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MY FACTORY 04/2023

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<strong>04</strong><br />

19186<br />

April <strong>2023</strong><br />

€ 12,00<br />

TITEL<br />

Kran- und Handhabungssysteme<br />

clever 16 kombiniert<br />

Hannover Messe: Industrial<br />

08 Transformation geht weiter<br />

SPECIAL: Drucklufttechnik – Fokus<br />

auf Effizienz und Nachhaltigkeit<br />

myfactory-magazin.de


MULTIMEDIAL VERNETZT<br />

KUNDEN GEWINNEN!<br />

FÖRDERTECHNIK<br />

MATERIALFLUSS<br />

LOGISTIK<br />

FLUIDTECHNIK<br />

Profitieren Sie von unserem<br />

einmaligen Mediennetzwerk!<br />

Bitte kontaktieren Sie mich, ich berate Sie gerne!<br />

Carmen Nawrath<br />

Head of Sales<br />

Telefon: 0<strong>04</strong>9/6131/992-245<br />

c.nawrath@vfmz.de


EDITORIAL<br />

REVOLUTION ODER UPDATE ?<br />

2011 war es, als der Begriff Industrie 4.0 und das Konzept<br />

dahinter auf der Hannover Messe erstmals vorgestellt wurden.<br />

Innerhalb von etwas mehr als einer Dekade hat sich der Terminus<br />

rund um den Globus verbreitet und ist heute eine Marke, die für<br />

ein besonders innovatives Konzept steht, das den Pioniergeist<br />

der deutschen Industrie widerspiegelt.<br />

Obwohl sich vor allem viele Mittelständler nach wie vor im<br />

digitalen Wandel oder gar erst in der Startphase der Industrie-<br />

4.0-Einführung befinden, brachte die Europäische Kommission<br />

mit ihrem Whitepaper „Industry 5.0 – Towards a sustainable,<br />

human-centric and resilient European industry“ 2021 bereits den<br />

nächsten Paradigmenwechsel ins Spiel. Während Industrie 4.0<br />

zunächst vor allem mit dem Ziel „Produktivitätssteigerung“ an<br />

den Start ging, soll die Version 5.0 ökonomische, ökologische<br />

und soziale Zielgrößen in den Fertigungsbetrieben der Zukunft<br />

in Balance bringen. Dabei sollen die Ideen und Konzepte der<br />

vierten industriellen Revolution weitergedacht und fortentwickelt<br />

werden. Damit bremst das Konzept keines der Projekte aus, das<br />

in den vergangenen Jahren initiiert wurde – weder in den<br />

Unternehmen noch auf der Normierungsseite. All diese<br />

Vorarbeiten werden auch einer Industrie-5.0-Welt zugutekommen,<br />

sind Experten überzeugt.<br />

Für Unternehmen macht es Sinn, das Thema Industrie 5.0<br />

genau zu beobachten. Denn die Aspekte Nachhaltigkeit, Menschzentrierung<br />

und Resilienz werden in Zukunft immer stärker in<br />

den Fokus rücken. Es empfiehlt sich, pragmatisch vorzugehen<br />

und zu prüfen, welche Lösungen heute bereits im Unternehmen<br />

existieren und die neuen 5.0-Ansätze zu nutzen, um sich Ziele<br />

zu setzen und Veränderungen voranzutreiben. Wer jetzt<br />

schon loslegt, kann sich einen Vorsprung gegenüber trägeren<br />

Mitbewerbern sichern.<br />

In Hannover begann alles und auch in diesem Jahr ist die Messe<br />

dort wieder ein Schaufenster zur Digitalisierung und weiteren<br />

Zukunftsthemen. Mal sehen, was uns im April vor Ort erwartet!<br />

Wie sicher, rein und<br />

zuverlässig ist Ihre<br />

Prozessluft wirklich?<br />

Das innovative Lösungskonzept<br />

bestehend aus Delta Blower,<br />

Delta Screw und Delta Hybrid<br />

Maximale Zuverlässigkeit und Sicherheit<br />

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Breites Produktportfolio individuell auf Ihre<br />

Prozessanforderungen konfiguriert<br />

100% Öl- und Absorptionsmittelfreiheit,<br />

garantiert und zertifiziert<br />

ATEX-konform nach Richtlinie 2014/34/EU<br />

Einen inspirierenden<br />

Messebesuch wünscht<br />

Martina Laun<br />

Redakteurin<br />

m.laun@vfmz.de<br />

Dirk Koob, Geschäftsführer<br />

Aerzen Deutschland GmbH & Co. KG<br />

www.aerzen.com/verfahrenstechnik


EDITORIAL<br />

03 Revolution oder Update?<br />

08<br />

SMART NEWS<br />

06 Kurz und prägnant – das sollten Sie wissen<br />

HANNOVER MESSE<br />

08 Hannover Messe: Vernetzung und<br />

Klimaneutralität im Fokus<br />

10 Update zur Hannover Messe: Produkte,<br />

Technologien, Trends<br />

SMART PRODUCTION<br />

12 PRODUCTION EXCELLENCE:<br />

Flexible IIot-Plattform macht es möglich:<br />

Digitalisierung leicht gemacht<br />

TITEL<br />

16 Clever kombiniert: Kluges Zusammenspiel<br />

von Kran- und Handhabungssystemen<br />

INTRALOGISTIK<br />

20 Piezo-Inkjetsystem für den Großschriftdruck:<br />

Eine echte Alternative zur Etikettierung<br />

TITEL<br />

16<br />

22 Vakuum-Schlauchheber mit integrierter Wägezelle:<br />

Gewicht unter Kontrolle<br />

24 Mehrstations-Zugangssicherung in der<br />

Gabelstaplerlogistik: Person oder Fahrzeug?<br />

26 Update zur LogiMAT: Produkte, Technologien<br />

und Trends<br />

BETRIEBSTECHNIK<br />

32 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

WARTUNG-UND INSTANDHALTUNG<br />

36 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

SPECIAL DRUCKLUFTTECHNIK<br />

Anzeige: Demag Cranes & Components GmbH , Wetter/Ruhr<br />

38 Schont Geldbeutel und Umwelt: Wärmerückgewinnung<br />

in Druckluftanlagen<br />

42 Mehr Effizienz dank zentralisierter Druckluftsteuerung:<br />

Fünf Netze unter einen Hut gebracht<br />

44 Alles andere als Standard: Öl- und keimfreie<br />

Drucklufterzeugung für eine Reinraumproduktion<br />

47 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

▲<br />

Krantechnik perfekt in die Produktionsumgebung<br />

integriert? Erfahren Sie mehr dazu im Titelbeitrag.<br />

4 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


AUSBLICK<br />

50 Greifsysteme im Gecko-Style<br />

37 Impressum<br />

44<br />

50<br />

Diese Ausgabe enthält eine Beilage<br />

von DENIOS, Bad Oeynhausen.<br />

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Ein Teil dieser Ausgabe enthält eine Beilage<br />

von easyfairs, München.<br />

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Leistung übersetzt in Effizienz<br />

Industrie-Schraubenkompressoren<br />

mit SIGMA PROFIL<br />

Serien CSD und CSDX<br />

• Sechs Druckvarianten für eine optimale Anpassung an<br />

individuelle Anforderungen<br />

• Neue Verdichterblöcke mit optimiertem SIGMA PROFIL<br />

• Höchste Effizienzklasse für das Antriebssystem (Festdrehzahl: IE4, SFC: IE5)<br />

• Drehzahlgeregelter Lüfter spart Energie<br />

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AUTOMATICA WECHSELT<br />

IN NEUEN RHYTHMUS<br />

Ein Jahr nach der Rückkehr aus der<br />

Zwangspause findet die automatica<br />

– Leitmesse für intelligente<br />

Automation und Robotik – von<br />

27. bis 30. Juni <strong>2023</strong> erneut statt.<br />

Grund dafür ist der Wechsel in<br />

einen neuen Rhythmus. Von nun<br />

an trifft sich die internationale<br />

Automationsbranche stets in<br />

ungeraden Jahren auf dem<br />

Münchner Messegelände, parallel<br />

zur Laser World of Photonics –<br />

Weltleitmesse und Kongress für<br />

Komponenten, Systeme und<br />

Anwendungen der Photonik.<br />

www.automatica-munich.de<br />

INSTANDHALTUNG UND INTRALOGISTIK –<br />

FACHMESSEN IM DOPPELPACK<br />

Zwei Fachmessen an einem Tag: Von diesem zeitsparenden Modus des Austauschs<br />

und der Informationsgewinnung kann der Besucher vom 24. bis 25. Mai <strong>2023</strong> in<br />

Dortmund profitieren. Dann finden zeitgleich die maintenance als Leitmesse für<br />

die industrielle Instandhaltung und die Logistics & Automation als Regionalmesse<br />

für Intralogistik statt. Die maintenance<br />

präsentiert das gesamte Spektrum der<br />

industriellen Instandhaltung. Unter den rund<br />

200 Ausstellern sind zahlreiche etablierte<br />

und marktführende Unternehmen, aber auch<br />

innovative Start-ups. Sie bereichern das<br />

Angebot an Produkten und Dienstleistungen,<br />

das auf der maintenance schon traditionell<br />

breit gefächert ist: von Werkzeugen und<br />

Ausrüstung für die Wartung von Maschinen<br />

und Anlagen über Ersatzteile bis zu Servicedienstleistungen und Software-<br />

Lösungen für die „smarte“ Instandhaltung. Die Logistics & Automation informiert<br />

ebenso umfassend wie kompakt über die aktuellen Trends in der Intralogistik:<br />

Welche Neuigkeiten gibt es bei Hardware und Software? Wie lässt sich ganz<br />

konkret der innerbetriebliche Materialfluss optimieren? Und welche Möglichkeiten<br />

bieten ein Retrofit und die nachträgliche Automatisierung? Zu eben diesem Thema<br />

geben auch kompetente Aussteller der maintenance Auskunft. Synergieeffekte sind<br />

also aus Besuchersicht vorprogrammiert. Unter www.maintenance-dortmund.de/<br />

messetickets/ können Sie sich mit dem Code 1606 Ihr kostenloses Ticket sichern.<br />

www.maintenance-dortmund.de<br />

STUDIE „EUROPAS INDUSTRIE IM WANDEL“<br />

In ganz Europa kämpft die Industrie gleichermaßen mit einer<br />

nie gekannten Anzahl an Herausforderungen. Explodierende<br />

Energiekosten und instabile Lieferketten bereiten dabei<br />

aktuell die größten Probleme. Auch für die kommenden Jahre<br />

rechnen fast neun von zehn Unternehmen damit, dass die<br />

Unsicherheit weiter so groß bleiben wird. Die wichtigsten<br />

Strategien der Industrie zur Zukunftssicherung: eine<br />

umfassende Digitalisierung und die vertiefte Kooperation<br />

mit Zulieferern. Das zeigt die aktuelle Studie „Europas<br />

Industrie im Wandel“. Befragt wurden im Auftrag der<br />

Produkt-Innovations-Plattform Aras mehr als 440 Top-<br />

Entscheider aus 19 europäischen Ländern. Die Studie steht<br />

unter bit.ly/41VYYJq zum kostenlosen Download bereit.<br />

www.aras.com


SMART NEWS<br />

HACK4INDUSTRY – NEU AUF DER HANNOVER MESSE<br />

Die Hannover Messe<br />

veranstaltet gemeinsam<br />

mit dem prototype.club<br />

den Hack4Industry, einen<br />

Wettbewerb, der dem<br />

klassischen Pitch-Format<br />

eine neue Wendung gibt.<br />

Etablierte Unternehmen<br />

formulieren ihre Anforderungen,<br />

Startups entwickeln<br />

dann Lösungen in Form<br />

funktionierender Prototypen<br />

für die Challenges etablierter Unternehmen. Die Ergebnisse werden vor Ort<br />

gepitcht und das Gewinnerteam erhält einen Folgeauftrag zur Umsetzung.<br />

Unter bit.ly/3JlgbVI erfahren Sie mehr dazu. Bild: Deutsche Messe<br />

www.hannovermesse.de<br />

„In einer Zeit sich überlagernder<br />

Krisen und stetiger Unsicherheit haben<br />

Vorstände die Dringlichkeit der aktuellen<br />

Klimakrise erkannt und sie zu einem ihrer<br />

wichtigsten Handlungsfelder gemacht.“<br />

Prof. Dr. Bernhard Lorentz, globaler Consulting Lead<br />

für Sustainability & Climate Strategy bei Deloitte<br />

60 %<br />

der deutschen Top-Manager<br />

glauben, dass der Klimawandel<br />

in den nächsten drei Jahren<br />

großen bzw. sehr großen<br />

Einfluss auf die Strategie und<br />

das operative Geschäft ihrer<br />

Unternehmen haben wird.<br />

Quelle: CxO Sustainability Survey <strong>2023</strong>,<br />

Deloitte<br />

76 %<br />

der am Survey teilnehmenden<br />

deutschen Unternehmen<br />

haben ihre Investitionen in<br />

Nachhaltigkeit gesteigert.<br />

Quelle: CxO Sustainability Survey <strong>2023</strong>,<br />

Deloitte<br />

INTRALOGISTIKANBIETER MIT<br />

LEICHTEM WACHSTUM 2022<br />

Besuchen Sie uns auf der LogiMAT:<br />

Halle 7 / Stand 7C61<br />

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Die neue Generation mobiler<br />

Hebehilfen ist da!<br />

Mit einem geschätzten Produktionsvolumen von 23,7<br />

Milliarden Euro haben die Hersteller von Fördertechnik<br />

und Intralogistik aus Deutschland das vergangene Jahr<br />

abgeschlossen. „Das Wachstum ist mit 2 % etwas geringer<br />

ausgefallen, als wir Anfang 2022 noch erwartet hatten.<br />

Doch die Auswirkungen der aktuellen Krisen, vor allem<br />

seit Beginn des Ukraine-Kriegs, lasten schwer auf den<br />

Schultern von Anbietern und Kunden“, so Steffen Bersch,<br />

Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und<br />

Intralogistik und CEO der SSI Schäfer Gruppe. Gleichzeitig<br />

ist die Nachfrage nach Intralogistik und speziell nach<br />

Automatisierungslösungen in den vergangenen zwei<br />

Jahren stark gestiegen. Deshalb geht der Fachverband<br />

auch für <strong>2023</strong> unter den aktuellen Rahmenbedingungen<br />

von einem leichten Wachstum von 2 Prozent aus.<br />

www.vdma.org<br />

Die neuen Features auf<br />

auf einen Blick:<br />

4 innovatives Fahrwerk<br />

4 optimierte Nutzlasten<br />

4 erleichterte Handhabung<br />

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Antonius-Raab-Str. 19 I 34123 Kassel<br />

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HANNOVER MESSE<br />

HANNOVER MESSE<br />

VERNETZUNG UND<br />

KLIMANEUTRALITÄT IM FOKUS<br />

Unter dem Leitthema „Industrial Transformation – Making the Difference“<br />

zeigt die Hannover Messe in diesem Jahr vom 17. bis 21. April, wie<br />

unterschiedliche industrielle Ökosysteme ineinandergreifen und<br />

Lösungen für eine ressourceneffiziente, klimaneutrale und resiliente<br />

Produktion bieten.<br />

CO 2<br />

-neutrale Produktion, künstliche Intelligenz, Wasserstofftechnologien,<br />

Energiemanagement und Industrie<br />

4.0 – das sind die übergreifenden Themen der Hannover<br />

Messe <strong>2023</strong>“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender<br />

der Deutschen Messe AG. „Nur im Zusammenspiel dieser<br />

Technologien wird es gelingen, unseren Wohlstand nachhaltig zu<br />

sichern und gleichzeitig den Klimaschutz voranzutreiben.“ Von<br />

der Digitalisierung und Automatisierung komplexer Produktionsprozesse<br />

über den Einsatz von Wasserstoff zur Energieversorgung<br />

von Fabriken bis hin zur Anwendung von Software zur<br />

Erfassung und Reduzierung des CO 2<br />

-Fußabdrucks bietet die<br />

Messe ein ganzheitliches Bild. Köckler: „Für jede der aktuellen<br />

globalen Herausforderungen werden Lösungsansätze gezeigt.“<br />

Zu den ausstellenden Unternehmen gehören globale Tech-Konzerne<br />

ebenso wie mittelständisch geprägte Technologieführer.<br />

Namhafte Forschungsinstitute sowie mehr als 300 Startups versprechen<br />

Spitzentechnologien und völlig neue Geschäftsmodelle.<br />

INDUSTRIE 4.0 & MANUFACTURING X<br />

Damit das volle Potenzial von Industrie 4.0 erschlossen werden<br />

kann, braucht es Daten. Viele Daten, auf die alle am Wert-<br />

8 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


HANNOVER MESSE<br />

schöpfungsprozess beteiligten Unternehmen zugreifen können.<br />

Ein neues zusammenhängendes Datenökosystem soll Abhilfe<br />

schaffen: Manufacturing X. Vorangetrieben wird diese Vision<br />

einer souveränen und sicheren Datenplattform unter anderem<br />

von den Wirtschaftsverbänden BDI, VDMA und ZVEI. Im engen<br />

Schulterschluss mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und<br />

Klimaschutz werden in Hannover die ersten Schritte zur Umsetzung<br />

von Manufacturing X vorgestellt. Köckler: „Ziel ist es, die<br />

Souveränität der Unternehmen zu erhalten, den Zugang zur<br />

Kundenschnittstelle nicht zu verlieren und dennoch die Potenziale<br />

der Plattformökonomie zu erschließen.“<br />

GENERATIVE KI AUF DEM WEG<br />

IN DIE INDUSTRIE<br />

Künstliche Intelligenz (KI) spielt in der Industrie eine immer<br />

größere Rolle. Neben der Optimierung von Prozessen setzt die<br />

produzierende Industrie zunehmend auf KI in der Simulation<br />

und in der Produktentwicklung. Auch die sogenannte generative<br />

KI wird den Weg in die Industrie finden. „In Zukunft ist durchaus<br />

denkbar, dass eine KI eine Maschine entwirft und der Mensch<br />

dann überprüft, welche Anpassungen für einen Realbetrieb notwendig<br />

sind. Das spart Zeit und bietet angesichts des vorherrschenden<br />

Fachkräftemangels erhebliches Potenzial“, so Köckler.<br />

Zum Thema KI bietet die Hannover Messe ein umfassendes<br />

Angebot an Besucherführungen, Foren und Präsentationen von<br />

KI-Tools und Use Cases der Aussteller.<br />

ENERGIESTRÖME UND -VERBRAUCH<br />

SICHTBAR MACHEN<br />

Im Zusammenspiel von Software und Maschinen entstehen erhebliche<br />

Energieeinsparpotenziale. „Smart Energy Monitoring“-<br />

Lösungen der Aussteller helfen dabei, Energieverbräuche auf<br />

Maschinenebene zu ermitteln, zu optimieren und damit den<br />

CO 2<br />

-Fußabdruck zu reduzieren. „Viele versteckte Verbräuche<br />

sind den meisten Industrieanwendern bis heute kaum bewusst“,<br />

so Köckler. Ungeregelte Motoren in Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren<br />

oder Maschinen gehören in vielen Fabriken noch zum<br />

Alltag. Ohne intelligente Steuerungstechnik und das Zusammenspiel<br />

von Elektrotechnik und IT sind Effizienzsteigerungen bei<br />

der Energie kaum umsetzbar. Köckler: „Die Industrie verbraucht<br />

DIE MESSE IM ÜBERBLICK<br />

Die Hannover Messe ist die Weltleitmesse der Industrie.<br />

Ihr Leitthema „Industrial Transformation – Making<br />

the Difference“ verbindet die Ausstellungsbereiche<br />

Automation, Motion & Drives, Digital Ecosystems,<br />

Energy Solutions, Engineered Parts & Solutions, Future<br />

Hub, Compressed Air & Vacuum und Global Business &<br />

Markets. Zu den Top-Themen zählen Dekarbonisierung,<br />

Industrie 4.0, IT-Sicherheit, künstliche Intelligenz und<br />

maschinelles Lernen, Kreislaufwirtschaft, Logistik 4.0<br />

sowie Wasserstoff und Brennstoffzellen. Konferenzen<br />

und Foren ergänzen das Programm.<br />

MIT SUBSTANZIELLEN<br />

INNOVATIONEN MULTIPLEN<br />

KRISEN BEGEGNEN<br />

Wir werden auf der kommenden Hannover<br />

Messe erleben, mit welchen neuen Produkten<br />

und substanziellen Innovationen unsere Aussteller<br />

den multiplen Krisen begegnen. Dabei spielen<br />

Digitalisierung, künstliche Intelligenz und<br />

Wasserstoff eine herausragende Rolle.<br />

Dr. Jochen Köckler,<br />

Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG<br />

ca. 45 Prozent des Stroms in Deutschland. Die Lösungen der ausstellenden<br />

Unternehmen können einen wichtigen Beitrag leisten,<br />

deutlich energieeffizienter zu produzieren.“<br />

HOFFNUNGSTRÄGER WASSERSTOFF<br />

Grüner Wasserstoff ist in aller Munde. Die Industrie will sich damit<br />

aus der Abhängigkeit von fossiler Energie lösen und CO 2<br />

-<br />

Emissionen reduzieren. Köckler: „Mehr als 500 Unternehmen auf<br />

der Messe zeigen Lösungen für den Einsatz von Wasserstoff in<br />

der Industrie. Damit ist Hannover die weltweit wichtigste und<br />

größte Plattform zum Thema Wasserstoff.“ Anwender aus der<br />

Industrie und politische Entscheidungsträger können sich in<br />

Hannover ein ganzheitliches Bild über das Potenzial des Energieträgers<br />

machen und erkennen, welche Weichen auf dem Weg zu<br />

einer wasserstoffbasierten Industrie zu stellen sind.<br />

PARTNERLAND INDONESIEN<br />

Eröffnet wird die Hannover Messe in diesem Jahr von Bundeskanzler<br />

Olaf Scholz und dem indonesischen Staatspräsidenten<br />

Joko Widodo. Indonesien, die größte Wirtschaftsmacht in der<br />

ASEAN-Region, ist in diesem Jahr Partnerland der Industriemesse.<br />

Das Motto lautet: Making Indonesia 4.0. Bis 2030 möchte<br />

Indonesien eine der zehn größten Volkswirtschaften der Welt<br />

sein. Auf der Messe präsentiert sich das aufstrebende Land als<br />

zuverlässiger Partner für Unternehmen rund um den Globus.<br />

Bilder: Deutsche Messe<br />

www.hannovermesse.de<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 9


HANNOVER MESSE<br />

GEBÜNDELTE SOFTWARE-INTELLIGENZ FÜR NACHHALTIGE<br />

PRODUKTION UND ENERGIEVERSORGUNG<br />

Unter dem Motto „Industrial Software Built-in Qualicision AI“ präsentiert der<br />

PSI-Konzern auf der Hannover Messe intelligente Softwareprodukte und KI-basierte<br />

Anwendungen für die optimierte und nachhaltige Produktion sowie Energieversorgung.<br />

Zudem werden der PSI App Store und der neue Collaboration Space vorgestellt.<br />

Künstliche Intelligenz (KI) gilt als Schlüsseltechnologie in der Industrie. Vor<br />

diesem Hintergrund bündelt PSI in einer konzernübergreifenden Arbeitsgruppe<br />

seine KI-Expertise. Seit über zwei Jahrzehnten wird die Software Qualicision für Entscheidungsunterstützung und Optimierung<br />

in eine Vielzahl etablierter PSI-Produkte integriert. Über fünfzig verschiedene KI-Verfahren werden bereits in Kundenprojekten<br />

in unterschiedlichen Branchen und Anwendungsfeldern erfolgreich produktiv eingesetzt. Auf der diesjährigen<br />

Hannover Messe zeigt PSI KI-Anwendungen basierend auf der „Deep Qualicision AI“, die u. a. die intelligente Produktion und<br />

Logistik in der Fertigungsindustrie sowie die Schmelzplanoptimierung in der Metallindustrie unterstützen.<br />

Hannover Messe: Halle 17, Stand G20<br />

www.psi.de<br />

Wellenfedern &<br />

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Kleiner, leichter und kompakter bauen<br />

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NEUENTWICKLUNGEN FÜR SAFETY<br />

UND AUTOMATION<br />

Die Schmersal Gruppe rückt auf der Hannover Messe in<br />

diesem Jahr Automatisierungs- und Sicherheitslösungen<br />

u.a. für die Intralogistik in den Fokus. Anhand eines<br />

Modells, das verschiedene Prozessschritte und Techniken<br />

abbildet – wie etwa Abfüll-, Förder- und Palettiertechnik<br />

sowie Robotik – zeigt Schmersal Komponenten und<br />

Systeme, die nicht nur zur Arbeitssicherheit beitragen,<br />

sondern auch die hohen Anforderungen der Intralogistik<br />

in punkto Ausfallsicherheit und Anlagenproduktivität<br />

erfüllen. Zum ersten Mal demonstriert Schmersal dabei<br />

eine ganz neue Technologie:<br />

Die Position und Stapelhöhe<br />

der von einem Roboter<br />

palettierten Kisten wird über<br />

eine TOF-Kamera überwacht.<br />

Mit dem Time-of-Flight(ToF)-<br />

Verfahren lässt sich ein<br />

3D-Abbild der Szene erzeugen,<br />

das als Punktewolke<br />

vorliegt. Mit ihrer Hilfe können Positionen und Abmessungen<br />

von Objekten ermittelt werden. Eine Software, mit der<br />

man 3-dimensionale Zonen im Raum definieren und<br />

überwachen kann, eröffnet vielfältige Automatisierungslösungen<br />

in der Logistik und Linienfertigung. TOF-Kameras<br />

ermöglichen eine effiziente Datenauswertung in Echtzeit.<br />

Hannover Messe: Halle 9, Stand D09<br />

www.schmersal.com


HANNOVER MESSE<br />

LOW-COST-AUTOMATISIERUNG WIRD NOCH EINFACHER<br />

Auch dieses Jahr präsentiert igus auf der Hannover Messe digitale Produkte und<br />

Lösungen, die helfen, Anwendungen zu verbessern und Kosten zu sparen. Beispiel<br />

Low Cost Automation: Neue Cobots, Software und virtuelle Parallelwelten sorgen<br />

dafür, dass selbst Robotik-Laien in kürzester Zeit in die Automatisierung einsteigen<br />

können. Die Hardware-Basis bilden die Kunststoff-Roboter von igus wie der<br />

neue ReBeL mini. Mit neu entwickelten digitalen Werkzeugen unterstützt igus Unternehmen dabei, schnell und einfach ihre<br />

individuelle Robotik-Hardware zu konfigurieren, zu integrieren und zu steuern. Gemäß der Idee „Play before Pay“ können Anwender<br />

mit der neuen RBTXperience Software über ein 3D-Modell Kameras, Greifer, Roboter, aber auch Maschinengestelle und Förderbänder<br />

kombinieren und erproben. Per Drag-and-drop sich die Komponenten und Aufbauten beliebig anpassen. CAD-Dateien der<br />

Lösungen lassen sich in die eigene Planungssoftware mit einem Klick herunterladen. Und auch die Steuerung von Low Cost<br />

Automation wird vereinfacht. Deshalb bietet igus eine intuitive Software an, mit der sich die Bewegungsabläufe der ReBeL Roboter<br />

anhand von digitalen Zwillingen innerhalb von 30 bis 60 Minuten festlegen lassen – auch ohne Programmierkenntnisse.<br />

Hannover Messe: Halle 6, Stand E26<br />

www.igus.de<br />

INDUSTRIELLE<br />

TRANSFORMATION –<br />

MADE IN OWL<br />

KI und Nachhaltigkeit – das<br />

sind die Schwerpunktthemen,<br />

mit denen sich der Spitzencluster<br />

it‘s OWL auf der Hannover<br />

Messe präsentiert. Auf dem<br />

OWL-Gemeinschaftsstand, der<br />

von der OstWestfalenLippe<br />

GmbH, owl maschinenbau und<br />

dem it‘s OWL Clustermanagement<br />

organisiert wird, zeigen<br />

SEW-EURODRIVE–Driving the world<br />

31 Unternehmen, Forschungseinrichtungen<br />

und Netzwerke<br />

Lösungen und Erfahrungen.<br />

Dabei geht es um maschinelles<br />

Lernen, klimaneutrale Produktion,<br />

innovatives Energiemanagement,<br />

intelligente<br />

Produktentwicklung und die<br />

Arbeitswelt der Zukunft.<br />

An einem Demonstrator der<br />

Fachhochschule Bielefeld<br />

können Messebesucher<br />

beispielsweise erleben, wie<br />

die Ergonomie an industriellen<br />

Arbeitsplätzen durch Motion<br />

Capture analysiert und mithilfe<br />

künstlicher Intelligenz<br />

optimiert wird.<br />

Hannover Messe: Halle 7,<br />

Stand D27<br />

www.its-owl.de<br />

Modernisierung<br />

Retrofit<br />

Ihre altbewährte Anlage bringen wir auf den<br />

neuesten Stand der Technik.<br />

Steigern Sie mit unserem Service Retrofit Ihre Produktivität und Energieeffizienz, senken Sie Ihre Instandhaltungskosten<br />

und profitieren Sie von langfristiger Teileverfügbarkeit. Alles aus einer Hand: persönliche Beratung und Engineering,<br />

modernste Antriebstechnik, Programmierung und Visualisierung sowie die komplette Installation und Inbetriebnahme.<br />

Life Cycle<br />

Services<br />

Der Service Retrofit ist Teil unseres Serviceangebots entlang<br />

des kompletten Anlagenlebenszyklus.<br />

www.sew-eurodrive.de/retrofit-service<br />

Gerne beraten wir Sie auch persönlich.<br />

edg.marktmanagement@sew-eurodrive.de


PRODUCTION EXCELLENCE<br />

FLEXIBLE IIOT-PLATTFORM MACHT ES MÖGLICH<br />

DIGITALISIERUNG LEICHT GEMACHT<br />

PRODUCTION<br />

EXCELLENCE<br />

Jedes produzierende Unternehmen steht im Zuge der<br />

Digitalisierung vor individuellen Herausforderungen. Um die<br />

Hürde möglichst niedrig zu halten, müssen digitale Lösungen<br />

flexibel sein sowie einfach in den bereits existenten Maschinenpark<br />

implementierbar. Ein solches System bietet thyssenkrupp<br />

Materials IoT mit der IIoT-Plattform toii.<br />

12 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


PRODUCTION<br />

EXCELLENCE<br />

– <strong>2023</strong> –<br />

Für diese Serie wählt<br />

das Redaktionsteam<br />

Unternehmen aus, die ihre<br />

Produktionsprozesse im Hinblick<br />

auf Effizienz, Nachhaltigkeit und<br />

Wirtschaftlichkeit konsequent<br />

und vorbildlich optimieren<br />

und damit einen echten<br />

Mehrwert schaffen.<br />

die Verknüpfung von Produktions- und Intralogistikmanagement<br />

transparent, effizient und termingerecht durchgeführt werden.<br />

Neben der Highend-Version bietet toii zudem einfache Einstiege,<br />

was auch bei sehr alten Anlagen ohne elektronische Schnittstellen<br />

die Erfassung von Maschinen- und Betriebsdaten ermöglicht.<br />

Das System beherrscht ca. 100 Schnittstellen, mit deren Hilfe<br />

unterschiedliche Maschinen und ERP- sowie andere IT-Systeme<br />

miteinander kommunizieren und dadurch Produktionsprozesse<br />

verknüpfen und verschlanken können. Mit toii sprechen alle<br />

Maschinen und ERP-Systeme die gleiche Sprache, wo sonst<br />

unterschiedliche Datenformate und Schnittstellen heterogener<br />

Maschinenparks den Weg in die Digitalisierung schwer machten.<br />

Der Teil, der für die Anbindung der Maschinen verantwortlich ist,<br />

entspricht der Rolle eines Dolmetschers.<br />

Auf diese Weise hilft die IIoT-Lösung dabei, Kosten und wertvolle<br />

Zeit zu sparen. Neben der Sammlung und dem Austausch<br />

von Produktionsdaten ermöglicht toii die Automatisierung vieler<br />

Produktionsprozesse ebenso wie die Anbindung von Maschinen-<br />

Wir leben in einer digitalen Welt und sind weltweit<br />

vernetzt. Warum also nicht auch unsere Maschinen?<br />

– Dies fragten sich die Experten von thyssenkrupp<br />

Materials IoT und gingen die Entwicklung<br />

einer entsprechenden Lösung an. Ergebnis ist toii, ein System,<br />

das Produktionsprozesse ganzheitlich digitalisiert.<br />

toii ist ein Manufacturing Execution System (MES) sowie eine<br />

IIoT-Plattform. Die Software beherrscht Maschinen- und<br />

Betriebsdatenerfassung und fügt sich nahtlos in bestehende Produktions-IT<br />

(ERP, CAQ, MES etc.) ein. Dies schafft Transparenz im<br />

Hinblick auf die Produktion durch Dashboards in Echtzeit und ermöglicht<br />

die papierlose Fabrik mit automatisierten Prozessen. In<br />

der Endausbaustufe können durch toii Produktionsaufträge durch<br />

Die IIoT- und MES-Plattform toii<br />

ist auf die Bedürfnisse des<br />

jeweiligen Shopfloors zuschneidbar<br />

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PRODUCTION EXCELLENCE<br />

DIGITALE SILOS ÜBERBRÜCKEN<br />

Mit der Implementierung der toii-Software überbrücken wir digitale Silos und<br />

lassen alle Maschinen und Systeme miteinander eine Sprache sprechen.<br />

Sebastian Lang , Geschäftsführer, thyssenkrupp Materials IoT<br />

parks an die Produktionssteuerung, die Intralogistik oder an ein<br />

Warenwirtschaftssystem. Kurzum: toii verhilft der industriellen<br />

Produktion zum Sprung ins digitale Zeitalter und liefert die<br />

Grundlagen für weitergehende Optimierungen z.B. durch stetig<br />

messbare Lean-Initiativen, Advanced Data Analytics und KI.<br />

ERSTE ERFAHRUNGEN IM EIGENEN<br />

UNTERNEHMEN GESAMMELT<br />

Zunächst wurde toii in verschiedenen Bereichen von thyssenkrupp<br />

ausgerollt. Dazu gehört thyssenkrupp Materials Services: Während<br />

es zuvor schwieriger war, die Produktivität zu bewerten, lässt sich<br />

der Output dank toii heute innerhalb kürzester Zeit und ganz objektiv<br />

anhand von Daten auswerten. Dabei steht eine Vielzahl relevanter<br />

Fragen im Fokus: Wo verliert das Unternehmen Zeit? Wie<br />

effizient sind die Prozesse? Mit der IIoT Plattform können diese<br />

Dinge schnell erfasst und sichtbar gemacht werden.<br />

Bei thyssenkrupp Materials Processing Europe, einer<br />

Geschäftseinheit des Materialhändlers, konnten durch die Technologie<br />

ganz konkrete Erfolge erzielt werden. Die Digitalisierung<br />

der Anlagen durch toii und die Anbindung an die ERP-Systeme<br />

ermöglichen es den Standorten, durch Digitalisierung ganz praktisch<br />

zu profitieren: Produktionsaufträge werden automatisch in<br />

die Maschinensteuerung geschrieben. Mitarbeitende können<br />

sich auf den Kernprozess, das physische Rüsten, konzentrieren,<br />

statt grundsätzlich vorhandene Daten von der Arbeitsvorbereitung<br />

ausgedruckt händisch in die Maschine einzugeben. Auch in<br />

der Qualitätssicherung wird die Arbeit durch Automation<br />

erleichtert. So werden prozessbedingte Stillstandzeiten um mehr<br />

als zehn Prozent gesenkt.<br />

ÜBERZEUGEND IM PRAXISEINSATZ<br />

Langfristige Effekte für die Produktivität wurden auch bei<br />

thyssenkrupp Materials Schweiz erzielt. Das Unternehmen beliefert<br />

Kunden im B2B-Bereich mit hochwertigen Metallen. Neben<br />

dem reinen Vertrieb verfügt der Betrieb auch über einen umfangreichen<br />

Maschinenpark mit vielfältigen Bearbeitungsmöglichkeiten.<br />

Das hohe Qualitätsversprechen des Werkes erfordert eine<br />

durchgehende Maschinenüberwachung und eine schnelle Reaktion<br />

auf Zustandsänderungen.<br />

„Bisher gab es in unserem Betrieb diverse Insellösungen, die<br />

zum Teil vom Maschinenhersteller abhängig waren. Mit toii<br />

können wir nun endlich sämtliche Aggregate online in Echtzeit<br />

vergleichen und auswerten“, beschreibt Andreas Sutter,<br />

Betriebsleiter bei thyssenkrupp Materials Schweiz die Situation.<br />

Dank toii werden heute die Laufzeiten und Verfügbarkeiten aller<br />

Maschinen automatisch erfasst, transparent gemacht und die<br />

Fertigungsprozesse fortlaufend optimiert. Der Effekt: Umfangreiche<br />

Kostensenkung durch schnellere Reaktionen, weniger<br />

Störungen und Ausfälle, effizientere Produktion und produktiverer<br />

Personaleinsatz. „Bei unseren Schweizer Kollegen sehen wir,<br />

wie schon Einstiegslösungen für die Produktionsdigitalisierung<br />

handfeste Verbesserungen liefern,“ sagt Sebastian Lang,<br />

Geschäftsführer von thyssenkrupp Materials IoT. „Die Praxis<br />

zeigt, dass Einsparungen zwischen 10 und 20 Prozent in<br />

Fertigung und Intralogistik möglich sind.“<br />

EFFIZIENT UND TRANSPARENT PRODUZIEREN<br />

Nach dem erfolgreichen Einsatz im eigenen Unternehmen bietet<br />

thyssenkrupp Materials Services die digitale End-to-End-Lösung<br />

auch für externe Kunden an. So setzt beispielsweise Knauf<br />

Interfer, eines der führenden Distributions-, Bearbeitungs- und<br />

Serviceunternehmen für Stahl und Aluminium, bei der Digitalisierung<br />

seiner Service-Center-Aktivitäten auf thyssenkrupp<br />

Materials IoT. Durch die Vernetzung der Fertigung unterstützt<br />

toii den Anbieter von Stahl- und Aluminiumlösungen für die<br />

Industrie dabei, die geplante Produktion effizient und transparent<br />

auszuführen. Somit können exakte Liefer- und Termintreue<br />

sowie höchste Qualität für Kunden gewährleistet werden.<br />

Auch Steel Service Krefeld hat toii eingeführt, um analoge<br />

Maschinen digital zu vernetzen und Daten zur weitergehenden<br />

Verarbeitung zu erheben. Damit ist der Status der Produktion<br />

jeder Maschine jederzeit einsehbar, Einsatz- und Wartungszeiten<br />

können optimiert werden. Steel Service Krefeld vertreibt Maschinen,<br />

Werkzeugstahl und Metallpulver für die additive Fertigung.<br />

Das familiengeführte Unternehmen mit Standorten in Deutschland,<br />

Großbritannien, USA und Kanada ist ein Pionier der Industrie<br />

4.0. So werden im hauseigenen ERP in Krefeld Informationen<br />

von Wareneingang bis Kommissionierung digital erfasst und sind<br />

in Echtzeit im Online-Shop verfügbar.<br />

ZUVERLÄSSIGER BEGLEITER IN<br />

SACHEN DIGITALISIERUNG<br />

„Nach der erfolgreichen internen Nutzung von toii, ist es umso<br />

schöner zu sehen, wie unsere IoT-Lösung nun auch den Alltag in<br />

den Produktionsstandorten unserer Kunden vereinfacht“, freut<br />

sich Sebastian Lang. „Dabei ist uns wichtig, dass wir eine Software<br />

liefern, die sich den Bedürfnissen der Kunden anpasst und<br />

nicht umgekehrt.“ Die Entwicklung innovativer, datengetriebener<br />

Geschäftsmodelle wie toii gehören zur strategischen Weiterentwicklung<br />

„Materials as a Service“ des Materialhändlers. In<br />

diesem Rahmen baut thyssenkrupp Materials Services sein<br />

Supply-Chain-Service-Geschäft konsequent aus. Von der Beratung<br />

über die Implementierung von IIoT- Technologien bis zur<br />

Betreuung während des gesamten Lebenszyklus der Lösungen<br />

und den Betrieb der darunterliegenden Plattform.<br />

Bilder: thyssenkrupp Materials IoT<br />

www.thyssenkrupp-materials-iot.com<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

www.thyssenkrupp-materials-iot.com/toii<br />

14 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


HANNOVER MESSE<br />

ENERGIESPAREN MIT FREQUENZ-UMRICHTERN<br />

Wenn Maschinen und Anlagen nicht verwendet werden, lohnt es sich, diese in einen sicheren Standby-<br />

Betrieb zu fahren, gerade wenn es sich um kurzzeitige Unterbrechungen wie Wochenenden, Produktionspausen<br />

oder Freischichten handelt. Durch die serienmäßige Standbyfunktion in den Movitrac advanced-<br />

Frequenzumrichtern von SEW-Eurodrive lässt sich der Energieverbrauch reduzieren und ein sofortiges<br />

Wiederanfahren der Maschine oder Anlage wird ermöglicht. Zudem optimiert der Frequenzumrichter<br />

den magnetischen Fluss im Motor, wodurch die Magnetisierungsverluste um bis zu 70 % verringert<br />

werden können. Dadurch reduziert sich die Erwärmung des Motors messbar. Movitrac advanced gehört<br />

zum modularen Automatisierungsbaukasten Movi-C. Das Gerät verfügt, wie alle Geräte aus dem Baukasten, über entsprechende<br />

Schnittstellen, wodurch eine vertikale Digitalisierung von der Leitebene bis zum Antrieb möglich ist. So können zum Beispiel eine<br />

automatische Inbetriebnahme oder das Auslesen von motorennahen Sensoren realisiert werden.<br />

Hannover Messe: Halle 6, Stand B26<br />

www.sew-eurodrive.de<br />

SMART-SAFETY-LÖSUNGEN FÜR<br />

INDIVIDUELLE ANFORDERUNGEN<br />

Auf der Hannover Messe präsentiert Euchner seine neuesten<br />

„Smart Safety“-Lösungen. Dazu zählen Neuheiten beim<br />

hochflexiblen Schutztürsystem MGB2 Modular: Euchner<br />

erweitert die Anzahl an Feldbusprotokollen. Neben der<br />

Anbindung an die Busprotokolle Profinet/Profisafe und<br />

Ethercat P/FSoE wird ein Busmodul MBM für den Anschluss an<br />

das sichere Ethercat/FSoE auf den Markt gebracht. Die MGB2<br />

Modular sichert Zugänge in Schutztüren und Zäunen, hinter<br />

denen Gefahrenbereiche von Maschinen und Anlagen<br />

bestehen. Das modular aufgebaute<br />

und individuell gestaltbare<br />

System besteht aus einem<br />

Zuhaltemodul, darin enthaltenen<br />

Submodulen für Bedienund<br />

Anzeigeelemente sowie<br />

optionalen Erweiterungsmodulen.<br />

Dazu wählt der Anwender<br />

das Busmodul MBM für seine<br />

individuelle Anbindung. Das Zuhaltemodul der MGB2 kann an<br />

alle Busmodule direkt angeschlossen oder separat montiert<br />

und mit Kabeln verbunden werden. Der besondere Vorteil<br />

dabei: Beim abgesetzten Busmodul lassen sich gleich mehrere<br />

Zuhaltemodule MGB2 Modular sowie separat montierte<br />

Erweiterungsmodule an dasselbe Busmodul anschließen.<br />

Hannover Messe: Halle 9, Stand D16<br />

www.euchner.de<br />

DIENSTLEISTUNGEN UND SCHULUNGEN<br />

FÜR DIE MASCHINENSICHERHEIT<br />

Ein Highlight des Messeauftritts<br />

von Pilz in Hannover ist<br />

das Experten-Panel rund um<br />

„Safety und Security“ als<br />

Plattform für Wissen und<br />

gemeinsamen Austausch. Im<br />

Mittelpunkt stehen Themen<br />

rund um die Maschinensicherheit<br />

entlang des Maschinen- und Anlagenlebenszyklus.<br />

Warum gibt es keine Safety ohne Security? Welche Konsequenzen<br />

hat die neue EU-Maschinenverordnung? Solche und<br />

weitere Fragen beantwortet das Experten-Team von Pilz<br />

direkt auf dem Messestand. Besucher können sich bei „ihrem“<br />

passenden Vortrag – darunter „Normen der funktionalen<br />

Sicherheit - Änderungen an der ISO 13849-1“ oder „Maschinenrichtlinie<br />

wird zur Maschinenverordnung“ – informieren.<br />

Im Anschluss stehen die Experten für weiter gehende Fragen<br />

sowie individuelle Gespräche zur Verfügung. Mit den neuen<br />

Anforderungen bzw. normativen Vorgaben an die Industrial<br />

Security stehen Hersteller, Integratoren und Betreiber vor der<br />

Frage, wie sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diese<br />

qualifizieren können. Pilz unterstützt hierbei und hat sein<br />

Schulungsangebot für Fachkräfte aktuell um die Weiterbildung<br />

zum Security-Experten erweitert.<br />

Hannover Messe: Halle 9, Stand D17<br />

www.pilz.com<br />

Machen die Sicht frei<br />

DIE DREHFENSTER<br />

SPINVISTA VON HEMA<br />

Wenn Werkzeugmaschinen in Betrieb sind, ist die Sicht in den<br />

Innenraum durch Späneflug und umherspritzendes Kühlschmiermittel<br />

stark eingeschränkt. Das SPINVISTA rotiert mit einer so<br />

hohen Geschwindigkeit, dass Flüssigkeiten und Verschmutzungen<br />

von der Scheibe ferngehalten werden. Das Ergebnis ist ein klarer<br />

Blick auf den Fertigungsprozess.<br />

Aus harteloxiertem<br />

Aluminium<br />

Geringe Aufbauhöhe<br />

HEMA Maschinen- und Apparateschutz GmbH<br />

Am Klinggraben 2 | 63500 Seligenstadt<br />

Tel.: +49 6182 773-0 | info@hema-group.com<br />

www.hema-group.com<br />

Reaktionsschnell<br />

und überspüldicht<br />

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SMART INTRALOGISTIK PRODUKTION<br />

KLUGES ZUSAMMENSPIEL VON KRAN- UND HANDHABUNGSSYSTEMEN<br />

CLEVER KOMBINIERT<br />

Den Neubau einer Produktionshalle nutzte ein Stahlbauer, um den Materialfluss<br />

dort besonders sorgfältig zu planen. Die Herausforderung bestand u.a. darin,<br />

dass Bauteile mit unterschiedlichsten Formen, Abmessungen und Gewichten<br />

zu bewegen sind. Gelöst wurde die Aufgabe durch die clevere Kombination<br />

von Kran- und Handhabungssystemen.<br />

16 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


INTRALOGISTIK<br />

schritte wie Zuschneiden, Schleifen und Richten auf den Einbau<br />

in komplexe Stahlbaukonstruktionen vorbereitet werden.<br />

Hier ging es also erstens darum, möglichst flexible Krananlagen<br />

zu planen, die z.B. auch im Tandembetrieb arbeiten<br />

und die Beschickung der Zuschnittanlagen mit Blechen unterschiedlicher<br />

Größen gewährleisten können. Zweitens sollten<br />

Möglichkeiten geschaffen werden, die zugeschnittenen (d.h.<br />

deutlich kleineren) Bauteile an Bearbeitungsmaschinen im<br />

Sinne einer effizienten Fließfertigung in Losgröße Eins zu<br />

händeln. Der Transport der Komponenten erfolgt daher in zwei<br />

Ebenen: Zum einen sollen Krananlagen die Zuschnittmaschinen<br />

beschicken, und zum anderen sollen Arbeitsplatzkrane bei den<br />

Bearbeitungsschritten unterstützen.<br />

01 Das Krankonzept unterstützt die Mitarbeiter bei der<br />

Beschickung der Arbeitsplätze<br />

02 Das modulare Demag Leichtkransystem KBK und Demag<br />

Kettenzüge DC unterstützen bei Heimann GmbH & Co. KG an<br />

den verschiedenen Arbeitsplätzen<br />

01<br />

D<br />

ie Heimann GmbH & Co. KG fertigt hochwertige Stahlkonstruktionen<br />

für unterschiedlichste Anwendungen –<br />

vom Sonderanlagenbau über den Maschinenbau und<br />

die Kommunaltechnik bis zu kompletten Industriehallen.<br />

Das 1902 gegründet Unternehmen befindet sich in fünfter<br />

Generation im Familienbesitz und hat seinen Sitz in Olbernhau/<br />

Erzgebirge; ein passender Standort, denn hier hat Metallverarbeitung<br />

Tradition. Der Saigerhütten-Komplex in der Stadt gehört seit<br />

2019 sogar zum UNESCO-Welterbe.<br />

Mit einer neuen Halle hat Heimann den zentralen Standort auf<br />

18 000 m² Produktionsfläche erweitert. Die Verantwortlichen des<br />

Unternehmens haben den Materialfluss in der neuen Halle sehr<br />

sorgfältig geplant und dabei der Tatsache Rechnung getragen,<br />

dass Bauteile mit ganz unterschiedlichen Formen, Abmessungen<br />

und Gewichten gehandhabt werden sollen. Hauptsächlich handelt<br />

es sich um Stahlbleche, die durch verschiedene Arbeits-<br />

02<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 17


INTRALOGSITIK<br />

DREI KRANE AUF EINER KRANBAHN<br />

Die Handhabung der aus dem Lager entnommenen Stahlbleche<br />

übernehmen drei Krane auf einer gemeinsamen Kranbahn.<br />

Dabei kommen zwei Einträger- und ein Zweiträger-V-Profilkran<br />

mit 10 bzw. 12,5 Tonnen Tragkraft zum Einsatz. Das gewichtsoptimierte<br />

Design des V-Profils gewährleistet u.a. eine hohe<br />

Tragfähigkeit bei geringem Eigengewicht und ein vermindertes<br />

Pendeln der Last beim Verfahren. Alle drei Krane sind mit stufenlos<br />

regelbaren Kran- und Katzfahrantrieben ausgestattet. Die<br />

Frequenzumrichter der Antriebe stellen für den Bediener eine<br />

erhebliche Erleichterung bei der Vermeidung von Pendelbewegungen<br />

während der Kranfahrt dar.<br />

Beim Handling der Zuschnitte und Komponenten an den<br />

Arbeitsplätzen, erleichtern mehrere Kransysteme aus dem modularen<br />

Kranbaukasten Demag KBK die Arbeit ganz wesentlich und<br />

schaffen zugleich die Voraussetzungen für einen geordneten<br />

Materialfluss. Zwei KBK Einschienenbahnen mit 12 und 29 Metern<br />

Bahnlänge sorgen für einen geordneten Punkt-zu-Punkt-<br />

Transport. Die Stromzufuhr erfolgt über das KBK II-R Profil<br />

jeweils über eine integrierte Schleifleitung. Somit entfallen<br />

äußerlich sichtbare Stromzuführungskabel, wodurch die Gefahr<br />

der Kollision mit eben diesen ausgeschlossen werden kann.<br />

HÄNGEKRANE BESCHICKEN ARBEITSPLÄTZE<br />

Darüber hinaus beschicken KBK Einträger- und Zweiträger-<br />

Hängekrane die Arbeitsplätze bei Heimann. Die Produktionsvorgänge<br />

werden optimal miteinander verknüpft und die Mitarbeiter<br />

transportieren ergonomisch und leichtgängig die Zuschnitte<br />

und Komponenten innerhalb der Produktionslinien.<br />

Die Bahnlänge des KBK-Zweiträgerkrans beträgt 20 Metern, an<br />

denen eine Kranbrücke mit einem Spurmittenmaß von 4,2 Metern<br />

elektrisch verfährt. Angetrieben wird die Brücke von Demag<br />

DRF 200 und einem ZBF63 A 8/2 Fahrmotor mit zweistufigen<br />

Fahrgeschwindigkeiten von 5,00/20,00 m/min. Als Hubwerk setzt<br />

Heimann auf einen leistungsstarken DC-Pro 10-1250 mit zweistufigen<br />

Hubgeschwindigkeiten von 6/1,5 m/min und einer Tragfähigkeit<br />

von 1 250 kg. Der kraftvolle Transport von Rohteilen<br />

und gewichtigen Metallplatten erfolgt somit entlang der Arbeitsplätze<br />

Entgraten und Fasen.<br />

KETTENZÜGE ZUR FEINPOSITIONIERUNG<br />

Insgesamt neun Kettenzüge vom Typ Demag Manulift der beiden<br />

KBK-Systeme werden nicht nur ergonomisch, sondern einhändig<br />

mit dem Handgriff betätigt. Der Bediener benötigt hierzu keine<br />

DREI FRAGEN AN TILO KUPFER,<br />

ZUSTÄNDIGER DEMAG-VERTRIEBSINGENIEUR<br />

BEIM PROJEKT HEIMANN<br />

Herr Kupfer, welche Informationen sammeln Sie<br />

bei einem ersten Kundentermin?<br />

Zunächst beschreibt der Kunde, welche Prozesse er in der<br />

neuen Halle oder mit den neuen Hebezeugen durchführen<br />

möchte und wo die Hebevorgänge stattfinden. Die Eigenschaften<br />

des Lagergutes – insbesondere die Abmessungen<br />

und Gewichte – spielen eine Rolle und ebenso die Ziele, die<br />

der Anwender z.B. im Hinblick auf Flexibilität und Durchsatz<br />

erreichen möchte. Daraus ergibt sich schon ein Grundkonzept<br />

für die Auswahl und Anzahl der Krane bzw. des KBK-<br />

Systems, das im Laufe des Projektes immer weiter verfeinert<br />

wird. Dabei geht es u.a. um die Aspekte Sicherheit, Ergonomie<br />

und Bedienung. Werden stufenlos regelbare Antriebe<br />

gewünscht, welche Positioniergenauigkeit ist erforderlich,<br />

welche Anschlag- und Lastaufnahmemittel kommen zum<br />

Einsatz? Sollen Krane im Tandem arbeiten? Werden Lasten<br />

gewendet? All das sind Fragen, die geklärt werden müssen,<br />

bevor wir in die Ausarbeitung des Konzeptes gehen.<br />

Welche Produktmerkmale sind bei den Anlagen<br />

bei Heimann besonders erwähnenswert?<br />

Bei Heimann werden zum Teil sehr großformatige und schwere<br />

Stahlbleche für die Weiterverarbeitung z.B. im Hallenbau<br />

vorbereitet – mit Arbeitsgängen wie Brennschneiden und<br />

Richten. Die Umgebungsbedingungen sind eher rau, und von<br />

den Kranen wird hohe Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit erwartet.<br />

Erwähnenswert ist sicherlich die große Bandbreite der<br />

Demag-Produkte in verschiedenen Bereichen des Unternehmens.<br />

Wir haben Ein- und Zweiträgerkrane mit Kasten- und<br />

mit V-Profil sowie mehrere Systeme aus dem KBK-Baukasten.<br />

Heimann legt größten Wert auf Sicherheit und Ergonomie,<br />

auch deshalb haben wir für jede hebetechnische Aufgabe und<br />

jeden Arbeitsplatz ein passgenaues System ausgewählt. Wichtig<br />

war auch, dass sich der Bediener bei einem Arbeitsplatzwechsel<br />

„zu Hause“ und sicher fühlt, da er in jeder Halle ähnliche<br />

Hebezeuge nutzen kann. Dazu gehört das Manulift-<br />

System, das eine ergonomische Bedienung gewährleistet und<br />

das hier auch in der größten Baugröße eingesetzt wird, um<br />

Teile bis 500 kg einhändig handhaben zu können.<br />

Welche Anforderung war bei dem<br />

Projekt besonders spannend?<br />

Spannend bei der Planung des KBK-Systems war aus meiner<br />

Sicht die unmittelbar parallele Anordnung von Kranen und<br />

Einschienenbahn. Damit haben wir die Voraussetzung<br />

geschaffen, dass die Bediener Werkstücke ohne Absetzen in<br />

die Arbeitsbereiche übergeben können. Eine Herausforderung<br />

für die Projektierung eines der beiden V-Profilkrane<br />

war die Möglichkeit, zwei Katzen sowohl separat als auch im<br />

Tandembetrieb zu steuern. So können flächige Blechteile<br />

oder auch instabile lange Bauelemente sicher und präzise<br />

gehandhabt werden.<br />

18 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


Nächste Messe:<br />

25.<strong>04</strong>.-27.<strong>04</strong>.<strong>2023</strong> LogiMAT<br />

03<br />

03 Mit dem Demag<br />

Manulift können die<br />

Mitarbeiter einhändig die<br />

Komponenten leichtgängig<br />

aufnehmen, transportieren<br />

und positionieren<br />

separate Steuereinheit, sondern manipuliert die Last über die im Laststrang<br />

integrierte Steuereinheit mit Schaltwippen – und das leichtgängig mit dem<br />

Daumen. Die Steuereinheit ist sowohl für Links- als auch Rechtshänder geeignet,<br />

so dass jeder Kranbediener gleichermaßen ergonomisch arbeitet.<br />

Zur Feinpositionierung der Komponenten am Arbeitsplatz dient der Manulift<br />

u.a. entlang verschiedener Fertigungszentren und als Katze für KBK-Einträgerkrane<br />

mit unterschiedlichen Kranbahnlängen und Spurmittenmaßen.<br />

Dabei stechen zwei mit 1,1 Meter Spannweite besonders kurze Kranträger ins<br />

Auge. Diese unterstützen dabei, produzierte Metallteile von einer Palette auf<br />

das Rollband einer Walzenrichtmaschine und nach dem Produktionsschritt<br />

wieder auf eine Palette zu verladen.<br />

Das<br />

nach da?<br />

Läuft.<br />

BESONDERHEITEN BEI DER PROJEKTIERUNG<br />

Bei der Projektierung der Krane und der KBK-Systeme legten die Planer von<br />

Demag und die Entscheider von Heimann sehr großen Wert auf die Gestaltung<br />

der Übergabepunkte. So entstand ein ganzheitliches Transportsystem,<br />

das hoch flexibel alle Anforderungen an die jeweilige Hebe- und Handhabungs-Aufgabe<br />

erfüllt – bei ganz unterschiedlichem und oft sehr sperrigem<br />

Handling-Gut. Außerdem wurde das KBK-System perfekt in die Produktionsumgebung<br />

integriert – teilweise sogar in die umhausten Arbeitsbereiche von<br />

Maschinen, z.B. bei der Richtanlage.<br />

Hohe Anforderungen stellt Heimann an die Sicherheit. Alle Krane sind mit<br />

der von Demag entwickelten SafeControl-Steuerung ausgestattet, die alle relevanten<br />

Kranfunktionen und -bewegungen einschließlich der überlagerten<br />

Bewegungen sicherheitsgerichtet und stetig überwacht. Die Steuerung schafft<br />

auch die Voraussetzung dafür, dass bei einem der beiden Zweiträger-V-Profilkrane<br />

zwei Katzen im Tandembetrieb arbeiten können: eine sinnvolle Option<br />

insbesondere dann, wenn lange Stahlbleche und -profile gehandhabt und<br />

zugeschnitten werden sollen.<br />

Bilder: Demag Cranes<br />

www.demagcranes.de<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

bit.ly/3kYJ0Om<br />

Wir beraten Sie gerne.<br />

www.haro-gruppe.de


INTRALOGISTIK<br />

PIEZO-INKJETSYSTEM FÜR DEN GROSSSCHRIFTDRUCK<br />

EINE ECHTE ALTERNATIVE ZUR ETIKETTIERUNG<br />

Der Zauberstab ist Laien- und Profiköchen gleichermaßen ein Begriff.<br />

Erfunden wurde die kleine Küchenmaschine im Jahr 1953 von dem<br />

Schweizer Ingenieur Roger Perrinjaquet. Und bis<br />

heute werden die Geräte zu 100 Prozent in<br />

der Schweiz produziert. Zur großformatigen<br />

Bedruckung der Kartonagen, in die die<br />

Zauberstäbe nach der Produktion verpackt<br />

werden, setzt der Hersteller auf Lösungen des<br />

Kennzeichnungsspezialisten Bluhm Systeme.<br />

20 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


INTRALOGISTIK<br />

Wir fertigen alle Teile für unsere Produkte in der<br />

Schweiz, wickeln die Motoren selbst und haben<br />

höchste Qualitätsstandards“, erklärt Erich Eigenmann,<br />

CEO der Esge AG. Vom Schweizerischen<br />

Mettlen aus werden die Küchengeräte in über 40 Länder exportiert.<br />

„Zur Vereinfachung von Handling und Lagerverwaltung wünschen<br />

unsere Kunden und Distributoren, dass wir unsere Umkartons mit<br />

EAN-Codes versehen“, ergänzt COO Marcel Buff. Das erledigen<br />

mehrere Drucksysteme des Kennzeichnungstechnikanbieters<br />

Bluhm Systeme.<br />

GROSSFORMATIGE BEDRUCKUNG<br />

ERSETZT ETIKETTEN<br />

DAS REZIRKULIERENDE<br />

TINTENSYSTEM SORGT DAFÜR,<br />

DASS KEINE DÜSEN AUSFALLEN<br />

Nach der Produktion verpacken die Esge-Mitarbeiterinnen die<br />

Zauberstäbe in Umkartons. Damit das Unternehmen nur eine<br />

Art dieser Kartons bevorraten muss, werden die neutralen<br />

Kartonagen individuell mit inhaltsspezifischen Informationen<br />

bedruckt. Das sind je nach Kundenwunsch zum Beispiel Artikelbezeichnung,<br />

Artikelnummer und Gewicht in Klarschrift<br />

sowie verschlüsselt als EAN-Code. Diese Informationsfülle<br />

bedingt eine relativ große Druckfläche. Hierzu setzt Esge ein<br />

Piezo-Inkjetsystem ein, das die Markoprint-Sparte von Bluhm<br />

Systeme gemeinsam mit dem Tintenhersteller Seiko entwickelt<br />

hat. Denn dieser sogenannte Markoprint Integra PP 108 ermöglicht<br />

den Großschriftdruck mit Schrifthöhen von bis zu<br />

108 Millimetern und bietet so eine echte Alternative zur kostenintensiveren<br />

Etikettierung.<br />

DRUCK AUF ZWEI SEITEN MIT<br />

IDENTISCHEN INFORMATIONEN<br />

Damit der Inhalt der Kartonagen je nach Stapelung oder Lagerung<br />

von mehreren Seiten auslesbar bleibt, werden die Umkartons bei<br />

Esge auf zwei Seiten mit den identischen Informationen bedruckt.<br />

Dazu wurden die Druckköpfe zweier Systeme seitlich an<br />

ein Förderband montiert. So können sie die Kartonagen automatisch<br />

bedrucken, während sie sich an ihnen vorbei bewegen.<br />

Nachdem die Kartons den ersten Drucker passiert haben, gelangen<br />

sie auf den Teil des Förderbandes, der im 90-Grad-Winkel montiert<br />

wurde. Sie passieren den zweiten Drucker, werden von der zweiten<br />

Seite bedruckt und gelangen zum Warenausgang.<br />

„Pro Band bedrucken wir täglich 1 500 Kartons – das macht<br />

300 000 Kartons im Jahr“, erläutert Marcel Buff. Für die Integra<br />

PP 108-Drucker stellt das kein Problem dar. Sie bringen Informationen<br />

mit 150 Metern pro Minute bei 360 dpi überdurchschnittlich<br />

schnell auf saugfähige Oberflächen auf. Dabei sind<br />

blitzschnelle Textwechsel mit mehr als 50 variablen Daten pro<br />

Sekunde möglich.<br />

fach und sehr schnell auf die Systeme<br />

übertragbar sind“, erinnert sich Marcel<br />

Buff. Die Bedienung der Geräte erfolgt<br />

direkt von den Produktionsmitarbeiterinnen.<br />

Sie wählen den jeweiligen Druckauftrag<br />

bequem am PC aus und steuern so die<br />

Drucker an.<br />

Aber auch im Betrieb sind die Integra<br />

PP 108-Systeme äußerst pflegeleicht. Das<br />

rezirkulierende Tintensystem sorgt zum<br />

Beispiel dafür, dass keine Düsen ausfallen<br />

und das Druckbild jederzeit gestochen<br />

scharf bleibt. Da die Tinte im laufenden<br />

Betrieb nachgefüllt werden kann, kommt es<br />

nicht zu Produktionsunterbrechungen.<br />

UV-TINTE FÜR NICHT<br />

SAUGFÄHIGE OBERFLÄCHEN<br />

Neben Kartonagen bedrucken die Piezo-Drucker<br />

auf Wunsch auch nicht saugfähige Oberflächen<br />

zuverlässig und abriebfest. Dazu nutzen sie eine<br />

UV-Tinte, die unter UV-Licht innerhalb von Millisekunden<br />

austrocknet. Eine Besonderheit ist die<br />

Bicolor-Variante des PP 108, die zwei Tintenfarben<br />

gleichzeitig verwendet. Dies ermöglicht zum<br />

Beispiel Kennzeichnungen in Schwarz und Rot mit<br />

nur einem Gerät. Weitere verfügbare Farben sind<br />

Grün und Blau.<br />

Bilder: Bluhm Systeme GmbH, Esge AG<br />

www.bluhmsysteme.com<br />

AUTORIN<br />

Antoinette Aufdermauer, Redakteurin<br />

Bluhm Systeme GmbH, Rheinbreitbach<br />

SCHRIFTGRÖSSEN<br />

BIS 108 MM DRUCKEN<br />

Mit Schrifthöhen von bis zu 108 mm ohne<br />

Versatz ermöglicht der Integra PP 108 den<br />

in manchen Branchen erforderlichen<br />

Großschriftdruck. Auf Wunsch druckt er<br />

aber auch ganz klein: Die geringstmögliche<br />

Schrifthöhe beträgt nur einen Millimeter.<br />

Damit lässt sich der hochauflösende Druck<br />

von Grafiken und Logos realisieren.<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

AUTOMATISCHE ÜBERMITTLUNG<br />

DER DRUCKDATEN<br />

Entscheidend für die Auswahl der Drucksysteme waren auch die<br />

Schnittstellen. „Uns war es sehr wichtig, dass die Druckdaten ein-<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 21


INTRALOGISTIK<br />

01<br />

KEIN BUSSGELD DANK VAKUUM-SCHLAUCHHEBER MIT INTEGRIERTER WÄGEZELLE<br />

GEWICHT UNTER KONTROLLE<br />

100 Gramm zu viel bedeuten über 100 Schweizer Franken Bußgeld beim Versand.<br />

Den Logistikern eines Schweizer Unternehmens war das ein Dorn im Auge, und so bannt<br />

ein neuer Schlauchheber mit integrierter Gewichtskontrolle nicht nur die Gefahr von<br />

überhöhten Portokosten, sondern schont auch die Fachkräfte beim Kommissionieren.<br />

Den Firmensitz der Nahrin AG in Sarnen verlassen nicht<br />

nur selbst produzierte Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel<br />

wie Bouillons, Kräutersalz oder Functional<br />

Food – Nahrin verantwortet seit 15 Jahren auch die<br />

Logistik für die Schweizer Anifit AG, einem Hersteller von artgerechtem<br />

Hunde- und Katzenfutter. „Im Kommissionier- und<br />

Packbereich für Anifit verpacken vier bis fünf Arbeiterinnen pro<br />

Tag bis zu 600 Päckli“, erklärt Bruno Berchtold, Leiter der Logistik<br />

bei Nahrin. Einzelne Futtersäcke wiegen zwischen 15 und 25 kg,<br />

die versandfertigen Kartons dürfen maximal 30 kg auf die Waage<br />

bringen. Dass die Pakete manchmal die Obergrenze überschritten,<br />

ging nicht nur auf Kosten der Rückengesundheit der<br />

Mitarbeitenden, wie Bruno Berchtold später erklären wird.<br />

„Früher musste alles von Hand getragen und eingepackt werden.<br />

Die besonders schweren Säcke trugen dann zwei Personen. Das<br />

kostete Kraft und Zeit, die am Ende des Tages fehlte“, erzählt<br />

Berchtold.<br />

Um die körperlich anstrengende Arbeit zu erleichtern, investierte<br />

Nahrin vor rund acht Jahren in einen Vakuum-Schlauchheber<br />

der J. Schmalz GmbH. „Das Prinzip – heben mit Vakuum –<br />

und die ergonomische Handhabung überzeugten schon damals.<br />

Allerdings stießen die bisherigen Greifer mit der Zeit an ihre<br />

Grenzen, gerade wenn es um das Heben der besonders schweren<br />

und großen Kartons ging“, gibt der Logistik-Leiter die Erfahrungen<br />

seines Vorgängers wieder.<br />

HUBEINHEIT MIT INTEGRIERTER WÄGEZELLE<br />

GIBT GRÜNES LICHT<br />

So wandte sich Nahrin Anfang 2021 mit zwei Herausforderungen<br />

an Schmalz: Ein leistungsfähigerer Greifer musste her sowie eine<br />

Lösung, um die vorgegebene Gewichtsgrenze zuverlässig einzuhalten.<br />

„Jedes Gramm zu viel kostet uns Geld, denn die Schweizer<br />

Post setzt ihre vorgegebenen Kilo-Grenzen streng mit hohen<br />

Bußgeldern durch“, greift Berchtold schließlich auf, warum dem<br />

Unternehmen die Gewichtskontrolle so wichtig ist.<br />

Die Vakuum-Experten empfahlen ein Produkt, das kurz vor der<br />

Markteinführung stand. Sie machten die Schweizer damit zum<br />

ersten Prototypkunden des JumboFlex Weight-Control. In der<br />

Hubeinheit ist eine Wägezelle integriert, die während des Hebevorgangs<br />

das Gewicht der angehängten Last misst und auf einem<br />

Display am Bediengriff direkt anzeigt. „Wir geben einfach das<br />

maximal zulässige Gewicht ein. Nach dem Greifen des Kartons<br />

führt die Packerin den JumboFlex in dessen oberste Position,<br />

22 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


INTRALOGISTIK<br />

02<br />

01 Bis zu 560 Pakete pro Tag kommissionieren die Nahrin-Mitarbeiterinnen für<br />

Anifit; bei der Einhaltung der Gewichtslimits unterstützt der Vakuum-Schlauchheber<br />

02 Der Multigreifer ergänzt den Schlauchheber JumboFlex Weight-Control ideal:<br />

Er hat ein geringes Eigengewicht und greift selbst biegeschlaffe Kartons zuverlässig<br />

lässt ihn kurz los und sieht sofort an der Farbe des Leuchtstreifens, ob das Paket zu<br />

schwer ist. Dann muss sie den Inhalt auf zwei Versandeinheiten verteilen“, erklärt<br />

Berchtold. Der ganze Vorgang dauert nur wenige Sekunden und ist nach Angaben<br />

des Logistikers absolut treffsicher.<br />

Bei der Installation musste Nahrin allerdings auf eine Sache achten: Da das Ablesen<br />

des Gewichts nur in der obersten Position möglich ist, galt es, den Vakuum-<br />

Schlauchheber so aufzuhängen, dass die Fachkräfte die Bedieneinheit jederzeit<br />

gut erreichen können. Da die Decken im Anifit-Kommissionierbereich höher sind,<br />

brachte Schmalz den JumboFlex mit einer Abhängung auf die richtige Höhe.<br />

NEUER MULTIGREIFER PACKT SICHER ZU<br />

Auch in puncto Lastaufnahmemittel gab es eine Veränderung: Der neue Multigreifer<br />

nimmt Kartons unterschiedlicher Größe zuverlässig auf. Er ist dank additiver<br />

Fertigung besonders leicht und kompakt und greift auch sicher zu, wenn der<br />

Karton etwas kleiner als die Saugerfläche ist. Da nur 75 Prozent davon belegt sein<br />

müssen, können die Packerinnen flexibel greifen und arbeiten stets ergonomisch<br />

– ohne den Greifer für kleinere Kartons wechseln zu müssen.<br />

Seit April 2021 ist der JumboFlex Weight-Control nun in Sarnen im Einsatz. „Die<br />

Gewichtskontrolle arbeitete von Anfang an exakt, und wir mussten keine Bußgelder<br />

mehr zahlen, seit der neue Schlauchheber im Dienst ist“, berichtet<br />

Berchtold. Das System sei flexibel, effizient und einfach zu bedienen, was auch die<br />

Arbeitsabläufe beschleunigt und die Prozesssicherheit erhöht. „Die hochgerechnet<br />

80 000 Päckli pro Jahr sind somit ergonomisch zu bewältigen, ohne unnötig<br />

Kosten, Kraft oder Zeit zu investieren“, sagt Bruno Berchtold abschließend.<br />

Bilder: J. Schmalz GmbH<br />

www.schmalz.com<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

10 Pro-Tester<br />

gesucht!<br />

Sind Sie Elektro-Profi und brauchen eine<br />

robuste Ausrüstung? Dann machen Sie<br />

jetzt den Pro-Test und sagen Sie uns Ihre<br />

Meinung. Testen Sie:<br />

• Ein P-touch E550WVP und die<br />

Pro Label Tool App zum Erstellen<br />

der Etiketten. Das Beschriftungsgerät<br />

ist mit seinen Gummiprotektoren<br />

besonders robust.<br />

• Ein Gigaset GX4. Das Outdoor-<br />

Smartphone ist gemäß Militärstandard<br />

MIL-STD 810H und<br />

IP68 extrem widerstandsfähig.<br />

Unser Dankeschön für ihre Mitwirkung:<br />

Sie dürfen das Testpaket im Gesamtwert<br />

von über € 600 (UVP inkl. MwSt.)<br />

behalten. Es gelten Teilnahmebedingungen.<br />

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Jetzte QR-Code scannen<br />

und bewerben:<br />

www.brother.de/pro-tester


INTRALOGISTIK<br />

01<br />

02<br />

MEHRSTATIONS-ZUGANGSSICHERUNG IN DER GABELSTAPLERLOGISTIK<br />

PERSON ODER FAHRZEUG?<br />

Interagieren Flurförderfahrzeuge an Übergabestationen mit direkter Anbindung<br />

an einen Gefährdungsbereich, darf es für einen sicheren und zugleich effizienten<br />

Betrieb keine Kompromisse geben: Das Sicherheitssystem muss über den<br />

gesamten Bereich zuverlässig zwischen Gabelstaplern und eventuell ebenfalls<br />

anwesenden Personen unterscheiden. Genau das ermöglicht eine Sicherheitslösung<br />

für die Mehrstations-Zugangssicherung.<br />

Übergabestationen sind oft direkt an Gefährdungsbereiche<br />

angegliedert. Hier schleusen Flurförderfahrzeuge<br />

Material ein und aus. Diese Bereiche können durch die<br />

angrenzende Maschine oder durch Querförderer, die die<br />

Übergabestationen beschicken, gefährlich für Personen in der<br />

unmittelbaren Nähe sein. Sowohl Hersteller als auch Betreiber<br />

sind deshalb dafür verantwortlich, den Zugang zu den Maschinen<br />

und Übergabestationen abzusichern.<br />

Die Herausforderung liegt darin, im laufenden Betrieb maximale<br />

Effizienz sicherzustellen und zugleich Bediener und andere<br />

Personen zu schützen. Dafür ist es erforderlich, dass das<br />

Sicherheitskonzept zuverlässig zwischen Gabelstapler und<br />

Personen unterscheiden kann. Dabei sind vor allem zwei Sicherheitsfunktionen<br />

relevant: das rechtzeitige Stoppen der gefähr-<br />

lichen Bewegung und die Zugangsfreigabe zum Gefährdungsbereich<br />

ausschließlich für spezifizierte Gabelstapler.<br />

Um solche Übergabestationen gegen den Zugang von Personen<br />

zu sichern und ausschließlich für Gabelstapler freizugeben,<br />

sind unterschiedliche Konzepte denkbar und im Einsatz. Deren<br />

sicherheitstechnische Bewertung offenbart jedoch oft große<br />

Unterschiede bezüglich der Restrisiken. Und sie kann sogar dazu<br />

führen, dass sich ein Konzept als unzureichend erweist.<br />

KONVENTIONELLES MUTING<br />

MIT HOHEM RESTRISIKO<br />

Ein naheliegender Ansatz setzt auf eine Art „Muting“ mit Induktionsschleifen<br />

als Triggersignal. Durch die Induktionsschleifen,<br />

24 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


INTRALOGISTIK<br />

01 Die sequenz- und zeitgesteuerte Schutzfeldanpassung von<br />

Leuze unterscheidet zuverlässig zwischen Gabelstapler und Bediener;<br />

Gabelstapler können unterbrechungsfrei ein- und ausfahren und<br />

alle Stationen gleichzeitig und unabhängig voneinander nutzen<br />

02 Sicherheits-Laserscanner mit vertikal ausgerichtetem<br />

Schutzfeld sichern den Zugang<br />

die vor jeder Übergabestation als „Muting-Sensoren“ in den Boden<br />

eingelassen sind, lässt sich prinzipiell zwischen Staplern und<br />

Personen unterscheiden. Allerdings braucht es für eine sichere<br />

Differenzierung in der Regel zusätzliche Auswertemaßnahmen.<br />

Das wesentlichere KO-Kriterium für diesen Ansatz sind aber<br />

letztlich die normativen Muting-Anforderungen wie die<br />

IEC 62<strong>04</strong>6, die nicht erfüllt werden. Denn werden alle Übergabestationen<br />

gemeinsam durch eine für Muting verwendete optoelektronische<br />

Schutzeinrichtung (AOPD) gesichert, wird bei<br />

Anwesenheit eines Gabelstaplers auf einem Schleifenpaar die<br />

Muting-Funktion für den gesamten Bereich – also über alle Stationen<br />

hinweg – ausgelöst. In diesem Moment können unbewusst<br />

und unerkannt zusammen mit dem Gabelstapler auch Personen<br />

in den Gefährdungsbereich gelangen.<br />

DAS SICHERHEITSKONZEPT<br />

ERFÜLLT PERFORMANCE LEVEL D<br />

NACH EN ISO 13849-1<br />

Solange der Stapler auf den Induktionsschleifen steht, wäre die<br />

Muting-Funktion aktiv und die Sicherheitsfunktion der AOPD<br />

überbrückt. Gleichzeitig wären die seitlichen Abstände zwischen<br />

dem Muting-Objekt (hier: Gabelstapler) und der feststehenden<br />

Begrenzung aber viel zu groß und somit nicht mehr normkonform.<br />

Somit ist ein klassischer Muting-Ansatz für diese Art von<br />

Anwendung nicht geeignet. Neben dem hohen Aufwand für die<br />

Installation der Induktionsschleifen sind Restrisiken und die<br />

Nicht-Einhaltung der normativen Muting-Vorgaben vorhanden.<br />

MEHR SICHERHEIT DURCH<br />

INTELLIGENTE KONZEPTE<br />

Ein besserer Ansatz zur Mehrstations-Zugangssicherung in der<br />

Gabelstapler-Logistik setzt auf eine sequenz- und zeitüberwachte<br />

sowie bereichsgenaue Schutzfeldanpassung. Das ist ein<br />

wesentlicher Unterschied zum Muting-Konzept, das primär zeitgesteuert<br />

und vollflächig funktioniert. Das Prinzip: Sicherheits-<br />

Laserscanner mit vertikal ausgerichteten Schutzfeldern sichern<br />

den Zugangsbereich für alle Übergabestationen ab.<br />

Pro Station überwachen zusätzliche Sensoren die Einfahrt der<br />

Gabelstapler und liefern diese Informationen an das Sicherheitssystem.<br />

Diese erkennen, wenn ein Gabelstapler von vorn in die<br />

Übergabestation einfährt. Nur in diesem Fall gibt das Sicherheitskonzept<br />

exakt für diese eine Station einen definierten Bereich im<br />

Schutzfeld frei. Alle anderen Stationen bleiben während dieses<br />

Vorgangs weiterhin durch die eigenen noch aktiven Schutzfelder<br />

gesichert. Sobald der Gabelstapler den Übergabebereich verlassen<br />

hat, wird das Schutzfeld wieder in seinen ursprünglichen<br />

Zustand zurückgesetzt und damit wieder der gesamte Bereich<br />

abgesichert. Hierbei kann ein Leuze-Sicherheits-Laserscanner<br />

aufgrund seiner Funktionalität gleichzeitig mehrere Übergabestationen<br />

sichern.<br />

Ein weiterer Vorteil dieser Lösung: Das Sicherheitskonzept<br />

ermöglicht den Warenumschlag an dafür vorgesehenen Übergabestationen,<br />

die sich hinter einem optoelektronischen Schutzfeld<br />

befinden, ohne den Arbeitsprozess der angrenzenden<br />

Maschine zu unterbrechen. Alle Stationen lassen sich gleichzeitig<br />

und unabhängig voneinander nutzen. Bei diesem Sicherheitskonzept<br />

sind Verkehrs- und Übergabebereich sicher getrennt –<br />

das ermöglicht optimale Arbeitsabläufe. Vor allem unterscheidet<br />

es zuverlässig zwischen Gabelstapler und Bediener.<br />

Die Schutzfelder zur Zugangssicherung sind so zu positionieren,<br />

dass der notwendige Sicherheitsabstand zum Gefährdungsbereich<br />

eingehalten wird. Dabei ist die Nachlaufzeit der gefährlichen<br />

Bewegung zu berücksichtigen. Hier gelten die Anforderungen<br />

gemäß EN ISO 13855 und EN ISO 13857. Damit das<br />

System die Gabelstapler zuverlässig erkennt, sollten Anlagenbetreiber<br />

Stapler mit ähnlicher Größe und Form einsetzen. Außerdem<br />

müssen die Fahrzeuge mit einer Mindestgeschwindigkeit in<br />

die Übergabestation einfahren, um als solche erkannt zu werden.<br />

OPTIMAL KOMBINIERT: LASER,<br />

ULTRASCHALL UND RADAR<br />

Die Sensor People von Leuze bieten dieses Konzept als Sicherheitslösung<br />

im Komplettpaket an. Eine zentrale Komponente<br />

sind die Sicherheits-Laserscanner RSL 400. Sie werden vertikal<br />

oberhalb der Übergabestationen installiert und sichern so den<br />

gesamten Zugangsbereich ab. Praktisch dabei: Ein RSL 400 kann<br />

durch die Reichweite von bis zu 8,25 Metern und dem parallelen<br />

Betrieb unterschiedlicher Schutzfelder mehrere Übergabestationen<br />

gleichzeitig sichern. Das reduziert den Installationsaufwand<br />

und trägt zu einem kostenoptimierten Systemdesign bei.<br />

Die zur jeweiligen Anlage passenden Schutzfeldkonfigurationen<br />

passen die Leuze-Projektteams flexibel an die Gegebenheiten<br />

vor Ort an. Die Sicherheits-Laserscanner zeichnen sich<br />

durch ihren robusten Betrieb aus. Objekte wie Staub und Partikel<br />

filtern sie dank der hohen Winkelauflösung von 0,1 Grad aus –<br />

das ist eine etwa drei Mal höhere Abtastung als bei konventionellen<br />

Scannern. Weitere Komponenten der Sicherheitslösung sind<br />

Ultraschall- und Radarsensoren, die pro Station eingesetzt<br />

werden. Zur Steuerung des Gesamtsystems kommt eine Siemens-<br />

Sicherheitssteuerung mit zugehörigem Leuze-Sicherheitsprogramm<br />

zum Einsatz.<br />

Für Anlagenbetreiber macht sich dieser Ansatz zur Mehrstations-Zugangssicherung<br />

bezahlt: Sie eignet sich sowohl zur<br />

Nachrüstung im Bestand als auch für neue Anlagen. Zwischen<br />

Gabelstapler und Bediener wird zuverlässig unterschieden und<br />

der laufende Betrieb nicht beeinträchtigt. Auch der Umgehungsschutz<br />

ist optimiert, Manipulationen werden erschwert.<br />

Das Sicherheitskonzept erfüllt Performance Level d nach<br />

EN ISO 13849-1 und leistet so einen hohen Beitrag, um die<br />

Risiken an Übergabestationen zu reduzieren. Das Sicherheits-<br />

Integritätslevel gemäß EN IEC 62061 beträgt SIL 2. Darüber<br />

hinaus lässt sich die Lösung jederzeit einfach auf die Anzahl der<br />

Stationen skalieren – das bietet Flexibilität auch für spätere<br />

Erweiterungen.<br />

Bilder: Leuze<br />

www.leuze.com<br />

AUTOR<br />

Matthias Bristle<br />

Produktmanager Safety Solutions<br />

Leuze electronic GmbH + Co. KG, Owen<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 25


INTRALOGISTIK<br />

TREFFPUNKT DER INTRALOGISTIKWELT<br />

Vom 25. bis 27. April öffnet die LogiMAT <strong>2023</strong>, Internationale Fachmesse für Intralogistik-<br />

Lösungen und Prozessmanagement, ihre Tore auf dem Stuttgarter Messegelände. Unter<br />

dem Motto „Hands-on Innovation: Connecting Smart Networks!“ trifft sich in zehn prall<br />

gefüllten Hallen die internationale Intralogistikwelt. Auf 125 000 m² Gesamtfläche des<br />

komplett ausgebuchten Messegeländes (+ 7 % ggü. Vorjahr) präsentieren mehr als 1 500 Aussteller ihre aktuelle Palette an<br />

Produkten, Systemen und Lösungen für effiziente Intralogistikprozesse. Die Messe bietet einen vollständigen Marktüberblick<br />

über alles, was die Intralogistik-Branche von der Beschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung bewegt. „Jede<br />

vertrauensvolle Geschäftsbeziehung beginnt mit einem persönlichen Gespräch“, erläutert Messeleiter Michael Ruchty,<br />

Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH, München, das Messemotto. „Die LogiMAT bietet wieder die hervorragende Chance,<br />

sich vor Ort mit wichtigen nationalen und internationalen Playern der unterschiedlichsten Branchenbereiche persönlich<br />

auszutauschen, zu vernetzen und wichtige strategische Allianzen einzugehen.“<br />

www.logimat-messe.de<br />

LÖSUNGEN FÜR MEHR EFFIZIENZ IM VERPACKUNGSPROZESS<br />

Mit einer automatisierten Intralogistikanlage, die den kompletten Verpackungsprozess bis<br />

zur Versandbereitstellung abbildet, möchte AMI Förder- und Lagertechnik auf der LogiMAT<br />

(Halle 1, Stand C03 ) Potenziale für effizienten und nachhaltigen Betrieb aufzeigen. Am<br />

Packtisch wird das Produkt kommissioniert und per Handscanner ins System aufgenommen.<br />

Ein automatischer Kartonverschließer verpackt dann das Produkt, bevor es über einen<br />

Drehtisch in den Rundlauf gelangt. Die mit Durchlaufwaage und Volumenmessgerät<br />

ermittelten Werte werden auf ein Etikett gedruckt und appliziert. Per Farbsensor und<br />

Barcodeleser werden Daten erfasst, unterschiedliche Ladungsträger erkannt und über Pop-Up-Sorter und 400-V-Drehtisch<br />

ausgeschleust. Nach automatischem Umreifen landen die Pakete und KLT entweder über einen Rollenförderer im dynamischen<br />

Warenspeicher DWS, auf der staudrucklos angetriebenen Scherenrollenbahn oder werden per Cobot palettiert.<br />

www.ami-foerdertechnik.de<br />

INTELLIGENTE REINIGUNGSTECHNIK<br />

FÜR DIE INTRALOGISTIK<br />

DENIOS – WIR SCHÜTZEN<br />

MENSCH UND UMWELT.<br />

www.denios.de/spillguard<br />

SPILLGUARD ® CONNECT – LECKAGEALARM ÜBER NB IOT.<br />

Hako bietet intelligente, leistungsfähige und effiziente<br />

Reinigungsmaschinen, die genau auf die Anforderungen der<br />

Intralogistik zugeschnitten sind – immer mit der Zukunft im<br />

Blick: Um etwa große Hallen und lange Gänge optimal sauber<br />

zu halten, wurde die<br />

autonome Scheuersaugmaschine<br />

Scrubmaster B75i<br />

entwickelt. Ausgestattet mit<br />

Teller- oder Walzenbürste,<br />

fährt sie die gelernten<br />

Routen präzise und mit<br />

hoher Effizienz ab. Das<br />

senkt den Verbrauch an<br />

Wasser, Reinigungsmitteln, Strom und Material deutlich.<br />

Für den kurzen Reinigungseinsatz zwischendurch lässt<br />

sich der Scrubmaster B75i auch als manuelle Walk-behind-<br />

Scheuersaugmaschine bedienen. Mit der High-Performance-<br />

Scheuersaugmaschine Scrubmaster B400 RH bietet Hako<br />

zudem eine leistungsstarke Lösung für die unterbrechungsfreie<br />

Reinigung großer Flächen von bis zu 14 000 m²/h an. Weil<br />

die Maschine den Anwender während seiner Arbeit optimal<br />

unterstützt, ist sie für ihr ergonomisches Gesamtmaschinenkonzept<br />

von der Aktion Gesunder Rücken e.V. zertifiziert.<br />

Für kleinere, komplexere Flächen ist die neue Stab-Scheuersaugmaschine<br />

Scrubmaster B5 ORB die optimale Ergänzung.<br />

LogiMAT: Halle 10, Stand A05<br />

www.hako.com<br />

26 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


INTRALOGISTIK<br />

„BRÜCKEN BAUEN“ FÜR DIE<br />

PROZESSOPTIMIERUNG<br />

Überstiege und<br />

Laufsteganlagen der<br />

Munk Günzburger<br />

Steigtechnik verkürzen<br />

die Wege in der<br />

Fertigung, im Lager<br />

sowie im Außenbereich<br />

und sorgen so dafür,<br />

dass die Produktivität nicht auf der Strecke bleibt. Wie das<br />

funktioniert, zeigt der Qualitätshersteller auf der LogiMAT.<br />

Für die Überstiege, Laufstege, Treppen und fahrbaren<br />

Plattformtreppen gilt: Dank ihres modularen Aufbaus<br />

können sie bei Bedarf flexibel verändert und erweitert<br />

werden und dank Hülsenmuttern, die T-Nutschrauben<br />

ersetzen, klappt auch die Montage schnell. Darüber hinaus<br />

sind die Lösungen bereits in der Standardausführung mit<br />

Idealstopp-Rollen ausgestattet, sie bieten zusätzliche<br />

Mehrwerte und glänzen mit einer neuen, modernen Optik.<br />

Die zu den jeweiligen Anforderungen perfekt passenden<br />

Systeme können sich Interessenten online mit nur wenigen<br />

Klicks selbst zusammenstellen: Möglich macht das der<br />

praktische Produktkonfigurator, der die Kundenbetreuung<br />

von Mensch zu Mensch ergänzt und sich durch einfache und<br />

intuitive Bedienung auszeichnet.<br />

LogiMAT: Halle 3, Stand C17<br />

www.steigtechnik.de<br />

GEFAHRSTOFFE SICHER LAGERN<br />

UND SAUBER ABFÜLLEN<br />

Denios erweitert sein Portfolio mit einer weiteren Produktserie<br />

für die Lagerung und das Abfüllen von Gefahrstoffen. In jedem<br />

Betrieb sind „Raum und Platz“ kostbare und begrenzte Güter,<br />

die sinnvoll und effektiv<br />

genutzt werden müssen. Der<br />

Spezialist für Gefahrstofflagerung<br />

schafft dem nun<br />

Abhilfe und bietet Anwendern<br />

ein Stapelregal-System,<br />

das modular und individuell<br />

zusammengesetzt werden<br />

kann. Das Besondere: Die<br />

Module können flexibel<br />

miteinander kombiniert werden und sind in der Höhe bis zu<br />

dreifach stapelbar. Die Regale gibt es in zwei Breiten à vier Ausführungen.<br />

Dadurch können bei der Lagerung verschiedenste<br />

Behältnisse zum Einsatz kommen: Kleingebinde, Kanister oder<br />

Fässer mit einem Inhalt von bis zu 200 l. Komplettiert wird<br />

das Stapelregal zur Gefahrstofflagerung durch eine Denios<br />

Bodenauffangwanne aus Stahl oder Kunststoff. Die Gebinde<br />

lagern so auf den Stapelregalen, dass sie gleichzeitig auch als<br />

Abfüllstationen dienen können. Die neuen Stapelregale sind<br />

entweder als fertige Sets inklusive Auffangwanne erhältlich<br />

oder können kundenindividuell in mehr als 1 000 Varianten<br />

zusammengestellt werden.<br />

www.denios.de<br />

DIGITAL SHOP FLOOR SOLUTIONS<br />

Visit us in<br />

Hall 5 / Booth D61<br />

www.nexy.net


INTRALOGISTIK<br />

EINRICHTUNGSKONZEPTE FÜR<br />

INDUSTRIEARBEITSPLÄTZE<br />

Auf der LogiMAT steht bei<br />

der Hoffmann Group die<br />

Ausstattung moderner<br />

Industriearbeitsplätze im<br />

Mittelpunkt. Die Betriebseinrichtungsserie<br />

Garant<br />

GridLine wurde nach den<br />

Prämissen „Ergonomie,<br />

Effizienz, Emotion“ entworfen. Dem Gestaltungskonzept liegen<br />

standardisierte Außenmaße und ein einheitliches Maßraster<br />

zugrunde. Dadurch passen Werkbänke, Werkstattschränke und<br />

-wagen sowie Zubehör nach dem Baukastenprinzip perfekt<br />

zusammen und können vielfältig kombiniert werden. Ergänzen<br />

lässt sich die Einrichtung mit individuell konfigurierbaren<br />

Lochwandsystemen der Serie Garant Uni Line. Damit Arbeitsplätze,<br />

an denen empfindliche Bauteile vor elektrostatischen<br />

Entladungen (ESD) geschützt werden müssen, perfekt ins Bild<br />

passen, hat die Hoffmann Group ihre Palette an ESD-konformen<br />

Betriebseinrichtungen erweitert. Diese ermöglichen es, eine<br />

EPA-Schutzzone einzurichten, ohne Abstriche bei der Ästhetik<br />

zu machen. Zusätzlich präsentiert die Hoffmann Group auf der<br />

LogiMAT ihre Warenausgabesysteme aus der Produktfamilie<br />

Garant Tool24. Die Schubladen-, Vertikal- und Einzelausgabeschränke<br />

sind modular miteinander kombinier- und vernetzbar.<br />

LogiMAT: Halle 5, Stand F71<br />

www.hoffmann-group.com<br />

FUNKGESTÜTZTE DIGITALISIERUNG VON<br />

INTRALOGISTIK UND PRODUKTION<br />

Mit nexy hat steute ein funkgestütztes automatisches<br />

Materialabruf-System (AMS) entwickelt, das einen lückenlosen<br />

Daten- und Informationsfluss in der Intralogistik und<br />

der Fertigung sicherstellt. Das System bildet einen „digitalen<br />

Zwilling“ des physischen Materialflusses und erlaubt damit<br />

z.B. eine sehr viel genauere Fertigungs- und Montageplanung<br />

sowie eine verbesserte Nachschubversorgung. Die Materialbahnhöfe<br />

und -supermärkte der digitalisierten Produktion<br />

lassen sich in dieses über Funk vernetzte System ebenso<br />

einbinden wie mobile „Standorte“,<br />

beispielsweise FTS, Dollies und<br />

eKanban-Regale. Auf der LogiMAT<br />

zeigt steute an einem Demonstrator<br />

ein konfigurierbares Dashboard. Der<br />

aktuelle Betriebszustand aller<br />

Sensoren wird in Echtzeit visualisiert.<br />

Es lassen sich passende Übersichten<br />

auf beliebig vielen Monitoren<br />

darstellen. Voraussetzung hierfür ist<br />

lediglich ein Standard-Browser.<br />

Zusätzlich können logische Funktionen<br />

wie „Ampelsteuerungen“ (rot/gelb/grün) kundenspezifisch<br />

hinterlegt und ebenfalls anzeigt werden. Erstmals wird<br />

in Stuttgart zudem auch die nexy-App gezeigt.<br />

LogiMAT: Halle 5, Stand D61<br />

www.steute.de<br />

LOGISTIK TRIFFT AUF ERGONOMIE<br />

Auf der LogiMAT demonstriert Treston, wie ein Arbeitsplatz<br />

von heute aussehen kann, um zur Erfüllung der ESG-Kriterien<br />

beizutragen. Dazu stellt Treston verschiedene ergonomische<br />

Produktlösungen vor: Trestons CE-zertifizierte<br />

ergonomische Hubplattform erlaubt es, die Arbeitshöhe auf<br />

die Anforderungen der Mitarbeiter, der unterschiedlichen<br />

Tätigkeiten und der zu bearbeitenden Gegenstände auf<br />

Knopfdruck anzupassen.<br />

Das innovative Design des<br />

Quick Edge-Arbeitstisches<br />

vereint Ergonomie,<br />

Effizienz, Nachhaltigkeit<br />

und Wirtschaftlichkeit. Der<br />

zum Patent angemeldete<br />

Industriearbeitsplatz mit<br />

benutzerfreundlichem,<br />

manuellem Mechanismus<br />

zur Höhenverstellung kann<br />

ohne Strom auf verschiedene<br />

Stehhöhen oder die jeweilige zu bearbeitende Paket-/<br />

Gegenstandsgröße eingestellt werden. Auf der LogiMAT ist<br />

diese Lösung erstmalig als Doppelarbeitsplatz mit verbundener<br />

Fördertechnik zu sehen. Gezeigt wird auch der bewährte<br />

ergonomische und höhenverstellbare Concept-Arbeitstisch,<br />

der sich flexibel an die Bedürfnisse industrieller Arbeitsumgebungen<br />

anpassen lässt. Das robuste Stahlgestell sorgt für<br />

extreme Stabilität und eine Tragfähigkeit von bis zu 500 kg.<br />

LogiMAT: Halle 02, Stand D25<br />

www.treston.de<br />

28 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


INTRALOGISTIK<br />

LÖSUNGEN ENTLANG DER SUPPLY CHAIN<br />

IM LOGISTIKPROZESS<br />

Auf der LogiMAT zeigt<br />

ifm eine Komplettlösung<br />

zur Optimierung<br />

der Intralogistik. Der<br />

Wareneingang geht<br />

mithilfe des Track-and-<br />

Trace Gates vollautomatisiert<br />

in Smart-Distribution-Folgeprozesse<br />

über. Diese Komplettlösung basiert auf RFID-Technologie und<br />

sorgt für eine Vernetzung mit der IT. Bildverarbeitungslösungen,<br />

Sensoren und Steuerungstechnik von ifm bieten eine<br />

Plattform, mit der autonome mobile Roboter einfach und<br />

sicher innerhalb des Lagers bewegt werden können. Des<br />

Weiteren können ifm 2D- und 3D-Lösungen für Roboter-Anwendungen<br />

zum Palettieren und Depalettieren eingesetzt<br />

werden. Für Handarbeitsplätze bietet ifm das Werker-Assistenzsystem<br />

mate an, das mit einer optischen 2D/3D-Kamera<br />

erkennt, ob alle Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge<br />

getätigt wurden. Zur Vervollständigung des Angebotes from<br />

shopfloor to topfloor integriert ifm mit der Shop-Floor-Integration-Lösung<br />

die Logistik-Automatisierungsprozesse in SAP.<br />

Abgerundet wird das Portfolio durch die IoT-Plattform<br />

moneo, die Predictive Maintenance ermöglicht.<br />

LogiMAT: Halle 8, Stand D55<br />

www.ifm.com<br />

CLEVERE KANBAN-SYSTEME<br />

FÜR DIE INDUSTRIE<br />

Kanban-Systeme optimieren den Produktionsalltag – wie das<br />

konkret aussehen kann, zeigt Otto Roth auf der LogiMAT. Der<br />

Experte für C-Teile-Management präsentiert ein Kanban-<br />

Konzept, das mit RFID-Technologie arbeitet. Die Spezialisten<br />

optimieren die Kanban-Systeme sukzessive und passen sie an<br />

die Bedürfnisse der Kunden an. Eine Neuheit ist beispielsweise<br />

die Online-Plattform www.Kanban-Mobil.de. Hier sind sämtliche<br />

relevanten Daten rund um die<br />

bedarfsgerechte C-Teile-Versorgung<br />

an zentraler Stelle sichtbar<br />

– und das jederzeit und überall,<br />

ob per PC, Tablet, Smartphone<br />

oder über die RFID-Kanban-Master-Box<br />

direkt am Kanban-Standort.<br />

Außerdem ist die RFID-Master-Box<br />

jetzt mit dem E-Shop von<br />

Otto Roth verbunden. Der Anwender kann seine Bestellung<br />

online vorab individuell aussuchen und direkt auslösen.<br />

Optional ist die Abhol-Sammel-Box mit einem Licht- und<br />

Tonsignal verfügbar: Wird ein leerer Kanban-Behälter eingeworfen,<br />

ist das nicht zu übersehen oder überhören. Die Vorteile<br />

der Kanban-Lösung für den Anwender: Er kann die Kosten für<br />

Beschaffungsprozesse deutlich reduzieren, die Nachbestellung<br />

automatisieren und seinen Bestand kostengünstiger managen.<br />

LogiMAT <strong>2023</strong>: Halle 4, Stand F15<br />

www.ottoroth.de<br />

Hako <strong>2023</strong><br />

live erleben!<br />

Stuttgart<br />

25.<strong>04</strong>. – 27.<strong>04</strong>.<br />

Halle 10<br />

Stand A05<br />

Scrubmaster B5 ORB<br />

Scrubmaster B25<br />

Scrubmaster B75 i<br />

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Die neuen Scheuersaugmaschinen: Scrubmaster B5 ORB mit Delta-Cleaning-System für Sauberkeit bis in jede Ecke,<br />

ausgezeichnet mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken e. V. für rückenfreundliches Arbeiten. Scrubmaster B25<br />

mit ergonomischem, höhenverstellbarem Bedienholm und einfacher Bedienung. Und Scrubmaster B75 i – autonom,<br />

nachhaltig und sicher. Hako – Sauberkeit ohne Kompromisse.<br />

Built by Hako.<br />

Designed for you.<br />

www.hako.com


INTRALOGISTIK<br />

KOMPLETTANGEBOT AN LAGER- UND LOGISTIKLÖSUNGEN<br />

Als Komplettanbieter für Lager- und Logistiklösungen<br />

ist Bito-Lagertechnik Partner für Unternehmen<br />

aller Größenordnungen und Branchen<br />

und hat von der Einrichtung von kleinen Archivräumen<br />

bis hin zu großen Automatiklagern alles<br />

im Portfolio, um die Logistik der Kunden zu deren<br />

Erfolgsfaktor zu machen. Auf der LogiMAT stellt<br />

das Unternehmen sein Spektrum an Regalsystemen<br />

vor. Von Fachbodenregalen, mehrgeschossigen<br />

Anlagen, Bühnen, Palettenregalen, Durchlaufregalen, Kommissioniersystemen und<br />

Regaltuning bis hin zu halbautomatischen Shuttleregalen und Automatiklagern sorgt Bito<br />

mit hoher Projektmanagementkompetenz für die reibungslose Umsetzung aller Projekte<br />

gleich welcher Größenordnung. Zudem hat das Unternehmen in jüngster Vergangenheit<br />

sein Portfolio um neue Varianten der fahrerlosen Transportsysteme aus der Leo-Familie,<br />

cloudbasierte intelligente Behälterlösungen und Regalsysteme, Warehouse-Management-<br />

Systeme, Trackinglösungen und die 3-D-Visualisierungen von kompletten Anlagen erweitert.<br />

LogiMAT: Halle 3, Stand C49<br />

www.bito.com<br />

SMARTE SYSTEME FÜR EINEN EFFIZIENTEN INTRALOGISTIKALLTAG<br />

Welches Potenzial in der Digitalisierung steckt, zeigt der<br />

Lager-, Säge- und Handhabungstechnik-Spezialist Kasto<br />

auf der LogiMAT in seinem „Smart Solutions Corner“. Hier<br />

stellen die Experten etwa das Warehouse Management<br />

System (WMS) KASTOlogic vor, das sie speziell für die<br />

Langgut- und Blechlagerung konzipiert haben. Damit<br />

können Anwender nicht nur die Prozesse im Lager,<br />

sondern auch die Logistik- und Bearbeitungsschritte<br />

davor und danach einheitlich steuern und überwachen.<br />

Selbst manuell bediente Bereiche lassen sich mithilfe der<br />

App KASTOlogic mobile in das System integrieren. Der Nutzer kann sämtliche Vorgänge wie<br />

Ein- und Umlagerungen, Kommissionierungen, Versand- und Bestandsinformationen per<br />

Smartphone oder Tablet an das WMS übermitteln. Auch ein Pick-by-Crane-System lässt sich<br />

mit KASTOlogic mobile mühelos umsetzen.<br />

LogiMAT: Halle 01, Stand H16<br />

www.kasto.com<br />

Die smarte Lösung für<br />

die manuelle Montage.<br />

■<br />

■<br />

■<br />

Vernetzte Prozesse<br />

Digitale Assistenz<br />

Ergonomisches Arbeiten<br />

EXTRA STARKE ETIKETTEN<br />

Kennzeichnungen mit Beschriftungsbändern sind<br />

in verschiedensten Branchen unverzichtbar. Je<br />

nach Einsatzgebiet müssen sie Hitze, Kälte,<br />

Sonnenlicht, Chemikalien und Feuchtigkeit<br />

abkönnen. Der Beschriftungsspezialist Brother<br />

bietet mit seinen Pro Tapes die universelle<br />

Lösung für die sichere Beschriftung. Das TZe Pro<br />

Tape weist auf strukturierten Oberflächen eine<br />

dreimal höhere Festigkeit als TZe Standard-Schriftbänder auf. Aber auch auf glatten<br />

Oberflächen halten die Bänder sehr fest. Eine Schutzschicht aus dünnem, transparentem<br />

Polyethylen-Laminat macht die Bänder auch für anspruchsvolle Aufgaben geeignet. Auch<br />

Abdeckungen, Schalter, Netzwerkschränke, Panels und Verbraucher-Einheiten in der<br />

Industrie werden mit dem TZe-S Pro Tape sicher und effizient beschriftet. Sicherheit ist in<br />

diesen Anwendungen besonders wichtig: Die Schriftbänder müssen fest kleben und dürfen<br />

nicht manipuliert werden. Brother realisiert das mit dem Pro Tape TZe-SE: Versucht man, es<br />

abzulösen, bleibt ein Schachbrettmuster zurück und die Manipulation fällt auf.<br />

LogiMAT: Halle 4 Stand B36<br />

www.brother.de<br />

bott.de


INTRALOGISTIK<br />

FLEXIBLER SEILBALANCER<br />

Schmalz launcht<br />

den NEO 30. Dabei<br />

handelt es sich um<br />

den flexiblen Seilbalancer<br />

der Binar<br />

Handling AB, die seit<br />

März 2022 Teil der<br />

Schmalz-Familie ist.<br />

Mit dem NEO 30<br />

bietet Schmalz auch kleineren Industriebetrieben eine<br />

ergonomische Handhabungslösung zu einem attraktiven<br />

Preis. Das akkubetriebene Seilhebegerät braucht keinen<br />

separaten Strom- oder Druckluftanschluss und ist schnell<br />

an einen Kranausleger oder an der Laufkatze eines Schienensystems<br />

montiert. Eine Akkuladung reicht für 200 bis<br />

500 Hübe – ideal für einen Arbeitstag. Die Bedienung ist<br />

intuitiv: Sensoren erfassen die Handkräfte der bedienenden<br />

Person und übersetzen diese in einen Geschwindigkeitsund<br />

Richtungsimpuls. Mit seinem Antrieb unterstützt der<br />

NEO 30 somit unmittelbar das Heben und Senken von<br />

Lasten bis maximal 30 kg. Als Lastaufnahmemittel liefert<br />

Schmalz optional einen mechanischen Magnetgreifer,<br />

einen Lasthaken mit Federverschluss, einen Scheren- oder<br />

einen Flachhaken-Greifer. Damit lässt sich der NEO 30<br />

optimal auf Anwendungen anpassen – ob zur Maschinenbeladung<br />

oder für andere logistische Prozesse in der<br />

Metall-und Elektroindustrie.<br />

LogiMAT: Halle 7, Stand C05<br />

www.schmalz.com<br />

BREITES PRODUKTSPEKTRUM<br />

AN TRANSPORTGERÄTEN<br />

Der Transportgerätehersteller fetra ist auch in diesem Jahr<br />

wieder als Aussteller auf der LogiMAT vertreten. Das Unternehmen<br />

zeigt ein breites Produktspektrum, von Kommissionierüber<br />

Kastenwagen bis hin zu Trolleys für Routenzüge. Im<br />

Mittelpunkt des Messeauftritts steht der neu entwickelte<br />

Richtungsfeststeller fetra Fixstop, der Anwendern maximale<br />

Flexibilität gewährt. Anstelle der serienmäßigen zwei Bockrollen<br />

bei allen Wagen bietet der Richtungsfeststeller die<br />

Option, je nach Anwendungsfall<br />

zwischen Wendigkeit<br />

oder Spurstabilität kurzfristig<br />

zu entscheiden. Der Nutzer<br />

kann die Funktion von einer<br />

beliebigen Längsseite aus mit<br />

nur einem Fußtritt aktivieren<br />

und somit bestimmen, ob der<br />

Wagen auf vier Lenkrollen laufen soll oder ob je zwei Lenk- und<br />

zwei Bockrollen erforderlich sind. Davon können sich die<br />

Fachbesucher am fetra Messestand selbst überzeugen: Dort<br />

zeigen die Experten die Funktion des Richtungsfeststellers<br />

unter anderem am kleinen Modell der verzinkten Kommissionierwagen,<br />

in diesem Fall ausgestattet mit Deichsel, Kupplung,<br />

fetra ixstop sowie Griffen zum Querverschieben. Wenn mehrere<br />

Wagen im Verbund fahren, kommt die Bockrollen-Funktion zum<br />

Einsatz. Nach dem Abkoppeln können die Anwender auf vier<br />

Lenkrollen wechseln und den Wagen quer verschieben.<br />

LogiMAT: Halle 3, Stand A07<br />

www.fetra.de<br />

VIELSEITIGE LÖSUNGEN FÜR‘S LASTENHANDLING<br />

Drei flexibel nutzbare Systemprodukte zur Optimierung intralogistischer Prozesse stellt<br />

Expresso ins Zentrum seiner diesjährigen LogiMAT-Präsenz. Es handelt sich dabei um das<br />

mobile Hebe- und Fördergerät lift2move, das elektronische Handhabungssystem eBalance-<br />

Lift sowie die falt- und rollbare Werkbank MobiBench. Insbesondere Fachleute aus<br />

Montage-, Materialfluss- und Lagertechnik können sich auf dem Messestand des Unternehmens<br />

ein umfassendes Bild machen von der hohen Funktionalität und Qualität der<br />

Innovationen aus Kassel. „Jede dieser Systemlösungen zeichnet sich durch hohe Wandelbarkeit<br />

aus. Das vereinfacht sowohl die kundenspezifische Individualisierung als auch die Abstimmung auf ganz unterschiedliche<br />

Anforderungen der Intralogistik“, betont Geschäftsbereichsleiter Oliver Stauch-Vaupel.<br />

LogiMAT: Halle 7, Stand C61<br />

www.expresso.de


BETRIEBSTECHNIK<br />

ARBEITSSICHERHEITSSCHULUNGEN MIT<br />

VIRTUAL REALITY<br />

Die auf die Vermietung von Höhenzugangstechnik,<br />

Teleskopstaplern und Staplern spezialisierte System<br />

Lift AG bietet mit ihrem Programm System-Card<br />

theoretische und praktische Schulungen für die<br />

Bedienung von schweren Arbeitsgeräten und Maschinen<br />

an. Arbeitssicherheit steht dabei an oberster<br />

Stelle. Der hohe Anspruch, den das Unternehmen an<br />

sich selbst stellt, wird nun auf ein neues Level gehoben:<br />

Denn Virtual Reality (VR)<br />

hält Einzug in die Schulungen.<br />

Mit der eigens entwickelten<br />

„VR-Hubarbeitsbühnen-Anwendung“<br />

werden die Präsenzschulungen<br />

um einen wichtigen<br />

Aspekt erweitert: Eine realitätsgetreue<br />

Hubarbeitsbühne kann<br />

von den Schulungsteilnehmenden<br />

intuitiv bedient werden.<br />

Die VR-Brillen bieten gegenüber<br />

einem Simulator viele Vorteile. Die „VR-Hubarbeitsbühnen-Anwendung“<br />

ermöglicht ein realitätsnahes<br />

Erleben typischer Arbeitssituationen. Sie ist sicher,<br />

praktisch, ortsunabhängig und kostengünstig. Aber<br />

das Wichtigste: Sie sensibilisiert für Gefahren, ohne die<br />

Sicherheit von Mensch oder Maschine zu gefährden.<br />

VR-Situationen können von verschiedenen Teilnehmenden<br />

gleichzeitig erlebt werden, die ausgebildeten<br />

Trainer begleiten das Geschehen aktiv.<br />

www.systemlift.de<br />

VIELFÄLTIG EINSETZBARE TROCKEN-<br />

UND WÄRMESCHRÄNKE<br />

Im Labor, in der<br />

Forschung, in der<br />

Qualitätssicherung –<br />

die Trocken- und<br />

Wärmeschränke von<br />

Denios kommen<br />

immer dann zum<br />

Einsatz, wenn es um<br />

thermische Prozesse<br />

geht. Die Spezialschränke sorgen dafür, dass bestimmte<br />

Materialien zum Beispiel ausgehärtet oder erwärmt werden.<br />

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Es geht zum Beispiel<br />

um Kleber, der für Testzwecke getrocknet wird – oder es geht<br />

um Öle und Fette, die aufgeschmolzen werden. In den<br />

Schränken sieht man genau, wie Stoffe auf Trockenheit und<br />

Hitze reagieren und wie man sie danach weiterverarbeiten<br />

kann. Auch Temperaturstresstests oder beschleunigte<br />

Alterungstests können durchgeführt werden. Dabei gibt es<br />

die Geräte mit Umluft oder freier Konvektion und es wird<br />

gewährleistet, dass eine absolut homogene Temperaturverteilung<br />

im Schrankinneren herrscht. Wenn eine Probe im<br />

Labor besonders empfindlich reagiert und somit mit<br />

besonderer Vorsicht zu handhaben ist, kann auf einen<br />

Vakuum-Trockenschrank zurückgegriffen werden. Diese<br />

Modelle ermöglichen eine effektive und schonende Trocknung,<br />

ohne die Materialien zu gefährden. Dazu steht ein<br />

spezielles Sicherheitskonzept zur Verfügung, das es möglich<br />

macht, selbst entflammbare Lösemittel stark zu erhitzen.<br />

www.denios.de<br />

BEI STEIGTECHNIK STETS DIE ERGONOMIE IM BLICK<br />

„Ergonomie in der Steigtechnik!“ Das ist bei der Munk Günzburger Steigtechnik mehr denn je<br />

Programm. Der Qualitätshersteller aus Bayern war einer der ersten Steigtechnikhersteller, der<br />

spezielle Ergonomie-Neuheiten entwickelte, wie zum Beispiel die ergonomische Griffzone<br />

„ergo-pad“ für Stufenleitern sowie die „roll-bar“-Traverse. Diese war ursprünglich zum rückenschonenden<br />

Transport von Sprossenleitern konzipiert worden, mittlerweile gibt es den beliebten<br />

„roll-bar“-Nachrüstsatz auch für sämtliche Stufenleitern, die über eine Traverse verfügen. Auch<br />

die jüngsten Neuheiten wie das Ein-Personen-Gerüst FlexxTower, die Kleinsthubarbeitsbühne<br />

FlexxLift sowie der frei unterfahrbare Desk-Surfer der Munk Günzburger Steigtechnik wurden mit<br />

dem klaren Fokus auf „Sicherheit und Ergonomie am Arbeitsplatz“ konzipiert. Ihre Ergonomie-<br />

Innovationen entwickeln die Steigtechnik-Experten in enger Abstimmung mit Betriebsärzten<br />

und Arbeitssicherheitsbeauftragten.<br />

www.steigtechnik.de<br />

32 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


BETRIEBSTECHNIK<br />

NEUER ONLINE-SHOP FÜR<br />

SICHERHEITSTECHNIK<br />

Dräger stellt seinen neuen<br />

Online-Shop für Sicherheitstechnik<br />

vor. Er bietet eine<br />

Auswahl an Produkten aus<br />

den Bereichen Atemschutz,<br />

Schutzbrillen, Alkohol- und<br />

Drogenmessung, Fluchthauben<br />

und Leckagedetektion,<br />

die schrittweise erweitert<br />

wird. „Mit unserem neuen Online-Shop bieten wir vor allem<br />

kleinen Betrieben und Privatkunden eine Möglichkeit, unsere<br />

„Technik für das Leben“ direkt bei uns zu beziehen. Dies<br />

ergänzt das bestehende Angebot über den Fachhandel und<br />

weitere Online-Kanäle“, sagt Nicolai Gäding, Leiter Vertriebsentwicklung<br />

Multi-Channel bei Dräger. Ein Großteil der<br />

Produkte im Shop kann in kleinen Mengen gekauft werden.<br />

Es besteht auch die Möglichkeit, sich Verbrauchsartikel über<br />

eine Abo-Funktion bequem monatlich liefern zu lassen.<br />

Bei der Auswahl von Atemschutzgeräten hilft der digitale<br />

Produktberater „Atemschutzfinder“. Dafür navigiert er<br />

dmittels einfacher Fragen zu der für die Anwendung geeigneten<br />

Lösung. Zudem ist es möglich, sich ein eigenes<br />

Atemschutz-Set zusammenzustellen. Nach dem Baukastenprinzip<br />

können Maskentyp, -material und -größe mit dem<br />

passenden Filtertyp und -anschluss kombiniert werden.<br />

www.draeger.com<br />

SICHERHEIT AUF DEM WERKSGELÄNDE<br />

Im Jungheinrich-Werk in Norderstedt laufen Elektro-Niederund<br />

Hochhubwagen sowie Schubmaststapler vom Band. Neben<br />

der Produktion betreibt Jungheinrich auf dem 214 000 m²<br />

großen Werksgelände eine Verwaltung, einen Kantinen- und<br />

Bürokomplex, ein eigenes Training-Center sowie ein Forschungs-<br />

und Entwicklungszentrum. Die Sicherheit des Werks<br />

liegt künftig in den Händen von Piepenbrock. Rund um die Uhr,<br />

an 365 Tagen im Jahr<br />

übernehmen die Piepenbrocker<br />

in drei Schichten<br />

neben Pfortendiensten<br />

und der Lkw-Abfertigung<br />

auch Revier- und Streifendienste<br />

mit festen<br />

Kontrollgängen. Mit<br />

moderner Technik wird die Sicherheit auf dem Gelände sichergestellt<br />

und dokumentiert. Alexander Arndt, Piepenbrock<br />

Niederlassungsleiter Sicherheit in Hamburg, weiß, worauf es<br />

dabei ankommt: „Bei unseren Kontrollgängen achten wir<br />

beispielsweise auf Details, die sonst schnell übersehen werden.<br />

Wir dokumentieren alles genau nach Kundenwunsch. Generell<br />

stehen reibungslose Abläufe und die Sicherheit aller Personen<br />

im Mittelpunkt.“ Beim Personal setzt Piepenbrock auf geprüfte<br />

Schutz- und Sicherheitskräfte, Fachkräfte für Schutz und<br />

Sicherheit und Kräfte mit abgelegter Sachkundeprüfung nach<br />

Paragraf 34a. Bild: Jungheinrich Norderstedt<br />

www.piepenbrock.de<br />

NEU<br />

DIE ZEIT<br />

IST REIF<br />

NEXT GENERATION ROBOTICS<br />

Keine Spielerei, sondern echte Antworten auf Fachkräftemangel,<br />

steigende Lohnkosten und ökologische Nachhaltigkeit – das ist<br />

es, was die weltweit führende ECOBOT-Serie auszeichnet. Voll<br />

ausgereifte autonome Reinigung mit maximaler Sicherheit und<br />

breitem Anwendungsspektrum!<br />

Jetzt Vorführtermin vereinbaren und in die Welt der<br />

autonomen Reinigung einsteigen: +49 711 9544 950<br />

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ÖKOLOGISCH NACHHALTIG<br />

EINFACHES SET-UP<br />

www.columbus-clean.com


BETRIEBSTECHNIK<br />

NEUE INDUSTRIESAUGER FÜR<br />

M- UND H-STÄUBE IN ZONE 22<br />

Sichere und effiziente Sauger für die<br />

Entfernung feiner und grober Stäube<br />

sind quer durch alle Industrien gefragt:<br />

von der Metallverarbeitung über die<br />

Chemie- und Pharmaindustrie bis hin<br />

zur Lebensmittelverarbeitung. Mit dem<br />

IVM 40/12-1 H Z22 und dem IVM<br />

40/12-1 M Z22 präsentiert Kärcher zwei<br />

neue 1-motorige, mobile Industriesauger.<br />

Sie sind für eine sichere und<br />

einfache Aufnahme feiner explosionsgefährdeter<br />

Stäube der Klassen M und H<br />

innerhalb der Zone 22 nach ATEX geeignet. Bei brennbaren<br />

und explosionsgefährdeten Stäuben ist besondere Sorgfalt<br />

nötig. Der Industriesauger IVM 40/12-1 M Z22 i für Feststoffe<br />

der Staubklasse M ist mit einem großen leitfähigen Sternfilter<br />

ausgestattet. Dieser ist hier von Vorteil, da er eine besonders<br />

große Filterfläche bietet, mit der feine Stäube effektiv<br />

aufgenommen werden können. Das Modell IVM 40/12-1 H<br />

Z22 verfügt über ein zweistufiges, sicheres Filtersystem für<br />

brennbare und gesundheitsgefährdende Stäube der Staubklasse<br />

H. Neben dem großen PFTE-Sternfilter ist zudem ein<br />

nachgelagerter H-Patronenfilter eingebaut, der die effektive<br />

Absaugung gesundheitsgefährdender H-Stäube ermöglicht.<br />

www.kaercher.com<br />

NEUE MOBILE KALTWASSER-<br />

HÖCHSTDRUCKREINIGER<br />

Beim Entfernen von Farbe und<br />

Rost, der Reinigung von Rohren,<br />

Tanks und Gerüsten oder der<br />

professionellen Vorbereitung<br />

von Oberflächen im Rahmen<br />

von Wartungs- bzw. Reparaturarbeiten<br />

ist oftmals Höchstdruckkraft<br />

erforderlich. Hier<br />

lassen die beiden neuen<br />

Kaltwasser-Produktfamilien von Nilfisk ihre Muskeln spielen.<br />

Mit bis zu 500 bar Druck sowie einer Wasserleistung von<br />

bis zu 1260 l/h wurden die beiden kompakten Geräte der<br />

MC 9P-Reihe speziell dafür entwickelt, höchste Reinigungskraft<br />

auf beengten Flächen zu entfalten. Die drei Kaltwassermodelle<br />

der MC 10P-Serie bieten dagegen bis zu 1100 bar<br />

Arbeitsdruck bei stündlich maximal 1800 l Wasserleistung.<br />

Für die sichere Anwendung unter schwierigsten Bedingungen<br />

sind die beiden CB/CE-zertifizierten Serien mit intuitiven<br />

Benutzeroberflächen mit übersichtlich angeordneten<br />

Bedienelementen ausgestattet. Ein Handgriff für optimale<br />

Kipp- und Drehfunktionen sowie eine zentrale Kranaufhängung<br />

sorgen zudem für den effizienten Transport von einem<br />

Auftrag zum nächsten. Auch persönliche Schutzausrüstung<br />

ist Teil des neuen Höchstdruckreiniger-Programms.<br />

www.nilfisk.de<br />

SCHUTZ VOR RISIKEN BEI ARBEITEN IN DER HÖHE<br />

Arbeiten in der Höhe sind mit besonderen Risiken verbunden. Diese lassen sich jedoch<br />

minimieren. Wichtigste Vorkehrungen sind eine gute Ausbildung und Schulung der<br />

Anwender sowie die richtige Ausrüstung. Denn Sicherheit beim Arbeiten in der Höhe wird<br />

vor allem durch entsprechende Steigtechnik gewährleistet. Die Marke Krause steht für<br />

genau diese Sicherheit. Ob Tritte, Leitern oder Gerüste, tausendfach vertrauen Menschen<br />

täglich auf die bewährten Produkte des Unternehmens. Die Details der Produkte wie etwa<br />

profilierte Sprossen und Stufen oder rutschhemmende 2-Komponenten-Fußkappen sind<br />

wertvolle Helfer im Kampf gegen Arbeitsunfälle. Ein weiterer wichtiger Baustein für<br />

sicheres Arbeiten in der Höhe ist der einwandfreie Zustand der verwendeten Arbeitsmittel. Unternehmen müssen ihre Arbeitsmittel<br />

regelmäßig prüfen lassen und dies dokumentieren. Krause bietet speziell für diesen Bereich die „SafetyServices“ an. Diese<br />

umfassen Seminare, Schulungen und Produktprüfungen, die speziell auf die Arbeitssicherheit in Unternehmen ausgerichtet sind.<br />

www.krause-systems.de<br />

Die (R)Evolution zum AutoLoadBaler –<br />

so geht Pappe sammeln heute!<br />

1906<br />

1960<br />

1995<br />

<strong>2023</strong><br />

LogiMAT<br />

Halle 3<br />

Stand 3A19<br />

www.revolution-autoloadbaler.de<br />

34 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


DAMIT SCHÄDEN AN HALLENBÖDEN<br />

ERST GAR NICHT ENTSTEHEN<br />

WISSENSSERIE<br />

BETONBODENERTÜCHTIGUNG ZUR LASTERHÖHUNG<br />

Fotos: Uretek<br />

Ein Automobilzulieferer plante die<br />

Installation einer neuen Förderanlage<br />

in einer seiner Produktionshallen. Dies<br />

geschah im Rahmen der Umrüstung<br />

auf ein Bauteil eines neuen Pkw-Modells.<br />

Damit der vorhandene Stahlrahmen die<br />

neue Belastung schadensfrei aufnehmen<br />

konnte, war es erforderlich, eine zusätzliche<br />

Stützung des Stahlrahmens in der Hallenmitte<br />

vorzusehen. Daher mussten zusätzliche<br />

Stützen auf dem Hallenboden aufgestellt<br />

und der Baugrund für die neue Last<br />

mit dem Uretek DeepInjection-Verfahren<br />

verstärkt werden. Alle Details zu dem<br />

Projekt können Sie auf unserer Webseite<br />

nachlesen. Hier geht’s zum ausführlichen<br />

Praxisreport:<br />

bit.ly/mfa-uretek-03<br />

ISSENSSERIE + + + WISSENSSERIE + + + WISSENSSERIE + + + WISSENSSERI<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 35


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG<br />

DRUCKMESSUMFORMER<br />

MIT VOR-ORT-ANZEIGE<br />

Mit dem Druckmessumformer DMU 13 Vario präsentiert<br />

Afriso-Euro-Index eine Weiterentwicklung des<br />

Modells DMU 13. Druckmessumformer finden in der<br />

Industrie vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der<br />

Überwachung von Relativdruck oder auch absolutem<br />

oder Differenzdruck, sowohl im Bereich von wenigen<br />

Millibar Druckunterschied als auch bei extremem<br />

Druck. Als Kombination aus einer<br />

mechanischen, stromunabhängigen<br />

Vorortanzeige auf Basis eines Rohrfeder-Sicherheitsmanometers<br />

und<br />

einem elektrischen Ausgangssignal<br />

bietet der Druckmessumformer<br />

besten Ablesekomfort und optimale<br />

Möglichkeiten der Implementierung in<br />

vorhandene digitale Systeme. Mit der<br />

überarbeiteten Version DMU 13 Vario<br />

erweitert Afriso vor allen Dingen den<br />

Messbereich des Druckmessumformers<br />

– von maximal 40 bar beim DMU 13 auf Messungen<br />

bis 400 bar mit dem DMU 13 Vario. Dabei verbessert<br />

sich die Messgenauigkeit des Messumformers auf<br />

unter ± 0,3 % FSO nach IEC 60770. Auch im Temperaturfehlerband<br />

konnte mit der Überarbeitung die<br />

Genauigkeit signifikant von ≤ 1 % FSO/10K auf ≤ 0,15 %<br />

FSO/10K verbessert werden.<br />

www.afriso.de<br />

STRESS AN BUSLEITUNGEN FRÜHZEITIG<br />

UND GENAU ERKENNEN<br />

Stark beanspruchte<br />

und schwer<br />

erreichbare<br />

Busleitungen<br />

schneller denn<br />

je instand<br />

halten: Das<br />

soll i.Sense<br />

CF.D ermöglichen – das Überwachungsmodul von Igus.<br />

Es erkennt automatisch die Position gestresster Bereiche in<br />

einer Leitung und zeigt diese sehr genau an. Dank der neuen,<br />

optischen Zustandsanzeige können Anwender entsprechend<br />

gezielt und schnell eingreifen und dadurch eine zeit- und<br />

kostenintensive Fehlersuche vermeiden. I.Sense CF.D misst<br />

kontinuierlich die Übertragungseigenschaften sowie<br />

verschiedene elektrische Parameter über Millionen von<br />

Zyklen. So erkennt das System nicht nur Datenverluste<br />

in Echtzeit, sondern identifiziert auch die Position des<br />

gestressten Bereichs der Leitung sehr genau. „Mit dieser<br />

Information, die direkt auf dem Oled-Display des Moduls<br />

erscheint, sind Anwender gezielter und schneller denn<br />

je in der Lage, den Risikobereich zu identifizieren und die<br />

Leitung des entsprechenden Segments ohne Ausprobieren<br />

sofort auszutauschen – ohne zusätzliche Tools oder<br />

Software-Kosten.“<br />

www.igus.de<br />

ZUM SCHWINGUNGSANALYSTEN NACH<br />

ISO 18436-2 AUSBILDEN LASSEN<br />

Mit der Ausbildung zum zertifizierten Schwingungsanalysten können<br />

Instandhalter Veränderungen von Maschinenzuständen zuverlässig<br />

erkennen und bewerten – und damit den Prozess und die Verfügbarkeit<br />

ihrer Maschinen optimieren. Die iba AG bietet daher seit Q4 2022 die<br />

Schulung zur Zustandsüberwachung und -diagnostik von Maschinen nach<br />

DIN ISO 18436-2 an. Im modernen iba-Trainingszentrum in Fürth können<br />

Instandhalter, Prozessingenieure und Techniker die Kategorien I und II<br />

des weltweit anerkannten Zertifizierungskurses absolvieren und die<br />

entsprechende Prüfung ablegen. In Kategorie I erhalten Teilnehmer ein umfassendes Grundverständnis von Schwingungen<br />

in Maschinen, deren Entstehung, Erfassung und Analyse, hierauf aufbauend wird dieses in Kategorie II nachhaltig vertieft.<br />

Aktuelle Termine sind auf der iba-Webseite zu finden.<br />

www.iba-ag.com<br />

36 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG<br />

STILLSTAND DURCH SCHWINGUNGS-<br />

DIAGNOSE VERMEIDEN<br />

Die GfM Gesellschaft für<br />

Maschinendiagnose mbH ist<br />

Spezialist für die Diagnose<br />

von wälzgelagerten Industriegetrieben.<br />

Das Unternehmen<br />

bietet sowohl Online-Condition-Monitoring-Systeme<br />

an,<br />

die fest am Antrieb verbaut<br />

werden und das Entstehen von mechanischen Unregelmäßigkeiten<br />

überwachen, als auch mobile Systeme, mit denen sich<br />

ganze Maschinenparks wiederkehrend überwachen lassen.<br />

Die Systeme erfassen Schwingungsdaten in hoher Qualität –<br />

eine Voraussetzung für hohe Diagnosequalität. Die Diagnose<br />

erfolgt dann automatisiert auf der Grundlage komplexer,<br />

intelligenter Algorithmen. Erst wenn objektive Hinweis auf<br />

einen Schädigungszustand vorliegen, muss ein Mensch eine<br />

Instandhaltungsentscheidung treffen. In der Regel werden<br />

Antriebe dann noch weiterbetrieben, während gleichzeitig<br />

vorbereitende Instandsetzungsmaßnahmen anlaufen. Oft<br />

liegen zwischen dem ersten Erkennen eines Schadens und<br />

der zwingend gebotenen Instandsetzung mehrere Monate –<br />

genug Zeit also, erforderliche Stillstände in der Produktion<br />

einzuplanen. Condition Monitoring liefert nicht nur Informationen<br />

zum Schädigungszustand, es bestätigt vor allem<br />

die Fehlerfreiheit eines mechanischen Antriebs – das wird<br />

in der Argumentation oft vergessen. Denn wenn ein<br />

Condition-Monitoring-System keinen Schaden identifiziert,<br />

liegt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit<br />

auch keiner vor.<br />

www.maschinendiagnose.de<br />

NEUE DIGITAL SERVICES IM ONLINE SUPPORT<br />

Bei dem Antriebstechnikspezialisten SEW-Eurodrive sind neue<br />

Digital Services im Online Support verfügbar – unter anderem<br />

bei der Ersatzteil- und Zubehörauswahl sowie im Variantenmanagement.<br />

Im Online Support können Kunden in der<br />

überarbeiteten Funktion „Ersatzteile und Zubehör“ Ersatzteile,<br />

Ersatzprodukte, Services und Zubehör auswählen und im<br />

Warenkorb anfragen oder<br />

bestellen. Viele neue<br />

Möglichkeiten, beispielsweise<br />

die Auswahl eines<br />

einzelnen Getriebes oder<br />

Motors oder von passendem<br />

Zubehör für Frequenzumrichter,<br />

stehen zur<br />

Verfügung. Ein neues<br />

Design, eine verbesserte<br />

Nutzerführung und eine<br />

schnellere Suche runden<br />

das Angebot ab. Auch das Variantenmanagement wurde<br />

überarbeitet. Mithilfe umfangreicher Filter- und Vergleichsmöglichkeiten<br />

haben Kunden die Möglichkeit, in einem<br />

elektronischen Katalog auf bereits verwendete Produktvarianten<br />

zuzugreifen, um diese in Folgeprojekten wieder<br />

zu nutzen. Ein neues Feature ist beispielsweise, dass elektronische<br />

Produktkataloge (Antriebsstandards) innerhalb einer<br />

Firma, aber auch mit anderen Unternehmen schnell geteilt<br />

werden können. So wird die firmenübergreifende Zusammenarbeit<br />

zwischen Anlagenlieferanten, Herstellern und Betreibern<br />

besser gefördert und es lässt sich eine langfristige Standardisierungsstrategie<br />

mithilfe des Variantenmanagements realisieren.<br />

www.sew-eurodrive.de<br />

IMPRESSUM<br />

erscheint <strong>2023</strong> im 64. Jahrgang,<br />

ISSN 2747-7088 / ISSN E-Paper: 2747-7096<br />

REDAKTION<br />

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),<br />

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />

(verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)<br />

Redakteurin: Dipl.-Geogr. Martina Laun (ml),<br />

Tel.: 06131/992-233, E-Mail: m.laun@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz:<br />

Vivien Backof, Tel.: 06131/992-415, Melanie Lerch,<br />

Tel.: 06131/992-261, Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,<br />

E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

GESTALTUNG<br />

Conny Grothe, Sonja Daniel, Anette Fröder<br />

SALES<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Auftragsmanagement: Nevenka Islamovic<br />

Tel.: 06131/992-113, E-Mail: n.islamovic@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste <strong>2023</strong>, gültig ab 01.10.2022<br />

LESERSERVICE<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville,<br />

Tel.: 06123/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige Änderungen<br />

Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

Preise und Lieferbedingungen:<br />

Einzelheftpreis: € 12,- (zzgl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Inland: € 90,- (inkl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Ausland: € 106,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

VERLAG<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />

Postfach 10<strong>04</strong>65, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-200<br />

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Umsatzsteuer-ID: DE149063659<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

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Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Chef vom Dienst: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke<br />

Head of Sales: Carmen Nawrath<br />

Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />

DRUCK UND VERARBEITUNG<br />

Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH<br />

Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />

DATENSPEICHERUNG<br />

Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen<br />

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ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über berufsbezogene<br />

Produkte und Dienstleistungen zu informieren.<br />

Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit schriftlich<br />

beim Verlag widersprochen werden (vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />

Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der<br />

Annahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,<br />

Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser<br />

Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,<br />

zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht<br />

auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das Recht<br />

zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie<br />

entsprechender Vervielfältigung und Verbreitung, das<br />

Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung und Übersetzung,<br />

das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das<br />

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und Bearbeitung in elektronischen Systemen,<br />

zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger<br />

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Internet- und Online-Dienstleistungen, CD-ROM, CD und<br />

DVD und der Datenbanknutzung und das Recht, die vorgenannten<br />

Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen, d. h.<br />

Nachdruckrechte einzuräumen. Eine Haftung für die Richtigkeit<br />

des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger<br />

Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen werden.<br />

Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die Ansicht der<br />

Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte<br />

kann keine Gewähr übernommen werden. Grundsätzlich<br />

dürfen nur Werke eingesandt werden, über deren Nutzungsrechte<br />

der Einsender verfügt, und die nicht gleichzeitig<br />

an anderer Stelle zur Veröffentlichung eingereicht oder<br />

bereits veröffentlicht wurden.<br />

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www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 37


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

WÄRMERÜCKGEWINNUNG IN DRUCKLUFTANLAGEN<br />

SCHONT GELDBEUTEL UND UMWELT<br />

Kompressoren und die damit erzeugte Druckluft finden in der Industrie in vielerlei<br />

Anwendungen ihren Einsatz. Häufig vergessen wird allerdings, dass sich auch<br />

die Abwärme der Kompressoren nutzen lässt. Das Zauberwort heißt<br />

Wärmerückgewinnung. Bis zu 96 Prozent der Kompressor-Antriebsenergie stehen zur<br />

weiteren Nutzung bereit. Das spart Energie und Kosten und senkt den CO 2<br />

-Fußabdruck.<br />

Die kompletten 100 Prozent der einem Kompressor zugeführten<br />

Antriebsenergie werden in Wärme umgewandelt.<br />

Für eine möglichst umfassende Rückgewinnung<br />

und weitere Nutzung dieser Energie sind luft- und<br />

fluidgekühlte Schraubenkompressoren hervorragend geeignet.<br />

Bei ihnen befindet sich ca. 76 Prozent der eingesetzten Energie<br />

als Wärme im Kühlfluid und wird diesem im Fluidnachkühler<br />

entzogen. Weitere 15 Prozent dieser Energie können als Wärme<br />

über den Druckluftnachkühler zurückgewonnen werden. Bis zu<br />

fünf Prozent gibt der Elektromotor an Wärme ab. Vollgekapselte<br />

Schraubenkompressoren ermöglichen es sogar, selbst diesen<br />

Energieanteil mit gezielter Kühlung zurückzugewinnen. Damit<br />

stehen bis zu 96 Prozent der ursprünglich zugeführten Antriebsenergie<br />

zur Zweitnutzung bereit. Nur ca. zwei Prozent gehen<br />

durch Wärmestrahlung verloren und weitere ca. zwei Prozent<br />

verbleiben als Wärme in der Druckluft.<br />

KOMPRESSORENABWÄRME<br />

VIELFÄLTIG NUTZBAR<br />

Natürlich kann diese Wärme einfach abgeleitet werden. Allerdings<br />

gibt es gute Möglichkeiten zur Verwendung dieser ohnehin<br />

vorhandenen Energiequelle. Am einfachsten und effizientesten<br />

ist es, die vom Kompressor erwärmte Kühlluft direkt zu nutzen,<br />

zum Beispiel als Heizluft für angrenzende Räume. Dabei leitet<br />

ein Luftkanalsystem die Warmluft aus der Druckluftstation in<br />

benachbarte Lager oder Werkstätten, anstatt sie nach draußen<br />

abzuführen. Besteht kein Heizluftbedarf, wird die erwärmte<br />

Abluft durch einfaches Umstellen einer Schwenkklappe oder<br />

Jalousie ins Freie geleitet. Eine thermostatisch geregelte Jalousiesteuerung<br />

erlaubt es, die Warmluft so genau zu dosieren, dass<br />

konstante Temperaturen erreicht werden. Neben der Voll- oder<br />

Zusatzheizung für Betriebsräume lässt sich die warme Abluft des<br />

38 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

01<br />

01 Druckluftstation mit Luftkanälen zur<br />

Wärmerückgewinnung; über die Kanäle wird<br />

die warme Luft in benachbarte Räume geleitet<br />

Heizzwecke verwendet werden soll, kommen Sicherheits- oder<br />

Plattenwärmetauscher zum Einsatz. So sind ohne zusätzlichen<br />

Energieaufwand etwa 70 bis 80 Prozent der installierten Kompressorleistung<br />

wärmetechnisch nutzbar. Diese Variante der<br />

Wärmerückgewinnung ist auch mit primär wassergekühlten<br />

Schraubenkompressoren möglich. Generell macht der Einsatz<br />

von Methoden zur Wärmerückgewinnung Sinn, wenn die für die<br />

Drucklufterzeugung benötigten Kompressoren eine Leistung von<br />

mindestens 7,5 Kilowatt erbringen.<br />

DRUCKLUFT- UND WÄRMEAUDIT DURCHFÜHREN<br />

Vor der Installation einer Druckluftanlage empfiehlt sich die<br />

Durchführung eines sogenannten Druckluftaudits, denn die<br />

wenigsten Betreiber kennen ihren genauen Druckluftbedarf. Bei<br />

diesem Audit, das mit Hilfe moderner Analysewerkzeuge wie<br />

zum Beispiel der sogenannten ADA/KESS (Analyse der Druckluftauslastung/Kaeser<br />

Energiespar-System-Service) schnell und<br />

problemlos durchgeführt werden kann, werden die genauen<br />

Bedarfsdaten eines Projektes exakt ermittelt.<br />

Das Web-basierte System transportiert nicht nur die Messdaten,<br />

sondern auch die Systemdaten der auditierten Station und ist in<br />

Kompressors beispielsweise auch zum Unterstützen von Trocknungsprozessen,<br />

zum Aufbau von Warmluftschleusen oder zum<br />

Vorwärmen der Brennerluft von Heizanlagen einsetzen. Oft<br />

amortisieren sich die entsprechenden Investitionen schon innerhalb<br />

eines Jahres.<br />

Natürlich lässt sich die Kompressor-Abwärme auch in vorhandene<br />

Warmwasser-Heizsysteme und Brauchwasseranlagen einspeisen.<br />

Dies ist in mehreren Stufen möglich. Je nach vorgesehener<br />

Speicherkapazität können Wasser-Temperaturen von bis<br />

zu plus 70 Grad Celsius erzeugt werden. Am kostengünstigsten<br />

geschieht dies mit einem Plattenwärmetauscher, der in den Kompressor<br />

integriert ist. Er wird an den Kühlfluid-Kreislauf des<br />

Kompressors angeschlossen und überträgt die Energie vom<br />

erwärmten Kühlfluid auf das zu erwärmende Wasser. Je nachdem,<br />

ob das Warmwasser bei sehr empfindlichen Produktions- und<br />

Reinigungsprozessen, als Dusch- und Waschwasser oder für<br />

WÄRMERÜCKGEWINNUNG ERHÖHT<br />

DIE EFFIZIENZ VON DRUCKLUFT-<br />

ANLAGEN UND ENTLASTET DIE<br />

UMWELT VON CO 2<br />

-EMISSIONEN<br />

der Lage, innerhalb kürzester Zeit dem Betreiber einen Bericht<br />

für eine erste Information zur Verfügung zu stellen. Die Daten<br />

können dann zum Beispiel in das KESS-System übernommen<br />

werden. Damit werden Planungsschritte für den Betreiber der<br />

Druckluftstation ermittelt sowie die Investitionskosten und die<br />

möglichen Energieeinsparungen. Für den Fall einer komplett<br />

neuen Installation werden von vornherein optimale Lösungen<br />

angeboten. Unabhängige Vergleiche von verschiedenen System-<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 39


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

02<br />

03<br />

varianten sind dabei ohne weiteres möglich, um dann die wirtschaftlichste<br />

wählen zu können. Im Fall der Haustechnik empfiehlt<br />

es sich, gleichzeitig mit dem Druckluftaudit auch ein Wärmeaudit<br />

durchzuführen, damit parallel zum Luftverbrauch auch<br />

die Entwicklung des Wärmehaushaltes ermittelt werden kann.<br />

Dabei sollten neben den charakteristischen Daten für Druckluft<br />

(Menge, Druck, benötigte Luftqualität, etc.) auch die Daten<br />

für die Wärme (zum Beispiel Temperaturvor- und -rücklauf)<br />

abgefragt werden. Stehen diese fest, lässt sich ermitteln, wie viel<br />

Prozent der Kompressorenabwärme in den normalen Wärmebedarf<br />

des Projektes abgenommen werden kann. Daraus lässt<br />

sich errechnen, wie groß die Speicher sein müssen und wie hoch<br />

die Temperaturniveaus sind. Im optimalen Fall können 96 Prozent<br />

eingesetzt werden.<br />

WORAUF MAN ACHTEN SOLLTE<br />

Bei der weiteren Planung oder Optimierung der Druckluftstation<br />

gibt es einige Punkte zu beachten. So sollten Kompressoren und<br />

Heizung sich nicht im gleichen Raum befinden (gemäß der Unfallverhütungsvorschrift<br />

VBG 16), da sie für eine optimale Nutzung<br />

unterschiedliche Anforderungen an das Raumklima stellen. Der<br />

Raum der Kompressoren sollte gut belüftet sein, der Heizungsraum<br />

jedoch nicht. Ideal sind zwei voneinander getrennte Räume,<br />

die aber nebeneinander angeordnet sind, um den Weg zwischen<br />

Kompressoren und Heizung so kurz wie möglich zu halten. Auch<br />

wenn die beiden Anlagen getrennt voneinander platziert werden,<br />

lässt sich die Wärme der Kompressoren durchaus auch zur Erwärmung<br />

der Brenneransaugluft der Heizung einsetzen.<br />

Da in den seltensten Fällen die Menge der anfallenden Wärme<br />

und der Wärmeverbrauch gleich dimensioniert sind, ist es ebenfalls<br />

wichtig, für ausreichend große Wärmespeichermöglichkeiten,<br />

also große Behälter zu sorgen, damit die optimale Versorgung<br />

auch dann gewährleistet ist, wenn Erzeugung und Verbrauch<br />

temporär nicht gleich groß ausfallen. Ähnlich wie bei<br />

einem Haus, das mit Solarthermie ausgerüstet ist. Auch dort ist<br />

die Installation eines Speichers notwendig, da die Warmwassernutzung<br />

auch dann stattfindet, wenn die Sonne nicht scheint.<br />

LUFT- ODER WASSERGEKÜHLTE KOMPRESSOREN?<br />

Steht die Auslegung fest, gilt es, die richtigen Kompressoren zu<br />

wählen. Generell gibt es Kompressoren mit zwei unterschiedlichen<br />

Kühlverfahren: Luft- oder Wasserkühlung. Bei der ersten<br />

Variante leiten Luftkanäle mit thermostatisch gesteuerten Klappen<br />

(zur Temperierung) die warme Abluft von den Kompressoren<br />

zum Beispiel zum Heizen direkt in benachbarte Betriebsräume.<br />

Um die Verluste dieser zu minimieren, sollte der Weg der<br />

Abluft vom Kompressor zum Einsatzort nicht zu weit sein.<br />

02 Mit der erwärmten Kühlluft des Kompressors<br />

lassen sich benachbarte Räume einfach und effektiv<br />

über Lüftungskanäle beheizen<br />

03 Nahezu die komplette Energie, die zur<br />

Drucklufterzeugung aufgewendet wird, kann<br />

zur Wärmerückgewinnung genutzt werden<br />

Heute stehen Schraubenkompressoren mit bis zu 355 kW luftgekühlt<br />

zur Verfügung. Auch wenn sie nicht ganzjährig genutzt<br />

werden kann, lohnt sich diese Art der Wärmerückgewinnung: Die<br />

Investition für die Wärmerückgewinnung mit Warmluftführung<br />

ist relativ niedrig und amortisiert sich in der Regel schon innerhalb<br />

eines Jahres. Anlagen, die zusätzlich mit Wasserwärmerückgewinnung<br />

ausgestattet sind, können ganzjährig Wasser liefern,<br />

das Temperaturen von bis zu plus 70 Grad Celsius hat. Auch<br />

höhere Temperaturen können grundsätzlich erzielt werden. Da<br />

dies dann Einfluss auf den Leistungsbedarf der Kompressoren<br />

hat, sollte eine solche Nutzung vorher allerdings auf ihre Wirtschaftlichkeit<br />

geprüft werden.<br />

FAZIT<br />

Wärmerückgewinnung kann also die Effizienz einer Druckluftanlage<br />

deutlich erhöhen und die Umwelt durch Vermeiden von<br />

Treibhausgas-Emissionen entlasten. Die Höhe der notwendigen<br />

Investitionen richtet sich nach örtlichen Gegebenheiten, Einsatzzweck<br />

und gewähltem Wärmerückgewinnungsverfahren.<br />

Bilder: Kaeser<br />

www.kaeser.de<br />

AUTORIN<br />

Dipl.-Betriebswirtin Daniela Koehler,<br />

Pressesprecherin, Kaeser Kompressoren,<br />

Coburg<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

bit.ly/3ThGeQR<br />

40 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

ÖLFREIE DRUCK- ODER PROZESSLUFT ZUM MIETEN<br />

Aerzen Rental ist dank seines außergewöhnlichen Mietportfolios, maßgeschneiderter<br />

Serviceleistungen, langjähriger Anwendungsexpertise und<br />

einem engagierten Team hochqualifizierter Prozesstechniker in der Lage,<br />

weltweit für jede Branche und Anwendung effiziente Komplettlösungen<br />

zu realisieren. Ob für temporären Bedarf oder bei geplanten Wartungsarbeiten:<br />

Aerzen Rental hält das gesamte Aerzen-Maschinenportfolio für<br />

Vakuum- und Druckluftanwendungen in Druckbereichen von Vakuum - 650 mbar (g) bis 10,5 bar (g) bereit: von Turbogebläsen<br />

über Drehkolbengebläse und Drehkolbenverdichter bis hin zu ein- und zweistufigen Kompressoren. Das<br />

Rundum-sorglos-Paket beinhaltet neben einer großen Auswahl an Maschinen, Zubehör auch Engineering-Tätigkeiten<br />

und Prozessunterstützung. Die Mietmaschinen und Zubehörteile werden spezifisch auf die kundenindividuellen und<br />

applikationsspezifischen Anforderungen ausgelegt. Alle Maschinen sind mit Schaltschrank und intelligenter Steuerung<br />

ausgestattet, für die Außenaufstellung geeignet und dank Plug-and-Play-Konzept sofort einsatzbereit.<br />

Hannover Messe: Halle 4, Stand D41<br />

www.aerzenrental.com/de<br />

NEUERUNGEN BEI KOMPRESSOR-<br />

MANAGEMENT-SYSTEM<br />

WF Steuerungstechnik hat sein mittlerweile seit über 30 Jahren<br />

in der Praxis bewährtes Kompressor-Management-System<br />

optimiert: Die Version Airleader Master 4 löst Master II+ ab. Die<br />

Innovation fällt sofort ins Auge, denn das System hat ein neues<br />

Gesicht bekommen: Der nun mit 10 Zoll gegenüber dem alten<br />

System doppelt so große Touchscreen eröffnet neue Möglichkeiten<br />

hinsichtlich Übersicht. Bereits auf den ersten Blick stehen<br />

dem Anwender nun deutlich<br />

mehr Informationen zur<br />

Verfügung. Eine weitere<br />

Neuerung ist die neue<br />

Webserver-Visualisiserungssoftware-Version<br />

6.34. Der<br />

Webserver wurde aufgrund<br />

der aktuell immer häufiger<br />

notwendig werdenden<br />

Sicherheitsanpassungen<br />

entsprechend aktualisiert. Neben kleineren Bugfixes gibt es<br />

eine neue JAVA-Umgebung und eine neue Tomcat-Version.<br />

Das Airleader-System ermittelt durch einen speziellen, rekursiven<br />

Algorithmus unter Berücksichtigung des Druckgradienten den<br />

aktuellen Druckluftverbrauch in Echtzeit. Dadurch wird immer<br />

die zum Verbrauch passende Kompressorkombination geschaltet.<br />

Das verhindert unnötige Starts, minimiert Leerlaufverluste und<br />

lastet die Kompressoren gleichmäßig aus. Kompressoren aller<br />

Fabrikate – ob geregelt (VSD/FU) oder starr – werden in einem<br />

gemeinsamen schmalen Druckband betrieben: Denn Druck<br />

kostet Geld und mehr Druck kostet mehr Geld – etwa 10 Prozent<br />

pro bar. Airleader hilft also, Geld zu sparen und vorhandene<br />

Ressourcen effektiver zu nutzen. Kostentreiber werden unschädlich<br />

gemacht: Verschleißtreibende Schaltungen werden minimiert,<br />

kostenintensiver Leerlauf geht gegen Null, Druckschwankungen<br />

werden homogenisiert. Das System verhilft zu Transparenz und<br />

Kontrolle durch die Ermittlung aller wichtigen Kennzahlen. So hat<br />

der Anwender seine Druckluftkosten stets im Blick und ist zum<br />

Beispiel auch in der Lage, eine vorbeugende Instandhaltung zu<br />

realisieren. Wer sich einen Überblick über die Funktionsweise<br />

des Systems verschaffen möchte, kann dies im Rahmen von<br />

Schulungen tun, die der Anbieter regelmäßig durchführt.<br />

www.airleader.de<br />

INTELLIGENTES DRUCKLUFT-<br />

MANAGEMENT<br />

Auf der Hannover Messe zeigt Boge, wie sich<br />

Druckluftsysteme mit Boge connect einfach<br />

analysieren und optimieren lassen. Das smarte<br />

Service-Tool wurde um zusätzliche Anbindungsmöglichkeiten<br />

erweitert und bietet damit eine noch<br />

größere Vielseitigkeit. Davon können sich Messebesucher<br />

anhand des ausgestellten Schraubenkompressors<br />

C 14 PM überzeugen. Alle Betriebsdaten<br />

ständig im Blick – Boge connect erfasst, überwacht<br />

und visualisiert alle wichtigen Parameter und<br />

vereinfacht damit den administrativen Aufwand für<br />

Anwender enorm. Alle relevanten Daten sind in<br />

einer digitalen Maschinenakte hinterlegt. Die<br />

kontinuierliche Überwachung lässt jederzeit<br />

Rückschlüsse auf den Zustand der Maschine zu.<br />

Durch die Auswertung von Daten können Auffälligkeiten<br />

erkannt und Störungen frühzeitig behoben<br />

werden. Rechtzeitig und automatisch erinnert Boge<br />

connect an bevorstehende Wartungen. Die Daten<br />

sind in Echtzeit von<br />

überall her abrufbar<br />

und auf sämtlichen<br />

mobilen Endgeräten<br />

verfügbar.<br />

Über eine Vielzahl<br />

von Schnittstellen<br />

lassen sich selbst<br />

ältere Modelle und<br />

Fremdfabrikate sowie zahlreiche Komponenten<br />

anbinden. Die überarbeitete Version verfügt über<br />

neue Interface-Module 2.0 für den Anschluss von<br />

Kompressoren und Zubehörteilen im losen und fest<br />

eingebauten Zustand. Mit dem zusätzlichen<br />

5-fach-Switch mit vier freien Ethernet-Ports können<br />

weitere Modbus-TCP-Komponenten angeschlossen<br />

werden. Insgesamt bietet Boge connect in der<br />

vergrößerten Schaltschrankversion nun optimierte<br />

Anbindungsmöglichkeiten.<br />

Hannover Messe: Halle 7, Stand D27<br />

www.boge.com<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 41


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

MEHR EFFIZIENZ DANK ZENTRALISIERTER DRUCKLUFTSTEUERUNG<br />

FÜNF NETZE UNTER EINEN<br />

HUT GEBRACHT<br />

Fünf Druckluftnetze künftig mit einer einzigen Steuerung zentral regeln – so lautete die<br />

Aufgabenstellung beim Elektronikexperten Weidmüller. Gelöst wurde sie mit einem System<br />

von Boge. Damit lassen sich nun sämtliche Informationen übersichtlich anzeigen. Alle<br />

Komponenten können individuell geregelt und Druckbänder nach Bedarf verändert werden.<br />

So konnte Weidmüller sein Monitoring optimieren und die Effizienz messbar steigern.<br />

Die Weidmüller GmbH & Co. KG ist ein Familienunternehmen<br />

mit weltweit 6 000 Mitarbeitern. Allein am<br />

Hauptsitz in Detmold sind circa 2 000 Beschäftigte mit<br />

der Herstellung und dem Vertrieb von zahlreichen<br />

Produkten und Lösungen der elektrischen Verbindungstechnik<br />

befasst. Dazu gehören z.B. webbasierte KI-Anwendungen im<br />

Sinne der Digitalisierung genauso wie Komponenten für die<br />

Geräteherstellung sowie den Schaltschrankbau.<br />

AUSGANGSLAGE: DEZENTRALE STEUERUNG<br />

VON FÜNF DRUCKLUFTNETZEN<br />

Druckluft wird am Standort Detmold für Montageprozesse, als<br />

Prozess- und Steuerluft sowie in der Galvanotechnik benötigt.<br />

Dazu hat Weidmüller fünf separate Druckluftnetze installiert,<br />

in die jeweils bis zu sieben Kompressoren und weitere Komponenten<br />

integriert sind. Überwiegend setzt das Unternehmen<br />

auf Kompressoren von Boge, hat aber zusätzlich auch Drucklufterzeuger<br />

anderer Hersteller im Einsatz. Die Maschinen<br />

decken einen großen Leistungsbereich innerhalb eines Druckbandes<br />

von 7 bis 8 bar ab. In den letzten Jahren wurden die<br />

größeren Netze über eine Einzelsteuerung geregelt, die kleineren<br />

über eine Kaskadenregelung mithilfe von Drucksensoren.<br />

Einige der im Einsatz befindlichen Boge-Kompressoren sind mit<br />

der Steuerung focus control 2.0 ausgestattet. „An diesen Maschinen<br />

können wir Temperatur, Systemdruck, Netzdruck und die<br />

Betriebszustände direkt auslesen“, sagt Jens Mühlbauer,<br />

Projektverantwortlicher bei Weidmüller. „Das ist bereits ein großer<br />

Vorteil gegenüber älteren Systemen, die meist nur Auskunft<br />

über Störung, Last und Leerlauf geben sowie den Ein/Aus-<br />

Zustand anzeigen.“<br />

Weidmüller wollte nun aber noch einen Schritt weiter gehen.<br />

Mit dem Wunsch nach einer neuen Steuerung, die alle fünf<br />

Druckluftnetze integriert und mehr Übersicht bietet, wandte sich<br />

Weidmüller an Boge. Weitere Anforderungen waren die Reduzierung<br />

von Leerläufen und eine damit verbundene Steigerung der<br />

Effizienz. Außerdem sollten Betriebsdruck und Stromverbrauch<br />

minimiert werden.<br />

ERFOLGREICHER FELDTEST<br />

In einem Feldtest wurden zunächst Funktionsweise und Betrieb<br />

der Verbundsteuerung airtelligence provis 3 geprüft. Dieser fiel<br />

so positiv aus, dass sich Weidmüller schnell für die Installation<br />

entschied. Die neue Steuerung ist abwärtskompatibel und bindet<br />

über das Modbus-Interface-Modul 2.0 sämtliche Modelle prob-<br />

42 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

lemlos ein. Darüber hinaus ermöglicht die airtelligence provis 3<br />

mit dem OPC UA-Standard eine sichere und zuverlässige Kommunikation<br />

mit übergeordneten Systemen wie z.B. einer Leitwarte<br />

oder Energiemanagementsystemen, basierend auf der Companion-Spezifikation<br />

OPC 40250-1 Compressed Air Systems – Main<br />

Control System. Damit nutzt Weidmüller nun eine zentrale Steuerung<br />

für sämtliche Komponenten aus den fünf Druckluftnetzen.<br />

OPTIMALE ANPASSUNG AN<br />

DEN AKTUELLEN BEDARF<br />

Die Steuerung ist auf einem leistungsstarken Industrie-PC installiert<br />

und in einen Schaltschrank integriert. Von den einzelnen<br />

Netzen aus erfolgt die Anbindung jeweils über ein einziges Patch-<br />

Kabel. Innerhalb des Netzes werden die Signale der Steuerung<br />

über Ethernet-Switche an die einzelnen Kompressoren verteilt<br />

„Die Umrüstung erfolgte innerhalb kürzester Zeit“, so Jens Mühlbauer.<br />

„Dazu stellten wir Netzteile und Ethernet-Switche aus<br />

unserem Haus zur Verfügung, mit denen die Signale der Steuerung<br />

noch einmal verstärkt werden konnten. Die Übertragungsrate<br />

ist sehr hoch und die Anlage läuft sehr stabil.“<br />

Am Wochenende und an Feiertagen ist der Druckluftbedarf bei<br />

Weidmüller geringer. Das regelt die Steuerung intelligent. Sie<br />

wählt automatisch die optimale Kompressorkombination und<br />

optimiert Last- sowie Leerlaufzeiten. Auch eine variierende<br />

Drucklufterzeugung in unterschiedlichen Schichten lässt sich so<br />

abfangen. Überverdichtung kann vermieden werden.<br />

Das Energiemanagement der airtelligence provis 3 beinhaltet<br />

unter anderem die Festlegung von Maschinenprioritäten. So ist<br />

zum Beispiel ein 90-kW-Kompressor in Vorrang geschaltet. Er<br />

versorgt die gesamte Galvanik von Weidmüller sowohl mit Druckluft<br />

als auch mit Wärme und muss daher dauerhaft in Betrieb<br />

sein. Die gesamte Steuerung wurde auf Effizienzoptimierung programmiert.<br />

Dazu wird regelmäßig der erzeugte Volumenstrom<br />

analysiert.<br />

STETS ALLES IM BLICK<br />

Der Anwender erhält automatisch einen Hinweis, wenn die eingebundenen<br />

Maschinen gewartet werden müssen, kann Wartungsintervalle<br />

zusammenlegen und den Betrieb optimieren.<br />

Das wirkt sich positiv auf die Laufzeit der Maschinen aus. Die<br />

airtelligence provis 3 bietet eine perfekte Übersicht über alle<br />

Netze. So sind beispielsweise die Betriebsstunden direkt ersichtlich.<br />

„Man hat die Auslastung, den momentanen Stromverbrauch<br />

und die Liefermengen der einzelnen Anlagen immer im Blick“,<br />

so Jens Mühlbauer. „Früher musste ich dazu alle Maschinen aufsuchen,<br />

um dort vor Ort die Informationen auszulesen.“<br />

Ein weiteres Plus: die Steigerung der Energieeffizienz. Diese<br />

konnte der Elektronikexperte um vier bis fünf Prozent erhöhen.<br />

„Das ist bei einer Anlage mit 450 kW schon eine ganze Menge“,<br />

betont der Projektverantwortliche. „Im Vergleich zu Systemen,<br />

die rein über eine Kaskadensteuerung oder Druckschalter laufen,<br />

lässt sich damit eine erhebliche Verbesserung erzielen – allein<br />

schon dadurch, dass der Druck an Feiertagen und nachts über<br />

neu definierte Druckbänder abgesenkt werden kann.“ Dies könne<br />

minütlich und für jedes Druckluftnetz separat durchgeführt<br />

werden – über wenige Touch-Befehle, ohne umständlich im Programm<br />

suchen zu müssen. Denn die Bedienung sei kinderleicht.<br />

Die Informationen der einzelnen Netze und Kompressoren<br />

lassen sich auf mehreren Endgeräten visualisieren.<br />

FÜR DIE ZUKUNFT GERÜSTET<br />

Weidmüller ist nun auch für die Zukunft gut gerüstet, denn die<br />

airtelligence provis 3 ist beliebig und unbegrenzt erweiterbar.<br />

Sollten die einzelnen Druckluftstationen noch um weitere Komponenten<br />

ergänzt werden oder zusätzliche Netze entstehen,<br />

lassen sich diese einfach integrieren.<br />

Bilder: Weidmüller<br />

www.boge.de<br />

Mit der Steuerung<br />

hat man die Auslastung,<br />

den Stromverbrauch und<br />

die Liefermengen der<br />

einzelnen Anlagen<br />

immer im Blick<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

www.boge.com/de/steuerungen/<br />

IM VERBUND STEUERN<br />

Mit der intelligenten Steuerung<br />

airtelligence provis 3 lässt sich eine<br />

unbegrenzte Anzahl an Kompressoren,<br />

Druckluftnetzen und Zubehörkomponenten<br />

vorausschauend und verbrauchsabhängig<br />

steuern und verwalten. Ein<br />

leistungsstarker Panel-PC mit 15,6‘‘ Display<br />

macht das System zur anschlussfertigen<br />

Komplettlösung. Auch ältere Kompressoren<br />

lassen sich einfach integrieren. Zudem<br />

unterstützt die Steuerung die plattformunabhängige<br />

Architektur OPC-UA, ermöglicht<br />

ein Energie-Audit mit Leistungsmessung,<br />

Kostennachweis und Reporting<br />

und optimiert so die Effizienz der<br />

gesamten Druckluftanlage.<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 43


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

01<br />

ÖL- UND KEIMFREIE DRUCKLUFTERZEUGUNG<br />

FÜR EINE REINRAUMPRODUKTION<br />

ALLES ANDERE ALS STANDARD<br />

Bei der Herstellung maßgeschneiderter Verpackungslösungen<br />

für medizinische Füllgüter mit dem Extrusionsblasform-Verfahren<br />

spielt öl- und keimfreie Druckluft eine entscheidende Rolle, um die<br />

geforderte Qualität zu erreichen. Zum Einsatz kommt eine<br />

Druckluftstation, die alle Herausforderungen meistert.<br />

44 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

01 Uwe Herrmann (li.) und Jürgen Neubauer an einem<br />

Schraubenkompressor Lento 110: „Die Druckluft ist sauberer,<br />

als die Luft, die wir einatmen.“<br />

Wir stellen Primärpackmittel für pharmazeutische Produkte<br />

unter modernsten Reinraumbedingungen in<br />

der Klasse GMP C und D her“, erläutert Jürgen Neubauer.<br />

Er ist Manager Technical Building Equipment<br />

bei Röchling Medical in Neuhaus am Rennweg. „Wir können<br />

Fläschchen mit einem Fassungsvermögen von zwei Millilitern<br />

und alle Abmessungen bis zu Kanistern mit zehn Litern oder<br />

auch größer herstellen“, erzählt er.<br />

Um die Hohlkörper zu fertigen, setzt das Unternehmen unter<br />

anderem auf das mehrschichtige Extrusionsblasformen. Bei<br />

diesem Verfahren wird Kunststoff aufgeschmolzen und durch<br />

eine Düse gepresst. Es entsteht ein schlauchförmiger Vorformling,<br />

der in die bereitstehende Blasform übergeben wird. Durch einen<br />

erhöhten Druck passt dieser sich den Innenkonturen der Form an.<br />

Der Umformprozess erfolgt zusätzlich durch Blasluft im Werkzeug.<br />

Entscheidend für die Qualität der Produkte: Mit der Blasluft dürfen<br />

keine Keime in das Material gelangen. Deshalb werden an die Reinheit<br />

der Druckluft besonders hohe Anforderungen gestellt.<br />

WEG VON ÖLEINGESPRITZTEN KOMPRESSOREN<br />

Bis 2017 setzte Röchling Medical auf öleingespritzte Kompressoren.<br />

Um die Druckluft vom Öl zu befreien, war jede Anlage mit<br />

einer eigenen Aufbereitungskette aus Zyklonabscheider, Vorfilter,<br />

Trockner, Nach- und Aktivkohlefilter bestückt. „Trotzdem besteht<br />

bei öleingespritzten Maschinen jederzeit das Risiko einer Kontamination.<br />

Würde Öl in das Rohrleitungsnetz gelangen, könnte<br />

dies bei uns zu schwersten wirtschaftlichen Schäden führen“,<br />

weiß Neubauer. „Unser Ziel war es, Druckluftklasse 1 zu erreichen,<br />

gleichzeitig einen sichereren Betrieb zu ermöglichen und<br />

energieeffizienter zu arbeiten.“ Die Verantwortlichen sahen sich<br />

verschiedene Konzepte diverser Anbieter an. Überzeugen konnte<br />

schließlich Almig Kompressoren aus dem schwäbischen Köngen<br />

mit seinen wassereingespritzten Maschinen der Lento-Baureihe.<br />

ALLES AUS EINER HAND<br />

Uwe Herrmann ist Geschäftsführer der KFA Drucklufttechnik aus<br />

Zwenkau südlich von Leipzig. Mit seiner Firma bietet er Wartung<br />

und Service sowie Projektmanagement und Verkauf von Kompressoren<br />

an. Er ist zudem Vertriebspartner von Almig. „In einem<br />

ersten Gespräch war schnell klar, dass wir sowohl die Druckluftversorgung<br />

als auch alle erforderlichen Komponenten aus einer<br />

Hand liefern können“, erläutert Herrmann. „Wir haben zunächst<br />

ein Energiebilanzierungssystem aufgebaut. Damit können wir<br />

den Druckluftverbrauch und die Stromaufnahme messen.“ Die<br />

Software analysiert die Ergebnisse und erstellt verschiedene<br />

Simulationen. Dazu werden gezielt Kompressoren ausgetauscht,<br />

bis der Experte das für den Kunden energetisch optimale Ergebnis<br />

erzielt. Die Messungen fanden in Schwachlastzeiten und<br />

auch unter Vollauslastung statt. Nach eingehender Analyse<br />

empfahl der Experte die wassereingespritzten Schraubenkompressoren<br />

Lento 110 von Almig mit einem Volumenstrom von<br />

16 Kubikmetern pro Minute bei zehn bar Überdruck.<br />

Zunächst wurden die ersten vier Anlagen installiert. Einige<br />

Monate später folgten zwei weitere Kompressoren der gleichen<br />

Baureihe. Die Produktion läuft 24 Stunden am Tag und sieben<br />

Tage die Woche. Mit der Installation der neuen Kompressoren<br />

wurden die alten Anlagen nach und nach vom Netz genommen.<br />

2021 entschieden sich die Verantwortlichen von Röchling dazu,<br />

aufgrund der steigenden Auftragslage in eine weitere Maschine<br />

der Lento-Baureihe zu investieren.<br />

NIEDRIGE DREHZAHL, LANGE LEBENSDAUER<br />

Die Lento-Anlagen weisen deutlich geringere Wartungskosten im<br />

Vergleich zu alternativen Technologien wie etwa trockenlaufenden<br />

Schraubenkompressoren auf. „Das ist hauptsächlich durch<br />

ihren einfachen Aufbau bedingt“, beschreibt Almig-Experte Herrmann.<br />

„Die Verdichterstufen arbeiten bei wassereingespritzten<br />

Schraubenkompressoren mit vier- bis fünffach geringerer Drehzahl<br />

als die trockenlaufende Variante. Das wirkt sich positiv auf<br />

die Lebensdauer der Lager und somit auf die Betriebssicherheit<br />

aus.“ Wasser besitzt zudem im Vergleich zu Öl eine viel bessere<br />

Wärmeaufnahmekapazität. „Wir haben bei diesen Kompressoren<br />

sehr niedrige Verdichtungsendtemperaturen von deutlich unter<br />

ZIEL WAR, DRUCKLUFTKLASSE 1<br />

UND EINEN SICHEREREN BETRIEB<br />

ZU ERREICHEN SOWIE ENERGIE-<br />

EFFIZIENTER ZU ARBEITEN<br />

60°C. Der Prozess ist nahe an der isothermen Verdichtung, das<br />

sorgt für einen besseren Wirkungsgrad und damit für eine höhere<br />

Wirtschaftlichkeit“, erklärt Herrmann.<br />

Überzeugt hat vor allem die Drehzahlregelung. Damit kann das<br />

Werk auf den wechselnden Bedarf an Druckluft reagieren. Die<br />

Kompressoren produzieren immer den Bedarf, der gerade benötigt<br />

wird – und verbrauchen damit auch nur die entsprechende<br />

Menge an Energie. Die Auslastung liegt zwischen 60 und 70 Prozent.<br />

Dabei sind die Maschinen rotierend im Einsatz – immer<br />

fünf zur selben Zeit. Da sich die Maschinen im optimalen Drehzahlbereich<br />

befinden, sind sowohl der Energiebedarf als auch die<br />

Geräuschemissionen geringer.<br />

Zum Einsatz kommt die Steuerung Almig Air Control HE mit<br />

integriertem Webserver, über den sich alle relevanten Daten<br />

online auslesen lassen – etwa das Laufverhalten der vergangenen<br />

Betriebstage oder -wochen, wie stark die Kompressoren ausgelastet<br />

sind und wann die nächste Wartung ansteht. Zusätzlich<br />

zeichnet die Steuerung die verbrauchte Luftmenge und den<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 45


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

02 Garantiert nicht von der Stange: Die Druckluftstation von Almig<br />

erfüllt die hohen Anforderungen an saubere Druckluft bei Röchling<br />

03 Die Steuerung Almig Air Control HE regelt die Kompressoren<br />

verbrauchsabhängig im Verbund; damit lassen sich die energetischen<br />

Vorteile der Drehzahlregelung voll nutzen<br />

02<br />

03<br />

Energieverbrauch auf. „Wenn wir merken, dass sich das Betriebsverhalten<br />

erheblich verändert, gibt es einen Alarm, und wir<br />

können sofort reagieren“, so Neubauer.<br />

PRINZIP DER GEWASCHENEN DRUCKLUFT<br />

Besonders beeindruckt hat die Verantwortlichen bei Röchling<br />

Medical das Prinzip der gewaschenen Druckluft, wie es bei den<br />

wassereingespritzten Lento-Schraubenkompressoren zum Einsatz<br />

kommt. „Die Druckluft ist sauberer als die zur Verdichtung<br />

angesaugte Frischluft, weil die darin enthaltenen Fremdbestandteile<br />

durch das Kreislaufwasser wirksam ausgewaschen werden“,<br />

erläutert Herrmann. Das haben mehrere unabhängige renommierte<br />

Institute bestätigt – unter anderem Fresenius. Dazu ist in<br />

der Lento-Anlage ein Kältetrockner integriert, der ein wesentlicher<br />

Bestandteil der Wasseraufbereitung ist. Der Kompressor<br />

wird bei der Inbetriebnahme mit normalem Leitungswasser<br />

befüllt. Das angefallene Kondensat wird am Kondensatableiter<br />

des Kältetrockners gesammelt und als Frischwasser in den internen<br />

Kühlkreislauf zurückgeführt. Im Schnitt wird einmal pro<br />

Schicht auf diese Weise die komplette Wassermenge getauscht.<br />

Die Anlage arbeitet somit immer mit frischem Wasser. Eine aufwändig<br />

installierte Wasseraufbereitung fällt weg.<br />

„Das so produzierte Frischwasser ist kalkfrei – und frei von<br />

Viren, Bakterien oder Algen. Es kann ohne Aufbereitung in die<br />

Kanalisation eingeleitet werden“, sagt Herrmann. „Wir sind hier<br />

im Thüringer Wald. Durch das Saatgut der Kieferbäume entstehen<br />

sehr kleine Partikel, die sich als gelber Nebel niederschlagen.<br />

Saugt ein Kompressor diese organischen Stoffe an, kann es zu<br />

einer Selbstzündung kommen. Bei den Lento-Maschinen werden<br />

diese Partikel komplett ausgewaschen.“<br />

NICHT VON DER STANGE<br />

Uwe Herrmann hat mit seinem Team bei Röchling alles andere als<br />

eine Standardanlage installiert. In Sachen Sicherheit sei diese einzigartig,<br />

sagt er. „Die Kompressoren schalten zum Beispiel<br />

automatisch ab, wenn die Messtechnik veränderte Umweltbedingungen<br />

registriert wie Restaerosole von Öl. Diese können etwa<br />

Lkw verursachen, die mit laufendem Motor in der Nähe der Druck-<br />

luftstation halten. „Saugt ein Kompressor diese Luft an, kann das<br />

eine sichere Produktion gefährden“, sagt Neubauer. In diesem Fall<br />

wird die Druckluft nicht ins Netz, sondern in eine Expansionskammer<br />

geleitet – so lange, bis die Werte wieder stabil sind.<br />

Dazu kommt: Pro Wartungszyklus stellt KFA Drucklufttechnik<br />

für jede Maschine nur 1,2 Liter Öl zur Lagerschmierung zur Verfügung.<br />

Bei den alten, öleingespritzten Anlagen waren es noch<br />

jeweils 80 Liter. Auch das sorgt für eine deutlich höhere Betriebssicherheit,<br />

wie sie die ISO und die FDA fordern.<br />

FAZIT<br />

Jürgen Neubauer ist zufrieden mit der Anlage und dass er alles<br />

aus einer Hand bekommt – inklusive eines zuverlässigen Service.<br />

„Unser Besuch für Wartungsmaßnahmen bei den Lento-Maschinen<br />

ist nur alle 4 000 Betriebsstunden erforderlich“, erläutert<br />

Uwe Herrmann. Das entspreche etwa zwei Inspektionen im Jahr.<br />

Bilder: ALMiG Kompressoren, Röchling Medical<br />

www.almig.de<br />

www.roechling.com/de/medical.<br />

AUTOR<br />

Ralph Jeschabek, Head of Marketing,<br />

ALMiG Kompressoren GmbH, Köngen<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

bit.ly/3S2GORV<br />

WÄRMERÜCKGEWINNUNG<br />

INKLUSIVE<br />

Auch wenn die Lento-Kompressoren<br />

optimal mit niedrigen Temperaturen<br />

arbeiten, wandeln sie einen Großteil der<br />

eingesetzten Energie in Wärme um. Damit<br />

diese nicht einfach verpufft, sind die<br />

Anlagen ab Werk mit einem integrierten<br />

Wärmerückgewinnungssystem ausgestattet.<br />

„Wir nutzen diese Wärme, um unsere<br />

Reinräume im Winter zu heizen und im<br />

Sommer zu entfeuchten. Das sind knapp<br />

2000 m²“, ist Röchling-Experte Neubauer<br />

begeistert. „Damit entfallen sowohl<br />

Fernwärme, Heizöl als auch Gas – und das<br />

bei einem enormen Energiebedarf.“<br />

46 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

Bild: Deutsche Messe<br />

HANNOVER MESSE ORGANISIERT CEO-PANEL<br />

ZUR DRUCKLUFT- UND VAKUUMTECHNIK<br />

Die Druckluft- und Vakuumtechnik wird kontinuierlich<br />

digitalisiert, aber ist die Digitalisierung wirklich das<br />

Allheilmittel, wenn es um Nachhaltigkeit und Energieeffizienz<br />

geht? Darauf gibt das internationale CEO-Panel zur<br />

Druckluft- und Vakuumtechnik auf der Hannover Messe<br />

Antworten. Am 20. April diskutieren Geschäftsführer von<br />

global führenden Unternehmen aus der Branche über den<br />

Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Zu den Rednern<br />

zählen Thomas Kaeser von Kaeser Kompressoren, A. Can<br />

Dirin von Lupamat Makina, Olaf Hoppe von Boge Kompressoren,<br />

Helen Landhäußer von LOOXR sowie Klaus<br />

Peter Glöckner von Aerzener Maschinenfabrik. Seitens des<br />

Mitveranstalters VDMA Kompressoren, Druckluft- und<br />

Vakuumtechnik gibt Christoph Singrün einen Überblick<br />

über die relevanten Aktivitäten. Die Themen-Palette<br />

umfasst die Digitalisierung der Druckluftversorgung,<br />

vorausschauende Instandhaltung, Investitionen für<br />

Klimaschutz und Nachhaltigkeit,<br />

die Wasserstoff-<br />

Revolution sowie neue Partnerschaften<br />

in Lieferketten.<br />

Das Panel findet als Teil des<br />

Energiemanagement-Tags<br />

am 20. April von 11 bis 12<br />

Uhr in Halle 3 statt.<br />

www.hannovermesse.de<br />

OLTROGGE GEMEINSAM MIT ATLAS<br />

COPCO AUF ERFOLGSKURS<br />

Oltrogge, der<br />

Engineering-Partner<br />

für technisch<br />

anspruchsvolle<br />

Industrielösungen in<br />

den Bereichen<br />

Oberflächen- und<br />

Drucklufttechnik<br />

sowie Werkzeugmaschinen, ist zu einem der größten<br />

Händler bundesweit für Kompressoren des Herstellers<br />

Atlas Copco avanciert. Das Unternehmen aus Bielefeld<br />

holte sich mit Atlas Copco Ende 2020 eines der weltweit<br />

führenden Unternehmen im Bereich der Kompressorentechnik<br />

als Partner an Bord. Im Oktober 2022 übernahm<br />

Oltrogge zudem den Unternehmensbereich Drucklufttechnik<br />

der Flaco Geräte GmbH aus Gütersloh, einem<br />

langjährigen Atlas-Copco-Händlerpartner. Von der<br />

erfolgreichen Zusammenarbeit profitieren vor allem die<br />

Kunden: Sie werden nun bundesweit von drei Standorten<br />

aus mit innovativen Druckluftlösungen versorgt –<br />

24/7-Kundenservice für noch mehr Produktionssicherheit<br />

inklusive. Eine Mannschaft aus 45 Mitarbeitern in<br />

Service, Vertrieb und Kundenbetreuung sorgt dafür, dass<br />

die Druckluftanlagen optimal laufen und die Produktion<br />

der Oltrogge-Kunden nie stillsteht.<br />

www.oltrogge.de<br />

PREMIUM TECHNOLOGY<br />

POWERED BY PREMIUM SERVICES<br />

Besuchen<br />

Sie uns auf der<br />

Hannover Messe:<br />

Halle 7<br />

Stand D 27<br />

Seit mehr als 100 Jahren stecken wir all unsere Erfahrung und<br />

unser ganzes Herzblut in die Entwicklung hocheffizienter, nachhaltiger<br />

Druckluft-Lösungen und in maßgeschneiderte Services.<br />

Premium-Kompressoren – hergestellt in Deutschland.<br />

boge.com


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

HOCHLEISTUNGSFÄHIGE GEBLÄSE<br />

UND VERDICHTER<br />

Die Hochleistungsaggregate<br />

von Aerzen stehen für optimale<br />

Performance, maximale<br />

Energieeffizienz, minimale<br />

Life-Cycle-Costs sowie absolute<br />

Prozesssicherheit. Davon<br />

können sich auch die Besucher<br />

der Hannover Messe ein Bild<br />

machen. Unter dem Motto „Maßgeschneiderte, effiziente und<br />

smarte Lösungen für die Druckluft-, Prozessgas- und Vakuumtechnik“<br />

präsentiert der Kompressorspezialist dort seine<br />

Lösungen für die Verfahrens- und Prozesstechnik. Zu den<br />

Exponaten gehören unter anderem die hocheffizienten<br />

Baureihen Delta Screw (Schraubenverdichter) und Delta Hybrid<br />

(Schraubengebläse), öleingespritzte Schraubenverdichterstufen<br />

für stationäre oder fahrbare Druckluftkompressoren,<br />

Vakuumgebläse sowie wassereingespritzte Schraubenverdichterstufen<br />

zur effizienten und sicheren Verdichtung von<br />

Wasserstoff. Gezeigt wird auch die innovative IIoT-Plattform<br />

AERprogress. Sie nutzt bereits vorhandene Maschinen- und<br />

Sensordaten der Anlage und analysiert die unterschiedlichsten<br />

Parameter wie Ausfallwahrscheinlichkeiten, Betriebszustände,<br />

Trends und Optimierungsmöglichkeiten. Auf kostspielige<br />

Sensorik an den Prozessluftaggregaten kann verzichtet werden.<br />

Hannover Messe: Halle 4, Stand D41<br />

www.aerzen.com<br />

DRUCKLUFT: SO LASSEN SICH DIE<br />

ENERGIEKOSTEN SENKEN<br />

Druckluft bietet eine Chance,<br />

um teuer eingekauften Strom<br />

noch besser zu nutzen –<br />

durch (nachrüstbare)<br />

Wärmerückgewinnung.<br />

Compair investiert seit<br />

Jahren in Technologie-Upgrades,<br />

um Kunden weltweit<br />

dabei zu unterstützen, weniger CO 2<br />

zu emittieren und<br />

Betriebskosten zu sparen. Aus diesem Grund sind Wärmerückgewinnungsanlagen<br />

bei Compair entweder werkseitig<br />

verbaut oder lassen sich nachrüsten. Wie sehr das Unternehmen<br />

die Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit<br />

treibt, zeigt sich u. a. daran, dass die ölfreien luftgekühlten<br />

Kompressoren der Ultima-Baureihe Wärme in Form von<br />

heißem Wasser rückgewinnen können. Unternehmen, die<br />

andere Modelle aus der Ultima-Kompressor-Baureihe<br />

betreiben, haben zudem die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen<br />

Wärmerückgewinnungsoptionen zu wählen:<br />

Mit wassergekühlten Modellen lässt sich z. B. die Vorbereitung<br />

für die externe Wärmerückgewinnung realisieren.<br />

Unternehmen, die nach einer schlüsselfertigen Lösung<br />

suchen, entscheiden sich mit E-max für eine Komplettlösung,<br />

bestehend aus allen Hauptkomponenten eines<br />

Wärmerückgewinnungssystems.<br />

www.compair.com<br />

1923 – <strong>2023</strong><br />

Intensive Forschung und innovative<br />

Entwicklungen haben uns in 100<br />

Jahren zum internationalen Druckluftspezialisten<br />

gemacht. ALMiG<br />

bietet hochqualitative Produkte<br />

und effiziente Lösungen für nahezu<br />

jede Branche von der Lebensmittelund<br />

Automobilindustrie bis hin zur<br />

Schifffahrt und dem Energiesektor.<br />

Besuchen Sie uns: almig.de<br />

of engineering<br />

TAUPUNKTMESSGERÄT FÜR<br />

DRUCKLUFTSYSTEME<br />

Das Taupunktmessgerät Extech RH600 für<br />

Druckluftsysteme von Teledyne Flir wird in<br />

erster Linie zur Vermeidung von Problemen<br />

im Zusammenhang mit Wasserdampf in<br />

Druckluftsystemen eingesetzt. Als Teil eines<br />

vorbeugenden Wartungs- und Instandhaltungsprogramms<br />

in Produktionsumgebungen<br />

bietet es eine Genauigkeit von ±2 °C<br />

bei Temperaturen bis zu -50 °C über den<br />

gesamten Druckbereich bis zu 20 bar. Das<br />

Gerät ist ideal geeignet für die Taupunktbeobachtung über<br />

längere Zeiträume, einschließlich des Monitorings von<br />

Schaltvorgängen im Trocknungsprozess und zur energetischen<br />

Optimierung. Für Anwender, die den Komfort und die<br />

Möglichkeit benötigen, mehrere Messstellen innerhalb eines<br />

Druckluftsystems zu überwachen, bietet sich das Extech<br />

RH60 an, um genaue Messwerte zu erfassen und diese dann<br />

als Teil eines vorbeugenden Wartungskonzeptes zu speichern.<br />

Das Extech RH600 eignet sich auch für Messungen bei<br />

niedriger Luftfeuchtigkeit mit hoher Genauigkeit, und sollte<br />

der Sensor einmal nass werden, übersteht er die Kondensation<br />

und erholt sich für eine zukünftige Verwendung<br />

vollständig. Die mitgelieferte RH601-Taupunktsonde bietet<br />

hohe Genauigkeit und Langzeitstabilität. Der Benutzer kann<br />

die Sonde über ein Reduzierstück direkt in das Druckluftsystem<br />

einführen und erhält so zuverlässige Messwerte.<br />

www.flir.de<br />

48 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

NEUE GASKOMPRESSOREN<br />

Auf der Hannover Messe<br />

stellt Sauer Compressors<br />

gleich mehrere neue Typen<br />

Gaskompressoren vor. Die<br />

ersten Standardtypen der für<br />

die Verdichtung vieler Gase<br />

und unterschiedlichste<br />

Anwendungen konzipierten<br />

Baureihe Sauer Orkan feiern Premiere: Dabei handelt es sich<br />

um zwei Hochdruckkompressoren für Luft mit maximalen<br />

Enddrücken von 350 bzw. 500 bar(ü), einen Hochdruck-Heliumverdichter<br />

mit maximalem Enddruck von 350 bar(ü) und<br />

einen Hochdruck-Stickstoffbooster mit maximalem Enddruck<br />

von 350 bar(ü) sowie einem Vordruck von 4 bis 8 bar(ü). Neben<br />

der Entwicklung komplett neuer Kompressorplattformen setzt<br />

Sauer Compressors auch auf die Erweiterung und Optimierung<br />

bestehender Baureihen. Ein Beleg dafür ist der Ausbau der<br />

luftgekühlten Baureihe Hurricane. Die neuen Hochdruck-Stickstoffbooster<br />

Hurricane WP4366LH B3-8 und WP4399LH B3-8<br />

sind speziell für die Verdichtung von Stickstoff bestimmt.<br />

Hannover Messe: Halle 4, Stand D07<br />

www.sauercompressors.com<br />

AIR-MANAGEMENT-SYSTEM VERRINGERT<br />

DEN DRUCKLUFTVERBRAUCH<br />

Mit dem Air-Management-System in den Anschlussgrößen<br />

¼ bis 1 Zoll hat SMC ein digitales Modul für das Druckluftmanagement<br />

entwickelt. Mithilfe der Kombination aus Regler,<br />

Hub und Abschaltventil können Druck, Temperatur und Durchfluss<br />

der Luftversorgung nicht nur<br />

überwacht werden. Durch Festlegung<br />

von Basisparametern lassen<br />

sich zudem vorausschauende<br />

Wartung und zustandsorientierte<br />

Überwachung realisieren – und der<br />

Druckluftverbrauch deutlich<br />

absenken. Die Anbindung an<br />

übergeordnete Steuerungen kann<br />

über Profinet oder Ethernet/IP<br />

erfolgen. Durch den integrierten<br />

OPC UA-Server ist es zudem möglich, ohne SPS auszukommen<br />

und trotzdem vom Air-Management-System zu profitieren.<br />

Außerdem lassen sich weitere Systeme drahtlos einbinden.<br />

Die Installation gelingt somit ohne großen Aufwand und das<br />

System ist dadurch besonders einfach nachrüstbar.<br />

www.smc.de<br />

AR-SOFTWARE FÜR REMOTE-SERVICE-LÖSUNGEN<br />

Kompressoren von Burckhardt Compression werden eingesetzt, um Gase zu verdichten, zu<br />

transportieren und zu lagern. Ihre lange Lebensdauer von 40 bis 60 Jahren macht die Kundenbeziehung<br />

und den Service zu entscheidenden Faktoren für den Unternehmenserfolg. Mit<br />

„UP! Solutions“ bietet Burckhardt Compression digitale Lösungen, mit denen sich die<br />

Kompressoren in Echtzeit überwachen und aus der Ferne warten lassen. Die Anlagen werden<br />

mit Sensoren versehen, die ständig Daten wie Schwingungen oder Temperatur sammeln.<br />

Diese Daten werden dann ausgewertet und z. B. zur Erkennung von Anomalien oder zur Terminierung von Servicearbeiten genutzt.<br />

Die Experten müssen dazu nicht mehr zum Kunden reisen, stattdessen können sie mittels Tablet oder HoloLens-Brille virtuell<br />

Anweisungen und Tipps geben. Zum Einsatz kommt dabei zum großen Teil Vuforia, die Augmented Reality-Lösung von PTC.<br />

Hannover Messe: Halle 13, Stand E13<br />

www.burckhardtcompression.com; www.ptc.com<br />

In wenigen Schritten zur nachhaltigen Druckluftstation<br />

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Abschalten und<br />

Energie sparen.<br />

Durch das Abschalten der<br />

Kompressoren in produktionsfreien<br />

Zeiten lassen sich bis zu 28 % der<br />

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Wärme Ihrer Druckluftstation sinnvoll<br />

und effektiv einsetzen und damit bares<br />

Geld sparen können. Ganz nebenbei<br />

schonen Sie damit die Umwelt.<br />

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GREIFSYSTEME IM<br />

GECKO-STYLE<br />

Bild: NEXT. robotics, INNOCISE<br />

Wir nehmen Sie<br />

mit in die Zukunft!<br />

Innovative Technologien ermöglichen der Industrie,<br />

ihre Produktionsprozesse weiter zu optimieren.<br />

Gestalten Sie den Wandel mit.<br />

Keine Wand ist ihnen zu steil, sie laufen kopfüber an<br />

Decken, sie haften besser als jeder Profikleber, ohne<br />

Spuren zu hinterlassen, und sie trotzen der Schwerkraft:<br />

Die Füße von Geckos sind gleichermaßen von Interesse<br />

für Forschende aus der Materialwissenschaft wie aus dem<br />

KI-Bereich. Den Effekt der Füße will man sich über das vom<br />

BMBF geförderte Verbundvorhaben »GecKI« nun zur Entwicklung<br />

energieeffizienter, autoadaptiver und produktunabhängiger<br />

Haftpads für Robotergreifsysteme zu Nutze machen.<br />

Wie kann durch Einsatz von KI ein möglichst vielseitig einsetzbares<br />

und energieeffizientes Robotergreifsystem geschaffen<br />

werden, das bei KMU ebenso wie bei Großunternehmen einen<br />

Entwicklungssprung in der Verwendung intelligenter, selbstregulierender<br />

und flexibel skalierbarer Handhabungsprozesse<br />

auslösen kann? Mit diesem Forschungs- und Entwicklungsauftrag<br />

beschäftigen sich das Fraunhofer IZFP, die Innocise GmbH<br />

sowie die Next. robotics GmbH & Co. KG. Ziel ist die Weiterentwicklung<br />

von Methoden der KI, um ein neuartiges Sensorsystem<br />

zu entwerfen, das die autoadaptive, robotergestützte Manipulation<br />

von Objekten mit eigener Objekterkennung ermöglicht: Der<br />

Roboterarm erhält die Fähigkeit, zu fühlen, um welches Produkt<br />

es sich handelt und sich entsprechend anzupassen.<br />

INTELLIGENTE HAFTSYSTEME NACH<br />

DEM VORBILD DER NATUR<br />

Insbesondere in hochflexiblen und sich oft ändernden Fertigungslinien,<br />

aber auch in anspruchsvollen Umgebungen wie in<br />

Reinräumen und im Vakuum werden kostengünstige, ressourcenschonende<br />

robotergestützte Greifsysteme benötigt. Sogenannte<br />

»adhäsive Pads«, die am Roboterarm befestigt werden,<br />

sollen hierfür mit intelligenten Sensoren ausgestattet und dann<br />

produktunabhängig in der Fertigung eingesetzt werden. Die<br />

Anwendungsbreite ist enorm und reicht von sensiblen<br />

Objekten oder Oberflächen bis zu schweren Lasten. Vorbild sind<br />

die Geckofüße, die neben anderen wünschenswerten Eigenschaften<br />

auch über die Fähigkeit verfügen, erhebliche Lasten<br />

halten zu können. Sie nutzen dabei die physikalische Adhäsion<br />

auf Basis von intermolekular wirkenden Van-der-Waals-Kräften.<br />

Im Forschungsvorhaben »GecKI« will das Projektkonsortium<br />

intelligente und energieeffiziente Haftsysteme nach dem Vorbild<br />

der Natur entwickeln. Dabei werden die innovativen Adhäsionsgreifer<br />

von Innocise intelligent gemacht. Darüber hinaus sollen<br />

die gewonnenen Informationen und Daten aus dieser Sensorintelligenz<br />

durch eine Steuerintelligenz im Roboter in autoadaptive<br />

Bewegungsabläufe umgesetzt werden. Weiterer Vorteil: Die<br />

Adhäsionsgreifer benötigen keine externe Energiezufuhr wie z. B.<br />

Vakuum- oder Magnetgreifer. Hierdurch werden die Anwendungsmöglichkeiten<br />

auf modularen Fertigungslinien enorm<br />

erweitert. Die Integration der Pads in industrielle Anlagen könnte<br />

dem Plug-and-Play-Prinzip folgen. Durch ihre Verbreitung<br />

kann die Energieeffizienz von fertigungsbedingten Handhabungsprozessen<br />

stark verbessert werden.<br />

Ein erster wichtiger Meilenstein ist die Konzipierung eines Versuchsstandes.<br />

»Damit sind wir in der Lage, den robotergestützten<br />

Greifkontakt und dessen Strukturen sichtbar zu machen. Wir haben<br />

erste Sensorik-Prototypen entwickelt, die den bioinspirierten<br />

Greifern das Fühlen beibringen können«, erklärt Dr. Sarah<br />

Fischer, verantwortliche Projektleiterin am Fraunhofer IZFP.<br />

www.izfp.fraunhofer.de<br />

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Öffnungszeiten<br />

Mittwoch, 24.05.<strong>2023</strong><br />

9:00 – 17:00 Uhr<br />

Donnerstag, 25.05.<strong>2023</strong><br />

9:00 – 16:00 Uhr<br />

Ort<br />

Messe Dortmund<br />

Halle 4 & 5<br />

Rheinlanddamm 200<br />

44139 Dortmund<br />

24. – 25. MAI <strong>2023</strong><br />

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