MY FACTORY 04/2023
MY FACTORY 04/2023
MY FACTORY 04/2023
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
<strong>04</strong><br />
19186<br />
April <strong>2023</strong><br />
€ 12,00<br />
TITEL<br />
Kran- und Handhabungssysteme<br />
clever 16 kombiniert<br />
Hannover Messe: Industrial<br />
08 Transformation geht weiter<br />
SPECIAL: Drucklufttechnik – Fokus<br />
auf Effizienz und Nachhaltigkeit<br />
myfactory-magazin.de
MULTIMEDIAL VERNETZT<br />
KUNDEN GEWINNEN!<br />
FÖRDERTECHNIK<br />
MATERIALFLUSS<br />
LOGISTIK<br />
FLUIDTECHNIK<br />
Profitieren Sie von unserem<br />
einmaligen Mediennetzwerk!<br />
Bitte kontaktieren Sie mich, ich berate Sie gerne!<br />
Carmen Nawrath<br />
Head of Sales<br />
Telefon: 0<strong>04</strong>9/6131/992-245<br />
c.nawrath@vfmz.de
EDITORIAL<br />
REVOLUTION ODER UPDATE ?<br />
2011 war es, als der Begriff Industrie 4.0 und das Konzept<br />
dahinter auf der Hannover Messe erstmals vorgestellt wurden.<br />
Innerhalb von etwas mehr als einer Dekade hat sich der Terminus<br />
rund um den Globus verbreitet und ist heute eine Marke, die für<br />
ein besonders innovatives Konzept steht, das den Pioniergeist<br />
der deutschen Industrie widerspiegelt.<br />
Obwohl sich vor allem viele Mittelständler nach wie vor im<br />
digitalen Wandel oder gar erst in der Startphase der Industrie-<br />
4.0-Einführung befinden, brachte die Europäische Kommission<br />
mit ihrem Whitepaper „Industry 5.0 – Towards a sustainable,<br />
human-centric and resilient European industry“ 2021 bereits den<br />
nächsten Paradigmenwechsel ins Spiel. Während Industrie 4.0<br />
zunächst vor allem mit dem Ziel „Produktivitätssteigerung“ an<br />
den Start ging, soll die Version 5.0 ökonomische, ökologische<br />
und soziale Zielgrößen in den Fertigungsbetrieben der Zukunft<br />
in Balance bringen. Dabei sollen die Ideen und Konzepte der<br />
vierten industriellen Revolution weitergedacht und fortentwickelt<br />
werden. Damit bremst das Konzept keines der Projekte aus, das<br />
in den vergangenen Jahren initiiert wurde – weder in den<br />
Unternehmen noch auf der Normierungsseite. All diese<br />
Vorarbeiten werden auch einer Industrie-5.0-Welt zugutekommen,<br />
sind Experten überzeugt.<br />
Für Unternehmen macht es Sinn, das Thema Industrie 5.0<br />
genau zu beobachten. Denn die Aspekte Nachhaltigkeit, Menschzentrierung<br />
und Resilienz werden in Zukunft immer stärker in<br />
den Fokus rücken. Es empfiehlt sich, pragmatisch vorzugehen<br />
und zu prüfen, welche Lösungen heute bereits im Unternehmen<br />
existieren und die neuen 5.0-Ansätze zu nutzen, um sich Ziele<br />
zu setzen und Veränderungen voranzutreiben. Wer jetzt<br />
schon loslegt, kann sich einen Vorsprung gegenüber trägeren<br />
Mitbewerbern sichern.<br />
In Hannover begann alles und auch in diesem Jahr ist die Messe<br />
dort wieder ein Schaufenster zur Digitalisierung und weiteren<br />
Zukunftsthemen. Mal sehen, was uns im April vor Ort erwartet!<br />
Wie sicher, rein und<br />
zuverlässig ist Ihre<br />
Prozessluft wirklich?<br />
Das innovative Lösungskonzept<br />
bestehend aus Delta Blower,<br />
Delta Screw und Delta Hybrid<br />
Maximale Zuverlässigkeit und Sicherheit<br />
für anspruchsvolle Anforderungen<br />
Breites Produktportfolio individuell auf Ihre<br />
Prozessanforderungen konfiguriert<br />
100% Öl- und Absorptionsmittelfreiheit,<br />
garantiert und zertifiziert<br />
ATEX-konform nach Richtlinie 2014/34/EU<br />
Einen inspirierenden<br />
Messebesuch wünscht<br />
Martina Laun<br />
Redakteurin<br />
m.laun@vfmz.de<br />
Dirk Koob, Geschäftsführer<br />
Aerzen Deutschland GmbH & Co. KG<br />
www.aerzen.com/verfahrenstechnik
EDITORIAL<br />
03 Revolution oder Update?<br />
08<br />
SMART NEWS<br />
06 Kurz und prägnant – das sollten Sie wissen<br />
HANNOVER MESSE<br />
08 Hannover Messe: Vernetzung und<br />
Klimaneutralität im Fokus<br />
10 Update zur Hannover Messe: Produkte,<br />
Technologien, Trends<br />
SMART PRODUCTION<br />
12 PRODUCTION EXCELLENCE:<br />
Flexible IIot-Plattform macht es möglich:<br />
Digitalisierung leicht gemacht<br />
TITEL<br />
16 Clever kombiniert: Kluges Zusammenspiel<br />
von Kran- und Handhabungssystemen<br />
INTRALOGISTIK<br />
20 Piezo-Inkjetsystem für den Großschriftdruck:<br />
Eine echte Alternative zur Etikettierung<br />
TITEL<br />
16<br />
22 Vakuum-Schlauchheber mit integrierter Wägezelle:<br />
Gewicht unter Kontrolle<br />
24 Mehrstations-Zugangssicherung in der<br />
Gabelstaplerlogistik: Person oder Fahrzeug?<br />
26 Update zur LogiMAT: Produkte, Technologien<br />
und Trends<br />
BETRIEBSTECHNIK<br />
32 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />
WARTUNG-UND INSTANDHALTUNG<br />
36 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />
SPECIAL DRUCKLUFTTECHNIK<br />
Anzeige: Demag Cranes & Components GmbH , Wetter/Ruhr<br />
38 Schont Geldbeutel und Umwelt: Wärmerückgewinnung<br />
in Druckluftanlagen<br />
42 Mehr Effizienz dank zentralisierter Druckluftsteuerung:<br />
Fünf Netze unter einen Hut gebracht<br />
44 Alles andere als Standard: Öl- und keimfreie<br />
Drucklufterzeugung für eine Reinraumproduktion<br />
47 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />
▲<br />
Krantechnik perfekt in die Produktionsumgebung<br />
integriert? Erfahren Sie mehr dazu im Titelbeitrag.<br />
4 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
AUSBLICK<br />
50 Greifsysteme im Gecko-Style<br />
37 Impressum<br />
44<br />
50<br />
Diese Ausgabe enthält eine Beilage<br />
von DENIOS, Bad Oeynhausen.<br />
ANZEIGE<br />
Ein Teil dieser Ausgabe enthält eine Beilage<br />
von easyfairs, München.<br />
ANZEIGE<br />
Leistung übersetzt in Effizienz<br />
Industrie-Schraubenkompressoren<br />
mit SIGMA PROFIL<br />
Serien CSD und CSDX<br />
• Sechs Druckvarianten für eine optimale Anpassung an<br />
individuelle Anforderungen<br />
• Neue Verdichterblöcke mit optimiertem SIGMA PROFIL<br />
• Höchste Effizienzklasse für das Antriebssystem (Festdrehzahl: IE4, SFC: IE5)<br />
• Drehzahlgeregelter Lüfter spart Energie<br />
NEU<br />
17. – 21. 4. <strong>2023</strong> I HALLE 4 I STAND D12 www.kaeser.com<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 5
AUTOMATICA WECHSELT<br />
IN NEUEN RHYTHMUS<br />
Ein Jahr nach der Rückkehr aus der<br />
Zwangspause findet die automatica<br />
– Leitmesse für intelligente<br />
Automation und Robotik – von<br />
27. bis 30. Juni <strong>2023</strong> erneut statt.<br />
Grund dafür ist der Wechsel in<br />
einen neuen Rhythmus. Von nun<br />
an trifft sich die internationale<br />
Automationsbranche stets in<br />
ungeraden Jahren auf dem<br />
Münchner Messegelände, parallel<br />
zur Laser World of Photonics –<br />
Weltleitmesse und Kongress für<br />
Komponenten, Systeme und<br />
Anwendungen der Photonik.<br />
www.automatica-munich.de<br />
INSTANDHALTUNG UND INTRALOGISTIK –<br />
FACHMESSEN IM DOPPELPACK<br />
Zwei Fachmessen an einem Tag: Von diesem zeitsparenden Modus des Austauschs<br />
und der Informationsgewinnung kann der Besucher vom 24. bis 25. Mai <strong>2023</strong> in<br />
Dortmund profitieren. Dann finden zeitgleich die maintenance als Leitmesse für<br />
die industrielle Instandhaltung und die Logistics & Automation als Regionalmesse<br />
für Intralogistik statt. Die maintenance<br />
präsentiert das gesamte Spektrum der<br />
industriellen Instandhaltung. Unter den rund<br />
200 Ausstellern sind zahlreiche etablierte<br />
und marktführende Unternehmen, aber auch<br />
innovative Start-ups. Sie bereichern das<br />
Angebot an Produkten und Dienstleistungen,<br />
das auf der maintenance schon traditionell<br />
breit gefächert ist: von Werkzeugen und<br />
Ausrüstung für die Wartung von Maschinen<br />
und Anlagen über Ersatzteile bis zu Servicedienstleistungen und Software-<br />
Lösungen für die „smarte“ Instandhaltung. Die Logistics & Automation informiert<br />
ebenso umfassend wie kompakt über die aktuellen Trends in der Intralogistik:<br />
Welche Neuigkeiten gibt es bei Hardware und Software? Wie lässt sich ganz<br />
konkret der innerbetriebliche Materialfluss optimieren? Und welche Möglichkeiten<br />
bieten ein Retrofit und die nachträgliche Automatisierung? Zu eben diesem Thema<br />
geben auch kompetente Aussteller der maintenance Auskunft. Synergieeffekte sind<br />
also aus Besuchersicht vorprogrammiert. Unter www.maintenance-dortmund.de/<br />
messetickets/ können Sie sich mit dem Code 1606 Ihr kostenloses Ticket sichern.<br />
www.maintenance-dortmund.de<br />
STUDIE „EUROPAS INDUSTRIE IM WANDEL“<br />
In ganz Europa kämpft die Industrie gleichermaßen mit einer<br />
nie gekannten Anzahl an Herausforderungen. Explodierende<br />
Energiekosten und instabile Lieferketten bereiten dabei<br />
aktuell die größten Probleme. Auch für die kommenden Jahre<br />
rechnen fast neun von zehn Unternehmen damit, dass die<br />
Unsicherheit weiter so groß bleiben wird. Die wichtigsten<br />
Strategien der Industrie zur Zukunftssicherung: eine<br />
umfassende Digitalisierung und die vertiefte Kooperation<br />
mit Zulieferern. Das zeigt die aktuelle Studie „Europas<br />
Industrie im Wandel“. Befragt wurden im Auftrag der<br />
Produkt-Innovations-Plattform Aras mehr als 440 Top-<br />
Entscheider aus 19 europäischen Ländern. Die Studie steht<br />
unter bit.ly/41VYYJq zum kostenlosen Download bereit.<br />
www.aras.com
SMART NEWS<br />
HACK4INDUSTRY – NEU AUF DER HANNOVER MESSE<br />
Die Hannover Messe<br />
veranstaltet gemeinsam<br />
mit dem prototype.club<br />
den Hack4Industry, einen<br />
Wettbewerb, der dem<br />
klassischen Pitch-Format<br />
eine neue Wendung gibt.<br />
Etablierte Unternehmen<br />
formulieren ihre Anforderungen,<br />
Startups entwickeln<br />
dann Lösungen in Form<br />
funktionierender Prototypen<br />
für die Challenges etablierter Unternehmen. Die Ergebnisse werden vor Ort<br />
gepitcht und das Gewinnerteam erhält einen Folgeauftrag zur Umsetzung.<br />
Unter bit.ly/3JlgbVI erfahren Sie mehr dazu. Bild: Deutsche Messe<br />
www.hannovermesse.de<br />
„In einer Zeit sich überlagernder<br />
Krisen und stetiger Unsicherheit haben<br />
Vorstände die Dringlichkeit der aktuellen<br />
Klimakrise erkannt und sie zu einem ihrer<br />
wichtigsten Handlungsfelder gemacht.“<br />
Prof. Dr. Bernhard Lorentz, globaler Consulting Lead<br />
für Sustainability & Climate Strategy bei Deloitte<br />
60 %<br />
der deutschen Top-Manager<br />
glauben, dass der Klimawandel<br />
in den nächsten drei Jahren<br />
großen bzw. sehr großen<br />
Einfluss auf die Strategie und<br />
das operative Geschäft ihrer<br />
Unternehmen haben wird.<br />
Quelle: CxO Sustainability Survey <strong>2023</strong>,<br />
Deloitte<br />
76 %<br />
der am Survey teilnehmenden<br />
deutschen Unternehmen<br />
haben ihre Investitionen in<br />
Nachhaltigkeit gesteigert.<br />
Quelle: CxO Sustainability Survey <strong>2023</strong>,<br />
Deloitte<br />
INTRALOGISTIKANBIETER MIT<br />
LEICHTEM WACHSTUM 2022<br />
Besuchen Sie uns auf der LogiMAT:<br />
Halle 7 / Stand 7C61<br />
lift2move solution<br />
solution<br />
Die neue Generation mobiler<br />
Hebehilfen ist da!<br />
Mit einem geschätzten Produktionsvolumen von 23,7<br />
Milliarden Euro haben die Hersteller von Fördertechnik<br />
und Intralogistik aus Deutschland das vergangene Jahr<br />
abgeschlossen. „Das Wachstum ist mit 2 % etwas geringer<br />
ausgefallen, als wir Anfang 2022 noch erwartet hatten.<br />
Doch die Auswirkungen der aktuellen Krisen, vor allem<br />
seit Beginn des Ukraine-Kriegs, lasten schwer auf den<br />
Schultern von Anbietern und Kunden“, so Steffen Bersch,<br />
Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und<br />
Intralogistik und CEO der SSI Schäfer Gruppe. Gleichzeitig<br />
ist die Nachfrage nach Intralogistik und speziell nach<br />
Automatisierungslösungen in den vergangenen zwei<br />
Jahren stark gestiegen. Deshalb geht der Fachverband<br />
auch für <strong>2023</strong> unter den aktuellen Rahmenbedingungen<br />
von einem leichten Wachstum von 2 Prozent aus.<br />
www.vdma.org<br />
Die neuen Features auf<br />
auf einen Blick:<br />
4 innovatives Fahrwerk<br />
4 optimierte Nutzlasten<br />
4 erleichterte Handhabung<br />
MADE<br />
IN<br />
GERMANY<br />
EXPRESSO Deutschland GmbH & Co. KG<br />
Antonius-Raab-Str. 19 I 34123 Kassel<br />
www.expresso.de I shop.expresso.de
HANNOVER MESSE<br />
HANNOVER MESSE<br />
VERNETZUNG UND<br />
KLIMANEUTRALITÄT IM FOKUS<br />
Unter dem Leitthema „Industrial Transformation – Making the Difference“<br />
zeigt die Hannover Messe in diesem Jahr vom 17. bis 21. April, wie<br />
unterschiedliche industrielle Ökosysteme ineinandergreifen und<br />
Lösungen für eine ressourceneffiziente, klimaneutrale und resiliente<br />
Produktion bieten.<br />
CO 2<br />
-neutrale Produktion, künstliche Intelligenz, Wasserstofftechnologien,<br />
Energiemanagement und Industrie<br />
4.0 – das sind die übergreifenden Themen der Hannover<br />
Messe <strong>2023</strong>“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender<br />
der Deutschen Messe AG. „Nur im Zusammenspiel dieser<br />
Technologien wird es gelingen, unseren Wohlstand nachhaltig zu<br />
sichern und gleichzeitig den Klimaschutz voranzutreiben.“ Von<br />
der Digitalisierung und Automatisierung komplexer Produktionsprozesse<br />
über den Einsatz von Wasserstoff zur Energieversorgung<br />
von Fabriken bis hin zur Anwendung von Software zur<br />
Erfassung und Reduzierung des CO 2<br />
-Fußabdrucks bietet die<br />
Messe ein ganzheitliches Bild. Köckler: „Für jede der aktuellen<br />
globalen Herausforderungen werden Lösungsansätze gezeigt.“<br />
Zu den ausstellenden Unternehmen gehören globale Tech-Konzerne<br />
ebenso wie mittelständisch geprägte Technologieführer.<br />
Namhafte Forschungsinstitute sowie mehr als 300 Startups versprechen<br />
Spitzentechnologien und völlig neue Geschäftsmodelle.<br />
INDUSTRIE 4.0 & MANUFACTURING X<br />
Damit das volle Potenzial von Industrie 4.0 erschlossen werden<br />
kann, braucht es Daten. Viele Daten, auf die alle am Wert-<br />
8 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
HANNOVER MESSE<br />
schöpfungsprozess beteiligten Unternehmen zugreifen können.<br />
Ein neues zusammenhängendes Datenökosystem soll Abhilfe<br />
schaffen: Manufacturing X. Vorangetrieben wird diese Vision<br />
einer souveränen und sicheren Datenplattform unter anderem<br />
von den Wirtschaftsverbänden BDI, VDMA und ZVEI. Im engen<br />
Schulterschluss mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und<br />
Klimaschutz werden in Hannover die ersten Schritte zur Umsetzung<br />
von Manufacturing X vorgestellt. Köckler: „Ziel ist es, die<br />
Souveränität der Unternehmen zu erhalten, den Zugang zur<br />
Kundenschnittstelle nicht zu verlieren und dennoch die Potenziale<br />
der Plattformökonomie zu erschließen.“<br />
GENERATIVE KI AUF DEM WEG<br />
IN DIE INDUSTRIE<br />
Künstliche Intelligenz (KI) spielt in der Industrie eine immer<br />
größere Rolle. Neben der Optimierung von Prozessen setzt die<br />
produzierende Industrie zunehmend auf KI in der Simulation<br />
und in der Produktentwicklung. Auch die sogenannte generative<br />
KI wird den Weg in die Industrie finden. „In Zukunft ist durchaus<br />
denkbar, dass eine KI eine Maschine entwirft und der Mensch<br />
dann überprüft, welche Anpassungen für einen Realbetrieb notwendig<br />
sind. Das spart Zeit und bietet angesichts des vorherrschenden<br />
Fachkräftemangels erhebliches Potenzial“, so Köckler.<br />
Zum Thema KI bietet die Hannover Messe ein umfassendes<br />
Angebot an Besucherführungen, Foren und Präsentationen von<br />
KI-Tools und Use Cases der Aussteller.<br />
ENERGIESTRÖME UND -VERBRAUCH<br />
SICHTBAR MACHEN<br />
Im Zusammenspiel von Software und Maschinen entstehen erhebliche<br />
Energieeinsparpotenziale. „Smart Energy Monitoring“-<br />
Lösungen der Aussteller helfen dabei, Energieverbräuche auf<br />
Maschinenebene zu ermitteln, zu optimieren und damit den<br />
CO 2<br />
-Fußabdruck zu reduzieren. „Viele versteckte Verbräuche<br />
sind den meisten Industrieanwendern bis heute kaum bewusst“,<br />
so Köckler. Ungeregelte Motoren in Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren<br />
oder Maschinen gehören in vielen Fabriken noch zum<br />
Alltag. Ohne intelligente Steuerungstechnik und das Zusammenspiel<br />
von Elektrotechnik und IT sind Effizienzsteigerungen bei<br />
der Energie kaum umsetzbar. Köckler: „Die Industrie verbraucht<br />
DIE MESSE IM ÜBERBLICK<br />
Die Hannover Messe ist die Weltleitmesse der Industrie.<br />
Ihr Leitthema „Industrial Transformation – Making<br />
the Difference“ verbindet die Ausstellungsbereiche<br />
Automation, Motion & Drives, Digital Ecosystems,<br />
Energy Solutions, Engineered Parts & Solutions, Future<br />
Hub, Compressed Air & Vacuum und Global Business &<br />
Markets. Zu den Top-Themen zählen Dekarbonisierung,<br />
Industrie 4.0, IT-Sicherheit, künstliche Intelligenz und<br />
maschinelles Lernen, Kreislaufwirtschaft, Logistik 4.0<br />
sowie Wasserstoff und Brennstoffzellen. Konferenzen<br />
und Foren ergänzen das Programm.<br />
MIT SUBSTANZIELLEN<br />
INNOVATIONEN MULTIPLEN<br />
KRISEN BEGEGNEN<br />
Wir werden auf der kommenden Hannover<br />
Messe erleben, mit welchen neuen Produkten<br />
und substanziellen Innovationen unsere Aussteller<br />
den multiplen Krisen begegnen. Dabei spielen<br />
Digitalisierung, künstliche Intelligenz und<br />
Wasserstoff eine herausragende Rolle.<br />
Dr. Jochen Köckler,<br />
Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG<br />
ca. 45 Prozent des Stroms in Deutschland. Die Lösungen der ausstellenden<br />
Unternehmen können einen wichtigen Beitrag leisten,<br />
deutlich energieeffizienter zu produzieren.“<br />
HOFFNUNGSTRÄGER WASSERSTOFF<br />
Grüner Wasserstoff ist in aller Munde. Die Industrie will sich damit<br />
aus der Abhängigkeit von fossiler Energie lösen und CO 2<br />
-<br />
Emissionen reduzieren. Köckler: „Mehr als 500 Unternehmen auf<br />
der Messe zeigen Lösungen für den Einsatz von Wasserstoff in<br />
der Industrie. Damit ist Hannover die weltweit wichtigste und<br />
größte Plattform zum Thema Wasserstoff.“ Anwender aus der<br />
Industrie und politische Entscheidungsträger können sich in<br />
Hannover ein ganzheitliches Bild über das Potenzial des Energieträgers<br />
machen und erkennen, welche Weichen auf dem Weg zu<br />
einer wasserstoffbasierten Industrie zu stellen sind.<br />
PARTNERLAND INDONESIEN<br />
Eröffnet wird die Hannover Messe in diesem Jahr von Bundeskanzler<br />
Olaf Scholz und dem indonesischen Staatspräsidenten<br />
Joko Widodo. Indonesien, die größte Wirtschaftsmacht in der<br />
ASEAN-Region, ist in diesem Jahr Partnerland der Industriemesse.<br />
Das Motto lautet: Making Indonesia 4.0. Bis 2030 möchte<br />
Indonesien eine der zehn größten Volkswirtschaften der Welt<br />
sein. Auf der Messe präsentiert sich das aufstrebende Land als<br />
zuverlässiger Partner für Unternehmen rund um den Globus.<br />
Bilder: Deutsche Messe<br />
www.hannovermesse.de<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 9
HANNOVER MESSE<br />
GEBÜNDELTE SOFTWARE-INTELLIGENZ FÜR NACHHALTIGE<br />
PRODUKTION UND ENERGIEVERSORGUNG<br />
Unter dem Motto „Industrial Software Built-in Qualicision AI“ präsentiert der<br />
PSI-Konzern auf der Hannover Messe intelligente Softwareprodukte und KI-basierte<br />
Anwendungen für die optimierte und nachhaltige Produktion sowie Energieversorgung.<br />
Zudem werden der PSI App Store und der neue Collaboration Space vorgestellt.<br />
Künstliche Intelligenz (KI) gilt als Schlüsseltechnologie in der Industrie. Vor<br />
diesem Hintergrund bündelt PSI in einer konzernübergreifenden Arbeitsgruppe<br />
seine KI-Expertise. Seit über zwei Jahrzehnten wird die Software Qualicision für Entscheidungsunterstützung und Optimierung<br />
in eine Vielzahl etablierter PSI-Produkte integriert. Über fünfzig verschiedene KI-Verfahren werden bereits in Kundenprojekten<br />
in unterschiedlichen Branchen und Anwendungsfeldern erfolgreich produktiv eingesetzt. Auf der diesjährigen<br />
Hannover Messe zeigt PSI KI-Anwendungen basierend auf der „Deep Qualicision AI“, die u. a. die intelligente Produktion und<br />
Logistik in der Fertigungsindustrie sowie die Schmelzplanoptimierung in der Metallindustrie unterstützen.<br />
Hannover Messe: Halle 17, Stand G20<br />
www.psi.de<br />
Wellenfedern &<br />
Sicherungsringe<br />
Kleiner, leichter und kompakter bauen<br />
Innovative Design Lösungen für Ihre Anwendung<br />
Spirolox® Sicherungsringe<br />
• 360° geschlossene<br />
Anlagefläche<br />
• Keine störenden Ösen<br />
• Einfache Montage<br />
& Demontage<br />
+49 (0) 234 923610<br />
www.tfc.eu.com<br />
SalesDE@tfc.eu.com<br />
CAD Downloads<br />
Beratung bei Designauswahl<br />
Kostenlose Muster<br />
Wellenfedern<br />
• Bis zu 50%<br />
Bauraumeinsparung<br />
• Exakte Vorspannkraft<br />
• Keine Werkzeugkosten<br />
für Sonderanfertigung<br />
NEUENTWICKLUNGEN FÜR SAFETY<br />
UND AUTOMATION<br />
Die Schmersal Gruppe rückt auf der Hannover Messe in<br />
diesem Jahr Automatisierungs- und Sicherheitslösungen<br />
u.a. für die Intralogistik in den Fokus. Anhand eines<br />
Modells, das verschiedene Prozessschritte und Techniken<br />
abbildet – wie etwa Abfüll-, Förder- und Palettiertechnik<br />
sowie Robotik – zeigt Schmersal Komponenten und<br />
Systeme, die nicht nur zur Arbeitssicherheit beitragen,<br />
sondern auch die hohen Anforderungen der Intralogistik<br />
in punkto Ausfallsicherheit und Anlagenproduktivität<br />
erfüllen. Zum ersten Mal demonstriert Schmersal dabei<br />
eine ganz neue Technologie:<br />
Die Position und Stapelhöhe<br />
der von einem Roboter<br />
palettierten Kisten wird über<br />
eine TOF-Kamera überwacht.<br />
Mit dem Time-of-Flight(ToF)-<br />
Verfahren lässt sich ein<br />
3D-Abbild der Szene erzeugen,<br />
das als Punktewolke<br />
vorliegt. Mit ihrer Hilfe können Positionen und Abmessungen<br />
von Objekten ermittelt werden. Eine Software, mit der<br />
man 3-dimensionale Zonen im Raum definieren und<br />
überwachen kann, eröffnet vielfältige Automatisierungslösungen<br />
in der Logistik und Linienfertigung. TOF-Kameras<br />
ermöglichen eine effiziente Datenauswertung in Echtzeit.<br />
Hannover Messe: Halle 9, Stand D09<br />
www.schmersal.com
HANNOVER MESSE<br />
LOW-COST-AUTOMATISIERUNG WIRD NOCH EINFACHER<br />
Auch dieses Jahr präsentiert igus auf der Hannover Messe digitale Produkte und<br />
Lösungen, die helfen, Anwendungen zu verbessern und Kosten zu sparen. Beispiel<br />
Low Cost Automation: Neue Cobots, Software und virtuelle Parallelwelten sorgen<br />
dafür, dass selbst Robotik-Laien in kürzester Zeit in die Automatisierung einsteigen<br />
können. Die Hardware-Basis bilden die Kunststoff-Roboter von igus wie der<br />
neue ReBeL mini. Mit neu entwickelten digitalen Werkzeugen unterstützt igus Unternehmen dabei, schnell und einfach ihre<br />
individuelle Robotik-Hardware zu konfigurieren, zu integrieren und zu steuern. Gemäß der Idee „Play before Pay“ können Anwender<br />
mit der neuen RBTXperience Software über ein 3D-Modell Kameras, Greifer, Roboter, aber auch Maschinengestelle und Förderbänder<br />
kombinieren und erproben. Per Drag-and-drop sich die Komponenten und Aufbauten beliebig anpassen. CAD-Dateien der<br />
Lösungen lassen sich in die eigene Planungssoftware mit einem Klick herunterladen. Und auch die Steuerung von Low Cost<br />
Automation wird vereinfacht. Deshalb bietet igus eine intuitive Software an, mit der sich die Bewegungsabläufe der ReBeL Roboter<br />
anhand von digitalen Zwillingen innerhalb von 30 bis 60 Minuten festlegen lassen – auch ohne Programmierkenntnisse.<br />
Hannover Messe: Halle 6, Stand E26<br />
www.igus.de<br />
INDUSTRIELLE<br />
TRANSFORMATION –<br />
MADE IN OWL<br />
KI und Nachhaltigkeit – das<br />
sind die Schwerpunktthemen,<br />
mit denen sich der Spitzencluster<br />
it‘s OWL auf der Hannover<br />
Messe präsentiert. Auf dem<br />
OWL-Gemeinschaftsstand, der<br />
von der OstWestfalenLippe<br />
GmbH, owl maschinenbau und<br />
dem it‘s OWL Clustermanagement<br />
organisiert wird, zeigen<br />
SEW-EURODRIVE–Driving the world<br />
31 Unternehmen, Forschungseinrichtungen<br />
und Netzwerke<br />
Lösungen und Erfahrungen.<br />
Dabei geht es um maschinelles<br />
Lernen, klimaneutrale Produktion,<br />
innovatives Energiemanagement,<br />
intelligente<br />
Produktentwicklung und die<br />
Arbeitswelt der Zukunft.<br />
An einem Demonstrator der<br />
Fachhochschule Bielefeld<br />
können Messebesucher<br />
beispielsweise erleben, wie<br />
die Ergonomie an industriellen<br />
Arbeitsplätzen durch Motion<br />
Capture analysiert und mithilfe<br />
künstlicher Intelligenz<br />
optimiert wird.<br />
Hannover Messe: Halle 7,<br />
Stand D27<br />
www.its-owl.de<br />
Modernisierung<br />
Retrofit<br />
Ihre altbewährte Anlage bringen wir auf den<br />
neuesten Stand der Technik.<br />
Steigern Sie mit unserem Service Retrofit Ihre Produktivität und Energieeffizienz, senken Sie Ihre Instandhaltungskosten<br />
und profitieren Sie von langfristiger Teileverfügbarkeit. Alles aus einer Hand: persönliche Beratung und Engineering,<br />
modernste Antriebstechnik, Programmierung und Visualisierung sowie die komplette Installation und Inbetriebnahme.<br />
Life Cycle<br />
Services<br />
Der Service Retrofit ist Teil unseres Serviceangebots entlang<br />
des kompletten Anlagenlebenszyklus.<br />
www.sew-eurodrive.de/retrofit-service<br />
Gerne beraten wir Sie auch persönlich.<br />
edg.marktmanagement@sew-eurodrive.de
PRODUCTION EXCELLENCE<br />
FLEXIBLE IIOT-PLATTFORM MACHT ES MÖGLICH<br />
DIGITALISIERUNG LEICHT GEMACHT<br />
PRODUCTION<br />
EXCELLENCE<br />
Jedes produzierende Unternehmen steht im Zuge der<br />
Digitalisierung vor individuellen Herausforderungen. Um die<br />
Hürde möglichst niedrig zu halten, müssen digitale Lösungen<br />
flexibel sein sowie einfach in den bereits existenten Maschinenpark<br />
implementierbar. Ein solches System bietet thyssenkrupp<br />
Materials IoT mit der IIoT-Plattform toii.<br />
12 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
PRODUCTION<br />
EXCELLENCE<br />
– <strong>2023</strong> –<br />
Für diese Serie wählt<br />
das Redaktionsteam<br />
Unternehmen aus, die ihre<br />
Produktionsprozesse im Hinblick<br />
auf Effizienz, Nachhaltigkeit und<br />
Wirtschaftlichkeit konsequent<br />
und vorbildlich optimieren<br />
und damit einen echten<br />
Mehrwert schaffen.<br />
die Verknüpfung von Produktions- und Intralogistikmanagement<br />
transparent, effizient und termingerecht durchgeführt werden.<br />
Neben der Highend-Version bietet toii zudem einfache Einstiege,<br />
was auch bei sehr alten Anlagen ohne elektronische Schnittstellen<br />
die Erfassung von Maschinen- und Betriebsdaten ermöglicht.<br />
Das System beherrscht ca. 100 Schnittstellen, mit deren Hilfe<br />
unterschiedliche Maschinen und ERP- sowie andere IT-Systeme<br />
miteinander kommunizieren und dadurch Produktionsprozesse<br />
verknüpfen und verschlanken können. Mit toii sprechen alle<br />
Maschinen und ERP-Systeme die gleiche Sprache, wo sonst<br />
unterschiedliche Datenformate und Schnittstellen heterogener<br />
Maschinenparks den Weg in die Digitalisierung schwer machten.<br />
Der Teil, der für die Anbindung der Maschinen verantwortlich ist,<br />
entspricht der Rolle eines Dolmetschers.<br />
Auf diese Weise hilft die IIoT-Lösung dabei, Kosten und wertvolle<br />
Zeit zu sparen. Neben der Sammlung und dem Austausch<br />
von Produktionsdaten ermöglicht toii die Automatisierung vieler<br />
Produktionsprozesse ebenso wie die Anbindung von Maschinen-<br />
Wir leben in einer digitalen Welt und sind weltweit<br />
vernetzt. Warum also nicht auch unsere Maschinen?<br />
– Dies fragten sich die Experten von thyssenkrupp<br />
Materials IoT und gingen die Entwicklung<br />
einer entsprechenden Lösung an. Ergebnis ist toii, ein System,<br />
das Produktionsprozesse ganzheitlich digitalisiert.<br />
toii ist ein Manufacturing Execution System (MES) sowie eine<br />
IIoT-Plattform. Die Software beherrscht Maschinen- und<br />
Betriebsdatenerfassung und fügt sich nahtlos in bestehende Produktions-IT<br />
(ERP, CAQ, MES etc.) ein. Dies schafft Transparenz im<br />
Hinblick auf die Produktion durch Dashboards in Echtzeit und ermöglicht<br />
die papierlose Fabrik mit automatisierten Prozessen. In<br />
der Endausbaustufe können durch toii Produktionsaufträge durch<br />
Die IIoT- und MES-Plattform toii<br />
ist auf die Bedürfnisse des<br />
jeweiligen Shopfloors zuschneidbar<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 13
PRODUCTION EXCELLENCE<br />
DIGITALE SILOS ÜBERBRÜCKEN<br />
Mit der Implementierung der toii-Software überbrücken wir digitale Silos und<br />
lassen alle Maschinen und Systeme miteinander eine Sprache sprechen.<br />
Sebastian Lang , Geschäftsführer, thyssenkrupp Materials IoT<br />
parks an die Produktionssteuerung, die Intralogistik oder an ein<br />
Warenwirtschaftssystem. Kurzum: toii verhilft der industriellen<br />
Produktion zum Sprung ins digitale Zeitalter und liefert die<br />
Grundlagen für weitergehende Optimierungen z.B. durch stetig<br />
messbare Lean-Initiativen, Advanced Data Analytics und KI.<br />
ERSTE ERFAHRUNGEN IM EIGENEN<br />
UNTERNEHMEN GESAMMELT<br />
Zunächst wurde toii in verschiedenen Bereichen von thyssenkrupp<br />
ausgerollt. Dazu gehört thyssenkrupp Materials Services: Während<br />
es zuvor schwieriger war, die Produktivität zu bewerten, lässt sich<br />
der Output dank toii heute innerhalb kürzester Zeit und ganz objektiv<br />
anhand von Daten auswerten. Dabei steht eine Vielzahl relevanter<br />
Fragen im Fokus: Wo verliert das Unternehmen Zeit? Wie<br />
effizient sind die Prozesse? Mit der IIoT Plattform können diese<br />
Dinge schnell erfasst und sichtbar gemacht werden.<br />
Bei thyssenkrupp Materials Processing Europe, einer<br />
Geschäftseinheit des Materialhändlers, konnten durch die Technologie<br />
ganz konkrete Erfolge erzielt werden. Die Digitalisierung<br />
der Anlagen durch toii und die Anbindung an die ERP-Systeme<br />
ermöglichen es den Standorten, durch Digitalisierung ganz praktisch<br />
zu profitieren: Produktionsaufträge werden automatisch in<br />
die Maschinensteuerung geschrieben. Mitarbeitende können<br />
sich auf den Kernprozess, das physische Rüsten, konzentrieren,<br />
statt grundsätzlich vorhandene Daten von der Arbeitsvorbereitung<br />
ausgedruckt händisch in die Maschine einzugeben. Auch in<br />
der Qualitätssicherung wird die Arbeit durch Automation<br />
erleichtert. So werden prozessbedingte Stillstandzeiten um mehr<br />
als zehn Prozent gesenkt.<br />
ÜBERZEUGEND IM PRAXISEINSATZ<br />
Langfristige Effekte für die Produktivität wurden auch bei<br />
thyssenkrupp Materials Schweiz erzielt. Das Unternehmen beliefert<br />
Kunden im B2B-Bereich mit hochwertigen Metallen. Neben<br />
dem reinen Vertrieb verfügt der Betrieb auch über einen umfangreichen<br />
Maschinenpark mit vielfältigen Bearbeitungsmöglichkeiten.<br />
Das hohe Qualitätsversprechen des Werkes erfordert eine<br />
durchgehende Maschinenüberwachung und eine schnelle Reaktion<br />
auf Zustandsänderungen.<br />
„Bisher gab es in unserem Betrieb diverse Insellösungen, die<br />
zum Teil vom Maschinenhersteller abhängig waren. Mit toii<br />
können wir nun endlich sämtliche Aggregate online in Echtzeit<br />
vergleichen und auswerten“, beschreibt Andreas Sutter,<br />
Betriebsleiter bei thyssenkrupp Materials Schweiz die Situation.<br />
Dank toii werden heute die Laufzeiten und Verfügbarkeiten aller<br />
Maschinen automatisch erfasst, transparent gemacht und die<br />
Fertigungsprozesse fortlaufend optimiert. Der Effekt: Umfangreiche<br />
Kostensenkung durch schnellere Reaktionen, weniger<br />
Störungen und Ausfälle, effizientere Produktion und produktiverer<br />
Personaleinsatz. „Bei unseren Schweizer Kollegen sehen wir,<br />
wie schon Einstiegslösungen für die Produktionsdigitalisierung<br />
handfeste Verbesserungen liefern,“ sagt Sebastian Lang,<br />
Geschäftsführer von thyssenkrupp Materials IoT. „Die Praxis<br />
zeigt, dass Einsparungen zwischen 10 und 20 Prozent in<br />
Fertigung und Intralogistik möglich sind.“<br />
EFFIZIENT UND TRANSPARENT PRODUZIEREN<br />
Nach dem erfolgreichen Einsatz im eigenen Unternehmen bietet<br />
thyssenkrupp Materials Services die digitale End-to-End-Lösung<br />
auch für externe Kunden an. So setzt beispielsweise Knauf<br />
Interfer, eines der führenden Distributions-, Bearbeitungs- und<br />
Serviceunternehmen für Stahl und Aluminium, bei der Digitalisierung<br />
seiner Service-Center-Aktivitäten auf thyssenkrupp<br />
Materials IoT. Durch die Vernetzung der Fertigung unterstützt<br />
toii den Anbieter von Stahl- und Aluminiumlösungen für die<br />
Industrie dabei, die geplante Produktion effizient und transparent<br />
auszuführen. Somit können exakte Liefer- und Termintreue<br />
sowie höchste Qualität für Kunden gewährleistet werden.<br />
Auch Steel Service Krefeld hat toii eingeführt, um analoge<br />
Maschinen digital zu vernetzen und Daten zur weitergehenden<br />
Verarbeitung zu erheben. Damit ist der Status der Produktion<br />
jeder Maschine jederzeit einsehbar, Einsatz- und Wartungszeiten<br />
können optimiert werden. Steel Service Krefeld vertreibt Maschinen,<br />
Werkzeugstahl und Metallpulver für die additive Fertigung.<br />
Das familiengeführte Unternehmen mit Standorten in Deutschland,<br />
Großbritannien, USA und Kanada ist ein Pionier der Industrie<br />
4.0. So werden im hauseigenen ERP in Krefeld Informationen<br />
von Wareneingang bis Kommissionierung digital erfasst und sind<br />
in Echtzeit im Online-Shop verfügbar.<br />
ZUVERLÄSSIGER BEGLEITER IN<br />
SACHEN DIGITALISIERUNG<br />
„Nach der erfolgreichen internen Nutzung von toii, ist es umso<br />
schöner zu sehen, wie unsere IoT-Lösung nun auch den Alltag in<br />
den Produktionsstandorten unserer Kunden vereinfacht“, freut<br />
sich Sebastian Lang. „Dabei ist uns wichtig, dass wir eine Software<br />
liefern, die sich den Bedürfnissen der Kunden anpasst und<br />
nicht umgekehrt.“ Die Entwicklung innovativer, datengetriebener<br />
Geschäftsmodelle wie toii gehören zur strategischen Weiterentwicklung<br />
„Materials as a Service“ des Materialhändlers. In<br />
diesem Rahmen baut thyssenkrupp Materials Services sein<br />
Supply-Chain-Service-Geschäft konsequent aus. Von der Beratung<br />
über die Implementierung von IIoT- Technologien bis zur<br />
Betreuung während des gesamten Lebenszyklus der Lösungen<br />
und den Betrieb der darunterliegenden Plattform.<br />
Bilder: thyssenkrupp Materials IoT<br />
www.thyssenkrupp-materials-iot.com<br />
ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />
www.thyssenkrupp-materials-iot.com/toii<br />
14 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
HANNOVER MESSE<br />
ENERGIESPAREN MIT FREQUENZ-UMRICHTERN<br />
Wenn Maschinen und Anlagen nicht verwendet werden, lohnt es sich, diese in einen sicheren Standby-<br />
Betrieb zu fahren, gerade wenn es sich um kurzzeitige Unterbrechungen wie Wochenenden, Produktionspausen<br />
oder Freischichten handelt. Durch die serienmäßige Standbyfunktion in den Movitrac advanced-<br />
Frequenzumrichtern von SEW-Eurodrive lässt sich der Energieverbrauch reduzieren und ein sofortiges<br />
Wiederanfahren der Maschine oder Anlage wird ermöglicht. Zudem optimiert der Frequenzumrichter<br />
den magnetischen Fluss im Motor, wodurch die Magnetisierungsverluste um bis zu 70 % verringert<br />
werden können. Dadurch reduziert sich die Erwärmung des Motors messbar. Movitrac advanced gehört<br />
zum modularen Automatisierungsbaukasten Movi-C. Das Gerät verfügt, wie alle Geräte aus dem Baukasten, über entsprechende<br />
Schnittstellen, wodurch eine vertikale Digitalisierung von der Leitebene bis zum Antrieb möglich ist. So können zum Beispiel eine<br />
automatische Inbetriebnahme oder das Auslesen von motorennahen Sensoren realisiert werden.<br />
Hannover Messe: Halle 6, Stand B26<br />
www.sew-eurodrive.de<br />
SMART-SAFETY-LÖSUNGEN FÜR<br />
INDIVIDUELLE ANFORDERUNGEN<br />
Auf der Hannover Messe präsentiert Euchner seine neuesten<br />
„Smart Safety“-Lösungen. Dazu zählen Neuheiten beim<br />
hochflexiblen Schutztürsystem MGB2 Modular: Euchner<br />
erweitert die Anzahl an Feldbusprotokollen. Neben der<br />
Anbindung an die Busprotokolle Profinet/Profisafe und<br />
Ethercat P/FSoE wird ein Busmodul MBM für den Anschluss an<br />
das sichere Ethercat/FSoE auf den Markt gebracht. Die MGB2<br />
Modular sichert Zugänge in Schutztüren und Zäunen, hinter<br />
denen Gefahrenbereiche von Maschinen und Anlagen<br />
bestehen. Das modular aufgebaute<br />
und individuell gestaltbare<br />
System besteht aus einem<br />
Zuhaltemodul, darin enthaltenen<br />
Submodulen für Bedienund<br />
Anzeigeelemente sowie<br />
optionalen Erweiterungsmodulen.<br />
Dazu wählt der Anwender<br />
das Busmodul MBM für seine<br />
individuelle Anbindung. Das Zuhaltemodul der MGB2 kann an<br />
alle Busmodule direkt angeschlossen oder separat montiert<br />
und mit Kabeln verbunden werden. Der besondere Vorteil<br />
dabei: Beim abgesetzten Busmodul lassen sich gleich mehrere<br />
Zuhaltemodule MGB2 Modular sowie separat montierte<br />
Erweiterungsmodule an dasselbe Busmodul anschließen.<br />
Hannover Messe: Halle 9, Stand D16<br />
www.euchner.de<br />
DIENSTLEISTUNGEN UND SCHULUNGEN<br />
FÜR DIE MASCHINENSICHERHEIT<br />
Ein Highlight des Messeauftritts<br />
von Pilz in Hannover ist<br />
das Experten-Panel rund um<br />
„Safety und Security“ als<br />
Plattform für Wissen und<br />
gemeinsamen Austausch. Im<br />
Mittelpunkt stehen Themen<br />
rund um die Maschinensicherheit<br />
entlang des Maschinen- und Anlagenlebenszyklus.<br />
Warum gibt es keine Safety ohne Security? Welche Konsequenzen<br />
hat die neue EU-Maschinenverordnung? Solche und<br />
weitere Fragen beantwortet das Experten-Team von Pilz<br />
direkt auf dem Messestand. Besucher können sich bei „ihrem“<br />
passenden Vortrag – darunter „Normen der funktionalen<br />
Sicherheit - Änderungen an der ISO 13849-1“ oder „Maschinenrichtlinie<br />
wird zur Maschinenverordnung“ – informieren.<br />
Im Anschluss stehen die Experten für weiter gehende Fragen<br />
sowie individuelle Gespräche zur Verfügung. Mit den neuen<br />
Anforderungen bzw. normativen Vorgaben an die Industrial<br />
Security stehen Hersteller, Integratoren und Betreiber vor der<br />
Frage, wie sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diese<br />
qualifizieren können. Pilz unterstützt hierbei und hat sein<br />
Schulungsangebot für Fachkräfte aktuell um die Weiterbildung<br />
zum Security-Experten erweitert.<br />
Hannover Messe: Halle 9, Stand D17<br />
www.pilz.com<br />
Machen die Sicht frei<br />
DIE DREHFENSTER<br />
SPINVISTA VON HEMA<br />
Wenn Werkzeugmaschinen in Betrieb sind, ist die Sicht in den<br />
Innenraum durch Späneflug und umherspritzendes Kühlschmiermittel<br />
stark eingeschränkt. Das SPINVISTA rotiert mit einer so<br />
hohen Geschwindigkeit, dass Flüssigkeiten und Verschmutzungen<br />
von der Scheibe ferngehalten werden. Das Ergebnis ist ein klarer<br />
Blick auf den Fertigungsprozess.<br />
Aus harteloxiertem<br />
Aluminium<br />
Geringe Aufbauhöhe<br />
HEMA Maschinen- und Apparateschutz GmbH<br />
Am Klinggraben 2 | 63500 Seligenstadt<br />
Tel.: +49 6182 773-0 | info@hema-group.com<br />
www.hema-group.com<br />
Reaktionsschnell<br />
und überspüldicht<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 15
SMART INTRALOGISTIK PRODUKTION<br />
KLUGES ZUSAMMENSPIEL VON KRAN- UND HANDHABUNGSSYSTEMEN<br />
CLEVER KOMBINIERT<br />
Den Neubau einer Produktionshalle nutzte ein Stahlbauer, um den Materialfluss<br />
dort besonders sorgfältig zu planen. Die Herausforderung bestand u.a. darin,<br />
dass Bauteile mit unterschiedlichsten Formen, Abmessungen und Gewichten<br />
zu bewegen sind. Gelöst wurde die Aufgabe durch die clevere Kombination<br />
von Kran- und Handhabungssystemen.<br />
16 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
INTRALOGISTIK<br />
schritte wie Zuschneiden, Schleifen und Richten auf den Einbau<br />
in komplexe Stahlbaukonstruktionen vorbereitet werden.<br />
Hier ging es also erstens darum, möglichst flexible Krananlagen<br />
zu planen, die z.B. auch im Tandembetrieb arbeiten<br />
und die Beschickung der Zuschnittanlagen mit Blechen unterschiedlicher<br />
Größen gewährleisten können. Zweitens sollten<br />
Möglichkeiten geschaffen werden, die zugeschnittenen (d.h.<br />
deutlich kleineren) Bauteile an Bearbeitungsmaschinen im<br />
Sinne einer effizienten Fließfertigung in Losgröße Eins zu<br />
händeln. Der Transport der Komponenten erfolgt daher in zwei<br />
Ebenen: Zum einen sollen Krananlagen die Zuschnittmaschinen<br />
beschicken, und zum anderen sollen Arbeitsplatzkrane bei den<br />
Bearbeitungsschritten unterstützen.<br />
01 Das Krankonzept unterstützt die Mitarbeiter bei der<br />
Beschickung der Arbeitsplätze<br />
02 Das modulare Demag Leichtkransystem KBK und Demag<br />
Kettenzüge DC unterstützen bei Heimann GmbH & Co. KG an<br />
den verschiedenen Arbeitsplätzen<br />
01<br />
D<br />
ie Heimann GmbH & Co. KG fertigt hochwertige Stahlkonstruktionen<br />
für unterschiedlichste Anwendungen –<br />
vom Sonderanlagenbau über den Maschinenbau und<br />
die Kommunaltechnik bis zu kompletten Industriehallen.<br />
Das 1902 gegründet Unternehmen befindet sich in fünfter<br />
Generation im Familienbesitz und hat seinen Sitz in Olbernhau/<br />
Erzgebirge; ein passender Standort, denn hier hat Metallverarbeitung<br />
Tradition. Der Saigerhütten-Komplex in der Stadt gehört seit<br />
2019 sogar zum UNESCO-Welterbe.<br />
Mit einer neuen Halle hat Heimann den zentralen Standort auf<br />
18 000 m² Produktionsfläche erweitert. Die Verantwortlichen des<br />
Unternehmens haben den Materialfluss in der neuen Halle sehr<br />
sorgfältig geplant und dabei der Tatsache Rechnung getragen,<br />
dass Bauteile mit ganz unterschiedlichen Formen, Abmessungen<br />
und Gewichten gehandhabt werden sollen. Hauptsächlich handelt<br />
es sich um Stahlbleche, die durch verschiedene Arbeits-<br />
02<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 17
INTRALOGSITIK<br />
DREI KRANE AUF EINER KRANBAHN<br />
Die Handhabung der aus dem Lager entnommenen Stahlbleche<br />
übernehmen drei Krane auf einer gemeinsamen Kranbahn.<br />
Dabei kommen zwei Einträger- und ein Zweiträger-V-Profilkran<br />
mit 10 bzw. 12,5 Tonnen Tragkraft zum Einsatz. Das gewichtsoptimierte<br />
Design des V-Profils gewährleistet u.a. eine hohe<br />
Tragfähigkeit bei geringem Eigengewicht und ein vermindertes<br />
Pendeln der Last beim Verfahren. Alle drei Krane sind mit stufenlos<br />
regelbaren Kran- und Katzfahrantrieben ausgestattet. Die<br />
Frequenzumrichter der Antriebe stellen für den Bediener eine<br />
erhebliche Erleichterung bei der Vermeidung von Pendelbewegungen<br />
während der Kranfahrt dar.<br />
Beim Handling der Zuschnitte und Komponenten an den<br />
Arbeitsplätzen, erleichtern mehrere Kransysteme aus dem modularen<br />
Kranbaukasten Demag KBK die Arbeit ganz wesentlich und<br />
schaffen zugleich die Voraussetzungen für einen geordneten<br />
Materialfluss. Zwei KBK Einschienenbahnen mit 12 und 29 Metern<br />
Bahnlänge sorgen für einen geordneten Punkt-zu-Punkt-<br />
Transport. Die Stromzufuhr erfolgt über das KBK II-R Profil<br />
jeweils über eine integrierte Schleifleitung. Somit entfallen<br />
äußerlich sichtbare Stromzuführungskabel, wodurch die Gefahr<br />
der Kollision mit eben diesen ausgeschlossen werden kann.<br />
HÄNGEKRANE BESCHICKEN ARBEITSPLÄTZE<br />
Darüber hinaus beschicken KBK Einträger- und Zweiträger-<br />
Hängekrane die Arbeitsplätze bei Heimann. Die Produktionsvorgänge<br />
werden optimal miteinander verknüpft und die Mitarbeiter<br />
transportieren ergonomisch und leichtgängig die Zuschnitte<br />
und Komponenten innerhalb der Produktionslinien.<br />
Die Bahnlänge des KBK-Zweiträgerkrans beträgt 20 Metern, an<br />
denen eine Kranbrücke mit einem Spurmittenmaß von 4,2 Metern<br />
elektrisch verfährt. Angetrieben wird die Brücke von Demag<br />
DRF 200 und einem ZBF63 A 8/2 Fahrmotor mit zweistufigen<br />
Fahrgeschwindigkeiten von 5,00/20,00 m/min. Als Hubwerk setzt<br />
Heimann auf einen leistungsstarken DC-Pro 10-1250 mit zweistufigen<br />
Hubgeschwindigkeiten von 6/1,5 m/min und einer Tragfähigkeit<br />
von 1 250 kg. Der kraftvolle Transport von Rohteilen<br />
und gewichtigen Metallplatten erfolgt somit entlang der Arbeitsplätze<br />
Entgraten und Fasen.<br />
KETTENZÜGE ZUR FEINPOSITIONIERUNG<br />
Insgesamt neun Kettenzüge vom Typ Demag Manulift der beiden<br />
KBK-Systeme werden nicht nur ergonomisch, sondern einhändig<br />
mit dem Handgriff betätigt. Der Bediener benötigt hierzu keine<br />
DREI FRAGEN AN TILO KUPFER,<br />
ZUSTÄNDIGER DEMAG-VERTRIEBSINGENIEUR<br />
BEIM PROJEKT HEIMANN<br />
Herr Kupfer, welche Informationen sammeln Sie<br />
bei einem ersten Kundentermin?<br />
Zunächst beschreibt der Kunde, welche Prozesse er in der<br />
neuen Halle oder mit den neuen Hebezeugen durchführen<br />
möchte und wo die Hebevorgänge stattfinden. Die Eigenschaften<br />
des Lagergutes – insbesondere die Abmessungen<br />
und Gewichte – spielen eine Rolle und ebenso die Ziele, die<br />
der Anwender z.B. im Hinblick auf Flexibilität und Durchsatz<br />
erreichen möchte. Daraus ergibt sich schon ein Grundkonzept<br />
für die Auswahl und Anzahl der Krane bzw. des KBK-<br />
Systems, das im Laufe des Projektes immer weiter verfeinert<br />
wird. Dabei geht es u.a. um die Aspekte Sicherheit, Ergonomie<br />
und Bedienung. Werden stufenlos regelbare Antriebe<br />
gewünscht, welche Positioniergenauigkeit ist erforderlich,<br />
welche Anschlag- und Lastaufnahmemittel kommen zum<br />
Einsatz? Sollen Krane im Tandem arbeiten? Werden Lasten<br />
gewendet? All das sind Fragen, die geklärt werden müssen,<br />
bevor wir in die Ausarbeitung des Konzeptes gehen.<br />
Welche Produktmerkmale sind bei den Anlagen<br />
bei Heimann besonders erwähnenswert?<br />
Bei Heimann werden zum Teil sehr großformatige und schwere<br />
Stahlbleche für die Weiterverarbeitung z.B. im Hallenbau<br />
vorbereitet – mit Arbeitsgängen wie Brennschneiden und<br />
Richten. Die Umgebungsbedingungen sind eher rau, und von<br />
den Kranen wird hohe Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit erwartet.<br />
Erwähnenswert ist sicherlich die große Bandbreite der<br />
Demag-Produkte in verschiedenen Bereichen des Unternehmens.<br />
Wir haben Ein- und Zweiträgerkrane mit Kasten- und<br />
mit V-Profil sowie mehrere Systeme aus dem KBK-Baukasten.<br />
Heimann legt größten Wert auf Sicherheit und Ergonomie,<br />
auch deshalb haben wir für jede hebetechnische Aufgabe und<br />
jeden Arbeitsplatz ein passgenaues System ausgewählt. Wichtig<br />
war auch, dass sich der Bediener bei einem Arbeitsplatzwechsel<br />
„zu Hause“ und sicher fühlt, da er in jeder Halle ähnliche<br />
Hebezeuge nutzen kann. Dazu gehört das Manulift-<br />
System, das eine ergonomische Bedienung gewährleistet und<br />
das hier auch in der größten Baugröße eingesetzt wird, um<br />
Teile bis 500 kg einhändig handhaben zu können.<br />
Welche Anforderung war bei dem<br />
Projekt besonders spannend?<br />
Spannend bei der Planung des KBK-Systems war aus meiner<br />
Sicht die unmittelbar parallele Anordnung von Kranen und<br />
Einschienenbahn. Damit haben wir die Voraussetzung<br />
geschaffen, dass die Bediener Werkstücke ohne Absetzen in<br />
die Arbeitsbereiche übergeben können. Eine Herausforderung<br />
für die Projektierung eines der beiden V-Profilkrane<br />
war die Möglichkeit, zwei Katzen sowohl separat als auch im<br />
Tandembetrieb zu steuern. So können flächige Blechteile<br />
oder auch instabile lange Bauelemente sicher und präzise<br />
gehandhabt werden.<br />
18 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
Nächste Messe:<br />
25.<strong>04</strong>.-27.<strong>04</strong>.<strong>2023</strong> LogiMAT<br />
03<br />
03 Mit dem Demag<br />
Manulift können die<br />
Mitarbeiter einhändig die<br />
Komponenten leichtgängig<br />
aufnehmen, transportieren<br />
und positionieren<br />
separate Steuereinheit, sondern manipuliert die Last über die im Laststrang<br />
integrierte Steuereinheit mit Schaltwippen – und das leichtgängig mit dem<br />
Daumen. Die Steuereinheit ist sowohl für Links- als auch Rechtshänder geeignet,<br />
so dass jeder Kranbediener gleichermaßen ergonomisch arbeitet.<br />
Zur Feinpositionierung der Komponenten am Arbeitsplatz dient der Manulift<br />
u.a. entlang verschiedener Fertigungszentren und als Katze für KBK-Einträgerkrane<br />
mit unterschiedlichen Kranbahnlängen und Spurmittenmaßen.<br />
Dabei stechen zwei mit 1,1 Meter Spannweite besonders kurze Kranträger ins<br />
Auge. Diese unterstützen dabei, produzierte Metallteile von einer Palette auf<br />
das Rollband einer Walzenrichtmaschine und nach dem Produktionsschritt<br />
wieder auf eine Palette zu verladen.<br />
Das<br />
nach da?<br />
Läuft.<br />
BESONDERHEITEN BEI DER PROJEKTIERUNG<br />
Bei der Projektierung der Krane und der KBK-Systeme legten die Planer von<br />
Demag und die Entscheider von Heimann sehr großen Wert auf die Gestaltung<br />
der Übergabepunkte. So entstand ein ganzheitliches Transportsystem,<br />
das hoch flexibel alle Anforderungen an die jeweilige Hebe- und Handhabungs-Aufgabe<br />
erfüllt – bei ganz unterschiedlichem und oft sehr sperrigem<br />
Handling-Gut. Außerdem wurde das KBK-System perfekt in die Produktionsumgebung<br />
integriert – teilweise sogar in die umhausten Arbeitsbereiche von<br />
Maschinen, z.B. bei der Richtanlage.<br />
Hohe Anforderungen stellt Heimann an die Sicherheit. Alle Krane sind mit<br />
der von Demag entwickelten SafeControl-Steuerung ausgestattet, die alle relevanten<br />
Kranfunktionen und -bewegungen einschließlich der überlagerten<br />
Bewegungen sicherheitsgerichtet und stetig überwacht. Die Steuerung schafft<br />
auch die Voraussetzung dafür, dass bei einem der beiden Zweiträger-V-Profilkrane<br />
zwei Katzen im Tandembetrieb arbeiten können: eine sinnvolle Option<br />
insbesondere dann, wenn lange Stahlbleche und -profile gehandhabt und<br />
zugeschnitten werden sollen.<br />
Bilder: Demag Cranes<br />
www.demagcranes.de<br />
ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />
bit.ly/3kYJ0Om<br />
Wir beraten Sie gerne.<br />
www.haro-gruppe.de
INTRALOGISTIK<br />
PIEZO-INKJETSYSTEM FÜR DEN GROSSSCHRIFTDRUCK<br />
EINE ECHTE ALTERNATIVE ZUR ETIKETTIERUNG<br />
Der Zauberstab ist Laien- und Profiköchen gleichermaßen ein Begriff.<br />
Erfunden wurde die kleine Küchenmaschine im Jahr 1953 von dem<br />
Schweizer Ingenieur Roger Perrinjaquet. Und bis<br />
heute werden die Geräte zu 100 Prozent in<br />
der Schweiz produziert. Zur großformatigen<br />
Bedruckung der Kartonagen, in die die<br />
Zauberstäbe nach der Produktion verpackt<br />
werden, setzt der Hersteller auf Lösungen des<br />
Kennzeichnungsspezialisten Bluhm Systeme.<br />
20 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
INTRALOGISTIK<br />
Wir fertigen alle Teile für unsere Produkte in der<br />
Schweiz, wickeln die Motoren selbst und haben<br />
höchste Qualitätsstandards“, erklärt Erich Eigenmann,<br />
CEO der Esge AG. Vom Schweizerischen<br />
Mettlen aus werden die Küchengeräte in über 40 Länder exportiert.<br />
„Zur Vereinfachung von Handling und Lagerverwaltung wünschen<br />
unsere Kunden und Distributoren, dass wir unsere Umkartons mit<br />
EAN-Codes versehen“, ergänzt COO Marcel Buff. Das erledigen<br />
mehrere Drucksysteme des Kennzeichnungstechnikanbieters<br />
Bluhm Systeme.<br />
GROSSFORMATIGE BEDRUCKUNG<br />
ERSETZT ETIKETTEN<br />
DAS REZIRKULIERENDE<br />
TINTENSYSTEM SORGT DAFÜR,<br />
DASS KEINE DÜSEN AUSFALLEN<br />
Nach der Produktion verpacken die Esge-Mitarbeiterinnen die<br />
Zauberstäbe in Umkartons. Damit das Unternehmen nur eine<br />
Art dieser Kartons bevorraten muss, werden die neutralen<br />
Kartonagen individuell mit inhaltsspezifischen Informationen<br />
bedruckt. Das sind je nach Kundenwunsch zum Beispiel Artikelbezeichnung,<br />
Artikelnummer und Gewicht in Klarschrift<br />
sowie verschlüsselt als EAN-Code. Diese Informationsfülle<br />
bedingt eine relativ große Druckfläche. Hierzu setzt Esge ein<br />
Piezo-Inkjetsystem ein, das die Markoprint-Sparte von Bluhm<br />
Systeme gemeinsam mit dem Tintenhersteller Seiko entwickelt<br />
hat. Denn dieser sogenannte Markoprint Integra PP 108 ermöglicht<br />
den Großschriftdruck mit Schrifthöhen von bis zu<br />
108 Millimetern und bietet so eine echte Alternative zur kostenintensiveren<br />
Etikettierung.<br />
DRUCK AUF ZWEI SEITEN MIT<br />
IDENTISCHEN INFORMATIONEN<br />
Damit der Inhalt der Kartonagen je nach Stapelung oder Lagerung<br />
von mehreren Seiten auslesbar bleibt, werden die Umkartons bei<br />
Esge auf zwei Seiten mit den identischen Informationen bedruckt.<br />
Dazu wurden die Druckköpfe zweier Systeme seitlich an<br />
ein Förderband montiert. So können sie die Kartonagen automatisch<br />
bedrucken, während sie sich an ihnen vorbei bewegen.<br />
Nachdem die Kartons den ersten Drucker passiert haben, gelangen<br />
sie auf den Teil des Förderbandes, der im 90-Grad-Winkel montiert<br />
wurde. Sie passieren den zweiten Drucker, werden von der zweiten<br />
Seite bedruckt und gelangen zum Warenausgang.<br />
„Pro Band bedrucken wir täglich 1 500 Kartons – das macht<br />
300 000 Kartons im Jahr“, erläutert Marcel Buff. Für die Integra<br />
PP 108-Drucker stellt das kein Problem dar. Sie bringen Informationen<br />
mit 150 Metern pro Minute bei 360 dpi überdurchschnittlich<br />
schnell auf saugfähige Oberflächen auf. Dabei sind<br />
blitzschnelle Textwechsel mit mehr als 50 variablen Daten pro<br />
Sekunde möglich.<br />
fach und sehr schnell auf die Systeme<br />
übertragbar sind“, erinnert sich Marcel<br />
Buff. Die Bedienung der Geräte erfolgt<br />
direkt von den Produktionsmitarbeiterinnen.<br />
Sie wählen den jeweiligen Druckauftrag<br />
bequem am PC aus und steuern so die<br />
Drucker an.<br />
Aber auch im Betrieb sind die Integra<br />
PP 108-Systeme äußerst pflegeleicht. Das<br />
rezirkulierende Tintensystem sorgt zum<br />
Beispiel dafür, dass keine Düsen ausfallen<br />
und das Druckbild jederzeit gestochen<br />
scharf bleibt. Da die Tinte im laufenden<br />
Betrieb nachgefüllt werden kann, kommt es<br />
nicht zu Produktionsunterbrechungen.<br />
UV-TINTE FÜR NICHT<br />
SAUGFÄHIGE OBERFLÄCHEN<br />
Neben Kartonagen bedrucken die Piezo-Drucker<br />
auf Wunsch auch nicht saugfähige Oberflächen<br />
zuverlässig und abriebfest. Dazu nutzen sie eine<br />
UV-Tinte, die unter UV-Licht innerhalb von Millisekunden<br />
austrocknet. Eine Besonderheit ist die<br />
Bicolor-Variante des PP 108, die zwei Tintenfarben<br />
gleichzeitig verwendet. Dies ermöglicht zum<br />
Beispiel Kennzeichnungen in Schwarz und Rot mit<br />
nur einem Gerät. Weitere verfügbare Farben sind<br />
Grün und Blau.<br />
Bilder: Bluhm Systeme GmbH, Esge AG<br />
www.bluhmsysteme.com<br />
AUTORIN<br />
Antoinette Aufdermauer, Redakteurin<br />
Bluhm Systeme GmbH, Rheinbreitbach<br />
SCHRIFTGRÖSSEN<br />
BIS 108 MM DRUCKEN<br />
Mit Schrifthöhen von bis zu 108 mm ohne<br />
Versatz ermöglicht der Integra PP 108 den<br />
in manchen Branchen erforderlichen<br />
Großschriftdruck. Auf Wunsch druckt er<br />
aber auch ganz klein: Die geringstmögliche<br />
Schrifthöhe beträgt nur einen Millimeter.<br />
Damit lässt sich der hochauflösende Druck<br />
von Grafiken und Logos realisieren.<br />
ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />
AUTOMATISCHE ÜBERMITTLUNG<br />
DER DRUCKDATEN<br />
Entscheidend für die Auswahl der Drucksysteme waren auch die<br />
Schnittstellen. „Uns war es sehr wichtig, dass die Druckdaten ein-<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 21
INTRALOGISTIK<br />
01<br />
KEIN BUSSGELD DANK VAKUUM-SCHLAUCHHEBER MIT INTEGRIERTER WÄGEZELLE<br />
GEWICHT UNTER KONTROLLE<br />
100 Gramm zu viel bedeuten über 100 Schweizer Franken Bußgeld beim Versand.<br />
Den Logistikern eines Schweizer Unternehmens war das ein Dorn im Auge, und so bannt<br />
ein neuer Schlauchheber mit integrierter Gewichtskontrolle nicht nur die Gefahr von<br />
überhöhten Portokosten, sondern schont auch die Fachkräfte beim Kommissionieren.<br />
Den Firmensitz der Nahrin AG in Sarnen verlassen nicht<br />
nur selbst produzierte Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel<br />
wie Bouillons, Kräutersalz oder Functional<br />
Food – Nahrin verantwortet seit 15 Jahren auch die<br />
Logistik für die Schweizer Anifit AG, einem Hersteller von artgerechtem<br />
Hunde- und Katzenfutter. „Im Kommissionier- und<br />
Packbereich für Anifit verpacken vier bis fünf Arbeiterinnen pro<br />
Tag bis zu 600 Päckli“, erklärt Bruno Berchtold, Leiter der Logistik<br />
bei Nahrin. Einzelne Futtersäcke wiegen zwischen 15 und 25 kg,<br />
die versandfertigen Kartons dürfen maximal 30 kg auf die Waage<br />
bringen. Dass die Pakete manchmal die Obergrenze überschritten,<br />
ging nicht nur auf Kosten der Rückengesundheit der<br />
Mitarbeitenden, wie Bruno Berchtold später erklären wird.<br />
„Früher musste alles von Hand getragen und eingepackt werden.<br />
Die besonders schweren Säcke trugen dann zwei Personen. Das<br />
kostete Kraft und Zeit, die am Ende des Tages fehlte“, erzählt<br />
Berchtold.<br />
Um die körperlich anstrengende Arbeit zu erleichtern, investierte<br />
Nahrin vor rund acht Jahren in einen Vakuum-Schlauchheber<br />
der J. Schmalz GmbH. „Das Prinzip – heben mit Vakuum –<br />
und die ergonomische Handhabung überzeugten schon damals.<br />
Allerdings stießen die bisherigen Greifer mit der Zeit an ihre<br />
Grenzen, gerade wenn es um das Heben der besonders schweren<br />
und großen Kartons ging“, gibt der Logistik-Leiter die Erfahrungen<br />
seines Vorgängers wieder.<br />
HUBEINHEIT MIT INTEGRIERTER WÄGEZELLE<br />
GIBT GRÜNES LICHT<br />
So wandte sich Nahrin Anfang 2021 mit zwei Herausforderungen<br />
an Schmalz: Ein leistungsfähigerer Greifer musste her sowie eine<br />
Lösung, um die vorgegebene Gewichtsgrenze zuverlässig einzuhalten.<br />
„Jedes Gramm zu viel kostet uns Geld, denn die Schweizer<br />
Post setzt ihre vorgegebenen Kilo-Grenzen streng mit hohen<br />
Bußgeldern durch“, greift Berchtold schließlich auf, warum dem<br />
Unternehmen die Gewichtskontrolle so wichtig ist.<br />
Die Vakuum-Experten empfahlen ein Produkt, das kurz vor der<br />
Markteinführung stand. Sie machten die Schweizer damit zum<br />
ersten Prototypkunden des JumboFlex Weight-Control. In der<br />
Hubeinheit ist eine Wägezelle integriert, die während des Hebevorgangs<br />
das Gewicht der angehängten Last misst und auf einem<br />
Display am Bediengriff direkt anzeigt. „Wir geben einfach das<br />
maximal zulässige Gewicht ein. Nach dem Greifen des Kartons<br />
führt die Packerin den JumboFlex in dessen oberste Position,<br />
22 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
INTRALOGISTIK<br />
02<br />
01 Bis zu 560 Pakete pro Tag kommissionieren die Nahrin-Mitarbeiterinnen für<br />
Anifit; bei der Einhaltung der Gewichtslimits unterstützt der Vakuum-Schlauchheber<br />
02 Der Multigreifer ergänzt den Schlauchheber JumboFlex Weight-Control ideal:<br />
Er hat ein geringes Eigengewicht und greift selbst biegeschlaffe Kartons zuverlässig<br />
lässt ihn kurz los und sieht sofort an der Farbe des Leuchtstreifens, ob das Paket zu<br />
schwer ist. Dann muss sie den Inhalt auf zwei Versandeinheiten verteilen“, erklärt<br />
Berchtold. Der ganze Vorgang dauert nur wenige Sekunden und ist nach Angaben<br />
des Logistikers absolut treffsicher.<br />
Bei der Installation musste Nahrin allerdings auf eine Sache achten: Da das Ablesen<br />
des Gewichts nur in der obersten Position möglich ist, galt es, den Vakuum-<br />
Schlauchheber so aufzuhängen, dass die Fachkräfte die Bedieneinheit jederzeit<br />
gut erreichen können. Da die Decken im Anifit-Kommissionierbereich höher sind,<br />
brachte Schmalz den JumboFlex mit einer Abhängung auf die richtige Höhe.<br />
NEUER MULTIGREIFER PACKT SICHER ZU<br />
Auch in puncto Lastaufnahmemittel gab es eine Veränderung: Der neue Multigreifer<br />
nimmt Kartons unterschiedlicher Größe zuverlässig auf. Er ist dank additiver<br />
Fertigung besonders leicht und kompakt und greift auch sicher zu, wenn der<br />
Karton etwas kleiner als die Saugerfläche ist. Da nur 75 Prozent davon belegt sein<br />
müssen, können die Packerinnen flexibel greifen und arbeiten stets ergonomisch<br />
– ohne den Greifer für kleinere Kartons wechseln zu müssen.<br />
Seit April 2021 ist der JumboFlex Weight-Control nun in Sarnen im Einsatz. „Die<br />
Gewichtskontrolle arbeitete von Anfang an exakt, und wir mussten keine Bußgelder<br />
mehr zahlen, seit der neue Schlauchheber im Dienst ist“, berichtet<br />
Berchtold. Das System sei flexibel, effizient und einfach zu bedienen, was auch die<br />
Arbeitsabläufe beschleunigt und die Prozesssicherheit erhöht. „Die hochgerechnet<br />
80 000 Päckli pro Jahr sind somit ergonomisch zu bewältigen, ohne unnötig<br />
Kosten, Kraft oder Zeit zu investieren“, sagt Bruno Berchtold abschließend.<br />
Bilder: J. Schmalz GmbH<br />
www.schmalz.com<br />
ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />
10 Pro-Tester<br />
gesucht!<br />
Sind Sie Elektro-Profi und brauchen eine<br />
robuste Ausrüstung? Dann machen Sie<br />
jetzt den Pro-Test und sagen Sie uns Ihre<br />
Meinung. Testen Sie:<br />
• Ein P-touch E550WVP und die<br />
Pro Label Tool App zum Erstellen<br />
der Etiketten. Das Beschriftungsgerät<br />
ist mit seinen Gummiprotektoren<br />
besonders robust.<br />
• Ein Gigaset GX4. Das Outdoor-<br />
Smartphone ist gemäß Militärstandard<br />
MIL-STD 810H und<br />
IP68 extrem widerstandsfähig.<br />
Unser Dankeschön für ihre Mitwirkung:<br />
Sie dürfen das Testpaket im Gesamtwert<br />
von über € 600 (UVP inkl. MwSt.)<br />
behalten. Es gelten Teilnahmebedingungen.<br />
bit.ly/3YSk4Gm<br />
Jetzte QR-Code scannen<br />
und bewerben:<br />
www.brother.de/pro-tester
INTRALOGISTIK<br />
01<br />
02<br />
MEHRSTATIONS-ZUGANGSSICHERUNG IN DER GABELSTAPLERLOGISTIK<br />
PERSON ODER FAHRZEUG?<br />
Interagieren Flurförderfahrzeuge an Übergabestationen mit direkter Anbindung<br />
an einen Gefährdungsbereich, darf es für einen sicheren und zugleich effizienten<br />
Betrieb keine Kompromisse geben: Das Sicherheitssystem muss über den<br />
gesamten Bereich zuverlässig zwischen Gabelstaplern und eventuell ebenfalls<br />
anwesenden Personen unterscheiden. Genau das ermöglicht eine Sicherheitslösung<br />
für die Mehrstations-Zugangssicherung.<br />
Übergabestationen sind oft direkt an Gefährdungsbereiche<br />
angegliedert. Hier schleusen Flurförderfahrzeuge<br />
Material ein und aus. Diese Bereiche können durch die<br />
angrenzende Maschine oder durch Querförderer, die die<br />
Übergabestationen beschicken, gefährlich für Personen in der<br />
unmittelbaren Nähe sein. Sowohl Hersteller als auch Betreiber<br />
sind deshalb dafür verantwortlich, den Zugang zu den Maschinen<br />
und Übergabestationen abzusichern.<br />
Die Herausforderung liegt darin, im laufenden Betrieb maximale<br />
Effizienz sicherzustellen und zugleich Bediener und andere<br />
Personen zu schützen. Dafür ist es erforderlich, dass das<br />
Sicherheitskonzept zuverlässig zwischen Gabelstapler und<br />
Personen unterscheiden kann. Dabei sind vor allem zwei Sicherheitsfunktionen<br />
relevant: das rechtzeitige Stoppen der gefähr-<br />
lichen Bewegung und die Zugangsfreigabe zum Gefährdungsbereich<br />
ausschließlich für spezifizierte Gabelstapler.<br />
Um solche Übergabestationen gegen den Zugang von Personen<br />
zu sichern und ausschließlich für Gabelstapler freizugeben,<br />
sind unterschiedliche Konzepte denkbar und im Einsatz. Deren<br />
sicherheitstechnische Bewertung offenbart jedoch oft große<br />
Unterschiede bezüglich der Restrisiken. Und sie kann sogar dazu<br />
führen, dass sich ein Konzept als unzureichend erweist.<br />
KONVENTIONELLES MUTING<br />
MIT HOHEM RESTRISIKO<br />
Ein naheliegender Ansatz setzt auf eine Art „Muting“ mit Induktionsschleifen<br />
als Triggersignal. Durch die Induktionsschleifen,<br />
24 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
INTRALOGISTIK<br />
01 Die sequenz- und zeitgesteuerte Schutzfeldanpassung von<br />
Leuze unterscheidet zuverlässig zwischen Gabelstapler und Bediener;<br />
Gabelstapler können unterbrechungsfrei ein- und ausfahren und<br />
alle Stationen gleichzeitig und unabhängig voneinander nutzen<br />
02 Sicherheits-Laserscanner mit vertikal ausgerichtetem<br />
Schutzfeld sichern den Zugang<br />
die vor jeder Übergabestation als „Muting-Sensoren“ in den Boden<br />
eingelassen sind, lässt sich prinzipiell zwischen Staplern und<br />
Personen unterscheiden. Allerdings braucht es für eine sichere<br />
Differenzierung in der Regel zusätzliche Auswertemaßnahmen.<br />
Das wesentlichere KO-Kriterium für diesen Ansatz sind aber<br />
letztlich die normativen Muting-Anforderungen wie die<br />
IEC 62<strong>04</strong>6, die nicht erfüllt werden. Denn werden alle Übergabestationen<br />
gemeinsam durch eine für Muting verwendete optoelektronische<br />
Schutzeinrichtung (AOPD) gesichert, wird bei<br />
Anwesenheit eines Gabelstaplers auf einem Schleifenpaar die<br />
Muting-Funktion für den gesamten Bereich – also über alle Stationen<br />
hinweg – ausgelöst. In diesem Moment können unbewusst<br />
und unerkannt zusammen mit dem Gabelstapler auch Personen<br />
in den Gefährdungsbereich gelangen.<br />
DAS SICHERHEITSKONZEPT<br />
ERFÜLLT PERFORMANCE LEVEL D<br />
NACH EN ISO 13849-1<br />
Solange der Stapler auf den Induktionsschleifen steht, wäre die<br />
Muting-Funktion aktiv und die Sicherheitsfunktion der AOPD<br />
überbrückt. Gleichzeitig wären die seitlichen Abstände zwischen<br />
dem Muting-Objekt (hier: Gabelstapler) und der feststehenden<br />
Begrenzung aber viel zu groß und somit nicht mehr normkonform.<br />
Somit ist ein klassischer Muting-Ansatz für diese Art von<br />
Anwendung nicht geeignet. Neben dem hohen Aufwand für die<br />
Installation der Induktionsschleifen sind Restrisiken und die<br />
Nicht-Einhaltung der normativen Muting-Vorgaben vorhanden.<br />
MEHR SICHERHEIT DURCH<br />
INTELLIGENTE KONZEPTE<br />
Ein besserer Ansatz zur Mehrstations-Zugangssicherung in der<br />
Gabelstapler-Logistik setzt auf eine sequenz- und zeitüberwachte<br />
sowie bereichsgenaue Schutzfeldanpassung. Das ist ein<br />
wesentlicher Unterschied zum Muting-Konzept, das primär zeitgesteuert<br />
und vollflächig funktioniert. Das Prinzip: Sicherheits-<br />
Laserscanner mit vertikal ausgerichteten Schutzfeldern sichern<br />
den Zugangsbereich für alle Übergabestationen ab.<br />
Pro Station überwachen zusätzliche Sensoren die Einfahrt der<br />
Gabelstapler und liefern diese Informationen an das Sicherheitssystem.<br />
Diese erkennen, wenn ein Gabelstapler von vorn in die<br />
Übergabestation einfährt. Nur in diesem Fall gibt das Sicherheitskonzept<br />
exakt für diese eine Station einen definierten Bereich im<br />
Schutzfeld frei. Alle anderen Stationen bleiben während dieses<br />
Vorgangs weiterhin durch die eigenen noch aktiven Schutzfelder<br />
gesichert. Sobald der Gabelstapler den Übergabebereich verlassen<br />
hat, wird das Schutzfeld wieder in seinen ursprünglichen<br />
Zustand zurückgesetzt und damit wieder der gesamte Bereich<br />
abgesichert. Hierbei kann ein Leuze-Sicherheits-Laserscanner<br />
aufgrund seiner Funktionalität gleichzeitig mehrere Übergabestationen<br />
sichern.<br />
Ein weiterer Vorteil dieser Lösung: Das Sicherheitskonzept<br />
ermöglicht den Warenumschlag an dafür vorgesehenen Übergabestationen,<br />
die sich hinter einem optoelektronischen Schutzfeld<br />
befinden, ohne den Arbeitsprozess der angrenzenden<br />
Maschine zu unterbrechen. Alle Stationen lassen sich gleichzeitig<br />
und unabhängig voneinander nutzen. Bei diesem Sicherheitskonzept<br />
sind Verkehrs- und Übergabebereich sicher getrennt –<br />
das ermöglicht optimale Arbeitsabläufe. Vor allem unterscheidet<br />
es zuverlässig zwischen Gabelstapler und Bediener.<br />
Die Schutzfelder zur Zugangssicherung sind so zu positionieren,<br />
dass der notwendige Sicherheitsabstand zum Gefährdungsbereich<br />
eingehalten wird. Dabei ist die Nachlaufzeit der gefährlichen<br />
Bewegung zu berücksichtigen. Hier gelten die Anforderungen<br />
gemäß EN ISO 13855 und EN ISO 13857. Damit das<br />
System die Gabelstapler zuverlässig erkennt, sollten Anlagenbetreiber<br />
Stapler mit ähnlicher Größe und Form einsetzen. Außerdem<br />
müssen die Fahrzeuge mit einer Mindestgeschwindigkeit in<br />
die Übergabestation einfahren, um als solche erkannt zu werden.<br />
OPTIMAL KOMBINIERT: LASER,<br />
ULTRASCHALL UND RADAR<br />
Die Sensor People von Leuze bieten dieses Konzept als Sicherheitslösung<br />
im Komplettpaket an. Eine zentrale Komponente<br />
sind die Sicherheits-Laserscanner RSL 400. Sie werden vertikal<br />
oberhalb der Übergabestationen installiert und sichern so den<br />
gesamten Zugangsbereich ab. Praktisch dabei: Ein RSL 400 kann<br />
durch die Reichweite von bis zu 8,25 Metern und dem parallelen<br />
Betrieb unterschiedlicher Schutzfelder mehrere Übergabestationen<br />
gleichzeitig sichern. Das reduziert den Installationsaufwand<br />
und trägt zu einem kostenoptimierten Systemdesign bei.<br />
Die zur jeweiligen Anlage passenden Schutzfeldkonfigurationen<br />
passen die Leuze-Projektteams flexibel an die Gegebenheiten<br />
vor Ort an. Die Sicherheits-Laserscanner zeichnen sich<br />
durch ihren robusten Betrieb aus. Objekte wie Staub und Partikel<br />
filtern sie dank der hohen Winkelauflösung von 0,1 Grad aus –<br />
das ist eine etwa drei Mal höhere Abtastung als bei konventionellen<br />
Scannern. Weitere Komponenten der Sicherheitslösung sind<br />
Ultraschall- und Radarsensoren, die pro Station eingesetzt<br />
werden. Zur Steuerung des Gesamtsystems kommt eine Siemens-<br />
Sicherheitssteuerung mit zugehörigem Leuze-Sicherheitsprogramm<br />
zum Einsatz.<br />
Für Anlagenbetreiber macht sich dieser Ansatz zur Mehrstations-Zugangssicherung<br />
bezahlt: Sie eignet sich sowohl zur<br />
Nachrüstung im Bestand als auch für neue Anlagen. Zwischen<br />
Gabelstapler und Bediener wird zuverlässig unterschieden und<br />
der laufende Betrieb nicht beeinträchtigt. Auch der Umgehungsschutz<br />
ist optimiert, Manipulationen werden erschwert.<br />
Das Sicherheitskonzept erfüllt Performance Level d nach<br />
EN ISO 13849-1 und leistet so einen hohen Beitrag, um die<br />
Risiken an Übergabestationen zu reduzieren. Das Sicherheits-<br />
Integritätslevel gemäß EN IEC 62061 beträgt SIL 2. Darüber<br />
hinaus lässt sich die Lösung jederzeit einfach auf die Anzahl der<br />
Stationen skalieren – das bietet Flexibilität auch für spätere<br />
Erweiterungen.<br />
Bilder: Leuze<br />
www.leuze.com<br />
AUTOR<br />
Matthias Bristle<br />
Produktmanager Safety Solutions<br />
Leuze electronic GmbH + Co. KG, Owen<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 25
INTRALOGISTIK<br />
TREFFPUNKT DER INTRALOGISTIKWELT<br />
Vom 25. bis 27. April öffnet die LogiMAT <strong>2023</strong>, Internationale Fachmesse für Intralogistik-<br />
Lösungen und Prozessmanagement, ihre Tore auf dem Stuttgarter Messegelände. Unter<br />
dem Motto „Hands-on Innovation: Connecting Smart Networks!“ trifft sich in zehn prall<br />
gefüllten Hallen die internationale Intralogistikwelt. Auf 125 000 m² Gesamtfläche des<br />
komplett ausgebuchten Messegeländes (+ 7 % ggü. Vorjahr) präsentieren mehr als 1 500 Aussteller ihre aktuelle Palette an<br />
Produkten, Systemen und Lösungen für effiziente Intralogistikprozesse. Die Messe bietet einen vollständigen Marktüberblick<br />
über alles, was die Intralogistik-Branche von der Beschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung bewegt. „Jede<br />
vertrauensvolle Geschäftsbeziehung beginnt mit einem persönlichen Gespräch“, erläutert Messeleiter Michael Ruchty,<br />
Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH, München, das Messemotto. „Die LogiMAT bietet wieder die hervorragende Chance,<br />
sich vor Ort mit wichtigen nationalen und internationalen Playern der unterschiedlichsten Branchenbereiche persönlich<br />
auszutauschen, zu vernetzen und wichtige strategische Allianzen einzugehen.“<br />
www.logimat-messe.de<br />
LÖSUNGEN FÜR MEHR EFFIZIENZ IM VERPACKUNGSPROZESS<br />
Mit einer automatisierten Intralogistikanlage, die den kompletten Verpackungsprozess bis<br />
zur Versandbereitstellung abbildet, möchte AMI Förder- und Lagertechnik auf der LogiMAT<br />
(Halle 1, Stand C03 ) Potenziale für effizienten und nachhaltigen Betrieb aufzeigen. Am<br />
Packtisch wird das Produkt kommissioniert und per Handscanner ins System aufgenommen.<br />
Ein automatischer Kartonverschließer verpackt dann das Produkt, bevor es über einen<br />
Drehtisch in den Rundlauf gelangt. Die mit Durchlaufwaage und Volumenmessgerät<br />
ermittelten Werte werden auf ein Etikett gedruckt und appliziert. Per Farbsensor und<br />
Barcodeleser werden Daten erfasst, unterschiedliche Ladungsträger erkannt und über Pop-Up-Sorter und 400-V-Drehtisch<br />
ausgeschleust. Nach automatischem Umreifen landen die Pakete und KLT entweder über einen Rollenförderer im dynamischen<br />
Warenspeicher DWS, auf der staudrucklos angetriebenen Scherenrollenbahn oder werden per Cobot palettiert.<br />
www.ami-foerdertechnik.de<br />
INTELLIGENTE REINIGUNGSTECHNIK<br />
FÜR DIE INTRALOGISTIK<br />
DENIOS – WIR SCHÜTZEN<br />
MENSCH UND UMWELT.<br />
www.denios.de/spillguard<br />
SPILLGUARD ® CONNECT – LECKAGEALARM ÜBER NB IOT.<br />
Hako bietet intelligente, leistungsfähige und effiziente<br />
Reinigungsmaschinen, die genau auf die Anforderungen der<br />
Intralogistik zugeschnitten sind – immer mit der Zukunft im<br />
Blick: Um etwa große Hallen und lange Gänge optimal sauber<br />
zu halten, wurde die<br />
autonome Scheuersaugmaschine<br />
Scrubmaster B75i<br />
entwickelt. Ausgestattet mit<br />
Teller- oder Walzenbürste,<br />
fährt sie die gelernten<br />
Routen präzise und mit<br />
hoher Effizienz ab. Das<br />
senkt den Verbrauch an<br />
Wasser, Reinigungsmitteln, Strom und Material deutlich.<br />
Für den kurzen Reinigungseinsatz zwischendurch lässt<br />
sich der Scrubmaster B75i auch als manuelle Walk-behind-<br />
Scheuersaugmaschine bedienen. Mit der High-Performance-<br />
Scheuersaugmaschine Scrubmaster B400 RH bietet Hako<br />
zudem eine leistungsstarke Lösung für die unterbrechungsfreie<br />
Reinigung großer Flächen von bis zu 14 000 m²/h an. Weil<br />
die Maschine den Anwender während seiner Arbeit optimal<br />
unterstützt, ist sie für ihr ergonomisches Gesamtmaschinenkonzept<br />
von der Aktion Gesunder Rücken e.V. zertifiziert.<br />
Für kleinere, komplexere Flächen ist die neue Stab-Scheuersaugmaschine<br />
Scrubmaster B5 ORB die optimale Ergänzung.<br />
LogiMAT: Halle 10, Stand A05<br />
www.hako.com<br />
26 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
INTRALOGISTIK<br />
„BRÜCKEN BAUEN“ FÜR DIE<br />
PROZESSOPTIMIERUNG<br />
Überstiege und<br />
Laufsteganlagen der<br />
Munk Günzburger<br />
Steigtechnik verkürzen<br />
die Wege in der<br />
Fertigung, im Lager<br />
sowie im Außenbereich<br />
und sorgen so dafür,<br />
dass die Produktivität nicht auf der Strecke bleibt. Wie das<br />
funktioniert, zeigt der Qualitätshersteller auf der LogiMAT.<br />
Für die Überstiege, Laufstege, Treppen und fahrbaren<br />
Plattformtreppen gilt: Dank ihres modularen Aufbaus<br />
können sie bei Bedarf flexibel verändert und erweitert<br />
werden und dank Hülsenmuttern, die T-Nutschrauben<br />
ersetzen, klappt auch die Montage schnell. Darüber hinaus<br />
sind die Lösungen bereits in der Standardausführung mit<br />
Idealstopp-Rollen ausgestattet, sie bieten zusätzliche<br />
Mehrwerte und glänzen mit einer neuen, modernen Optik.<br />
Die zu den jeweiligen Anforderungen perfekt passenden<br />
Systeme können sich Interessenten online mit nur wenigen<br />
Klicks selbst zusammenstellen: Möglich macht das der<br />
praktische Produktkonfigurator, der die Kundenbetreuung<br />
von Mensch zu Mensch ergänzt und sich durch einfache und<br />
intuitive Bedienung auszeichnet.<br />
LogiMAT: Halle 3, Stand C17<br />
www.steigtechnik.de<br />
GEFAHRSTOFFE SICHER LAGERN<br />
UND SAUBER ABFÜLLEN<br />
Denios erweitert sein Portfolio mit einer weiteren Produktserie<br />
für die Lagerung und das Abfüllen von Gefahrstoffen. In jedem<br />
Betrieb sind „Raum und Platz“ kostbare und begrenzte Güter,<br />
die sinnvoll und effektiv<br />
genutzt werden müssen. Der<br />
Spezialist für Gefahrstofflagerung<br />
schafft dem nun<br />
Abhilfe und bietet Anwendern<br />
ein Stapelregal-System,<br />
das modular und individuell<br />
zusammengesetzt werden<br />
kann. Das Besondere: Die<br />
Module können flexibel<br />
miteinander kombiniert werden und sind in der Höhe bis zu<br />
dreifach stapelbar. Die Regale gibt es in zwei Breiten à vier Ausführungen.<br />
Dadurch können bei der Lagerung verschiedenste<br />
Behältnisse zum Einsatz kommen: Kleingebinde, Kanister oder<br />
Fässer mit einem Inhalt von bis zu 200 l. Komplettiert wird<br />
das Stapelregal zur Gefahrstofflagerung durch eine Denios<br />
Bodenauffangwanne aus Stahl oder Kunststoff. Die Gebinde<br />
lagern so auf den Stapelregalen, dass sie gleichzeitig auch als<br />
Abfüllstationen dienen können. Die neuen Stapelregale sind<br />
entweder als fertige Sets inklusive Auffangwanne erhältlich<br />
oder können kundenindividuell in mehr als 1 000 Varianten<br />
zusammengestellt werden.<br />
www.denios.de<br />
DIGITAL SHOP FLOOR SOLUTIONS<br />
Visit us in<br />
Hall 5 / Booth D61<br />
www.nexy.net
INTRALOGISTIK<br />
EINRICHTUNGSKONZEPTE FÜR<br />
INDUSTRIEARBEITSPLÄTZE<br />
Auf der LogiMAT steht bei<br />
der Hoffmann Group die<br />
Ausstattung moderner<br />
Industriearbeitsplätze im<br />
Mittelpunkt. Die Betriebseinrichtungsserie<br />
Garant<br />
GridLine wurde nach den<br />
Prämissen „Ergonomie,<br />
Effizienz, Emotion“ entworfen. Dem Gestaltungskonzept liegen<br />
standardisierte Außenmaße und ein einheitliches Maßraster<br />
zugrunde. Dadurch passen Werkbänke, Werkstattschränke und<br />
-wagen sowie Zubehör nach dem Baukastenprinzip perfekt<br />
zusammen und können vielfältig kombiniert werden. Ergänzen<br />
lässt sich die Einrichtung mit individuell konfigurierbaren<br />
Lochwandsystemen der Serie Garant Uni Line. Damit Arbeitsplätze,<br />
an denen empfindliche Bauteile vor elektrostatischen<br />
Entladungen (ESD) geschützt werden müssen, perfekt ins Bild<br />
passen, hat die Hoffmann Group ihre Palette an ESD-konformen<br />
Betriebseinrichtungen erweitert. Diese ermöglichen es, eine<br />
EPA-Schutzzone einzurichten, ohne Abstriche bei der Ästhetik<br />
zu machen. Zusätzlich präsentiert die Hoffmann Group auf der<br />
LogiMAT ihre Warenausgabesysteme aus der Produktfamilie<br />
Garant Tool24. Die Schubladen-, Vertikal- und Einzelausgabeschränke<br />
sind modular miteinander kombinier- und vernetzbar.<br />
LogiMAT: Halle 5, Stand F71<br />
www.hoffmann-group.com<br />
FUNKGESTÜTZTE DIGITALISIERUNG VON<br />
INTRALOGISTIK UND PRODUKTION<br />
Mit nexy hat steute ein funkgestütztes automatisches<br />
Materialabruf-System (AMS) entwickelt, das einen lückenlosen<br />
Daten- und Informationsfluss in der Intralogistik und<br />
der Fertigung sicherstellt. Das System bildet einen „digitalen<br />
Zwilling“ des physischen Materialflusses und erlaubt damit<br />
z.B. eine sehr viel genauere Fertigungs- und Montageplanung<br />
sowie eine verbesserte Nachschubversorgung. Die Materialbahnhöfe<br />
und -supermärkte der digitalisierten Produktion<br />
lassen sich in dieses über Funk vernetzte System ebenso<br />
einbinden wie mobile „Standorte“,<br />
beispielsweise FTS, Dollies und<br />
eKanban-Regale. Auf der LogiMAT<br />
zeigt steute an einem Demonstrator<br />
ein konfigurierbares Dashboard. Der<br />
aktuelle Betriebszustand aller<br />
Sensoren wird in Echtzeit visualisiert.<br />
Es lassen sich passende Übersichten<br />
auf beliebig vielen Monitoren<br />
darstellen. Voraussetzung hierfür ist<br />
lediglich ein Standard-Browser.<br />
Zusätzlich können logische Funktionen<br />
wie „Ampelsteuerungen“ (rot/gelb/grün) kundenspezifisch<br />
hinterlegt und ebenfalls anzeigt werden. Erstmals wird<br />
in Stuttgart zudem auch die nexy-App gezeigt.<br />
LogiMAT: Halle 5, Stand D61<br />
www.steute.de<br />
LOGISTIK TRIFFT AUF ERGONOMIE<br />
Auf der LogiMAT demonstriert Treston, wie ein Arbeitsplatz<br />
von heute aussehen kann, um zur Erfüllung der ESG-Kriterien<br />
beizutragen. Dazu stellt Treston verschiedene ergonomische<br />
Produktlösungen vor: Trestons CE-zertifizierte<br />
ergonomische Hubplattform erlaubt es, die Arbeitshöhe auf<br />
die Anforderungen der Mitarbeiter, der unterschiedlichen<br />
Tätigkeiten und der zu bearbeitenden Gegenstände auf<br />
Knopfdruck anzupassen.<br />
Das innovative Design des<br />
Quick Edge-Arbeitstisches<br />
vereint Ergonomie,<br />
Effizienz, Nachhaltigkeit<br />
und Wirtschaftlichkeit. Der<br />
zum Patent angemeldete<br />
Industriearbeitsplatz mit<br />
benutzerfreundlichem,<br />
manuellem Mechanismus<br />
zur Höhenverstellung kann<br />
ohne Strom auf verschiedene<br />
Stehhöhen oder die jeweilige zu bearbeitende Paket-/<br />
Gegenstandsgröße eingestellt werden. Auf der LogiMAT ist<br />
diese Lösung erstmalig als Doppelarbeitsplatz mit verbundener<br />
Fördertechnik zu sehen. Gezeigt wird auch der bewährte<br />
ergonomische und höhenverstellbare Concept-Arbeitstisch,<br />
der sich flexibel an die Bedürfnisse industrieller Arbeitsumgebungen<br />
anpassen lässt. Das robuste Stahlgestell sorgt für<br />
extreme Stabilität und eine Tragfähigkeit von bis zu 500 kg.<br />
LogiMAT: Halle 02, Stand D25<br />
www.treston.de<br />
28 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
INTRALOGISTIK<br />
LÖSUNGEN ENTLANG DER SUPPLY CHAIN<br />
IM LOGISTIKPROZESS<br />
Auf der LogiMAT zeigt<br />
ifm eine Komplettlösung<br />
zur Optimierung<br />
der Intralogistik. Der<br />
Wareneingang geht<br />
mithilfe des Track-and-<br />
Trace Gates vollautomatisiert<br />
in Smart-Distribution-Folgeprozesse<br />
über. Diese Komplettlösung basiert auf RFID-Technologie und<br />
sorgt für eine Vernetzung mit der IT. Bildverarbeitungslösungen,<br />
Sensoren und Steuerungstechnik von ifm bieten eine<br />
Plattform, mit der autonome mobile Roboter einfach und<br />
sicher innerhalb des Lagers bewegt werden können. Des<br />
Weiteren können ifm 2D- und 3D-Lösungen für Roboter-Anwendungen<br />
zum Palettieren und Depalettieren eingesetzt<br />
werden. Für Handarbeitsplätze bietet ifm das Werker-Assistenzsystem<br />
mate an, das mit einer optischen 2D/3D-Kamera<br />
erkennt, ob alle Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge<br />
getätigt wurden. Zur Vervollständigung des Angebotes from<br />
shopfloor to topfloor integriert ifm mit der Shop-Floor-Integration-Lösung<br />
die Logistik-Automatisierungsprozesse in SAP.<br />
Abgerundet wird das Portfolio durch die IoT-Plattform<br />
moneo, die Predictive Maintenance ermöglicht.<br />
LogiMAT: Halle 8, Stand D55<br />
www.ifm.com<br />
CLEVERE KANBAN-SYSTEME<br />
FÜR DIE INDUSTRIE<br />
Kanban-Systeme optimieren den Produktionsalltag – wie das<br />
konkret aussehen kann, zeigt Otto Roth auf der LogiMAT. Der<br />
Experte für C-Teile-Management präsentiert ein Kanban-<br />
Konzept, das mit RFID-Technologie arbeitet. Die Spezialisten<br />
optimieren die Kanban-Systeme sukzessive und passen sie an<br />
die Bedürfnisse der Kunden an. Eine Neuheit ist beispielsweise<br />
die Online-Plattform www.Kanban-Mobil.de. Hier sind sämtliche<br />
relevanten Daten rund um die<br />
bedarfsgerechte C-Teile-Versorgung<br />
an zentraler Stelle sichtbar<br />
– und das jederzeit und überall,<br />
ob per PC, Tablet, Smartphone<br />
oder über die RFID-Kanban-Master-Box<br />
direkt am Kanban-Standort.<br />
Außerdem ist die RFID-Master-Box<br />
jetzt mit dem E-Shop von<br />
Otto Roth verbunden. Der Anwender kann seine Bestellung<br />
online vorab individuell aussuchen und direkt auslösen.<br />
Optional ist die Abhol-Sammel-Box mit einem Licht- und<br />
Tonsignal verfügbar: Wird ein leerer Kanban-Behälter eingeworfen,<br />
ist das nicht zu übersehen oder überhören. Die Vorteile<br />
der Kanban-Lösung für den Anwender: Er kann die Kosten für<br />
Beschaffungsprozesse deutlich reduzieren, die Nachbestellung<br />
automatisieren und seinen Bestand kostengünstiger managen.<br />
LogiMAT <strong>2023</strong>: Halle 4, Stand F15<br />
www.ottoroth.de<br />
Hako <strong>2023</strong><br />
live erleben!<br />
Stuttgart<br />
25.<strong>04</strong>. – 27.<strong>04</strong>.<br />
Halle 10<br />
Stand A05<br />
Scrubmaster B5 ORB<br />
Scrubmaster B25<br />
Scrubmaster B75 i<br />
Sichern Sie<br />
sich jetzt Ihren<br />
Eintrittskartengutschein.<br />
Die neuen Scheuersaugmaschinen: Scrubmaster B5 ORB mit Delta-Cleaning-System für Sauberkeit bis in jede Ecke,<br />
ausgezeichnet mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken e. V. für rückenfreundliches Arbeiten. Scrubmaster B25<br />
mit ergonomischem, höhenverstellbarem Bedienholm und einfacher Bedienung. Und Scrubmaster B75 i – autonom,<br />
nachhaltig und sicher. Hako – Sauberkeit ohne Kompromisse.<br />
Built by Hako.<br />
Designed for you.<br />
www.hako.com
INTRALOGISTIK<br />
KOMPLETTANGEBOT AN LAGER- UND LOGISTIKLÖSUNGEN<br />
Als Komplettanbieter für Lager- und Logistiklösungen<br />
ist Bito-Lagertechnik Partner für Unternehmen<br />
aller Größenordnungen und Branchen<br />
und hat von der Einrichtung von kleinen Archivräumen<br />
bis hin zu großen Automatiklagern alles<br />
im Portfolio, um die Logistik der Kunden zu deren<br />
Erfolgsfaktor zu machen. Auf der LogiMAT stellt<br />
das Unternehmen sein Spektrum an Regalsystemen<br />
vor. Von Fachbodenregalen, mehrgeschossigen<br />
Anlagen, Bühnen, Palettenregalen, Durchlaufregalen, Kommissioniersystemen und<br />
Regaltuning bis hin zu halbautomatischen Shuttleregalen und Automatiklagern sorgt Bito<br />
mit hoher Projektmanagementkompetenz für die reibungslose Umsetzung aller Projekte<br />
gleich welcher Größenordnung. Zudem hat das Unternehmen in jüngster Vergangenheit<br />
sein Portfolio um neue Varianten der fahrerlosen Transportsysteme aus der Leo-Familie,<br />
cloudbasierte intelligente Behälterlösungen und Regalsysteme, Warehouse-Management-<br />
Systeme, Trackinglösungen und die 3-D-Visualisierungen von kompletten Anlagen erweitert.<br />
LogiMAT: Halle 3, Stand C49<br />
www.bito.com<br />
SMARTE SYSTEME FÜR EINEN EFFIZIENTEN INTRALOGISTIKALLTAG<br />
Welches Potenzial in der Digitalisierung steckt, zeigt der<br />
Lager-, Säge- und Handhabungstechnik-Spezialist Kasto<br />
auf der LogiMAT in seinem „Smart Solutions Corner“. Hier<br />
stellen die Experten etwa das Warehouse Management<br />
System (WMS) KASTOlogic vor, das sie speziell für die<br />
Langgut- und Blechlagerung konzipiert haben. Damit<br />
können Anwender nicht nur die Prozesse im Lager,<br />
sondern auch die Logistik- und Bearbeitungsschritte<br />
davor und danach einheitlich steuern und überwachen.<br />
Selbst manuell bediente Bereiche lassen sich mithilfe der<br />
App KASTOlogic mobile in das System integrieren. Der Nutzer kann sämtliche Vorgänge wie<br />
Ein- und Umlagerungen, Kommissionierungen, Versand- und Bestandsinformationen per<br />
Smartphone oder Tablet an das WMS übermitteln. Auch ein Pick-by-Crane-System lässt sich<br />
mit KASTOlogic mobile mühelos umsetzen.<br />
LogiMAT: Halle 01, Stand H16<br />
www.kasto.com<br />
Die smarte Lösung für<br />
die manuelle Montage.<br />
■<br />
■<br />
■<br />
Vernetzte Prozesse<br />
Digitale Assistenz<br />
Ergonomisches Arbeiten<br />
EXTRA STARKE ETIKETTEN<br />
Kennzeichnungen mit Beschriftungsbändern sind<br />
in verschiedensten Branchen unverzichtbar. Je<br />
nach Einsatzgebiet müssen sie Hitze, Kälte,<br />
Sonnenlicht, Chemikalien und Feuchtigkeit<br />
abkönnen. Der Beschriftungsspezialist Brother<br />
bietet mit seinen Pro Tapes die universelle<br />
Lösung für die sichere Beschriftung. Das TZe Pro<br />
Tape weist auf strukturierten Oberflächen eine<br />
dreimal höhere Festigkeit als TZe Standard-Schriftbänder auf. Aber auch auf glatten<br />
Oberflächen halten die Bänder sehr fest. Eine Schutzschicht aus dünnem, transparentem<br />
Polyethylen-Laminat macht die Bänder auch für anspruchsvolle Aufgaben geeignet. Auch<br />
Abdeckungen, Schalter, Netzwerkschränke, Panels und Verbraucher-Einheiten in der<br />
Industrie werden mit dem TZe-S Pro Tape sicher und effizient beschriftet. Sicherheit ist in<br />
diesen Anwendungen besonders wichtig: Die Schriftbänder müssen fest kleben und dürfen<br />
nicht manipuliert werden. Brother realisiert das mit dem Pro Tape TZe-SE: Versucht man, es<br />
abzulösen, bleibt ein Schachbrettmuster zurück und die Manipulation fällt auf.<br />
LogiMAT: Halle 4 Stand B36<br />
www.brother.de<br />
bott.de
INTRALOGISTIK<br />
FLEXIBLER SEILBALANCER<br />
Schmalz launcht<br />
den NEO 30. Dabei<br />
handelt es sich um<br />
den flexiblen Seilbalancer<br />
der Binar<br />
Handling AB, die seit<br />
März 2022 Teil der<br />
Schmalz-Familie ist.<br />
Mit dem NEO 30<br />
bietet Schmalz auch kleineren Industriebetrieben eine<br />
ergonomische Handhabungslösung zu einem attraktiven<br />
Preis. Das akkubetriebene Seilhebegerät braucht keinen<br />
separaten Strom- oder Druckluftanschluss und ist schnell<br />
an einen Kranausleger oder an der Laufkatze eines Schienensystems<br />
montiert. Eine Akkuladung reicht für 200 bis<br />
500 Hübe – ideal für einen Arbeitstag. Die Bedienung ist<br />
intuitiv: Sensoren erfassen die Handkräfte der bedienenden<br />
Person und übersetzen diese in einen Geschwindigkeitsund<br />
Richtungsimpuls. Mit seinem Antrieb unterstützt der<br />
NEO 30 somit unmittelbar das Heben und Senken von<br />
Lasten bis maximal 30 kg. Als Lastaufnahmemittel liefert<br />
Schmalz optional einen mechanischen Magnetgreifer,<br />
einen Lasthaken mit Federverschluss, einen Scheren- oder<br />
einen Flachhaken-Greifer. Damit lässt sich der NEO 30<br />
optimal auf Anwendungen anpassen – ob zur Maschinenbeladung<br />
oder für andere logistische Prozesse in der<br />
Metall-und Elektroindustrie.<br />
LogiMAT: Halle 7, Stand C05<br />
www.schmalz.com<br />
BREITES PRODUKTSPEKTRUM<br />
AN TRANSPORTGERÄTEN<br />
Der Transportgerätehersteller fetra ist auch in diesem Jahr<br />
wieder als Aussteller auf der LogiMAT vertreten. Das Unternehmen<br />
zeigt ein breites Produktspektrum, von Kommissionierüber<br />
Kastenwagen bis hin zu Trolleys für Routenzüge. Im<br />
Mittelpunkt des Messeauftritts steht der neu entwickelte<br />
Richtungsfeststeller fetra Fixstop, der Anwendern maximale<br />
Flexibilität gewährt. Anstelle der serienmäßigen zwei Bockrollen<br />
bei allen Wagen bietet der Richtungsfeststeller die<br />
Option, je nach Anwendungsfall<br />
zwischen Wendigkeit<br />
oder Spurstabilität kurzfristig<br />
zu entscheiden. Der Nutzer<br />
kann die Funktion von einer<br />
beliebigen Längsseite aus mit<br />
nur einem Fußtritt aktivieren<br />
und somit bestimmen, ob der<br />
Wagen auf vier Lenkrollen laufen soll oder ob je zwei Lenk- und<br />
zwei Bockrollen erforderlich sind. Davon können sich die<br />
Fachbesucher am fetra Messestand selbst überzeugen: Dort<br />
zeigen die Experten die Funktion des Richtungsfeststellers<br />
unter anderem am kleinen Modell der verzinkten Kommissionierwagen,<br />
in diesem Fall ausgestattet mit Deichsel, Kupplung,<br />
fetra ixstop sowie Griffen zum Querverschieben. Wenn mehrere<br />
Wagen im Verbund fahren, kommt die Bockrollen-Funktion zum<br />
Einsatz. Nach dem Abkoppeln können die Anwender auf vier<br />
Lenkrollen wechseln und den Wagen quer verschieben.<br />
LogiMAT: Halle 3, Stand A07<br />
www.fetra.de<br />
VIELSEITIGE LÖSUNGEN FÜR‘S LASTENHANDLING<br />
Drei flexibel nutzbare Systemprodukte zur Optimierung intralogistischer Prozesse stellt<br />
Expresso ins Zentrum seiner diesjährigen LogiMAT-Präsenz. Es handelt sich dabei um das<br />
mobile Hebe- und Fördergerät lift2move, das elektronische Handhabungssystem eBalance-<br />
Lift sowie die falt- und rollbare Werkbank MobiBench. Insbesondere Fachleute aus<br />
Montage-, Materialfluss- und Lagertechnik können sich auf dem Messestand des Unternehmens<br />
ein umfassendes Bild machen von der hohen Funktionalität und Qualität der<br />
Innovationen aus Kassel. „Jede dieser Systemlösungen zeichnet sich durch hohe Wandelbarkeit<br />
aus. Das vereinfacht sowohl die kundenspezifische Individualisierung als auch die Abstimmung auf ganz unterschiedliche<br />
Anforderungen der Intralogistik“, betont Geschäftsbereichsleiter Oliver Stauch-Vaupel.<br />
LogiMAT: Halle 7, Stand C61<br />
www.expresso.de
BETRIEBSTECHNIK<br />
ARBEITSSICHERHEITSSCHULUNGEN MIT<br />
VIRTUAL REALITY<br />
Die auf die Vermietung von Höhenzugangstechnik,<br />
Teleskopstaplern und Staplern spezialisierte System<br />
Lift AG bietet mit ihrem Programm System-Card<br />
theoretische und praktische Schulungen für die<br />
Bedienung von schweren Arbeitsgeräten und Maschinen<br />
an. Arbeitssicherheit steht dabei an oberster<br />
Stelle. Der hohe Anspruch, den das Unternehmen an<br />
sich selbst stellt, wird nun auf ein neues Level gehoben:<br />
Denn Virtual Reality (VR)<br />
hält Einzug in die Schulungen.<br />
Mit der eigens entwickelten<br />
„VR-Hubarbeitsbühnen-Anwendung“<br />
werden die Präsenzschulungen<br />
um einen wichtigen<br />
Aspekt erweitert: Eine realitätsgetreue<br />
Hubarbeitsbühne kann<br />
von den Schulungsteilnehmenden<br />
intuitiv bedient werden.<br />
Die VR-Brillen bieten gegenüber<br />
einem Simulator viele Vorteile. Die „VR-Hubarbeitsbühnen-Anwendung“<br />
ermöglicht ein realitätsnahes<br />
Erleben typischer Arbeitssituationen. Sie ist sicher,<br />
praktisch, ortsunabhängig und kostengünstig. Aber<br />
das Wichtigste: Sie sensibilisiert für Gefahren, ohne die<br />
Sicherheit von Mensch oder Maschine zu gefährden.<br />
VR-Situationen können von verschiedenen Teilnehmenden<br />
gleichzeitig erlebt werden, die ausgebildeten<br />
Trainer begleiten das Geschehen aktiv.<br />
www.systemlift.de<br />
VIELFÄLTIG EINSETZBARE TROCKEN-<br />
UND WÄRMESCHRÄNKE<br />
Im Labor, in der<br />
Forschung, in der<br />
Qualitätssicherung –<br />
die Trocken- und<br />
Wärmeschränke von<br />
Denios kommen<br />
immer dann zum<br />
Einsatz, wenn es um<br />
thermische Prozesse<br />
geht. Die Spezialschränke sorgen dafür, dass bestimmte<br />
Materialien zum Beispiel ausgehärtet oder erwärmt werden.<br />
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Es geht zum Beispiel<br />
um Kleber, der für Testzwecke getrocknet wird – oder es geht<br />
um Öle und Fette, die aufgeschmolzen werden. In den<br />
Schränken sieht man genau, wie Stoffe auf Trockenheit und<br />
Hitze reagieren und wie man sie danach weiterverarbeiten<br />
kann. Auch Temperaturstresstests oder beschleunigte<br />
Alterungstests können durchgeführt werden. Dabei gibt es<br />
die Geräte mit Umluft oder freier Konvektion und es wird<br />
gewährleistet, dass eine absolut homogene Temperaturverteilung<br />
im Schrankinneren herrscht. Wenn eine Probe im<br />
Labor besonders empfindlich reagiert und somit mit<br />
besonderer Vorsicht zu handhaben ist, kann auf einen<br />
Vakuum-Trockenschrank zurückgegriffen werden. Diese<br />
Modelle ermöglichen eine effektive und schonende Trocknung,<br />
ohne die Materialien zu gefährden. Dazu steht ein<br />
spezielles Sicherheitskonzept zur Verfügung, das es möglich<br />
macht, selbst entflammbare Lösemittel stark zu erhitzen.<br />
www.denios.de<br />
BEI STEIGTECHNIK STETS DIE ERGONOMIE IM BLICK<br />
„Ergonomie in der Steigtechnik!“ Das ist bei der Munk Günzburger Steigtechnik mehr denn je<br />
Programm. Der Qualitätshersteller aus Bayern war einer der ersten Steigtechnikhersteller, der<br />
spezielle Ergonomie-Neuheiten entwickelte, wie zum Beispiel die ergonomische Griffzone<br />
„ergo-pad“ für Stufenleitern sowie die „roll-bar“-Traverse. Diese war ursprünglich zum rückenschonenden<br />
Transport von Sprossenleitern konzipiert worden, mittlerweile gibt es den beliebten<br />
„roll-bar“-Nachrüstsatz auch für sämtliche Stufenleitern, die über eine Traverse verfügen. Auch<br />
die jüngsten Neuheiten wie das Ein-Personen-Gerüst FlexxTower, die Kleinsthubarbeitsbühne<br />
FlexxLift sowie der frei unterfahrbare Desk-Surfer der Munk Günzburger Steigtechnik wurden mit<br />
dem klaren Fokus auf „Sicherheit und Ergonomie am Arbeitsplatz“ konzipiert. Ihre Ergonomie-<br />
Innovationen entwickeln die Steigtechnik-Experten in enger Abstimmung mit Betriebsärzten<br />
und Arbeitssicherheitsbeauftragten.<br />
www.steigtechnik.de<br />
32 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
BETRIEBSTECHNIK<br />
NEUER ONLINE-SHOP FÜR<br />
SICHERHEITSTECHNIK<br />
Dräger stellt seinen neuen<br />
Online-Shop für Sicherheitstechnik<br />
vor. Er bietet eine<br />
Auswahl an Produkten aus<br />
den Bereichen Atemschutz,<br />
Schutzbrillen, Alkohol- und<br />
Drogenmessung, Fluchthauben<br />
und Leckagedetektion,<br />
die schrittweise erweitert<br />
wird. „Mit unserem neuen Online-Shop bieten wir vor allem<br />
kleinen Betrieben und Privatkunden eine Möglichkeit, unsere<br />
„Technik für das Leben“ direkt bei uns zu beziehen. Dies<br />
ergänzt das bestehende Angebot über den Fachhandel und<br />
weitere Online-Kanäle“, sagt Nicolai Gäding, Leiter Vertriebsentwicklung<br />
Multi-Channel bei Dräger. Ein Großteil der<br />
Produkte im Shop kann in kleinen Mengen gekauft werden.<br />
Es besteht auch die Möglichkeit, sich Verbrauchsartikel über<br />
eine Abo-Funktion bequem monatlich liefern zu lassen.<br />
Bei der Auswahl von Atemschutzgeräten hilft der digitale<br />
Produktberater „Atemschutzfinder“. Dafür navigiert er<br />
dmittels einfacher Fragen zu der für die Anwendung geeigneten<br />
Lösung. Zudem ist es möglich, sich ein eigenes<br />
Atemschutz-Set zusammenzustellen. Nach dem Baukastenprinzip<br />
können Maskentyp, -material und -größe mit dem<br />
passenden Filtertyp und -anschluss kombiniert werden.<br />
www.draeger.com<br />
SICHERHEIT AUF DEM WERKSGELÄNDE<br />
Im Jungheinrich-Werk in Norderstedt laufen Elektro-Niederund<br />
Hochhubwagen sowie Schubmaststapler vom Band. Neben<br />
der Produktion betreibt Jungheinrich auf dem 214 000 m²<br />
großen Werksgelände eine Verwaltung, einen Kantinen- und<br />
Bürokomplex, ein eigenes Training-Center sowie ein Forschungs-<br />
und Entwicklungszentrum. Die Sicherheit des Werks<br />
liegt künftig in den Händen von Piepenbrock. Rund um die Uhr,<br />
an 365 Tagen im Jahr<br />
übernehmen die Piepenbrocker<br />
in drei Schichten<br />
neben Pfortendiensten<br />
und der Lkw-Abfertigung<br />
auch Revier- und Streifendienste<br />
mit festen<br />
Kontrollgängen. Mit<br />
moderner Technik wird die Sicherheit auf dem Gelände sichergestellt<br />
und dokumentiert. Alexander Arndt, Piepenbrock<br />
Niederlassungsleiter Sicherheit in Hamburg, weiß, worauf es<br />
dabei ankommt: „Bei unseren Kontrollgängen achten wir<br />
beispielsweise auf Details, die sonst schnell übersehen werden.<br />
Wir dokumentieren alles genau nach Kundenwunsch. Generell<br />
stehen reibungslose Abläufe und die Sicherheit aller Personen<br />
im Mittelpunkt.“ Beim Personal setzt Piepenbrock auf geprüfte<br />
Schutz- und Sicherheitskräfte, Fachkräfte für Schutz und<br />
Sicherheit und Kräfte mit abgelegter Sachkundeprüfung nach<br />
Paragraf 34a. Bild: Jungheinrich Norderstedt<br />
www.piepenbrock.de<br />
NEU<br />
DIE ZEIT<br />
IST REIF<br />
NEXT GENERATION ROBOTICS<br />
Keine Spielerei, sondern echte Antworten auf Fachkräftemangel,<br />
steigende Lohnkosten und ökologische Nachhaltigkeit – das ist<br />
es, was die weltweit führende ECOBOT-Serie auszeichnet. Voll<br />
ausgereifte autonome Reinigung mit maximaler Sicherheit und<br />
breitem Anwendungsspektrum!<br />
Jetzt Vorführtermin vereinbaren und in die Welt der<br />
autonomen Reinigung einsteigen: +49 711 9544 950<br />
WIRTSCHAFTLICH ATTRAKTIV<br />
ÖKOLOGISCH NACHHALTIG<br />
EINFACHES SET-UP<br />
www.columbus-clean.com
BETRIEBSTECHNIK<br />
NEUE INDUSTRIESAUGER FÜR<br />
M- UND H-STÄUBE IN ZONE 22<br />
Sichere und effiziente Sauger für die<br />
Entfernung feiner und grober Stäube<br />
sind quer durch alle Industrien gefragt:<br />
von der Metallverarbeitung über die<br />
Chemie- und Pharmaindustrie bis hin<br />
zur Lebensmittelverarbeitung. Mit dem<br />
IVM 40/12-1 H Z22 und dem IVM<br />
40/12-1 M Z22 präsentiert Kärcher zwei<br />
neue 1-motorige, mobile Industriesauger.<br />
Sie sind für eine sichere und<br />
einfache Aufnahme feiner explosionsgefährdeter<br />
Stäube der Klassen M und H<br />
innerhalb der Zone 22 nach ATEX geeignet. Bei brennbaren<br />
und explosionsgefährdeten Stäuben ist besondere Sorgfalt<br />
nötig. Der Industriesauger IVM 40/12-1 M Z22 i für Feststoffe<br />
der Staubklasse M ist mit einem großen leitfähigen Sternfilter<br />
ausgestattet. Dieser ist hier von Vorteil, da er eine besonders<br />
große Filterfläche bietet, mit der feine Stäube effektiv<br />
aufgenommen werden können. Das Modell IVM 40/12-1 H<br />
Z22 verfügt über ein zweistufiges, sicheres Filtersystem für<br />
brennbare und gesundheitsgefährdende Stäube der Staubklasse<br />
H. Neben dem großen PFTE-Sternfilter ist zudem ein<br />
nachgelagerter H-Patronenfilter eingebaut, der die effektive<br />
Absaugung gesundheitsgefährdender H-Stäube ermöglicht.<br />
www.kaercher.com<br />
NEUE MOBILE KALTWASSER-<br />
HÖCHSTDRUCKREINIGER<br />
Beim Entfernen von Farbe und<br />
Rost, der Reinigung von Rohren,<br />
Tanks und Gerüsten oder der<br />
professionellen Vorbereitung<br />
von Oberflächen im Rahmen<br />
von Wartungs- bzw. Reparaturarbeiten<br />
ist oftmals Höchstdruckkraft<br />
erforderlich. Hier<br />
lassen die beiden neuen<br />
Kaltwasser-Produktfamilien von Nilfisk ihre Muskeln spielen.<br />
Mit bis zu 500 bar Druck sowie einer Wasserleistung von<br />
bis zu 1260 l/h wurden die beiden kompakten Geräte der<br />
MC 9P-Reihe speziell dafür entwickelt, höchste Reinigungskraft<br />
auf beengten Flächen zu entfalten. Die drei Kaltwassermodelle<br />
der MC 10P-Serie bieten dagegen bis zu 1100 bar<br />
Arbeitsdruck bei stündlich maximal 1800 l Wasserleistung.<br />
Für die sichere Anwendung unter schwierigsten Bedingungen<br />
sind die beiden CB/CE-zertifizierten Serien mit intuitiven<br />
Benutzeroberflächen mit übersichtlich angeordneten<br />
Bedienelementen ausgestattet. Ein Handgriff für optimale<br />
Kipp- und Drehfunktionen sowie eine zentrale Kranaufhängung<br />
sorgen zudem für den effizienten Transport von einem<br />
Auftrag zum nächsten. Auch persönliche Schutzausrüstung<br />
ist Teil des neuen Höchstdruckreiniger-Programms.<br />
www.nilfisk.de<br />
SCHUTZ VOR RISIKEN BEI ARBEITEN IN DER HÖHE<br />
Arbeiten in der Höhe sind mit besonderen Risiken verbunden. Diese lassen sich jedoch<br />
minimieren. Wichtigste Vorkehrungen sind eine gute Ausbildung und Schulung der<br />
Anwender sowie die richtige Ausrüstung. Denn Sicherheit beim Arbeiten in der Höhe wird<br />
vor allem durch entsprechende Steigtechnik gewährleistet. Die Marke Krause steht für<br />
genau diese Sicherheit. Ob Tritte, Leitern oder Gerüste, tausendfach vertrauen Menschen<br />
täglich auf die bewährten Produkte des Unternehmens. Die Details der Produkte wie etwa<br />
profilierte Sprossen und Stufen oder rutschhemmende 2-Komponenten-Fußkappen sind<br />
wertvolle Helfer im Kampf gegen Arbeitsunfälle. Ein weiterer wichtiger Baustein für<br />
sicheres Arbeiten in der Höhe ist der einwandfreie Zustand der verwendeten Arbeitsmittel. Unternehmen müssen ihre Arbeitsmittel<br />
regelmäßig prüfen lassen und dies dokumentieren. Krause bietet speziell für diesen Bereich die „SafetyServices“ an. Diese<br />
umfassen Seminare, Schulungen und Produktprüfungen, die speziell auf die Arbeitssicherheit in Unternehmen ausgerichtet sind.<br />
www.krause-systems.de<br />
Die (R)Evolution zum AutoLoadBaler –<br />
so geht Pappe sammeln heute!<br />
1906<br />
1960<br />
1995<br />
<strong>2023</strong><br />
LogiMAT<br />
Halle 3<br />
Stand 3A19<br />
www.revolution-autoloadbaler.de<br />
34 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
DAMIT SCHÄDEN AN HALLENBÖDEN<br />
ERST GAR NICHT ENTSTEHEN<br />
WISSENSSERIE<br />
BETONBODENERTÜCHTIGUNG ZUR LASTERHÖHUNG<br />
Fotos: Uretek<br />
Ein Automobilzulieferer plante die<br />
Installation einer neuen Förderanlage<br />
in einer seiner Produktionshallen. Dies<br />
geschah im Rahmen der Umrüstung<br />
auf ein Bauteil eines neuen Pkw-Modells.<br />
Damit der vorhandene Stahlrahmen die<br />
neue Belastung schadensfrei aufnehmen<br />
konnte, war es erforderlich, eine zusätzliche<br />
Stützung des Stahlrahmens in der Hallenmitte<br />
vorzusehen. Daher mussten zusätzliche<br />
Stützen auf dem Hallenboden aufgestellt<br />
und der Baugrund für die neue Last<br />
mit dem Uretek DeepInjection-Verfahren<br />
verstärkt werden. Alle Details zu dem<br />
Projekt können Sie auf unserer Webseite<br />
nachlesen. Hier geht’s zum ausführlichen<br />
Praxisreport:<br />
bit.ly/mfa-uretek-03<br />
ISSENSSERIE + + + WISSENSSERIE + + + WISSENSSERIE + + + WISSENSSERI<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 35
WARTUNG UND INSTANDHALTUNG<br />
DRUCKMESSUMFORMER<br />
MIT VOR-ORT-ANZEIGE<br />
Mit dem Druckmessumformer DMU 13 Vario präsentiert<br />
Afriso-Euro-Index eine Weiterentwicklung des<br />
Modells DMU 13. Druckmessumformer finden in der<br />
Industrie vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der<br />
Überwachung von Relativdruck oder auch absolutem<br />
oder Differenzdruck, sowohl im Bereich von wenigen<br />
Millibar Druckunterschied als auch bei extremem<br />
Druck. Als Kombination aus einer<br />
mechanischen, stromunabhängigen<br />
Vorortanzeige auf Basis eines Rohrfeder-Sicherheitsmanometers<br />
und<br />
einem elektrischen Ausgangssignal<br />
bietet der Druckmessumformer<br />
besten Ablesekomfort und optimale<br />
Möglichkeiten der Implementierung in<br />
vorhandene digitale Systeme. Mit der<br />
überarbeiteten Version DMU 13 Vario<br />
erweitert Afriso vor allen Dingen den<br />
Messbereich des Druckmessumformers<br />
– von maximal 40 bar beim DMU 13 auf Messungen<br />
bis 400 bar mit dem DMU 13 Vario. Dabei verbessert<br />
sich die Messgenauigkeit des Messumformers auf<br />
unter ± 0,3 % FSO nach IEC 60770. Auch im Temperaturfehlerband<br />
konnte mit der Überarbeitung die<br />
Genauigkeit signifikant von ≤ 1 % FSO/10K auf ≤ 0,15 %<br />
FSO/10K verbessert werden.<br />
www.afriso.de<br />
STRESS AN BUSLEITUNGEN FRÜHZEITIG<br />
UND GENAU ERKENNEN<br />
Stark beanspruchte<br />
und schwer<br />
erreichbare<br />
Busleitungen<br />
schneller denn<br />
je instand<br />
halten: Das<br />
soll i.Sense<br />
CF.D ermöglichen – das Überwachungsmodul von Igus.<br />
Es erkennt automatisch die Position gestresster Bereiche in<br />
einer Leitung und zeigt diese sehr genau an. Dank der neuen,<br />
optischen Zustandsanzeige können Anwender entsprechend<br />
gezielt und schnell eingreifen und dadurch eine zeit- und<br />
kostenintensive Fehlersuche vermeiden. I.Sense CF.D misst<br />
kontinuierlich die Übertragungseigenschaften sowie<br />
verschiedene elektrische Parameter über Millionen von<br />
Zyklen. So erkennt das System nicht nur Datenverluste<br />
in Echtzeit, sondern identifiziert auch die Position des<br />
gestressten Bereichs der Leitung sehr genau. „Mit dieser<br />
Information, die direkt auf dem Oled-Display des Moduls<br />
erscheint, sind Anwender gezielter und schneller denn<br />
je in der Lage, den Risikobereich zu identifizieren und die<br />
Leitung des entsprechenden Segments ohne Ausprobieren<br />
sofort auszutauschen – ohne zusätzliche Tools oder<br />
Software-Kosten.“<br />
www.igus.de<br />
ZUM SCHWINGUNGSANALYSTEN NACH<br />
ISO 18436-2 AUSBILDEN LASSEN<br />
Mit der Ausbildung zum zertifizierten Schwingungsanalysten können<br />
Instandhalter Veränderungen von Maschinenzuständen zuverlässig<br />
erkennen und bewerten – und damit den Prozess und die Verfügbarkeit<br />
ihrer Maschinen optimieren. Die iba AG bietet daher seit Q4 2022 die<br />
Schulung zur Zustandsüberwachung und -diagnostik von Maschinen nach<br />
DIN ISO 18436-2 an. Im modernen iba-Trainingszentrum in Fürth können<br />
Instandhalter, Prozessingenieure und Techniker die Kategorien I und II<br />
des weltweit anerkannten Zertifizierungskurses absolvieren und die<br />
entsprechende Prüfung ablegen. In Kategorie I erhalten Teilnehmer ein umfassendes Grundverständnis von Schwingungen<br />
in Maschinen, deren Entstehung, Erfassung und Analyse, hierauf aufbauend wird dieses in Kategorie II nachhaltig vertieft.<br />
Aktuelle Termine sind auf der iba-Webseite zu finden.<br />
www.iba-ag.com<br />
36 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
WARTUNG UND INSTANDHALTUNG<br />
STILLSTAND DURCH SCHWINGUNGS-<br />
DIAGNOSE VERMEIDEN<br />
Die GfM Gesellschaft für<br />
Maschinendiagnose mbH ist<br />
Spezialist für die Diagnose<br />
von wälzgelagerten Industriegetrieben.<br />
Das Unternehmen<br />
bietet sowohl Online-Condition-Monitoring-Systeme<br />
an,<br />
die fest am Antrieb verbaut<br />
werden und das Entstehen von mechanischen Unregelmäßigkeiten<br />
überwachen, als auch mobile Systeme, mit denen sich<br />
ganze Maschinenparks wiederkehrend überwachen lassen.<br />
Die Systeme erfassen Schwingungsdaten in hoher Qualität –<br />
eine Voraussetzung für hohe Diagnosequalität. Die Diagnose<br />
erfolgt dann automatisiert auf der Grundlage komplexer,<br />
intelligenter Algorithmen. Erst wenn objektive Hinweis auf<br />
einen Schädigungszustand vorliegen, muss ein Mensch eine<br />
Instandhaltungsentscheidung treffen. In der Regel werden<br />
Antriebe dann noch weiterbetrieben, während gleichzeitig<br />
vorbereitende Instandsetzungsmaßnahmen anlaufen. Oft<br />
liegen zwischen dem ersten Erkennen eines Schadens und<br />
der zwingend gebotenen Instandsetzung mehrere Monate –<br />
genug Zeit also, erforderliche Stillstände in der Produktion<br />
einzuplanen. Condition Monitoring liefert nicht nur Informationen<br />
zum Schädigungszustand, es bestätigt vor allem<br />
die Fehlerfreiheit eines mechanischen Antriebs – das wird<br />
in der Argumentation oft vergessen. Denn wenn ein<br />
Condition-Monitoring-System keinen Schaden identifiziert,<br />
liegt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit<br />
auch keiner vor.<br />
www.maschinendiagnose.de<br />
NEUE DIGITAL SERVICES IM ONLINE SUPPORT<br />
Bei dem Antriebstechnikspezialisten SEW-Eurodrive sind neue<br />
Digital Services im Online Support verfügbar – unter anderem<br />
bei der Ersatzteil- und Zubehörauswahl sowie im Variantenmanagement.<br />
Im Online Support können Kunden in der<br />
überarbeiteten Funktion „Ersatzteile und Zubehör“ Ersatzteile,<br />
Ersatzprodukte, Services und Zubehör auswählen und im<br />
Warenkorb anfragen oder<br />
bestellen. Viele neue<br />
Möglichkeiten, beispielsweise<br />
die Auswahl eines<br />
einzelnen Getriebes oder<br />
Motors oder von passendem<br />
Zubehör für Frequenzumrichter,<br />
stehen zur<br />
Verfügung. Ein neues<br />
Design, eine verbesserte<br />
Nutzerführung und eine<br />
schnellere Suche runden<br />
das Angebot ab. Auch das Variantenmanagement wurde<br />
überarbeitet. Mithilfe umfangreicher Filter- und Vergleichsmöglichkeiten<br />
haben Kunden die Möglichkeit, in einem<br />
elektronischen Katalog auf bereits verwendete Produktvarianten<br />
zuzugreifen, um diese in Folgeprojekten wieder<br />
zu nutzen. Ein neues Feature ist beispielsweise, dass elektronische<br />
Produktkataloge (Antriebsstandards) innerhalb einer<br />
Firma, aber auch mit anderen Unternehmen schnell geteilt<br />
werden können. So wird die firmenübergreifende Zusammenarbeit<br />
zwischen Anlagenlieferanten, Herstellern und Betreibern<br />
besser gefördert und es lässt sich eine langfristige Standardisierungsstrategie<br />
mithilfe des Variantenmanagements realisieren.<br />
www.sew-eurodrive.de<br />
IMPRESSUM<br />
erscheint <strong>2023</strong> im 64. Jahrgang,<br />
ISSN 2747-7088 / ISSN E-Paper: 2747-7096<br />
REDAKTION<br />
Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),<br />
Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />
(verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)<br />
Redakteurin: Dipl.-Geogr. Martina Laun (ml),<br />
Tel.: 06131/992-233, E-Mail: m.laun@vfmz.de<br />
Redaktionsassistenz:<br />
Vivien Backof, Tel.: 06131/992-415, Melanie Lerch,<br />
Tel.: 06131/992-261, Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,<br />
E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,<br />
(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />
GESTALTUNG<br />
Conny Grothe, Sonja Daniel, Anette Fröder<br />
SALES<br />
Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />
E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />
Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />
E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />
Auftragsmanagement: Nevenka Islamovic<br />
Tel.: 06131/992-113, E-Mail: n.islamovic@vfmz.de<br />
Anzeigenpreisliste <strong>2023</strong>, gültig ab 01.10.2022<br />
LESERSERVICE<br />
vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />
Große Hub 10, 65344 Eltville,<br />
Tel.: 06123/9238-266<br />
Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige Änderungen<br />
Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />
(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />
Preise und Lieferbedingungen:<br />
Einzelheftpreis: € 12,- (zzgl. Versandkosten)<br />
Jahresabonnement Inland: € 90,- (inkl. Versandkosten)<br />
Jahresabonnement Ausland: € 106,- (inkl. Versandkosten)<br />
Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />
weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />
Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />
VERLAG<br />
Vereinigte Fachverlage GmbH<br />
Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />
Postfach 10<strong>04</strong>65, 55135 Mainz<br />
Tel.: 06131/992-200<br />
E-Mail: info@vfmz.de<br />
www.vereinigte-fachverlage.de<br />
Handelsregister-Nr.: HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />
Umsatzsteuer-ID: DE149063659<br />
Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />
Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem<br />
Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />
Chef vom Dienst: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />
Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke<br />
Head of Sales: Carmen Nawrath<br />
Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de<br />
(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />
Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />
E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />
DRUCK UND VERARBEITUNG<br />
Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH<br />
Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />
DATENSPEICHERUNG<br />
Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />
gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen<br />
zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise von<br />
ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über berufsbezogene<br />
Produkte und Dienstleistungen zu informieren.<br />
Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit schriftlich<br />
beim Verlag widersprochen werden (vertrieb@vfmz.de).<br />
Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />
Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der<br />
Annahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,<br />
Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser<br />
Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,<br />
zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht<br />
auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das Recht<br />
zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie<br />
entsprechender Vervielfältigung und Verbreitung, das<br />
Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung und Übersetzung,<br />
das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das<br />
Recht zur elektronischen/digitalen Verwertung, z. B. Einspeicherung<br />
und Bearbeitung in elektronischen Systemen,<br />
zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger<br />
jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im Rahmen von<br />
Internet- und Online-Dienstleistungen, CD-ROM, CD und<br />
DVD und der Datenbanknutzung und das Recht, die vorgenannten<br />
Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen, d. h.<br />
Nachdruckrechte einzuräumen. Eine Haftung für die Richtigkeit<br />
des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger<br />
Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen werden.<br />
Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die Ansicht der<br />
Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte<br />
kann keine Gewähr übernommen werden. Grundsätzlich<br />
dürfen nur Werke eingesandt werden, über deren Nutzungsrechte<br />
der Einsender verfügt, und die nicht gleichzeitig<br />
an anderer Stelle zur Veröffentlichung eingereicht oder<br />
bereits veröffentlicht wurden.<br />
Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de<br />
Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />
Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />
zur Feststellung der Verbreitung von<br />
Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 37
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
WÄRMERÜCKGEWINNUNG IN DRUCKLUFTANLAGEN<br />
SCHONT GELDBEUTEL UND UMWELT<br />
Kompressoren und die damit erzeugte Druckluft finden in der Industrie in vielerlei<br />
Anwendungen ihren Einsatz. Häufig vergessen wird allerdings, dass sich auch<br />
die Abwärme der Kompressoren nutzen lässt. Das Zauberwort heißt<br />
Wärmerückgewinnung. Bis zu 96 Prozent der Kompressor-Antriebsenergie stehen zur<br />
weiteren Nutzung bereit. Das spart Energie und Kosten und senkt den CO 2<br />
-Fußabdruck.<br />
Die kompletten 100 Prozent der einem Kompressor zugeführten<br />
Antriebsenergie werden in Wärme umgewandelt.<br />
Für eine möglichst umfassende Rückgewinnung<br />
und weitere Nutzung dieser Energie sind luft- und<br />
fluidgekühlte Schraubenkompressoren hervorragend geeignet.<br />
Bei ihnen befindet sich ca. 76 Prozent der eingesetzten Energie<br />
als Wärme im Kühlfluid und wird diesem im Fluidnachkühler<br />
entzogen. Weitere 15 Prozent dieser Energie können als Wärme<br />
über den Druckluftnachkühler zurückgewonnen werden. Bis zu<br />
fünf Prozent gibt der Elektromotor an Wärme ab. Vollgekapselte<br />
Schraubenkompressoren ermöglichen es sogar, selbst diesen<br />
Energieanteil mit gezielter Kühlung zurückzugewinnen. Damit<br />
stehen bis zu 96 Prozent der ursprünglich zugeführten Antriebsenergie<br />
zur Zweitnutzung bereit. Nur ca. zwei Prozent gehen<br />
durch Wärmestrahlung verloren und weitere ca. zwei Prozent<br />
verbleiben als Wärme in der Druckluft.<br />
KOMPRESSORENABWÄRME<br />
VIELFÄLTIG NUTZBAR<br />
Natürlich kann diese Wärme einfach abgeleitet werden. Allerdings<br />
gibt es gute Möglichkeiten zur Verwendung dieser ohnehin<br />
vorhandenen Energiequelle. Am einfachsten und effizientesten<br />
ist es, die vom Kompressor erwärmte Kühlluft direkt zu nutzen,<br />
zum Beispiel als Heizluft für angrenzende Räume. Dabei leitet<br />
ein Luftkanalsystem die Warmluft aus der Druckluftstation in<br />
benachbarte Lager oder Werkstätten, anstatt sie nach draußen<br />
abzuführen. Besteht kein Heizluftbedarf, wird die erwärmte<br />
Abluft durch einfaches Umstellen einer Schwenkklappe oder<br />
Jalousie ins Freie geleitet. Eine thermostatisch geregelte Jalousiesteuerung<br />
erlaubt es, die Warmluft so genau zu dosieren, dass<br />
konstante Temperaturen erreicht werden. Neben der Voll- oder<br />
Zusatzheizung für Betriebsräume lässt sich die warme Abluft des<br />
38 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
01<br />
01 Druckluftstation mit Luftkanälen zur<br />
Wärmerückgewinnung; über die Kanäle wird<br />
die warme Luft in benachbarte Räume geleitet<br />
Heizzwecke verwendet werden soll, kommen Sicherheits- oder<br />
Plattenwärmetauscher zum Einsatz. So sind ohne zusätzlichen<br />
Energieaufwand etwa 70 bis 80 Prozent der installierten Kompressorleistung<br />
wärmetechnisch nutzbar. Diese Variante der<br />
Wärmerückgewinnung ist auch mit primär wassergekühlten<br />
Schraubenkompressoren möglich. Generell macht der Einsatz<br />
von Methoden zur Wärmerückgewinnung Sinn, wenn die für die<br />
Drucklufterzeugung benötigten Kompressoren eine Leistung von<br />
mindestens 7,5 Kilowatt erbringen.<br />
DRUCKLUFT- UND WÄRMEAUDIT DURCHFÜHREN<br />
Vor der Installation einer Druckluftanlage empfiehlt sich die<br />
Durchführung eines sogenannten Druckluftaudits, denn die<br />
wenigsten Betreiber kennen ihren genauen Druckluftbedarf. Bei<br />
diesem Audit, das mit Hilfe moderner Analysewerkzeuge wie<br />
zum Beispiel der sogenannten ADA/KESS (Analyse der Druckluftauslastung/Kaeser<br />
Energiespar-System-Service) schnell und<br />
problemlos durchgeführt werden kann, werden die genauen<br />
Bedarfsdaten eines Projektes exakt ermittelt.<br />
Das Web-basierte System transportiert nicht nur die Messdaten,<br />
sondern auch die Systemdaten der auditierten Station und ist in<br />
Kompressors beispielsweise auch zum Unterstützen von Trocknungsprozessen,<br />
zum Aufbau von Warmluftschleusen oder zum<br />
Vorwärmen der Brennerluft von Heizanlagen einsetzen. Oft<br />
amortisieren sich die entsprechenden Investitionen schon innerhalb<br />
eines Jahres.<br />
Natürlich lässt sich die Kompressor-Abwärme auch in vorhandene<br />
Warmwasser-Heizsysteme und Brauchwasseranlagen einspeisen.<br />
Dies ist in mehreren Stufen möglich. Je nach vorgesehener<br />
Speicherkapazität können Wasser-Temperaturen von bis<br />
zu plus 70 Grad Celsius erzeugt werden. Am kostengünstigsten<br />
geschieht dies mit einem Plattenwärmetauscher, der in den Kompressor<br />
integriert ist. Er wird an den Kühlfluid-Kreislauf des<br />
Kompressors angeschlossen und überträgt die Energie vom<br />
erwärmten Kühlfluid auf das zu erwärmende Wasser. Je nachdem,<br />
ob das Warmwasser bei sehr empfindlichen Produktions- und<br />
Reinigungsprozessen, als Dusch- und Waschwasser oder für<br />
WÄRMERÜCKGEWINNUNG ERHÖHT<br />
DIE EFFIZIENZ VON DRUCKLUFT-<br />
ANLAGEN UND ENTLASTET DIE<br />
UMWELT VON CO 2<br />
-EMISSIONEN<br />
der Lage, innerhalb kürzester Zeit dem Betreiber einen Bericht<br />
für eine erste Information zur Verfügung zu stellen. Die Daten<br />
können dann zum Beispiel in das KESS-System übernommen<br />
werden. Damit werden Planungsschritte für den Betreiber der<br />
Druckluftstation ermittelt sowie die Investitionskosten und die<br />
möglichen Energieeinsparungen. Für den Fall einer komplett<br />
neuen Installation werden von vornherein optimale Lösungen<br />
angeboten. Unabhängige Vergleiche von verschiedenen System-<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 39
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
02<br />
03<br />
varianten sind dabei ohne weiteres möglich, um dann die wirtschaftlichste<br />
wählen zu können. Im Fall der Haustechnik empfiehlt<br />
es sich, gleichzeitig mit dem Druckluftaudit auch ein Wärmeaudit<br />
durchzuführen, damit parallel zum Luftverbrauch auch<br />
die Entwicklung des Wärmehaushaltes ermittelt werden kann.<br />
Dabei sollten neben den charakteristischen Daten für Druckluft<br />
(Menge, Druck, benötigte Luftqualität, etc.) auch die Daten<br />
für die Wärme (zum Beispiel Temperaturvor- und -rücklauf)<br />
abgefragt werden. Stehen diese fest, lässt sich ermitteln, wie viel<br />
Prozent der Kompressorenabwärme in den normalen Wärmebedarf<br />
des Projektes abgenommen werden kann. Daraus lässt<br />
sich errechnen, wie groß die Speicher sein müssen und wie hoch<br />
die Temperaturniveaus sind. Im optimalen Fall können 96 Prozent<br />
eingesetzt werden.<br />
WORAUF MAN ACHTEN SOLLTE<br />
Bei der weiteren Planung oder Optimierung der Druckluftstation<br />
gibt es einige Punkte zu beachten. So sollten Kompressoren und<br />
Heizung sich nicht im gleichen Raum befinden (gemäß der Unfallverhütungsvorschrift<br />
VBG 16), da sie für eine optimale Nutzung<br />
unterschiedliche Anforderungen an das Raumklima stellen. Der<br />
Raum der Kompressoren sollte gut belüftet sein, der Heizungsraum<br />
jedoch nicht. Ideal sind zwei voneinander getrennte Räume,<br />
die aber nebeneinander angeordnet sind, um den Weg zwischen<br />
Kompressoren und Heizung so kurz wie möglich zu halten. Auch<br />
wenn die beiden Anlagen getrennt voneinander platziert werden,<br />
lässt sich die Wärme der Kompressoren durchaus auch zur Erwärmung<br />
der Brenneransaugluft der Heizung einsetzen.<br />
Da in den seltensten Fällen die Menge der anfallenden Wärme<br />
und der Wärmeverbrauch gleich dimensioniert sind, ist es ebenfalls<br />
wichtig, für ausreichend große Wärmespeichermöglichkeiten,<br />
also große Behälter zu sorgen, damit die optimale Versorgung<br />
auch dann gewährleistet ist, wenn Erzeugung und Verbrauch<br />
temporär nicht gleich groß ausfallen. Ähnlich wie bei<br />
einem Haus, das mit Solarthermie ausgerüstet ist. Auch dort ist<br />
die Installation eines Speichers notwendig, da die Warmwassernutzung<br />
auch dann stattfindet, wenn die Sonne nicht scheint.<br />
LUFT- ODER WASSERGEKÜHLTE KOMPRESSOREN?<br />
Steht die Auslegung fest, gilt es, die richtigen Kompressoren zu<br />
wählen. Generell gibt es Kompressoren mit zwei unterschiedlichen<br />
Kühlverfahren: Luft- oder Wasserkühlung. Bei der ersten<br />
Variante leiten Luftkanäle mit thermostatisch gesteuerten Klappen<br />
(zur Temperierung) die warme Abluft von den Kompressoren<br />
zum Beispiel zum Heizen direkt in benachbarte Betriebsräume.<br />
Um die Verluste dieser zu minimieren, sollte der Weg der<br />
Abluft vom Kompressor zum Einsatzort nicht zu weit sein.<br />
02 Mit der erwärmten Kühlluft des Kompressors<br />
lassen sich benachbarte Räume einfach und effektiv<br />
über Lüftungskanäle beheizen<br />
03 Nahezu die komplette Energie, die zur<br />
Drucklufterzeugung aufgewendet wird, kann<br />
zur Wärmerückgewinnung genutzt werden<br />
Heute stehen Schraubenkompressoren mit bis zu 355 kW luftgekühlt<br />
zur Verfügung. Auch wenn sie nicht ganzjährig genutzt<br />
werden kann, lohnt sich diese Art der Wärmerückgewinnung: Die<br />
Investition für die Wärmerückgewinnung mit Warmluftführung<br />
ist relativ niedrig und amortisiert sich in der Regel schon innerhalb<br />
eines Jahres. Anlagen, die zusätzlich mit Wasserwärmerückgewinnung<br />
ausgestattet sind, können ganzjährig Wasser liefern,<br />
das Temperaturen von bis zu plus 70 Grad Celsius hat. Auch<br />
höhere Temperaturen können grundsätzlich erzielt werden. Da<br />
dies dann Einfluss auf den Leistungsbedarf der Kompressoren<br />
hat, sollte eine solche Nutzung vorher allerdings auf ihre Wirtschaftlichkeit<br />
geprüft werden.<br />
FAZIT<br />
Wärmerückgewinnung kann also die Effizienz einer Druckluftanlage<br />
deutlich erhöhen und die Umwelt durch Vermeiden von<br />
Treibhausgas-Emissionen entlasten. Die Höhe der notwendigen<br />
Investitionen richtet sich nach örtlichen Gegebenheiten, Einsatzzweck<br />
und gewähltem Wärmerückgewinnungsverfahren.<br />
Bilder: Kaeser<br />
www.kaeser.de<br />
AUTORIN<br />
Dipl.-Betriebswirtin Daniela Koehler,<br />
Pressesprecherin, Kaeser Kompressoren,<br />
Coburg<br />
ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />
bit.ly/3ThGeQR<br />
40 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
ÖLFREIE DRUCK- ODER PROZESSLUFT ZUM MIETEN<br />
Aerzen Rental ist dank seines außergewöhnlichen Mietportfolios, maßgeschneiderter<br />
Serviceleistungen, langjähriger Anwendungsexpertise und<br />
einem engagierten Team hochqualifizierter Prozesstechniker in der Lage,<br />
weltweit für jede Branche und Anwendung effiziente Komplettlösungen<br />
zu realisieren. Ob für temporären Bedarf oder bei geplanten Wartungsarbeiten:<br />
Aerzen Rental hält das gesamte Aerzen-Maschinenportfolio für<br />
Vakuum- und Druckluftanwendungen in Druckbereichen von Vakuum - 650 mbar (g) bis 10,5 bar (g) bereit: von Turbogebläsen<br />
über Drehkolbengebläse und Drehkolbenverdichter bis hin zu ein- und zweistufigen Kompressoren. Das<br />
Rundum-sorglos-Paket beinhaltet neben einer großen Auswahl an Maschinen, Zubehör auch Engineering-Tätigkeiten<br />
und Prozessunterstützung. Die Mietmaschinen und Zubehörteile werden spezifisch auf die kundenindividuellen und<br />
applikationsspezifischen Anforderungen ausgelegt. Alle Maschinen sind mit Schaltschrank und intelligenter Steuerung<br />
ausgestattet, für die Außenaufstellung geeignet und dank Plug-and-Play-Konzept sofort einsatzbereit.<br />
Hannover Messe: Halle 4, Stand D41<br />
www.aerzenrental.com/de<br />
NEUERUNGEN BEI KOMPRESSOR-<br />
MANAGEMENT-SYSTEM<br />
WF Steuerungstechnik hat sein mittlerweile seit über 30 Jahren<br />
in der Praxis bewährtes Kompressor-Management-System<br />
optimiert: Die Version Airleader Master 4 löst Master II+ ab. Die<br />
Innovation fällt sofort ins Auge, denn das System hat ein neues<br />
Gesicht bekommen: Der nun mit 10 Zoll gegenüber dem alten<br />
System doppelt so große Touchscreen eröffnet neue Möglichkeiten<br />
hinsichtlich Übersicht. Bereits auf den ersten Blick stehen<br />
dem Anwender nun deutlich<br />
mehr Informationen zur<br />
Verfügung. Eine weitere<br />
Neuerung ist die neue<br />
Webserver-Visualisiserungssoftware-Version<br />
6.34. Der<br />
Webserver wurde aufgrund<br />
der aktuell immer häufiger<br />
notwendig werdenden<br />
Sicherheitsanpassungen<br />
entsprechend aktualisiert. Neben kleineren Bugfixes gibt es<br />
eine neue JAVA-Umgebung und eine neue Tomcat-Version.<br />
Das Airleader-System ermittelt durch einen speziellen, rekursiven<br />
Algorithmus unter Berücksichtigung des Druckgradienten den<br />
aktuellen Druckluftverbrauch in Echtzeit. Dadurch wird immer<br />
die zum Verbrauch passende Kompressorkombination geschaltet.<br />
Das verhindert unnötige Starts, minimiert Leerlaufverluste und<br />
lastet die Kompressoren gleichmäßig aus. Kompressoren aller<br />
Fabrikate – ob geregelt (VSD/FU) oder starr – werden in einem<br />
gemeinsamen schmalen Druckband betrieben: Denn Druck<br />
kostet Geld und mehr Druck kostet mehr Geld – etwa 10 Prozent<br />
pro bar. Airleader hilft also, Geld zu sparen und vorhandene<br />
Ressourcen effektiver zu nutzen. Kostentreiber werden unschädlich<br />
gemacht: Verschleißtreibende Schaltungen werden minimiert,<br />
kostenintensiver Leerlauf geht gegen Null, Druckschwankungen<br />
werden homogenisiert. Das System verhilft zu Transparenz und<br />
Kontrolle durch die Ermittlung aller wichtigen Kennzahlen. So hat<br />
der Anwender seine Druckluftkosten stets im Blick und ist zum<br />
Beispiel auch in der Lage, eine vorbeugende Instandhaltung zu<br />
realisieren. Wer sich einen Überblick über die Funktionsweise<br />
des Systems verschaffen möchte, kann dies im Rahmen von<br />
Schulungen tun, die der Anbieter regelmäßig durchführt.<br />
www.airleader.de<br />
INTELLIGENTES DRUCKLUFT-<br />
MANAGEMENT<br />
Auf der Hannover Messe zeigt Boge, wie sich<br />
Druckluftsysteme mit Boge connect einfach<br />
analysieren und optimieren lassen. Das smarte<br />
Service-Tool wurde um zusätzliche Anbindungsmöglichkeiten<br />
erweitert und bietet damit eine noch<br />
größere Vielseitigkeit. Davon können sich Messebesucher<br />
anhand des ausgestellten Schraubenkompressors<br />
C 14 PM überzeugen. Alle Betriebsdaten<br />
ständig im Blick – Boge connect erfasst, überwacht<br />
und visualisiert alle wichtigen Parameter und<br />
vereinfacht damit den administrativen Aufwand für<br />
Anwender enorm. Alle relevanten Daten sind in<br />
einer digitalen Maschinenakte hinterlegt. Die<br />
kontinuierliche Überwachung lässt jederzeit<br />
Rückschlüsse auf den Zustand der Maschine zu.<br />
Durch die Auswertung von Daten können Auffälligkeiten<br />
erkannt und Störungen frühzeitig behoben<br />
werden. Rechtzeitig und automatisch erinnert Boge<br />
connect an bevorstehende Wartungen. Die Daten<br />
sind in Echtzeit von<br />
überall her abrufbar<br />
und auf sämtlichen<br />
mobilen Endgeräten<br />
verfügbar.<br />
Über eine Vielzahl<br />
von Schnittstellen<br />
lassen sich selbst<br />
ältere Modelle und<br />
Fremdfabrikate sowie zahlreiche Komponenten<br />
anbinden. Die überarbeitete Version verfügt über<br />
neue Interface-Module 2.0 für den Anschluss von<br />
Kompressoren und Zubehörteilen im losen und fest<br />
eingebauten Zustand. Mit dem zusätzlichen<br />
5-fach-Switch mit vier freien Ethernet-Ports können<br />
weitere Modbus-TCP-Komponenten angeschlossen<br />
werden. Insgesamt bietet Boge connect in der<br />
vergrößerten Schaltschrankversion nun optimierte<br />
Anbindungsmöglichkeiten.<br />
Hannover Messe: Halle 7, Stand D27<br />
www.boge.com<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 41
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
MEHR EFFIZIENZ DANK ZENTRALISIERTER DRUCKLUFTSTEUERUNG<br />
FÜNF NETZE UNTER EINEN<br />
HUT GEBRACHT<br />
Fünf Druckluftnetze künftig mit einer einzigen Steuerung zentral regeln – so lautete die<br />
Aufgabenstellung beim Elektronikexperten Weidmüller. Gelöst wurde sie mit einem System<br />
von Boge. Damit lassen sich nun sämtliche Informationen übersichtlich anzeigen. Alle<br />
Komponenten können individuell geregelt und Druckbänder nach Bedarf verändert werden.<br />
So konnte Weidmüller sein Monitoring optimieren und die Effizienz messbar steigern.<br />
Die Weidmüller GmbH & Co. KG ist ein Familienunternehmen<br />
mit weltweit 6 000 Mitarbeitern. Allein am<br />
Hauptsitz in Detmold sind circa 2 000 Beschäftigte mit<br />
der Herstellung und dem Vertrieb von zahlreichen<br />
Produkten und Lösungen der elektrischen Verbindungstechnik<br />
befasst. Dazu gehören z.B. webbasierte KI-Anwendungen im<br />
Sinne der Digitalisierung genauso wie Komponenten für die<br />
Geräteherstellung sowie den Schaltschrankbau.<br />
AUSGANGSLAGE: DEZENTRALE STEUERUNG<br />
VON FÜNF DRUCKLUFTNETZEN<br />
Druckluft wird am Standort Detmold für Montageprozesse, als<br />
Prozess- und Steuerluft sowie in der Galvanotechnik benötigt.<br />
Dazu hat Weidmüller fünf separate Druckluftnetze installiert,<br />
in die jeweils bis zu sieben Kompressoren und weitere Komponenten<br />
integriert sind. Überwiegend setzt das Unternehmen<br />
auf Kompressoren von Boge, hat aber zusätzlich auch Drucklufterzeuger<br />
anderer Hersteller im Einsatz. Die Maschinen<br />
decken einen großen Leistungsbereich innerhalb eines Druckbandes<br />
von 7 bis 8 bar ab. In den letzten Jahren wurden die<br />
größeren Netze über eine Einzelsteuerung geregelt, die kleineren<br />
über eine Kaskadenregelung mithilfe von Drucksensoren.<br />
Einige der im Einsatz befindlichen Boge-Kompressoren sind mit<br />
der Steuerung focus control 2.0 ausgestattet. „An diesen Maschinen<br />
können wir Temperatur, Systemdruck, Netzdruck und die<br />
Betriebszustände direkt auslesen“, sagt Jens Mühlbauer,<br />
Projektverantwortlicher bei Weidmüller. „Das ist bereits ein großer<br />
Vorteil gegenüber älteren Systemen, die meist nur Auskunft<br />
über Störung, Last und Leerlauf geben sowie den Ein/Aus-<br />
Zustand anzeigen.“<br />
Weidmüller wollte nun aber noch einen Schritt weiter gehen.<br />
Mit dem Wunsch nach einer neuen Steuerung, die alle fünf<br />
Druckluftnetze integriert und mehr Übersicht bietet, wandte sich<br />
Weidmüller an Boge. Weitere Anforderungen waren die Reduzierung<br />
von Leerläufen und eine damit verbundene Steigerung der<br />
Effizienz. Außerdem sollten Betriebsdruck und Stromverbrauch<br />
minimiert werden.<br />
ERFOLGREICHER FELDTEST<br />
In einem Feldtest wurden zunächst Funktionsweise und Betrieb<br />
der Verbundsteuerung airtelligence provis 3 geprüft. Dieser fiel<br />
so positiv aus, dass sich Weidmüller schnell für die Installation<br />
entschied. Die neue Steuerung ist abwärtskompatibel und bindet<br />
über das Modbus-Interface-Modul 2.0 sämtliche Modelle prob-<br />
42 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
lemlos ein. Darüber hinaus ermöglicht die airtelligence provis 3<br />
mit dem OPC UA-Standard eine sichere und zuverlässige Kommunikation<br />
mit übergeordneten Systemen wie z.B. einer Leitwarte<br />
oder Energiemanagementsystemen, basierend auf der Companion-Spezifikation<br />
OPC 40250-1 Compressed Air Systems – Main<br />
Control System. Damit nutzt Weidmüller nun eine zentrale Steuerung<br />
für sämtliche Komponenten aus den fünf Druckluftnetzen.<br />
OPTIMALE ANPASSUNG AN<br />
DEN AKTUELLEN BEDARF<br />
Die Steuerung ist auf einem leistungsstarken Industrie-PC installiert<br />
und in einen Schaltschrank integriert. Von den einzelnen<br />
Netzen aus erfolgt die Anbindung jeweils über ein einziges Patch-<br />
Kabel. Innerhalb des Netzes werden die Signale der Steuerung<br />
über Ethernet-Switche an die einzelnen Kompressoren verteilt<br />
„Die Umrüstung erfolgte innerhalb kürzester Zeit“, so Jens Mühlbauer.<br />
„Dazu stellten wir Netzteile und Ethernet-Switche aus<br />
unserem Haus zur Verfügung, mit denen die Signale der Steuerung<br />
noch einmal verstärkt werden konnten. Die Übertragungsrate<br />
ist sehr hoch und die Anlage läuft sehr stabil.“<br />
Am Wochenende und an Feiertagen ist der Druckluftbedarf bei<br />
Weidmüller geringer. Das regelt die Steuerung intelligent. Sie<br />
wählt automatisch die optimale Kompressorkombination und<br />
optimiert Last- sowie Leerlaufzeiten. Auch eine variierende<br />
Drucklufterzeugung in unterschiedlichen Schichten lässt sich so<br />
abfangen. Überverdichtung kann vermieden werden.<br />
Das Energiemanagement der airtelligence provis 3 beinhaltet<br />
unter anderem die Festlegung von Maschinenprioritäten. So ist<br />
zum Beispiel ein 90-kW-Kompressor in Vorrang geschaltet. Er<br />
versorgt die gesamte Galvanik von Weidmüller sowohl mit Druckluft<br />
als auch mit Wärme und muss daher dauerhaft in Betrieb<br />
sein. Die gesamte Steuerung wurde auf Effizienzoptimierung programmiert.<br />
Dazu wird regelmäßig der erzeugte Volumenstrom<br />
analysiert.<br />
STETS ALLES IM BLICK<br />
Der Anwender erhält automatisch einen Hinweis, wenn die eingebundenen<br />
Maschinen gewartet werden müssen, kann Wartungsintervalle<br />
zusammenlegen und den Betrieb optimieren.<br />
Das wirkt sich positiv auf die Laufzeit der Maschinen aus. Die<br />
airtelligence provis 3 bietet eine perfekte Übersicht über alle<br />
Netze. So sind beispielsweise die Betriebsstunden direkt ersichtlich.<br />
„Man hat die Auslastung, den momentanen Stromverbrauch<br />
und die Liefermengen der einzelnen Anlagen immer im Blick“,<br />
so Jens Mühlbauer. „Früher musste ich dazu alle Maschinen aufsuchen,<br />
um dort vor Ort die Informationen auszulesen.“<br />
Ein weiteres Plus: die Steigerung der Energieeffizienz. Diese<br />
konnte der Elektronikexperte um vier bis fünf Prozent erhöhen.<br />
„Das ist bei einer Anlage mit 450 kW schon eine ganze Menge“,<br />
betont der Projektverantwortliche. „Im Vergleich zu Systemen,<br />
die rein über eine Kaskadensteuerung oder Druckschalter laufen,<br />
lässt sich damit eine erhebliche Verbesserung erzielen – allein<br />
schon dadurch, dass der Druck an Feiertagen und nachts über<br />
neu definierte Druckbänder abgesenkt werden kann.“ Dies könne<br />
minütlich und für jedes Druckluftnetz separat durchgeführt<br />
werden – über wenige Touch-Befehle, ohne umständlich im Programm<br />
suchen zu müssen. Denn die Bedienung sei kinderleicht.<br />
Die Informationen der einzelnen Netze und Kompressoren<br />
lassen sich auf mehreren Endgeräten visualisieren.<br />
FÜR DIE ZUKUNFT GERÜSTET<br />
Weidmüller ist nun auch für die Zukunft gut gerüstet, denn die<br />
airtelligence provis 3 ist beliebig und unbegrenzt erweiterbar.<br />
Sollten die einzelnen Druckluftstationen noch um weitere Komponenten<br />
ergänzt werden oder zusätzliche Netze entstehen,<br />
lassen sich diese einfach integrieren.<br />
Bilder: Weidmüller<br />
www.boge.de<br />
Mit der Steuerung<br />
hat man die Auslastung,<br />
den Stromverbrauch und<br />
die Liefermengen der<br />
einzelnen Anlagen<br />
immer im Blick<br />
ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />
www.boge.com/de/steuerungen/<br />
IM VERBUND STEUERN<br />
Mit der intelligenten Steuerung<br />
airtelligence provis 3 lässt sich eine<br />
unbegrenzte Anzahl an Kompressoren,<br />
Druckluftnetzen und Zubehörkomponenten<br />
vorausschauend und verbrauchsabhängig<br />
steuern und verwalten. Ein<br />
leistungsstarker Panel-PC mit 15,6‘‘ Display<br />
macht das System zur anschlussfertigen<br />
Komplettlösung. Auch ältere Kompressoren<br />
lassen sich einfach integrieren. Zudem<br />
unterstützt die Steuerung die plattformunabhängige<br />
Architektur OPC-UA, ermöglicht<br />
ein Energie-Audit mit Leistungsmessung,<br />
Kostennachweis und Reporting<br />
und optimiert so die Effizienz der<br />
gesamten Druckluftanlage.<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 43
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
01<br />
ÖL- UND KEIMFREIE DRUCKLUFTERZEUGUNG<br />
FÜR EINE REINRAUMPRODUKTION<br />
ALLES ANDERE ALS STANDARD<br />
Bei der Herstellung maßgeschneiderter Verpackungslösungen<br />
für medizinische Füllgüter mit dem Extrusionsblasform-Verfahren<br />
spielt öl- und keimfreie Druckluft eine entscheidende Rolle, um die<br />
geforderte Qualität zu erreichen. Zum Einsatz kommt eine<br />
Druckluftstation, die alle Herausforderungen meistert.<br />
44 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
01 Uwe Herrmann (li.) und Jürgen Neubauer an einem<br />
Schraubenkompressor Lento 110: „Die Druckluft ist sauberer,<br />
als die Luft, die wir einatmen.“<br />
Wir stellen Primärpackmittel für pharmazeutische Produkte<br />
unter modernsten Reinraumbedingungen in<br />
der Klasse GMP C und D her“, erläutert Jürgen Neubauer.<br />
Er ist Manager Technical Building Equipment<br />
bei Röchling Medical in Neuhaus am Rennweg. „Wir können<br />
Fläschchen mit einem Fassungsvermögen von zwei Millilitern<br />
und alle Abmessungen bis zu Kanistern mit zehn Litern oder<br />
auch größer herstellen“, erzählt er.<br />
Um die Hohlkörper zu fertigen, setzt das Unternehmen unter<br />
anderem auf das mehrschichtige Extrusionsblasformen. Bei<br />
diesem Verfahren wird Kunststoff aufgeschmolzen und durch<br />
eine Düse gepresst. Es entsteht ein schlauchförmiger Vorformling,<br />
der in die bereitstehende Blasform übergeben wird. Durch einen<br />
erhöhten Druck passt dieser sich den Innenkonturen der Form an.<br />
Der Umformprozess erfolgt zusätzlich durch Blasluft im Werkzeug.<br />
Entscheidend für die Qualität der Produkte: Mit der Blasluft dürfen<br />
keine Keime in das Material gelangen. Deshalb werden an die Reinheit<br />
der Druckluft besonders hohe Anforderungen gestellt.<br />
WEG VON ÖLEINGESPRITZTEN KOMPRESSOREN<br />
Bis 2017 setzte Röchling Medical auf öleingespritzte Kompressoren.<br />
Um die Druckluft vom Öl zu befreien, war jede Anlage mit<br />
einer eigenen Aufbereitungskette aus Zyklonabscheider, Vorfilter,<br />
Trockner, Nach- und Aktivkohlefilter bestückt. „Trotzdem besteht<br />
bei öleingespritzten Maschinen jederzeit das Risiko einer Kontamination.<br />
Würde Öl in das Rohrleitungsnetz gelangen, könnte<br />
dies bei uns zu schwersten wirtschaftlichen Schäden führen“,<br />
weiß Neubauer. „Unser Ziel war es, Druckluftklasse 1 zu erreichen,<br />
gleichzeitig einen sichereren Betrieb zu ermöglichen und<br />
energieeffizienter zu arbeiten.“ Die Verantwortlichen sahen sich<br />
verschiedene Konzepte diverser Anbieter an. Überzeugen konnte<br />
schließlich Almig Kompressoren aus dem schwäbischen Köngen<br />
mit seinen wassereingespritzten Maschinen der Lento-Baureihe.<br />
ALLES AUS EINER HAND<br />
Uwe Herrmann ist Geschäftsführer der KFA Drucklufttechnik aus<br />
Zwenkau südlich von Leipzig. Mit seiner Firma bietet er Wartung<br />
und Service sowie Projektmanagement und Verkauf von Kompressoren<br />
an. Er ist zudem Vertriebspartner von Almig. „In einem<br />
ersten Gespräch war schnell klar, dass wir sowohl die Druckluftversorgung<br />
als auch alle erforderlichen Komponenten aus einer<br />
Hand liefern können“, erläutert Herrmann. „Wir haben zunächst<br />
ein Energiebilanzierungssystem aufgebaut. Damit können wir<br />
den Druckluftverbrauch und die Stromaufnahme messen.“ Die<br />
Software analysiert die Ergebnisse und erstellt verschiedene<br />
Simulationen. Dazu werden gezielt Kompressoren ausgetauscht,<br />
bis der Experte das für den Kunden energetisch optimale Ergebnis<br />
erzielt. Die Messungen fanden in Schwachlastzeiten und<br />
auch unter Vollauslastung statt. Nach eingehender Analyse<br />
empfahl der Experte die wassereingespritzten Schraubenkompressoren<br />
Lento 110 von Almig mit einem Volumenstrom von<br />
16 Kubikmetern pro Minute bei zehn bar Überdruck.<br />
Zunächst wurden die ersten vier Anlagen installiert. Einige<br />
Monate später folgten zwei weitere Kompressoren der gleichen<br />
Baureihe. Die Produktion läuft 24 Stunden am Tag und sieben<br />
Tage die Woche. Mit der Installation der neuen Kompressoren<br />
wurden die alten Anlagen nach und nach vom Netz genommen.<br />
2021 entschieden sich die Verantwortlichen von Röchling dazu,<br />
aufgrund der steigenden Auftragslage in eine weitere Maschine<br />
der Lento-Baureihe zu investieren.<br />
NIEDRIGE DREHZAHL, LANGE LEBENSDAUER<br />
Die Lento-Anlagen weisen deutlich geringere Wartungskosten im<br />
Vergleich zu alternativen Technologien wie etwa trockenlaufenden<br />
Schraubenkompressoren auf. „Das ist hauptsächlich durch<br />
ihren einfachen Aufbau bedingt“, beschreibt Almig-Experte Herrmann.<br />
„Die Verdichterstufen arbeiten bei wassereingespritzten<br />
Schraubenkompressoren mit vier- bis fünffach geringerer Drehzahl<br />
als die trockenlaufende Variante. Das wirkt sich positiv auf<br />
die Lebensdauer der Lager und somit auf die Betriebssicherheit<br />
aus.“ Wasser besitzt zudem im Vergleich zu Öl eine viel bessere<br />
Wärmeaufnahmekapazität. „Wir haben bei diesen Kompressoren<br />
sehr niedrige Verdichtungsendtemperaturen von deutlich unter<br />
ZIEL WAR, DRUCKLUFTKLASSE 1<br />
UND EINEN SICHEREREN BETRIEB<br />
ZU ERREICHEN SOWIE ENERGIE-<br />
EFFIZIENTER ZU ARBEITEN<br />
60°C. Der Prozess ist nahe an der isothermen Verdichtung, das<br />
sorgt für einen besseren Wirkungsgrad und damit für eine höhere<br />
Wirtschaftlichkeit“, erklärt Herrmann.<br />
Überzeugt hat vor allem die Drehzahlregelung. Damit kann das<br />
Werk auf den wechselnden Bedarf an Druckluft reagieren. Die<br />
Kompressoren produzieren immer den Bedarf, der gerade benötigt<br />
wird – und verbrauchen damit auch nur die entsprechende<br />
Menge an Energie. Die Auslastung liegt zwischen 60 und 70 Prozent.<br />
Dabei sind die Maschinen rotierend im Einsatz – immer<br />
fünf zur selben Zeit. Da sich die Maschinen im optimalen Drehzahlbereich<br />
befinden, sind sowohl der Energiebedarf als auch die<br />
Geräuschemissionen geringer.<br />
Zum Einsatz kommt die Steuerung Almig Air Control HE mit<br />
integriertem Webserver, über den sich alle relevanten Daten<br />
online auslesen lassen – etwa das Laufverhalten der vergangenen<br />
Betriebstage oder -wochen, wie stark die Kompressoren ausgelastet<br />
sind und wann die nächste Wartung ansteht. Zusätzlich<br />
zeichnet die Steuerung die verbrauchte Luftmenge und den<br />
www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> 45
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
02 Garantiert nicht von der Stange: Die Druckluftstation von Almig<br />
erfüllt die hohen Anforderungen an saubere Druckluft bei Röchling<br />
03 Die Steuerung Almig Air Control HE regelt die Kompressoren<br />
verbrauchsabhängig im Verbund; damit lassen sich die energetischen<br />
Vorteile der Drehzahlregelung voll nutzen<br />
02<br />
03<br />
Energieverbrauch auf. „Wenn wir merken, dass sich das Betriebsverhalten<br />
erheblich verändert, gibt es einen Alarm, und wir<br />
können sofort reagieren“, so Neubauer.<br />
PRINZIP DER GEWASCHENEN DRUCKLUFT<br />
Besonders beeindruckt hat die Verantwortlichen bei Röchling<br />
Medical das Prinzip der gewaschenen Druckluft, wie es bei den<br />
wassereingespritzten Lento-Schraubenkompressoren zum Einsatz<br />
kommt. „Die Druckluft ist sauberer als die zur Verdichtung<br />
angesaugte Frischluft, weil die darin enthaltenen Fremdbestandteile<br />
durch das Kreislaufwasser wirksam ausgewaschen werden“,<br />
erläutert Herrmann. Das haben mehrere unabhängige renommierte<br />
Institute bestätigt – unter anderem Fresenius. Dazu ist in<br />
der Lento-Anlage ein Kältetrockner integriert, der ein wesentlicher<br />
Bestandteil der Wasseraufbereitung ist. Der Kompressor<br />
wird bei der Inbetriebnahme mit normalem Leitungswasser<br />
befüllt. Das angefallene Kondensat wird am Kondensatableiter<br />
des Kältetrockners gesammelt und als Frischwasser in den internen<br />
Kühlkreislauf zurückgeführt. Im Schnitt wird einmal pro<br />
Schicht auf diese Weise die komplette Wassermenge getauscht.<br />
Die Anlage arbeitet somit immer mit frischem Wasser. Eine aufwändig<br />
installierte Wasseraufbereitung fällt weg.<br />
„Das so produzierte Frischwasser ist kalkfrei – und frei von<br />
Viren, Bakterien oder Algen. Es kann ohne Aufbereitung in die<br />
Kanalisation eingeleitet werden“, sagt Herrmann. „Wir sind hier<br />
im Thüringer Wald. Durch das Saatgut der Kieferbäume entstehen<br />
sehr kleine Partikel, die sich als gelber Nebel niederschlagen.<br />
Saugt ein Kompressor diese organischen Stoffe an, kann es zu<br />
einer Selbstzündung kommen. Bei den Lento-Maschinen werden<br />
diese Partikel komplett ausgewaschen.“<br />
NICHT VON DER STANGE<br />
Uwe Herrmann hat mit seinem Team bei Röchling alles andere als<br />
eine Standardanlage installiert. In Sachen Sicherheit sei diese einzigartig,<br />
sagt er. „Die Kompressoren schalten zum Beispiel<br />
automatisch ab, wenn die Messtechnik veränderte Umweltbedingungen<br />
registriert wie Restaerosole von Öl. Diese können etwa<br />
Lkw verursachen, die mit laufendem Motor in der Nähe der Druck-<br />
luftstation halten. „Saugt ein Kompressor diese Luft an, kann das<br />
eine sichere Produktion gefährden“, sagt Neubauer. In diesem Fall<br />
wird die Druckluft nicht ins Netz, sondern in eine Expansionskammer<br />
geleitet – so lange, bis die Werte wieder stabil sind.<br />
Dazu kommt: Pro Wartungszyklus stellt KFA Drucklufttechnik<br />
für jede Maschine nur 1,2 Liter Öl zur Lagerschmierung zur Verfügung.<br />
Bei den alten, öleingespritzten Anlagen waren es noch<br />
jeweils 80 Liter. Auch das sorgt für eine deutlich höhere Betriebssicherheit,<br />
wie sie die ISO und die FDA fordern.<br />
FAZIT<br />
Jürgen Neubauer ist zufrieden mit der Anlage und dass er alles<br />
aus einer Hand bekommt – inklusive eines zuverlässigen Service.<br />
„Unser Besuch für Wartungsmaßnahmen bei den Lento-Maschinen<br />
ist nur alle 4 000 Betriebsstunden erforderlich“, erläutert<br />
Uwe Herrmann. Das entspreche etwa zwei Inspektionen im Jahr.<br />
Bilder: ALMiG Kompressoren, Röchling Medical<br />
www.almig.de<br />
www.roechling.com/de/medical.<br />
AUTOR<br />
Ralph Jeschabek, Head of Marketing,<br />
ALMiG Kompressoren GmbH, Köngen<br />
ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />
bit.ly/3S2GORV<br />
WÄRMERÜCKGEWINNUNG<br />
INKLUSIVE<br />
Auch wenn die Lento-Kompressoren<br />
optimal mit niedrigen Temperaturen<br />
arbeiten, wandeln sie einen Großteil der<br />
eingesetzten Energie in Wärme um. Damit<br />
diese nicht einfach verpufft, sind die<br />
Anlagen ab Werk mit einem integrierten<br />
Wärmerückgewinnungssystem ausgestattet.<br />
„Wir nutzen diese Wärme, um unsere<br />
Reinräume im Winter zu heizen und im<br />
Sommer zu entfeuchten. Das sind knapp<br />
2000 m²“, ist Röchling-Experte Neubauer<br />
begeistert. „Damit entfallen sowohl<br />
Fernwärme, Heizöl als auch Gas – und das<br />
bei einem enormen Energiebedarf.“<br />
46 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
Bild: Deutsche Messe<br />
HANNOVER MESSE ORGANISIERT CEO-PANEL<br />
ZUR DRUCKLUFT- UND VAKUUMTECHNIK<br />
Die Druckluft- und Vakuumtechnik wird kontinuierlich<br />
digitalisiert, aber ist die Digitalisierung wirklich das<br />
Allheilmittel, wenn es um Nachhaltigkeit und Energieeffizienz<br />
geht? Darauf gibt das internationale CEO-Panel zur<br />
Druckluft- und Vakuumtechnik auf der Hannover Messe<br />
Antworten. Am 20. April diskutieren Geschäftsführer von<br />
global führenden Unternehmen aus der Branche über den<br />
Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Zu den Rednern<br />
zählen Thomas Kaeser von Kaeser Kompressoren, A. Can<br />
Dirin von Lupamat Makina, Olaf Hoppe von Boge Kompressoren,<br />
Helen Landhäußer von LOOXR sowie Klaus<br />
Peter Glöckner von Aerzener Maschinenfabrik. Seitens des<br />
Mitveranstalters VDMA Kompressoren, Druckluft- und<br />
Vakuumtechnik gibt Christoph Singrün einen Überblick<br />
über die relevanten Aktivitäten. Die Themen-Palette<br />
umfasst die Digitalisierung der Druckluftversorgung,<br />
vorausschauende Instandhaltung, Investitionen für<br />
Klimaschutz und Nachhaltigkeit,<br />
die Wasserstoff-<br />
Revolution sowie neue Partnerschaften<br />
in Lieferketten.<br />
Das Panel findet als Teil des<br />
Energiemanagement-Tags<br />
am 20. April von 11 bis 12<br />
Uhr in Halle 3 statt.<br />
www.hannovermesse.de<br />
OLTROGGE GEMEINSAM MIT ATLAS<br />
COPCO AUF ERFOLGSKURS<br />
Oltrogge, der<br />
Engineering-Partner<br />
für technisch<br />
anspruchsvolle<br />
Industrielösungen in<br />
den Bereichen<br />
Oberflächen- und<br />
Drucklufttechnik<br />
sowie Werkzeugmaschinen, ist zu einem der größten<br />
Händler bundesweit für Kompressoren des Herstellers<br />
Atlas Copco avanciert. Das Unternehmen aus Bielefeld<br />
holte sich mit Atlas Copco Ende 2020 eines der weltweit<br />
führenden Unternehmen im Bereich der Kompressorentechnik<br />
als Partner an Bord. Im Oktober 2022 übernahm<br />
Oltrogge zudem den Unternehmensbereich Drucklufttechnik<br />
der Flaco Geräte GmbH aus Gütersloh, einem<br />
langjährigen Atlas-Copco-Händlerpartner. Von der<br />
erfolgreichen Zusammenarbeit profitieren vor allem die<br />
Kunden: Sie werden nun bundesweit von drei Standorten<br />
aus mit innovativen Druckluftlösungen versorgt –<br />
24/7-Kundenservice für noch mehr Produktionssicherheit<br />
inklusive. Eine Mannschaft aus 45 Mitarbeitern in<br />
Service, Vertrieb und Kundenbetreuung sorgt dafür, dass<br />
die Druckluftanlagen optimal laufen und die Produktion<br />
der Oltrogge-Kunden nie stillsteht.<br />
www.oltrogge.de<br />
PREMIUM TECHNOLOGY<br />
POWERED BY PREMIUM SERVICES<br />
Besuchen<br />
Sie uns auf der<br />
Hannover Messe:<br />
Halle 7<br />
Stand D 27<br />
Seit mehr als 100 Jahren stecken wir all unsere Erfahrung und<br />
unser ganzes Herzblut in die Entwicklung hocheffizienter, nachhaltiger<br />
Druckluft-Lösungen und in maßgeschneiderte Services.<br />
Premium-Kompressoren – hergestellt in Deutschland.<br />
boge.com
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
HOCHLEISTUNGSFÄHIGE GEBLÄSE<br />
UND VERDICHTER<br />
Die Hochleistungsaggregate<br />
von Aerzen stehen für optimale<br />
Performance, maximale<br />
Energieeffizienz, minimale<br />
Life-Cycle-Costs sowie absolute<br />
Prozesssicherheit. Davon<br />
können sich auch die Besucher<br />
der Hannover Messe ein Bild<br />
machen. Unter dem Motto „Maßgeschneiderte, effiziente und<br />
smarte Lösungen für die Druckluft-, Prozessgas- und Vakuumtechnik“<br />
präsentiert der Kompressorspezialist dort seine<br />
Lösungen für die Verfahrens- und Prozesstechnik. Zu den<br />
Exponaten gehören unter anderem die hocheffizienten<br />
Baureihen Delta Screw (Schraubenverdichter) und Delta Hybrid<br />
(Schraubengebläse), öleingespritzte Schraubenverdichterstufen<br />
für stationäre oder fahrbare Druckluftkompressoren,<br />
Vakuumgebläse sowie wassereingespritzte Schraubenverdichterstufen<br />
zur effizienten und sicheren Verdichtung von<br />
Wasserstoff. Gezeigt wird auch die innovative IIoT-Plattform<br />
AERprogress. Sie nutzt bereits vorhandene Maschinen- und<br />
Sensordaten der Anlage und analysiert die unterschiedlichsten<br />
Parameter wie Ausfallwahrscheinlichkeiten, Betriebszustände,<br />
Trends und Optimierungsmöglichkeiten. Auf kostspielige<br />
Sensorik an den Prozessluftaggregaten kann verzichtet werden.<br />
Hannover Messe: Halle 4, Stand D41<br />
www.aerzen.com<br />
DRUCKLUFT: SO LASSEN SICH DIE<br />
ENERGIEKOSTEN SENKEN<br />
Druckluft bietet eine Chance,<br />
um teuer eingekauften Strom<br />
noch besser zu nutzen –<br />
durch (nachrüstbare)<br />
Wärmerückgewinnung.<br />
Compair investiert seit<br />
Jahren in Technologie-Upgrades,<br />
um Kunden weltweit<br />
dabei zu unterstützen, weniger CO 2<br />
zu emittieren und<br />
Betriebskosten zu sparen. Aus diesem Grund sind Wärmerückgewinnungsanlagen<br />
bei Compair entweder werkseitig<br />
verbaut oder lassen sich nachrüsten. Wie sehr das Unternehmen<br />
die Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit<br />
treibt, zeigt sich u. a. daran, dass die ölfreien luftgekühlten<br />
Kompressoren der Ultima-Baureihe Wärme in Form von<br />
heißem Wasser rückgewinnen können. Unternehmen, die<br />
andere Modelle aus der Ultima-Kompressor-Baureihe<br />
betreiben, haben zudem die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen<br />
Wärmerückgewinnungsoptionen zu wählen:<br />
Mit wassergekühlten Modellen lässt sich z. B. die Vorbereitung<br />
für die externe Wärmerückgewinnung realisieren.<br />
Unternehmen, die nach einer schlüsselfertigen Lösung<br />
suchen, entscheiden sich mit E-max für eine Komplettlösung,<br />
bestehend aus allen Hauptkomponenten eines<br />
Wärmerückgewinnungssystems.<br />
www.compair.com<br />
1923 – <strong>2023</strong><br />
Intensive Forschung und innovative<br />
Entwicklungen haben uns in 100<br />
Jahren zum internationalen Druckluftspezialisten<br />
gemacht. ALMiG<br />
bietet hochqualitative Produkte<br />
und effiziente Lösungen für nahezu<br />
jede Branche von der Lebensmittelund<br />
Automobilindustrie bis hin zur<br />
Schifffahrt und dem Energiesektor.<br />
Besuchen Sie uns: almig.de<br />
of engineering<br />
TAUPUNKTMESSGERÄT FÜR<br />
DRUCKLUFTSYSTEME<br />
Das Taupunktmessgerät Extech RH600 für<br />
Druckluftsysteme von Teledyne Flir wird in<br />
erster Linie zur Vermeidung von Problemen<br />
im Zusammenhang mit Wasserdampf in<br />
Druckluftsystemen eingesetzt. Als Teil eines<br />
vorbeugenden Wartungs- und Instandhaltungsprogramms<br />
in Produktionsumgebungen<br />
bietet es eine Genauigkeit von ±2 °C<br />
bei Temperaturen bis zu -50 °C über den<br />
gesamten Druckbereich bis zu 20 bar. Das<br />
Gerät ist ideal geeignet für die Taupunktbeobachtung über<br />
längere Zeiträume, einschließlich des Monitorings von<br />
Schaltvorgängen im Trocknungsprozess und zur energetischen<br />
Optimierung. Für Anwender, die den Komfort und die<br />
Möglichkeit benötigen, mehrere Messstellen innerhalb eines<br />
Druckluftsystems zu überwachen, bietet sich das Extech<br />
RH60 an, um genaue Messwerte zu erfassen und diese dann<br />
als Teil eines vorbeugenden Wartungskonzeptes zu speichern.<br />
Das Extech RH600 eignet sich auch für Messungen bei<br />
niedriger Luftfeuchtigkeit mit hoher Genauigkeit, und sollte<br />
der Sensor einmal nass werden, übersteht er die Kondensation<br />
und erholt sich für eine zukünftige Verwendung<br />
vollständig. Die mitgelieferte RH601-Taupunktsonde bietet<br />
hohe Genauigkeit und Langzeitstabilität. Der Benutzer kann<br />
die Sonde über ein Reduzierstück direkt in das Druckluftsystem<br />
einführen und erhält so zuverlässige Messwerte.<br />
www.flir.de<br />
48 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
DRUCKLUFTTECHNIK<br />
NEUE GASKOMPRESSOREN<br />
Auf der Hannover Messe<br />
stellt Sauer Compressors<br />
gleich mehrere neue Typen<br />
Gaskompressoren vor. Die<br />
ersten Standardtypen der für<br />
die Verdichtung vieler Gase<br />
und unterschiedlichste<br />
Anwendungen konzipierten<br />
Baureihe Sauer Orkan feiern Premiere: Dabei handelt es sich<br />
um zwei Hochdruckkompressoren für Luft mit maximalen<br />
Enddrücken von 350 bzw. 500 bar(ü), einen Hochdruck-Heliumverdichter<br />
mit maximalem Enddruck von 350 bar(ü) und<br />
einen Hochdruck-Stickstoffbooster mit maximalem Enddruck<br />
von 350 bar(ü) sowie einem Vordruck von 4 bis 8 bar(ü). Neben<br />
der Entwicklung komplett neuer Kompressorplattformen setzt<br />
Sauer Compressors auch auf die Erweiterung und Optimierung<br />
bestehender Baureihen. Ein Beleg dafür ist der Ausbau der<br />
luftgekühlten Baureihe Hurricane. Die neuen Hochdruck-Stickstoffbooster<br />
Hurricane WP4366LH B3-8 und WP4399LH B3-8<br />
sind speziell für die Verdichtung von Stickstoff bestimmt.<br />
Hannover Messe: Halle 4, Stand D07<br />
www.sauercompressors.com<br />
AIR-MANAGEMENT-SYSTEM VERRINGERT<br />
DEN DRUCKLUFTVERBRAUCH<br />
Mit dem Air-Management-System in den Anschlussgrößen<br />
¼ bis 1 Zoll hat SMC ein digitales Modul für das Druckluftmanagement<br />
entwickelt. Mithilfe der Kombination aus Regler,<br />
Hub und Abschaltventil können Druck, Temperatur und Durchfluss<br />
der Luftversorgung nicht nur<br />
überwacht werden. Durch Festlegung<br />
von Basisparametern lassen<br />
sich zudem vorausschauende<br />
Wartung und zustandsorientierte<br />
Überwachung realisieren – und der<br />
Druckluftverbrauch deutlich<br />
absenken. Die Anbindung an<br />
übergeordnete Steuerungen kann<br />
über Profinet oder Ethernet/IP<br />
erfolgen. Durch den integrierten<br />
OPC UA-Server ist es zudem möglich, ohne SPS auszukommen<br />
und trotzdem vom Air-Management-System zu profitieren.<br />
Außerdem lassen sich weitere Systeme drahtlos einbinden.<br />
Die Installation gelingt somit ohne großen Aufwand und das<br />
System ist dadurch besonders einfach nachrüstbar.<br />
www.smc.de<br />
AR-SOFTWARE FÜR REMOTE-SERVICE-LÖSUNGEN<br />
Kompressoren von Burckhardt Compression werden eingesetzt, um Gase zu verdichten, zu<br />
transportieren und zu lagern. Ihre lange Lebensdauer von 40 bis 60 Jahren macht die Kundenbeziehung<br />
und den Service zu entscheidenden Faktoren für den Unternehmenserfolg. Mit<br />
„UP! Solutions“ bietet Burckhardt Compression digitale Lösungen, mit denen sich die<br />
Kompressoren in Echtzeit überwachen und aus der Ferne warten lassen. Die Anlagen werden<br />
mit Sensoren versehen, die ständig Daten wie Schwingungen oder Temperatur sammeln.<br />
Diese Daten werden dann ausgewertet und z. B. zur Erkennung von Anomalien oder zur Terminierung von Servicearbeiten genutzt.<br />
Die Experten müssen dazu nicht mehr zum Kunden reisen, stattdessen können sie mittels Tablet oder HoloLens-Brille virtuell<br />
Anweisungen und Tipps geben. Zum Einsatz kommt dabei zum großen Teil Vuforia, die Augmented Reality-Lösung von PTC.<br />
Hannover Messe: Halle 13, Stand E13<br />
www.burckhardtcompression.com; www.ptc.com<br />
In wenigen Schritten zur nachhaltigen Druckluftstation<br />
tten?<br />
Abschalten und<br />
Energie sparen.<br />
Durch das Abschalten der<br />
Kompressoren in produktionsfreien<br />
Zeiten lassen sich bis zu 28 % der<br />
Energiekosten einsparen.<br />
Wir zeigen Ihnen, wie es geht!<br />
Jetzt Verbrauchsmessung<br />
vereinbaren<br />
Noch<br />
ganz dicht ?<br />
Das Orten und Beseitigen von Leckagen<br />
erspart Ihnen durchschnittlich 24 % Ihrer<br />
Energiekosten. Wir orten und beseitigen<br />
Leckagen im laufenden Betrieb! Jetzt<br />
Leckageortung buchen.<br />
Leckageortung ohne<br />
Produktionsstillstand<br />
Abwärme wirkungslos<br />
verpufft ?<br />
Wir zeigen Ihnen, wie Sie die ungenutzte<br />
Wärme Ihrer Druckluftstation sinnvoll<br />
und effektiv einsetzen und damit bares<br />
Geld sparen können. Ganz nebenbei<br />
schonen Sie damit die Umwelt.<br />
Beratung zur Wärmerückgewinnung<br />
... Welt retten? Mehr<br />
Ideen im Druckluft-Blog<br />
www.oltrogge.de<br />
vertrieb@oltrogge.de +49 521 3208-444
GREIFSYSTEME IM<br />
GECKO-STYLE<br />
Bild: NEXT. robotics, INNOCISE<br />
Wir nehmen Sie<br />
mit in die Zukunft!<br />
Innovative Technologien ermöglichen der Industrie,<br />
ihre Produktionsprozesse weiter zu optimieren.<br />
Gestalten Sie den Wandel mit.<br />
Keine Wand ist ihnen zu steil, sie laufen kopfüber an<br />
Decken, sie haften besser als jeder Profikleber, ohne<br />
Spuren zu hinterlassen, und sie trotzen der Schwerkraft:<br />
Die Füße von Geckos sind gleichermaßen von Interesse<br />
für Forschende aus der Materialwissenschaft wie aus dem<br />
KI-Bereich. Den Effekt der Füße will man sich über das vom<br />
BMBF geförderte Verbundvorhaben »GecKI« nun zur Entwicklung<br />
energieeffizienter, autoadaptiver und produktunabhängiger<br />
Haftpads für Robotergreifsysteme zu Nutze machen.<br />
Wie kann durch Einsatz von KI ein möglichst vielseitig einsetzbares<br />
und energieeffizientes Robotergreifsystem geschaffen<br />
werden, das bei KMU ebenso wie bei Großunternehmen einen<br />
Entwicklungssprung in der Verwendung intelligenter, selbstregulierender<br />
und flexibel skalierbarer Handhabungsprozesse<br />
auslösen kann? Mit diesem Forschungs- und Entwicklungsauftrag<br />
beschäftigen sich das Fraunhofer IZFP, die Innocise GmbH<br />
sowie die Next. robotics GmbH & Co. KG. Ziel ist die Weiterentwicklung<br />
von Methoden der KI, um ein neuartiges Sensorsystem<br />
zu entwerfen, das die autoadaptive, robotergestützte Manipulation<br />
von Objekten mit eigener Objekterkennung ermöglicht: Der<br />
Roboterarm erhält die Fähigkeit, zu fühlen, um welches Produkt<br />
es sich handelt und sich entsprechend anzupassen.<br />
INTELLIGENTE HAFTSYSTEME NACH<br />
DEM VORBILD DER NATUR<br />
Insbesondere in hochflexiblen und sich oft ändernden Fertigungslinien,<br />
aber auch in anspruchsvollen Umgebungen wie in<br />
Reinräumen und im Vakuum werden kostengünstige, ressourcenschonende<br />
robotergestützte Greifsysteme benötigt. Sogenannte<br />
»adhäsive Pads«, die am Roboterarm befestigt werden,<br />
sollen hierfür mit intelligenten Sensoren ausgestattet und dann<br />
produktunabhängig in der Fertigung eingesetzt werden. Die<br />
Anwendungsbreite ist enorm und reicht von sensiblen<br />
Objekten oder Oberflächen bis zu schweren Lasten. Vorbild sind<br />
die Geckofüße, die neben anderen wünschenswerten Eigenschaften<br />
auch über die Fähigkeit verfügen, erhebliche Lasten<br />
halten zu können. Sie nutzen dabei die physikalische Adhäsion<br />
auf Basis von intermolekular wirkenden Van-der-Waals-Kräften.<br />
Im Forschungsvorhaben »GecKI« will das Projektkonsortium<br />
intelligente und energieeffiziente Haftsysteme nach dem Vorbild<br />
der Natur entwickeln. Dabei werden die innovativen Adhäsionsgreifer<br />
von Innocise intelligent gemacht. Darüber hinaus sollen<br />
die gewonnenen Informationen und Daten aus dieser Sensorintelligenz<br />
durch eine Steuerintelligenz im Roboter in autoadaptive<br />
Bewegungsabläufe umgesetzt werden. Weiterer Vorteil: Die<br />
Adhäsionsgreifer benötigen keine externe Energiezufuhr wie z. B.<br />
Vakuum- oder Magnetgreifer. Hierdurch werden die Anwendungsmöglichkeiten<br />
auf modularen Fertigungslinien enorm<br />
erweitert. Die Integration der Pads in industrielle Anlagen könnte<br />
dem Plug-and-Play-Prinzip folgen. Durch ihre Verbreitung<br />
kann die Energieeffizienz von fertigungsbedingten Handhabungsprozessen<br />
stark verbessert werden.<br />
Ein erster wichtiger Meilenstein ist die Konzipierung eines Versuchsstandes.<br />
»Damit sind wir in der Lage, den robotergestützten<br />
Greifkontakt und dessen Strukturen sichtbar zu machen. Wir haben<br />
erste Sensorik-Prototypen entwickelt, die den bioinspirierten<br />
Greifern das Fühlen beibringen können«, erklärt Dr. Sarah<br />
Fischer, verantwortliche Projektleiterin am Fraunhofer IZFP.<br />
www.izfp.fraunhofer.de<br />
50 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>04</strong> www.myfactory-magazin.de
<strong>MY</strong><br />
DIE PRODUKTION DER ZUKUNFT<br />
19186<br />
Sie wollen auch für Ihr<br />
Unternehmen die Production<br />
Excellence erreichen? Dann<br />
sichern Sie sich das Knowhow<br />
dazu im Abonnement.<br />
<strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> macht Ihre<br />
Produktion smart!<br />
TITEL<br />
08<br />
18 Sensorproduktion<br />
32<br />
So meistert ein Cobot ein<br />
komplexes Bin-Picking<br />
intelligent automatisiert<br />
Das kann professionelle<br />
Reinigungstechnik 4.0<br />
EXTRA<br />
Sichern Sie sich den<br />
lückenlosen Bezug<br />
wertvoller Informationen!<br />
Supplement Umwelttechnik –<br />
heute schon an morgen denken<br />
myfactory-magazin.de<br />
Internet: shop.vereinigte-fachverlage.de<br />
MFA_SO_Titel_2021_10 1 <strong>04</strong>.01.2022 10:17:16<br />
@ E-Mail: vertrieb@vfmz.de & Telefon: 06131/992-148<br />
Jahresabo nur 90 €:<br />
8 Print-Ausgaben im Jahr<br />
Abo-Begrüßungsgeschenk:<br />
Die Konturenlehre<br />
Das Kopieren eines Profils war noch nie so einfach!<br />
Mit dieser Konturenlehre können Sie die Form von unregelmäßigen<br />
Objekten messen, um eine Sofortvorlage zu erstellen, mit der präzise<br />
Schnitte markiert werden können. Messbreite 25 cm, Messtiefe 6 cm.<br />
(Die Farbe der Konturenlehre ist variabel)<br />
+
52 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/xx www.myfactory-magazin.de
Ihre persönliche Einladung von:<br />
GUTSCHEIN<br />
im Wert von 30,- EUR<br />
zur Online-Einlösung<br />
Ihres Messetickets<br />
www.maintenance-dortmund.de<br />
Ihr Gutschein-Code:<br />
17<strong>04</strong>
Praktische<br />
Informationen<br />
Öffnungszeiten<br />
Mittwoch, 24.05.<strong>2023</strong><br />
9:00 – 17:00 Uhr<br />
Donnerstag, 25.05.<strong>2023</strong><br />
9:00 – 16:00 Uhr<br />
Ort<br />
Messe Dortmund<br />
Halle 4 & 5<br />
Rheinlanddamm 200<br />
44139 Dortmund<br />
24. – 25. MAI <strong>2023</strong><br />
MESSE DORTMUND<br />
Wir laden Sie herzlich ein zur maintenance Dortmund – Leitmesse für industrielle Instandhaltung!<br />
Hier finden Sie neueste Trends, bewährte technische Lösungen sowie innovative Produkte und Ideen<br />
für Ihre Instandhaltung von über 200 Ausstellern.<br />
So lösen Sie Ihren Gutschein ein:<br />
Geben Sie den Gutschein-Code von der Vorderseite auf<br />
www.maintenance-dortmund.de/ihr-messeticket ein oder scannen Sie den QR-Code.<br />
Ihr Messe-Ticket erhalten Sie per E-Mail.<br />
Aussteller<br />
Die wichtigsten Keyplayer der Branche<br />
sind auf der maintenance Dortmund.<br />
www.maintenance-dortmund.de/exhibitor<br />
Wir freuen uns auf Sie und wünschen Ihnen erfolgreiche Messetage!<br />
PREMIUM PARTNER:<br />
© <strong>2023</strong> Easyfairs Group