Erfolg Magazin Ausgabe 02-2023
ERFOLG: KATJA KRASAVICE im Interview: Das Wichtigste ist für mich, Business-Frau zu sein!; MEGHAN MARKLE: Teilzeitroyals auf der Überholspur; PRINZ PI im Interview: Ich verkaufe meine Gedanken; DIETER BOHLEN: Die Erfolgsphilosophie; STORY: FUAT & MARTA AKAR: Mindset-Millionäre – Wie die Haltung das Handeln bestimmt; EINSTELLUNG: RAINER ZITELMANN: Reich durch »harte Arbeit«?!; ANNE M. SCHÜLLER: Ab in die Zukunft; LEBEN: JUSTIN BIEBER: Eine Fast-Forward-Karriere; WISSEN: ROGER RANKEL: Etwas etwas anders machen; SONSTIGES: NEWS: Aktuelle News aus der Erfolgswelt, Erfolg Magazin Brand Ambassadors, Erfolg Magazin Top Experten, BEST OF WEB
ERFOLG: KATJA KRASAVICE im Interview: Das Wichtigste ist für mich, Business-Frau zu sein!; MEGHAN MARKLE: Teilzeitroyals auf der Überholspur; PRINZ PI im Interview: Ich verkaufe meine Gedanken; DIETER BOHLEN: Die Erfolgsphilosophie; STORY: FUAT & MARTA AKAR: Mindset-Millionäre – Wie die Haltung das Handeln bestimmt; EINSTELLUNG: RAINER ZITELMANN: Reich durch »harte Arbeit«?!; ANNE M. SCHÜLLER: Ab in die Zukunft; LEBEN: JUSTIN BIEBER: Eine Fast-Forward-Karriere; WISSEN: ROGER RANKEL: Etwas etwas anders machen; SONSTIGES: NEWS: Aktuelle News aus der Erfolgswelt, Erfolg Magazin Brand Ambassadors, Erfolg Magazin Top Experten, BEST OF WEB
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<strong>Erfolg</strong><br />
Bild: IMAGO / MediaPunch (Jeffrey Mayer/JTMPhoto)<br />
Seine Version des Netflix-Überlebensdramas<br />
»Squid Game« war<br />
einer seiner größten <strong>Erfolg</strong>e, sein<br />
Einkommen wurde schon im<br />
Jahr 2<strong>02</strong>2 auf über 54 Millionen<br />
US-Dollar geschätzt: Damit verdient<br />
Jimmy Donaldson zwar ähnlich viel wie<br />
Vin Diesel, aber er ist kein Filmstar, er ist<br />
YouTuber. Als »MrBeast« liefert er seinen<br />
rund 130 Millionen Abonnenten kreativen<br />
Content, ist dafür täglich online und<br />
bricht dabei sämtliche Rekorde: Sein<br />
Hauptprofil zählt mittlerweile zu den vier<br />
meistabonnierten der Plattform; unter<br />
den Kanälen, die von einer Einzelperson<br />
betrieben werden, erreicht er sogar den<br />
ersten Platz. In der YouTube-Welt kennt<br />
man ihn als fröhlichen Entertainer, der<br />
mit Geld nur so um sich wirft. In seinen<br />
Videos fährt er etwa 1.000 Mal durch<br />
denselben Drive Thru, lässt Menschen in<br />
Bergen von Dollarscheinen wühlen oder<br />
verschenkt eine Insel – und besitzt dennoch<br />
den Ruf eines bescheidenen Mannes,<br />
dem Starallüren fremd zu sein scheinen.<br />
Auf den ersten Blick ein<br />
Widerspruch, ebenso wie der, dass der<br />
eigentlich in der Öffentlichkeit so präsente<br />
Social-Media-Star sein Privatleben<br />
fast völlig unter Verschluss zu halten<br />
weiß: Nur wenige Details sind der Öffentlichkeit<br />
bekannt. Dazu zählen etwa sein<br />
Geburtstag am 7. Mai 1998 und sein Geburtsort<br />
Wichita, Kansas.<br />
Vom Gamer zum Unternehmer<br />
An viel mehr könne er sich gar nicht erinnern,<br />
antwortet er dem Kanal »PayPal<br />
Honey« in einem »20 Questions«-Interview<br />
und schlägt über die Frage nach<br />
seiner Familie geschickt den Bogen zu<br />
seinem Business zurück: »Meine Mutter<br />
wusste gar nicht, dass ich YouTube-Videos<br />
mache, bis ich 10.000 Abonnenten<br />
hatte (…)«, erzählt er dort. Allein dieser<br />
Ausschnitt zeigt: Donaldson versteht sich<br />
vor allem als Geschäftsmann, als jemand,<br />
der hart für seinen <strong>Erfolg</strong> arbeitet und<br />
sich immer wieder neu erfindet – sei es als<br />
Gründer eines virtuellen Burger-Restaurants,<br />
App-Entwickler oder als Co-Founder<br />
des Nachhaltigkeitsprojekts »Team<br />
Trees«. Seine größte Einnahmequelle allerdings<br />
bleibt YouTube – eine Leidenschaft,<br />
für die er sogar sein Studium<br />
schmiss. Gelöscht hat er dort bis heute<br />
nichts, auch wenn er sein erstes Video<br />
ironisch mit »So bad lol« kommentiert.<br />
Als Donaldson im Jahr 2012 zum ersten<br />
Mal zu MrBeast, damals noch zu Mr-<br />
Beast6000, wird, fokussiert er sich wie<br />
viele andere Influencer seiner Zeit auf<br />
Let’s Plays – und geht zunächst in der<br />
Masse unter. Erst 2016 wagt er sich mit<br />
seinen Videos auf unbekanntes Terrain:<br />
»Wenn ich 50 Retweets kriege, zähle ich<br />
bis 10.000«, erklärt er damals und veröffentlicht<br />
bald darauf ein Video, in<br />
dem er dieser Ankündigung Taten folgen<br />
lässt. Dieses findet verhältnismäßig<br />
viel Zuspruch, für MrBeast Grund genug,<br />
noch einmal nachzulegen – mit<br />
<strong>Erfolg</strong>: Ein weiteres Zähl-Video geht<br />
letztlich viral: Bereits einen Monat nach<br />
der Erscheinung überbieten sich andere<br />
YouTuber darin, bis zu welcher Höhe sie<br />
in einem Clip zählen können. Und so<br />
wird MrBeast zum Trendsetter und<br />
startet eine Karriere, die ihm bald ein<br />
gutes Einkommen beschert.<br />
»Meine Mutter<br />
wusste gar nicht,<br />
dass ich YouTube-<br />
Videos mache, bis<br />
ich 10.000 Abonnenten<br />
hatte (…).«<br />
<strong>Erfolg</strong>sfaktor Empathie<br />
Doch was macht ein Teenager mit seinem<br />
selbst verdienten Geld? Die Entscheidung,<br />
die der aufstrebende YouTuber<br />
letztlich trifft, ist jedenfalls so ungewöhnlich<br />
wie erfolgreich: MrBeast verschenkt<br />
10.000 Dollar an einen Obdachlosen und<br />
filmt die Reaktion. Das Ergebnis ist ein<br />
Video, das berührt – sowohl, weil die Reaktion<br />
des Beschenkten ungefiltert festgehalten<br />
ist, als auch wegen der Persönlichkeit<br />
seines Protagonisten: Denn<br />
MrBeast lässt für seine Fans keinen Zweifel<br />
daran, dass es sich bei seinem Video<br />
um ein Wohltätigkeitsprojekt handelt,<br />
wenn er in T-Shirt und Jeans und begleitet<br />
von wackliger Kameraführung auf<br />
eine Verkehrsinsel sprintet, um einem<br />
Unbekannten beträchtliche Geldsummen<br />
zu überreichen. Darüber hinaus<br />
suggeriert er Nahbarkeit und Interesse,<br />
indem er dem Beschenkten ein paar Minuten<br />
Internet-Fame zugesteht und ihn<br />
einlädt, vor der Kamera seine Lebensgeschichte<br />
zu erzählen. Die Sympathien<br />
der Zuschauer sind ihm sofort gewiss.<br />
Da wirken auch die Geldbündel, die er<br />
zu Beginn des Videos auf einen Tisch<br />
wirft, nicht mehr wie Protzerei, sondern<br />
eher wie ein smarter Schachzug, der mit<br />
einem kleinen Augenzwinkern präsentiert<br />
wird. Diese inszenierte Natürlichkeit<br />
ist die entscheidende Zutat im <strong>Erfolg</strong>srezept<br />
des MrBeast, die den<br />
Influencer schnell als großzügigen Geschenkegeber<br />
bekannt werden lässt.<br />
Ein Konzept, das er bis zum heutigen Tag<br />
stetig weiterentwickelt und perfektioniert<br />
hat: Mittlerweile heißt es meist, für den<br />
Hauptgewinn eine Aufgabe zu bestehen:<br />
In dem für ihn typischen Format »Last to<br />
take hand off…« müssen die Teilnehmer<br />
den Preis länger als andere berühren, um<br />
ihn ihr Eigentum nennen zu dürfen – eine<br />
unterhaltsame Challenge für Teilnehmer<br />
und Community, die regelmäßig in<br />
großen Gefühlen gipfelt und in der sich<br />
MrBeast als Feel-good-Philanthrop beweisen<br />
kann, der trotz seines Reichtums<br />
vor allem durch seine charmante wie ungezwungene<br />
Art auffällt.<br />
Mäzen oder Marketing-Monster?<br />
Ein Image, an dem bisher noch niemand<br />
so richtig zu rütteln vermochte: Weder<br />
seine früheren Mitarbeiter, die im Mai<br />
2<strong>02</strong>1 in der »New York Times« von<br />
einem »schwierigen Arbeitsumfeld«<br />
sprachen, noch die kritischen Stimmen<br />
aus der Medienbrache, die ihm seinen<br />
»Pseudo-Altruismus« regelmäßig vorhalten.<br />
Denn Donaldson, der sich in<br />
seinen Videos den Ruf erarbeitet hat,<br />
immer mit offenen Karten zu spielen, erklärt<br />
geradeheraus, dass das Verschenken<br />
von Geld und anderen hochpreisigen<br />
Objekten auch ein lukratives<br />
Geschäftsmodell ist. »YouTube bezahlt<br />
einfach besser, als man denkt«, erzählt er<br />
in einem 2018 erschienenen Video – eine<br />
ehrliche Aussage, die zeigt: Ob für You-<br />
Tubes besten Mann nun der Profit an<br />
erster Stelle steht oder der Influencer die<br />
Welt tatsächlich besser machen möchte,<br />
mag zwar Gegenstand kontroverser Diskussionen<br />
sein, für ihn selbst stehen<br />
diese beiden Aspekte jedoch nicht miteinander<br />
im Konflikt. Denn auch seine<br />
Follower profitierten durch wachsende<br />
Klickzahlen und steigendes Sponsoreninteresse<br />
von seinem Investment, ermögliche<br />
es doch die Produktion neuer,<br />
aufwendigerer Videos, an denen manche<br />
Fans sogar selbst mitwirken könnten;<br />
das lässt er immer mal wieder<br />
durchscheinen.<br />
Um die Clips zu präsentieren, arbeitet<br />
der zielstrebige Unternehmer nach eigenen<br />
Aussagen auch mal acht Tage lang<br />
ohne Unterbrechungen, so berichtete er<br />
es erst kürzlich in einem Interview. Die<br />
Hingabe des Stars zum Medium You-<br />
Tube bleibt also ungebrochen und die<br />
Wertschätzung der Fans in jedem seiner<br />
Beiträge spürbar. Vielleicht begründet<br />
genau diese Mischung aus Geschäftssinn<br />
und Großzügigkeit ja schon bald einen<br />
weiteren Rekord? Bereits im vergangenen<br />
Jahr spekulierte jedenfalls bereits<br />
das »Forbes«-<strong>Magazin</strong>, dass MrBeast<br />
zum weltweit ersten YouTube-Milliardär<br />
aufsteigen könnte. AS<br />
ERFOLG magazin . <strong>Ausgabe</strong> <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>3 . www.erfolg-magazin.de<br />
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