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Erfolg Magazin Ausgabe 02-2023

ERFOLG: KATJA KRASAVICE im Interview: Das Wichtigste ist für mich, Business-Frau zu sein!; MEGHAN MARKLE: Teilzeitroyals auf der Überholspur; PRINZ PI im Interview: Ich verkaufe meine Gedanken; DIETER BOHLEN: Die Erfolgsphilosophie; STORY: FUAT & MARTA AKAR: Mindset-Millionäre – Wie die Haltung das Handeln bestimmt; EINSTELLUNG: RAINER ZITELMANN: Reich durch »harte Arbeit«?!; ANNE M. SCHÜLLER: Ab in die Zukunft; LEBEN: JUSTIN BIEBER: Eine Fast-Forward-Karriere; WISSEN: ROGER RANKEL: Etwas etwas anders machen; SONSTIGES: NEWS: Aktuelle News aus der Erfolgswelt, Erfolg Magazin Brand Ambassadors, Erfolg Magazin Top Experten, BEST OF WEB

ERFOLG: KATJA KRASAVICE im Interview: Das Wichtigste ist für mich, Business-Frau zu sein!; MEGHAN MARKLE: Teilzeitroyals auf der Überholspur; PRINZ PI im Interview: Ich verkaufe meine Gedanken; DIETER BOHLEN: Die Erfolgsphilosophie; STORY: FUAT & MARTA AKAR: Mindset-Millionäre – Wie die Haltung das Handeln bestimmt; EINSTELLUNG: RAINER ZITELMANN: Reich durch »harte Arbeit«?!; ANNE M. SCHÜLLER: Ab in die Zukunft; LEBEN: JUSTIN BIEBER: Eine Fast-Forward-Karriere; WISSEN: ROGER RANKEL: Etwas etwas anders machen; SONSTIGES: NEWS: Aktuelle News aus der Erfolgswelt, Erfolg Magazin Brand Ambassadors, Erfolg Magazin Top Experten, BEST OF WEB

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Story<br />

Am 31. Dezember 2<strong>02</strong>2 ist der<br />

emeritierte Papst Benedikt<br />

XVI., bürgerlich Joseph Ratzinger,<br />

gestorben. Weiter<br />

lebt sein Erbe. Das des<br />

Priesters, der zum Professor wurde.<br />

Schließlich hat der Ausnahmtheologe<br />

rund drei Jahrzehnte in seinen Funktionen<br />

als Präfekt der Glaubenskongregation<br />

und danach als Papst auf oberster Managementebene<br />

der katholischen Kirche<br />

gewirkt. Welche Lektionen können<br />

Unternehmer und Führungskräfte von<br />

ihm lernen?<br />

Bayern 1944. Der 17-jährige Joseph Ratzinger<br />

wird vom Nazi-Regime zum Reichsarbeitsdienst<br />

gezwungen. Eines Tages tritt<br />

ein SS-Offizier vor die Gruppe der Arbeitsjungen<br />

und versucht, sie einzeln zu einem<br />

Eintritt in die Waffen-SS zu drängen. Einige<br />

geben dem Druck nach. Doch dann<br />

kommt Joseph an die Reihe. Er lehnt nicht<br />

bloß ab, sondern nennt sogar offen sein<br />

Ziel, katholischer Priester zu werden. Unfassbar<br />

mutig, denn in Bayern wurde im<br />

NS-Staat circa jeder zweite katholische<br />

Kleriker Opfer von Verfolgung – durch<br />

Bußgelder, Haft, KZ und Hinrichtung. Joseph<br />

hatte Glück. Er wurde wegen seiner<br />

Treue zum Katholizismus »nur« gedemütigt<br />

und tyrannisiert.<br />

Bereits hier zeigt sich: Ratzinger hat für<br />

seine Ziele immer weitergekämpft, selbst<br />

bei heftigsten Widerständen. Zunächst<br />

gegen die Nazis. Dann gegen die 68er-Bewegung,<br />

als marxistische Studenten das<br />

Universitätsleben terrorisierten. Als konservativer<br />

Theologieprofessor wurde damals<br />

auch Ratzinger Zielscheibe des<br />

linksextremen Hasses. Doch er stand bis<br />

zum Schluss zu seiner Lehre, auch im Widerstand<br />

gegen den mächtigen Zeitgeist<br />

und die sogenannte »political correctness«.<br />

Diesen Durchhaltewillen Ratzingers<br />

können sich Unternehmer zum Vorbild<br />

nehmen.<br />

Darüber hinaus bieten Echtheit und die<br />

Treue zu sich selbst einen weiteren Vorteil:<br />

innere Stärke. »A house divided<br />

against itself cannot stand«, wusste schon<br />

der US-Präsident Abraham Lincoln.<br />

Wenn jemand nicht in Einklang mit sich<br />

lebt, schwächen ihn die inneren Konflikte<br />

und er wird unglücklich. Als traurige Beispiele<br />

hierfür dienen mehrere Musiker,<br />

die für den kommerziellen <strong>Erfolg</strong> ihre<br />

Wer will schließlich<br />

einen Fake oder<br />

Heuchler als<br />

Führungskraft?<br />

künstlerischen Ziele geopfert haben und<br />

daran seelisch zugrunde gegangen sind.<br />

Benedikt dagegen hat für das gekämpft,<br />

wovon er auch zutiefst überzeugt war.<br />

Lektion für Unternehmer: Mach das, wofür<br />

du wirklich brennst!<br />

Mit Leidenschaft lassen sich nämlich<br />

nicht nur Hindernisse überwinden, sondern<br />

auch unliebsame Aufgaben diszipliniert<br />

erledigen und die nötigen Opfer erbringen.<br />

So übte der smarte Student<br />

Ratzinger laut Biograph Seewald eine<br />

Anziehung auf Frauen aus, war selbst verliebt<br />

und musste mit sich ringen, den Zölibat<br />

anzunehmen. Letztlich verzichtete er<br />

auf das weibliche Geschlecht, weil ihm die<br />

Priesterschaft wichtiger war.<br />

Eine ganz große Lektion für Manager beinhaltet<br />

der historische Rücktritt von<br />

Papst Benedikt XVI. An jenem geschichtsträchtigen<br />

28. Februar 2013 entschied<br />

Ratzinger, freiwillig und ganz<br />

ohne Zwang sein Amt als Oberhaupt aller<br />

Katholiken abzugeben, weil er sich<br />

nicht mehr fit genug fühlte. »Dieser<br />

Rücktritt ist Ausdruck von hoher Verantwortung,<br />

die unseren ganzen Respekt<br />

verdient«, urteilt Ulrich Goldschmidt,<br />

Berater für Führungskräfte, im Handelsblatt.<br />

Der Schritt demonstriert außerdem<br />

enormen Mut, denn damit hat er dem<br />

zwei Jahrtausende alten Verständnis des<br />

Papstamtes einen neuen Aspekt hinzugefügt.<br />

Ein vorbildlicher Leader sollte<br />

sich hier an Benedikt orientieren, statt<br />

an seinem Posten zu kleben, auch wenn<br />

er nicht mehr geeignet ist.<br />

Letzte Lektion: Humor kann eine Führungskraft<br />

sympathischer und menschlicher<br />

machen. So auch bei Ratzinger.<br />

1989 wurde er sogar mit dem Karl-Valentin-Orden<br />

ausgezeichnet. Legendär war<br />

sein Talent, komplette Sketche des legendären<br />

Komikers Valentin nachzuspielen<br />

– mit entsprechend verstellten Stimmen<br />

in allen Rollen. SH<br />

Bilder: IMAGO / AAP (DEAN LEWINS) / ZUMA Wire (Peerapon Boonyakiat)<br />

Eine weitere Qualität des herausragenden<br />

Geistlichen: seine Authentizität. »Er<br />

konnte nicht anders leben als das, was er<br />

lehrt. Das war eins: denken, sagen, tun«,<br />

berichtet Biograph Peter Seewald über<br />

Benedikt XVI. gegenüber dem »ZDF«.<br />

Diese knallharte Konsequenz hat ihn<br />

glaubwürdig gemacht. Eigenschaften, die<br />

ein starker Anführer unbedingt braucht,<br />

denn nachhaltige Gefolgschaft lässt sich<br />

nicht erzwingen. Der erfolgreiche Leader<br />

muss schon überzeugende Gründe liefern,<br />

warum Menschen auf ihn hören<br />

sollten. Wer will schließlich einen Fake<br />

oder Heuchler als Führungskraft? Mit<br />

seinem Führen durch Vorführen hat<br />

Benedikt hingegen viel Respekt und Autorität<br />

erlangt.<br />

ERFOLG magazin . <strong>Ausgabe</strong> <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>3 . www.erfolg-magazin.de<br />

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