Elektronische Rech- nung ab 2013 Gewinnfreibetrag - Pirklbauer

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Elektronische Rech- nung ab 2013 Gewinnfreibetrag - Pirklbauer

KommR MMag. Gerhard Pirklbauer, MBA

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

Unternehmensberater

Elektronische Rechnung

ab 2013

Bislang waren nur wenige Unternehmen

in der Lage oder bereit, die hohen

technischen Anforderungen für

auf elektronischem Wege übermittelte

Rechnungen zu erfüllen. Aufgrund einer

zwingend umzusetzenden Verordnung

der EU kommt es ab 2013 zu einer erheblichen

Vereinfachung.

Regelung derzeit

Zwei der vier derzeit möglichen Verfahren

für elektronisch übermittelte Rechnungen

für umsatzsteuerliche Zwecke (Vorsteuerabzug)

beziehen sich auf Fälle der Rechnungsübermittlung

an den Bund. Wird von

diesen Fällen abgesehen, sind bis Ende

2012 nur zwei Verfahren (elektronische

Signatur und Übermittlung im EDI-Verfahren)

zulässig. Diese sind jedoch aufwändig

für die Anwender und haben sich

deshalb in der Praxis nicht durchgesetzt.

Gleichstellung mit Papierrechnung

Bedingt durch eine zwingend umzusetzende

Verordnung der EU kommt es zu

einer erheblichen Vereinfachung bei der

Übermittlung elektronischer Rechnungen.

Mit dem AbgÄG 2012 soll die elektronische

Rechnungslegung mit Wirkung ab 1. 1.

2013 neu geregelt werden und damit eine

Vereinfachung der Rechnungsausstellung

und die Gleichstellung von Papierrechnung

und elektronischer Rechnung erzielt

werden.

Elektronische Rechnung ab 1. 1. 2013

Der Leistungsempfänger hat als Voraussetzung

für den Vorsteuerabzug die Echtheit

der Herkunft, Unversehrtheit des

Inhalts und Lesbarkeit der Rechnung

nachzuweisen. Zudem müssen sämtliche

erforderlichen Rechnungsangaben im Beleg

enthalten sein. Diese Voraussetzungen

werden sowohl für die Papier- als auch die

elektronische Rechnung gelten.

Dieser Anforderung kann wie bisher durch

eine qualifizierte elektronische Signatur

oder das EDI-Verfahren entsprochen werden.

Ab 1. 1. 2013 ist der Nachweis der Unversehrtheit

der elektronisch übermittelten

Rechnung auch möglich, wenn der Unternehmer

ein innerbetriebliches Kontrollverfahren

anwendet, durch das ein verlässlicher

Prüfpfad zwischen der Rechnung

und der Leistung geschaffen wird.

Welche Voraussetzungen konkret der Fiskus

für die Anerkennung einer elektronisch

übermittelten Rechnung fordert, bleibt abzuwarten.

Jedenfalls sollte aber belegbar

sein, dass es den angeführten Leistungsaustausch

zwischen den Unternehmern

gegeben hat und die verrechneten Beträge

für diese Leistungen angefallen sind. Die

Überprüfung dieser Punkte sollte mittels

eines innerbetrieblichen Kontrollsystems

sichergestellt werden. Dieses Kontrollverfahren

kann im Rahmen eines entsprechend

organisierten Rechnungswesens

geschehen, aber auch manuell durch Abgleich

der Rechnung mit den vorhandenen

Geschäftsunterlagen (wie zB Bestellung,

Auftrag, Kaufvertrag, Lieferschein). Derartige

Prüfungen der Eingangsrechnungen

finden bereits heute in zahlreichen Betrieben

statt, diese haben ab 2013 nur noch

die durchgeführten Prüfungen zu dokumentieren.

Details zur Neuregelung bleiben abzuwarten.

Unternehmer sollten sich darauf

vorbereiten, zukünftig verstärkt mit elektronischen

Rechnungen konfrontiert zu sein.

Die dafür notwendigen organisatorischen

und technischen Änderungen sind in den

Monaten bis Ende des Jahres 2012 durchzuführen.

Im Ergebnis können zukünftig auch elektronische

Rechnungen, die zB per E-Mail,

als E-Mail-Anhang oder Web-Download, in

einem elektronischen Format (zB als PDF-

oder Textdatei) übermittelt werden, zum

Vorsteuerabzug berechtigen, ohne dass

eine Signatur im Sinne des Signaturgesetzes

erforderlich ist.

Der Empfänger der elektronischen Rechnung

muss dieser Art der Rechnungsausstellung

allerdings zustimmen.

Steuer- und Wirtschaftsinformation | Ausgabe September 2012

Gewinnfreibetrag

Der Gewinnfreibetrag in Höhe von maximal

13 % des Gewinnes steht seit dem

Jahr 2010 allen natürlichen Personen (inkl.

den Gesellschaftern von Personengesellschaften)

zu, die Einkünfte aus Gewerbebetrieb,

aus selbständiger Arbeit oder aus

Land- und Forstwirtschaft beziehen.

Der Gewinnfreibetrag besteht aus einem

Grundfreibetrag und einem investitionsbedingten

Freibetrag.

Bis zu einem Gewinn von € 30.000,00 wird

der Gewinnfreibetrag automatisch mit 13 %

berücksichtigt.

Übersteigt der Gewinn € 30.000,00 kann

zusätzlich der investitionsbedingte

Freibetrag beansprucht werden. Dieser

zusätzliche Freibetrag ist mit den Anschaffungs-

bzw Herstellungskosten der

Investitionen begrenzt. Bei einem Gewinn

von € 50.000,00 beträgt der maximale

zusätzliche Freibetrag somit € 2.600,00.

Eine Investition zumindest in Höhe von

€ 2.600,00 ist erforderlich.

Begünstigte Investitionen sind abnutzbare

körperliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens

mit einer Nutzungsdauer von

mindestens vier Jahren und bestimmte

Wertpapiere.

Nicht begünstigt sind im Wesentlichen

PKW, Kombi, Geringwertige Wirtschaftsgüter

sowie gebrauchte Wirtschaftsgüter.

Überprüfen Sie, ob im Jahr 2012 noch Investitionen

zur Optimierung des Gewinnfreibetrages

sinnvoll sind.

Elektronische Rechnung ab 2013

Gewinnfreibetrag

Highlights aus dem Ministerialentwurf

zum AbgÄG 2012

Auflösungsabgabe

Teilzeitbeschäftigte

Interne Ecke


Steuern

Raphaela Zillhammer

Bilanzbuchhalterin

E-Mail: rzillhammer

@pirklbauer.com

Highlights aus dem

Ministerialentwurf

zum AbgÄG 2012

Mit dem im Juli 2012 veröffentlichten

Entwurf zu einem neuen Abgabenänderungsgesetz

(AbgÄG 2012) sollen

24 Gesetze geändert werden. Es ist zu

erwarten, dass in der Regierungsvorlage,

die nach dem Begutachtungsverfahren

Ende September 2012 präsentiert

werden soll, weitere Änderungen,

insbesondere im Bereich der neuen

Immobilienbesteuerung, aufscheinen

werden.

Nachfolgend die für die Praxis wichtigsten

geplanten Änderungen. Die endgültige

Beschlussfassung bleibt abzuwarten:

Einkommensteuer

Bescheidberichtigung

Derzeit ermöglicht eine Bestimmung in

der Bundesabgabenordnung (BAO) eine

Bescheidberichtigung bis zum Ablauf der

Verjährungsfrist, wenn sich ein steuerlicher

Sachverhalt entweder nicht oder

doppelt auswirken würde (zB Berücksichtigung

einer unterlassenen Rückstellung).

Nunmehr soll diese Bestimmung

in der BAO wieder gestrichen werden

und in ähnlicher Form ins Einkommensteuergesetz

iZm der Bilanzberichtigung

aufgenommen werden. Der sachliche

Anwendungsbereich wird damit auf das

Einkommen- und Körperschaftsteuergesetz

eingeschränkt. Im Interesse der

Besteuerung des richtigen Totalgewinns

soll eine steuerwirksame Korrektur periodenübergreifender

Fehler aus verjährten

Zeiträumen möglich werden. Die neue

Bestimmung, welche ab 1.1. 2013 in Kraft

treten soll und erstmals auf Verstöße der

Wirtschaftsjahre ab 2003 anzuwenden

sein wird, soll aber nicht nur für Bilanzierende,

sondern auch für Einnahmen-

Ausgaben-Rechner und für die Ermittlung

von Einkünften aus Vermietung

und Verpachtung gelten.

Spendenabzug

Der Höchstbetrag für die Berücksichtigung

von Spenden soll künftig auf den

Gewinn bzw Gesamtbetrag der Einkünfte

des laufenden Jahres (und nicht

wie bisher auf das Vorjahr) bezogen werden.

Weiters sollen Dachverbände zur

Förderung des Behindertensports in die

Systematik der Liste der spendenbegünstigten

Organisationen einbezogen werden.

Zur besseren Dokumentation soll

auf Verlangen des Spenders durch die

Spendenorganisation eine Spendenbestätigung

ausgestellt werden.

Grundstücksbesteuerung

Werden private Grundstücke des „Altvermögens“

in ein Betriebsvermögen

eingelegt, sind diese – mit Ausnahme

des Grund und Bodens – mit dem Teilwert

zu bewerten. Bei einer späteren

Veräußerung sind die vor der Einlage angefallenen

stillen Reserven nach den

Regeln für Altvermögen zu versteuern

(dh mit 3,5 % des Teilwertes). Die nach

der Einlage im Betrieb entstandenen stillen

Reserven sind nach den allgemeinen

betrieblichen Gewinnermittlungsgrundsätzen

zu ermitteln und mit dem besonderen

Steuersatz von 25 % zu versteuern.

Diese Grundsätze sollen auch im außerbetrieblichen

Bereich im Falle der erstmaligen

Nutzung (Vermietung) eines Gebäudes

des „Altvermögens“ gelten. Bei

Gebäuden des Neuvermögens sollen bei

erstmaliger Nutzung die Anschaffungskosten

die Bemessungsgrundlage für die

AfA sein.

In Hinblick auf eine anderslautende UFS-

Entscheidung soll klargestellt werden, dass

die Veräußerung eines Anteils an einer

vermögensverwaltenden Personengesellschaft

steuerlich als Veräußerung des

anteiligen Vermögens der Gesellschaft

gilt. Damit entfällt die Möglichkeit, einen

im Privatvermögen gehaltenen Mitunternehmeranteil

nach Ablauf der einjährigen

Spekulationsfrist steuerfrei zu veräußern.

Fließt der Veräußerungserlös bei einer

Grundstücksveräußerung bei Einnahmen-

Ausgaben-Rechnern oder im Privatbereich

in Form einer Rente zu, steht der

besondere Steuersatz von 25 % nicht

zu. Die Rentenzahlungen unterliegen ab

Überschreiten der Anschaffungskosten

des Grundstücks dem Tarifsteuersatz.

Sonstige Änderungen

Der Unterhaltsabsetzbetrag soll bereits

bei der Veranlagung für 2012 nur für Kinder

berücksichtigt werden können, die sich

im Inland, in einem EU-/EWR-Staat oder in

der Schweiz aufhalten. Für Kinder, die sich

in Drittstaaten (ausgenommen Schweiz)

aufhalten, wird nach der Rechtsprechung

des Verfassungsgerichtshofes die Hälfte

der tatsächlich bezahlten Unterhaltskosten

als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt.

Die Kapitalertragsteueranmeldung soll

künftig elektronisch erfolgen.

Auch die Anforderung und Übermittlung

von Gutachten der Forschungsförderungsgesellschaft

(FFG) im Zusammenhang

mit der Forschungsprämie soll elektronisch

erfolgen.

2

Umgründungen

Die Ausschüttungsfiktion für Importverschmelzungen

von Gesellschaften

aus Niedrigsteuerländern wird auf Schwesternverschmelzungen

ausgedehnt.

Die bei Umwandlung einer Kapitalgesellschaft

auf ein Einzelunternehmen oder

eine Personengesellschaft vorgesehene

Ausschüttungsfiktion, durch welche die

Besteuerung der bis zur Umwandlung nicht

ausgeschütteten Gewinne sichergestellt

werden soll, wird abermals – nach nicht

einmal zwei Jahren – neu gefasst und soll

künftig auf das sogenannte „Gewinnkapital“

abgestellt werden. Als Gewinnkapital

wird der Unterschiedsbetrag zwischen

dem steuerlichen Umwandlungskapital

und den Einlagen laut Evidenzkonto bezeichnet.

Durch die Anknüpfung an das

steuerliche Umwandlungskapital kommt

es zu einer vorgezogenen Belastung mit

Kapitalertragsteuer hinsichtlich der zeitlichen

Differenzen zwischen Steuer- und

Unternehmensrecht. Anzuwenden ist die

Neuregelung auf Umwandlungen, die

nach dem 31.10. 2012 zur Eintragung in

das Firmenbuch angemeldet werden.

Außerdem soll das Umgründungssteuergesetz

an das neue Kapitalbesteuerungsregime

angepasst werden.

Umsatzsteuer

Die langfristige Vermietung von Beförderungsmitteln

(ausgenommen

Sportboote) an Nichtunternehmer soll ab

1.1. 2013 am Empfängerort steuerbar

sein.

Unternehmer, die ihre Umsätze nach vereinnahmten

Entgelten versteuern, sollen

künftig auch die Vorsteuern erst im Zeitpunkt

der Bezahlung geltend machen

können. Dies gilt nicht für Versorgungsunternehmen

und solche Unternehmen,

deren Vorjahresumsatz mehr als € 2 Mio.

betragen hat.

Finanzstrafgesetz

Eine UFS-Entscheidung aus Linz hat in

der Vergangenheit zur Rechtsunsicherheit

geführt, ob eine in der Umsatzsteuererklärung

ausgewiesene Restschuld als

Selbstanzeige zu werten ist. Nunmehr

soll für diese Fälle eine ausdrückliche Regelung

zur Selbstanzeige geschaffen und

klargestellt werden, dass die Restschuld

nicht auf die einzelnen Voranmeldungszeiträume

aufgegliedert werden muss.

Weiters soll klargestellt werden, dass die

Zahlungsfrist zur Erlangung der Straffreiheit

bei bescheidmäßig festzusetzenden

Abgaben mit Erlassung des Abgaben-

oder Haftungsbescheids beginnt.


Auflösungsabgabe

Wird ein arbeitslosenversicherungspflichtiges

Dienstverhältnis beendet,

fällt ab 1.1. 2013 grundsätzlich eine

Auflösungsabgabe in Höhe von voraussichtlich

€ 113,00 an. Diese Abgabe ist

vom Dienstgeber zu entrichten.

Bei der Auflösungsabgabe handelt es sich

um eine vom Dienstgeber unaufgefordert zu

entrichtende Bundesabgabe, die zum Ende

jedes arbeitslosenversicherungspflichtigen

Dienstverhältnisses zu entrichten ist.

Diese Abgabe betrifft auch freie Dienstverhältnisse.

Die Auflösungsabgabe fließt der

Gebarung Arbeitsmarktpolitik zu. Die Hälfte

der Einnahmen wird der Arbeitsmarktrücklage

zugeführt und für Beihilfen an Unternehmen

zur Förderung der Beschäftigung

älterer Personen verwendet.

Sie ist im Monat der Auflösung des Dienstverhältnisses

gemeinsam mit den Sozialversicherungsbeiträgen

fällig und vom Dienstgeber

unaufgefordert an den zuständigen

Krankenversicherungsträger zu leisten.

Auflösungsabgabe ist nicht zu entrichten,

wenn

• der Dienstnehmer kündigt,

• der Dienstnehmer ohne Vorliegen eines

wichtigen Grundes vorzeitig austritt bzw

das Vertragsverhältnis löst,

• der Dienstnehmer aus gesundheitlichen

Gründen vorzeitig austritt,

• der Dienstnehmer gerechtfertigt entlassen

wird bzw der Dienstgeber das Dienstverhältnis

aus wichtigem Grund vorzeitig

auflöst,

• im Zeitpunkt der Auflösung des Dienstverhältnisses

Anspruch auf eine Invaliditäts-

oder Berufsunfähigkeitspension besteht,

• der Dienstnehmer bei einvernehmlicher

Auflösung des Dienstverhältnisses das

Regelpensionsalter vollendet hat und die

Anspruchsvoraussetzungen für eine Alterspension

erfüllt oder

• der Dienstnehmer bei einvernehmlicher

Auflösung des Dienstverhältnisses die

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme

eines Sonderruhegeldes nach dem

Nachtschwerarbeitsgesetz erfüllt.

Für geringfügig Beschäftigte oder Personen,

die altersbedingt von der Arbeitslosenversicherung

ausgenommen sind (zB

Anspruchsvoraussetzungen für eine Alterspension

werden erfüllt), ist die Abgabe

nicht zu entrichten. Bei einem Wechsel von

einer Vollversicherung zu einem geringfügigen

Beschäftigungsverhältnis ist die Auflösungsabgabe

jedoch zu leisten.

Keine Abgabe ist zu entrichten, wenn das

Dienstverhältnis auf längstens sechs Monate

befristet war oder während des Probemonates

aufgelöst wird. Befreit ist auch die

Auflösung eines Lehrverhältnisses, die Beendigung

eines verpflichtenden Ferial- oder

Berufspraktikums und die Auflösung nach

§ 25 der Insolvenzordnung.

Die Abgabe fällt weiters nicht an, wenn innerhalb

eines Konzerns im unmittelbaren

Anschluss an das beendete Dienstverhältnis

ein neues Dienstverhältnis begründet

wird oder das Dienstverhältnis durch den

Tod des Dienstnehmers endet.

Teilzeitbeschäftigte

Teilzeitarbeit liegt vor, wenn die vereinbarte

Wochenarbeitszeit die gesetzliche

Normalarbeitszeit oder eine durch Normen

der kollektiven Rechtsgestaltung

festgelegte kürzere Normalarbeitszeit

im Durchschnitt unterschreitet.

Im Rahmen der „Gemeinsamen Prüfung

der lohnabhängigen Abgaben“ (GPLA)

wird oft festgestellt, dass die arbeitsrechtlichen

Ansprüche dieser Personengruppe

nicht immer korrekt ermittelt werden.

Teilzeitbeschäftigte dürfen wegen der Teilzeitarbeit

gegenüber vollzeitbeschäftigten

Arbeitnehmern nicht benachteiligt werden.

Freiwillig geleistete Sonderzahlungen,

Prämien und Zulagen sind zumindest in

dem Ausmaß, das der tatsächlich geleisteten

Arbeitszeit im Verhältnis zur Normalarbeitszeit

entspricht zu gewähren. Eine

unterschiedliche Behandlung wäre nur

dann möglich, wenn dies durch sachliche

Gründe gerechtfertigt ist. Die Beweisführung

obliegt dem Arbeitgeber.

Urlaubsanspruch

Pro Jahr besteht ein Urlaubsanspruch

von 30 Werktagen bzw fünf Wochen (zu

beachten: eine Woche ist dabei mit 6

Werktagen inkl. Samstag zu rechnen).

Nach Vollendung des 25. Arbeitsjahres 36

Werktage bzw sechs Wochen. Für jede

konsumierte Urlaubswoche – selbst wenn

nur an einem Tag in der Woche gearbeitet

wird – sind jeweils sechs Werktage vom

Jahreskontingent abzuziehen.

Erfolgt nur an einigen Tagen in der Woche

eine Beschäftigung, ist eine „wertneutrale“

Umrechnung auf Arbeitstage zulässig.

Bei einem wöchentlichen Arbeitseinsatz

an drei Tagen würde sich zB ein

Urlaubsanspruch von 15 Arbeitstagen (=

fünf Urlaubswochen x drei Arbeitstage)

errechnen.

Urlaubsersatzleistung

Teilzeitbeschäftigten steht bei Beendigung

des Dienstverhältnisses unter den gleichen

Voraussetzungen wie bei Vollzeitarbeit

eine Urlaubsersatzleistung zu.

Gebührt zum Zeitpunkt der arbeitsrechtlichen

Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses

eine Ersatzleistung, verlängert

sich die Pflichtversicherung um die Zahl

der Werktage, die der Berechnung der

3

Lohnverrechnung

Sandra Keplinger

Lohnverrechnerin

E-Mail: skeplinger

@pirklbauer.com

Ersatzleistung zugrunde gelegt wurden.

Zur vereinfachten Berechnung des Verlängerungszeitraumes

ist für je sechs

Werktage ein weiterer Kalendertag bzw

bei arbeitstäglicher Urlaubsberechnung

mit Fünf-Tage-Woche zwei Kalendertage

hinzuzurechnen. Etwaige in den

Verlängerungszeitraum fallende Feiertage

führen zu keiner weiteren Erstreckung

der Pflichtversicherung.

Feiertage

Feiertage sind nach dem Arbeitsruhegesetz

zu entlohnen. Wird ein Teilzeitbeschäftigter

zB nur einmal in der

Woche tätig und fällt auf diesen Tag ein

Feiertag, müssen die entfallenden Stunden

nicht eingearbeitet werden. Wird

dennoch eingearbeitet, handelt es sich

grundsätzlich um zuschlagspflichtig zu

entlohnende Mehrarbeit.

Sonderzahlungen

Die Bemessung des Urlaubszuschusses

und der Weihnachtsremuneration

ist im jeweiligen Kollektivvertrag

geregelt. Dieser kann in Fällen des

Wechsels von einer Voll- zu einer Teilzeitbeschäftigung

(und umgekehrt) eine

stichtagsbezogene Ermittlung oder eine

Mischberechnung entsprechend des

im Anspruchszeitraum geleisteten unterschiedlichen

Arbeitszeitausmaßes

vorsehen. Existiert keine explizite Regelung,

wird oftmals übersehen, dass

nach Lehre und Judikatur jedenfalls

eine Mischberechnung zu erfolgen hat.

Bei Teilzeitbeschäftigen, die regelmäßig

Mehrarbeit verrichten, sind Mehrarbeitsstunden

bei der Bemessung der

Sonderzahlung durchschnittlich zu berücksichtigen,

sofern sie nicht als Zeitausgleich

konsumiert wurden.

Überstunden

Neben zuschlagspflichtigen Mehrarbeitsstunden

können bei Teilzeitbeschäftigten

auch Überstunden anfallen.

Überstundenarbeit liegt vor, wenn der

Teilzeitbeschäftigte die für Vollzeitkräfte

am jeweiligen Wochentag geltende Normalarbeitszeit

oder die wöchentliche

Normalarbeitszeit überschreitet.


Interne Ecke

Dieses Jahr feiert DFK International - ein weltweiter Verbund von

rund 200 unabhängigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzleien

mit Büros in über 80 Ländern - ihr 50-jähriges Bestehen.

Diesen Anlass nutzten wir um uns bei der alljährlichen und dieses

Jahr im Juli in Paris stattfindenden Konferenz von DFK International mit Partnerkanzleien aus den verschiedensten

Teilen der Welt fachlich auszutauschen bzw Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu pflegen.

Wir freuen uns außerdem vom britischen Corporate INTL Magazine als

"Accountancy Advisory Firm of the Year 2012 in Austria” ausgezeichnet

worden zu sein.

Das Corporate INTL Magazine zählt zu den führenden Wirtschaftsmagazinen

und bietet seinen mehr als 70.000 Lesern aktuelle Informationen

aus der Wirtschafts- und Finanzwelt.

Die Gewinner der INTL Corporate Global Awards 2012 wurden von einer

Fachjury aus Top-Managern, Experten der jeweiligen Branchen und den

Herausgebern des Magazins ausgewählt. Dabei wird beurteilt, welche

Nominierten in den vergangenen zwölf Monaten neben Fachkompetenz

vor allem auch mit erstklassigem Service ihre Klienten begleitet haben.

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