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ZgV Report 2022

Nachrichten aus der Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN

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<strong>ZgV</strong> REPORT...<br />

Informationen der Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN<br />

Stiftungsauftrag weiterhin aktuell<br />

Arbeit für die Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN<br />

Die Invasion der russischen Armee in der Ukraine<br />

am 24. Februar dieses Jahres hat die Welt<br />

verändert. Millionen Ukrainer, insbesondere<br />

Frauen, Kinder und Alte verließen und verlassen<br />

weiterhin ihr Land, um Schutz vor Krieg<br />

und Zerstörung in den Nachbarländern zu<br />

suchen. Angesichts der Zerstörungen in der<br />

Infrastruktur und der Energieversorgung im<br />

Land wird es in den Wintermonaten zu weiteren<br />

Fluchtbewegungen kommen. Viele kehren<br />

auch schon zurück in der Hoffnung auf ein<br />

Ende des Krieges und einen Neuanfang. Einen<br />

derart zerstörerischen Krieg in Europa konnte<br />

sich keiner vorstellen, geschweige denn, vorhersehen.<br />

Aber genau das gleiche galt auch schon<br />

für den Jugoslawienkrieg in den 1990-Jahren.<br />

Trotz der Erkenntnisse der Zivilgesellschaften<br />

aus den Kriegen des 20. Jahrhunderts, trotz der<br />

Erinnerungen und Mahnungen ist es nicht gelungen,<br />

den Frieden als unantastbare menschliche<br />

Errungenschaft im Miteinander der Staaten<br />

und Völker zu etablieren.<br />

Für die deutschen Heimatvertriebenen werden<br />

schreckliche Erinnerungen an das eigene<br />

Schicksal in den Jahren 1944/45 wach. Vorrückende,<br />

von schweren Infanterieeinheiten<br />

begleitete russische Panzer, Explosionen, das<br />

ferne Donnergrollen der Artillerie und Gewehrschüsse<br />

aus nächster Nähe, Luftangriffe<br />

und die Angst vor dem Tag danach, die Angst<br />

überrollt zu werden und die Angst vor einer<br />

Besatzungsmacht: Alles das kennen die deutschen<br />

Vertriebenen aus eigenem Erleben und<br />

fühlen und leiden mit der ukrainischen Bevölkerung.<br />

Wer sich auf der Flucht vor Krieg<br />

und Zerstörung befindet, ist hilflos, schutzlos<br />

und ausgeliefert – das wissen wir nur allzu gut.<br />

Flucht, Vertreibung und Heimatverlust sind ne-<br />

ben dem unsäglichen<br />

Leid des Krieges im<br />

Allgemeinen nicht<br />

nur tatsächliche, sondern<br />

auch rechtliche<br />

Unrechtstatbestände,<br />

die von einer Zivilgesellschaft<br />

niemals<br />

akzeptiert werden<br />

dürfen. Wir müssen<br />

aktuell und perspektivisch<br />

darauf hinarbeiten,<br />

Konflikten<br />

keine Chance zur<br />

Gewaltanwendung<br />

zu geben, sondern im<br />

Dialog zu lösen. Lehren aus der Geschichte zu<br />

ziehen und sich für eine friedliche Welt einzusetzen,<br />

sind hehre Ziele. Sie müssen von allen<br />

Akteuren des politischen Handelns gewollt sein.<br />

Menschenrechte sind unteilbar und bilden die<br />

Grundlage für den Frieden. Angesichts globaler<br />

Probleme sollten wir alle zusammenrücken, uns<br />

auf die Menschlichkeit besinnen und zu deren<br />

Wohl handeln.<br />

Trotz fortwirkender Pandemie und den daraus<br />

resultierenden Beschränkungen für öffentliche<br />

Ausstellungsräume und -flächen ist es gelungen,<br />

die Ausstellungen des <strong>ZgV</strong> auch im Jahr <strong>2022</strong> zu<br />

zeigen. Ebenso konnte das <strong>ZgV</strong> das Projekt „Vertriebene<br />

in der SBZ/DDR“ voranbringen und die<br />

Digitalisierung von Zeitzeugenberichten fortführen.<br />

Im Sinne der Völkerverständigung, im<br />

Dienste des Friedens und der Menschenrechte<br />

werde ich die Aufgaben der Stiftung wahrnehmen<br />

und bitte dafür um Ihre Unterstützung.<br />

Ihr Christean Wagner<br />

Stiftungsvorsitzender<br />

Dr. Christean Wagner<br />

<strong>ZgV</strong> REPORT – Herbst <strong>2022</strong><br />

1


Neue Ausstellung 2023<br />

Sechste Ausstellung des <strong>ZgV</strong> in Arbeit<br />

Neue Ausstellung zum Thema<br />

„Vertriebene in der SBZ/DDR“<br />

Die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen<br />

erfüllt ihren Stiftungsauftrag u.a. durch die<br />

Dokumentation und Präsentation des Schicksals<br />

der Heimatvertriebenen zum Ende des<br />

Zweiten Weltkrieges und der Integration in<br />

Deutschland durch die Ausstellungen. Diese<br />

thematisieren das Schicksal der Deutschen<br />

in Mittel- und Südosteuropa vom Mittelalter<br />

bis in die Gegenwart. Sie beleuchten Kontexte<br />

und Teile des großen Vertreibungsgeschehens<br />

im Europa des gesamten 20. Jahrhunderts und<br />

seiner Folgen bis in die heutige Zeit.<br />

Bestehende Ausstellungen sollen ergänzt werden.<br />

Das Schicksal der Vertriebenen und Flüchtlinge,<br />

die nach dem Zweiten Weltkrieg in der SBZ/<br />

ehemaligen DDR „gestrandet” sind, ist in den<br />

bisherigen Ausstellungen partiell angesprochen,<br />

aber nicht mit einem besonderen Fokus<br />

beleuchtet worden. Mit dieser neuen Ausstellung<br />

wird eine Lücke in der Aufarbeitung und<br />

öffentlichen Wahrnehmung des Themas und<br />

der betroffenen Menschen geschlossen werden.<br />

Ihr Schicksal verlief anders als das der Vertriebenen<br />

in Westdeutschland. In der SBZ/DDR<br />

gehörte dieses Schicksal politisch zu jenen<br />

Bereichen, die bis zur Vereinigung 1990 über<br />

Jahrzehnte tabuisiert wurden. Die zwischen<br />

1945 und 1990, aufgrund der geografischen<br />

Lage in der sowjetischen Besatzungszone angekommenen<br />

und sesshaft gewordenen Heimatvertriebenen,<br />

durften sich weder in Selbstorganisationen<br />

vereinigen noch zum eigenen oder<br />

kollektiven Schicksal und seinen politisch-historischen<br />

Ursachen und Folgen artikulieren.<br />

Ihr Schicksal blieb Privatsache, obwohl sie mit<br />

rund 5 Millionen Betroffenen einen großen Teil<br />

der Bevölkerung darstellten. Die Tabuisierung<br />

war Teil des politischen Systems in der SBZ/<br />

DDR. Görlitzer Vertrag, gesellschaftlicher Anpassungsdruck,<br />

„verordneter Heimatverzicht“<br />

und eine auf Assimilation gerichtete Aufnahmestrategie<br />

gab den Betroffenen keinen Raum<br />

für eine öffentliche Auseinandersetzung mit<br />

ihrem Schicksal. Das Sprechen über und das<br />

damit verbundene Verarbeiten von traumatischen<br />

Fluchterfahrungen, Verlust der Heimat,<br />

Sehnsucht, gar Rückkehrgedanken waren den<br />

„Umsiedlern“ nur innerhalb der eigenen Familie<br />

vorbehalten. Die Tabuisierung wirkt bis<br />

heute nach.<br />

Die Ausstellung dient der Information, der<br />

Erinnerung an das Schicksal, sie soll aufklären,<br />

aufarbeiten und das Thema als Teil der<br />

gesamtdeutschen Geschichte und Nachkriegsgeschichte<br />

verstehen und verankern. Das den<br />

Betroffenen durch Tabuisierung und Verbote<br />

abgesprochene Recht auf eine offene individuelle<br />

und kollektive Erinnerung soll, bevor die<br />

wenigen noch lebenden Zeitzeugen nicht mehr<br />

berichten können, dazu führen, dass das Wissen<br />

um das Unrecht der Vertreibungen, aber<br />

auch die unterschiedlich verlaufene Integration<br />

in die Aufnahmegesellschaft nicht vergessen<br />

wird und Teil der dokumentierten deutschen<br />

Geschichte bleibt.<br />

Die Ausstellung soll 2023 eröffnet werden.<br />

2 <strong>ZgV</strong> REPORT


Neue Ausstellung 2023<br />

Austausch zum Thema „Vertriebene in der SBZ/DDR“<br />

Sitzung der Expertenrunde<br />

Wissenschaftler und Zeitzeugen erörterten gemeinsam das Konzept für die neue Ausstellung. Im Vordergrund Kurator<br />

der Ausstellung Wilfried Rogasch und Frau Dr. Heike Amos (r.) vom IfZ . Dazwischen der Beauftragte für Heimatvertriebenen<br />

und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen Jens Baumann und der Vorsitzender des BdV-LV Thüringen<br />

Egon Primas. Links neben dem Kurator Dr. Christean Wagner, Vorsitzender des <strong>ZgV</strong> und Frau Renate Holznagel<br />

als Zeitzeugin. Daneben Gisela Schewell, Organisation und Frau Janna Henn, Autorin von Zeitzeugenberichten. Im<br />

Hintergrund Marc-Pavel Halatsch, BdV-Generalsekretär und Dr. Stefan Donth von der Stiftung Gedenkstätte Berlin-<br />

Hohenschönhausen und Dr. Vincent Regente, Autor sowie das Grafikteam DrNice, Simone Schulz und Andre Kazenwadel.<br />

Hybrid dazugeschaltet waren Prof. Dr. Manfred Kittel und Arndt Macheledt, Historiker.<br />

Am 22.7.<strong>2022</strong> fand eine hybride Sitzung des<br />

<strong>ZgV</strong> unter der Leitung des Vorsitzenden Dr.<br />

Christean Wagner statt, in der Historiker und<br />

Zeitzeugen sich zur geplanten neuen Ausstellung<br />

des <strong>ZgV</strong> zum Thema „Vertriebene in der SBZ/<br />

DDR“ austauschten. Dabei ergaben sich wertvolle<br />

Hinweise, Aspekte und Fragestellungen,<br />

die von den Kuratoren dankbar aufgenommen<br />

wurden. Die Bandbreite der darzustellenden<br />

Themen ist trotz oder gerade wegen der Tabuisierung<br />

groß und die Darstellung des Schicksals<br />

in allen Facetten wichtig. Dabei ist deutlich geworden,<br />

dass sowohl die Zeitzeugen, aber auch<br />

die Wissenschaftler, auch noch 30 Jahre nach<br />

der Vereinigung eine Lücke in der öffentlichen<br />

Wahrnehmung dieses Themas sehen und es für<br />

dringend notwendig erachten, das Thema zu<br />

bearbeiten und in ansprechender Form einer<br />

Vielzahl von Interessierten zu öffnen.<br />

Vertriebenen, die immerhin 25% der Gesamtbevölkerung<br />

in machen Regionen sogar über<br />

40% ausmachten, sich weder organisieren noch<br />

ihr Vertreibungsschicksal beim Namen nennen.<br />

Sie wurden erst zu „Umsiedlern“, dann zu ehemaligen<br />

„Umsiedlern“ und traten ab 1952 als<br />

Gruppe statistisch nicht mehr in Erscheinung.<br />

Nur im Verborgenen, in den Familien konnte<br />

unter den Betroffenen ein Austausch stattfinden<br />

und der verlorenen Heimat gedacht werden.<br />

Die geplante, sechste Ausstellung soll die bisherigen<br />

Ausstellungen des <strong>ZgV</strong> ergänzen und<br />

damit in einem Gesamtüberblick über die Aufnahme,<br />

Integration und die Erinnerungskultur<br />

der Vertriebenen in West und Ost die bestehenden<br />

Lücken schließen. Es soll sie auch wieder<br />

in den bisherigen Formaten, insbesondere als<br />

Wanderausstellung geben.<br />

Anders als in den westlichen Besatzungszonen<br />

und der späteren Bundesrepublik konnten die<br />

<strong>ZgV</strong> REPORT<br />

3


Wir brauchen Sie!<br />

Das ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN benötigt Mitstreiter<br />

Helfen Sie uns bei unserer Arbeit<br />

Das Jahr <strong>2022</strong> neigt sich dem Ende entgegen und mit Ihrer aller Hilfe haben wir auch in diesem Jahr<br />

viel erreicht. Das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen ist in der Mitte unserer Gesellschaft<br />

angekommen. Viele Menschen, darunter zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, stehen hinter unseren<br />

Anliegen und unterstützen uns. Dazu haben auch unsere Ausstellungen, die überall im Lande unterwegs<br />

sind, beigetragen. Für die Fortsetzung unserer Arbeit brauchen wir Ihre Unterstützung. Helfen Sie uns<br />

mit Ihrer Spende, unsere Vorhaben auch im kommenden Jahr unvermindert umsetzen zu können.<br />

Deutsche Bank AG | IBAN DE76 380 700 240 3171717 00 | BIC (SWIFT) DEUT DE DB380<br />

Das ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN sammelt für die Ukraine<br />

Spendenaktion Ukraine<br />

Als Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen haben wir uns aus der Erfahrung des eigenen Erlebens zum<br />

Ende des Zweiten Weltkrieges mit den Ukrainerinnen und Ukrainern solidarisch erklärt. Die Stiftung<br />

hat zu Spenden aufgerufen und diese der Stiftung „Verbundenheit“ für humanitäre Hilfstransporte für<br />

die Ukraine für Medikamente, Nahrung und Versorgung zur Verfügung gestellt. Der Hilfstransport<br />

ging im Mai <strong>2022</strong> zu den Menschen in Mukatschewo und Ushgorod im Westen der Ukraine.<br />

Entscheidung über Franz-Werfel-<br />

Menschenrechtspreis 2023<br />

Die Jury des Franz-Werfel-Menschenrechtspreises hat den Preisträger für das Jahr 2023 bestimmt.<br />

Am 4. Juni 2023 wird der rumänische Staatspräsident Klaus Johannis für sein Wirken für Menschenrechte<br />

und Minderheiten in der Frankfurter Paulskirche ausgezeichnet. Klaus Werner Johannis ist am<br />

13. Juni 1959 in Hermannstadt geboren. Er ist seit Dezember 2014 der Präsident Rumäniens. Klaus<br />

Johannis gehört der rumäniendeutschen Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen an. Hermannstadt,<br />

sein Geburtsort, ist seit Jahrhunderten geistiges und kulturelles Zentrum der Siebenbürger Sachsen,<br />

von 2000 bis 2014 war er Bürgermeister seiner Heimatstadt. Johannis wird besonders dafür gewürdigt,<br />

als Angehöriger einer kleinen Gruppe Verantwortung für das Gemeinwesen übernommen zu haben<br />

und zum Nutzen aller Bürger in Rumänien zu gestalten. Sein Einsatz für ein vereinigtes und gedeihliches<br />

Zusammenarbeiten aller Staate und Völker in Europa kann nicht hoch genug geschätzt werden.<br />

Fortführung des Zeitzeugenportals<br />

Das digitale Zeitzeugenportal wird jährlich umfangreicher. Unter https://www.z-g-v.de/zgv/zeitzeugenberichte<br />

sind die Berichte nachlesbar. Es handelt sich dabei um persönlich erlebte Geschichte,<br />

die als Lebensgeschichte, Tagebücher, Reiseberichte und Fluchtberichte vorliegen. Um eine bessere<br />

Übersichtlichkeit zu gewährlisten, gliedert sich die Datenbank in drei Bereiche: Alltagserleben in den<br />

Herkunftsgebieten, Erlebnisse bei Flucht und Vertreibung Ankunft und Aufnahme im Westen und<br />

SBZ/DDR. Gerne nehmen wir auch weitere Berichte auf, die uns zur Verfügung gestellt werden können.<br />

4 <strong>ZgV</strong> REPORT


Wanderausstellungen<br />

Ausstellungspräsentation bundesweit<br />

Ausstellungen weiter nachgefragt<br />

Seit dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands<br />

auf die Ukraine sind wieder Menschen<br />

auf der Flucht vor Krieg in Europa. Die Wanderausstellungen<br />

der Stiftung Zentrum gegen<br />

Vertreibungen ächten Krieg und Vertreibung.<br />

Die Präsentationen rücken das Thema in das<br />

öffentliche Bewusstsein und sorgen durch die<br />

immer wechselnden Standorte dafür, dass das<br />

Thema im Bewusstsein der Gesellschaft bleibt.<br />

Dieses Jahr waren vier der fünf Ausstellungen<br />

an sechs Standorten in der Bundesrepublik zu<br />

sehen.<br />

Die Wanderausstellung „Verschwunden – Orte,<br />

die es nicht mehr gibt“, die von Orten erzählt,<br />

die bis zur Vertreibung am Ende des 2. Weltkrieges<br />

von Deutschen bewohnt waren und an<br />

denen heute teilweise brache Flächen vorzufinden<br />

sind, gastierte vom 1. Dezember 2021<br />

bis zum 31. Mai <strong>2022</strong> im Isergebirgs-Museum<br />

Neugablonz (Kaufbeuren). Am 5. Mai <strong>2022</strong><br />

veranstatltete der BdV in Zusammenarbeit mit<br />

dem Museum einen Themenabend. Der Kurator,<br />

Wilfried Rogasch, führte das Publikum in<br />

die Thematik ein und schilderte die vielfältigen<br />

Gründe für das Verschwinden ganzer Landschaften.<br />

Christina Meinusch, Heimatpflegerin<br />

der Sudetendeutschen Landsmannschaft, erzählte<br />

von ihrer Tätigkeit als Heimatpflegerin.<br />

Sie stellte ein spannendes Jugendprojekt vor,<br />

in dem die Jugendlichen sich auf eine GPS-<br />

Schnitzeljagd begeben und eine ehemals von<br />

Deutschen besiedelte Gemeinde erkunden.<br />

In Bremen wurden über 150 Ausstellungstafeln<br />

sowie einige Zusatzmodule im Weserpark Bremen<br />

– einer der größten Shoppingmalls im norddeutschen<br />

Raum – aufgebaut. Dort wurden gleichzeitig<br />

drei Ausstellungen „Verschwunden – Orte, die<br />

es nicht mehr gibt“, „Angekommen – Die Integration<br />

von Vertriebenen in Deutschland“ sowie<br />

„In Lagern – Schicksale deutscher Zivilisten im<br />

östlichen Europa 1941-1955“ vom 27. Juni bis 16.<br />

August <strong>2022</strong> gezeigt. An der feierlichen Eröffnung<br />

nahm die Vizepräsidentin der Bremischen<br />

Bürgerschaft Sülmez Dogan teil. Diese Station<br />

ist mit Abstand die am stärksten frequentierte<br />

Präsentation gewesen. In der Shoppingmall hatten<br />

täglich über 30.000 Gäste die Möglichkeit,<br />

sich mit dem Thema Flucht, Vertreibung sowie<br />

deren Folgen auseinanderzusetzen.<br />

Bürgermeister Oliver Schill eröffnet den Themenabend im Isergebirgs-Museum<br />

Neugablonz © Isergebirgs-Museum Neugablonz.<br />

In Pforzheim konnte die Präsentation von „Erzwungene<br />

Wege – Flucht und Vertreibung im<br />

Europa des 20. Jahrhunderts“ realisiert werden.<br />

Der Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum<br />

MdB schlug bereits 2019 vor, die Ausstellung<br />

nach Pforzheim zu holen, was pandemiebedingt<br />

nicht umsetzbar war. Dieses Jahr<br />

war die Ausstellung vom 22. Juni bis 3. August<br />

<strong>2022</strong> im Pforzheimer Rathaus zu sehen. Eröffnet<br />

wurde sie von Oberbürgermeister Peter<br />

Boch, der in seiner Eröffnungsrede den<br />

Ukraine-Krieg als ein weiteres Kapitel in der<br />

langen Geschichte von Flucht und Vertreibung<br />

in Europa bezeichnete.<br />

<strong>ZgV</strong> REPORT<br />

5


Wanderausstellungen<br />

Eröffnung der Ausstellung durch den Vorsitzenden des BdV-Landesverbandes Bremen, Helmut Gaber in der Shoppingmall<br />

Weserpark Bremen. Hier haben nicht nur Interessierte Gelegenheit gehabt sich zu informieren, sondern auch Menschen,<br />

die mit den Themen Flucht , Vertreibung und Folgen bisher wenig oder gar keine Berührungen hatten.<br />

Der Vorsitzende des BdV-Kreisverbandes Neuss,<br />

Gerhard Hosenberg, holte die Wanderausstellung<br />

„Angekommen – Die Integration von Vertriebenen<br />

in Deutschland“ nach Neuss, wo sie<br />

vom 5. September bis 14. Oktober <strong>2022</strong> im Kreishaus<br />

zu besichtigen war. Die Schirmherrschaft<br />

für die Ausstellung übernahm der Landrat des<br />

Rhein-Kreises Neuss, Hans-Jürgen Petrauschke.<br />

An der Ausstellungseröffnung am 5. September<br />

<strong>2022</strong> nahmen vieler Vertreter aus Politik, Verwaltung<br />

sowie interesseierte Bürger teil.<br />

Für einen zweiten Versuch entschied sich dieses<br />

Jahr die Gedenkstätte Roter Ochse, nachdem<br />

die Präsentation im Jahr 2020 pandemiebedingt<br />

vorzeitig beendet werden musste. Die Ausstellung<br />

„In Lagern – Schicksale deutscher Zivilisten<br />

im östlichen Europa 1941-1955“ ist noch<br />

bis 16. Dezember <strong>2022</strong> in der Gedenkstätte zu<br />

besichtigen.<br />

Die Wanderausstellung „Verschwunden – Orte,<br />

die es nicht mehr gibt“ ist am 14. November<br />

<strong>2022</strong> im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg<br />

in Ausstellung gegangen und ist dort<br />

bis zum 19. März 2023 zu besichtigen. Auch<br />

hier wird es einen Themenabend geben. Christina<br />

Meinusch, Heimatpflegerin der Sudentendeutschen<br />

Landsmannschaft“ wird dieses<br />

Mal mit ihrer Kollegin, Stepanka Sichova, das<br />

Jugendprojekt „GPS-Schnitzeljagt“ vorstellen.<br />

Interessierte sind herzlich eingeladen am Themenabend<br />

teilzunehmen. Die Ausstellungen<br />

werden mit Förderung durch das Bundesinnenministerium<br />

durch den Bund der Vertriebenen<br />

präsentiert.<br />

Impressum<br />

Herausgegeben von der Stiftung<br />

ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN<br />

Organisationsbüro:<br />

Godesberger Allee 72-74<br />

53175 Bonn<br />

Tel.: 0228 / 81 007 30<br />

Fax: 0228 / 81 007 52<br />

E-Mail: info@z-g-v.de<br />

web: www.z-g-v.de<br />

6 <strong>ZgV</strong> REPORT


Wanderausstellungen<br />

(v.l.) C. Bommers (Bürgermeister Stadt Meerbusch), N.<br />

Lennhof (Erste stellvertretende. Bürgermeisterin der Stadt<br />

Kaarst), G. Hosenberg (Vorsitzender des BdV-Kreisverbandes<br />

Neuss), H.-J. Petrauschke (Landrat des Rhein-Kreises<br />

Neuss), S. Benary (Erste stellvertretende Bürgermeisterin<br />

der Stadt Neuss), Dr. J. Geerlings (Zweiter stellvertretender<br />

Bürgermeister der Stadt Neuss) © Wolfgang Walter/<br />

Rhein-Kreis Neuss.<br />

(v.l.n.r.) Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter, Konstantin Gaber Politologe,<br />

Centermanagerin Monika Mehrtens, Vizepräsidentin der<br />

Bürgerschaft Sülmez Dogan, Markus Patzke vom Zentrum gegen<br />

Vertreibungen und Helmut Gaber.<br />

Hessen ist eines der Bundesländer in unserem<br />

föderativen Gemeinwesen, das nach dem Zweiten<br />

Weltkrieg besonders viele Vertriebene aufgenommen<br />

hat. Es bekennt sich bis heute zu<br />

diesem Teil der Bevölkerung. Deshalb hat sich<br />

die Stiftung entschieden, eine Ergänzung der<br />

Hauptausstellung zu Hessen zu machen und als<br />

Rollup den Wanderausstellungen nach Hessen<br />

zuzufügen.<br />

Ergänzung der Ausstellung um einen spezifischen Teil zu Hessen<br />

Die Tafeln der Ausstellung<br />

„Angekommen“ werden erweitert<br />

Auch können die 6 Rollups zu Themen wie Ankunft,<br />

Unterbringung, Versorgung und Mitgestaltung<br />

von Schulen angefordert werden. In<br />

Hessen gehört das Thema Flucht und Vertreibung<br />

in den Schulunterricht.<br />

Infotafeln der Ausstellung „Angekommen“.<br />

<strong>ZgV</strong> REPORT<br />

7


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Publikationen zu den Ausstellungen der Stiftung<br />

ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN<br />

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EINZELKATALOG | 10 € Stück<br />

Die Gerufenen<br />

Erzwungene Wege<br />

Angekommen<br />

In Lagern<br />

Verschwundene Orte<br />

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FRANZ-WERFEL-MENSCHENRECHTSPREIS | 14,95 € Stück<br />

Dokumentationsband der Preisträger 2003–2021<br />

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