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ÖFB Corner 1/23

Das offizielle Digital-Magazin des ÖFB.

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01/20<strong>23</strong><br />

EURO-QUALIFIKATION<br />

Mission Deutschland<br />

So will Teamchef Ralf Rangnick das Nationalteam zur<br />

EM in seinem Heimatland führen.<br />

EILEEN CAMPBELL<br />

Das sind die Pläne des<br />

Shootingstars aus Vorarlberg<br />

WERNER GREGORITSCH<br />

Der U21-Teamchef über die<br />

Highlights aus 100 Spielen<br />

<strong>ÖFB</strong>


ES MACHT<br />

UNS ALLE<br />

STÄRKER.<br />

WIR MACHT’S MÖGLICH.<br />

Ein starkes Wir kann mehr bewegen als ein Du oder Ich alleine. Es ist die Kraft<br />

der Gemeinschaft, die uns den Mut gibt, neue Wege zu gehen, die uns befl ügelt<br />

und die uns hilft, Berge zu versetzen. Daran glauben wir seit mehr als 160 Jahren<br />

und das ist, was wir meinen, wenn wir sagen: WIR macht’s möglich.<br />

raiffeisen.at<br />

03_VorwortGartner.indd Raiffeisen_Anzeige_A4_hoch_Taenzer_210x280mm_RZ.indd 2 1 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 03.01.20<strong>23</strong> 09:46:20<br />

14:03:46


VORWORT<br />

JOHANN GARTNER<br />

Liebe Leserinnen und Leser!<br />

»Das Vorhaben, die<br />

Frauen-Preisgelder<br />

auf FIFA-Ebene jenen<br />

bei den Männern anzugleichen,<br />

ist ein<br />

ganz klares und sehr<br />

starkes Signal.«<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

Der <strong>ÖFB</strong> ist sehr turbulent ins Jahr<br />

20<strong>23</strong> gestartet. Gerhard Milletich hat<br />

nach großen externen wie internen<br />

Diskussionen sein Amt niedergelegt,<br />

ich wurde mit der interimistischen Führung<br />

der Amtsgeschäfte betraut. Ich kann an<br />

dieser Stelle nur betonen, dass es im Präsidium<br />

am 3. 2. eine konstruktive, offene<br />

Aussprache gegeben hat. Alle haben Bereitschaft<br />

gezeigt, sich einzubringen. Es<br />

muss einen Neubeginn geben. Alle müssen<br />

in einem Boot sitzen. Wir haben uns<br />

ganz klar darauf verständigt, die nächsten<br />

Schritte und Prozesse intern zu gestalten<br />

und einzuleiten. Das war mir auch persönlich<br />

sehr wichtig. Eine meiner wesentlichen<br />

Aufgaben lag in den vergangenen<br />

Wochen darin, alle Präsidiumsmitglieder<br />

und Geschäftsstellen sowie die Bundesliga<br />

zu besuchen und in Vier-Augen-Gesprächen<br />

wesentliche Punkte anzusprechen. Ich<br />

wollte mir ein umfassendes Bild machen.<br />

In der Präsidiumssitzung am 24. März<br />

werde ich dem Gremium meine Erkenntnisse<br />

und Überlegungen darlegen, und<br />

wir werden die weitere Vorgehensweise<br />

festlegen. Wir möchten die Lehren aus<br />

den vergangenen Monaten ziehen und es<br />

alle gemeinsam besser machen. Zur gegebenen<br />

Zeit werden wir transparent über<br />

den Zwischenstand und die Zeitschiene informieren.<br />

Nun soll aber wieder der Sport in den<br />

Vordergrund treten! Das große gemeinsame<br />

Ziel von Trainerteam,<br />

Mannschaft, Fans und <strong>ÖFB</strong> ist es,<br />

die EURO 2024 in Deutschland zu erreichen<br />

und dort eine tolle Endrunde zu spielen.<br />

Dafür wird jeder in seinem Bereich<br />

das Beste geben. Meine Aufgabe ist es,<br />

Rahmenbedingungen zu schaffen und eine<br />

geordnete Übergabe an den neuen Präsidenten<br />

zu gewährleisten.<br />

Wir freuen uns sehr darauf, mit<br />

dem Nationalteam wieder in<br />

Oberösterreich zu Gast zu sein.<br />

Es ist für den <strong>ÖFB</strong> natürlich sehr<br />

wichtig, einen solch attraktiven Standort<br />

für Länderspiele zu haben. Linz wird auch<br />

in den zukünftigen Planungen sicher eine<br />

große Rolle spielen. Ich durfte das Eröffnungsmatch<br />

der Raiffeisen Arena live im<br />

Stadion verfolgen. Die Rahmenbedingungen<br />

und auch die Stimmung auf den Rängen<br />

waren großartig.<br />

Im März hat in Ruanda der FIFA-Kongress<br />

stattgefunden, Gianni Infantino<br />

wurde – als einziger Kandidat – im Amt<br />

des FIFA-Präsidenten bestätigt. Man<br />

muss die Lehren aus der Vergabe der letzten<br />

WM und den folgenden massiven Diskussionen<br />

ziehen und hier im Zuge des<br />

Bewerbungsprozesses ganz klare ethische<br />

Standards implementieren. Dafür steht<br />

der <strong>ÖFB</strong>, und diesen Standpunkt werden<br />

wir vehement vertreten. Es hat auch bereits<br />

eine erste konstruktive Aufarbeitung<br />

zwischen FIFA und UEFA gegeben. Es<br />

geht nur mit gemeinsamen Lösungsansätzen<br />

und einer breiten Basis im internationalen<br />

Fußball, der quer über alle Kontinentalverbände<br />

sehr heterogen ist. Hier müssen<br />

Brücken gebaut und unterschiedliche<br />

gesellschaftliche Wertesysteme vereint<br />

werden. Und natürlich müssen den Diskussionen<br />

auch Taten folgen, Werte definiert<br />

und gelebt werden. Der <strong>ÖFB</strong> möchte<br />

hier einen konstruktiven Part einnehmen.<br />

Eine der positivsten Meldungen im Rahmen<br />

des Kongresses gab es im Bereich<br />

Frauenfußball. Das Vorhaben, die Frauen-<br />

Preisgelder auf FIFA-Ebene jenen bei den<br />

Männern anzugleichen, ist ein ganz klares<br />

und sehr starkes Signal.<br />

Mit sportlichen Grüßen<br />

JOHANN GARTNER<br />

<strong>ÖFB</strong>-Präsident<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

IMPRESSUM Offizielles Organ des Österreichischen Fußball-Bundes, Ernst-Happel-Stadion / Meiereistraße 7, Sektor A/F, 1020 Wien, Tel.: 01/727 18-0<br />

➜ Heraus geber & Medieninhaber: Österreichischer Fußball-Bund / verantwortlich für den Inhalt: <strong>ÖFB</strong> Wirtschaftsbetriebe GmbH ➜ Chefredaktion: Iris Stöckelmayr,<br />

Markus Geisler ➜ Grafisches Konzept: José Coll / Studio B.A.C.K. ➜ Redaktion: Jonas Dormann, Hans Huber, Michael Graswald, Philip Sauer ➜ Grafik & Pro duktion:<br />

Christoph Geretschlaeger ➜ Anzeigen: René Reinberger / <strong>ÖFB</strong> Wirtschaftsbetriebe GmbH, Tel.: 01/440 11 00-0 ➜ Lektorat: Gabriele Fernbach ➜ Verlag: TOP TIMES<br />

Medien GmbH (SPORTaktiv), Gadollaplatz 1, 8010 Graz ➜ Herstellung: Druck Styria GmbH & Co KG ➜ Aboservice: corner@oefb.at<br />

:03:46<br />

03_VorwortGartner.indd 3 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:46:29


KOMMENTAR<br />

BERNHARD NEUHOLD<br />

Mit gebündelten Kräften zur<br />

EURO 2024 nach Deutschland<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

»Gemeinsam mit<br />

Mannschaft, Trainerteam,<br />

Fans und<br />

Partnern möchten<br />

wir eine Euphorie<br />

entfachen, um im<br />

Sommer 2024 ein<br />

großes Fußballfest<br />

zu feiern!«<br />

4<br />

Das Länderspieljahr des Nationalteams der<br />

Männer wird mit dem EM-Quali-Heim-Doppel<br />

in Linz gegen Aserbaidschan und Estland<br />

eröffnet. Seitens des <strong>ÖFB</strong> lautet die oberste<br />

Priorität, der Mannschaft von Ralf Rangnick die<br />

bestmöglichen Rahmenbedingungen für das große<br />

Ziel – die Qualifikation für die EM-Endrunde im<br />

Sommer 2024 in Deutschland – zur Verfügung zu<br />

stellen. Die Wintermonate waren geprägt von intensiven<br />

Gesprächen und Planungen. Auch, was<br />

die Austragungsorte der Spiele und Trainingslehrgänge<br />

betrifft.<br />

Für den <strong>ÖFB</strong> stellt die neu eröffnete Raiffeisen<br />

Arena in der oberösterreichischen Landeshauptstadt<br />

einen wichtigen Standort dar. Wir<br />

sind begeistert von dem, was entstanden ist<br />

und sind überzeugt, dass wir auch in Zukunft regelmäßig<br />

in Linz gastieren werden. Bei der Errichtung<br />

des Stadions ist ein echter Schulterschluss<br />

zwischen Verein, Wirtschaft und Politik gelungen,<br />

zu dem man nur gratulieren kann. Mein Dank gilt<br />

dem LASK und Präsident Siegmund Gruber für<br />

die Unterstützung. Es wird uns das Gefühl vermittelt,<br />

in Linz sehr willkommen zu sein.<br />

Seit kurzem ist klar, dass das Nationalteam das<br />

Heimspiel im Rahmen der EM-Qualifikation<br />

gegen Schweden am 20. Juni im Wiener<br />

Ernst-Happel-Stadion bestreiten wird. Eine<br />

Austragung dieser so wichtigen Begegnung im<br />

Stadion des SK Rapid konnte zu diesem Zeitpunkt<br />

trotz intensiver Bemühungen und zahlreicher konstruktiver<br />

Gespräche leider nicht realisiert werden,<br />

gemäß der Auskunft des Klubs müssen nach Saisonende<br />

angesichts der hohen Belastungen umfassende<br />

Instandsetzungsmaßnahmen am Rasen<br />

durchgeführt werden. Anknüpfend an den laufenden<br />

Dialog haben sich der <strong>ÖFB</strong> und der SK Rapid<br />

darauf verständigt, weiter in engem Austausch betreffend<br />

einer möglichen Austragung von Länderspielen<br />

in Hütteldorf zu bleiben. Wir hoffen unverändert,<br />

im Zuge weiterer Gespräche eine positive<br />

Lösung für die künftige Nutzung des Stadions<br />

durch das Nationalteam erzielen zu können.<br />

Hingegen sehr positive Nachrichten durften<br />

wir in den letzten Wochen von Sponsoren-<br />

Seite vermelden. So wurde die Vereinbarung<br />

mit Raiffeisen um weitere vier Jahre bis<br />

Ende 2026 verlängert. Es verbindet uns eine jahrzehntelange<br />

Partnerschaft, die von einem ständigen<br />

Dialog und einem echten Zusammenspiel geprägt<br />

ist. Raiffeisen war in guten wie in schlechten<br />

Zeiten für den <strong>ÖFB</strong> stets ein verlässlicher und<br />

wichtiger Weggefährte. Es ist uns gemeinsam gelungen,<br />

diese Kooperation mit Leben zu erfüllen<br />

und über die Jahre ständig weiterzuentwickeln.<br />

Die Zusammenarbeit mit Magenta besteht bereits<br />

seit 10 Jahren und hat in den letzten<br />

Jahren immer mehr an Intensität gewonnen.<br />

Magenta dürfen wir mittlerweile ebenfalls<br />

bei all unseren Teams und in sämtlichen Kommunikationskanälen<br />

transportieren. Sei es beispielsweise<br />

im Stadion oder auf unserer Streaming-<br />

Plattform, wir konnten gemeinsame attraktive Alleinstellungsmerkmale<br />

für das Telekommunikationsunternehmen<br />

vereinbaren. Dies hat dazu<br />

geführt, dass wir mit der Ausweitung auf eine<br />

Premium Partnerschaft einen neuen Meilenstein<br />

mit Magenta erreicht haben.<br />

Und auch die Kooperation mit UNIQA ist für<br />

den <strong>ÖFB</strong> ein Glücksfall. Wir haben uns in den<br />

letzten Jahren in eine Richtung entwickelt,<br />

wo es nicht nur um den Austausch von Leistungen<br />

und Gegenleistungen geht, sondern tatsächlich<br />

die Marke im UNIQA <strong>ÖFB</strong> Cup und im Nationalteam<br />

aktiviert weirden, und wo ein reger<br />

Austausch und eine ständige Optimierung stattfinden.<br />

Wir haben mit dem Projekt UNIQA <strong>ÖFB</strong> Cup<br />

begonnen, dann das Nationalteam in die Vereinbarung<br />

integriert und sind sehr froh, dass wir jetzt<br />

mit dem Frauen-Nationalteam den nächsten Schritt<br />

tätigen und somit den Kreis schließen können.<br />

Generell erfüllen uns der rege Austausch und<br />

die intensive Kommunikation mit den angeführten<br />

Sponsoren, aber auch allen anderen<br />

<strong>ÖFB</strong>-Partnern, mit Dankbarkeit und Stolz.<br />

Sie stellen schließlich eine immens wichtige Einnahmen-Säule<br />

in wirtschaftlich nicht einfachen<br />

Zeiten dar.<br />

Angesichts dieses starken Fundaments und<br />

der breiten Unterstützung gehen wir mit<br />

viel Zuversicht in die Qualifikation. Gemeinsam<br />

mit Mannschaft, Trainerteam, Fans und<br />

Partnern möchten wir auf dem Weg zur EURO<br />

2024 eine Euphorie entfachen, um im Sommer<br />

2024 ein großes Fußballfest im Nachbarland<br />

Deutschland zu feiern.<br />

MAG. BERNHARD<br />

NEUHOLD<br />

Geschäftsführer <strong>ÖFB</strong><br />

Wirtschaftsbetriebe GmbH<br />

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54<br />

06-07 Inhalt.indd 6 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:47:01


INHALT<br />

<strong>ÖFB</strong> CORNER 01/20<strong>23</strong><br />

<strong>ÖFB</strong>-Kapitänin<br />

Carina Wenninger<br />

freut sich auf die<br />

Nations League<br />

der Frauen.<br />

COVERSTORY<br />

10 EURO 2024 – So gelingt die<br />

„Mission Deutschland“<br />

Jetzt wird es ernst: Für das Nationalteam beginnt<br />

die Qualifikation für die EURO. Wir nennen die<br />

Gründe, warum die dritte EM-Teilnahme nacheinander<br />

Realität werden kann.<br />

FEATURES<br />

16 Aufsteiger Stefan Posch<br />

Ein Porträt des polyvalenten Verteidigers<br />

in Diensten des FC Bologna<br />

18 Das sind die Quali-Gegner<br />

Die Nationalteams von Aserbaidschan,<br />

Estland, Belgien und Schweden im Porträt<br />

20 History: Hans Krankl<br />

Hans Huber über den „Goleador“, der<br />

kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte<br />

.<br />

22 Eileen Campbell<br />

Der Shootingstar aus Vorarlberg hat eine extrem<br />

spannende Zeit hinter – und vor – sich.<br />

28 UNIQA <strong>ÖFB</strong> Cup<br />

Da waren‘s nur noch vier: Der Bewerb geht mit<br />

den Halbfinalen in seine entscheidende Phase.<br />

32 Gregoritschs 100er<br />

Der Teamchef der U21 lässt seine emotionalen<br />

Highlights noch einmal Revue passieren und<br />

verrät, was ihn am meisten bewegt hat.<br />

36 Futsal<br />

Teamchef Patrik Barbic und seine Assistenten<br />

über die Zukunft des Sports<br />

40 Direktion Sport<br />

Peter Schöttel und seine Mitstreiter geben<br />

Einblicke in die Projekte, die der Verband in<br />

den nächsten Jahren vorantreiben wird.<br />

44 Infrastruktur in Aspern<br />

So soll das neue Kompetenzzentrum des<br />

<strong>ÖFB</strong> am Wiener Stadtrand aussehen.<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

STANDARDS 31 WhatsApp-Chat mit Muharem Huskovic 39 ADMIRAL Bundesliga 50 Landesverbände<br />

54 Schiedsrichter 58 <strong>ÖFB</strong>-Mix & Seitenblicke 62 Was wurde aus ... Florian Klein<br />

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SCHNAPPSCHUSS<br />

8 CORNER 01/<strong>23</strong><br />

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SCHMUCKKÄSTCHEN<br />

Großer Fan-Ansturm auf die beiden Heimspiele des Nationalteams zum Start in die<br />

UEFA EURO 2024 Qualifiers in der Raiffeisen Arena in Linz! Für das von BURGENLAND<br />

präsentierte Auftaktspiel der EM-Qualifikation gegen Aserbaidschan wurden innerhalb<br />

weniger Stunden alle verfügbaren Tickets abgesetzt. Auch für die von UNIQA präsentierte<br />

Partie gegen Estland wird vor ausverkaufter Kulisse über die Bühne gehen. Ralf<br />

Rangnick freut sich auf die lautstarke Unterstützung der Fans. „Die Raiffeisen Arena ist<br />

so, wie man sich ein Fußball-Stadion vorstellt. Wir wollen einen proaktiven Fußball<br />

spielen, bei dem wir den Gang der Dinge bestimmen. Wir wollen Herr im Haus sein und<br />

durch diese Spielweise für einen Doppelpass mit den Fans sorgen. Wir brauchen einen<br />

echten Hexenkessel – egal ob in der Qualifikation für die EM in Deutschland oder dann<br />

für die WM“, richtet der Teamchef eine flammende Botschaft an die Anhänger. Trainer<br />

und Mannschaft brennen regelrecht darauf, dass die EM-Quali endlich losgeht!<br />

CORNER 01/<strong>23</strong> 9<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

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COVERSTORY<br />

EURO 2024<br />

Jetzt geht’s looos: Teamchef Ralf<br />

Rangnick und das <strong>ÖFB</strong>-Team stehen<br />

vor ihrer ersten großen gemeinsamen<br />

Mission – der Qualifikation<br />

für die EURO 2024 in<br />

Deutschland. Der Optimismus<br />

ist groß, die Euphorie ebenso.<br />

Wir erklären, wie zum dritten<br />

Mal nacheinander der Sprung zu<br />

einem EM-Turnier gelingen soll.<br />

TEXT MARKUS GEISLER<br />

Acht Spiele hat Ralf Rangnick als<br />

österreichischer Teamchef absolviert,<br />

fast durchwegs gegen Gegner<br />

der Kategorie A. Nun geht es<br />

um das erste ganz große Ziel<br />

seiner Amtszeit. „Wir wollen uns<br />

nicht nur für die Europameisterschaft<br />

in Deutschland qualifizieren, sondern<br />

dort auch eine gute Rolle spielen“, sagt der<br />

64-Jährige in seiner klaren Art. Und schürt<br />

damit den Optimismus, der seit seinem<br />

Amtsantritt vergangenes Jahr Einzug gehalten<br />

hat. Wir liefern sechs Gründe, warum<br />

dieses Team bereit ist, sich nach 2016 und<br />

2021 zum dritten Mal en suite für eine EM<br />

zu qualifizieren.<br />

Ralf Rangnick & sein Trainerteam<br />

Man muss kein Tiefenpsychologe sein, um<br />

zu erahnen, dass ein Turnier im Heimatland<br />

einen ganz speziellen Reiz ausübt. Daraus<br />

macht Ralf Rangnick keinen Hehl. Und auch<br />

Sportdirektor Peter Schöttel ist sich sicher:<br />

„Für den Ralf, aber auch für seinen Staff ist<br />

das eine ganz große Geschichte. Ist doch<br />

logisch, dass er dort mit einer guten Performance<br />

Aufsehen erregen will.“<br />

Zum engeren Trainerteam gehören neben<br />

den Österreichern Robert Almer (Torwart)<br />

und Stefan Oesen (Spielanalyst) auch<br />

die Deutschen Peter Perchtold – der einen<br />

österreichischen Vater hat –, Lars Kornetka<br />

und Onur Cinel. Geballte Power also aus<br />

dem Land des Weltmeisters von 2014, die<br />

dafür sorgen soll, die nötige Siegermentalität<br />

in die Mannschaft zu implementieren.<br />

<strong>ÖFB</strong>/KELEMEN<br />

10 CORNER 01/<strong>23</strong><br />

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Großes Ziel:<br />

Kapitän David<br />

Alaba will das<br />

Team zur EURO<br />

nach Deutschland<br />

führen.<br />

EURO 2024<br />

So gelingt die „Mission Deutschland“<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

11<br />

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COVERSTORY<br />

<strong>ÖFB</strong>/KELEMEN<br />

Sportdirektor Peter<br />

Schöttel über Teamchef<br />

Ralf Rangnick:<br />

„Klare Kommunikation<br />

nach innen wie nach<br />

außen.“<br />

» Ich finde es<br />

wichtig, dass wir<br />

bei unseren Legionären<br />

breiter aufgestellt<br />

sind. «<br />

Der Scoop, einen international angesehenen<br />

Fachmann wie Ralf Rangnick verpflichtet<br />

zu haben, hat sich bereits jetzt ausgezahlt,<br />

wie Schöttel verrät: „Für mich ist es total<br />

spannend zu sehen, wie Ralf arbeitet. Klar<br />

und überzeugend in seinen Aussagen, nach<br />

innen wie nach außen. Er nimmt jeden<br />

Spieler mit, egal ob talentierter Perspektivspieler<br />

oder erfahrener Routinier. Das macht<br />

sein Standing aus.“<br />

Wie sehr sich Rangnick mit seiner Aufgabe<br />

identifiziert, zeigt die Tatsache, dass er<br />

Ende vergangenen Jahres eigens einen<br />

Lehrgang für Talente der Jahrgänge 2000<br />

bis 2005 initiiert hat. Eine Maßnahme, die<br />

für alle Beteiligten ein Gewinn war. „Wir<br />

Trainer sind mit einem Dauergrinser durch<br />

die Gegend gelaufen, weil alle so gut mitgezogen<br />

haben“, verrät Rangnick. Und schiebt<br />

hinterher: „Zufall oder nicht, aber die Italiener<br />

haben nachgezogen und machen jetzt<br />

auch so ein Trainingslager.“<br />

Es ist immer besser, kopiert zu werden<br />

als selbst zu kopieren. Erst recht, wenn ein<br />

Visionär wie Rangnick am Werk ist, der mit<br />

seinem aktiven Spielstil mit Wucht und Dynamik<br />

Fans und Mannschaft gleichermaßen<br />

auf seine Seite gezogen hat.<br />

Die Deutschland-Legionäre<br />

Es ist beileibe nicht nur der Teamchef, der<br />

eine besondere Beziehung zum Gastgeberland<br />

2024 hat. Auch das Gros der Nationalspieler<br />

verdient seine Brötchen beim nördlichen<br />

Nachbarn und verspürt dadurch einen<br />

Extra-Kick, den Weg nach Deutschland erfolgreich<br />

zu gestalten. Von dem Kader, den<br />

Rangnick für den Qualifikations-Auftakt in<br />

Linz einberufen hat, stehen neun Spieler bei<br />

deutschen Vereinen unter Vertrag. Dabei sind<br />

Akteure wie Nicolas Seiwald, der im kommenden<br />

Sommer von Salzburg nach Leipzig<br />

wechselt, noch gar nicht inbegriffen. „Ich<br />

denke schon, dass solche Softfacts eine<br />

Rolle spielen“, sagt Schöttel.<br />

Wobei der Sportdirektor offen zugibt,<br />

froh darüber zu sein, dass sich die starke<br />

Konzentration auf Deutschland etwas aufgelöst<br />

hat. „Arnautovic und Posch in Italien,<br />

David Alaba in Spanien, Kevin Danso in<br />

Frankreich – ich finde es wichtig, dass wir<br />

bei unseren Legionären breiter geworden<br />

sind. Man kann sich aus jeder Top-Liga Eindrücke<br />

verschaffen und bei uns im Nationalteam<br />

einbringen. Das ist eine sehr gute<br />

Entwicklung.“<br />

Mit Marcel Sabitzer gibt es auch einen<br />

Profi bei einem englischen Spitzenklub,<br />

Manchester United. Der Mittelfeld-Stratege<br />

konnte sich in seinem ersten Jahr bei den<br />

Bayern nicht ganz durchsetzen und wurde<br />

auf die Insel verliehen. Auch er hat ganz<br />

bestimmt das Bestreben zu zeigen, dass der<br />

deutsche Rekordmeister einer Fehleinschätzung<br />

unterlegen ist. Da bieten sich starke<br />

Auftritte im Nationalteam besonders gut an.<br />

12<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

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soll, findet der Teamchef für Honsak ein<br />

besonderes Lob: „Wucht, Dynamik, Tiefgang<br />

– er bringt Elemente mit, die unserem Spiel<br />

noch etwas fehlen.“ Für alle genannten<br />

Spieler wäre die EURO 2024 ihr erstes<br />

großes Turnier – auch so kann man den<br />

Hunger auf Erfolg schüren.<br />

Kevin Danso hat sich in<br />

Lens zu einem Top-Verteidiger<br />

entwickelt und zeigt<br />

auch im Nationalteam auf.<br />

Konrad Laimer – noch Leipzig,<br />

bald Bayern – ist heiß<br />

auf das EM-Turnier in seiner<br />

deutschen Wahlheimat.<br />

GEPA-PICTURES.COM (2)<br />

Die jungen Wilden<br />

Gute Mannschaften zeichnen sich oft dadurch<br />

aus, dass sie immer wieder kleinere Blutauffrischungen<br />

vollziehen. Ein Prinzip, das<br />

Ralf Rangnick verinnerlicht zu haben scheint.<br />

Bildeten bis vor kurzem noch Aleksandar<br />

Dragovic und Martin Hinteregger das Innenverteidiger-Duo,<br />

kommen mittlerweile Spieler<br />

wie Kevin Danso oder Philipp Lienhart<br />

neben dem gesetzten David Alaba zum Zug.<br />

Oder Stefan Posch, der aber auch die Position<br />

des Rechtsverteidigers bekleiden kann,<br />

wo Stefan Lainer bei Borussia Mönchengladbach<br />

auf das Abstellgleis geraten ist.<br />

Gerade ein Spieler wie Danso hat sich<br />

seit seinem Wechsel von Augsburg nach<br />

Frankreich noch einmal extrem weiterentwickelt.<br />

„Ich spüre, dass ich beim RC Lens<br />

einen Schritt nach vorne gemacht habe und<br />

mich durch das Vertrauen, das mir dort im<br />

Club entgegengebracht wird, in meiner Leistung<br />

stabilisieren konnte“, sagte der 24-Jährige<br />

zuletzt im CORNER. Und Schöttel ergänzt:<br />

„Wie er in Frankreich einschlägt, ist<br />

beeindruckend.“<br />

Ebenfalls bei Rangnick eine Bank ist der<br />

erst 21-jährige Nicolas Seiwald. Nach der<br />

Verletzung von Xaver Schlager kommt auf<br />

den Umschalt-Spezialisten eine noch größere<br />

Aufgabe zu. Dass er die meistern wird,<br />

bezweifelt kaum jemand. Rangnick: „Nici ist<br />

ein Musterbeispiel dafür, was mit einer Top-<br />

Mentalität möglich ist. Ein Spieler, der sich<br />

immer weiter verbessern möchte und alles<br />

aufsaugt, was ihn besser macht.“<br />

Typisch für Rangnick, dass er auch für<br />

den so wichtigen Quali-Auftakt zwei Neue<br />

in den Kader einberufen hat: Mathias Honsak<br />

von Darmstadt 98 und Rapids Jonas Auer.<br />

Während Auer auf der Position des Linksverteidigers<br />

für Konkurrenzkampf sorgen<br />

Routiniers in den besten Jahren<br />

So wichtig jugendliche Dynamik ist – getragen<br />

wird die Mannschaft immer noch von<br />

den erfahrenen Haudegen. Diese sind allerdings<br />

noch nicht über ihren Zenit, haben aber<br />

schon viele Schlachten geschlagen und dabei<br />

Erfahrungen gesammelt, von denen sie<br />

selbst profitieren und die sie weitergeben<br />

können. „Arnautovic, Alaba, Sabitzer – das<br />

ist die Achse, die die Richtung vorgibt“, sagt<br />

Schöttel. Und ergänzt: „Aber auch Spieler<br />

wie Laimer oder Schlager haben sich stark<br />

weiterentwickelt. Ihr Wort bekommt immer<br />

mehr Gewicht.“<br />

Dabei ist gerade bei den drei Erstgenannten<br />

keine Spur davon zu merken, dass<br />

ihre Motivation nachlassen könnte – im<br />

Gegenteil. So hat der zuletzt angeschlagene<br />

Alaba sofort seine Bereitschaft signalisiert,<br />

zum Team zu kommen, auch wenn er für die<br />

Spiele selbst noch nicht matchfit ist. „Das<br />

ist ein großartiges Zeichen des Kapitäns“,<br />

findet Rangnick. „Das Gleiche hat er schon<br />

in der Nations League gemacht. Das zeigt,<br />

was er für einen Charakter hat.“<br />

Wie wichtig Rekordspieler Marko Arnautovic<br />

ist, belegt die Tatsache, dass Rangnick<br />

ihn für die Spiele in Linz einberief, obwohl<br />

er seit dem 4. Jänner für Bologna gerade<br />

einmal 25 Spielminuten absolvierte.<br />

Verletzungen, eine Sperre und die Nicht-<br />

Berücksichtigung von Trainer Thiago Motta<br />

sorgten für Bank-Frust beim 33-Jährigen.<br />

„Seine herausragenden Leistungen bei uns<br />

sorgen dafür, dass ich mir bei ihm keine<br />

Gedanken gemacht habe, ihn nicht zu berücksichtigen“,<br />

stellt der Teamchef klar.<br />

Die Gruppe als gutes Omen<br />

Die Auslosung hat es gut gemeint mit der<br />

rot-weiß-roten Mannschaft. Mit Heimspielen<br />

gegen Aserbaidschan (121. der FIFA-<br />

Weltrangliste) und Estland (109.) startet das<br />

Team gegen die Verbände aus den Töpfen<br />

vier und fünf. „Wenn es gelingt, die erwarteten<br />

sechs Punkte zu holen, ist es eine<br />

angenehme Konstellation, da man gleich zu<br />

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COVERSTORY<br />

Gute Erinnerung: Mit dem<br />

Sieg in Schweden gelang der<br />

Sprung zur EURO 2016.<br />

GEPA-PICTURES.COM (2)<br />

Beginn vorne mit dabei ist“, analysiert Peter<br />

Schöttel. Und auch Teamchef Rangnick lässt<br />

keinen Zweifel an der Zielsetzung: „Wir<br />

wollen mit zwei Siegen ins Rennen starten,<br />

auch wenn es überhaupt keinen Grund gibt,<br />

einen Gegner zu unterschätzen.“<br />

Im Sommer geht es dann mit den Partien<br />

gegen Belgien (auswärts) und Schweden<br />

(daheim) weiter. „Ich sehe diese beiden<br />

Teams mit uns auf einem ähnlichen Niveau“,<br />

sagt Schöttel. „Belgien hat mit dem neuen<br />

Trainer (Anm.: der Deutsch-Italiener Domenico<br />

Tedesco) einen kleinen Umbruch – statt<br />

Schweden hätte ich mir aus Topf drei einen<br />

leichteren Gegner gewünscht. Gegen die ist<br />

es immer eng, das weiß ich noch aus meiner<br />

Zeit als Spieler.“<br />

Trotzdem verbindet man mit beiden<br />

Gegnern aus der jüngeren Geschichte durchaus<br />

positive Erinnerungen. Das spektakuläre<br />

4:1 in Stockholm sorgte für die Qualifikation<br />

für die EURO 2016 in Frankreich, das<br />

4:4 2010 in Brüssel, bei dem Martin Harnik<br />

QUALIFIKATION<br />

ZUR EM 2024 IN<br />

DEUTSCHLAND<br />

Gruppe F<br />

Belgien, Österreich, Schweden,<br />

Aserbaidschan, Estland<br />

24.03., 20.45: AUT – AZE<br />

27.03., 20.45: AUT – EST<br />

17.06., 20.45: BEL – AUT<br />

20.06., 20.45: AUT – SWE<br />

12.09., 20.45: SWE – AUT<br />

13.10., 20.45: AUT – BEL<br />

16.10., 20.45: AZE – AUT<br />

16.11., 20.45: EST – AUT<br />

MIT ORF UND SERVUSTV LIVE DABEI<br />

Acht Spiele bestreitet das Nationalteam im Rahmen der Qualifikation zur<br />

EURO 2024. Diese werden diesmal nicht ausschließlich im ORF zu sehen<br />

sein, sondern auch auf dem Privatsender ServusTV, der sich die Rechte gesichert<br />

hat. So wird die Auftaktpartie gegen Aserbaidschan am Freitag (24.<br />

März) auf ServusTV zu sehen sein, die zweite Partie gegen Estland drei Tage<br />

später im ORF. Als Experten für den Salzburger Sender fungieren die<br />

früheren Nationalspieler Florian Klein (s. auch Story Seite 62) und Sebastian<br />

Prödl. „Wir drücken Marko Arnautovic und Co. in der Qualifikation natürlich<br />

die Daumen und freuen uns auf viele mitreißende rot-weiß-rote Fußball-<br />

Abende“, sagt Christian Nehiba, Bereichsleiter Sport bei ServusTV. Der ORF<br />

setzt auf das bewährte Experten-Trio mit Herbert Prohaska, Roman Mählich<br />

und Helge Payer.<br />

in der Nachspielzeit den umjubelten Ausgleich<br />

erzielte, gilt mittlerweile als legendär.<br />

Österreich muss in der Gruppe mindestens<br />

Zweiter werden, um das Ticket nach<br />

Deutschland zu lösen. Im Vergleich zu früheren<br />

Qualifikationen gibt es bei Rang drei<br />

keinen doppelten Boden in Form eines Playoff.<br />

Dieser Platz wurde für die Nations<br />

League reserviert, in der Österreich ja bekanntermaßen<br />

aus der A-Gruppe abstieg.<br />

Keine Angst vor großen Namen<br />

So starke Gegner, wie Österreich im vergangenen<br />

Jahr hatte, gab es in der <strong>ÖFB</strong>-Geschichte<br />

in so kurzer Zeit noch nie. Dabei<br />

wurde der Beweis angetreten, dass man<br />

auch gegen die absoluten Top-Nationen<br />

mithalten kann. Kroatien wurde auswärts<br />

mit 3:0 besiegt, Frankreich im Happel-Stadion<br />

ein 1:1 abgetrotzt. Sportlicher Höhepunkt<br />

war aber wohl der souveräne und<br />

verdiente 2:0-Erfolg über Europameister<br />

Italien im November. „Dieses Spiel hat gezeigt,<br />

was möglich ist, wenn wir unseren<br />

Fußball auf den Platz bringen“, sagt Rangnick.<br />

Schöttel betont den psychologischen<br />

Faktor, mit einem solchen Erfolgserlebnis in<br />

die lange Pause bis zum Quali-Start gegangen<br />

zu sein. „Das wird unterschätzt. Wir<br />

haben uns mit einer beeindruckenden Vorstellung<br />

verabschiedet, das bleibt in den<br />

Köpfen hängen.“<br />

Kann man in der bevorstehenden EM-<br />

Quali daran anknüpfen, braucht den österreichischen<br />

Fans nicht angst und bange zu<br />

sein. Dann sollte die Mission Deutschland<br />

gelingen und die Euphorie in Fußball-Österreich<br />

ihre Fortsetzung finden.<br />

14<br />

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JETZT AUF ALLE SPIELE TIPPEN!<br />

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STEFAN POSCH<br />

TEXT IRIS STÖCKELMAYR<br />

Bologna = Amore<br />

Das unverwechselbare Grinsen von Stefan Posch ist derzeit<br />

besonders breit. So auch die Brust, als er am Montag die<br />

Reise von Bologna ins Teamcamp des Nationalteams nach<br />

Windischgarsten antrat.<br />

Hätte man Stefan Posch vor einem<br />

Jahr gefragt, wohin er geht, hätte<br />

die Antwort wohl kaum „Bologna“<br />

gelautet. Bei der TSG Hoffenheim<br />

hatte sich der gebürtige Steirer zu<br />

einer festen Größe in der Innenverteidigung<br />

gemausert. Trotzdem entschied er<br />

sich vergangenen Sommer für den Wechsel.<br />

Nach Gerüchten über Interessenten aus<br />

England sicherten sich die „Rossoblu“, ihres<br />

Zeichens auch Arbeitgeber von Marko Arnautovic,<br />

die Dienste des 25-jährigen <strong>ÖFB</strong>-<br />

Teamspielers per Leihgeschäft. „Ich wollte<br />

eine neue Erfahrung sammeln, darum habe<br />

ich den Wechselwunsch geäußert“, so der<br />

20-fache Teamspieler, der 126 Spiele für die<br />

Kraichgauer in der deutschen Bundesliga<br />

absolviert hat. Der Transfer zu Bologna passierte<br />

recht plötzlich und spontan. „Es blieb<br />

nicht viel Zeit“, erinnert sich Posch, der „Last<br />

Gegen Italien absolvierte<br />

Stefan Posch<br />

sein 20. Länderspiel<br />

im Dress des <strong>ÖFB</strong>.<br />

16<br />

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Minute“ am 1. September in Italien präsentiert<br />

wurde. Eine Nebenrolle beim Transfer<br />

spielte auch Nationalteam-Kollege Arnautovic.<br />

„Es war schon wichtig, dass er mir Infos<br />

über den Verein geben konnte. Er hat mir<br />

Eindrücke geschildert, aber entscheiden<br />

musste ich mich selbst.“<br />

Treffsicher<br />

Und diese Entscheidung dürfte goldrichtig<br />

gewesen sein. Für Stefan Posch läuft es in<br />

der italienischen Serie A bene. Posch ist<br />

unter Coach Thiago Motta zur fixen Größe<br />

auf der rechten Abwehrseite des FC Bologna<br />

avanciert. Und mit seinen vier Treffern<br />

und einem Assist zählt Posch im Jahr 20<strong>23</strong><br />

derzeit zu den treffsichersten Abwehrspielern<br />

in Europas Top-5-Ligen.<br />

„Die ersten sechs Monate sind für mich<br />

sehr gut gelaufen. Ich habe immer gespielt,<br />

auch ein paar Tore gemacht und der Mannschaft<br />

so auch helfen können. Wir sind auf<br />

einem super Weg“, sagt Posch, der aber<br />

neben dem Feld einige Herausforderungen<br />

zu bewältigen hatte. „Der Anfang war natürlich<br />

etwas schwierig, auch die Umstellung<br />

der Sprache. Aber ich glaube, es ist eine<br />

super Lebenserfahrung, eine neue Sprache<br />

zu lernen und neue Leute kennenzulernen“,<br />

erzählt Posch.<br />

Altbekannte Gesichter trifft er beim Nationalteam<br />

wieder, das erstmals seit über<br />

zehn Jahren seine Zelte wieder in Oberösterreich<br />

aufschlägt. Die Mannschaft ist heiß<br />

auf den Quali-Start für die EURO 2024 in<br />

Poschs langjähriger Wahlheimat Deutschland.<br />

Die ersten beiden Hürden heißen bekanntlich<br />

Aserbaidschan und Estland. „Es sind natürlich<br />

zwei sehr wichtige Spiele für uns. Es wäre<br />

sehr schön, wenn wir zum Start beide gewinnen<br />

können. Auf dem Papier sind die Gegner<br />

zwar schwächer einzuschätzen, aber wir wissen,<br />

dass alle Spiele schwierig sein werden“,<br />

warnt der 25-Jährige, der auch im Teamdress<br />

an seine Leistungen im Verein anschließen<br />

möchte. „Ich freue mich sehr, dass ich dabei<br />

bin und hoffe auf möglichst viel Einsatzzeit.“<br />

Seine Erfahrungen aus der Serie A kommen<br />

ihm dabei sicherlich zugute. „Ich glaube, dass<br />

ich der Mannschaft gut helfen kann“, ist er<br />

überzeugt. Das sieht auch der Teamchef so.<br />

Posch gilt rechts in der Viererkette als gesetzt.<br />

„Er ist im Moment sicher die Nummer eins<br />

auf der Position“, ließ sich Rangnick bereits<br />

im Vorfeld in die Karten blicken.<br />

Teamchef Ralf Rangnick<br />

freut sich über die starke<br />

Entwicklung Poschs.<br />

<strong>ÖFB</strong>/KELEMEN (2)<br />

Positive Zukunft<br />

Wo Posch im Sommer 2024 sein möchte,<br />

daran besteht kein Zweifel. Aber wie es<br />

kommenden Sommer auf Vereinsebene<br />

weitergeht, steht noch ein Stück weit in den<br />

Sternen. Die ersten Zukunftsgespräche haben<br />

bereits stattgefunden: „Es gibt eine<br />

Kaufpflicht, aber nur wenn gewisse Ziele<br />

erreicht werden. Es war jetzt erst einmal<br />

wichtig, dass ich wirklich spiele – und man<br />

weiß ja, wie es im Fußball ist, da kann man<br />

nicht immer langfristig planen“, weiß Posch.<br />

„Es finden gerade Gespräche statt und man<br />

wird sehen, was im Sommer passiert und<br />

wie es weitergeht.“<br />

Starke Leistungen auf dem internationalen<br />

Parkett in der EM-Qualifikation könnten<br />

seine Aktie weiter steigen lassen. Limit für<br />

das Nationalteam sieht „Poschi“ keines.<br />

„Man hat gegen starke Gegner gesehen,<br />

was wir in der Lage sind zu leisten. Und man<br />

hat deutlich gesehen, wie wir spielen wollen.<br />

Klar gab es im Herbst Spiele, die nicht super<br />

waren – aber wir können attraktiven Fußball<br />

spielen und gegen große Gegner gute Ergebnisse<br />

erzielen. Und das muss unser Ziel<br />

sein. Wir wollen zur Europameisterschaft,<br />

und ich sehe eine positive Zukunft für uns.“<br />

Die von Stefan Posch wird es bestimmt.<br />

Egal, ob in Bologna oder in Deutschland.<br />

Beim FC Bologna wurde aus dem Innen- der rechte Außenverteidiger<br />

Posch. Dabei entpuppte er sich als durchaus torgefährlich.<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

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EM-GEGNER<br />

TEXT IRIS STÖCKELMAYR<br />

Der deutsche<br />

Weltmeister<br />

Karl-Heinz „Kalle“<br />

Riedle zog<br />

die Lose für die<br />

Qualifikationsgruppen.<br />

UEFA/KRISTIAN SKEIE<br />

Rote Teufel<br />

und harte Brocken<br />

Die EURO 2024 in Deutschland. Das Ziel klingt verheißungsvoll.<br />

Auf dem Weg dahin stehen dem Nationalteam<br />

aber einige Hürden im Weg. Von alten Bekannten.<br />

Belgien, Schweden, Aserbaidschan,<br />

Estland. Zumindest drei Nationen<br />

aus diesem Quartett muss Österreich<br />

hinter sich lassen, um im Sommer<br />

2024 bei der EM-Endrunde beim<br />

großen Nachbarn dabei zu sein.<br />

Daran, dass das das große Vorhaben ist,<br />

lassen Trainer und Mannschaft keinen Zweifel.<br />

Eines ist aber sicher: Die Gegner werden<br />

alles in die Waagschale werfen, um diesen<br />

Traum selbst zu verwirklichen. Das weiß<br />

natürlich auch Ralf Rangnick vor dem Auftakt<br />

gegen Aserbaidschan und Estland. „Die<br />

Gruppe ist nicht einfach, aber sie ist auch<br />

nicht unmöglich. Wenn wir mit zwei Siegen<br />

starten, können wir mit viel Selbstvertrauen<br />

in das Spiel in Brüssel gegen Belgien gehen“,<br />

gibt der Teamchef die Marschroute in Richtung<br />

Juni vor.<br />

» Die Gruppe ist<br />

nicht einfach, aber<br />

sie ist auch nicht<br />

unmöglich. «<br />

Keine Selbstläufer<br />

Auch wenn die Nummern 109 (Estland) und<br />

121 (Aserbaidschan) der FIFA-Weltrangliste<br />

auf dem Papier wie perfekte Auftaktgegner<br />

wirken, hütet sich Rangnick vor großen Ansagen.<br />

„Das sind keine Gegner, gegen die<br />

man einmal schnell im Vorbeigehen gewinnt.“<br />

Aserbaidschan ist ein Team, das spielerische<br />

Ansätze forciert. „Sie versuchen bei eigenem<br />

Ballbesitz, Lösungen zu finden“, erklärt der<br />

Teamchef die Auswahl des italienischen<br />

Chefcoachs Giovanni De Biasi. Estland hingegen<br />

setzt auf einen gänzlich anderen,<br />

bedeutend defensiveren Ansatz. Aber: „Für<br />

uns liegen der ganze Fokus und die Konzentration<br />

auf dem ersten Spiel gegen Aserbaidschan.“<br />

Ein optimaler Start mit zwei Siegen in<br />

der Raiffeisen Arena in Linz würde für zu-<br />

18<br />

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sätzliches Selbstvertrauen vor den zu erwartenden<br />

schweren Spielen im Juni<br />

sorgen. Dann reist das Nationalteam nach<br />

Belgien und empfängt Schweden daheim<br />

in Wien. Die „Roten Teufel“ sind bei der<br />

WM in Katar weit unter den Erwartungen<br />

geblieben. Die goldene Generation der<br />

Belgier bleibt damit weiter undekoriert.<br />

Im Team hat nach dem enttäuschenden<br />

WM-Aus ein kleinerer Umbruch stattgefunden.<br />

Die jahrelangen Leistungsträger<br />

Eden Hazard und Toby Alderweireld haben<br />

das Teamdress an den Nagel gehängt.<br />

Ebenfalls nicht mehr dabei ist Coach Roberto<br />

Martinez, der nun mit Portugal einen<br />

neuen Anlauf startet. Ihn hat Anfang des<br />

Jahres mit Domenico Tedesco ein guter<br />

Bekannter von Ralf Rangnick beerbt. Eine<br />

spannende Konstellation.<br />

Einen alten Bekannten dürfe die <strong>ÖFB</strong>-<br />

Elf dann auch im Juni in Wien empfangen.<br />

Nach längerer Verletzungspause und der<br />

im Play-off verpassten WM ist Zlatan Ibrahimovic<br />

zurück im Kader der Schweden.<br />

Mit sage und schreibe 41 Jahren. Und er<br />

hat seit dem 4:1 von Solna eine Rechnung<br />

mit Rot-Weiß-Rot offen …<br />

Die Gruppensieger und Zweiten der<br />

European Qualifiers erreichen fix die EM-<br />

Endrunde. „Wir wollen uns direkt qualifizieren,<br />

das ist das klare Ziel“, betonte<br />

Rangnick. „Wir wollen uns nicht wieder<br />

auf so ein ‚Do-or-die‘-Spiel einlassen, wie<br />

es Österreich in Cardiff erlebt hat.“ Dort<br />

musste sich das <strong>ÖFB</strong>-Team noch unter<br />

Franco Foda im WM-Play-off, das man<br />

durch den Gruppensieg in der UEFA Nations<br />

League erreicht hatte, Wales geschlagen<br />

geben.<br />

Nach Abschluss der Gruppenphase<br />

stehen 21 der 24 Teilnehmer fest. Deutschland<br />

ist als Gastgeber fix dabei. Die letzten<br />

drei Teilnehmer werden in den Play-offs<br />

im März 2024 ermittelt.<br />

Das Eröffnungsspiel der 17. UEFA<br />

EURO findet am 14. Juni 2024 in der Allianz<br />

Arena in München statt, das Finale<br />

wird am 14. Juli im Olympiastadion Berlin<br />

ausgetragen.<br />

Die 51 Spiele sind auf zehn Spielorte<br />

aufgeteilt: Berlin, Dortmund, Düsseldorf,<br />

Frankfurt, Gelsenkirchen, Hamburg, Köln,<br />

Leipzig, München und Stuttgart. Hoffentlich<br />

mit tatkräftiger und spielstarker österreichischer<br />

Beteiligung.<br />

GEPA-PICTURES.COM (4)<br />

GRUPPE F – UNSERE GEGNER<br />

Belgien<br />

Teamchef: Domenico Tedesco (Bild, seit 20<strong>23</strong>)<br />

Bekannteste Spieler: Kevin De Bruyne (Manchester<br />

City), Thibaut Courtois (Real Madrid),<br />

Romelu Lukaku (Inter Mailand)<br />

FIFA-Weltrangliste: 4.<br />

EM-Teilnahmen: 6 (zuletzt 2021)<br />

WM-Teilnahmen: 14 (zuletzt 2022)<br />

Größte Erfolge: Olympiasieger 1920, EM-<br />

Finalist 1980, WM-Dritter 2018<br />

Bilanz AUT: 14 Spiele – 9 Siege, 3 Remis,<br />

2 Niederlagen (Torverhältnis 41:18)<br />

Aserbaidschan<br />

Teamchef: Giovanni De Biasi (ITA/seit 2020)<br />

Bekanntester Spieler: Maksim Medvedev<br />

(Bild, Qarabaq FK)<br />

FIFA-Weltrangliste: 121.<br />

EM-Teilnahmen: –<br />

WM-Teilnahmen: –<br />

Größte Erfolge: –<br />

Bilanz AUT: 4 Spiele – 3 Siege,<br />

1 Unentschieden (Torverhältnis 9:1)<br />

Schweden<br />

Teamchef: Janne Andersson (seit 2016)<br />

Bekannteste Spieler: Zlatan Ibrahimovic (Bild,<br />

AC Milan),Victor Lindelöf (Manchester United),<br />

Emil Forsberg (RB Leipzig), Dejan Kulusevski<br />

(Tottenham)<br />

FIFA-Weltrangliste: <strong>23</strong>.<br />

EM-Teilnahmen: 7 (zuletzt 2021)<br />

WM-Teilnahmen: 12 (zuletzt 2018)<br />

Größte Erfolge: WM-Finalist 1958, WM-Dritter<br />

1994, EM-Halbfinalist 1992<br />

Bilanz AUT: 36 Spiele – 18 Siege, 6 Unentschieden,<br />

12 Niederlagen (Torverhältnis 56:52)<br />

Estland<br />

Teamchef: Thomas Häberli (SUI/seit 2021)<br />

Bekanntester Spieler: Konstantin Vassiljev<br />

(Bild, Flora Tallinn)<br />

FIFA-Weltrangliste: 109.<br />

EM-Teilnahmen: –<br />

WM-Teilnahmen: –<br />

Größte Erfolge: –<br />

Bilanz AUT: 2 Spiele – 2 Siege<br />

(Torverhältnis 5:0)<br />

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HISTORY<br />

TEXT HANS HUBER<br />

„Cordoba<br />

ist Fußball-<br />

Geschichte!“<br />

Zum 70. Geburtstag blickt<br />

„Goleador“ Hans Krankl<br />

mit dem <strong>ÖFB</strong> CORNER<br />

auf die legendärsten<br />

Momente seiner Karriere,<br />

aber auch auf nicht erfüllte<br />

Erwartungen zurück.<br />

C<br />

ordoba! Der Name der argentinischen<br />

Stadt elektrisiert und ist auch 45 Jahre<br />

danach noch immer untrennbar mit dem<br />

Namen Hans Krankl verbunden. Dort<br />

erzielte er jene beiden Treffer, die ihn zur<br />

Legende werden ließen. Zwei Tore gegen<br />

Deutschland beim 3:2-Sieg im letzten Spiel<br />

bei der Erfolgs-WM 1978, die ihm auch die Tür<br />

zur internationalen Karriere öffneten. „Auch für<br />

alle Kritiker: Cordoba ist ein Teil der österreichischen<br />

Fußball-Geschichte, nicht mehr und nicht<br />

weniger …!“, hält der Jubilar fest.<br />

Ein Ausrufezeichen für die Historie, denn<br />

der Sieg über Deutschland bedeutete eine<br />

Wohltat für die österreichische Fußballseele.<br />

Einen Schönheitspreis für einen der beiden<br />

Treffer will er freilich nicht vergeben, „denn mir<br />

haben beide sehr gut gefallen.“ Aber es waren<br />

nicht die einzigen Tore, bei denen der Goalgetter,<br />

während er sein tägliches Konditionstraining mit<br />

einem schnellen Marsch über eine Stunde absolviert,<br />

ins Schwärmen gerät. Denn es gab so<br />

viele Matches, die er entschieden hat.<br />

„Cordoba ist wichtig, aber der Europacupsieg<br />

und der Pokalsieg mit Barcelona, die Erfol-<br />

ge mit Rapid, das Europacupfinale 1985 mit dem<br />

vorangegangenen Triumph über Dresden, aber<br />

auch die vier Tore in einem Match gegen die<br />

Austria – oder als mir der unvergessliche Pele in<br />

Budapest einen Pokal überreichte – waren natürlich<br />

unglaubliche Erlebnisse.“ Tore säumten<br />

seinen Weg – ob im Rapid-Nachwuchs, ob für<br />

eine Saison beim WAC im Prater, als er in einem<br />

Spiel in der zweithöchsten Spielklasse achtmal<br />

traf (insgesamt verzeichnete er da 27 Tore in 26<br />

Spielen). Oder später bei Rapid, Barcelona, der<br />

Vienna und im Nationalteam. Bei Rapid krönte<br />

er seine Leistungen mit zwei Meistertiteln, vier<br />

Nicht nur, aber auch<br />

wegen seiner Tore in<br />

Cordoba wurde Hans<br />

Krankl zur österreichischen<br />

Fußball-Legende.<br />

NORBERT RZEPKA / DPA PICTURE<br />

ALLIANCE / PICTUREDESK.COM<br />

20<br />

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Cupsiegen und dem Goldenen Schuh 1978<br />

mit 41 Toren. Fünf davon erzielte er im letzten<br />

Match gegen die Admira. „Ich erinnere mich<br />

noch, als wäre es gestern gewesen.“<br />

Überhaupt vermittelt er den Eindruck –<br />

während er noch immer konsequent sein<br />

Konditionstraining absolviert –, als könne er<br />

noch jedes seiner zahlreichen Tore genau<br />

beschreiben. Dabei waren es auch in der<br />

ersten Saison in Barcelona 1979, als er als<br />

„Goleador“ gefeiert und spanischer Torschützenkönig<br />

wurde, 29 Treffer. Ein Torrekord, der<br />

in Spanien bis zu Hugo Sanchez (Real Madrid,<br />

1987) unangetastet blieb. Unvergessen auch<br />

noch im Spätherbst seiner Spieler-Karriere<br />

die Tore für Austria Salzburg, die den Salzburgern<br />

den Aufstieg brachten. Und natürlich die<br />

34 Volltreffer im Nationalteam in 69 Länderspielen<br />

und immerhin bei zwei Weltmeisterschaften<br />

1978 und 1982. „Es war immer<br />

etwas ganz Besonderes, im Team zu treffen.“<br />

Nicht nur in Cordoba …<br />

Dass er angesichts seines Zugs zum Tor<br />

manchmal besser postierte Mitspieler übersah,<br />

will er gar nicht leugnen. „Bei meinem<br />

ersten Trainingsspiel im Team habe ich neun<br />

Tore erzielt, die Routiniers Hasil und Starek,<br />

die in der Mitte freigestanden sind, wollten<br />

den Ball. Aber ich habe einfach die Kugel ins<br />

Kreuzeck gehämmert.“<br />

Der Leidenschaft, Tore zu schießen, frönt<br />

er noch immer. Auch bei „Kickerln“ mit seinen<br />

Freunden kann er sich über jeden erfolgreichen<br />

Schuss begeistern. Zur Zeit ist er allerdings<br />

mit einer Verletzung außer Gefecht<br />

gesetzt und deshalb auf seine Wanderungen<br />

angewiesen, bei denen er aber auch gerne<br />

in Erinnerungen an die Zeit in Hütteldorf, beim<br />

Team oder in Barcelona schwelgt. „Die Sympathie,<br />

die mir da in Katalonien, aber auch in<br />

ganz Spanien entgegengebracht wurde, das<br />

war schon etwas ganz Besonderes.“<br />

Und diese Sympathie bekam er auch in<br />

Österreich immer wieder – besonders nachdrücklich<br />

in den letzten Wochen – zu spüren.<br />

Anlässlich der Feierlichkeiten zu seinem „Siebziger“<br />

wurden Feste, Dokumentationen und<br />

TV-Interviews organisiert. „Das war dann<br />

schon fast zu viel!“<br />

Im Zuge dieser Dokumentationen unterstrich<br />

er aber auch, dass er als Trainer die<br />

öffentlichen und die eigenen Erwartungen<br />

nicht erfüllen konnte. „Ich habe lange gegrübelt,<br />

warum es nicht so geklappt hat, weil ich<br />

mir diese Funktion durchaus auch bei Spitzenklubs<br />

in Europa zugetraut hätte“, sprudelt<br />

es aus ihm förmlich heraus. Doch mit diesem<br />

Krankls Trainer-Karriere<br />

verlief nicht ganz nach<br />

Wunsch.<br />

ROT-WEISS-ROT<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

Kapitel hat er abgeschlossen und für sich auch<br />

analysiert, dass er sich – auch um einen Posten<br />

zu bekommen oder zu erhalten – nicht verbiegen<br />

lassen und seiner Linie treu bleiben wollte.<br />

„Da war natürlich auch Pech dabei, aber<br />

ohne Zweifel auch Bequemlichkeit bei Angeboten<br />

aus dem Ausland.“<br />

Besonders aber schmerzt ihn auch heute<br />

noch immer die Ablöse als österreichischer<br />

Teamchef vor der EURO 2008. „Mein Freund<br />

Josef Hickersberger wurde eingesetzt. Ich bin<br />

aber überzeugt, dass ich mit der Mannschaft<br />

mehr als einen Punkt geholt hätte.“ Seine<br />

Teamchef-Bilanz mit zehn Siegen, zehn Unentschieden<br />

und elf Niederlagen sieht er als durchaus<br />

positiv. „Denn damals hatten wir noch nicht<br />

so viele Legionäre. Heute spielen zahlreiche<br />

Teamspieler bei internationalen Spitzenvereinen.<br />

Das macht schon einen Unterschied!“<br />

Der Trainerjob ist Vergangenheit, dem<br />

Fußball bleibt er als Experte bei Sky verbunden.<br />

Seiner zweiten Leidenschaft, der Musik<br />

mit zahlreichen Hits, geht er mit der Band<br />

„Monti Beton“ nach und ist nach seinen<br />

überaus bejubelten Auftritten glücklich. So wie<br />

früher bei der Jagd nach Toren …<br />

VON HANS HUBER<br />

Auch mit 70 Jahren ist er kein bisschen leise.<br />

Hans Krankl steht zu seinen Leidenschaften,<br />

zum Fußball, zur Musik und zu seinen Werten.<br />

Er will sich nicht verbiegen lassen und kann sich auch über ein Tor bei einem<br />

kleinen Kickerl mit Freunden nahezu so freuen, als hätte er eben ein<br />

wichtiges Tor im Happel-Stadion erzielt. Ein echter Goleador eben!<br />

Ein Torjäger, der aus seiner Liebe zu Barcelona und den Katalanen ebenso<br />

wenig einen Hehl macht, wie dass in seinen Adern grün-weißes Blut fließt.<br />

Und dass er ein glühender Patriot ist. Nicht nur im Fußball, aber dort eben<br />

ganz besonders. Als österreichischer Teamchef hat er diese Begeisterung offen<br />

zur Schau gestellt: mit der Hand auf dem Herzen. Gemäß dem amerikanischen<br />

Vorbild bei der Hymne. Und nach einer nicht ganz nach Wunsch verlaufene<br />

Trainerkarriere – nach einer grandiosen als Spieler – trauert er noch<br />

immer der Chance nach, Österreichs Team zur Heim-EURO 2008 zu führen.<br />

Und dennoch hat er sich nicht nur als Spieler mit 34 Toren und zwei WM-<br />

Teilnahmen (1978 und 1982) ein Denkmal im Nationalteam errichtet, sondern<br />

auch als Trainer. Denn Krankl setzte es durch, dass die Dressenfarbe<br />

des Teams geändert wurde. Statt weißen Leibchen und schwarzen Hosen,<br />

wie seit Gründung des <strong>ÖFB</strong> üblich, läuft Österreichs Team seit der Teamchef-Ära<br />

von Hans Krankl bei Heimspielen in roten Leibchen, weißen Hosen<br />

und roten Stutzen ins Stadion ein. Eine Verneigung vor den Farben der<br />

österreichischen Fahne. Und vielleicht auch ein wenig als Erinnerung an<br />

eine historische Stunde für Österreichs Fußball und Krankl, denn auch in<br />

Cordoba spielten die Österreicher in Rot-Weiß-Rot…<br />

CORNER 01/<strong>23</strong> 21<br />

20-21 History.indd 21 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:49:48


FRAUEN-NATIONALTEAM<br />

EILEEN CAMPBELL<br />

Pure Freude: Kurz<br />

nach ihrem Debüt traf<br />

Campbell beim prestigeträchtigen<br />

Sieg<br />

über die Niederlande.<br />

22<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

22-25 Campbell.indd 22 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:50:11


Im Westen viel Neues<br />

Eileen Michelle Campbell. Was klingt wie der Name eines Hollywood-Stars,<br />

ist in Wirklichkeit Vorarlbergs neuester Shootingstar<br />

im Frauen fußball. Wir blicken mit der Goalgetterin zurück auf die<br />

wohl spannendsten Monate ihrer noch jungen Karriere.<br />

Wir schreiben Montag, den 4.<br />

März 2019. Im Rahmen des<br />

Zypern-Cups besiegt das<br />

<strong>ÖFB</strong> Frauen-Nationalteam<br />

die Slowakei in Larnaca<br />

durch einen Treffer von Nicole<br />

Billa mit 1:0. In der<br />

Start-elf steht damals mit Sabrina Horvat zum<br />

vorerst letzten Mal eine Teamspielerin aus<br />

Vorarlberg. Irene Fuhrmann, damals noch als<br />

Co-Trainerin an der Seite von Dominik Thalhammer<br />

tätig, ist sich ein Jahr später bereits<br />

sicher, dass „Vorarlberg bald wieder eine Spielerin<br />

im Nationalteam“ haben würde. Und die<br />

heutige Teamchefin sollte recht behalten.<br />

1.353 Tage nach dem Duell in Zypern trifft<br />

Österreich in einem freundschaftlichen Länderspiel<br />

in Wiener Neustadt erneut auf die<br />

Slowakei, und für eine junge Spielerin aus<br />

Feldkirch sollte dieser Tag ein denkwürdiger<br />

werden. Beim Stand von 3:0 kommt Eileen<br />

Campbell vom SCR Altach/FFC Vorderland für<br />

Katja Wienerroither in die Partie und feiert<br />

damit ihr Debüt im A-Nationalteam. Von der<br />

erstmaligen Nominierung rund zwei Wochen<br />

zuvor hat die Angreiferin eher zufällig erfahren.<br />

„Eine lustige Geschichte, denn ich war gerade<br />

in der Arbeit, habe den ganzen Tag nicht<br />

auf mein Handy geschaut und mich danach<br />

über viele Glückwünsche gewundert. Zuerst<br />

habe ich mich gar nicht ausgekannt, erst durch<br />

eine Nachricht von unserem sportlichen Leiter<br />

war mir klar, was da gerade passiert ist“, lacht<br />

die 22-Jährige und gesteht: „Ich habe damit<br />

überhaupt nicht gerechnet, das Ganze kam<br />

schon sehr überraschend für mich.“<br />

Auf das erfolgreiche Debüt im November<br />

2022 sollte im Februar 20<strong>23</strong> ein noch erfolgreicheres<br />

Tor-Debüt folgen. Im ersten Lehrgang<br />

des Jahres trifft die Fuhrmann-Elf in einem<br />

freundschaftlichen Länderspieldoppel<br />

auf die Niederlande. Wie schon bei ihrem<br />

TEXT<br />

JONAS DORMANN<br />

Eileen Campbell ist schnell<br />

im Frauen-Nationalteam<br />

angekommen.<br />

<strong>ÖFB</strong>/GRUBER (2)<br />

Debüt gegen die Slowakei nimmt die 1,65<br />

Meter große Stürmerin auch im ersten Aufeinandertreffen<br />

mit dem amtierenden Vizeweltmeister<br />

und Weltranglisten-Achten auf<br />

der Bank Platz. Nach 71 Minuten ersetzt<br />

Campbell Hoffenheim-Legionärin Nicole Billa<br />

und sorgt eine Viertelstunde später mit dem<br />

1:1-Ausgleichstreffer nicht nur für ihre persönliche<br />

Torpremiere, sondern leitet damit auch<br />

die Wende beim prestigeträchtigen 2:1-Erfolg<br />

über die „Oranje Leeuwinnen“ auf Malta ein.<br />

„Mein Debüt im Herbst und der Treffer im<br />

Februar gegen die Niederlande sind für mich<br />

beides ganz besondere Erlebnisse gewesen.<br />

Das sind Highlights, die nicht jeder so erleben<br />

darf und die natürlich helfen, im Team anzukommen<br />

und Fuß zu fassen“, freut sich die<br />

Kickerin aus dem Ländle und gibt lachend zu,<br />

im Nationalteam bisher „eher mit den jüngeren<br />

Spielerinnen“ und denen, die sie aus der<br />

Bundesliga kennt, Zeit zu verbringen.<br />

Dass sich Eileen Campbell auf der heimischen<br />

Fußballbühne einen Namen gemacht<br />

hat, verdankt sie vor allem ihren bisherigen<br />

Leistungen in der Planet Pure Frauen Bundesliga.<br />

Nach der Hinrunde steht sie mit ihren<br />

neun Treffern aus neun Partien bereits ganz<br />

oben in der Torschützenliste und hat dabei<br />

maßgeblichen Anteil am aktuellen Erfolgslauf<br />

der Vorarlberger Spielgemeinschaft. Dabei<br />

sieht sich die dreifache Teamspielerin gar nicht<br />

als klassische Stürmerin: „Eigentlich fühle ich<br />

mich eher eine Position hinter den Stürmerinnen<br />

wohler und habe mir daher auch vor der<br />

Saison kein genaues Ziel gesetzt, was die<br />

Anzahl der Tore angeht. Ich sehe mich nicht<br />

als die klassische Stoßstürmerin, die denkt,<br />

dass sie jedes Spiel treffen muss. Aber es darf<br />

natürlich gerne so weitergehen, wie zuletzt.“<br />

Lob von der Teamchefin kommt da nach<br />

den ersten guten Einsätzen nicht ganz überraschend:<br />

„Eileen bringt ein sehr gutes Raum-<br />

CORNER 01/<strong>23</strong> <strong>23</strong><br />

22-25 Campbell.indd <strong>23</strong> <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:50:19


FRAUEN-NATIONALTEAM<br />

EILEEN CAMPBELL<br />

»Ich bin sehr<br />

begeistert von<br />

ihrer Wissbegier<br />

und ihrem<br />

Auffassungsvermögen.«<br />

Die Stürmerin der SPG<br />

Altach / Vorderland wurde<br />

zu Vorarlbergs „Fußballerin<br />

des Jahres“ gekürt.<br />

gefühl mit sich, spielt mutig auf und kann sich<br />

auch zwischen den Linien gut behaupten. Ich<br />

bin sehr begeistert von ihrer Wissbegier und<br />

ihrem Auffassungsvermögen, insbesondere<br />

wenn man die kurze Zeit bedenkt, die sie erst<br />

bei uns ist.“<br />

Und auch Campbell selbst blickt zufrieden<br />

auf ihre ersten Schritte im Nationalteam: „Was<br />

die Spielanlage, die allgemeine Qualität und<br />

das Tempo angeht, ist es im Nationalteam<br />

natürlich noch einmal ein anderes Level als in<br />

der Bundesliga. Da ist auch für den Kopf viel<br />

Neues dabei, was sicher noch etwas Zeit<br />

benötigen wird, bis ich es wirklich automatisiert<br />

habe.“<br />

Gerade der Faktor Zeit spielt eine essenzielle<br />

Rolle im Leben der Neo-Teamspielerin.<br />

Denn anders als die meisten ihrer Kolleginnen<br />

im Nationalteam arbeitet die junge Vorarlbergerin<br />

zusätzlich zum Fußballalltag noch 42<br />

Stunden pro Woche in einer Anwaltskanzlei<br />

im benachbarten Liechtenstein. Eine Doppelbelastung,<br />

die Campbell derzeit noch mit<br />

Bravour meistert: „Mein Chef kommt mir<br />

immer sehr entgegen, was die Lehrgänge<br />

und Länderspiele betrifft, das muss ich dankend<br />

erwähnen. Es ist natürlich ein großer<br />

Stress, bis 17:30 Uhr im Nachbarland zu arbeiten<br />

und dann um 18:30 Uhr auf dem Trainingsplatz<br />

in Vorarlberg zu stehen, Tag für Tag.<br />

Da braucht es schon auch eine starke Physis.<br />

Highlights wie Einberufungen ins Nationalteam<br />

entschädigen dann aber für den tägli-<br />

GEPAPICTURES.COM<br />

chen Aufwand, den man betreibt, und für die<br />

Opfer, die man dafür bringt.“<br />

Dabei hätte vieles anders kommen können.<br />

Erst im Jahr 2015 erhält die junge Vorarlbergerin<br />

mit nordirischen Wurzeln die österreichische<br />

Staatsbürgerschaft. Ein „wichtiger<br />

Schritt, um in den Nachwuchs-Nationalteams<br />

spielen zu können“, wie sie heute verrät. Im<br />

September 2019 folgt das Debüt in der Bundesliga.<br />

Seit Sommer 2021 schnürt Campbell<br />

ihre Schuhe für die SPG SCR Altach/FFC<br />

Vorderland, wo sie gleich in ihrer ersten Spielzeit<br />

mit neun Saisontoren auf sich aufmerksam<br />

macht. Bei aller Bescheidenheit, welche<br />

die Offensivspielerin auszeichnet, wagt sie<br />

dennoch einen kleinen, mutigen Blick in die<br />

Zukunft: „Es gilt jetzt für uns erst einmal, den<br />

guten Herbst zu bestätigen. Natürlich wäre<br />

es ein Traum, die Qualifikation für die Champions<br />

League zu erreichen. Aber im Fußball<br />

ist man immer gut beraten, von Spiel zu Spiel<br />

zu schauen. Nach der Saison werde ich dann<br />

in Ruhe überlegen, ob ich in Altach bleiben<br />

oder mich vielleicht woanders noch weiterentwickeln<br />

kann.“<br />

Und auch für das Nationalteam gibt es<br />

klare Ziele: „Wenn man es einmal dorthin<br />

geschafft hat, will man natürlich dabeibleiben.<br />

Ich will mich mit guten Leistungen in der Liga<br />

empfehlen und bestenfalls im A-Team etablieren“,<br />

blickt Campbell auf den kommenden<br />

Lehrgang im April.<br />

Teamdebüt, Premierentreffer für Rot-<br />

Weiß-Rot und Erfolgslauf in der Bundesliga.<br />

Aktuell könnte es bei Eileen Campbell wohl<br />

nicht besser laufen, denn kaum vom Lehrgang<br />

auf Malta zurückgekehrt, wartete auf die laufstarke<br />

Angreiferin im heimischen Ländle noch<br />

ein weiteres Highlight: Bei Vorarlbergs Fußballgala<br />

20<strong>23</strong> wurde Campbell erstmalig zur<br />

Fußballerin des Jahres gekürt. „Ich wusste<br />

natürlich von der Nominierung, hätte mir aber<br />

niemals gedacht, dass ich die Auszeichnung<br />

am Ende bekommen würde. Für mich ist das<br />

eine tolle Bestätigung für all die Dinge, die<br />

man tut, um im Fußball Erfolg zu haben“, blickt<br />

Campbell stolz auf die Verleihung im Casino<br />

Bregenz Ende Februar zurück.<br />

Mit der Wahl zu Vorarlbergs Fußballerin<br />

des Jahres schließt sich für Eileen Campbell<br />

auch ein Kreis. Denn auch Sabrina Horvat –<br />

ihre letzte Vorarlberger Vorgängerin im Frauen-<br />

Nationalteam – hat jene Auszeichnung zweimal<br />

erhalten. Man darf also durchaus gespannt<br />

sein, womit Eileen Campbell in der<br />

nahen Zukunft als Nächstes für Furore sorgen<br />

wird.<br />

24<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

SCR ALTACH<br />

22-25 Campbell.indd 24 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:50:35


Von Fans<br />

für Fans<br />

Unser herrlich frisches Stiegl-Goldbräu<br />

ist und bleibt ein echtes Original unter<br />

Österreichs Bieren, das seit über 110 Jahren<br />

für unverwechselbaren Geschmack und<br />

unverfälschten Genuss steht.<br />

22-25 Campbell.indd 25 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:50:41


FRAUEN<br />

TEXT JONAS DORMANN<br />

Zwischen Ausrufeund<br />

Fragezeichen<br />

Mit dem prestigeträchtigen 2:1-Erfolg über die Niederlande<br />

hat das Frauen-Nationalteam gleich im ersten Länderspiel<br />

des Jahres für einen historischen Moment gesorgt. Dennoch<br />

wartet bis zum Start der Nations League noch viel Arbeit<br />

auf das Team von Irene Fuhrmann.<br />

Es scheint, als könne das Frauen-Nationalteam<br />

nahtlos an das furiose Vorjahr<br />

anschließen, in dem die Elf von Teamchefin<br />

Irene Fuhrmann ganze elf Siege<br />

in 16 Länderspielen einfahren konnte.<br />

Nachdem das Team um Kapitänin Carina<br />

Wenninger im November 2022 mit dem<br />

1:0-Erfolg über Italien einen weiteren Top-<br />

Gegner erstmalig besiegen konnte, folgte<br />

bei der Länderspielpremiere 20<strong>23</strong> mit dem<br />

2:1-Sieg über die „Oranje Leeuwinnen“<br />

gleich der nächste Prestige-Erfolg. Und das,<br />

obwohl vieles im Vorfeld der Partie nicht<br />

gerade Optimismus versprühen ließ. Julia<br />

Hickelsberger-Füller und Virginia Kirchberger<br />

fielen kurzfristig für das Duell mit dem amtierenden<br />

Vizeweltmeister aus, zudem erschwerte<br />

die spontane Spiel-Verlegung auf<br />

die Insel Gozo inklusive der unkonventionellen<br />

Anreise mit der Fähre den gewohnten<br />

Rhythmus. Verunsichert hat es das Team<br />

nicht. „Wir bewahren auch in solchen Momenten<br />

die Ruhe, nehmen die Dinge an,<br />

wie sie kommen, und versuchen lösungsorientiert<br />

zu bleiben. Das zeichnet die Spielerinnen<br />

und unser Betreuerteam aus“, blickt<br />

Irene Fuhrmann zurück.<br />

Auf den Last-Minute-Erfolg im ersten<br />

Duell folgte wenige Tage später eine 0:4-Niederlage<br />

im zweiten Aufeinandertreffen. Die<br />

beiden Ergebnisse bestätigen die Teamchefin<br />

in ihrer Beurteilung der aktuellen Zeitspanne<br />

als „laufende Prozessphase“ und<br />

lassen die 42-Jährige vor allem zwei Erkenntnisse<br />

gewinnen: „Wir haben in Malta einer-<br />

Gegen die Niederlande gelang dem Team von Irene Fuhrmann erst ein<br />

Prestige-Erfolg, ehe es im zweiten Match eine 2:4-Niederlage gab.<br />

26<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

26-27 Frauen.indd 26 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:51:<strong>23</strong>


Das Fazit nach dem Trainingslager<br />

auf der Mittelmeerinsel<br />

Malta fiel von<br />

allen Beteiligten durch die<br />

Bank positiv aus.<br />

<strong>ÖFB</strong>/GRUBER (6)<br />

seits erneut gesehen, dass wir das Potenzial<br />

haben, an guten Tagen auch die großen<br />

Nationen zu schlagen. Andererseits fehlt es<br />

uns nach wie vor noch in der Breite, um<br />

solche Erfolge konstant einfahren zu können.“<br />

Ihrer Ankündigung, den Lehrgang auf<br />

Malta zu nutzen, um „möglichst vielen Spielerinnen<br />

Einsatzminuten zu geben“, ist Irene<br />

Fuhrmann treu geblieben. Während die Niederlande<br />

im zweiten Duell – wohl auch von<br />

Revanche-Gedanken motiviert – erneut mit<br />

ihrer besten Elf auf dem Platz standen, rotierte<br />

die <strong>ÖFB</strong>-Teamchefin gleich auf fünf<br />

Positionen. „Ich würde das wieder so machen,<br />

denn es ist wichtig, dass möglichst<br />

viele Spielerinnen auf diesem Level Erfahrung<br />

und Einsatzminuten sammeln. Wir sind immer<br />

noch in einem Prozess, in dem es auch<br />

gut ist, dass Fehler passieren. Nur so können<br />

wir uns als Kollektiv weiterentwickeln.“<br />

Die nächste Möglichkeit für junge Talente<br />

wie Eileen Campbell und Annabel Schasching,<br />

sich im Kreis des Nationalteams in<br />

die Auslage zu spielen, steht bereits kurz<br />

bevor. Anfang April bestreitet die Fuhrmann-<br />

Elf die ersten beiden Heimspiele im neuen<br />

Jahr. Gegner in Wiener Neustadt sind Belgien<br />

(7. April) und Tschechien (11. April). „Es<br />

warten zwei unterschiedliche und zugleich<br />

interessante Gegner auf uns. Belgien konnten<br />

wir im vergangenen Sommer erstmals<br />

schlagen, Tschechien hat es im Play-off gegen<br />

die Schweiz nur knapp nicht zur Euro<br />

nach England geschafft. Wir haben beide<br />

Gegner bewusst im Hinblick auf die Nations<br />

League im Herbst gewählt. Wie schon auf<br />

Malta gilt für uns aber auch im April, dass<br />

wir möglichst viele Spielerinnen einsetzen<br />

wollen“, so die Teamchefin.<br />

Der von der UEFA neu geschaffene Wettbewerb<br />

startet im Herbst, die Kontrahentinnen<br />

der <strong>ÖFB</strong>-Auswahl sind noch offen und<br />

werden am 2. Mai in der Schweiz ermittelt.<br />

Irene Fuhrmann blickt dem Format positiv<br />

entgegen: „Ich sehe es als wichtigen Schritt<br />

der UEFA, denn es geht ja auch darum,<br />

spannende und attraktive Spiele auf international<br />

höchstem Niveau zu bekommen.<br />

Für uns beginnt damit im Herbst eine riesige<br />

Challenge. Wir werden gegen die stärksten<br />

Teams Europas gefordert sein, bis an unser<br />

Limit zu gehen.“<br />

Bis es im September so weit ist, will<br />

die Teamchefin vor allem im Bereich Spieleröffnung<br />

die nächsten Schritte setzen. Wie<br />

im Länderspieldoppel gegen die Oranje Leeuwinnen,<br />

bei welchem 19 von 24 Kaderspielerinnen<br />

zum Einsatz gekommen sind, sollen<br />

auch gegen Belgien und Tschechien viele<br />

verschiedene Spielerinnen Minuten sammeln.<br />

Auch wenn die viel zitierte Breite im<br />

Team „noch nicht auf dem Niveau der Top-<br />

Nationen wie England oder Deutschland“<br />

ist, so geben die bevorstehenden Testspiele<br />

wieder die „Möglichkeit, gegen zwei unterschiedliche<br />

Gegner wichtige Erkenntnisse“<br />

zu gewinnen.<br />

Das Frauen-Nationalteam ist nach dem<br />

emotionalen Jahr 2022 somit noch von dem<br />

einen oder anderen Fragezeichen begleitet.<br />

In einer Sache besteht für die Teamchefin<br />

allerdings kein Zweifel: „Jetzt wo die Länderspielsaison<br />

in Österreich in Kürze wieder<br />

startet, hoffe ich, dass die Leute heiß auf<br />

Fußball sind. Wir sind es auf jeden Fall!“<br />

CORNER 01/<strong>23</strong> 27<br />

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UNIQA <strong>ÖFB</strong> CUP<br />

TEXT PHILIP SAUER<br />

Cup bringt UNIQA<br />

Dass Seriensieger Salzburg<br />

entthront wird, steht bereits<br />

vor dem Halbfinale<br />

fest. Am 5. April geht es bei<br />

Rapid gegen Ried, am Tag<br />

darauf bei Sturm gegen<br />

LASK um den Einzug ins<br />

<strong>ÖFB</strong> Cup Finale.<br />

neuen Champion<br />

Die Cup-<br />

Trophäe bekommt<br />

heuer<br />

einen neuen<br />

Besitzer.<br />

Titelverteidigung im UNIQA <strong>ÖFB</strong><br />

Cup? Nicht in dieser Saison! Das<br />

steht schon vor den Halbfinal-Duellen<br />

am 5. und 6. April fest. Der<br />

FC Red Bull Salzburg, der den Bewerb<br />

zuletzt viermal in Folge gewinnen<br />

konnte, schied im Elfmeterschießen<br />

gegen den SK Puntigamer Sturm<br />

Graz im Viertelfinale aus. Erstmals seit der<br />

Saison 2012/13 laufen die „Bullen“ nicht im<br />

Endspiel auf. Am 30. April wird das UNIQA<br />

<strong>ÖFB</strong> Cup Finale heuer bereits zum zehnten<br />

Mal in Folge im Klagenfurter Wörthersee<br />

Stadion ausgetragen, zum ersten Mal ohne<br />

Beteiligung der Salzburger. „Die Enttäuschung<br />

ist riesengroß“, vermeldete Trainer<br />

Matthias Jaissle nach dem frühzeitigen Ausscheiden.<br />

„Sehr bitter“, nannte es Mittelfeldspieler<br />

Nicolas Seiwald. Des einen Leid, des<br />

anderen Freud?<br />

Immerhin wittern vier Teams jetzt ihre<br />

große Chance auf die Thronfolge. Besagte<br />

Teams kommen alle aus der Bundesliga,<br />

heißen SK Rapid, SV Guntamatic Ried, SK<br />

Puntigamer Sturm Graz und LASK.<br />

Historische Chance für Rapid<br />

Die Wiener eröffnen das Halbfinale gegen<br />

die Rieder am Mittwoch, dem 5. April (20:30<br />

Uhr, live in ORF 1) zu Hause im Allianz Stadion.<br />

Für Rapid geht es um den ersten Einzug<br />

in das Cup-Endspiel seit der Saison 2018/19.<br />

Damals setzte es eine 0:2-Niederlage gegen<br />

Salzburg. Den letzten Titel holten die Hütteldorfer<br />

1994/95 mit einem 1:0-Erfolg gegen<br />

28<br />

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DSV Leoben. Im Einsatz war damals auch<br />

Zoran Barisic, der jetzige Trainer von Rapid.<br />

Über das anstehende Duell mit Ried sagt der<br />

52-Jährige: „Ich hoffe, dass uns sehr viele<br />

Fans unterstützen werden. Wenn wir gut<br />

vorbereitet sind, dann können wir uns schon<br />

Chancen ausrechnen, ins Finale zu kommen.“<br />

Nachsatz: „Aber es ist kein Selbstläufer. Es<br />

wird ein harter Gang.“ Ähnlich sieht es Verteidiger<br />

Michael Sollbauer: „Ried ist sicher<br />

ein unguter Gegner. Wir wollen mit den Fans<br />

im Rücken aber ein gutes Spiel machen und<br />

ins Finale einziehen.“ Den Sprung in das<br />

Halbfinale besiegelte Rapid mit einem 3:1<br />

nach Verlängerung beim RZ Pellets WAC.<br />

Ried um Final-Doppelpack<br />

Ried stand erst letzte Saison im Endspiel des<br />

UNIQA <strong>ÖFB</strong> Cup, als man eine 0:3-Niederlage<br />

gegen Salzburg hinnehmen musste. „Ich<br />

hoffe, wir schaffen es wieder bis ins Finale“,<br />

meinte Mittelfeldspieler Leo Mikic nach dem<br />

2:0-Sieg im Viertelfinale beim Wiener Sport-<br />

Club. Die Jagd nach dem ersten Cup-Titel<br />

seit 2010/11, dem insgesamt dritten der Vereinsgeschichte,<br />

nehmen die Oberösterreicher<br />

mit einem neuen Trainer in Angriff. Christian<br />

Heinle musste Anfang März seinen Posten<br />

räumen. Der erst 33-jährige Maximilian Senft,<br />

vorher Coach der Jungen Wikinger, übernahm<br />

und will mit Grün-Weiß eine Rechnung begleichen.<br />

Immerhin ging das letzte direkte<br />

Cup-Duell an die Hütteldorfer. Rapid warf die<br />

Der LASK hofft auf den<br />

ersten Cup-Gewinn seit der<br />

Saison 1964/65.<br />

Oberösterreicher 2017/18 mit einem 2:1 im<br />

Viertelfinale aus dem Bewerb. Das jüngste<br />

Aufeinandertreffen in der Bundesliga gewann<br />

Ried im Oktober 1:0.<br />

Sturm als Serienbrecher<br />

Sturm Graz empfängt am Donnerstag, dem<br />

6. April (20:30 Uhr, live in ORF1) den LASK.<br />

Die Steirer konnten Salzburg nicht nur im<br />

diesjährigen Halbfinale stoppen – schon<br />

2017/18 durchbrach Sturm die Serie von vier<br />

Cup-Titeln der „Bullen“ in Folge und feierte<br />

im Finale einen 1:0-Sieg nach Verlängerung.<br />

Auch damals war es die erste Cup-Niederlage<br />

für Salzburg nach 27 Siegen en suite. „Es<br />

ist schwer zu beschreiben. Wir sind überglücklich“,<br />

sagte Sturm-Verteidiger Gregory<br />

Wüthrich nach dem Sieg im Viertelfinale.<br />

Trainer Christian Ilzer meinte im Hinblick auf<br />

den weiteren Saisonverlauf: „Es gibt uns<br />

natürlich Selbstvertrauen, dass wir so einem<br />

Team so Paroli bieten können.“ Der 45-Jährige<br />

warnte aber auch: „Es ist wichtig, dass<br />

wir jetzt nicht glauben, wir haben den Cup<br />

bereits geholt. Bis dahin gibt es noch zwei<br />

extrem harte Spiele.“<br />

LASK gegen Cup-Flaute<br />

Der LASK kämpft nach dem 1:0 im Viertelfinale<br />

gegen Austria Klagenfurt um das Ende<br />

einer langanhaltenden Flaute. Den letzten<br />

und bisher einzigen Cup-Titel holten die Linzer<br />

in der Saison 1964/65. Vor 58 Jahren also.<br />

GEPA-PICTURES.COM (3)<br />

Rapid-Jubel nach dem hart<br />

erkämpften Sieg beim WAC.<br />

CORNER 01/<strong>23</strong> 29<br />

28-31 <strong>ÖFB</strong>Cup+WhatsAppHuskovic.indd 29 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:52:10


UNIQA <strong>ÖFB</strong> CUP<br />

2021/22 scheiterten die Oberösterreicher kurz<br />

vor dem Ziel, mussten sich Salzburg erst im<br />

Endspiel 0:3 geschlagen geben. Wohin geht<br />

die Reise in diesem Jahr? „Wenn man im<br />

Semifinale ist, will man natürlich auch ins<br />

Finale und den Titel holen“, sagt Trainer Didi<br />

Kühbauer. Vor Gegner Sturm ist der 51-Jährige<br />

gewarnt: „Wenn eine Mannschaft Salzburg<br />

in Salzburg ausschaltet, dann muss man ihr<br />

Respekt zollen.“ In dieser Saison konnten die<br />

Linzer gegen die Grazer schon einen 1:0-Auswärtssieg<br />

einfahren. Zu Hause holte man<br />

ein 1:1. Zum letzten Aufeinandertreffen im<br />

UNIQA <strong>ÖFB</strong> Cup kam es in der Saison<br />

2019/20. Der LASK kickte Sturm mit einem<br />

2:0 im Viertelfinale aus dem Bewerb.<br />

Prämien und Trophäe<br />

Neben dem sportlichen bieten die anstehenden<br />

Spiele auch einen wirtschaftlichen Anreiz.<br />

Als Prämie werden im Halbfinale für jeden<br />

Heimverein 33.000 €, für jeden Gastverein<br />

55.000 € ausgeschüttet. Die beiden Finalisten<br />

erhalten 120.000 €.<br />

Das ganz große Objekt der Begierde ist<br />

der 70 Zentimeter hohe und rund zwölf Kilogramm<br />

schwere Pokal. Dass diese Trophäe<br />

heuer an einen Bundesliga-Klub geht, ist<br />

schon jetzt klar. Auch, dass sie an ein Team<br />

geht, dass in den letzten fünf Jahren bereits<br />

im Finale stand.<br />

Zahlen zur laufenden Cup-Saison<br />

Was die Torjägerkrone betrifft, dürfen auch<br />

zwei Spieler von bereits ausgeschiedenen<br />

Teams noch hoffen. Aktuell führen Tai Baribo<br />

(RZ Pellets WAC) und Renan Peixoto Nepomuceno<br />

(FC Mohren Dornbirn) mit jeweils<br />

fünf Treffern. Marin Ljubicic (LASK) und Manprit<br />

Sarkaria (SK Puntigamer Sturm Graz)<br />

sitzen dem Top-Duo mit jeweils vier Toren<br />

aber im Nacken. Auch Keito Nakamura und<br />

Thomas Goiginger (beide LASK) oder Christoph<br />

Monschein (SV Guntamatic Ried) haben<br />

mit drei Treffern noch gute Karten.<br />

Ein Blick auf die bisherige Tor-Ausbeute<br />

im UNIQA <strong>ÖFB</strong> Cup lässt jedenfalls auf einige<br />

weitere Treffer hoffen. In den 60 von 63<br />

ausgetragenen Spielen fand der Ball 244 Mal<br />

seinen Weg ins Netz, im Schnitt fielen damit<br />

4,07 Treffer pro Partie.<br />

Player of The Match Award<br />

Neu in dieser Cup-Saison ist der Player of The<br />

Match Award. In der <strong>ÖFB</strong>-App kann von den<br />

GEPA-PICTURES.COM (2)<br />

Fans in jeder Partie für den Spieler abgestimmt<br />

werden, der nach ihrer Ansicht am<br />

besten performt hat. Dazu einfach die <strong>ÖFB</strong>-<br />

App im App Store oder im Google Play Store<br />

kostenlos downloaden, während des Spiels<br />

auf den Live-Tab klicken und dann im Reiter<br />

„Spiel-Info“ den „Player of The Match“-Button<br />

auswählen. Für den jeweiligen Favoriten<br />

abstimmen – fertig!<br />

Als offene Fragen bleiben: Welche Spieler<br />

werden im Halbfinale liefern? Welche<br />

beiden Teams ziehen ins Finale ein? Und vor<br />

allem: Wer löst Salzburg als Titelträger ab?<br />

Gewissheit bringen nur die drei ausstehenden<br />

Spiele im April.<br />

DIE ZEHN LETZTEN<br />

FINAL-SPIELE IM UNIQA <strong>ÖFB</strong> CUP<br />

Sturm schaltete Titelverteidiger<br />

Salzburg aus,<br />

Ried hofft auf die Wiederholung<br />

des Final-<br />

Einzugs im Vorjahr.<br />

2021/22 FC Red Bull Salzburg – SV Guntamatic Ried ............................3:0 (1:0)<br />

2020/21 LASK – FC Red Bull Salzburg ....................................................0:3 (0:1)<br />

2019/20 FC Red Bull Salzburg – SC Austria Lustenau ............................5:0 (2:0)<br />

2018/19 FC Red Bull Salzburg – SK Rapid ..............................................2:0 (2:0)<br />

2017/18 SK Puntigamer Sturm Graz – FC Red Bull Salzburg .... 1:0 n.V. (0:0, 0:0)<br />

2016/17 SK Rapid – FC Red Bull Salzburg ..............................................1:2 (0:0)<br />

2015/16 FC Admira Wacker – FC Red Bull Salzburg ...............................0:5 (0:2)<br />

2014/15 FK Austria Wien – FC Red Bull Salzburg ..................... 0:2 n.V. (0:0, 0:0)<br />

2013/14 FC Red Bull Salzburg – SKN St. Pölten .....................................4:2 (2:1)<br />

2012/13 FK Austria Wien – FC Pasching .................................................0:1 (0:0)<br />

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WHATSAPP-CHAT<br />

MUHAREM HUSKOVIC<br />

Muharem Huskovic<br />

online<br />

Hi Muki, hast du kurz Zeit? Wir würden dir gerne<br />

ein paar Fragen für den <strong>ÖFB</strong> CORNER stellen.<br />

<br />

Fangen wir mit der wichtigsten Frage an:<br />

Wie geht’s dir?<br />

Hi! Klar, sehr gern<br />

Mir geht’s schon sehr gut, danke. Ich bin schon<br />

am Laufband und arbeite an meiner Rückkehr.<br />

Bei einem Interview hast du schon vom Comeback<br />

geredet. Wie läuft die Reha?<br />

Wirklich sehr gut. Ich bin täglich bemüht, mein<br />

Maximum im Training abzurufen. Bisher läuft es<br />

besser als gedacht, und es sind von Tag zu Tag<br />

Fortschritte zu sehen.<br />

Schön zu hören. Wie sehr ist der 12. Oktober<br />

noch in deinem Kopf?<br />

Hin und wieder blickt man vielleicht zurück und<br />

denkt kurz daran. Ich glaube, das ist ganz normal.<br />

Aber ich habe ehrlicherweise keine Erinnerung<br />

an den Unfall selbst. Zum Glück, denn so fällt<br />

es mir leichter, damit umzugehen. Ich versuche<br />

mich auf mein Comeback zu konzentrieren und<br />

mich auf dem Platz wieder in meiner besten<br />

Verfassung präsentieren zu können.<br />

Ist es schwerer, am Comeback zu arbeiten, weil<br />

es keine Verletzung ist, die du dir im Training oder<br />

Spiel zugezogen hast?<br />

Im Gegenteil. Es fällt mir wesentlich leichter,<br />

weil ich bei der Arbeit viel freier im Kopf bin.<br />

2022 hat es nicht unbedingt gut mit dir gemeint.<br />

Erst hast du die U19-EURO verletzungsbedingt<br />

verpasst, dann der Unfall. Was nimmst du aus<br />

dem letzten Jahr für deine Karriere mit?<br />

Ich denke an jeden Monat des letzten Jahres<br />

gerne zurück, weil es für mich dennoch ein sehr<br />

schönes Jahr war. Es kann nicht immer alles so<br />

laufen, wie man es sich wünscht. Ich versuche,<br />

aus allem etwas Positives mitzunehmen.<br />

Schließlich machen dich genau solche<br />

Erfahrungen stärker für die Zukunft.<br />

Top Einstellung. Mit Ziad El Sheiwi und Florian<br />

Wustinger arbeiten zwei weitere <strong>ÖFB</strong>-Talente mit<br />

dir am Comeback. Beschreib doch unseren Lesern<br />

eure Reha-Gruppe mit drei Emojis.<br />

<br />

Bei euch rennt sicher der Schmäh, oder?<br />

Ja. Während der Übungen sind wir immer<br />

voll konzentriert und arbeiten hart, aber<br />

zwischendurch wird schon einmal getanzt oder<br />

gesungen. Mit den beiden fällt das Ganze auf<br />

jeden Fall viel leichter. Wir kennen uns schon aus<br />

der Akademie sehr gut und haben immer Spaß<br />

bei der Arbeit.<br />

Was wird gesungen?<br />

Wir singen alles Mögliche. Aber ich glaube, nie<br />

den richtigen Text.<br />

Wie hast du dir die Zeit vertrieben, bevor die Reha<br />

begonnen hat?<br />

Ich habe mich nur mit positiven Sachen<br />

beschäftigt, habe sehr viel Zeit mit meiner<br />

Freundin und meinen Eltern verbracht. Sie<br />

waren meine größten Stützen. Die Zeit bis zur<br />

Reha ist so für mich sehr schnell vergangen.<br />

Kommen wir noch zum U21-Team. Die Quali-<br />

Gegner heißen Frankreich, Slowenien, Bosnien-<br />

Herzegowina und Zypern. Wie stehen die<br />

Chancen?<br />

Wir haben sehr gute Spieler, die sind auf und<br />

neben dem Platz super Typen. Ich bin überzeugt,<br />

dass wir bei der EM-Quali Großes erreichen<br />

können. Die Mannschaft hat alles, was ein<br />

erfolgreiches Team braucht – vor allem einen<br />

unbändigen Willen. Wenn wir unsere Qualitäten,<br />

den Ehrgeiz und diesen Willen auf den Platz<br />

bringen, wenn jeder für jeden arbeitet und<br />

kämpft, dann bin ich mir sicher, dass wir nicht zu<br />

halten sein werden.<br />

Und du kannst doch noch eine EURO in der<br />

Slowakei spielen, nachdem du die U19-EURO<br />

verpasst hast?<br />

Darauf arbeiten wir alle hin, die EURO ist das<br />

große Ziel. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir<br />

zur EURO fahren werden, wenn wir als Einheit<br />

auftreten.<br />

Wir drücken die Daumen und wünschen dir, dass<br />

wir dich bald wieder auf dem Rasen und im U21-<br />

Team zurückhaben.<br />

Vielen Dank Hat Spaß gemacht!<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

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U21<br />

TEXT MICHAEL GRASWALD<br />

EURO 2019<br />

2019 erreichte das U21-Team erstmals eine<br />

EURO-Endrunde. In Italien trafen Österreichs<br />

Talente auf Serbien, Dänemark und Deutschland.<br />

„Die Serbien-Partie hat aus zwei Gründen<br />

einen hohen Stellenwert. Einerseits war es<br />

ein historischer Moment – das erste Spiel bei<br />

einer U21-EURO. Außerdem waren wir in der<br />

Quali gegen Serbien noch relativ chancenlos<br />

und haben sie dann bei der EURO souverän<br />

geschlagen. Wir hätten höher gewinnen können<br />

als 2:0“, erinnert sich Gregoritsch. Die<br />

abschließende Partie gegen Deutschland<br />

bezeichnet er als „die vielleicht beste Partie“<br />

in seiner Zeit als Teamchef. „Dass wir gegen<br />

Deutschland in einem Bewerbsspiel so<br />

auftreten, sie am Rande einer Niederlage<br />

hatten, war eindrucksvoll.“ Österreichs Auswahl<br />

verpasste beim 1:1 gegen den Nachbarn<br />

jedoch einen Sieg und damit auch die<br />

Semifinal-Teilnahme.<br />

Meilensteine einer Ära<br />

Das 1:1 im November in Kroatien war das 100. Spiel von Werner<br />

Gregoritsch als U21-Teamchef. Mit dem <strong>ÖFB</strong> CORNER blickt er<br />

auf die schönsten Momente seiner bisherigen Ägide zurück.<br />

Bei der Frage nach den fünf wichtigsten,<br />

emotionalsten, schönsten oder<br />

besten Spielen seiner 100 Partien<br />

als U21-Teamchef muss auch Werner<br />

Gregoritsch selbst einmal kurz<br />

innehalten. „Das ist wirklich schwer,<br />

weil es so viele gibt, an die ich mich gerne<br />

zurückerinnere, und jedes für sich war besonders“,<br />

sagt er. Trotzdem geht er auf Zeitreise<br />

durch seine bisherigen Spiele als Teamchef.<br />

Herausgekommen ist ein sehr persönlicher<br />

Rückblick auf besondere Momente des<br />

U21-Teams.<br />

Top-Gegner<br />

Dafür, dass das U21-Team auch gegen Top-Gegner eine gute<br />

Figur macht, gibt es in den 100 Gregoritsch-Partien einige<br />

Beispiele. Der Teamchef selbst hebt dabei zwei Spiele heraus.<br />

2013 siegte Österreichs Auswahl in den Niederlanden mit 3:0.<br />

„Mit diesem Sieg hat es begonnen, dass das U21-Team in<br />

Österreich mehr Beachtung gefunden hat. Da haben alle die<br />

Augen aufgerissen, als sie das Ergebnis gesehen haben.“ Ein<br />

echtes Ausrufezeichen setzte das Team 2019, als Frankreich<br />

im letzten Test vor der EURO in Hartberg mit 3:1 besiegt<br />

wurde. „Das war unglaublich. Diese Partie hat gezeigt, was<br />

möglich ist. Frankreich war in Bestbesetzung, der große<br />

Top-Favorit auf den Titel bei der EURO. Man muss nur einen<br />

Blick auf den Kader der Franzosen von damals werfen. Es<br />

war ein Wahnsinn, wie wir da aufgetreten sind. Sensationell.“<br />

32<br />

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Play-offs<br />

Den Platz bei der EURO in Italien sicherte sich das U21-Team durch zwei<br />

1:0-Play-off-Siege gegen Griechenland. „Das waren zwei der emotionalsten<br />

Tore meiner gesamten Trainerlaufbahn. Wir haben so lange auf dieses Ziel<br />

EURO hingearbeitet, sind mit dem Jahrgang davor denkbar knapp gescheitert.<br />

Der Jubel nach dem Schlusspfiff war grenzenlos. Das werde ich nie<br />

vergessen“, schwärmt „Gregerl“ noch heute. Zwei Jahre zuvor scheiterte<br />

die <strong>ÖFB</strong>-Auswahl in den Play-offs zur EURO 2017 knapp an Spanien. „Wir haben zwei Topleistungen<br />

gebracht. Die Spiele endeten 1:1 und 0:0, und wir sind aufgrund der damals geltenden Auswärtstorregel<br />

ausgeschieden. Das war schon richtig bitter. Spanien hat später das EM-Finale erreicht. Aber es<br />

hat mir und vielen Leuten damals endgültig<br />

gezeigt, dass wir mit den Top-<br />

Teams Europas mithalten können.“<br />

GEPA-PICTURES.COM (5)<br />

Comeback<br />

Und dann gab es noch eine Partie, die kein großer Sieg gegen<br />

einen Top-Gegner, kein historischer Auftritt bei einer Endrunde<br />

war. Doch Gregoritsch bezeichnet sie als „wichtigstes Spiel<br />

meiner Karriere“. Im Oktober 2020 reist die U21 zu einem<br />

Quali-Match in den Kosovo. Erst kurz vor Schluss trifft Marco<br />

Grüll zum erlösenden 1:0. Für Gregoritsch ist es das Comeback<br />

auf der Trainerbank nach seinem Herzinfarkt, den er im August<br />

zuvor erlitten hatte. „Ich bin einfach nur dankbar, dass ich hier<br />

bin“, sagte er damals nach dem Schlusspfiff. „Diese Partie war<br />

der Test, ob ich es gesundheitlich noch schaffe, U21-Teamchef<br />

zu bleiben. Sportdirektor Peter Schöttel saß für den Notfall<br />

neben mir auf der Bank“, erzählt er. Dann lacht er: „Die Burschen<br />

hätten meine Belastungsfähigkeit nicht bis zur äußersten<br />

Grenze testen müssen ...“<br />

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U19 FRAUEN<br />

TEXT JONAS DORMANN<br />

Ohne Hättiwari<br />

zur EM-Endrunde<br />

Mit starken Leistungen im Herbst hat das U19 Frauen-Nationalteam<br />

seine Chance auf ein EM-Ticket gewahrt. Für die entscheidende<br />

2. Qualifikationsrunde in Italien gibt es ein klares Ziel:<br />

mit drei Siegen das Ticket für die Endrunde in Belgien lösen.<br />

Bosnien und Herzegowina, Griechenland<br />

und Italien – so lauten die letzten<br />

drei Hürden für das U19-Frauen-<br />

Nationalteam auf dem Weg zur<br />

EM-Endrunde in Belgien im Sommer.<br />

Von 2. bis 12. April geht es für die<br />

Auswahl von Teamchef Hannes Spilka in der<br />

italienischen Provinz Novara um nichts weniger<br />

als die zweite Teilnahme einer U19-<br />

Auswahl in der Geschichte des österreichischen<br />

Frauenfußballs. Die letzte gelang<br />

unter Irene Fuhrmann im Jahr 2016 in der<br />

Slowakei.<br />

Die Generalprobe für die entscheidende<br />

Qualifikationsphase verlief dabei durchwachsen.<br />

Zweimal testete die Spilka-Elf im türkischen<br />

Antalya gegen die Altersgenossinnen<br />

aus Finnland. Auf ein 1:1-Remis im ersten<br />

Duell folgte eine knappe 0:1-Niederlage beim<br />

zweiten Aufeinandertreffen. „Ich hoffe, dass<br />

» Wenn es uns<br />

gelingt, die Fehler<br />

abzustellen, werden<br />

wir für Italien<br />

ein richtig gefährlicher<br />

Gegner<br />

werden. «<br />

wir aus den beiden Spielen die richtigen<br />

Schlüsse ziehen. Die Leistungen waren gut,<br />

aber nicht sehr gut. Wir haben noch einige<br />

Fehler gemacht, die wir abstellen müssen,<br />

denn Top-Teams werden diese Fehler eiskalt<br />

bestrafen“, so der Teamchef, der im April vor<br />

allem mehr „Kompaktheit und Cleverness“<br />

seines Teams sehen möchte.<br />

„Wenn uns das gelingt, werden wir für<br />

Italien ein richtig gefährlicher Gegner in der<br />

Gruppe werden“, blickt der Niederösterreicher<br />

auf die bevorstehende Qualifikationsrunde<br />

und stellt klar: „Uns ist bewusst, dass<br />

wir erst einmal gegen Bosnien und Herzegowina<br />

bestehen müssen. Aber wenn es<br />

gegen Italien zum Showdown kommen<br />

sollte, werden Kleinigkeiten entscheiden.“<br />

Der letzte Showdown dieser Art liegt<br />

noch keine zwölf Monate zurück. Im vergangenen<br />

Mai war die Spilka-Elf auf dem bes-<br />

34<br />

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Nach Siegen über England<br />

und Deutschland<br />

will die U19 nach Belgien.<br />

Teamchef Hannes Spilka<br />

geht optimistisch in die<br />

Qualifikation zur Endrunde<br />

der U19-Auswahl.<br />

<strong>ÖFB</strong> (2)<br />

ten Weg, sich vor heimischer Kulisse für die<br />

EM-Endrunde in Tschechien zu qualifizieren.<br />

Nach einem 4:0-Auftaktsieg gegen Bulgarien<br />

und einem 1:0-Erfolg über die Ukraine<br />

scheiterten die jungen Österreicherinnen<br />

erst im entscheidenden dritten Qualifikations-Duell<br />

in Wels mit 0:1 an den späteren<br />

Vize-Europameisterinnen aus Norwegen.<br />

Druck, im letzten Spiel gegen Italien erneut<br />

einen möglichen Showdown zu bekommen,<br />

verspürt Hannes Spilka nicht: „Es geht nur<br />

um Kleinigkeiten, die wir auf dem Platz in<br />

den Ansätzen gut machen, aber nicht immer<br />

konsequent zu Ende spielen. Diese Dinge<br />

müssen wir uns noch vor Augen führen. Da<br />

geht es nur um individual-taktische Themen,<br />

nicht aber um die Qualität des Teams.“<br />

Diese konnte das Team um Kapitänin<br />

Lainie Fuchs zuletzt vor allem in der Arbeit<br />

gegen den Ball immer wieder unterstreichen<br />

und darf sich in diesem Punkt laut Teamchef<br />

Spilka „auf Augenhöhe mit den Top-Teams<br />

Europas“ sehen. Viel Potenzial sieht der<br />

53-Jährige hingegen bei der „technischen<br />

Umsetzung in Drucksituationen“, in denen es<br />

Teams gibt, die den jungen Österreicherinnen<br />

„von der Handlungsschnelligkeit her“ noch<br />

voraus sind. Dennoch zeigt er sich überzeugt:<br />

„Wir können die Top-Teams schlagen, weil<br />

wir jedem Team Probleme bereiten und das<br />

Leben schwer machen können.“<br />

Optimistisch stimmen dürfen auch die<br />

jüngsten Erfolge der Spilka-Elf gegen England<br />

(2:1) im Juli und Deutschland (2:1) im November<br />

des Vorjahres, die gezeigt haben,<br />

dass man den Top-Nachwuchsteams Europas<br />

Paroli bieten kann. Durch den Erfolg gegen<br />

AUCH U17-FRAUEN<br />

MIT „REALISTISCHER<br />

CHANCE“ AUF EIN<br />

EM-TICKET<br />

Mit der Qualifikation zur EM-Endrunde<br />

eine „schöne Bestätigung für die<br />

Arbeit der letzten Jahre“ zu erhalten,<br />

erhofft sich auch U17-Teamchef<br />

Patrick Haidbauer, dessen Auswahl<br />

vom 13. bis <strong>23</strong>. März in Slowenien<br />

ebenfalls um ein begehrtes EM-Ticket<br />

für die Endrunde in Estland<br />

(14.-26. Mai) kämpft. Gegnerinnen<br />

der U17 in der 2. Qualifikationsrunde<br />

sind Slowenien (17. März), die<br />

Schweiz (20. März) und die Slowakei<br />

(<strong>23</strong>. März). Alle Infos zu den Nachwuchs-Nationalteams<br />

gibt es auch<br />

auf www.oefb.at<br />

den großen Nachbarn sicherte sich die <strong>ÖFB</strong>-<br />

Auswahl im Herbst den Gruppensieg in der<br />

ersten Qualifi ka tionsrunde. „Man hat beim<br />

Sieg gegen Deutschland im Herbst schon<br />

gesehen, welche Emotionen im Team stecken“,<br />

so Spilka, der insbesondere den unbändigen<br />

Willen seines Teams lobt. „Zu sehen,<br />

wie die Spielerinnen sowohl in der<br />

<strong>ÖFB</strong>-Frauen-Akademie als auch bei ihren<br />

Vereinen arbeiten und bereit sind, alles für<br />

den Erfolg zu tun und sich auch einmal zu<br />

quälen, motiviert und pusht uns alle extrem.“<br />

Die Zielsetzung für die Duelle im Stadio<br />

Silvio Piola im April? Daraus macht Spilka<br />

kein Geheimnis: „Wir wollen die Gruppe<br />

gewinnen und zur Endrunde nach Belgien<br />

fahren. Natürlich könnten wir unsere Ziele<br />

niedrig ansetzen und Understatement betreiben,<br />

aber das ist nicht unsere Herangehensweise,<br />

weil wir wissen, was in unserem<br />

Team steckt.“<br />

Ein wenig Druck nimmt der Teamchef<br />

vor den entscheidenden Begegnungen dann<br />

aber doch noch heraus, allerdings nur unter<br />

einer Bedingung: „Wir können Spiele verlieren,<br />

und wir werden auch Spiele verlieren.<br />

Wenn es am Ende mit der EM-Qualifikation<br />

nicht klappen sollte, wir aber alles dafür<br />

getan haben, dann soll es so sein. Ein Hättiwari<br />

im Nachhinein gibt es bei uns aber<br />

auf keinen Fall.“<br />

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FUTSAL<br />

TEXT PHILIP SAUER<br />

Geballtes Futsal-Know-how<br />

Teamchef Patrik Barbic zieht seit<br />

2018 mit seinen Assistenten<br />

Aleksandar Ristovski und Rene<br />

Gaida die Fäden im Futsal-Nationalteam.<br />

Nach der WM-Quali<br />

spricht das Trio über die Entwicklung<br />

des Sports, den weiteren<br />

Weg und darüber, wie Rapid<br />

oder die Austria helfen könnte.<br />

Im April 2018 wurde das Futsal-Nationalteam des<br />

<strong>ÖFB</strong> ins Leben gerufen. Teamchef Patrik Barbic ist<br />

seit Tag eins dabei. Genau wie seine Assistenztrainer<br />

Aleksandar Ristovski und Rene Gaida. Im Futsal-<br />

Geschäft ist das Trio schon viele Jahre länger aktiv.<br />

Barbic, der 2017 die UEFA-Futsal-B-Lizenz abschloss,<br />

spielte von 2010 bis 2018 für Stella Rossa, war auch<br />

Kapitän des Rekordmeisters. Ristovski und Gaida sind<br />

seit über 20 Jahren im Geschäft und noch heute auf<br />

Klubebene aktiv, Ersterer als Trainer und Obmann von<br />

Stella Rossa, Zweiterer bis vor kurzem noch als Trainer,<br />

jetzt als Sportlicher Leiter beim langzeitigen Rivalen<br />

Murexin Allstars. „Der gegenseitige Respekt voreinander<br />

ist im Laufe der Jahre immer größer geworden.<br />

Aus erbitterter Rivalität wurde eine gute Freundschaft“,<br />

verrät Gaida.<br />

Dream-Team<br />

Barbic sagt über das Trainerteam: „Wir ergänzen uns<br />

in vielen Bereichen sehr, sehr gut. Ich bin vielleicht<br />

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mehr der Trainer auf dem Feld, der Energie<br />

reinbringt und lauter ist. Aleks und Rene<br />

sprechen viel mit den Spielern, saugen viele<br />

Dinge auf und geben mir danach das<br />

Feedback. Das passt in dieser Konstellation<br />

richtig gut.“<br />

Der Teamchef, der auch als Talentecoach<br />

in der Fußball-Akademie St. Pölten tätig ist,<br />

blickt auf seine bisherige Zeit im <strong>ÖFB</strong>-Team<br />

mit positiven Gefühlen zurück. „Ich glaube,<br />

dass wir in diesen fünf Jahren gute Arbeit<br />

geleistet haben. Wir haben es geschafft, ein<br />

Nationalteam zu gründen, das mit Respekt,<br />

Leidenschaft und Verantwortung in die Spiele<br />

geht. Wir haben einen richtig coolen Teamgeist.“<br />

WM-Quali-Fazit<br />

Die Erfolge sprechen für sich. Österreich<br />

qualifizierte sich letztes Jahr bei der ersten<br />

WM-Quali-Teilnahme gleich für die Hauptrunde<br />

– eine historische Leistung. Gegen<br />

die großen Favoriten Georgien und Belgien<br />

musste Österreich dann aber Lehrgeld bezahlen<br />

und konnte trotz starker Leistungen<br />

keine Punkte einfahren. Die Endrunde findet<br />

ohne das <strong>ÖFB</strong>-Team statt. Wehmut? Nicht<br />

wirklich.<br />

Vielmehr zieht man jetzt aus dem allen<br />

die Lehren und blickt positiv in die Zukunft.<br />

„Es war eine gute Quali-Hauptrunde für uns,<br />

auch wenn das die Tabelle nicht unbedingt<br />

widerspiegelt. Wir haben gesehen, wo wir<br />

noch Steigerungsbedarf haben, und das werden<br />

wir jetzt angehen“, so Teamkapitän Vahid<br />

Muharemovic.<br />

Triumvirat: Teamchef<br />

Patrik Barbic (Mitte)<br />

mit seinen Assistenten<br />

Aleksandar Ristovski<br />

und Rene Gaida<br />

» In Portugal haben<br />

Benfica oder<br />

Sporting Lissabon<br />

Futsal-Teams, in<br />

Spanien der FC<br />

Barcelona oder in<br />

Serbien Roter<br />

Stern Belgrad. «<br />

<strong>ÖFB</strong>/GRUBER, <strong>ÖFB</strong>/SAUER<br />

Entwicklung beschleunigen<br />

Ristovski betont: „Die Entwicklung geht in<br />

die richtige Richtung. Wir müssen jetzt aber<br />

schauen, dass wir diese Entwicklung noch<br />

schneller vorantreiben.“ Gaida fügt an: „Ich<br />

sehe die Aufgabe nicht als Sprint, sondern<br />

als Marathon.“<br />

Aktuell wird Futsal in Österreich als<br />

Amateursport betrieben. Die Spieler sind<br />

nicht nur bei Futsal-, sondern auch bei Fußball-Klubs<br />

im Einsatz. Das bringt organisatorische<br />

Schwierigkeiten, in der Liga und im<br />

Nationalteam. „Wir wollen von diesen Überschneidungen<br />

mit dem Fußball wegkommen,<br />

den Futsal-Sport professionalisieren“,<br />

sagt Barbic. An welchen Schrauben dafür<br />

gedreht werden soll? „Wir müssen die Jugendarbeit<br />

forcieren. Dazu sollte man vielleicht<br />

auch die Erstligisten verpflichten,<br />

Nachwuchsteams ins Leben zu rufen“, so<br />

Gaida. Ristovski betont: „Alle Vereinsverantwortlichen,<br />

aber auch die Medien sind<br />

gefordert, um Futsal in Österreich auf die<br />

nächste Stufe zu bringen.“<br />

Große Namen würden der Vermarktung<br />

des Sports sicherlich guttun. Dementsprechend<br />

hofft das <strong>ÖFB</strong>-Trainerteam, dass längerfristig<br />

auch Klubs aus der Fußball-Bundesliga<br />

auf den Futsal-Zug aufspringen und<br />

eigene Teams gründen. Barbic: „Wenn man<br />

sich andere Länder ansieht, dort funktioniert<br />

das auch. In Portugal haben Benfica oder<br />

Sporting Lissabon eigene Futsal-Teams, in<br />

Spanien der FC Barcelona oder in Serbien<br />

Roter Stern Belgrad. Es wäre ein guter Ansatz,<br />

wenn Rapid, die Austria, Sturm oder<br />

Salzburg eines Tages auch Futsal-Teams<br />

gründen würden. Das könnte der Sportart<br />

einen Riesen-Push geben.“<br />

Klar ist: Es gibt noch einiges zu tun – auf<br />

vielen Ebenen des Futsals in Österreich.<br />

Dieser Aufgabe wollen sich Barbic, Ristovski<br />

und Gaida stellen. „Ich habe noch viele<br />

Träume. Wir wollen in dieser Sportart noch<br />

vieles erreichen. Bis dahin werde ich alle<br />

Energie, die ich habe, investieren“, verspricht<br />

Barbic. Ristovski und Gaida betonen einstimmig:<br />

„Wir brennen für alles, was noch<br />

kommt.“<br />

Weiterer Fahrplan<br />

Für das Nationalteam geht es im April mit<br />

einem Lehrgang auf Malta weiter. Im Zuge<br />

dessen sind zwei freundschaftliche Länderspiele<br />

gegen den Inselstaat geplant.<br />

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FRAUEN<br />

TEXT JONAS DORMANN<br />

Startschuss ins Fußballfrühjahr<br />

Mit den Viertelfinal-Partien im SPORTLAND Niederösterreich Frauen Cup<br />

ist der heimische Frauen-Fußball offiziell aus der Winterpause erwacht.<br />

Doch auch die Liga verspricht im Frühjahr Spannung pur!<br />

Der Ball rollt wieder im heimischen<br />

Frauenfußball. Mit dem SPORTLAND<br />

Niederösterreich Frauen Cup ist die<br />

Frühjahrssaison traditionell ins neue<br />

Jahr gestartet und hatte dabei gleich<br />

die eine oder andere Überraschung parat.<br />

Den Auftakt machte der Titelverteidiger<br />

und amtierende Doublesieger SKN St. Pölten.<br />

Doch anders als bei den Kantersiegen<br />

in den ersten beiden Runden beim SV Horn<br />

(8:0) und bei der SPG FC Lustenau/FC Dornbirn<br />

Ladies (5:0) mussten die Niederösterreicherinnen<br />

beim FK Austria Wien lange<br />

um den Halbfinal-Einzug zittern. Vor gut 500<br />

Zuschauern in der Generali Arena war es<br />

erst ein Joker-Tor von Rita Schumacher in<br />

der 66. Minute, das den Wölfinnen das Ticket<br />

ins Halbfinale buchte. Überraschend knapp<br />

ging es einen Tag später auch zwischen<br />

Drittligist SV Paudorf und der SPG Union<br />

Kleinmünchen/FC Blau Weiß Linz zu. Hier<br />

verhinderte Emilia Holzinger mit dem 2:1-<br />

Siegtreffer für den Bundesligisten in der 86.<br />

Minute eine Paudorfer Sensation. Diese<br />

blieb auch in Vorarlberg aus. Hier sorgte die<br />

SPG SCR Altach/FFC Vorderland durch vier<br />

Treffer im ersten Durchgang bereits früh für<br />

klare Verhältnisse beim 7:0-Erfolg über Ligakonkurrenten<br />

FC Bergheim. Die einzige<br />

Überraschung gelang Soccercoin USV Neulengbach.<br />

Die Elf von Cheftrainer Gerald<br />

Linshalm setzte sich beim favorisierten SK<br />

Sturm Graz durch das Goldtor von U19-<br />

Teamspielerin Laura Spinn mit 1:0 durch<br />

und beendete damit die Cup-Ambitionen<br />

des steirischen Vizemeisters und Cup-Finalisten<br />

der Vorsaison.<br />

Für vielversprechende Impulse sorgen<br />

nicht nur die geplanten Einstiege des FC<br />

Red Bull Salzburg und des SK Rapid Wien<br />

in den Frauenfußball, sondern auch die<br />

jüngst bekannt gegebene Kooperation des<br />

TSV Hartberg mit dem FC Südburgenland<br />

in der 2. Frauen-Bundesliga. Wichtige Schritte,<br />

die auch Isabel Hochstöger, Leiterin der<br />

Mädchen- und Frauenfußball-Abteilung des<br />

<strong>ÖFB</strong>, begrüßt: „Wenn die großen Player der<br />

RAIMUND NICS<br />

ASasdsdIpsum quis intem<br />

dempor as dolupta<br />

temqui blab ipsam ea veriorume<br />

reptam laccate<br />

mpeles eum aliqui<br />

heimischen Bundesliga das Potenzial Frauenfußball<br />

für sich erkennen, ist das natürlich<br />

gewinnbringend. So kann es gemeinsam<br />

gelingen, Mädchen schon in jungen Jahren<br />

für den Fußballsport zu begeistern und die<br />

Frauen-Bundesliga langfristig zu stärken.“<br />

Ähnlich wie im Vorjahr bahnt sich ein<br />

spannender Zweikampf zwischen Titelverteidiger<br />

St. Pölten und dem SK Sturm Graz<br />

an. Doch auch die SPG SCR Altach/FFC<br />

Vorderland mit Toptorschützin Eileen Campbell<br />

liegt in Lauerstellung. Die Fans dürfen<br />

sich somit auf eine packende Frühjahrssaison<br />

20<strong>23</strong> freuen.<br />

38<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

38-39 FrauenBL+Cup+BL.indd 38 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:53:41


BUNDESLIGA<br />

Zielgerichtete Hilfe<br />

Die Bundesliga unterstützt drei<br />

gesellschaftliche Vorzeigeprojekte<br />

Zusammenhalt ist der Schlüssel zum<br />

Erfolg – das gilt im Fußball, das gilt<br />

aber auch in den übrigen Bereichen<br />

des Lebens. Aus diesem Grund hat<br />

die Bundesliga zum Jahreswechsel<br />

allen Empfängern ihrer Weihnachtspost die<br />

Möglichkeit gegeben, zielgerichtet zu helfen<br />

und drei Organisationen ausgewählt, die in<br />

ihren Bereichen vorbildliche Arbeit leisten:<br />

die St. Anna Kinderkrebsforschung, das<br />

Caritas-Projekt „Armut in Österreich“ und<br />

das Fußballprojekt „Kicken ohne Grenzen“.<br />

Die Empfänger der diesjährigen Bundesliga-Weihnachtsgrüße<br />

hatten die Möglichkeit,<br />

die Organisation ihrer Wahl zu benennen,<br />

der die Bundesliga eine Spende<br />

zukommen lassen sollte. So sind insgesamt<br />

mehr als 7.500 Euro Spendensumme zusammengekommen,<br />

die nun von der Bundesliga<br />

an die Organisationen überreicht wurde:<br />

St. Anna Kinderkrebsforschung: € 3.000<br />

Kicken ohne Grenzen: € 2.340<br />

Caritas Österreich: € 2.280<br />

Neben den Spenden konnten vor Ort<br />

auch weitere nützliche Sachspenden übergeben<br />

werden: Geschenkbeutel mit Spielsachen<br />

für die St. Anna Kinderkrebsforschung,<br />

Trainingsutensilien für Kicken ohne<br />

Grenzen und warme Winterjacken sowie<br />

Pullover für Caritas Österreich.<br />

Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian<br />

Ebenbauer: „Wir freuen uns, dass wir<br />

drei gesellschaftliche Vorzeigeprojekte unterstützen<br />

können. Die St. Anna Kinderkrebsforschung,<br />

Kicken ohne Grenzen und die<br />

Caritas sind absolute Führungsspieler in<br />

ihren jeweiligen Bereichen. Wir hoffen, dass<br />

wir mit unseren Geld- und Sachspenden<br />

einen kleinen positiven Beitrag zu ihrer wertvollen<br />

Arbeit leisten können.“<br />

Christian Ebenbauer übergab<br />

den Scheck an die St. Anna<br />

Kinderkrebsforschung.<br />

Auch „Kicken ohne Grenzen“<br />

gehörte zu den geförderten<br />

Projekten.<br />

GEPA-PICTURES.COM (2)<br />

Zu den Projekten und weiteren<br />

Spendenmöglichkeiten:<br />

St. Anna Kinderkrebsforschung<br />

Seit 1988 arbeitet die St. Anna Kinderkrebsforschung<br />

daran, die Heilungsraten krebskranker<br />

Kinder und Jugendlicher zu verbessern.<br />

https://kinderkrebsforschung.at/<br />

Kicken ohne Grenzen<br />

Kicken ohne Grenzen nutzt die Kraft des<br />

Fußballs, um Kinder und Jugendliche zu<br />

stärken und bei der eigenen Potenzialentfaltung<br />

zu begleiten.<br />

https://www.kicken-ohne-grenzen.at/<br />

Caritas Österreich<br />

Die Caritas hilft Menschen in Notsituationen,<br />

etwa bei Armut, Krankheit, Behinderung oder<br />

Pflegebedürftigkeit – und zwar ungeachtet<br />

von Geschlecht, Herkunft und Religion.<br />

https://www.caritas.at/<br />

CORNER 01/<strong>23</strong> 39<br />

38-39 FrauenBL+Cup+BL.indd 39 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:53:50


DIREKTION SPORT<br />

TEXT MICHAEL GRASWALD<br />

Die Direktion Sport<br />

arbeitet intensiv daran,<br />

den <strong>ÖFB</strong> immer konkurrenz-<br />

und zukunftsfähig<br />

zu halten. Dabei sind<br />

die Aufgaben in den<br />

unterschiedlichen Teilbereichen<br />

vielfältig und<br />

die Problemstellungen<br />

herausfordernd.<br />

Häufig wird die mediale Berichterstattung<br />

von Entwicklungen, Erfolgen<br />

oder Misserfolgen der verschiedenen<br />

Nationalteams bestimmt. Doch<br />

der Komplex „Nationalteams“ ist<br />

nur eine von insgesamt sechs Säulen,<br />

in die sich die Direktion Sport unter der<br />

Leitung von Sportdirektor Peter Schöttel<br />

aufgliedert. Die weiteren fünf Säulen sind<br />

Talenteförderung, Frauenfußball, Breitensport,<br />

Trainerakademie sowie – der jüngste<br />

Teilbereich – Wissenschaft, Analyse & Entwicklung.<br />

Bei einem Medientermin mit Peter<br />

Schöttel sowie den fünf Abteilungsleitern<br />

der Teilbereiche wurden den Anwesenden<br />

tiefe Einblicke in die tägliche Arbeit geliefert.<br />

Es wurden die Entwicklungen des vergangenen<br />

Jahres analysiert, aktuelle Projekte<br />

vorgestellt, und auch ein Blick in die Zukunft<br />

durfte nicht fehlen. „Wir wollen den Themen<br />

eine Bühne geben, die sonst in der öffentlichen<br />

Wahrnehmung oft nur eine untergeordnete<br />

Rolle spielen“, erklärt der Sportdirektor<br />

die Intention. Es sei ihm ein großes<br />

Anliegen, die vielfältigen Aufgaben, mit<br />

denen die Direktion Sport täglich konfrontiert<br />

ist, herauszustreichen. „Das vergangene<br />

Jahr war für uns als Abteilung wirklich herausfordernd.<br />

Im Breitenfußball konnten wir<br />

mit den neuen Wettbewerbsformen für den<br />

Kinderfußball ein großes Projekt umsetzen,<br />

das eine breite Zustimmung gefunden hat.<br />

Dazu kam noch die große Evaluierung im<br />

Bereich der Talenteförderung“, so Schöttel.<br />

Hinter den<br />

Kulissen<br />

40<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

40-43 DirektionSport.indd 40 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:54:07


Die Bereichsleiter Stefan Gogg und Isabel Hochstöger an<br />

der Seite von <strong>ÖFB</strong>-Sportdirektor Peter Schöttel.<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

Arbeit für die Basis<br />

Die Einführung der neuen Wettbewerbsformen<br />

im Kinderfußball hätten vor einem Jahr<br />

durchaus eine kontroverse Diskussion in<br />

Gang gesetzt, doch mittlerweile würde das<br />

Konzept auf breite Zustimmung stoßen, wie<br />

Stefan Gogg erklärt. Nun sollen weitere unterstützende<br />

Maßnahmen die Freude der<br />

Kinder am Fußball weiter stärken. So sollen<br />

ein neu gestaltetes Elternvideo, das das<br />

Verhalten von Begleitpersonen bei Spielen<br />

aus der Sicht von Kindern zum Inhalt hat,<br />

begleitende Plakate und ein Trainingskatalog<br />

für weitere Impulse sorgen. Gogg, Leiter<br />

Organisation Direktion Sport und Leiter Breitenfußball,<br />

sagt: „Das Elternvideo ist ein<br />

Thema, das den Vereinen wirklich am Herzen<br />

liegt. Wir wollen aufzeigen, wie Eltern für<br />

ihre Kinder eine Unterstützung sein können<br />

» Wir wollen den<br />

Themen eine<br />

Bühne geben, die<br />

sonst in der öffentlichen<br />

Wahrnehmung<br />

eine<br />

untergeordnete<br />

Rolle spielen. «<br />

und wo sie vielleicht auch manchmal hinderlich<br />

sein können.“ Flexiblere und kleinere<br />

Formate sollen künftig auch in älteren Zielgruppen<br />

mithelfen, Spieler:innen möglichst<br />

lange im Fußballverein halten zu können.<br />

Auch im Frauenfußball ist die Arbeit an<br />

der Basis weiter ein zentrales Thema. Zum<br />

einen sollen Klubs sensibilisiert werden, dass<br />

sie in ihren Vereinen Angebote für Frauen<br />

und Mädchen schaffen und damit einen niederschwelligen<br />

Zugang ermöglichen sollen.<br />

Außerdem sollen Projekte wie „UEFA Playmakers“<br />

oder die „Ostar-Richi Festivals“<br />

Mädchen noch mehr für den Fußball begeistern.<br />

„Wir haben noch eine relativ junge<br />

Geschichte, aber wir können schon stolz auf<br />

das sein, was wir bisher erreicht haben“, so<br />

Isabel Hochstöger, Leiterin Mädchen- und<br />

Frauenfußball. Es würde in Österreich in allen<br />

CORNER 01/<strong>23</strong> 41<br />

40-43 DirektionSport.indd 41 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:54:11


DIREKTION SPORT<br />

Bereichen tolle Rolemodels geben, die deutlich<br />

machen, dass es sich lohnt, sich als Frau<br />

im Fußball zu engagieren, sagt Hochstöger<br />

weiter. Mit dem erstmals veranstalteten <strong>ÖFB</strong><br />

Summit sollte allen Wegbe reiter:innen gedankt<br />

werden. „Es war ein wirklich tolles<br />

Event, das von meiner Kollegin<br />

Jasmin Eder initiiert wurde. Wir<br />

konnten jene Frauen vor den Vorhang<br />

holen, die den Weg dafür<br />

bereitet haben, wo wir heute sind“,<br />

betont Hochstöger.<br />

Daten für die Talente<br />

Den Weg bereiten will man in der<br />

Talenteförderung künftig mit der<br />

adaptierten Struktur, welche im<br />

Dezember vom <strong>ÖFB</strong>-Präsidium<br />

grundlegend beschlossen wurde.<br />

Mit dem künftigen Zwei-Stufen-<br />

Modell soll es neben den <strong>ÖFB</strong>-<br />

Akademien auch die sogenannten<br />

<strong>ÖFB</strong>-Nachwuchszentren geben.<br />

Es wird unter der bisherigen <strong>ÖFB</strong>-<br />

Jugendliga die <strong>ÖFB</strong>-Jugendregionalliga<br />

eingeführt. „Der Zuspruch<br />

der Vereine zu dieser Struktur war<br />

sehr positiv“, wie Martin Scherb<br />

(Gesamtleiter Talenteförderung)<br />

erklärt. Mit dem Beschluss sei die<br />

Arbeit aber noch nicht beendet.<br />

„Im Moment wird ein Bewertungskriterienmodell<br />

ausgearbeitet.<br />

Wir haben unsere Talenteförderung<br />

evaluiert und fast in allen<br />

Bereichen Anpassungen vorgenommen.<br />

Doch das ist ein andauernder Prozess, wir<br />

dürfen den internationalen Anschluss nicht<br />

verpassen und müssen unseren Talenten die<br />

bestmögliche Förderung zur Verfügung stellen“,<br />

so Scherb. Er kann auch mit einer konkreten<br />

Zahl aufwarten: „30 Prozent der Spieler,<br />

die in der Saison 2020/21 zumindest einen<br />

Einsatz in einem U18-Spiel der <strong>ÖFB</strong>-Jugendliga<br />

verzeichnen konnten, standen zweieinhalb<br />

Jahre später zumindest einmal in der<br />

Startelf einer Profiliga.“<br />

Solche und noch viele andere wertvolle Daten<br />

liefert die Abteilung Wissenschaft, Analyse<br />

und Entwicklung. Darum bezeichnet<br />

Abteilungsleiter Stefan Oesen die integrative<br />

Arbeit mit den anderen Abteilungen auch als<br />

elementar. Künftig soll eine neuartige Verletzungsanalyse,<br />

bei der medizinische Abteilungen<br />

der Akademien die Daten liefern, helfen,<br />

» Wir bemühen<br />

uns auch künftig,<br />

mutig und kreativ<br />

zu sein. Diese<br />

Leistungen sind<br />

die Erfolgsbasis<br />

für die Nationalteams.<br />

«<br />

Verletzungen vorzubeugen. Oesen sagt: „Wir<br />

wollen Variablen, die unter bestimmten Voraussetzungen<br />

besonders häufig zu Verletzungen<br />

führen, ausschließen können. Ich bin<br />

davon überzeugt, dass wir damit eine Führungsposition<br />

einnehmen, wenn wir die Daten<br />

richtig verwenden.“ Dank der<br />

SAP-Wissensplattform, die bereits<br />

länger verwendet wird, gebe<br />

es bereits jetzt im Hinblick auf<br />

sportmotorische Tests eine einzigartige<br />

Datenbank. „Darauf<br />

können wir stolz sein, aber unser<br />

Anspruch muss sein, diese Daten<br />

zu unserem Vorteil einzusetzen“,<br />

erklärt Oesen.<br />

Rekordjahr<br />

Stolz zeigte sich auch Thomas<br />

Eidler, Gesamtleiter der <strong>ÖFB</strong>-<br />

Trainerakademie. Seine Abteilung<br />

kann 2022 auf ein Rekordjahr<br />

zurückblicken. Auch dank der engen<br />

Zusammenarbeit mit den<br />

Landesverbänden konnten so<br />

viele Trainer wie noch nie ausgebildet<br />

werden. „Uns geht es in<br />

der Ausbildung aber nicht nur um<br />

Quantität, sondern vor allem auch<br />

um Qualität. Wir wollen in unseren<br />

Kursen noch näher an die<br />

Praxis“, so Eidler. Erstmals wurde<br />

ein Modul des UEFA-Pro-Diploms<br />

gemeinsam mit dem DFB und<br />

dem Schweizer Verband SFV in<br />

Frankfurt am Main abgehalten. <strong>ÖFB</strong>-Teamchef<br />

Ralf Rangnick, DFB-Bundestrainer Hansi<br />

Flick, der Schweizer Teamchef Murat Yakin<br />

und DFB-Bundestrainerin Martina Voss-<br />

Tecklenburg gewährten Einblicke in ihre<br />

Arbeit. Auch Frankfurt-Trainer Oliver Glasner,<br />

selbst Absolvent der <strong>ÖFB</strong>-Trainerakademie,<br />

nahm sich Zeit. „Das war eine tolle Sache“,<br />

sagt Eidler. Es sei wichtig, das breite Spektrum<br />

an Trainern in ihrer Individualität zu<br />

fördern und wegzukommen vom Schubladendenken,<br />

das oftmals herrsche. Sportdirektor<br />

Peter Schöttel betont: „Wir bemühen<br />

uns auch künftig, mutig und kreativ zu sein.<br />

Ich möchte mich bei allen Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern der Direktion Sport für ihre<br />

Arbeit bedanken. Es geht darum zu zeigen,<br />

dass alle Bereiche wirklich tolle Arbeit leisten.<br />

Diese Leistungen sind auch im Endeffekt<br />

die Erfolgsbasis für die Nationalteams.“<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

J<br />

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42<br />

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09:06


INFRASTRUKTUR<br />

Das <strong>ÖFB</strong>-Präsidium hat einen zukunftsweisenden<br />

Schritt im Sinne des österreichischen<br />

Fußballs gesetzt. In<br />

einer Sitzung wurde der Neubau<br />

eines Trainingszentrums für die Nationalteams<br />

mit angeschlossener<br />

<strong>ÖFB</strong>-Geschäftsstelle am Standort Wien-Aspern<br />

beschlossen.<br />

Das historische Infrastrukturprojekt, in<br />

dem der <strong>ÖFB</strong> und seine Nationalteams erstmals<br />

eine gemeinsame Heimat finden, wird<br />

vorbehaltlich der Abschlüsse der Förderverträge<br />

in enger Abstimmung mit dem Bund<br />

und der Stadt Wien realisiert.<br />

Dem Beschluss ging ein fundierter, vom<br />

Institut für Sportstättenberatung (IFS) und<br />

Deloitte begleiteter Evaluierungs- und Planungsprozess<br />

voraus. Der sich rasant entwickelnde<br />

Standort Wien-Aspern bietet durch<br />

die hervorragende öffentliche Verkehrsanbindung,<br />

die bestehende Infrastruktur und weitere<br />

geplante Projekte ideale Rahmenbedingungen.<br />

Auf dem Gelände werden nach Abschluss<br />

der Fördervereinbarungen sowie dem Liegenschaftserwerb<br />

neben den Büroräumlichkeiten<br />

des <strong>ÖFB</strong> inklusive Konferenzbereich<br />

ein Kleinstadion, Kabinen- und Funktionsräume,<br />

drei weitere Naturrasenplätze sowie ein<br />

Kunstrasenplatz errichtet.<br />

„Ich bin überglücklich, dass es gelungen<br />

ist, dieses Leuchtturmprojekt zu realisieren.<br />

Die Schaffung einer eigenen Infrastruktur ist<br />

für den <strong>ÖFB</strong> essenziell, um im internationalen<br />

Fußball konkurrenzfähig zu bleiben. Jetzt<br />

wurden im Präsidium die letzten Weichen<br />

dafür gestellt. Mein besonderer Dank gilt<br />

Sportminister Werner Kogler und Sport-Stadt-<br />

Neue Heimat für <strong>ÖFB</strong><br />

Hier soll das neue<br />

Kompetenzzentrum<br />

des <strong>ÖFB</strong> entstehen.<br />

und Nationalteams<br />

2025 soll es endlich so weit sein: Der <strong>ÖFB</strong> und die<br />

Nationalteams übersiedeln vom Ernst-Happel-Stadion<br />

in die Seestadt nach Aspern im östlichen Teil von Wien.<br />

44<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

44-45 Aspern.indd 44 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:54:45


Triumvirat: Teamchef<br />

Patrik Barbic (Mitte)<br />

mit seinen Assistenten<br />

Aleksandar Ristovski<br />

und Rene Gaida<br />

ebenso und freut sich auf das Projekt. „Ich<br />

beglückwünsche den <strong>ÖFB</strong> zu dieser richtungsweisenden<br />

Entscheidung, die dazu beitragen<br />

wird, den österreichischen Fußball auf der<br />

Überholspur zu halten. Dieses State-of-the-<br />

Art-Trainingszentrum wird nicht nur erstklassige<br />

Trainingsbedingungen bieten, es wird<br />

auch viel zur Identitätsstiftung, zur Entwicklung<br />

eines noch stärkeren Wir-Gefühls aller<br />

sportlichen und organisatorischen Einheiten<br />

beitragen – für mich ein ganz wesentlicher<br />

Erfolgsfaktor. Was mich besonders freut, ist,<br />

dass den Schwerpunktsetzungen des Sportministeriums<br />

Rechnung getragen wurde und<br />

viele Aspekte der Nachhaltigkeit in vorbildlicher<br />

Weise berücksichtigt werden.“<br />

Erfreut über den Beschluss zeigte sich<br />

auch der Wiener Sportstadtrat Peter Hacker:<br />

„Den verschiedenen <strong>ÖFB</strong>-Teams – vom Nachwuchs-<br />

bis zum Spitzenbereich – werden in<br />

Aspern optimale Trainingsmöglichkeiten zur<br />

Verfügung stehen, und der Verband bekommt<br />

ein modernes Headquarter. Das neue Zentrum<br />

wird aber auch städtischen Bildungseinrichtungen<br />

und Sportvereinen offenstehen. Dadurch<br />

profitieren auch viele Wiener Fußballerinnen<br />

und Fußballer von dieser Investition.“<br />

rat Peter Hacker, die den Mehrwert dieses<br />

Projekts sofort erkannt haben und durch die<br />

Förderungen entscheidend mitwirken, die<br />

Zukunft des österreichischen Fußballs nachhaltig<br />

und erfolgreich zu gestalten. Ebenso<br />

gilt mein Dank meinem Vorgänger Leo Windtner,<br />

der entscheidend zur Realisierung beigetragen<br />

hat. Das Trainingszentrum wird dem<br />

<strong>ÖFB</strong> und seinen Nationalteams eine echte<br />

Heimat bieten“, so der ehemalige <strong>ÖFB</strong>-Präsident<br />

Gerhard Milletich, in dessen Amtszeit<br />

der Beschluss fiel und der sich ebenso wie<br />

sein Vorgänger Leo Windtner stark für das<br />

Projekt engagiert hat.<br />

Vizekanzler und Sportminister Werner<br />

Kogler unterstützt das Kompetenzzentrum<br />

» Das Trainingszentrum<br />

wird dem<br />

<strong>ÖFB</strong> und seinen<br />

Nationalteams<br />

eine echte Heimat<br />

bieten. «<br />

CHRISTIAN FÜRTHNER/MA 18<br />

Das Kompetenzzentrum<br />

soll Ende 2025 in Betrieb gehen.<br />

Die Seestadt Wien ist eines der größten<br />

Stadtentwicklungsgebiete Europas. Bis in die<br />

2030er-Jahre entsteht im Nordosten Wiens<br />

– im dynamischen 22. Wiener Gemeindebezirk<br />

– eine Stadt mit Herz und Hirn, in der das<br />

ganze Leben Platz hat. In mehreren Etappen<br />

werden hochwertiger Wohnraum für mehr<br />

als 25.000 Menschen und über 20.000 Arbeits-<br />

und Ausbildungsplätze entstehen. Auf<br />

dem Fundament von innovativen Konzepten<br />

wächst ein nachhaltiger Stadtteil, der hohe<br />

Lebensqualität mit dynamischer Wirtschaftskraft<br />

verbindet.<br />

Perfekt angebunden, zukunftsweisend<br />

geplant, vielfältig und offen – die Seestadt<br />

Aspern ist Wirtschaftsstandort von internationalem<br />

Zuschnitt und Lebenswelt zum Wohlfühlen.<br />

Als Top-Standort mitten in Europa mit<br />

bestens erschlossenen Grundstücken und<br />

einem aktiven Netzwerk innovativer Unternehmen<br />

und Institutionen ist die Seestadt<br />

für Betriebe und Unternehmen ein intelligentes<br />

Investment. Gleichzeitig finden Wohnungssuchende<br />

hier die perfekte Kombination aus<br />

Urbanität und Erholung.<br />

CORNER 01/<strong>23</strong> 45<br />

44-45 Aspern.indd 45 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:54:53


PLAYMAKERS<br />

„UEFA Playmakers“<br />

ist wieder da!<br />

Mutige Mädchen aufgepasst! Dieses Jahr tun sich wieder<br />

zwei Welten zusammen um etwas Magisches zu schaffen<br />

und um den Fußball für immer zu verändern: UEFA Playmakers<br />

inspired by Disney geht ins dritte Jahr.<br />

Das Projekt „UEFA Playmakers inspired<br />

by Disney“ ist ein innovatives<br />

Bewegungsprogramm für fünf- bis<br />

achtjährige Mädchen, welches seit<br />

2020 in Österreich als einem der<br />

ersten Länder durch den <strong>ÖFB</strong> in<br />

Kooperation mit Vereinen umgesetzt wird.<br />

Bei UEFA Playmakers handelt es sich um<br />

ein spezielles Trainingskonzept, das Spielen<br />

und Geschichtenerzählen vereint. Lebenskompetenzen<br />

und Werte, motorische Grundlagen<br />

und fußballspezifische Basisfähigkeiten<br />

werden, angelehnt an erfolgreiche und weltbekannte<br />

Disney-Filme und deren Charaktere,<br />

spielerisch vermittelt. Es ist eine völlig<br />

neue Art von Fußball – mit Geschichten, mit<br />

Spielen und mit besten Freundinnen.<br />

Mit den Kinderfilm-Klassikern „Die Unglaublichen<br />

2“, „Die Eiskönigin 2“ sowie<br />

„Vaiana“ (engl. „Moana“) können die Mädchen<br />

tolle Abenteuer an 33 Standorten in<br />

ganz Österreich erleben. Bereits 850 Mädchen<br />

haben an diesem magischen Projekt<br />

teilgenommen<br />

Teamwork, Spaß & Phantasie<br />

Anders als klassische Fußballprojekte folgt<br />

Playmakers einem Storytelling-Konzept und<br />

setzt auf einen spielerischen Zugang, bei<br />

dem Bewegung, Teamwork und Phantasie<br />

– im Gegensatz zu Wettbewerb und starren<br />

Abläufen – im Mittelpunkt stehen.<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

Anders als klassische Projekte folgt<br />

Playmakers einem Storytelling-Konzept<br />

und einem spielerischen Zugang.<br />

46<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

46-47 Playmakers.indd 46 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:55:10


Die Mädchen erleben gemeinsam mit<br />

ihren Coaches in zehn Einheiten ein Disney-<br />

Abenteuer, bei dem vor allem Teamgeist,<br />

Freundschaft und Spaß im Vordergrund stehen.<br />

Den Mädchen soll ein lustiger, sicherer<br />

und positiver Erstkontakt mit Fußball ermöglicht<br />

werden, um sie und ihre Eltern für den<br />

Fußball zu begeistern. Die Teilnahme an UEFA<br />

Playmakers ist dabei völlig kostenlos.<br />

Klingt spannend?<br />

Um mehr Mädchen und Frauen für den<br />

Fußball zu gewinnen, benötigen wir neben<br />

mädchenfreundlichen Angeboten auch offene<br />

und innovative Vereine, welche die Zielgruppe<br />

der Mädchen als Potenzial sehen<br />

und für ihren Verein gewinnen wollen.<br />

Darum: Lasst uns gemeinsam den Mädchen<br />

die schönste Sportart der Welt näherbringen.<br />

Werdet Teil dieses einzigartigen und<br />

europaweiten Projekts!<br />

UEFA Playmakers führt die neuesten<br />

wissenschaftlichen Erkenntnisse, zum Nutzen<br />

von spielbasiertem Lernen, mit der Magie<br />

der Disney-Geschichten zusammen, um<br />

Folgendes zu erreichen:<br />

Freundschaft<br />

Spielen in sicherer Atmosphäre, Spaß<br />

haben und neue Freunde finden<br />

Gesundheit &<br />

Selbstbewusstsein<br />

Mädchen dazu bringen, durch Spiele,<br />

Fußball und ihre Disney-Lieblingsfiguren<br />

aktiv zu werden<br />

Lebenskompetenzen<br />

Aktivitäten fördern, die Lebenskompetenzen<br />

aufbauen<br />

Liebe zum Fußball!<br />

Die Liebe zum Fußball durch Spiele<br />

und Disney-Geschichten fördern<br />

Die Weltmarke Disney ist in diesem<br />

Projekt ein riesiger Plus- und Anziehungspunkt.<br />

Es wird dadurch eine breite Zielgruppe<br />

erreicht und angesprochen. Über 80 Prozent<br />

der teilnehmenden Mädchen waren bis<br />

zum Projekteintritt noch in keinem Fußballverein<br />

aktiv. Rund 40 Prozent der Teilnehmerinnen<br />

hatten überhaupt noch keinen<br />

JETZT KOSTENLOS ANMELDEN<br />

UND MAGIE ERLEBEN!<br />

‚Playmakers‘ bietet allen jungen Mädchen ...<br />

• ... ein nie dagewesenes Sporterlebnis.<br />

• ... einen lustigen, abwechslungsreichen und vor allem sicheren Einstieg<br />

in den Fußball – durch Bewegung, Spiel und die spannenden Geschichten<br />

von Disney.<br />

• ... nicht nur den Raum, sich körperlich zu betätigen und fit zu bleiben,<br />

sondern auch das Umfeld, sich persönlich zu entfalten, das Selbstvertrauen<br />

zu stärken, Erfahrungen zu sammeln, Freunde fürs Leben und<br />

die Freude an der Bewegung zu finden.<br />

• ... das beste Konzept, basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen,<br />

das den Mädchen maximalen Lerneffekt und maximale Freude am<br />

Fußball bietet.<br />

Deshalb gleich auf oefb.at/playmakers informieren, einen Standort in der<br />

Nähe finden und kostenlos anmelden!<br />

Berührungspunkt mit Fußball. 30 Prozent<br />

der aktiven Teilnehmerinnen konnten in Vereine<br />

integriert werden. Die Methodik aus<br />

Spielen und Storytelling kommt bei Trainer:innen,<br />

Mädchen und Eltern sehr gut an.<br />

Das Angebot richtet sich exklusiv an Mädchen<br />

– ein häufig genannter Grund für die<br />

Teilnahme. Die Mädchen werden früh erreicht,<br />

ca. 60 Prozent der Teilnehmerinnen<br />

sind sieben Jahre und jünger. Über 80 Prozent<br />

der aktiven Trainer:innen im Projekt sind<br />

weiblich. Es sind bereits eigene Mädchenteams<br />

aus „Playmakers“ entstanden.<br />

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MEHR ALS SPORT<br />

Der Aktionsabend<br />

in Pittental brachte<br />

viele wichtige<br />

Erkenntnisse.<br />

GERHARD BREITSCHOPF (2)<br />

Let’s play fair!<br />

Der <strong>ÖFB</strong> startet eine österreichweite Initiative für mehr Fair<br />

Play als Antwort auf die zunehmende Gewaltbereitschaft im<br />

Breitenfußball. Den Anstoß machte die Jugendgruppe<br />

Pittental. Der <strong>ÖFB</strong> CORNER hat den Aktionsabend begleitet.<br />

Über 170 Ehrenamtliche und Funktionär:innen<br />

aus den Fußballvereinen<br />

der Region versammelten sich<br />

im Kultur- und Sportzentrum Krumbach.<br />

Zahlreiche Jugend- und Nachwuchsleiter:innen,<br />

Trainer:innen,<br />

junge Spieler:innen und auch so mancher<br />

Elternteil sind an jenem Abend zusammengekommen,<br />

um gemeinsam mit der dortigen<br />

Schiedsrichtergruppe ein ganz bestimmtes<br />

Thema anzugehen: die Konflikte auf dem<br />

und rund um den Fußballplatz an Spieltagen.<br />

Das langfristige Ziel lautet, einen positiveren<br />

Umgang miteinander zu finden, bevor Streitereien<br />

und Beleidigungen im Kinderfußball<br />

Überhandnehmen und verbale Gewalt für<br />

den Nachwuchs zur Normalität wird.<br />

Nachdem das niederösterreichische Pittental<br />

nicht als einzige Region vor dieser<br />

Herausforderung steht, nahmen auch der<br />

WIR LIEBEN<br />

LEDER<br />

Unter wirliebenleder.at<br />

finden Vereine nicht nur<br />

alle wichtigen Infos rund<br />

um die neuen Wettbewerbsformen<br />

im Kinderfußball,<br />

sondern auch<br />

eine Vielzahl von Materialien<br />

wie Plakate, Videos<br />

und Tonspuren für Platzdurchsagen,<br />

die für mehr<br />

positive Emotion und ein<br />

respektvolles Miteinander<br />

an Spieltagen sorgen<br />

sollen.<br />

interimistische Präsident des <strong>ÖFB</strong>, Johann<br />

Gartner, und die <strong>ÖFB</strong>-Abteilung »Fußball<br />

und soziale Verantwortung« an der Veranstaltung<br />

teil. In ganz Österreich kämpfen<br />

Vereine aktuell mit einer steigenden Konfliktbereitschaft<br />

am Sportplatz, vor allem<br />

unter den Zuseher:innen und leider auch im<br />

Kinder- und Jugendfußball. Dabei geraten<br />

nicht nur die Trainer:innen und Spieler:innen<br />

in den Fokus der elterlichen Emotionen,<br />

sondern vor allem auch die Unparteiischen.<br />

Konfliktprävention<br />

durch Kommunikation<br />

Um dieser Entwicklung einen Riegel vorzuschieben,<br />

möchte die Jugendgruppe Pittental<br />

gemeinsam mit der Schiedsrichtergruppe<br />

Süd die Möglichkeit bieten, mit Trainer:innen<br />

und Eltern über das Regelwerk<br />

zu diskutieren und gleichzeitig gegenseitiges<br />

48<br />

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Verständnis für die jeweilige Funktion zu<br />

schaffen. Als erster Schritt zu einem respektvolleren<br />

Miteinander im Verein sollte<br />

allen Teilnehmer:innen zuvor die eigene<br />

Vorbildrolle und persönliche Verantwortung<br />

gegenüber den Kindern bewusst gemacht<br />

werden. Für diesen Teil des Abends konnte<br />

der <strong>ÖFB</strong> die aktive Bundesliga-Schiedsrichterin<br />

und FIFA-Assistentin Sara Telek gewinnen.<br />

Die ehemalige Sportklub-Spielerin<br />

engagiert sich seit Jahren für Fair Play, Toleranz<br />

und Vielfalt im Fußball und setzt sich<br />

als ausgebildete Kommunikationsexpertin<br />

bereits intensiv mit Möglichkeiten zur Vorbeugung<br />

von Konflikten auseinander.<br />

»Man kann nicht nicht kommunizieren.«<br />

Was bereits Paul Watzlawick postulierte,<br />

bestätigt sich laut Telek auch im Fußball.<br />

Nicht nur das gesprochene Wort, sondern<br />

immer auch Tonfall und Körpersprache haben<br />

eine Bedeutung. Egal, ob Spieler:innen<br />

gegenüber Referees, Trainer:innen gegenüber<br />

Spieler:innen oder Eltern gegenüber<br />

Trai-ner:innen; jeder und jede Beteiligte am<br />

Fußballspiel trägt durch das eigene Verhalten<br />

positiv oder negativ zur Stimmung am<br />

Platz bei.<br />

Fußball lebt von Emotionen<br />

Wer das runde Leder liebt, ist meist mit<br />

Herzblut dabei. Mitfiebern gehört im Fußball<br />

dazu, und das im besten Fall mit viel Leidenschaft<br />

und Hingabe, vor allem wenn es<br />

»um etwas geht«. Doch worum geht es<br />

denn eigentlich im Kinderfußball?<br />

Sportwissenschaftliche und -psychologische<br />

Erkenntnisse zeigen, dass das klassische<br />

Wettbewerbssystem im Fußball für<br />

Kinder ungeeignet ist. Um die individuelle<br />

Entwicklung von jungen Spieler:innen möglichst<br />

effektiv zu fördern, werden dem Alter<br />

angepasste Trainings- und Spielmodi benötigt,<br />

die zu mehr Lernerfolgen und demnach<br />

auch zu mehr Motivation führen. Aus diesem<br />

Grund führte der <strong>ÖFB</strong> gemeinsam mit seinen<br />

Landesverbänden bereits mit der Saison<br />

2022/<strong>23</strong> kleinere Teams auf kleineren Spielfeldern<br />

ein und schaffte die Tabellen bis zur<br />

U12 ab.<br />

Im Vordergrund steht also die Weiterentwicklung<br />

der Kinder durch positive Erfahrungen,<br />

ohne Leistungsdruck durch verfrühten<br />

Wettbewerb und Konkurrenz-Denken.<br />

Siege werden zwar angestrebt, aber<br />

nicht um jeden Preis. Die Freude am Spiel<br />

und der Spaß der Kinder rücken durch diese<br />

Maßnahmen verstärkt in den Mittelpunkt,<br />

während gleichzeitig Werte wie Respekt<br />

und Fairness vermittelt werden.<br />

Gehen wir den Weg gemeinsam<br />

Um die aktuellen Herausforderungen im<br />

Kinder- und Jugendfußball erfolgreich zu<br />

meistern, braucht es den Einsatz von uns<br />

allen – nicht nur am Spielfeld, sondern auch<br />

abseits vom Platz. Gemeinsam wollen wir<br />

den Weg zu mehr Fair Play im Vereinsalltag<br />

gehen, damit sich jeder und jede im Fußball<br />

sicher und wohl fühlt. Ein Leben lang.<br />

Die Freude am<br />

Spiel und der<br />

Spaß der Kinder<br />

rücken durch diese<br />

Maßnahmen<br />

verstärkt in den<br />

Mittelpunkt.<br />

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Die Landesverbände des <strong>ÖFB</strong><br />

TIROL<br />

Tirol sucht die Fußball-Perle!<br />

Jeder Fußballverein in Tirol hat „sie“ oder „ihn“.<br />

Ganz sicher. Diese eine gute Seele, die freiwillig<br />

zugegen ist. Jemanden, der oder die alles<br />

zusammenhält, die Magie des „Gemeinsam-<br />

Tuns“ kennt und dies alles ernsthaft und nachhaltig<br />

vorlebt. Sie mag alles rund um‘s runde<br />

Leder und vor allem – liebt die Menschen rundherum.<br />

Ein Vorbild. Die eine Perle. Diese Menschen – ganz<br />

egal ob Platzwart:in, Ehrenamtliche:r, Kassier:in,<br />

Spieler:in oder Trainer:in – gehören vor den Vorhang.<br />

Besser noch auf den „heiligen Rasen“ des Innsbrucker<br />

Tivoli. Um in der Halbzeitpause eines Bundesliga-Spiels<br />

ausgezeichnet zu werden. Mit der Trophäe<br />

zum „Auserwählten Energiebündel“ und einem grünen<br />

Kristall-Herzen. In Erinnerung an den größten<br />

Tiroler Fußballmäzen und Visionär Gernot Langes-<br />

Swarovski. Die Auswahl und Nominierung erfolgen<br />

ausschließlich durch den jeweiligen Verein. Interne<br />

Diskussionen darüber und kreative Vorschläge sind<br />

Teil des Projektes.<br />

Die Abwicklung der Aktion – die Ausschreibung,<br />

das Einsammeln, die Auswahl – liegen in den Händen<br />

des TFV. Die Auszeichnungen finden bei einem Bundesligaspiel<br />

im Innsbrucker Tivoli-Stadion statt.<br />

Was ist geplant? Ein würdiges Fest am Ende des<br />

Jahres soll den Abschluss dieses einmaligen Projektes<br />

bilden. Für das Besondere und die Einmaligkeit<br />

des Projektes garantieren die fünf Verbündeten von<br />

„Ein Herz für den Tiroler Fußball“.<br />

Wie funktioniert’s?<br />

Einfach die Nominierung vornehmen und via Formular<br />

auf www.tfv.at an den TFV (gogo.feistmantl@tfv.at)<br />

retournieren. Die Auswahl und der Zeitpunkt der<br />

Prämierung wird vom TFV abgewickelt und dabei mit<br />

dem jeweils aktuellen Spielplan des betreffenden<br />

Vereins koordiniert.<br />

Der Preis ist ein besonderer Fußball, gestaltet<br />

nach einer Idee des Tiroler Künstlers Alois Schild.<br />

Gefertigt von vielen Verbündeten der Aktion – aus<br />

allen Bereichen wie Wirtschaft, Kultur, aus dem Sozial-<br />

und Integrationsbereich und der Politik. Die Übergabe<br />

erfolgt im Rahmen eines Heimspiels des Tiroler<br />

Bundesligisten WSG Tirol im Innsbrucker Tivoli.<br />

Das gibt es zu gewinnen:<br />

– Eine Einladung mit Begleitung zu einem Heimspiel<br />

der WSG Tirol in den VIP-Bereich des Innsbrucker Tivoli<br />

– Ein persönliches Interview inkl. Foto und Vereinslogo<br />

in der Tiroler Tageszeitung<br />

– Übergabe der Energiebündel-Skulptur in der Halbzeitpause<br />

am Rasen<br />

– Großzügige Match-Einladung an den jeweiligen<br />

Verein und seine Mitglieder<br />

– Einige Überraschungen stehen auf der Agenda …<br />

Alle 152 Tiroler Fußballvereine sind herzlich eingeladen,<br />

ihre Favoritin und ihren Favoriten zu nominieren!<br />

Alle Infos auf www.tfv.at.<br />

50<br />

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Offizieller Merchandising Partner<br />

#TEAMgeomix<br />

EUROPAS INNOVATIVSTER<br />

FUSSBALLHÄNDLER<br />

www.geomix.at<br />

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Die Landesverbände des <strong>ÖFB</strong><br />

WIEN<br />

20. Jugendfußball-Hallenturnier<br />

des Wiener Fußball-Verbands<br />

Das Jugendfußball-Hallenturnier des WFV feiert in diesem Spieljahr<br />

ein rundes Jubiläum. Die traditionelle Veranstaltung wurde Ende Dezember<br />

2022 und Anfang Jänner 20<strong>23</strong> in der Sporthalle Hopsagasse<br />

zum 20. Mal ausgetragen. Nicht weniger als 142 Mannschaften nahmen<br />

daran teil. Für die Organisation und die reibungsloselose Durchführung<br />

dieses „Monsterturniers“ mit etlichen Vorrundenbegegnungen<br />

sowie den Finalspielen sorgten der WFV-Jugend- und Schulsportausschuss<br />

mit seinem Obmann Ing. Karl Katterbauer sowie weitere Mitarbeiter<br />

des Wiener Fußball-Verbands. Vertreten waren Teams aus sieben<br />

Altersstufen. Zu den Siegern krönten sich Stadlau (U11), FAC (U12),<br />

FAC (U13), Stadlau (U14), Schwechat (U15), Donau (U16) und Pharaohs<br />

FSC (U18). WFV-Präsident Robert Sedlacek: „Unsere Veranstaltung<br />

war erneut ein voller Erfolg. Nach der zweijährigen Zwangspause gingen<br />

Spieler, Funktionäre und Trainer voller Tatendrang ans Werk, zumal<br />

endlich wieder ein Turnier dieser Größenordnung durchgeführt werden<br />

konnte.“ WFV-Generalsekretär Christian Schlosser: „Mein Dank gilt allen<br />

Personen, die zum Gelingen dieser Großveranstaltung beigetragen<br />

haben. Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass diese Veranstaltung großen<br />

Anklang findet und die Bezeichnung ‚Traditionsturnier‘ absolut<br />

verdient ist. Ich freue mich bereits jetzt auf unser nächstes Jugendfußball-Hallenturnier.“<br />

WFV<br />

KÄRNTEN<br />

Erfolgreiche Trainerfortbildung<br />

des KFV<br />

Der Kärntner Fußballverband (KFV) veranstaltete im Jänner eine Fortbildung<br />

für alle Fußball-Trainer:innen des Landes an der Alpen-Adria-Universität<br />

Klagenfurt, vom Kindertrainer bis zum UEFA-B-Lizenztrainer. Insgesamt<br />

nahmen mehr als 600 Trainer:innen an der Veranstaltung teil und verlängerten<br />

dadurch die Ausbildungserlaubnis ihrer Trainerlizenz um drei Jahre.<br />

KFV-Präsident Klaus Mitterdorfer zeigte sich begeistert: „Danke den vielen<br />

motivierten TrainerInnen in<br />

Kärnten und Osttirol, die<br />

trotz aller Schwierigkeiten<br />

der aktuellen Zeit nach wie<br />

vor die so wichtige Aufgabe<br />

übernehmen und den jungen<br />

Mädchen und Burschen<br />

den wunderschönen Sport<br />

Fußball näherbringen.“ Nach<br />

dreijähriger, pandemiebedingter<br />

Pause kamen außerdem<br />

Landeshauptmann Peter<br />

Kaiser, Landessportdirektor<br />

Arno Arthofer, Walter<br />

Hörmann (Sportdirektor StFV) sowie Europa-League-Sieger Martin Hinteregger<br />

und lauschten den spannenden Vorträgen der Referenten Peter<br />

Stöger, Oliver Lederer, Walter Kogler, Ivan Ramsak, Simon Brandstätter,<br />

Stefan Gogg, Martin Kaiser, Roman Stary, Michael Zunder, Manfred Mertel<br />

und Wolfgang Robatsch. Der KFV bedankt sich bei allen Teilnehmer:innen<br />

und Mitwirkenden für zwei gelungene Veranstaltungstage.<br />

KFV<br />

VFV<br />

VORARLBERG<br />

Initiative für Gewinnung<br />

von Schiedsrichtern<br />

Ein Drittel der aktiven Schiedsrichter ist dem Vorarlberger Schiedsrichterkollegium<br />

in den letzten zehn Jahren abhandengekommen. Dadurch ist<br />

es auch nicht mehr möglich, alle Spiele der Vorarlberger Amateur- und<br />

Nachwuchsmannschaften mit Verbandsschiedsrichtern zu besetzen. Deshalb<br />

rief der VFV im Oktober eine Arbeitsgruppe ins Leben, deren Ziel es<br />

ist, den Schiedsrichter-Mangel zu beheben – bis 2025 soll die Zahl der Referees<br />

von 120 auf 150 anwachsen. Viele flankierende Maßnahmen, die in<br />

verschiedensten Arbeitsgruppen und Gremien erarbeitet wurden, werden<br />

diesen Prozess unterstützen. Ausbildung, Spesenregelung, das Beistellen<br />

eines erfahrenen Referees für Anfänger, die Wiedereinführung der coronabedingt<br />

ausgesetzten Teambuildingsmaßnahmen, die Übernahme der<br />

Kurskosten durch den VFV und eine neue Ausstattung zählen zu den<br />

Maßnahmen. Zudem werden Schüler des Sportgymnasiums Dornbirn<br />

und des PG Mehrerau mit der Regelkunde vertraut gemacht, um den angehenden<br />

Kickern die Arbeit der Schiedsrichter näher zu bringen und dadurch<br />

verständlicher zu machen. In weiterer Folge wird die Regelkunde<br />

und Schiedsrichterausbildung ein Teil der Trainerausbildung werden. Auch<br />

das Thema „Medien und Marketing“ wurde von der Arbeitsgruppe aufgegriffen.<br />

„Es geht darum, die jungen Schiedsrichter<br />

über das erste schwierige Jahr zu<br />

bringen, viele beenden nach unliebsamen<br />

Vorfällen ihre SR-Karriere, bevor sie noch begonnen<br />

hat“, sagt VSK-Obmann Nikolaus<br />

Baumann. Gefordert sind aber auch Trainer<br />

und Zuschauer, vor allem bei Nachwuchsspielen:<br />

„Ohne Respekt gegenüber den<br />

Schiedsrichtern wird es nicht gehen“, ist sich<br />

VFV-Sportdirektor Andreas Kopf sicher.<br />

SALZBURG<br />

SFV Mädchen Fußballcamp 20<strong>23</strong><br />

Unter dem Motto „Zukunft Frauenfußball“ findet im Sommer 20<strong>23</strong> das<br />

erste SFV Fußballcamp nur für Mädchen statt. In enger Zusammenarbeit<br />

mit dem <strong>ÖFB</strong> und dem Land Salzburg ist es gelungen, ein bisher<br />

noch nie dagewesenes Paket zu schnüren. Die Mädchen können vormittags<br />

(9 bis 12 Uhr) das Angebot der seit Jahren erfolgreichen Veranstaltung<br />

„Jugend zum Sport“ nutzen, und am Nachmittag an Trainingseinheiten<br />

mit Schwerpunkt Fußball teilnehmen – beides im ULSZ Rif.<br />

Die Betreuung beim SFV Mädchen Fußballcamp 20<strong>23</strong> umfasst von 12<br />

bis 17 Uhr das gemeinsame Mittagessen sowie die technische und taktische<br />

Ausbildung. Das Fußballcamp startet täglich mit einem gemeinsamen<br />

Mittagessen, anschließend finden die Trainingseinheiten im<br />

ULSZ Rif statt. Die Betreuung erfolgt ausschließlich durch Fußballtrainer:innen<br />

mit einer <strong>ÖFB</strong>-Trainerlizenz. Das Spektrum der Teilnehmerinnen<br />

kann von Anfängern bis hin zu Fortgeschrittenen reichen. Der SFV<br />

wird dafür Sorge tragen, dass die top ausgebildeten Fußballtrainer:innen<br />

alle Mädchen individuell auf ihrem jeweiligen Leistungsniveau abholen<br />

und betreuen. Das oberste Ziel der Veranstaltung ist, dass alle teilnehmenden<br />

Mädchen Spaß an dem Camp haben und mit persönlichen Erfolgserlebnissen<br />

nach Hause kommen. Nähere Informationen sind auf<br />

www.sfv.at abrufbar.<br />

SFV/ÖHLINGER<br />

52<br />

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OÖFV<br />

OBERÖSTERREICH<br />

Unterstützung für professionelle<br />

Elternarbeit<br />

Der inhaltliche Fokus der Vereinscoaching-Tagung 20<strong>23</strong> lag auf einem gesundheitsfördernden<br />

und familienfreundlichen Vereinsumfeld, passend dazu<br />

wurden vom OÖ FUSSBALLVERBAND auch Hilfestellungen für professionelle<br />

Elternarbeit geliefert. „Bei der von OÖFV und ÖGK letztes Jahr durchgeführten<br />

Vereinsbefragung war seitens der Klubs ein großer Bedarf für Inputs<br />

bei der Elternarbeit artikuliert worden. Diesen Ball haben wir aufgenommen<br />

und nicht nur das Programm der Tagung den Bedürfnissen der<br />

Vereine entsprechend ausgerichtet, sondern auch Werkzeuge für die praktische<br />

Umsetzung erarbeitet, die jederzeit in Anspruch genommen werden<br />

können“, erklärt OÖFV-Direktor Raphael Oberndorfinger. Im Vereinscoaching-Downloadcenter<br />

auf www.ofv.at stehen ab sofort mehrere Dokumente<br />

bereit: Neben einem Leitfaden mit Handlungsempfehlungen für Elternarbeit<br />

im Fußballverein gibt es Tipps für die Organisation und Durchführung<br />

eines Elternabends sowie eine Vorlage für ein Elternabend-Einladungsschreiben.<br />

Einen großen Mehrwert bietet zudem eine Best-Practice-Beispielsammlung<br />

mit Rückmeldungen von OÖFV-Mitgliedsvereinen, die laufend<br />

aktualisiert wird. Der OÖFV hofft, bei diesem wichtigen Thema zielgerichtet<br />

Unterstützung leisten zu können. Unter Elternarbeit versteht man<br />

die proaktive Kommunikation und Kooperation mit den Eltern sowie die<br />

Einbindung dieser in das Vereinsleben. Eine professionelle Elternarbeit forciert<br />

das Ziel von Verein und Eltern, eine positive Entwicklung der Kinder<br />

voranzutreiben. Für Vereine bietet sich die Chance, von einer erfolgreichen<br />

Elternarbeit zu profitieren. Es kann auf das Verhalten der Eltern eingewirkt<br />

werden und diese zudem für ein ehrenamtliches Engagement und/oder als<br />

Mitglieder gewonnen und an den Verein gebunden werden.<br />

BURGENLAND<br />

Podiumsdiskussion zum<br />

Thema Frauenfußball<br />

Der Burgenländische Fußballballverband lud zu<br />

einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion<br />

unter dem Motto „Männerdomäne Fußball –<br />

oder wie weiblich ist die Zukunft des Fußballs“.<br />

Am <strong>23</strong>. 2. fand in der Rooftop-Bar des Hotel Galántha in Eisenstadt<br />

eine hochkarätig besetzte Talkrunde zum Thema Frauenfußball<br />

statt. LR Mag. Heinrich Dorner, Ex-Austria Wien Manager Mag.<br />

Markus Kraetschmer, Teamchefin Irene Fuhrmann, Frauenreferentin<br />

Yvonne Lindner und Projektleiterin Nina Potz diskutierten über die<br />

Zukunft im Mädchen- und Frauenfußball. Moderiert wurde der<br />

Abend von Elisabeth Gamauf-Leitner. Die Expertinnen und Experten<br />

sprachen wichtige Themen wie den Gender-Pay-Gap, fehlende<br />

Infrastrukturen und die spärliche Dichte an Frauenteams im Burgenland<br />

an. Gleichzeitig wurde aber auch der Erfolg des Nationalteams<br />

und die damit verbundene positive Außenwirkung beleuchtet.<br />

Weiters konnte der Trend der steigenden Anzahl an Mädchen-<br />

Nachwuchsteams im Burgenland und die damit verbundene<br />

Hoffnung auf eine künftige Durchführung eines Landesbewerbs im<br />

Erwachsenenfußball zum Thema gemacht werden. Die Diskutant:innen<br />

waren sich einig: In zehn Jahren sollten wir hier nicht<br />

mehr über die Entwicklung und Probleme im Frauenfußball sprechen<br />

müssen, sondern sollte es Normalität in Vereinen geworden<br />

sein, dass auch weibliche Sportlerinnen, Trainerinnen und Funktionärinnen<br />

tätig sind.<br />

BFV<br />

STFV<br />

STEIERMARK<br />

100 % stimmten für<br />

Wolfgang Bartosch<br />

Im Februar fand die ordentliche Hauptversammlung des Steirischen<br />

Fußballverbandes statt, bei der beeindruckende 292 Vertreter (mehr<br />

als 90 %) von insgesamt 324 steirischen Fußballvereinen anwesend<br />

waren. Diese wählten – wie alle vier Jahre – den Vorstand, das Präsidium<br />

und die Rechnungsprüfer des größten Sportfachverbandes der<br />

Steiermark. Das Team rund um<br />

Dr. Wolfgang Bartosch wurde im<br />

Amt bestätigt und mit 100 %<br />

der Stimmen wiedergewählt.<br />

„Ich freue mich, den Weg der<br />

engen Zusammenarbeit mit unseren<br />

steirischen Vereinen auch<br />

in den kommenden Jahren weitergehen<br />

zu dürfen! Meine Wiederwahl<br />

sehe ich als Bestätigung<br />

dafür, dass sich ihre Einbindung<br />

in wichtige<br />

Entscheidungsprozessen bezahlt<br />

gemacht hat. Für die kommende<br />

Amtsperiode haben<br />

mein Team und ich große Ziele,<br />

die wir weiterhin gemeinsam<br />

mit allen Verantwortlichen verfolgen werden!“, zeigt sich StFV-Präsident<br />

Dr. Wolfgang Bartosch motiviert für die Zukunft. Speziell die<br />

Nachwuchsarbeit, die Förderung des Mädchen- und Breitenfußballs in<br />

der Steiermark, sowie die Modernisierung der Anlage des StFV in<br />

Graz und die Unterstützung der 324 Vereine des StFV werden in den<br />

kommenden Jahren von großer Bedeutung für den gesamten Fußballsport<br />

in der Steiermark sein.<br />

NIEDERÖSTERREICH<br />

Girls for Goals – Fußball macht Schule<br />

Seit September 2019 hat der NÖFV den Mädchenfußball<br />

durch ein Projekt mit der Werbebotschaft<br />

„Mädchen zum Fußball“ enorm gefördert.<br />

Aus der Initiative heraus sind viele Mädchen mit<br />

dem Fußball in Kontakt gekommen, haben Gefallen daran gefunden<br />

und haben sich letztendlich auch einem Verein angeschlossen. Alleine<br />

im Jahr 2022 gab es 851 Neuanmeldungen von Mädchen (2021: 594),<br />

die Zahl der Mädchenteams in NÖ hat sich von 13 auf 26 verdoppelt.<br />

Die Projektbetreiber, das Sport.Land NÖ, der <strong>ÖFB</strong>, der NÖFV und die<br />

Bildungsdirektion NÖ, haben nun an neuen Ideen und einer neuen Namensgebung<br />

gearbeitet. Girls for Goals wird der neue Projektname<br />

lauten – „Fußball macht Schule“ heißt das Motto. Darüber hinaus<br />

konnte mit Maria Gstöttner eine neue Botschafterin gewonnen werden.<br />

An die 50 Volksschulen stehen<br />

noch auf der Warteliste, um einen Termin<br />

für ihre Mädchen zu bekommen.<br />

Der <strong>ÖFB</strong> hat bereits eine Verlängerung<br />

des Projekts bis Sommer<br />

2024 in Aussicht gestellt, auch<br />

das Sport.Land NÖ bleibt weiter<br />

an Bord. Dass der NÖFV großes<br />

Interesse an dem Projekt<br />

hat, versteht sich von<br />

selbst, will man doch ab<br />

der Saison 20<strong>23</strong>/24 in allen<br />

Regionen Mädchenmeisterschaften<br />

ausschreiben.<br />

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INTERVIEW MICHAEL GRASWALD<br />

Der Anwalt des Spiels<br />

<strong>ÖFB</strong> CORNER: Herr Lechner, warum<br />

wurden Sie eigentlich Schiedsrichter?<br />

HARALD LECHNER: Ich hatte immer diese<br />

Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.<br />

Außerdem war ich familiär vorbelastet,<br />

mein Vater war ebenfalls Schiedsrichter.<br />

1998 habe ich beim Wiener Fußball Verband<br />

die Prüfung abgelegt.<br />

Wie ging es danach weiter?<br />

Ganz klassisch. Zunächst habe ich Jugendspiele,<br />

dann Partien des untersten Kampfmannschaftsbereichs<br />

geleitet. Als Schiedsrichter<br />

hantelst du dich immer weiter nach<br />

oben. Über den <strong>ÖFB</strong>-Förderkader bin ich<br />

Bundesliga-Schiedsrichter geworden und<br />

leitete am 1. März 2008 mein erstes Bundesligaspiel<br />

zwischen Ried und Altach. 2010<br />

wurde ich dann FIFA-Schiedsrichter.<br />

Was macht für Sie einen guten Schiedsrichter<br />

aus?<br />

Es gehören so viele Kleinigkeiten dazu. Du<br />

bist der Anwalt des Spiels, du moderierst<br />

und schlichtest. Es scheint nicht jeden Tag<br />

die Sonne. Du brauchst eine gestärkte<br />

Persönlichkeit, die psychologischen Anforderungen<br />

sind enorm. Du triffst unpopuläre<br />

Entscheidungen und musst dafür einstehen.<br />

Knallhart gesagt: Im Schiedsrichterwesen<br />

gewinnst du keine Meisterschaften,<br />

du feierst keine Kabinenparty wie Mannschaften.<br />

1998 absolvierte<br />

Harald Lechner<br />

die Schiedsrichterprüfung.<br />

Über<br />

500 Spiele später<br />

nimmt er sich zu<br />

seinem 25. Schiedsrichterjubiläum<br />

Zeit für ein großes<br />

Interview mit<br />

dem <strong>ÖFB</strong><br />

CORNER.<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

Das klingt nach einer großen Herausforderung.<br />

Du lernst viele coole Leute kennen, erlebst<br />

tolle und kuriose Momente. Vieles kannst<br />

du für dein Leben mitnehmen. Wenn etwas<br />

vor 20.000 Fans in einem Stadion funktioniert,<br />

dann klappt es auch im Kleinen. Die<br />

eigene Fehlbarkeit wird dir aber nirgends<br />

so bewusst wie auf dem Platz. In einem<br />

Spiel werden bis zu 200 Entscheidungen<br />

getroffen. Du liegst überwiegend richtig,<br />

entscheidest einmal spielentscheidend<br />

falsch, und die eine Situation bleibt hängen.<br />

Das meine ich mit psychischer Stärke.<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

56<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

56-57 Schiedsrichter.indd 56 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:57:01


Wie oft ist die Kritik überzogen?<br />

Durch Social Media und die Medienvielfalt<br />

ist es viel leichter, Kritik zu üben – auch<br />

anonym. Sachliche Kritik nehme ich immer<br />

gerne an, es gibt keinen perfekten Schiedsrichter.<br />

Hin und wieder blitzt es leider. Alle<br />

richtigen Entscheidungen spielen dann bei<br />

der Diskussion keine Rolle.<br />

Auch die technischen Hilfsmittel schaffen<br />

keine restlose Abhilfe ...<br />

Führungskompetenz und respektvoller Umgang<br />

sind für einen Schiedsrichter die entscheidenden<br />

Attribute. Auf dem Platz wird<br />

ständig kommuniziert. Der VAR hat aber<br />

keine Möglichkeit, mit Spielern zu reden.<br />

Ich will proaktiv sein und Gelbe Karten<br />

verhindern. Dafür muss ich mich auch in die<br />

Spieler hineinversetzen. Der VAR sorgt nicht<br />

für absolute Gerechtigkeit. Es entscheidet<br />

immer noch eine Person, die Fehler machen<br />

kann. Außerdem gibt es im Fußball nicht<br />

nur schwarz und weiß, sondern viele Graustufen.<br />

»Als Schiedsrichter<br />

feierst du<br />

keine Kabinenparty.«<br />

etwas Besonderes. Die beste Stimmung<br />

in Österreich habe ich 2018 bei Sturms<br />

Cupsieg gegen Salzburg erlebt. Also würde<br />

ich vermutlich das nehmen.<br />

Was würden Sie sich für das Schiedsrichterwesen<br />

wünschen?<br />

Dass der VAR alle Fehler, bei denen ein<br />

Schiedsrichter negativ in das Spielgeschehen<br />

eingreift, verhindern kann. Das würde<br />

ich gerne noch miterleben.<br />

Klingt nicht so, als wäre das Karriereende<br />

im Hinterkopf.<br />

Grundsätzlich nicht. Beruf und Privatleben<br />

lassen sich derzeit gut vereinbaren. Ich bin<br />

jetzt 25 Jahre dabei und dieses Antizipationsvermögen,<br />

ein Spiel zu lesen, gewinnt<br />

man über die Jahre. Es macht mir immer<br />

noch großen Spaß.<br />

Wie lange beschäftigt Sie eine Fehlentscheidung?<br />

Unterschiedlich, aber zwei, drei Tage sicherlich.<br />

Das tut schon weh, du musst es für<br />

dich abhandeln. Du musst an deine Stärken<br />

glauben und immer einmal öfter aufstehen,<br />

als du hingefallen bist. Jeder muss seinen<br />

Weg finden, damit umzugehen.<br />

Wenn Sie an die schönen Momente<br />

denken, was war Ihr bisheriges Karriere-<br />

Highlight?<br />

Europacupspiele sind immer besonders.<br />

Spontan fällt mir Maccabi Tel Aviv gegen<br />

PSV Eindhoven in der Zwischenrunde der<br />

UEFA Conference League ein. Auch ein<br />

Spiel auf den Azoren bei einem portugiesischen<br />

Europacup-Team, Lokomotive Moskau<br />

gegen Galatasaray oder Besiktas gegen<br />

Wolverhampton. Besonders schön war auch<br />

das WM-Qualispiel Island gegen Kosovo,<br />

als sich Island für die WM 2018 qualifiziert<br />

hat. Das waren alles Spiele, die gut gelaufen<br />

sind und wo sich etwas getan hat.<br />

Würden Sie ein Spiel gerne noch einmal<br />

leiten?<br />

Ich würde gerne Fehlentscheidungen korrigieren,<br />

aber man bekommt keine zweite<br />

Chance. Das Wiener Derby ist schon immer<br />

VORBILDER FÜR<br />

DIE ZUKUNFT<br />

VON ROBERT SEDLACEK<br />

Vorsitzender der <strong>ÖFB</strong>-Schiedsrichterkommission<br />

Nach einer turbulenten Phase zu Jahresbeginn ist es durch große Bemühungen<br />

aller Beteiligter gelungen, im Elitebereich eine merkliche<br />

Stabilisierung zu erreichen. Die Leistungen in den letzten Runden vor<br />

der Punkteteilung waren sehr solide, das sportliche Geschehen ist wieder<br />

in den Vordergrund gerückt. Hinter den Kulissen wird weiter hart<br />

daran gearbeitet, ein Umfeld zu schaffen, das den Schiedsrichterinnen<br />

und Schiedsrichtern erlaubt, ihre Top-Leistungen abzurufen. Einer, dem<br />

das seit sage und schreibe 25 Jahren gelingt, ist Harald Lechner. Zahlreiche<br />

Auszeichnungen sind der Beweis dafür, dass er sehr hoch geschätzt<br />

wird, und auch an dieser Stelle möchte ich ihm für seinen langjährigen<br />

unermüdliche Einsatz danken. Er ist ein großes Vorbild für die<br />

jüngeren Generationen.<br />

Erfreuliche Nachrichten gibt es auch von Christian-Petru Ciochirca, der<br />

in der UEFA Youth League sehr intensiv beobachtet wurde und ein gutes<br />

Zeugnis erhalten hat. Sebastian Gishamer wurde ein namhafter internationaler<br />

Mentor zugeteilt. Ebenfalls ein vielversprechendes Zeichen<br />

für die Zukunft. Im März-Länderspielfenster sind viele <strong>ÖFB</strong>-Vertreterinnen<br />

und Vertreter auf dem internationalen Parkett unterwegs. Was<br />

für die kommenden Jahre hoffen lässt!<br />

Was die Nachwuchsarbeit betrifft, wird ein großer Fokus auf der Gewinnung<br />

und Mobilisierung von jungen Schiedsrichterinnen und<br />

Schiedsrichtern im Breitenfußballbereich gelegt. Hier gibt es gemeinsam<br />

mit den Landesverbänden Initiativen, um junge Talente zum<br />

Schiedsrichtern zu bringen und ihnen auch Entwicklungsperspektiven<br />

aufzuzeigen und anzubieten.<br />

CH. HOFER<br />

KOMMENTAR<br />

CORNER 01/<strong>23</strong> 57<br />

56-57 Schiedsrichter.indd 57 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:57:05


TEXT GERHARD GERSTENMAYER,<br />

JOHANN HECHTL<br />

Expect<br />

the unexpected<br />

Unter dem Motto „Es gibt nichts, was es nicht gibt“ wollen wir<br />

in dieser CORNER-Ausgabe einige Fälle und Kuriositäten aus<br />

der Praxis erläutern, die sich zwar äußerst selten ereignen, aber<br />

vom Schiedsrichter-Team eine rasche und vor allem richtige<br />

Entscheidung abverlangen.<br />

Regel 15 – Einwurf:<br />

Bei einem Bundesliga-Spiel wirft der Angreifer<br />

nahe der Eckfahne den Ball regelkonform kräftig<br />

und weit in den Strafraum. Der Ball springt kurz<br />

vor dem Torraum auf und danach über den Torhüter<br />

hinweg direkt ins Tor. Aufgrund der Körpersprache<br />

der Verteidiger ist erkennbar, dass diese<br />

offensichtlich dieses Tor resignierend zur Kenntnis<br />

nehmen. Jedoch ist der Schiedsrichter konzentriert<br />

und entscheidet aufgrund seiner Wahrnehmung<br />

völlig korrekt, dass das Tor nicht anerkannt<br />

werden darf, da der Ball vom Einwurf weg<br />

von keinem weiteren Spieler (egal von welcher<br />

Mannschaft) berührt wurde und direkt den Weg<br />

ins Tor gefunden hat. Die Proteste der Angreifer<br />

verstummen nach kurzer sachlicher Erklärung<br />

des Kollegen, er setzt das Spiel regelkonform<br />

mit Abstoß fort. Gleich verhält es sich übrigens<br />

bei einem indirekten Freistoß oder Schiedsrichterball<br />

– egal für wen das Tor gezählt hätte – sowie<br />

auch bei einem direkten Freistoß, Anstoß,<br />

Abstoß oder Eckstoß, wenn der Ball direkt ins<br />

eigene Tor gelangt.<br />

In einem Spiel der steirischen Landesliga<br />

schlägt der einwerfende Spieler vor dem Einwurf<br />

außerhalb der Seitenlinie einen Salto und wirft<br />

danach den Ball Richtung Mitspieler. Der Assistent<br />

signalisiert dem Schiedsrichter, dass der<br />

Einwurf nicht korrekt durchgeführt wurde, worauf<br />

der Einwurf dem Gegner zugesprochen wird.<br />

Was war die Ursache dieser Entscheidung? Nicht<br />

der Salto an sich ist verboten, jedoch müssen<br />

auch alle sonstigen Voraussetzungen für einen<br />

korrekten Einwurf vorliegen. In diesem Fall verließ<br />

der Ball nach dem Salto noch im Hocken die<br />

Hände des Spielers, somit war das Kriterium,<br />

dass der einwerfende Spieler bei der Durchführung<br />

des Einwurfs stehen muss, nicht erfüllt und<br />

die Entscheidung des Schiedsrichter-Teams entsprach<br />

den Spielregeln.<br />

58<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

58-59 Schiris2_Regel.indd 58 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:57:16


Regel 16 – Abstoß:<br />

Wieder ein Bundesliga-Spiel: Der Torhüter legt<br />

den Ball im Torraum auf den Boden und stößt<br />

diesen gleich mit der Hand Richtung Mitspieler,<br />

der ihn annimmt und den Angriff aufbaut. Hier<br />

haben sowohl der Schiedsrichter wie auch der<br />

Assistent dieses nicht korrekte „Ins-Spiel-Bringen“<br />

nicht erkannt. Gemäß den Bestimmungen<br />

der IFAB-Spielregel muss der im Torraum ruhig<br />

am Boden liegende Ball von einem Verteidiger<br />

mit dem Fuß gespielt werden.<br />

Ein weiteres Beispiel aus einem Bundesliga-<br />

Spiel: Der Torhüter holt den vom Angreifer neben<br />

dem Tor über die Torlinie geschossenen Ball, er<br />

will das Spiel rasch fortsetzen und legt den Ball<br />

für den Abstoß neben dem Tor außerhalb der<br />

Torlinie (und somit außerhalb des Spielfeldes)<br />

auf. Danach spielt er den Ball mit dem Fuß zu<br />

seinem Verteidiger im Strafraum, der das Spiel<br />

Richtung Mittellinie fortsetzt. Auch hier ließ man<br />

das Spiel weiterlaufen, anstatt den Abstoß vom<br />

richtigen Ort aus (also Ballauflage im Torraum)<br />

wiederholen zu lassen.<br />

In einem Spiel der rumänischen Super-Liga<br />

legt sich der Torhüter den Ball im Torraum zum<br />

Abstoß auf. Beim sofortigen seitlichen Abspiel<br />

mit dem Fuß Richtung Mitspieler trifft er einen<br />

weiteren, etwa drei Meter entfernt stehenden<br />

Verteidiger, von diesem prallt der Ball ins eigene<br />

Tor. Unter den Spielern scheint eine gewisse<br />

Ratlosigkeit zu herrschen, der Schiedsrichter<br />

entscheidet nach einigen Sekunden auf „Wiederholung<br />

des Abstoßes“. Regeltechnische Auf-<br />

Beim Einwurf<br />

(hier Rapids Denso<br />

Kasius) herrschen<br />

klare Regeln,<br />

die es einzuhalten<br />

gilt.<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

lösung: Bei der Durchführung eines Abstoßes<br />

gilt es seitens des Schiedsrichter-Teams auf alle<br />

Voraussetzungen zu achten, insbesondere, dass<br />

gemäß IFAB-Spielregel 16 der Ball ruhig am<br />

Boden liegt und von einem beliebigen Punkt im<br />

Torraum von einem Verteidiger mit dem Fuß<br />

gespielt wird. Zusätzlich müssen sich alle Gegner<br />

außerhalb des Strafraums befinden, bis der Ball<br />

im Spiel ist, also sich dieser eindeutig bewegt<br />

hat (muss den Strafraum nicht mehr verlassen;<br />

Änderung seit der Saison 2019/2020). Zur gültigen<br />

Torerzielung ist es notwendig, dass der Ball direkt<br />

ins gegnerische Tor geht, ein direkt erzieltes<br />

Eigentor zählt nicht. Bei obiger Situation lagen<br />

zumindest bei oberflächlicher Betrachtung alle<br />

Voraussetzungen für ein gültiges Eigentor vor<br />

(2. Ballkontakt war gegeben), jedoch wurde vom<br />

Schiedsrichter-Team festgestellt, dass der Ball<br />

nicht ruhig am Boden lag, sondern unmittelbar<br />

vor dem Abspiel noch kurz aufgesprungen ist.<br />

Ob zusätzlich noch ein Angreifer auf der Strafraumlinie<br />

stand, kann im Video nicht zweifelsfrei<br />

festgestellt werden, jedoch wäre auch dies ein<br />

Grund, den Abstoß wiederholen zu lassen. Bestimmt<br />

eine Rarität, aber dennoch eine korrekte<br />

Schiedsrichter-Entscheidung.<br />

Regel 17 – Eckstoß:<br />

Immer wieder kommt es bei der Eckstoß-Ausführung<br />

zu dem schon seit Jahren bekannten<br />

„Trick“: Ein Spieler legt den Ball im Eck-Viertelkreis<br />

korrekt auf, streift ihn anscheinend „unabsichtlich“<br />

mit dem Fuß, sodass er sich regeltechnisch<br />

betrachtet „eindeutig bewegt“ und somit im<br />

Spiel ist. Dieser Spieler geht dort mit mäßigem<br />

Tempo weg, als ob er einem Mitspieler nun den<br />

Ball zwecks Durchführung des Eckstoßes überlassen<br />

wollte. Dieser Teamkollege dribbelt dann<br />

mit dem Ball Richtung Strafraum und könnte<br />

korrekter Weise sogar ein Tor erzielen, da der<br />

Ball ja bereits zuvor von seinem Mitspieler ins<br />

Spiel gebracht wurde. Hier sind sowohl Schiedsrichter<br />

wie auch der Assistent gefordert, den<br />

Vorgang zu beobachten und korrekt zu beurteilen,<br />

was bedeutet, dass erkannt werden muss, dass<br />

der Ball im Spiel ist und nicht wegen einer „Doppelberührung“<br />

des dribbelnden Spielers das Spiel<br />

unterbrochen wird. Es kommt auch vor, dass<br />

Spieler bereits im Vorfeld das Schiedsrichter-Team<br />

von dieser erlaubten Finte in Kenntnis setzen<br />

und somit ihrerseits einen unterstützenden Hinweis<br />

geben.<br />

Die gesamten Spielregeln sind auf der<br />

IFAB-Homepage abrufbar:<br />

https://www.theifab.com<br />

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Mixed Zone<br />

VON AKTUELL BIS ZEITLOS<br />

m Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz<br />

wurde die erweiterte Partnerschaft<br />

Ivon Magenta und dem <strong>ÖFB</strong> offiziell bekannt<br />

gegeben. Seit 2013 ist Magenta als Sponsor<br />

des österreichischen Nationalteams tätig, nun<br />

folgt ab 20<strong>23</strong> mit der Premium-Partnerschaft<br />

die Vertiefung der Kooperation.<br />

Magenta Telekom ist langjähriger Partner des<br />

österreichischen Fußballs und hat hier bereits<br />

zahlreiche Projekte umgesetzt. Besonders hervorzuheben<br />

sind die Vernetzung aller Bundesliga-Stadien<br />

mit Highspeed-Internet, die Umsetzung<br />

des Video Assistant Referee (VAR) oder<br />

der Livestream Service <strong>ÖFB</strong> TV powered by<br />

Magenta. Des Weiteren profitieren aktive<br />

Funktionäre in Fußballvereinen von attraktiven<br />

Mobilfunk- und Internet-Tarifen.<br />

Magenta<br />

Telekom und<br />

<strong>ÖFB</strong> vertiefen<br />

Kooperation<br />

„Die Verbindung von Menschen ist eine Eigenschaft,<br />

die Technologie und Fußball gemein haben.<br />

So ist Sport-Sponsoring schon seit 1999<br />

fixer Bestandteil unserer Strategie. Nun setzen<br />

wir ein klares Zeichen für den Profifußball in<br />

Österreich und gehen in eine Premium Partnerschaft<br />

mit dem <strong>ÖFB</strong>. Insbesondere in Hinblick auf die attraktiven Qualifikationsspiele der<br />

EURO 2024 erfolgt die Erweiterung unserer Partnerschaft genau zum richtigen Zeitpunkt“,<br />

sagt Werner Kraus, Geschäftsführer B2B Magenta Telekom.<br />

<strong>ÖFB</strong>/KELEMEN<br />

Das Engagement von Magenta in Österreichs Fußballwelt geht über die verkündete Premium-Partnerschaft<br />

hinaus: Weitere wichtige Pfeiler sind die Unterstützung des <strong>ÖFB</strong> Frauen-Nationalteams<br />

sowie des UNIQA <strong>ÖFB</strong> Cups.<br />

Auch Kunden dürfen sich über diese Ankündigung freuen: Neben der Magenta Begleitkinderaktion<br />

und Fan Goodies vor dem Stadion, wird es für jedes Heimspiel Ticket-Gewinnspiele<br />

über die Social-Media-Kanäle von Magenta und Magenta Sport geben.<br />

ÜBERFLIEGER AM CONTROLLER<br />

eFootball erfreut sich in Österreich immer größerer Beliebtheit. Neben<br />

den Projekten <strong>ÖFB</strong> Coca-Cola eChallenge und <strong>ÖFB</strong> Coca-Cola<br />

Fan Challenge, stellt der <strong>ÖFB</strong> auch ein eNationalteam. Das von Headcoach<br />

Mario Viska betreute Aufgebot besteht aus Eldin Todorovac<br />

(Gamertag: BVB__Eldos) von Borussia Dortmund, Maximilian Mayrhofer<br />

(FAK_Maxi) vom FK Austria Wien, Fabio Özelt (FAOETNATION)<br />

vom FC Red Bull Salzburg, Ajdin Islamovic (Eyedin98) von Hannover<br />

96 und Yigit Yilmaz (yigityz_) vom eSports-Team Focus Clan. „Wir haben<br />

fünf Top-Spieler“, sagt Viska. Phil Gutmann begleitet die Truppe<br />

als Caster und Content Creator.<br />

Aktuell steht die Quali für den FIFAe Nations Cup auf dem Programm.<br />

Nach Gruppensiegen in den ersten zwei Spielwochen der<br />

Play-ins verpasste Österreich den direkten Sprung in die Play-offs mit<br />

Platz drei in der letzten Phase knapp. Über den Umweg Main Stage<br />

(14. bis 16. April) besteht aber noch die Chance auf die erste Teilnahme<br />

an der Endrunde des FIFA-Turniers. Als Gegner warten Finnland,<br />

Deutschland, Belgien, Bulgarien, Estland, Moldau und Georgien. Der<br />

Draft steigt am 4. April. „Wir haben schon gezeigt, dass wir großes<br />

Potenzial haben und viel erreichen können“, so Todorovac.<br />

Mehr Infos zum Thema eFootball gibt es auf Social Media unter<br />

„<strong>ÖFB</strong> efootball“ und auf www.efootball.at<br />

<strong>ÖFB</strong>/KELEMEN<br />

58<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

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I<br />

Raiffeisen und <strong>ÖFB</strong> verlängern<br />

Premium-Partnerschaft<br />

m Rahmen des Medientermins in der Raiffeisen<br />

Arena Linz wurde bekannt gegeben, dass die<br />

Premium-Partnerschaft zwischen Raiffeisen und<br />

dem <strong>ÖFB</strong> bis 2026 verlängert wird und der bereits<br />

seit 2003 bestehende Doppelpass somit weiter<br />

erfolgreich und vertrauensvoll gespielt wird.<br />

„Es freut uns sehr, dass wir die Vereinbarung mit<br />

Raiffeisen um vier Jahre bis Ende 2026 verlängern<br />

konnten. Es ist eine jahrzehntelange Partnerschaft,<br />

die von einem ständigen Dialog und einem echten<br />

Zusammenspiel geprägt ist. Raiffeisen war in guten<br />

wie in schlechten Zeiten für den <strong>ÖFB</strong> stets ein<br />

verlässlicher und wichtiger Partner. Es ist uns gemeinsam<br />

auch gelungen, diese Kooperation über<br />

die Jahre ständig weiterzuentwickeln“, dankt Bernhard<br />

Neuhold dem langjährigen Partner.<br />

„Dass die ersten beiden Qualifikationsspiele des<br />

Nationalteams für die Europameisterschaft 2024<br />

in der Raiffeisen Arena in Linz ausgetragen werden,<br />

ist sicherlich ein Meilenstein für den Sportstandort<br />

Oberösterreich und eine Auszeichnung<br />

für alle, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben.<br />

Nicht zuletzt, weil es mittlerweile mehr als 40<br />

Jahre zurückliegt, dass das Nationalteam für ein<br />

offizielles Bewerbsspiel hier gastiert hat“, meinte<br />

Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank<br />

OÖ, beim gemeinsamen Stadionbesuch.<br />

„Ich bin davon überzeugt, dass die Raiffeisen<br />

Arena ein optimaler Ort für rot-weiß-rote Fußballfeste<br />

sein wird. Sie braucht den internationalen<br />

Vergleich mit anderen modernen Stadien in keiner<br />

Weise scheuen und bietet mit durchdachter Architektur<br />

und Infrastruktur die besten Voraussetzungen<br />

für gute Stimmung und echte Länderspielatmosphäre“,<br />

so Schaller.<br />

<strong>ÖFB</strong> BEI EUROPÄISCHEM<br />

NETZWERKTREFFEN ZUR<br />

BEKÄMPFUNG VON ANTI-<br />

SEMITISMUS IM SPORT<br />

Im Zuge des von der EU geförderten Projekts NOA (Networks Overcoming<br />

Antisemitism), durch welches bereits im Dezember 2022 ein<br />

zweitägiger Workshop mit Klub-Vertreter:innen aus ganz Österreich<br />

veranstaltet werden konnte, fand nun im März ein europaweites<br />

Netzwerktreffen in Auschwitz, Polen statt. Für vier Tage kamen<br />

Vertreter:innen von verschiedenen Organisationen zusammen, die<br />

den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Bekämpfung von Antisemitismus<br />

im und durch Sport gelegt haben und dabei bereits erste Projekte<br />

mit Fußballklubs wie Borussia Dortmund, Feyenoord Rotterdam<br />

oder Ajax Amsterdam erfolgreich umsetzen konnten.<br />

Gemeinsam mit Expert:innen aus Italien, Belgien, den Niederlanden,<br />

Deutschland und Österreich sowie Mitarbeiter:innen u.a. des Anne<br />

Frank House, des World Jewish Congress und des »what matters<br />

projects« folgte auch der <strong>ÖFB</strong> der Einladung in die Gedenkstätte<br />

Auschwitz-Birkenau für einen europaweiten Schulterschluss gegen<br />

antisemitische Diskriminierung, Hassrede und Gewalt im Fußball.<br />

In mehreren Workshops wurden Strategien erarbeitet, wie mithilfe<br />

von Sport einerseits Erinnerungs- und Gedenkarbeit an die Gräuel<br />

des Nationalsozialismus geleistet werden kann, und wie andererseits<br />

einem erneuten Aufkommen von Antisemitismus in der Gegenwart<br />

entgegenzuwirken ist. Mit und durch Fußball will der Österreichische<br />

Fußball-Bund Gewalt und Diskriminierung in der Gesellschaft<br />

entgegenwirken und Werte wie Respekt, Solidarität und Fair<br />

Play weitergeben.<br />

GEPA-PICTURES.CM<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

59<br />

58-61 Mixed Zone.indd 59 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:57:40


Mixed Zone<br />

VON AKTUELL BIS ZEITLOS<br />

M8-TREFFEN:<br />

GEMEINSAME<br />

ZIELE UND<br />

CHANCEN IM<br />

MITTELPUNKT<br />

In Budapest fand das alljährliche<br />

„M8-Meeting“ mit hochrangigen<br />

Vertreterinnen und Vertretern<br />

der Nationalverbände Ungarns,<br />

Deutschlands, der Schweiz,<br />

Liechtensteins, Polens, der Slowakei,<br />

Tschechiens und Österreichs<br />

statt.<br />

Intention dieser regelmäßigen<br />

Treffen ist ein Gedanken- und Informationsaustausch<br />

zu den unterschiedlichsten<br />

Themen. Dazu<br />

zählen sportliche wie administrative<br />

Belange ebenso wie der<br />

Austausch zu nationalen und internationalen<br />

Entwicklungen im<br />

Fußball. Der <strong>ÖFB</strong> war durch Interimspräsident<br />

Johann Gartner<br />

und Generalsekretär Thomas<br />

Hollerer vertreten.<br />

Neben aktuellen UEFA- und FIFA-<br />

Themen wurden auch die Reform<br />

der Wettbewerbssysteme<br />

und die Möglichkeit der Zusammenarbeit<br />

im Bereich der Nachwuchsförderung<br />

diskutiert. Im<br />

nächsten Jahr werden sich die<br />

Vertreter:innen der acht Länder<br />

in der Schweiz treffen.<br />

SPANNENDE<br />

EINBLICKE FÜR<br />

NÄCHSTE TRAI-<br />

NERGENERATION<br />

MLSZ<br />

GEPA-PICTURES.COM<br />

UNIQA und der <strong>ÖFB</strong> verlängern<br />

und erweitern Partnerschaft<br />

U<br />

NIQA und der <strong>ÖFB</strong> verlängern und erweitern ihre seit 2017 bestehende Partnerschaft.<br />

Das wurde im März im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz offiziell<br />

bekannt gegeben. UNIQA tritt seit der Saison 2017/18 als Titelsponsor des<br />

UNIQA <strong>ÖFB</strong> Cups auf, seit 2019 ist man Partner des Nationalteams.<br />

„Fußball ist neben Skifahren unser wichtigstes Standbein im Sportsponsoring. Und es ist<br />

eine großartige Partnerschaft. Daher werden wir die Zusammenarbeit bis 2025 verlängern“,<br />

kündigte Kurt Svoboda, Mitglied des Vorstands der UNIQA Insurance Group AG, an.<br />

„Wir werden unsere erfolgreiche Zusammenarbeit in gewohnter Art und Weise fortsetzen<br />

– und zusätzlich noch erweitern!“ Künftig wird die Kooperation auch das Frauen-Nationalteam,<br />

das Flaggschiff des heimischen Frauenfußballs, umfassen.<br />

„Das Frauen-Nationalteam hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte<br />

hingelegt, u.a. mit zwei erfolgreichen EM-Teilnahmen. Wir freuen uns, diese<br />

großartigen Sportlerinnen mit dem neuen Sponsoring in den nächsten Jahren unterstützen<br />

zu dürfen“, so Svoboda.<br />

Irene Fuhrmann, Teamchefin des Frauen-Nationalteams, hob die Bedeutung des Engagements<br />

von Top-Unternehmen wie UNIQA im heimischen Frauenfußball hervor: „Ich sehe<br />

es sehr positiv, dass ein großes, modernes Unternehmen wie UNIQA die Leistungen des<br />

Frauen-Nationalteams honoriert. Die Partnerschaft freut uns und wir sind dankbar dafür,<br />

weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Frauenfußball weiter gestärkt und forciert<br />

werden müssen.“<br />

Vier Teamchefs, prominente Gäste und 60 angehende<br />

Trainer:innen. Am DFB-Campus in Frankfurt am<br />

Main veranstalteten Deutschland, Österreich und<br />

die Schweiz erstmals ein gemeinsames Modul für<br />

die Kursteilnehmer:innen der UEFA Pro Lizenz.<br />

Die <strong>ÖFB</strong>-Delegation bestand aus den 21<br />

Kursteilnehmer:innen sowie Thomas Eidler (Gesamtleiter<br />

<strong>ÖFB</strong>-Trainerakademie), Franz Ponweiser,<br />

Oliver Lederer, Alexander Diridl und Michael Dorner.<br />

Einer der Programmhöhepunkte war eine Diskussion mit <strong>ÖFB</strong>-Teamchef Ralf Rangnick,<br />

DFB-Bundestrainer Hansi Flick, dem Schweizer Teamchef Murat Yakin und DFB-Bundestrainerin<br />

Martina Voss-Tecklenburg. Auch der neue Direktor des DFB-Teams, Rudi Völler,<br />

nahm an dem Austausch teil.<br />

„Dieses sehr spezielle Modul des UEFA Pro Diploms wurde von der <strong>ÖFB</strong>-Trainerakademie<br />

initiiert“, erklärt Thomas Eidler. Und weiter: „Das Modul stand unter dem Motto Analyse,<br />

Matchplan, Periodisierung. Wir sind sehr stolz darauf, dass es uns gelungen ist, diese<br />

hochkarätigen Trainer:innen für dieses Modul zu gewinnen.“<br />

<strong>ÖFB</strong><br />

60 CORNER 01/<strong>23</strong><br />

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Du auch?<br />

Auf die Plätze!<br />

Fußball, los:<br />

wirliebenleder.at<br />

58-61 Mixed Zone.indd 61 <strong>23</strong>.03.20<strong>23</strong> 09:57:50


WASWURDEAUS …<br />

… FLORIAN KLEIN?<br />

TEXT HANS HUBER<br />

„Einfach Spaß und Freude haben …“<br />

Der 45-fache Nationalspieler analysiert jetzt auf ServusTV die Leistungen seiner Nachfolger.<br />

Als TV-Analytiker (hier mit<br />

Markus Schopp) hat Klein<br />

immer die Perspektive der<br />

Fans in Kopf.<br />

GEPA-PICTURES.COM (2)<br />

GEPA-PICTURES.COM (2)<br />

Er hat die Seiten gewechselt. Vom grünen<br />

Rasen auf den Kommentatoren-Platz<br />

und ins Analyse-Studio. Denn Florian<br />

Klein, 37, den alle „Flo“ rufen, wollte<br />

sich nach seiner aktiven Karriere weiter<br />

mit Fußball beschäftigen. Immerhin bringt<br />

er die Erfahrung aus 45<br />

Länderspielen, einer EURO<br />

(2016), drei Saisonen in<br />

der deutschen Bundesliga<br />

(beim VFB Stuttgart) und<br />

eindrucksvollen Jahren<br />

beim FC Red Bull Salzburg<br />

(mit Meistertitel und Cupsieg),<br />

der Wiener Austria<br />

und dem LASK mit. „Wichtig<br />

ist, beim Fußball Spaß<br />

und Freude zu haben.“<br />

Dieses Credo versucht<br />

er nun auch bei seinen Aufgaben<br />

bei ServusTV zu<br />

vermitteln. Ohne Kritik unter<br />

der Gürtellinie, sondern<br />

in dem Bemühen, die Zuschauer<br />

besser am Geschehen<br />

teilhaben zu lassen,<br />

ohne in eine Fach-Quacksalberei<br />

zu verfallen. „Wenn<br />

mir wirklich Begriffe aus<br />

der sogenannten neuen<br />

Trainersprache herausrutschen,<br />

dann versuche ich,<br />

sie gleich so zu erklären, dass die Zuschauer,<br />

die sich nicht so intensiv mit der Materie<br />

beschäftigen, sie auch verstehen.“<br />

Von Anfang an hat er dabei gelernt, dass<br />

es nicht genügt, einfach ins Mikro zu plaudern,<br />

sondern dass es auch einer entsprechenden<br />

Vorbereitung bedarf. „Vor einer<br />

Übertragung schaue ich mir möglichst viele<br />

Spiele der betreffenden Mannschaften an<br />

und hole mir auch viele Informationen aus<br />

Zeitungen und Internet.“ Denn wer Spaß und<br />

Freude vermitteln will, der muss auch die<br />

entsprechenden Informationen nicht nur am<br />

Blatt, sondern auch im Kopf haben.<br />

Vor der Länderspiel-Premiere von ServusTV<br />

am 24. März in Linz, bei der er dabei<br />

sein wird, spürt er trotz der Erfahrung bei<br />

der WM im Vorjahr und zahlreichen Europacup-Partien<br />

natürlich ein besonderes Kribbeln.<br />

„Weil Länderspiele auch schon in meiner<br />

aktiven Karriere etwas ganz Besonderes<br />

waren. Ich weiß noch genau, dass ich bei<br />

meinem ersten Match im Teamdress 2010<br />

in Klagenfurt gegen Kroatien wirklich Gänsehaut<br />

gehabt habe.“ Die<br />

wird es in Linz nicht geben,<br />

aber ihm ist schon jetzt bewusst,<br />

eine besondere Aufgabe<br />

zu haben. Er freut sich<br />

dabei auch auf einen alten<br />

Freund an seiner Seite: Sebastian<br />

Prödl wird mit ihm<br />

gemeinsam das Geschehen<br />

analysieren.<br />

Ob als Co-Kommentator<br />

oder Experte, Flo Klein macht<br />

beides gerne,„auch wenn es<br />

unterschiedliche Aufgaben<br />

sind“. Als Co- Kommentator<br />

müsse er aufpassen, in der<br />

Hitze des Gefechtes nichts<br />

Unüberlegtes zu sagen und<br />

ständig das Geschehen auf<br />

dem Feld im Auge zu behalten.<br />

Als Experte bemüht er<br />

sich, den Zuschauer entsprechend<br />

auf das Spiel einzustimmen<br />

oder ihm dann die<br />

wichtigen Szenen aufzubereiten.<br />

Aber auch privat geht es bei Flo Klein<br />

nicht ohne Fußball. Da er im südlichen Niederösterreich<br />

wohnt, spielen seine beiden<br />

Söhne (14 und 12) bei der Admira. Der erfahrene<br />

Nationalspieler ist bei Training und Matches<br />

der Junioren nur stiller Beobachter und<br />

kein „Eislauf-Vater“. Obwohl natürlich auch<br />

zu Hause über Fußball diskutiert wird. „Aber<br />

das machen wir intern, ich bin keiner, der auf<br />

dem Platz lautstark seine Meinung äußert.“<br />

Dazu zeigt er bei der „Copa Pele“ und auch<br />

bei den Austria-Legenden, dass er noch<br />

immer mit der Kugel vertraut ist.<br />

Wegen seiner TV-Tätigkeit hat der Inhaber<br />

der B-Lizenz eine weitere Trainerausbildung<br />

noch aufgeschoben. Aber der Gedanke,<br />

möglicherweise einmal als Trainer zu arbeiten,<br />

ist noch in seinem Hinterkopf …<br />

62<br />

CORNER 01/<strong>23</strong><br />

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Die Sponsoren<br />

und Partner des <strong>ÖFB</strong><br />

Wir sagen Danke!<br />

Folge uns auf:<br />

Das Nationalteam<br />

Das Frauen-Nationalteam oefb_1904 oefb1904 oefb1904 <strong>ÖFB</strong><br />

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