Krankenhaus der Zukunft
Ziel dieser Ausgabe ist es, Krankenhäuser auf allen Ebenen effizienter, wettbewerbsfähiger und zukunftssicherer zu machen. Da sich Technologien stetig verändern ist es wichtig, dass Krankenhäuser dem Wandel der Zeit standhalten und der Patient gleichzeitig im Mittelpunkt steht. Wir wollen auf Möglichkeiten und Veränderungen in der Zukunft aufmerksam machen!
Ziel dieser Ausgabe ist es, Krankenhäuser auf allen Ebenen effizienter, wettbewerbsfähiger und zukunftssicherer zu machen. Da sich Technologien stetig verändern ist es wichtig, dass Krankenhäuser dem Wandel der Zeit standhalten und der Patient gleichzeitig im Mittelpunkt steht. Wir wollen auf Möglichkeiten und Veränderungen in der Zukunft aufmerksam machen!
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INSIGHT<br />
Die Rolle des <strong>Krankenhaus</strong>es<br />
im Europäischen<br />
Gesundheitsdatenraum<br />
Welche Daten muss ein<br />
<strong>Krankenhaus</strong> in <strong>Zukunft</strong> wem<br />
unter welchen Umständen<br />
wie zur Verfügung stellen?<br />
Das AIT Austrian<br />
Institute of Technology<br />
beschäftigt<br />
sich mit den<br />
Themen Dekarbonisierung<br />
und Digitalisierung im Kontext<br />
<strong>der</strong> Infrastruktur von morgen<br />
im Allgemeinen und mit dem<br />
Schwerpunkt Digital Health<br />
im Beson<strong>der</strong>en. Entsprechend<br />
dem AIT-Motto „Tomorrow<br />
Today“ soll hier ein Schlaglicht<br />
auf den entstehenden Europäischen<br />
Gesundheitsdatenraum<br />
geworfen werden.<br />
Der Europäische Gesundheitsdatenraum<br />
(European<br />
Health Data Space, EHDS)<br />
ist ein Konzept, das von <strong>der</strong><br />
Europäischen Kommission<br />
vorgeschlagen wurde, um die<br />
Verwendung und den Austausch<br />
von Gesundheitsdaten<br />
innerhalb <strong>der</strong> EU zu för<strong>der</strong>n.<br />
Der EHDS soll ein Rahmen<br />
für die sichere und kontrollierte<br />
Übertragung von Gesundheitsdaten<br />
innerhalb <strong>der</strong><br />
EU sein und gleichzeitig die<br />
Privatsphäre und Datensicherheit<br />
gewährleisten. Um dies zu<br />
erreichen, soll für den EHDS<br />
eine umfangreiche legistische<br />
und technische Interoperabilität<br />
entwickelt werden. Das<br />
Konzept des EHDS ist Teil<br />
einer größeren Initiative, die<br />
darauf abzielt, die Gesundheitsversorgung<br />
in Europa<br />
durch den Einsatz digitaler<br />
Technologien zu verbessern.<br />
Es geht darum, die Zusammenarbeit<br />
zwischen verschiedenen<br />
Akteur:innen in <strong>der</strong> Gesundheitsbranche<br />
zu för<strong>der</strong>n, um<br />
den Austausch von Gesundheitsdaten<br />
zu verbessern und<br />
die Entwicklung innovativer<br />
Lösungen für Gesundheitsprobleme<br />
zu unterstützen.<br />
Krankenhäuser stehen an<br />
<strong>der</strong> Spitze <strong>der</strong> Versorgungspyramide<br />
und generieren eine<br />
enorme Menge an Daten zur<br />
Versorgung ihrer Patient:innen<br />
in hochwertigen IT-Systemen<br />
wie LIMS, RIS, PACS, PDMS<br />
etc. – bis hin zur Infrastruktur<br />
für den Electronic Health<br />
Record (EHR), in Österreich<br />
<strong>der</strong> ELGA.<br />
Damit sind die Krankenhäuser<br />
die wichtigsten Quellen<br />
für den EHDS, wobei man zwei<br />
Fälle unterscheidet:<br />
• Primäre Nutzung: Sie stellt<br />
die direkte Verwendung<br />
dieser Daten in <strong>der</strong> medizinischen<br />
Versorgung dar, um<br />
bessere Diagnosen zu stellen<br />
und Behandlungen zu<br />
planen. In diesem Kontext<br />
werden Daten stets direkt<br />
personenbezogen und für<br />
patient:innenindividuelle<br />
Entscheidungen verwendet.<br />
• Sekundäre Nutzung: Diese<br />
bezieht sich auf die Verwendung<br />
dieser Daten für<br />
Zwecke, die über die direkte<br />
medizinische Versorgung<br />
hinausgehen, beispielsweise<br />
für Forschung und<br />
Entwicklung zur Entwicklung<br />
neuer medizinischer<br />
Behandlungen, zur Überwachung<br />
<strong>der</strong> Gesundheit <strong>der</strong><br />
Bevölkerung (Public Health)<br />
o<strong>der</strong> zur Bewertung und<br />
Steuerung von Gesundheitssystemen.<br />
In diesem Kontext<br />
werden Gesundheitsdaten<br />
oft aggregiert und pseudonymisiert<br />
und anonymisiert<br />
verwendet, um die Privatsphäre<br />
<strong>der</strong> Patient:innen zu<br />
schützen.<br />
Der EHDS wird weitere<br />
Investitionen im Bereich<br />
Digitalisierung und Digital<br />
Health in den Krankenhäusern<br />
sowie Know-how, wie die<br />
eigene IT-Infrastruktur mit<br />
dem EHDS zusammenspielen<br />
kann, erfor<strong>der</strong>n. Auch wenn<br />
die konkrete Ausformulierung<br />
<strong>der</strong> gesetzlichen und technischen<br />
Rahmenbedingungen<br />
für den EHDS noch vage ist<br />
– <strong>der</strong> Einfluss auf den täglichen<br />
Umgang mit Daten wird<br />
von manchen Expert:innen<br />
vergleichbar hoch wie durch<br />
die Datenschutzgrundverordnung<br />
eingeschätzt.<br />
Um <strong>der</strong> Digital Health Community<br />
in Österreich dabei<br />
bestmögliche Orientierung zu<br />
bieten, wird <strong>der</strong> EHDS einen<br />
Schwerpunkt bei <strong>der</strong> jährlichen<br />
Digital Health Tagung<br />
darstellen, die vom 16.–17. Mai<br />
2023 wie üblich im Tagungszentrum<br />
Schloss Schönbrunn<br />
stattfinden wird<br />
(www.dHealth.at).<br />
FOTO: AIT<br />
Günter Schreier<br />
Digital Health<br />
Information<br />
Systems Center<br />
for Health and<br />
Biosources AIT<br />
Austrian Institute of<br />
Technology<br />
Text<br />
Günter<br />
Schreier