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Forst Live - Dr. Neinhaus Verlag AG

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Landpost 12/2011 Forsttechnik 13 Rückewagen im Privatwald Nur Modelle mit bestandener FPA-Prüfung halten den Anforderungen im Forst stand Den eigenen Wald bewirtschaften heißt oft auch: selber schlagen, selber rücken, selber verkaufen. Neben der Forstseilwinde kommt dabei im Privatwald besonders dem Rückewagen eine große Bedeutung zu. An fast allen Standard-Schleppern können Rückeanhänger gehängt werden. Während der Anbau von Harvesteraggregaten an landwirtschaftliche Schlepper tendenziell doch eher in den semiprofessionellen Bereich fällt, zum Beispiel in Eigenregie betrieben von Selbstwerbern oder Privatwaldbesitzern, haben die Rückewagen durchaus das Zeug zu mehr. Sie werden zwar in Sachen Leistung einen vollwertigen Forwarder nicht ersetzen, können aber sowohl für landwirtschaftliche als auch für Forstlohnunternehmer eine sinnvolle Ergänzung sein: etwa in Bereichen, in denen ein umständlich per Tieflader anzuliefernder Rückezug wegen zu geringem oder zu verstreutem Hiebsanfall nicht lohnt oder aber in ganz neuen Einsatzbereichen. Zu nennen sei hier das Zusammenfahren von Astmaterial für das anschließende Hacken nach einem Schnitt der Wegränder oder Knicks. Die richtige Auswahl Doch was sollten Landwirte, Waldbesitzer und Lohnunternehmer beachten beim Kauf eines Rückewagens? Welche potenziellen Schwachstellen gibt es, besonders vor dem Hintergrund, dass die Wagen im Forst- Dauereinsatz im Vergleich zum gelegentlichen Bauernwaldeinsatz härteren Belastungen ausgesetzt sind? Gemeinsam mit dem Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) in Groß-Umstadt, das uns bei diesen Recherchen unterstützt, haben wir einige wichtige Punkte für Sie zusammengestellt. Zunächst einmal: Nicht jeder Rückewagen, der angeboten wird, ist auch tatsächlich für den Profieinsatz tauglich. Bei einem Messerundgang stellte das KWF fest, dass 80 (!) Prozent aller auf dem Markt befindlicher Rückewagen sicherheitstechnische Mängel haben. Dass KWF empfiehlt daher, nur Modelle mit einer bestandener FPA-Prüfung zu erwerben. Diese Prüfung beinhaltet eine sicherheitstechnische Prüfung, die alle relevanten Punkte berücksichtigt. Zu nennen sind hier die Kransteuerung, die Standsicherheit, die Hubmomente sowie die Dimensionen der Reifen und Räder. Auch auf die Ladegitterabmessungen und -festigkeit muss geachtet werden: Die Konturen sollen dabei die gleichen sein wie die der Rungen, empfiehlt das KWF. Und die Höhe des Ladegitters muss mindestens gleich — eher etwas höher — sein. Der Kran schließlich muss von einem sicheren Stand aus zu bedienen sein. Für eine höhere Geländegängigkeit sollte eine Knickdeichsel vorhanden sein, empfiehlt das KWF. Stichwort Bremsen. Neben den Druckluftbremsen gibt es hydraulische und mechanische Systeme. Das KWF rät: Der Rückewagen sollte eine Druckluftbremsanlage haben. Dazu muss gesagt werden, dass mit hydraulischen Bremsen das Fahren auf öffentlichen Straßen nur eingeschränkt gestattet ist. Der Privatmann sollte zudem beachten, dass sich die Zulassung nach StVZO auch auf die Zuladung bezieht. Sonst könne es beispielsweise Probleme geben, damit etwa Brennholz über die Straßen zu transportieren. Stichwort Zulassung: Die Betriebserlaubnis der Rückeanhänger wird zumeist als Einzelbetriebserlaubnis erteilt. Dabei wird von der Zulassungsstelle auch die zulässige maximale Geschwindigkeit auf öffentlichen Straßen festgelegt. Dabei Rückewagen können an fast alle Standard-Schlepper angehängt werden. Foto: Landpixel werden nach KWF-Angaben die land- oder forstwirtschaftlichen Einsatzverhältnisse auf gewohnte Weise berücksichtigt, zum Beispiel bezüglich der Zulassungsfreiheit. Unter der Voraussetzung, dass die technische Ausstattung des Anhängers ausreichend ist, sind Geschwindigkeiten von über 25 km / h auf öffentlichen Straßen prinzipiell möglich. Käufer sollten aber allein schon aus Arbeitsschutzgründen dabei auf eine gute Bremsanlage des Anhängers achten. Sicherheit FPA-Prüfung, schön und gut. Da sich aber bislang nur wenige Rückewagenhersteller dieser Prüfung unterzogen haben, wird die Auswahl leider recht klein. Und andererseits ist nicht jeder nicht-FPA-geprüfte Rückewagen für den Profieinsatz untauglich. Käufer sollten sich jedoch eine schriftliche Erklärung geben lassen, dass der Rückewagen alle sicherheitstechnischen Kriterien erfüllt. Außerdem empfehle sich nach KWF-Angaben, im Kaufvertrag den Zusatz aufzunehmen, dass alle nicht erfüllten Kriterien kostenlos nachgerüstet werden. Eine anschließende Sicherheitsprüfung durch die Berufsgenossenschaften oder das KWF könnte diese eventuellen Mängel dann leicht aufzeigen. Die Kranarbeit unterscheidet sich beim Rückewageneinsatz im Vergleich zum Rückezug: Während beim Rückezug das Holz direkt gegriffen und gehoben wird, wird beim Rückewa- geneinsatz wegen der meist schwächer ausgestatteten Krane das Holz mit dem Greifer herangezogen und dann nahe am Rückewagen erst gehoben. Bei den Herstellerangaben bezüglich der Kranleistung sollte man berücksichtigen, dass — bei voller Kranausfahrung das zu hebende Gewicht — noch um das Gewicht des Rotators und Greifers reduziert werden muss. Der Kraneinsatz In der Regel ist der Kran am Rückewagen angebaut und kann entweder wetterunabhängig von der Kabine aus oder vom sicheren Stand neben dem Rückewagen bedient werden. Daneben gibt es aber auch Systeme, bei denen der Kran direkt am Schlepper montiert und der Rückewagen somit „kranlos“ und dementsprechend leichter ist. Die Vor- und Nachteile richten sich nach der übrigen Einsatzart der Zugmaschine: Wird der Schlepper neben den Rückearbeiten überwiegend für Transportfahrten eingesetzt, ist der aufgebaute Kran eher hinderlich und bindet unnötig Eigengewicht. Wird der Schlepper hingegen viel für andere Kranarbeiten eingesetzt, kann dieses System durchaus vorteilhaft sein. Während der Kranarbeit können die Rückewagen bei den meisten Modellen mit zwei Beinen auf dem Boden abgestützt werden. In jedem Fall empfiehlt das KWF, sollte der Schlepper mindestens 80 PS haben, um einen kleinen Rückewagen zu bewegen. Die Faustzahl

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