Bordbuch rüstet mit seinen Partnerfirmen ein Fahrzeug
aus und Manu und Konny erkunden damit die Welt. Somit wären mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Zum einen wurden die Touren abseits
aller üblichen Routen geplant und so können die Bauteile unserer Hersteller auf Herz und Nieren im umgebauten Allrad-ATEGO getestet werden. Zum
anderen springt parallel für die TV-Zuschauer dabei eine spannende Story heraus. Gesagt, getan und so startete die Testfahrt und TV-Tour vor zwei Jahren
in Australien. Es wurde im Frühjahr dann eine ganze Staffel gezeigt und alle vorherigen Prognosen wurden übertroffen, da über 1,5 Millionen Zuschauer
den Bordbuch-ATEGO zusammen mit den Reimanns begleiteten.
Für alle Beteiligten war das gemeinsame Projekt ein voller Erfolg und Neuseeland das nächste große Ziel in Schlagdistanz. Das soll auch das
Thema in diesem Jahr sein. Während die Neuseeland-Folgen im Frühjahr bereits im TV wieder sehr erfolgreich angelaufen sind, präsentieren wir Ihnen
in diesem Bordbuch was nicht zu sehen war und die Bilder dazu.
Mal sehen, was Konny noch zu berichten hat. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr Bordbuch-Team.
94
NEUES VON DEN REIMANNS | NEUSEELAND-GESCHICHTEN
Neuseeland wir kommen
Schon ganz lange spiele ich mit dem Gedanken
nach Neuseeland zu reisen. Ganz früher,
als ich noch einiges jünger war als jetzt, ist
mein Kumpel bereits dorthin aufgebrochen. Den
Kontakt habe ich niemals ganz verloren und ab
und an doch mit dem Gedanken gespielt auch
an den „Rande der Erdscheibe“ auszuwandern.
Ist dann ganz anders gekommen, aber mir war
schon klar, dass Manu und ich uns wenigstens
einmal dorthin aufmachen müssen. Im letzten
Jahr bot sich dann die Gelegenheit, da der
Bordbuch-ATEGO von Australien aus nicht direkt
zurück nach Deutschland sondern weiter auf
Testfahrt durch Neuseeland fahren sollte. Da
haben wir dann nicht lange nachdenken müssen
und haben gerufen „Neuseeland wir kommen“.
Was ich bzw. wir über Neuseeland wussten, passt
glaube ich in das allgemeine Klischee. Schöne
Landschaft mit viel grün und viel Wasser drum
herum. Dazu wenig Einwohner, aber viele Schafe
und weit weg. Viel weiter geht glaube ich gar
nicht. Habe gelesen, wenn man von Deutschland
aus ein Loch bohren würde, käme man
Dann mal los
Wir sollten mit dem Testfahrzeug eine bestimmte
Route absolvieren, aber letztlich ist das
eigentlich auch die übliche Strecke die jeder
Tourist abfährt. Gelandet sind wir jedenfalls in
Christchurch, das liegt auf der Südinsel. Dann
ging’s die Küste auf der Ostseite etwas nach
unten und dann rüber zur Westküste. Hier mehr
oder weniger am Meer lang bis ganz ans obere
Ende der Südinsel, kurz nochmal rüber um den
Delphinen guten Tag zu sagen und von dort
aus auf die Fähre zur Nordinsel. Diese sollten
wir durchqueren, bis es ganz im Norden der
Nordinsel auch nicht mehr weitergeht, um von
dort wieder zurück gen Auckland zu fahren. Das
sollte dann auch unser eigentlicher Endpunkt
sein, da wir von da aus gen Heimat fliegen.
Ist ganz praktisch im Süden zu starten und
einfach aus dem Norden heimfliegen. Man
kann natürlich die Strecke auch anders herum
angehen. Kommt etwas auf die Jahreszeit an.
ungefähr in Neuseeland wieder raus. Das erklärt
auch, warum die Zeitverschiebung 12 Stunden
beträgt und dort Sommer ist und warm, wenn
in Europa alle im Wintermantel rumrennen. Das
trifft sich aber ja ganz gut. Wenn schon ewig
fliegen, dann besteht wenigstens die Aussicht
auf einen Sonnenbrand. Den haben wir dann
aber nicht bekommen, da wir die Entfernungen
doch etwas unterschätzt haben und die angedachten
3 Wochen viel zu kurz waren, um das
Camperleben mit ausgedehnten Spaziergängen
am Strand von Neuseeland so richtig zu genießen.
Dafür sind wir viel mit dem Wohnmobil
rumgefahren, haben viel gesehen und sehr
schöne Stellplätze mit nix außer Landschaft
fast überall gefunden. Entweder sind das dann
Plätze mit Klo und maximal sehr kalter Dusche,
oder aber auch mal mit nur Landschaft. Natürlich
gibt es auch richtige Campingplätze, aber
wenn schon, dann lieber das Naturerlebnis pur.
Kann ja jeder machen wie er will. Möglich ist
jedenfalls alles, denn der Neuseeländer ist selbst
überzeugter Camper.
Wir sind Ende Februar gestartet. Der Herbst
war also in Reichweite und somit klar besser
die Route im kälteren Süden zu starten und in
die Wärme des Nordens zu fahren. Ist schon
komisch, nicht nur die Jahreszeiten stehen hier
auf dem Kopf. Auch im Norden ist es wärmer
als im Süden.
Die Tour wird vor Ort geplant …
NEUSEELAND-GESCHICHTEN | NEUES VON DEN REIMANNS 95
Doch einiges
an Strecke
Unsere Route sah auf der Karte auf den ersten
Blick auch erstmal ganz entspannt aus. Wie auch
bereits in Australien, sollten wir uns aber doch
täuschen. Hier sind es zwar nicht die ewigen
Strecken die es zurückzulegen gilt, aber gerade
in den Bergen kommst Du auch nicht so richtig
voran. Außerdem ist auch in kurzen Abständen
entlang der Strecke immer ein Highlight
zum Anhalten zu finden. Nur mal so zum Vergleich.
Die direkte Strecke von Christchurch
nach Auckland sind ca. 1000 Kilometer. Wir
dagegen hatten am Ende der Reise knapp das
vierfache auf der Uhr. Ich will aber diesmal
nicht soviel quatschen. Auf den nächsten Seiten
einige unserer Highlights, aber eigentlich
solltet ihr selbst mal hinfahren. Es gibt viel
zu sehen da unten. Wenn es nur nicht soweit
weg wäre.
Freedom Camping
… Kleine Leute mit Frack haben hier Vorfahrt
Wer sich einen größeren Camper mietet, hat
normalerweise kein Problem. Für alle, die einen
kleinen günstigen Campingbus vor Ort kaufen
oder mieten wollen, sollten aber darauf achten,
dass dieser als „Self Contained“ registriert ist.
Zu erkennen auch an einem blauen Sticker, der
zumeist auf dem Heck des Fahrzeugs aufgeklebt
ist. Nur dann ist man berechtigt in Neuseeland
frei zu stehen. Ab und an stehen Hinweisschilder
und es wird auch regelmäßig vom Ranger über-
prüft. Wichtig also für alle, die nicht nur auf
Campingplätzen sondern auch frei in der Natur
stehen wollen.
Hoch oben in den Bergen Richtung Queenstown.
Fans von „Herr der Ringe“ finden hier einige Drehorte
und die vielleicht schönsten Stellplätze der
Welt. Nicht überall, aber hierher kommt nur wer
einen Allradantrieb hat.
Wer hier stehen will hat viel vom Land muss aber sein Klo selbst mitbringen …
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NEUES VON DEN REIMANNS | NEUSEELAND-GESCHICHTEN
Über die Berge Richtung Westküste.
Reisezeit beachten
und Wetterbericht checken
Bei schönstem Wetter über die Berge …
Wer Neuseeland bereist – und dies gilt vor
allem für die Südinsel – sollte flexibel sein in
seiner Reiseplanung. Wer Pech hat fährt, wenn’s
blöd läuft, dem Regen hinterher. Am besten den
Wetterbericht bei Ankunft checken und spontan
entscheiden, ob es Sinn macht sofort rüber an
die Westküste zu fahren. Ist dort gutes Wetter
angesagt am besten sofort die Gelegenheit
nutzen und hinfahren, denn das kann sich
schnell ändern. Problem ist, dass Neuseeland
lang und schmal ist, aber gleichzeitig auch
Berge mit fast 4.000 Meter (Zugspitze im Ver-
Beste Reisezeit
Die Meinungen gehen auseinander. Wie schon
erwähnt, sind die Neuseeländer selbst ambitionierte
Camper. Aus Mangel an erreichbaren
Alternativen wird mit Caravan, Zelt, Kind, Kegel
und Hund das eigene Land unsicher gemacht.
Was bedeutet, kurz vor Weihnachten bis Ende
Januar ist ziemlich viel los. Bleibt der Februar
bis etwa Anfang April, bevor wieder die Herbstferien
anfangen. Dieses Zeitfenster ist aber
sowieso optimal. Wie schon erwähnt. Wer spät
kommt, sollte auf der Südinsel anfangen und
sich langsam in Richtung Norden vor arbeiten.
Passende Camper könnten in dieser Zeit dann
übrigens knapp werden. Am besten frühzeitig
anfragen.
gleich 2.964 m) hat. Diese halten die Wolken,
die vornehmlich aus dem Westen kommen auf
und dann regnet es zumeist ganz ordentlich.
Zum Vergleich. Während es auf der Ostseite der
Südinsel im Jahr etwa 0,5 m regnet sind es auf
der anderen Seite im Westen fast 10 Meter.
Ist aber klar, irgendwo muss der Regenwald
ja auch herkommen. Aber egal wie man plant,
irgendwann wird es regnen. Der Neuseeländer
ist aber ganz entspannt und wandert los mit der
Begründung, dass der Regenwald am schönsten
ist bei Regen. Probiert es aus. Der Kiwi hat recht.
… die Frage die sich stellt. Mögen Kühe Blumen?
...wenn der Regen geht und die Sonne
kommt. Das ist Neuseeland pur.
NEUSEELAND-GESCHICHTEN | NEUES VON DEN REIMANNS 97
Reisemobile „Made in Germany“
Wer einen Camper nach europäischem Standard
fahren möchte, sollte frühzeitig buchen.
Der alte Goldgräber
Wer an der Ostküste unterwegs ist, sollte
unbedingt bei Vale halten. Seine Vorfahren
betrieben hier bei Charleston – was etwas unterhalb
von Westport liegt – eine Goldmine.
Vale schürft zwar schon lange nicht mehr,
aber er wacht über die Überbleibsel längst
vergangener Tage. Alte Bilder in seiner Hütte
zeugen von glorreichen Zeiten und wer einen
Rundgang über seine verfallene Anlage macht,
bekommt einen sehr guten Eindruck wie hart
Dies gilt vor allem für Reisemobile nach
europäischem Standard. Die großen Vermietfirmen
bieten zwar auch vereinzelt deutsche
Reisemobile an, aber zumeist handelt es sich
um Fahrzeuge mit etwas gewöhnungsbedürftiger
Ausstattung und Aufteilung. So ist eine
Mikrowelle fast immer an Bord – die eigentlich
keiner braucht – aber die Heizung dagegen
das Leben zu Zeiten des großen Goldrausches
war. Vale hat nichts restauriert oder in Szene
gesetzt. Man hat den Eindruck, dass alles noch
so ist wie damals als der letzte Goldgräber die
Hacke in die Ecke gestellt hat. Sein großes
Wasserrad, das die schweren Stempel betreibt
um die Steinbrocken zu zerkleinern funktioniert
sogar noch. Vor vielen Jahren hat er die
Anlage zusammen mit Hardy Krüger, der damals
auf Weltreise mit einem TV-Team war, schon
funktioniert meist nur an der Steckdose
vom Campingplatz. Wer auf Nummer sicher
gehen will, mietet bei McRent in Auckland
oder Christchurch (www.mcrent.co.nz) einen
Sunlight oder Dethleffs. Letztere haben sogar
eine leistungsfähige Solaranlage, um die
Stromversorgung fernab jeder Steckdose aufrecht
zu erhalten.
einmal zum Laufen gebracht. Als wir bei Vale
vorbeischauten, wollte er es nochmal beweisen.
Morgens hat er oben in den Bergen den Bach
umgeleitet und siehe da, irgendwann setzte
sich mitten im Regenwald das ganze Konstrukt
langsam in Bewegung. Die schweren verrosteten
Eisenstempel schlugen auf die Felsbrocken. Es
war kaum zu glauben und wir fühlten uns ganz
in die Zeit zurückversetzt, als hier unter den
schwierigsten Verhältnissen Menschen einem
großen Traum nachgejagt sind. Wenn ihr Vale
trefft richtet ihm einen Gruß von uns aus!
Überall finden sich Relikte aus vergangenen Zeiten.
Wie in alten Zeiten. Warten bis das
Wasser aus den Bergen kommt.
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NEUES VON DEN REIMANNS | NEUSEELAND-GESCHICHTEN
Auf zur Nordinsel
Eigentlich ist die Nordinsel ganz nah, aber
für eine Brücke ist es doch zu weit. Also
bleibt einem nichts anderes übrig, als mit
dem Fährschiff in guten 3 Stunden überzusetzen.
Unsere Überfahrt war ganz ruhig, aber
wenn man den großen Fjord verlässt, kann es
auch unangenehm werden. Daran zu erkennen,
dass unser Wohnmobil sowie alle anderen
Fahrzeuge auch mit großen Handwinden am
Boden angekettet wurden. Uns wurde berichtet,
dass schon ganze Lkw’s einfach umgekippt
sind. Manus Bedenken waren bei unserer
Überfahrt aber absolut unbegründet.
Die Tasman Sea von links und der Südpazifik
von rechts kommend haben sich heute vertragen.
Einen eigenen Staat gründen
Nicht so ganz einig waren sich dagegen die
Einwohner eines kleinen Landstrichs etwas
oberhalb von Wellington, der Stadt in der die
Fähre anlegt. Irgendwo im Nirgendwo geht es ab
auf den „Forgotten World Highway“. Das hörte
sich jedenfalls abenteuerlich an und so setzten
wir den Blinker rechts. Die Strecke ist richtig
schön und führt teilweise über unbefestigte
Straße durch den Regenwald. Noch interessanter
war für uns aber ein kleines Nest auf halber
Strecke, das sich „Whangamomona“ nennt.
Dieses angeblich 40 Einwohner (so genau
wusste das keiner) zählende Dorf, das praktisch
nur aus einem Hotel und einigen wenigen
Häusern aus der Goldgräberzeit besteht, hat
eine eigenständige Republik ausgerufen. Das
war bereits 1988. Es gab vorab Ärger mit der
Provinzverwaltung und da man sich nicht
einigen konnte, wurde kurzerhand ein eigener
Staat gegründet. Am Tresen des Saloons kann
man sich seither auch als Bürger registrieren
lassen. Man bekommt sogleich einen eigenen
Reisepass und ist fortan auch Staatsbürger. Das
ist aber noch nicht alles. Jeder Bürger kann
sich auch zur Wahl stellen, die meistens alle 2
Jahre stattfindet. Zu diesem Event reisen dann
Tausende von „Bürger“ an, um zum einen die
Gründung zu feiern und einen neuen Präsidenten
zu wählen. Zu den Höhepunkten zählt auch
der Gummistiefel-Weitwurf sowie das Schafsrennen
und nebenbei eben auch die Wahl zum
neuen oder alten Staatsoberhaupt. Als Wahlurne
dient übrigens eine
ausrangierte Kloschüssel.
Vor
einigen
Vom Staatspräsidenten persönlich
begrüßt. Seine Ministerin war auch dabei.
Das Whangamomona Hotel mit Saloon ist
gleichzeitig Kanzleramt und Einbürgerungsstelle.
NEUSEELAND-GESCHICHTEN | NEUES VON DEN REIMANNS 99
Jahren war auch mal eine Ziege Präsident, da
diese in einem unbemerkten Moment die Wahlzettel
aus der Schüssel gefressen hat. Momentan
ist aber John das rechtmäßig gewählte
Staatsoberhaupt. Der hat uns auch persönlich
im Saloon begrüßt. Mit dabei seine Sekretärin
Anita, die auch alle anderen Ministerposten im
Staat begleitet und Richard, der für Grenzfragen
und Einreise zuständig ist. Eine Zollstation gibt
es am Ortseingang eigentlich auch, aber die
ist nie besetzt, da Richard auch den Saloon
betreiben muss. Um sich aber nicht strafbar zu
machen, sollte jeder Durchreisende bei ihm im
Saloon vorsprechen, um sich einen Stempel in
Neuseeland ist Abenteuerland
Dass die Kiwis ein ganz lustiger und entspannter
Volksstamm sind, wird am Beispiel „Republik
Whangamomona“ ganz deutlich. Sie sind aber
auch Abenteurer und so gibt es an jeder Ecke
neue Outdoor-Aktivitäten zu entdecken. Wie
etwa in tiefen Canyons rumkraxeln oder auch
von Brücken springen, nur an einem Gummiseil
befestigt. Auch Stromschnellen werden
durchfahren, die eigentlich unfahrbar aussehen.
Einer probiert etwas neues aus und schon ist,
wenn es klappt und Spass gemacht hat, eine
neue Touristenattraktion geboren. Einiges haben
wir auch ausprobiert, soweit ich jedenfalls
seinen Reisepass machen
zu lassen und eine kleine
Spende (2 $) zu entrichten.
Der Höhepunkt ist
natürlich sich einbürgern
zu lassen und da sind wir
jetzt mit dabei. Wir müssen
mal schauen, ob das mit dem
nächsten Termin klappt. Als
verantwortungsvolle Bürger
sollten wir schon zur nächsten
Wahl aufschlagen. Bei
dem Gummistiefel-Event rechne
ich mir jedenfalls eine reelle Chance aus.
Manu überzeugen konnte. Sie hat sich aber
auch ganz wacker geschlagen, wobei es mich
manchmal schon gejuckt hätte noch einen
draufzulegen. Allein wenn ich überlege wie es
beim Canyoning in Level 3 abgegangen wäre,
da ja Level 1 schon ziemlich heftig war. Aber
es gab natürlich auch einige Highlights die
Manu begeistert, aber auch mir letztendlich
gefallen haben. Eines war der Trip raus zu
den Delphinen. Ich war ja etwas skeptisch ob
irgendwo da draußen vor der Küste Delphine
sind, denen es nichts ausmacht, wenn wir auch
mit dazukommen. So war es aber und nicht nur
Das offizielle Dokument das
uns als neue Mitbürger ausweist
und der Einreisestempel der Republik
im deutschen Reisepass.
Manu war begeistert, dass unzählige Delphine
ihren Spaß hatten mit uns zu schwimmen. Die
füttert keiner an und eingesperrt sind die auch
nicht. Könnten ja, wenn sie wollten, auch die
Kurve kratzen, aber letztendlich hatten die mehr
Ausdauer als wir und leider mussten wir uns
dann irgendwann verabschieden von unseren
neuen Freunden. Das war echt beeindruckend.
Wie wir später im Internet gesehen
haben kann das richtig blöd laufen …
Genau hier auf der Kawarau-Bridge wurde
das Bungee Jumping erfunden.
Kein Abenteuer,
das es nicht gibt.
… bei uns hat’s aber geklappt.
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NEUES VON DEN REIMANNS | NEUSEELAND-GESCHICHTEN
Am Ende der Welt
Ein weiterer Höhepunkt unserer Tour sollte
dann der obere Zipfel der Nordinsel werden.
Die meisten Touristen, die das Land besuchen,
lassen Northland aus, da es sich hier nicht vermeiden
lässt die Strecke ab Auckland doppelt
zu fahren. Außerdem sind die 4 – 5 Wochen, die
meistens eingeplant werden, eh schon ziemlich
knapp. Bei uns war die Ecke aber fest im Roadbook
festgeschrieben und wir waren dann doch
ziemlich begeistert. Dort oben und vor allem
ganz am Ende hat man schon den Eindruck, dass
hier nicht nur Neuseeland zu Ende, sondern
auch der Rand der Erdscheibe erreicht ist. Gerne
hätten wir an diesem Flecken Erde noch etwas
mehr Zeit verbracht, da es hier Stellplätze gibt
die schon einmalig schön sind. Unsere Zeit war
aber auch begrenzt und von ganz oben sind
es immerhin noch knapp 500 Kilometer bis
Auckland, von wo aus die Heimreise eingeplant
war. Wir waren aber noch nicht ganz oben,
da sollten wir mit dem ATEGO abbiegen in
Richtung Strand. Auf einem Schild stand, dass
hier die Einfahrt ist zum „90 Mile Beach“ und,
dass man nach dem Check von Ebbe und Flut
maximal 100 Stundenkilometer schnell fahren
dürfte. Ja wir hatten richtig gelesen, als vor
uns auch schon ein Pickup auf den Strand fuhr
und am Horizont verschwand. Das war cool.
Allrad rein und los ging das Abenteuer. Mit
dem Allrad-Truck bis ans Ende der Welt fahren,
YES. Ohne Verkehrsregeln und volle Pulle, besser
geht nicht. Kein zweites Fahrzeug ist uns
begegnet und wenn irgendwo vom Gefühl der
Freiheit die Rede ist, dann steht diese Fahrt
Hier oben ganz im Norden gibt es die schönsten Stellplätze.
ganz oben auf der Liste. Links das endlose
Meer, vor uns der endlose Strand und unter
uns 6 Zylinder, 7 Liter Hubraum und fast 300
PS. Wahnsinn, aber irgendwann ist leider auch
der längste Traum mal zu Ende. Dann geht es
auch am „90 Mile Beach“ nicht mehr weiter.
Aber auch die Strecke zurück zur Straße hat
es in sich. Zuerst wühlte sich der ATEGO mit
allen Sperren durch Weichsandfelder. Dann
geht es in einem sandigen Flusslauf entlang, wo
Schilder eindringlich warnen nicht anzuhalten,
da der Treibsand auch dem stärksten Allradler
hier zum Verhängnis wird. Hat aber alles gut
Die Surfbude in Muriwai
Es gibt einige coole Surfbuden auf der Welt.
Die in Muriwai steht jedenfalls mit ganz oben
auf der Liste. Wie man sich die Welt des Surfens
vorstellt. Genau so geht es zu in der Bretterbude
von Martin, Bridget und Dylan am Strand von
Muriwai. Die einen leihen sich ein Brett, andere
bereiten sich auf ihre erste Surfstunde vor. Man
chillt in der Sonne, diskutiert über die Wellen
und ist sich einig, dass heute ein guter Tag ist.
Vielleicht der beste. Hier geht es ums Surfen und
auch nur darum. Die Welt ist weit weg hier draußen
in Muriwai, obwohl es bis Auckland nur ein
Katzensprung ist. Ich war mit Martin dem alten
Haudegen und unseren Brettern draußen
auf dem Meer. Wir haben uns
gleich gut verstanden.
Martin meinte noch zum
Abschluss. „Manchmal morgens,
wenn es eine gute Brandung gibt, gehe ich
raus und denke – Dies ist keine schlechte Welt.”
Recht hat er. Wir sehen uns wieder.
NEUSEELAND-GESCHICHTEN | NEUES VON DEN REIMANNS 101
geklappt und hier oben gab es dann noch ein
beeindruckendes Naturschauspiel zu bewundern.
Sanddünen, wie man sie eigentlich nur in
der Sahara vermutet. Wir reden hier nicht von
kleinen Sandhügeln. Da geht es richtig hoch.
Hätten wir überall vermutet, aber doch nicht in
Neuseeland. Regenwald, Gletscher, Fjorde, für
alles ist Neuseeland irgendwie bekannt, aber
doch nicht für richtig Sandwüste. Hier oben ist
sie aber existent. Ein cleverer Maori hat auch
gleich die Marktlücke erkannt und verleiht aus
seinem Kleinlaster heraus Sand-Surfboards.
Riesiger Spaß, aber hochlaufen müsst ihr mit
dem Brett schon selbst. Von hier aus ist die
befestigte Straße auch nicht mehr weit und
auch das besagte „Ende der Welt“, das als „Cape
Reinga“ auf der Karte steht, in Reichweite. Für
die Maori, also die Ureinwohner von Aoteroa
wie von ihnen Neuseeland genannt wird, hat
dieser Ort eine ganz besondere Bedeutung. Links
die Tasmansee (Mann) und rechts der Pazifik
(Frau) vereinen sich hier und symbolisieren
die Entstehung des Lebens. Auch die Seelen
reisen laut der Mythologie von hier aus zu
den Ahnen. Es heißt, mit einem letzten Blick
zurück auf Aoteroa. Eine schöne Vorstellung und
Ganz schön steil …
… aber schon auf halber Strecke
ist die Aussicht gigantisch.
auch wir müssen aufbrechen. Mit einem letzten
Blick zurück nach nach Aotearoa. Wir sind aber
sicher, dass wir eines Tages
wieder zurückkommen.
Aotearoa – das Land der weißen Wolke
Cape Reinga. Der nördlichste Punkt
102
NEUES VON DEN REIMANNS | NEUSEELAND-GESCHICHTEN
Das Bordbuch
unterwegs
Das Bordbuch bietet Informationen rund
um das Thema Reisemobil, Caravan, Camping und
Freizeit. Produkte erklären und vorzustellen ist
Teil unserer Arbeit. Produkte, zusammen mit
den einzelnen Herstellern auch immer weiter
zu verbessern ein anderer. Zu diesem Zweck
wurde das Projekt „Produkt-Erprobung unter
erschwerten Bedingungen“ ins Leben gerufen.
Die Idee war, Produkte der Bordbuch-
Partner in einem Expeditionsfahrzeug zu verbauen
und auch unter Extrembedingungen
zu testen. Denn nur, wer die Grenzen seiner
Produkte kennt, kann die Entwicklung weiter
vorantreiben. Auch im normalen Reisealltag
sind die Ansprüche an das Material immens.
Caravans sind unterwegs in Norwegen. Nicht
selten bei starken Minustemperaturen, um bei
der nächsten Reise, wenn die Fahrt gen Südfrankreich
geht, im Innenraum fast 50 Grad
zu erreichen. Setzt Regen ein, dann steigt
die Feuchtigkeit im Innenraum sprunghaft
an, ebenso wenn das Nudelwasser vor sich
hinköchelt. Ähnlich ist es bei Reisemobilen,
hier sind die Bedingungen zumeist noch etwas
höher angesiedelt. Im Kastenwagen werden
auch mal schlechte Wegstrecken benutzt, und
auch normale Reisemobile biegen in unebene
Pfade ab, um den Stellplatz für die Nacht zu
erreichen. Nun gibt es aber auf der Welt nicht
allzu viele Reiseländer, wo subtropische Verhältnisse
mit hoher Luftfeuchtigkeit, und
gleichzeitig die Wüste mit ihren extremen Tag/
Nacht Temperaturen mit trockener Hitze, nicht
weit auseinanderliegen. Darüber hinaus war
der Anspruch die Testfahrten nicht nur unter
extremen klimatischen Herausforderungen
durchzuführen, sondern auch unter erschwerten
Bedingungen. Der Bordbuch-Truck
wurde hierfür auf große Reise geschickt.
2017/2018 ging es bei fast 50 Grad Außentemperatur
unter extremen Bedingungen quer
durch Australien. 2019 war dann das Ziel
Neuseeland. Hier folgte auf die Belastungen
im Wintereinsatz das feuchtwarme Klima der
Regenwälder im Sommer.
Besuchen Sie den Bordbuch-ATEGO-
Truck nach seiner großen Reise auf dem Freigelände
des Caravan Salons Düsseldorf 2020.
Ihr Team vom Bordbuch.
NEUSEELAND-GESCHICHTEN | NEUES VON DEN REIMANNS 103
Ausgestattet mit Produkten
unserer Bordbuch-Partner
Die nachhaltige Freizeit-Marke
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