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2-2023

Fachzeitschrift für Medizintechnik-Produktion, Entwicklung, Distribution und Qualitätsmanagement

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FACHZEITSCHRIFT<br />

FÜR MEDIZIN-TECHNIK<br />

November MAI/JUNI 2/<strong>2023</strong> November-Dezember JG. 14<br />

1/2008<br />

meditronicjournal<br />

SDC: Viele Medizingeräte über ein<br />

zentrales Bediensystem steuern<br />

Steute, Seite 6


Celsi ® ...<br />

MAX-Temperaturwert Registrier Etiketten<br />

€ 20,4<br />

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Rol<br />

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ert<br />

Das Micro-CelsiStrip® (= MC) rechts auf<br />

dem IC hat in der Vergangenheit die Temperaturwerte<br />

60°C und 71°C erreicht. Die<br />

82°C und 93°C wurden nie erreicht, also<br />

ist dort keine Dauerschwärzung erfolgt.<br />

Das Micro-CelsiStrip® links auf dem IC<br />

hat 60°C nie erreicht oder überschritten.<br />

Die Felder sind weiss verblieben.<br />

Micro-CelsiStrip® 5 x 11 mm.<br />

€ 17,9<br />

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Rol<br />

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Dieses CelsiClock® (= CC) mit dem Bereich<br />

von 99°C bis 177°C trägt fünf Temperaturansprechschwellen.<br />

Dieses CC®<br />

durchlief mit Komponenten einen thermischen<br />

Alterungsprozess. Vorgegebene<br />

Prozessgrenzwerte wurden erreicht. Komponenten<br />

zur weiteren Verarbeitung freigegeben.<br />

CelsiClock® ø12 mm.<br />

€ 20,4<br />

,40 / 10e<br />

r Box<br />

Rol<br />

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rs preiswert<br />

Dieser Jumbo-CelsiStrip® (= CSJ) ist auf<br />

einem Transportrohr für Milchprodukte appliziert.<br />

Regelmässige Heissspülungen mit<br />

Desinfektmittel sind Vorschrift. Im Rohrsystem<br />

müssen überall Mindesttemperaturwerte<br />

erreicht und auch dokumentiert<br />

werden. Das CSJ ist die beweiskräftige<br />

Dokumentation. Sondermodelle möglich.<br />

SPIRIG<br />

SWITZERLAND<br />

Apply and Forget Until You Inspect!<br />

CelsiStrip ® CelsiClock ® CelsiPoint ®<br />

Irreversibles Aufzeichnen der je an Oberflächen aufgetretenen<br />

MAXIMALEN - Temperaturwerte.<br />

Selbstklebendes Celsi® auf Testfläche aufbringen.<br />

T-werte und T-kombinationen von +40°C bis +260°C.<br />

Genauigkeit ±1,5 %. Reaktionszeit unter 1 Sekunde.<br />

Beim Ueberschreiten des Temperaturwertes des<br />

ursprünglich weissen Feldes erfolgt eine Dauerschwärzung.<br />

Rol<br />

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preiswert<br />

Dieser CelsiStrip® (= CS-A) für einen automobiltechnischem Versuch in Minuten auf einem<br />

Bremszylinder appliziert, spart Zeit und Material. Kein mühsames Installieren von<br />

Messkabel und Instrumentarium. Verfügbar mit acht (8) oder fünf (5) Messwerten.<br />

Rollenware besonders preiswert<br />

Dieser CelsiPoint® (= CP) ist in (40) verschiedenen<br />

T-Werten lieferbar. Bei einem<br />

Heissluft-Trocknungsprozess hat dieser<br />

Teil eines Prints die 82°C sicher überschritten,<br />

aber um Wieviel?<br />

Empfehlung: Mehrbereichs MC nutzen.<br />

CelsiPoint® ø 9 mm.<br />

Detailiierte Angaben und Preise<br />

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Ab Bestellwert €200.- DHL Gratisversand.<br />

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€ 8,30<br />

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4er Box €. 27<br />

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preiswert<br />

Diese beiden Jumbo-CelsiDot® (= CDJ)<br />

93°C Etiketten sind links auf einem E-Motor<br />

und rechts auf einer Getriebebox platziert.<br />

Motorgehäuse hat die 93°C überschritten,<br />

das Getriebe nicht. Die grosse<br />

weisse Fläche kann auch auf Distanz optisch<br />

gut erkannt werden.Standardmässig<br />

verfügbar in 54°C, 93°C und 121 °C.<br />

Jumbo-CelsiDot® 14 x 14 mm.<br />

50+ years of development, manufacturing and<br />

distribution<br />

Spirig Ernest Dipl.-Ing.<br />

Hohlweg 1 8640 Rapperswil Switzerland<br />

Telefon: (+41) 55 222 6900 Fax: (+41) 55 222 6969<br />

celsi@spirig.com<br />

www.spirig.com<br />

66 71 77 82 88 93 99 104 110 116 121 127 132 138 143 149 154 160 166 171 177 182 188 193 199 204 210 216 224 232 241 249 254 260 °C<br />

°C 40 43 46 49 54 60


Editorial<br />

Erfolgsfaktor<br />

Systems Engineering<br />

Lutz Schüle<br />

Geschäftsbereichsleiter Medizintechnik<br />

ITK Engineering GmbH<br />

www.itk-engineering.de<br />

Innovative und digitale Geschäftsmodelle, hochkomplexe, verteilte und vernetzte medizinische<br />

Systeme mit extrem großem Softwareanteil sowie hohe Zulassungshürden stellen Hersteller vor<br />

diverse Herausforderungen. Die unterschiedlichen Disziplinen im Entwicklungsprozess dürfen<br />

nicht mehr separat voneinander betrachtet werden. Höchste Qualität und Sicherheitsstandards,<br />

Zuverlässigkeit, maximale Verfügbarkeit, Wartbarkeit und hohe Benutzerfreundlichkeit gepaart mit<br />

Kosteneffizienz und Schnelligkeit – diese hehren Ziele können nur noch durch eine ganzheitliche<br />

Betrachtung aller Zusammenhänge erreicht werden. Systems Engineering liefert hier die Werkzeuge<br />

zur Beherrschung dieser Herausforderungen.<br />

Doch was zeichnet modernes Systems Engineering aus?<br />

Maßgeblich sind hier die Transparenz und das Management von Daten im Entwicklungsprozess.<br />

Hier gilt es, die Heterogenität der Daten aufzulösen und allen Beteiligten den Zugang zu ermöglichen.<br />

Methoden des Systems Engineering wie Modellierung helfen, diese Daten aus unterschiedlichsten<br />

Perspektiven zu vernetzen und somit die Abhängigkeiten aufzuzeigen.<br />

Der Grundstein dafür wird bereits im Anforderungsmanagement gelegt. Hier ist es die große Kunst,<br />

zuerst die Bedürfnisse und Anforderungen aller Stakeholder zu erfassen und Übereinstimmungen<br />

und Widersprüche aufzudecken, um dann im nächsten Schritt auf dieser Basis die Anforderungen<br />

auf Systemebene definieren zu können. Zusammen mit den Fachdisziplinen Software, Hardware<br />

und Mechanik werden die optimalen technischen Lösungen im Rahmen der Systementwicklung<br />

gemeinsam erarbeitet sowie anschließend die Domänenanforderungen aus dem Systementwurf<br />

geschlussfolgert. Hierbei ist ein typisches Vorgehen, von abstrakten Modellen bis hin zu konkreten<br />

Formen wie Schaltplänen, CAD-Zeichnungen, Software-Architekturen etc. einen abgestimmten<br />

Entwicklungsprozess mit Hilfe von datenbankbasierten Tools anzuwenden.<br />

Gleichzeitig wird die Basis für die Rückverfolgung von diversen Informationen wie Anforderungen,<br />

Design-Entscheidungen und Domänen-Realisierungen geschaffen. Diese vernetzten Daten<br />

bilden die Ausgangsbasis für einen „Digital Thread“. Die Methode beschreibt einen digitalen<br />

roten Faden, der Datenflüsse miteinander verbindet, mit dem Ziel, die richtigen Informationen<br />

zur richtigen Zeit den richtigen Stakeholdern zur Verfügung zu stellen. Dies ermöglicht geplantes<br />

und kontrolliertes Änderungswesen während der Entwicklung, aber auch kurzfristige Feature-<br />

Anpassungen für Weiterentwicklungen oder Varianten.<br />

Um ein Produkt weiterentwickeln zu können, ist beispielsweise aus dem Blickwinkel der Mechanik-<br />

Entwicklung die Beantwortung der Frage essenziell, warum das Produkt auf eine bestimmte Art<br />

und Weise gestaltet wurde. Ohne Datenlage müssen die damaligen Entscheider konsultiert oder<br />

eine vage Entscheidung getroffen werden. Ein Ansatz, um die Zusammenhänge zwischen den<br />

Konstruktionsanforderungen und der Gestaltung während der Entwicklung zu erfassen, ist die<br />

direkte Verknüpfung von Anforderungen, beispielsweise aus dem Risikomanagement, sowie CAD-<br />

Elementen und deren Visualisierung im CAD-Modell. Die unterschiedlichen Stakeholder erhalten<br />

so einen schnellen Überblick, welche Anforderung im CAD-Modell umgesetzt wurde und warum.<br />

Die geplante Änderung kann so hinsichtlich Umsetzbarkeit und Erfüllung der Anforderungen des<br />

Risikomanagements geprüft werden.<br />

Systems Engineering ist weit mehr als Anforderungsmanagement. Es geht insbesondere um<br />

die Definition der Struktur, der Schnittstellen und des dynamischen Verhaltens im System. Daher<br />

ist es wichtig, die Gesamtzusammenhänge zu verstehen und die vernetzten Daten als Enabler<br />

für unterschiedlichste Analysen zu nutzen. So ist es möglich, die vielfältigen Anforderungen an<br />

die aktuelle Medizinprodukteentwicklung zu meistern.<br />

Lutz Schüle<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

3


Inhalt<br />

3 Editorial<br />

4 Inhalt/Impressum<br />

6 Titelstory<br />

8 Aktuelles<br />

9 Dienstleistung<br />

14 Software<br />

20 Komponenten<br />

32 Sensoren<br />

33 Stromversorgung<br />

43 Bedienen und Visualsieren<br />

46 Bildverarbeitung<br />

48 Produktion<br />

54 Qualitätssicherung<br />

56 Künstliche Intelligenz<br />

60 EMV<br />

64 Medical-PCs/SBC/Zubehör<br />

November MAI/JUNI 2/<strong>2023</strong> November-Dezember JG. 14<br />

1/2008<br />

FACHZEITSCHRIFT<br />

FÜR MEDIZIN-TECHNIK<br />

SDC: Viele Medizingeräte über ein<br />

zentrales Bediensystem steuern<br />

Steute, Seite 6<br />

meditronicjournal<br />

Zum Titelbild:<br />

SDC:<br />

Viele Medizingeräte über ein<br />

zentrales Bediensystem steuern<br />

Neue Aufgaben und neue Technologien für<br />

User Interfaces. 6<br />

Fachzeitschrift für<br />

Medizin-Technik<br />

meditronicjournal<br />

■ Herausgeber und Verlag:<br />

beam-Verlag<br />

Krummbogen 14, 35039 Marburg<br />

www.beam-verlag.de<br />

Tel.: 06421/9614-0<br />

Fax: 06421/9614-23<br />

■ Redaktion:<br />

Dipl.-Ing. Christiane Erdmann<br />

redaktion@beam-verlag.de<br />

■ Anzeigen:<br />

Myrjam Weide, Tel.: 06421/9614-16<br />

m.weide@beam-verlag.de<br />

Sabine Tzschentke, Tel.: 06421/9614-11<br />

sabine.tzschentke@beam-verlag.de<br />

Tanja Meß, Tel.: 06421/9614-18<br />

tanja.mess@beam-verlag.de<br />

■ Erscheinungsweise:<br />

5 Hefte jährlich<br />

■ Satz und Reproduktionen:<br />

beam-Verlag<br />

■ Druck & Auslieferung:<br />

Bonifatius GmbH, Paderborn<br />

www.bonifatius.de<br />

Der beam-Verlag übernimmt trotz sorgsamer<br />

Prüfung der Texte durch die Redaktion<br />

keine Haftung für deren inhaltliche<br />

Richtigkeit. Alle Angaben im Einkaufsführer<br />

beruhen auf Kundenangaben!<br />

Handels- und Gebrauchsnamen, sowie<br />

Waren bezeichnungen und dergleichen<br />

werden in der Zeitschrift ohne Kennzeichnungen<br />

verwendet. Dies berechtigt nicht zu<br />

der Annahme, dass diese Namen im Sinne<br />

der Warenzeichen- und Markenschutzgesetzgebung<br />

als frei zu betrachten sind und<br />

von jedermann ohne Kennzeichnung verwendet<br />

werden dürfen.<br />

Verlässliche Bedienelemente sind für Medizintechnik<br />

und Notfallgeräte essentiell<br />

Notfallgeräte und Geräte in der Medizintechnik erfordern absolute Zuverlässigkeit<br />

bei der Anwendung. Genaues Steuern und Regeln ist gerade in diesen Bereichen<br />

unerlässlich. 44<br />

Bedeutung von Wireless-Koexistenz-<br />

Tests für vernetzte medizinische Geräte<br />

Unternehmen geben Milliarden von Dollar für einen<br />

schnelleren Zugang zu Informationen aus, und die<br />

Verbraucher zahlen jedes Jahr mehr für schnellere Geräte.<br />

Die Mobilfunkbetreiber haben diesen Trend erkannt und<br />

sind von reinen Sprachnetzen zu datenzentrierten Diensten<br />

übergegangen. 60<br />

4 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Inhalt<br />

Kamerabasierte Medizinprodukte<br />

Welche Vorteile bieten ISO13485:2016-zertifizierte Zulieferer<br />

den Herstellern? 46<br />

Stromversorgungs-Subsysteme für<br />

Photoplethysmographie-Systeme zur<br />

Vitalzeichen-Überwachung – Teil 2<br />

Der aus zwei Teilen bestehende Artikel stellt<br />

validierte Designs für getaktete Stromversorgungen zur<br />

Vitalzeichen-Fernüberwachung an Patienten vor. 36<br />

Neue Verfahren der additiven<br />

Fertigung für die Serienfertigung<br />

Additive Manufacturing gilt als Erfolgsgeschichte.<br />

Das gilt auch für die Medizintechnik, in der additive<br />

Verfahren eine große Rolle spielen. 48<br />

Stift- und Buchsenleisten<br />

als lösbare Verbindung<br />

Eine gute, dauerhafte und zuverlässige Verbindung entsteht<br />

dann, wenn bei der Auswahl von Steckverbinder-Paarungen<br />

die Kenn daten der Komponenten mit den Spezifikationen der<br />

Anwendung abgeglichen werden. 22<br />

Automatisierte Auswertung von<br />

Blutproben mittels Machine Learning<br />

Durch den Einsatz von Machine Learning wird gezeigt,<br />

dass Störungen auf dem LFA erkannt und entsprechend<br />

klassifiziert werden können. 14<br />

Die Potenziale von Künstlicher<br />

Intelligenz in der Medizin<br />

Besonders in der medizinischen Forschung spielen<br />

die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz, Muster in großen<br />

Datenmengen zu erkennen, eine wachsende Rolle. 56<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

5


Titelstory<br />

SDC: Viele Medizingeräte<br />

über ein zentrales Bediensystem steuern<br />

Neue Aufgaben und neue Technologien für User Interfaces<br />

Kabellose User Interfaces sind im OP inzwischen Standard – und sie eröffnen<br />

die Möglichkeit für die Vernetzung mehrerer Medizingeräte mit einem<br />

zentralen User Interface. © steute Technologies<br />

Wenn in naher Zukunft die Service-oriented<br />

Device Connectivity<br />

(kurz SCD) Realtät wird und die<br />

Medizingeräte im OP „inter operabel“<br />

sind, wird das erhebliche Auswirkungen<br />

auf das User Interface<br />

haben. Die Hersteller sind darauf<br />

vorbereitet – und schon mit Weiterentwicklungen<br />

beschäftigt. Aktuelle<br />

Projekte betreffen u. a. die Echtzeitkommunikation<br />

zwischen interoperablem<br />

User Interface und den<br />

zugehörigen Medizingeräten, die<br />

Nutzung von 5G-basierten Netzinfrastrukturen<br />

und die einfache Integration<br />

von Antennen in die Oberfläche<br />

der Interface-Gehäuse.<br />

Die ersten Entwicklungen in<br />

Richtung „Interoperabler OP“ im<br />

Rahmen mehrerer geförderter Projekte<br />

liegen rund zwanzig Jahre<br />

zurück. Inzwischen gibt es nicht<br />

nur eine normative Grundlage.<br />

Julia Mönks<br />

Research and Innovation<br />

Manager<br />

steute Technologies<br />

GmbH & Co. KG<br />

www.steute-meditec.com<br />

Erste Produkte stehen kurz vor<br />

der Marktreife, die SDC-Normenreihe<br />

wird schrittweise erweitert und<br />

weiter entwickelt, es gibt auch erste<br />

Demonstratoren und Versuchsprojekte<br />

sowie spannende Projekte<br />

zur praxisgerechten Weiterentwicklung<br />

des SDC-Konzeptes.<br />

Viele Medizingeräte –<br />

ein User Interface<br />

Aus Sicht eines Herstellers von<br />

Bediensystemen für den OP, d. h.<br />

für Medizingeräte in unterschiedlichen<br />

Disziplinen (Elektromedizin,<br />

Diagnostik/ bildgebende Verfahren,<br />

Ophthalmologie) ist die<br />

Interoperabilität eine echte Transformation.<br />

Im optimalen Fall wird<br />

eine zentrale Bedienschnittstelle<br />

(„User Interface)“, bestehend z. B.<br />

aus einer Bildschirm-/ Tastatureinheit<br />

und einem Fußschalter, ausreichen,<br />

um sämtliche Medizingeräte<br />

zu bedienen. Das heißt: Das User<br />

Interface übernimmt neue Aufgaben<br />

– nach dem Motto „Eines für alle“.<br />

Ein zentrales User Interface ist<br />

schon deshalb wichtig, weil im OP<br />

eine weiter zunehmende Anzahl<br />

von Geräten an einer Operation<br />

beteiligt ist. Allein für die Anästhesie<br />

werden mehrere Geräte benötigt<br />

(Anästhesiegerät, Patientenmonitor,<br />

Spritzenpumpe…), für die Chirurgie<br />

auch (HF-Gerät, Endoskopie,<br />

3D-Navigation…). Die Integration<br />

der bildgebenden Verfahren in den<br />

OP (OP-Mikroskope, mobile Röntgengeräte…)<br />

erhöht ebenfalls die<br />

Komplexität.<br />

Zwei Voraussetzungen<br />

für die Gerätevernetzung<br />

Zwei Bedingungen müssen erfüllt<br />

sein, wenn die Perspektive der vereinfachten<br />

Bedienung von Medizingeräten<br />

im OP Wirklichkeit werden<br />

soll. Erstens muss die Kommunikation<br />

zwischen Medizingeräten<br />

und ihrem User Interface standardisiert,<br />

d. h. allgemeingültig sein<br />

für verschiedene Geräteklassen<br />

und Hersteller. Die Voraussetzung<br />

dafür schafft die Normenfamilie<br />

ISO/IEEE 11073 („Service-oriented<br />

Device Connectivity/ SDC“). Bis<br />

2025 werden die Normungsgremien<br />

die Erarbeitung der aktuell in Arbeit<br />

befindlichen Grundnormen abgeschlossen<br />

haben. Darüber hinaus<br />

werden Normen für einzelne Medizingerätetypen<br />

entwickelt.<br />

Zweitens muss das zentrale User<br />

Interface neue Funktionen bieten –<br />

insbesondere eine Umschaltmöglichkeit<br />

von Gerät zu Gerät und/<br />

oder die Visualisierung mehrerer<br />

Geräte bzw. Funktionen auf einem<br />

Bildschirm. Wie diese Funktion sich<br />

(einfach und ergonomisch) realisieren<br />

lässt, das zeigen mehrere<br />

Demonstratoren, an deren Entwicklung<br />

der steute-Geschäftsbereich<br />

Meditec beteiligt war und ist.<br />

In Zukunft: Kommunikation<br />

über eingebaute<br />

SDC-Konnektoren<br />

Auf der Hardware-Ebene wird das<br />

SDC-Konzept im OP so realisiert,<br />

dass alle Medizingeräte im ersten<br />

Schritt über eingebaute SDC-Konnektoren<br />

verbunden sind. Das wird<br />

insbesondere kleinen und mittleren<br />

Unternehmen (KMU) den Marktzutritt<br />

erleichtern, weil der Entwicklungs-<br />

und Implementierungsaufwand<br />

aufgrund der in den Konnektoren<br />

implementierten Normen<br />

geringer ist und sich die Geräte<br />

dadurch einfacher mit anderen Geräten<br />

z. B. großer Hersteller vernetzen<br />

lassen.<br />

Erste Pilotprojekte<br />

und Praxiserfahrungen<br />

Dass sowohl die Krankenhäuser<br />

als auch die Hersteller von Medizingeräten<br />

für die Zukunft auf die<br />

standardisierte Kommunikation<br />

nach dem SDC-Konzept setzen,<br />

zeigt die rege Beteiligung an entsprechenden<br />

Normungsarbeiten<br />

und Pilotprojekten. Noch sind keine<br />

zugelassenen SDC-Geräte verfügbar,<br />

aber es gibt bereits erste Pilot-<br />

Anwendungen in Kliniken, etwa in<br />

der Berliner Charité. Und sowohl in<br />

Asien (Japan) als auch in Amerika<br />

(USA) wird ebenfalls an Standardisierungsprojekten<br />

für den interoperablen<br />

OP gearbeitet.<br />

Funktechnik<br />

als Basis für SDC<br />

Da Funk-Bediengeräte, insbesondere<br />

Funk-Fußschalter, heute<br />

im OP weit verbreitet sind, liegt es<br />

nahe, dass künftig auch im interoperablen<br />

OP per Funk kommuniziert<br />

wird. Als Hersteller von User<br />

Interfaces hat steute Meditec ein<br />

Funksystem entwickelt, das speziell<br />

auf die Anforderungen der Medizin-<br />

Aktuelles Beispiel für kabellose<br />

Standard-Fußschalter von<br />

Medizingeräten. Die kompakte<br />

Empfangseinheit wird am Gerät<br />

installiert. © steute Technologies<br />

6 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Titelstory<br />

technik abgestimmt ist. Es ermöglicht<br />

eine sehr zuverlässige kabellose<br />

Signalübertragung und lässt<br />

sich grundsätzlich auch für SDC<br />

nutzen. Allerdings sind hier einige<br />

Weiterentwicklungen teils erforderlich,<br />

teils wünschenswert.<br />

Weiterentwicklung:<br />

Real-time SDC<br />

Für die Einbindung von User Interfaces<br />

wie z. B. Fußschaltern in den<br />

vernetzten OP muss SDC echtzeitfähig<br />

werden, denn der Operateur<br />

muss ohne spürbare Zeitverzögerung<br />

die Medizingeräte bedienen und<br />

insbesondere sicher abschalten können.<br />

Auch für die Kommunikation der<br />

Geräte untereinander ist die Echtzeitfähigkeit<br />

zwingend erforderlich, z. B.<br />

in geschlossenen Regelkreisen.<br />

In der Standardversion ist SDC<br />

allerdings nicht echtzeitfähig. Steute<br />

Meditec treibt daher gemeinsam<br />

mit Partnern das Ziel der Ertüchtigung<br />

zur Echtzeitfähigkeit voran –<br />

zu Real-Time SDC (RT-SDC). Die<br />

Kommunikation erfolgt dabei über<br />

die Ethernet-basierte Time Sensitive<br />

Network (TSN)-Normenfamilie<br />

gemäß IEEE 802.1. Erst diese<br />

Entwicklung von steute Meditec<br />

schafft die Voraussetzung dafür,<br />

SDC auch für die Ansteuerung kritischer<br />

Funktionen der Medizingeräte<br />

in OP und Klinik zu nutzen.<br />

Auf der Hardware-Ebene ermöglicht<br />

ein SDC- Konnektor die Einbindung<br />

der User Interfaces in das<br />

RT-SDC-Netzwerk.<br />

5G-Campusnetz für den OP<br />

Eine zuverlässige Lokalisierung<br />

sowohl der User Interfaces als auch<br />

der zugehörigen Medizin geräte ist<br />

eine wichtige Voraussetzung für die<br />

Kommunikation im SDC-konformen<br />

OP. Deshalb evaluiert das Förderprojekt<br />

KliNet5G, an dem steute<br />

Meditec beteiligt ist, die Umsetzbarkeit<br />

einer offenen 5G-basierten<br />

Netzinfrastruktur in Kliniken.<br />

Ziel ist es unter anderem, eine<br />

sichere und zeitkritische Auslösung<br />

von Medizin geräten mithilfe<br />

eines Universalfußschalters sowie<br />

die Ortung von medizinischem<br />

Equipment innerhalb des entsprechenden<br />

Klinik geländes zu realisieren.<br />

Dabei kommen 5G- und<br />

Low-Energy-Sensoren zum Einsatz<br />

sowie ein von steute Meditec<br />

entwickelter SDC-Konnektor. Im<br />

weiteren Verlauf sollen Gerätefunktionen<br />

durch 5G-Mobilfunkund<br />

Netzwerktechnik proto typisch<br />

konzipiert werden.<br />

Vereinfachte Integration<br />

von Antennen<br />

In einem Projekt des Spitzenclusters<br />

it´s OWL (Intelligente Technische<br />

Systeme) arbeitet steute<br />

Meditec gemeinsam mit Partnern an<br />

neuen Möglichkeiten, die eine Integration<br />

der Schnittstellen technik –<br />

insbesondere der Antenne – in das<br />

User Interface und bei Bedarf auch<br />

in das Medizingerät verein fachen. Im<br />

„Merlin“-Projekt entstanden u. a. so<br />

genannte „Mechatronic Integrated<br />

Devices“ (MID), die sich mit additiven<br />

Fertigungsverfahren herstellen lassen.<br />

Dabei können Antennen oder<br />

auch Leiterbahnen und Sensoren<br />

direkt „mitgedruckt“ werden.<br />

Datensicherheit muss<br />

gewährleistet sein<br />

Wie bei jedem Projekt, bei dem<br />

es um Vernetzung und Datenaustausch<br />

geht, muss auch bei<br />

SDC-Netzwerken das Thema der<br />

Security/ Datensicherheit adressiert<br />

werden – umso mehr, als es<br />

auch um sensible Patienten- und<br />

Gesundheitsdaten geht. Auch hier<br />

Über ein zentrales User Interface (Fußschalter und Bildschirm/ Tastatur) können verschiedene Medizingeräte<br />

angewählt und bedient werden. © steute Technologies<br />

Ein aktueller OR.NET-Demonstrator für den interoperablen OP. © OR.NET<br />

gibt es ein aktuelles, inzwischen<br />

abgeschlossenes F&E-Projekt mit<br />

Beteiligung von steute Meditec.<br />

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum<br />

Kiel (M4KK) mit der Zulassungsexpertise<br />

bei der UniTransferKlinik<br />

Lübeck GmbH (UTK) hat<br />

aktuell verwendete OP-Fußschalter<br />

von steute im Hinblick auf die<br />

Cybersecurity analysiert. Dabei<br />

soll sichergestellt werden, dass die<br />

Fußschalter die Anforderungen der<br />

FDA „Content of Premarket Submissions<br />

for Management of Cybersecurity<br />

in Medical Devices“ erfüllen.<br />

Auf dieser Basis etabliert steute zurzeit<br />

eine neue Methodik, um die<br />

Datenschutzsicherheit zu steigern<br />

und die Fußschalter einschließlich<br />

der Funkschnittstelle gegen Cyber-<br />

Angriffe zu schützen.<br />

Die nächsten Schritte<br />

Auch wenn es als gesichert gelten<br />

kann, dass SDC in absehbarer Zeit<br />

zur Marktreife gelangen wird, sind<br />

immer noch grundsätzliche Fragen<br />

und viele Detaillösungen zu klären.<br />

Die hier beschriebenen Projekte<br />

arbeiten daran. Ziel ist es letztlich,<br />

dass in absehbarer Zeit möglichst<br />

viele Hersteller ihre Geräte mit SDCkompatiblen<br />

Schnitt stellen ausrüsten<br />

– und dass damit der interoperable<br />

OP mit all seinen Vorteilen<br />

nach mehr als zwanzigjähriger<br />

intensiver Vorarbeit Wirklichkeit<br />

wird. Neue Generationen von<br />

User Interfaces für diese Aufgabe<br />

stehen bereit. ◄<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

7


Aktuelles<br />

Medizintechnik ohne Software?<br />

Sonderfläche zeigt Bedeutung von IT in der Medizintechnik<br />

Predictive Maintenance oder Digital Twins in der Produktion, Cybersicherheit in der Klinik oder KI in der Radiologie – Software hat eine immense<br />

Bedeutung für die Entwicklung, Produktion und Anwendung in der Medizintechnik. Das greift die MedtecLIVE with T4M vom 23.-25. Mai <strong>2023</strong> in Nürnberg<br />

mit der Sonderfläche „Software & IT“ auf.<br />

CelsiStrip ®<br />

Thermoetikette registriert<br />

Maximalwerte durch<br />

Dauerschwärzung<br />

Diverse Bereiche von<br />

+40 bis +260°C<br />

GRATIS Musterset von celsi@spirig.com<br />

Kostenloser Versand DE/AT ab Bestellwert<br />

EUR 200 (verzollt, exkl. MwSt)<br />

www.spirig.com<br />

„Algorithmen file: bestimmen TI1CSmini-4565_<strong>2023</strong><br />

nicht nur ganz maßgeblich<br />

neue Entwicklungen in der Diagnostik,<br />

dimension: 45 x 65 mm<br />

auch die Produktion von Medizinprodukten verändert<br />

sich durch die Digitalisierung ganz massiv: 4C<br />

Digitale Zwillinge, individuelle Anpassungen oder<br />

Kleinstserienproduktion werden in der Regel erst<br />

durch den Einsatz von Software möglich – und<br />

die Entwicklung ist hier rasant“, sagt Christopher<br />

Boss, Director Exhibitions bei der NürnbergMesse.<br />

„Die Anbieter und Partner zu diesem wichtigen<br />

Thema bringen wir alle auf einer Sonderfläche<br />

zusammen. Das schafft die Sichtbarkeit, die das<br />

Thema verdient.“<br />

Gesamte Wertschöpfungskette der<br />

Medizintechnik<br />

In der Halle 1 der Fachmesse, die die gesamte<br />

Wertschöpfungskette der Medizintechnik zeigt,<br />

sind Software- und IT-Unternehmen gemeinsam<br />

prominent platziert. Gemeinsame Besprechungsmöglichkeiten<br />

bieten den Ausstellern zusätzliche<br />

Möglichkeiten und erleichtern für die Besucher<br />

den Austausch mit den Anbietern. Umfangreiche<br />

Werbemaßnahmen der NürnbergMesse gehören<br />

ebenfalls zum Paket für die Aussteller. „Mit<br />

dieser Sonderfläche reagiert die MedtecLIVE<br />

with T4M auf den Digitalisierungstrend in der<br />

Medizin technik und gibt dem Thema Software<br />

Raum für Wachstum und Austausch“, bestätigt<br />

Evi Reiß, die beim IT-Unternehmen Softgate für<br />

die strategische Kundengewinnung verantwortlich<br />

ist. „Als Connectivity Experte freuen wir uns<br />

auf Interessenten, die zielgerichtet nach Software<br />

suchen. Durch die räumliche Nähe zu Partnern<br />

wie Solectrix können wir Besuchern direkt<br />

auf der Messe die Zusammen arbeit anschaulich<br />

und greifbar präsentieren.“<br />

Neben den Erlanger IT- Experten setzen unter<br />

anderem bereits Siemens Digital Industries,<br />

CodeCamp:N, Vorreiter Technologie und Infoteam<br />

auf die Synergien auf der Sonderfläche.<br />

NürnbergMesse GmbH<br />

www.nuernbergmesse.de<br />

www.medteclive.com/de/<br />

8 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Dienstleistung<br />

Produktsicherheits- und EMV-Prüfungen nach<br />

internationalen Standards<br />

Die Element Materials Technology Straubing<br />

GmbH bietet Prüfdienstleistungen nach internationalen<br />

Standards und ab sofort auch CB-<br />

Prüfungen und -Zertifizierungen zur Sicherheit<br />

elektrischer Betriebsmittel und elektromagnetischen<br />

Verträglichkeit (EMV) an.<br />

Die Prüfberichte im CB-Verfahren werden<br />

in mehr als 50 Ländern anerkannt, wodurch<br />

Zulassung und Marktzugang erheblich erleichtert<br />

werden.<br />

Als Certified Body Testing Laboratory (CBTL)<br />

werden die Prüfberichte von Element Straubing<br />

in den Mitgliedsländern des sogenannten IECEE<br />

CB-Verfahrens anerkannt, darunter die meisten<br />

europäischen Länder, die USA, Kanada, Brasilien,<br />

China, Indien, Australien, Japan, Südafrika<br />

und die Vereinigten Arabischen Emirate.<br />

„Wir freuen uns, dass wir mit der Anerkennung<br />

als CB-Prüflabor unseren Kunden Zeit<br />

und Kosten ersparen, wenn sie ihre Produkte<br />

auf den wichtigsten Märkten weltweit anbieten<br />

wollen“, sagt Standortleiter Christian Kiermeier.<br />

„Mit dem neuen Service erweitern wir unser<br />

bisheriges Dienstleistungsspektrum für international<br />

orientierte Unternehmen. Zugleich betont<br />

die Ausweitung den hohen Stellenwert, den<br />

der Standort Straubing innerhalb der Element-<br />

Gruppe einnimmt.“ Dabei umfasst die Anerkennung<br />

von Element Straubing im CB Verfahren<br />

EMV-Prüfungen nach internationalen Normen<br />

wie CISPR 14, CISPR 32 und IEC 61326-1 für<br />

Haushalts-, Multimedia- sowie elektrische Messund<br />

Laborgeräte. EMV-Prüfungen für medizinische<br />

Geräte gemäß IEC 60601-1-2 und Invitro-Diagnosegeräte<br />

nach IEC 61326-2-6 können<br />

ebenfalls im Rahmen des CB-Verfahrens<br />

durchgeführt werden.<br />

Bezüglich der Sicherheit elektrischer Betriebsmittel<br />

umfasst der Geltungsbereich der Anerkennung<br />

Prüfungen von Einrichtungen für Audio/<br />

Video-, Informations- und Kommunikationstechnik<br />

gemäß IEC 62368-1 sowie elektrische Mess-,<br />

Steuer-, Regel- und Laborgeräte nach IEC 61010-1.<br />

Element Materials Technology<br />

www.element.com/de<br />

Wir führen Technologien zusammen<br />

Die Helmut Hund GmbH in Wetzlar ist kreativer Spezialist<br />

technische Innovationen. Die Kompetenzfelder sind dabei<br />

Elektronik, Optik, Glasfaseroptik, Feinwerktechnik und<br />

Kunststofftechnik.<br />

Unsere Kernkompetenz ist die innovativen Zusammenführung<br />

dieser Technolgien als Basis von Baugruppen und Geräten nach<br />

-<br />

messtechnik, der Medizintechnik und der Mikroskopie.<br />

Das Unternehmen bietet je nach Anforderungen von der<br />

Entwicklung und Konzeptionierung über die Fertigung bis hin<br />

zur Logistik sämtliche Leistungen aus einer Hand:<br />

•<br />

• Machbarkeitsstudien<br />

• Entwicklung, Konstruktion<br />

• Re-Design<br />

• Prototypen<br />

• Serienfertigung, Funktionsprüfung<br />

• Logistik, After Sales Service<br />

•<br />

Helmut Hund GmbH<br />

Artur-Herzog-Straße 2 • 35580 Wetzlar • Germany • Tel. +49 (0) 6441 2004-0 • info@hund.de • www.hund.de<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

9


Dienstleistung<br />

Effiziente Produktentwicklung in der Medizintechnik<br />

Sanner beschleunigt die Produktentwicklung in der Medizintechnik dank 3D-Prototyping<br />

mit additiv gefertigten Werkzeugeinsätzen<br />

Effizienz steht bei der Entwicklung<br />

neuer Produkte an oberster<br />

Stelle – gerade in den Bereichen<br />

Pharma- und Medizintechnik. Mittels<br />

Prototyping – der Herstellung<br />

von Muster-Werkzeugteilen im<br />

3D-Drucker – hilft Sanner als Contract<br />

Development and Manufacturing<br />

Organization (CDMO) seinen<br />

Kunden dabei, den Herstellungsprozess<br />

zu optimieren und in kürzester<br />

Zeit von der Idee zur Serienfertigung<br />

zu gelangen.<br />

Die Produktentwicklung in der<br />

Pharmaindustrie und Medizin technik<br />

bindet Zeit und Ressourcen – und<br />

ist damit ein teures Unterfangen.<br />

Änderungen, die sich erst im Verlauf<br />

des Prozesses ergeben, verlangsamen<br />

diesen und verursachen<br />

zusätzliche Kosten – ein wichtiger<br />

Grund für Hersteller, die Entwicklungszyklen<br />

möglichst effizient<br />

zu halten.<br />

Besonders zeit- und kostenintensiv<br />

ist der Entwicklungsprozess,<br />

im Verlaufe dessen das spätere<br />

Produkt mehrere Iterations- und<br />

Optimierungs schritte durchlebt.<br />

Dabei werden sehr früh im Prozess<br />

zunächst sogenannte Prototypen<br />

oder Muster einzelner Medizinproduktkomponenten<br />

hergestellt.<br />

Anhand dieser Muster kann der<br />

spätere Fertigungsprozess – wie<br />

auch das Design und die Funktionalität<br />

des Endprodukts – frühzeitig<br />

überprüft und gegebenenfalls optimiert<br />

werden.<br />

Möglichkeiten für<br />

frühzeitige Produkttests<br />

Der Vorgang bietet Herstellern<br />

zahlreiche Vorteile – ganz im Sinne<br />

des Konzepts „Design for Manufacturing<br />

and Assembly“: Schließlich<br />

erlaubt er es, prozess verzögernde<br />

Designfehler vorzeitig zu beheben,<br />

die später erkannt möglicherweise<br />

weit größere Auswirkungen<br />

gehabt und unter Umständen hohe<br />

Kosten verursacht hätten. Das sogenannte<br />

Prototyping minimiert dieses<br />

Risiko im Entwicklungsprozess<br />

und auch in der darauffolgenden<br />

Industrialisierungs phase.<br />

Allerdings kann das Prozedere<br />

recht aufwendig sein und bereits<br />

in der Anfangsphase viel Zeit und<br />

Geld kosten. Beispielsweise erfordert<br />

das Prototyping für Medizinprodukte<br />

häufig Spritzgusswerkzeuge<br />

aus Stahl oder Aluminium,<br />

deren Herstellung mit hohem Aufwand<br />

verbunden ist. Das 3D-Druckverfahren<br />

bietet hier eine Möglichkeit,<br />

den Entwicklungsprozess effizienter<br />

und ressourcenschonender<br />

zu gestalten.<br />

Werkzeugeinsätze<br />

aus Kunststoff<br />

Diese Vorteile nutzt Sanner als<br />

CDMO: Das Unternehmen unterstützt<br />

Hersteller von Verpackungen<br />

und Komponenten für Pharmaund<br />

Medizintechnik-Produkte beim<br />

Prototyping – nicht nur mit klassischen<br />

3D-gedruckten Teilen,<br />

sondern insbesondere auch mithilfe<br />

von 3D-gedruckten Werkzeug-<br />

Formeinsätzen für Spritzgussverfahren.<br />

Zunächst prüfen die Entwicklungsexperten<br />

das Bauteildesign<br />

sowie Funktion und Verwendungszweck<br />

der herzustellenden Teile.<br />

Im Anschluss werden die Werkzeugeinsätze<br />

auskonstruiert und<br />

schließlich in den Druck gegeben.<br />

Das Ergebnis ist innerhalb weniger<br />

Tage, manchmal sogar schon<br />

innerhalb von Stunden, verfügbar:<br />

voll funktionstüchtige Werkzeugeinsätze<br />

aus Kunststoff, die in die<br />

eigenen Stammwerkzeuge eingebaut<br />

werden können.<br />

Musterprodukte<br />

zeitnah bereitstellen<br />

Diese Einsätze ermöglichen es<br />

Sanner, Kunden zeitnah spritzgegossene<br />

Musterprodukte aus Originalmaterial<br />

zur Qualifizierung<br />

zur Verfügung zu stellen. Die Prototypen<br />

verfügen über dieselben<br />

Eigenschaften wie das Endprodukt<br />

und liefern daher genauere, verlässlichere<br />

Ergebnisse als beispielsweise<br />

3D-gedruckte Muster, die nicht<br />

aus dem später verwendeten Serienmaterial<br />

gefertigt sind. Tests und<br />

Validierungen am Original material<br />

sind also früher möglich. Auf diese<br />

Weise lässt sich der Entwicklungsprozess<br />

verkürzen; außerdem spart<br />

der Kunde Aufwände ein, die möglicherweise<br />

anfallen würden, falls<br />

Mängel erst zu einem späteren Zeitpunkt<br />

aufgefallen wären.<br />

Werkzeugkonzept<br />

optimieren<br />

Schon während dieser Phase entwickelt<br />

Sanner gemeinsam mit dem<br />

Kunden ein optimales Werkzeugkonzept,<br />

welches für das Serienwerkzeug<br />

adaptiert werden kann.<br />

So werden Werkzeugoptimierungen<br />

während der Industrialisierung und<br />

Serienfertigung reduziert, der Prozess<br />

nicht unnötig verlangsamt<br />

und insgesamt Werkzeug kosten<br />

gespart.<br />

Langjährige Erfahrung<br />

in Spritzguss und<br />

Werkzeugtechnik<br />

Bei der Herstellung dieser<br />

Werkzeugeinsätze kommt dem<br />

Unternehmen seine langjährige<br />

Kompetenz im Präzisions- und<br />

Design for<br />

Manufacturing and<br />

Assembly<br />

Beim sogenannten produktionsgerechten<br />

Gestalten wird der<br />

Herstellungsprozess einzelner<br />

Produktkomponenten optimiert,<br />

indem Parameter wie<br />

Material auswahl, Werkzeugkonzept<br />

sowie Fertigungs- und<br />

Montage bedingungen bereits<br />

von Beginn an betrachtet werden.<br />

Entwicklungsabteilung und<br />

Produktion arbeiten dabei eng<br />

zusammen und beraten sich<br />

kontinuierlich, um die Produktidee<br />

an die realen Herstellungsbedingungen<br />

anzupassen. Auf<br />

diese Weise sparen Hersteller<br />

wichtige Ressourcen – und<br />

gewährleisten einen effizienten,<br />

sicheren Herstellungsprozess<br />

sowie kostenoptimierte<br />

Produkte.<br />

10 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Dienstleistung<br />

Mehrkomponentenspritzguss sowie<br />

in der Werkzeugtechnik zugute –<br />

auch und vor allem in der Großserienfertigung:<br />

Als CDMO für kundenspezifische<br />

Pharmaverpackungen<br />

und Medizinprodukte beliefert Sanner<br />

seine Kunden seit Jahrzehnten<br />

mit spritzgegossenen Komponenten,<br />

beispielsweise mit Zubehör für<br />

Glasspritzen wie Fingerauflagenvergrößerungen.<br />

Fingerauflagenvergrößerungen für Spritzen:<br />

Funktionalität und Design<br />

Als CDMO unterstützt Sanner Unternehmen bei der Entwicklung<br />

von Spritzensystemen – inklusive Prototyping – oder setzt deren<br />

eigenes Design in ein effizientes Produktionskonzept um. Dabei<br />

kommt es gleichermaßen auf Funktionalität und Design an, wie ein<br />

Beispiel aus der Praxis zeigt: Ergonomisch geformte Fingerauflagenvergrößerungen<br />

mit rutschfestem Griff führen zu mehr Sicherheit<br />

und Anwendungsfreundlichkeit im Einsatz. Durch die Drehbarkeit<br />

des Spritzenzylinders in der Auflagenvergrößerung lässt sich<br />

die Spritzenkanüle optimal ausrichten – die Spritze muss also nicht<br />

mehrmals angesetzt werden. Für einen besseren Halt und noch<br />

mehr Sicherheit bei der Injektion – insbesondere bei ästhetischen<br />

Behandlungen oder in der Schönheitschirurgie – fertigt Sanner die<br />

Fingerauflagenvergrößerungen auch im Zweikomponentenspritzguss<br />

mit kleinsten Schussgewichten.<br />

Sanner IDP Process<br />

Wichtige Impulse von Anfang an:<br />

Auch über das Prototyping hinaus<br />

kann Sanner wichtige Impulse<br />

für den Herstellungsprozess liefern:<br />

Mit seinem normkonformen<br />

Stage-Gate-Prozess, dem Sanner<br />

IDP Process (Idea – Design – Product)<br />

stellt das Unternehmen sicher,<br />

dass alle wichtigen Faktoren von<br />

Anfang an berücksichtigt werden.<br />

Dabei kombiniert Sanner langjährige<br />

Erfahrung im Bereich Pharmaund<br />

Medizintechnik mit Kompetenzen<br />

im Design und in der Umsetzung<br />

von komplexen und hochwertigen<br />

Anwendungen. Die Experten<br />

begleiten dafür komplette Produktionsprojekte<br />

von der ersten Idee<br />

über Entwicklung und Prototypen bis<br />

zur Serien fertigung – exakt angepasst<br />

an das jeweilige Projekt und<br />

mit einer offenen und teamorientierten<br />

Kommunikation.<br />

Sanner<br />

www.sanner-group.com<br />

Electronic-Manufacturing-Services<br />

cms electronics ist ein Komplett anbieter<br />

für Electronic-Manufacturing-Services<br />

(EMS): von der Entwicklung über das<br />

Design, die Musterfertigung, den Materialeinkauf,<br />

das Bestücken der Baugruppen<br />

inklusive dem Testen bis zur Endgerätemontage<br />

bekommen Kunden alles aus<br />

einer Hand. Hauptmärkte sind Automotive,<br />

Industrie, erneuerbare Energien<br />

und Medizintechnik.<br />

cms electronics bietet integrierte Lösungen<br />

über die gesamte Versorgungskette<br />

und jahrzehntelange Erfahrung in der<br />

EMS-Fertigung.<br />

Unser Service – Ihr Gewinn:<br />

■ Entwicklung von Hard- und Software<br />

für elektronische und mechatronische<br />

Baugruppen, Geräte und Systeme<br />

■ Kundenspezifisches Design<br />

■ Entwicklung von Testkonzepten<br />

■ Materialmanagement<br />

■ Manuelles und automatisiertes<br />

Bestücken, Testen und Montage<br />

von Baugruppen, Systemen und<br />

Geräten mittels modernstem<br />

Fertigungsequipment und State-ofthe-art-Technologien<br />

■ Eigenentwicklungen von<br />

Multifunktionstestgeräten<br />

■ Roboterbasierte Testanlagen<br />

■ Auftragsbezogene und<br />

kundenspezifische Kalkulationen<br />

zu optimierten Preisen<br />

■ NPI – Produkteinführung mit<br />

etablierten Prozessen<br />

■ Null-Fehler-Philosophie<br />

Über cms electronics:<br />

Fertigungen in Klagenfurt am Wörthersee/<br />

Österreich (Zentrale), in Fonyod/Ungarn<br />

und in March-Freiburg (Deutschland);<br />

Vertriebsbüros in Kassel und March-<br />

Freiburg/Deutschland; zwei Trading-<br />

Offices in China (Hong Kong und Shenzhen).<br />

Gegründet 2003, 550 Mitarbeiter.<br />

Zertifiziert nach:<br />

ISO 9001<br />

IATF 16949<br />

ISO 14001 und<br />

ISO 13485.<br />

Mehrfache Auszeichnungen für Flexibilität,<br />

Liefertreue und Qualität.<br />

WE MAKE LIFE EASIER, NOW AND IN FUTURE.<br />

Ihr Partner für die Elektronikfertigung<br />

cms electronics gmbh<br />

Industriering 7<br />

A-9020 Klagenfurt am Wörthersee<br />

Tel: +43(0)463 330 340 101<br />

www.cms-electronics.com<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

11


Dienstleistung<br />

Eine neue Gerätegeneration für die Dentalmedizin<br />

GINZINGER ELECTRONIC<br />

SYSTEMS GMBH<br />

www.ginzinger.com<br />

W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH<br />

zählt weltweit zu den führenden Herstellern<br />

zahnmedizinischer Übertragungsinstrumente-<br />

und geräte. Bei<br />

der Entwicklung und Markteinführung<br />

einer neuen Gerätegeneration<br />

sowie der Modularisierung der Oralchirurgie-Produktpalette<br />

setzte W&H<br />

wieder auf das Elektronik-Knowhow<br />

von Ginzinger electronic systems.<br />

Wohl die Wenigsten freuen sich<br />

auf ihn: Den Gang zum Zahnarzt in<br />

Erwartung eines unangenehmen und<br />

schmerzvollen Eingriffs. Der Besuch<br />

in Verbindung mit einem operativen<br />

Eingriff geht einem meistens<br />

im wahrsten Sinne des Wortes „auf<br />

die Nerven“, bzw. „unter die Haut“.<br />

Um operative Eingriffe im Dentalbereich<br />

so schonend und schmerzfrei<br />

wie möglich zu gestalten, greifen<br />

Dentalmediziner gerne auf die<br />

Operationsmethode mittels Piezotechnik<br />

zurück. Die vom Dentalgerät<br />

übertragenen Ultraschallwellen<br />

wirken ausschließlich auf kalkhaltiges<br />

Gewebe, also auf Knochen<br />

oder Zähne.<br />

Die W&H-Gruppe<br />

Die internationale W&H-Gruppe<br />

mit Headquarter in Bürmoos (Österreich)<br />

ist weltweit führend in der Entwicklung<br />

und Herstellung von Medizintechnikprodukten.<br />

Mit rund 1200<br />

Mitarbeitern weltweit exportiert W&H<br />

seine Produkte in über 130 Länder.<br />

Das neue Piezomed-Modul<br />

Hochwertige Produkt- und Servicelösungen,<br />

eine moderne Unternehmensstruktur,<br />

ein starker Fokus auf<br />

Forschung und Entwicklung sowie<br />

soziale Verantwortung machen<br />

W&H zu einem lokal und global<br />

erfolgreichen Familien unternehmen.<br />

Folgeprojekt:<br />

Das neue Piezomed Modul<br />

2014 feierte das komplett überarbeitete<br />

Chirurgiegerät „Piezomed“<br />

von W&H seinen erfolgreichen<br />

Markteintritt. Es macht den operativen<br />

Eingriff für Patienten wesentlich<br />

angenehmer, verursacht weniger<br />

Schmerzen und ermöglicht eine<br />

schnellere Wundheilung. Ginzinger<br />

entwickelte dafür das Man-Machine-<br />

Interface (kurz MMI). W&H wandte<br />

sich für die Realisierung zweier Projekte<br />

erneut vertrauensvoll an Ginzinger:<br />

Bei der Verwirklichung einer<br />

neuen, leistungsfähigeren Gerätegeneration,<br />

dem „Piezomed Modul“,<br />

und bei der Modularisierung der<br />

OralchirurgieProduktpalette.<br />

Flexibel einsetzbar<br />

Das Piezomed-Modul ist der<br />

Nachfolger des Piezomed Table-<br />

Top-Gerätes und kann in Kombination<br />

mit Implantmed, dem W&H-Produkt<br />

zum Setzen von Zahnimplantaten,<br />

eingesetzt werden. Das<br />

Implantmed Plus stellt somit die<br />

Basis des Systems dar. Durch das<br />

einfache Ankoppeln des Piezomed-<br />

Moduls ist der Arzt auf verschiedenste<br />

chirurgische Anwendungen<br />

vorbereitet. Die Bedienung des Kombigerätes<br />

erfolgt mittels dem von<br />

Ginzinger entwickelten und produzierten<br />

MMI des Implantmed.<br />

„Die neuen Piezomed-Module<br />

sind eine Weltneuheit in unserem<br />

Produktsegment. Durch das modulare<br />

Konzept ist es dem Anwender<br />

nun möglich, auf kleinstem Raum<br />

die Vorteile von rotierenden Elektromotoren<br />

und schwingenden Piezoinstrumenten<br />

gemeinsam zu nutzen.“<br />

Viele Features in Hard- und<br />

Software<br />

Die neue Generation des Dentalgerätes<br />

bietet viele Features. So<br />

erkennt etwa die Software des Piezomed<br />

automatisch, welche Spitze<br />

aus den drei vorhandenen Spitzengruppen<br />

auf das Handstück aufgesteckt<br />

wird. Das Handstück verfügt<br />

über einen LED-Sockel inklusive<br />

Kabel und ist thermodesinizier-<br />

und sterilisierbar. Die LED-<br />

Ring beleuchtung am Handstück<br />

garantiert die ideale Ausleuchtung<br />

des Operationsfeldes. Diese wird<br />

ebenfalls bei Ginzinger produziert.<br />

Dem Anwender steht darüber hinaus<br />

nun auch mehr Leistung zur Verfügung:<br />

Statt bisher 20 Watt sind<br />

es nun 24 Watt. Das neue W&H-<br />

System konzept ermöglicht es, in<br />

Zukunft einzelne Elektronikkomponenten<br />

flexibler, auch bei Herstellern<br />

von kompletten Behandlungsstühlen<br />

einzusetzen.<br />

„Ginzinger ist langjähriger Entwicklungspartner<br />

für W&H. Gemeinsam haben wir<br />

schon zahlreiche Projekte erfolgreich<br />

realisiert.“<br />

DI Isabella Schmied ,<br />

Product Management bei W&H<br />

12 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Dienstleistung<br />

Johannes Ulmer ,<br />

Hardwareentwicklung<br />

bei Ginzinger<br />

Verbesserte Leistung und<br />

Modularität<br />

Ursprüngliche Aufgabenstellung<br />

war es, das Piezomodul als Table-<br />

Top-Gerät zu etablieren. Im Laufe<br />

des Projektes entschied man sich<br />

aber für eine Modulvariante. Die<br />

Modularisierung der kompletten<br />

Produktpalette wurde als Projektziel<br />

deklariert.<br />

Hardwareentwicklung<br />

Die größten Herausforderungen<br />

während des Redesigns der Elektroniken<br />

war das Wärmemanagement<br />

aufgrund der hohen Wärmeentwicklung,<br />

die EMV und die Ansteuerung<br />

des Piezokristalls, bei dem relativ<br />

hohe Spannungen notwendig sind.<br />

Antriebssoftware<br />

Für die Regelung des Antriebs,<br />

sowie den verbauten Piezomotors<br />

in Resonanzfrequenz zu halten, war<br />

viel Knowhow für die Antriebssoftware<br />

gefragt. Ginzinger kümmerte<br />

sich um die Firmware für Piezo-<br />

Ansteuerung und Spitzenerkennung,<br />

die Regelalgorithmen und<br />

Optimierung des Stromverbrauchs.<br />

Projektstart<br />

Es wurde ein neues Platinenkonzept<br />

angewandt und die Software<br />

verbessert. Im Piezomed sind zwei<br />

Platinen verbaut: Die Antriebs- und<br />

die Spitzenerkennungsplatine. Die<br />

Antriebsplatine steuert den verbauten<br />

Piezomotor an und bringt<br />

diesen mit einer gewissen Frequenz,<br />

der so genannten Resonanzfrequenz,<br />

zum Schwingen. In dieser<br />

muss er dann konstant betrieben<br />

werden. Die Platine zur Spitzenerkennung<br />

detektiert zuverlässig<br />

in derzeit drei Leistungsklassen<br />

bzw. -gruppen, welches Werkzeug<br />

gerade am Handstück aufgesteckt<br />

„Die hohe Wärmeentwicklung auf der<br />

Platine ist nicht nur der Regelung<br />

des verbauten Hochspannungs trafos,<br />

sondern auch anderer, verbauter<br />

Komponenten, z. B. zur Einhaltung der<br />

EMV geschuldet. Für die Ansteuerung<br />

des Piezokristalls sind relativ hohe<br />

Spannungen notwendig. Spannungsspitzen<br />

von bis zu 600 Volt sind hier<br />

möglich. Das macht das Einhalten von<br />

vorgeschriebenen Isolationsabständen<br />

(Luft- und Kriechstrecken) zwingend<br />

erforderlich.“<br />

ist. Die Antriebsplatine wurde im<br />

Zuge eines Redesigns bei Ginzinger<br />

verkleinert, mit verbesserter<br />

Leistung ausgestattet (von bisher<br />

20 Watt auf max. 24 Watt) und<br />

kostentechnisch optimiert. Dank<br />

des modularen Designs kann W&H<br />

die Antriebsplatine auch in anderen<br />

Produkten einsetzen.<br />

Technische<br />

Herausforderungen<br />

In der Hardwareentwicklung<br />

waren die wohl größten Herausforderungen<br />

während des Redesigns<br />

und der Modularisierung das Wärmemanagement<br />

für die Antriebsplatine,<br />

die Regelung des Antriebs,<br />

sowie den verbauten Piezomotor in<br />

Resonanzfrequenz zu halten. Die<br />

Antriebsplatine so zu designen,<br />

dass sie auf dem vordefinierten,<br />

sehr engen Raum trotz hoher Ausgangsleistung<br />

nicht zu stark erhitzt,<br />

war nicht einfach.<br />

Dazu Johannes Ulmer , Hardwareentwicklung<br />

bei Ginzinger:<br />

„Die hohe Wärmeentwicklung auf<br />

der Platine ist nicht nur der Regelung<br />

des verbauten Hochspannungstrafos,<br />

sondern auch anderer, verbauter<br />

Komponenten, z. B. zur Einhaltung<br />

der EMV geschuldet. Für<br />

die Ansteuerung des Piezokristalls<br />

sind relativ hohe Spannungen notwendig.<br />

Spannungsspitzen von bis<br />

zu 600 Volt sind hier möglich. Das<br />

macht das Einhalten von vorgeschriebenen<br />

Isolationsabständen<br />

(Luft- und Kriechstrecken) zwingend<br />

erforderlich.“<br />

Die Regelung des Antriebs forderte<br />

vor allem das Softwareteam<br />

bei Ginzinger electronic systems.<br />

Die Antriebsplatine besteht aus<br />

zwei Controllern. Einer davon ist<br />

ein performanterer Controller mit<br />

DI Andreas Pfeiffer ,<br />

Leitung Kundenberatung<br />

bei Ginzinger<br />

Im Piezomed sind zwei Platinen verbaut: Die Antriebs- und die<br />

Spitzenerkennungsplatine<br />

High Resolution Timer. Er übernimmt<br />

die komplette Leistungs- und<br />

Frequenzregelung, filtert die Leistungsvorgabe<br />

des anderen Controllers<br />

und stellt die Leistung am<br />

Antrieb des Handstücks ein. Der<br />

zweite Controller kommuniziert<br />

über CAN mit der Displayeinheit.<br />

Für die Antriebssoftware war viel<br />

Knowhow gefragt. Der Fokus lag<br />

auf der Optimierung der Leistung<br />

der Regelungstechnik.<br />

DI Andreas Pfeiffer , Leitung Kundenberatung<br />

bei Ginzinger: „Die<br />

Regelung des Piezo-Antriebs ist<br />

sehr anspruchsvoll. Das zu schneidende<br />

Material kann sehr unterschiedliche<br />

Härtegrade haben.<br />

Sobald die Schneide in Knochenoder<br />

Zahnsubstanz eingedrungen<br />

ist, verschiebt sich der Resonanzpunkt<br />

der Regelung. Die beim<br />

Schneiden entstehende Verlustleistung<br />

muss mittels Software minimiert<br />

werden.“<br />

„Die Regelung des Piezo-Antriebs ist<br />

sehr anspruchsvoll. Das zu schneidende<br />

Material kann sehr unterschiedliche<br />

Härte grade haben. Sobald die Schneide<br />

in Knochen- oder Zahnsubstanz eingedrungen<br />

ist, verschiebt sich der<br />

Resonanzpunkt der Regelung. Die<br />

beim Schneiden entstehende Verlustleistung<br />

muss mittels Software minimiert<br />

werden.“<br />

Erfolgreiche<br />

Markteinführung<br />

Auch die verschiedenen Aufsätze<br />

für das Handstück waren<br />

für die Softwareentwickler eine<br />

Herausforderung, denn die Regelung<br />

muss - unabhängig von der<br />

Spitze - immer optimal parametriert<br />

sein. Der Software obliegt es, die<br />

optimale Leistung der jeweiligen<br />

Spitze zu erkennen und zu regeln.<br />

Die Applikation am Display und die<br />

Firmware des Kommunikationscontrollers<br />

am Antrieb wurden von<br />

W&H programmiert. Die Firmware<br />

für Piezo-Ansteuerung, Spitzenerkennung,<br />

Regelalgorithmen und<br />

Optimierung des Stromverbrauchs<br />

kamen von Ginzinger.<br />

Das Piezomed Modul wurde von<br />

W&H bereits erfolgreich in den Markt<br />

eingeführt und wird von Ginzinger<br />

in Serie produziert. ◄<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

13


Software<br />

Automatisierte Auswertung von Blutproben<br />

mittels Machine Learning<br />

Bild 1: Ablauf eines Lateral Flow Assay [1]<br />

Autor:<br />

Claudio Furter<br />

Software Engineer<br />

Cicor Group<br />

www.cicor.com<br />

Künstliche Intelligenz hat im Verlauf<br />

der Jahre in vielen Bereichen<br />

stark an Bedeutung gewonnen.<br />

Auch im Medizinbereich nutzen<br />

immer mehr Anwendungen künstliche<br />

Intelligenz bzw. Machine<br />

Learning für präzisere Diagnosen.<br />

Gleichzeitig steigt der Bedarf an<br />

schnellen und zuverlässigen Analysemöglichkeiten<br />

von Blutproben,<br />

die patientennah durchgeführt werden<br />

können, weltweit stark an. Lateral<br />

Flow Assays (LFA) bieten eine<br />

ideale Möglichkeit zur schnellen und<br />

einfachen Anwendung im Point-of-<br />

Care-Bereich (POC).<br />

Mithilfe von optischen Messsystemen<br />

können LFAs quantitativ<br />

ausgewertet werden. Das Erkennen<br />

von Störungen auf LFAs ist<br />

mit herkömmlicher Bildverarbeitung<br />

sehr komplex. Cicor hat mithilfe<br />

von Bildverarbeitung optische<br />

Messungen von LFAs analysiert<br />

und verschiedene Machine Learning<br />

Modelle trainiert. Durch den<br />

Einsatz von Machine Learning wird<br />

gezeigt, dass Störungen auf dem<br />

LFA erkannt und entsprechend klassifiziert<br />

werden können.<br />

Lateral Flow Assay (LFA)<br />

LFA ist eine papierbasierte Plattform<br />

für die Detektion und Quantifizierung<br />

von Stoffen in komplexen<br />

Mischungen. Es ist eine biochemische<br />

Methode zum qualitativen<br />

und quantitativen Nachweis<br />

spezifischer Antigene und Antikörper.<br />

Eine zu untersuchende Probe<br />

wird auf einen Teststreifen aus<br />

Polymer aufgetragen und fließt<br />

dank der Kapillarwirkung durch<br />

verschiedene Zonen. Auf diesen<br />

Zonen sind Moleküle befestigt, die<br />

mit Analyten der Probe wechselwirken<br />

können. Die Probe wandert weiter<br />

durch den Bindungsfreigabebereich,<br />

der Antikörper enthält. Diese<br />

sind spezifisch für den Analyten und<br />

sind mit gefärbten oder fluoreszierenden<br />

Partikeln gebunden. Meist<br />

kommen dafür Gold- oder Latexmikropartikel<br />

zum Einsatz. Die Probe<br />

fließt mit den gebundenen Antikörper<br />

entlang des Teststreifens in die<br />

Nachweiszone. Dabei handelt es<br />

sich um eine poröse Membran mit<br />

spezifischen biologischen Komponenten,<br />

die in Linien befestigt<br />

sind. Eine Reaktion der Antikörper<br />

gebundenen Analyten mit dieser<br />

Membran führt zu einer Verfärbung<br />

der Testlinie. Eine Kontrolllinie<br />

dient dazu den korrekten Flüssigkeitsfluss<br />

durch den Streifen anzuzeigen<br />

(Bild 1).<br />

Machine Learning<br />

Machine Learning (Maschinelles<br />

Lernen) kann als Teilgebiet der künstlichen<br />

Intelligenz bezeichnet werden,<br />

dessen Ziel es ist, bestimmte<br />

Muster oder Regeln in einer vorgegebenen<br />

Datenmenge automatisiert<br />

zu finden. Um dies zu erreichen,<br />

werden Lernalgorithmen mit<br />

Beispielen trainiert und daraus wird<br />

ein komplexes Modell ent wickelt. Das<br />

Modell kann anschließend auf neue,<br />

unbekannte Daten ähnlicher Struktur<br />

angewendet werden und somit<br />

diese Daten beurteilen.<br />

Es gibt verschiedene Arten von<br />

Machine Learning Methoden, die<br />

jeweils für unterschiedliche Zwecke<br />

14 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Software<br />

Bild 2: Ablauf von Supervised Learning<br />

geeignet sind. Beim Supervised<br />

Learning (Überwachtes Lernen)<br />

müssen die richtigen Antworten,<br />

genannt Labels, in den Trainingsdaten<br />

mitinbegriffen sein. Das Unsupervised<br />

Learning (Unüberwachtes<br />

Lernen) hingegen benötigt lediglich<br />

die rohen Trainingsdaten, um<br />

Muster in den Daten zu erkennen<br />

und dadurch eine Gruppierung der<br />

Daten zu erzeugen.<br />

Supervised Learning<br />

Die Herausforderung beim Supervised<br />

Learning besteht also darin die<br />

Beziehung zwischen den Trainingsbeispielen<br />

und Labeln zu modellieren.<br />

Das daraus resultierende<br />

Modell wird benutzt, um für neue<br />

und unbekannte Daten ein Label vorherzusagen.<br />

Bild 2 stellt die grundlegenden<br />

Schritte von Supervised<br />

Learning dar. Zuerst werden die<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

entsprechenden zuvor definierten<br />

Merkmale aus den Trainingsdaten<br />

extrahiert und daraus eine Merkmalsmatrix<br />

erstellt. Anhand der<br />

extrahierten Merkmale und der<br />

dazugehörigen Labels wird ein Algorithmus<br />

trainiert, sodass ein auf die<br />

Trainingsdaten angepasstes Vorhersage-Modell<br />

entsteht. Das Modell<br />

wird anschließend mit noch unbekannten<br />

Validierungsdaten evaluiert.<br />

Je nach Genauigkeit der Vorhersagen<br />

muss allenfalls die Merkmalsextraktion<br />

neu definiert oder<br />

das Modell optimiert werden. Bei<br />

Vorhersagen von den ungelabelten<br />

Testdaten werden die beim Training<br />

definierten Merkmale extrahiert und<br />

vom Modell verarbeitet.<br />

Bild 3: Störungsfrei: Klasse 0, Störungsbehaftet: Klasse 1 und 2<br />

Unsupervised Learning<br />

Beim Unsupervised Learning<br />

werden Trainingsdaten ohne dazugehörige<br />

Labels verwendet. Diese<br />

Methode wird meistens eingesetzt,<br />

wenn große, unstrukturierte Daten<br />

vorhanden sind, von denen man<br />

nicht weiß nach welchen Kriterien<br />

diese aufgeteilt werden können.<br />

Unsupervised Learning Methoden<br />

versuchen Strukturen und Unterschiede<br />

in den Daten zu erkennen,<br />

um Gruppen (Cluster) ähnlicher<br />

Beispiele zu finden. Es wird ebenfalls<br />

ein Modell gebildet, welches<br />

zur Vorhersage der Gruppen dient.<br />

Für Machine Learning gibt es<br />

eine Vielzahl von Modelltypen und<br />

Algorithmen, welche jeweils für<br />

unterschiedliche Aufgaben geeignet<br />

sind. Die Aufgabe, störbehaftete<br />

LFAs zu erkennen, ist ein Klassifikationsproblem.<br />

Es werden deshalb<br />

verschiedene Klassifikationsverfahren<br />

des Supervised Learning<br />

für die Problemlösung eingesetzt.<br />

Training und Evaluation von<br />

Machine-Learning-Modellen<br />

Als Datengrundlage für das<br />

Trainieren der Machine Learning<br />

Modelle wird ein Datensatz von<br />

optischen LFA-Messungen in Form<br />

von Graustufen-Bildern verwendet.<br />

Die Daten sind in drei Klassen bzw.<br />

Labels eingeteilt, wobei eine Klasse<br />

die störungsfreien LFAs beinhaltet<br />

sowie zwei unterschiedliche Fehlerklassen<br />

mit störungsbehafteten<br />

LFAs (Bild 3).<br />

Der gesamte Datensatz wurde<br />

für das Trainieren und Validieren<br />

der Algorithmen zufällig in 80 %<br />

Trainingsdaten und 20 % Testdaten<br />

aufgeteilt. Die drei Klassen<br />

sind verhältnismäßig gleich verteilt<br />

vertreten. Gemäß Bild 4 sind<br />

die Trainingsdaten erneut in Trainingsdaten<br />

und Validierungsdaten<br />

aufgeteilt. Mittels Kreuzvalidierung<br />

können so Machine-Learning-Algorithmen<br />

trainiert und validiert werden.<br />

Das entstandene Modell wird<br />

anschließend auf die bisher noch<br />

unbekannten Testdaten angewendet<br />

und somit kann eine Aussage<br />

über die Performance des Modells<br />

getroffen werden.<br />

Vorbereitung zum Trainieren<br />

Vor dem Trainieren der Algorithmen<br />

müssen die Graustufen-Bilder<br />

in numerische Eingangsdaten umgewandelt<br />

werden. Dafür werden die<br />

Bilder mit Methoden der Bildverarbeitung<br />

entsprechend aufbereitet<br />

und unterschiedliche statistische<br />

Merkmale extrahiert. Diese extrahierten<br />

Merkmale werden in einer<br />

Matrix abgespeichert und stellen<br />

die Grundlage für das Trainieren<br />

der Machine-Learning-Modelle dar.<br />

In einem nächsten Schritt werden<br />

verschiedene Machine-Learning-<br />

Algorithmen wie beispielsweise<br />

Klassifikationsbäume oder Support<br />

Vector Machine miteinander<br />

verglichen und deren Vorhersage-<br />

Performance betrachtet. Dieser erste<br />

Vergleich zeigt, dass mit den extrahierten<br />

Merkmalen und den Algorithmen<br />

k-Nearest-Neighbor und<br />

Random Forest bereits ein akzeptables<br />

Resultat erreicht werden kann.<br />

Parameter-Tuning<br />

Um die Performance der Modelle<br />

weiter zu steigern, wird ein Parameter-Tuning<br />

durchgeführt. Die<br />

Machine-Learning-Algorithmen<br />

haben verschiedene einstellbare<br />

15


Software<br />

Bild 4: Ablauf Training, Evaluation und Validierung<br />

Parameter. Mit Parameter-Tuning<br />

kann die optimale Einstellung dieser<br />

Parameter automatisch ermittelt<br />

werden. Dabei wird pro Parameter<br />

Kombination ein Modell trainiert<br />

und validiert. Das Modell mit<br />

der besten Performance hat somit<br />

die optimalsten Parameter.<br />

Oversampling-Methoden<br />

Aufgrund einer großen Klassenungleichheit<br />

in den Daten werden<br />

zusätzlich verschiedene Oversampling-Methoden<br />

zur Verbesserung<br />

der Performance eingesetzt. Mit<br />

Methoden wie Random Oversampling<br />

oder SMOTE (Synthetic Minority<br />

Oversampling Technique) werden<br />

die Minderheitsklassen auf verschiedene<br />

Arten vergrößert und sollen<br />

so stärker gewichtet werden. Diese<br />

beiden Methoden werden vorgängig<br />

zum Parameter-Tuning angewendet.<br />

Es hat sich gezeigt, dass der<br />

Random Forest unter Anwendung<br />

von SMOTE in dieser Anwendung<br />

die beste Performance erreicht. Die<br />

Qualität des Modells wird mit dem<br />

F1-Score gemessen. Der F1-Score<br />

ignoriert die Klassenungleichgewichte<br />

und ist für diesen Fall gut<br />

geeignet.<br />

Das finale Modell erreicht einen<br />

F1-Score von 82 % auf den Testdaten.<br />

Basierend auf dem kleinen<br />

Datensatz ist dies bereits ein gutes<br />

Ergebnis. Die Auswertung zeigt,<br />

dass vor allem LFAs mit extremen<br />

Störungsfällen zuverlässig<br />

und richtig klassifiziert werden. Mit<br />

zusätzlichen Daten könnte die Performance<br />

des Modells gesteigert<br />

und somit Grenzfälle besser trainiert<br />

werden.<br />

Machine Learning<br />

im Medizinbereich<br />

Damit das evaluierte Modell auf<br />

einem Medizingerät eingesetzt<br />

werden kann, gilt es einige regulatorische<br />

Anforderungen und allgemeine<br />

Normen zu beachten. In<br />

der traditionellen Entwicklung einer<br />

Software bzw. eines Programmes<br />

wird eine gewünschte Berechnung<br />

oder ein Problem von einer Person<br />

gelöst und ein entsprechender Code<br />

implementiert. Dieses Vorgehen<br />

zur Problemlösung und Entwicklung<br />

eines Programmes verläuft<br />

nach einem definierten Prozess.<br />

Ist das Programm für den Betrieb<br />

freigegeben, kann es auf der Zielplattform<br />

eingesetzt werden und<br />

eine bestimmte Eingabe führt zu<br />

einem erwarteten Ergebnis. Durch<br />

den Einsatz von Machine Learning<br />

verändert sich dieser Ablauf. Eine<br />

Berechnung oder ein Problem wird<br />

neu durch einen Machine-Learning-<br />

Algorithmus gelöst. Das daraus<br />

resultierende Modell wird dann auf<br />

der Zielplattform eingesetzt und<br />

kann Vorhersagen treffen.<br />

Traditionelle vs. Machine<br />

Learning Entwicklung<br />

Bild 5 vergleicht die traditionelle<br />

Entwicklung mit der Machine Learning<br />

Entwicklung. Aktuell existieren<br />

keine Gesetze und harmonisierte<br />

Normen, welche den Einsatz von<br />

künstlicher Intelligenz bzw. Machine<br />

Learning in Medizinprodukten regulieren.<br />

Es ist deshalb wichtig die allgemeinen<br />

Normen und Best Practices<br />

einzuhalten. Trotz der nicht existierenden<br />

Normen für den Einsatz<br />

von Machine Learning in Medizinprodukten<br />

müssen die bestehenden<br />

regulatorischen Anforderungen wie<br />

die MDR und IVDR erfüllt werden. [2]<br />

Zusammenfassung<br />

Bereits heute wird künstliche<br />

Intelligenz in Medizinprodukten<br />

für Diagnosen eingesetzt und wird<br />

in Zukunft weiter an Bedeutung<br />

gewinnen. Durch die Integration<br />

des erstellten Modells auf einem<br />

optischen Messsystem können<br />

Messergebnisse von Blutproben<br />

verbessert werden indem störbehaftete<br />

Messungen zuverlässiger<br />

erkannt werden können.<br />

Quellen<br />

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/<br />

pmc/articles/PMC4986465/<br />

[2] Johner Institut, Seminar „KI-<br />

Anwendungen gesetzeskonform<br />

entwickeln“ ◄<br />

Bild 5: Traditionelle vs. Machine Learning Entwicklung<br />

16 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


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meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

17


Software<br />

SaaS-Branchenlösung für die Medizintechnik<br />

Premiere auf der MedtecLIVE<br />

Halle 1, Stand 1-321d<br />

KUMAVISION AG<br />

www.kumavision.com<br />

Der Branchensoftware- Spezialist<br />

Kumavision präsentiert auf der<br />

MedtecLIVE with T4M die SaaS-<br />

Lösung Kumavision medtec365 für<br />

die Medizintechnik. Die ERP-Branchensoftware<br />

bildet alle Unternehmensbereiche<br />

in einer integrierten<br />

Softwarelösung ab. Wie Unternehmen<br />

durch das Konzept Softwareas-a-Service<br />

ihre Effizienz und Flexibilität<br />

steigern, zeigt Kumavision<br />

mit Live-Demos auf dem VDMA-<br />

Gemeinschaftsstand AG Medizintechnik.<br />

Ebenfalls im Fokus des<br />

Messeauftritts steht die Technologieplattform<br />

Microsoft Dynamics<br />

365 die neben der ERP-Software<br />

auch weitere Business-Anwendungen<br />

wie CRM, Business Intelligence<br />

und DMS beinhaltet. Unternehmen<br />

können diese flexibel miteinander<br />

kombinieren und so mit<br />

einer agilen, modernen IT-Landschaft<br />

ihre Wettbewerbsfähigkeit<br />

steigern.<br />

Schnell reagieren<br />

„Das Konzept Software-as-a-<br />

Service (SaaS) ist viel mehr als<br />

nur eine technologische Perspektive.<br />

SaaS versetzt Medizintechnik-<br />

Unternehmen in die Lage, schnell<br />

auf veränderte Anforderungen<br />

des Marktes oder im regulierten<br />

Umfeld zu reagieren und neue<br />

Geschäftsmodelle zeitnah umzusetzen“,<br />

erklärt Wolfgang Renner,<br />

Bereichsleiter Healthcare Solutions,<br />

Kumavision AG.<br />

Bei der SaaS-Lösung medtec365<br />

übernimmt das Unternehmen<br />

Bereitstellung und Betrieb, die<br />

Cloud ersetzt so den lokalen<br />

Betrieb (On-Premises) im Unternehmen<br />

selbst. Die Software wird<br />

durch automatische Updates im<br />

Hintergrund stets auf dem aktuellen<br />

Stand gehalten. Kurze Innovationszyklen<br />

von Kumavision und<br />

Microsoft sorgen dafür, dass die<br />

Kunden direkten Zugriff auf neue<br />

Funktionen und Technologien erhalten.<br />

Weitere Vorteile sind die einfache<br />

Skalierbarkeit, die weltweite<br />

Verfügbarkeit sowie die Entlastung<br />

der IT-Abteilung. „Bisher führten<br />

Unternehmen nur alle vier bis sechs<br />

Jahre ein Update ihrer ERP-Software<br />

durch. medtec365 wird regelmäßig<br />

automatisch aktualisiert und<br />

stärkt so die Wettbewerbsfähigkeit<br />

unserer Kunden“, kommentiert<br />

Renner. Durch automatisierte<br />

Tests sowie den Computer Software<br />

Assurance (CSA)-Ansatz werden<br />

die Updates normkonform gehandelt<br />

und dokumentiert, wodurch der<br />

Aufwand für die Validierung deutlich<br />

verringert wird.<br />

Mit Best-Practice<br />

schneller ans Ziel<br />

Ob regulatorische Anforderungen<br />

(MDR, ISO 13485, EUDAMED, FDA)<br />

oder durchgehende QM-/QS-Unterstützung<br />

über den gesamten Produktlebenszyklus,<br />

ob FMEA-Risikoanalysen<br />

und CAPA-Maßnahmen<br />

oder Audit Trail/Traceability,<br />

ob chargenreine Produktion oder<br />

Serien- und Chargennummernverfolgung<br />

bis auf Komponentenebene:<br />

Die Kumavision-Branchensoftware<br />

ist exakt auf die Anforderungen von<br />

Medizinprodukte-Herstellern und<br />

Händlern abgestimmt. DAs Unternehmen<br />

hat dazu die ERP-Standardsoftware<br />

Microsoft Dynamics<br />

365 Business Central um über 350<br />

branchenspezifische Best-Practice-Cases<br />

mit mehreren Tausend<br />

Funktionen, Workflows und Auswertungen<br />

erweitert. Die auf das<br />

regulierte Umfeld abgestimmte<br />

SaaS-Lösung ist zudem voll validierungsfähig.<br />

Medizinprodukte-<br />

18 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Software<br />

Fertiger und Medizinprodukte-Händler<br />

erhalten damit eine für die Branche<br />

vorkonfigurierte und eingerichtete<br />

Lösung: Da zeit- und kostenaufwändige<br />

Anpassungen entfallen,<br />

können Unternehmen schnell mit<br />

medtec365 produktiv arbeiten. Von<br />

Kumavision entwickelte SmartStart-<br />

Pakete vereinfachen und beschleunigen<br />

zudem die Projekteinführung.<br />

„In einem höchst dynamischen Marktumfeld<br />

haben Unternehmen heute<br />

einfach keine Zeit mehr für lange<br />

Softwareprojekte. Mit der SaaS-<br />

Lösung medtec365 ermöglichen wir<br />

eine ausgesprochen kurze Time-to-<br />

Market“, so Renner.<br />

Bereit für das regulierte<br />

Umfeld<br />

Das in die ERP-Branchensoftware<br />

integrierte DMS vereinfacht<br />

die Abbildung nationaler wie internationaler<br />

Normen und Vorschriften<br />

(MDR, ISO 13485, FDA). Unternehmen<br />

verwalten dabei z. B. Zeichnungen,<br />

Zulassungsdokumente,<br />

Konformitätsbescheinigungen,<br />

Lieferanten nachweise, Zertifikate<br />

oder Bedienungsanleitungen an<br />

einer zentralen Stelle, womit eine<br />

rückverfolgbare Zuordnung bis auf<br />

Komponentenebene sichergestellt<br />

wird. Dabei fließen Dokumente über<br />

den gesamten Produktlebenszyklus<br />

in das Dokumentenmanagementsystem<br />

ein, beispielsweise Prüfaufträge,<br />

Besuchsberichte, Zertifikate,<br />

Reparaturnachweise oder<br />

Dokumentationen im Rahmen von<br />

FMEA- und CAPA-Maßnahmen.<br />

Dokumente lassen sich systemgesteuert<br />

ausgeben, so kann beispielsweise<br />

beim Druck von Versandpapieren<br />

die passende Anleitung<br />

oder Konformitätsbescheinigung<br />

automatisch gedruckt werden.<br />

Bei Audits stellt die Branchensoftware<br />

alle relevanten Informationen<br />

praktisch auf Knopfdruck bereit.<br />

Kumavision hat zudem den Datenaustausch<br />

mit Datenbanken und<br />

Plattformen ausgebaut. Die automatisierte<br />

Übertragung von Daten an<br />

die EUDAMED-Datenbank inklusive<br />

Fehlermanagement wurde in Pilotprojekten<br />

erfolgreich umgesetzt. Die<br />

Anbindung an Online-Marktplätze<br />

wird durch den Einsatz einer universellen<br />

Datendrehscheibe erleichtert,<br />

ebenso die Übermittlung von Daten<br />

und Dokumenten für Online-Audits.<br />

Zukunftssichere<br />

Technologie-Plattform<br />

Die Technologie-Plattform Microsoft<br />

Dynamics 365 bietet weit mehr<br />

als nur ERP. Sie umfasst beispielsweise<br />

auch CRM-Lösungen für Vertrieb,<br />

Marketing, Customer Service<br />

und Field Service, Business Intelligence-Anwendungen,<br />

Workflowund<br />

Automatisierungslösungen<br />

sowie Microsoft 365, Teams, IoT,<br />

KI und weitere Cloud-Services.<br />

Alle Anwendungen lassen sich<br />

flexibel miteinander kombinieren,<br />

die gemeinsame Datenbasis vermeidet<br />

Datensilos und Schnittstellenprobleme.<br />

Auch hier bietet Kumavision<br />

SmartStart-Pakete, die die Einführung<br />

neuer Lösungen vereinfacht.<br />

Für Unternehmen ergeben<br />

sich daraus zahlreiche Vorteile:<br />

Dynamics 365 steigert durch nahtlos<br />

integrierte Anwendungen nicht<br />

nur die Effizienz im Tagesgeschäft,<br />

sondern unterstützt auch mit transparenten<br />

Kennzahlen das Management<br />

bei strategischen und operativen<br />

Entscheidungen. Gleichzeitig<br />

positionieren sich Unternehmen<br />

durch das Modern Workplace-Konzept<br />

als attraktiver Arbeitgeber.<br />

Booster für die digitale<br />

Transformation<br />

Unternehmen werden mit<br />

der SaaS-Lösung Kumavision<br />

medtec365 in die Lage versetzt,<br />

die digitale Transformation ihres<br />

Unternehmens voranzutreiben<br />

und dabei die Anforderungen des<br />

regulierten Umfelds sicher abzubilden.<br />

Das Unternehmen bietet mit<br />

einem eigenen Team von Digitalisierungsberatern<br />

eine umfassende<br />

Beratung und Begleitung – von der<br />

Analyse und Konzeption über die<br />

Planung und Umsetzung bis zum<br />

Betrieb. ◄<br />

Ukraine<br />

#Nothilfe<br />

Unterstützen Sie<br />

Menschen in Not!<br />

Deutsches Rotes Kreuz e.V.<br />

IBAN: DE63 3702 0500 0005 0233 07<br />

BIC: BFSWDE33XXX<br />

Spendenzweck: Nothilfe Ukraine<br />

Helfen<br />

Sie<br />

jetzt!<br />

www.drk.de<br />

Maksym Trebukhov/Ukrainisches Rotes Kreuz/IFRK<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

19


Komponenten<br />

RISC-V-basierte FPGA- und<br />

Space-Compute-Lösungen<br />

PolarFire-Bausteine sind Spitzenreiter mit 2-facher Leistungseffizienz, militärischer Sicherheit und höchster<br />

Zuverlässigkeit, die mit der PolarFire 2 FPGA-Roadmap noch erweitert wird.<br />

von Systemen mit eingeschränktem<br />

Stromverbrauch in Anwendungen<br />

wie industrielle Bildverarbeitung,<br />

Robotik, KI-fähige medizinische<br />

Systeme und intelligente<br />

Verteidigungs- und Luftfahrtsysteme.<br />

Die PolarFire 2-Familie steigert<br />

die Leistungs- und Stromeffizienzkurve<br />

noch weiter und bietet<br />

zusätzlich neue RISC-V-basierte<br />

Hochleistungs-Rechenelemente an.<br />

Mittelklasse-FPGAs und Systemon-Chip<br />

(SoC)-FPGAs spielen eine<br />

wichtige Rolle bei der Verlagerung<br />

von Computer-Workloads an den<br />

Rand des Netzwerks. Microchip<br />

Technology hat mit seinen vielfach<br />

ausgezeichneten FPGAs zu diesem<br />

Übergang beigetragen. Zudem lieferte<br />

das Unternehmen die ersten<br />

RISC-V-basierten FPGAs, die doppelt<br />

so stromsparend sind wie die<br />

Mittelklasse-FPGAs der Konkurrenz<br />

und die über ein erstklassiges<br />

Design-, Betriebssystem- und<br />

Lösungsökosystem verfügen. Das<br />

Microchip Technology Inc.<br />

www.microchip.com<br />

Unternehmen präsentierte seine<br />

Lösungen auf dem RISC-V Summit<br />

2022 und gabt einen Ausblick<br />

auf seine PolarFire 2 FPGA-Siliziumplattform,<br />

sein RISC-V-basiertes<br />

Prozessor-Subsystem und die<br />

Roadmap seiner Software-Suite.<br />

Außerdem erörterte das Unternehmen<br />

einen RISC-V-basierten High-<br />

Performance Spaceflight Computing<br />

(HPSC)-Prozessor, den es für<br />

die NASA und die Raumfahrt- und<br />

Verteidigungsindustrie entwickelt.<br />

FPGAs für energieeffiziente<br />

Edge-Compute-Segmente<br />

„Microchip hat als erstes Unternehmen<br />

FPGAs für energieeffizmente<br />

Edge-Compute-Segmente<br />

angeboten und erstmals SoC-<br />

FPGAs mit Unterstützung der offenen<br />

RISC-V-Befehlssatzarchitektur<br />

in die Serien produktion gebracht“,<br />

so Shakeel Peera, Vice President<br />

of Marketing für den Geschäftsbereich<br />

FPGA von Microchip.<br />

Sehr gute Wärmeund<br />

Leistungseffizienz<br />

Die PolarFire FPGA- und Polar-<br />

Fire SoC-Familien bieten bereits<br />

jetzt die branchenweit beste Wärmeund<br />

Leistungseffizienz im Mittelklassesegment.<br />

Die Familien sind<br />

für den Einsatz von Systemen mit<br />

hoher Rechenleistung in kleinen<br />

Formfaktoren optimiert. Sie verringern<br />

die Größe und das Gewicht<br />

Design-Tools<br />

Sie umfasst auch eine Reihe<br />

von Design-Tools mit einem neuen<br />

Ansatz für die Systementwicklung,<br />

der das volle Potenzial dieser FPGAs<br />

und SoC-FPGAs freisetzt, da die<br />

Entwickler intelligenter Algorithmen<br />

die Feinheiten der zugrunde<br />

liegenden FPGA-Hardware nicht<br />

mehr verstehen müssen.<br />

Ökosystem<br />

für Mi-V-Lösungen<br />

Microchip stellte auch sein Ökosystem<br />

für Mi-V-Lösungen zur Unterstützung<br />

der Stack-Entwicklung für<br />

RISC-V-basierte Systeme vorstellen.<br />

Es deckt mehr als 90 % der Pakete<br />

für kommerzielle und Open-Source-<br />

Betriebssysteme (OS) sowie Echtzeitbetriebssysteme<br />

(RTOS) ab und<br />

umfasst weitere Software-, Middleware-<br />

und Firmware-Angebote von<br />

Microchip und seinen Mi-V-Ökosystempartnern.<br />

◄<br />

14-mm-Linearaktuator: Präzision auf engstem Raum<br />

Mit dem LSA14 stellt Nanotec<br />

seinen ersten Linearaktuator mit<br />

Flanschgröße 14 mm (NEMA 6)<br />

vor. Als einer der kleinsten Linearaktuatoren<br />

mit Schrittmotor auf<br />

dem Markt, ist die kompakte Einheit<br />

ideal für Anwendungen mit Platzbeschränkungen<br />

– unter anderem<br />

in der Medizintechnik, der Laborautomation,<br />

Analyseinstrumenten<br />

oder der optischen Technologie.<br />

Die Auflösung von bis zu 5 µm<br />

pro Schritt erlaubt hochpräzise<br />

Positionierung. In Kombination mit<br />

der vorgespannten Gewindemutter<br />

lässt sich auch das Umkehrspiel<br />

eliminieren. Trotz miniaturisierter<br />

Bauform stellt der Aktuator eine<br />

Maximalkraft von 15 N bereit.<br />

Nanotec bietet für den LSA14<br />

verschiedene Motorcontroller und<br />

kundenspezifische Lösungen an,<br />

wie zum Beispiel die Beschichtung<br />

der Spindel.<br />

Nanotec Electronic<br />

GmbH & Co. KG<br />

www.nanotec.de<br />

20 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Komponenten<br />

Gehäuselose Servomotoren<br />

bewegen chirurgische Roboterarme<br />

© phonlamaiphoto/stock.adobe.com<br />

ACHSTRON Motion Control GmbH<br />

www.achstron.de<br />

Operationen verlangen<br />

präziseste<br />

dynamische Bewegungen.<br />

Chirurgische<br />

Roboter sollen in Zukunft<br />

auch diese Aufgabe übernehmen.<br />

Die dafür erforderliche Positionsregelung<br />

ist maßgeblich von den<br />

mechanischen und elektromechanischen<br />

Komponenten abhängig.<br />

Weniger Gewicht ist nur ein Kriterium<br />

einen gehäuselosen Motor<br />

(engl. frameless) einzusetzen. Die<br />

zu bewegende Masse lässt sich<br />

dadurch deutlich reduzieren.<br />

© Allied Motion<br />

Emoteq<br />

Gehäuselose Motoren<br />

als Direktantrieb<br />

Ein weiterer Aspekt ist der Einsatz<br />

von gehäuselosen Motoren<br />

als Direktantrieb: Getriebespiel,<br />

Reibungsverluste und Geräuschemission<br />

entfallen. Weniger Störeinflüsse<br />

wirken sich vorteilhaft auf die<br />

Positionsregelung aus. Ebenso profitiert<br />

das bedienende Personal und<br />

letztlich sogar die Patienten davon.<br />

Die Achsen eines Operationsroboters<br />

unterscheiden sich, wie<br />

bei anderen Industrierobotern, durch<br />

ihre Masse. Dies erfordert Antriebe<br />

in verschiedenen Baugrößen und<br />

den damit möglichen Leistungen.<br />

Mit den Produktserien MF (Megaflux)<br />

und HT (High-Torque) konnte<br />

die Firma Allied Motion Emoteq die<br />

Anforderungen des Medizintechnikunternehmens<br />

Intuitive Surgical in<br />

Kalifornien erfüllen.<br />

Spezielle<br />

Wicklungsauslegung<br />

In dem chirurgischen Roboter<br />

ISI daVinci ist jeder Antrieb ein<br />

Standardmotor, welcher eine speziell<br />

ausgelegte Wicklung für seinen<br />

Einsatzort hat. Eine spezielle<br />

Wicklungsauslegung klingt aufwendig<br />

und nicht nach Standard.<br />

Es ist nach Aussage von Emoteq<br />

jedoch bei ihnen Standard: Jeder<br />

Motor wird für seine Anwendung<br />

in der Wicklung und dem Magnetmaterial<br />

angepasst.<br />

Alles zusammen führt zu optimal<br />

angepassten, energiesparenden<br />

und zuverlässigen Motoren. Sie bilden<br />

die bestmögliche Basis für eine<br />

präzise Positionsregelung und letztlich<br />

erfolgreiche Operationen. ◄<br />

Netzwerkisolator MI 2005<br />

In 5 Sekunden sind Patient,<br />

Anwender und Inventar vor<br />

gefährlichen Ableitströmen<br />

geschützt.<br />

Die Marke der Baaske Medical GmbH & Co. KG<br />

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Trennung der Netzwerkschnittstelle<br />

• Voll kompatibel zu den IEEE802.3bz Anforderungen<br />

• Kompakt und universell einsetzbar<br />

• Für jedes System mit einem Netzwerkanschluss<br />

• Günstig in der Anschaffung und effizient im Betrieb


Komponenten<br />

Steckverbinder in der Elektronik:<br />

Stift- und Buchsenleisten als lösbare Verbindung<br />

Das Kontaktmaterial<br />

An die Kontaktbasismaterialien<br />

der Stift- und Buchsenleisten werden<br />

elektrische und mechanische<br />

und Lebensdauer-Anforderungen<br />

gestellt. Das ist vorrangig:<br />

• geringer Durchgangs widerstand<br />

• gute elektrische Leitfähigkeit<br />

• geringe Relaxation bei federnden<br />

Elementen<br />

Autoren:<br />

Uwe Böttcher,<br />

Vertrieb<br />

Ratioplast Electronics GmbH<br />

und<br />

Paul-Martin Kamprath,<br />

Leitung Marketing<br />

pk components GmbH<br />

Unterschiedliche Märkte und<br />

Branchen benutzen Steckverbinder.<br />

In der Regel werden lösbare Verbindungen<br />

bevorzugt, um z.B. bei der<br />

Assemblierung und für Wartungszwecke<br />

der Baugruppen oder deren<br />

Austausch flexibel zu sein.<br />

Qual der Wahl<br />

Eine gute, dauerhafte und zuverlässige<br />

Verbindung entsteht dann,<br />

wenn bei der Auswahl von Steckverbinder-Paarungen<br />

die Kenn daten<br />

der Komponenten mit den Spezifikationen<br />

der Anwendung abgeglichen<br />

werden.<br />

Die Herausforderung: Auf dem<br />

Steckverbinder-Markt werden eine<br />

Vielzahl unterschiedlicher Steckverbinder<br />

mit einer sehr großen Auswahl<br />

angeboten. Umfassendes Wissen<br />

ist daher erforderlich, um für<br />

die gewünschte Anwendung einen<br />

Überblick zu erlangen und die passende<br />

Auswahl bei der Vorgabe der<br />

Kenndaten treffen zu können. Eine<br />

optimale Auswahl eines Produktes<br />

für einen speziellen Anwendungsfall<br />

ist wichtig, um eine kosten günstige<br />

Lösung für das vorhandene Steckverbinder-Problem<br />

zu finden.<br />

Lösbare Steckverbindungen dienen<br />

als Schnittstelle von Elektronikeinheiten<br />

zu Platinen und Schaltungsperipherien<br />

und müssen<br />

besonders zuverlässig sein. In<br />

der Regel bestehen Sie aus einer<br />

Buchse (weiblich/female) und einem<br />

Stift (männlich/male). Diese werden<br />

miteinander gesteckt, um eine Verbindung<br />

zu erstellen. Eine Voraussetzungen<br />

für eine gute Zuverlässigkeit<br />

einer lösbaren Steckverbindung<br />

ist, dass die Bauformen<br />

zusammenpassen.<br />

Bestandteile der Stiftund<br />

Buchsenleisten<br />

Eine Stiftleiste besteht aus<br />

zwei Bauteilen, Stiftkontakt und<br />

Isolierkörper. Der Stiftkontakt ist<br />

von dem Isolierkörper umhüllt<br />

bzw. in diesem eingepresst oder<br />

umspritzt. Mit dem Isolierkörper<br />

wird ein definierter Abstand der<br />

Stifte hergestellt, auch Rastermaß<br />

genannt, sodass mehrere Stiftkontakte<br />

möglich sind. Bei der Anzahl<br />

spricht man auch von Polen oder<br />

der Polzahl.<br />

Die Buchsenleiste besteht aus<br />

einem Federkontakt, der in vielen<br />

Ausführungen und Wertigkeiten<br />

erhältlich ist (siehe unten). An<br />

den Federkontakt schließt sich eine<br />

Anschlusstechnik an. In untenstehendem<br />

Bild werden die Buchsenkontakte<br />

in die Platine eingelötet.<br />

Daneben gibt es auch noch SMD-<br />

Versionen für die Oberflächenmontage.<br />

Der Federkontakt und<br />

die Verbindung zur Anschlusstechnik<br />

werden mit einem Isolierkörper<br />

umschlossen.<br />

Die Bestandteile einer Stift- und Buchsenleiste<br />

Letzteres bedeutet, dass die<br />

Federelemente wieder in die Ausgangsposition<br />

zurückkehren sobald<br />

die Stiftleiste aus der Buchsen leiste<br />

gezogen wird.<br />

Das Material der Kontakte ist in<br />

der Regel auf Kupfer basierend.<br />

Kupfer ist das preiswerteste Basismaterial<br />

im Verhältnis zur der Leitfähigkeit.<br />

Reines Kupfer ist jedoch<br />

weich und deshalb schlecht als Kontaktmaterial<br />

geeignet. Aus diesen<br />

Gründen werden bei Steckverbindern<br />

Legierungen verwendet, um<br />

die Eigenschaften der Basismaterialien<br />

für die Anwendung zu verbessern<br />

und an die Anforderungen<br />

anzupassen.<br />

CuSn 6 ist eine Kupferlegierung mit<br />

6% Zinn, bekannt auch als Bronze.<br />

Sie zeichnet sich durch hohe Festigkeits-<br />

und gute Federeigenschaften<br />

bei hinreichender Leitfähigkeit aus.<br />

CuZn 30 ist eine Kupferlegierung mit<br />

30% Zink (Messing). Die Legierung<br />

besitzt eine hervorragende Kaltumformbarkeit<br />

und Festigkeit. Sie eignet<br />

sich gut für aufwendige Tiefziehteile<br />

von Bauteile der Elektrotechnik bis<br />

hin zu Steckverbindern und deren<br />

22 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Komponenten<br />

Kupferabbau<br />

Kupfer mit 30% Zink (Messing)<br />

Kupfer mit 6% Zinn (Bronze)<br />

Lötprozesse. Messing hat geringe<br />

Federeigenschaften und ist deshalb<br />

vorrangig für nicht federnde Kontaktteile<br />

vorgesehen. Mit bestimmten<br />

Legierungen ist Messing auch<br />

für Buchsen kontakte geeignet.<br />

Der Kontaktaufbau<br />

Die richtige Oberflächenbeschichtung<br />

hat einen wesentlichen Einfluss<br />

auf eine dauerhaft gute Steckverbinder-Paarung.<br />

In der Regel wird<br />

bei den häufig verwendeten Buntmetalllegierungen<br />

als erstes eine<br />

sogenannte Sperrschicht aufgetragen.<br />

Diese Sperrschicht soll<br />

verhindern, dass Elemente aus dem<br />

Grundwerkstoff in die Oberflächenbeschichtung<br />

gelangen (Diffusion).<br />

Ebenso wird damit verhindert, dass<br />

zum Beispiel bei einer Vergoldung<br />

das Gold in den Grundwerkstoff<br />

wandert und so die positive Wirkung<br />

des Goldes mit der Zeit entfällt.<br />

Als Sperrschicht wird vielfach<br />

Nickel eingesetzt. Das gleiche gilt<br />

für Zinnbeschichtungen. Bei diesen<br />

Beschichtungen steht jedoch<br />

eine langfristig gute Lötbarkeit im<br />

Vordergrund. Darüber hinaus kann<br />

von einigen Anwendern eine zusätzliche<br />

Kupferbeschichtung vor dem<br />

Vernickeln verlangt werden. Diese<br />

Schicht soll die Haftfestigkeit der<br />

kompletten Beschichtung auf dem<br />

Grundwerkstoff erhöhen.<br />

Der Hintergrund für die Unternickelung<br />

als Sperrschicht ist die<br />

brownschee Molekular bewegung.<br />

Durch thermische Einflüsse bewegen<br />

sich Atome innerhalb von<br />

Kristall gittern in Metallen. An den<br />

Grenzflächen unterschiedlicher<br />

Metalle können Atome in das Gitter<br />

des Nachbarmetalls wandern.<br />

Die Veredelung<br />

Die abschließende Oberflächenbehandlung<br />

von Kontakten sind<br />

Vergoldung oder eine RoHS-konforme<br />

Verzinnung. Die Veredelung<br />

von Kontaktoberflächen richtet sich<br />

nach der voraussichtlichen Beanspruchung<br />

in Abwägung mit den<br />

Kosten. Die Beanspruchung wird<br />

hauptsächlich durch die Häufigkeit<br />

der Steckzyklen und den Umgebungsbedingungen<br />

bestimmt.<br />

Zinn ermöglicht eine ausgezeichnete<br />

Lötbarkeit und Leitfähigkeit, ist<br />

kostengünstig, jedoch nicht sehr<br />

beständig. Mit einem zu häufigen<br />

Stecken wird das Zinn leicht abgetragen,<br />

da es ein recht weiches<br />

Übliche<br />

Oberflächenveredelungen<br />

Verzinnte Kontakte<br />

Vergoldete Kontakte<br />

Selektiv vergoldete Kontakte<br />

Material ist. Gold bietet eine ausgezeichnete<br />

Leitfähigkeit, Korrosionsbeständigkeit,<br />

Strapazierfähigkeit<br />

und einen niedrigen Widerstand,<br />

aber zu hohen Kosten.<br />

Eine Hauchvergoldung (Flash)<br />

mit einigen µm Auftrag kann einen<br />

guten Kompromiss mit den Vorteilen<br />

von Gold und den niedrigeren<br />

Kosten von Zinn bieten. Kontakte<br />

mit Hauchvergoldung werden<br />

gerne eingesetzt wenn nur<br />

einige Steckzyklen im Produktzyklus<br />

zu erwarten sind. Eine sogenannte<br />

gerne genommene selektive<br />

Veredelung ist eine Mischung<br />

aus Zinn und Gold. So gewährleistet<br />

die Ver goldung im Steckbereich<br />

eine entsprechende Korrosionsbeständigkeit<br />

und die Verzinnung im<br />

Lötbereich eine sehr gut Lötbarkeit.<br />

Die Kontaktpaarung zwischen<br />

zwei unterschiedlichen Kontaktoberflächen<br />

sollte vermieden werden.<br />

Kontaktoberflächen sollten<br />

nach Möglichkeit identisch sein und<br />

sind je nach Einsatzfall abzuwägen.<br />

Vergoldete Kontakte sind immer<br />

die beste Lösung. Preiswertere<br />

verzinnte Oberflächen bieten sich<br />

ggf. dann an, wenn Mikrobewegungen<br />

vermieden werden und die<br />

Anzahl der zu erwartenden Steckzyklen<br />

gering ist.<br />

Wissenswert ist auch, dass sich<br />

in der Kombination von Zinn und<br />

Gold höhere Steck- und Ziehkräfte<br />

zeigen, was akzeptabel sein muss.<br />

Gold mit Zinn erzeugt unter Einfluss<br />

von Feuchte gemäß der elektrochemischen<br />

Spannungsreihe eine<br />

Spannung von 1,56 V. Das kann in<br />

analogen Systemen zu Spannungsverfälschungen<br />

führen und und<br />

digitale Systeme bei der Signalerkennung<br />

irritieren. Bei der Kombination<br />

von Silber und Zinn ist die<br />

Spannung 0,94 V.<br />

Empfohlen für<br />

Steckhäufigkeit<br />

verzinnt, 3...6 µm 10<br />

hauchvergoldet, ca. 0,1 µm 10<br />

vergoldet, 0,15 µm 150<br />

vergoldet, 0,25 µm 200<br />

vergoldet, 0,75 µm 500<br />

Palladium, 0,7 µm über 0,1 µm Gold 500<br />

Der Kontaktaufbau<br />

Die Sperrschicht aus Nickel beträgt in der Regel 1-3 µm.<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

23


Komponenten<br />

Die Stiftspitzen<br />

Es gibt unterschiedliche Verfahren,<br />

um die Stiftspitzen herzustellen.<br />

Die thermisch gerissene Stiftspitze<br />

hat keine scharfen Kanten an<br />

den Flanken und keine Gratbildung<br />

an den Stiftspitzen, sodass ein sauberes<br />

Einlaufen in den Buchsenkontakt<br />

gewährleistet ist. Gleiches gilt<br />

für die geprägte Stiftspitze (mehr<br />

zu Vor- und Nachteilen ggü. thermisch<br />

gerissen?).<br />

Spitzen thermisch gerissen<br />

Spitzen geprägt<br />

Spitzen gestanzt<br />

Das günstigste Verfahren ist die<br />

gestanzte Stiftspitze, allerdings<br />

dann mit scharfen Kanten an den<br />

Flanken und Gratbildungen an den<br />

gestanzten Flächen, was mehr zum<br />

Verschleiß beiträgt als die vorgenannten<br />

Verfahren.<br />

Vor- und nachverzinnte<br />

Kontakte<br />

Bei vorverzinnten Kontakten sind<br />

die Enden der Kontaktstifte offen und<br />

nicht veredelt. Der verzinnte Draht<br />

wird entsprechend der gewünschten<br />

Länge der Kontakte mit einem<br />

thermischen Riss abgelängt. An<br />

der durch den thermischen Riss<br />

entstandenen Spitze fehlt dann die<br />

Ver edelung.<br />

Bei nachverzinnten Kontakten<br />

sind die Enden der Kontaktstifte<br />

komplett veredelt. Zur Herstellung<br />

der Kontakte erfolgt der thermische<br />

Riss bei dem blanken Draht.<br />

Anschließend durchlaufen die Kontakte<br />

den Galvanikprozess und sind<br />

so durchgehend veredelt. Letzteres<br />

bedeutet jedoch einen kostenintensiveren<br />

Arbeitsschritt.<br />

Kunststoffe<br />

Isolierkörper aus Kunststoff<br />

haben den Zweck die Kontakte<br />

und Steckverbinder akkurat auszurichten<br />

und zu positionieren. Die<br />

Kontakte erhalten einen genau definierten<br />

Abstand und werden durch<br />

den Kunststoff von einander isoliert.<br />

In der Regel ist der definierte<br />

Abstand von Kontakt zu Kontakt<br />

gleich. Der Abstand nennt sich<br />

Rastermaß. Gängige Abstände<br />

sind beispielsweise metrisch 0,5,<br />

0,8, 1, 2 oder auch 4 mm. Zöllisch<br />

findet sich häufig 0,635, 1,27, 2,54<br />

und 5,08 mm.<br />

Die Produktion von Steckverbinder-Gehäusen<br />

(Isolierkörper) findet<br />

in Spritzgussmaschinen statt, deren<br />

Werkzeuge je nach Ausbringungsmenge,<br />

mit zwei-, vier-, acht- oder<br />

16-fachen Kavitäten (Vertiefungen)<br />

ausgelegt sind. Die Kavitäten entsprechen<br />

der Form des Gehäuses.<br />

Mit hohem Druck wird bei geschlossenem<br />

Werkzeug der Kunststoff<br />

heiß eingespritzt und anschließend<br />

ausgeworfen. Durch diese<br />

Mehrfachwerkzeuge werden die<br />

Beispielhaftes 8-fach Spritzwerkzeug mit Kavitäten<br />

Steckverbinder Fertigung<br />

Herstellungskosten gesenkt, weil<br />

in jedem Spritzzyklus (ca. 25 s) die<br />

entsprechende Anzahl von Steckverbinder-Gehäusen<br />

gefertigt wird.<br />

Die Kavitäten sind mit sogenannten<br />

Nestnummern gekennzeichnet,<br />

so dass im Fehlerfall eine Rückverfolgung<br />

der Produkte möglich ist.<br />

Anschließend werden die Steckverbinder-Gehäuse<br />

als Schüttgut<br />

an Fertigungsautomaten zugeführt,<br />

die dann die Kontakt bestückung<br />

übernehmen.<br />

Isolierkörper einreihig und zweireihig<br />

Kameraüberwachte Bestückung von Isolierkörper mit Kontakten<br />

24 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Komponenten<br />

Einfacher Federkontakt<br />

Federkontakt<br />

Gestanzte Feder, die in der Regel<br />

aus einem Federwerkstoff (Bronze/<br />

Zinn) gefertigt wird. Die Ausführung<br />

ist kostengünstig herzustellen<br />

und eignet sich für Einsatzfälle mit<br />

geringer Steckhäufigkeit.<br />

Die Gabelfeder ist aufgrund<br />

Ihres Aufbaus nur für die Aufnahme<br />

von Vierkant oder Flachkontakten<br />

geeignet. Das Stanzwerkzeug<br />

muss im Kontaktbereich<br />

der Feder, dem inneren Bereich,<br />

eine hohe Genauigkeit aufweisen,<br />

um dort den Kontakt äußerst gratfrei<br />

zu produzieren. Bei zu rauen<br />

Stellen an diesen Kontaktflächen<br />

würde sonst sehr leicht – insbesondere<br />

bei ver zinnten Kontakten –<br />

die Ober fläche des Stiftkontaktes<br />

aufgerissen. Wird die Kontaktfeder<br />

am Stanzstreifen hängend gefertigt<br />

und nicht als Schüttgut, kann<br />

eine Vergoldung recht sparsam und<br />

leicht im Kontaktierungsbereich der<br />

Feder in einer Bandgalvanik mittels<br />

Tauch oder Brush-Verfahren<br />

aufgebracht werden. Im Standard<br />

ist die Ver edelung hauch vergoldet<br />

oder verzinnt. Für ca. zehn Steckzyklen<br />

verwendbar.<br />

Flachkontaktfeder<br />

Flachkontaktfeder<br />

In der Regel sind Flachkontaktfedern<br />

für quadratische und rechteckige<br />

Stiftkontakte ausgelegt.<br />

Auch Rundstifte sind möglich. Es<br />

gibt Ausführungen mit einseitiger<br />

und zweiseitiger Kontaktierung.<br />

Die Herstellung der Federkontakte<br />

erfolgt mittels Stanztechnik und die<br />

Beschichtung durch eine Bandgalvanik.<br />

Federkontakte mit Flachfedern<br />

sind interessant für einen Einsatz<br />

bis 200 Kontaktzyklen.<br />

Präzisionskontakte<br />

Präzisionskontakte sind eine spezielle<br />

Form von Federkontakten.<br />

Dieser Kontakt besteht aus zwei<br />

Teilen: eine galvanisierte Kontakthülse<br />

und ein galvanisierter Federkontakt,<br />

Clip genannt. Die Kontakthülse<br />

beinhaltet auf der einen Seite<br />

einen Löt anschluss und eine Bohrung<br />

auf der anderen Seite. Diese<br />

Bohrung dient dann zur Aufnahme<br />

des Federteiles, dem Clip. Die Präzisionsbuchsenkontakte<br />

sind lötdicht,<br />

das bedeutet, beim Lötprozess kann<br />

von der Lötwelle oder dem SMT-Lötprozess<br />

her kein Lot in den Kontaktierungsbereich<br />

gelangen.<br />

Durch diese Eigenschaft eignet<br />

sich der Kontakt auch sehr gut wenn<br />

Elektronikmodule vergossen werden.<br />

Die spezielle Form des Clip-Kontaktes<br />

kann in ihrer Auslegung mit<br />

drei bis sechs Fingerkontakten, je<br />

nach Größe, sowohl zylindrische<br />

als auch viereckige Kontaktstifte<br />

aufnehmen. Die Fingerkontakte<br />

können einzeln ausweichen und<br />

gewährleisten für die Kontaktierung<br />

eine große Anzahl von Kontaktberührungspunkten<br />

und damit<br />

permanent eine gute Stromübertragung.<br />

Für die Eignung über 200<br />

Steckzyklen.<br />

Stiftleiste mit Rundstiften<br />

Stiftleiste mit Vierkantstiften<br />

Weitere Kontaktvarianten<br />

Neben den vorgenannten Kontaktarten<br />

sind viele weitere Varianten<br />

im Markt erhältlich. Hierzu<br />

zählen Stift- und Messerkontakte,<br />

die als Gegenstecker für die zuvor<br />

genannten Kontaktfederformen verwendet<br />

werden. Je nach Federkontakttyp<br />

können diese Gegenstecker<br />

eine quadratische, rechteckige<br />

oder zylindrische Form aufweisen.<br />

Es besteht die Möglichkeit mehrere<br />

oder sogar alle Formen miteinander<br />

zu kombinieren. So können unterschiedliche<br />

Buchsenleisten auf einer<br />

Stiftleiste kontaktiert werden. ◄<br />

Stiftleiste mit Flachkontaktstiften<br />

Präzisionskontakt<br />

Stiftleiste mit unterschiedlichen Kontakten<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

25


Komponenten<br />

Für ein optimales thermisches Management<br />

Rippenkühlkörper von CTX entwärmen elektronische Bauteile effizient und schnell<br />

Die extrudierten Kühlkörper von CTX sind so vielfältig wie ihre Anwendungen. © CTX Thermal Solutions<br />

Profilkühlkörper verfügen über<br />

eine große Oberfläche und eignen<br />

sich daher besonders gut für die<br />

Entwärmung elektronischer Bauteile.<br />

In Kombination mit einem Lüfter<br />

kühlen die Systeme sogar leistungsstarke<br />

LED-Lichtquellen für<br />

den medizinischen Einsatz.<br />

Je größer die Packungsdichte<br />

elektronischer Komponenten ist,<br />

desto mehr Verlustleistung in Form<br />

von Wärme erzeugen sie. Wird ein<br />

bestimmter Temperaturbereich überschritten,<br />

hat das negative Auswirkungen<br />

auf die Funktion der Bauelemente.<br />

Die Hersteller elektronischer<br />

Geräte müssen deshalb ein<br />

effizientes thermisches Management<br />

für ihre Produkte entwickeln,<br />

das die zuverlässige Wärmeabfuhr<br />

garantiert.<br />

Große Oberfläche<br />

Für die Kühlung elektronischer<br />

Bauteile werden häufig Rippen- oder<br />

Profilkühlkörper eingesetzt, da sie<br />

eine besonders große Oberfläche<br />

haben. CTX Thermal Solutions verfügt<br />

über langjährige Erfahrung in<br />

der Entwicklung und Vermarktung<br />

dieser Kühlsysteme. Das Unternehmen<br />

vertreibt eine große Bandbreite<br />

an extrudierten Kühlkörpern aus Aluminium-Stranggussprofilen,<br />

die für<br />

jede Anwendung individuell dimensioniert<br />

werden.<br />

Individuelle Kühlkörper<br />

Profilkühlkörper von CTX sind<br />

als Lamellen-, Kammprofil- oder<br />

Fingerkühlkörper mit Wärmewiderständen<br />

von 81,6 °C/W bis<br />

0,04 °C/W und in Breiten von 12,4<br />

bis 750 mm erhältlich. Sie entwärmen<br />

sowohl Halbleiter in kleinen<br />

Satellitenreceivern als auch Hochleistungs-IGBTs<br />

in bahntechnischen<br />

Anwendungen.<br />

Die Kühlkörper werden im<br />

Extrusionsverfahren mithilfe einer<br />

Matrize aus einer Aluminium-<br />

Stranggusslegierung hergestellt<br />

(Wärmeleitfähigkeit: 180 W/mK).<br />

Die Form des Kühlkörpers kann<br />

durch die Wahl der Matrize individuell<br />

gestaltet und auf diese Weise<br />

optimal an die Anforderungen der<br />

Applikation angepasst werden.<br />

Oberflächenbehandlung<br />

Da Aluminium relativ korrosionsanfällig<br />

ist, muss die Oberfläche<br />

der Kühlkörper im Anschluss allerdings<br />

noch veredelt werden. CTX<br />

behandelt alle seine Rippen- bzw.<br />

Profilkühlkörper deshalb je nach<br />

den Anforderungen der jeweiligen<br />

CTX Thermal Solutions<br />

www.ctx.eu<br />

Richard Wolf<br />

www.richard-wolf.com/de/<br />

Die anspruchsvolle Geometrie des Profilkühlkörpers für Richard Wolf benötigt eine aufwendige<br />

CNC-Nachbearbeitung. © CTX Thermal Solutions<br />

26 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Komponenten<br />

Anwendung durch Eloxieren, Chromatieren,<br />

Pulverbeschichten oder<br />

Lackieren. Diese Oberflächenbehandlung<br />

schützt aber nicht nur<br />

vor dem Kontakt mit Luftfeuchtigkeit<br />

und Sauerstoff – sie sorgt darüber<br />

hinaus auch für eine noch bessere<br />

Wärmeabfuhr.<br />

Entwärmung<br />

endoskopischer<br />

LED-Lichtquellen<br />

Im Stranggussverfahren gefertigte<br />

Kühlkörper haben eine bessere<br />

Wärmeleitfähigkeit als mittels<br />

Druckguss gefertigte Lösungen,<br />

weisen aber gewisse Toleranzabweichungen<br />

auf. Dadurch entsteht<br />

zwischen Bauteil und Kühlkörper<br />

ein Luftpolster, das die Wärmeabfuhr<br />

behindert. Um diesen Nachteil<br />

auszugleichen, bietet CTX auf<br />

Wunsch eine CNC-Nachbearbeitung<br />

der Kühlkörper an, die exakt<br />

nach den Zeichnungsvorgaben des<br />

Kunden durchgeführt wird.<br />

So war es auch im Fall des Medizintechnik-Herstellers<br />

Richard Wolf<br />

aus Knittlingen. Das Unternehmen<br />

hat sich auf die Fertigung von<br />

Systemen für die Endoskopie und<br />

die extrakorporale Stoßwellenbehandlung<br />

spezialisiert. Sämtliche<br />

Instrumente werden in enger Kooperation<br />

mit Wissenschaftlern und<br />

Medizinern entwickelt, sind bestens<br />

aufeinander abgestimmt und für<br />

mehrere Fachdisziplinen geeignet.<br />

Die LED-Lichtquellen für Endoskope<br />

sorgen für eine homogene<br />

Ausleuchtung des endoskopischen<br />

OP-Feldes. Dabei wandeln die LED<br />

allerdings 75 bis 85 Prozent der aufgenommenen<br />

elektrischen Leistung<br />

in Wärme um. Damit die Funktion<br />

und die Lebensdauer der Lichtquelle<br />

nicht durch die Wärme beeinträchtigt<br />

werden, muss sie effizient abgeführt<br />

werden.<br />

Die ENDOLIGHT-Lichtquellen von Richard Wolf. © Richard Wolf<br />

CTX entwickelte<br />

passgenaue Lösung<br />

Diese Aufgabe übernehmen seit<br />

mehr als 10 Jahren speziell geformte<br />

Profilkühlkörper von CTX, die aufgrund<br />

ihrer besonderen Geometrie<br />

aufwändig mit CNC-Fräsmaschinen<br />

nachbearbeitet werden<br />

müssen. Da die durch die Kühlkörper<br />

erzielte Konvektion für die Entwärmung<br />

nicht ausreicht, setzt der<br />

Medizintechnik-Hersteller bei seinen<br />

LED-Lichtquellen zusätzlich<br />

noch Lüfter ein.<br />

Verschiedene Kühlsysteme<br />

für die Medizintechnik<br />

Für MRTs oder Spektroskopie-<br />

Anwendungen bietet CTX zudem<br />

speziell konstruierte Kühllösungen<br />

aus Kupferteilen an. Sie werden auf<br />

den tausendstel Millimeter genau<br />

und nach anspruchsvollsten Produktparametern<br />

gefertigt. Die mit<br />

Abstand höchste Kühlleistung auf<br />

engstem Raum erzielen aber Flüssigkeitskühlkörper.<br />

Diese Lösungen<br />

kommen mit einer sehr geringen<br />

Übertragungsfläche aus und sind<br />

deshalb überall dort erste Wahl, wo<br />

nur sehr wenig Bauraum zur Verfügung<br />

steht. ◄<br />

Zweiachsiger Voice-Coil-Motor als Kippantrieb<br />

zur Laserstrahlablenkung<br />

Der zweiachsige Voice-Coil-<br />

Aktor VMXY80 von Geeplus ermöglicht<br />

eine Rotationsauslenkung<br />

um zwei Achsen und wurde z. B.<br />

für die Ablenkung optischer Strahlen<br />

wie z. B. Laserstrahlen oder<br />

Lichtstrahlen entwickelt. Dieser<br />

Doppel-Kippaktuator eignet sich<br />

ideal zur optischen Datenübertragung<br />

zwischen hohen Gebäuden<br />

oder anderen Strukturen, die<br />

Bewegungen ausgesetzt sein können.<br />

Andere Anwendungen sind<br />

Lasergravuren oder z. B. medizinische<br />

Geräte, die eine kontrollierte<br />

Ablenkung eines optischen<br />

oder magnetischen Strahls benötigen,<br />

Dazu kann auf die Kipp fläche<br />

ein entsprechender Spiegel oder<br />

Reflektor montiert werden.<br />

Das bewegliche Element ermöglicht<br />

eine reibungsfreie Rotation um<br />

die X- und Y-Achse mittels eines<br />

zweiachsigen Flexbearings. Für<br />

den Antrieb sorgen zwei Spulenpaare<br />

und radial magnetisierte<br />

Permanentmagnete. Wie bei allen<br />

Tauchspulenantrieben ist das Drehmoment<br />

proportional zum Erregerstrom,<br />

was zu einer unabhängigen<br />

Auslenkung je Achse je nach Strom<br />

führt. Als zuverlässige elektrische<br />

Verbindung der bewegten Spulen<br />

an die Außenwelt werden die<br />

bewährten FlexCircuit Flachbandkabel<br />

verwendet.<br />

Prinzipiell ist das Konzept des<br />

VMXY Voice-Coil-Antriebs skalierbar<br />

und die Herstellung kleinerer<br />

oder größerer Ablenkungseinheiten<br />

mit ähnlicher Konstruktion<br />

ist möglich, sofern die Mengen<br />

wirtschaftlich tragbar sind.<br />

Das Gerät mit einem Durchmesser<br />

von 80 mm nähert sich jedoch<br />

der oberen Größengrenze, für die<br />

Radialmagnete verfügbar sind.<br />

Größere zweiachsige Tauchspulenantriebe<br />

können mit segmentierten<br />

Magneten hergestellt werden,<br />

die ihrerseits leichter mit einer<br />

quadratischen Grundfläche gefertigt<br />

werden können.<br />

Das aktuelle Design VMXY80<br />

liefert eine Dauerkraft von ca.<br />

0,8 N auf einem Durchmesser von<br />

etwa 70 mm; der Montageflansch<br />

misst 80 x 80 mm bei ca. 31 mm<br />

Bauhöhe. Die Spulenmasse ist<br />

ca. 3 g, die Gesamtmasse 800 g.<br />

ACTRONIC – SOLUTIONS<br />

GmbH<br />

www.actronic-solutions.de<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

27


Komponenten<br />

Smart Products – intelligente Steckverbindungen<br />

Das SCHURTER Smart Ecosystem verbindet Geräte jedwelcher Art über genormte IEC-Steckverbindungen<br />

mit internetbasierenden Services<br />

SCHURTER AG<br />

contact.ch@schurter.com<br />

www.schurter.com<br />

Intelligenz kommt vom lateinischen<br />

Wort „intellegere“ und<br />

bedeutet in etwa so viel wie einsehen,<br />

verstehen oder begreifen. Intelligenz<br />

umschreibt also die Fähigkeit,<br />

sich in neuen Situationen zurechtzufinden<br />

und Aufgaben durch Denken<br />

zu lösen. Das Schurter Smart<br />

Ecosystem verbindet Geräte jedwelcher<br />

Art über genormte IEC-<br />

Steckverbindungen mit internetbasierenden<br />

Services.<br />

Viele neue elektronische<br />

Lösungen werden mit dem Prädikat<br />

„intelligent“ angepriesen. Intelligente,<br />

oder neudeutsch „smarte“<br />

Produkte, reagieren auf das Nutzerverhalten,<br />

analysieren dieses<br />

und ziehen daraus Schlüsse. Sie<br />

beginnen zu agieren, selbständig<br />

nach den Vorgaben des Benutzers.<br />

Worum geht es dabei?<br />

Am einfachsten für das Verständnis<br />

sind Beispiele. Nehmen wir hierfür<br />

ein Krankenhaus mit 10 Stockwerken<br />

à jeweils 20 Patientenzimmer.<br />

Die Patienten werden – falls<br />

notwendig – mittels verschiedenster<br />

medizinischer Geräte permanent<br />

überwacht. Dabei werden Puls,<br />

Blutdruck, Sauerstoffsättigung und<br />

anderes gemessen. Wird das alles<br />

von einem Kombi-Gerät erledigt,<br />

ergibt das 200 Geräte. Zuzüglich<br />

ein paar Geräte als Ersatz oder in<br />

der Wartung. Das ergibt dann rund<br />

250 Geräte.<br />

250 medizinische Geräte entsprechen<br />

einer stattlichen Summe<br />

bei der Investition. Sind die wirklich<br />

alle notwendig? Zur initialen Investition<br />

kommen noch Unterhaltskosten<br />

für Wartung, Reinigung, Reparaturen<br />

hinzu.<br />

Jetzt wird es smart<br />

Um herauszufinden, welchen<br />

Bedarf das Krankenhaus tatsächlich<br />

hat, kann man die medizinischen<br />

Geräte „intelligent“ machen. Das<br />

genormte IEC-Gerätestecksystem<br />

wird durch ein smartes Pendant<br />

ersetzt. Der neue, smarte Gerätestecker<br />

nimmt nun sämtliche Verbrauchsdaten<br />

(nicht die Patientendaten!)<br />

auf und schickt diese in eine<br />

geschützte Cloud, wo sie analysiert<br />

werden. War das Gerät überhaupt in<br />

Betrieb? Von wann bis wann? Diese<br />

Verbrauchsdatenanalyse gibt der<br />

Spitalleitung dann klare Fakten, wie<br />

viele Geräte tatsächlich benötigt und<br />

genutzt werden. Gerade in großen<br />

Kliniken liegt hier ein enormes Einsparpotenzial.<br />

Nutzungsanforderungen<br />

Vorabinvestitionen zur Nutzung<br />

smarter Steckverbindungen brauchen<br />

keine getätigt zu werden.<br />

Smarte Gerätestecksysteme können<br />

in jedes elektrische oder elektronische<br />

Gerät eingebaut werden,<br />

welches über IEC 60320-Stecker<br />

verfügt. Das dürfte der Löwenanteil<br />

aller aktuell im Einsatz befindlicher<br />

Geräte sein. Alternativ sind smarte<br />

Stand-alone-Geräte zum Anschluss<br />

jedwelcher Art von Geräten mit IEC<br />

60320-Steckverbindung erhältlich.<br />

Mögliche Services<br />

Eine Cloud ist prinzipiell nichts<br />

anderes als ein leistungsstarker<br />

Rechner, der via Internet mit anderen<br />

Rechnern kommuniziert. Der<br />

Zugriff auf Cloud-basierte Anwendungen<br />

und Daten ist von praktisch<br />

jedem Gerät mit Internetverbindung<br />

aus möglich. Dank vernetzter Sicherungen<br />

und redundanter Systeme<br />

führen Hardwarefehler nicht zu<br />

Datenverlusten. Schurter setzt auf<br />

Cloud-Lösungen, welche die bestmögliche<br />

Sicherheit und den höchstmöglichen<br />

Datenschutz bieten.<br />

Die Art und Anzahl an Anwendungsmöglichkeiten,<br />

für welche<br />

smarte Gerätesteckverbindungen<br />

einen echten Mehrwert bieten können,<br />

ist nahezu unbegrenzt.<br />

• Prozessvisualisierung: Prozessvisualisierung<br />

ist die grafische<br />

Darstellung von Prozessen mit<br />

dem Ziel, Komplexität möglichst<br />

einfach darzustellen.<br />

• Vorbeugende Wartung: Um eine<br />

hohe Produktivität und Verfügbarkeit<br />

einer Anlage sicherzustellen,<br />

bietet sich die vorbeugende Wartung<br />

des gesamten Systems an.<br />

• Energiemanagement: Ein Energiemanagementsystem<br />

zeigt auf,<br />

wieviel Energie ein Unternehmen<br />

oder bestimmte Produktionssysteme<br />

verbrauchen und welche<br />

Möglichkeiten es gibt, diesen Verbrauch<br />

zu senken.<br />

• Fernwartung: Im Rahmen einer<br />

Fernwartung werden Systeme<br />

räumlich getrennt administriert.<br />

• Kundenspezifische Lösungen:<br />

Nicht für jedes potentiell auftretende<br />

Problem wurde<br />

bereits eine Software-Lösung<br />

geschrieben. ◄<br />

28 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Komponenten<br />

Radiallüfter für Blutgasanalytik<br />

<br />

SEPA EUROPE GmbH<br />

www.sepa-europe.com<br />

Blutgasanalysen sind wichtige Bestandteile<br />

der Standarddiagnostik und erlauben zum einen<br />

die Überwachung der Sauerstoffversorgung<br />

und unterstützen zum anderen die Diagnosestellung.<br />

Um die Leistung und Zuverlässigkeit<br />

der elektronischen Komponenten in Blutgasanalysegeräten<br />

zu gewährleisten, ist es notwendig<br />

die Wärme aus dem Gerät abzuführen.<br />

In vielen Fällen ist jedoch kaum Platz vorhanden.<br />

Hier kommt Radiallüfter HY45AB05P<br />

von Sepa Europe ins Spiel. Er findet auch im<br />

kleinsten Gerät Platz!<br />

Der HY45AB05P ist medizintechnisch bewährt<br />

und steht für höchstmögliche Kühlleistung auf<br />

kleinstmöglichem Raum. Mit seinen Maßen von<br />

nur 45 x 4 mm zählt er zu der Kategorie „besonders<br />

flach“. Er wurde strömungstechnisch optimiert<br />

und ist angenehm leise. Das moderne Mag-<br />

Fix-Lager verhindert das Abwandern des Schmierstoffes,<br />

garantiert eine stabile Schmierung über<br />

die gesamte Lebensdauer von 210.000 Stunden<br />

(MTBF bei 40 °C) und kann dadurch über einen<br />

weiten Temperaturbereich eingesetzt werden.<br />

Medizintechnische Geräte stellen spezielle<br />

Anforderungen an die Elektronikkühlung und<br />

benötigen punktgenaue Kühlung. Durch den<br />

regelbaren PWM-Eingang ist das einfach, denn<br />

die Drehzahlregelung erfolgt mittels Analog- oder<br />

PWM-Signal. Ein weiterer Vorteil ist die Langzeitverfügbarkeit.<br />

Sepa entwickelt zusammen mit den Kunden<br />

die jeweils passende Lösung. Smarte Entwärmungskonzepte<br />

von Sepa Europe sind in vielen<br />

medizinischen Geräten namhafter Hersteller<br />

zu finden. ◄<br />

Voice-Coil-Motor mit hoher Kraftdichte<br />

Der Marktführer für Voice-<br />

Coil-Motoren Geeplus hat auf die<br />

Anforderungen einiger Kunden vor<br />

allem im Medizingerätebereich für<br />

extrem kompakte Tauchspulenantriebe<br />

im Bereich größer als 50 N<br />

Dauer reagiert. Herausgekommen<br />

ist der VM75P2 mit ca. 60 N Dauer<br />

und mit einem Durchmesser von<br />

75 mm und einer Baulänge des<br />

Magnettopfs von 60 mm.<br />

Der Voice-Coil-Aktor VM75P2<br />

eignet sich hervorragend für<br />

Anwendungen mit hohen<br />

Anforderungen an die Dynamik,<br />

da seine hoch optimierte Magnetbaugruppe<br />

ein außergewöhnlich<br />

gutes Verhältnis von bewegter Spulenmasse<br />

zur verfügbaren Kraft<br />

aufweist. Der 2-polige Tauchspulenaktuator<br />

ist optimiert auf kurze<br />

Hübe bis ca. 6 mm mit sehr linearer<br />

Kraftkonstante; längere Hübe<br />

bis 14 mm sind möglich, wenn die<br />

Linearität in diesem Bereich nicht<br />

mehr entscheidend ist. Die 2-polige<br />

Ausführung ermöglicht ca. 30-50 %<br />

höhere Beschleunigungskräfte<br />

bei gleicher Baugröße und Erregerleistung<br />

im Vergleich zu herkömmlichen<br />

1-poligen Voice-Coil-<br />

Motoren in Sandwich Bauweise.<br />

Damit eigen sich die VM752P<br />

Voice-Coil-Motoren hervorragend<br />

als dynamische Ventil-Aktuatoren,<br />

z. B. in Beatmungsgeräten,<br />

als Antrieb für optische Shutter<br />

und Sortiermechanismen oder<br />

in Pick&Place-Anwendungen. Die<br />

Anbindung der Spule über einen<br />

Flex-Circuit ist in Vorbereitung.<br />

Geeplus hat die Möglichkeit, die<br />

eigenen Voice-Coil-Motoren im<br />

Haus zu optimieren und an die Kundenanforderungen<br />

mit kundenspezifischen<br />

Lösungen anzupassen.<br />

ACTRONIC – SOLUTIONS<br />

GmbH<br />

www.actronic-solutions.de<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

29


Komponenten<br />

Produkte für medizinische<br />

implantierbare Anwendungen<br />

Micro Crystal AG ist ein anerkannter Hersteller von innovativen, stromsparenden, hochstabilen Timing-<br />

Komponenten mit geringem Stromverbrauch, für den Einsatz in Gesundheits- und Medizinprodukten.<br />

Der Vertrieb erfolgt durch SE Spezial-Electronic.<br />

SE Spezial-Electronic GmbH<br />

www.spezial.com<br />

Die Produktlinie von Micro Crystal<br />

für Anwendungen im Gesundheitswesen<br />

und medizinische Implantate<br />

besteht aus Echtzeituhren<br />

RTCs, Oszillatoren und Quarzen,<br />

die sich durch geringen Stromverbrauch,<br />

hohe und stabile Genauigkeit<br />

in einem Helium undurchlässigen,<br />

ultrakleinen Vollkeramikgehäuse<br />

auszeichnen. Die Komponenten<br />

werden nach den höchsten<br />

Qualitätsstandards und Produktionstechnologien<br />

hergestellt. Sie zeichnen<br />

sich durch langfristige Zuverlässigkeit<br />

aus und sind speziell für<br />

den Einsatz in elektromedizinischen<br />

und aktiven implantierbaren Geräten<br />

der Klasse III (AIMD) bestimmt.<br />

Die Fertigung in speziellen Montagelinien,<br />

gepaart mit strengen Testund<br />

Validierungsverfahren, gewährleistet<br />

beste Leistung und deckt alle<br />

Qualitätsaspekte von implantierbaren<br />

medizinischen Komponenten<br />

der Klasse III ab.<br />

Kompakt und leistungsstark<br />

Das ist der neue RTC RV-5028-C7<br />

mit integriertem I 2 C-400-kHz-Kommunikationsbus<br />

für medizinische<br />

Anwendungen. Plug&Play ist möglich.<br />

Der RV-5028-C7 Medical erfüllt<br />

die Anforderungen an den Platzbedarf<br />

vieler medizinischer Implantate,<br />

indem er einen 32,768-kHz-Quarz<br />

und einen integrierten RTC-<br />

Schaltkreis in einem 3,2 x 1,5 mm<br />

großen Vollkeramik-Miniaturgehäuse<br />

kombiniert. Dass minimiert<br />

die Integrations beschränkungen,<br />

senkt Entwicklungs- und Validierungskosten<br />

und verkürzt die Markteinführungszeit.<br />

Das niedrige Profil<br />

von nur 1,0 mm erleichtert extrem<br />

kompakte Design anforderungen.<br />

Werkseitige Kalibrierung<br />

Der werkseitige Kalibrierungsprozess<br />

führt zu einer Zeitgenauigkeit<br />

von ±1 ppm (entspricht<br />

± 0,5 min/Jahr bei Raumtemperatur),<br />

und das hermetische Vollkeramikgehäuse<br />

ist undurchlässig<br />

für Helium. Es gewährleistet Stabilität<br />

und höchste Zuverlässigkeit<br />

während der gesamten Lebensdauer<br />

des implantierten Geräts.<br />

Extrem niedriger<br />

Stromverbrauch<br />

Der extrem niedrige Stromverbrauch<br />

der RTC von nur 45 nA<br />

ermöglicht eine optimierte Energieverwaltung<br />

des Systems. Zudem ist<br />

ein EEPROM-Speicher enthalten,<br />

dessen Zugriff über ein Passwort<br />

geschützt werden kann. Über den<br />

CLKOUT werden Frequenzen von<br />

1 Hz bis 32.768 Hz bereitgestellt.<br />

Als Schnittstelle zur Programmierung<br />

dient eine I 2 C Schnittstelle. ◄<br />

30 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Belastbar und sicher in Medizingeräten<br />

POY Award für Easy Locking Connector<br />

Komponenten<br />

Der Easy Locking Connector von<br />

binder hat sich in der Medizintechnik<br />

als robuste und zuverlässige<br />

Schnittstelle bewährt. Die renommierte<br />

US-amerikanische Fachzeitschrift<br />

Medical Design Briefs hat den<br />

besonders sicheren und biokompatiblen<br />

Steckverbinder jetzt mit ihrem<br />

POY Award ausgezeichnet.<br />

Zuverlässige Funktion, sichere<br />

Bedienung, Verträglichkeit und<br />

Patientenschutz sind zentrale Kriterien<br />

für die Produktentwicklung<br />

von Medizingeräten. Technische<br />

Fehlfunktionen, instabile Parameter,<br />

falsche Bedienung durch medizinisches<br />

Personal oder Patienten<br />

können hier fatale Folgen haben.<br />

Steckverbinder unterliegen in diesem<br />

Umfeld höchsten Ansprüchen<br />

an Kontaktsicherheit und Signalintegrität,<br />

Robustheit der Verbindung<br />

sowie einfache und intuitive Bedienbarkeit.<br />

Außerdem sind Biokompatibilität<br />

und eine für Medizingeräte<br />

angemessene Schutzart einschließlich<br />

Berührungsschutz und Beständigkeit<br />

gegen Reinigungs- oder Desinfektionsmittel<br />

unabdingbar.<br />

Franz Binder GmbH & Co.<br />

Elektrische Bauelemente KG<br />

info@binder-connector.de<br />

www.binder-connector.de<br />

ELC erfüllt<br />

medizintechnische<br />

Einsatzkriterien<br />

In klinischen Anwendungen, aber<br />

auch beim Einsatz in der häuslichen<br />

Pflege hat der Easy Locking Connector<br />

(ELC) der Serie 570 von<br />

binder seine Eignung bereits unter<br />

Beweis gestellt. Der Kabelsteckverbinder<br />

mit Snap-in-Verriegelung<br />

gilt dank 5.000 und mehr Steckzyklen<br />

als ausgesprochen langlebig,<br />

außerdem als besonders bediensicher.<br />

Hierfür verfügt er über eine<br />

asymmetrische Sechskant-Kontur<br />

im Steckbereich, die ein Fehlstecken<br />

durch Personal oder Patienten<br />

grundsätzlich verhindert. Ist<br />

die Verbindung hergestellt, wird sie<br />

mittels Rasthaken – für den Bediener<br />

unmittelbar akustisch zu erkennen<br />

– verriegelt. Auch die zweiteilige<br />

Konstruktion des ELC, dessen<br />

Baugruppen leicht zusammenzufügen,<br />

aber nur mit Spezialwerkzeug<br />

wieder trennbar sind, trägt zu seiner<br />

Bediensicherheit bei.<br />

Kein Eindringen<br />

von Flüssigkeiten<br />

Der Easy Locking Connector ist<br />

gesteckt gemäß IP54 geschützt.<br />

Darüber hinaus verhindert das<br />

Design der Flanschdose auch im<br />

getrennten Zustand das Eindringen<br />

von Spritzwasser oder Flüssigkeiten,<br />

und es schützt vor versehentlichem<br />

elektrischen Kontakt. Der Steckverbinder<br />

lässt sich leicht reinigen und<br />

ist gegenüber Desinfektionsmitteln<br />

beständig.<br />

Die Biokompatibilität der Serie 570<br />

ist gemäß dem Standard DIN EN<br />

ISO 10993-5 geprüft; außerdem<br />

sind die Steckverbinder mit Ausnahme<br />

des Kontaktkörpers DEHPfrei<br />

und somit gut hautverträglich.<br />

Von Ingenieuren<br />

zum wichtigsten<br />

neuen Produkt gewählt<br />

Medical Design Briefs ist eine<br />

in der US-amerikanischen Medienlandschaft<br />

etablierte Fachzeitschrift,<br />

die nach Angaben des Verlags,<br />

der SAE Media Group, New<br />

York, 40.000 Abonnenten zählt<br />

sowie 100.000 OEM-Ingenieure<br />

und -Manager erreicht. Die Leser<br />

von Medical Design Briefs haben<br />

jetzt über ihren Produktfavoriten<br />

– die ihrer Ansicht nach wichtigste<br />

Neuvorstellung – des vergangenen<br />

Jahres abgestimmt. Als einer von<br />

zwei Gewinnern wurde der Easy<br />

Locking Connector von binder mit<br />

dem ‚2022 Medical Design Briefs’<br />

Readers’ Choice Products of the<br />

Year‘ (POY) Award ausgezeichnet.<br />

Nachdem bereits die NCC-<br />

Serie 670 (Not Connected Closed)<br />

von binder den ‚2021 LEAP<br />

Award‘ für Konstruktion und Entwicklung<br />

erhalten hatte, wird nun<br />

mit dem ELC erneut einem Steckverbinder<br />

von binder die besondere<br />

Wertschätzung des US-amerikanischen<br />

Markts zuteil.<br />

Die Zukunft gestalten<br />

Markus Binder, geschäftsführender<br />

Gesellschafter der binder<br />

Gruppe, kommentiert die Auszeichnung:<br />

„Mit unseren kundenspezifischen<br />

Produkten und smarten<br />

Innovationen sowie unserer internationalen<br />

Ausrichtung möchten wir<br />

als Spezialist für Rundsteckverbinder<br />

die Zukunft gestalten. Mit dem<br />

ELC ist es uns gelungen, ein für die<br />

hohen Anforderungen der Medizintechnik<br />

prädestiniertes Produkt zu<br />

entwickeln. Die Auszeichnung mit<br />

dem POY Award bestärkt uns darin,<br />

unseren eingeschlagenen Weg konsequent<br />

fortzuführen.“ ◄<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

31


Sensoren<br />

Zuverlässige Füllstandssensorik<br />

für verschiedenste Medien in der Industrie<br />

Eine zuverlässige und kontaktlose Füllstandsmessung bieten die neuen<br />

Füllstandssensoren von EBE sensors + motion.<br />

EBE Füllstandssensoren erkennen<br />

und messen kontaktlos verschiedenste<br />

Medien. Die aktuelle<br />

Sensorgeneration, basierend auf<br />

der capaTEC-Technologie setzt<br />

hier neue Standards. Die kontinuierlichen<br />

Füllstandssensoren bieten<br />

die Möglichkeit berührungslos<br />

verschiedenste Medien, wie bspw.<br />

Flüssigkeiten, Granulate und pulverisierte<br />

Materialien, über einen<br />

Messbereich von bis zu 100 mm<br />

zu messen. Dabei sind sie hochpräzise<br />

und nahezu unempfindlich<br />

gegenüber sämtlichen Störfaktoren<br />

von außen.<br />

Große Performance<br />

bei kleinem Bauraum<br />

Bei der Konstruktion von neuen<br />

Geräten und Anlagen beschränkt<br />

der Bauraum häufig die Wahl der<br />

eingesetzten Sensorik. Im Bereich<br />

der Medizintechnik sowie in Messund<br />

Laborgeräten ist oftmals nur<br />

wenig Fläche vorhanden, sodass<br />

die üblichen auf dem Markt erhältlichen<br />

Sensoren nicht verbaut werden<br />

können. Die capaTEC-Sensoren<br />

von EBE finden auf einer<br />

Leiterplatte Platz, sodass sie in<br />

nahezu jedem Gerät eingesetzt<br />

werden können. Der Sensor wird<br />

dabei außerhalb des Tanks angebracht.<br />

Das Medium innerhalb des<br />

Tanks kann bei Wandstärken bis zu<br />

8 mm zuverlässig detektiert werden,<br />

auch ein Luftspalt zwischen<br />

Tank und Sensor stellt kein Problem<br />

dar.<br />

Testmöglichkeit<br />

des Sensors<br />

in der Endanwendung<br />

Elementar für den Einsatz eines<br />

berührungslosen Sensors ist jedoch<br />

grundsätzlich die Frage, ob und<br />

wie genau der Sensor das vorhandene<br />

Medium detektiert. Mit einem<br />

neu konzipierten Sensor-Testkit<br />

bietet EBE sensors + motion ein<br />

Komplettpaket inkl. Sensorik, Software<br />

und Elektronik, um die Applikation<br />

unter den Umweltbedingungen<br />

der Endanwendung auszutesten.<br />

Das Testkit ist einfach zu<br />

installieren und kann direkt vor Ort<br />

in Betrieb genommen werden. Das<br />

bietet Konstrukteuren die Möglichkeit<br />

die Performance des Füllstandssensors<br />

direkt unter Beweis zu stellen<br />

und für die weitere Entwicklung<br />

des Projekts eine schnelle, zuverlässige<br />

und kostengünstige Sensorlösung<br />

anzubieten. ◄<br />

EBE Elektro-Bau-Elemente<br />

GmbH<br />

www.ebe.de<br />

Die Füllstandssensoren sind insbesondere für kleine Bauräume geeignet,<br />

da sie lediglich auf einer Leiterplatte angebracht sind.<br />

© adobestock.com/shevchukandrey<br />

Passende Sensoren für jede Anwendung<br />

vernetzte Kreationen zu verwandeln. Mit diesen<br />

Sensoren unterstützt diese Partnerschaft<br />

maßgeblich die nächste Generation datengestützter<br />

Technologien.<br />

Die hochwertigen Sensoren kommen in<br />

den Branchen Industrie, Medizin, Elektro- und<br />

Haushaltsgeräte, Luft- und Raumfahrt, Verteidigungstechnik<br />

sowie der Automobiltechnik zum<br />

Einsatz. Auch in vielen weiteren Anwendungen,<br />

wo erschwerte Umgebungsbedingungen<br />

eine hohe Anforderung an Material und Funktion<br />

stellen, sind die Sensoren von TE Connectivity<br />

bestens ge eignet.<br />

Der Telemeter-Electronic-Partner TE Connectivity<br />

ist eines der größten Sensorik-Unternehmen<br />

der Welt. Seine innovativen Sensorlösungen<br />

helfen Kunden, Konzepte in intelligente<br />

Telemeter Electronic GmbH<br />

info@telemeter.de<br />

www.telemeter.info<br />

32 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Stromversorgung<br />

Intelligentes konfigurierbares<br />

Kondensatorladegerät<br />

Advanced Energy Industries<br />

GmbH<br />

info@aei.com<br />

www.advancedenergy.com<br />

Advanced Energy entwickelt das erste voll integrierte,<br />

intelligente, konfigurierbare Kondensatorladegerät<br />

für ästhetische und chirurgische Laseranwendungen.<br />

Die für medizinische Anwendungen zugelassene<br />

Stromversorgung bietet Hochspannungs-<br />

Kondensatorladung und AC/DC-Niederspannungsversorgung<br />

in einem einzigen Gerät. Das Excelsys<br />

FC1500 von Advanced Energy ist branchenweit das<br />

erste Kondensatorladegerät und Netzteil mit mehrfachen<br />

Ausgängen. Es liefert eine konstante Ladeleistung<br />

und der Einsatz mehrerer Netzteile für medizinische<br />

Laser- und IPL- (Intense Pulsed Light Therapy-<br />

breitbandig gepulstes Licht) Behandlungsgeräte<br />

ist nicht erforderlich.<br />

Herkömmliche Laser- und IPL-Systeme arbeiten<br />

mit Kondensatoren, die auf hohe Spannungen geladen<br />

und dann entladen werden, um Hochstromimpulse<br />

zu erzeugen. Durch eine konstante Leistung<br />

von 1500 W über alle Ladespannungen von 200 V bis<br />

1000 V ermöglicht das FC1500 ein schnelleres Aufladen<br />

der Kondensatoren bei niedrigeren Spannungen<br />

in Systemen die auf verschiedenen Technologien<br />

basieren. Das hilft, Behandlungszeiten zu verkürzen.<br />

Außerdem benötigen herkömmliche Systeme<br />

mehrere Netzteile, um hohe Spannungen zur Kondensatorladung<br />

zu liefern sowie niedrige DC-Spannungen<br />

für elektronische Systeme wie Touchpanels,<br />

Pumpen, Kühlelemente und andere Behandlungen<br />

bereitzustellen. Das FC1500 ist ein vollständig integriertes<br />

Kondensatorladegerät und AC/DC-Netzteil in<br />

einem Gerät, das all diese Anforderungen erfüllt. ◄<br />

Netzteile für Home care Anwendungen<br />

Kapazitäten aus Krankenhäusern,<br />

Arztpraxen und Therapieeinrichtungen,<br />

nicht zuletzt aus Kostengründen,<br />

ermöglichen.<br />

Neumüller bietet hier Stromversorgungen<br />

in einem breiten Leistungsbereich<br />

von 6 bis 300 Watt<br />

an. Hierzu gehören Steckernetzteile,<br />

Tischnetzteile und Einbaunetzteile<br />

jeweils in der Schutzklasse II, ohne<br />

die Notwendigkeit eines Schutzleiteranschlusses.<br />

Neumüller bietet Lösungen und<br />

Support für handheld-/ mobile oder<br />

stationäre Gerätevarianten.<br />

Neumüller Elektronik GmbH<br />

www.neumueller.com<br />

OEM-Sensoren für die Medizintechnik<br />

Flüssigkeitsdruckmessung<br />

in Ophthalmologie-Systemen<br />

Der Trend ist eindeutig, immer<br />

mehr medizinische Diagnose-,<br />

Monitor- sowie Therapiegeräte für<br />

die ReHa werden für den Gebrauch<br />

in häuslicher Umgebung konzipiert.<br />

Dies soll eine Verlagerung von<br />

Senstech AG<br />

CH-8320 Fehraltorf<br />

Telefon +41 44 955 04 55<br />

ISO 9001 · ISO 13485<br />

www.senstech.ch<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

Senstech_Ins_<strong>2023</strong>_91x66_meditronic-journal_B.indd 1 24.11.22 11:30<br />

33


Stromversorgung<br />

Intelligente Notstromversorgung<br />

mit LiFePO 4 -Batterietechnologie<br />

24VDC-USV-Lösung für 100 h Langzeit-Backup<br />

Direktlink zu UPSI-2406D:<br />

https://www.bicker.de/upsi-2406d<br />

Direktlink zu Batteriepack<br />

BP-LFP-13250S:<br />

https://www.bicker.de/bp-lfp-13250s<br />

Bicker Elektronik GmbH<br />

info@bicker.de<br />

www.bicker.de<br />

Bicker Elektronik hat eine neue<br />

DC-USV-Lösung für die Langzeitüberbrückung<br />

vorgestellt. Die<br />

24V-Notstromversorgung ist mit der<br />

besonders sicheren und langlebigen<br />

LiFePO 4 -Batterietechnologie ausgestattet<br />

und bietet Backup-Zeiten von<br />

bis zu 100 Stunden. Bestehend aus<br />

der intelligenten Lade- und Steuereinheit<br />

UPSI-2406D und dem Batteriepack<br />

BP-LFP-13250S eignet<br />

sich die DC-USV-Lösung ideal zum<br />

Schutz von 24V-Applikationen in der<br />

Medizintechnik, wie beispielsweise<br />

Medical-Panel-PCs, Steuerungen,<br />

Antriebe, Sensoren, Messsysteme,<br />

Beleuchtungs-, Labor- und Sicherheitstechnik.<br />

Bei Stromausfall, Spannungseinbruch<br />

oder Flicker lassen<br />

sich somit effektiv Systemausfälle<br />

und Datenverluste in sicherheitsrelevanten<br />

Applikationen vermeiden.<br />

Zusätzlich bietet die neue<br />

USV-Management-Software ‚UPScom‘<br />

mit Cross-Plattform-Technologie<br />

und intuitiver Benutzeroberfläche<br />

umfangreiche Funktionen<br />

für Monitoring, Parametrisierung<br />

und Messenger- Dienste.<br />

Langzeitüberbrückung<br />

bis zu 100 Stunden<br />

Der leistungsstarke LiFePO 4 -Batteriepack<br />

BP-LFP-13250S mit<br />

330 Wh ermöglicht Backup-Zeiten<br />

von bis zu 100 Stunden, zum Beispiel<br />

für Sensorapplikationen oder<br />

Notbeleuchtungssysteme. Die<br />

Lithium-Eisenphosphat-Batterietechnologie<br />

(LiFePO 4 ) überzeugt<br />

mit über 6.000 Lade- und Entladezyklen<br />

und einem erweiterten<br />

Temperaturbereich von -20 bis<br />

+55 °C. Das in den Batteriepack<br />

integrierte Hochleistungs-Batterie-Management-System<br />

(BMS)<br />

zur Optimierung von Lebensdauer<br />

und Sicherheit überwacht und steuert<br />

den kompletten Lade- und Entladevorgang<br />

jeder Batteriezelle des<br />

Energiespeichers. Das integrierte<br />

Cell-Balancing sorgt hierbei für<br />

eine ausgewogene und gleichmäßige<br />

Ladung aller Zellen, so dass<br />

die volle Kapazität des LiFePO 4 -Batteriepacks<br />

dauerhaft nutzbar bleibt.<br />

Der BP-LFP-13250S verfügt über<br />

ein UN 38.3 Transport-Zertifikat.<br />

Intelligente Ladeund<br />

Steuereinheit<br />

Die intelligente Lade- und Steuereinheit<br />

UPSI-2406D im robusten<br />

Aluminiumgehäuse für die DIN-Rail-<br />

Montage ist über zwei Leitungen mit<br />

dem Batteriepack verbunden. Neben<br />

der Energieübertragungsleitung<br />

(BAT PWR) werden auf der Datenleitung<br />

(BAT DATA) via I 2 C-Schnittstelle<br />

alle relevanten Betriebsdaten<br />

des Energiespeichers kontinuierlich<br />

überwacht und gesteuert. Bei Spannungseinbrüchen<br />

oder Stromausfall<br />

trennt ein MOSFET innerhalb weniger<br />

Mikrosekunden den Eingang ab<br />

und die angeschlossene Last wird<br />

unterbrechungsfrei aus dem Energiespeicher<br />

heraus versorgt. Im<br />

Backup-Betrieb stellt die UPSI-2406D<br />

eine konstant geregelte DC-Ausgangsspannung<br />

zur Verfügung. Die<br />

PowerSharing-Funktion sorgt dafür,<br />

dass die Eingangsleistung konstant<br />

gehalten und entsprechend angepasst<br />

auf Last und Batterie-Lader verteilt<br />

wird. Bei geringer Last am Ausgang<br />

fließt mehr Energie in den Lader und<br />

umgekehrt. Die Mindestlast-Erkennung<br />

überwacht im Backup-Betrieb<br />

die aus dem Energiespeicher zu versorgende<br />

Ausgangslast und trennt<br />

automatisch den Energiespeicher von<br />

der Lade- und Steuereinheit, wenn<br />

die Last am Ausgang einen bestimmten<br />

Grenzwert unterschreitet. Dies<br />

verhindert, dass der Energiespeicher<br />

unnötig entleert wird. Darüber<br />

hinaus verfügt die UPSI-2406D über<br />

eine USB- und RS232-Schnittstelle<br />

für die Datenkommunikation sowie<br />

einen Relaiskontakt.<br />

USV-Management-Software<br />

‚UPScom‘ mit Cross-<br />

Plattform-Technologie<br />

Die komplett neu entwickelte<br />

USV-Management-Software<br />

‚UPScom‘ steht kostenlos zum<br />

Download für Microsoft Windows<br />

und Linux bereit. Die Software ermöglicht<br />

während eines Stromausfalls<br />

das kontrollierte Herunterfahren<br />

und Ausschalten der angeschlossenen<br />

Geräte. Zur Einstellung und<br />

Vorprogrammierung aller Parameter<br />

des DC-USV-Systems sowie<br />

dem Echtzeit-Monitoring mit Ladezustandsanzeige<br />

wird das responsive<br />

WEB-UI in einem Web-Browser<br />

aufgerufen. Zu den einstellbaren<br />

Parametern zählen u. a. Load-Sensor<br />

(mA), Shutdown-Verzögerung,<br />

maximale Backup-Zeit, Mindestladekapazität<br />

vor Systemstart, Benachrichtigungen<br />

per E-Mail. Die USV-<br />

Management-Software ‚UPScom‘<br />

34 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Stromversorgung<br />

nutzt die neue WebAssembly<br />

(WASM) Architektur, welche in den<br />

meisten aktuellen Web-Browsern<br />

lauffähig ist. ‚UPScom‘ ist auf x86<br />

kompatiblen Systemen und auch auf<br />

den meisten ARM-64 basierenden<br />

Systemen unter Microsoft Windows<br />

und verschiedenen Linux-Distributionen<br />

lauffähig.<br />

Sichere Shutdown &<br />

Reboot-Funktion für<br />

IPC-Systeme<br />

Bei einem „Power-Fail“ signalisiert<br />

die USV über das integrierte<br />

USB- oder RS232-Interface den<br />

Ausfall der Versorgungsspannung,<br />

so dass ein kontrollierter Shutdown<br />

des Computersystems eingeleitet<br />

und wertvolle Daten gesichert werden.<br />

Auch kann vor Herunterfahren<br />

des Systems ein Skript (Batch) ausgeführt<br />

werden, um eigene applikationsrelevante<br />

Prozesse zu verarbeiten.<br />

Die integrierte Reboot-<br />

Funktion der DC-USV leitet nach<br />

wiederkehrender Versorgungsspannung<br />

selbstständig den Neustart<br />

des versorgten IPC ein, ohne<br />

dass eine aufwendige Vorort-Intervention<br />

eines Service-Mitarbeiters<br />

notwendig wäre, z. B. bei vollkommen<br />

autarken Computersystemen<br />

an unzugänglichen Standorten.<br />

E-Mail-Messenger Dienst<br />

Die Software ‚UPScom‘ kann<br />

bei verschiedenen Ereignissen wie<br />

z. B. Verbindungsverlust zur USV,<br />

Herunterfahren des Systems oder<br />

Power-Fail entsprechende Event-<br />

E-Mails versenden. Diese Präventivmaßnahmen<br />

können Ausfallzeiten<br />

verringern oder gänzlich verhindern.<br />

Alle Produktvorteile<br />

auf einen Blick<br />

• DC-USV-Lösung für Langzeit-<br />

Backup bis 100 h<br />

• Leistungsstarke 24V-Notstromversorgung<br />

• LiFePO 4 -Batterietechnologie –<br />

sicher und langlebig<br />

• Über 6.000 Lade- und Entladezyklen<br />

• BMS Schutz- und Steuerfunktionen<br />

• Batterie-Startfunktion<br />

• Intelligente Eingangsstromerkennung<br />

• USB- und RS232-Schnittstelle<br />

und Relaiskontakt<br />

• USV-Management-Software<br />

‚UPScom‘ inklusive<br />

• Reboot-Funktion für IPC-Systeme<br />

• Erweiterter Temperaturbereich<br />

-20…+55 °C<br />

• UN 38.3 Transport-Zertifikat ◄<br />

700-W-Gerät mit höchster Zuverlässigkeit<br />

für industrielle und medizinische Anwendungen<br />

Neu im Programm von Emtron electronic<br />

GmbH ist die GHA700F-Serie von Cosel, welche<br />

durch ihre effiziente Kühlung ideal für den<br />

Einsatz in anspruchsvollen medizinischen und<br />

industriellen Anwendungen ist. Basierend auf<br />

der robusten GHA-Plattform mit optimierter<br />

Wärmeableitung liefert das GHA700F 700 W<br />

im 3“x5“ großen Industriegehäuse. Mit einer<br />

Leistungsdichte von 31,1 W pro Kubikzoll bietet<br />

dieses Netzteil eine der höchsten Leistungsdichten<br />

in seiner Kategorie für die Stromversorgung<br />

von medizinischen und industriellen<br />

Anwendungen.<br />

Hohe Isolationsfestigkeit<br />

Das GHA700F wurde gemäß der Sicherheitsnorm<br />

IEC 62368-1 und IEC 60601-1 entwickelt<br />

und eignet sich auch für medizinische Body-<br />

Float-Anwendungen. Dank seiner hohen Isolationsfestigkeit<br />

und Sicherheitsabstände eignet<br />

es sich jedoch ebenso hervorragend für<br />

anspruchsvolle industrielle Anwendungen. Die<br />

Netzteile sind nach EN 62368 geprüft und da<br />

sie die Norm EN 61558-2-16 (OVC III) erfüllen,<br />

wird dem Anwender das Design zur Einhaltung<br />

der Norm EN 60335 vereinfacht. Das<br />

GHA700F ist in vier Ausgangsspannungen<br />

(24, 30, 48 und 56 V DC) erhältlich und verfügt<br />

über eine universelle Eingangsspannung von<br />

85 bis 264 V AC. Durch den Einsatz modernster<br />

Schaltungstopologien und hochwertigen<br />

Komponenten weist das Netzteil einen hervorragenden<br />

Wirkungsgrad von bis zu 96 % auf.<br />

Kombiniert Konduktions- und<br />

Konvektionskühlung<br />

Angesichts der wachsenden Zahl medizinischer<br />

Anwendungen, die in geräuscharmen<br />

Umgebungen betrieben werden, optimieren<br />

die Hersteller ihre Geräte für den Betrieb mit<br />

begrenztem Luftstrom. Um diesen Anforderungen<br />

gerecht zu werden, müssen Netzteile<br />

so konzipiert sein, dass sie Konduktions- und<br />

Konvektionskühlung kombinieren. Damit wird<br />

den Systementwicklern die Möglichkeit geboten,<br />

die Platzierung des Netzteils zu optimieren,<br />

ohne die Leistung zu beeinträchtigen.<br />

Neueste Technologie<br />

Mit seiner langjährigen Erfahrung in der<br />

Entwicklung optimierter Stromversorgungslösungen<br />

mit kombinierter Konduktions-Konvektionskühlung<br />

hat COSEL die neuesten Schaltungsdesigns,<br />

digitale Leistungs- und Energieoptimierungsalgorithmen,<br />

Siliziumkarbid und<br />

andere fortschrittliche Komponenten kombiniert.<br />

Das GHA700F kann in einem weiten<br />

Umgebungstemperaturbereich von -20 °C<br />

bis +70 °C oder bis zu +80 °C an der Kühlplatte<br />

betrieben werden. Abhängig von der<br />

Art der Endmontage und den Kühlungsbedingungen<br />

kann eine Leistungsreduzierung<br />

erforderlich sein.<br />

Emtron electronic GmbH<br />

www.emtron.de<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

35


Stromversorgung<br />

Stromversorgungs-Subsysteme<br />

für Photoplethysmographie-Systeme<br />

zur Vitalzeichen-Überwachung – Teil 2<br />

Der vorliegende, aus zwei Teilen<br />

bestehende Artikel stellt validierte<br />

Designs für getaktete Stromversorgungen<br />

zur Vitalzeichen-Fernüberwachung<br />

an Patienten vor. Darin<br />

kommen Biosensoren zum Einsatz,<br />

die sich durch einen heraus-<br />

Autoren:<br />

Felipe Neira und Marc Smith<br />

Analog Devices<br />

www.analog.com<br />

Grenzwerte des Designs<br />

ragenden Signal- Rauschabstand<br />

auf der Systemebene auszeichnen.<br />

Während es im ersten Teil um<br />

eine diskrete Lösung mit optimaler<br />

Performance ging, wird im zweiten<br />

Teil eine integrierte Lösung für<br />

Anwendungen mit beengten Platzverhältnissen<br />

präsentiert.<br />

• Sie erfahren, wie Sie anhand der<br />

Anforderungen eines PPG-Systems<br />

die richtige Stromversorgungs-Konfiguration<br />

auswählen.<br />

• Beschreibung getakteter Stromversorgungs-Referenzschal-<br />

tungen in diskreter (Teil 1) oder<br />

integrierter Ausführung (Teil 2)<br />

• Vorstellung einer Methodik zum<br />

Prüfen der Leistungsfähigkeit<br />

von Stromversorgungs-Systemen,<br />

mit der sich das System in<br />

verschiedenen Anwendungsfällen<br />

und unter transienten Lastbedingungen<br />

testen lässt.<br />

• Checkliste zum Validieren der<br />

Implementierung.<br />

• Vermittlung von Kenntnissen zur<br />

Beseitigung von Implementierungsproblemen.<br />

Ein PPG-Gerät kann zum Messen<br />

von Änderungen des Blutvolumens<br />

eingesetzt werden, um daraus Vitalzeichen-Informationen<br />

wie etwa die<br />

Sauerstoffsättigung des Blutes oder<br />

die Herzrate abzuleiten. In diesem Teil<br />

geht es um eine integrierte, für Applikationen<br />

mit knappen Platzverhältnissen<br />

konzipierte Lösung, in welcher<br />

der Baustein MAX86141, ein AFE für<br />

optische Pulsoximeter und Herzratensensoren,<br />

zum Einsatz kommt.<br />

Analog Devices beschleunigt<br />

und vereinfacht den Entwicklungsprozess<br />

durch das Angebot fertig<br />

validierter, d. h. real angefertigter<br />

und geprüfter Designs von Stromversorgungs-Subsystemen,<br />

mit<br />

denen der Signal-Rauschabstand<br />

(Signal-to-Noise Ratio, SNR) der<br />

einzelnen Biosensing-AFEs optimal<br />

bewahrt wird.<br />

Zur Erinnerung sind nachfolgend<br />

Details der Stromversorgungs-<br />

Schaltungen aufgeführt, ergänzt<br />

durch eine Validierungs- Checkliste<br />

Bild 1: Blockschaltbild eines typischen PPG-Geräts zur Fernüberwachung<br />

von Patienten-Vitalzeichen<br />

Eingang Ausgang (V DIG , V ANA , V LED ) Rauschen, RTO<br />

V IMIN V IMAX V OMIN V OMAX V PP(max)<br />

3,0 V 1 4,2 V 1 1,6 V 2,0 V 30 mV PP<br />

2,0 V 2 3,4 V 2 1,6 V 2,0 V 30 mV PP<br />

Anmerkungen<br />

1 Sekundärbatterie (LiPo)<br />

2 Primärbatterie (Li-Knopfzelle)<br />

Tabelle 1<br />

Designkonfiguration<br />

4,7 V 5,3 V 20 mV PP<br />

Design-Konfiguration Batterie- Implementierung Anmerkungen zum Leiterplatten-Layout<br />

Tabelle 2<br />

Diskret<br />

Primärbatterie (Knopfzelle)<br />

Sekundärbatterie (Li und LiPo)<br />

Implementierung mit separaten diskreten Schaltungen<br />

Integriert Sekundärbatterie (Li und LiPo) Verwendung einer einzigen integrierten Schaltung<br />

zur Minimierung der Leiterplattenfläche; ausschließlich<br />

für Sekundärbatterien geeignet.<br />

36 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Stromversorgung<br />

Wichtige Bauelemente<br />

Bez. Bauteil Beschreibung<br />

U1 Gleichspannungswandler Leistungswandler-Baustein (MAX77642)<br />

L1 Induktivität (2,2 µH) Induktivität mit niedrigem effektivem Serienwiderstand (ESR) als Energiespeicher*<br />

C1 Kondensator (22 µF) Kondensator mit niedrigem effektivem Serienwiderstand (ESR) als Energiespeicher*<br />

*Bei L1 und C1 handelt es sich um speziell ausgewählte passive Bauelemente, die entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Gleichspannungswandlers<br />

sind.<br />

Tabelle 3<br />

und eine Fehlerbeseitigungs-Anleitung,<br />

die bei Bedarf Hilfestellung<br />

beim Schaltungsdesign leisten<br />

kann. Bild 1 zeigt dazu das Blockschaltbild<br />

einer Standard-Stromversorgungslösung,<br />

wie sie in vielen<br />

Anwendungen für die Patienten-<br />

Fernüberwachung anzutreffen ist.<br />

Grenzwerte des Designs<br />

(siehe Tabelle 1)<br />

Designkonfiguration<br />

(siehe Tabelle 2)<br />

Beschreibung des<br />

integrierten Designs<br />

Dieses mit einem DC/DC-PMIC<br />

(Power Management Integrated<br />

Circuit) bestückte Design dient zur<br />

Regelung dreier Ausgangsspannungen<br />

für ein Subsystem zur Fernüberwachung<br />

von Patienten-Vitalzeichen.<br />

Der IC enthält einen Auf-/<br />

Abwärtsregler (Buck-Boost Regulator)<br />

in SIMO-Bauart (Single-Inductor<br />

Multiple-Output), der die Ausgangsspannungen<br />

mithilfe einer einzigen<br />

Induktivität erzeugt, um unter Wahrung<br />

eines hohen Wirkungsgrads<br />

für minimale Gesamt-Lösungsabmessungen<br />

zu sorgen.<br />

Die Schaltung zeichnet sich durch<br />

gute Netz- und Lastregeleigenschaften<br />

aus und bietet gleichzeitig das<br />

nötige niedrige Ausgangsrauschen,<br />

damit die SNR-Eigenschaften der<br />

verwendeten Biosensoren nicht<br />

Bild 2: Blockschaltbild eines PPG-Subsystems unter Verwendung eines<br />

integrierten Stromversorgungs-Bausteins vom Typ MAX77642<br />

beeinträchtigt werden. Die Stromversorgung<br />

erfolgt durch eine wiederaufladbare<br />

Lithium-Polymerbatterie.<br />

Bild 2 zeigt das PPG-Subsystem<br />

mit einem integrierten Stromversorgungs-Baustein.<br />

(Tabelle 3)<br />

PMIC-basierte,<br />

getaktete Stromversorgung<br />

für 1,8 V/1,8 V/5,0 V<br />

Die folgende Schaltung auf der<br />

Grundlage des PMIC MAX77642<br />

bietet ein- und ausgangsseitig die<br />

Schritt Aktion Ablauf Messung Hilfe erforderlich?<br />

1 DC-Eingangsspannung<br />

überprüfen, LiPo-Akku LP401230<br />

2 DC-Eingangsspannung<br />

überprüfen, LiPo-Akku LP401230<br />

3 DC-Ausgangsspannung V OUT<br />

überprüfen<br />

Messen der Batteriespannung Wertebereich: 3,0 V – 4,2 V Anweisungen zur<br />

Fehlerbeseitigung<br />

Messen der Gleichspannung an C IN<br />

Messen der DC-Ausgangsspannung<br />

SBB1 bezogen auf GND<br />

4 Messen der DC-Ausgangsspannung<br />

SBB0 bezogen auf GND<br />

5 Messen der DC-Ausgangsspannung<br />

SBB2 bezogen auf GND<br />

6 Prüfen des Ausgangsrauschens<br />

(analog) am 1,8-V-Ausgang<br />

7 Prüfen des Ausgangsrauschens<br />

(digital) am 1,8-V-Ausgang<br />

8 Prüfen des Ausgangsrauschens<br />

(analog) am 5,0-V-Ausgang<br />

Tabelle 4<br />

Mit unsymmetrischem 10x-Taskopf<br />

(mit Pigtail) oder differenziellem<br />

aktivem Tastkopf an C 5<br />

Mit unsymmetrischem 10x-Taskopf<br />

(mit Pigtail) oder differenziellem<br />

aktivem Tastkopf an C 4<br />

Mit unsymmetrischem 10x-Taskopf<br />

(mit Pigtail) oder differenziellem<br />

aktivem Tastkopf an C 6<br />

Wertebereich: 3,0 V – 4,2 V<br />

Analoger Wertebereich (1,8 V):<br />

1,71 V – 1,89 V<br />

Digitaler Wertebereich (1,8 V):<br />

1,71 V – 1,89 V<br />

Welligkeit sollte kleiner als<br />

20 mV PP sein<br />

Schaltspitzen sollten kleiner als<br />

30 mV P sein<br />

Welligkeit sollte kleiner als<br />

20 mV PP sein<br />

Schaltspitzen sollten kleiner als<br />

30 mV P sein<br />

Welligkeit sollte kleiner als<br />

20 mV PP sein<br />

Schaltspitzen sollten kleiner als<br />

30 mV P sein<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

37


Stromversorgung<br />

Gemessene<br />

Eingangsspannung<br />

0 Volt bzw. kein Messwert Batterie nicht geladen oder<br />

defekt<br />

Messwert < 2,8 V<br />

Mögliche Ursachen Maßnahmen Anmerkungen<br />

Keine Verbindung zur Batterie<br />

(Leitung IN oder GND)<br />

Kurzschluss zwischen<br />

Eingangskondensator und Masse<br />

Batterie unzureichend geladen<br />

oder defekt<br />

Batterie abklemmen und Spannung<br />

überprüfen. Werden 0 V gemessen,<br />

Batterie aufladen.<br />

Batterie abklemmen und<br />

Durchgängigkeit der Verbindung<br />

zwischen Batterieanschluss und<br />

Eingang des Bausteins überprüfen.<br />

Batterie abklemmen und<br />

Durchgängigkeit entlang des<br />

Kondensators überprüfen.<br />

Batterie abklemmen und Spannung<br />

prüfen. Bei weniger als 2,8 V Batterie<br />

aufladen.<br />

Ersetzen Sie die Batterie, wenn sie<br />

sich nicht aufladen lässt.<br />

Möglicherweise liegt eine Leitungs-<br />

Unterbrechung auf der Leiterplatte<br />

vor.<br />

Möglicher Kurzschluss auf der<br />

Leiterplatte<br />

Ersetzen Sie die Batterie, wenn sie<br />

sich nicht aufladen lässt.<br />

2,8 V ≤ Messwert ≤ 4,2 V Keine Maßnahme Funktionsfähigkeit gegeben<br />

Messwert ≥ 4,2 V Batterie defekt Batterie ersetzen<br />

Tabelle 5<br />

nötigen typischen Werte für den Einsatz<br />

in Anwendungen für die Fernüberwachung<br />

von Patienten-Vitalzeichen.<br />

Wie in Bild 3 erkennbar ist, lassen<br />

sich die korrekten Spannungen<br />

am Ein- und Ausgang mithilfe eines<br />

Digitalmultimeters (DMM) überprüfen.<br />

Die Ausgangsspannungen der<br />

Stromversorgung können unter dem<br />

Einfluss verschiedener Faktoren<br />

variieren. Dies sind beispielsweise:<br />

• Zunehmende Entladung der<br />

Batterie<br />

• Laständerungen (z. B. durch<br />

Wechsel der Betriebsart, Rückkehr<br />

aus dem Sleep-Modus o. ä.)<br />

Bild 3: Getaktete Stromversorgung auf Basis des MAX77642 für 1,8 V, 1,8 V und 5,0 V zum Einsatz in der<br />

Fernüberwachung von Patienten-Vitalzeichen<br />

Bild 4: Integrierte Stromversorgung für die Fernüberwachung von Patienten-Vitalzeichen<br />

Validierungsplan zur<br />

getakteten Stromversorgung<br />

In Bild 4 ist der PMIC des Typs<br />

MAX77642 für die Fernüberwachung<br />

der Vitalzeichen von Patienten<br />

zu sehen.<br />

Validierungsplan zur<br />

integrierten getakteten<br />

Stromversorgung<br />

Die folgende Tabelle eignet sich<br />

als Checkliste zum Validieren der<br />

Funktion der auf dem MAX77642<br />

basierenden, getakteten Stromversorgung<br />

für 1,8 V/1,8 V/5,0 V,<br />

angeschlossen an eine Biosensing-Schaltung.<br />

(Tabelle 4)<br />

Fehlerbeseitigungs-<br />

Anleitung zur getakteten<br />

Stromversorgung<br />

Die in Bild 5 aufgeführten Fehlerbeseitigungs-Anweisungen<br />

leisten<br />

Hilfestellung beim Auftreten<br />

38 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Stromversorgung<br />

Signalverlauf am Eingang Mögliche Ursache Maßnahmen Anmerkungen<br />

Amplitude ist nicht korrekt<br />

Induktivität nicht verbunden,<br />

IN-Pin nicht verbunden<br />

Batterie abklemmen und<br />

sämtliche Verbindungen mit<br />

DMM überprüfen<br />

Leiterplatte reparieren, falls<br />

notwendig<br />

Tastverhältnis ist nicht korrekt<br />

(fehlende Impulse)<br />

Impuls SSB0 fehlt<br />

Kurzschluss zwischen<br />

EN0 und GND<br />

Ausgang SSB0 auf 0 V<br />

überprüfen. Batterie abklemmen<br />

und Durchgängigkeit zwischen<br />

EN0-Pin und GND überprüfen.<br />

Möglicher Kurzschluss auf der<br />

Leiterplatte<br />

Impuls SSB1 fehlt<br />

Kurzschluss zwischen<br />

EN1 und GND<br />

Ausgang SSB1 auf 0 V<br />

überprüfen. Batterie abklemmen<br />

und Durchgängigkeit zwischen<br />

EN0-Pin und GND überprüfen.<br />

Möglicher Kurzschluss auf der<br />

Leiterplatte<br />

Impuls SSB2 fehlt<br />

Kurzschluss zwischen<br />

EN2 und GND<br />

Ausgang SSB2 auf 0 V<br />

überprüfen. Batterie abklemmen<br />

und Durchgängigkeit zwischen<br />

EN0-Pin und GND überprüfen.<br />

Möglicher Kurzschluss auf der<br />

Leiterplatte<br />

Tastverhältnis ist nicht korrekt<br />

(Impulsbreiten nicht korrekt)<br />

Widerstände zur Wahl der<br />

Ausgangsspannung;<br />

Baustein defekt<br />

Feststellen, welcher SSBx-Kanal<br />

zur falschen Impulsbreite gehört,<br />

und die folgenden Schritte<br />

abarbeiten<br />

Impulsbreite SSB0 unkorrekt<br />

Kurzschluss zwischen<br />

RSET_SSB0 und GND<br />

(SSB0 V O = 0,5 V)<br />

Batterie abklemmen und prüfen,<br />

ob Widerstandswert zur Masse<br />

40,2 kΩ beträgt.<br />

Falscher/defekter Widerstand.<br />

Möglicherweise Kurzschluss auf<br />

der Leiterplatte.<br />

Keine Verbindung zum<br />

Pin RSET_SSB0<br />

(SSB0 VO = 5,2 V)<br />

Batterie abklemmen und auf<br />

Durchgängigkeit zwischen<br />

Widerstand und RSET_SSB0-<br />

Pin prüfen.<br />

Möglicherweise Kurzschluss auf<br />

der Leiterplatte oder fehlerhafte<br />

Lötverbindung.<br />

Falscher Widerstandswert<br />

RSET_SSB0<br />

Batterie abklemmen und prüfen,<br />

ob Widerstandswert zur Masse<br />

40,2 kΩ beträgt.<br />

Falscher oder defekter<br />

Widerstand eingebaut.<br />

Impulsbreite SSB1 unkorrekt<br />

Kurzschluss zwischen<br />

RSET_SSB1 und GND<br />

(SSB1 V O = 0,5 V)<br />

Batterie abklemmen und prüfen,<br />

ob Widerstandswert zur Masse<br />

28 kΩ beträgt.<br />

Falscher bzw. kurzgeschlossener<br />

Widerstand. Möglicherweise<br />

Kurzschluss auf der Leiterplatte.<br />

Keine Verbindung zum<br />

Pin RSET_SSB1<br />

(SSB1 V O = 5,2 V)<br />

Batterie abklemmen und auf<br />

Durchgängigkeit zwischen<br />

Widerstand und RSET_SSB1-Pin<br />

prüfen.<br />

Möglicherweise Kurzschluss auf<br />

der Leiterplatte oder fehlerhafte<br />

Lötverbindung.<br />

Falscher Widerstandswert<br />

RSET_SSB1<br />

Batterie abklemmen und prüfen,<br />

ob Widerstandswert zur Masse<br />

28 k? beträgt.<br />

Falscher oder defekter<br />

Widerstand eingebaut.<br />

Impulsbreite SSB2 unkorrekt<br />

Kurzschluss zwischen<br />

RSET_SSB2 und GND<br />

(SSB2 V O = 0,5 V)<br />

Batterie abklemmen und prüfen,<br />

ob Widerstandswert zur Masse<br />

536 kΩ beträgt.<br />

Falscher bzw. kurzgeschlossener<br />

Widerstand. Möglicherweise<br />

Kurzschluss auf der Leiterplatte.<br />

Keine Verbindung zum<br />

Pin RSET_SSB2<br />

(SSB2 V O = 5,5 V)<br />

Batterie abklemmen und auf<br />

Durchgängigkeit zwischen<br />

Widerstand und RSET_SSB2-Pin<br />

prüfen.<br />

Möglicherweise Kurzschluss auf<br />

der Leiterplatte oder fehlerhafte<br />

Lötverbindung.<br />

Falscher Widerstandswert<br />

RSET_SSB2<br />

Batterie abklemmen und prüfen,<br />

ob Widerstandswert zur Masse<br />

536 kΩ beträgt.<br />

Falscher oder defekter<br />

Widerstand eingebaut.<br />

Verzerrter Signalverlauf mit<br />

abgerundeter steigender Flanke<br />

Defekte Verbindung zur<br />

Induktivität<br />

Verbindung der Induktivität<br />

reparieren. Induktivität ersetzen.<br />

Defekte Verbindung kann<br />

höheren Leitungswiderstand<br />

verursachen.<br />

Tabelle 6<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

39


Stromversorgung<br />

Bild 5: Hilfsmittel zur Fehlerbeseitigung an der getakteten Stromversorgung<br />

Bild 6: Oszillogramm eines typischen LXA-Signalverlaufs am MAX77642 bei<br />

Lastströmen (I out ) von 1,2 mA (SSB0 und SSB1) bzw. 126,1 mA (SSB2)<br />

etwaiger Funktionsprobleme an<br />

der getakteten Stromversorgung<br />

für 1,8 V/1,8 V/5,0 V. Die Anleitung<br />

deckt die häufigsten Probleme ab,<br />

die bei der Implementierung solcher<br />

getakteten integrierten Stromversorgungs-Designs<br />

auftreten können.<br />

Fehlerbeseitigung<br />

durchführen<br />

an der getakteten Stromversorgungs-Schaltung<br />

auf Basis des<br />

MAX77642:<br />

Schritt 1<br />

Überprüfung der Eingangsspannung:<br />

Mit einem Digitalmultimeter,<br />

dessen Innenwiderstand mindestens<br />

1 MΩ beträgt (z. B. Fluke 87),<br />

wird die Spannung am Eingang des<br />

MAX77642 gemessen.<br />

Das Minuskabel (schwarz) muss<br />

dabei unbedingt mit der Masse,<br />

das Pluskabel (rot) dagegen mit<br />

dem „IN“-Pin des Bausteins verbunden<br />

werden. Sollte der Eingangs-Pin<br />

nicht ohne weiteres<br />

zugänglich sein, kann die Messung<br />

auch am Eingangskondensator<br />

C IN erfolgen.<br />

Zum Diagnostizieren und Beheben<br />

etwaiger Probleme kann die<br />

Tabelle 5 herangezogen werden:<br />

Schritt 2<br />

Überprüfung des Signalverlaufs<br />

an der Induktivität: Ein Oszilloskop<br />

oder ein digitales Speicheroszilloskop<br />

(DSO) wird an den LXA-Pin des<br />

MAX77642 angeschlossen. Ist der<br />

Eingangs-Pin nicht ohne weiteres<br />

zugänglich, kann die Messung auch<br />

an der Induktivität und dem Kondensator<br />

erfolgen.<br />

Hinweis<br />

Oszilloskop und Tastköpfe<br />

sollten eine Bandbreite von mindestens<br />

200 MHz haben. Wenn<br />

die Schaltung korrekt funktioniert,<br />

sollte eine Abfolge von Impulsen<br />

mit minimalen Oszillationen an den<br />

steigenden und fallenden Flanken<br />

aufgezeichnet werden, wie es in<br />

Bild 6 zu sehen ist. Die Impulsfolge<br />

demonstriert das Zeitmultiplexing<br />

von drei getakteten Stromversorgungen,<br />

die sich eine gemeinsame<br />

Induktivität teilen (SIMO-Stromversorgung).<br />

Anhand von Abweichungen von<br />

der idealen Impulsfolge lassen<br />

sich viele Probleme erkennen und<br />

beheben. Hierzu kann die Tabelle<br />

6 herangezogen werden:<br />

Bild 7: Oszillogramm der Ausgangswelligkeit des<br />

MAX77642 am Ausgang SSB1 (1,8 V analog)<br />

bei V in = 4,2 V und I OUT = 100 mA<br />

Bild 8: Bei korrekter Funktion sollte am Ausgang<br />

SSB1 eine Spannung von 1,8 V DC (analog) mit<br />

einer geringen überlagerten Welligkeit liegen<br />

Bild 9: Oszillogramm der Ausgangswelligkeit des<br />

MAX77642 am Ausgang SSB2 (5,0 V)<br />

bei V in = 4,2 V und I OUT = 100 mA<br />

40 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Stromversorgung<br />

Gemessene Ausgangsspannung Mögliche Ursachen Maßnahmen Anmerkungen<br />

SSB0: 0 Volt bzw. kein Messwert<br />

SSB0: Messwert zu gering<br />

(< 1,71 V DC)<br />

Gemessene Ausgangsspannung Mögliche Ursachen Maßnahmen Anmerkungen<br />

SSB1: 0 Volt bzw. kein Messwert<br />

SSB1: Messwert zu gering<br />

(< 1,71 V DC)<br />

Keine Verbindung zwischen<br />

SSB1 und C OUT<br />

Kurzschluss zwischen<br />

Ausgangskondensator und<br />

Masse<br />

Falscher Induktivitätswert,<br />

Sättigung der Induktivität oder<br />

RSET_SSB1 mit falschem<br />

Widerstandswert.<br />

Batterie abklemmen und<br />

Durchgängigkeit zwischen<br />

Ausgang und C OUT überprüfen<br />

Batterie abklemmen und auf<br />

Durchgängigkeit parallel zum<br />

Kondensator prüfen.<br />

Batterie abklemmen und<br />

Induktivitäts- und/oder<br />

Widerstandswerte überprüfen.<br />

Möglicherweise<br />

Leitungsunterbrechung auf der<br />

Leiterplatte.<br />

Möglicherweise Kurzschluss<br />

auf der Leiterplatte.<br />

1,71 V ≤ Messwert ≤ 1,89 V Keine Maßnahme Korrekte Funktion<br />

SSB1: Messwert zu hoch<br />

(> 1,89 V)<br />

Tabelle 8<br />

Falscher Widerstandswert von<br />

RSET_SSB0<br />

Batterie abklemmen und Wert<br />

von RSET_SSB0 überprüfen<br />

Gemessene Ausgangsspannung Mögliche Ursachen Maßnahmen Anmerkungen<br />

SSB2: 0 Volt bzw. kein Messwert<br />

SSB2: Messwert zu gering<br />

(< 4,75 V DC)<br />

Keine Verbindung zwischen<br />

SSB1 und C OUT<br />

Kurzschluss zwischen<br />

Ausgangskondensator und<br />

Masse<br />

Falscher Induktivitätswert,<br />

Sättigung der Induktivität oder<br />

RSET_SSB2 mit falschem<br />

Widerstandswert.<br />

Batterie abklemmen und<br />

Durchgängigkeit zwischen<br />

Ausgang und C OUT überprüfen<br />

Batterie abklemmen und auf<br />

Durchgängigkeit parallel zum<br />

Kondensator prüfen.<br />

Batterie abklemmen und<br />

Induktivitäts- und/oder<br />

Widerstandswerte überprüfen.<br />

Möglicherweise<br />

Leitungsunterbrechung auf der<br />

Leiterplatte.<br />

Möglicherweise Kurzschluss<br />

auf der Leiterplatte.<br />

4,75 V ≤ Messwert ≤ 5,25 V Keine Maßnahme Korrekte Funktion<br />

SSB2: Messwert zu hoch<br />

(> 5,259 V)<br />

Tabelle 9<br />

Keine Verbindung zwischen<br />

SSB0 und C OUT<br />

Kurzschluss zwischen Ausgangskondensator<br />

und Masse<br />

Falscher Induktivitätswert, Sättigung<br />

der Induktivität oder RSET_<br />

SSB0 mit falschem Widerstandswert.<br />

Falscher Widerstandswert von<br />

RSET_SSB0<br />

Batterie abklemmen und Durchgängigkeit<br />

zwischen Ausgang<br />

und C OUT überprüfen<br />

Batterie abklemmen und auf<br />

Durchgängigkeit parallel zum<br />

Kondensator prüfen.<br />

Batterie abklemmen und Induktivitäts-<br />

und/oder Widerstandswerte<br />

überprüfen.<br />

Batterie abklemmen und Wert von<br />

RSET_SSB0 RSEL überprüfen<br />

Möglicherweise Leitungsunterbrechung<br />

auf der Leiterplatte.<br />

Möglicherweise Kurzschluss<br />

auf der Leiterplatte.<br />

1,71 V ≤ Messwert ≤ 1,89 V Keine Maßnahme Korrekte Funktion<br />

Messwert zu hoch (> 1,89 V)<br />

Tabelle 7<br />

Falscher Widerstandswert von<br />

RSET_SSB0<br />

Batterie abklemmen und Wert<br />

von RSET_SSB0 überprüfen<br />

Schritt 3a<br />

Überprüfung der Gleichspannung<br />

am Ausgang: Mithilfe eines DMM<br />

mit einem Innenwiderstand von<br />

1 MΩ oder größer (z. B. Fluke 87)<br />

wird die Spannung am Ausgang<br />

des MAX77642 gemessen. Das<br />

Minuskabel (schwarz) muss hierbei<br />

mit der Masse, das Pluskabel<br />

dagegen mit dem „OUT“-Pin des<br />

jeweiligen SSBx-Kanals des Bausteins<br />

verbunden werden. Sollte<br />

der Ausgangs-Pin nicht ohne weiteres<br />

zugänglich sein, können die<br />

Messleitungen auch an den jeweiligen<br />

Ausgangskondensator C OUT<br />

angeschlossen werden.<br />

Hilfestellung beim Diagnostizieren<br />

und Beheben etwaiger Probleme<br />

mit dem Ausgang SSB0 (1,8 V DC)<br />

kann die Tabelle 7 leisten.<br />

Hilfestellung beim Diagnostizieren<br />

und Beheben etwaiger Probleme<br />

mit dem Ausgang SSB1 (1,8 V DC)<br />

kann die Tabelle 8 leisten.<br />

Hilfestellung beim Diagnostizieren<br />

und Beheben etwaiger Probleme<br />

mit dem Ausgang SSB2<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

41


Stromversorgung<br />

Signalverlauf am Eingang Mögliche Ursache Maßnahmen Anmerkungen<br />

Welligkeitsamplitude zu hoch<br />

Zu starkes Breitband-Rauschen<br />

Übergangsspitzen zu hoch<br />

Tabelle 10<br />

Signalverlauf am Eingang Mögliche Ursache Maßnahmen Anmerkungen<br />

Welligkeitsamplitude zu hoch<br />

Zu starkes Breitband-Rauschen<br />

Übergangsspitzen zu hoch<br />

Tabelle 11<br />

Falscher Kapazitätswert, defekter<br />

Kondensator<br />

Zu hohe Last, Störgrößen aus der<br />

Umgebung<br />

Zu hohe Lastinduktivität, Eingangsstrom<br />

nicht angemessen<br />

Batterie abklemmen und mit DMM<br />

sämtliche Verbindungen überprüfen;<br />

Kapazitätswert messen<br />

Last und Störbeeinflussungen aus<br />

der Umgebung prüfen<br />

Leitungsinduktivität prüfen und<br />

Eingangsstrom mit Oszilloskop<br />

überprüfen<br />

Signalverlauf am Eingang Mögliche Ursache Maßnahmen Anmerkungen<br />

Welligkeitsamplitude zu hoch<br />

Zu starkes Breitband-Rauschen<br />

Übergangsspitzen zu hoch<br />

Tabelle 12<br />

Falscher Kapazitätswert,<br />

defekter Kondensator<br />

Zu hohe Last,<br />

Störgrößen aus der Umgebung<br />

Zu hohe Lastinduktivität,<br />

Eingangsstrom nicht<br />

angemessen<br />

Falscher Kapazitätswert,<br />

defekter Kondensator<br />

Zu hohe Last, Störgrößen aus<br />

der Umgebung<br />

Zu hohe Lastinduktivität,<br />

Eingangsstrom nicht<br />

angemessen<br />

Batterie abklemmen und mit<br />

DMM sämtliche Verbindungen<br />

überprüfen; Kapazitätswert<br />

messen<br />

Last und Störbeeinflussungen<br />

aus der Umgebung prüfen<br />

Leitungsinduktivität prüfen und<br />

Eingangsstrom mit Oszilloskop<br />

überprüfen<br />

Batterie abklemmen und mit DMM<br />

sämtliche Verbindungen überprüfen;<br />

Kapazitätswert messen<br />

Last und Störbeeinflussungen aus<br />

der Umgebung prüfen<br />

Leitungsinduktivität prüfen und<br />

Eingangsstrom mit Oszilloskop<br />

überprüfen<br />

Differenzielle Tastköpfe am<br />

Ausgang verwenden, um die<br />

Störbeeinflussungen aus der<br />

Umgebung zu reduzieren<br />

Differenzielle Tastköpfe am Ausgang<br />

verwenden, um die Störbeeinflussungen<br />

aus der Umgebung<br />

zu reduzieren<br />

Differenzielle Tastköpfe am<br />

Ausgang verwenden, um die<br />

Störbeeinflussungen aus der<br />

Umgebung zu reduzieren<br />

(5,0 V DC) kann die Tabelle 9<br />

leisten.<br />

Schritt 3b<br />

Welligkeit der Ausgangsspannung<br />

prüfen: Mithilfe eines Oszilloskops<br />

oder eines DSO wird nun an den<br />

drei Ausgängen des MAX77642<br />

die Welligkeit, d. h. der Wechselspannungsanteil<br />

der Ausgangsspan<br />

nung gemessen. Um die Ausgangsspannung<br />

korrekt zu messen und<br />

das Einstreuen von HF-Signalen zu<br />

minimieren, wird eine differenzielle<br />

Messtechnik empfohlen.<br />

Hinweis: Oszilloskop und Tastköpfe<br />

sollten eine Bandbreite von<br />

mindestens 200 MHz haben.<br />

Wenn die Schaltung korrekt funktioniert,<br />

sollte am Ausgang SSB0<br />

eine Spannung von 1,8 V DC mit<br />

einer geringen überlagerten Welligkeit<br />

(siehe Bild 7) liegen.<br />

Etwaige Probleme lassen sich<br />

mithilfe der Tabelle 10 diagnostizieren<br />

und beheben:<br />

Wenn die Schaltung korrekt funktioniert,<br />

sollte am Ausgang SSB1<br />

eine Spannung von 1,8 V DC (analog)<br />

mit einer geringen überlagerten<br />

Welligkeit (Bild 8) liegen.<br />

Etwaige Probleme lassen sich<br />

mithilfe der Tabelle 11 diagnostizieren<br />

und beheben:<br />

Wenn die Schaltung korrekt funktioniert,<br />

sollte am Ausgang SSB2<br />

eine Spannung von 5,0 V DC (für<br />

LEDs) mit einer geringen überlagerten<br />

Welligkeit (Bild 9) liegen.<br />

Etwaige Probleme lassen sich<br />

mithilfe der Tabelle 12 diagnostizieren<br />

und beheben:<br />

Zusammenfassung<br />

Hiermit endet die Artikelserie, in<br />

der fertig validierte, diskrete und<br />

integrierte Stromversorgungs-Schaltungen<br />

für die PPG-basierte Vitalzeichen-Fernüberwachung<br />

an Patienten<br />

auf der Grundlage der Bausteine<br />

MAX86171 und MAX86141<br />

vorgestellt wurden. Für eine optimale<br />

PPG-Performance sorgen<br />

sowohl die integrierten als auch<br />

die diskreten Schaltungsvarianten.<br />

Die integrierte Lösung aber zeichnet<br />

sich durch weniger Platzbedarf<br />

und einen geringeren Bauteileaufwand<br />

aus und wird deshalb für<br />

Anwendungen mit beengten Platzverhältnissen<br />

empfohlen.<br />

Die entsprechenden Validierungstestdaten<br />

für die diskrete und die<br />

integrierte Implementierung sind<br />

auf der Website von Analog Devices<br />

zu finden.<br />

Literaturnachweis<br />

Power Supply Subsystems for<br />

Vital Sign Monitors und<br />

Designing Accurate, Wearable<br />

Optical Heart Rate Monitors ◄<br />

42 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


2-Megapixel-Monitor<br />

für die radiologische Befundung<br />

EIZO RadiForce RX270: Umweltfreundlich mit Monochrom- und Farbbildern<br />

Bedienen und Visualisieren<br />

EIZO Europe GmbH<br />

www.eizo.de<br />

Der japanische Hersteller EIZO<br />

stellt mit dem Modell RadiForce<br />

RX270 einen neuen Farbmonitor<br />

für die radiologische Befundung vor.<br />

Der RX270 erfüllt höchste Ansprüche<br />

bei der radiologischen Bildwiedergabe<br />

mit 2 Megapixeln.<br />

Monochrom-Monitore<br />

Monochrome Bilder zeigt der Monitor<br />

mittels DICOM-GSDF-Leuchtdichtekennlinie<br />

zuverlässig an.<br />

Solche Aufnahmen erfordern typischerweise<br />

ein hohes Maß an Helligkeit<br />

und Kontrast, um feine Details<br />

klar zu erkennen. Der RX270 bietet<br />

auf seiner Bilddiagonalen von<br />

21,3“ eine hohe maximale Helligkeit<br />

von 1000 cd/m 2 und verfügt<br />

über ein Kontrastverhältnis von<br />

1800:1. Er übertriff deshalb sogar<br />

typische Monochrom-Monitore mit<br />

derselben Auflösung und ermöglicht<br />

die präzise Darstellung selbst sehr<br />

tiefer Grautöne. Auch Farbaufnahmen<br />

bildet er durch seine Hybrid<br />

Gamma PXL-Funktion mit optimaler<br />

Leuchtdichte ab. Die Verwendung<br />

der empfohlenen Helligkeit von<br />

500 cd/m 2 für den täglichen Betrieb<br />

gewährleistet eine lange Lebensdauer<br />

des Monitors. Dabei erhält<br />

der eingebaute Kalibrierungssensor<br />

die Anzeigeneigenschaften aufrecht<br />

und die Bildwiedergabe konsistent.<br />

Damit ist der Monitor ideal für die<br />

Anzeige von Farbbildern aus Endoskopie,<br />

Ultraschall und Nuklearmedizin<br />

sowie von monochromen Bildern<br />

durch CT, MRT und Röntgen.<br />

Erhöhen der Helligkeit<br />

bei Bedarf<br />

Die Verwendung der empfohlenen<br />

Helligkeit von 500 cd/m 2 für den<br />

täglichen Betrieb und die bei Bedarf<br />

selektive Erhöhung auf die maximale<br />

Helligkeit gewährleisten eine lange<br />

Lebensdauer des Monitors. Mit der<br />

Instant-Backlight-Booster-Funktion<br />

des RX270 lässt sich vorübergehend<br />

die Helligkeit des Monitors erhöhen,<br />

um Details schneller zu erkennen.<br />

Die Helligkeit kehrt nach kurzer Zeit<br />

automatisch auf die ursprüngliche<br />

Einstellung zurück.<br />

Kunststoffverbrauch<br />

reduzieren<br />

EIZO hat den Anspruch ein führendes<br />

Unternehmen im Bereich<br />

verantwortungsvoller Geschäftsund<br />

Herstellungsprozesse zu sein.<br />

Dazu gehört auch der Umweltschutz.<br />

Der RadiForce RX270 besteht zu<br />

etwa 16 % aus recyceltem Kunststoff.<br />

Dies verringert die Menge an<br />

Kunststoffabfällen, die in die Umwelt<br />

gelangen, das schont die Ressourcen.<br />

Darüber hinaus verzichtet EIZO<br />

auf die Verwendung von Plastik und<br />

Styropor in seinen Verpackungen,<br />

um die Umweltbelastung zu reduzieren.<br />

Der RX270 ist mit Zellstoff<br />

und Pappe aus Rezyklat sicher verpackt<br />

und die Kabel sind in Papier<br />

statt in Plastiktüten eingewickelt.<br />

Zusätzliche Merkmale<br />

• EIZO misst und stellt die Graustufen<br />

im Werk sorgfältig ein, um<br />

sicherzustellen, dass jeder Monitor<br />

mit DICOM Part 14 konform ist.<br />

• Eingebauter Kalibrierungssensor<br />

zur Aufrechterhaltung konsistenter<br />

Anzeigeeigenschaften<br />

• DisplayPort-Anschluss mit Daisy-<br />

Chain-Unterstützung für Umgebungen<br />

mit mehreren Monitoren<br />

• Einhaltung strenger medizinischer,<br />

Sicherheits- und EMV-Emissionsstandards<br />

Empfohlenes Zubehör<br />

Qualitätssicherungssoftware: EIZO<br />

RadiCS und EIZO RadiNET pro<br />

Komfortbeleuchtung: RadiLight<br />

Empfohlene Grafikkarte: EIZO MED-<br />

XN51LP ◄<br />

Keine Chance für Viren und Bakterien<br />

Tastaturschutzfolien schirmen<br />

Keime und Krankheitserreger ab.<br />

tastaturen.com stellt strapazierfähige<br />

und sterile Tastaturschutzfolien<br />

vor, als kostengünstige Alternative<br />

zu hygienischen DIN IP68<br />

geschützten Tastaturen. Die Folien<br />

verfügen über eine hauchdünne,<br />

aber effektive Schutzschicht, die<br />

das Eindringen von ansteckenden<br />

Keimen und Krankheitserregern<br />

abschirmt. Die robusten Schutzfolien<br />

bestehen aus Polyurethan<br />

und sitzen nahezu wie eine zweite<br />

Haut über den Tasten. GeBE bietet<br />

viele verschiedene Größen für<br />

Tastaturen unterschiedlicher Hersteller<br />

an.<br />

Desinfektion<br />

und Lebensdauer<br />

Der Tastaturschutz sollte regelmäßig<br />

mit Wasser und Desinfektionsmitteln<br />

gründlich gereinigt<br />

werden. Die Schutzfolien enthalten<br />

keine polybromierten Diphenylether<br />

und sind frei von Halogenen<br />

und Latex. Sie haben eine<br />

Lebensdauer von etwa 10 Mio.<br />

Anschlägen.<br />

Für jede Tastatur<br />

das passende Modell<br />

Eine Übersicht über die zur<br />

Verfügung stehenden Tastaturschutzfolien<br />

ist auf der Website<br />

www.tastaturen.com unter Tastaturschutzfolien<br />

zu finden.<br />

GeBE<br />

Computer & Peripherie GmbH<br />

www.tastaturen.com<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

43


Bedienen und Visualisieren<br />

Verlässliche Bedienelemente sind<br />

für Medizintechnik und Notfallgeräte essentiell<br />

Notfallgeräte und Geräte in der<br />

Medizintechnik erfordern absolute<br />

Zuverlässigkeit bei der Anwendung.<br />

Genaues Steuern und Regeln ist<br />

gerade in diesen Bereichen unerlässlich.<br />

Daher spielen Bedienelemente<br />

hier eine zentrale Rolle.<br />

Einfache und intuitive Handhabung<br />

ist vor allem in kritischen<br />

oder gar lebensbedrohlichen Situationen<br />

von größter Bedeutung.<br />

Eine sichere und präzise Bedienung<br />

muss gegeben sein, außerdem<br />

sollen sie robust und langlebig<br />

sein. Der nachfolgende Bericht<br />

greift die verschiedenen Anforderungen<br />

auf und gibt Hilfestellung<br />

für die richtige Auswahl.<br />

Autorin:<br />

Kerstin Riedling<br />

Marketing-Kommunikation<br />

OKW Gehäusesysteme GmbH<br />

www.okw.com<br />

Einzelteile Aufbauvariante der STAR-KNOBS Reihe von OKW (mit LED-Beleuchtung)<br />

44 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Bedienen und Visualisieren<br />

Mit individuellen Modifikationen zum kundenspezifischen Knopf<br />

Drehknöpfe haben sich<br />

bewährt<br />

Drehknöpfe sind in der Regel einfach<br />

zu bedienen, da sie intuitiv verständlich<br />

sind. Mit nur einem Knopf<br />

lassen sich sogar mehrere Funktionen<br />

bedienen, wenn er neben der<br />

Drehfunktion auch über eine Tippfunktion,<br />

z. B. zur Auswahlbestätigung,<br />

verfügt. So ist auch ein Einsatz<br />

für menügesteuerte Benutzeroberflächen<br />

möglich. Ein Vorteil<br />

von Drehknöpfen ist darüber<br />

hinaus, dass sie sich mit Handschuhen<br />

gut bedienen lassen. Das<br />

ist bei Touchscreens häufig nicht<br />

gegeben, gerade in medizinischen<br />

Umgebungen aber nicht selten von<br />

großer Bedeutung. Drehknöpfe<br />

mit konischer Form sind außerdem<br />

besonders griffig und wenn<br />

sie zusätzlich auch noch z. B. mit<br />

weichem TPE-Material ummantelt<br />

sind, verfügen sie sogar über eine<br />

angenehme Haptik mit Anti-Rutsch-<br />

Effekt. Gerade in Situationen, in<br />

denen es schnell gehen soll und<br />

dennoch präzise sein muss, ist das<br />

ein hilfreiches Feature.<br />

Hohe Anforderungen bei<br />

Funktionalität und Qualität<br />

Robustes, langlebiges Material mit<br />

reinigungsfreundlicher Oberfläche<br />

ist Grundvoraussetzung für einen<br />

hochwertigen Drehknopf. Hochtemperaturbeständige<br />

Thermoplaste mit<br />

ausgezeichneter Festigkeit und UV-<br />

Beständigkeit sind hierfür besonders<br />

geeignet, z. B. Polycarbonat oder<br />

Polyamid. Was allerdings in diesem<br />

Anwendungsfeld noch bedeutender<br />

ist, ist der sichere Sitz der<br />

Knöpfe auf der Achse. Gerade in<br />

Situationen, in denen es auch mal<br />

hektisch zugehen kann, ist eine<br />

robuste Konstruktion, auf die Verlass<br />

ist, umso wichtiger. Hier ist das<br />

bewährte Spannzangensystem prädestiniert<br />

für zuverlässige Funktionalität<br />

und das ohne großen Montageaufwand:<br />

draufstecken, ausrichten,<br />

Spannmutter festziehen, fertig.<br />

Ein passgenauer Deckel zum<br />

Aufstecken verdeckt im Anschluss<br />

die gesamte Befestigungstechnik,<br />

so dass kein direkter Kontakt mit<br />

Metallteilen gewährleistet ist. Es<br />

finden aber durchaus auch Drehknöpfe<br />

mit seitlicher Verschraubung<br />

in der Medizintechnik Verwendung<br />

– abhängig vom Gerät,<br />

für das sie eingesetzt werden und<br />

dessen Anforderungen.<br />

Weitere Auswahlkriterien<br />

Je nach Einsatzzweck gibt es noch<br />

weitere Auswahlkriterien, wie z. B.<br />

flächenbündige Montage, funktionsorientierte<br />

Markierungsteile/Zeigerlinien,<br />

Fingermulden für rationelles<br />

Handling oder moderne Farbwahl.<br />

Bei einigen Drehknöpfen ist sogar<br />

eine LED-Beleuchtung erhältlich, die<br />

abhängig vom Aufbau der Elektronik,<br />

das Hinterlegen von Wechselfunktionen<br />

durch die Leuchtfarbe<br />

(RGB-Modus) ermög lichen. Häufig<br />

gibt es die Drehknöpfe einer Serie in<br />

unterschiedlichen Größen. So können<br />

auch mehrere Größen zusammen<br />

und in einheitlichem Design auf<br />

einem Gerät zum Einsatz kommen.<br />

Individuelle Anpassung<br />

Sollte dem Drehknopf dennoch<br />

etwas fehlen, kann er in vielen Fällen<br />

zusätzlich individuell angepasst<br />

werden. Mit Modifikationen wie z. B.<br />

der Bedruckung oder Laserbeschriftung<br />

einer Skalierung, Zeigerlinien<br />

u. v. m. wird aus einem Standardknopf<br />

ein anwendungs- bzw. kundenbezogener<br />

Knopf.<br />

Welcher Drehknopf letztlich dann<br />

der Richtige ist, hängt vom Endgerät,<br />

dem genauen Einsatzzweck und<br />

natürlich den spezifischen Anforderungen<br />

des Kunden ab.<br />

Drehknöpfe oft ohne<br />

gleichwertige Alternative<br />

Insgesamt haben sich die auf<br />

DIN-genormte Drehpotentiometer/-<br />

impulsgeber ausgelegten Drehknöpfe<br />

im Laufe der Jahre als<br />

bewährtes und zuverlässiges Bedienelement<br />

behauptet. In vielen<br />

Situationen gibt es bislang keine<br />

gleichwertige Alternative. Wo Touchscreens<br />

an Grenzen stoßen, punkten<br />

Drehknöpfe mit ihren Vorteilen:<br />

Einfach und intuitiv zu bedienen,<br />

präzise einzustellen und außerdem<br />

robust, gut zu greifen und auch<br />

wenn es schnell gehen muss, immer<br />

„griffbereit“. ◄<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

45


Bildverarbeitung<br />

Kamerabasierte Medizinprodukte<br />

Welche Vorteile bieten ISO13485:2016-zertifizierte Zulieferer den Herstellern?<br />

Bild 1: Die Zusammenarbeit mit Lieferanten, die nach ISO9001 arbeiten, birgt geringere Kosten, aber ein höheres Risiko und Komplexität.<br />

Autor:<br />

Peter Behringer<br />

Teamleader Product Market<br />

Manager Medical<br />

Basler AG<br />

www.baslerweb.com<br />

Medizinproduktehersteller entwickeln<br />

und fertigen nur selten<br />

alle Komponenten eines Medizinproduktes<br />

selbst. Einzelne Komponenten,<br />

die eine hohe technologische<br />

Expertise benötigen, deren<br />

in-house Entwicklung jedoch eine<br />

zu hohe Investition mit sich bringt,<br />

werden gern von externen Lieferanten<br />

bezogen. Dies trifft beispielsweise<br />

auf Kameras zu. Letztlich<br />

trägt der Medizinproduktehersteller<br />

jedoch als Inverkehrbringer des<br />

Produktes die Verantwortung dafür,<br />

dass das Gerät sicher für Patienten<br />

und Anwender ist und den vorgesehenen<br />

Zweck erfüllt.<br />

Medizinproduktehersteller befinden<br />

sich somit im Spannungsfeld<br />

zwischen ihrer Verantwortung für<br />

die Patientensicherheit und der Notwendigkeit<br />

der Beschaffung einzelner<br />

Komponenten von Zulieferern,<br />

deren technische Sicherheit sie<br />

nur mittelbar beeinflussen können.<br />

Die ISO13485:<br />

Medizinproduktenorm<br />

Medizinproduktehersteller müssen<br />

ein spezielles Qualitätsmanagementsystem<br />

betreiben, das<br />

bestimmten Anforderungen hinsichtlich<br />

Entwicklung, Produktion, Vertrieb<br />

und Service des Medizinproduktes<br />

gerecht wird. Die ISO13485<br />

ist die Leitnorm für diese Qualitätsmanagementsysteme.<br />

Nur wer nachweisen<br />

kann, dass er ein funktionierendes<br />

Qualitätsmanagementsystem<br />

(QM-System) nach der<br />

ISO13485 führt, darf ein Medizinprodukt<br />

mit dem CE-Kennzeichen<br />

versehen, das ihn berechtigt, dieses<br />

Produkt in den europäischen<br />

Markt zu bringen.<br />

Anforderungen an Zulieferer<br />

mit der ISO13485:2016<br />

Die Norm besagt, dass eine<br />

durchgängige Befolgung des QM-<br />

Systems des Medizinproduktherstellers<br />

auch für diejenigen Teile<br />

gesichert sein muss, die nicht innerhalb<br />

des eigenen QM-Systems entstehen,<br />

sondern wie z. B. Kameras<br />

durch externe Zulieferer beigebracht<br />

werden.<br />

Mit der ISO13485:2016 stehen<br />

Medizinproduktehersteller vor der<br />

Aufgabe, ihr Lieferantenmanagement<br />

neu zu überdenken. Hierbei<br />

geht es im Wesentlichen um zwei<br />

Aspekte: Zum einen soll das System<br />

so risikoarm wie möglich sein.<br />

Zum anderen soll es kostengünstig<br />

und skalierbar - d. h. auch für<br />

mehrere Zulieferer eines Herstellers<br />

durchführbar - gestaltet sein.<br />

Im folgenden Text sollen drei verschiedene<br />

Szenarien dargestellt<br />

werden, die den Medizinproduktehersteller<br />

und das QM-System in<br />

der Zusammenarbeit mit verschiedenen<br />

Zulieferern beleuchten.<br />

Medizinproduktehersteller<br />

überträgt sein QM-System<br />

auf Lieferanten<br />

Die erste Möglichkeit besteht<br />

darin, dass die Hersteller, die für<br />

die externe Wertschöpfung relevanten<br />

Prozesse ihres eigenen<br />

ISO13485:2016 QM-Systems auf<br />

den Lieferanten übertragen und die<br />

Umsetzung der darin formulierten<br />

Prozesse verbindlich mit dem Lieferanten<br />

vereinbaren.<br />

Aufwendig und teuer<br />

Da Hersteller von Medizinprodukten<br />

typischerweise dutzende<br />

Zulieferer haben, ist der Aufwand,<br />

der nötig ist, um alle Zulieferer<br />

gemäß den eigenen Prozessen<br />

kontinuierlich zu schulen und zu<br />

überwachen, so teuer, dass die<br />

Profitabilität und damit die Wettbewerbsfähigkeit<br />

des Produktes<br />

für den Hersteller möglicherweise<br />

fraglich ist. Um diesen hohen Aufwand<br />

und die Kosten zu vermeiden,<br />

die für diese Form der Qualitätssicherung<br />

der Lieferanten erforderlich<br />

sind, bevorzugen viele Hersteller<br />

Zulieferer mit einem eigenen<br />

QM-System.<br />

Zulieferer mit QM-System<br />

nach ISO9001<br />

Im zweiten Szenario arbeitet<br />

der Medizinproduktehersteller mit<br />

46 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Bildverarbeitung<br />

Bild 2: Ist der Zulieferer auch nach ISO13485:2016 zertifiziert, sind QM-Systeme synchronisiert. Hier bestehen das niedrigste Risiko, die niedrigsten Kosten<br />

sowie die geringste Komplexität.<br />

einem Lieferanten zusammen, dessen<br />

Produkte unter der ISO9001<br />

produziert und im Produktlebenszyklus<br />

betreut werden (Bild 1).<br />

Die ISO13485:2016 sieht hierbei<br />

vor, dass der Hersteller gemeinsam<br />

mit dem Lieferanten eine entsprechende<br />

Qualitätssicherungsvereinbarung<br />

(QSV) abschließt.<br />

Hierbei muss jedoch beachtet werden,<br />

dass sich die Anforderungen<br />

der ISO13485:2016 noch weiter<br />

von den in der ISO9001 niedergelegten<br />

Regularien entfernt haben.<br />

Das Risiko dieses Szenarios ist<br />

für den Auftraggeber etwas höher<br />

als bei Szenario 1, da der Lieferant<br />

teilweise nach eigenen Prozessen<br />

arbeitet, die nicht nach<br />

ISO13485:2016 zertifiziert sind,<br />

teilweise aber auch ISO13485-Prozesse<br />

implementieren muss. Daher<br />

ist der Hersteller auch bei diesem<br />

Szenario angehalten, durch jährliche<br />

Lieferantenaudits, sowie Dokumentenaudits<br />

die Prozesse des Lieferanten<br />

zu überwachen. Die Komplexität<br />

dieses Szenarios ist niedriger<br />

als beim ersten. Jedoch ist<br />

durch die lieferantenspezifische<br />

QSV vom Auftraggeber immer noch<br />

ein hoher Aufwand für jeden einzelnen<br />

Lieferanten zu leisten, und das<br />

System ist nur mit hohen Aufwänden<br />

skalierbar.<br />

Zulieferer mit QM-System<br />

nach ISO13485<br />

Im dritten Szenario bezieht der<br />

Hersteller Produkte von Zulieferern,<br />

die selbst nach ISO13485:2016 zertifiziert<br />

sind (Bild 2). Was bedeutet<br />

das konkret?<br />

• Der Lieferant befindet sich selbst<br />

im ISO13485 Umfeld und ist mit<br />

den Anforderungen der Norm<br />

vertraut, was er durch externe<br />

Audits kontinuierlich nachweist.<br />

Er hat eigene, normkonforme<br />

Prozesse, auf die sich der Auftraggeber<br />

verlassen kann, ohne<br />

Teile seines eigenen QM-Systems<br />

beim Lieferanten implementieren<br />

zu müssen.<br />

• Die Produktion, in der die Produkte<br />

hergestellt werden, ist<br />

validiert.<br />

• Detaillierte Produktänderungsnachrichten<br />

geben dem Medizinproduktehersteller<br />

frühzeitig<br />

Informationen über Änderungen<br />

an den zugekauften Komponenten<br />

oder verlangen ggf. sogar<br />

sein Einverständnis, bevor diese<br />

Änderungen umgesetzt werden.<br />

• Produkte können ggf. sogar bis<br />

auf Bauteil-Ebene zurückverfolgt<br />

werden.<br />

• Das Produkt wird nach konkreten<br />

strengen Vorgaben getestet, bevor<br />

es die Produktion verlässt und<br />

an den Medizinproduktehersteller<br />

ausgeliefert wird.<br />

Das Audit beim Hersteller<br />

beschränkt sich in diesem Fall auf<br />

eine Dokumentenprüfung. Besteht<br />

der Hersteller auf ein Lieferantenaudit,<br />

darf dieses jedoch ebenfalls<br />

durchgeführt werden. Der Hersteller<br />

spart durch die Auswahl<br />

ISO13485-zertifizierter Zulieferer<br />

demnach in signifikantem Maße<br />

Zeit und Kosten. Gleichzeitig erhält<br />

er die Sicherheit, dass normkonforme<br />

Prozesse seitens seiner<br />

Zulieferer umgesetzt werden. Auf<br />

diese Weise kann effizient ein laut<br />

Norm gefordertes, systematisches<br />

Lieferantenmanagementsystem etabliert<br />

werden, welches letztlich die<br />

Sicherheit seines Medizinproduktes<br />

gewährleistet.<br />

Welchen Vorteil liefert<br />

die ISO13485:2016-<br />

Zertifizierung der Basler<br />

AG?<br />

Die Basler AG hält seit 2018 das<br />

ISO13485:2016 Zertifikat für Entwicklung,<br />

Produktion, Vertrieb und<br />

Service von digitalen Kameras. Die<br />

MED ace Produktlinie ist die erste<br />

Serienkamera am Markt, die nach<br />

ISO13485:2016 produziert, vertrieben<br />

und im Lebenszyklus betreut<br />

wird. Für die MED ace (Bild 3) liefert<br />

Basler eine speziell entwickelte<br />

Firmware, eine validierte Produktion,<br />

ein Risikomanagementsystem, ein<br />

spezielles Testprotokoll für Kameras,<br />

Produktänderungsmitteilungen,<br />

sowie Rückverfolgbarkeit. Aufgrund<br />

der Erfüllung der ISO13485:2016<br />

ist die Basler AG der bevorzugte<br />

Zulieferer in der Medizin & Life Science<br />

Branche.<br />

Wer schreibt<br />

Peter Behringer ist Teamleiter<br />

im Produktmanagement und verantwortlich<br />

für Baslers Produktportfolio<br />

im Medizin- und Life Sciences-Markt.<br />

Basler ist ein international<br />

führender Hersteller von hochwertigen<br />

Kameras und Kamerazubehör<br />

für Anwendungen in Fabrikautomation,<br />

Medizin, Verkehr und<br />

einer Vielzahl von weiteren Märkten.<br />

Basler verfügt über drei Jahrzehnte<br />

Erfahrung im Bereich der<br />

Computer Vision. ◄<br />

Bild 3: Die MED ace ist eine Produktlinie, die nach ISO13485:2016 produziert,<br />

vertrieben und im Lebenszyklus betreut wird. Sie wurde speziell für den<br />

Einbau in medizin-technischen Geräten konzipiert und entwickelt.<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

47


Produktion<br />

Neue Verfahren der additiven Fertigung<br />

für die Serienfertigung<br />

Additiv gefertigte Fingerorthese<br />

© Fraunhofer IWU; Abbildung: WEAM Orthese<br />

MedtecLIVE<br />

https://www.medteclive.com/<br />

de-de<br />

Was vor Jahren noch als Durchbruch<br />

für die Einzelstück-Fertigung<br />

oder die Kleinserie gefeiert worden<br />

ist, wird heute vielfach eingesetzt –<br />

für Einzelteile, die ihren Einsatz dann<br />

meist in Kleinserienprodukten finden,<br />

oder in immer anspruchsvolleren<br />

Einsatzgebieten für die Medizintechnik.<br />

Doch mittlerweile ziehen<br />

additive Fertigungsverfahren in der<br />

klassischen Serienproduktion ein.<br />

Neue Entwicklungen bieten einige<br />

Chancen für die Medizintechnik.<br />

Additive Manufacturing gilt als<br />

Erfolgsgeschichte. Das gilt auch<br />

für die Medizintechnik, in der additive<br />

Verfahren eine große Rolle<br />

spielen, ob für Prothesen, Orthesen<br />

oder Zahnschienen. Additive<br />

Fertigung, als industrieller Begriff<br />

für 3D-Druck, beschreibt eine digitale<br />

Produktionstechnologie. Dabei<br />

wird auf Basis digitaler dreidimensionaler<br />

Modelldaten Schicht für<br />

Schicht eines Werkstoffs aufgetragen,<br />

bis die gewünschte Geometrie<br />

entsteht. Mit der Zeit haben<br />

sich verschiedene Techniken der<br />

additiven Fertigung herauskristallisiert,<br />

die Anwendung in verschiedenen<br />

medizinischen Kontexten finden.<br />

Die Breite der Anwendungsgebiete<br />

zeigen zahlreiche Aussteller<br />

auf der MedtecLIVE with T4M im<br />

Mai in Nürnberg.<br />

Kunststoff oder Metall?<br />

Beides! Additiv lassen sich nicht<br />

nur Werkstücke aus Kunststoff herstellen,<br />

mit der Filamenthybridisierung<br />

steht ein Verfahren zur Verfügung,<br />

verschiedene Materialien in<br />

einem Anlagenkonzept miteinander<br />

zu verbinden. Das bringt Vorteile,<br />

wie eine additiv hergestellte Fingerorthese<br />

anschaulich zeigt.<br />

Mit der Technologie des „Wire-<br />

Encapsulating-Additive-Manufacturing“<br />

(WEAM) entwickelten ein<br />

Team um Lukas Boxberger, Abteilungsleiter<br />

in der Biomechatronik<br />

am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen<br />

und Umformtechnik<br />

(IWU), eine additiv gefertigte Fingerorthese.<br />

Sie ist ein gutes Beispiel<br />

für den aktuellen Trend der Hybridisierung<br />

in der additiven Fertigung,<br />

„sprich Kunststoffe<br />

und Metalle in einem<br />

Fertigungsverfahren.<br />

Wir drucken Orthesen<br />

oder Implantate mit<br />

elektrischen Zusatzfunktionen,<br />

die fließende<br />

Übergänge im<br />

Materialgefüge haben,<br />

also einen Metallkern,<br />

dann etwas weicher<br />

werden und am<br />

Ende in ein Textil münden“,<br />

erklärt Boxberger.<br />

Die Idee ist, dass<br />

ein Draht in das Verfahren<br />

integriert wird.<br />

Dieser heizt dann aufgrund<br />

seines elektrischen<br />

Widerstands<br />

das Material der Orthese auf. Dieses<br />

wird weich, wodurch die Orthese<br />

individuell auf den Patienten angepasst<br />

werden kann. Danach härtet<br />

der Kunststoff aus und ist formstabil.<br />

Immer neue Verfahren<br />

erweitern die Möglichkeiten<br />

Neben klassischen Technologien,<br />

wie die Fused Deposition Modeling<br />

(FDM), zählt die Xolographie zu einer<br />

neuen Verfahrensart für linearen<br />

volumetrischen 3D-Druck. Bei ersterem<br />

wird das Filament beim Druckprozess<br />

durch eine Düse extrudiert,<br />

die sich über eine Plattform bewegt<br />

und das Modell Schicht für Schicht<br />

aufbaut. Bei der Xolographie hingegen<br />

erzeugt ein Lichtschnitt aus<br />

Lichtstrahlen unterschiedlicher<br />

Wellenlängen die gewünschten<br />

Objekte aus einem Ausgangsmaterial<br />

heraus, sodass auch mehrteilige<br />

Objekte in einem Arbeitsschritt<br />

erzeugt werden können. Bisher<br />

lagen die Grenzen additiver Fertigung<br />

häufig in der Oberflächenbeschaffenheit<br />

und der geringen Produktionsmenge.<br />

Beim schichtweisen<br />

Aufbau müssen insbesondere metallische<br />

Objekte häufig nachbearbeitet<br />

werden. Massenfertigungen von<br />

Produkten sind meist durch hohen<br />

Zeitaufwand und Kosten des Drucks<br />

beschränkt. Das ändert sich nun<br />

durch die Xolographie. „Die Xolographie<br />

verbessert die Auflösung<br />

und Volumengenerierungsrate<br />

Lukas Boxberger, Head of Department<br />

Biomechatronics am Fraunhofer-Institut für<br />

Werkzeugmaschinen und Umformtechnik<br />

© Lukas Boxberger<br />

48 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Produktion<br />

Markus Langer, Leiter Digitale Transformation, Forschungs- und<br />

Technologieförderung, © Markus Langer<br />

bisheriger Verfahren erheblich. Das<br />

bedeutet, dass mit dem Verfahren<br />

in Zukunft hohe Stückzahlen detailreicher<br />

Objekte in kurzer Zeit produziert<br />

werden können – das wirtschaftliche<br />

Potenzial ist enorm“, sagt<br />

Frank Carsten Herzog, geschäftsführender<br />

Gesellschafter der HZG<br />

Group und einer der Pioniere der<br />

additiven Fertigung in Deutschland.<br />

Wie sieht die Zukunft in der<br />

additiven Fertigung aus?<br />

Unabhängig von Materialien und<br />

Verfahren, birgt die additive Fertigung<br />

Potenzial, sich maßgeblich<br />

auf Lieferketten und das Gesundheitssystem<br />

auszuwirken – zwei<br />

Felder, die gerade in den vergangenen<br />

Jahren oftmals besondere<br />

Herausforderungen mit sich brachten.<br />

Besonders eine Kombination<br />

aus physischer Lieferkette und digitaler<br />

Prozesskette erhöht die Effizienz<br />

und Flexibilität. So kann die<br />

Produktion per Dateiversand unabhängig<br />

verlagert werden.<br />

Die Abhängigkeit von physischen<br />

Logistikketten lässt sich dramatisch<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

verringern. Das funktioniert im Kleinen<br />

und schafft neue Möglichkeiten<br />

auch in der Medizin.<br />

Aktuell bestehen jedoch noch<br />

regulatorische Hindernisse, die<br />

den industriellen Marktzugang in<br />

großem Stil erschweren. „Zu diesem<br />

Thema findet beim Medtec-<br />

SUMMIT auf der MedtecLIVE with<br />

T4M eine Podiumsdiskussion, Innovationen<br />

– Wege von der Wissenschaft<br />

in den Markt‘ statt“, ergänzt<br />

Christopher Boss, Leiter der Medtec-<br />

LIVE bei der NürnbergMesse. „Der<br />

Transfer aus der Entwicklung in die<br />

verschiedenen Bereiche der Medizintechnik<br />

ist eines der großen Themen<br />

unserer diesjährigen Veranstaltung.<br />

Hier bringen wir die richtigen<br />

Experten zusammen, Best<br />

Practice zu zeigen und Akteure zu<br />

vernetzen.“<br />

Der nächste Schritt:<br />

additive Serienfertigung<br />

Neue Technologien wie die Xolographie<br />

sind ein Schritt hin zu einer<br />

Erweiterung der Losgrößen und zu<br />

besserer Gebrauchsfähigkeit von<br />

3D-gedruckten Werkstücken. An<br />

anderer Stelle setzt ein Kooperationsprojekt<br />

an, das additive Verfahren<br />

direkt in die industrielle Serienfertigung<br />

eingliedern will. Mehrere<br />

Partner aus Industrie und Forschung<br />

bauten mit dem BMBF-Projekt<br />

„IDEA“ zwei automatisierte, additive<br />

Produktionslinien für den metallischen<br />

3D-Druck auf.<br />

Eine wichtige Rolle spielen dabei<br />

das Laser Power Bed Fusion (LPBF)<br />

Verfahren des Fraunhofer ILT sowie<br />

das digitale Engineering entlang<br />

der Produktentwicklungskette zur<br />

Optimierung der Bauteile. Es entstanden<br />

nach einer intensiven Entwicklungs-<br />

und Implementierungsphase<br />

zwei automatisierte, modular<br />

aufgebaute Produktionslinien,<br />

die den Reifegrad der additiven<br />

Fertigung als industrielle Produktionstechnologie<br />

demonstrieren.<br />

Das soll produzierenden Unternehmen<br />

Mut zur Anwendung der digital-additiven<br />

Fertigung in der Serienproduktion<br />

machen.<br />

Die positive Resonanz der Betreiber<br />

der Linien beweist, dass sich<br />

komplexe Turbinenteile mit großer<br />

Variantenvielfalt und Fertigungstiefe<br />

mit dem pulverbettbasierten Laserstrahlschmelzverfahren<br />

LPBF serienmäßig<br />

fertigen lassen.<br />

Chance für kleine und<br />

mittlere Unternehmen<br />

Auch für kleine und mittlere Unternehmen<br />

ist der metallische 3D-Druck<br />

eine Chance. Dafür sprechen die<br />

Erfahrungen des mittelständischen<br />

Unternehmens Toolcraft, das auf<br />

die Fertigung von Präzisionsbauteilen<br />

und -baugruppen auch für<br />

die Medizin technik spezialisiert ist<br />

und die additiven Fertigungsverfahren<br />

zur Serienfertigung einsetzt.<br />

„Im Fördervorhaben IDEA ist es<br />

uns gelungen, wichtige Entwicklungsschritte<br />

erfolgreich abzuschließen,<br />

u. a. aus Teilprozessen eine<br />

ganzheitliche, durchgängige Fertigungskette<br />

besser abbilden zu können“,<br />

betont Markus Langer, Leiter<br />

Digitale Transformation, Forschungs-<br />

und Technologieförderung<br />

bei Toolcraft, und gibt einen<br />

Überblick zu den Projektergebnissen.<br />

„Manuelle Arbeitsschritte wurden<br />

durch Automationslösungen<br />

substituiert, aufgrund derer eine<br />

höhere Prozessstabilität und -qualität<br />

erzielt werden können. Hervorzuheben<br />

ist die Digitalisierung,<br />

die global zur Herstellung von additiv<br />

gefertigten Bauteilen betrachtet<br />

werden muss, um reale Daten virtuell<br />

nutzen zu können.“<br />

MedtecLIVE with T4M<br />

und MedtecSUMMIT<br />

Toolcraft ist nur einer der Aussteller<br />

aus diesem Bereich der Medtec-<br />

LIVE with T4M. „Wir bringen die<br />

gesamte Wertschöpfungskette der<br />

Medizintechnik in Nürnberg zusammen“,<br />

wirbt Boss. „Es wird spannend<br />

zu beobachten, welche Entwicklungen<br />

der additiven Fertigung<br />

in die Medizintechnikbranche Einzug<br />

gehalten haben und welche Chancen<br />

dies bietet.“ Die Messe findet<br />

vom vom 23. bis 25. Mai <strong>2023</strong>. Auf<br />

dem renommierten internationalen<br />

Kongress MedtecSUMMIT diskutieren<br />

Hersteller, Anwender und Forscher<br />

interdisziplinär zukünftige Entwicklungen.<br />

◄<br />

Christopher Boss, Leiter der MedtecLIVE, © NürnbergMesse<br />

49


Produktion<br />

Wie sich 3D-Druck auf Lieferketten auswirkt<br />

microArch 3D-Drucksystem S350: Der microArch SS350 dient zur automatisierten Serienproduktion von Bauteilen<br />

mit Toleranzen bis 25 µm<br />

Boston Micro Fabrication<br />

www.bmf3d.de<br />

Wenn Güter auf eine neue<br />

Art hergestellt werden, wie im<br />

3D-Druck, verändert dies auch<br />

die Lieferketten. Waren werden<br />

schneller und effizienter produziert<br />

und neue Produkte und Dienstleistungen<br />

entstehen, die vorher nicht<br />

möglich waren. 3D-gedruckte Teile<br />

werden aus denselben (oder besseren)<br />

Materialien wie im Spritzguss<br />

und der CNC-Bearbeitung hergestellt.<br />

Aber ohne die vorher notwendigen<br />

teuren Werkzeuge können<br />

Abnehmer selbst Einzelteile<br />

kostengünstig bestellen.<br />

Durch die von Boston Micro<br />

Fabrication (BMF) entwickelte<br />

Projektionsmikro- Stereolithografie,<br />

gilt dies nun auch für Bauteile im<br />

Mikromaßstab aus Kunststoffen,<br />

Keramik, Hydrogelen und Verbundharzen.<br />

Der Einsatz von additiven Fertigungstechniken<br />

wird in den kommenden<br />

Jahren die Herstellung vieler<br />

Produkte revolutionieren. Doch<br />

welche Auswirkungen ergeben sich<br />

für die Lieferkette?<br />

Dezentralisierung<br />

Mit 3D-Druck können Produkte<br />

direkt vor Ort hergestellt<br />

werden, was oft lange Transportwege<br />

erspart. Eine schnellere<br />

Lieferung zu niedrigeren Kosten<br />

verringert gleichzeitig den ökologischen<br />

Fußabdruck der gesamten<br />

Lieferkette. Anstatt beispielsweise<br />

Zahn implantate im Ausland formen<br />

oder bearbeiten zu lassen und sie<br />

per Schiff oder Flugzeug und dann<br />

per Bahn oder LKW zu transportieren,<br />

ermöglicht der 3D-Druck<br />

die Herstellung von Implantaten<br />

in der lokalen Zahnarztpraxis.<br />

Selbst wenn die Produktion vor<br />

Ort nicht möglich ist, können die<br />

Teile mit Kleintransportern – oder<br />

sogar mit Elektro fahrzeugen – von<br />

regionalen Dentallabors geliefert<br />

werden. Laut Implants Pro Center<br />

führt nur ein kurzer Weg von Röntgenbildern<br />

über CAD-Modelle zu<br />

3D- gedruckten Implantaten.<br />

Personalisierung<br />

Der 3D-Druck ermöglicht die On-<br />

Demand-Produktion kundenspezifischer<br />

Komponenten. Dies reduziert<br />

Abfall und Kosten. Wo sonst<br />

viele identische Artikel in Massenproduktion<br />

hergestellt und gelagert<br />

werden, von denen manche<br />

nie verwendet werden, erfüllt der<br />

3D-Druck sofort spezifische Kundenwünsche.<br />

Ein Schuhhersteller,<br />

der beispielsweise Turnschuhe mit<br />

individuellen Zwischensohlen herstellt,<br />

kann Sportlern individuelle<br />

Einlagen anfertigen, ohne Tausende<br />

von Einlegesohlen herstellen<br />

zu müssen, die möglicherweise<br />

nie verkauft werden. Nach Angaben<br />

von Sculpteo haben Marken<br />

hirose connector: Der Prototyp aus dem 3D-Drucker von BMF und die in Serie<br />

gefertigten Teile aus Gussformen zeigen keine Unterschiede im Anstieg des<br />

Pin-Winkels, der Qualität der Poren und der Oberfläche<br />

50 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Produktion<br />

wie Adidas, Nike, New Balance und<br />

Under Armor bereits Turnschuhe mit<br />

3D-gedruckten Komponenten hergestellt.<br />

Die Automobilindustrie nutzt<br />

den 3D-Druck bereits für die ergonomische<br />

Anpassung von Knöpfen,<br />

Schaltern und Tasten im Fahrzeuginnenraum.<br />

Just-in Time (JiT)<br />

Just-in-Time (JIT), eine Strategie,<br />

bei der Waren nur auf Bedarf<br />

produziert werden, beschränkt sich<br />

nicht auf den 3D-Druck, aber diese<br />

Form der additiven Fertigung empfiehlt<br />

sich dafür. So haben beispielsweise<br />

die Mitglieder des Combat<br />

Logistic Battalion 31 (CLB-31) der<br />

31st Marine Expeditionary Unit des<br />

U.S. Marine Corp. den 3D-Druck<br />

für Ersatzteile und Flugzeugkomponenten<br />

eingesetzt. Anstatt auf<br />

Teile von weit entfernten Stationen<br />

zu warten, hat das CLB-31<br />

einen Objektivdeckel der Kamera<br />

eines unbemannten Bodenfahrzeugs<br />

in 3D gedruckt. CLB-31<br />

konnte auch ein Teil für das Tarnkappenflugzeug<br />

F-35 im 3D-Druck<br />

herstellen, wodurch das US-Militär<br />

rund 70.000 US-Dollar für eine<br />

komplette neue Fahrwerksklappe<br />

einsparen konnte.<br />

Wirkungsgrad<br />

Der 3D-Druck verändert die<br />

Lieferketten auch dadurch, dass<br />

Teile nicht mehr von verschiedenen<br />

Herstellern gefertigt und<br />

dann zusammengebaut werden<br />

müssen. Wenn komplette Produkte<br />

bei einem Anbieter gedruckt werden,<br />

vereinfacht sich die Beschaffung.<br />

Es werden weniger Bestellungen<br />

abgegeben, weniger Lieferungen<br />

überwacht und weniger<br />

Lagereinheiten (SKUs) im Bestand<br />

gehalten.<br />

Durch den Wegfall der Endmontage<br />

kann die 3D-Drucktechnologie<br />

auch potenzielle Defekte<br />

wie Leckagen minimieren. Das ist<br />

einer der Gründe, warum die Universität<br />

von Catania mit der Mikro<br />

3D-Drucktechnologie von Boston<br />

Micro Fabrication (BMF) optofluidische<br />

Mikrogeräte in einem Stück<br />

hergestellt hat.<br />

Catania: Das 3D-gedruckte optofluidische Mikrogerät der<br />

Universität Catania<br />

Fazit<br />

Der 3D-Druck übt in vier<br />

Bereichen erhebliche Veränderungsimpulse<br />

auf die Lieferketten<br />

aus. Die Tendenzen zur Dezentralisierung,<br />

Personalisierung, Just in<br />

Time-Fertigung und höherer Effizienz<br />

werden verstärkt und jeweils<br />

von Kostenersparnissen und höherer<br />

Nachhaltigkeit begleitet. Für Teile im<br />

Mikrobereich verändert die Projektionsmikro-Stereolithografie<br />

(PµSL-<br />

Technologie) von BMF die Lieferketten<br />

in Branchen wie der Medizintechnik,<br />

Elektronik, Mikrofluidik, bei<br />

mikro-elektromechanischen Systemen<br />

(MEMS) sowie in Ausbildung<br />

und Forschung. ◄<br />

8 Prozesse<br />

unendlich viele<br />

Möglichkeiten!<br />

Das Spektrum der Medizintechnik ist auf viele<br />

Schlüsseltechnologien angewiesen. Darunter die<br />

Mikrosystemtechnologie, die Nanotechnologie,<br />

optische Technologien sowie informations- und<br />

kommunikationstechnologische Anwendungen.<br />

Für diese Vielfalt bieten wir das passende System<br />

zur Herstellung der Elektronikkomponenten.<br />

TECHNOLOGIETAGE<br />

26. – 27. April <strong>2023</strong><br />

Überzeugen Sie sich selbst an unseren Technologietagen<br />

vom 26. – 27. April in Blaubeuren.<br />

www.rehm-group.com<br />

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meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

51


Produktion<br />

Lasertechnologie treibt Medizintechnik voran<br />

Lasertechnik ist Wegbereiter für moderne Medizintechnik. Trumpf bietet Lasersysteme für automatisierte<br />

Fertigung an und begleitet Medizintechnikhersteller in jeder Phase des Produktlebens.<br />

TRUMPF SE + Co. KG<br />

www.trumpf.com<br />

Trumpf ist ein wichtiger Partner<br />

der Medizintechnikhersteller: „Innovative<br />

medizinische Geräte lassen<br />

sich ohne Lasertechnologie nicht<br />

herstellen. Mit unseren Lasern können<br />

Medizintechnikhersteller ihre<br />

Produkte immer weiter verbessern.<br />

Dadurch sind noch schonendere<br />

Behandlungsmöglichkeiten für die<br />

Patienten möglich“, sagt Bernd<br />

Block, Branchenmanager Medizintechnik<br />

bei Trumpf. Das Hochtechnologieunternehmen<br />

zeigt auf seiner<br />

Hausmesse Medical Photonics<br />

verschiedene Laseranwendungen<br />

für die Medizintechnik.<br />

Bearbeitung kleinster<br />

Bauteile<br />

Mit Lasersystemen von Trumpf<br />

können Hersteller von Medizinprodukten<br />

und medizinischen Komponenten<br />

selbst kleinste Bauteile<br />

präzise, flexibel und in konstant<br />

hoher Qualität bearbeiten. Außerdem<br />

ermöglichen sie den Einsatz<br />

von fortschrittlichen und biokompatiblen<br />

Materialien. Die Hersteller<br />

von Medizin produkten setzen mit<br />

Technologie von Trumpf eine ganze<br />

Reihe von Anwendungen um, wie<br />

zum Beispiel das Schweißen von<br />

Herzschrittmachern, das Schneiden<br />

von Stents oder Kanülen, das<br />

Markieren von wiederverwendbaren<br />

Chirurgiebesteck oder den<br />

3D-Druck von künstlichen Gelenken<br />

und Zahnimplantaten.<br />

Fertigungs-Know-how<br />

für ausgereifte<br />

Fertigungsprozesse<br />

Das Hochtechnologieunternehmen<br />

liefert nicht nur Laser an die<br />

Medizintechnikbranche, sondern<br />

begleitet und berät Medizintechnikhersteller<br />

in jeder Phase der Produktentwicklung,<br />

vom Konzept bis<br />

zur Serienfertigung. „Trumpf ist mehr<br />

als nur ein Ausrüster der Medizintechnikbranche.<br />

Medizintechnikhersteller<br />

können ihre Anwendungen<br />

beispielsweise in den Laserapplikationszentren<br />

von Trumpf testen und<br />

müssen keine eigenen Pilotanlagen<br />

dafür aufbauen. Das ist ein Wettbewerbsvorteil“,<br />

sagt Block. Ausgereifte<br />

Fertigungsprozesse seien<br />

wichtig. Die Medizin- und Gesundheitsbranche<br />

stelle hohe Anforderungen<br />

an die Produkte. So müssen<br />

Medizinprodukte zum Beispiel<br />

besonders robust und funktional<br />

sein, und dabei zahlreiche Materialspezifikationen<br />

und gesetzliche Vorgaben<br />

und Normen einhalten.<br />

Maschinen für<br />

automatisierte Fertigung<br />

Ein großer Trend in der Medizintechnikbranche<br />

ist die Automatisierung<br />

der eigenen Fertigung.<br />

„Dies ist vor allem in der Produktion<br />

von Hochrisikoprodukten wie<br />

Herzschrittmachern zu beobachten.<br />

Medizintechnikhersteller benötigen<br />

dafür automatisierbare Standardmaschinen,<br />

wie sie Trumpf<br />

bietet“, sagt Block. Diese Lasersysteme<br />

können die Medizintechnikhersteller<br />

in ihrer Fertigung zum<br />

Beispiel sehr einfach mit Cobots<br />

kombinieren. Diese Roboter, die<br />

ohne Schutzeinhausung mit Menschen<br />

zusammenarbeiten können,<br />

be- und entladen die Lasersysteme<br />

mit Bauteilen. Monotone und körperlich<br />

anstrengende Bewegungen<br />

fallen dadurch für die Maschinenbediener<br />

weg. ◄<br />

52 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Produktion<br />

Kugel- und Rollenoptik zum flexiblen<br />

Laserschweißen von Folien<br />

ProByLas AG<br />

www.probylas.com<br />

Für das Schweißen von Folien<br />

im Bereich der Medizintechnik wird<br />

häufig Wärmeimpuls- oder Hochfrequenzschweißen<br />

eingesetzt,<br />

die für große Serien sehr effizient<br />

sind. Bei kleineren Stückzahlen<br />

und wechselnden Geometrien wird<br />

der Aufwand für die bauteilspezifischen<br />

Werkzeuge ungünstig.<br />

Das Laserschweißen kann dann<br />

eine sinnvolle Alternative bieten,<br />

da keine spezifischen Werkzeuge<br />

notwendig sind, sondern nur die<br />

Schweiß kontur umprogrammiert<br />

werden muss.<br />

Energie und Fügedruck<br />

Neben der Energie des Laserstrahls<br />

zum Schmelzen der Polymere<br />

ist auch der Fügedruck in der<br />

Schweißnaht wichtig. Der übliche<br />

Ansatz einer fixen Spanneinheit,<br />

die das ganze Bauteil gleichzeitig<br />

zusammendrückt, kommt bei<br />

großen Bauteilen und insbesondere<br />

Folien an seine Grenzen. Für<br />

solche Anwendungen ist es sinnvoller<br />

die Folien nur gerade lokal<br />

an der Schweißposition zusammenzudrücken<br />

mit einer rollenden<br />

Kugel- (oben) und<br />

Rollenoptik drücken<br />

mit der frei drehbaren<br />

Glaskugel/-rolle die<br />

Folien lokal zusammen<br />

und fokussieren<br />

den Laser gleichzeitig.<br />

Glaskugel oder Glasrolle, die den<br />

Laserstrahl gleichzeitig auf die<br />

Schweißnaht fokussiert. Mit dem<br />

speziellen Luftlager von ProByLas<br />

konnte der Durchmesser der Glaskugel<br />

stark reduziert werden auf<br />

standardmäßig 12 mm Durchmesser.<br />

Auch die Glasrolle basiert auf<br />

einem Luftlager, das zudem kleine<br />

Verkippungen erlaubt, damit die<br />

Rollenoberfläche gleichmäßig auf<br />

den Folien oder Unterlage aufliegt.<br />

2- oder 3-dimensionale<br />

Layouts<br />

Mit der Kugeloptik sind beliebige<br />

2-dimensionale Geometrien in einer<br />

Ebene möglich. Oder auch 3-dimensionale<br />

Layouts, wenn die Folien<br />

entsprechend ausgelegt und die<br />

Kugeloptik an einen Roboter montiert<br />

wird. Mit der Rollenoptik lassen<br />

sich breitere Schweißnähte herstellen,<br />

aber primär in eine Richtung<br />

oder Kurven mit großem Radius.<br />

Auf der MedtechLIVE Messe in<br />

Nürnberg Ende Mai wird das Laserschweißen<br />

mit Kugeloptik anhand<br />

von aufblasbaren Kissen aus TPU-<br />

Folien gezeigt. ◄<br />

materialen<br />

Mikroproduktion<br />

in h .ȯchster<br />

Pr .ȧzision<br />

Die 3D-Drucker von<br />

BMF erreichen Auflösungen<br />

von 2 bis 10 µm<br />

bei Toleranzen von +/-<br />

10 bis 25 µm mit vielen<br />

Polymer- und Keramik-<br />

für Serienteile oder<br />

Prototypen.<br />

Interessiert?<br />

Muster, Versuchsteile<br />

oder unverbindliche<br />

Beratung gibt es hier:<br />

BMF3D.DE<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

53


Qualitätssicherung<br />

Qualität anhand von Schwingungseigenschaften<br />

bewerten<br />

Hier geht es um flächenhafte Laser-Doppler-Vibrometrie in der Produktion.<br />

Dank Digitalisierung und wartungsfreier,<br />

handlicher Laser in Kompaktbauform<br />

steht diese Technologie in<br />

Form von Polytec Scanning Vibrometern<br />

(PSV) auch der Qualitätssicherung<br />

zur Verfügung.<br />

Weltweiter und sicherer<br />

Einsatz dank Open-Source-<br />

Schnittstelle<br />

Die neue Open-Source-Programmierschnittstelle<br />

PSV Communication<br />

Software steuert das Präzisionsmessgerät<br />

und stellt die Messdaten<br />

über eine stabile TCP/IP-Ethernet-<br />

Verbindung zur Verfügung. Gegen<br />

die gutdokumentierte Schnittstelle<br />

wird vom Automatisierungstechniker<br />

einfach in LabView, C++ oder<br />

Python unter Windows oder Linux<br />

programmiert.<br />

Laser-Vibrometer detektieren Schwingungen in der Produktionslinie<br />

Polytec GmbH<br />

www.polytec.de<br />

Möchten Hersteller ein Produkt<br />

auf den Markt bringen, dessen<br />

Eigenschaften von örtlich definierten<br />

Schwingungseigenschaften abhängen,<br />

oder die Qualität in der Produktionslinie<br />

sicherstellen, funktioniert<br />

das schnell und sicher mit optischer<br />

Messtechnik. Nicht mit Bildverarbeitung,<br />

die sie vielleicht schon im<br />

Einsatz haben, sondern mit laseroptischer<br />

Schwingungsmessung.<br />

Gewollte und ungewollte<br />

Schwingung<br />

Ein haptisches Feedback in<br />

modernen Steuer- und Bedienpanelen,<br />

der Transport von Flüssigkeitströpfchen<br />

auf einer Oberfläche<br />

für diagnostische Zwecke in der<br />

Medizintechnik, Ultraschallschweißen<br />

in Produktionslinien und der<br />

Verpackungsindustrie, aber auch<br />

guter Sound bei Lautsprechern<br />

haben eines gemeinsam: Sie sind<br />

abhängig von der exakten Schwingungsausbreitung<br />

auf einer Oberfläche.<br />

Damit stehen Herstellern von<br />

Konsumgütern, Infotainment-Hardware,<br />

Medizinprodukten oder automatisierten<br />

Fertigungsanlagen vor<br />

derselben Herausforderung: Wie<br />

kann ich diese Verteilung im Produkt<br />

sicherstellen und auch ungewollte<br />

Schwingungen rechtzeitig<br />

detektieren?<br />

Geeignet für das Universum<br />

und die Fabrik:<br />

Laser-Interferometrie<br />

Optische und flächenhaft messende<br />

Laser-Schwingungsmesstechnik<br />

ist in Entwicklungsabteilungen<br />

seit Langem etabliert. Ein<br />

Laser tastet das Produkt berührungsfrei<br />

ab. Ohne es zu beeinflussen,<br />

erstellt er eine Karte der<br />

Amplitudenverteilung mit höchster<br />

Präzision. Gewollte und ungewollte<br />

Schwingungen sind sofort auf der<br />

ganzen Fläche nachweisbar – mit<br />

einem einzigen Sensor. Ein Qualitätssicherungssystem<br />

klassifiziert<br />

dann auf Basis dieser Informationen<br />

das Produkt.<br />

Die Polytec GmbH ist seit mehr<br />

als 30 Jahren der Partner für Laser-<br />

Interferometer bzw. Laser-Vibrometer,<br />

einer Technologie, wie sie<br />

auch bei der Detektion von Gravitationswellen<br />

zum Einsatz kommt.<br />

Schneller und besser<br />

ans Ziel<br />

So werden immer mehr PSV<br />

Scanning Vibrometer zur lasergenauen<br />

Bewertung der Produktqualität<br />

im frühen Stadium von Kunden<br />

in der Luftfahrt bis hin zum Automobilzulieferer<br />

eingesetzt. Ein Trend,<br />

der auf die Verkürzung der Markteinführungszeiten<br />

sowie auf das<br />

Vermeiden von Qualitätsmängeln<br />

im Feld oder beim Kunden abzielt.<br />

Qualitätssicherung,<br />

Schwingungsprüfung sowie<br />

Gut-Schlecht-Analyse<br />

Kosteneffiziente und verlässliche<br />

Fertigungskontrolle: das IVS-<br />

500 trägt maßgeblich zur Kostenreduktion<br />

und Produktivität bei, durch<br />

einen reduzierten Pseudo-Ausschuss<br />

in der Fertigung. Das kompakte<br />

Design und der durchdachte<br />

Aufbau ermöglichen eine elegante<br />

Integration in Produktionsanlagen.<br />

Ergänzt um die Software SonicTC<br />

QuickCheck bietet Polytec damit<br />

eine komplette Lösung zur verlässlichen<br />

Gut-Schlecht-Bewertung.<br />

Das seit Jahren bewährte IVS-<br />

500 kommt als kompaktes All-in-<br />

One Gerät mit integrierter Decoder-Elektronik<br />

und wurde nun in<br />

seinem Funktionsumfang erweitert.<br />

Es kann jetzt alternativ zum<br />

54 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Qualitätssicherung<br />

an verschiedene Prüflingsgeometrien<br />

für ein optimales SNR bei<br />

jedem Prüfling.<br />

Alle IVS-500 Modelle können<br />

das Messsignal digital (via Ethernet)<br />

oder als analoges Signal (via<br />

BNC) ausgeben. Sie sind kompatibel<br />

zu allen gängigen Datenerfassungssystemen.<br />

Auf den Punkt gebracht:<br />

• eindeutige, wiederholbare Gut-<br />

Schlecht-Bewertung in der Fertigungskontrolle<br />

• berührungslos messen mit<br />

Laser-Präzision<br />

• Signalausgabe direkt als<br />

Weg, Geschwindigkeit oder<br />

Beschleunigung<br />

• flexible Arbeitsabstände bis zu<br />

3 m mit Autofokus<br />

• vielseitig durch großen Frequenzbereich<br />

bis 100 kHz<br />

• robuste, wartungsfreie Sensortechnik<br />

• einfaches Integrieren und Positionieren<br />

Weitere Informationen finden Sie<br />

unter: www.polytec.com/de/vibrometrie/anwendungsbereiche/industrielle-qualitaetssicherung/amplitudenmessung<br />

◄<br />

Das wartungsfreie Laservibrometer misst berührungslos selbst in anspruchsvoller Industrieumgebung und auf<br />

nahezu allen Oberflächen<br />

Geschwindigkeitssignal auch ein<br />

Weg- oder Beschleunigungssignal<br />

ausgeben und damit noch einfacher<br />

in den Prüfstand integriert<br />

werden. Anwender wählen das<br />

passende Modell für ihre Anwendung<br />

– für niedrige Frequenzen<br />

oder bis in den Ultraschallbereich<br />

hinein. Der optionale Remote- und<br />

Autofokus sorgt beim Adaptieren<br />

Neue Multiport<br />

USB VNA von<br />

Copper Mountain bis zu 16 Ports<br />

• Breiter Frequenzbereich von<br />

300 kHz bis 9 GHz<br />

• Robustes 19“ Rack Design<br />

mit N-Typ Anschlüssen<br />

• Schaltzeit zwischen<br />

Ports 200µs<br />

• Automatisches Kalibrierkit<br />

verfügbar<br />

PSV Scanning Vibrometer geben ein genaues Bild der Schwingung wider<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

info@telemeter.de · www.telemeter.info<br />

Wir liefern Lösungen…<br />

55


Künstliche Intelligenz<br />

Die Potenziale von Künstlicher Intelligenz<br />

in der Medizin<br />

Besonders in der medizinischen Forschung spielen die Fähigkeiten<br />

künstlicher Intelligenz, Muster in großen Datenmengen zu erkennen, eine<br />

wachsende Rolle.<br />

Ob Telemedizin während der<br />

Corona-Pandemie, Debatten über<br />

die elektronische Patientenakte<br />

oder Wearables, die die gelaufenen<br />

Schritte, Herzfrequenz und Blutdruck<br />

messen – die letzten Jahre haben<br />

uns gezeigt: Das Gesundheitswesen<br />

befindet sich in der digitalen<br />

Transformation.<br />

Mittlerweile gibt es zahlreiche digitale<br />

Anwendungen in medizinischen<br />

Bereichen, die vielen Patienten den<br />

Alltag erleichtern. Die Telemedizin,<br />

die seit Beginn der Pandemie bis<br />

heute ermöglicht, sich online von<br />

Ärzten beraten und sogar behandeln<br />

zu lassen, ist nur ein Beispiel<br />

für das digitaler werdende Gesundheitssystem.<br />

Aber auch Webseiten,<br />

mit denen man schnell einen Arzttermin<br />

online vereinbaren kann,<br />

machen uns seit einiger Zeit die Terminsuche<br />

leichter. Darüber hinaus<br />

bieten viele Krankenkassen einige<br />

Services online oder per App an.<br />

Eine besondere Rolle bei der Digitalisierung<br />

medizinischer Bereiche<br />

Autorin:<br />

Dr. Hester Knol<br />

Head of Clinical Operations<br />

Lindera GmbH<br />

www.lindera.de<br />

spielen aktuell aber vor allem die<br />

neuen Möglichkeiten durch künstliche<br />

Intelligenz (KI). Diese kann<br />

Ärzten von der Forschung und Prävention,<br />

über Screening, Diagnose<br />

und Therapie bis hin zur Nachsorge<br />

unterstützen.<br />

Digitale Unterstützung<br />

in der Präventivmedizin<br />

KI und Data Science haben<br />

besonders in der Krankheitsprävention<br />

ein sehr großes Potenzial:<br />

Da sich hier neue Möglichkeiten der<br />

Analyse großer Datensätze ergeben,<br />

erreicht auf dieser Basis auch die<br />

Mustererkennung in diesen Datenmengen<br />

und die Identifizierung von<br />

Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten<br />

eine neue Dimension. Das<br />

kann vor allem bei der Entwicklung<br />

gezielter Interventionen, personalisierter<br />

Behandlungen und der Früherkennung<br />

helfen. Technologien, an<br />

denen aktuell in der Präventivmedizin<br />

geforscht wird, setzen zum Beispiel<br />

bereits bei der Prävention von<br />

Krankheiten bei der Schwangerschaft<br />

an. In diesem Bereich unterstützt<br />

künstliche Intelligenz dabei,<br />

durch Plazentavermessung bereits<br />

in frühen Phasen der Schwangerschaft<br />

eine Unterversorgung von<br />

Föten festzustellen, aber auch allgemein<br />

die Größe der Organe von<br />

Föten zu bestimmen.<br />

Mobilitätsanalyse<br />

Ein weiteres Praxisbeispiel für die<br />

vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von<br />

künstlicher Intelligenz in der Präventivmedizin<br />

ist die Mobilitätsanalyse.<br />

In diesem Bereich hat beispielsweise<br />

das Berliner Technologieunternehmen<br />

Lindera einen digitalen Mobilitätstest<br />

entwickelt, in dem eine KI<br />

mithilfe einer normalen Smartphoneoder<br />

Tablet-Videoaufnahme den<br />

Gang einer Person analysiert. Auf<br />

der Basis dieser Analyse und weiterer<br />

Patientendaten ermittelt die KI<br />

im nächsten Schritt das individuelle<br />

Sturzrisiko einer Person und gibt<br />

personalisierte Empfehlungen, um<br />

Stürze bei Senioren präventiv vorzubeugen.<br />

In Zukunft soll die intelligente<br />

Bewegungs analyse sogar in<br />

der Früherkennung neurologischer<br />

Erkrankungen wie Parkinson und im<br />

Bereich der therapeutischen Langzeitnachsorge<br />

von Erkrankungen<br />

wie MS und Schlaganfällen zum<br />

Einsatz kommen.<br />

KI-gestützte Diagnose<br />

und Behandlung<br />

Das in der Sturzprävention eingesetzte<br />

3D-Motion-Tracking lässt<br />

sich auch für andere Einsatzgebiete<br />

anpassen: Neben der Vorsorge<br />

und Prävention kann eine solche<br />

KI Bewegungsschwächen und<br />

Behandlungsmaßnahmen identifizieren.<br />

Auch während der Behandlung<br />

von Erkrankungen des Bewegungsapparates<br />

kann sie als Assistenz<br />

der professionellen Anwender dienen<br />

und bei der Dokumentation<br />

unterstützen.<br />

Analyse und Auswertung<br />

Zudem kann KI bei der Analyse<br />

und Auswertung von Röntgenund<br />

Ultraschallbildern, aber auch<br />

von MRT-Daten unterstützen und<br />

durch präzise Mustererkennung<br />

Krankheiten diagnostizieren. Durch<br />

die Verbindung großer Datenmengen<br />

sowohl aus der Forschung als<br />

auch aus der alltäglichen Versorgung<br />

der Patienten, können künstliche<br />

Intelligenzen in diesem Feld<br />

immer besser trainiert werden. Sie<br />

sind heute bereits besonders gut in<br />

der Auswertung medizinischer Bilddaten.<br />

Ein aktuelles Beispiel ist die<br />

digital gestützte Tumordiagnose, in<br />

der durch intelligente Bilderkennung<br />

das Hautkrebsrisiko bestimmt werden<br />

kann.<br />

Verlauf vorhersagen<br />

Durch die Verarbeitung und Analyse<br />

unzähliger Krankengeschichten<br />

von Patienten können KIs schon jetzt<br />

den Verlauf einiger Krankheiten und<br />

Behandlungen individuell vorhersagen.<br />

Und was nach Zukunftstechnologie<br />

klingt, ist in der roboterassistierten<br />

Medizin bereits Realität:<br />

Denn schon heute werden Roboter-<br />

Assistenten im Klinikalltag bei der<br />

Ausgabe von Medikamenten und<br />

sogar während einiger Operationen<br />

eingesetzt. Chirurgen können zum<br />

Komplexe maschinelle Lernverfahren, wie in Form neuronaler Netze,<br />

werden immer häufiger auch in der Medizin verwendet. Mit ihrer Hilfe<br />

werden unter anderem Lungenerkrankungen oder Krebszellen erkannt.<br />

56 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Künstliche Intelligenz<br />

Über immer mehr Menschen werden täglich große Datenmengen durch<br />

Wearables erfasst. Diese nutzbar zu machen, ist eine Herausforderung,<br />

die durch künstliche Intelligenz gemeistert werden kann.<br />

Beispiel während einer Operation<br />

von intelligenten Skalpellen unterstützt<br />

werden, die gesundes von<br />

krankem Gewebe unterscheiden.<br />

Insgesamt zählt die schnelle und<br />

intelligente Datenverarbeitung zu<br />

den größten Vorteilen beim Einsatz<br />

von künstlicher Intelligenz. Gerade<br />

im Gesundheitswesen entstehen<br />

allein mit den alltäglichen Messungen,<br />

Untersuchung und Tests<br />

tausender Patienten große Datenmengen,<br />

von denen eine künstliche<br />

Intelligenz lernen kann. Von Prävention<br />

über Screening, Diagnostik<br />

und Therapie bis hin zur Nachsorge<br />

kommt KI bereits umfassend<br />

im klinischen Alltag zum Einsatz.<br />

Effektive Nachsorge<br />

durch neue Technologien<br />

Im Bereich der Nachsorge lassen<br />

sich solche Technologien für<br />

Therapien oder Reha-Programme<br />

verwenden, die bei der Motorik<br />

betreffenden Erkrankungen notwendig<br />

werden. Nicht zuletzt können<br />

KIs im Bereich Motion Tracking,<br />

auch in Fitness- und Gesundheitsapps<br />

integriert werden. Beispielsweise<br />

können sie die Ausführung<br />

von Übungen der Nutzer bewerten<br />

und verbessern. So kann künstliche<br />

Intelligenz das gesamte Erlebnis von<br />

Patienten begleiten – sowohl in der<br />

Prävention als auch während der<br />

Diagnose, Behandlung und Nachsorge.<br />

Das erleichtert nicht nur die<br />

Arbeit der Behandelnden, sondern<br />

unterstützt auch Patienten dabei,<br />

sich aktiv für ihre eigene Gesundheit<br />

einzusetzen. Patienten nutzen<br />

ohnehin zunehmend das Internet,<br />

um sich über Symptome, Krankheiten,<br />

passende Fachärzte und<br />

Behandlungsmöglichkeiten zu<br />

informieren. Intelligente Technologien<br />

können Patienten fachkundig<br />

und individualisiert dabei unterstützen,<br />

die für sie passenden medizinischen<br />

Fachkräfte zu finden oder<br />

auch die Behandlungs- und Präventionspläne<br />

ihrer Ärzte oder Pfleger<br />

bestmöglich umzusetzen.<br />

Künstliche Intelligenz<br />

in Zeiten des<br />

Fachkräftemangels<br />

Mit dem wachsenden Fachkräftemangel<br />

kann die Integration neuer<br />

Technologien besonders für Angestellte<br />

in der Gesundheitsbranche<br />

eine beachtliche Entlastung darstellen.<br />

Vitalzeichen werden durch<br />

Wearables überwacht, von verschiedenen<br />

Orten aus kann auf die<br />

Akten von Patienten zugegriffen<br />

und der allgemeine Gesundheitszustand<br />

über mobile Apps festgehalten<br />

werden. Fachkräfte verbessern<br />

hierdurch nicht nur Arbeitsabläufe,<br />

sondern auch die Versorgung<br />

der Patienten. Dabei kann die effiziente<br />

und intelligente Datenverarbeitung<br />

von künstlicher Intelligenz<br />

besonders bei der optimalen<br />

und vor allem nachhaltigen Nutzung<br />

von Daten und meist knappen<br />

Ressourcen im Klinik- oder<br />

Pflegealltag helfen. Im Fall von<br />

Daten der Patienten zeigt sich der<br />

Vorteil für die Effizienz von Arbeitsabläufen<br />

besonders deutlich: Oftmals<br />

liegen diese in unterschiedlichen<br />

Formaten und an verschiedenen<br />

Orten und sind nicht optimal<br />

zugänglich. Intelligente Technologien<br />

sind in der Lage, diese Daten<br />

sinnvoll zu verbinden und ein einheitliches<br />

Bild zum Gesundheitszustand<br />

und zur Vorgeschichte von<br />

Patienten zu liefern.<br />

Digitale Assistenzsysteme<br />

Intelligente Technologien sind<br />

ebenso für Patienten eine Erleichterung:<br />

Einerseits können sie bei der<br />

Umsetzung ärztlicher und pflegerischer<br />

Anweisungen zur Behandlung<br />

im Alltag von digitalen Assistenzsystemen<br />

unterstützt werden.<br />

Gleichzeitig trägt die Nutzung solcher<br />

Systeme erheblich zum individuellen<br />

Sicherheitsgefühl bei. Das zeigt beispielsweise<br />

die Lindera Mobilitätsanalyse:<br />

Die Anwendung in Pflegeheimen<br />

erzeugte neben einer Reduzierung<br />

der Sturzrisikofaktoren von Senioren<br />

auch Verbesserungen im Wohlbefinden<br />

und im Sicherheitsgefühl.<br />

Möglichkeiten der KI<br />

besser nutzen<br />

Die Nutzung künstlicher Intelligenz<br />

bringt besonders im Gesundheitswesen<br />

vielseitige Vorteile mit<br />

sich. Noch werden die Möglichkeiten<br />

der Integration neuer Technologien<br />

im Alltag des deutschen Gesundheitswesens<br />

aber zu wenig genutzt<br />

– obwohl sie zum Teil bereits bei<br />

Patienten und medizinischem Personal<br />

angekommen sind. Bereits<br />

verfügbare Daten, die tagtäglich<br />

durch Wearables gesammelt werden<br />

und für Ärzte und Pflegekräfte<br />

einen Mehrwert in der Behandlung<br />

ihrer Patienten bieten könnten, werden<br />

oftmals von Kliniken, Pflegeheimen<br />

oder Praxen gar nicht eingelesen<br />

und damit auch nicht genutzt.<br />

Aktuell geplante Großprojekte, wie<br />

die elektronische Patientenakte, zeigen,<br />

dass viele digitale Innovationen<br />

im Health Tech-Bereich den Klinikund<br />

Pflegealltag von Grund auf verändern<br />

könnten. ◄<br />

Die intelligente Bewegungsanalyse von Lindera ist dazu in der Lage,<br />

verschiedene Parameter der Bewegung eines Menschen aufzuzeichnen und<br />

diese zu interpretieren.<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz zeigen sich<br />

an der Lindera Mobilitätsanalyse: Eine eigentlich zur Sturzprävention<br />

entwickelte KI ist leicht umgewandelt auch dazu in der Lage, Menschen bei<br />

der Ausübung sportlicher Übungen zu unterstützen.<br />

57


Künstliche Intelligenz<br />

Wie KI schnellere Innovationen<br />

für Hersteller medizintechnischer Geräte eröffnet<br />

Autor:<br />

Peter Marek<br />

Senior Director Embedded IoT<br />

Advantech<br />

www.advantech.eu<br />

Big Data, maschinelles Lernen<br />

(ML) und künstliche Intelligenz (KI)<br />

haben es Forschern in der Medizintechnik<br />

ermöglicht, durch die Analyse<br />

großer Mengen von Patientendaten<br />

tiefere Einblicke zu gewinnen.<br />

Diese Erkenntnisse helfen Ärzten,<br />

bessere Entscheidungen zu treffen,<br />

genauere Diagnosen zu stellen und<br />

Patienten mit weniger Nebenwirkungen<br />

zu behandeln. In Verbindung<br />

mit Live-Patientendaten kann die<br />

KI vorab trainierte Modelle sofort<br />

verarbeiten und analysieren. Diese<br />

sogenannte KI-Inferenz eröffnet<br />

den Herstellern medizintechnischer<br />

Geräte neue Möglichkeiten, innovative<br />

und bahnbrechende Innovationen<br />

zu entwickeln, die dazu beitragen,<br />

die Zukunft des Gesundheitswesens<br />

zu gestalten.<br />

Zeit spielt eine große Rolle<br />

Eine solch hoffnungsvolle Zukunft<br />

für die Medizinbranche ist näher,<br />

als wir vielleicht denken, denn die<br />

KI bringt der Branche bereits jetzt<br />

weltweit Vorteile. Zahlreiche Akteure<br />

haben ein Ökosystem für medizintechnische<br />

KI und GPUs aufgebaut,<br />

und das KI-Schwergewicht NVIDIA<br />

gehört zu den Spitzenreitern.<br />

Mit der Unterstützung des Inception-Projekts<br />

von NVIDIA konnte<br />

Lunit, ein südkoreanisches Start-up<br />

für medizinische Bildgebung, ein KIbasiertes<br />

System entwickeln, das in<br />

der Lage ist, Lungenentzündungen<br />

bei Corona-Patienten innerhalb von<br />

Sekunden zu erkennen. Das Unternehmen<br />

erklärte, der Vorteil der KI<br />

in dieser Anwendung sei ihre Fähig-<br />

Advantech, einer der wichtigsten Ökosystempartner von NVIDIA, entwickelt<br />

eine Reihe von Standard- und kundenspezifischen Embedded-Computing-<br />

Lösungen auf Basis der Jetson-Architektur<br />

58 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Künstliche Intelligenz<br />

keit, riesige Datenmengen zu verarbeiten<br />

und Muster zu erkennen,<br />

was auf andere Weise nicht machbar<br />

wäre – sowohl im Hinblick auf<br />

den Zeitaufwand als auch auf die<br />

benötigten Fachkräfte.<br />

Tragbarer Scanner<br />

Ein weiteres Inception-Mitglied,<br />

das in Australien ansässige Startup<br />

EMVision, konnte mit Hilfe der<br />

Jetson-Edge-KI-Plattform und der<br />

DGX-Systeme von NVIDIA ein leichtes<br />

Gerät zum Scannen des Gehirns<br />

entwickeln. Der tragbare Scanner –<br />

geeignet für den Einsatz am Pointof-Care<br />

und in Krankenwagen –<br />

ist in der Lage, einen Schlaganfall<br />

innerhalb von Minuten zu diagnostizieren.<br />

Dies ist entscheidend, da<br />

ein durchschnittlicher Schlaganfallpatient<br />

in jeder Minute, in der der<br />

Zustand unbehandelt bleibt, fast<br />

zwei Millionen Neuronen verliert.<br />

Zeit ist in solchen Situationen von<br />

enormer Bedeutung. Das helmähnliche<br />

Gerät von EMVision basiert<br />

auf elektromagnetischer Bildgebung<br />

und nutzt NVIDIA-gestützte<br />

KI, um innerhalb kürzester Zeit zwischen<br />

ischämischen und hämorrhagischen<br />

Schlaganfällen (Gerinnsel<br />

und Blutungen) zu unterscheiden.<br />

Inferenz einbringen<br />

Wie das Beispiel EMVision zeigt,<br />

ermöglicht die Integration von KI<br />

eine bessere Patientenversorgung<br />

als je zuvor. Die Herausforderung<br />

für Hersteller medizintechnischer<br />

Geräte besteht darin, komplexe<br />

KI-Modelle, die auf Serverfarmen<br />

in Rechenzentren getestet und verfeinert<br />

wurden, in vergleichsweise<br />

kompakte Geräte einzubinden.<br />

NVIDIA unterstützt dies mit seiner<br />

Jetson-Plattform, die für Embedded-KI<br />

optimiert ist.<br />

Die Hochleistungs-Edge-KI-<br />

Box-Computer AIR-030, die auf<br />

NVIDIAs neuestem Jetson AGX<br />

Orin basieren, sind beispielsweise<br />

in der Lage, leistungsstarkes KI-Inferencing<br />

für energieeffiziente intelligente<br />

Maschinen zu liefern. Dieses<br />

System umfasst verschiedene<br />

I/O-Optionen, wie z. B. CAN-Bus<br />

für Bewegungs- und andere Steuerungen,<br />

LAN mit optionalem PoE für<br />

Kameraeingang und DI/O für Sensoren/Aktuatoren.<br />

Die Serie AIR-030<br />

eignet sich für Echtzeit-Videoanalysen<br />

und KI-Robotik Anwendungen<br />

und ermöglicht es KI-Entwicklern,<br />

die Leistungsfähigkeit durch 10GE<br />

für schnelle Netzwerke zu steigern.<br />

Schließlich wird der AIR-030 mit<br />

einem NVIDIA JetPack 5.0 Software-Entwicklungskit<br />

(SDK) geliefert,<br />

um den Aufwand für Entwickler<br />

zu minimieren. Das Advantech-<br />

Paket „DeviceOn for Edge AI“ bietet<br />

Bereitstellungs-, Fernverwaltungsund<br />

Update-Funktionen und ermöglicht<br />

auf NVIDIA-Plattformen, KI-<br />

Inferenzmodellen in Bare-Metalund<br />

Docker-Umgebungen zu aktualisieren.<br />

Durch die Fernüberwachung<br />

KI-bezogener Leistungsindikatoren,<br />

wie z. B. Durchsatzniveaus, lassen<br />

sich aussagekräftige Erkenntnisse<br />

gewinnen.<br />

Kundenspezifische<br />

KI-Systeme<br />

DMS (Design and Manufacturing<br />

Services) von Advantech hat maßgeschneiderte<br />

KI-Lösungen für den<br />

Einsatz im medizinischen Bereich<br />

entwickelt – von der Anpassung<br />

bestehender Standardprodukte bis<br />

hin zu kundenspezifisch entwickelten<br />

Boards und Systemen. Mit speziellen<br />

Entwicklungsressourcen und<br />

umfassender Erfahrung im Design<br />

von Computersystemen für medizintechnische<br />

Umgebungen baut<br />

Advantech DMS auf einer soliden<br />

Grundlage auf, um die Vorteile neuester<br />

KI-Technik zu nutzen. Ganz<br />

gleich, ob Kunden Inferenzlösungen<br />

mit effizienten Jetson-Plattformen,<br />

Integration mit FPGA-Bausteinen<br />

oder skalierbare Highend-Workstations<br />

benötigen, die Serverprozessoren<br />

mit einem oder mehreren<br />

GPU-Beschleunigern kombinieren<br />

– die Entwickler von Advantech<br />

wissen, wie man diese Plattformen<br />

nach medizintechnischen Standards<br />

entwickelt, verifiziert, validiert und<br />

zertifiziert. Der Prozess umfasst ein<br />

fertigungs- und qualitätsorientiertes<br />

Design ab der Konzeptphase, wobei<br />

die Entwickler aktiv in die Fertigung<br />

und das Lebenszyklusmanagement<br />

mit einbezogen werden.<br />

KI-Inferenz<br />

im Gesundheitswesen<br />

ist machbar<br />

Um die Machbarkeit von KI-<br />

Inferenz im Gesundheitswesen zu<br />

demonstrieren, hat das DMS-Team<br />

von Advantech einen Edge-KI-Box-<br />

PC für medizinische Zwecke entwickelt,<br />

der auf NVIDIA-Technik<br />

basiert. Durch die Integration von<br />

bis zu 384 Hochleistungs-GPU-<br />

Cores mit einer hochleistungsfähigen<br />

CPU und einem großen Speicher-Subsystem<br />

bietet der PC eine<br />

hohe Verarbeitungskapazität für verschiedenste<br />

Arbeitslasten wie Bildverarbeitung<br />

und schnelle Datenverarbeitung<br />

in der Video-Endoskopie,<br />

Computertomographie (CT) oder<br />

Fluoreszenz-Tomographie – und<br />

das bei gleichzeitig hervorragender<br />

Energieeffizienz.<br />

Embedded-IoT-Plattformen<br />

Als bekannter Anbieter von<br />

Embedded-Computing-Lösungen<br />

mit über 550 Mitarbeitern in Europa<br />

und mehr als 8500 Mitarbeitern<br />

weltweit liefert Advantech eine<br />

Vielzahl leistungsstarker und skalierbarer<br />

Embedded-Internet-of-<br />

Things-/IoT-Plattformen, darunter<br />

Motherboards, Single-Board-Computer<br />

(SBCs), Computer-on-Modules<br />

(COMs), Box- und Panel-PCs,<br />

Server, Tablets, Open-Frame-Displays,<br />

Monitore und Videolösungen.<br />

Mit einem starken Fokus auf den<br />

medizintechnischen Sektor bietet<br />

Advantech langfristige Produktverfügbarkeit,<br />

optimale Gesamtbetriebskosten<br />

(TCO) und Unterstützung<br />

vom ersten Produktkonzept<br />

bis zum Ende der Produktlebensdauer<br />

(EOL). Advantechs Kunden<br />

im Bereich Medizintechnik, darunter<br />

30 der weltweit führenden Medizintechnik-OEMs,<br />

profitieren dabei<br />

von einer Produktlebensdauer bis<br />

zu 14 Jahre sowie von erweiterter<br />

Garantie, weltweitem technischen<br />

Support und Logistikdienstleistungen.<br />

Als erfolgreicher Partner für Hersteller<br />

medizintechnischer Geräte<br />

und mit hohen Investitionen in Spitzentechnologie<br />

sowie Entwicklungsressourcen<br />

für kundenspezifische<br />

Geräte ermöglicht Advantech OEMs,<br />

innovative, bahnbrechende medizintechnische<br />

Lösungen auf der<br />

Grundlage von NVIDIAs KI-Technik<br />

mit geringem Risiko, minimalen<br />

Kosten und schneller Markteinführung<br />

bereitzustellen. Mit einem<br />

solchen Beitrag zum medizintechnischen<br />

KI-Ökosystem unterstützt<br />

Advantech mit seiner Mission, „einen<br />

intelligenten, nachhaltigen Planeten<br />

zu schaffen“, den Gesundheitssektor<br />

dabei, Innovationen aus der Forschung<br />

in fortschrittliche Produkte<br />

für die diagnostische Bildgebung,<br />

Therapie, Robotik und Patientenüberwachung<br />

zu integrieren. Dies<br />

wird dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit<br />

der KI in neue Bereiche wie<br />

Endoskopie, Radiologie und Chirurgie<br />

in intelligente Kranken häuser der<br />

Zukunft einzubringen. ◄<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

59


EMV<br />

Bedeutung von Wireless-Koexistenz-Tests<br />

für vernetzte medizinische Geräte<br />

Impression von der Messung einer leitungsgebundenen EMV-Störung<br />

Autor:<br />

David Schaefer,<br />

Technical Manager<br />

Element Materials Technology<br />

www.element.com/de<br />

Unternehmen geben Milliarden<br />

von Dollar für einen schnelleren<br />

Zugang zu Informationen aus, und<br />

die Verbraucher zahlen jedes Jahr<br />

mehr für schnellere Geräte. Die<br />

Mobilfunkbetreiber haben diesen<br />

Trend erkannt und sind von reinen<br />

Sprachnetzen zu datenzentrierten<br />

Diensten übergegangen, wobei sie<br />

verstärkt auf die gemeinsame Nutzung<br />

von Frequenzen setzen.<br />

Inflation der<br />

Funktechnologien<br />

Die erste erkennbare Version von<br />

WiFi wurde 1999 eingeführt, und<br />

zwischen 1999 und 2008 wurden<br />

etwa 2 Milliarden Bluetooth-Geräte<br />

verkauft, jedoch allein in 2021<br />

4 Milliarden Geräte. Inzwischen gibt<br />

es WiFi-Zugangspunkte in Flugzeugen,<br />

Hundehalsbänder mit GPS und<br />

Zahnbürsten mit Bluetooth-Konnektivität.<br />

Funkgeräte sind überall:<br />

Es gibt mehr Nutzer, mehr Geräte<br />

und eine größere Sättigung der Frequenzbänder.<br />

Nun werden auch mehrere Funktechnologien<br />

in einem Gerät kombiniert.<br />

Viele Mobiltelefone verfügen<br />

heute über sieben Funktechnologien:<br />

Bluetooth, WiFi, GNSS (Global<br />

Navigation Satellite System), drahtlose<br />

Energieübertragung und Nahfeldkommunikation<br />

sowie Ultrabreitband<br />

für die Standorterkennung und<br />

natürlich 4G- oder 5G-Mobilfunk.<br />

Das Funkspektrum ist mehr denn<br />

je eine wertvolle Ressource, die von<br />

allen Anwendungen gemeinsam<br />

genutzt werden muss, weshalb eine<br />

effiziente Frequenznutzung von entscheidender<br />

Bedeutung ist. Technologien<br />

wie intelligente Antennensysteme<br />

und orthogonales Frequenzmultiplexing<br />

(OFDM) wurden daher<br />

entwickelt. Optimierungen wie der<br />

kognitive Funk, der so programmiert<br />

ist, dass er die am wenigsten überlasteten<br />

Kanäle in der Nähe auswählt,<br />

um Interferenzen zu minimieren,<br />

werden von Branchenverbänden<br />

wie der WiFi Alliance gefordert<br />

und Regulierungsbehörden wie<br />

die FCC und der Europäische Rat<br />

willigen ein.<br />

Risiken und<br />

Herausforderungen<br />

für medizinische Geräte<br />

Vernetzte medizinische Geräte<br />

überwachen den Gesundheitszustand<br />

von Patienten, machen wichtige<br />

Gesundheitsinformationen<br />

zugänglich, wenn sie benötigt werden,<br />

und tragen oft dazu bei, Leben<br />

60 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


EMV<br />

zu retten, aber sie sind auf einen<br />

ordnungsgemäßen Betrieb in ihrer<br />

elektromagnetischen Umgebung<br />

angewiesen. Leider kommt es im<br />

Gesundheitswesen jedes Jahr zu<br />

Tausenden von Vorfällen mit elektromagnetischen<br />

Störungen (EMI).<br />

Die US Food and Drug Administration<br />

(FDA) verfügt über eine<br />

Datenbank namens MAUDE (Manufacturer<br />

and User Facility Device<br />

Experience), in der Fehlfunktionen<br />

medizinischer Geräte erfasst werden.<br />

Sie enthält derzeit mehr als<br />

250.000 Berichte über Probleme<br />

im Zusammenhang mit EMV, und<br />

zwischen 2010 und 2019 gab es<br />

Berichte über mehr als 170 Todesfälle<br />

mit EMV-Ursachen. Zwar ist<br />

es nicht möglich, festzustellen, wieviele<br />

dieser Vorfälle speziell mit der<br />

drahtlosen Koexistenz zusammenhängen,<br />

aber diese Zahlen geben<br />

natürlich Anlass zur Sorge über<br />

die Angemessenheit der Tests von<br />

drahtlosen Geräten.<br />

Wie medizinische<br />

Technologien Funkbänder<br />

nutzen<br />

Zunehmend werden drahtlose<br />

Technologien für Funktionen, die<br />

für das Wohlbefinden der Patienten<br />

entscheidend sind, eingesetzt. Sie<br />

nutzen dabei eine Vielzahl von Frequenzbändern.<br />

Einige dieser Bänder<br />

sind ausschließlich für medizinische<br />

Geräte bestimmt, viele werden<br />

jedoch auch von anderen Anwendungen<br />

oder Einrichtungen genutzt:<br />

• induktiver Funk, der normalerweise<br />

unter 200 kHz liegt<br />

• Medical Device Radiocommunication<br />

Service (MedRadio), typischerweise<br />

401…406 MHz, einschließlich<br />

medizinischer Mikropower<br />

• Kommunikationsdienst für medizinische<br />

Implantate (MICS), typischerweise<br />

401…406 MHz<br />

• militärische und wissenschaftlichen<br />

Geräte in ISM-Bereichen<br />

• Medical Body Area Networks<br />

(MBANs), grenzen an das<br />

2,4-GHz-ISM-Band und ermöglichen<br />

die Kommunikation mehrerer<br />

Sensoren am Körper mit<br />

einer Steuereinheit<br />

• Wireless Medical Telemetry Service<br />

(WMTS) in einem geschützten<br />

Band, das wie die MBANs<br />

auch für Sensoren verwendet<br />

wird, aber in der Regel nur für<br />

die Intensivpflege in Gesundheitseinrichtungen<br />

Viele der von medizinischen Geräten<br />

genutzten Frequenzbänder werden<br />

auch vom Militär genutzt, so<br />

dass die Hardware kognitiv lesbar<br />

sein muss, um der militärischen<br />

Kommunikation Vorrang zu geben.<br />

Es gibt Ausnahmen, z.B. sind medizinische<br />

Micropower-Netzwerke<br />

(MMN) eine Untergruppe von Med-<br />

Radio speziell für implantierte Nervenstimulatoren.<br />

Einige Bänder, die von der Medizintechnik<br />

genutzt werden, sind<br />

überhaupt nicht beschränkt. WiFi<br />

ist in medizinischen Einrichtungen<br />

praktisch allgegenwärtig. Die meisten<br />

davon verwenden ein sicheres<br />

Netzwerk, um Patientendaten<br />

sowohl intern als auch an andere<br />

Einrichtungen zu übertragen. MRT-,<br />

Röntgen- und andere Screeningoder<br />

Diagnose-Geräte können Bilder<br />

oder Daten über das sichere WiFi-<br />

Netzwerk übertragen, und dieses<br />

kann auch der Verfolgung von Patienten-<br />

oder Personalbewegungen<br />

in der Einrichtung dienen.<br />

Standardtechnologien wie WiFi<br />

haben Vor- und Nachteile: Die weite<br />

Verbreitung von WiFi erleichtert die<br />

Interoperabilität, und eine bewährte<br />

Technologie in einem neuen medizinischen<br />

Gerät verkürzt die Entwicklungszeit.<br />

Allerdings haben<br />

WiFi-Technologien in der Regel<br />

eine schlechte Produktunterstützung,<br />

veralten relativ schnell und<br />

arbeiten auf überfüllten Bändern<br />

(2,4 und 5 GHz).<br />

Es gibt einen neuen Anwendungsfall,<br />

das Bluetooth Health Device<br />

Profile, speziell für die Übertragung<br />

von medizinischen Daten, etwa<br />

bei Bestandsverfolgung, Sensoren<br />

und Blutzuckermessung. Eine<br />

neue Anwendung nutzt 2,4-GHz-<br />

Bluetooth, um ein Wecksignal an<br />

ein Implantat zu senden, das dann<br />

induktiv oder per MedRadio Daten<br />

überträgt. Außerdem wird ZigBee,<br />

ein Mesh-Networking-Protokoll, für<br />

Echtzeit-Überwachungssysteme verwendet,<br />

ähnlich wie MBANs.<br />

RFID ist auch in medizinischen<br />

Einrichtungen weitverbreitet, deckt<br />

mehrere nichtlizenzierte Bänder ab<br />

und wird in erster Linie zur Nachverfolgung<br />

eingesetzt: Von millionenschweren<br />

Geräten bis hin zu einzelnen<br />

Medikamentendosen kann<br />

alles mit RFID nachverfolgt werden.<br />

Die Mobilfunktechnologie hat bei<br />

medizinischen Anwendungen mit<br />

ähnlichen Hürden zu kämpfen wie<br />

WiFi. Sie wird für die Datenübertragung,<br />

Schrittzähler und sogar einige<br />

diagnostische Bildgebungsverfahren<br />

„Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass die<br />

von der IEC entwickelten Standard-EMV-Tests<br />

ausreichen.“<br />

verwendet. Die hohen Bandbreiten<br />

von 5G führen auch zu einer verstärkten<br />

Erforschung der Mobilfunktechnologie<br />

in der Medizin, z.B. in<br />

der Roboterchirurgie oder in Krankenwagen,<br />

die direkt und kontinuierlich<br />

mit einem Krankenhaus verbunden<br />

sind.<br />

Ein entscheidender Vorteil all dieser<br />

Technologien und ein wesentlicher<br />

Grund, warum sie jetzt so<br />

gefragt sind, ist die drahtlose Mobilität.<br />

Gesundheitsdienstleister und<br />

Patienten müssen sich frei bewegen<br />

können, sei es auf der ganzen<br />

Welt oder von einem Raum zum<br />

anderen, ohne den Zugang zu ihren<br />

Daten zu verlieren. Diese Anwendung<br />

der Funktechnologie ist nicht<br />

nur bequem, sondern kann auch<br />

zu besseren Gesundheitsergebnissen<br />

führen, da die Kommunikation<br />

schneller erfolgt und geografische<br />

Barrieren für den Zugang zur besten<br />

Versorgung abgebaut werden.<br />

Bei all ihren Vorteilen stellen Funkgeräte<br />

jedoch auch eine besondere<br />

Herausforderung dar, da medizinische<br />

Geräte die drahtlose Kommunikation<br />

in einem überfüllten Spektrum<br />

meistern müssen.<br />

Verringerung<br />

des Störungsrisikos<br />

durch Koexistenz-Tests<br />

Je mehr Nutzer auf einem einzigen<br />

Band, desto größer das Risiko<br />

von Interferenzen. Inzwischen gibt<br />

es Milliarden von WiFi-, Bluetoothund<br />

Mobilfunk-Geräten. Ihre Hersteller<br />

müssen die Risiken beherrschen<br />

und proaktiv daran arbeiten, Interferenzen<br />

in ihren Produkten zu verhindern,<br />

da diese für Verbraucherprodukte<br />

unangenehm sein, für medizinische<br />

Geräte aber viel schwerwiegendere<br />

Folgen haben können.<br />

Zwar sind die Risiken für den ordnungsgemäßen<br />

Betrieb von sicherheitskritischen<br />

Geräten bekannt,<br />

aber die Methoden zu ihrer Quantifizierung<br />

unterschiedlich und nicht<br />

umfassend. Dieser Mangel zeigt,<br />

wie wichtig eine umfassende Prüfung<br />

der drahtlosen Koexistenz von<br />

Medizinprodukten ist.<br />

Die Koexistenz-Prüfung ist ein<br />

Teilbereich der elektromagnetischen<br />

Verträglichkeitsprüfung (EMV) speziell<br />

für Funkprodukte, der sich auf<br />

die grundlegende Sicherheit und<br />

die wesentliche drahtlose Leistung<br />

konzentriert. Dabei wird festgestellt,<br />

ob ein Gerät in der Lage ist, drahtlose<br />

Kommunikation in Gegenwart<br />

von In-Band- oder Out-of-Band-<br />

Funkgeräten ohne Probleme zu<br />

gewährleisten.<br />

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube,<br />

dass die von der IEC entwickelten<br />

Standard-EMV-Tests<br />

ausreichen, um das Risiko von<br />

Störungen durch nahegelegene<br />

drahtlose Quellen zu mindern.<br />

Die spezifischen Ausschlussbänder,<br />

die Teil der meisten Normen<br />

sind, schließen jedoch die<br />

Bewertung von In-Band-Interferenzen<br />

aus, und bei den Standard-<br />

EMV-Tests gibt es keine Möglichkeit,<br />

das Risiko von Interferenzen<br />

durch andere Nutzer desselben<br />

Frequenzbandes, z.B. durch<br />

andere drahtlose medizinische<br />

Geräte in der Nähe, zu quantifizieren.<br />

Die EMV-Prüfung nach<br />

den üblichen Normen kann daher<br />

die Koexistenz aufgrund von Ausschlussbändern<br />

und den gewählten<br />

Modulationsarten nicht direkt<br />

berücksichtigen.<br />

Ein weiterer wichtiger Faktor ist<br />

die Tatsache, dass Störungen innerhalb<br />

des Frequenzbandes mit größerer<br />

Wahrscheinlichkeit problematisch<br />

für Geräte sind, die über<br />

einen langen Zeitraum im selben<br />

Band betrieben werden. Drahtlose<br />

Produkte im Gesundheitswesen,<br />

z.B. in einem Krankenhaus, wer-<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

61


EMV<br />

den wahrscheinlich über sehr lange<br />

Zeiträume gleichzeitig betrieben.<br />

Im Jahr 2007 gab die FDA einen<br />

Leitfaden heraus, in dem auch die<br />

Koexistenz von drahtlosen Geräten<br />

berücksichtigt wurde. Darin<br />

wurde eine Risikoanalyse empfohlen,<br />

die ein wichtiger Bestandteil<br />

jeder Bewertung von drahtlosen<br />

oder medizinischen Geräten<br />

im Hinblick auf deren Konformität<br />

ist. Obwohl es sich bei der Veröffentlichung<br />

dieses Dokuments um<br />

eine Empfehlung handelte, verlangt<br />

die FDA nun für fast jedes Produkt,<br />

das drahtlose Technologie einsetzt,<br />

eine Bewertung der Koexistenz. In<br />

der EU enthält die Funkausrüstungsrichtlinie<br />

einige Normen im Amtsblatt,<br />

die ähnliche Anforderungen<br />

wie die Koexistenz-Prüfung stellen,<br />

aber sie sind nicht umfassend.<br />

Tests wie Empfängersperre, Nachbarkanalselektivität<br />

und Adaptivität<br />

ähneln den Koexistenz-Tests, aber<br />

sie verwenden entweder CW oder<br />

Additives Weißes Gaußsches Rauschen<br />

anstelle eines repräsentativen<br />

realen Signals. Außerdem konzentrieren<br />

sich diese Tests nur auf die<br />

Leistung des Funkgeräts und nicht<br />

auf die Leistung des Hosts. Wenn<br />

ein Funkgerät in einen Host eingebaut<br />

wird, z.B. in ein medizinisches<br />

Gerät, kann sich die Funkleistung in<br />

einer Weise ändern, die von diesen<br />

Tests nicht erfasst wird.<br />

So erfolgt die<br />

Koexistenz-Prüfung<br />

In der Vergangenheit führten<br />

einige Labors Koexistenz-Prüfungen<br />

durch, indem sie handelsübliche<br />

Funkgeräte und medizinische<br />

Geräte kauften und sie zusammen<br />

in einem abgeschirmten Raum in<br />

der Nähe des spezifischen Geräts,<br />

das Gegenstand der Prüfung war,<br />

betrieben. Diese Art von Tests hat<br />

jedoch ihre Grenzen. Einige Geräte,<br />

wie z.B. Mobiltelefone, können während<br />

des Betriebs zwischen mehreren<br />

Bändern wechseln, und die Techniker,<br />

die diese Tests durchführten,<br />

hatten keine Möglichkeit zu kontrollieren,<br />

welches Band oder welche<br />

Bänder diese handelsüblichen<br />

Geräte während des Tests nutzten.<br />

Dies bedeutete, dass die Wiederholbarkeit<br />

in einigen Fällen unmöglich<br />

war. Darüber hinaus ließen sich<br />

die Testergebnisse nur auf die bei<br />

den Tests verwendeten Standardgeräte<br />

zuverlässig anwenden und<br />

waren nicht unbedingt auf andere<br />

Gerätetypen übertragbar, die eine<br />

ähnliche Funktechnologie verwendeten.<br />

Dies würde ein unbekanntes<br />

Risiko darstellen, wenn neue Geräte<br />

auf den Markt kämen.<br />

Derzeit wird empfohlen, die Kompatibilität<br />

der Geräte in der vorgesehenen<br />

elektromagnetischen<br />

Umgebung anhand der folgenden<br />

Schritte gründlich zu testen und<br />

sicherzustellen:<br />

• Bestimmung von Fehlermodi und<br />

Schwellenwerten für die drahtlose<br />

Kommunikation, die aufgrund<br />

von Interferenzen auftreten,<br />

unter Verwendung von Normen<br />

für medizinische Geräte, die<br />

für die jeweilige Anwendung und<br />

Geografie relevant sind<br />

• Erfüllung von ANSI C63.27 für<br />

Gleichkanal- und Nachbarkanal-<br />

Interferenzen<br />

„Die EMV-Prüfung nach den üblichen Normen<br />

kann daher die Koexistenz aufgrund von<br />

Ausschlussbändern und den gewählten<br />

Modulationsarten nicht direkt berücksichtigen.“<br />

• Ergänzung durch zusätzliche<br />

Tests, wenn neue Technologien<br />

auf den Markt kommen und neue<br />

Bedrohungen auftauchen<br />

Was ist ANSI C63.27?<br />

Das American National Standards<br />

Institute (USA) entwickelt Normen<br />

für EMV- und Funk-Prüfungen, und<br />

C63 ist ein Ausschuss davon. Die<br />

Norm C63.27 wurde 2017 veröffentlicht<br />

und bietet eine Methode<br />

zur Bewertung der Koexistenz von<br />

Geräten, wobei der Schwerpunkt auf<br />

der Risikominimierung liegt. Diese<br />

Norm gibt keine Bestanden/Nichtbestanden-Parameter<br />

vor, sondern<br />

bietet stattdessen eine Prüfanleitung<br />

und zeigt auf, wie das Risiko<br />

von Störungen durch andere Funkgeräte<br />

zu bewerten ist. C63.27 ist<br />

nicht ausschließlich für medizinische<br />

Geräte gedacht, es handelt<br />

sich um eine allgemeine Prüfmethode,<br />

aber der Schwerpunkt bei<br />

der Umsetzung liegt auf medizinischen<br />

Geräten.<br />

C63.27 stellt Methoden zur<br />

Bewertung von Geräten bereit, legt<br />

fest, dass mehrere LTE- und WiFi-<br />

Signale simuliert werden müssen,<br />

um sie während der Prüfung als Störsignale<br />

zu verwenden, und befasst<br />

sich mit der funktionalen Funkleistung<br />

bzw. mit der Frage, welche<br />

Funktion ein Funkgerät im Endgerät<br />

erfüllt. Die Norm enthält drei<br />

Stufen der Spezifität für die Bewertung<br />

eines Geräts. Stufe drei ist die<br />

am wenigsten strenge, bei der die<br />

wenigsten Signale getestet werden<br />

und die nur sehr allgemeine<br />

Erkenntnisse für Geräte liefert, bei<br />

denen Leistungsfehler zwar unerwünscht<br />

sind, aber keine schwerwiegenden<br />

Folgen haben werden.<br />

Stufe eins ist die strengste und wird<br />

für Geräte verwendet, bei denen ein<br />

Mangel an Koexistenz unannehmbare<br />

Folgen haben kann.<br />

In C63.27 sind vier Prüfverfahren<br />

beschrieben. Die Wahl der<br />

Prüfmethode obliegt dem Anwender<br />

der Norm und sollte in Zusammenarbeit<br />

mit dem von ihm gewählten<br />

Prüflabor getroffen werden. Die<br />

vier Methoden sind:<br />

• leitungsgebundene Methode<br />

Sie wird durchgeführt, indem die<br />

beabsichtigten und unbeabsichtigten<br />

Signale kombiniert und anstelle der<br />

Antenne an einen Anschluss angeschlossen<br />

werden. Diese Methode<br />

schließt die Antenne selbst von der<br />

Prüfung aus und ist die am besten<br />

wiederholbare, aber am wenigsten<br />

realistische Prüfmethode.<br />

• Kammer/Hybrid-Methode<br />

Das zu prüfende Gerät und das<br />

Gerät, das Signale erzeugt, befinden<br />

sich jeweils in einer separaten<br />

Kammer, um zu kontrollieren, wie<br />

das zu prüfende Gerät den Signalen<br />

ausgesetzt ist. Dabei können Kanaleffekte<br />

berücksichtigt werden und<br />

die Antenne wird mit einbezogen.<br />

• Radiated-anechoic-Methode<br />

Das zu prüfende Gerät wird in<br />

einer Kammer mit beabsichtigten<br />

und unbeabsichtigten Signalemittenten<br />

platziert. Dadurch wird eine<br />

Umgebung geschaffen, die nicht<br />

unbedingt der Einsatzumgebung<br />

entspricht, aber Umgebungsvariablen<br />

ausschließt, die die Wiederholbarkeit<br />

verringern würden.<br />

• offene Labormethode mit<br />

Strahlung<br />

Diese Methode kommt ohne Kammern<br />

oder Abschirmungen aus und<br />

versucht in der Regel, die Umgebung<br />

im Einsatz nachzubilden. Diese Prüfung<br />

kann durch Umgebungssignale<br />

beeinflusst werden.<br />

Die allgemeinen Methoden in der<br />

Norm gelten für jede Art von Funkgerät,<br />

aber die Norm ist dazu gedacht,<br />

die Leistung des Endgeräts als Ganzes<br />

zu testen, nicht nur die Funkmodule<br />

innerhalb des Geräts. Ein und<br />

dasselbe Funkmodul kann sowohl<br />

in einem medizinischen Gerät als<br />

auch in einem Unterhaltungsgerät<br />

verwendet werden, aber die Funktionalität,<br />

die Ausfallschwellen und<br />

die potenziellen Fehler sind in diesen<br />

verschiedenen Anwendungen<br />

sehr unterschiedlich.<br />

Nicht alle medizinischen Produkte,<br />

die ein Funkgerät enthalten,<br />

müssen zwangsläufig nach<br />

C63.27 geprüft werden, aber es<br />

muss eine Risikoanalyse erfolgen,<br />

um potenzielle Auswirkungen<br />

und Fehlermöglichkeiten zu<br />

bewerten. AAMI TIR69:2017 ist<br />

ein technischer Informationsbericht,<br />

der ein Verfahren zur Bewertung<br />

und Kategorisierung der mit<br />

den Funkfunktionen eines Medizinprodukts<br />

verbundenen Risiken<br />

bietet. Wenn die Risikobewertung<br />

ergibt, dass die Drahtlostechnologie<br />

des Geräts kein signifikantes<br />

Risiko darstellt, kann der Hersteller<br />

auf die Prüfung der drahtlosen<br />

Koexistenz verzichten. C63.27<br />

bietet eine umfassendere Risikobewertung<br />

und schreibt Tests für<br />

die grundlegende Sicherheit und<br />

die wesentliche Leistung vor.<br />

Erstellung eines Testplans<br />

C63.27 schreibt vor, dass der<br />

Hersteller vor der Prüfung einen<br />

Prüfplan erstellen muss, der die<br />

wichtigsten Leistungsindikatoren,<br />

die beabsichtigte funktionale<br />

drahtlose Leistung und die Art und<br />

Weise ihrer Überwachung enthält.<br />

Der Hersteller muss Informationen<br />

über die zu verwendenden Testmethoden,<br />

die für das Gerät vorgesehenen<br />

Signale und die zu testenden<br />

Störsignale bereitstellen. Ein ver-<br />

62 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


EMV<br />

breiteter Irrtum ist, dass das Testlabor<br />

diese Entscheidungen treffen<br />

wird. Prüflabore können bei<br />

der Erörterung der Prüfanforderungen<br />

behilflich sein und Anleitungen<br />

geben, aber letztlich sind<br />

die Hersteller nicht für die Entwicklung<br />

der Risikoanalyse und die<br />

Festlegung der während der Prüfung<br />

zu überwachenden Parameter<br />

verantwortlich. Um geeignete<br />

Koexistenzparameter zu bestimmen,<br />

müssen sie aber genau wissen,<br />

welche HF-Signale ihr Gerät<br />

stören können, je nachdem, wann,<br />

wo und wie es eingesetzt wird. Da<br />

es nur eine begrenzte Anzahl von<br />

Frequenzen gibt, wurden verschiedene<br />

Methoden entwickelt, um dieselben<br />

Frequenzen auf verschiedene<br />

Weise zu nutzen:<br />

• FDMA (Frequency-Division<br />

Multiple Access)<br />

• TDMA (Time-Division Multiple<br />

Access)<br />

• CDMA (Code-Multiplex Multiple<br />

Access)<br />

CDMA beispielsweise ermöglicht<br />

es einem Sender, über den gesamten<br />

Frequenzbereich gleichzeitig<br />

zu senden, weist aber jedem Sender<br />

einen Code zu, um zu verhindern,<br />

dass die Informationen verwürfelt<br />

werden.<br />

Ziel der Koexistenz-Prüfung ist<br />

es, festzustellen, ob ein bestimmtes<br />

Gerät unter Berücksichtigung seiner<br />

Ausgangsleistung zuverlässig<br />

in seinem vorgesehenen Frequenzband<br />

betrieben werden kann, ohne<br />

dass es zu Störungen kommt, sei<br />

es aus demselben Band oder aus<br />

benachbarten Bändern. Bei den<br />

Tests werden vor allem drei Werte<br />

berücksichtigt:<br />

• maximaler Trennungsabstand<br />

• maximales Tastverhältnis der<br />

Störsignale<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

• maximaler Frequenzabstand<br />

der Signale im Nachbarkanal/-<br />

band<br />

Interferenzen können in verschiedenen<br />

Formen auftreten:<br />

• angrenzende Interferenz<br />

Wenn zwei Kanäle nahe genug<br />

beieinander liegen, kann es zu Überschneidungen<br />

zwischen ihnen kommen,<br />

wodurch sich die Gesamtsignalqualität<br />

in beiden Bändern<br />

verringert.<br />

„Die Norm C63.27 bietet eine umfassendere<br />

Risikobewertung und schreibt Tests für die<br />

grundlegende Sicherheit und die wesentliche<br />

Leistung vor.“<br />

• Ko-Kanal-Interferenz<br />

Wenn zwei verschiedene Sender,<br />

die denselben Kanal verwenden,<br />

von demselben Gerät empfangen<br />

werden können, entsteht<br />

Übersprechen.<br />

• harmonische Interferenz<br />

Außerhalb des Bandes liegende<br />

Sender können manchmal bewirken,<br />

dass ein harmonisches Signal<br />

in einem anderen Band auftaucht.<br />

Mit einem gut durchdachten Testplan<br />

helfen die Testdaten bei der<br />

Bestimmung wichtiger Koexistenz-<br />

Parameter für das Gerät und bilden<br />

die Grundlage für eine angemessene<br />

Risikoanalyse. Die Hersteller<br />

sind in der Lage, sowohl den<br />

Punkt zu bewerten, an dem die<br />

wichtigsten Leistungsindikatoren<br />

des Geräts abzunehmen beginnen,<br />

als auch den Punkt, an dem<br />

das Gerät nicht mehr funktionsfähig<br />

ist. Diese Werte können zur Berechnung<br />

der Mindestsignalstärke, des<br />

Mindestabstands zu anderen Sendern<br />

und anderer technischer und<br />

sicherheitsrelevanter Parameter<br />

herangezogen werden.<br />

Expertenbeobachtungen<br />

aus dem Prüflabor<br />

Viele medizinische Geräte verwenden<br />

handelsübliche Bluetooth-,<br />

Mobilfunk- und WiFi-Technologien.<br />

Glücklicherweise verfügen diese<br />

etablierten Technologien bereits<br />

über bestimmte Schutzmechanismen<br />

gegen Interferenzen, wie z.B.<br />

kognitiver Funk. Dadurch werden<br />

einige Risiken reduziert, die sonst<br />

bei speziell angefertigten Funkgeräten<br />

getestet werden müssten. Hersteller<br />

können einige Änderungen<br />

an handelsüblichen Funkmodulen<br />

oder -systemen vornehmen, um<br />

deren Leistung in medizinischen<br />

Geräten zu verbessern, z.B. Änderung<br />

der Frequenzbänder, Anpassung<br />

der Funkempfindlichkeit oder<br />

Verbesserung der Antennenleistung,<br />

aber die handelsübliche Technologie<br />

kann in der Regel nicht wesentlich<br />

verändert werden. Dennoch können<br />

die Testergebnisse als Benchmark<br />

für zukünftige Modulkäufe und<br />

zur Anpassung der Funkparameter<br />

verwendet werden.<br />

Bestehende Mobilfunktechnologien<br />

haben den zusätzlichen Vorteil<br />

einer höheren Sendeleistung,<br />

mehrerer Frequenzbänder und<br />

des Frequenzduplexverfahrens,<br />

bei dem Senden und Empfangen<br />

auf getrennten Kanälen erfolgen.<br />

Diese Funktionen können dazu<br />

beitragen, dass unbeabsichtigte<br />

Signale das beabsichtigte Signal<br />

nicht beeinträchtigen.<br />

Bei speziell angefertigten Funkgeräten<br />

müssen die Hersteller eine<br />

Art von Kollisionsvermeidungsprogramm<br />

einbauen. Sie müssen auch<br />

auf die Firmware oder Software<br />

achten, die das Funkgerät steuert.<br />

Bei Tests wurde in Bluetooth- oder<br />

WiFi-Geräten Firmware gefunden,<br />

die unbeabsichtigt die kognitiven<br />

Funkfunktionen oder die Funktionen<br />

zur Kollisionsvermeidung aufhebt<br />

und so die Störungsresistenz<br />

des Geräts verringert.<br />

Die Zukunft<br />

der drahtlosen Koexistenz<br />

Die zweite Ausgabe der ANSI<br />

wurde Mitte 2022 veröffentlicht. Zu<br />

den wichtigsten Änderungen gehören<br />

weitere Klarstellungen zu den<br />

Störsignalparametern und zusätzliche<br />

Tests für LTE-LAA-Geräte.<br />

Auch die Anforderungen an die<br />

Tier-One-Tests wurden aktualisiert,<br />

da nun zusätzliche Tests für<br />

diese Kategorie erforderlich sind.<br />

Die neue Version der Norm enthält<br />

auch einen neuen Anhang F, in<br />

dem die Parameter für die Abschätzung<br />

der Koexistenz-Wahrscheinlichkeit<br />

festgelegt sind. Dies ist ein<br />

wichtiger Bestandteil des Risiko-<br />

Managements. Es ist wichtig, dass<br />

Hersteller und ihre Prüfpartner bei<br />

der Erstellung ihrer Prüfpläne mit<br />

der aktualisierten Fassung dieser<br />

Norm vertraut sind.<br />

C63.27 bietet zwar allgemeine<br />

Methoden für die Prüfung der<br />

Koexistenz, enthält aber derzeit<br />

nur Anleitungen für eine begrenzte<br />

Anzahl von Technologien und Frequenzbändern.<br />

Künftige Aktualisierungen<br />

der Norm werden sich<br />

wahrscheinlich mit einigen dieser<br />

Einschränkungen befassen, aber<br />

Hersteller und Testexperten müssen<br />

damit rechnen, dass nicht alle<br />

möglichen Situationen berücksichtigt<br />

wurden.<br />

In dem Maße, wie sich neue<br />

Technologien entwickeln und sich<br />

die Nutzung von Funkbändern<br />

ändert, müssen auch die Geräte,<br />

die auf diese Technologien angewiesen<br />

sind, Koexistenz-Prüfungen<br />

unterzogen werden. Neue Bänder<br />

werden für verschiedene Anwendungen<br />

geöffnet, etwa kürzlich der<br />

Citizens Broadcast Radio Service<br />

(CBRS). Auch stimmte die FCC<br />

„Die zweite Ausgabe der ANSI wurde Mitte 2022<br />

veröffentlicht. Zu den wichtigsten Änderungen<br />

gehören weitere Klarstellungen zu den<br />

Störsignalparametern und zusätzliche Tests für<br />

LTE-LAA-Geräte.“<br />

dafür, das 6-GHz-Band für die unlizenzierte<br />

Nutzung zu öffnen, und<br />

inzwischen sind viele 5G-Bänder<br />

in Gebrauch.<br />

Angesichts der rasanten technologischen<br />

Entwicklung, der sich<br />

ständig ändernden Vorschriften für<br />

Funkgeräte und der hohen Risiken,<br />

die mit medizinischen Technologien<br />

verbunden sind, müssen die<br />

Hersteller die Anforderungen und<br />

bewährten Verfahren für ihre Produkte<br />

genau verstehen und einen<br />

zuverlässigen, gut informierten<br />

und kommunikativen Prüfpartner<br />

haben, der sie durch den Prüfprozess<br />

führt. ◄<br />

63


Medical PC/SBC/Zubehör<br />

Mehr Leistung für IoT Edge-Anwendungen<br />

mit KI und Echtzeitberechnungen<br />

Das NANO-6064 von Portwell ist ideal für Gesundheitswesen, Einzelhandel, digitale Beschilderung<br />

und Automation.<br />

European Portwell Technology B.V.<br />

www.portwell.eu<br />

Portwell Europe kündigt das<br />

NANO-6064 an, ein Board für<br />

Embed ded-Systeme im Nano-<br />

ITX-Formfaktor (120 x 120 mm) mit<br />

energiesparenden Intel Atom- Prozessoren<br />

der Reihe x7000E, Intel-<br />

Prozessoren der N-Reihe und Intel<br />

Core i3-Hochleistungsprozessoren<br />

der N-Reihe mit KI-Beschleunigung<br />

und energieeffizienter Echtzeitberechnung.<br />

Optimiert für Deep-Learning-Inferenz,<br />

bessere Grafikfähigkeiten,<br />

Unterstützung von Hardware-Virtualisierung<br />

sowie Verwaltbarkeit<br />

und Sicherheit, bieten<br />

diese Intel-Prozessoren ein ausgeglichenes<br />

Verhältnis von Preis und<br />

Leistung. Damit wird das Portwell<br />

NANO-6064 ideal für die verschiedensten<br />

IoT-Edge-Anwendungen.<br />

Kompakt, lüfterlos<br />

und vielseitig<br />

Das Portwell NANO-6064 Nano-<br />

ITX Embedded-System-Board baut<br />

auf den Intel Atom-Prozessoren der<br />

Reihe x7000E, Intel-Prozessoren der<br />

N-Reihe und Intel Core i3-Prozessoren<br />

der N-Reihe mit ausgewählten<br />

SKU, die lüfterlose Ausführungen<br />

unterstützen, auf. Außerdem<br />

können die Anwender erstmals in<br />

einer Plattform der N-Reihe auf Intel<br />

Core i3 mit einer Turbo-Frequenz<br />

bis 3,8 GHz aufrüsten.<br />

Das besonders<br />

flache Design von<br />

NANO-6064 ermöglicht<br />

raumsparende<br />

Systemkonfigurationen<br />

in digitalen Displays<br />

und kompakten<br />

Workstations, z. B. in<br />

der digitalen Beschilderung<br />

und bei Steuerlösungen<br />

in der<br />

industriellen Automatisierung<br />

und im<br />

Gesundheitswesen.<br />

Zusammen mit der<br />

höheren Energieeffizienz<br />

dieser Intel-<br />

Prozessoren, ihrer<br />

Rechenleistung, ihrer<br />

Deep-Learning-Inferenz-Beschleunigung<br />

und der integrierten Intel UHD-Grafik<br />

eignet sich Portwell NANO-6064 für<br />

einen großen Anwendungsbereich,<br />

so z. B. für KI-gestützte Geräte im<br />

Gesundheitswesen und zur medizinischen<br />

Bildgebung, für POS-<br />

Systeme im Einzelhandel, digitale<br />

Beschilderung, IoT-Edge-Gateways<br />

sowie die Automatisierung in Büro<br />

und Industrie.<br />

Höhere Leistung,<br />

mehr Wert und<br />

lange Produktlebensdauer<br />

Das Portwell NANO-6064 mit<br />

den Intel Atom-Prozessoren der<br />

Reihe x7000E, Intel-Prozessoren<br />

der N-Reihe und Intel Core i3-Prozessoren<br />

der N-Reihe unterstützt<br />

einen Steckplatz für ein non-ECC<br />

DDR4 3200 MT/s SO-DIMM mit<br />

bis zu 16 GB. Außerdem bietet es<br />

Intel UHD-Grafik mit der Intel Xe-<br />

Architektur mit bis zu 32 EU und<br />

drei unabhängigen Displays über<br />

DisplayPort-, HDMI- und LVDS-<br />

Schnittstellen. Die vier USB 3.2<br />

Gen 2 Ports des NANO-6064 sorgen<br />

für eine effiziente Datenübertragung.<br />

Außerdem unterstützt es<br />

je einen Sockel für M.2 Key-E und<br />

M.2 Key-B für einfache flexible<br />

Systemerweiterungen, z. B. drahtlose<br />

Module und Speicher. Weitere<br />

Merkmale sind die 2,5 GbE<br />

LAN-Konnektivität über zwei RJ-<br />

45-Buchsen mit den Intel-Technologien<br />

Time Sensitive Networking<br />

(TSN) und Time Coordinated Computing<br />

(TCC) für bessere Echtzeitverarbeitung<br />

und höhere Verarbeitungsgeschwindigkeiten.<br />

Portwell strebt immer wieder nach<br />

höchster Leistung, und das Portwell<br />

Nano-ITX Embedded-System-Board<br />

NANO-6064 ist nur eines von vielen<br />

Produkten, die in seinen Werken<br />

entwickelt und hergestellt werden.<br />

Das Unternehmen arbeitet ständig<br />

daran, die Kundenbedürfnisse<br />

zu verstehen und ihre Anforderungen<br />

zu erfüllen. Außerdem bietet<br />

Portwell über 10jährigen Support<br />

dieses Produkts. ◄<br />

64 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Medical PC/SBC/Zubehör<br />

Kompakte Motherboards mit Intel<br />

Core i-Prozessoren der 13. Generation<br />

Hoch performante, in Deutschland gefertigte Motherboards für vernetzte industrielle Echtzeitanwendungen<br />

Kontron Europe GmbH<br />

www.kontron.de<br />

Kontron kündigt an, dass alle ATX,<br />

µATX- und mITX-Motherboards, die<br />

die 12. Generation Intel Core i-Prozessor<br />

Serie unterstützen, in Kürze<br />

ein umfangreiches BIOS-Update auf<br />

die 13. Generation erhalten werden.<br />

Ausgestattet mit Intels Performance<br />

Hybrid Architecture bieten sie<br />

eine deutliche Leistungssteigerung<br />

bei geringerem Energieverbrauch.<br />

Alle Boards gehören einer Produkt-Familie<br />

mit synergetischem<br />

BIOS, einheitlichen Treibern und<br />

umfangreichem Tool-Set für kundenspezifische<br />

Einstellungen (Default-<br />

Settings, Thermal Management,<br />

Boot Logo, usw.) an und sind „designed<br />

and made in Germany“.<br />

Sie eignen sich für IoT-Anwendungen<br />

in den Bereichen Industrie,<br />

Medizin, Kiosk, Digital Signage,<br />

POS/POI, Videoüberwachung und<br />

Casino Gaming. Verfügbar sind sie<br />

ab Q2/<strong>2023</strong>.<br />

Umfangreiche Funktionen<br />

Die kompakten Mini-ITX Motherboards<br />

K3833-Q und K3832-Q<br />

sind mit dem leistungsstarken Intel<br />

Q670E-Chipsatz, der umfangreiche<br />

Funktionen wie vPro Manageability,<br />

Stable Image (SIPP) oder RAID bietet,<br />

ausgestattet.<br />

Sie verfügen über Dual Intel<br />

LAN-Schnittstellen inkl. Teaming<br />

sowie TSN- und Echtzeit-Unterstützung<br />

(TCC), einen PCIe x16<br />

Gen 5-Erweiterungs slot, USB 3.2<br />

Gen2-Schnittstellen, einen<br />

M.2 Key-M und Key-E Steckplatz<br />

sowie zwei DIMM-Sockel<br />

für DDR5-Speicher.<br />

Ausbaufähig<br />

Das ATX-Motherboard K3851-R<br />

basiert auf dem Intel R680E Chipsatz<br />

und eignet sich besonders für<br />

Anwendungen mit hohem Bedarf<br />

an Ausbaufähigkeit für PCIe (auch<br />

PCIe 5.0). Zu den Features zählen<br />

drei Netzwerksanschlüsse<br />

(2x Intel i225 und 1x Intel i219LM<br />

GbE vPRO Controller inkl. AMT<br />

& Teaming) und Dual M.2 Key-M<br />

PCIe/NVMe SSD-Erweiterungsslots.<br />

Viele Anschlüsse verfügbar<br />

Die µATX-Motherboards K3841-Q,<br />

K3842-Q und K3843-B verfügen<br />

über je zwei M.2-Anschlüsse und<br />

einen integrierten Intel TPM 2.0. Alle<br />

Modelle unterstützen Intel 12. und<br />

13. Gen Core i3/i5/i7/i9 Prozessoren<br />

mit einer maximalen CPU TDP<br />

von 125 W. Das K3841-Q µATX-<br />

Motherboard verfügt über drei<br />

LAN-Schnittstellen, darunter ein<br />

Intel 219LM GbEthernet Controller<br />

mit Manageability-Funktionen<br />

sowie zwei I225LM der neuesten<br />

Generation mit 2,5 Gbit Ethernet-<br />

Anschlüssen.<br />

Das K3842-Q µATX-Board, ausgestattet<br />

mit dem Intel Q670 Chipsatz<br />

und bis zu zweimal LAN, eignet<br />

sich insbesondere für den Einsatz<br />

in hochwertigen Desktop-PCs<br />

oder für semi-industrielle Anwendungen.<br />

Das K3843-B µATX-Board<br />

ist mit dem B660-Chipsatz ausgestattet<br />

und verfügt über Funktionen<br />

wie cTDP, DDR5, vier DisplayPorts<br />

sowie vier PCIe Gen5-<br />

Schnittstellen. ◄<br />

meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />

65


Medical PC/SBC/Zubehör<br />

SBC für V-by-One-Displays<br />

Distec GmbH<br />

info@distec.de<br />

www.distec.de<br />

Der Single Board Computer<br />

NPA-2009 von Distec ist die<br />

optimale Lösung zur Ansteuerung<br />

von hochauflösenden 4K<br />

V-by-One- und/oder eDP- TFT-<br />

Displays. Er verarbeitet problemlos<br />

große Datenmengen und ist<br />

robust und wartungsarm, so dass<br />

er in professionellen Einsatzbereichen<br />

wie Medizintechnik,<br />

Transportwesen oder Informationsterminals<br />

genutzt werden kann.<br />

Der SBC NPA-2009 ist ein<br />

industrielles Mainboard mit dem<br />

Intel Core i Embedded Prozessor<br />

i5-1145G7E der 11. Generation. Auf<br />

Projekt-Basis ist er optional auch mit<br />

den Prozessoren Core i7-1185G7E<br />

oder Celeron 6305E erhältlich. Alle<br />

genannten Prozessoren der Tiger-<br />

Lake Serie eignen sich für den dauerhaften<br />

24/7-Betrieb und zeichnen<br />

sich durch eine hohe Bildfrequenz,<br />

einen geringen Stromverbrauch<br />

sowie eine geringe Latenz<br />

aus. Zweimal DDR4 SO-DIMM mit<br />

maximal 64 GB bieten ausreichend<br />

Arbeitsspeicher.<br />

Alle gängigen V-By-One- oder<br />

eDP-Displays können mit dem<br />

NPA-2009 problemlos zu einem<br />

Panel-PC aufgerüstet werden. Es<br />

lassen sich sogar parallel zwei TFT-<br />

Displays – einmal V-by-One und<br />

einmal eDP – betreiben. Zusätzlich<br />

können über drei USB 3.1 und<br />

Neue Touch-Panel-PCs für die Industrie<br />

Der deutsche Distributor Acceed hat sein<br />

Portfolio erweitert und jetzt auch die Produkte<br />

des Herstellers Mactron Group aufgenommen.<br />

Die Mactron Group aus Taiwan ist ein führender<br />

Anbieter von All-in-One-Touch-Systemen<br />

und Embedded-Plattformen für den industriellen<br />

Einsatz. Die Entwicklungen sind auf die<br />

Marktsegmente Industrieautomation und Medizintechnik<br />

fokussiert und passen damit perfekt<br />

zur Angebotspalette von Acceed. Die wesentlichen<br />

Produktlinien sind dabei PPC (Panel-<br />

PCs), BPC (Box-PCs), TDM (Touchscreen-<br />

Systeme) und MTP (Mobile Tablets). Zu den<br />

erfolgreichsten Produkten zählen die Panel-<br />

PCs der Serie WCP in den Größen 15,6 und<br />

21,5 Zoll, die mit verschiedenen Intel-CPUs<br />

der 12. Generation (Alder Lake) und weiteren<br />

Ausstattungsoptionen erhältlich sind.<br />

Schnellere Interaktion<br />

In der industriellen Automatisierung werden<br />

Touch-Panels oder Panel-PCs in erster<br />

Linie für die Maschinen- und Anlagensteuerung,<br />

für produktionsspezifische Konfigurationen<br />

und für die Fertigungsüberwachung<br />

eingesetzt. Touch-Panels beschleunigen die<br />

Interaktion zwischen Bediener und Maschine.<br />

Informationen lassen sich bei entsprechender<br />

Programmierung und Visualisierung schnell<br />

und einfach abrufen und intuitiv erfassen. Der<br />

Wegfall einer Vielzahl von physischen Tasten<br />

und Schaltern senkt die Kosten und erhöht<br />

die Effizienz der Produktion. Verglichen mit<br />

Smartphones und Tablets im Konsumentenbereich<br />

müssen Touch-Panels für den industriellen<br />

Einsatz allerdings deutlich widerstandsfähiger<br />

sein, unter anderem gegenüber extremen<br />

Temperaturen, Feuchtigkeit und Vibrationen,<br />

Schmutz und mechanischer Beanspruchung.<br />

Robust und widerstandsfähig<br />

Speziell für den industriellen Einsatz konzipiert<br />

sind die Touch-Panel-PCs der Serie WCP,<br />

die jetzt beim deutschen Distributor Acceed<br />

vier USB 2.0 Schnittstellen ein USB-<br />

Touchscreen und weitere USB-<br />

Geräte, zum Beispiel WebCams,<br />

Laut sprecher und Mikrophone angeschlossen<br />

werden. Außerdem bietet<br />

der NPA-2009 2x Intel Gigabit<br />

LAN, einen Watchdog timer, Digital<br />

I/O und TPM 2.0 für die Sicherheit<br />

der Daten. Die drei M.2-Schnittstellen<br />

des NPA-2009 ermöglichen<br />

den Einsatz einer SSD-, WLAN- und<br />

5G-Karte. Dieser SBC ist auch als<br />

Kitlösung mit V-by-One oder eDP<br />

TFT-Displays und allem nötigen<br />

Zubehör erhältlich.<br />

Basierend auf dem SBC<br />

NPA-2009 wurde der lüfterlose,<br />

kompakte Box-PC PRO NPA-2009.<br />

Er bietet - im Gegensatz zu den<br />

internen Anschlüssen des SBC<br />

- einen praktischem externen<br />

Docking-Anschluss. Sowohl der<br />

SBC als auch der Box-PC sind<br />

preisgünstig und langzeit verfügbar.<br />

Beide Geräte gibt es optional mit<br />

vorinstalliertem Windows 10 IoT<br />

Betriebssystem. ◄<br />

erhältlich sind. Die True-Flat PCAP-Touchscreens<br />

(projective capacitive touchscreen) im<br />

Format 16:9 sind in den Größen 15,6 Zoll und<br />

21,5 Zoll verfügbar. Das PCAP-Design macht<br />

die Bildschirme besonders robust und widerstandsfähig<br />

gegenüber grober Bedienung, Staub<br />

und Feuchtigkeit. Gleichzeitig bleibt das lüfterlose<br />

Aluminiumgehäuse mit knapp 50 Millimetern<br />

außerordentlich schlank. Dank der sauberen<br />

Verklebung wirkt der Touchscreen nicht<br />

nur elegant und ansprechend, mit IP65 ist die<br />

Frontplatte auch sehr gut gegen eindringende<br />

Stoffe geschützt. Für eine schnelle Erreichbarkeit<br />

liegen die Anschlüsse ebenso wie die<br />

Ein- und Ausgänge hinter einer magnetischen<br />

Abdeckung auf der Rückseite.<br />

Weitere Merkmale<br />

Als Betriebssysteme werden Windows und<br />

Linux unterstützt. Die Ausstattung mit Schnittstellen<br />

ist reichhaltig und mit vielen Optionen<br />

konfigurierbar. Das Gehäuse selbst steht in den<br />

Grundfarben Schwarz oder Weiß zur Auswahl.<br />

Weitere Einzelheiten und technische Informationen<br />

sind direkt bei Acceed erhältlich.<br />

Acceed GmbH<br />

www.acceed.com<br />

66 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>


Die DNA von Metrofunk<br />

für Systemerhalt<br />

hinter der Kulisse<br />

Metrofunk Kabel-Union GmbH<br />

Lepsiusstraße 89, D-12165 Berlin, Tel. 030 79 01 86 0<br />

info@metrofunk.de – www.metrofunk.de

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