Marke als strategischer Erfolgsfaktor - Branding im Einzelhandel

handelsverband

Marke als strategischer Erfolgsfaktor - Branding im Einzelhandel

Marketing

Marke als strategischer

Erfolgsfaktor - Branding

im Einzelhandel

Multi-Channel-Handel

Jens Diekmann im Interview

über Chancen, Herausforderungen

und best practice

01 | 2009

Offizielles Medium des Handelsverbandes

“P.B.B.” VERLAGSORT WIEN

VERLAGSPOSTAMT 1010 WIEN

ZUL.NR. 07Z037645M

Handelsverband

Hans Jörg Greiml folgt

Martin Essl als Vizepräsident des

Handelsverbands

Absatz-Strategie

Schuhhandel im Fokus:

Zeigt her eure Schuh!


„Man ist entweder

K47-KEYCLUB: B2B LÖSUNGEN IHRES VERTRAUENS

k47-keyclub, der unternehmensorientierte Business Memberclub freut sich im Namen seiner über 120 Mitgliederunternehmen und

die durch diese akkreditierten 5.000 Persönlichkeiten aus Wirtschaft , Politik und Kultur, die Aktivitäten der Michail Gorbatschow

Stift ung unterstützen zu dürfen.

Wir freuen uns, wenn Sie unserem Beispiel Folge leisten: Volksbank Wien AG, BLZ: 43.000, Konto-Nr. 425 29812 002

GORBATSCHOW-STIFTUNG

REPRÄSENTANZ DEUTSCHLAND

Teil der Lösung

oder Teil des Problems.“

Michail S. Gorbatschow

www.k47-keyclub.com


Alles neu...

Von Medien, Schuhen, Marken und Märkten

Sehr geehrte Leserin,

sehr geehrter Leser,

Wandel ist eine Konstante. Alles verändert

sich ständig – selbst Medien.

Es war daher an der Zeit, auch retail einem

Relaunch zu unterziehen. Das Resultat halten

Sie in Händen. Denn in Abwandlung einer

alten Medienweisheit glauben wir „eine Zeitung

ist so bedeutend, wie ihre Leser und Leserinnen“.

Insofern ist retail das wichtigste

Handelsmagazin Österreichs, was die Latte

für Redaktion und Gestaltung doch recht

hoch legt. Unser Dank gilt daher allen, die am

neuen Konzept mitgearbeitet haben und wir

hoffen, das Resultat gefällt Ihnen genau so

gut wie uns. Aber sehen Sie einfach selbst –

und geben Sie uns gerne auch Ihr Feedback.

Denn wir wollen uns nicht ausruhen, sondern

Ihr retail-Magazin immer weiter für Sie verbessern.

Schuhe zu kaufen ist ein sinnliches Erlebnis.

Frau kauft nichts lieber als Schuhe,

belegen Untersuchungen. Doch auch in den

Schuhschränken österreichischer Männer

bekommen die Sporttreter immer mehr

Stefan Mumelter, Handelsverband

modische Gesellschaft. Machen Sie also mit

uns einen Ausflug in die Welt des Schuhhandels

und lesen Sie im Branchen-Special zwar

nicht alles, aber doch sehr viel über einschlägige

„Absatzstrategien“ (ab Seite 8).

Im aktuellen Themen-Special beleuchten wir

für Sie das komplexe Thema „Marketing“

aus dem Blickwinkel des Einzelhandels. Von

Markenpositionierung bis Multi-Channel-

Handel spannt sich der Bogen. Tauchen Sie

mit uns ein in dieses Thema und lassen Sie

sich inspirieren.

Im neu geschaffenen Bereich „Handelsverband

intern“ (ab Seite 26) finden Sie von

Expertenkommentaren über Termine bis hin

zu Personalia alles, was sich im Verband

getan hat oder tun wird. Zurück zum Stichwort

„Multi-Channel“: Weiterführendes

Material, Links und Services zu allen Beiträgen

finden Sie auf unserer Homepage

www.handelsverband.at.

Spannende Lektüre wünschen Ihnen

Michael Schiebel, Chefredakteur

retail intro

Dr. Stefan Mumelter

Michael Schiebel

seite 3 | editorial


seite 18

seite 8

seite 34

Cover-Themen

retail 01 | 09

seite 8 Absatz-Strategie. Coverstory: Schuhhandel im Fokus

seite 18 Multi-Channel-Handel. Interview mit Jens Diekmann

seite 30 Marketing. Branding im Einzelhandel

seite 34 Handelsverband. Hans Jörg Greiml neuer Vizepräsident

seite 30


seite 3 Editorial.

Inhalt

seite 4 Inhalt Cover-Themen.

seite 5 Inhalt. Impressum.

seite 6 Shortcuts.

seite 8 Absatz-Markt. Schuhhandel im Branchenfokus

seite 12 Test: Branchen-Tracking. Messung der Werbewirksamkeit

seite 14 Freund oder Feind der Marke? Outlet Centers

seite 16 Wachstumsmarkt Multi-Channel-Shopping.

seite 18 Interview: Multi-Channel-Handel. Interview mit Jens Diekmann

seite 21 Erfolgsrezept Cross-Channel-Strategie. Gerald Lanzerits

seite 22 200 Jahre Duft-Geschichte. Parfumerie J.B. Filz

seite 24 Konsumenten weiter in Stimmung.

seite 22 900 Millionen Gewinn für ORF. Satire

intern

seite 26 Handelsverband Intern. Editorial

seite 27 Kaffeesud. Von Scharlatanen und Wissenschaftern

seite 28 Postmarktliberalisierung. Positionen

seite 29 Consumer Confusion. E-Commerce-Forum

seite 30 Erfolgsfaktor Marke. Handelskolloquium

seite 32 Fußball für Manager. Buchtipp

seite 33 Termine.

seite 34 Personalia.

Impressum:

Offenlegung gem. § 25 MedienG:

retail – Informationen für Handel und

e-Commerce. Eine Publikation des

Österreichischen Handelsverbandes.

Herausgeber: Handelsverband,

Verband österreichischer Mittel- und

Großbetriebe des Einzelhandels

1080 Wien, Alser Straße 45

Telefon +43 (0)1 406 22 36

Fax +43 (0)1 408 64 81

e-mail@handelsverband.at

www.handelsverband.at

Präsident: Dr. Stephan Mayer-Heinisch

Geschäftsführer: Dr. Stefan Mumelter

Medieninhaber/Verleger: querverkehr,

a division of Web Engineering GmbH

1070 Wien, Kaiserstraße 50/10

Telefon +43 (0)1 966 58 48

Fax +43 (0)1 966 58 48 9

leute@querverkehr.at, www.querverkehr.at

Geschäftsführer: Karl-Heinz Welsch

Produktion: querverkehr

Produktionsleitung:

Daniela Koller (querverkehr)

Petra Denk (Handelsverband)

Chefredaktion: Michael Schiebel

Redaktion: Mag. Tanja Dietrich-Hübner

Art Direction & Grafik: Daniela Koller

Anzeigenkontakt: +43 664 301 13 63

Druck: printadvice

Titelbild: Getty Images, Fotograf: Tom Grill

Fotos: Handelsverband, Shutterstock,

iStockphoto

Grundlegende Richtung:

retail inhalt

Das Magazin retail informiert die

Unternehmen des österreichischen

Einzelhandels über neue Technologien

und Aspekte der Betriebsführung.

seite 5 | inhalt


etail news

DDr. Hans Hofinger,

Vorstandsvorsitzender

des Österreichischen

Genossenschaftsverbandes

(ÖGV)

aktuell | seite 6

Hofinger über Finanzkrise

Die aktuelle Finanzmarktkrise legte die

Verwundbarkeit weltweit vernetzter

Finanzsysteme offen. DDr. Hans Hofinger,

Vorstandsvorsitzender des Österreichischen

Genossenschaftsverbandes (ÖGV), sieht in

dieser Situation durchaus Chancen für die

Volksbanken: „Unsere wahren Stärken wie

Kundennähe und Regionalität sind jetzt gefragter

denn je. Gerade in wirtschaftlich turbulenten

Zeiten haben Volksbanken deshalb

unbezahlbare Pluspunkte: Sie geben ihren

Kunden Sicherheit. Und sie stehen zu ihrer

Verantwortung für die regionale Wirtschaft.”

Der Sektor fühlt sich einer wichtigen Idee verpflichtet:

Die Spargelder, die die Volksbanken

von ihren Kunden bekommen, dienen der

Finanzierung von Privatpersonen und Unternehmen

in der Region. Das Geld verbleibt also

im Wesentlichen sogar in der Region der

jeweiligen Volksbank. Damit ist gesichert,

Mobile Werbung auf A1

Werbung am Handy ist immer und überall

dabei. Anfang April stellte mobilkom

austria gemeinsam mit Out There Media die

umfassenden Möglichkeiten von Mobile

Advertising bei A1 vor. Durch die Kooperation

unterstreicht der führende Mobilfunkanbieter

Österreichs seine Ambitionen, im mobilen

Werbemarkt eine zentrale Rolle einzunehmen.

Mit 4,5 Mio Kunden ist mobilkom austria der

ideale Partner, um relevante Informationen

und Angebote direkt über das Handy an die

Zielgruppe zu übermitteln. Mehr als 800.000

A1 - Kunden surfen jeden Monat zumindest

einmal auf Vodafone live!

shortcuts

dass das regionale Wirtschaftswachstum angekurbelt

wird, neue Arbeitsplätze geschaffen

werden und auch der Konsum gesteigert wird.

Die Volksbanken tragen dadurch nicht

unwesentlich zum Erhalt des regionalen

Wirtschafts- und Geldkreislaufs bei.

Die Theorie, dass es gerade für die mittelständische

Wirtschaft immer schwieriger

werde, Finanzierungen zu bekommen, weist

Hofinger für den Volksbankensektor zurück.

Von einer Kreditklemme könne keine Rede

sein. Die Volksbanken unterstützten die heimische

Wirtschaft bei ihren Vorhaben nach

wie vor nach Kräften. So wurden von Dezember

2007 bis Dezember 2008 die Kredite an

Unternehmen um 16,4% ausgeweitet.

Hofinger: “Wir bleiben optimistisch und

werden auch weiterhin ein verlässlicher

Partner für die heimische Wirtschaft sein.

Unternehmen und Private werden von den

Volksbanken nicht allein gelassen.”

Dr. Reinhard Zuba, Bereichsleiter

Marketing mobilkom austria


edmail ISO-zertifiziert

Der größte alternative Postdienstleister

Österreichs redmail, Mitglied des

Handelsverbandes, hat für das gesamte

Unternehmen ein Qualitätsmanagement

nach ISO 9001:2008 implementiert.

Eine systematische und klare Führung sei

wesentlicher Bestandteil für den Erfolg

eines Unternehmens, ist man bei redmail

überzeugt.

Viele auch statistisch belegte Gründe sprechen

da für die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems.

Mit modernen

Führungssystemen können die richtigen

Dinge zur richtigen Zeit mit den richtigen

Mitteln durchgeführt werden. Konkret bedeutet

das auch für redmail eine verstärkte Kundenorientierung,

einen prozessorientierten

Ansatz in der Organisation, Kostenersparnisse

und Ressourceneinsparung, eine Steigerung

der Motivation bei den Mitarbeitern und daraus

resultierend eine nachvollziehbare Steigerung

des Unternehmenswertes.

Männer schuld an Krise?

Eine französische Studie sorgt für Aufsehen.

Michel Ferrari, Professor an der Ceram

Business School untersuchte führende französische

Aktiengesellschaften (CAC 40) und

stellte fest: Je höher der Frauenanteil in der

Chefetage, desto stabiler der Börsenkurs im

Krisenjahr 2008. Argumente, dass dies auch

mit den Branchen zu tun haben könnte, in denen

typischerweise der Frauenanteil höher

sei, führen ins Leere. Es habe sich gezeigt, dass

auch innerhalb von Branchen, jene Unternehmen

erfolgreicher waren, in denen Frauen

mehr zu sagen hatten.

Die Diskussion ist jedenfalls entbrannt.

Dass aber die globale Krise unter Frauenführung

gar nicht stattgefunden hätte,

bezweifeln selbst Frauen in Top-Positionen.

Immerhin aber ein guter Grund, nachzudenken.

Und vielleicht wird ja in Ihrem Unternehmen

bei der nächsten Besetzung einer

Führungsposition sogar eine Frau erwogen?

retail news

seite 7 | aktuell


etail cover story

aktuell | seite 8


Absatz-Markt

Schuhhandel im Branchenfokus:

Zeigt her eure Schuh!

Edle Pumps, sexy Heels, schicke Kroko-Sandalen

oder coole Sneakers – der heimische

Schuhhandel zeigt, was er in diesem Frühling

zu bieten hat. Nicht nur in den Geschäften,

sondern auch in Werbespots, Prospekten und

Anzeigen.

“Schuhe, für die es sich zu sterben lohnt”,

so lautet der aktuelle Werbeslogan von Humanic

zum neuen Trend “Killer Heels”.

Bei Deichmann heißt es „Frühjahrsmode zum

Abheben“. Die Jello-Shoecompany bleibt bei

ihrem Spruch „Happy mit Jello“. Stiefelkönig

schmeichelt mit „Schuh, schön wie Du“. Reno

setzt anlässlich des 25-Jahr-Firmenjubiläums

auf Erfahrung: „Reno - die behalt ich gleich

an“. Salamander-Schuhe sind in diesem Frühjahr

„extrem anziehend“ und bei Delka heißt

es: „Ganz wie es mir passt.“ Das Schweizer

Schuhunternehmen Vögele kommt ganz ohne

flotte Sprüche aus: In seiner Werbekampagne

posieren verschiedene Models in überdimensionalen

Schuhkartons.

Der Markt ist umkämpft

Das Ringen um die Aufmerksamkeit der Konsumenten

wird im Schuhhandel besonders

leidenschaftlich geführt. Schließlich geht es

um viel: 1208 Millionen Euro wurden 2008

mit Schuhen und Lederaccessoires in Österreich

umgesetzt. Dass Frauen mehr als

doppelt so viele Schuhe kaufen wie Männer,

überrascht nicht: 42 Prozent des Umsatzes

entfielen auf Damenschuhe, 19 Prozent auf

Herrenschuhe, 12 Prozent gingen an die Kinderabteilung,

13 Prozent waren Sportschuhe

und der Rest Taschen, Accessoires und Pflegemittel.

Wie gut Werbung tatsächlich ankommt, zeigt

das Branchen-Tracking von Marketagent.com,

das zweimal jährlich im Auftrag von TMC The

Media Consultants durchgeführt wird. Beim

letzten Branchentracking im Oktober 2008

lag Deichmann hinsichtlich der gestützten

Werbeerinnerung klar vorne. Dahinter liefern

retail cover story

Interessant gestaltet sich

der Blick in den heimischen

Schuhschrank. Knapp

jeder dritte Mann besitzt

weniger als 5 Paar Schuhe

(28,6%), jeder Zweite

(51,6%) bringt es gerade

auf 5 bis 10 Paar.

Demgegenüber hat jede

dritte Frau (37,2%) 5 bis 10,

jede Fünfte (21,7%) sogar

zwischen 11 und 15 Paar

Schuhe zuhause, die zumindest

fallweise getragen

werden. 7,9% der weiblichen

Befragten horten mehr

als dreißig Paar in ihrem

Schrank.

Quelle: marketagent.com

seite 9 | aktuell


etail cover story

Ein zusätzlicher Zentimeter

Körpergröße bringt im Schnitt

knapp 0,6 Prozent mehr

Brutto-Monatsgehalt.

Dem können Frauen leicht

auf die Sprünge helfen:

Rund zwei Prozent aller

Amerikanerinnen tragen

schon regelmäßig High Heels

im Büro (also Absätze von

mehr als sechs Zentimetern).

Quelle: WirtschaftsWoche

aktuell | seite 10

sich Jello, Humanic und Vögele ein Kopf-an-

Kopf-Rennen. Starke Werte auch für

Stiefelkönig und Reno.

Ähnlich das Bild bei der ungestützten,

spontanen Markenbekanntheit. Allerdings ist

Humanic mit einer Awareness von knapp 40%

den Deichmännern mit knapp über 40% dicht

auf den Fersen. Auf den Plätzen 3 bis 10: Jello,

Vögele, Stiefelkönig, Reno, Shoe4You, Delka,

Turbo Schuh und schließlich Salamander mit

etwa 7% Markenbekanntheit.

Welcher Werbeträger wirkt?

Interessant ist auch über welche Medien die

Schuhhändler ihre Kunden erreichen. So

punkten Jello und Deichmann stark mit ihren

Prospekten. Über 60% der Befragten, die sich

an Werbung der beiden Unternehmen erinnerten,

kannten den Prospekt, wobei Jello

mit 65% die die Nase sogar vorne hat. Mit

24% vergleichsweise niedrig der Wert von

Humanic. Man setzt offensichtlich stärker auf

Fernsehwerbung. In dieser Kategorie macht

den Steirern keiner was vor. Mit 43% Werbeträgererinnerung

verweist man Deichmann

(19%) und Stiefelkönig (13%) doch recht

deutlich auf die Plätze.

Auch in einer weiteren Kategorie liegt Humanic

vorne: Wer ist „top in mind“, wer hat die gefälligste

Werbung. Einem Viertel jener Men-

schen, die die Humanic-Werbung kennen,

gefällt sie auch. Das ist ein guter Wert. Immerhin

21% sagen das Gleiche von Deichmann

und mit 18% bzw. 17% verstehen auch die

Agenturen von Jello und Stiefelkönig durchaus

ihr Handwerk. Vögele, Delka und Salamander

haben da noch Potenzial nach oben. Nur etwa

jedem zehnten Kenner ihrer Werbung gefällt

sie auch.

Österreich mag Prospekte

Apropos gefallen: Die deutliche Antwort

auf die Frage, wie Herr und Frau Österreicher

ihre Schuhe beworben haben wollen.

Über 60% hegen im Schuhhandel die größte

Sympathie für den Prospekt. Weit abgeschlagen

und dicht gedrängt die übrigen Werbeträger.

Bei um die 20% liegen Fernsehen,

Plakat und Direct Mail, bei 13% die Magazine.

Online-Werbung hat die Tageszeitungen bei

knapp über 10% eingeholt. Schlusslicht sind

Radio und Kino.

Fast ebenso deutlich wird die Frage beantwortet,

welches Medium zur Entscheidungsfindung

herangezogen wird. Über 20% nennen

den Prospekt, einzig das Fernsehen liegt noch

knapp über 10%, alle anderen Werbeträger

liegen darunter. Wenig überraschend schwächelt

in dieser Kategorie das Plakat mit 6% (ist

wohl nicht seine Aufgabe) und das Kino trägt

auch in diesem Bereich die rote Laterne heim.


Klingt, als wäre Kinowerbung eher sinnlos.

Ist sie aber nicht, denn erstens muss man das

natürlich auch immer in Relation zum Preis

sehen und zweitens wirkt sie besonders stark

bei wohlhabenden Konsumenten. In der

Kategorie gibt’s einen glatten ersten Platz mit

respektablem Vorsprung. In der Einkommensschicht

über 3.000 Euro wird das Direct Mail

mit 23% zu 12% Werbeträgererinnerung

deutlich auf den zweiten Platz verwiesen. In

diesem Bereich an letzter Stelle findet sich interessanterweise

die Online-Werbung (7%).

Schuhe für ihn

Nicht nur im Konsumverhalten unterscheiden

sich Frauen und Männer. Auch

bei den Werbemitteln gibt es deutliche Unterschiede

zwischen den Geschlechtern: Frauen

lässt Kinowerbung eher kalt, sie bevorzugen

eindeutig den Prospekt. Männer hingegen

erinnern sich an Kino- und Radiowerbung

deutlich besser als Frauen. Auch für den Blick

auf das Plakat nehmen sie sich offensichtlich

mehr Zeit.

Am interessantesten aber ist der kumulierte

Erinnerungswert: Von allen Personen, die sich

überhaupt an Schuhwerbung erinnern, sind

53% Männer und nur 47% Frauen.

Damit wird klar, wohin die Reise geht. Der

Möbelindustrie sei daher zugerufen: Baut

endlich Schränke, in die auch ein Schuh

der Größe 45 passt!

retail cover story

seite 11 | aktuell


etail test

thema | seite 12


Branchen-Tracking

Das Instrument zur Messung

der Werbewirksamkeit im retail-Test

Evaluierungstools und Studien liefern

Daten zur Messung des Erfolgs. retail

hat sich so ein Tool – im konkreten Fall zur

Messung der Werbewirksamkeit – für Sie

genauer angesehen und hat es getestet.

Das macht man am besten, indem man es

einfach anwendet. Das Resultat dieses

Praxis-Einsatzes können Sie selbst ab Seite 8

nachlesen. Wenn Sie das schon getan

haben, erahnen Sie bereits unser Testurteil:

ein durchaus interessantes, praxistaugliches

Instrument.

Das Branchen-Tracking bietet als erste

österreichische Studie eine öffentliche

Forschungs-Initiative zu branchenspezifischen

Wirkungsfaktoren nach einzelnen

Mediengattungen. Damit bietet das Branchen-Tracking

als unabhängiges Instrument

der werbetreibenden Wirtschaft

aktuelle Daten zur Werbeerinnerung

bezogen auf Marken und Kanäle.

Zwölf Branchen werden zweimal jährlich

abgefragt, womit zwei Messpunkte pro

Branche zur Verfügung stehen. Dabei

werden jährlich 12.000 CAWI (Computer

Assisted Web Interviews) in 12 Wellen zu je

1.000 über die Marketagent.com reSEARCH

Plattform durchgeführt. Die Daten reichen

bis Jänner 2006 zurück.

Das Branchen-Tracking zeigt auf, wie der

Rezipient Marken subjektiv wahrnimmt und

ob er sich an die Werbung bezogen auf Mediengattungen

erinnert. Durch das halb-

jährliche Erhebungsintervall pro Branche

sind saisonale Vergleiche und Zeitreihen

erstellbar. Weiters bietet das Branchen-

Tracking einen umfassenden „Allgemeinen

Teil“ zu Soziodemografie, Interessen, persönlichen

Eigenschaften sowie Einstellungen

zu den Themen „Einkaufen und Werbung“.

Alle erhobenen Daten sind zählbar

und im Mediaplanungsprogramm Zervice

verfügbar.

Unser Urteil: Alles in allem aussagekräftige

Daten, ansprechend aufbereitet als sinnvolle

Ergänzung zu anderen einschlägigen Tools

zur Messung der Werbewirkung.

Die Handelssegmente

im Branchen-Tracking:

retail test

Die Studien zu den einzelnen

Branchen enthalten:

Informationen

über die Kundenstruktur

Konsuminteresse

& Anschaffungswünsche

Ungestützte Bekanntheit

& gestützte Werbeerinnerung

Werbeträgererinnerung

(Marken zu Medien)

Medien zur Angebotsauswahl

Baumärkte

Drogerien

Elektrohandel

Lebensmitteleinzelhandel

Möbelhandel

Schuhhandel

Textilhandel

TMC The Media Consultants

Sportartikelhandel

Landstrasser Hauptstrasse 33

1030 Wien

Tel: +43 (1) 713 69 91

Fax: +43 (1) 713 69 91 19

branchentracking@themediaconsultants.at

www.themediaconsultants.at

seite 13 | thema


etail marketing

Iestyn Roberts,

Chief Executive, Freeport

thema | seite 14

Freund oder Feind

der Marke?

Outlet Centers erfreuen sich zunehmender

Beliebtheit bei Konsumenten. Gut

für Betreiber, denn das Prinzip scheint einfach:

Man wähle einen Standort mit entsprechendem

Einzugsgebiet zu moderaten

Kosten, definiere klare Kundenvorteile (vom

Angebot bis zum Preis) und inszeniere ein

ganzheitliches Einkaufserlebnis, für das die

Konsumenten Zeit und allenfalls auch eine

längere Anfahrt in Kauf nehmen.

Gut gemacht funktioniert das, wie die Zahlen

belegen. Aber gibt es nicht auch zwei

große Verlierer in dem Spiel? Die anderen

Formen des Einzelhandels, der letztlich umgangen

wird, und die Handelsmarken selbst,

deren Brand-Equity durch den Preisvorteil

Schaden nehmen könnte? Warum sollte

man sich noch einen Markenschuh regulär

im Geschäft kaufen?

Die Spielregel

Vereinfacht gesprochen, stellt der Betreiber

eines Centers den Markenartiklern

einen Point of Sale zur Verfügung,

meist inklusive Center-Marketing. Das wäre

noch nichts Besonderes, allerdings betreibt

der Markenartikler seinen Store selbst, oder

lässt ihn zumindest exklusiv für sich betreiben,

um seine Ware direkt an die Konsumenten

zu verkaufen. Auf diese Weise

werden in der Regel Überproduktionen zu

günstigen Preisen „abverkauft“. In erster

Linie also ein Service des Center-Betreibers

für die Produzenten und nicht so sehr für

die Konsumenten. Diese nehmen das Angebot

aber gerne an, obwohl sich die Märkte

Zerstören Outlet Centers Markenwert?

in Europa erheblich unterscheiden. Insgesamt

gibt es in Europa gegenwärtig bereits 117

Outlet Centers mit einer Gesamtfläche von

2,5 Millionen Quadratmetern. Im Vergleich

dazu scheint das System in Österreich aber

bisher nicht so einzuschlagen. Einzig das

bekannte Outlet Center in Parndorf mit

einer Verkaufsfläche von 25.000 Quadratmetern

funktioniert und ist eines der

erfolgreichsten in Europa. Leoville bei Leobersdorf

im Süden von Wien musste sogar

das Handtuch werfen. Das einzige weitere

in Österreich erfolgreiche Center befindet

sich an der tschechischen Grenze bei

Kleinhaugsdorf.

Vorteile für Markenartikler

Iestyn Roberts, Chief Executive von

Freeport International und damit auch

Herr über „Kleinhaugsdorf“, stand retail

am Rande des 20. Handelskolloquiums am

5.3.2009 in Wien Rede und Antwort. Dabei

strich er die Vorteile für Markenartikler

hervor und räumte ein Vorurteil aus:

Image-Schaden für die Marke gebe es keinen,

weil die Menschen wüssten, dass sie

nicht die aktuellste Ware um den stark reduzierten

Preis bekommen. Anderseits geben

sie bei einem Outlet Center-Besuch erheblich

mehr Geld aus, „wenn sie schon mal

da sind und eben so ein gutes Geschäft gemacht

haben“. Wenn also beispielsweise ein

neuer Laufschuh gekauft werden soll und es

nicht unbedingt das absolut neueste Modell

sein muss, zieht Nike oder ein anderer Markenartikler

den Kunden ins Center. Dann


sorgen wir durch ein durchinszeniertes Einkaufserlebnis

dafür, dass auch alle anderen

Markenartikel-Partner ihre Chance bekommen.

Die Kunden kaufen ein und sparen

Geld und Zeit.

Doch der Vorteile für die Markenartikler

sind noch mehr: Gerade in Zeiten der Krise

ist es wichtig, die Lager in Cash umzuwandeln.

Außerdem leiste der Outlet-Umsatz bei

schleppenden „full price sales“ einen wichtigen

Beitrag zum Unternehmensergebnis.

Aber auch unabhängig von Krisenzeiten

komme die Kostenstruktur durch einfache

Shop-Layouts und der hohe Warenumsatz

den Partnern entgegen. Auch kenne man

die Kunden und ihre Bedürfnisse sehr genau.

Man wisse ganz einfach, warum sie

kommen.

Einen weiteren wichtigen Aspekt spricht

Roberts an: „Auch die besten Marken

müssen sich immer wieder im Wettbewerb

beweisen. Es geht letztlich immer auch

darum, die nächste Generation von den

Markenvorzügen zu überzeugen. Outlet

Centers liefern da einen wesentlichen

Beitrag. Marken werden probiert, bekommen

ihre Chance.“ Auch diesen Effekt sollte

man nicht unterschätzen.

Nur Gewinner?

Also doch gut für die Markenartikel-Industrie:

einfach ein weiterer, eben spezieller

Vertriebskanal. Auch gut für die

Konsumenten und für die Center-Betrei-

ber allemal. Bleibt also nur ein Verlierer?

Die anderen Formen des Einzelhandels, insbesondere

„reguläre Einkaufszentren“ und

der niedergelassene Handel? So heiß sei die

Suppe nicht, meint Roberts. Auch dort gebe

es Abverkäufe und darüber hinaus bedienen

die Outlet Centers nur sehr genau ein bestimmtes

Kundenbedürfnis. Da bleibe genug

Umsatz für alle.

retail marketing

seite 15 | thema


etail cover story

Wachstumsmarkt

Multi-Channel-Shopping

Multi-Channel-Handel-Event des

Harald Gutschi, Sprecher der

Geschäftsführung von Unito

thema | seite 16

Österreichischen Handelsverbandes gemeinsam mit Accenture

Das Verkaufsverhalten der Konsumenten

ist im Umbruch: Käufe über das Internet

erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, das

Ladengeschäft stagniert. In den 70er Jahren

wurden Vertriebswege gezielt getrennt, da

unterschiedliche Strukturen nötig waren.

Zurzeit wird das Gegenteil gemacht: Vertriebswege

werden gezielt miteinander verknüpft.

Im Rahmen des Multi-Channel-Handel-

Events, das der Österreichische Handelsverband

gemeinsam mit Accenture im März

dieses Jahres veranstaltete, diskutierten

Führungskräfte des österreichischen Einzelhandels

über die Trends und Entwicklungen

von Vertriebskanälen. Fazit: Immer mehr

Kunden bevorzugen Multi-Channel-Shopping,

d.h. Hand in Hand gehende Vertriebswege

– vom Stationärgeschäft über den Kataloghandel

bis ins Internet. Die Chance zur Differenzierung

als einer der „First Mover“ im

Bereich Multi-Channel-Shopping ist in Österreich

derzeit groß.

Online ordern,

im Geschäft shoppen

Multi-Channel-Shopping – das Zusammenspiel

verschiedener Vertriebskanäle

– ist gefragt, jedoch bieten bisher wenige

Handelsunternehmen in Österreich die

Chance zum Multi-Channel-Shopping. Dabei

ist die Vernetzung von unterschiedlichen Vertriebswegen

nachweislich ein Gewinnbringer.

„Unternehmen, die Multi-Channel-Konzepte

in Verbindung mit einer klaren Markenstrate-

gie anwenden, sind erfolgreicher als andere“,

zog Mag. Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung

OTTO und Universal Bilanz.

Wettbewerbsvorteil

für Händler

Für den Händler ist die Multi-Channel-

Strategie ein entscheidender Wettbewerbsvorteil

für die Zukunft. Weil die Ware online

bestellt und im Geschäft abgeholt werden

kann, hat der Händler die Möglichkeit Kunden

über das online georderte Produkt vor Ort

und persönlich zu beraten sowie die Order mit

weiteren Produkten zu einem Gesamtpaket zu

ergänzen. Das generiert zusätzliche Einnahmen

und einen Beratungsvorteil vor reinen

Internet-Shops. Kunden wiederum sind nicht

an Auslieferzeiten gebunden und können ihre

Waren innerhalb der Geschäftszeiten flexibel

abholen und mit anderen Einkäufen in der

Nähe verbinden.

Online-Shop und traditioneller

Handel verschmelzen

Obwohl der internationale Trend eindeutig

zu Multi-Channel-Einkauf geht, haben

österreichische Händler den Nutzen beziehungsweise

den Mehrwert einer Kombination

aus Online-Shopping und regulären Verkauf

derzeit noch nicht vollständig erkannt.

„Online-Einkauf wird in Österreich immer

wichtiger: Im Jahr 2006 beliefen sich die Online-Umsätze

auf 1,55 Milliarden Euro, 2008

wurden bereits 3,17 Milliarden Euro im Internet

ausgegeben. Nach Schätzungen werden


im Jahr 2011 bereits 6,93 Milliarden Euro –

das bedeutet eine Steigerungsrate der e-Commerce-Umsätze

von 13 Prozent – über den

Online-Handel erwirtschaftet. Es besteht daher

für den österreichischen Handel durchaus

Handlungsbedarf!“, so Jens Diekmann,

Accenture Experte für Multi-Channel-Handel.

„Händler, die Ladengeschäft und Online-

Handel gut miteinander vernetzen, bieten

ein nahtloses Einkaufserlebnis für den Kunden

und haben in Zukunft einen klaren Wettbewerbsvorteil.“

(Exklusivinterview mit Jens

Diekmann ab Seite 18).

Vertriebskanäle abstimmen

Kunden wechseln während des Einkaufsprozesses

ständig zwischen verschiedenen

Vertriebskanälen. Die Herausforderung

besteht darin, den Kunden bei diesem Zick-

Zack-Kurs im Einkaufsprozess zu halten. Wer

es schafft, alle Vertriebskanäle optimal aufeinander

abzustimmen und diese auch in

die Geschäftsmodelle zu integrieren, hat den

Idealzustand erreicht. Eine effiziente, kundenorientierte

Verbindung beider Verkaufswege,

online und stationär, motiviert Kunden überdies

zu häufigerem Kauf. Das schafft Umsatzwachstum

für den Handel.

Mit „geschickter Vernetzung“ kann realistischerweise

30 bis 40 Prozent an Mehrumsatz

lukriert werden, erfolgreiche internationale

Beispiele weisen sogar noch höhere Werte

aus. Dabei bieten sich im Rahmen von Multi-

Channel-Shopping umfangreiche Cross-Selling-Perspektiven

aufgrund gespeicherter

Kundenprofile an. Aktive Betreuung, Beratung

und Kundenpflege sind die Folge.

Online stationär bewerben

Entwickelt sei der österreichische Handel

für Multi-Channel-Prozesse allemal noch

nicht, wurde im Rahmen der Multi-Channel-Veranstaltung

über den Ist-Zustand Bilanz

gezogen. Online-Shops werden in Ge-

schäften bisher kaum bis gar nicht beworben,

Filialverkäufer verhalten sich derzeit noch

nicht entsprechend dem online-angepassten

Dienstleistungsgedanken, sondern sehen es

gegenwärtig noch eher als zusätzlichen Aufwand

oder gar Kannibalisierung.

Auch Informationen sollten kanalübergreifend

vernetzt werden. Kunden wünschen sich

im Internet zum Beispiel Empfehlungen von

Verkäufern. Im Geschäft hätten sie gerne Zugriff

auf Erfahrungsberichte und Bewertungen

von Kunden, die ein Produkt bereits gekauft

haben.

Wünschenswert wäre für die Kunden auch,

auf einer Website jederzeit über den Lagerstand

des Geschäftes informiert zu werden.

Untersuchungen zeigen, dass Kunden sogar

längere Anfahrtswege in Kauf nehmen

und andere, auf dem Weg liegende Händler

gar nicht erst ansteuern, wenn sie sicher wissen,

dass das gewünschte Produkt tatsächlich

beim recherchierten Geschäft vorrätig ist

und im Idealfall gleich online reserviert werden

kann.

Studie: Multi-Channel

erwünscht

Im Rahmen der Studie „Die Nutzung von

Multi-Channel-Strategien im deutschen

Einzelhandel“ wurden mehr als 1.000 deutsche

Verbraucher befragt. Die Gesellschaft für

Konsumforschung (GFK) hat die Befragung im

Auftrag von Accenture durchgeführt.

Dabei wurde erhoben, dass mehr als 50 Prozent

der befragten Konsumenten sich zunächst

im Geschäft über ein Produkt erkundigen

und dann online bestellen. 32 Prozent der

Befragten würden es aber begrüßen, online

bestellte Waren in Geschäften zurückgeben

oder umtauschen zu können. 31 Prozent interessieren

sich dafür, ihre Einkäufe nach dem

Kauf im Geschäft nach Hause geliefert zu bekommen.

Alles in allem ein klarer Auftrag für

den Handel.

retail cover story

Großbritannien und USA

sind Vorzeigebeispiele.

Bestes Beispiel für das

Funktionieren der Multi-

Channel-Strategie ist das englische

Handelsunternehmen

Argos. Argos bewirbt die

Filialabholung online

bestellter Ware mit eingängigen

Slogans („Check &

Reserve“) und verzeichnet ein

prosperierendes Umsatz-Plus.

Best Buy aus den USA erzielte

durch ähnliche Services

einen zusätzlichen Umsatz

mit Multi-Channel-Kunden

von 95 Prozent bei 80 Prozent

mehr Marge.

Heidemarie Schutt,

Partnerin bei Accenture

seite 17 | thema


etail interview

Jens Diekmann, Accenture

aktuell | seite 18

Multi-Channel-Handel

Interview. Accenture-Experte Jens Diekmann

über Chancen, Herausforderungen und best practice

„Es geht um ein nahtloses Einkaufserlebnis“

retail: Herr Diekmann, Sie beschäftigen sich nun

schon seit einigen Jahren mit dem Thema Multi-

Channel-Handel. Schrauben wir uns zu unseren

Einzelhandelsgeschäften einfach eine möglichst

smarte Internet-Shop-Lösung dazu und nehmen

die webaffinen Käuferschichten auch noch mit?

Diekmann: Das ist es genau nicht. Es geht

um das intelligente Vernetzen von Kanälen.

Lassen Sie mich ein Beispiel bringen. Ich brauche

Kindersitze für mein Auto. Da ich viel unterwegs

bin, sehe ich am Abend im Hotel in

London im Internet nach, was es so gibt. Was

finde ich? Online-Shopping Angebote! Die Informationen

so alleine reichen mir aber nicht,

denn ich will die Sitze auch in natura sehen

und angreifen, aber ohne den ganzen Samstag

für den Besuch entsprechender Läden

zu investieren. Jetzt stellen Sie sich vor, ein

Fachgeschäft in meiner Stadt, bietet mir online

profunde Information, durchaus auch

die Möglichkeit zum Online-Kauf, aber darüber

hinaus, die Information, ob und welche

Produkte im Geschäft aktuell lagernd

sind. Außerdem besteht die Möglichkeit zur

unverbindlichen Reservierung – im Falle eines

Kaufs womöglich noch ein Incentive. Was

glauben Sie, wo ich am Samstag sein werde?

retail: Vermutlich in genau diesem Fachgeschäft.

Warum bieten diesen Service dann nicht alle an?

Diekmann: Weil die Wenigsten das Thema bereits

vollständig durchdrungen haben. In den

USA und England ist man da schon weiter,

aber es bewegt sich auch in Österreich und

Deutschland langsam etwas. Ein guter Zeitpunkt,

in Multi-Channel-Handel einzusteigen.

retail: Was gilt es im Falle so eines Einstiegs zu

beachten? Welche Fehler werden gemacht?

Diekmann: Zunächst muss man sich natürlich

die Frage stellen, was das bringt. Das

hängt auch von der Branche ab, aber die Erfahrung

zeigt, dass Multi-Channel-Kunden

einfach „wertvoller“ sind. Ein sicher extremes,

dafür aber umso bemerkenswerteres Beispiel

ist Best Buy in den USA. Mit Multi-Channel-

Kunden macht das Unternehmen um 95%

mehr Umsatz bei 80% mehr Marge.

retail: Das stellt schon einen gewissen Anreiz für

ein Unternehmen dar, aber wie interessiere ich

Kunden für Multi-Channel-Handel?

Diekmann: Dazu hat Accenture umfassende

Untersuchungen gemacht. Die Kunden sind

sehr an entsprechenden Services interessiert.

Aber Sie haben Recht, Multi-Channel-Kunden

werden nicht einfach geboren, sondern gemacht.

Man muss seine Kunden mit den

richtigen Services begeistern.

retail: Was sind das für Menschen, die man zu

Multi-Channel-Kunden machen kann?

Diekmann: Neben verschiedenen Varianten,

gibt es zwei Haupt-Multi-Channel-Kundentypen.

Die erste Gruppe ist jene, die sich gerne

im Internet informiert, dann aber oft im Laden

kauft, weil sie das Produkt der Begierde

möglichst umgehend besitzen will. Das sind

übrigens häufig Männer, die möglichst wenig

Zeit im Laden verbringen wollen. Die andere

Gruppe holt sich gerne im Laden Impulse und

Beratung, führt den Kauf dann aber nicht sel-


ten im Internet durch. Das Verlassen eines

Channels birgt für Händler immer die Gefahr,

den Kunden zu verlieren. Man muss ihn

daher mit Anreizen im Unternehmen halten

– egal in welchem Channel. Die Anforderungen

für die beiden Kundentypen sind jedoch

unterschiedlich. Ein Beispiel für ein Angebot

an die erste Gruppe habe ich Ihnen eingangs

mit dem „Check & Reserve“-Service schon gebracht.

Untersuchungen zeigen, der Kunde

fährt erheblich weiter und nur den konkreten

Händler an, wenn er sicher weiß, dass es den

gesuchten Artikel dort gibt – womöglich sogar

reserviert.

Umgekehrt ist vorstellbar, dass ich ein Goody

biete, wenn ein Kunde den Kauf im Internet

vollendet. Wenn der Verkäufer im

Laden merkt, der Kunde ist noch nicht so weit,

schickt er ihn beispielsweise mit einem Gutschein

in den Online-Shop oder weist ihn

zumindest auf die Existenz eines solchen

Internetauftritts hin.

retail: Der kritische Punkt ist also der Channel-

Wechsel, da der Kunde womöglich abspringt?

Diekmann: Richtig. Aber es geht um noch

mehr. Den Schritt in den Multi-Channel-

Handel muss man ganzheitlich sehen.

Das Unternehmen muss seine Strukturen

anpassen und Multi-Channel in seiner ganzen

Kultur leben. Alles muss ineinander greifen,

alle Kanäle sollten stets mitbedacht werden.

Das betrifft vor allem auch Anreizsysteme. So

könnte der Laden an Internet-Käufen beteiligt

werden, wenn diese in seinem Einzugsgebiet

erfolgen. Umgekehrt bekommt die Web-Division

genauso ihr Incentive bei Anbahnung

über das Internet.

retail: Für den Kunden ergibt sich gewissermaßen

ein nahtloses Einkaufserlebnis?

Diekmann: Exakt. Ich habe vorhin Best Buy

erwähnt. Da gibt es eine Person, die verantwortlich

für „das Kundenerlebnis“ ist.

Das ist ihre Job-Description. Es geht nämlich

nicht einfach darum, alle Multi-Channel-

Services anzubieten, sondern nur die für mein

Geschäft und meine Kunden auch tatsächlich

passenden.

www.accenture.at

retail interview

seite 19 | aktuell


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Ohne Ihre Hilfe sind wir hilflos.

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Erfolgsrezept

Cross-Channel-Strategie

Autor: Mag. Gerald Lanzerits,

Mehrkanalvertrieb erhöht die Wettbewerbsfähigkeit:

Der Handel setzt auf

einen Mix aus Printkatalog, physischem

und Online-Shop. Die Präsenz auf mehreren

Kanälen verspricht mehr Umsatz und enge

Kundenbindung. Doch die Präsenz allein

reicht nicht aus.

Entscheidend für den langfristigen Erfolg im

Handelsgeschäft ist die kanalübergreifende

Begleitung der Kunden. Konkret bedeutet

das: Händler müssen ihre Kunden beim

Übergang von Online zu Offline und umgekehrt

an die Hand nehmen. Dabei sollte

besonders Wert auf die durchgängige

Verzahnung aller Bereiche gelegt werden,

um den Kunden entlang des gesamten

Entscheidungswegs zu begleiten.

Wenn sich Einzelhändler für einen hoch

integrierten Cross-Channel-Ansatz entscheiden,

müssen sie vor allem für eins

sorgen – für Konsistenz. Es gibt unzählige

Regional Manager Austria & CEE bei hybris

Szenarien, in denen widersprüchliche

Informationen aus verschiedenen Kanälen

eine Kaufentscheidung verzögern oder

gar verhindern. Etwa: Der Kunde stellt im

Laden fest, dass die Preisinformation aus

dem Internet veraltet ist. Oder: Das Ausstellungsstück

im Laden wurde für gut

befunden, lässt sich aber online nicht in

der gewünschten Variante nachbestellen.

Gebündelte Anwendungen, die auf eine

einzige Plattform für Produktinformationen

zugreifen, bieten gute Grundvoraus-

setzungen für erfolgreiche Cross-Channel-

Konzepte.

retail marketing

Gerald Lanzerits,

Regional Manager Austria

& CEE bei hybris

seite 21 | thema


etail jubiläum

thema | seite 22

200 Jahre

Duftgeschichte

Wiens älteste Parfumerie, J.B. FILZ,

blickt dieser Tage auf ihre 200jährige

Geschichte zurück. Keine Selbstverständlichkeit!

Hartnäckig überstand das

kleine aber exklusive Handelsunterneh-

men Krisen und Kriege. Geprägt von historischen

Ereignissen und gesellschaftlichen

Wertewandlungen, wurde die Parfumerie

von Generation zu Generation weitergegeben

und etablierte sich als Qualitätsgeschäft


für Düfte und Kosmetik aus aller Welt. Das

Traditionsunternehmen befindet sich auch

heute noch in den Händen der Familie Filz

und steht damals wie heute für Eleganz,

Exklusivität und Individualität.

Dies spiegelt sich auch im erlesenen

Sortiment von Produktlinien wie Borghese,

Erno Lazlo oder Sisley Paris wider.

Die Parfumerie J.B. FILZ ist seit jeher am

Wiener Graben ansässig: anfangs schräg

gegenüber des heutigen Standortes in

Nummer 27, seit 1874 in Nummer 13.

Erfolgreich trotzt sie den immer zahlreicher

werdenden Parfumerie- und Kosmetikketten.

Wer das Geschäft betritt, taucht ein in

eine elegante, individuelle und freundliche

Atmosphäre mit einem umfassenden

Sortiment exklusiver Produkte.

Am 23. April 2009 jährt sich die Gründung

der Parfumerie J.B. FILZ zum 200sten Mal.

Im Vorjahr wurden Verkaufsraum und Portal

der Parfumerie J.B. FILZ geschmackvoll

renoviert und erstrahlen seitdem in neuem

Glanz. Das 200ste Jahr des Bestehens wurde

dazu genutzt, die siebente Generation mit

der Leitung des Familienunternehmens

zu betrauen. Geschäftsführerin Angelika

Liebhart wünscht sich, „dass uns mindestens

ebenso viele Generationen von Kundinnen

und Kunden weiterhin treu bleiben

und dass noch viele weitere Neugierige die

200jährige Tradition des ältesten Wiener

Duftg’wölbs kennen lernen wollen.“

retail gratuliert.

retail jubiläum

Geschichte

Die Parfumerie J.B. Filz

wurde inmitten der Kriegswirren

am 23. April 1809

von Anton Filz gegründet.

Die erste Parfumerie der

Stadt fand ihren größten Zuspruch

zunächst durch den

Wiener Kongress 1814 bis

1815. Ab 1829, als der

Schiffs-Linienverkehr von

Wien nach Budapest aufgenommen

wurde, exportierte

die Parfumerie J.B. FILZ

mit großem Erfolg in die

dortigen Märkte. Eingekauft

wurde per Postkutsche in

Paris und London. Im Jahr

1831 ließ der Sohn des

Gründers, Johann Baptist

Filz, sein „Echt Pariser Damen-Conservations-Wasser“

patentieren. Unter Wilhelm

Filz erlangte die Parfumerie

1872 die Ehren eines

k.u.k. Hofparfumeurs, welche

auch unter dessen Sohn

und Nachfolger Rudolf Filz

fortgeführt werden konnten.

Auch den Ersten und Zweiten

Weltkrieg, als schon ein

Stück Seife als Luxus galt,

überstand das Handelshaus.

Nach dem Tod von Rudolf

wurde die Parfumerie J.B.

FILZ in weibliche Hände gelegt:

Ab 1949 führte dessen

Schwiegertochter Gertrude

Filz die Geschäfte mit

Bestimmtheit, Liebenswürdigkeit

und Fachwissen zu

neuer Blüte. Seit mittlerweile

30 Jahren leitet deren

Tochter Helga Zmrzlik-Filz

die Geschicke des Familienunternehmens

– aktuell wiederum

gemeinsam mit ihrer

Tochter Angelika Liebhart.

seite 23 | thema


etail ostern

thema | seite 24

Konsumenten

weiter in Stimmung

Momentaufnahme Ostergeschäft

Festliche Anlässe mit Geschenktradition

sind stets Indikatoren für die Entwicklung

des privaten Konsums an sich. Sieht man sich

vor diesem Hintergrund die Zahlen des Weihnachtsgeschäfts

2008 an – oder noch aktueller:

die Zahlen des (ungleich kleineren) Ostergeschäfts

2009, dann ist die Krise noch nicht

angekommen. Geschenke im Wert von 291

Millionen Euro hat der Osterhase für die

Nesterl heuer eingeplant. Das ist gegenüber

231 Millionen Euro bei der letzten Erhebung

vor zwei Jahren eine deutliche Steigerung.

Aber nicht allen Bereichen des Handels geht

es gleich gut: Gewinner des Ostergeschäfts

sind – neben der obligaten bunten Eier – vor

allem die Süßigkeiten, die bei 81 Prozent der

Schenker auf dem Einkaufszettel stehen.

Danach folgt der festlich gedeckte Tisch, auf

dem die Eier mit 59 Prozent die Hauptrolle

spielen dürften. Lediglich 17 Prozent planen

Spielsachen ein, was aber immer noch Rang

drei vor Büchern, Bekleidung und Bargeld

darstellt.

Auffallend auch, dass die Zahl der Osterhasen

zunimmt. Von einer krisenbedingten Konsumverweigerung

kann keine Rede sein, wenn

man sieht, dass die Zahl derjenigen, die überhaupt

etwas schenken von 67 Prozent auf 84

Prozent gestiegen ist. Im Schnitt sollen

52 Euro investiert werden.

Wenn es ums Schenken geht, haben die

Frauen die Nase vorn. 89 Prozent machen

Ostergeschenke, wohingegen bei den Männern

lediglich 78 Prozent in die Brieftasche

greifen. Die Männer wollen dann vor allem

ihrer Partnerin eine Freude machen, die Damen

hingegen bedenken primär Kinder in ihrer

Verwandtschaft. Dafür geben Männer

im Schnitt 56 Euro aus, Frauen lediglich 50

Euro.

Wien ist anders

Das Bild in Wien unterscheidet sich doch

etwas, wie die Präsidentin der Wiener

Wirtschaftskammer Brigitte Jank anlässlich der

Präsentation der Umfrageergebnisse darlegte.

So liegt die Zahl der Schenker mit 71 Prozent

doch erheblich unter dem Bundesschnitt von

84 Prozent. Auch Spielsachen spielen eine geringere

Rolle, was der höheren Anzahl von

Single-Haushalten geschuldet sein dürfte. Dafür

wird mehr an Freunde verschenkt. Auch

geben die Wiener mit 48 Euro im Schnitt um

4 Euro weniger aus. Das ergibt in Summe

aber immer noch eine Steigerung von 20%

auf etwa 46 Millionen Euro, gegenüber 37

Millionen Euro im Jahr zuvor.

Im übrigen Bundesgebiet stagnieren die Ausgaben

hingegen. Alles in allem eine erfreuliche

Momentaufnahme des privaten Konsums.

Denn Panik und Verweigerung würden die

Krise weiter anfachen. Die österreichischen

Konsumenten trotzen also nach wie vor der

Krisenstimmung und zeigen sich hartnäckig

als echte Konjunkturstütze.


Satire

von Michael Schiebel

900 Millionen Gewinn für ORF

Die ORF-Sanierung war neben

Doping- und anderen prominenten Verhaftungen

das Thema der letzten Wochen.

Bei Österreichs größtem Medienpartner

der werbetreibenden Wirtschaft bleibt kein

Stein auf dem anderen. Geht es nach den

Plänen des ORF-Generals Alexander

Wrabetz, soll aus einem Minus von 100

Millionen Euro bei Einnahmen von fast einer

Milliarde aus Gebühren und Werbung

schon im Jahr 2009 ein dickes Plus von

900 Millionen Euro werden.

Insbesondere bei den Eigenproduktionen

sind gravierende Änderungen geplant. So

wird beispielsweise zu Dancing Stars nur

mehr ein Paar eingeladen und der Promi

muss sich seinen Tanzkurs selbst zahlen.

Auch werden die Juroren ihre TV-Präsenz

künftig wie jeder reguläre Werbekunde zu

zahlen haben, heißt es in dem Papier.

Außerdem werden alle Nachrichtensprecher

entlassen. Auf bewegte Bilder soll

künftig verzichtet und stattdessen auf in Indien

gefertigte Power-Point-Slides zurückgegriffen

werden.

Auch bei den Ausgaben für Lizenzgebühren

wird der Rotstift angesetzt. Sie werden einfach

nicht mehr bezahlt. Bei bisher gekauften

Formaten werden Studio-Layout und einige

Sendungselemente verändert, damit

das ORF-Plagiat nicht als solches erkennbar

ist. So soll die Millionenshow künftig von

einem Schimpansen moderiert werden. Ob

das die Sendung entscheidend verändert,

bleibt allerdings abzuwarten.

Das Thema „Lizenzen“ betrifft jedoch auch

den ORF-Sport. Die Formel 1 soll auslaufen.

Für das Sonntag-Nachmittagsschläfchen

ist stattdessen eine Diskussionssendung mit

Expolitikern, moderiert von Heinz Prüller,

in Planung. Der Champions-League-Sendeplatz

wird den Landesstudios für ihre

Regionalligen freigeräumt. Darüber hinaus

werden sich Sportkommentatoren und Kamerateams

ihre Reisen, Hotels, Verpflegung

und Eintrittskarten künftig selbst zahlen

müssen, wie jeder normale Veranstaltungsbesucher

auch, heißt es in dem Konzept.

Teure aktuelle Hollywoodproduktionen

werden durch die Einblendung von Standbildern

mit Anfahrtsplänen zu DVD-Verleihern

ersetzt. Im Übrigen werden ab

1.4.2009 ganze Tage aus den Siebziger Jahren

noch einmal gesendet. „Da sind sehr

lustige Sachen dabei”, freut man sich im

ORF über die Nutzung des Archivs.

Zum Thema Personalkosten rechnet

Wrabetz vor, dass er das Konzept allein

mit seinem Direktorium umsetzen könne.

Alle anderen Mitarbeiter sollen bis Ende

2013 durch natürlichen Abgang abgebaut

werden. Über die Aufgabenverteilung soll

noch gesprochen werden. Fest steht bisher

nur, dass Elmar Oberhauser das ORF-Archiv

mit den Einspielungen aus den Siebzigern

übernehmen soll.

Auch die Frage, ob man das ORF-Zentrum

am Küniglberg saniert oder doch einen

neuen Standort bezieht, ist geklärt. Man hat

bereits ein 200 Quadratmeter großes Objekt

in Bratislava angemietet. Das Gewerbeobjekt

in der Peripherie der slowakischen

Metropole vor den Toren Wiens eignet sich

als ehemalige Seifenblasen-Manufaktur

ideal für die Content-Produktion und vermittelt

in allen Details Aufbruchstimmung.

Einzig ORF-Sprecher Pius Strobl soll sein

Büro in Wien im Cafe Landtmann behalten.

retail satire

seite 25 | meinung


etail intern

Dr. Stefan Mumelter,

Geschäftsführer

editorial | seite 26

Handelsverband

intern

Editorial

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

nötigen allen, nicht zuletzt dem Einzelhandel

höchste Konzentration und besondere

Anstrengungen ab. Der Handelsverband versucht

auch in dieser herausfordernden Situation,

seine Mitglieder im Rahmen seiner Möglichkeiten

und Aufgaben zu unterstützen:

- durch die politische Verbandsarbeit, um

hartnäckig für ein „handelsfreundliches“ Umfeld

einzutreten,

- durch gezielte Medienarbeit, um die Öffentlichkeit

und die Opinion-Broker für die Leistungen,

aber auch die Needs des österreichischen

Handels zu sensibilisieren,

- und nicht zuletzt auch durch unsere Arbeit

innerhalb des Verbandes, durch Kommunikation!

Nun ist es so weit. Hinter den Kulissen haben

wir ein weiteres Kommunikations-Tool exklusiv

für unsere Mitglieder vorbereitet: Mit dem

Relaunch unsere Magazins retail haben wir

nun mit dem neu geschaffenen Bereich

„Handelsverband Intern“ jeweils am Ende des

Magazins eine weitere Plattform für gezielte

Verbandskommunikation. Sie soll Nützliches,

Wichtiges und Interessantes aus dem

Handelsverband, seinen Arbeitskreisen und

Plattformen, aus Präsidium, aber auch Hintergründe

der politischen Arbeit des Verbandes

ohne Umwege an Sie, unsere Mitglieder,

weiterleiten.

Darüber hinaus beobachten wir für Sie

Politik und Gesetzgebung von Wien bis

Brüssel, bringen aktuelle Studien und Fachkommentare

sowie Literaturempfehlungen.

Abgerundet wird das Ganze von einer Übersicht

über interne und externe Veranstaltungen,

die für den Handel von Interesse sind,

sowie von Personalia.

Wir hoffen, dass wir mit diesem neuen Service

die Schlagkraft des Handelsverbandes als

Ihrer Interessenvertretung noch einmal erhöhen

können und werden uns bemühen, retail

laufend weiter zu verbessern. Wenn Sie uns

dabei helfen wollen, freuen wir uns über Ihre

Anregungen. Denn wir verstehen retail nicht

als Einweg-Kommunikation, sondern als

Element zur Stärkung des verbandsinternen

Dialogs.

Interessante Lektüre und viel Erfolg wünschen

Ihnen

Stefan Mumelter, Geschäftsführer


Kaffesud

Von Scharlatanen

und Wissenschaftern

Meinungsforschungsinstitute und Rating-

Agenturen haben eines gemeinsam:

Ihre Reputation hat in den letzten Monaten

erheblich gelitten. Überbewertete Penny-

Stocks, hochgepriesene Finanzagglomerate

ohne innere Substanz, hohle Pseudowerte als

„mündelsichere“ Anlageformen – die Rating-

Agenturen stehen mit ihren evidenten Fehleinschätzungen

im Vorfeld der globalen

Finanzkrise im Schussfeld der internationalen

Kritik.

Die politische Meinungsforschung blickt auf

ähnliche Missgeschicke zurück. Dass die

Politik bloß die ökonomisch verhältnismäßig

unbedeutende Spitze des Ertrags-Eisberges der

Marktforschungsinstitute darstellt, tröstet in

diesem Zusammenhang wenig. Wer erinnert

sich nicht noch an das Kopf-an-Kopf-Rennen

zwischen BZÖ und SPÖ in Kärnten?

Selten jedoch stehen die Prognosen der

Marktforscher aber auch der Wirtschaftsforschungsinstitute

dermaßen in der Auslage.

retail hat sich daher angesehen, was WIFO,

IHS und andere Ende 2007 zur Einzelhandelskonjunktur

bzw. zur Entwicklung des privaten

Konsums prognostizierten – und was schließlich

tatsächlich eingetreten ist. Das Resultat

steht unter folgender Überschrift:

Vom Ende eines Artikels

Only bad news are good news. Wir gestehen,

wir dachten, dass wir den Finger in eine

Wunde legen werden, was einen bitterbösen

Artikel ergeben hätte. Doch WIFO und IHS

haben ihre Aufgaben gemacht. Ihre

Prognosen für die Einzelhandelsentwicklung

im Jahr 2008 lagen um einen Zehntel Prozentpunkt

daneben. Und an dieser Stelle hat

nun die Fairness über die journalistische

Bosheit gesiegt: Wir schreiben das trotzdem.

Hut ab und Gratulation!

Zu empfehlen:

www.ihs.ac.at

www.wifo.ac.at

retail intern

seite 27 | thema


etail intern

meinung | seite 28

Postmarkt-

liberalisierung

Die politischen Positionen

Seit Jahren findet, von der breiteren

Öffentlichkeit weniger beachtet als Postamtschließungen

oder Streiks, die sukzessive

Umsetzung der EU-Vorgaben zur Liberalisierung

des Postmarkts statt. Für den österreichischen

Handel ein durchaus wichtiger

Prozess. Wie sehr oft liegt der Teufel im

Detail. Der Handelsverband beobachtet daher

sehr genau die Diskussion (auch jene hinter

den Kulissen), um zum jeweils gegebenen Zeitpunkt

die Positionen des Handels mit Nachdruck

zu vertreten. Lesen Sie im Folgenden die

Eckpunkte der politischen Positionen des

Österreichischen Handelsverbandes:

Marktöffnung

Als Zeitpunkt für die Aufhebung der Monopolbereiche

wird der durch die EU vorgegebene

spätest mögliche Zeitpunkt 1.1.2011

außer Streit gestellt. Die Post soll alle Möglichkeiten

haben, sich weiter vorzubereiten. Es

ist aber zu prüfen, ob einzelne Monopolbereiche

nicht auch zu einem früheren Zeitpunkt

im volkswirtschaftlichen und im Interesse der

Postkunden aufgehoben werden können und

sollen.

Regulierungsbehörde

Die für das Funktionieren des liberalisierten

Postmarkts notwendige unabhängige

Regulierungsbehörde soll zum ehest möglichen

Zeitpunkt eingerichtet, mit allen sektorspezifischen

Kompetenzen (Wettbewerbsaufsicht

und Missbrauchskontrolle) und den für

eine effektive Aufgabenerfüllung notwendigen

Ressourcen ausgestattet werden.

Universaldienst

Die Grundversorgung ist von dafür geeigneten

Dienstleistern (im Moment der Post

des Handelsverbandes

AG) sicherzustellen. Für allfällige Nettokosten

ist eine Abgeltung vorzusehen. Die Finanzierung

wird entweder durch entsprechende Beiträge

der Marktteilnehmer oder die öffentliche

Hand gewährleistet. Wichtig ist, dass die

Definition der Nettokosten nicht vornehmlich

vom Universaldienstleister, sondern vom

Gesetz- und Verordnungsgeber bzw. von der

Regulierungsbehörde bestimmt werden.

Zugang zur Infrastruktur

Allen Marktteilnehmern ist gegen entsprechenden

Kostenersatz der Zugang

zur Infrastruktur einzuräumen. Insbesondere

im Bereich der Hausbrieffachanlagen in den

Städten kann dies durch Weitergabe entsprechender

Schlüssel erfolgen, wie dies die Post

AG jetzt schon mit Sub-Dienstleistern handhabt.

Dies zumindest solange, wie die Hausbrieffachanlagen

nicht durch entsprechende

technische Ausgestaltung auch ohne Schlüssel

von allen Marktteilnehmern genutzt werden

können (Briefschlitz). Entsprechende

Qualitätskriterien für die Postdienstleister

und Kontrollmechanismen sind vom Gesetz

vorzusehen.

Umsatzsteuer

Die unechte Umsatzsteuerbefreiung der

Post AG stellt einen Wettbewerbsvorteil

im Bereich jener Kunden dar, die ebenfalls

unecht umsatzsteuerbefreit sind – das

sind öffentliche Körperschaften, gemeinnützige

Organisationen, Finanzdienstleister etc.

– oder die nicht vorsteuerabzugsberechtigt

sind (Konsumenten). Das betrifft mehr als die

Hälfte aller Postsendungen. Diese Diskriminierung

ist abzustellen. Im Interesse der Konsumenten

wird ein für alle Marktteilnehmer

geltender begünstigter Umsatzsteuersatz von

10% vorgeschlagen.


Consumer

Confusion

Kardinalsfehler im Handel:

Nicht alles für alle anbieten!

Am E-Commerce-Forum des

Handelsverbandes wurden am 11. März

Kardinalsfehler von Handelsunternehmen im

Internet und im stationären Handel beleuchtet,

denn nicht immer ist eine grundsätzlich

steigende Kaufzurückhaltung schuld am

mageren Geschäftsgang.

Das Märchen vom „wankelmütigen Kunden“

will Elke Gruber von der Universität Graz nicht

gelten lassen. „Das ist nur oberflächlich betrachtet

so, aber wer sich genauer mit dem

Konsumentenverhalten beschäftigt, erkennt,

dass dieses einem automatischen Verhaltensmuster

folgt,“ konstatierte sie in ihrem Referat

am E-Commerce-Day. Diese Regeln gelten

übrigens auch für Online-Shopper. Der

Fehler, den viele Handelsunternehmen machen:

„Wenn man den Blick nicht auf den

Kunden, sondern in erster Linie auf die Konkurrenz

richtet, versucht man den Kunden

einfach alles anzubieten – in der Hoffnung,

dass irgendetwas dabei ist, was ihnen passt“,

so die Wissenschafterin.

Der „richtige Weg

zu den Kunden“

Die Vielfalt an Wahlmöglichkeiten würde auf

die Konsumenten aber gleichermaßen faszinierend

wie erdrückend wirken und die Entscheidungsfreudigkeit

hemmen.

Das Riesen-Sortimentsabenteuer mündet

schließlich in einer Kaufzurückhaltung, die in

der Fachsprache als „Consumer Confusion“

bezeichnet wird.

Dem Abenteuer „Auswahl“und „Abwechslung“

wolle sich nämlich nicht jeder täglich

aussetzen: „Das wird lediglich von einer kleinen

Kundengruppe permanent nachgefragt,

den so genannten Variety Seekers“ ist Gruber

überzeugt.

Statt erdrückender Vielfalt sollte man den

Konsumenten das geben, was sie wollen: „Ein

kundenorientiertes Unternehmen bietet

seinen Kunden genau das, was ihnen den

größten Nutzen bringt - und nur das.“

Das Erfolgsrezept lautet: Die Konsumenten genau

unter die Lupe nehmen, die potenzielle

Kundschaft eingrenzen und die Nutzenkomponente

klar in den Vordergrund rücken.

„Es wird nicht alles für jeden angeboten, sondern

nur das, was einer definierten Kundengruppe

einen möglichst hohen Nutzen verschafft“,

fasst Elke Gruber zusammen.

retail intern

seite 29 | thema


etail intern

Das 20. Handelskolloquium

des Handelsverbandes am

5.3.2009 hat die Marken-

strategien im Handel unter

die Lupe genommen.

Experten und Handelsunter-

nehmen präsentierten

verschiedene Wege, sich in

wirtschaftlich schwierigen

Zeiten zu positionieren.

Dr. Stephan Mayer-Heinisch,

Präsident des

Handelsverbandes

aktuell | seite 30

Handelskolloquium:

Erfolgsfaktor

Marke

Wie entsteht eine starke Marke, die Testkunden

zu Stammkunden oder gar

zu Fans werden lässt? Und wie viel „Marke

braucht ein Handelsunternehmen, um am

Markt bestehen zu können? Handelsverbandspräsident

Stephan Mayer-Heinisch betonte

in seiner Eröffnungsrede des 20. Handelskolloquiums,

dass die Positionierung von Handelsunternehmen

in wirtschaftlich schwierigen

Zeiten besonders wichtig sei. Statistisch

gesehen gelingt dies nicht allzu häufig: Von

13.000 Marken, die Marktforscher Nielsen

untersuchte, erreichen nur 18 Prozent Werte,

welche die Bezeichnung „starke Marke“ rechtfertigen.

Die Referenten des Kolloquiums, das

im Haus der Industrie stattfand, präsentierten

verschiedene Strategien, wie aus Handelsunternehmen

schlagkräftige Marken werden.

Inszenierung der Marke

am Kontaktpunkt

„Man braucht ein klares Profil“, definierte

Markus Webhofer vom Institute of Brand

Logic den Ausgangspunkt der Markenfindung.

Nach der Definition des „Leistungskerns“ folge

die Inszenierung am Kontaktpunkt mit dem

Kunden. Hat etwa ein Parkettbodenhändler

als Markenwert „intelligente Produkte“ definiert,

muss er das auch den Kunden zeigen:

Im Shopkonzept ließe sich das beispielsweise

mit einem Testszenario umsetzen, in dem

Kunden mit Drahtbürste und Rotwein die

Flecken- und Kratzresistenz der Böden selbst

ausprobieren können.

Bedeutung hinterfragen

verhindert Flops

W elche Mechanismen Testkunden zu

Markenfans werden lassen, erklärte

Katharina Lobinger von der Universität Wien

anhand der Semiotik, der Lehre von den

Zeichen und Symbolen: „Es ist nicht nur wichtig,

genau zu definieren, welche Grundwerte

man kommunizieren will, man muss diese

auch kritisch in ihrer Wirkung auf das Zielpublikum

hinterfragen.“ So regt etwa eine


zerknitterte Markenjeans zum Angreifen an,

während exklusiver Schmuck besser im kühlen

Licht und hinter Glas Eindruck macht.

Mächtig, aber sensibel: Der

mobile Kommunikationskanal

Wie eine Botschaft bei Kunden ankommt,

ist auch abhängig von der Wahl des

Transportmittels. Otto Petrovic von evolaris

schilderte am Handelskolloquium die Mobilkommunikation

als „mächtigen aber auch

sehr sensiblen Kommunikationskanal.“

Univ.-Prof. Dr. Otto Petrovic,

Vorstandsvorsitzender,

evolaris next level Privatstiftung

Von unerwünschten Werbe-SMS rät er allerdings

dringend ab. Dagegen seien mobile

Datendienste, die Kunden freiwillig nutzen,

ein sehr effektives, derzeit noch wenig genütztes

Marketinginstrument.

Verschiedene Zielgruppen

ansprechen

Nach einem ausgezeichneten Mittagsbuffet

auf Einladung von Freeport ging es

dann um die Markenstrategien in der Praxis.

Wie das Traditionsunternehmen Palmers den

Imagewandel von „konservativ und teuer“ zu

„überraschend und leistbar“ vollzog, erklärte

Matthias Bärtels in seinem Vortrag: „Wir wollten

sinnliche Ästhetik, Authentizität und romantische

Träume vermitteln. Das sollte sich

in Ladenbau, Verpackung und Corporate

Design widerspiegeln.“

Humorvoll, erotisch und verrückt präsentiert

sich dagegen die Leder und Schuh AG, die den

„Spaßfaktor“ auf allen Kanälen durchzieht,

betonte Peter Horvath von der Leder und Schuh

AG. So tummeln sich etwa auf dem neu eröffneten

E-Store „shoemanic.com“ nicht nur ein

Model, das „mit dem Schuh tanzt“, sondern

auch ein launiger Professor namens „Hugh

Manic“, der „Schuh-süchtigen“ Kunden mit

wissenschaftlichem Rat zur Seite steht.

Positionierung im Markt

Wieder wissenschaftlicher ging es dann

nach einer Einladung zum Kaffee

durch Nielsen weiter.

Alfred Taudes von der Wirtschaftsuniversität

Wien präsentierte die „Landkarten des Marktes“:

Er präsentierte den höchst interessierten

Teilnehmern des Kolloquiums ein Modell, mit

dem sich eine Landkarte von Werten entwerfen

lässt, die für die Positionierung von

Marken von Bedeutung sind.

Welche Faktoren für die Entwicklung einer

Markenstrategie noch wichtig sind, erklärte

anschließend Haris Vassiliades vom Marktforschungsunternehmen

Nielsen, der als Treiber

bei Lebensmittelshopmarken große Shopflächen,

Pricing, Qualitätsprodukte, aber vor

allem die „Aufmerksamkeit des Kunden“ als

Erfolgskriterium nannte.

Schließlich fasste Iestyn Roberts von Freeport

in seinem Vortrag das Erfolgsrezept von Outlet

Centers in zwei treffenden Worten zusammen:

„Enjoy Shopping“.

Die Zusammenarbeit mit Markenherstellern

und Designern werde durch die Krise derzeit

noch enger und professioneller. Nach wie vor

geben die Kunden der Outlet Centers mehr

als normale Shoppingcenterbesucher aus –

nämlich 30 bis 40 Euro. Von Krise also keine

Spur...

Durch die hoch interessante Veranstaltung

führte – wie schon im Vorjahr – Martin Prantl

von Nielsen mit Charme und Eloquenz.

Die Teilnehmer am 20. Handelskolloquium

waren jedenfalls überwiegend beeindruckt:

Von „inspirierend“ bis „eine Menge interessanter

Ideen“ reichte der Tenor.

retail intern

Matthias Bärtels,

Head of Retail,

Palmers Textil AG

Iestyn Roberts,

Chief Executive, Freeport

seite 31 | aktuell


etail intern

„Fußball für Manager und

andere Strategen“

Maria-Luise Häusler, Michael

Schiebel, Johannes Vetter,

Francisco Delgado

Verlag: Czernin Verlags GmbH

Gebundene Ausgabe

Sachbuch/Ratgeber

223 Seiten

Sprache: Deutsch

19,80 €

ISBN: 3707600858

EAN: 9783707600858

April 2006

Tipp | seite 32

Buchtipp:

Fußball

für Manager

und andere Strategen

Ernste, ja nachgerade zurückhaltende

Menschen, geraten am Fußballplatz

außer Rand und Band. Durchaus seriöse

Zeitungskommentatoren stellen einen

Zusammenhang zwischen der Wiederwahl

einer Regierung und einer WM-Niederlage

her. – Keine Frage, Fußball fasziniert.

Vielleicht auch deshalb, weil, wie Friedrich

Torberg es formulierte, „Mannschaftssport die

einzig geglückte Lösung zwischen Kollektiv

und Individuum darstellt.“

Doch Torberg hat nur zum Teil Recht: Wirtschaftliches

Handeln, der Aufbau von Organisationen,

jedes Projekt braucht zum Erfolg

diese „geglückte Lösung“.

Die Autoren haben in ihrer Beratungstätigkeit

für ein Unternehmen, in dem der Chef

allzu gern im operativen Bereich mitmischte,

die Frage gestellt: „Warum, glauben Sie, funktioniert

Fußball, obwohl der Coach nicht mitspielt?“

Und wer hat, wenn er am Abend nach

endlosen Sitzungen endlich ein Fußballspiel

verfolgen kann, nach der Halbzeitpause nicht

schon neidvoll bemerkt: „Wie schaffen die

eine Strategiebesprechung in 15 Minuten?“

Diesen und anderen Fragen gehen die Autoren

in ihrem – oft mit Humor vorgetragenen –

Vergleich zwischen dem Fußballspiel und unternehmerischem

Handeln auf den Grund.

Dabei geht es nicht so sehr um aktuelle Ent-

wicklungen im internationalen Fußballgeschäft,

als vielmehr um die Interpretation

durchaus auch sporthistorischer Ereignisse.

Erinnern Sie sich noch, wie der damals amtierende

Welt- und Europameister Frankreich

vor einigen Jahren von der WM-Endrunde in

Japan und Südkorea ohne Punkt und ohne

Tor wieder abreiste? Hatten die Superstars

über Nacht das Spiel verlernt, plötzlich ihre

Nervosität entdeckt oder war gar eine andere

Art von Sand plötzlich im Getriebe?

Das Buch nimmt solche und ähnliche Beispiele

aus der Welt des Fußballs und erlaubt

sich Rückschlüsse auf die Welt des Managements.

Dabei ist es so geschrieben, dass nicht

nur Fans des runden Leders auf ihre Rechnung

kommen – ja sogar deklarierte Fußballverweigerer

Spaß beim Lesen haben. Wenn

sich dann noch die ein oder andere neue

Erkenntnis oder ein interessanter Blickwinkel

ergeben, haben die Autoren laut eigener Aussagen

ihr Ziel erreicht.

Fazit: Nicht bloß für Fußballfans eine flotte

Lektüre zu den Themen Führung, Teamdesign,

Kooperation und Unternehmensstrategie.

Erschienen 2006 im Czernin-Verlag,

Wien.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr

retail Team


Termine

ECOM

E-Commerce-Strategietage 09

5. bis 6. Mai 2009, Berlin

www.ecom-berlin.de

Deutscher

Handelsimmobilienkongress

3. bis 5. Juni 2009, Berlin

www.managementforum.com

ECT Europe Forum

& Marketplace

3. bis 5. Juni 2009, Barcelona

http://forum.ecrnet.org

retail intern

seite 33 | aktuell


etail intern

aktuell | seite 34

Handelsverband dankt Martin Essl

Vizepräsident von 1.1.2005 bis zum 6.3.2009

Martin Essl hat in einer schwierigen Umbruchszeit

gemeinsam mit Präsident

Stephan Mayer-Heinisch, Urs Meier, Christian

E. Sommer und Alois Wichtl das Ruder des

Handelsverbandes wieder fest in die Hand genommen.

Als erfolgreicher Filialist aus dem

Kernbereich des Handelsverbandes kommend

hat Martin Essl vor allem im Kreis des Präsidiums

wertvolle und richtungweisende Ratschläge

geliefert.

Inhaltlich hat er sich besonders in die sensiblen

und hochpolitischen Gespräche rund um

die Herstellung der Beitragsgerechtigkeit eingebracht.

In vielen Gesprächen mit führenden

Unternehmern aus der Industriellenvereinigung

und den Spitzen der WKÖ wurde das ohnehin

Bekannte von Martin Essl als Sprecher

des Handelsverbandes nochmals deutlich for-

Hans Jörg Greiml neuer Vizepräsident

Hans Jörg Greiml, Vorstand Beschaffung

und Vertrieb der bauMax AG verstärkt

seit März diesen Jahres als Vizepräsident

das Vorstandsteam des Österreichischen

Handelsverbandes. Von 1987 bis 1995 war

er Einkaufsleiter bei bauMax, von 1995 bis

1999 Geschäftsführer einer Baumarktkette in

Deutschland. Seit 1999 ist Vorstand der

Personalia

Verstärkung im Team des Handelsverbandes:

Petra Denk

Seit Jänner 2009 verstärkt Mag. Petra Denk

das Team des Handelsverbandes. Sie tritt

die Nachfolge von Mag. Barbara Doninger an,

die aus privaten Gründen ihren Lebensmittelpunkt

nach Frankreich verlegt hat.

Petra Denk ist bei der Interessensvertretung

der Handelsbetriebe Österreichs nunmehr für

die Leitung der Bereiche Marketing und PR

zuständig.

muliert: große Unternehmen zahlen nach allen

bekannten Kriterien zuviel in die WK-Organisation.

Leider war es uns nicht beschieden, am Verhandlungstisch

zu einer konsensualen Lösung

zu kommen. Der Rechtsweg freilich wird den

großen Unternehmen ihr Recht bringen. Ein

mühsamer und beschwerlicher Weg.

Eine weitere deutlich sichtbare Spur hat

Martin Essl im Handelsverband gelegt: Gemäß

dem Vorbild der Familientradition tritt er

als Vermittler zwischen Wirtschaft und darstellender

Kunst ein. So hat er es, besonders

durch sein Eintreten für die Sache ermöglicht,

dass im Handelsverband regelmäßig Vernissagen

junger Künstler stattfanden. Der Handelsverband

dankt Martin Essl für sein Wirken als

Vizepräsident.

bauMax Handels AG, zuständig für Verkauf,

Marketing, Werbung und Merchandising in

Österreich. Seit 2002 zeichnet er als Vorstand

der bauMax AG auch für den Verkauf Österreich,

den internationalen Einkauf, das internationale

Merchandising sowie für die internationale

Logistik und Disposition

verantwortlich.

Die gebürtige Schwedin verfügt über zehn

Jahre Erfahrung im Journalismus, die sie unter

anderem bei ORF, Wirtschaftsblatt, Industriemagazin

und bei der Verlagsgruppe News

sammeln konnte.

Im April 2008 übernahm Petra Denk die Leitung

eines Fachverlags, wo sie Erfahrungen

im Management dreier Magazintitel sammeln

konnte.


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