2-2023
Fachzeitschrift für Medizintechnik-Produktion, Entwicklung, Distribution und Qualitätsmanagement
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FACHZEITSCHRIFT<br />
FÜR MEDIZIN-TECHNIK<br />
November MAI/JUNI 2/<strong>2023</strong> November-Dezember JG. 14<br />
1/2008<br />
meditronicjournal<br />
SDC: Viele Medizingeräte über ein<br />
zentrales Bediensystem steuern<br />
Steute, Seite 6
Celsi ® ...<br />
MAX-Temperaturwert Registrier Etiketten<br />
€ 20,4<br />
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Das Micro-CelsiStrip® (= MC) rechts auf<br />
dem IC hat in der Vergangenheit die Temperaturwerte<br />
60°C und 71°C erreicht. Die<br />
82°C und 93°C wurden nie erreicht, also<br />
ist dort keine Dauerschwärzung erfolgt.<br />
Das Micro-CelsiStrip® links auf dem IC<br />
hat 60°C nie erreicht oder überschritten.<br />
Die Felder sind weiss verblieben.<br />
Micro-CelsiStrip® 5 x 11 mm.<br />
€ 17,9<br />
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Rol<br />
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Dieses CelsiClock® (= CC) mit dem Bereich<br />
von 99°C bis 177°C trägt fünf Temperaturansprechschwellen.<br />
Dieses CC®<br />
durchlief mit Komponenten einen thermischen<br />
Alterungsprozess. Vorgegebene<br />
Prozessgrenzwerte wurden erreicht. Komponenten<br />
zur weiteren Verarbeitung freigegeben.<br />
CelsiClock® ø12 mm.<br />
€ 20,4<br />
,40 / 10e<br />
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Dieser Jumbo-CelsiStrip® (= CSJ) ist auf<br />
einem Transportrohr für Milchprodukte appliziert.<br />
Regelmässige Heissspülungen mit<br />
Desinfektmittel sind Vorschrift. Im Rohrsystem<br />
müssen überall Mindesttemperaturwerte<br />
erreicht und auch dokumentiert<br />
werden. Das CSJ ist die beweiskräftige<br />
Dokumentation. Sondermodelle möglich.<br />
SPIRIG<br />
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Apply and Forget Until You Inspect!<br />
CelsiStrip ® CelsiClock ® CelsiPoint ®<br />
Irreversibles Aufzeichnen der je an Oberflächen aufgetretenen<br />
MAXIMALEN - Temperaturwerte.<br />
Selbstklebendes Celsi® auf Testfläche aufbringen.<br />
T-werte und T-kombinationen von +40°C bis +260°C.<br />
Genauigkeit ±1,5 %. Reaktionszeit unter 1 Sekunde.<br />
Beim Ueberschreiten des Temperaturwertes des<br />
ursprünglich weissen Feldes erfolgt eine Dauerschwärzung.<br />
Rol<br />
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Dieser CelsiStrip® (= CS-A) für einen automobiltechnischem Versuch in Minuten auf einem<br />
Bremszylinder appliziert, spart Zeit und Material. Kein mühsames Installieren von<br />
Messkabel und Instrumentarium. Verfügbar mit acht (8) oder fünf (5) Messwerten.<br />
Rollenware besonders preiswert<br />
Dieser CelsiPoint® (= CP) ist in (40) verschiedenen<br />
T-Werten lieferbar. Bei einem<br />
Heissluft-Trocknungsprozess hat dieser<br />
Teil eines Prints die 82°C sicher überschritten,<br />
aber um Wieviel?<br />
Empfehlung: Mehrbereichs MC nutzen.<br />
CelsiPoint® ø 9 mm.<br />
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Diese beiden Jumbo-CelsiDot® (= CDJ)<br />
93°C Etiketten sind links auf einem E-Motor<br />
und rechts auf einer Getriebebox platziert.<br />
Motorgehäuse hat die 93°C überschritten,<br />
das Getriebe nicht. Die grosse<br />
weisse Fläche kann auch auf Distanz optisch<br />
gut erkannt werden.Standardmässig<br />
verfügbar in 54°C, 93°C und 121 °C.<br />
Jumbo-CelsiDot® 14 x 14 mm.<br />
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celsi@spirig.com<br />
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66 71 77 82 88 93 99 104 110 116 121 127 132 138 143 149 154 160 166 171 177 182 188 193 199 204 210 216 224 232 241 249 254 260 °C<br />
°C 40 43 46 49 54 60
Editorial<br />
Erfolgsfaktor<br />
Systems Engineering<br />
Lutz Schüle<br />
Geschäftsbereichsleiter Medizintechnik<br />
ITK Engineering GmbH<br />
www.itk-engineering.de<br />
Innovative und digitale Geschäftsmodelle, hochkomplexe, verteilte und vernetzte medizinische<br />
Systeme mit extrem großem Softwareanteil sowie hohe Zulassungshürden stellen Hersteller vor<br />
diverse Herausforderungen. Die unterschiedlichen Disziplinen im Entwicklungsprozess dürfen<br />
nicht mehr separat voneinander betrachtet werden. Höchste Qualität und Sicherheitsstandards,<br />
Zuverlässigkeit, maximale Verfügbarkeit, Wartbarkeit und hohe Benutzerfreundlichkeit gepaart mit<br />
Kosteneffizienz und Schnelligkeit – diese hehren Ziele können nur noch durch eine ganzheitliche<br />
Betrachtung aller Zusammenhänge erreicht werden. Systems Engineering liefert hier die Werkzeuge<br />
zur Beherrschung dieser Herausforderungen.<br />
Doch was zeichnet modernes Systems Engineering aus?<br />
Maßgeblich sind hier die Transparenz und das Management von Daten im Entwicklungsprozess.<br />
Hier gilt es, die Heterogenität der Daten aufzulösen und allen Beteiligten den Zugang zu ermöglichen.<br />
Methoden des Systems Engineering wie Modellierung helfen, diese Daten aus unterschiedlichsten<br />
Perspektiven zu vernetzen und somit die Abhängigkeiten aufzuzeigen.<br />
Der Grundstein dafür wird bereits im Anforderungsmanagement gelegt. Hier ist es die große Kunst,<br />
zuerst die Bedürfnisse und Anforderungen aller Stakeholder zu erfassen und Übereinstimmungen<br />
und Widersprüche aufzudecken, um dann im nächsten Schritt auf dieser Basis die Anforderungen<br />
auf Systemebene definieren zu können. Zusammen mit den Fachdisziplinen Software, Hardware<br />
und Mechanik werden die optimalen technischen Lösungen im Rahmen der Systementwicklung<br />
gemeinsam erarbeitet sowie anschließend die Domänenanforderungen aus dem Systementwurf<br />
geschlussfolgert. Hierbei ist ein typisches Vorgehen, von abstrakten Modellen bis hin zu konkreten<br />
Formen wie Schaltplänen, CAD-Zeichnungen, Software-Architekturen etc. einen abgestimmten<br />
Entwicklungsprozess mit Hilfe von datenbankbasierten Tools anzuwenden.<br />
Gleichzeitig wird die Basis für die Rückverfolgung von diversen Informationen wie Anforderungen,<br />
Design-Entscheidungen und Domänen-Realisierungen geschaffen. Diese vernetzten Daten<br />
bilden die Ausgangsbasis für einen „Digital Thread“. Die Methode beschreibt einen digitalen<br />
roten Faden, der Datenflüsse miteinander verbindet, mit dem Ziel, die richtigen Informationen<br />
zur richtigen Zeit den richtigen Stakeholdern zur Verfügung zu stellen. Dies ermöglicht geplantes<br />
und kontrolliertes Änderungswesen während der Entwicklung, aber auch kurzfristige Feature-<br />
Anpassungen für Weiterentwicklungen oder Varianten.<br />
Um ein Produkt weiterentwickeln zu können, ist beispielsweise aus dem Blickwinkel der Mechanik-<br />
Entwicklung die Beantwortung der Frage essenziell, warum das Produkt auf eine bestimmte Art<br />
und Weise gestaltet wurde. Ohne Datenlage müssen die damaligen Entscheider konsultiert oder<br />
eine vage Entscheidung getroffen werden. Ein Ansatz, um die Zusammenhänge zwischen den<br />
Konstruktionsanforderungen und der Gestaltung während der Entwicklung zu erfassen, ist die<br />
direkte Verknüpfung von Anforderungen, beispielsweise aus dem Risikomanagement, sowie CAD-<br />
Elementen und deren Visualisierung im CAD-Modell. Die unterschiedlichen Stakeholder erhalten<br />
so einen schnellen Überblick, welche Anforderung im CAD-Modell umgesetzt wurde und warum.<br />
Die geplante Änderung kann so hinsichtlich Umsetzbarkeit und Erfüllung der Anforderungen des<br />
Risikomanagements geprüft werden.<br />
Systems Engineering ist weit mehr als Anforderungsmanagement. Es geht insbesondere um<br />
die Definition der Struktur, der Schnittstellen und des dynamischen Verhaltens im System. Daher<br />
ist es wichtig, die Gesamtzusammenhänge zu verstehen und die vernetzten Daten als Enabler<br />
für unterschiedlichste Analysen zu nutzen. So ist es möglich, die vielfältigen Anforderungen an<br />
die aktuelle Medizinprodukteentwicklung zu meistern.<br />
Lutz Schüle<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
3
Inhalt<br />
3 Editorial<br />
4 Inhalt/Impressum<br />
6 Titelstory<br />
8 Aktuelles<br />
9 Dienstleistung<br />
14 Software<br />
20 Komponenten<br />
32 Sensoren<br />
33 Stromversorgung<br />
43 Bedienen und Visualsieren<br />
46 Bildverarbeitung<br />
48 Produktion<br />
54 Qualitätssicherung<br />
56 Künstliche Intelligenz<br />
60 EMV<br />
64 Medical-PCs/SBC/Zubehör<br />
November MAI/JUNI 2/<strong>2023</strong> November-Dezember JG. 14<br />
1/2008<br />
FACHZEITSCHRIFT<br />
FÜR MEDIZIN-TECHNIK<br />
SDC: Viele Medizingeräte über ein<br />
zentrales Bediensystem steuern<br />
Steute, Seite 6<br />
meditronicjournal<br />
Zum Titelbild:<br />
SDC:<br />
Viele Medizingeräte über ein<br />
zentrales Bediensystem steuern<br />
Neue Aufgaben und neue Technologien für<br />
User Interfaces. 6<br />
Fachzeitschrift für<br />
Medizin-Technik<br />
meditronicjournal<br />
■ Herausgeber und Verlag:<br />
beam-Verlag<br />
Krummbogen 14, 35039 Marburg<br />
www.beam-verlag.de<br />
Tel.: 06421/9614-0<br />
Fax: 06421/9614-23<br />
■ Redaktion:<br />
Dipl.-Ing. Christiane Erdmann<br />
redaktion@beam-verlag.de<br />
■ Anzeigen:<br />
Myrjam Weide, Tel.: 06421/9614-16<br />
m.weide@beam-verlag.de<br />
Sabine Tzschentke, Tel.: 06421/9614-11<br />
sabine.tzschentke@beam-verlag.de<br />
Tanja Meß, Tel.: 06421/9614-18<br />
tanja.mess@beam-verlag.de<br />
■ Erscheinungsweise:<br />
5 Hefte jährlich<br />
■ Satz und Reproduktionen:<br />
beam-Verlag<br />
■ Druck & Auslieferung:<br />
Bonifatius GmbH, Paderborn<br />
www.bonifatius.de<br />
Der beam-Verlag übernimmt trotz sorgsamer<br />
Prüfung der Texte durch die Redaktion<br />
keine Haftung für deren inhaltliche<br />
Richtigkeit. Alle Angaben im Einkaufsführer<br />
beruhen auf Kundenangaben!<br />
Handels- und Gebrauchsnamen, sowie<br />
Waren bezeichnungen und dergleichen<br />
werden in der Zeitschrift ohne Kennzeichnungen<br />
verwendet. Dies berechtigt nicht zu<br />
der Annahme, dass diese Namen im Sinne<br />
der Warenzeichen- und Markenschutzgesetzgebung<br />
als frei zu betrachten sind und<br />
von jedermann ohne Kennzeichnung verwendet<br />
werden dürfen.<br />
Verlässliche Bedienelemente sind für Medizintechnik<br />
und Notfallgeräte essentiell<br />
Notfallgeräte und Geräte in der Medizintechnik erfordern absolute Zuverlässigkeit<br />
bei der Anwendung. Genaues Steuern und Regeln ist gerade in diesen Bereichen<br />
unerlässlich. 44<br />
Bedeutung von Wireless-Koexistenz-<br />
Tests für vernetzte medizinische Geräte<br />
Unternehmen geben Milliarden von Dollar für einen<br />
schnelleren Zugang zu Informationen aus, und die<br />
Verbraucher zahlen jedes Jahr mehr für schnellere Geräte.<br />
Die Mobilfunkbetreiber haben diesen Trend erkannt und<br />
sind von reinen Sprachnetzen zu datenzentrierten Diensten<br />
übergegangen. 60<br />
4 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Inhalt<br />
Kamerabasierte Medizinprodukte<br />
Welche Vorteile bieten ISO13485:2016-zertifizierte Zulieferer<br />
den Herstellern? 46<br />
Stromversorgungs-Subsysteme für<br />
Photoplethysmographie-Systeme zur<br />
Vitalzeichen-Überwachung – Teil 2<br />
Der aus zwei Teilen bestehende Artikel stellt<br />
validierte Designs für getaktete Stromversorgungen zur<br />
Vitalzeichen-Fernüberwachung an Patienten vor. 36<br />
Neue Verfahren der additiven<br />
Fertigung für die Serienfertigung<br />
Additive Manufacturing gilt als Erfolgsgeschichte.<br />
Das gilt auch für die Medizintechnik, in der additive<br />
Verfahren eine große Rolle spielen. 48<br />
Stift- und Buchsenleisten<br />
als lösbare Verbindung<br />
Eine gute, dauerhafte und zuverlässige Verbindung entsteht<br />
dann, wenn bei der Auswahl von Steckverbinder-Paarungen<br />
die Kenn daten der Komponenten mit den Spezifikationen der<br />
Anwendung abgeglichen werden. 22<br />
Automatisierte Auswertung von<br />
Blutproben mittels Machine Learning<br />
Durch den Einsatz von Machine Learning wird gezeigt,<br />
dass Störungen auf dem LFA erkannt und entsprechend<br />
klassifiziert werden können. 14<br />
Die Potenziale von Künstlicher<br />
Intelligenz in der Medizin<br />
Besonders in der medizinischen Forschung spielen<br />
die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz, Muster in großen<br />
Datenmengen zu erkennen, eine wachsende Rolle. 56<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
5
Titelstory<br />
SDC: Viele Medizingeräte<br />
über ein zentrales Bediensystem steuern<br />
Neue Aufgaben und neue Technologien für User Interfaces<br />
Kabellose User Interfaces sind im OP inzwischen Standard – und sie eröffnen<br />
die Möglichkeit für die Vernetzung mehrerer Medizingeräte mit einem<br />
zentralen User Interface. © steute Technologies<br />
Wenn in naher Zukunft die Service-oriented<br />
Device Connectivity<br />
(kurz SCD) Realtät wird und die<br />
Medizingeräte im OP „inter operabel“<br />
sind, wird das erhebliche Auswirkungen<br />
auf das User Interface<br />
haben. Die Hersteller sind darauf<br />
vorbereitet – und schon mit Weiterentwicklungen<br />
beschäftigt. Aktuelle<br />
Projekte betreffen u. a. die Echtzeitkommunikation<br />
zwischen interoperablem<br />
User Interface und den<br />
zugehörigen Medizingeräten, die<br />
Nutzung von 5G-basierten Netzinfrastrukturen<br />
und die einfache Integration<br />
von Antennen in die Oberfläche<br />
der Interface-Gehäuse.<br />
Die ersten Entwicklungen in<br />
Richtung „Interoperabler OP“ im<br />
Rahmen mehrerer geförderter Projekte<br />
liegen rund zwanzig Jahre<br />
zurück. Inzwischen gibt es nicht<br />
nur eine normative Grundlage.<br />
Julia Mönks<br />
Research and Innovation<br />
Manager<br />
steute Technologies<br />
GmbH & Co. KG<br />
www.steute-meditec.com<br />
Erste Produkte stehen kurz vor<br />
der Marktreife, die SDC-Normenreihe<br />
wird schrittweise erweitert und<br />
weiter entwickelt, es gibt auch erste<br />
Demonstratoren und Versuchsprojekte<br />
sowie spannende Projekte<br />
zur praxisgerechten Weiterentwicklung<br />
des SDC-Konzeptes.<br />
Viele Medizingeräte –<br />
ein User Interface<br />
Aus Sicht eines Herstellers von<br />
Bediensystemen für den OP, d. h.<br />
für Medizingeräte in unterschiedlichen<br />
Disziplinen (Elektromedizin,<br />
Diagnostik/ bildgebende Verfahren,<br />
Ophthalmologie) ist die<br />
Interoperabilität eine echte Transformation.<br />
Im optimalen Fall wird<br />
eine zentrale Bedienschnittstelle<br />
(„User Interface)“, bestehend z. B.<br />
aus einer Bildschirm-/ Tastatureinheit<br />
und einem Fußschalter, ausreichen,<br />
um sämtliche Medizingeräte<br />
zu bedienen. Das heißt: Das User<br />
Interface übernimmt neue Aufgaben<br />
– nach dem Motto „Eines für alle“.<br />
Ein zentrales User Interface ist<br />
schon deshalb wichtig, weil im OP<br />
eine weiter zunehmende Anzahl<br />
von Geräten an einer Operation<br />
beteiligt ist. Allein für die Anästhesie<br />
werden mehrere Geräte benötigt<br />
(Anästhesiegerät, Patientenmonitor,<br />
Spritzenpumpe…), für die Chirurgie<br />
auch (HF-Gerät, Endoskopie,<br />
3D-Navigation…). Die Integration<br />
der bildgebenden Verfahren in den<br />
OP (OP-Mikroskope, mobile Röntgengeräte…)<br />
erhöht ebenfalls die<br />
Komplexität.<br />
Zwei Voraussetzungen<br />
für die Gerätevernetzung<br />
Zwei Bedingungen müssen erfüllt<br />
sein, wenn die Perspektive der vereinfachten<br />
Bedienung von Medizingeräten<br />
im OP Wirklichkeit werden<br />
soll. Erstens muss die Kommunikation<br />
zwischen Medizingeräten<br />
und ihrem User Interface standardisiert,<br />
d. h. allgemeingültig sein<br />
für verschiedene Geräteklassen<br />
und Hersteller. Die Voraussetzung<br />
dafür schafft die Normenfamilie<br />
ISO/IEEE 11073 („Service-oriented<br />
Device Connectivity/ SDC“). Bis<br />
2025 werden die Normungsgremien<br />
die Erarbeitung der aktuell in Arbeit<br />
befindlichen Grundnormen abgeschlossen<br />
haben. Darüber hinaus<br />
werden Normen für einzelne Medizingerätetypen<br />
entwickelt.<br />
Zweitens muss das zentrale User<br />
Interface neue Funktionen bieten –<br />
insbesondere eine Umschaltmöglichkeit<br />
von Gerät zu Gerät und/<br />
oder die Visualisierung mehrerer<br />
Geräte bzw. Funktionen auf einem<br />
Bildschirm. Wie diese Funktion sich<br />
(einfach und ergonomisch) realisieren<br />
lässt, das zeigen mehrere<br />
Demonstratoren, an deren Entwicklung<br />
der steute-Geschäftsbereich<br />
Meditec beteiligt war und ist.<br />
In Zukunft: Kommunikation<br />
über eingebaute<br />
SDC-Konnektoren<br />
Auf der Hardware-Ebene wird das<br />
SDC-Konzept im OP so realisiert,<br />
dass alle Medizingeräte im ersten<br />
Schritt über eingebaute SDC-Konnektoren<br />
verbunden sind. Das wird<br />
insbesondere kleinen und mittleren<br />
Unternehmen (KMU) den Marktzutritt<br />
erleichtern, weil der Entwicklungs-<br />
und Implementierungsaufwand<br />
aufgrund der in den Konnektoren<br />
implementierten Normen<br />
geringer ist und sich die Geräte<br />
dadurch einfacher mit anderen Geräten<br />
z. B. großer Hersteller vernetzen<br />
lassen.<br />
Erste Pilotprojekte<br />
und Praxiserfahrungen<br />
Dass sowohl die Krankenhäuser<br />
als auch die Hersteller von Medizingeräten<br />
für die Zukunft auf die<br />
standardisierte Kommunikation<br />
nach dem SDC-Konzept setzen,<br />
zeigt die rege Beteiligung an entsprechenden<br />
Normungsarbeiten<br />
und Pilotprojekten. Noch sind keine<br />
zugelassenen SDC-Geräte verfügbar,<br />
aber es gibt bereits erste Pilot-<br />
Anwendungen in Kliniken, etwa in<br />
der Berliner Charité. Und sowohl in<br />
Asien (Japan) als auch in Amerika<br />
(USA) wird ebenfalls an Standardisierungsprojekten<br />
für den interoperablen<br />
OP gearbeitet.<br />
Funktechnik<br />
als Basis für SDC<br />
Da Funk-Bediengeräte, insbesondere<br />
Funk-Fußschalter, heute<br />
im OP weit verbreitet sind, liegt es<br />
nahe, dass künftig auch im interoperablen<br />
OP per Funk kommuniziert<br />
wird. Als Hersteller von User<br />
Interfaces hat steute Meditec ein<br />
Funksystem entwickelt, das speziell<br />
auf die Anforderungen der Medizin-<br />
Aktuelles Beispiel für kabellose<br />
Standard-Fußschalter von<br />
Medizingeräten. Die kompakte<br />
Empfangseinheit wird am Gerät<br />
installiert. © steute Technologies<br />
6 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Titelstory<br />
technik abgestimmt ist. Es ermöglicht<br />
eine sehr zuverlässige kabellose<br />
Signalübertragung und lässt<br />
sich grundsätzlich auch für SDC<br />
nutzen. Allerdings sind hier einige<br />
Weiterentwicklungen teils erforderlich,<br />
teils wünschenswert.<br />
Weiterentwicklung:<br />
Real-time SDC<br />
Für die Einbindung von User Interfaces<br />
wie z. B. Fußschaltern in den<br />
vernetzten OP muss SDC echtzeitfähig<br />
werden, denn der Operateur<br />
muss ohne spürbare Zeitverzögerung<br />
die Medizingeräte bedienen und<br />
insbesondere sicher abschalten können.<br />
Auch für die Kommunikation der<br />
Geräte untereinander ist die Echtzeitfähigkeit<br />
zwingend erforderlich, z. B.<br />
in geschlossenen Regelkreisen.<br />
In der Standardversion ist SDC<br />
allerdings nicht echtzeitfähig. Steute<br />
Meditec treibt daher gemeinsam<br />
mit Partnern das Ziel der Ertüchtigung<br />
zur Echtzeitfähigkeit voran –<br />
zu Real-Time SDC (RT-SDC). Die<br />
Kommunikation erfolgt dabei über<br />
die Ethernet-basierte Time Sensitive<br />
Network (TSN)-Normenfamilie<br />
gemäß IEEE 802.1. Erst diese<br />
Entwicklung von steute Meditec<br />
schafft die Voraussetzung dafür,<br />
SDC auch für die Ansteuerung kritischer<br />
Funktionen der Medizingeräte<br />
in OP und Klinik zu nutzen.<br />
Auf der Hardware-Ebene ermöglicht<br />
ein SDC- Konnektor die Einbindung<br />
der User Interfaces in das<br />
RT-SDC-Netzwerk.<br />
5G-Campusnetz für den OP<br />
Eine zuverlässige Lokalisierung<br />
sowohl der User Interfaces als auch<br />
der zugehörigen Medizin geräte ist<br />
eine wichtige Voraussetzung für die<br />
Kommunikation im SDC-konformen<br />
OP. Deshalb evaluiert das Förderprojekt<br />
KliNet5G, an dem steute<br />
Meditec beteiligt ist, die Umsetzbarkeit<br />
einer offenen 5G-basierten<br />
Netzinfrastruktur in Kliniken.<br />
Ziel ist es unter anderem, eine<br />
sichere und zeitkritische Auslösung<br />
von Medizin geräten mithilfe<br />
eines Universalfußschalters sowie<br />
die Ortung von medizinischem<br />
Equipment innerhalb des entsprechenden<br />
Klinik geländes zu realisieren.<br />
Dabei kommen 5G- und<br />
Low-Energy-Sensoren zum Einsatz<br />
sowie ein von steute Meditec<br />
entwickelter SDC-Konnektor. Im<br />
weiteren Verlauf sollen Gerätefunktionen<br />
durch 5G-Mobilfunkund<br />
Netzwerktechnik proto typisch<br />
konzipiert werden.<br />
Vereinfachte Integration<br />
von Antennen<br />
In einem Projekt des Spitzenclusters<br />
it´s OWL (Intelligente Technische<br />
Systeme) arbeitet steute<br />
Meditec gemeinsam mit Partnern an<br />
neuen Möglichkeiten, die eine Integration<br />
der Schnittstellen technik –<br />
insbesondere der Antenne – in das<br />
User Interface und bei Bedarf auch<br />
in das Medizingerät verein fachen. Im<br />
„Merlin“-Projekt entstanden u. a. so<br />
genannte „Mechatronic Integrated<br />
Devices“ (MID), die sich mit additiven<br />
Fertigungsverfahren herstellen lassen.<br />
Dabei können Antennen oder<br />
auch Leiterbahnen und Sensoren<br />
direkt „mitgedruckt“ werden.<br />
Datensicherheit muss<br />
gewährleistet sein<br />
Wie bei jedem Projekt, bei dem<br />
es um Vernetzung und Datenaustausch<br />
geht, muss auch bei<br />
SDC-Netzwerken das Thema der<br />
Security/ Datensicherheit adressiert<br />
werden – umso mehr, als es<br />
auch um sensible Patienten- und<br />
Gesundheitsdaten geht. Auch hier<br />
Über ein zentrales User Interface (Fußschalter und Bildschirm/ Tastatur) können verschiedene Medizingeräte<br />
angewählt und bedient werden. © steute Technologies<br />
Ein aktueller OR.NET-Demonstrator für den interoperablen OP. © OR.NET<br />
gibt es ein aktuelles, inzwischen<br />
abgeschlossenes F&E-Projekt mit<br />
Beteiligung von steute Meditec.<br />
Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum<br />
Kiel (M4KK) mit der Zulassungsexpertise<br />
bei der UniTransferKlinik<br />
Lübeck GmbH (UTK) hat<br />
aktuell verwendete OP-Fußschalter<br />
von steute im Hinblick auf die<br />
Cybersecurity analysiert. Dabei<br />
soll sichergestellt werden, dass die<br />
Fußschalter die Anforderungen der<br />
FDA „Content of Premarket Submissions<br />
for Management of Cybersecurity<br />
in Medical Devices“ erfüllen.<br />
Auf dieser Basis etabliert steute zurzeit<br />
eine neue Methodik, um die<br />
Datenschutzsicherheit zu steigern<br />
und die Fußschalter einschließlich<br />
der Funkschnittstelle gegen Cyber-<br />
Angriffe zu schützen.<br />
Die nächsten Schritte<br />
Auch wenn es als gesichert gelten<br />
kann, dass SDC in absehbarer Zeit<br />
zur Marktreife gelangen wird, sind<br />
immer noch grundsätzliche Fragen<br />
und viele Detaillösungen zu klären.<br />
Die hier beschriebenen Projekte<br />
arbeiten daran. Ziel ist es letztlich,<br />
dass in absehbarer Zeit möglichst<br />
viele Hersteller ihre Geräte mit SDCkompatiblen<br />
Schnitt stellen ausrüsten<br />
– und dass damit der interoperable<br />
OP mit all seinen Vorteilen<br />
nach mehr als zwanzigjähriger<br />
intensiver Vorarbeit Wirklichkeit<br />
wird. Neue Generationen von<br />
User Interfaces für diese Aufgabe<br />
stehen bereit. ◄<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
7
Aktuelles<br />
Medizintechnik ohne Software?<br />
Sonderfläche zeigt Bedeutung von IT in der Medizintechnik<br />
Predictive Maintenance oder Digital Twins in der Produktion, Cybersicherheit in der Klinik oder KI in der Radiologie – Software hat eine immense<br />
Bedeutung für die Entwicklung, Produktion und Anwendung in der Medizintechnik. Das greift die MedtecLIVE with T4M vom 23.-25. Mai <strong>2023</strong> in Nürnberg<br />
mit der Sonderfläche „Software & IT“ auf.<br />
CelsiStrip ®<br />
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Maximalwerte durch<br />
Dauerschwärzung<br />
Diverse Bereiche von<br />
+40 bis +260°C<br />
GRATIS Musterset von celsi@spirig.com<br />
Kostenloser Versand DE/AT ab Bestellwert<br />
EUR 200 (verzollt, exkl. MwSt)<br />
www.spirig.com<br />
„Algorithmen file: bestimmen TI1CSmini-4565_<strong>2023</strong><br />
nicht nur ganz maßgeblich<br />
neue Entwicklungen in der Diagnostik,<br />
dimension: 45 x 65 mm<br />
auch die Produktion von Medizinprodukten verändert<br />
sich durch die Digitalisierung ganz massiv: 4C<br />
Digitale Zwillinge, individuelle Anpassungen oder<br />
Kleinstserienproduktion werden in der Regel erst<br />
durch den Einsatz von Software möglich – und<br />
die Entwicklung ist hier rasant“, sagt Christopher<br />
Boss, Director Exhibitions bei der NürnbergMesse.<br />
„Die Anbieter und Partner zu diesem wichtigen<br />
Thema bringen wir alle auf einer Sonderfläche<br />
zusammen. Das schafft die Sichtbarkeit, die das<br />
Thema verdient.“<br />
Gesamte Wertschöpfungskette der<br />
Medizintechnik<br />
In der Halle 1 der Fachmesse, die die gesamte<br />
Wertschöpfungskette der Medizintechnik zeigt,<br />
sind Software- und IT-Unternehmen gemeinsam<br />
prominent platziert. Gemeinsame Besprechungsmöglichkeiten<br />
bieten den Ausstellern zusätzliche<br />
Möglichkeiten und erleichtern für die Besucher<br />
den Austausch mit den Anbietern. Umfangreiche<br />
Werbemaßnahmen der NürnbergMesse gehören<br />
ebenfalls zum Paket für die Aussteller. „Mit<br />
dieser Sonderfläche reagiert die MedtecLIVE<br />
with T4M auf den Digitalisierungstrend in der<br />
Medizin technik und gibt dem Thema Software<br />
Raum für Wachstum und Austausch“, bestätigt<br />
Evi Reiß, die beim IT-Unternehmen Softgate für<br />
die strategische Kundengewinnung verantwortlich<br />
ist. „Als Connectivity Experte freuen wir uns<br />
auf Interessenten, die zielgerichtet nach Software<br />
suchen. Durch die räumliche Nähe zu Partnern<br />
wie Solectrix können wir Besuchern direkt<br />
auf der Messe die Zusammen arbeit anschaulich<br />
und greifbar präsentieren.“<br />
Neben den Erlanger IT- Experten setzen unter<br />
anderem bereits Siemens Digital Industries,<br />
CodeCamp:N, Vorreiter Technologie und Infoteam<br />
auf die Synergien auf der Sonderfläche.<br />
NürnbergMesse GmbH<br />
www.nuernbergmesse.de<br />
www.medteclive.com/de/<br />
8 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Dienstleistung<br />
Produktsicherheits- und EMV-Prüfungen nach<br />
internationalen Standards<br />
Die Element Materials Technology Straubing<br />
GmbH bietet Prüfdienstleistungen nach internationalen<br />
Standards und ab sofort auch CB-<br />
Prüfungen und -Zertifizierungen zur Sicherheit<br />
elektrischer Betriebsmittel und elektromagnetischen<br />
Verträglichkeit (EMV) an.<br />
Die Prüfberichte im CB-Verfahren werden<br />
in mehr als 50 Ländern anerkannt, wodurch<br />
Zulassung und Marktzugang erheblich erleichtert<br />
werden.<br />
Als Certified Body Testing Laboratory (CBTL)<br />
werden die Prüfberichte von Element Straubing<br />
in den Mitgliedsländern des sogenannten IECEE<br />
CB-Verfahrens anerkannt, darunter die meisten<br />
europäischen Länder, die USA, Kanada, Brasilien,<br />
China, Indien, Australien, Japan, Südafrika<br />
und die Vereinigten Arabischen Emirate.<br />
„Wir freuen uns, dass wir mit der Anerkennung<br />
als CB-Prüflabor unseren Kunden Zeit<br />
und Kosten ersparen, wenn sie ihre Produkte<br />
auf den wichtigsten Märkten weltweit anbieten<br />
wollen“, sagt Standortleiter Christian Kiermeier.<br />
„Mit dem neuen Service erweitern wir unser<br />
bisheriges Dienstleistungsspektrum für international<br />
orientierte Unternehmen. Zugleich betont<br />
die Ausweitung den hohen Stellenwert, den<br />
der Standort Straubing innerhalb der Element-<br />
Gruppe einnimmt.“ Dabei umfasst die Anerkennung<br />
von Element Straubing im CB Verfahren<br />
EMV-Prüfungen nach internationalen Normen<br />
wie CISPR 14, CISPR 32 und IEC 61326-1 für<br />
Haushalts-, Multimedia- sowie elektrische Messund<br />
Laborgeräte. EMV-Prüfungen für medizinische<br />
Geräte gemäß IEC 60601-1-2 und Invitro-Diagnosegeräte<br />
nach IEC 61326-2-6 können<br />
ebenfalls im Rahmen des CB-Verfahrens<br />
durchgeführt werden.<br />
Bezüglich der Sicherheit elektrischer Betriebsmittel<br />
umfasst der Geltungsbereich der Anerkennung<br />
Prüfungen von Einrichtungen für Audio/<br />
Video-, Informations- und Kommunikationstechnik<br />
gemäß IEC 62368-1 sowie elektrische Mess-,<br />
Steuer-, Regel- und Laborgeräte nach IEC 61010-1.<br />
Element Materials Technology<br />
www.element.com/de<br />
Wir führen Technologien zusammen<br />
Die Helmut Hund GmbH in Wetzlar ist kreativer Spezialist<br />
technische Innovationen. Die Kompetenzfelder sind dabei<br />
Elektronik, Optik, Glasfaseroptik, Feinwerktechnik und<br />
Kunststofftechnik.<br />
Unsere Kernkompetenz ist die innovativen Zusammenführung<br />
dieser Technolgien als Basis von Baugruppen und Geräten nach<br />
-<br />
messtechnik, der Medizintechnik und der Mikroskopie.<br />
Das Unternehmen bietet je nach Anforderungen von der<br />
Entwicklung und Konzeptionierung über die Fertigung bis hin<br />
zur Logistik sämtliche Leistungen aus einer Hand:<br />
•<br />
• Machbarkeitsstudien<br />
• Entwicklung, Konstruktion<br />
• Re-Design<br />
• Prototypen<br />
• Serienfertigung, Funktionsprüfung<br />
• Logistik, After Sales Service<br />
•<br />
Helmut Hund GmbH<br />
Artur-Herzog-Straße 2 • 35580 Wetzlar • Germany • Tel. +49 (0) 6441 2004-0 • info@hund.de • www.hund.de<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
9
Dienstleistung<br />
Effiziente Produktentwicklung in der Medizintechnik<br />
Sanner beschleunigt die Produktentwicklung in der Medizintechnik dank 3D-Prototyping<br />
mit additiv gefertigten Werkzeugeinsätzen<br />
Effizienz steht bei der Entwicklung<br />
neuer Produkte an oberster<br />
Stelle – gerade in den Bereichen<br />
Pharma- und Medizintechnik. Mittels<br />
Prototyping – der Herstellung<br />
von Muster-Werkzeugteilen im<br />
3D-Drucker – hilft Sanner als Contract<br />
Development and Manufacturing<br />
Organization (CDMO) seinen<br />
Kunden dabei, den Herstellungsprozess<br />
zu optimieren und in kürzester<br />
Zeit von der Idee zur Serienfertigung<br />
zu gelangen.<br />
Die Produktentwicklung in der<br />
Pharmaindustrie und Medizin technik<br />
bindet Zeit und Ressourcen – und<br />
ist damit ein teures Unterfangen.<br />
Änderungen, die sich erst im Verlauf<br />
des Prozesses ergeben, verlangsamen<br />
diesen und verursachen<br />
zusätzliche Kosten – ein wichtiger<br />
Grund für Hersteller, die Entwicklungszyklen<br />
möglichst effizient<br />
zu halten.<br />
Besonders zeit- und kostenintensiv<br />
ist der Entwicklungsprozess,<br />
im Verlaufe dessen das spätere<br />
Produkt mehrere Iterations- und<br />
Optimierungs schritte durchlebt.<br />
Dabei werden sehr früh im Prozess<br />
zunächst sogenannte Prototypen<br />
oder Muster einzelner Medizinproduktkomponenten<br />
hergestellt.<br />
Anhand dieser Muster kann der<br />
spätere Fertigungsprozess – wie<br />
auch das Design und die Funktionalität<br />
des Endprodukts – frühzeitig<br />
überprüft und gegebenenfalls optimiert<br />
werden.<br />
Möglichkeiten für<br />
frühzeitige Produkttests<br />
Der Vorgang bietet Herstellern<br />
zahlreiche Vorteile – ganz im Sinne<br />
des Konzepts „Design for Manufacturing<br />
and Assembly“: Schließlich<br />
erlaubt er es, prozess verzögernde<br />
Designfehler vorzeitig zu beheben,<br />
die später erkannt möglicherweise<br />
weit größere Auswirkungen<br />
gehabt und unter Umständen hohe<br />
Kosten verursacht hätten. Das sogenannte<br />
Prototyping minimiert dieses<br />
Risiko im Entwicklungsprozess<br />
und auch in der darauffolgenden<br />
Industrialisierungs phase.<br />
Allerdings kann das Prozedere<br />
recht aufwendig sein und bereits<br />
in der Anfangsphase viel Zeit und<br />
Geld kosten. Beispielsweise erfordert<br />
das Prototyping für Medizinprodukte<br />
häufig Spritzgusswerkzeuge<br />
aus Stahl oder Aluminium,<br />
deren Herstellung mit hohem Aufwand<br />
verbunden ist. Das 3D-Druckverfahren<br />
bietet hier eine Möglichkeit,<br />
den Entwicklungsprozess effizienter<br />
und ressourcenschonender<br />
zu gestalten.<br />
Werkzeugeinsätze<br />
aus Kunststoff<br />
Diese Vorteile nutzt Sanner als<br />
CDMO: Das Unternehmen unterstützt<br />
Hersteller von Verpackungen<br />
und Komponenten für Pharmaund<br />
Medizintechnik-Produkte beim<br />
Prototyping – nicht nur mit klassischen<br />
3D-gedruckten Teilen,<br />
sondern insbesondere auch mithilfe<br />
von 3D-gedruckten Werkzeug-<br />
Formeinsätzen für Spritzgussverfahren.<br />
Zunächst prüfen die Entwicklungsexperten<br />
das Bauteildesign<br />
sowie Funktion und Verwendungszweck<br />
der herzustellenden Teile.<br />
Im Anschluss werden die Werkzeugeinsätze<br />
auskonstruiert und<br />
schließlich in den Druck gegeben.<br />
Das Ergebnis ist innerhalb weniger<br />
Tage, manchmal sogar schon<br />
innerhalb von Stunden, verfügbar:<br />
voll funktionstüchtige Werkzeugeinsätze<br />
aus Kunststoff, die in die<br />
eigenen Stammwerkzeuge eingebaut<br />
werden können.<br />
Musterprodukte<br />
zeitnah bereitstellen<br />
Diese Einsätze ermöglichen es<br />
Sanner, Kunden zeitnah spritzgegossene<br />
Musterprodukte aus Originalmaterial<br />
zur Qualifizierung<br />
zur Verfügung zu stellen. Die Prototypen<br />
verfügen über dieselben<br />
Eigenschaften wie das Endprodukt<br />
und liefern daher genauere, verlässlichere<br />
Ergebnisse als beispielsweise<br />
3D-gedruckte Muster, die nicht<br />
aus dem später verwendeten Serienmaterial<br />
gefertigt sind. Tests und<br />
Validierungen am Original material<br />
sind also früher möglich. Auf diese<br />
Weise lässt sich der Entwicklungsprozess<br />
verkürzen; außerdem spart<br />
der Kunde Aufwände ein, die möglicherweise<br />
anfallen würden, falls<br />
Mängel erst zu einem späteren Zeitpunkt<br />
aufgefallen wären.<br />
Werkzeugkonzept<br />
optimieren<br />
Schon während dieser Phase entwickelt<br />
Sanner gemeinsam mit dem<br />
Kunden ein optimales Werkzeugkonzept,<br />
welches für das Serienwerkzeug<br />
adaptiert werden kann.<br />
So werden Werkzeugoptimierungen<br />
während der Industrialisierung und<br />
Serienfertigung reduziert, der Prozess<br />
nicht unnötig verlangsamt<br />
und insgesamt Werkzeug kosten<br />
gespart.<br />
Langjährige Erfahrung<br />
in Spritzguss und<br />
Werkzeugtechnik<br />
Bei der Herstellung dieser<br />
Werkzeugeinsätze kommt dem<br />
Unternehmen seine langjährige<br />
Kompetenz im Präzisions- und<br />
Design for<br />
Manufacturing and<br />
Assembly<br />
Beim sogenannten produktionsgerechten<br />
Gestalten wird der<br />
Herstellungsprozess einzelner<br />
Produktkomponenten optimiert,<br />
indem Parameter wie<br />
Material auswahl, Werkzeugkonzept<br />
sowie Fertigungs- und<br />
Montage bedingungen bereits<br />
von Beginn an betrachtet werden.<br />
Entwicklungsabteilung und<br />
Produktion arbeiten dabei eng<br />
zusammen und beraten sich<br />
kontinuierlich, um die Produktidee<br />
an die realen Herstellungsbedingungen<br />
anzupassen. Auf<br />
diese Weise sparen Hersteller<br />
wichtige Ressourcen – und<br />
gewährleisten einen effizienten,<br />
sicheren Herstellungsprozess<br />
sowie kostenoptimierte<br />
Produkte.<br />
10 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Dienstleistung<br />
Mehrkomponentenspritzguss sowie<br />
in der Werkzeugtechnik zugute –<br />
auch und vor allem in der Großserienfertigung:<br />
Als CDMO für kundenspezifische<br />
Pharmaverpackungen<br />
und Medizinprodukte beliefert Sanner<br />
seine Kunden seit Jahrzehnten<br />
mit spritzgegossenen Komponenten,<br />
beispielsweise mit Zubehör für<br />
Glasspritzen wie Fingerauflagenvergrößerungen.<br />
Fingerauflagenvergrößerungen für Spritzen:<br />
Funktionalität und Design<br />
Als CDMO unterstützt Sanner Unternehmen bei der Entwicklung<br />
von Spritzensystemen – inklusive Prototyping – oder setzt deren<br />
eigenes Design in ein effizientes Produktionskonzept um. Dabei<br />
kommt es gleichermaßen auf Funktionalität und Design an, wie ein<br />
Beispiel aus der Praxis zeigt: Ergonomisch geformte Fingerauflagenvergrößerungen<br />
mit rutschfestem Griff führen zu mehr Sicherheit<br />
und Anwendungsfreundlichkeit im Einsatz. Durch die Drehbarkeit<br />
des Spritzenzylinders in der Auflagenvergrößerung lässt sich<br />
die Spritzenkanüle optimal ausrichten – die Spritze muss also nicht<br />
mehrmals angesetzt werden. Für einen besseren Halt und noch<br />
mehr Sicherheit bei der Injektion – insbesondere bei ästhetischen<br />
Behandlungen oder in der Schönheitschirurgie – fertigt Sanner die<br />
Fingerauflagenvergrößerungen auch im Zweikomponentenspritzguss<br />
mit kleinsten Schussgewichten.<br />
Sanner IDP Process<br />
Wichtige Impulse von Anfang an:<br />
Auch über das Prototyping hinaus<br />
kann Sanner wichtige Impulse<br />
für den Herstellungsprozess liefern:<br />
Mit seinem normkonformen<br />
Stage-Gate-Prozess, dem Sanner<br />
IDP Process (Idea – Design – Product)<br />
stellt das Unternehmen sicher,<br />
dass alle wichtigen Faktoren von<br />
Anfang an berücksichtigt werden.<br />
Dabei kombiniert Sanner langjährige<br />
Erfahrung im Bereich Pharmaund<br />
Medizintechnik mit Kompetenzen<br />
im Design und in der Umsetzung<br />
von komplexen und hochwertigen<br />
Anwendungen. Die Experten<br />
begleiten dafür komplette Produktionsprojekte<br />
von der ersten Idee<br />
über Entwicklung und Prototypen bis<br />
zur Serien fertigung – exakt angepasst<br />
an das jeweilige Projekt und<br />
mit einer offenen und teamorientierten<br />
Kommunikation.<br />
Sanner<br />
www.sanner-group.com<br />
Electronic-Manufacturing-Services<br />
cms electronics ist ein Komplett anbieter<br />
für Electronic-Manufacturing-Services<br />
(EMS): von der Entwicklung über das<br />
Design, die Musterfertigung, den Materialeinkauf,<br />
das Bestücken der Baugruppen<br />
inklusive dem Testen bis zur Endgerätemontage<br />
bekommen Kunden alles aus<br />
einer Hand. Hauptmärkte sind Automotive,<br />
Industrie, erneuerbare Energien<br />
und Medizintechnik.<br />
cms electronics bietet integrierte Lösungen<br />
über die gesamte Versorgungskette<br />
und jahrzehntelange Erfahrung in der<br />
EMS-Fertigung.<br />
Unser Service – Ihr Gewinn:<br />
■ Entwicklung von Hard- und Software<br />
für elektronische und mechatronische<br />
Baugruppen, Geräte und Systeme<br />
■ Kundenspezifisches Design<br />
■ Entwicklung von Testkonzepten<br />
■ Materialmanagement<br />
■ Manuelles und automatisiertes<br />
Bestücken, Testen und Montage<br />
von Baugruppen, Systemen und<br />
Geräten mittels modernstem<br />
Fertigungsequipment und State-ofthe-art-Technologien<br />
■ Eigenentwicklungen von<br />
Multifunktionstestgeräten<br />
■ Roboterbasierte Testanlagen<br />
■ Auftragsbezogene und<br />
kundenspezifische Kalkulationen<br />
zu optimierten Preisen<br />
■ NPI – Produkteinführung mit<br />
etablierten Prozessen<br />
■ Null-Fehler-Philosophie<br />
Über cms electronics:<br />
Fertigungen in Klagenfurt am Wörthersee/<br />
Österreich (Zentrale), in Fonyod/Ungarn<br />
und in March-Freiburg (Deutschland);<br />
Vertriebsbüros in Kassel und March-<br />
Freiburg/Deutschland; zwei Trading-<br />
Offices in China (Hong Kong und Shenzhen).<br />
Gegründet 2003, 550 Mitarbeiter.<br />
Zertifiziert nach:<br />
ISO 9001<br />
IATF 16949<br />
ISO 14001 und<br />
ISO 13485.<br />
Mehrfache Auszeichnungen für Flexibilität,<br />
Liefertreue und Qualität.<br />
WE MAKE LIFE EASIER, NOW AND IN FUTURE.<br />
Ihr Partner für die Elektronikfertigung<br />
cms electronics gmbh<br />
Industriering 7<br />
A-9020 Klagenfurt am Wörthersee<br />
Tel: +43(0)463 330 340 101<br />
www.cms-electronics.com<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
11
Dienstleistung<br />
Eine neue Gerätegeneration für die Dentalmedizin<br />
GINZINGER ELECTRONIC<br />
SYSTEMS GMBH<br />
www.ginzinger.com<br />
W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH<br />
zählt weltweit zu den führenden Herstellern<br />
zahnmedizinischer Übertragungsinstrumente-<br />
und geräte. Bei<br />
der Entwicklung und Markteinführung<br />
einer neuen Gerätegeneration<br />
sowie der Modularisierung der Oralchirurgie-Produktpalette<br />
setzte W&H<br />
wieder auf das Elektronik-Knowhow<br />
von Ginzinger electronic systems.<br />
Wohl die Wenigsten freuen sich<br />
auf ihn: Den Gang zum Zahnarzt in<br />
Erwartung eines unangenehmen und<br />
schmerzvollen Eingriffs. Der Besuch<br />
in Verbindung mit einem operativen<br />
Eingriff geht einem meistens<br />
im wahrsten Sinne des Wortes „auf<br />
die Nerven“, bzw. „unter die Haut“.<br />
Um operative Eingriffe im Dentalbereich<br />
so schonend und schmerzfrei<br />
wie möglich zu gestalten, greifen<br />
Dentalmediziner gerne auf die<br />
Operationsmethode mittels Piezotechnik<br />
zurück. Die vom Dentalgerät<br />
übertragenen Ultraschallwellen<br />
wirken ausschließlich auf kalkhaltiges<br />
Gewebe, also auf Knochen<br />
oder Zähne.<br />
Die W&H-Gruppe<br />
Die internationale W&H-Gruppe<br />
mit Headquarter in Bürmoos (Österreich)<br />
ist weltweit führend in der Entwicklung<br />
und Herstellung von Medizintechnikprodukten.<br />
Mit rund 1200<br />
Mitarbeitern weltweit exportiert W&H<br />
seine Produkte in über 130 Länder.<br />
Das neue Piezomed-Modul<br />
Hochwertige Produkt- und Servicelösungen,<br />
eine moderne Unternehmensstruktur,<br />
ein starker Fokus auf<br />
Forschung und Entwicklung sowie<br />
soziale Verantwortung machen<br />
W&H zu einem lokal und global<br />
erfolgreichen Familien unternehmen.<br />
Folgeprojekt:<br />
Das neue Piezomed Modul<br />
2014 feierte das komplett überarbeitete<br />
Chirurgiegerät „Piezomed“<br />
von W&H seinen erfolgreichen<br />
Markteintritt. Es macht den operativen<br />
Eingriff für Patienten wesentlich<br />
angenehmer, verursacht weniger<br />
Schmerzen und ermöglicht eine<br />
schnellere Wundheilung. Ginzinger<br />
entwickelte dafür das Man-Machine-<br />
Interface (kurz MMI). W&H wandte<br />
sich für die Realisierung zweier Projekte<br />
erneut vertrauensvoll an Ginzinger:<br />
Bei der Verwirklichung einer<br />
neuen, leistungsfähigeren Gerätegeneration,<br />
dem „Piezomed Modul“,<br />
und bei der Modularisierung der<br />
OralchirurgieProduktpalette.<br />
Flexibel einsetzbar<br />
Das Piezomed-Modul ist der<br />
Nachfolger des Piezomed Table-<br />
Top-Gerätes und kann in Kombination<br />
mit Implantmed, dem W&H-Produkt<br />
zum Setzen von Zahnimplantaten,<br />
eingesetzt werden. Das<br />
Implantmed Plus stellt somit die<br />
Basis des Systems dar. Durch das<br />
einfache Ankoppeln des Piezomed-<br />
Moduls ist der Arzt auf verschiedenste<br />
chirurgische Anwendungen<br />
vorbereitet. Die Bedienung des Kombigerätes<br />
erfolgt mittels dem von<br />
Ginzinger entwickelten und produzierten<br />
MMI des Implantmed.<br />
„Die neuen Piezomed-Module<br />
sind eine Weltneuheit in unserem<br />
Produktsegment. Durch das modulare<br />
Konzept ist es dem Anwender<br />
nun möglich, auf kleinstem Raum<br />
die Vorteile von rotierenden Elektromotoren<br />
und schwingenden Piezoinstrumenten<br />
gemeinsam zu nutzen.“<br />
Viele Features in Hard- und<br />
Software<br />
Die neue Generation des Dentalgerätes<br />
bietet viele Features. So<br />
erkennt etwa die Software des Piezomed<br />
automatisch, welche Spitze<br />
aus den drei vorhandenen Spitzengruppen<br />
auf das Handstück aufgesteckt<br />
wird. Das Handstück verfügt<br />
über einen LED-Sockel inklusive<br />
Kabel und ist thermodesinizier-<br />
und sterilisierbar. Die LED-<br />
Ring beleuchtung am Handstück<br />
garantiert die ideale Ausleuchtung<br />
des Operationsfeldes. Diese wird<br />
ebenfalls bei Ginzinger produziert.<br />
Dem Anwender steht darüber hinaus<br />
nun auch mehr Leistung zur Verfügung:<br />
Statt bisher 20 Watt sind<br />
es nun 24 Watt. Das neue W&H-<br />
System konzept ermöglicht es, in<br />
Zukunft einzelne Elektronikkomponenten<br />
flexibler, auch bei Herstellern<br />
von kompletten Behandlungsstühlen<br />
einzusetzen.<br />
„Ginzinger ist langjähriger Entwicklungspartner<br />
für W&H. Gemeinsam haben wir<br />
schon zahlreiche Projekte erfolgreich<br />
realisiert.“<br />
DI Isabella Schmied ,<br />
Product Management bei W&H<br />
12 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Dienstleistung<br />
Johannes Ulmer ,<br />
Hardwareentwicklung<br />
bei Ginzinger<br />
Verbesserte Leistung und<br />
Modularität<br />
Ursprüngliche Aufgabenstellung<br />
war es, das Piezomodul als Table-<br />
Top-Gerät zu etablieren. Im Laufe<br />
des Projektes entschied man sich<br />
aber für eine Modulvariante. Die<br />
Modularisierung der kompletten<br />
Produktpalette wurde als Projektziel<br />
deklariert.<br />
Hardwareentwicklung<br />
Die größten Herausforderungen<br />
während des Redesigns der Elektroniken<br />
war das Wärmemanagement<br />
aufgrund der hohen Wärmeentwicklung,<br />
die EMV und die Ansteuerung<br />
des Piezokristalls, bei dem relativ<br />
hohe Spannungen notwendig sind.<br />
Antriebssoftware<br />
Für die Regelung des Antriebs,<br />
sowie den verbauten Piezomotors<br />
in Resonanzfrequenz zu halten, war<br />
viel Knowhow für die Antriebssoftware<br />
gefragt. Ginzinger kümmerte<br />
sich um die Firmware für Piezo-<br />
Ansteuerung und Spitzenerkennung,<br />
die Regelalgorithmen und<br />
Optimierung des Stromverbrauchs.<br />
Projektstart<br />
Es wurde ein neues Platinenkonzept<br />
angewandt und die Software<br />
verbessert. Im Piezomed sind zwei<br />
Platinen verbaut: Die Antriebs- und<br />
die Spitzenerkennungsplatine. Die<br />
Antriebsplatine steuert den verbauten<br />
Piezomotor an und bringt<br />
diesen mit einer gewissen Frequenz,<br />
der so genannten Resonanzfrequenz,<br />
zum Schwingen. In dieser<br />
muss er dann konstant betrieben<br />
werden. Die Platine zur Spitzenerkennung<br />
detektiert zuverlässig<br />
in derzeit drei Leistungsklassen<br />
bzw. -gruppen, welches Werkzeug<br />
gerade am Handstück aufgesteckt<br />
„Die hohe Wärmeentwicklung auf der<br />
Platine ist nicht nur der Regelung<br />
des verbauten Hochspannungs trafos,<br />
sondern auch anderer, verbauter<br />
Komponenten, z. B. zur Einhaltung der<br />
EMV geschuldet. Für die Ansteuerung<br />
des Piezokristalls sind relativ hohe<br />
Spannungen notwendig. Spannungsspitzen<br />
von bis zu 600 Volt sind hier<br />
möglich. Das macht das Einhalten von<br />
vorgeschriebenen Isolationsabständen<br />
(Luft- und Kriechstrecken) zwingend<br />
erforderlich.“<br />
ist. Die Antriebsplatine wurde im<br />
Zuge eines Redesigns bei Ginzinger<br />
verkleinert, mit verbesserter<br />
Leistung ausgestattet (von bisher<br />
20 Watt auf max. 24 Watt) und<br />
kostentechnisch optimiert. Dank<br />
des modularen Designs kann W&H<br />
die Antriebsplatine auch in anderen<br />
Produkten einsetzen.<br />
Technische<br />
Herausforderungen<br />
In der Hardwareentwicklung<br />
waren die wohl größten Herausforderungen<br />
während des Redesigns<br />
und der Modularisierung das Wärmemanagement<br />
für die Antriebsplatine,<br />
die Regelung des Antriebs,<br />
sowie den verbauten Piezomotor in<br />
Resonanzfrequenz zu halten. Die<br />
Antriebsplatine so zu designen,<br />
dass sie auf dem vordefinierten,<br />
sehr engen Raum trotz hoher Ausgangsleistung<br />
nicht zu stark erhitzt,<br />
war nicht einfach.<br />
Dazu Johannes Ulmer , Hardwareentwicklung<br />
bei Ginzinger:<br />
„Die hohe Wärmeentwicklung auf<br />
der Platine ist nicht nur der Regelung<br />
des verbauten Hochspannungstrafos,<br />
sondern auch anderer, verbauter<br />
Komponenten, z. B. zur Einhaltung<br />
der EMV geschuldet. Für<br />
die Ansteuerung des Piezokristalls<br />
sind relativ hohe Spannungen notwendig.<br />
Spannungsspitzen von bis<br />
zu 600 Volt sind hier möglich. Das<br />
macht das Einhalten von vorgeschriebenen<br />
Isolationsabständen<br />
(Luft- und Kriechstrecken) zwingend<br />
erforderlich.“<br />
Die Regelung des Antriebs forderte<br />
vor allem das Softwareteam<br />
bei Ginzinger electronic systems.<br />
Die Antriebsplatine besteht aus<br />
zwei Controllern. Einer davon ist<br />
ein performanterer Controller mit<br />
DI Andreas Pfeiffer ,<br />
Leitung Kundenberatung<br />
bei Ginzinger<br />
Im Piezomed sind zwei Platinen verbaut: Die Antriebs- und die<br />
Spitzenerkennungsplatine<br />
High Resolution Timer. Er übernimmt<br />
die komplette Leistungs- und<br />
Frequenzregelung, filtert die Leistungsvorgabe<br />
des anderen Controllers<br />
und stellt die Leistung am<br />
Antrieb des Handstücks ein. Der<br />
zweite Controller kommuniziert<br />
über CAN mit der Displayeinheit.<br />
Für die Antriebssoftware war viel<br />
Knowhow gefragt. Der Fokus lag<br />
auf der Optimierung der Leistung<br />
der Regelungstechnik.<br />
DI Andreas Pfeiffer , Leitung Kundenberatung<br />
bei Ginzinger: „Die<br />
Regelung des Piezo-Antriebs ist<br />
sehr anspruchsvoll. Das zu schneidende<br />
Material kann sehr unterschiedliche<br />
Härtegrade haben.<br />
Sobald die Schneide in Knochenoder<br />
Zahnsubstanz eingedrungen<br />
ist, verschiebt sich der Resonanzpunkt<br />
der Regelung. Die beim<br />
Schneiden entstehende Verlustleistung<br />
muss mittels Software minimiert<br />
werden.“<br />
„Die Regelung des Piezo-Antriebs ist<br />
sehr anspruchsvoll. Das zu schneidende<br />
Material kann sehr unterschiedliche<br />
Härte grade haben. Sobald die Schneide<br />
in Knochen- oder Zahnsubstanz eingedrungen<br />
ist, verschiebt sich der<br />
Resonanzpunkt der Regelung. Die<br />
beim Schneiden entstehende Verlustleistung<br />
muss mittels Software minimiert<br />
werden.“<br />
Erfolgreiche<br />
Markteinführung<br />
Auch die verschiedenen Aufsätze<br />
für das Handstück waren<br />
für die Softwareentwickler eine<br />
Herausforderung, denn die Regelung<br />
muss - unabhängig von der<br />
Spitze - immer optimal parametriert<br />
sein. Der Software obliegt es, die<br />
optimale Leistung der jeweiligen<br />
Spitze zu erkennen und zu regeln.<br />
Die Applikation am Display und die<br />
Firmware des Kommunikationscontrollers<br />
am Antrieb wurden von<br />
W&H programmiert. Die Firmware<br />
für Piezo-Ansteuerung, Spitzenerkennung,<br />
Regelalgorithmen und<br />
Optimierung des Stromverbrauchs<br />
kamen von Ginzinger.<br />
Das Piezomed Modul wurde von<br />
W&H bereits erfolgreich in den Markt<br />
eingeführt und wird von Ginzinger<br />
in Serie produziert. ◄<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
13
Software<br />
Automatisierte Auswertung von Blutproben<br />
mittels Machine Learning<br />
Bild 1: Ablauf eines Lateral Flow Assay [1]<br />
Autor:<br />
Claudio Furter<br />
Software Engineer<br />
Cicor Group<br />
www.cicor.com<br />
Künstliche Intelligenz hat im Verlauf<br />
der Jahre in vielen Bereichen<br />
stark an Bedeutung gewonnen.<br />
Auch im Medizinbereich nutzen<br />
immer mehr Anwendungen künstliche<br />
Intelligenz bzw. Machine<br />
Learning für präzisere Diagnosen.<br />
Gleichzeitig steigt der Bedarf an<br />
schnellen und zuverlässigen Analysemöglichkeiten<br />
von Blutproben,<br />
die patientennah durchgeführt werden<br />
können, weltweit stark an. Lateral<br />
Flow Assays (LFA) bieten eine<br />
ideale Möglichkeit zur schnellen und<br />
einfachen Anwendung im Point-of-<br />
Care-Bereich (POC).<br />
Mithilfe von optischen Messsystemen<br />
können LFAs quantitativ<br />
ausgewertet werden. Das Erkennen<br />
von Störungen auf LFAs ist<br />
mit herkömmlicher Bildverarbeitung<br />
sehr komplex. Cicor hat mithilfe<br />
von Bildverarbeitung optische<br />
Messungen von LFAs analysiert<br />
und verschiedene Machine Learning<br />
Modelle trainiert. Durch den<br />
Einsatz von Machine Learning wird<br />
gezeigt, dass Störungen auf dem<br />
LFA erkannt und entsprechend klassifiziert<br />
werden können.<br />
Lateral Flow Assay (LFA)<br />
LFA ist eine papierbasierte Plattform<br />
für die Detektion und Quantifizierung<br />
von Stoffen in komplexen<br />
Mischungen. Es ist eine biochemische<br />
Methode zum qualitativen<br />
und quantitativen Nachweis<br />
spezifischer Antigene und Antikörper.<br />
Eine zu untersuchende Probe<br />
wird auf einen Teststreifen aus<br />
Polymer aufgetragen und fließt<br />
dank der Kapillarwirkung durch<br />
verschiedene Zonen. Auf diesen<br />
Zonen sind Moleküle befestigt, die<br />
mit Analyten der Probe wechselwirken<br />
können. Die Probe wandert weiter<br />
durch den Bindungsfreigabebereich,<br />
der Antikörper enthält. Diese<br />
sind spezifisch für den Analyten und<br />
sind mit gefärbten oder fluoreszierenden<br />
Partikeln gebunden. Meist<br />
kommen dafür Gold- oder Latexmikropartikel<br />
zum Einsatz. Die Probe<br />
fließt mit den gebundenen Antikörper<br />
entlang des Teststreifens in die<br />
Nachweiszone. Dabei handelt es<br />
sich um eine poröse Membran mit<br />
spezifischen biologischen Komponenten,<br />
die in Linien befestigt<br />
sind. Eine Reaktion der Antikörper<br />
gebundenen Analyten mit dieser<br />
Membran führt zu einer Verfärbung<br />
der Testlinie. Eine Kontrolllinie<br />
dient dazu den korrekten Flüssigkeitsfluss<br />
durch den Streifen anzuzeigen<br />
(Bild 1).<br />
Machine Learning<br />
Machine Learning (Maschinelles<br />
Lernen) kann als Teilgebiet der künstlichen<br />
Intelligenz bezeichnet werden,<br />
dessen Ziel es ist, bestimmte<br />
Muster oder Regeln in einer vorgegebenen<br />
Datenmenge automatisiert<br />
zu finden. Um dies zu erreichen,<br />
werden Lernalgorithmen mit<br />
Beispielen trainiert und daraus wird<br />
ein komplexes Modell ent wickelt. Das<br />
Modell kann anschließend auf neue,<br />
unbekannte Daten ähnlicher Struktur<br />
angewendet werden und somit<br />
diese Daten beurteilen.<br />
Es gibt verschiedene Arten von<br />
Machine Learning Methoden, die<br />
jeweils für unterschiedliche Zwecke<br />
14 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Software<br />
Bild 2: Ablauf von Supervised Learning<br />
geeignet sind. Beim Supervised<br />
Learning (Überwachtes Lernen)<br />
müssen die richtigen Antworten,<br />
genannt Labels, in den Trainingsdaten<br />
mitinbegriffen sein. Das Unsupervised<br />
Learning (Unüberwachtes<br />
Lernen) hingegen benötigt lediglich<br />
die rohen Trainingsdaten, um<br />
Muster in den Daten zu erkennen<br />
und dadurch eine Gruppierung der<br />
Daten zu erzeugen.<br />
Supervised Learning<br />
Die Herausforderung beim Supervised<br />
Learning besteht also darin die<br />
Beziehung zwischen den Trainingsbeispielen<br />
und Labeln zu modellieren.<br />
Das daraus resultierende<br />
Modell wird benutzt, um für neue<br />
und unbekannte Daten ein Label vorherzusagen.<br />
Bild 2 stellt die grundlegenden<br />
Schritte von Supervised<br />
Learning dar. Zuerst werden die<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
entsprechenden zuvor definierten<br />
Merkmale aus den Trainingsdaten<br />
extrahiert und daraus eine Merkmalsmatrix<br />
erstellt. Anhand der<br />
extrahierten Merkmale und der<br />
dazugehörigen Labels wird ein Algorithmus<br />
trainiert, sodass ein auf die<br />
Trainingsdaten angepasstes Vorhersage-Modell<br />
entsteht. Das Modell<br />
wird anschließend mit noch unbekannten<br />
Validierungsdaten evaluiert.<br />
Je nach Genauigkeit der Vorhersagen<br />
muss allenfalls die Merkmalsextraktion<br />
neu definiert oder<br />
das Modell optimiert werden. Bei<br />
Vorhersagen von den ungelabelten<br />
Testdaten werden die beim Training<br />
definierten Merkmale extrahiert und<br />
vom Modell verarbeitet.<br />
Bild 3: Störungsfrei: Klasse 0, Störungsbehaftet: Klasse 1 und 2<br />
Unsupervised Learning<br />
Beim Unsupervised Learning<br />
werden Trainingsdaten ohne dazugehörige<br />
Labels verwendet. Diese<br />
Methode wird meistens eingesetzt,<br />
wenn große, unstrukturierte Daten<br />
vorhanden sind, von denen man<br />
nicht weiß nach welchen Kriterien<br />
diese aufgeteilt werden können.<br />
Unsupervised Learning Methoden<br />
versuchen Strukturen und Unterschiede<br />
in den Daten zu erkennen,<br />
um Gruppen (Cluster) ähnlicher<br />
Beispiele zu finden. Es wird ebenfalls<br />
ein Modell gebildet, welches<br />
zur Vorhersage der Gruppen dient.<br />
Für Machine Learning gibt es<br />
eine Vielzahl von Modelltypen und<br />
Algorithmen, welche jeweils für<br />
unterschiedliche Aufgaben geeignet<br />
sind. Die Aufgabe, störbehaftete<br />
LFAs zu erkennen, ist ein Klassifikationsproblem.<br />
Es werden deshalb<br />
verschiedene Klassifikationsverfahren<br />
des Supervised Learning<br />
für die Problemlösung eingesetzt.<br />
Training und Evaluation von<br />
Machine-Learning-Modellen<br />
Als Datengrundlage für das<br />
Trainieren der Machine Learning<br />
Modelle wird ein Datensatz von<br />
optischen LFA-Messungen in Form<br />
von Graustufen-Bildern verwendet.<br />
Die Daten sind in drei Klassen bzw.<br />
Labels eingeteilt, wobei eine Klasse<br />
die störungsfreien LFAs beinhaltet<br />
sowie zwei unterschiedliche Fehlerklassen<br />
mit störungsbehafteten<br />
LFAs (Bild 3).<br />
Der gesamte Datensatz wurde<br />
für das Trainieren und Validieren<br />
der Algorithmen zufällig in 80 %<br />
Trainingsdaten und 20 % Testdaten<br />
aufgeteilt. Die drei Klassen<br />
sind verhältnismäßig gleich verteilt<br />
vertreten. Gemäß Bild 4 sind<br />
die Trainingsdaten erneut in Trainingsdaten<br />
und Validierungsdaten<br />
aufgeteilt. Mittels Kreuzvalidierung<br />
können so Machine-Learning-Algorithmen<br />
trainiert und validiert werden.<br />
Das entstandene Modell wird<br />
anschließend auf die bisher noch<br />
unbekannten Testdaten angewendet<br />
und somit kann eine Aussage<br />
über die Performance des Modells<br />
getroffen werden.<br />
Vorbereitung zum Trainieren<br />
Vor dem Trainieren der Algorithmen<br />
müssen die Graustufen-Bilder<br />
in numerische Eingangsdaten umgewandelt<br />
werden. Dafür werden die<br />
Bilder mit Methoden der Bildverarbeitung<br />
entsprechend aufbereitet<br />
und unterschiedliche statistische<br />
Merkmale extrahiert. Diese extrahierten<br />
Merkmale werden in einer<br />
Matrix abgespeichert und stellen<br />
die Grundlage für das Trainieren<br />
der Machine-Learning-Modelle dar.<br />
In einem nächsten Schritt werden<br />
verschiedene Machine-Learning-<br />
Algorithmen wie beispielsweise<br />
Klassifikationsbäume oder Support<br />
Vector Machine miteinander<br />
verglichen und deren Vorhersage-<br />
Performance betrachtet. Dieser erste<br />
Vergleich zeigt, dass mit den extrahierten<br />
Merkmalen und den Algorithmen<br />
k-Nearest-Neighbor und<br />
Random Forest bereits ein akzeptables<br />
Resultat erreicht werden kann.<br />
Parameter-Tuning<br />
Um die Performance der Modelle<br />
weiter zu steigern, wird ein Parameter-Tuning<br />
durchgeführt. Die<br />
Machine-Learning-Algorithmen<br />
haben verschiedene einstellbare<br />
15
Software<br />
Bild 4: Ablauf Training, Evaluation und Validierung<br />
Parameter. Mit Parameter-Tuning<br />
kann die optimale Einstellung dieser<br />
Parameter automatisch ermittelt<br />
werden. Dabei wird pro Parameter<br />
Kombination ein Modell trainiert<br />
und validiert. Das Modell mit<br />
der besten Performance hat somit<br />
die optimalsten Parameter.<br />
Oversampling-Methoden<br />
Aufgrund einer großen Klassenungleichheit<br />
in den Daten werden<br />
zusätzlich verschiedene Oversampling-Methoden<br />
zur Verbesserung<br />
der Performance eingesetzt. Mit<br />
Methoden wie Random Oversampling<br />
oder SMOTE (Synthetic Minority<br />
Oversampling Technique) werden<br />
die Minderheitsklassen auf verschiedene<br />
Arten vergrößert und sollen<br />
so stärker gewichtet werden. Diese<br />
beiden Methoden werden vorgängig<br />
zum Parameter-Tuning angewendet.<br />
Es hat sich gezeigt, dass der<br />
Random Forest unter Anwendung<br />
von SMOTE in dieser Anwendung<br />
die beste Performance erreicht. Die<br />
Qualität des Modells wird mit dem<br />
F1-Score gemessen. Der F1-Score<br />
ignoriert die Klassenungleichgewichte<br />
und ist für diesen Fall gut<br />
geeignet.<br />
Das finale Modell erreicht einen<br />
F1-Score von 82 % auf den Testdaten.<br />
Basierend auf dem kleinen<br />
Datensatz ist dies bereits ein gutes<br />
Ergebnis. Die Auswertung zeigt,<br />
dass vor allem LFAs mit extremen<br />
Störungsfällen zuverlässig<br />
und richtig klassifiziert werden. Mit<br />
zusätzlichen Daten könnte die Performance<br />
des Modells gesteigert<br />
und somit Grenzfälle besser trainiert<br />
werden.<br />
Machine Learning<br />
im Medizinbereich<br />
Damit das evaluierte Modell auf<br />
einem Medizingerät eingesetzt<br />
werden kann, gilt es einige regulatorische<br />
Anforderungen und allgemeine<br />
Normen zu beachten. In<br />
der traditionellen Entwicklung einer<br />
Software bzw. eines Programmes<br />
wird eine gewünschte Berechnung<br />
oder ein Problem von einer Person<br />
gelöst und ein entsprechender Code<br />
implementiert. Dieses Vorgehen<br />
zur Problemlösung und Entwicklung<br />
eines Programmes verläuft<br />
nach einem definierten Prozess.<br />
Ist das Programm für den Betrieb<br />
freigegeben, kann es auf der Zielplattform<br />
eingesetzt werden und<br />
eine bestimmte Eingabe führt zu<br />
einem erwarteten Ergebnis. Durch<br />
den Einsatz von Machine Learning<br />
verändert sich dieser Ablauf. Eine<br />
Berechnung oder ein Problem wird<br />
neu durch einen Machine-Learning-<br />
Algorithmus gelöst. Das daraus<br />
resultierende Modell wird dann auf<br />
der Zielplattform eingesetzt und<br />
kann Vorhersagen treffen.<br />
Traditionelle vs. Machine<br />
Learning Entwicklung<br />
Bild 5 vergleicht die traditionelle<br />
Entwicklung mit der Machine Learning<br />
Entwicklung. Aktuell existieren<br />
keine Gesetze und harmonisierte<br />
Normen, welche den Einsatz von<br />
künstlicher Intelligenz bzw. Machine<br />
Learning in Medizinprodukten regulieren.<br />
Es ist deshalb wichtig die allgemeinen<br />
Normen und Best Practices<br />
einzuhalten. Trotz der nicht existierenden<br />
Normen für den Einsatz<br />
von Machine Learning in Medizinprodukten<br />
müssen die bestehenden<br />
regulatorischen Anforderungen wie<br />
die MDR und IVDR erfüllt werden. [2]<br />
Zusammenfassung<br />
Bereits heute wird künstliche<br />
Intelligenz in Medizinprodukten<br />
für Diagnosen eingesetzt und wird<br />
in Zukunft weiter an Bedeutung<br />
gewinnen. Durch die Integration<br />
des erstellten Modells auf einem<br />
optischen Messsystem können<br />
Messergebnisse von Blutproben<br />
verbessert werden indem störbehaftete<br />
Messungen zuverlässiger<br />
erkannt werden können.<br />
Quellen<br />
[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/<br />
pmc/articles/PMC4986465/<br />
[2] Johner Institut, Seminar „KI-<br />
Anwendungen gesetzeskonform<br />
entwickeln“ ◄<br />
Bild 5: Traditionelle vs. Machine Learning Entwicklung<br />
16 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
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DER MEDIZINTECHNIK<br />
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meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
17
Software<br />
SaaS-Branchenlösung für die Medizintechnik<br />
Premiere auf der MedtecLIVE<br />
Halle 1, Stand 1-321d<br />
KUMAVISION AG<br />
www.kumavision.com<br />
Der Branchensoftware- Spezialist<br />
Kumavision präsentiert auf der<br />
MedtecLIVE with T4M die SaaS-<br />
Lösung Kumavision medtec365 für<br />
die Medizintechnik. Die ERP-Branchensoftware<br />
bildet alle Unternehmensbereiche<br />
in einer integrierten<br />
Softwarelösung ab. Wie Unternehmen<br />
durch das Konzept Softwareas-a-Service<br />
ihre Effizienz und Flexibilität<br />
steigern, zeigt Kumavision<br />
mit Live-Demos auf dem VDMA-<br />
Gemeinschaftsstand AG Medizintechnik.<br />
Ebenfalls im Fokus des<br />
Messeauftritts steht die Technologieplattform<br />
Microsoft Dynamics<br />
365 die neben der ERP-Software<br />
auch weitere Business-Anwendungen<br />
wie CRM, Business Intelligence<br />
und DMS beinhaltet. Unternehmen<br />
können diese flexibel miteinander<br />
kombinieren und so mit<br />
einer agilen, modernen IT-Landschaft<br />
ihre Wettbewerbsfähigkeit<br />
steigern.<br />
Schnell reagieren<br />
„Das Konzept Software-as-a-<br />
Service (SaaS) ist viel mehr als<br />
nur eine technologische Perspektive.<br />
SaaS versetzt Medizintechnik-<br />
Unternehmen in die Lage, schnell<br />
auf veränderte Anforderungen<br />
des Marktes oder im regulierten<br />
Umfeld zu reagieren und neue<br />
Geschäftsmodelle zeitnah umzusetzen“,<br />
erklärt Wolfgang Renner,<br />
Bereichsleiter Healthcare Solutions,<br />
Kumavision AG.<br />
Bei der SaaS-Lösung medtec365<br />
übernimmt das Unternehmen<br />
Bereitstellung und Betrieb, die<br />
Cloud ersetzt so den lokalen<br />
Betrieb (On-Premises) im Unternehmen<br />
selbst. Die Software wird<br />
durch automatische Updates im<br />
Hintergrund stets auf dem aktuellen<br />
Stand gehalten. Kurze Innovationszyklen<br />
von Kumavision und<br />
Microsoft sorgen dafür, dass die<br />
Kunden direkten Zugriff auf neue<br />
Funktionen und Technologien erhalten.<br />
Weitere Vorteile sind die einfache<br />
Skalierbarkeit, die weltweite<br />
Verfügbarkeit sowie die Entlastung<br />
der IT-Abteilung. „Bisher führten<br />
Unternehmen nur alle vier bis sechs<br />
Jahre ein Update ihrer ERP-Software<br />
durch. medtec365 wird regelmäßig<br />
automatisch aktualisiert und<br />
stärkt so die Wettbewerbsfähigkeit<br />
unserer Kunden“, kommentiert<br />
Renner. Durch automatisierte<br />
Tests sowie den Computer Software<br />
Assurance (CSA)-Ansatz werden<br />
die Updates normkonform gehandelt<br />
und dokumentiert, wodurch der<br />
Aufwand für die Validierung deutlich<br />
verringert wird.<br />
Mit Best-Practice<br />
schneller ans Ziel<br />
Ob regulatorische Anforderungen<br />
(MDR, ISO 13485, EUDAMED, FDA)<br />
oder durchgehende QM-/QS-Unterstützung<br />
über den gesamten Produktlebenszyklus,<br />
ob FMEA-Risikoanalysen<br />
und CAPA-Maßnahmen<br />
oder Audit Trail/Traceability,<br />
ob chargenreine Produktion oder<br />
Serien- und Chargennummernverfolgung<br />
bis auf Komponentenebene:<br />
Die Kumavision-Branchensoftware<br />
ist exakt auf die Anforderungen von<br />
Medizinprodukte-Herstellern und<br />
Händlern abgestimmt. DAs Unternehmen<br />
hat dazu die ERP-Standardsoftware<br />
Microsoft Dynamics<br />
365 Business Central um über 350<br />
branchenspezifische Best-Practice-Cases<br />
mit mehreren Tausend<br />
Funktionen, Workflows und Auswertungen<br />
erweitert. Die auf das<br />
regulierte Umfeld abgestimmte<br />
SaaS-Lösung ist zudem voll validierungsfähig.<br />
Medizinprodukte-<br />
18 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Software<br />
Fertiger und Medizinprodukte-Händler<br />
erhalten damit eine für die Branche<br />
vorkonfigurierte und eingerichtete<br />
Lösung: Da zeit- und kostenaufwändige<br />
Anpassungen entfallen,<br />
können Unternehmen schnell mit<br />
medtec365 produktiv arbeiten. Von<br />
Kumavision entwickelte SmartStart-<br />
Pakete vereinfachen und beschleunigen<br />
zudem die Projekteinführung.<br />
„In einem höchst dynamischen Marktumfeld<br />
haben Unternehmen heute<br />
einfach keine Zeit mehr für lange<br />
Softwareprojekte. Mit der SaaS-<br />
Lösung medtec365 ermöglichen wir<br />
eine ausgesprochen kurze Time-to-<br />
Market“, so Renner.<br />
Bereit für das regulierte<br />
Umfeld<br />
Das in die ERP-Branchensoftware<br />
integrierte DMS vereinfacht<br />
die Abbildung nationaler wie internationaler<br />
Normen und Vorschriften<br />
(MDR, ISO 13485, FDA). Unternehmen<br />
verwalten dabei z. B. Zeichnungen,<br />
Zulassungsdokumente,<br />
Konformitätsbescheinigungen,<br />
Lieferanten nachweise, Zertifikate<br />
oder Bedienungsanleitungen an<br />
einer zentralen Stelle, womit eine<br />
rückverfolgbare Zuordnung bis auf<br />
Komponentenebene sichergestellt<br />
wird. Dabei fließen Dokumente über<br />
den gesamten Produktlebenszyklus<br />
in das Dokumentenmanagementsystem<br />
ein, beispielsweise Prüfaufträge,<br />
Besuchsberichte, Zertifikate,<br />
Reparaturnachweise oder<br />
Dokumentationen im Rahmen von<br />
FMEA- und CAPA-Maßnahmen.<br />
Dokumente lassen sich systemgesteuert<br />
ausgeben, so kann beispielsweise<br />
beim Druck von Versandpapieren<br />
die passende Anleitung<br />
oder Konformitätsbescheinigung<br />
automatisch gedruckt werden.<br />
Bei Audits stellt die Branchensoftware<br />
alle relevanten Informationen<br />
praktisch auf Knopfdruck bereit.<br />
Kumavision hat zudem den Datenaustausch<br />
mit Datenbanken und<br />
Plattformen ausgebaut. Die automatisierte<br />
Übertragung von Daten an<br />
die EUDAMED-Datenbank inklusive<br />
Fehlermanagement wurde in Pilotprojekten<br />
erfolgreich umgesetzt. Die<br />
Anbindung an Online-Marktplätze<br />
wird durch den Einsatz einer universellen<br />
Datendrehscheibe erleichtert,<br />
ebenso die Übermittlung von Daten<br />
und Dokumenten für Online-Audits.<br />
Zukunftssichere<br />
Technologie-Plattform<br />
Die Technologie-Plattform Microsoft<br />
Dynamics 365 bietet weit mehr<br />
als nur ERP. Sie umfasst beispielsweise<br />
auch CRM-Lösungen für Vertrieb,<br />
Marketing, Customer Service<br />
und Field Service, Business Intelligence-Anwendungen,<br />
Workflowund<br />
Automatisierungslösungen<br />
sowie Microsoft 365, Teams, IoT,<br />
KI und weitere Cloud-Services.<br />
Alle Anwendungen lassen sich<br />
flexibel miteinander kombinieren,<br />
die gemeinsame Datenbasis vermeidet<br />
Datensilos und Schnittstellenprobleme.<br />
Auch hier bietet Kumavision<br />
SmartStart-Pakete, die die Einführung<br />
neuer Lösungen vereinfacht.<br />
Für Unternehmen ergeben<br />
sich daraus zahlreiche Vorteile:<br />
Dynamics 365 steigert durch nahtlos<br />
integrierte Anwendungen nicht<br />
nur die Effizienz im Tagesgeschäft,<br />
sondern unterstützt auch mit transparenten<br />
Kennzahlen das Management<br />
bei strategischen und operativen<br />
Entscheidungen. Gleichzeitig<br />
positionieren sich Unternehmen<br />
durch das Modern Workplace-Konzept<br />
als attraktiver Arbeitgeber.<br />
Booster für die digitale<br />
Transformation<br />
Unternehmen werden mit<br />
der SaaS-Lösung Kumavision<br />
medtec365 in die Lage versetzt,<br />
die digitale Transformation ihres<br />
Unternehmens voranzutreiben<br />
und dabei die Anforderungen des<br />
regulierten Umfelds sicher abzubilden.<br />
Das Unternehmen bietet mit<br />
einem eigenen Team von Digitalisierungsberatern<br />
eine umfassende<br />
Beratung und Begleitung – von der<br />
Analyse und Konzeption über die<br />
Planung und Umsetzung bis zum<br />
Betrieb. ◄<br />
Ukraine<br />
#Nothilfe<br />
Unterstützen Sie<br />
Menschen in Not!<br />
Deutsches Rotes Kreuz e.V.<br />
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BIC: BFSWDE33XXX<br />
Spendenzweck: Nothilfe Ukraine<br />
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Maksym Trebukhov/Ukrainisches Rotes Kreuz/IFRK<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
19
Komponenten<br />
RISC-V-basierte FPGA- und<br />
Space-Compute-Lösungen<br />
PolarFire-Bausteine sind Spitzenreiter mit 2-facher Leistungseffizienz, militärischer Sicherheit und höchster<br />
Zuverlässigkeit, die mit der PolarFire 2 FPGA-Roadmap noch erweitert wird.<br />
von Systemen mit eingeschränktem<br />
Stromverbrauch in Anwendungen<br />
wie industrielle Bildverarbeitung,<br />
Robotik, KI-fähige medizinische<br />
Systeme und intelligente<br />
Verteidigungs- und Luftfahrtsysteme.<br />
Die PolarFire 2-Familie steigert<br />
die Leistungs- und Stromeffizienzkurve<br />
noch weiter und bietet<br />
zusätzlich neue RISC-V-basierte<br />
Hochleistungs-Rechenelemente an.<br />
Mittelklasse-FPGAs und Systemon-Chip<br />
(SoC)-FPGAs spielen eine<br />
wichtige Rolle bei der Verlagerung<br />
von Computer-Workloads an den<br />
Rand des Netzwerks. Microchip<br />
Technology hat mit seinen vielfach<br />
ausgezeichneten FPGAs zu diesem<br />
Übergang beigetragen. Zudem lieferte<br />
das Unternehmen die ersten<br />
RISC-V-basierten FPGAs, die doppelt<br />
so stromsparend sind wie die<br />
Mittelklasse-FPGAs der Konkurrenz<br />
und die über ein erstklassiges<br />
Design-, Betriebssystem- und<br />
Lösungsökosystem verfügen. Das<br />
Microchip Technology Inc.<br />
www.microchip.com<br />
Unternehmen präsentierte seine<br />
Lösungen auf dem RISC-V Summit<br />
2022 und gabt einen Ausblick<br />
auf seine PolarFire 2 FPGA-Siliziumplattform,<br />
sein RISC-V-basiertes<br />
Prozessor-Subsystem und die<br />
Roadmap seiner Software-Suite.<br />
Außerdem erörterte das Unternehmen<br />
einen RISC-V-basierten High-<br />
Performance Spaceflight Computing<br />
(HPSC)-Prozessor, den es für<br />
die NASA und die Raumfahrt- und<br />
Verteidigungsindustrie entwickelt.<br />
FPGAs für energieeffiziente<br />
Edge-Compute-Segmente<br />
„Microchip hat als erstes Unternehmen<br />
FPGAs für energieeffizmente<br />
Edge-Compute-Segmente<br />
angeboten und erstmals SoC-<br />
FPGAs mit Unterstützung der offenen<br />
RISC-V-Befehlssatzarchitektur<br />
in die Serien produktion gebracht“,<br />
so Shakeel Peera, Vice President<br />
of Marketing für den Geschäftsbereich<br />
FPGA von Microchip.<br />
Sehr gute Wärmeund<br />
Leistungseffizienz<br />
Die PolarFire FPGA- und Polar-<br />
Fire SoC-Familien bieten bereits<br />
jetzt die branchenweit beste Wärmeund<br />
Leistungseffizienz im Mittelklassesegment.<br />
Die Familien sind<br />
für den Einsatz von Systemen mit<br />
hoher Rechenleistung in kleinen<br />
Formfaktoren optimiert. Sie verringern<br />
die Größe und das Gewicht<br />
Design-Tools<br />
Sie umfasst auch eine Reihe<br />
von Design-Tools mit einem neuen<br />
Ansatz für die Systementwicklung,<br />
der das volle Potenzial dieser FPGAs<br />
und SoC-FPGAs freisetzt, da die<br />
Entwickler intelligenter Algorithmen<br />
die Feinheiten der zugrunde<br />
liegenden FPGA-Hardware nicht<br />
mehr verstehen müssen.<br />
Ökosystem<br />
für Mi-V-Lösungen<br />
Microchip stellte auch sein Ökosystem<br />
für Mi-V-Lösungen zur Unterstützung<br />
der Stack-Entwicklung für<br />
RISC-V-basierte Systeme vorstellen.<br />
Es deckt mehr als 90 % der Pakete<br />
für kommerzielle und Open-Source-<br />
Betriebssysteme (OS) sowie Echtzeitbetriebssysteme<br />
(RTOS) ab und<br />
umfasst weitere Software-, Middleware-<br />
und Firmware-Angebote von<br />
Microchip und seinen Mi-V-Ökosystempartnern.<br />
◄<br />
14-mm-Linearaktuator: Präzision auf engstem Raum<br />
Mit dem LSA14 stellt Nanotec<br />
seinen ersten Linearaktuator mit<br />
Flanschgröße 14 mm (NEMA 6)<br />
vor. Als einer der kleinsten Linearaktuatoren<br />
mit Schrittmotor auf<br />
dem Markt, ist die kompakte Einheit<br />
ideal für Anwendungen mit Platzbeschränkungen<br />
– unter anderem<br />
in der Medizintechnik, der Laborautomation,<br />
Analyseinstrumenten<br />
oder der optischen Technologie.<br />
Die Auflösung von bis zu 5 µm<br />
pro Schritt erlaubt hochpräzise<br />
Positionierung. In Kombination mit<br />
der vorgespannten Gewindemutter<br />
lässt sich auch das Umkehrspiel<br />
eliminieren. Trotz miniaturisierter<br />
Bauform stellt der Aktuator eine<br />
Maximalkraft von 15 N bereit.<br />
Nanotec bietet für den LSA14<br />
verschiedene Motorcontroller und<br />
kundenspezifische Lösungen an,<br />
wie zum Beispiel die Beschichtung<br />
der Spindel.<br />
Nanotec Electronic<br />
GmbH & Co. KG<br />
www.nanotec.de<br />
20 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Komponenten<br />
Gehäuselose Servomotoren<br />
bewegen chirurgische Roboterarme<br />
© phonlamaiphoto/stock.adobe.com<br />
ACHSTRON Motion Control GmbH<br />
www.achstron.de<br />
Operationen verlangen<br />
präziseste<br />
dynamische Bewegungen.<br />
Chirurgische<br />
Roboter sollen in Zukunft<br />
auch diese Aufgabe übernehmen.<br />
Die dafür erforderliche Positionsregelung<br />
ist maßgeblich von den<br />
mechanischen und elektromechanischen<br />
Komponenten abhängig.<br />
Weniger Gewicht ist nur ein Kriterium<br />
einen gehäuselosen Motor<br />
(engl. frameless) einzusetzen. Die<br />
zu bewegende Masse lässt sich<br />
dadurch deutlich reduzieren.<br />
© Allied Motion<br />
Emoteq<br />
Gehäuselose Motoren<br />
als Direktantrieb<br />
Ein weiterer Aspekt ist der Einsatz<br />
von gehäuselosen Motoren<br />
als Direktantrieb: Getriebespiel,<br />
Reibungsverluste und Geräuschemission<br />
entfallen. Weniger Störeinflüsse<br />
wirken sich vorteilhaft auf die<br />
Positionsregelung aus. Ebenso profitiert<br />
das bedienende Personal und<br />
letztlich sogar die Patienten davon.<br />
Die Achsen eines Operationsroboters<br />
unterscheiden sich, wie<br />
bei anderen Industrierobotern, durch<br />
ihre Masse. Dies erfordert Antriebe<br />
in verschiedenen Baugrößen und<br />
den damit möglichen Leistungen.<br />
Mit den Produktserien MF (Megaflux)<br />
und HT (High-Torque) konnte<br />
die Firma Allied Motion Emoteq die<br />
Anforderungen des Medizintechnikunternehmens<br />
Intuitive Surgical in<br />
Kalifornien erfüllen.<br />
Spezielle<br />
Wicklungsauslegung<br />
In dem chirurgischen Roboter<br />
ISI daVinci ist jeder Antrieb ein<br />
Standardmotor, welcher eine speziell<br />
ausgelegte Wicklung für seinen<br />
Einsatzort hat. Eine spezielle<br />
Wicklungsauslegung klingt aufwendig<br />
und nicht nach Standard.<br />
Es ist nach Aussage von Emoteq<br />
jedoch bei ihnen Standard: Jeder<br />
Motor wird für seine Anwendung<br />
in der Wicklung und dem Magnetmaterial<br />
angepasst.<br />
Alles zusammen führt zu optimal<br />
angepassten, energiesparenden<br />
und zuverlässigen Motoren. Sie bilden<br />
die bestmögliche Basis für eine<br />
präzise Positionsregelung und letztlich<br />
erfolgreiche Operationen. ◄<br />
Netzwerkisolator MI 2005<br />
In 5 Sekunden sind Patient,<br />
Anwender und Inventar vor<br />
gefährlichen Ableitströmen<br />
geschützt.<br />
Die Marke der Baaske Medical GmbH & Co. KG<br />
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Komponenten<br />
Steckverbinder in der Elektronik:<br />
Stift- und Buchsenleisten als lösbare Verbindung<br />
Das Kontaktmaterial<br />
An die Kontaktbasismaterialien<br />
der Stift- und Buchsenleisten werden<br />
elektrische und mechanische<br />
und Lebensdauer-Anforderungen<br />
gestellt. Das ist vorrangig:<br />
• geringer Durchgangs widerstand<br />
• gute elektrische Leitfähigkeit<br />
• geringe Relaxation bei federnden<br />
Elementen<br />
Autoren:<br />
Uwe Böttcher,<br />
Vertrieb<br />
Ratioplast Electronics GmbH<br />
und<br />
Paul-Martin Kamprath,<br />
Leitung Marketing<br />
pk components GmbH<br />
Unterschiedliche Märkte und<br />
Branchen benutzen Steckverbinder.<br />
In der Regel werden lösbare Verbindungen<br />
bevorzugt, um z.B. bei der<br />
Assemblierung und für Wartungszwecke<br />
der Baugruppen oder deren<br />
Austausch flexibel zu sein.<br />
Qual der Wahl<br />
Eine gute, dauerhafte und zuverlässige<br />
Verbindung entsteht dann,<br />
wenn bei der Auswahl von Steckverbinder-Paarungen<br />
die Kenn daten<br />
der Komponenten mit den Spezifikationen<br />
der Anwendung abgeglichen<br />
werden.<br />
Die Herausforderung: Auf dem<br />
Steckverbinder-Markt werden eine<br />
Vielzahl unterschiedlicher Steckverbinder<br />
mit einer sehr großen Auswahl<br />
angeboten. Umfassendes Wissen<br />
ist daher erforderlich, um für<br />
die gewünschte Anwendung einen<br />
Überblick zu erlangen und die passende<br />
Auswahl bei der Vorgabe der<br />
Kenndaten treffen zu können. Eine<br />
optimale Auswahl eines Produktes<br />
für einen speziellen Anwendungsfall<br />
ist wichtig, um eine kosten günstige<br />
Lösung für das vorhandene Steckverbinder-Problem<br />
zu finden.<br />
Lösbare Steckverbindungen dienen<br />
als Schnittstelle von Elektronikeinheiten<br />
zu Platinen und Schaltungsperipherien<br />
und müssen<br />
besonders zuverlässig sein. In<br />
der Regel bestehen Sie aus einer<br />
Buchse (weiblich/female) und einem<br />
Stift (männlich/male). Diese werden<br />
miteinander gesteckt, um eine Verbindung<br />
zu erstellen. Eine Voraussetzungen<br />
für eine gute Zuverlässigkeit<br />
einer lösbaren Steckverbindung<br />
ist, dass die Bauformen<br />
zusammenpassen.<br />
Bestandteile der Stiftund<br />
Buchsenleisten<br />
Eine Stiftleiste besteht aus<br />
zwei Bauteilen, Stiftkontakt und<br />
Isolierkörper. Der Stiftkontakt ist<br />
von dem Isolierkörper umhüllt<br />
bzw. in diesem eingepresst oder<br />
umspritzt. Mit dem Isolierkörper<br />
wird ein definierter Abstand der<br />
Stifte hergestellt, auch Rastermaß<br />
genannt, sodass mehrere Stiftkontakte<br />
möglich sind. Bei der Anzahl<br />
spricht man auch von Polen oder<br />
der Polzahl.<br />
Die Buchsenleiste besteht aus<br />
einem Federkontakt, der in vielen<br />
Ausführungen und Wertigkeiten<br />
erhältlich ist (siehe unten). An<br />
den Federkontakt schließt sich eine<br />
Anschlusstechnik an. In untenstehendem<br />
Bild werden die Buchsenkontakte<br />
in die Platine eingelötet.<br />
Daneben gibt es auch noch SMD-<br />
Versionen für die Oberflächenmontage.<br />
Der Federkontakt und<br />
die Verbindung zur Anschlusstechnik<br />
werden mit einem Isolierkörper<br />
umschlossen.<br />
Die Bestandteile einer Stift- und Buchsenleiste<br />
Letzteres bedeutet, dass die<br />
Federelemente wieder in die Ausgangsposition<br />
zurückkehren sobald<br />
die Stiftleiste aus der Buchsen leiste<br />
gezogen wird.<br />
Das Material der Kontakte ist in<br />
der Regel auf Kupfer basierend.<br />
Kupfer ist das preiswerteste Basismaterial<br />
im Verhältnis zur der Leitfähigkeit.<br />
Reines Kupfer ist jedoch<br />
weich und deshalb schlecht als Kontaktmaterial<br />
geeignet. Aus diesen<br />
Gründen werden bei Steckverbindern<br />
Legierungen verwendet, um<br />
die Eigenschaften der Basismaterialien<br />
für die Anwendung zu verbessern<br />
und an die Anforderungen<br />
anzupassen.<br />
CuSn 6 ist eine Kupferlegierung mit<br />
6% Zinn, bekannt auch als Bronze.<br />
Sie zeichnet sich durch hohe Festigkeits-<br />
und gute Federeigenschaften<br />
bei hinreichender Leitfähigkeit aus.<br />
CuZn 30 ist eine Kupferlegierung mit<br />
30% Zink (Messing). Die Legierung<br />
besitzt eine hervorragende Kaltumformbarkeit<br />
und Festigkeit. Sie eignet<br />
sich gut für aufwendige Tiefziehteile<br />
von Bauteile der Elektrotechnik bis<br />
hin zu Steckverbindern und deren<br />
22 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Komponenten<br />
Kupferabbau<br />
Kupfer mit 30% Zink (Messing)<br />
Kupfer mit 6% Zinn (Bronze)<br />
Lötprozesse. Messing hat geringe<br />
Federeigenschaften und ist deshalb<br />
vorrangig für nicht federnde Kontaktteile<br />
vorgesehen. Mit bestimmten<br />
Legierungen ist Messing auch<br />
für Buchsen kontakte geeignet.<br />
Der Kontaktaufbau<br />
Die richtige Oberflächenbeschichtung<br />
hat einen wesentlichen Einfluss<br />
auf eine dauerhaft gute Steckverbinder-Paarung.<br />
In der Regel wird<br />
bei den häufig verwendeten Buntmetalllegierungen<br />
als erstes eine<br />
sogenannte Sperrschicht aufgetragen.<br />
Diese Sperrschicht soll<br />
verhindern, dass Elemente aus dem<br />
Grundwerkstoff in die Oberflächenbeschichtung<br />
gelangen (Diffusion).<br />
Ebenso wird damit verhindert, dass<br />
zum Beispiel bei einer Vergoldung<br />
das Gold in den Grundwerkstoff<br />
wandert und so die positive Wirkung<br />
des Goldes mit der Zeit entfällt.<br />
Als Sperrschicht wird vielfach<br />
Nickel eingesetzt. Das gleiche gilt<br />
für Zinnbeschichtungen. Bei diesen<br />
Beschichtungen steht jedoch<br />
eine langfristig gute Lötbarkeit im<br />
Vordergrund. Darüber hinaus kann<br />
von einigen Anwendern eine zusätzliche<br />
Kupferbeschichtung vor dem<br />
Vernickeln verlangt werden. Diese<br />
Schicht soll die Haftfestigkeit der<br />
kompletten Beschichtung auf dem<br />
Grundwerkstoff erhöhen.<br />
Der Hintergrund für die Unternickelung<br />
als Sperrschicht ist die<br />
brownschee Molekular bewegung.<br />
Durch thermische Einflüsse bewegen<br />
sich Atome innerhalb von<br />
Kristall gittern in Metallen. An den<br />
Grenzflächen unterschiedlicher<br />
Metalle können Atome in das Gitter<br />
des Nachbarmetalls wandern.<br />
Die Veredelung<br />
Die abschließende Oberflächenbehandlung<br />
von Kontakten sind<br />
Vergoldung oder eine RoHS-konforme<br />
Verzinnung. Die Veredelung<br />
von Kontaktoberflächen richtet sich<br />
nach der voraussichtlichen Beanspruchung<br />
in Abwägung mit den<br />
Kosten. Die Beanspruchung wird<br />
hauptsächlich durch die Häufigkeit<br />
der Steckzyklen und den Umgebungsbedingungen<br />
bestimmt.<br />
Zinn ermöglicht eine ausgezeichnete<br />
Lötbarkeit und Leitfähigkeit, ist<br />
kostengünstig, jedoch nicht sehr<br />
beständig. Mit einem zu häufigen<br />
Stecken wird das Zinn leicht abgetragen,<br />
da es ein recht weiches<br />
Übliche<br />
Oberflächenveredelungen<br />
Verzinnte Kontakte<br />
Vergoldete Kontakte<br />
Selektiv vergoldete Kontakte<br />
Material ist. Gold bietet eine ausgezeichnete<br />
Leitfähigkeit, Korrosionsbeständigkeit,<br />
Strapazierfähigkeit<br />
und einen niedrigen Widerstand,<br />
aber zu hohen Kosten.<br />
Eine Hauchvergoldung (Flash)<br />
mit einigen µm Auftrag kann einen<br />
guten Kompromiss mit den Vorteilen<br />
von Gold und den niedrigeren<br />
Kosten von Zinn bieten. Kontakte<br />
mit Hauchvergoldung werden<br />
gerne eingesetzt wenn nur<br />
einige Steckzyklen im Produktzyklus<br />
zu erwarten sind. Eine sogenannte<br />
gerne genommene selektive<br />
Veredelung ist eine Mischung<br />
aus Zinn und Gold. So gewährleistet<br />
die Ver goldung im Steckbereich<br />
eine entsprechende Korrosionsbeständigkeit<br />
und die Verzinnung im<br />
Lötbereich eine sehr gut Lötbarkeit.<br />
Die Kontaktpaarung zwischen<br />
zwei unterschiedlichen Kontaktoberflächen<br />
sollte vermieden werden.<br />
Kontaktoberflächen sollten<br />
nach Möglichkeit identisch sein und<br />
sind je nach Einsatzfall abzuwägen.<br />
Vergoldete Kontakte sind immer<br />
die beste Lösung. Preiswertere<br />
verzinnte Oberflächen bieten sich<br />
ggf. dann an, wenn Mikrobewegungen<br />
vermieden werden und die<br />
Anzahl der zu erwartenden Steckzyklen<br />
gering ist.<br />
Wissenswert ist auch, dass sich<br />
in der Kombination von Zinn und<br />
Gold höhere Steck- und Ziehkräfte<br />
zeigen, was akzeptabel sein muss.<br />
Gold mit Zinn erzeugt unter Einfluss<br />
von Feuchte gemäß der elektrochemischen<br />
Spannungsreihe eine<br />
Spannung von 1,56 V. Das kann in<br />
analogen Systemen zu Spannungsverfälschungen<br />
führen und und<br />
digitale Systeme bei der Signalerkennung<br />
irritieren. Bei der Kombination<br />
von Silber und Zinn ist die<br />
Spannung 0,94 V.<br />
Empfohlen für<br />
Steckhäufigkeit<br />
verzinnt, 3...6 µm 10<br />
hauchvergoldet, ca. 0,1 µm 10<br />
vergoldet, 0,15 µm 150<br />
vergoldet, 0,25 µm 200<br />
vergoldet, 0,75 µm 500<br />
Palladium, 0,7 µm über 0,1 µm Gold 500<br />
Der Kontaktaufbau<br />
Die Sperrschicht aus Nickel beträgt in der Regel 1-3 µm.<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
23
Komponenten<br />
Die Stiftspitzen<br />
Es gibt unterschiedliche Verfahren,<br />
um die Stiftspitzen herzustellen.<br />
Die thermisch gerissene Stiftspitze<br />
hat keine scharfen Kanten an<br />
den Flanken und keine Gratbildung<br />
an den Stiftspitzen, sodass ein sauberes<br />
Einlaufen in den Buchsenkontakt<br />
gewährleistet ist. Gleiches gilt<br />
für die geprägte Stiftspitze (mehr<br />
zu Vor- und Nachteilen ggü. thermisch<br />
gerissen?).<br />
Spitzen thermisch gerissen<br />
Spitzen geprägt<br />
Spitzen gestanzt<br />
Das günstigste Verfahren ist die<br />
gestanzte Stiftspitze, allerdings<br />
dann mit scharfen Kanten an den<br />
Flanken und Gratbildungen an den<br />
gestanzten Flächen, was mehr zum<br />
Verschleiß beiträgt als die vorgenannten<br />
Verfahren.<br />
Vor- und nachverzinnte<br />
Kontakte<br />
Bei vorverzinnten Kontakten sind<br />
die Enden der Kontaktstifte offen und<br />
nicht veredelt. Der verzinnte Draht<br />
wird entsprechend der gewünschten<br />
Länge der Kontakte mit einem<br />
thermischen Riss abgelängt. An<br />
der durch den thermischen Riss<br />
entstandenen Spitze fehlt dann die<br />
Ver edelung.<br />
Bei nachverzinnten Kontakten<br />
sind die Enden der Kontaktstifte<br />
komplett veredelt. Zur Herstellung<br />
der Kontakte erfolgt der thermische<br />
Riss bei dem blanken Draht.<br />
Anschließend durchlaufen die Kontakte<br />
den Galvanikprozess und sind<br />
so durchgehend veredelt. Letzteres<br />
bedeutet jedoch einen kostenintensiveren<br />
Arbeitsschritt.<br />
Kunststoffe<br />
Isolierkörper aus Kunststoff<br />
haben den Zweck die Kontakte<br />
und Steckverbinder akkurat auszurichten<br />
und zu positionieren. Die<br />
Kontakte erhalten einen genau definierten<br />
Abstand und werden durch<br />
den Kunststoff von einander isoliert.<br />
In der Regel ist der definierte<br />
Abstand von Kontakt zu Kontakt<br />
gleich. Der Abstand nennt sich<br />
Rastermaß. Gängige Abstände<br />
sind beispielsweise metrisch 0,5,<br />
0,8, 1, 2 oder auch 4 mm. Zöllisch<br />
findet sich häufig 0,635, 1,27, 2,54<br />
und 5,08 mm.<br />
Die Produktion von Steckverbinder-Gehäusen<br />
(Isolierkörper) findet<br />
in Spritzgussmaschinen statt, deren<br />
Werkzeuge je nach Ausbringungsmenge,<br />
mit zwei-, vier-, acht- oder<br />
16-fachen Kavitäten (Vertiefungen)<br />
ausgelegt sind. Die Kavitäten entsprechen<br />
der Form des Gehäuses.<br />
Mit hohem Druck wird bei geschlossenem<br />
Werkzeug der Kunststoff<br />
heiß eingespritzt und anschließend<br />
ausgeworfen. Durch diese<br />
Mehrfachwerkzeuge werden die<br />
Beispielhaftes 8-fach Spritzwerkzeug mit Kavitäten<br />
Steckverbinder Fertigung<br />
Herstellungskosten gesenkt, weil<br />
in jedem Spritzzyklus (ca. 25 s) die<br />
entsprechende Anzahl von Steckverbinder-Gehäusen<br />
gefertigt wird.<br />
Die Kavitäten sind mit sogenannten<br />
Nestnummern gekennzeichnet,<br />
so dass im Fehlerfall eine Rückverfolgung<br />
der Produkte möglich ist.<br />
Anschließend werden die Steckverbinder-Gehäuse<br />
als Schüttgut<br />
an Fertigungsautomaten zugeführt,<br />
die dann die Kontakt bestückung<br />
übernehmen.<br />
Isolierkörper einreihig und zweireihig<br />
Kameraüberwachte Bestückung von Isolierkörper mit Kontakten<br />
24 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Komponenten<br />
Einfacher Federkontakt<br />
Federkontakt<br />
Gestanzte Feder, die in der Regel<br />
aus einem Federwerkstoff (Bronze/<br />
Zinn) gefertigt wird. Die Ausführung<br />
ist kostengünstig herzustellen<br />
und eignet sich für Einsatzfälle mit<br />
geringer Steckhäufigkeit.<br />
Die Gabelfeder ist aufgrund<br />
Ihres Aufbaus nur für die Aufnahme<br />
von Vierkant oder Flachkontakten<br />
geeignet. Das Stanzwerkzeug<br />
muss im Kontaktbereich<br />
der Feder, dem inneren Bereich,<br />
eine hohe Genauigkeit aufweisen,<br />
um dort den Kontakt äußerst gratfrei<br />
zu produzieren. Bei zu rauen<br />
Stellen an diesen Kontaktflächen<br />
würde sonst sehr leicht – insbesondere<br />
bei ver zinnten Kontakten –<br />
die Ober fläche des Stiftkontaktes<br />
aufgerissen. Wird die Kontaktfeder<br />
am Stanzstreifen hängend gefertigt<br />
und nicht als Schüttgut, kann<br />
eine Vergoldung recht sparsam und<br />
leicht im Kontaktierungsbereich der<br />
Feder in einer Bandgalvanik mittels<br />
Tauch oder Brush-Verfahren<br />
aufgebracht werden. Im Standard<br />
ist die Ver edelung hauch vergoldet<br />
oder verzinnt. Für ca. zehn Steckzyklen<br />
verwendbar.<br />
Flachkontaktfeder<br />
Flachkontaktfeder<br />
In der Regel sind Flachkontaktfedern<br />
für quadratische und rechteckige<br />
Stiftkontakte ausgelegt.<br />
Auch Rundstifte sind möglich. Es<br />
gibt Ausführungen mit einseitiger<br />
und zweiseitiger Kontaktierung.<br />
Die Herstellung der Federkontakte<br />
erfolgt mittels Stanztechnik und die<br />
Beschichtung durch eine Bandgalvanik.<br />
Federkontakte mit Flachfedern<br />
sind interessant für einen Einsatz<br />
bis 200 Kontaktzyklen.<br />
Präzisionskontakte<br />
Präzisionskontakte sind eine spezielle<br />
Form von Federkontakten.<br />
Dieser Kontakt besteht aus zwei<br />
Teilen: eine galvanisierte Kontakthülse<br />
und ein galvanisierter Federkontakt,<br />
Clip genannt. Die Kontakthülse<br />
beinhaltet auf der einen Seite<br />
einen Löt anschluss und eine Bohrung<br />
auf der anderen Seite. Diese<br />
Bohrung dient dann zur Aufnahme<br />
des Federteiles, dem Clip. Die Präzisionsbuchsenkontakte<br />
sind lötdicht,<br />
das bedeutet, beim Lötprozess kann<br />
von der Lötwelle oder dem SMT-Lötprozess<br />
her kein Lot in den Kontaktierungsbereich<br />
gelangen.<br />
Durch diese Eigenschaft eignet<br />
sich der Kontakt auch sehr gut wenn<br />
Elektronikmodule vergossen werden.<br />
Die spezielle Form des Clip-Kontaktes<br />
kann in ihrer Auslegung mit<br />
drei bis sechs Fingerkontakten, je<br />
nach Größe, sowohl zylindrische<br />
als auch viereckige Kontaktstifte<br />
aufnehmen. Die Fingerkontakte<br />
können einzeln ausweichen und<br />
gewährleisten für die Kontaktierung<br />
eine große Anzahl von Kontaktberührungspunkten<br />
und damit<br />
permanent eine gute Stromübertragung.<br />
Für die Eignung über 200<br />
Steckzyklen.<br />
Stiftleiste mit Rundstiften<br />
Stiftleiste mit Vierkantstiften<br />
Weitere Kontaktvarianten<br />
Neben den vorgenannten Kontaktarten<br />
sind viele weitere Varianten<br />
im Markt erhältlich. Hierzu<br />
zählen Stift- und Messerkontakte,<br />
die als Gegenstecker für die zuvor<br />
genannten Kontaktfederformen verwendet<br />
werden. Je nach Federkontakttyp<br />
können diese Gegenstecker<br />
eine quadratische, rechteckige<br />
oder zylindrische Form aufweisen.<br />
Es besteht die Möglichkeit mehrere<br />
oder sogar alle Formen miteinander<br />
zu kombinieren. So können unterschiedliche<br />
Buchsenleisten auf einer<br />
Stiftleiste kontaktiert werden. ◄<br />
Stiftleiste mit Flachkontaktstiften<br />
Präzisionskontakt<br />
Stiftleiste mit unterschiedlichen Kontakten<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
25
Komponenten<br />
Für ein optimales thermisches Management<br />
Rippenkühlkörper von CTX entwärmen elektronische Bauteile effizient und schnell<br />
Die extrudierten Kühlkörper von CTX sind so vielfältig wie ihre Anwendungen. © CTX Thermal Solutions<br />
Profilkühlkörper verfügen über<br />
eine große Oberfläche und eignen<br />
sich daher besonders gut für die<br />
Entwärmung elektronischer Bauteile.<br />
In Kombination mit einem Lüfter<br />
kühlen die Systeme sogar leistungsstarke<br />
LED-Lichtquellen für<br />
den medizinischen Einsatz.<br />
Je größer die Packungsdichte<br />
elektronischer Komponenten ist,<br />
desto mehr Verlustleistung in Form<br />
von Wärme erzeugen sie. Wird ein<br />
bestimmter Temperaturbereich überschritten,<br />
hat das negative Auswirkungen<br />
auf die Funktion der Bauelemente.<br />
Die Hersteller elektronischer<br />
Geräte müssen deshalb ein<br />
effizientes thermisches Management<br />
für ihre Produkte entwickeln,<br />
das die zuverlässige Wärmeabfuhr<br />
garantiert.<br />
Große Oberfläche<br />
Für die Kühlung elektronischer<br />
Bauteile werden häufig Rippen- oder<br />
Profilkühlkörper eingesetzt, da sie<br />
eine besonders große Oberfläche<br />
haben. CTX Thermal Solutions verfügt<br />
über langjährige Erfahrung in<br />
der Entwicklung und Vermarktung<br />
dieser Kühlsysteme. Das Unternehmen<br />
vertreibt eine große Bandbreite<br />
an extrudierten Kühlkörpern aus Aluminium-Stranggussprofilen,<br />
die für<br />
jede Anwendung individuell dimensioniert<br />
werden.<br />
Individuelle Kühlkörper<br />
Profilkühlkörper von CTX sind<br />
als Lamellen-, Kammprofil- oder<br />
Fingerkühlkörper mit Wärmewiderständen<br />
von 81,6 °C/W bis<br />
0,04 °C/W und in Breiten von 12,4<br />
bis 750 mm erhältlich. Sie entwärmen<br />
sowohl Halbleiter in kleinen<br />
Satellitenreceivern als auch Hochleistungs-IGBTs<br />
in bahntechnischen<br />
Anwendungen.<br />
Die Kühlkörper werden im<br />
Extrusionsverfahren mithilfe einer<br />
Matrize aus einer Aluminium-<br />
Stranggusslegierung hergestellt<br />
(Wärmeleitfähigkeit: 180 W/mK).<br />
Die Form des Kühlkörpers kann<br />
durch die Wahl der Matrize individuell<br />
gestaltet und auf diese Weise<br />
optimal an die Anforderungen der<br />
Applikation angepasst werden.<br />
Oberflächenbehandlung<br />
Da Aluminium relativ korrosionsanfällig<br />
ist, muss die Oberfläche<br />
der Kühlkörper im Anschluss allerdings<br />
noch veredelt werden. CTX<br />
behandelt alle seine Rippen- bzw.<br />
Profilkühlkörper deshalb je nach<br />
den Anforderungen der jeweiligen<br />
CTX Thermal Solutions<br />
www.ctx.eu<br />
Richard Wolf<br />
www.richard-wolf.com/de/<br />
Die anspruchsvolle Geometrie des Profilkühlkörpers für Richard Wolf benötigt eine aufwendige<br />
CNC-Nachbearbeitung. © CTX Thermal Solutions<br />
26 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Komponenten<br />
Anwendung durch Eloxieren, Chromatieren,<br />
Pulverbeschichten oder<br />
Lackieren. Diese Oberflächenbehandlung<br />
schützt aber nicht nur<br />
vor dem Kontakt mit Luftfeuchtigkeit<br />
und Sauerstoff – sie sorgt darüber<br />
hinaus auch für eine noch bessere<br />
Wärmeabfuhr.<br />
Entwärmung<br />
endoskopischer<br />
LED-Lichtquellen<br />
Im Stranggussverfahren gefertigte<br />
Kühlkörper haben eine bessere<br />
Wärmeleitfähigkeit als mittels<br />
Druckguss gefertigte Lösungen,<br />
weisen aber gewisse Toleranzabweichungen<br />
auf. Dadurch entsteht<br />
zwischen Bauteil und Kühlkörper<br />
ein Luftpolster, das die Wärmeabfuhr<br />
behindert. Um diesen Nachteil<br />
auszugleichen, bietet CTX auf<br />
Wunsch eine CNC-Nachbearbeitung<br />
der Kühlkörper an, die exakt<br />
nach den Zeichnungsvorgaben des<br />
Kunden durchgeführt wird.<br />
So war es auch im Fall des Medizintechnik-Herstellers<br />
Richard Wolf<br />
aus Knittlingen. Das Unternehmen<br />
hat sich auf die Fertigung von<br />
Systemen für die Endoskopie und<br />
die extrakorporale Stoßwellenbehandlung<br />
spezialisiert. Sämtliche<br />
Instrumente werden in enger Kooperation<br />
mit Wissenschaftlern und<br />
Medizinern entwickelt, sind bestens<br />
aufeinander abgestimmt und für<br />
mehrere Fachdisziplinen geeignet.<br />
Die LED-Lichtquellen für Endoskope<br />
sorgen für eine homogene<br />
Ausleuchtung des endoskopischen<br />
OP-Feldes. Dabei wandeln die LED<br />
allerdings 75 bis 85 Prozent der aufgenommenen<br />
elektrischen Leistung<br />
in Wärme um. Damit die Funktion<br />
und die Lebensdauer der Lichtquelle<br />
nicht durch die Wärme beeinträchtigt<br />
werden, muss sie effizient abgeführt<br />
werden.<br />
Die ENDOLIGHT-Lichtquellen von Richard Wolf. © Richard Wolf<br />
CTX entwickelte<br />
passgenaue Lösung<br />
Diese Aufgabe übernehmen seit<br />
mehr als 10 Jahren speziell geformte<br />
Profilkühlkörper von CTX, die aufgrund<br />
ihrer besonderen Geometrie<br />
aufwändig mit CNC-Fräsmaschinen<br />
nachbearbeitet werden<br />
müssen. Da die durch die Kühlkörper<br />
erzielte Konvektion für die Entwärmung<br />
nicht ausreicht, setzt der<br />
Medizintechnik-Hersteller bei seinen<br />
LED-Lichtquellen zusätzlich<br />
noch Lüfter ein.<br />
Verschiedene Kühlsysteme<br />
für die Medizintechnik<br />
Für MRTs oder Spektroskopie-<br />
Anwendungen bietet CTX zudem<br />
speziell konstruierte Kühllösungen<br />
aus Kupferteilen an. Sie werden auf<br />
den tausendstel Millimeter genau<br />
und nach anspruchsvollsten Produktparametern<br />
gefertigt. Die mit<br />
Abstand höchste Kühlleistung auf<br />
engstem Raum erzielen aber Flüssigkeitskühlkörper.<br />
Diese Lösungen<br />
kommen mit einer sehr geringen<br />
Übertragungsfläche aus und sind<br />
deshalb überall dort erste Wahl, wo<br />
nur sehr wenig Bauraum zur Verfügung<br />
steht. ◄<br />
Zweiachsiger Voice-Coil-Motor als Kippantrieb<br />
zur Laserstrahlablenkung<br />
Der zweiachsige Voice-Coil-<br />
Aktor VMXY80 von Geeplus ermöglicht<br />
eine Rotationsauslenkung<br />
um zwei Achsen und wurde z. B.<br />
für die Ablenkung optischer Strahlen<br />
wie z. B. Laserstrahlen oder<br />
Lichtstrahlen entwickelt. Dieser<br />
Doppel-Kippaktuator eignet sich<br />
ideal zur optischen Datenübertragung<br />
zwischen hohen Gebäuden<br />
oder anderen Strukturen, die<br />
Bewegungen ausgesetzt sein können.<br />
Andere Anwendungen sind<br />
Lasergravuren oder z. B. medizinische<br />
Geräte, die eine kontrollierte<br />
Ablenkung eines optischen<br />
oder magnetischen Strahls benötigen,<br />
Dazu kann auf die Kipp fläche<br />
ein entsprechender Spiegel oder<br />
Reflektor montiert werden.<br />
Das bewegliche Element ermöglicht<br />
eine reibungsfreie Rotation um<br />
die X- und Y-Achse mittels eines<br />
zweiachsigen Flexbearings. Für<br />
den Antrieb sorgen zwei Spulenpaare<br />
und radial magnetisierte<br />
Permanentmagnete. Wie bei allen<br />
Tauchspulenantrieben ist das Drehmoment<br />
proportional zum Erregerstrom,<br />
was zu einer unabhängigen<br />
Auslenkung je Achse je nach Strom<br />
führt. Als zuverlässige elektrische<br />
Verbindung der bewegten Spulen<br />
an die Außenwelt werden die<br />
bewährten FlexCircuit Flachbandkabel<br />
verwendet.<br />
Prinzipiell ist das Konzept des<br />
VMXY Voice-Coil-Antriebs skalierbar<br />
und die Herstellung kleinerer<br />
oder größerer Ablenkungseinheiten<br />
mit ähnlicher Konstruktion<br />
ist möglich, sofern die Mengen<br />
wirtschaftlich tragbar sind.<br />
Das Gerät mit einem Durchmesser<br />
von 80 mm nähert sich jedoch<br />
der oberen Größengrenze, für die<br />
Radialmagnete verfügbar sind.<br />
Größere zweiachsige Tauchspulenantriebe<br />
können mit segmentierten<br />
Magneten hergestellt werden,<br />
die ihrerseits leichter mit einer<br />
quadratischen Grundfläche gefertigt<br />
werden können.<br />
Das aktuelle Design VMXY80<br />
liefert eine Dauerkraft von ca.<br />
0,8 N auf einem Durchmesser von<br />
etwa 70 mm; der Montageflansch<br />
misst 80 x 80 mm bei ca. 31 mm<br />
Bauhöhe. Die Spulenmasse ist<br />
ca. 3 g, die Gesamtmasse 800 g.<br />
ACTRONIC – SOLUTIONS<br />
GmbH<br />
www.actronic-solutions.de<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
27
Komponenten<br />
Smart Products – intelligente Steckverbindungen<br />
Das SCHURTER Smart Ecosystem verbindet Geräte jedwelcher Art über genormte IEC-Steckverbindungen<br />
mit internetbasierenden Services<br />
SCHURTER AG<br />
contact.ch@schurter.com<br />
www.schurter.com<br />
Intelligenz kommt vom lateinischen<br />
Wort „intellegere“ und<br />
bedeutet in etwa so viel wie einsehen,<br />
verstehen oder begreifen. Intelligenz<br />
umschreibt also die Fähigkeit,<br />
sich in neuen Situationen zurechtzufinden<br />
und Aufgaben durch Denken<br />
zu lösen. Das Schurter Smart<br />
Ecosystem verbindet Geräte jedwelcher<br />
Art über genormte IEC-<br />
Steckverbindungen mit internetbasierenden<br />
Services.<br />
Viele neue elektronische<br />
Lösungen werden mit dem Prädikat<br />
„intelligent“ angepriesen. Intelligente,<br />
oder neudeutsch „smarte“<br />
Produkte, reagieren auf das Nutzerverhalten,<br />
analysieren dieses<br />
und ziehen daraus Schlüsse. Sie<br />
beginnen zu agieren, selbständig<br />
nach den Vorgaben des Benutzers.<br />
Worum geht es dabei?<br />
Am einfachsten für das Verständnis<br />
sind Beispiele. Nehmen wir hierfür<br />
ein Krankenhaus mit 10 Stockwerken<br />
à jeweils 20 Patientenzimmer.<br />
Die Patienten werden – falls<br />
notwendig – mittels verschiedenster<br />
medizinischer Geräte permanent<br />
überwacht. Dabei werden Puls,<br />
Blutdruck, Sauerstoffsättigung und<br />
anderes gemessen. Wird das alles<br />
von einem Kombi-Gerät erledigt,<br />
ergibt das 200 Geräte. Zuzüglich<br />
ein paar Geräte als Ersatz oder in<br />
der Wartung. Das ergibt dann rund<br />
250 Geräte.<br />
250 medizinische Geräte entsprechen<br />
einer stattlichen Summe<br />
bei der Investition. Sind die wirklich<br />
alle notwendig? Zur initialen Investition<br />
kommen noch Unterhaltskosten<br />
für Wartung, Reinigung, Reparaturen<br />
hinzu.<br />
Jetzt wird es smart<br />
Um herauszufinden, welchen<br />
Bedarf das Krankenhaus tatsächlich<br />
hat, kann man die medizinischen<br />
Geräte „intelligent“ machen. Das<br />
genormte IEC-Gerätestecksystem<br />
wird durch ein smartes Pendant<br />
ersetzt. Der neue, smarte Gerätestecker<br />
nimmt nun sämtliche Verbrauchsdaten<br />
(nicht die Patientendaten!)<br />
auf und schickt diese in eine<br />
geschützte Cloud, wo sie analysiert<br />
werden. War das Gerät überhaupt in<br />
Betrieb? Von wann bis wann? Diese<br />
Verbrauchsdatenanalyse gibt der<br />
Spitalleitung dann klare Fakten, wie<br />
viele Geräte tatsächlich benötigt und<br />
genutzt werden. Gerade in großen<br />
Kliniken liegt hier ein enormes Einsparpotenzial.<br />
Nutzungsanforderungen<br />
Vorabinvestitionen zur Nutzung<br />
smarter Steckverbindungen brauchen<br />
keine getätigt zu werden.<br />
Smarte Gerätestecksysteme können<br />
in jedes elektrische oder elektronische<br />
Gerät eingebaut werden,<br />
welches über IEC 60320-Stecker<br />
verfügt. Das dürfte der Löwenanteil<br />
aller aktuell im Einsatz befindlicher<br />
Geräte sein. Alternativ sind smarte<br />
Stand-alone-Geräte zum Anschluss<br />
jedwelcher Art von Geräten mit IEC<br />
60320-Steckverbindung erhältlich.<br />
Mögliche Services<br />
Eine Cloud ist prinzipiell nichts<br />
anderes als ein leistungsstarker<br />
Rechner, der via Internet mit anderen<br />
Rechnern kommuniziert. Der<br />
Zugriff auf Cloud-basierte Anwendungen<br />
und Daten ist von praktisch<br />
jedem Gerät mit Internetverbindung<br />
aus möglich. Dank vernetzter Sicherungen<br />
und redundanter Systeme<br />
führen Hardwarefehler nicht zu<br />
Datenverlusten. Schurter setzt auf<br />
Cloud-Lösungen, welche die bestmögliche<br />
Sicherheit und den höchstmöglichen<br />
Datenschutz bieten.<br />
Die Art und Anzahl an Anwendungsmöglichkeiten,<br />
für welche<br />
smarte Gerätesteckverbindungen<br />
einen echten Mehrwert bieten können,<br />
ist nahezu unbegrenzt.<br />
• Prozessvisualisierung: Prozessvisualisierung<br />
ist die grafische<br />
Darstellung von Prozessen mit<br />
dem Ziel, Komplexität möglichst<br />
einfach darzustellen.<br />
• Vorbeugende Wartung: Um eine<br />
hohe Produktivität und Verfügbarkeit<br />
einer Anlage sicherzustellen,<br />
bietet sich die vorbeugende Wartung<br />
des gesamten Systems an.<br />
• Energiemanagement: Ein Energiemanagementsystem<br />
zeigt auf,<br />
wieviel Energie ein Unternehmen<br />
oder bestimmte Produktionssysteme<br />
verbrauchen und welche<br />
Möglichkeiten es gibt, diesen Verbrauch<br />
zu senken.<br />
• Fernwartung: Im Rahmen einer<br />
Fernwartung werden Systeme<br />
räumlich getrennt administriert.<br />
• Kundenspezifische Lösungen:<br />
Nicht für jedes potentiell auftretende<br />
Problem wurde<br />
bereits eine Software-Lösung<br />
geschrieben. ◄<br />
28 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Komponenten<br />
Radiallüfter für Blutgasanalytik<br />
<br />
SEPA EUROPE GmbH<br />
www.sepa-europe.com<br />
Blutgasanalysen sind wichtige Bestandteile<br />
der Standarddiagnostik und erlauben zum einen<br />
die Überwachung der Sauerstoffversorgung<br />
und unterstützen zum anderen die Diagnosestellung.<br />
Um die Leistung und Zuverlässigkeit<br />
der elektronischen Komponenten in Blutgasanalysegeräten<br />
zu gewährleisten, ist es notwendig<br />
die Wärme aus dem Gerät abzuführen.<br />
In vielen Fällen ist jedoch kaum Platz vorhanden.<br />
Hier kommt Radiallüfter HY45AB05P<br />
von Sepa Europe ins Spiel. Er findet auch im<br />
kleinsten Gerät Platz!<br />
Der HY45AB05P ist medizintechnisch bewährt<br />
und steht für höchstmögliche Kühlleistung auf<br />
kleinstmöglichem Raum. Mit seinen Maßen von<br />
nur 45 x 4 mm zählt er zu der Kategorie „besonders<br />
flach“. Er wurde strömungstechnisch optimiert<br />
und ist angenehm leise. Das moderne Mag-<br />
Fix-Lager verhindert das Abwandern des Schmierstoffes,<br />
garantiert eine stabile Schmierung über<br />
die gesamte Lebensdauer von 210.000 Stunden<br />
(MTBF bei 40 °C) und kann dadurch über einen<br />
weiten Temperaturbereich eingesetzt werden.<br />
Medizintechnische Geräte stellen spezielle<br />
Anforderungen an die Elektronikkühlung und<br />
benötigen punktgenaue Kühlung. Durch den<br />
regelbaren PWM-Eingang ist das einfach, denn<br />
die Drehzahlregelung erfolgt mittels Analog- oder<br />
PWM-Signal. Ein weiterer Vorteil ist die Langzeitverfügbarkeit.<br />
Sepa entwickelt zusammen mit den Kunden<br />
die jeweils passende Lösung. Smarte Entwärmungskonzepte<br />
von Sepa Europe sind in vielen<br />
medizinischen Geräten namhafter Hersteller<br />
zu finden. ◄<br />
Voice-Coil-Motor mit hoher Kraftdichte<br />
Der Marktführer für Voice-<br />
Coil-Motoren Geeplus hat auf die<br />
Anforderungen einiger Kunden vor<br />
allem im Medizingerätebereich für<br />
extrem kompakte Tauchspulenantriebe<br />
im Bereich größer als 50 N<br />
Dauer reagiert. Herausgekommen<br />
ist der VM75P2 mit ca. 60 N Dauer<br />
und mit einem Durchmesser von<br />
75 mm und einer Baulänge des<br />
Magnettopfs von 60 mm.<br />
Der Voice-Coil-Aktor VM75P2<br />
eignet sich hervorragend für<br />
Anwendungen mit hohen<br />
Anforderungen an die Dynamik,<br />
da seine hoch optimierte Magnetbaugruppe<br />
ein außergewöhnlich<br />
gutes Verhältnis von bewegter Spulenmasse<br />
zur verfügbaren Kraft<br />
aufweist. Der 2-polige Tauchspulenaktuator<br />
ist optimiert auf kurze<br />
Hübe bis ca. 6 mm mit sehr linearer<br />
Kraftkonstante; längere Hübe<br />
bis 14 mm sind möglich, wenn die<br />
Linearität in diesem Bereich nicht<br />
mehr entscheidend ist. Die 2-polige<br />
Ausführung ermöglicht ca. 30-50 %<br />
höhere Beschleunigungskräfte<br />
bei gleicher Baugröße und Erregerleistung<br />
im Vergleich zu herkömmlichen<br />
1-poligen Voice-Coil-<br />
Motoren in Sandwich Bauweise.<br />
Damit eigen sich die VM752P<br />
Voice-Coil-Motoren hervorragend<br />
als dynamische Ventil-Aktuatoren,<br />
z. B. in Beatmungsgeräten,<br />
als Antrieb für optische Shutter<br />
und Sortiermechanismen oder<br />
in Pick&Place-Anwendungen. Die<br />
Anbindung der Spule über einen<br />
Flex-Circuit ist in Vorbereitung.<br />
Geeplus hat die Möglichkeit, die<br />
eigenen Voice-Coil-Motoren im<br />
Haus zu optimieren und an die Kundenanforderungen<br />
mit kundenspezifischen<br />
Lösungen anzupassen.<br />
ACTRONIC – SOLUTIONS<br />
GmbH<br />
www.actronic-solutions.de<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
29
Komponenten<br />
Produkte für medizinische<br />
implantierbare Anwendungen<br />
Micro Crystal AG ist ein anerkannter Hersteller von innovativen, stromsparenden, hochstabilen Timing-<br />
Komponenten mit geringem Stromverbrauch, für den Einsatz in Gesundheits- und Medizinprodukten.<br />
Der Vertrieb erfolgt durch SE Spezial-Electronic.<br />
SE Spezial-Electronic GmbH<br />
www.spezial.com<br />
Die Produktlinie von Micro Crystal<br />
für Anwendungen im Gesundheitswesen<br />
und medizinische Implantate<br />
besteht aus Echtzeituhren<br />
RTCs, Oszillatoren und Quarzen,<br />
die sich durch geringen Stromverbrauch,<br />
hohe und stabile Genauigkeit<br />
in einem Helium undurchlässigen,<br />
ultrakleinen Vollkeramikgehäuse<br />
auszeichnen. Die Komponenten<br />
werden nach den höchsten<br />
Qualitätsstandards und Produktionstechnologien<br />
hergestellt. Sie zeichnen<br />
sich durch langfristige Zuverlässigkeit<br />
aus und sind speziell für<br />
den Einsatz in elektromedizinischen<br />
und aktiven implantierbaren Geräten<br />
der Klasse III (AIMD) bestimmt.<br />
Die Fertigung in speziellen Montagelinien,<br />
gepaart mit strengen Testund<br />
Validierungsverfahren, gewährleistet<br />
beste Leistung und deckt alle<br />
Qualitätsaspekte von implantierbaren<br />
medizinischen Komponenten<br />
der Klasse III ab.<br />
Kompakt und leistungsstark<br />
Das ist der neue RTC RV-5028-C7<br />
mit integriertem I 2 C-400-kHz-Kommunikationsbus<br />
für medizinische<br />
Anwendungen. Plug&Play ist möglich.<br />
Der RV-5028-C7 Medical erfüllt<br />
die Anforderungen an den Platzbedarf<br />
vieler medizinischer Implantate,<br />
indem er einen 32,768-kHz-Quarz<br />
und einen integrierten RTC-<br />
Schaltkreis in einem 3,2 x 1,5 mm<br />
großen Vollkeramik-Miniaturgehäuse<br />
kombiniert. Dass minimiert<br />
die Integrations beschränkungen,<br />
senkt Entwicklungs- und Validierungskosten<br />
und verkürzt die Markteinführungszeit.<br />
Das niedrige Profil<br />
von nur 1,0 mm erleichtert extrem<br />
kompakte Design anforderungen.<br />
Werkseitige Kalibrierung<br />
Der werkseitige Kalibrierungsprozess<br />
führt zu einer Zeitgenauigkeit<br />
von ±1 ppm (entspricht<br />
± 0,5 min/Jahr bei Raumtemperatur),<br />
und das hermetische Vollkeramikgehäuse<br />
ist undurchlässig<br />
für Helium. Es gewährleistet Stabilität<br />
und höchste Zuverlässigkeit<br />
während der gesamten Lebensdauer<br />
des implantierten Geräts.<br />
Extrem niedriger<br />
Stromverbrauch<br />
Der extrem niedrige Stromverbrauch<br />
der RTC von nur 45 nA<br />
ermöglicht eine optimierte Energieverwaltung<br />
des Systems. Zudem ist<br />
ein EEPROM-Speicher enthalten,<br />
dessen Zugriff über ein Passwort<br />
geschützt werden kann. Über den<br />
CLKOUT werden Frequenzen von<br />
1 Hz bis 32.768 Hz bereitgestellt.<br />
Als Schnittstelle zur Programmierung<br />
dient eine I 2 C Schnittstelle. ◄<br />
30 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Belastbar und sicher in Medizingeräten<br />
POY Award für Easy Locking Connector<br />
Komponenten<br />
Der Easy Locking Connector von<br />
binder hat sich in der Medizintechnik<br />
als robuste und zuverlässige<br />
Schnittstelle bewährt. Die renommierte<br />
US-amerikanische Fachzeitschrift<br />
Medical Design Briefs hat den<br />
besonders sicheren und biokompatiblen<br />
Steckverbinder jetzt mit ihrem<br />
POY Award ausgezeichnet.<br />
Zuverlässige Funktion, sichere<br />
Bedienung, Verträglichkeit und<br />
Patientenschutz sind zentrale Kriterien<br />
für die Produktentwicklung<br />
von Medizingeräten. Technische<br />
Fehlfunktionen, instabile Parameter,<br />
falsche Bedienung durch medizinisches<br />
Personal oder Patienten<br />
können hier fatale Folgen haben.<br />
Steckverbinder unterliegen in diesem<br />
Umfeld höchsten Ansprüchen<br />
an Kontaktsicherheit und Signalintegrität,<br />
Robustheit der Verbindung<br />
sowie einfache und intuitive Bedienbarkeit.<br />
Außerdem sind Biokompatibilität<br />
und eine für Medizingeräte<br />
angemessene Schutzart einschließlich<br />
Berührungsschutz und Beständigkeit<br />
gegen Reinigungs- oder Desinfektionsmittel<br />
unabdingbar.<br />
Franz Binder GmbH & Co.<br />
Elektrische Bauelemente KG<br />
info@binder-connector.de<br />
www.binder-connector.de<br />
ELC erfüllt<br />
medizintechnische<br />
Einsatzkriterien<br />
In klinischen Anwendungen, aber<br />
auch beim Einsatz in der häuslichen<br />
Pflege hat der Easy Locking Connector<br />
(ELC) der Serie 570 von<br />
binder seine Eignung bereits unter<br />
Beweis gestellt. Der Kabelsteckverbinder<br />
mit Snap-in-Verriegelung<br />
gilt dank 5.000 und mehr Steckzyklen<br />
als ausgesprochen langlebig,<br />
außerdem als besonders bediensicher.<br />
Hierfür verfügt er über eine<br />
asymmetrische Sechskant-Kontur<br />
im Steckbereich, die ein Fehlstecken<br />
durch Personal oder Patienten<br />
grundsätzlich verhindert. Ist<br />
die Verbindung hergestellt, wird sie<br />
mittels Rasthaken – für den Bediener<br />
unmittelbar akustisch zu erkennen<br />
– verriegelt. Auch die zweiteilige<br />
Konstruktion des ELC, dessen<br />
Baugruppen leicht zusammenzufügen,<br />
aber nur mit Spezialwerkzeug<br />
wieder trennbar sind, trägt zu seiner<br />
Bediensicherheit bei.<br />
Kein Eindringen<br />
von Flüssigkeiten<br />
Der Easy Locking Connector ist<br />
gesteckt gemäß IP54 geschützt.<br />
Darüber hinaus verhindert das<br />
Design der Flanschdose auch im<br />
getrennten Zustand das Eindringen<br />
von Spritzwasser oder Flüssigkeiten,<br />
und es schützt vor versehentlichem<br />
elektrischen Kontakt. Der Steckverbinder<br />
lässt sich leicht reinigen und<br />
ist gegenüber Desinfektionsmitteln<br />
beständig.<br />
Die Biokompatibilität der Serie 570<br />
ist gemäß dem Standard DIN EN<br />
ISO 10993-5 geprüft; außerdem<br />
sind die Steckverbinder mit Ausnahme<br />
des Kontaktkörpers DEHPfrei<br />
und somit gut hautverträglich.<br />
Von Ingenieuren<br />
zum wichtigsten<br />
neuen Produkt gewählt<br />
Medical Design Briefs ist eine<br />
in der US-amerikanischen Medienlandschaft<br />
etablierte Fachzeitschrift,<br />
die nach Angaben des Verlags,<br />
der SAE Media Group, New<br />
York, 40.000 Abonnenten zählt<br />
sowie 100.000 OEM-Ingenieure<br />
und -Manager erreicht. Die Leser<br />
von Medical Design Briefs haben<br />
jetzt über ihren Produktfavoriten<br />
– die ihrer Ansicht nach wichtigste<br />
Neuvorstellung – des vergangenen<br />
Jahres abgestimmt. Als einer von<br />
zwei Gewinnern wurde der Easy<br />
Locking Connector von binder mit<br />
dem ‚2022 Medical Design Briefs’<br />
Readers’ Choice Products of the<br />
Year‘ (POY) Award ausgezeichnet.<br />
Nachdem bereits die NCC-<br />
Serie 670 (Not Connected Closed)<br />
von binder den ‚2021 LEAP<br />
Award‘ für Konstruktion und Entwicklung<br />
erhalten hatte, wird nun<br />
mit dem ELC erneut einem Steckverbinder<br />
von binder die besondere<br />
Wertschätzung des US-amerikanischen<br />
Markts zuteil.<br />
Die Zukunft gestalten<br />
Markus Binder, geschäftsführender<br />
Gesellschafter der binder<br />
Gruppe, kommentiert die Auszeichnung:<br />
„Mit unseren kundenspezifischen<br />
Produkten und smarten<br />
Innovationen sowie unserer internationalen<br />
Ausrichtung möchten wir<br />
als Spezialist für Rundsteckverbinder<br />
die Zukunft gestalten. Mit dem<br />
ELC ist es uns gelungen, ein für die<br />
hohen Anforderungen der Medizintechnik<br />
prädestiniertes Produkt zu<br />
entwickeln. Die Auszeichnung mit<br />
dem POY Award bestärkt uns darin,<br />
unseren eingeschlagenen Weg konsequent<br />
fortzuführen.“ ◄<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
31
Sensoren<br />
Zuverlässige Füllstandssensorik<br />
für verschiedenste Medien in der Industrie<br />
Eine zuverlässige und kontaktlose Füllstandsmessung bieten die neuen<br />
Füllstandssensoren von EBE sensors + motion.<br />
EBE Füllstandssensoren erkennen<br />
und messen kontaktlos verschiedenste<br />
Medien. Die aktuelle<br />
Sensorgeneration, basierend auf<br />
der capaTEC-Technologie setzt<br />
hier neue Standards. Die kontinuierlichen<br />
Füllstandssensoren bieten<br />
die Möglichkeit berührungslos<br />
verschiedenste Medien, wie bspw.<br />
Flüssigkeiten, Granulate und pulverisierte<br />
Materialien, über einen<br />
Messbereich von bis zu 100 mm<br />
zu messen. Dabei sind sie hochpräzise<br />
und nahezu unempfindlich<br />
gegenüber sämtlichen Störfaktoren<br />
von außen.<br />
Große Performance<br />
bei kleinem Bauraum<br />
Bei der Konstruktion von neuen<br />
Geräten und Anlagen beschränkt<br />
der Bauraum häufig die Wahl der<br />
eingesetzten Sensorik. Im Bereich<br />
der Medizintechnik sowie in Messund<br />
Laborgeräten ist oftmals nur<br />
wenig Fläche vorhanden, sodass<br />
die üblichen auf dem Markt erhältlichen<br />
Sensoren nicht verbaut werden<br />
können. Die capaTEC-Sensoren<br />
von EBE finden auf einer<br />
Leiterplatte Platz, sodass sie in<br />
nahezu jedem Gerät eingesetzt<br />
werden können. Der Sensor wird<br />
dabei außerhalb des Tanks angebracht.<br />
Das Medium innerhalb des<br />
Tanks kann bei Wandstärken bis zu<br />
8 mm zuverlässig detektiert werden,<br />
auch ein Luftspalt zwischen<br />
Tank und Sensor stellt kein Problem<br />
dar.<br />
Testmöglichkeit<br />
des Sensors<br />
in der Endanwendung<br />
Elementar für den Einsatz eines<br />
berührungslosen Sensors ist jedoch<br />
grundsätzlich die Frage, ob und<br />
wie genau der Sensor das vorhandene<br />
Medium detektiert. Mit einem<br />
neu konzipierten Sensor-Testkit<br />
bietet EBE sensors + motion ein<br />
Komplettpaket inkl. Sensorik, Software<br />
und Elektronik, um die Applikation<br />
unter den Umweltbedingungen<br />
der Endanwendung auszutesten.<br />
Das Testkit ist einfach zu<br />
installieren und kann direkt vor Ort<br />
in Betrieb genommen werden. Das<br />
bietet Konstrukteuren die Möglichkeit<br />
die Performance des Füllstandssensors<br />
direkt unter Beweis zu stellen<br />
und für die weitere Entwicklung<br />
des Projekts eine schnelle, zuverlässige<br />
und kostengünstige Sensorlösung<br />
anzubieten. ◄<br />
EBE Elektro-Bau-Elemente<br />
GmbH<br />
www.ebe.de<br />
Die Füllstandssensoren sind insbesondere für kleine Bauräume geeignet,<br />
da sie lediglich auf einer Leiterplatte angebracht sind.<br />
© adobestock.com/shevchukandrey<br />
Passende Sensoren für jede Anwendung<br />
vernetzte Kreationen zu verwandeln. Mit diesen<br />
Sensoren unterstützt diese Partnerschaft<br />
maßgeblich die nächste Generation datengestützter<br />
Technologien.<br />
Die hochwertigen Sensoren kommen in<br />
den Branchen Industrie, Medizin, Elektro- und<br />
Haushaltsgeräte, Luft- und Raumfahrt, Verteidigungstechnik<br />
sowie der Automobiltechnik zum<br />
Einsatz. Auch in vielen weiteren Anwendungen,<br />
wo erschwerte Umgebungsbedingungen<br />
eine hohe Anforderung an Material und Funktion<br />
stellen, sind die Sensoren von TE Connectivity<br />
bestens ge eignet.<br />
Der Telemeter-Electronic-Partner TE Connectivity<br />
ist eines der größten Sensorik-Unternehmen<br />
der Welt. Seine innovativen Sensorlösungen<br />
helfen Kunden, Konzepte in intelligente<br />
Telemeter Electronic GmbH<br />
info@telemeter.de<br />
www.telemeter.info<br />
32 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Stromversorgung<br />
Intelligentes konfigurierbares<br />
Kondensatorladegerät<br />
Advanced Energy Industries<br />
GmbH<br />
info@aei.com<br />
www.advancedenergy.com<br />
Advanced Energy entwickelt das erste voll integrierte,<br />
intelligente, konfigurierbare Kondensatorladegerät<br />
für ästhetische und chirurgische Laseranwendungen.<br />
Die für medizinische Anwendungen zugelassene<br />
Stromversorgung bietet Hochspannungs-<br />
Kondensatorladung und AC/DC-Niederspannungsversorgung<br />
in einem einzigen Gerät. Das Excelsys<br />
FC1500 von Advanced Energy ist branchenweit das<br />
erste Kondensatorladegerät und Netzteil mit mehrfachen<br />
Ausgängen. Es liefert eine konstante Ladeleistung<br />
und der Einsatz mehrerer Netzteile für medizinische<br />
Laser- und IPL- (Intense Pulsed Light Therapy-<br />
breitbandig gepulstes Licht) Behandlungsgeräte<br />
ist nicht erforderlich.<br />
Herkömmliche Laser- und IPL-Systeme arbeiten<br />
mit Kondensatoren, die auf hohe Spannungen geladen<br />
und dann entladen werden, um Hochstromimpulse<br />
zu erzeugen. Durch eine konstante Leistung<br />
von 1500 W über alle Ladespannungen von 200 V bis<br />
1000 V ermöglicht das FC1500 ein schnelleres Aufladen<br />
der Kondensatoren bei niedrigeren Spannungen<br />
in Systemen die auf verschiedenen Technologien<br />
basieren. Das hilft, Behandlungszeiten zu verkürzen.<br />
Außerdem benötigen herkömmliche Systeme<br />
mehrere Netzteile, um hohe Spannungen zur Kondensatorladung<br />
zu liefern sowie niedrige DC-Spannungen<br />
für elektronische Systeme wie Touchpanels,<br />
Pumpen, Kühlelemente und andere Behandlungen<br />
bereitzustellen. Das FC1500 ist ein vollständig integriertes<br />
Kondensatorladegerät und AC/DC-Netzteil in<br />
einem Gerät, das all diese Anforderungen erfüllt. ◄<br />
Netzteile für Home care Anwendungen<br />
Kapazitäten aus Krankenhäusern,<br />
Arztpraxen und Therapieeinrichtungen,<br />
nicht zuletzt aus Kostengründen,<br />
ermöglichen.<br />
Neumüller bietet hier Stromversorgungen<br />
in einem breiten Leistungsbereich<br />
von 6 bis 300 Watt<br />
an. Hierzu gehören Steckernetzteile,<br />
Tischnetzteile und Einbaunetzteile<br />
jeweils in der Schutzklasse II, ohne<br />
die Notwendigkeit eines Schutzleiteranschlusses.<br />
Neumüller bietet Lösungen und<br />
Support für handheld-/ mobile oder<br />
stationäre Gerätevarianten.<br />
Neumüller Elektronik GmbH<br />
www.neumueller.com<br />
OEM-Sensoren für die Medizintechnik<br />
Flüssigkeitsdruckmessung<br />
in Ophthalmologie-Systemen<br />
Der Trend ist eindeutig, immer<br />
mehr medizinische Diagnose-,<br />
Monitor- sowie Therapiegeräte für<br />
die ReHa werden für den Gebrauch<br />
in häuslicher Umgebung konzipiert.<br />
Dies soll eine Verlagerung von<br />
Senstech AG<br />
CH-8320 Fehraltorf<br />
Telefon +41 44 955 04 55<br />
ISO 9001 · ISO 13485<br />
www.senstech.ch<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
Senstech_Ins_<strong>2023</strong>_91x66_meditronic-journal_B.indd 1 24.11.22 11:30<br />
33
Stromversorgung<br />
Intelligente Notstromversorgung<br />
mit LiFePO 4 -Batterietechnologie<br />
24VDC-USV-Lösung für 100 h Langzeit-Backup<br />
Direktlink zu UPSI-2406D:<br />
https://www.bicker.de/upsi-2406d<br />
Direktlink zu Batteriepack<br />
BP-LFP-13250S:<br />
https://www.bicker.de/bp-lfp-13250s<br />
Bicker Elektronik GmbH<br />
info@bicker.de<br />
www.bicker.de<br />
Bicker Elektronik hat eine neue<br />
DC-USV-Lösung für die Langzeitüberbrückung<br />
vorgestellt. Die<br />
24V-Notstromversorgung ist mit der<br />
besonders sicheren und langlebigen<br />
LiFePO 4 -Batterietechnologie ausgestattet<br />
und bietet Backup-Zeiten von<br />
bis zu 100 Stunden. Bestehend aus<br />
der intelligenten Lade- und Steuereinheit<br />
UPSI-2406D und dem Batteriepack<br />
BP-LFP-13250S eignet<br />
sich die DC-USV-Lösung ideal zum<br />
Schutz von 24V-Applikationen in der<br />
Medizintechnik, wie beispielsweise<br />
Medical-Panel-PCs, Steuerungen,<br />
Antriebe, Sensoren, Messsysteme,<br />
Beleuchtungs-, Labor- und Sicherheitstechnik.<br />
Bei Stromausfall, Spannungseinbruch<br />
oder Flicker lassen<br />
sich somit effektiv Systemausfälle<br />
und Datenverluste in sicherheitsrelevanten<br />
Applikationen vermeiden.<br />
Zusätzlich bietet die neue<br />
USV-Management-Software ‚UPScom‘<br />
mit Cross-Plattform-Technologie<br />
und intuitiver Benutzeroberfläche<br />
umfangreiche Funktionen<br />
für Monitoring, Parametrisierung<br />
und Messenger- Dienste.<br />
Langzeitüberbrückung<br />
bis zu 100 Stunden<br />
Der leistungsstarke LiFePO 4 -Batteriepack<br />
BP-LFP-13250S mit<br />
330 Wh ermöglicht Backup-Zeiten<br />
von bis zu 100 Stunden, zum Beispiel<br />
für Sensorapplikationen oder<br />
Notbeleuchtungssysteme. Die<br />
Lithium-Eisenphosphat-Batterietechnologie<br />
(LiFePO 4 ) überzeugt<br />
mit über 6.000 Lade- und Entladezyklen<br />
und einem erweiterten<br />
Temperaturbereich von -20 bis<br />
+55 °C. Das in den Batteriepack<br />
integrierte Hochleistungs-Batterie-Management-System<br />
(BMS)<br />
zur Optimierung von Lebensdauer<br />
und Sicherheit überwacht und steuert<br />
den kompletten Lade- und Entladevorgang<br />
jeder Batteriezelle des<br />
Energiespeichers. Das integrierte<br />
Cell-Balancing sorgt hierbei für<br />
eine ausgewogene und gleichmäßige<br />
Ladung aller Zellen, so dass<br />
die volle Kapazität des LiFePO 4 -Batteriepacks<br />
dauerhaft nutzbar bleibt.<br />
Der BP-LFP-13250S verfügt über<br />
ein UN 38.3 Transport-Zertifikat.<br />
Intelligente Ladeund<br />
Steuereinheit<br />
Die intelligente Lade- und Steuereinheit<br />
UPSI-2406D im robusten<br />
Aluminiumgehäuse für die DIN-Rail-<br />
Montage ist über zwei Leitungen mit<br />
dem Batteriepack verbunden. Neben<br />
der Energieübertragungsleitung<br />
(BAT PWR) werden auf der Datenleitung<br />
(BAT DATA) via I 2 C-Schnittstelle<br />
alle relevanten Betriebsdaten<br />
des Energiespeichers kontinuierlich<br />
überwacht und gesteuert. Bei Spannungseinbrüchen<br />
oder Stromausfall<br />
trennt ein MOSFET innerhalb weniger<br />
Mikrosekunden den Eingang ab<br />
und die angeschlossene Last wird<br />
unterbrechungsfrei aus dem Energiespeicher<br />
heraus versorgt. Im<br />
Backup-Betrieb stellt die UPSI-2406D<br />
eine konstant geregelte DC-Ausgangsspannung<br />
zur Verfügung. Die<br />
PowerSharing-Funktion sorgt dafür,<br />
dass die Eingangsleistung konstant<br />
gehalten und entsprechend angepasst<br />
auf Last und Batterie-Lader verteilt<br />
wird. Bei geringer Last am Ausgang<br />
fließt mehr Energie in den Lader und<br />
umgekehrt. Die Mindestlast-Erkennung<br />
überwacht im Backup-Betrieb<br />
die aus dem Energiespeicher zu versorgende<br />
Ausgangslast und trennt<br />
automatisch den Energiespeicher von<br />
der Lade- und Steuereinheit, wenn<br />
die Last am Ausgang einen bestimmten<br />
Grenzwert unterschreitet. Dies<br />
verhindert, dass der Energiespeicher<br />
unnötig entleert wird. Darüber<br />
hinaus verfügt die UPSI-2406D über<br />
eine USB- und RS232-Schnittstelle<br />
für die Datenkommunikation sowie<br />
einen Relaiskontakt.<br />
USV-Management-Software<br />
‚UPScom‘ mit Cross-<br />
Plattform-Technologie<br />
Die komplett neu entwickelte<br />
USV-Management-Software<br />
‚UPScom‘ steht kostenlos zum<br />
Download für Microsoft Windows<br />
und Linux bereit. Die Software ermöglicht<br />
während eines Stromausfalls<br />
das kontrollierte Herunterfahren<br />
und Ausschalten der angeschlossenen<br />
Geräte. Zur Einstellung und<br />
Vorprogrammierung aller Parameter<br />
des DC-USV-Systems sowie<br />
dem Echtzeit-Monitoring mit Ladezustandsanzeige<br />
wird das responsive<br />
WEB-UI in einem Web-Browser<br />
aufgerufen. Zu den einstellbaren<br />
Parametern zählen u. a. Load-Sensor<br />
(mA), Shutdown-Verzögerung,<br />
maximale Backup-Zeit, Mindestladekapazität<br />
vor Systemstart, Benachrichtigungen<br />
per E-Mail. Die USV-<br />
Management-Software ‚UPScom‘<br />
34 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Stromversorgung<br />
nutzt die neue WebAssembly<br />
(WASM) Architektur, welche in den<br />
meisten aktuellen Web-Browsern<br />
lauffähig ist. ‚UPScom‘ ist auf x86<br />
kompatiblen Systemen und auch auf<br />
den meisten ARM-64 basierenden<br />
Systemen unter Microsoft Windows<br />
und verschiedenen Linux-Distributionen<br />
lauffähig.<br />
Sichere Shutdown &<br />
Reboot-Funktion für<br />
IPC-Systeme<br />
Bei einem „Power-Fail“ signalisiert<br />
die USV über das integrierte<br />
USB- oder RS232-Interface den<br />
Ausfall der Versorgungsspannung,<br />
so dass ein kontrollierter Shutdown<br />
des Computersystems eingeleitet<br />
und wertvolle Daten gesichert werden.<br />
Auch kann vor Herunterfahren<br />
des Systems ein Skript (Batch) ausgeführt<br />
werden, um eigene applikationsrelevante<br />
Prozesse zu verarbeiten.<br />
Die integrierte Reboot-<br />
Funktion der DC-USV leitet nach<br />
wiederkehrender Versorgungsspannung<br />
selbstständig den Neustart<br />
des versorgten IPC ein, ohne<br />
dass eine aufwendige Vorort-Intervention<br />
eines Service-Mitarbeiters<br />
notwendig wäre, z. B. bei vollkommen<br />
autarken Computersystemen<br />
an unzugänglichen Standorten.<br />
E-Mail-Messenger Dienst<br />
Die Software ‚UPScom‘ kann<br />
bei verschiedenen Ereignissen wie<br />
z. B. Verbindungsverlust zur USV,<br />
Herunterfahren des Systems oder<br />
Power-Fail entsprechende Event-<br />
E-Mails versenden. Diese Präventivmaßnahmen<br />
können Ausfallzeiten<br />
verringern oder gänzlich verhindern.<br />
Alle Produktvorteile<br />
auf einen Blick<br />
• DC-USV-Lösung für Langzeit-<br />
Backup bis 100 h<br />
• Leistungsstarke 24V-Notstromversorgung<br />
• LiFePO 4 -Batterietechnologie –<br />
sicher und langlebig<br />
• Über 6.000 Lade- und Entladezyklen<br />
• BMS Schutz- und Steuerfunktionen<br />
• Batterie-Startfunktion<br />
• Intelligente Eingangsstromerkennung<br />
• USB- und RS232-Schnittstelle<br />
und Relaiskontakt<br />
• USV-Management-Software<br />
‚UPScom‘ inklusive<br />
• Reboot-Funktion für IPC-Systeme<br />
• Erweiterter Temperaturbereich<br />
-20…+55 °C<br />
• UN 38.3 Transport-Zertifikat ◄<br />
700-W-Gerät mit höchster Zuverlässigkeit<br />
für industrielle und medizinische Anwendungen<br />
Neu im Programm von Emtron electronic<br />
GmbH ist die GHA700F-Serie von Cosel, welche<br />
durch ihre effiziente Kühlung ideal für den<br />
Einsatz in anspruchsvollen medizinischen und<br />
industriellen Anwendungen ist. Basierend auf<br />
der robusten GHA-Plattform mit optimierter<br />
Wärmeableitung liefert das GHA700F 700 W<br />
im 3“x5“ großen Industriegehäuse. Mit einer<br />
Leistungsdichte von 31,1 W pro Kubikzoll bietet<br />
dieses Netzteil eine der höchsten Leistungsdichten<br />
in seiner Kategorie für die Stromversorgung<br />
von medizinischen und industriellen<br />
Anwendungen.<br />
Hohe Isolationsfestigkeit<br />
Das GHA700F wurde gemäß der Sicherheitsnorm<br />
IEC 62368-1 und IEC 60601-1 entwickelt<br />
und eignet sich auch für medizinische Body-<br />
Float-Anwendungen. Dank seiner hohen Isolationsfestigkeit<br />
und Sicherheitsabstände eignet<br />
es sich jedoch ebenso hervorragend für<br />
anspruchsvolle industrielle Anwendungen. Die<br />
Netzteile sind nach EN 62368 geprüft und da<br />
sie die Norm EN 61558-2-16 (OVC III) erfüllen,<br />
wird dem Anwender das Design zur Einhaltung<br />
der Norm EN 60335 vereinfacht. Das<br />
GHA700F ist in vier Ausgangsspannungen<br />
(24, 30, 48 und 56 V DC) erhältlich und verfügt<br />
über eine universelle Eingangsspannung von<br />
85 bis 264 V AC. Durch den Einsatz modernster<br />
Schaltungstopologien und hochwertigen<br />
Komponenten weist das Netzteil einen hervorragenden<br />
Wirkungsgrad von bis zu 96 % auf.<br />
Kombiniert Konduktions- und<br />
Konvektionskühlung<br />
Angesichts der wachsenden Zahl medizinischer<br />
Anwendungen, die in geräuscharmen<br />
Umgebungen betrieben werden, optimieren<br />
die Hersteller ihre Geräte für den Betrieb mit<br />
begrenztem Luftstrom. Um diesen Anforderungen<br />
gerecht zu werden, müssen Netzteile<br />
so konzipiert sein, dass sie Konduktions- und<br />
Konvektionskühlung kombinieren. Damit wird<br />
den Systementwicklern die Möglichkeit geboten,<br />
die Platzierung des Netzteils zu optimieren,<br />
ohne die Leistung zu beeinträchtigen.<br />
Neueste Technologie<br />
Mit seiner langjährigen Erfahrung in der<br />
Entwicklung optimierter Stromversorgungslösungen<br />
mit kombinierter Konduktions-Konvektionskühlung<br />
hat COSEL die neuesten Schaltungsdesigns,<br />
digitale Leistungs- und Energieoptimierungsalgorithmen,<br />
Siliziumkarbid und<br />
andere fortschrittliche Komponenten kombiniert.<br />
Das GHA700F kann in einem weiten<br />
Umgebungstemperaturbereich von -20 °C<br />
bis +70 °C oder bis zu +80 °C an der Kühlplatte<br />
betrieben werden. Abhängig von der<br />
Art der Endmontage und den Kühlungsbedingungen<br />
kann eine Leistungsreduzierung<br />
erforderlich sein.<br />
Emtron electronic GmbH<br />
www.emtron.de<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
35
Stromversorgung<br />
Stromversorgungs-Subsysteme<br />
für Photoplethysmographie-Systeme<br />
zur Vitalzeichen-Überwachung – Teil 2<br />
Der vorliegende, aus zwei Teilen<br />
bestehende Artikel stellt validierte<br />
Designs für getaktete Stromversorgungen<br />
zur Vitalzeichen-Fernüberwachung<br />
an Patienten vor. Darin<br />
kommen Biosensoren zum Einsatz,<br />
die sich durch einen heraus-<br />
Autoren:<br />
Felipe Neira und Marc Smith<br />
Analog Devices<br />
www.analog.com<br />
Grenzwerte des Designs<br />
ragenden Signal- Rauschabstand<br />
auf der Systemebene auszeichnen.<br />
Während es im ersten Teil um<br />
eine diskrete Lösung mit optimaler<br />
Performance ging, wird im zweiten<br />
Teil eine integrierte Lösung für<br />
Anwendungen mit beengten Platzverhältnissen<br />
präsentiert.<br />
• Sie erfahren, wie Sie anhand der<br />
Anforderungen eines PPG-Systems<br />
die richtige Stromversorgungs-Konfiguration<br />
auswählen.<br />
• Beschreibung getakteter Stromversorgungs-Referenzschal-<br />
tungen in diskreter (Teil 1) oder<br />
integrierter Ausführung (Teil 2)<br />
• Vorstellung einer Methodik zum<br />
Prüfen der Leistungsfähigkeit<br />
von Stromversorgungs-Systemen,<br />
mit der sich das System in<br />
verschiedenen Anwendungsfällen<br />
und unter transienten Lastbedingungen<br />
testen lässt.<br />
• Checkliste zum Validieren der<br />
Implementierung.<br />
• Vermittlung von Kenntnissen zur<br />
Beseitigung von Implementierungsproblemen.<br />
Ein PPG-Gerät kann zum Messen<br />
von Änderungen des Blutvolumens<br />
eingesetzt werden, um daraus Vitalzeichen-Informationen<br />
wie etwa die<br />
Sauerstoffsättigung des Blutes oder<br />
die Herzrate abzuleiten. In diesem Teil<br />
geht es um eine integrierte, für Applikationen<br />
mit knappen Platzverhältnissen<br />
konzipierte Lösung, in welcher<br />
der Baustein MAX86141, ein AFE für<br />
optische Pulsoximeter und Herzratensensoren,<br />
zum Einsatz kommt.<br />
Analog Devices beschleunigt<br />
und vereinfacht den Entwicklungsprozess<br />
durch das Angebot fertig<br />
validierter, d. h. real angefertigter<br />
und geprüfter Designs von Stromversorgungs-Subsystemen,<br />
mit<br />
denen der Signal-Rauschabstand<br />
(Signal-to-Noise Ratio, SNR) der<br />
einzelnen Biosensing-AFEs optimal<br />
bewahrt wird.<br />
Zur Erinnerung sind nachfolgend<br />
Details der Stromversorgungs-<br />
Schaltungen aufgeführt, ergänzt<br />
durch eine Validierungs- Checkliste<br />
Bild 1: Blockschaltbild eines typischen PPG-Geräts zur Fernüberwachung<br />
von Patienten-Vitalzeichen<br />
Eingang Ausgang (V DIG , V ANA , V LED ) Rauschen, RTO<br />
V IMIN V IMAX V OMIN V OMAX V PP(max)<br />
3,0 V 1 4,2 V 1 1,6 V 2,0 V 30 mV PP<br />
2,0 V 2 3,4 V 2 1,6 V 2,0 V 30 mV PP<br />
Anmerkungen<br />
1 Sekundärbatterie (LiPo)<br />
2 Primärbatterie (Li-Knopfzelle)<br />
Tabelle 1<br />
Designkonfiguration<br />
4,7 V 5,3 V 20 mV PP<br />
Design-Konfiguration Batterie- Implementierung Anmerkungen zum Leiterplatten-Layout<br />
Tabelle 2<br />
Diskret<br />
Primärbatterie (Knopfzelle)<br />
Sekundärbatterie (Li und LiPo)<br />
Implementierung mit separaten diskreten Schaltungen<br />
Integriert Sekundärbatterie (Li und LiPo) Verwendung einer einzigen integrierten Schaltung<br />
zur Minimierung der Leiterplattenfläche; ausschließlich<br />
für Sekundärbatterien geeignet.<br />
36 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Stromversorgung<br />
Wichtige Bauelemente<br />
Bez. Bauteil Beschreibung<br />
U1 Gleichspannungswandler Leistungswandler-Baustein (MAX77642)<br />
L1 Induktivität (2,2 µH) Induktivität mit niedrigem effektivem Serienwiderstand (ESR) als Energiespeicher*<br />
C1 Kondensator (22 µF) Kondensator mit niedrigem effektivem Serienwiderstand (ESR) als Energiespeicher*<br />
*Bei L1 und C1 handelt es sich um speziell ausgewählte passive Bauelemente, die entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Gleichspannungswandlers<br />
sind.<br />
Tabelle 3<br />
und eine Fehlerbeseitigungs-Anleitung,<br />
die bei Bedarf Hilfestellung<br />
beim Schaltungsdesign leisten<br />
kann. Bild 1 zeigt dazu das Blockschaltbild<br />
einer Standard-Stromversorgungslösung,<br />
wie sie in vielen<br />
Anwendungen für die Patienten-<br />
Fernüberwachung anzutreffen ist.<br />
Grenzwerte des Designs<br />
(siehe Tabelle 1)<br />
Designkonfiguration<br />
(siehe Tabelle 2)<br />
Beschreibung des<br />
integrierten Designs<br />
Dieses mit einem DC/DC-PMIC<br />
(Power Management Integrated<br />
Circuit) bestückte Design dient zur<br />
Regelung dreier Ausgangsspannungen<br />
für ein Subsystem zur Fernüberwachung<br />
von Patienten-Vitalzeichen.<br />
Der IC enthält einen Auf-/<br />
Abwärtsregler (Buck-Boost Regulator)<br />
in SIMO-Bauart (Single-Inductor<br />
Multiple-Output), der die Ausgangsspannungen<br />
mithilfe einer einzigen<br />
Induktivität erzeugt, um unter Wahrung<br />
eines hohen Wirkungsgrads<br />
für minimale Gesamt-Lösungsabmessungen<br />
zu sorgen.<br />
Die Schaltung zeichnet sich durch<br />
gute Netz- und Lastregeleigenschaften<br />
aus und bietet gleichzeitig das<br />
nötige niedrige Ausgangsrauschen,<br />
damit die SNR-Eigenschaften der<br />
verwendeten Biosensoren nicht<br />
Bild 2: Blockschaltbild eines PPG-Subsystems unter Verwendung eines<br />
integrierten Stromversorgungs-Bausteins vom Typ MAX77642<br />
beeinträchtigt werden. Die Stromversorgung<br />
erfolgt durch eine wiederaufladbare<br />
Lithium-Polymerbatterie.<br />
Bild 2 zeigt das PPG-Subsystem<br />
mit einem integrierten Stromversorgungs-Baustein.<br />
(Tabelle 3)<br />
PMIC-basierte,<br />
getaktete Stromversorgung<br />
für 1,8 V/1,8 V/5,0 V<br />
Die folgende Schaltung auf der<br />
Grundlage des PMIC MAX77642<br />
bietet ein- und ausgangsseitig die<br />
Schritt Aktion Ablauf Messung Hilfe erforderlich?<br />
1 DC-Eingangsspannung<br />
überprüfen, LiPo-Akku LP401230<br />
2 DC-Eingangsspannung<br />
überprüfen, LiPo-Akku LP401230<br />
3 DC-Ausgangsspannung V OUT<br />
überprüfen<br />
Messen der Batteriespannung Wertebereich: 3,0 V – 4,2 V Anweisungen zur<br />
Fehlerbeseitigung<br />
Messen der Gleichspannung an C IN<br />
Messen der DC-Ausgangsspannung<br />
SBB1 bezogen auf GND<br />
4 Messen der DC-Ausgangsspannung<br />
SBB0 bezogen auf GND<br />
5 Messen der DC-Ausgangsspannung<br />
SBB2 bezogen auf GND<br />
6 Prüfen des Ausgangsrauschens<br />
(analog) am 1,8-V-Ausgang<br />
7 Prüfen des Ausgangsrauschens<br />
(digital) am 1,8-V-Ausgang<br />
8 Prüfen des Ausgangsrauschens<br />
(analog) am 5,0-V-Ausgang<br />
Tabelle 4<br />
Mit unsymmetrischem 10x-Taskopf<br />
(mit Pigtail) oder differenziellem<br />
aktivem Tastkopf an C 5<br />
Mit unsymmetrischem 10x-Taskopf<br />
(mit Pigtail) oder differenziellem<br />
aktivem Tastkopf an C 4<br />
Mit unsymmetrischem 10x-Taskopf<br />
(mit Pigtail) oder differenziellem<br />
aktivem Tastkopf an C 6<br />
Wertebereich: 3,0 V – 4,2 V<br />
Analoger Wertebereich (1,8 V):<br />
1,71 V – 1,89 V<br />
Digitaler Wertebereich (1,8 V):<br />
1,71 V – 1,89 V<br />
Welligkeit sollte kleiner als<br />
20 mV PP sein<br />
Schaltspitzen sollten kleiner als<br />
30 mV P sein<br />
Welligkeit sollte kleiner als<br />
20 mV PP sein<br />
Schaltspitzen sollten kleiner als<br />
30 mV P sein<br />
Welligkeit sollte kleiner als<br />
20 mV PP sein<br />
Schaltspitzen sollten kleiner als<br />
30 mV P sein<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
37
Stromversorgung<br />
Gemessene<br />
Eingangsspannung<br />
0 Volt bzw. kein Messwert Batterie nicht geladen oder<br />
defekt<br />
Messwert < 2,8 V<br />
Mögliche Ursachen Maßnahmen Anmerkungen<br />
Keine Verbindung zur Batterie<br />
(Leitung IN oder GND)<br />
Kurzschluss zwischen<br />
Eingangskondensator und Masse<br />
Batterie unzureichend geladen<br />
oder defekt<br />
Batterie abklemmen und Spannung<br />
überprüfen. Werden 0 V gemessen,<br />
Batterie aufladen.<br />
Batterie abklemmen und<br />
Durchgängigkeit der Verbindung<br />
zwischen Batterieanschluss und<br />
Eingang des Bausteins überprüfen.<br />
Batterie abklemmen und<br />
Durchgängigkeit entlang des<br />
Kondensators überprüfen.<br />
Batterie abklemmen und Spannung<br />
prüfen. Bei weniger als 2,8 V Batterie<br />
aufladen.<br />
Ersetzen Sie die Batterie, wenn sie<br />
sich nicht aufladen lässt.<br />
Möglicherweise liegt eine Leitungs-<br />
Unterbrechung auf der Leiterplatte<br />
vor.<br />
Möglicher Kurzschluss auf der<br />
Leiterplatte<br />
Ersetzen Sie die Batterie, wenn sie<br />
sich nicht aufladen lässt.<br />
2,8 V ≤ Messwert ≤ 4,2 V Keine Maßnahme Funktionsfähigkeit gegeben<br />
Messwert ≥ 4,2 V Batterie defekt Batterie ersetzen<br />
Tabelle 5<br />
nötigen typischen Werte für den Einsatz<br />
in Anwendungen für die Fernüberwachung<br />
von Patienten-Vitalzeichen.<br />
Wie in Bild 3 erkennbar ist, lassen<br />
sich die korrekten Spannungen<br />
am Ein- und Ausgang mithilfe eines<br />
Digitalmultimeters (DMM) überprüfen.<br />
Die Ausgangsspannungen der<br />
Stromversorgung können unter dem<br />
Einfluss verschiedener Faktoren<br />
variieren. Dies sind beispielsweise:<br />
• Zunehmende Entladung der<br />
Batterie<br />
• Laständerungen (z. B. durch<br />
Wechsel der Betriebsart, Rückkehr<br />
aus dem Sleep-Modus o. ä.)<br />
Bild 3: Getaktete Stromversorgung auf Basis des MAX77642 für 1,8 V, 1,8 V und 5,0 V zum Einsatz in der<br />
Fernüberwachung von Patienten-Vitalzeichen<br />
Bild 4: Integrierte Stromversorgung für die Fernüberwachung von Patienten-Vitalzeichen<br />
Validierungsplan zur<br />
getakteten Stromversorgung<br />
In Bild 4 ist der PMIC des Typs<br />
MAX77642 für die Fernüberwachung<br />
der Vitalzeichen von Patienten<br />
zu sehen.<br />
Validierungsplan zur<br />
integrierten getakteten<br />
Stromversorgung<br />
Die folgende Tabelle eignet sich<br />
als Checkliste zum Validieren der<br />
Funktion der auf dem MAX77642<br />
basierenden, getakteten Stromversorgung<br />
für 1,8 V/1,8 V/5,0 V,<br />
angeschlossen an eine Biosensing-Schaltung.<br />
(Tabelle 4)<br />
Fehlerbeseitigungs-<br />
Anleitung zur getakteten<br />
Stromversorgung<br />
Die in Bild 5 aufgeführten Fehlerbeseitigungs-Anweisungen<br />
leisten<br />
Hilfestellung beim Auftreten<br />
38 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Stromversorgung<br />
Signalverlauf am Eingang Mögliche Ursache Maßnahmen Anmerkungen<br />
Amplitude ist nicht korrekt<br />
Induktivität nicht verbunden,<br />
IN-Pin nicht verbunden<br />
Batterie abklemmen und<br />
sämtliche Verbindungen mit<br />
DMM überprüfen<br />
Leiterplatte reparieren, falls<br />
notwendig<br />
Tastverhältnis ist nicht korrekt<br />
(fehlende Impulse)<br />
Impuls SSB0 fehlt<br />
Kurzschluss zwischen<br />
EN0 und GND<br />
Ausgang SSB0 auf 0 V<br />
überprüfen. Batterie abklemmen<br />
und Durchgängigkeit zwischen<br />
EN0-Pin und GND überprüfen.<br />
Möglicher Kurzschluss auf der<br />
Leiterplatte<br />
Impuls SSB1 fehlt<br />
Kurzschluss zwischen<br />
EN1 und GND<br />
Ausgang SSB1 auf 0 V<br />
überprüfen. Batterie abklemmen<br />
und Durchgängigkeit zwischen<br />
EN0-Pin und GND überprüfen.<br />
Möglicher Kurzschluss auf der<br />
Leiterplatte<br />
Impuls SSB2 fehlt<br />
Kurzschluss zwischen<br />
EN2 und GND<br />
Ausgang SSB2 auf 0 V<br />
überprüfen. Batterie abklemmen<br />
und Durchgängigkeit zwischen<br />
EN0-Pin und GND überprüfen.<br />
Möglicher Kurzschluss auf der<br />
Leiterplatte<br />
Tastverhältnis ist nicht korrekt<br />
(Impulsbreiten nicht korrekt)<br />
Widerstände zur Wahl der<br />
Ausgangsspannung;<br />
Baustein defekt<br />
Feststellen, welcher SSBx-Kanal<br />
zur falschen Impulsbreite gehört,<br />
und die folgenden Schritte<br />
abarbeiten<br />
Impulsbreite SSB0 unkorrekt<br />
Kurzschluss zwischen<br />
RSET_SSB0 und GND<br />
(SSB0 V O = 0,5 V)<br />
Batterie abklemmen und prüfen,<br />
ob Widerstandswert zur Masse<br />
40,2 kΩ beträgt.<br />
Falscher/defekter Widerstand.<br />
Möglicherweise Kurzschluss auf<br />
der Leiterplatte.<br />
Keine Verbindung zum<br />
Pin RSET_SSB0<br />
(SSB0 VO = 5,2 V)<br />
Batterie abklemmen und auf<br />
Durchgängigkeit zwischen<br />
Widerstand und RSET_SSB0-<br />
Pin prüfen.<br />
Möglicherweise Kurzschluss auf<br />
der Leiterplatte oder fehlerhafte<br />
Lötverbindung.<br />
Falscher Widerstandswert<br />
RSET_SSB0<br />
Batterie abklemmen und prüfen,<br />
ob Widerstandswert zur Masse<br />
40,2 kΩ beträgt.<br />
Falscher oder defekter<br />
Widerstand eingebaut.<br />
Impulsbreite SSB1 unkorrekt<br />
Kurzschluss zwischen<br />
RSET_SSB1 und GND<br />
(SSB1 V O = 0,5 V)<br />
Batterie abklemmen und prüfen,<br />
ob Widerstandswert zur Masse<br />
28 kΩ beträgt.<br />
Falscher bzw. kurzgeschlossener<br />
Widerstand. Möglicherweise<br />
Kurzschluss auf der Leiterplatte.<br />
Keine Verbindung zum<br />
Pin RSET_SSB1<br />
(SSB1 V O = 5,2 V)<br />
Batterie abklemmen und auf<br />
Durchgängigkeit zwischen<br />
Widerstand und RSET_SSB1-Pin<br />
prüfen.<br />
Möglicherweise Kurzschluss auf<br />
der Leiterplatte oder fehlerhafte<br />
Lötverbindung.<br />
Falscher Widerstandswert<br />
RSET_SSB1<br />
Batterie abklemmen und prüfen,<br />
ob Widerstandswert zur Masse<br />
28 k? beträgt.<br />
Falscher oder defekter<br />
Widerstand eingebaut.<br />
Impulsbreite SSB2 unkorrekt<br />
Kurzschluss zwischen<br />
RSET_SSB2 und GND<br />
(SSB2 V O = 0,5 V)<br />
Batterie abklemmen und prüfen,<br />
ob Widerstandswert zur Masse<br />
536 kΩ beträgt.<br />
Falscher bzw. kurzgeschlossener<br />
Widerstand. Möglicherweise<br />
Kurzschluss auf der Leiterplatte.<br />
Keine Verbindung zum<br />
Pin RSET_SSB2<br />
(SSB2 V O = 5,5 V)<br />
Batterie abklemmen und auf<br />
Durchgängigkeit zwischen<br />
Widerstand und RSET_SSB2-Pin<br />
prüfen.<br />
Möglicherweise Kurzschluss auf<br />
der Leiterplatte oder fehlerhafte<br />
Lötverbindung.<br />
Falscher Widerstandswert<br />
RSET_SSB2<br />
Batterie abklemmen und prüfen,<br />
ob Widerstandswert zur Masse<br />
536 kΩ beträgt.<br />
Falscher oder defekter<br />
Widerstand eingebaut.<br />
Verzerrter Signalverlauf mit<br />
abgerundeter steigender Flanke<br />
Defekte Verbindung zur<br />
Induktivität<br />
Verbindung der Induktivität<br />
reparieren. Induktivität ersetzen.<br />
Defekte Verbindung kann<br />
höheren Leitungswiderstand<br />
verursachen.<br />
Tabelle 6<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
39
Stromversorgung<br />
Bild 5: Hilfsmittel zur Fehlerbeseitigung an der getakteten Stromversorgung<br />
Bild 6: Oszillogramm eines typischen LXA-Signalverlaufs am MAX77642 bei<br />
Lastströmen (I out ) von 1,2 mA (SSB0 und SSB1) bzw. 126,1 mA (SSB2)<br />
etwaiger Funktionsprobleme an<br />
der getakteten Stromversorgung<br />
für 1,8 V/1,8 V/5,0 V. Die Anleitung<br />
deckt die häufigsten Probleme ab,<br />
die bei der Implementierung solcher<br />
getakteten integrierten Stromversorgungs-Designs<br />
auftreten können.<br />
Fehlerbeseitigung<br />
durchführen<br />
an der getakteten Stromversorgungs-Schaltung<br />
auf Basis des<br />
MAX77642:<br />
Schritt 1<br />
Überprüfung der Eingangsspannung:<br />
Mit einem Digitalmultimeter,<br />
dessen Innenwiderstand mindestens<br />
1 MΩ beträgt (z. B. Fluke 87),<br />
wird die Spannung am Eingang des<br />
MAX77642 gemessen.<br />
Das Minuskabel (schwarz) muss<br />
dabei unbedingt mit der Masse,<br />
das Pluskabel (rot) dagegen mit<br />
dem „IN“-Pin des Bausteins verbunden<br />
werden. Sollte der Eingangs-Pin<br />
nicht ohne weiteres<br />
zugänglich sein, kann die Messung<br />
auch am Eingangskondensator<br />
C IN erfolgen.<br />
Zum Diagnostizieren und Beheben<br />
etwaiger Probleme kann die<br />
Tabelle 5 herangezogen werden:<br />
Schritt 2<br />
Überprüfung des Signalverlaufs<br />
an der Induktivität: Ein Oszilloskop<br />
oder ein digitales Speicheroszilloskop<br />
(DSO) wird an den LXA-Pin des<br />
MAX77642 angeschlossen. Ist der<br />
Eingangs-Pin nicht ohne weiteres<br />
zugänglich, kann die Messung auch<br />
an der Induktivität und dem Kondensator<br />
erfolgen.<br />
Hinweis<br />
Oszilloskop und Tastköpfe<br />
sollten eine Bandbreite von mindestens<br />
200 MHz haben. Wenn<br />
die Schaltung korrekt funktioniert,<br />
sollte eine Abfolge von Impulsen<br />
mit minimalen Oszillationen an den<br />
steigenden und fallenden Flanken<br />
aufgezeichnet werden, wie es in<br />
Bild 6 zu sehen ist. Die Impulsfolge<br />
demonstriert das Zeitmultiplexing<br />
von drei getakteten Stromversorgungen,<br />
die sich eine gemeinsame<br />
Induktivität teilen (SIMO-Stromversorgung).<br />
Anhand von Abweichungen von<br />
der idealen Impulsfolge lassen<br />
sich viele Probleme erkennen und<br />
beheben. Hierzu kann die Tabelle<br />
6 herangezogen werden:<br />
Bild 7: Oszillogramm der Ausgangswelligkeit des<br />
MAX77642 am Ausgang SSB1 (1,8 V analog)<br />
bei V in = 4,2 V und I OUT = 100 mA<br />
Bild 8: Bei korrekter Funktion sollte am Ausgang<br />
SSB1 eine Spannung von 1,8 V DC (analog) mit<br />
einer geringen überlagerten Welligkeit liegen<br />
Bild 9: Oszillogramm der Ausgangswelligkeit des<br />
MAX77642 am Ausgang SSB2 (5,0 V)<br />
bei V in = 4,2 V und I OUT = 100 mA<br />
40 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Stromversorgung<br />
Gemessene Ausgangsspannung Mögliche Ursachen Maßnahmen Anmerkungen<br />
SSB0: 0 Volt bzw. kein Messwert<br />
SSB0: Messwert zu gering<br />
(< 1,71 V DC)<br />
Gemessene Ausgangsspannung Mögliche Ursachen Maßnahmen Anmerkungen<br />
SSB1: 0 Volt bzw. kein Messwert<br />
SSB1: Messwert zu gering<br />
(< 1,71 V DC)<br />
Keine Verbindung zwischen<br />
SSB1 und C OUT<br />
Kurzschluss zwischen<br />
Ausgangskondensator und<br />
Masse<br />
Falscher Induktivitätswert,<br />
Sättigung der Induktivität oder<br />
RSET_SSB1 mit falschem<br />
Widerstandswert.<br />
Batterie abklemmen und<br />
Durchgängigkeit zwischen<br />
Ausgang und C OUT überprüfen<br />
Batterie abklemmen und auf<br />
Durchgängigkeit parallel zum<br />
Kondensator prüfen.<br />
Batterie abklemmen und<br />
Induktivitäts- und/oder<br />
Widerstandswerte überprüfen.<br />
Möglicherweise<br />
Leitungsunterbrechung auf der<br />
Leiterplatte.<br />
Möglicherweise Kurzschluss<br />
auf der Leiterplatte.<br />
1,71 V ≤ Messwert ≤ 1,89 V Keine Maßnahme Korrekte Funktion<br />
SSB1: Messwert zu hoch<br />
(> 1,89 V)<br />
Tabelle 8<br />
Falscher Widerstandswert von<br />
RSET_SSB0<br />
Batterie abklemmen und Wert<br />
von RSET_SSB0 überprüfen<br />
Gemessene Ausgangsspannung Mögliche Ursachen Maßnahmen Anmerkungen<br />
SSB2: 0 Volt bzw. kein Messwert<br />
SSB2: Messwert zu gering<br />
(< 4,75 V DC)<br />
Keine Verbindung zwischen<br />
SSB1 und C OUT<br />
Kurzschluss zwischen<br />
Ausgangskondensator und<br />
Masse<br />
Falscher Induktivitätswert,<br />
Sättigung der Induktivität oder<br />
RSET_SSB2 mit falschem<br />
Widerstandswert.<br />
Batterie abklemmen und<br />
Durchgängigkeit zwischen<br />
Ausgang und C OUT überprüfen<br />
Batterie abklemmen und auf<br />
Durchgängigkeit parallel zum<br />
Kondensator prüfen.<br />
Batterie abklemmen und<br />
Induktivitäts- und/oder<br />
Widerstandswerte überprüfen.<br />
Möglicherweise<br />
Leitungsunterbrechung auf der<br />
Leiterplatte.<br />
Möglicherweise Kurzschluss<br />
auf der Leiterplatte.<br />
4,75 V ≤ Messwert ≤ 5,25 V Keine Maßnahme Korrekte Funktion<br />
SSB2: Messwert zu hoch<br />
(> 5,259 V)<br />
Tabelle 9<br />
Keine Verbindung zwischen<br />
SSB0 und C OUT<br />
Kurzschluss zwischen Ausgangskondensator<br />
und Masse<br />
Falscher Induktivitätswert, Sättigung<br />
der Induktivität oder RSET_<br />
SSB0 mit falschem Widerstandswert.<br />
Falscher Widerstandswert von<br />
RSET_SSB0<br />
Batterie abklemmen und Durchgängigkeit<br />
zwischen Ausgang<br />
und C OUT überprüfen<br />
Batterie abklemmen und auf<br />
Durchgängigkeit parallel zum<br />
Kondensator prüfen.<br />
Batterie abklemmen und Induktivitäts-<br />
und/oder Widerstandswerte<br />
überprüfen.<br />
Batterie abklemmen und Wert von<br />
RSET_SSB0 RSEL überprüfen<br />
Möglicherweise Leitungsunterbrechung<br />
auf der Leiterplatte.<br />
Möglicherweise Kurzschluss<br />
auf der Leiterplatte.<br />
1,71 V ≤ Messwert ≤ 1,89 V Keine Maßnahme Korrekte Funktion<br />
Messwert zu hoch (> 1,89 V)<br />
Tabelle 7<br />
Falscher Widerstandswert von<br />
RSET_SSB0<br />
Batterie abklemmen und Wert<br />
von RSET_SSB0 überprüfen<br />
Schritt 3a<br />
Überprüfung der Gleichspannung<br />
am Ausgang: Mithilfe eines DMM<br />
mit einem Innenwiderstand von<br />
1 MΩ oder größer (z. B. Fluke 87)<br />
wird die Spannung am Ausgang<br />
des MAX77642 gemessen. Das<br />
Minuskabel (schwarz) muss hierbei<br />
mit der Masse, das Pluskabel<br />
dagegen mit dem „OUT“-Pin des<br />
jeweiligen SSBx-Kanals des Bausteins<br />
verbunden werden. Sollte<br />
der Ausgangs-Pin nicht ohne weiteres<br />
zugänglich sein, können die<br />
Messleitungen auch an den jeweiligen<br />
Ausgangskondensator C OUT<br />
angeschlossen werden.<br />
Hilfestellung beim Diagnostizieren<br />
und Beheben etwaiger Probleme<br />
mit dem Ausgang SSB0 (1,8 V DC)<br />
kann die Tabelle 7 leisten.<br />
Hilfestellung beim Diagnostizieren<br />
und Beheben etwaiger Probleme<br />
mit dem Ausgang SSB1 (1,8 V DC)<br />
kann die Tabelle 8 leisten.<br />
Hilfestellung beim Diagnostizieren<br />
und Beheben etwaiger Probleme<br />
mit dem Ausgang SSB2<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
41
Stromversorgung<br />
Signalverlauf am Eingang Mögliche Ursache Maßnahmen Anmerkungen<br />
Welligkeitsamplitude zu hoch<br />
Zu starkes Breitband-Rauschen<br />
Übergangsspitzen zu hoch<br />
Tabelle 10<br />
Signalverlauf am Eingang Mögliche Ursache Maßnahmen Anmerkungen<br />
Welligkeitsamplitude zu hoch<br />
Zu starkes Breitband-Rauschen<br />
Übergangsspitzen zu hoch<br />
Tabelle 11<br />
Falscher Kapazitätswert, defekter<br />
Kondensator<br />
Zu hohe Last, Störgrößen aus der<br />
Umgebung<br />
Zu hohe Lastinduktivität, Eingangsstrom<br />
nicht angemessen<br />
Batterie abklemmen und mit DMM<br />
sämtliche Verbindungen überprüfen;<br />
Kapazitätswert messen<br />
Last und Störbeeinflussungen aus<br />
der Umgebung prüfen<br />
Leitungsinduktivität prüfen und<br />
Eingangsstrom mit Oszilloskop<br />
überprüfen<br />
Signalverlauf am Eingang Mögliche Ursache Maßnahmen Anmerkungen<br />
Welligkeitsamplitude zu hoch<br />
Zu starkes Breitband-Rauschen<br />
Übergangsspitzen zu hoch<br />
Tabelle 12<br />
Falscher Kapazitätswert,<br />
defekter Kondensator<br />
Zu hohe Last,<br />
Störgrößen aus der Umgebung<br />
Zu hohe Lastinduktivität,<br />
Eingangsstrom nicht<br />
angemessen<br />
Falscher Kapazitätswert,<br />
defekter Kondensator<br />
Zu hohe Last, Störgrößen aus<br />
der Umgebung<br />
Zu hohe Lastinduktivität,<br />
Eingangsstrom nicht<br />
angemessen<br />
Batterie abklemmen und mit<br />
DMM sämtliche Verbindungen<br />
überprüfen; Kapazitätswert<br />
messen<br />
Last und Störbeeinflussungen<br />
aus der Umgebung prüfen<br />
Leitungsinduktivität prüfen und<br />
Eingangsstrom mit Oszilloskop<br />
überprüfen<br />
Batterie abklemmen und mit DMM<br />
sämtliche Verbindungen überprüfen;<br />
Kapazitätswert messen<br />
Last und Störbeeinflussungen aus<br />
der Umgebung prüfen<br />
Leitungsinduktivität prüfen und<br />
Eingangsstrom mit Oszilloskop<br />
überprüfen<br />
Differenzielle Tastköpfe am<br />
Ausgang verwenden, um die<br />
Störbeeinflussungen aus der<br />
Umgebung zu reduzieren<br />
Differenzielle Tastköpfe am Ausgang<br />
verwenden, um die Störbeeinflussungen<br />
aus der Umgebung<br />
zu reduzieren<br />
Differenzielle Tastköpfe am<br />
Ausgang verwenden, um die<br />
Störbeeinflussungen aus der<br />
Umgebung zu reduzieren<br />
(5,0 V DC) kann die Tabelle 9<br />
leisten.<br />
Schritt 3b<br />
Welligkeit der Ausgangsspannung<br />
prüfen: Mithilfe eines Oszilloskops<br />
oder eines DSO wird nun an den<br />
drei Ausgängen des MAX77642<br />
die Welligkeit, d. h. der Wechselspannungsanteil<br />
der Ausgangsspan<br />
nung gemessen. Um die Ausgangsspannung<br />
korrekt zu messen und<br />
das Einstreuen von HF-Signalen zu<br />
minimieren, wird eine differenzielle<br />
Messtechnik empfohlen.<br />
Hinweis: Oszilloskop und Tastköpfe<br />
sollten eine Bandbreite von<br />
mindestens 200 MHz haben.<br />
Wenn die Schaltung korrekt funktioniert,<br />
sollte am Ausgang SSB0<br />
eine Spannung von 1,8 V DC mit<br />
einer geringen überlagerten Welligkeit<br />
(siehe Bild 7) liegen.<br />
Etwaige Probleme lassen sich<br />
mithilfe der Tabelle 10 diagnostizieren<br />
und beheben:<br />
Wenn die Schaltung korrekt funktioniert,<br />
sollte am Ausgang SSB1<br />
eine Spannung von 1,8 V DC (analog)<br />
mit einer geringen überlagerten<br />
Welligkeit (Bild 8) liegen.<br />
Etwaige Probleme lassen sich<br />
mithilfe der Tabelle 11 diagnostizieren<br />
und beheben:<br />
Wenn die Schaltung korrekt funktioniert,<br />
sollte am Ausgang SSB2<br />
eine Spannung von 5,0 V DC (für<br />
LEDs) mit einer geringen überlagerten<br />
Welligkeit (Bild 9) liegen.<br />
Etwaige Probleme lassen sich<br />
mithilfe der Tabelle 12 diagnostizieren<br />
und beheben:<br />
Zusammenfassung<br />
Hiermit endet die Artikelserie, in<br />
der fertig validierte, diskrete und<br />
integrierte Stromversorgungs-Schaltungen<br />
für die PPG-basierte Vitalzeichen-Fernüberwachung<br />
an Patienten<br />
auf der Grundlage der Bausteine<br />
MAX86171 und MAX86141<br />
vorgestellt wurden. Für eine optimale<br />
PPG-Performance sorgen<br />
sowohl die integrierten als auch<br />
die diskreten Schaltungsvarianten.<br />
Die integrierte Lösung aber zeichnet<br />
sich durch weniger Platzbedarf<br />
und einen geringeren Bauteileaufwand<br />
aus und wird deshalb für<br />
Anwendungen mit beengten Platzverhältnissen<br />
empfohlen.<br />
Die entsprechenden Validierungstestdaten<br />
für die diskrete und die<br />
integrierte Implementierung sind<br />
auf der Website von Analog Devices<br />
zu finden.<br />
Literaturnachweis<br />
Power Supply Subsystems for<br />
Vital Sign Monitors und<br />
Designing Accurate, Wearable<br />
Optical Heart Rate Monitors ◄<br />
42 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
2-Megapixel-Monitor<br />
für die radiologische Befundung<br />
EIZO RadiForce RX270: Umweltfreundlich mit Monochrom- und Farbbildern<br />
Bedienen und Visualisieren<br />
EIZO Europe GmbH<br />
www.eizo.de<br />
Der japanische Hersteller EIZO<br />
stellt mit dem Modell RadiForce<br />
RX270 einen neuen Farbmonitor<br />
für die radiologische Befundung vor.<br />
Der RX270 erfüllt höchste Ansprüche<br />
bei der radiologischen Bildwiedergabe<br />
mit 2 Megapixeln.<br />
Monochrom-Monitore<br />
Monochrome Bilder zeigt der Monitor<br />
mittels DICOM-GSDF-Leuchtdichtekennlinie<br />
zuverlässig an.<br />
Solche Aufnahmen erfordern typischerweise<br />
ein hohes Maß an Helligkeit<br />
und Kontrast, um feine Details<br />
klar zu erkennen. Der RX270 bietet<br />
auf seiner Bilddiagonalen von<br />
21,3“ eine hohe maximale Helligkeit<br />
von 1000 cd/m 2 und verfügt<br />
über ein Kontrastverhältnis von<br />
1800:1. Er übertriff deshalb sogar<br />
typische Monochrom-Monitore mit<br />
derselben Auflösung und ermöglicht<br />
die präzise Darstellung selbst sehr<br />
tiefer Grautöne. Auch Farbaufnahmen<br />
bildet er durch seine Hybrid<br />
Gamma PXL-Funktion mit optimaler<br />
Leuchtdichte ab. Die Verwendung<br />
der empfohlenen Helligkeit von<br />
500 cd/m 2 für den täglichen Betrieb<br />
gewährleistet eine lange Lebensdauer<br />
des Monitors. Dabei erhält<br />
der eingebaute Kalibrierungssensor<br />
die Anzeigeneigenschaften aufrecht<br />
und die Bildwiedergabe konsistent.<br />
Damit ist der Monitor ideal für die<br />
Anzeige von Farbbildern aus Endoskopie,<br />
Ultraschall und Nuklearmedizin<br />
sowie von monochromen Bildern<br />
durch CT, MRT und Röntgen.<br />
Erhöhen der Helligkeit<br />
bei Bedarf<br />
Die Verwendung der empfohlenen<br />
Helligkeit von 500 cd/m 2 für den<br />
täglichen Betrieb und die bei Bedarf<br />
selektive Erhöhung auf die maximale<br />
Helligkeit gewährleisten eine lange<br />
Lebensdauer des Monitors. Mit der<br />
Instant-Backlight-Booster-Funktion<br />
des RX270 lässt sich vorübergehend<br />
die Helligkeit des Monitors erhöhen,<br />
um Details schneller zu erkennen.<br />
Die Helligkeit kehrt nach kurzer Zeit<br />
automatisch auf die ursprüngliche<br />
Einstellung zurück.<br />
Kunststoffverbrauch<br />
reduzieren<br />
EIZO hat den Anspruch ein führendes<br />
Unternehmen im Bereich<br />
verantwortungsvoller Geschäftsund<br />
Herstellungsprozesse zu sein.<br />
Dazu gehört auch der Umweltschutz.<br />
Der RadiForce RX270 besteht zu<br />
etwa 16 % aus recyceltem Kunststoff.<br />
Dies verringert die Menge an<br />
Kunststoffabfällen, die in die Umwelt<br />
gelangen, das schont die Ressourcen.<br />
Darüber hinaus verzichtet EIZO<br />
auf die Verwendung von Plastik und<br />
Styropor in seinen Verpackungen,<br />
um die Umweltbelastung zu reduzieren.<br />
Der RX270 ist mit Zellstoff<br />
und Pappe aus Rezyklat sicher verpackt<br />
und die Kabel sind in Papier<br />
statt in Plastiktüten eingewickelt.<br />
Zusätzliche Merkmale<br />
• EIZO misst und stellt die Graustufen<br />
im Werk sorgfältig ein, um<br />
sicherzustellen, dass jeder Monitor<br />
mit DICOM Part 14 konform ist.<br />
• Eingebauter Kalibrierungssensor<br />
zur Aufrechterhaltung konsistenter<br />
Anzeigeeigenschaften<br />
• DisplayPort-Anschluss mit Daisy-<br />
Chain-Unterstützung für Umgebungen<br />
mit mehreren Monitoren<br />
• Einhaltung strenger medizinischer,<br />
Sicherheits- und EMV-Emissionsstandards<br />
Empfohlenes Zubehör<br />
Qualitätssicherungssoftware: EIZO<br />
RadiCS und EIZO RadiNET pro<br />
Komfortbeleuchtung: RadiLight<br />
Empfohlene Grafikkarte: EIZO MED-<br />
XN51LP ◄<br />
Keine Chance für Viren und Bakterien<br />
Tastaturschutzfolien schirmen<br />
Keime und Krankheitserreger ab.<br />
tastaturen.com stellt strapazierfähige<br />
und sterile Tastaturschutzfolien<br />
vor, als kostengünstige Alternative<br />
zu hygienischen DIN IP68<br />
geschützten Tastaturen. Die Folien<br />
verfügen über eine hauchdünne,<br />
aber effektive Schutzschicht, die<br />
das Eindringen von ansteckenden<br />
Keimen und Krankheitserregern<br />
abschirmt. Die robusten Schutzfolien<br />
bestehen aus Polyurethan<br />
und sitzen nahezu wie eine zweite<br />
Haut über den Tasten. GeBE bietet<br />
viele verschiedene Größen für<br />
Tastaturen unterschiedlicher Hersteller<br />
an.<br />
Desinfektion<br />
und Lebensdauer<br />
Der Tastaturschutz sollte regelmäßig<br />
mit Wasser und Desinfektionsmitteln<br />
gründlich gereinigt<br />
werden. Die Schutzfolien enthalten<br />
keine polybromierten Diphenylether<br />
und sind frei von Halogenen<br />
und Latex. Sie haben eine<br />
Lebensdauer von etwa 10 Mio.<br />
Anschlägen.<br />
Für jede Tastatur<br />
das passende Modell<br />
Eine Übersicht über die zur<br />
Verfügung stehenden Tastaturschutzfolien<br />
ist auf der Website<br />
www.tastaturen.com unter Tastaturschutzfolien<br />
zu finden.<br />
GeBE<br />
Computer & Peripherie GmbH<br />
www.tastaturen.com<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
43
Bedienen und Visualisieren<br />
Verlässliche Bedienelemente sind<br />
für Medizintechnik und Notfallgeräte essentiell<br />
Notfallgeräte und Geräte in der<br />
Medizintechnik erfordern absolute<br />
Zuverlässigkeit bei der Anwendung.<br />
Genaues Steuern und Regeln ist<br />
gerade in diesen Bereichen unerlässlich.<br />
Daher spielen Bedienelemente<br />
hier eine zentrale Rolle.<br />
Einfache und intuitive Handhabung<br />
ist vor allem in kritischen<br />
oder gar lebensbedrohlichen Situationen<br />
von größter Bedeutung.<br />
Eine sichere und präzise Bedienung<br />
muss gegeben sein, außerdem<br />
sollen sie robust und langlebig<br />
sein. Der nachfolgende Bericht<br />
greift die verschiedenen Anforderungen<br />
auf und gibt Hilfestellung<br />
für die richtige Auswahl.<br />
Autorin:<br />
Kerstin Riedling<br />
Marketing-Kommunikation<br />
OKW Gehäusesysteme GmbH<br />
www.okw.com<br />
Einzelteile Aufbauvariante der STAR-KNOBS Reihe von OKW (mit LED-Beleuchtung)<br />
44 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Bedienen und Visualisieren<br />
Mit individuellen Modifikationen zum kundenspezifischen Knopf<br />
Drehknöpfe haben sich<br />
bewährt<br />
Drehknöpfe sind in der Regel einfach<br />
zu bedienen, da sie intuitiv verständlich<br />
sind. Mit nur einem Knopf<br />
lassen sich sogar mehrere Funktionen<br />
bedienen, wenn er neben der<br />
Drehfunktion auch über eine Tippfunktion,<br />
z. B. zur Auswahlbestätigung,<br />
verfügt. So ist auch ein Einsatz<br />
für menügesteuerte Benutzeroberflächen<br />
möglich. Ein Vorteil<br />
von Drehknöpfen ist darüber<br />
hinaus, dass sie sich mit Handschuhen<br />
gut bedienen lassen. Das<br />
ist bei Touchscreens häufig nicht<br />
gegeben, gerade in medizinischen<br />
Umgebungen aber nicht selten von<br />
großer Bedeutung. Drehknöpfe<br />
mit konischer Form sind außerdem<br />
besonders griffig und wenn<br />
sie zusätzlich auch noch z. B. mit<br />
weichem TPE-Material ummantelt<br />
sind, verfügen sie sogar über eine<br />
angenehme Haptik mit Anti-Rutsch-<br />
Effekt. Gerade in Situationen, in<br />
denen es schnell gehen soll und<br />
dennoch präzise sein muss, ist das<br />
ein hilfreiches Feature.<br />
Hohe Anforderungen bei<br />
Funktionalität und Qualität<br />
Robustes, langlebiges Material mit<br />
reinigungsfreundlicher Oberfläche<br />
ist Grundvoraussetzung für einen<br />
hochwertigen Drehknopf. Hochtemperaturbeständige<br />
Thermoplaste mit<br />
ausgezeichneter Festigkeit und UV-<br />
Beständigkeit sind hierfür besonders<br />
geeignet, z. B. Polycarbonat oder<br />
Polyamid. Was allerdings in diesem<br />
Anwendungsfeld noch bedeutender<br />
ist, ist der sichere Sitz der<br />
Knöpfe auf der Achse. Gerade in<br />
Situationen, in denen es auch mal<br />
hektisch zugehen kann, ist eine<br />
robuste Konstruktion, auf die Verlass<br />
ist, umso wichtiger. Hier ist das<br />
bewährte Spannzangensystem prädestiniert<br />
für zuverlässige Funktionalität<br />
und das ohne großen Montageaufwand:<br />
draufstecken, ausrichten,<br />
Spannmutter festziehen, fertig.<br />
Ein passgenauer Deckel zum<br />
Aufstecken verdeckt im Anschluss<br />
die gesamte Befestigungstechnik,<br />
so dass kein direkter Kontakt mit<br />
Metallteilen gewährleistet ist. Es<br />
finden aber durchaus auch Drehknöpfe<br />
mit seitlicher Verschraubung<br />
in der Medizintechnik Verwendung<br />
– abhängig vom Gerät,<br />
für das sie eingesetzt werden und<br />
dessen Anforderungen.<br />
Weitere Auswahlkriterien<br />
Je nach Einsatzzweck gibt es noch<br />
weitere Auswahlkriterien, wie z. B.<br />
flächenbündige Montage, funktionsorientierte<br />
Markierungsteile/Zeigerlinien,<br />
Fingermulden für rationelles<br />
Handling oder moderne Farbwahl.<br />
Bei einigen Drehknöpfen ist sogar<br />
eine LED-Beleuchtung erhältlich, die<br />
abhängig vom Aufbau der Elektronik,<br />
das Hinterlegen von Wechselfunktionen<br />
durch die Leuchtfarbe<br />
(RGB-Modus) ermög lichen. Häufig<br />
gibt es die Drehknöpfe einer Serie in<br />
unterschiedlichen Größen. So können<br />
auch mehrere Größen zusammen<br />
und in einheitlichem Design auf<br />
einem Gerät zum Einsatz kommen.<br />
Individuelle Anpassung<br />
Sollte dem Drehknopf dennoch<br />
etwas fehlen, kann er in vielen Fällen<br />
zusätzlich individuell angepasst<br />
werden. Mit Modifikationen wie z. B.<br />
der Bedruckung oder Laserbeschriftung<br />
einer Skalierung, Zeigerlinien<br />
u. v. m. wird aus einem Standardknopf<br />
ein anwendungs- bzw. kundenbezogener<br />
Knopf.<br />
Welcher Drehknopf letztlich dann<br />
der Richtige ist, hängt vom Endgerät,<br />
dem genauen Einsatzzweck und<br />
natürlich den spezifischen Anforderungen<br />
des Kunden ab.<br />
Drehknöpfe oft ohne<br />
gleichwertige Alternative<br />
Insgesamt haben sich die auf<br />
DIN-genormte Drehpotentiometer/-<br />
impulsgeber ausgelegten Drehknöpfe<br />
im Laufe der Jahre als<br />
bewährtes und zuverlässiges Bedienelement<br />
behauptet. In vielen<br />
Situationen gibt es bislang keine<br />
gleichwertige Alternative. Wo Touchscreens<br />
an Grenzen stoßen, punkten<br />
Drehknöpfe mit ihren Vorteilen:<br />
Einfach und intuitiv zu bedienen,<br />
präzise einzustellen und außerdem<br />
robust, gut zu greifen und auch<br />
wenn es schnell gehen muss, immer<br />
„griffbereit“. ◄<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
45
Bildverarbeitung<br />
Kamerabasierte Medizinprodukte<br />
Welche Vorteile bieten ISO13485:2016-zertifizierte Zulieferer den Herstellern?<br />
Bild 1: Die Zusammenarbeit mit Lieferanten, die nach ISO9001 arbeiten, birgt geringere Kosten, aber ein höheres Risiko und Komplexität.<br />
Autor:<br />
Peter Behringer<br />
Teamleader Product Market<br />
Manager Medical<br />
Basler AG<br />
www.baslerweb.com<br />
Medizinproduktehersteller entwickeln<br />
und fertigen nur selten<br />
alle Komponenten eines Medizinproduktes<br />
selbst. Einzelne Komponenten,<br />
die eine hohe technologische<br />
Expertise benötigen, deren<br />
in-house Entwicklung jedoch eine<br />
zu hohe Investition mit sich bringt,<br />
werden gern von externen Lieferanten<br />
bezogen. Dies trifft beispielsweise<br />
auf Kameras zu. Letztlich<br />
trägt der Medizinproduktehersteller<br />
jedoch als Inverkehrbringer des<br />
Produktes die Verantwortung dafür,<br />
dass das Gerät sicher für Patienten<br />
und Anwender ist und den vorgesehenen<br />
Zweck erfüllt.<br />
Medizinproduktehersteller befinden<br />
sich somit im Spannungsfeld<br />
zwischen ihrer Verantwortung für<br />
die Patientensicherheit und der Notwendigkeit<br />
der Beschaffung einzelner<br />
Komponenten von Zulieferern,<br />
deren technische Sicherheit sie<br />
nur mittelbar beeinflussen können.<br />
Die ISO13485:<br />
Medizinproduktenorm<br />
Medizinproduktehersteller müssen<br />
ein spezielles Qualitätsmanagementsystem<br />
betreiben, das<br />
bestimmten Anforderungen hinsichtlich<br />
Entwicklung, Produktion, Vertrieb<br />
und Service des Medizinproduktes<br />
gerecht wird. Die ISO13485<br />
ist die Leitnorm für diese Qualitätsmanagementsysteme.<br />
Nur wer nachweisen<br />
kann, dass er ein funktionierendes<br />
Qualitätsmanagementsystem<br />
(QM-System) nach der<br />
ISO13485 führt, darf ein Medizinprodukt<br />
mit dem CE-Kennzeichen<br />
versehen, das ihn berechtigt, dieses<br />
Produkt in den europäischen<br />
Markt zu bringen.<br />
Anforderungen an Zulieferer<br />
mit der ISO13485:2016<br />
Die Norm besagt, dass eine<br />
durchgängige Befolgung des QM-<br />
Systems des Medizinproduktherstellers<br />
auch für diejenigen Teile<br />
gesichert sein muss, die nicht innerhalb<br />
des eigenen QM-Systems entstehen,<br />
sondern wie z. B. Kameras<br />
durch externe Zulieferer beigebracht<br />
werden.<br />
Mit der ISO13485:2016 stehen<br />
Medizinproduktehersteller vor der<br />
Aufgabe, ihr Lieferantenmanagement<br />
neu zu überdenken. Hierbei<br />
geht es im Wesentlichen um zwei<br />
Aspekte: Zum einen soll das System<br />
so risikoarm wie möglich sein.<br />
Zum anderen soll es kostengünstig<br />
und skalierbar - d. h. auch für<br />
mehrere Zulieferer eines Herstellers<br />
durchführbar - gestaltet sein.<br />
Im folgenden Text sollen drei verschiedene<br />
Szenarien dargestellt<br />
werden, die den Medizinproduktehersteller<br />
und das QM-System in<br />
der Zusammenarbeit mit verschiedenen<br />
Zulieferern beleuchten.<br />
Medizinproduktehersteller<br />
überträgt sein QM-System<br />
auf Lieferanten<br />
Die erste Möglichkeit besteht<br />
darin, dass die Hersteller, die für<br />
die externe Wertschöpfung relevanten<br />
Prozesse ihres eigenen<br />
ISO13485:2016 QM-Systems auf<br />
den Lieferanten übertragen und die<br />
Umsetzung der darin formulierten<br />
Prozesse verbindlich mit dem Lieferanten<br />
vereinbaren.<br />
Aufwendig und teuer<br />
Da Hersteller von Medizinprodukten<br />
typischerweise dutzende<br />
Zulieferer haben, ist der Aufwand,<br />
der nötig ist, um alle Zulieferer<br />
gemäß den eigenen Prozessen<br />
kontinuierlich zu schulen und zu<br />
überwachen, so teuer, dass die<br />
Profitabilität und damit die Wettbewerbsfähigkeit<br />
des Produktes<br />
für den Hersteller möglicherweise<br />
fraglich ist. Um diesen hohen Aufwand<br />
und die Kosten zu vermeiden,<br />
die für diese Form der Qualitätssicherung<br />
der Lieferanten erforderlich<br />
sind, bevorzugen viele Hersteller<br />
Zulieferer mit einem eigenen<br />
QM-System.<br />
Zulieferer mit QM-System<br />
nach ISO9001<br />
Im zweiten Szenario arbeitet<br />
der Medizinproduktehersteller mit<br />
46 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Bildverarbeitung<br />
Bild 2: Ist der Zulieferer auch nach ISO13485:2016 zertifiziert, sind QM-Systeme synchronisiert. Hier bestehen das niedrigste Risiko, die niedrigsten Kosten<br />
sowie die geringste Komplexität.<br />
einem Lieferanten zusammen, dessen<br />
Produkte unter der ISO9001<br />
produziert und im Produktlebenszyklus<br />
betreut werden (Bild 1).<br />
Die ISO13485:2016 sieht hierbei<br />
vor, dass der Hersteller gemeinsam<br />
mit dem Lieferanten eine entsprechende<br />
Qualitätssicherungsvereinbarung<br />
(QSV) abschließt.<br />
Hierbei muss jedoch beachtet werden,<br />
dass sich die Anforderungen<br />
der ISO13485:2016 noch weiter<br />
von den in der ISO9001 niedergelegten<br />
Regularien entfernt haben.<br />
Das Risiko dieses Szenarios ist<br />
für den Auftraggeber etwas höher<br />
als bei Szenario 1, da der Lieferant<br />
teilweise nach eigenen Prozessen<br />
arbeitet, die nicht nach<br />
ISO13485:2016 zertifiziert sind,<br />
teilweise aber auch ISO13485-Prozesse<br />
implementieren muss. Daher<br />
ist der Hersteller auch bei diesem<br />
Szenario angehalten, durch jährliche<br />
Lieferantenaudits, sowie Dokumentenaudits<br />
die Prozesse des Lieferanten<br />
zu überwachen. Die Komplexität<br />
dieses Szenarios ist niedriger<br />
als beim ersten. Jedoch ist<br />
durch die lieferantenspezifische<br />
QSV vom Auftraggeber immer noch<br />
ein hoher Aufwand für jeden einzelnen<br />
Lieferanten zu leisten, und das<br />
System ist nur mit hohen Aufwänden<br />
skalierbar.<br />
Zulieferer mit QM-System<br />
nach ISO13485<br />
Im dritten Szenario bezieht der<br />
Hersteller Produkte von Zulieferern,<br />
die selbst nach ISO13485:2016 zertifiziert<br />
sind (Bild 2). Was bedeutet<br />
das konkret?<br />
• Der Lieferant befindet sich selbst<br />
im ISO13485 Umfeld und ist mit<br />
den Anforderungen der Norm<br />
vertraut, was er durch externe<br />
Audits kontinuierlich nachweist.<br />
Er hat eigene, normkonforme<br />
Prozesse, auf die sich der Auftraggeber<br />
verlassen kann, ohne<br />
Teile seines eigenen QM-Systems<br />
beim Lieferanten implementieren<br />
zu müssen.<br />
• Die Produktion, in der die Produkte<br />
hergestellt werden, ist<br />
validiert.<br />
• Detaillierte Produktänderungsnachrichten<br />
geben dem Medizinproduktehersteller<br />
frühzeitig<br />
Informationen über Änderungen<br />
an den zugekauften Komponenten<br />
oder verlangen ggf. sogar<br />
sein Einverständnis, bevor diese<br />
Änderungen umgesetzt werden.<br />
• Produkte können ggf. sogar bis<br />
auf Bauteil-Ebene zurückverfolgt<br />
werden.<br />
• Das Produkt wird nach konkreten<br />
strengen Vorgaben getestet, bevor<br />
es die Produktion verlässt und<br />
an den Medizinproduktehersteller<br />
ausgeliefert wird.<br />
Das Audit beim Hersteller<br />
beschränkt sich in diesem Fall auf<br />
eine Dokumentenprüfung. Besteht<br />
der Hersteller auf ein Lieferantenaudit,<br />
darf dieses jedoch ebenfalls<br />
durchgeführt werden. Der Hersteller<br />
spart durch die Auswahl<br />
ISO13485-zertifizierter Zulieferer<br />
demnach in signifikantem Maße<br />
Zeit und Kosten. Gleichzeitig erhält<br />
er die Sicherheit, dass normkonforme<br />
Prozesse seitens seiner<br />
Zulieferer umgesetzt werden. Auf<br />
diese Weise kann effizient ein laut<br />
Norm gefordertes, systematisches<br />
Lieferantenmanagementsystem etabliert<br />
werden, welches letztlich die<br />
Sicherheit seines Medizinproduktes<br />
gewährleistet.<br />
Welchen Vorteil liefert<br />
die ISO13485:2016-<br />
Zertifizierung der Basler<br />
AG?<br />
Die Basler AG hält seit 2018 das<br />
ISO13485:2016 Zertifikat für Entwicklung,<br />
Produktion, Vertrieb und<br />
Service von digitalen Kameras. Die<br />
MED ace Produktlinie ist die erste<br />
Serienkamera am Markt, die nach<br />
ISO13485:2016 produziert, vertrieben<br />
und im Lebenszyklus betreut<br />
wird. Für die MED ace (Bild 3) liefert<br />
Basler eine speziell entwickelte<br />
Firmware, eine validierte Produktion,<br />
ein Risikomanagementsystem, ein<br />
spezielles Testprotokoll für Kameras,<br />
Produktänderungsmitteilungen,<br />
sowie Rückverfolgbarkeit. Aufgrund<br />
der Erfüllung der ISO13485:2016<br />
ist die Basler AG der bevorzugte<br />
Zulieferer in der Medizin & Life Science<br />
Branche.<br />
Wer schreibt<br />
Peter Behringer ist Teamleiter<br />
im Produktmanagement und verantwortlich<br />
für Baslers Produktportfolio<br />
im Medizin- und Life Sciences-Markt.<br />
Basler ist ein international<br />
führender Hersteller von hochwertigen<br />
Kameras und Kamerazubehör<br />
für Anwendungen in Fabrikautomation,<br />
Medizin, Verkehr und<br />
einer Vielzahl von weiteren Märkten.<br />
Basler verfügt über drei Jahrzehnte<br />
Erfahrung im Bereich der<br />
Computer Vision. ◄<br />
Bild 3: Die MED ace ist eine Produktlinie, die nach ISO13485:2016 produziert,<br />
vertrieben und im Lebenszyklus betreut wird. Sie wurde speziell für den<br />
Einbau in medizin-technischen Geräten konzipiert und entwickelt.<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
47
Produktion<br />
Neue Verfahren der additiven Fertigung<br />
für die Serienfertigung<br />
Additiv gefertigte Fingerorthese<br />
© Fraunhofer IWU; Abbildung: WEAM Orthese<br />
MedtecLIVE<br />
https://www.medteclive.com/<br />
de-de<br />
Was vor Jahren noch als Durchbruch<br />
für die Einzelstück-Fertigung<br />
oder die Kleinserie gefeiert worden<br />
ist, wird heute vielfach eingesetzt –<br />
für Einzelteile, die ihren Einsatz dann<br />
meist in Kleinserienprodukten finden,<br />
oder in immer anspruchsvolleren<br />
Einsatzgebieten für die Medizintechnik.<br />
Doch mittlerweile ziehen<br />
additive Fertigungsverfahren in der<br />
klassischen Serienproduktion ein.<br />
Neue Entwicklungen bieten einige<br />
Chancen für die Medizintechnik.<br />
Additive Manufacturing gilt als<br />
Erfolgsgeschichte. Das gilt auch<br />
für die Medizintechnik, in der additive<br />
Verfahren eine große Rolle<br />
spielen, ob für Prothesen, Orthesen<br />
oder Zahnschienen. Additive<br />
Fertigung, als industrieller Begriff<br />
für 3D-Druck, beschreibt eine digitale<br />
Produktionstechnologie. Dabei<br />
wird auf Basis digitaler dreidimensionaler<br />
Modelldaten Schicht für<br />
Schicht eines Werkstoffs aufgetragen,<br />
bis die gewünschte Geometrie<br />
entsteht. Mit der Zeit haben<br />
sich verschiedene Techniken der<br />
additiven Fertigung herauskristallisiert,<br />
die Anwendung in verschiedenen<br />
medizinischen Kontexten finden.<br />
Die Breite der Anwendungsgebiete<br />
zeigen zahlreiche Aussteller<br />
auf der MedtecLIVE with T4M im<br />
Mai in Nürnberg.<br />
Kunststoff oder Metall?<br />
Beides! Additiv lassen sich nicht<br />
nur Werkstücke aus Kunststoff herstellen,<br />
mit der Filamenthybridisierung<br />
steht ein Verfahren zur Verfügung,<br />
verschiedene Materialien in<br />
einem Anlagenkonzept miteinander<br />
zu verbinden. Das bringt Vorteile,<br />
wie eine additiv hergestellte Fingerorthese<br />
anschaulich zeigt.<br />
Mit der Technologie des „Wire-<br />
Encapsulating-Additive-Manufacturing“<br />
(WEAM) entwickelten ein<br />
Team um Lukas Boxberger, Abteilungsleiter<br />
in der Biomechatronik<br />
am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen<br />
und Umformtechnik<br />
(IWU), eine additiv gefertigte Fingerorthese.<br />
Sie ist ein gutes Beispiel<br />
für den aktuellen Trend der Hybridisierung<br />
in der additiven Fertigung,<br />
„sprich Kunststoffe<br />
und Metalle in einem<br />
Fertigungsverfahren.<br />
Wir drucken Orthesen<br />
oder Implantate mit<br />
elektrischen Zusatzfunktionen,<br />
die fließende<br />
Übergänge im<br />
Materialgefüge haben,<br />
also einen Metallkern,<br />
dann etwas weicher<br />
werden und am<br />
Ende in ein Textil münden“,<br />
erklärt Boxberger.<br />
Die Idee ist, dass<br />
ein Draht in das Verfahren<br />
integriert wird.<br />
Dieser heizt dann aufgrund<br />
seines elektrischen<br />
Widerstands<br />
das Material der Orthese auf. Dieses<br />
wird weich, wodurch die Orthese<br />
individuell auf den Patienten angepasst<br />
werden kann. Danach härtet<br />
der Kunststoff aus und ist formstabil.<br />
Immer neue Verfahren<br />
erweitern die Möglichkeiten<br />
Neben klassischen Technologien,<br />
wie die Fused Deposition Modeling<br />
(FDM), zählt die Xolographie zu einer<br />
neuen Verfahrensart für linearen<br />
volumetrischen 3D-Druck. Bei ersterem<br />
wird das Filament beim Druckprozess<br />
durch eine Düse extrudiert,<br />
die sich über eine Plattform bewegt<br />
und das Modell Schicht für Schicht<br />
aufbaut. Bei der Xolographie hingegen<br />
erzeugt ein Lichtschnitt aus<br />
Lichtstrahlen unterschiedlicher<br />
Wellenlängen die gewünschten<br />
Objekte aus einem Ausgangsmaterial<br />
heraus, sodass auch mehrteilige<br />
Objekte in einem Arbeitsschritt<br />
erzeugt werden können. Bisher<br />
lagen die Grenzen additiver Fertigung<br />
häufig in der Oberflächenbeschaffenheit<br />
und der geringen Produktionsmenge.<br />
Beim schichtweisen<br />
Aufbau müssen insbesondere metallische<br />
Objekte häufig nachbearbeitet<br />
werden. Massenfertigungen von<br />
Produkten sind meist durch hohen<br />
Zeitaufwand und Kosten des Drucks<br />
beschränkt. Das ändert sich nun<br />
durch die Xolographie. „Die Xolographie<br />
verbessert die Auflösung<br />
und Volumengenerierungsrate<br />
Lukas Boxberger, Head of Department<br />
Biomechatronics am Fraunhofer-Institut für<br />
Werkzeugmaschinen und Umformtechnik<br />
© Lukas Boxberger<br />
48 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Produktion<br />
Markus Langer, Leiter Digitale Transformation, Forschungs- und<br />
Technologieförderung, © Markus Langer<br />
bisheriger Verfahren erheblich. Das<br />
bedeutet, dass mit dem Verfahren<br />
in Zukunft hohe Stückzahlen detailreicher<br />
Objekte in kurzer Zeit produziert<br />
werden können – das wirtschaftliche<br />
Potenzial ist enorm“, sagt<br />
Frank Carsten Herzog, geschäftsführender<br />
Gesellschafter der HZG<br />
Group und einer der Pioniere der<br />
additiven Fertigung in Deutschland.<br />
Wie sieht die Zukunft in der<br />
additiven Fertigung aus?<br />
Unabhängig von Materialien und<br />
Verfahren, birgt die additive Fertigung<br />
Potenzial, sich maßgeblich<br />
auf Lieferketten und das Gesundheitssystem<br />
auszuwirken – zwei<br />
Felder, die gerade in den vergangenen<br />
Jahren oftmals besondere<br />
Herausforderungen mit sich brachten.<br />
Besonders eine Kombination<br />
aus physischer Lieferkette und digitaler<br />
Prozesskette erhöht die Effizienz<br />
und Flexibilität. So kann die<br />
Produktion per Dateiversand unabhängig<br />
verlagert werden.<br />
Die Abhängigkeit von physischen<br />
Logistikketten lässt sich dramatisch<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
verringern. Das funktioniert im Kleinen<br />
und schafft neue Möglichkeiten<br />
auch in der Medizin.<br />
Aktuell bestehen jedoch noch<br />
regulatorische Hindernisse, die<br />
den industriellen Marktzugang in<br />
großem Stil erschweren. „Zu diesem<br />
Thema findet beim Medtec-<br />
SUMMIT auf der MedtecLIVE with<br />
T4M eine Podiumsdiskussion, Innovationen<br />
– Wege von der Wissenschaft<br />
in den Markt‘ statt“, ergänzt<br />
Christopher Boss, Leiter der Medtec-<br />
LIVE bei der NürnbergMesse. „Der<br />
Transfer aus der Entwicklung in die<br />
verschiedenen Bereiche der Medizintechnik<br />
ist eines der großen Themen<br />
unserer diesjährigen Veranstaltung.<br />
Hier bringen wir die richtigen<br />
Experten zusammen, Best<br />
Practice zu zeigen und Akteure zu<br />
vernetzen.“<br />
Der nächste Schritt:<br />
additive Serienfertigung<br />
Neue Technologien wie die Xolographie<br />
sind ein Schritt hin zu einer<br />
Erweiterung der Losgrößen und zu<br />
besserer Gebrauchsfähigkeit von<br />
3D-gedruckten Werkstücken. An<br />
anderer Stelle setzt ein Kooperationsprojekt<br />
an, das additive Verfahren<br />
direkt in die industrielle Serienfertigung<br />
eingliedern will. Mehrere<br />
Partner aus Industrie und Forschung<br />
bauten mit dem BMBF-Projekt<br />
„IDEA“ zwei automatisierte, additive<br />
Produktionslinien für den metallischen<br />
3D-Druck auf.<br />
Eine wichtige Rolle spielen dabei<br />
das Laser Power Bed Fusion (LPBF)<br />
Verfahren des Fraunhofer ILT sowie<br />
das digitale Engineering entlang<br />
der Produktentwicklungskette zur<br />
Optimierung der Bauteile. Es entstanden<br />
nach einer intensiven Entwicklungs-<br />
und Implementierungsphase<br />
zwei automatisierte, modular<br />
aufgebaute Produktionslinien,<br />
die den Reifegrad der additiven<br />
Fertigung als industrielle Produktionstechnologie<br />
demonstrieren.<br />
Das soll produzierenden Unternehmen<br />
Mut zur Anwendung der digital-additiven<br />
Fertigung in der Serienproduktion<br />
machen.<br />
Die positive Resonanz der Betreiber<br />
der Linien beweist, dass sich<br />
komplexe Turbinenteile mit großer<br />
Variantenvielfalt und Fertigungstiefe<br />
mit dem pulverbettbasierten Laserstrahlschmelzverfahren<br />
LPBF serienmäßig<br />
fertigen lassen.<br />
Chance für kleine und<br />
mittlere Unternehmen<br />
Auch für kleine und mittlere Unternehmen<br />
ist der metallische 3D-Druck<br />
eine Chance. Dafür sprechen die<br />
Erfahrungen des mittelständischen<br />
Unternehmens Toolcraft, das auf<br />
die Fertigung von Präzisionsbauteilen<br />
und -baugruppen auch für<br />
die Medizin technik spezialisiert ist<br />
und die additiven Fertigungsverfahren<br />
zur Serienfertigung einsetzt.<br />
„Im Fördervorhaben IDEA ist es<br />
uns gelungen, wichtige Entwicklungsschritte<br />
erfolgreich abzuschließen,<br />
u. a. aus Teilprozessen eine<br />
ganzheitliche, durchgängige Fertigungskette<br />
besser abbilden zu können“,<br />
betont Markus Langer, Leiter<br />
Digitale Transformation, Forschungs-<br />
und Technologieförderung<br />
bei Toolcraft, und gibt einen<br />
Überblick zu den Projektergebnissen.<br />
„Manuelle Arbeitsschritte wurden<br />
durch Automationslösungen<br />
substituiert, aufgrund derer eine<br />
höhere Prozessstabilität und -qualität<br />
erzielt werden können. Hervorzuheben<br />
ist die Digitalisierung,<br />
die global zur Herstellung von additiv<br />
gefertigten Bauteilen betrachtet<br />
werden muss, um reale Daten virtuell<br />
nutzen zu können.“<br />
MedtecLIVE with T4M<br />
und MedtecSUMMIT<br />
Toolcraft ist nur einer der Aussteller<br />
aus diesem Bereich der Medtec-<br />
LIVE with T4M. „Wir bringen die<br />
gesamte Wertschöpfungskette der<br />
Medizintechnik in Nürnberg zusammen“,<br />
wirbt Boss. „Es wird spannend<br />
zu beobachten, welche Entwicklungen<br />
der additiven Fertigung<br />
in die Medizintechnikbranche Einzug<br />
gehalten haben und welche Chancen<br />
dies bietet.“ Die Messe findet<br />
vom vom 23. bis 25. Mai <strong>2023</strong>. Auf<br />
dem renommierten internationalen<br />
Kongress MedtecSUMMIT diskutieren<br />
Hersteller, Anwender und Forscher<br />
interdisziplinär zukünftige Entwicklungen.<br />
◄<br />
Christopher Boss, Leiter der MedtecLIVE, © NürnbergMesse<br />
49
Produktion<br />
Wie sich 3D-Druck auf Lieferketten auswirkt<br />
microArch 3D-Drucksystem S350: Der microArch SS350 dient zur automatisierten Serienproduktion von Bauteilen<br />
mit Toleranzen bis 25 µm<br />
Boston Micro Fabrication<br />
www.bmf3d.de<br />
Wenn Güter auf eine neue<br />
Art hergestellt werden, wie im<br />
3D-Druck, verändert dies auch<br />
die Lieferketten. Waren werden<br />
schneller und effizienter produziert<br />
und neue Produkte und Dienstleistungen<br />
entstehen, die vorher nicht<br />
möglich waren. 3D-gedruckte Teile<br />
werden aus denselben (oder besseren)<br />
Materialien wie im Spritzguss<br />
und der CNC-Bearbeitung hergestellt.<br />
Aber ohne die vorher notwendigen<br />
teuren Werkzeuge können<br />
Abnehmer selbst Einzelteile<br />
kostengünstig bestellen.<br />
Durch die von Boston Micro<br />
Fabrication (BMF) entwickelte<br />
Projektionsmikro- Stereolithografie,<br />
gilt dies nun auch für Bauteile im<br />
Mikromaßstab aus Kunststoffen,<br />
Keramik, Hydrogelen und Verbundharzen.<br />
Der Einsatz von additiven Fertigungstechniken<br />
wird in den kommenden<br />
Jahren die Herstellung vieler<br />
Produkte revolutionieren. Doch<br />
welche Auswirkungen ergeben sich<br />
für die Lieferkette?<br />
Dezentralisierung<br />
Mit 3D-Druck können Produkte<br />
direkt vor Ort hergestellt<br />
werden, was oft lange Transportwege<br />
erspart. Eine schnellere<br />
Lieferung zu niedrigeren Kosten<br />
verringert gleichzeitig den ökologischen<br />
Fußabdruck der gesamten<br />
Lieferkette. Anstatt beispielsweise<br />
Zahn implantate im Ausland formen<br />
oder bearbeiten zu lassen und sie<br />
per Schiff oder Flugzeug und dann<br />
per Bahn oder LKW zu transportieren,<br />
ermöglicht der 3D-Druck<br />
die Herstellung von Implantaten<br />
in der lokalen Zahnarztpraxis.<br />
Selbst wenn die Produktion vor<br />
Ort nicht möglich ist, können die<br />
Teile mit Kleintransportern – oder<br />
sogar mit Elektro fahrzeugen – von<br />
regionalen Dentallabors geliefert<br />
werden. Laut Implants Pro Center<br />
führt nur ein kurzer Weg von Röntgenbildern<br />
über CAD-Modelle zu<br />
3D- gedruckten Implantaten.<br />
Personalisierung<br />
Der 3D-Druck ermöglicht die On-<br />
Demand-Produktion kundenspezifischer<br />
Komponenten. Dies reduziert<br />
Abfall und Kosten. Wo sonst<br />
viele identische Artikel in Massenproduktion<br />
hergestellt und gelagert<br />
werden, von denen manche<br />
nie verwendet werden, erfüllt der<br />
3D-Druck sofort spezifische Kundenwünsche.<br />
Ein Schuhhersteller,<br />
der beispielsweise Turnschuhe mit<br />
individuellen Zwischensohlen herstellt,<br />
kann Sportlern individuelle<br />
Einlagen anfertigen, ohne Tausende<br />
von Einlegesohlen herstellen<br />
zu müssen, die möglicherweise<br />
nie verkauft werden. Nach Angaben<br />
von Sculpteo haben Marken<br />
hirose connector: Der Prototyp aus dem 3D-Drucker von BMF und die in Serie<br />
gefertigten Teile aus Gussformen zeigen keine Unterschiede im Anstieg des<br />
Pin-Winkels, der Qualität der Poren und der Oberfläche<br />
50 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Produktion<br />
wie Adidas, Nike, New Balance und<br />
Under Armor bereits Turnschuhe mit<br />
3D-gedruckten Komponenten hergestellt.<br />
Die Automobilindustrie nutzt<br />
den 3D-Druck bereits für die ergonomische<br />
Anpassung von Knöpfen,<br />
Schaltern und Tasten im Fahrzeuginnenraum.<br />
Just-in Time (JiT)<br />
Just-in-Time (JIT), eine Strategie,<br />
bei der Waren nur auf Bedarf<br />
produziert werden, beschränkt sich<br />
nicht auf den 3D-Druck, aber diese<br />
Form der additiven Fertigung empfiehlt<br />
sich dafür. So haben beispielsweise<br />
die Mitglieder des Combat<br />
Logistic Battalion 31 (CLB-31) der<br />
31st Marine Expeditionary Unit des<br />
U.S. Marine Corp. den 3D-Druck<br />
für Ersatzteile und Flugzeugkomponenten<br />
eingesetzt. Anstatt auf<br />
Teile von weit entfernten Stationen<br />
zu warten, hat das CLB-31<br />
einen Objektivdeckel der Kamera<br />
eines unbemannten Bodenfahrzeugs<br />
in 3D gedruckt. CLB-31<br />
konnte auch ein Teil für das Tarnkappenflugzeug<br />
F-35 im 3D-Druck<br />
herstellen, wodurch das US-Militär<br />
rund 70.000 US-Dollar für eine<br />
komplette neue Fahrwerksklappe<br />
einsparen konnte.<br />
Wirkungsgrad<br />
Der 3D-Druck verändert die<br />
Lieferketten auch dadurch, dass<br />
Teile nicht mehr von verschiedenen<br />
Herstellern gefertigt und<br />
dann zusammengebaut werden<br />
müssen. Wenn komplette Produkte<br />
bei einem Anbieter gedruckt werden,<br />
vereinfacht sich die Beschaffung.<br />
Es werden weniger Bestellungen<br />
abgegeben, weniger Lieferungen<br />
überwacht und weniger<br />
Lagereinheiten (SKUs) im Bestand<br />
gehalten.<br />
Durch den Wegfall der Endmontage<br />
kann die 3D-Drucktechnologie<br />
auch potenzielle Defekte<br />
wie Leckagen minimieren. Das ist<br />
einer der Gründe, warum die Universität<br />
von Catania mit der Mikro<br />
3D-Drucktechnologie von Boston<br />
Micro Fabrication (BMF) optofluidische<br />
Mikrogeräte in einem Stück<br />
hergestellt hat.<br />
Catania: Das 3D-gedruckte optofluidische Mikrogerät der<br />
Universität Catania<br />
Fazit<br />
Der 3D-Druck übt in vier<br />
Bereichen erhebliche Veränderungsimpulse<br />
auf die Lieferketten<br />
aus. Die Tendenzen zur Dezentralisierung,<br />
Personalisierung, Just in<br />
Time-Fertigung und höherer Effizienz<br />
werden verstärkt und jeweils<br />
von Kostenersparnissen und höherer<br />
Nachhaltigkeit begleitet. Für Teile im<br />
Mikrobereich verändert die Projektionsmikro-Stereolithografie<br />
(PµSL-<br />
Technologie) von BMF die Lieferketten<br />
in Branchen wie der Medizintechnik,<br />
Elektronik, Mikrofluidik, bei<br />
mikro-elektromechanischen Systemen<br />
(MEMS) sowie in Ausbildung<br />
und Forschung. ◄<br />
8 Prozesse<br />
unendlich viele<br />
Möglichkeiten!<br />
Das Spektrum der Medizintechnik ist auf viele<br />
Schlüsseltechnologien angewiesen. Darunter die<br />
Mikrosystemtechnologie, die Nanotechnologie,<br />
optische Technologien sowie informations- und<br />
kommunikationstechnologische Anwendungen.<br />
Für diese Vielfalt bieten wir das passende System<br />
zur Herstellung der Elektronikkomponenten.<br />
TECHNOLOGIETAGE<br />
26. – 27. April <strong>2023</strong><br />
Überzeugen Sie sich selbst an unseren Technologietagen<br />
vom 26. – 27. April in Blaubeuren.<br />
www.rehm-group.com<br />
meditronic_Entwurf_185x132_RZ.indd 1 13.03.<strong>2023</strong> 10:01:51<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
51
Produktion<br />
Lasertechnologie treibt Medizintechnik voran<br />
Lasertechnik ist Wegbereiter für moderne Medizintechnik. Trumpf bietet Lasersysteme für automatisierte<br />
Fertigung an und begleitet Medizintechnikhersteller in jeder Phase des Produktlebens.<br />
TRUMPF SE + Co. KG<br />
www.trumpf.com<br />
Trumpf ist ein wichtiger Partner<br />
der Medizintechnikhersteller: „Innovative<br />
medizinische Geräte lassen<br />
sich ohne Lasertechnologie nicht<br />
herstellen. Mit unseren Lasern können<br />
Medizintechnikhersteller ihre<br />
Produkte immer weiter verbessern.<br />
Dadurch sind noch schonendere<br />
Behandlungsmöglichkeiten für die<br />
Patienten möglich“, sagt Bernd<br />
Block, Branchenmanager Medizintechnik<br />
bei Trumpf. Das Hochtechnologieunternehmen<br />
zeigt auf seiner<br />
Hausmesse Medical Photonics<br />
verschiedene Laseranwendungen<br />
für die Medizintechnik.<br />
Bearbeitung kleinster<br />
Bauteile<br />
Mit Lasersystemen von Trumpf<br />
können Hersteller von Medizinprodukten<br />
und medizinischen Komponenten<br />
selbst kleinste Bauteile<br />
präzise, flexibel und in konstant<br />
hoher Qualität bearbeiten. Außerdem<br />
ermöglichen sie den Einsatz<br />
von fortschrittlichen und biokompatiblen<br />
Materialien. Die Hersteller<br />
von Medizin produkten setzen mit<br />
Technologie von Trumpf eine ganze<br />
Reihe von Anwendungen um, wie<br />
zum Beispiel das Schweißen von<br />
Herzschrittmachern, das Schneiden<br />
von Stents oder Kanülen, das<br />
Markieren von wiederverwendbaren<br />
Chirurgiebesteck oder den<br />
3D-Druck von künstlichen Gelenken<br />
und Zahnimplantaten.<br />
Fertigungs-Know-how<br />
für ausgereifte<br />
Fertigungsprozesse<br />
Das Hochtechnologieunternehmen<br />
liefert nicht nur Laser an die<br />
Medizintechnikbranche, sondern<br />
begleitet und berät Medizintechnikhersteller<br />
in jeder Phase der Produktentwicklung,<br />
vom Konzept bis<br />
zur Serienfertigung. „Trumpf ist mehr<br />
als nur ein Ausrüster der Medizintechnikbranche.<br />
Medizintechnikhersteller<br />
können ihre Anwendungen<br />
beispielsweise in den Laserapplikationszentren<br />
von Trumpf testen und<br />
müssen keine eigenen Pilotanlagen<br />
dafür aufbauen. Das ist ein Wettbewerbsvorteil“,<br />
sagt Block. Ausgereifte<br />
Fertigungsprozesse seien<br />
wichtig. Die Medizin- und Gesundheitsbranche<br />
stelle hohe Anforderungen<br />
an die Produkte. So müssen<br />
Medizinprodukte zum Beispiel<br />
besonders robust und funktional<br />
sein, und dabei zahlreiche Materialspezifikationen<br />
und gesetzliche Vorgaben<br />
und Normen einhalten.<br />
Maschinen für<br />
automatisierte Fertigung<br />
Ein großer Trend in der Medizintechnikbranche<br />
ist die Automatisierung<br />
der eigenen Fertigung.<br />
„Dies ist vor allem in der Produktion<br />
von Hochrisikoprodukten wie<br />
Herzschrittmachern zu beobachten.<br />
Medizintechnikhersteller benötigen<br />
dafür automatisierbare Standardmaschinen,<br />
wie sie Trumpf<br />
bietet“, sagt Block. Diese Lasersysteme<br />
können die Medizintechnikhersteller<br />
in ihrer Fertigung zum<br />
Beispiel sehr einfach mit Cobots<br />
kombinieren. Diese Roboter, die<br />
ohne Schutzeinhausung mit Menschen<br />
zusammenarbeiten können,<br />
be- und entladen die Lasersysteme<br />
mit Bauteilen. Monotone und körperlich<br />
anstrengende Bewegungen<br />
fallen dadurch für die Maschinenbediener<br />
weg. ◄<br />
52 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Produktion<br />
Kugel- und Rollenoptik zum flexiblen<br />
Laserschweißen von Folien<br />
ProByLas AG<br />
www.probylas.com<br />
Für das Schweißen von Folien<br />
im Bereich der Medizintechnik wird<br />
häufig Wärmeimpuls- oder Hochfrequenzschweißen<br />
eingesetzt,<br />
die für große Serien sehr effizient<br />
sind. Bei kleineren Stückzahlen<br />
und wechselnden Geometrien wird<br />
der Aufwand für die bauteilspezifischen<br />
Werkzeuge ungünstig.<br />
Das Laserschweißen kann dann<br />
eine sinnvolle Alternative bieten,<br />
da keine spezifischen Werkzeuge<br />
notwendig sind, sondern nur die<br />
Schweiß kontur umprogrammiert<br />
werden muss.<br />
Energie und Fügedruck<br />
Neben der Energie des Laserstrahls<br />
zum Schmelzen der Polymere<br />
ist auch der Fügedruck in der<br />
Schweißnaht wichtig. Der übliche<br />
Ansatz einer fixen Spanneinheit,<br />
die das ganze Bauteil gleichzeitig<br />
zusammendrückt, kommt bei<br />
großen Bauteilen und insbesondere<br />
Folien an seine Grenzen. Für<br />
solche Anwendungen ist es sinnvoller<br />
die Folien nur gerade lokal<br />
an der Schweißposition zusammenzudrücken<br />
mit einer rollenden<br />
Kugel- (oben) und<br />
Rollenoptik drücken<br />
mit der frei drehbaren<br />
Glaskugel/-rolle die<br />
Folien lokal zusammen<br />
und fokussieren<br />
den Laser gleichzeitig.<br />
Glaskugel oder Glasrolle, die den<br />
Laserstrahl gleichzeitig auf die<br />
Schweißnaht fokussiert. Mit dem<br />
speziellen Luftlager von ProByLas<br />
konnte der Durchmesser der Glaskugel<br />
stark reduziert werden auf<br />
standardmäßig 12 mm Durchmesser.<br />
Auch die Glasrolle basiert auf<br />
einem Luftlager, das zudem kleine<br />
Verkippungen erlaubt, damit die<br />
Rollenoberfläche gleichmäßig auf<br />
den Folien oder Unterlage aufliegt.<br />
2- oder 3-dimensionale<br />
Layouts<br />
Mit der Kugeloptik sind beliebige<br />
2-dimensionale Geometrien in einer<br />
Ebene möglich. Oder auch 3-dimensionale<br />
Layouts, wenn die Folien<br />
entsprechend ausgelegt und die<br />
Kugeloptik an einen Roboter montiert<br />
wird. Mit der Rollenoptik lassen<br />
sich breitere Schweißnähte herstellen,<br />
aber primär in eine Richtung<br />
oder Kurven mit großem Radius.<br />
Auf der MedtechLIVE Messe in<br />
Nürnberg Ende Mai wird das Laserschweißen<br />
mit Kugeloptik anhand<br />
von aufblasbaren Kissen aus TPU-<br />
Folien gezeigt. ◄<br />
materialen<br />
Mikroproduktion<br />
in h .ȯchster<br />
Pr .ȧzision<br />
Die 3D-Drucker von<br />
BMF erreichen Auflösungen<br />
von 2 bis 10 µm<br />
bei Toleranzen von +/-<br />
10 bis 25 µm mit vielen<br />
Polymer- und Keramik-<br />
für Serienteile oder<br />
Prototypen.<br />
Interessiert?<br />
Muster, Versuchsteile<br />
oder unverbindliche<br />
Beratung gibt es hier:<br />
BMF3D.DE<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
53
Qualitätssicherung<br />
Qualität anhand von Schwingungseigenschaften<br />
bewerten<br />
Hier geht es um flächenhafte Laser-Doppler-Vibrometrie in der Produktion.<br />
Dank Digitalisierung und wartungsfreier,<br />
handlicher Laser in Kompaktbauform<br />
steht diese Technologie in<br />
Form von Polytec Scanning Vibrometern<br />
(PSV) auch der Qualitätssicherung<br />
zur Verfügung.<br />
Weltweiter und sicherer<br />
Einsatz dank Open-Source-<br />
Schnittstelle<br />
Die neue Open-Source-Programmierschnittstelle<br />
PSV Communication<br />
Software steuert das Präzisionsmessgerät<br />
und stellt die Messdaten<br />
über eine stabile TCP/IP-Ethernet-<br />
Verbindung zur Verfügung. Gegen<br />
die gutdokumentierte Schnittstelle<br />
wird vom Automatisierungstechniker<br />
einfach in LabView, C++ oder<br />
Python unter Windows oder Linux<br />
programmiert.<br />
Laser-Vibrometer detektieren Schwingungen in der Produktionslinie<br />
Polytec GmbH<br />
www.polytec.de<br />
Möchten Hersteller ein Produkt<br />
auf den Markt bringen, dessen<br />
Eigenschaften von örtlich definierten<br />
Schwingungseigenschaften abhängen,<br />
oder die Qualität in der Produktionslinie<br />
sicherstellen, funktioniert<br />
das schnell und sicher mit optischer<br />
Messtechnik. Nicht mit Bildverarbeitung,<br />
die sie vielleicht schon im<br />
Einsatz haben, sondern mit laseroptischer<br />
Schwingungsmessung.<br />
Gewollte und ungewollte<br />
Schwingung<br />
Ein haptisches Feedback in<br />
modernen Steuer- und Bedienpanelen,<br />
der Transport von Flüssigkeitströpfchen<br />
auf einer Oberfläche<br />
für diagnostische Zwecke in der<br />
Medizintechnik, Ultraschallschweißen<br />
in Produktionslinien und der<br />
Verpackungsindustrie, aber auch<br />
guter Sound bei Lautsprechern<br />
haben eines gemeinsam: Sie sind<br />
abhängig von der exakten Schwingungsausbreitung<br />
auf einer Oberfläche.<br />
Damit stehen Herstellern von<br />
Konsumgütern, Infotainment-Hardware,<br />
Medizinprodukten oder automatisierten<br />
Fertigungsanlagen vor<br />
derselben Herausforderung: Wie<br />
kann ich diese Verteilung im Produkt<br />
sicherstellen und auch ungewollte<br />
Schwingungen rechtzeitig<br />
detektieren?<br />
Geeignet für das Universum<br />
und die Fabrik:<br />
Laser-Interferometrie<br />
Optische und flächenhaft messende<br />
Laser-Schwingungsmesstechnik<br />
ist in Entwicklungsabteilungen<br />
seit Langem etabliert. Ein<br />
Laser tastet das Produkt berührungsfrei<br />
ab. Ohne es zu beeinflussen,<br />
erstellt er eine Karte der<br />
Amplitudenverteilung mit höchster<br />
Präzision. Gewollte und ungewollte<br />
Schwingungen sind sofort auf der<br />
ganzen Fläche nachweisbar – mit<br />
einem einzigen Sensor. Ein Qualitätssicherungssystem<br />
klassifiziert<br />
dann auf Basis dieser Informationen<br />
das Produkt.<br />
Die Polytec GmbH ist seit mehr<br />
als 30 Jahren der Partner für Laser-<br />
Interferometer bzw. Laser-Vibrometer,<br />
einer Technologie, wie sie<br />
auch bei der Detektion von Gravitationswellen<br />
zum Einsatz kommt.<br />
Schneller und besser<br />
ans Ziel<br />
So werden immer mehr PSV<br />
Scanning Vibrometer zur lasergenauen<br />
Bewertung der Produktqualität<br />
im frühen Stadium von Kunden<br />
in der Luftfahrt bis hin zum Automobilzulieferer<br />
eingesetzt. Ein Trend,<br />
der auf die Verkürzung der Markteinführungszeiten<br />
sowie auf das<br />
Vermeiden von Qualitätsmängeln<br />
im Feld oder beim Kunden abzielt.<br />
Qualitätssicherung,<br />
Schwingungsprüfung sowie<br />
Gut-Schlecht-Analyse<br />
Kosteneffiziente und verlässliche<br />
Fertigungskontrolle: das IVS-<br />
500 trägt maßgeblich zur Kostenreduktion<br />
und Produktivität bei, durch<br />
einen reduzierten Pseudo-Ausschuss<br />
in der Fertigung. Das kompakte<br />
Design und der durchdachte<br />
Aufbau ermöglichen eine elegante<br />
Integration in Produktionsanlagen.<br />
Ergänzt um die Software SonicTC<br />
QuickCheck bietet Polytec damit<br />
eine komplette Lösung zur verlässlichen<br />
Gut-Schlecht-Bewertung.<br />
Das seit Jahren bewährte IVS-<br />
500 kommt als kompaktes All-in-<br />
One Gerät mit integrierter Decoder-Elektronik<br />
und wurde nun in<br />
seinem Funktionsumfang erweitert.<br />
Es kann jetzt alternativ zum<br />
54 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Qualitätssicherung<br />
an verschiedene Prüflingsgeometrien<br />
für ein optimales SNR bei<br />
jedem Prüfling.<br />
Alle IVS-500 Modelle können<br />
das Messsignal digital (via Ethernet)<br />
oder als analoges Signal (via<br />
BNC) ausgeben. Sie sind kompatibel<br />
zu allen gängigen Datenerfassungssystemen.<br />
Auf den Punkt gebracht:<br />
• eindeutige, wiederholbare Gut-<br />
Schlecht-Bewertung in der Fertigungskontrolle<br />
• berührungslos messen mit<br />
Laser-Präzision<br />
• Signalausgabe direkt als<br />
Weg, Geschwindigkeit oder<br />
Beschleunigung<br />
• flexible Arbeitsabstände bis zu<br />
3 m mit Autofokus<br />
• vielseitig durch großen Frequenzbereich<br />
bis 100 kHz<br />
• robuste, wartungsfreie Sensortechnik<br />
• einfaches Integrieren und Positionieren<br />
Weitere Informationen finden Sie<br />
unter: www.polytec.com/de/vibrometrie/anwendungsbereiche/industrielle-qualitaetssicherung/amplitudenmessung<br />
◄<br />
Das wartungsfreie Laservibrometer misst berührungslos selbst in anspruchsvoller Industrieumgebung und auf<br />
nahezu allen Oberflächen<br />
Geschwindigkeitssignal auch ein<br />
Weg- oder Beschleunigungssignal<br />
ausgeben und damit noch einfacher<br />
in den Prüfstand integriert<br />
werden. Anwender wählen das<br />
passende Modell für ihre Anwendung<br />
– für niedrige Frequenzen<br />
oder bis in den Ultraschallbereich<br />
hinein. Der optionale Remote- und<br />
Autofokus sorgt beim Adaptieren<br />
Neue Multiport<br />
USB VNA von<br />
Copper Mountain bis zu 16 Ports<br />
• Breiter Frequenzbereich von<br />
300 kHz bis 9 GHz<br />
• Robustes 19“ Rack Design<br />
mit N-Typ Anschlüssen<br />
• Schaltzeit zwischen<br />
Ports 200µs<br />
• Automatisches Kalibrierkit<br />
verfügbar<br />
PSV Scanning Vibrometer geben ein genaues Bild der Schwingung wider<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
info@telemeter.de · www.telemeter.info<br />
Wir liefern Lösungen…<br />
55
Künstliche Intelligenz<br />
Die Potenziale von Künstlicher Intelligenz<br />
in der Medizin<br />
Besonders in der medizinischen Forschung spielen die Fähigkeiten<br />
künstlicher Intelligenz, Muster in großen Datenmengen zu erkennen, eine<br />
wachsende Rolle.<br />
Ob Telemedizin während der<br />
Corona-Pandemie, Debatten über<br />
die elektronische Patientenakte<br />
oder Wearables, die die gelaufenen<br />
Schritte, Herzfrequenz und Blutdruck<br />
messen – die letzten Jahre haben<br />
uns gezeigt: Das Gesundheitswesen<br />
befindet sich in der digitalen<br />
Transformation.<br />
Mittlerweile gibt es zahlreiche digitale<br />
Anwendungen in medizinischen<br />
Bereichen, die vielen Patienten den<br />
Alltag erleichtern. Die Telemedizin,<br />
die seit Beginn der Pandemie bis<br />
heute ermöglicht, sich online von<br />
Ärzten beraten und sogar behandeln<br />
zu lassen, ist nur ein Beispiel<br />
für das digitaler werdende Gesundheitssystem.<br />
Aber auch Webseiten,<br />
mit denen man schnell einen Arzttermin<br />
online vereinbaren kann,<br />
machen uns seit einiger Zeit die Terminsuche<br />
leichter. Darüber hinaus<br />
bieten viele Krankenkassen einige<br />
Services online oder per App an.<br />
Eine besondere Rolle bei der Digitalisierung<br />
medizinischer Bereiche<br />
Autorin:<br />
Dr. Hester Knol<br />
Head of Clinical Operations<br />
Lindera GmbH<br />
www.lindera.de<br />
spielen aktuell aber vor allem die<br />
neuen Möglichkeiten durch künstliche<br />
Intelligenz (KI). Diese kann<br />
Ärzten von der Forschung und Prävention,<br />
über Screening, Diagnose<br />
und Therapie bis hin zur Nachsorge<br />
unterstützen.<br />
Digitale Unterstützung<br />
in der Präventivmedizin<br />
KI und Data Science haben<br />
besonders in der Krankheitsprävention<br />
ein sehr großes Potenzial:<br />
Da sich hier neue Möglichkeiten der<br />
Analyse großer Datensätze ergeben,<br />
erreicht auf dieser Basis auch die<br />
Mustererkennung in diesen Datenmengen<br />
und die Identifizierung von<br />
Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten<br />
eine neue Dimension. Das<br />
kann vor allem bei der Entwicklung<br />
gezielter Interventionen, personalisierter<br />
Behandlungen und der Früherkennung<br />
helfen. Technologien, an<br />
denen aktuell in der Präventivmedizin<br />
geforscht wird, setzen zum Beispiel<br />
bereits bei der Prävention von<br />
Krankheiten bei der Schwangerschaft<br />
an. In diesem Bereich unterstützt<br />
künstliche Intelligenz dabei,<br />
durch Plazentavermessung bereits<br />
in frühen Phasen der Schwangerschaft<br />
eine Unterversorgung von<br />
Föten festzustellen, aber auch allgemein<br />
die Größe der Organe von<br />
Föten zu bestimmen.<br />
Mobilitätsanalyse<br />
Ein weiteres Praxisbeispiel für die<br />
vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von<br />
künstlicher Intelligenz in der Präventivmedizin<br />
ist die Mobilitätsanalyse.<br />
In diesem Bereich hat beispielsweise<br />
das Berliner Technologieunternehmen<br />
Lindera einen digitalen Mobilitätstest<br />
entwickelt, in dem eine KI<br />
mithilfe einer normalen Smartphoneoder<br />
Tablet-Videoaufnahme den<br />
Gang einer Person analysiert. Auf<br />
der Basis dieser Analyse und weiterer<br />
Patientendaten ermittelt die KI<br />
im nächsten Schritt das individuelle<br />
Sturzrisiko einer Person und gibt<br />
personalisierte Empfehlungen, um<br />
Stürze bei Senioren präventiv vorzubeugen.<br />
In Zukunft soll die intelligente<br />
Bewegungs analyse sogar in<br />
der Früherkennung neurologischer<br />
Erkrankungen wie Parkinson und im<br />
Bereich der therapeutischen Langzeitnachsorge<br />
von Erkrankungen<br />
wie MS und Schlaganfällen zum<br />
Einsatz kommen.<br />
KI-gestützte Diagnose<br />
und Behandlung<br />
Das in der Sturzprävention eingesetzte<br />
3D-Motion-Tracking lässt<br />
sich auch für andere Einsatzgebiete<br />
anpassen: Neben der Vorsorge<br />
und Prävention kann eine solche<br />
KI Bewegungsschwächen und<br />
Behandlungsmaßnahmen identifizieren.<br />
Auch während der Behandlung<br />
von Erkrankungen des Bewegungsapparates<br />
kann sie als Assistenz<br />
der professionellen Anwender dienen<br />
und bei der Dokumentation<br />
unterstützen.<br />
Analyse und Auswertung<br />
Zudem kann KI bei der Analyse<br />
und Auswertung von Röntgenund<br />
Ultraschallbildern, aber auch<br />
von MRT-Daten unterstützen und<br />
durch präzise Mustererkennung<br />
Krankheiten diagnostizieren. Durch<br />
die Verbindung großer Datenmengen<br />
sowohl aus der Forschung als<br />
auch aus der alltäglichen Versorgung<br />
der Patienten, können künstliche<br />
Intelligenzen in diesem Feld<br />
immer besser trainiert werden. Sie<br />
sind heute bereits besonders gut in<br />
der Auswertung medizinischer Bilddaten.<br />
Ein aktuelles Beispiel ist die<br />
digital gestützte Tumordiagnose, in<br />
der durch intelligente Bilderkennung<br />
das Hautkrebsrisiko bestimmt werden<br />
kann.<br />
Verlauf vorhersagen<br />
Durch die Verarbeitung und Analyse<br />
unzähliger Krankengeschichten<br />
von Patienten können KIs schon jetzt<br />
den Verlauf einiger Krankheiten und<br />
Behandlungen individuell vorhersagen.<br />
Und was nach Zukunftstechnologie<br />
klingt, ist in der roboterassistierten<br />
Medizin bereits Realität:<br />
Denn schon heute werden Roboter-<br />
Assistenten im Klinikalltag bei der<br />
Ausgabe von Medikamenten und<br />
sogar während einiger Operationen<br />
eingesetzt. Chirurgen können zum<br />
Komplexe maschinelle Lernverfahren, wie in Form neuronaler Netze,<br />
werden immer häufiger auch in der Medizin verwendet. Mit ihrer Hilfe<br />
werden unter anderem Lungenerkrankungen oder Krebszellen erkannt.<br />
56 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Künstliche Intelligenz<br />
Über immer mehr Menschen werden täglich große Datenmengen durch<br />
Wearables erfasst. Diese nutzbar zu machen, ist eine Herausforderung,<br />
die durch künstliche Intelligenz gemeistert werden kann.<br />
Beispiel während einer Operation<br />
von intelligenten Skalpellen unterstützt<br />
werden, die gesundes von<br />
krankem Gewebe unterscheiden.<br />
Insgesamt zählt die schnelle und<br />
intelligente Datenverarbeitung zu<br />
den größten Vorteilen beim Einsatz<br />
von künstlicher Intelligenz. Gerade<br />
im Gesundheitswesen entstehen<br />
allein mit den alltäglichen Messungen,<br />
Untersuchung und Tests<br />
tausender Patienten große Datenmengen,<br />
von denen eine künstliche<br />
Intelligenz lernen kann. Von Prävention<br />
über Screening, Diagnostik<br />
und Therapie bis hin zur Nachsorge<br />
kommt KI bereits umfassend<br />
im klinischen Alltag zum Einsatz.<br />
Effektive Nachsorge<br />
durch neue Technologien<br />
Im Bereich der Nachsorge lassen<br />
sich solche Technologien für<br />
Therapien oder Reha-Programme<br />
verwenden, die bei der Motorik<br />
betreffenden Erkrankungen notwendig<br />
werden. Nicht zuletzt können<br />
KIs im Bereich Motion Tracking,<br />
auch in Fitness- und Gesundheitsapps<br />
integriert werden. Beispielsweise<br />
können sie die Ausführung<br />
von Übungen der Nutzer bewerten<br />
und verbessern. So kann künstliche<br />
Intelligenz das gesamte Erlebnis von<br />
Patienten begleiten – sowohl in der<br />
Prävention als auch während der<br />
Diagnose, Behandlung und Nachsorge.<br />
Das erleichtert nicht nur die<br />
Arbeit der Behandelnden, sondern<br />
unterstützt auch Patienten dabei,<br />
sich aktiv für ihre eigene Gesundheit<br />
einzusetzen. Patienten nutzen<br />
ohnehin zunehmend das Internet,<br />
um sich über Symptome, Krankheiten,<br />
passende Fachärzte und<br />
Behandlungsmöglichkeiten zu<br />
informieren. Intelligente Technologien<br />
können Patienten fachkundig<br />
und individualisiert dabei unterstützen,<br />
die für sie passenden medizinischen<br />
Fachkräfte zu finden oder<br />
auch die Behandlungs- und Präventionspläne<br />
ihrer Ärzte oder Pfleger<br />
bestmöglich umzusetzen.<br />
Künstliche Intelligenz<br />
in Zeiten des<br />
Fachkräftemangels<br />
Mit dem wachsenden Fachkräftemangel<br />
kann die Integration neuer<br />
Technologien besonders für Angestellte<br />
in der Gesundheitsbranche<br />
eine beachtliche Entlastung darstellen.<br />
Vitalzeichen werden durch<br />
Wearables überwacht, von verschiedenen<br />
Orten aus kann auf die<br />
Akten von Patienten zugegriffen<br />
und der allgemeine Gesundheitszustand<br />
über mobile Apps festgehalten<br />
werden. Fachkräfte verbessern<br />
hierdurch nicht nur Arbeitsabläufe,<br />
sondern auch die Versorgung<br />
der Patienten. Dabei kann die effiziente<br />
und intelligente Datenverarbeitung<br />
von künstlicher Intelligenz<br />
besonders bei der optimalen<br />
und vor allem nachhaltigen Nutzung<br />
von Daten und meist knappen<br />
Ressourcen im Klinik- oder<br />
Pflegealltag helfen. Im Fall von<br />
Daten der Patienten zeigt sich der<br />
Vorteil für die Effizienz von Arbeitsabläufen<br />
besonders deutlich: Oftmals<br />
liegen diese in unterschiedlichen<br />
Formaten und an verschiedenen<br />
Orten und sind nicht optimal<br />
zugänglich. Intelligente Technologien<br />
sind in der Lage, diese Daten<br />
sinnvoll zu verbinden und ein einheitliches<br />
Bild zum Gesundheitszustand<br />
und zur Vorgeschichte von<br />
Patienten zu liefern.<br />
Digitale Assistenzsysteme<br />
Intelligente Technologien sind<br />
ebenso für Patienten eine Erleichterung:<br />
Einerseits können sie bei der<br />
Umsetzung ärztlicher und pflegerischer<br />
Anweisungen zur Behandlung<br />
im Alltag von digitalen Assistenzsystemen<br />
unterstützt werden.<br />
Gleichzeitig trägt die Nutzung solcher<br />
Systeme erheblich zum individuellen<br />
Sicherheitsgefühl bei. Das zeigt beispielsweise<br />
die Lindera Mobilitätsanalyse:<br />
Die Anwendung in Pflegeheimen<br />
erzeugte neben einer Reduzierung<br />
der Sturzrisikofaktoren von Senioren<br />
auch Verbesserungen im Wohlbefinden<br />
und im Sicherheitsgefühl.<br />
Möglichkeiten der KI<br />
besser nutzen<br />
Die Nutzung künstlicher Intelligenz<br />
bringt besonders im Gesundheitswesen<br />
vielseitige Vorteile mit<br />
sich. Noch werden die Möglichkeiten<br />
der Integration neuer Technologien<br />
im Alltag des deutschen Gesundheitswesens<br />
aber zu wenig genutzt<br />
– obwohl sie zum Teil bereits bei<br />
Patienten und medizinischem Personal<br />
angekommen sind. Bereits<br />
verfügbare Daten, die tagtäglich<br />
durch Wearables gesammelt werden<br />
und für Ärzte und Pflegekräfte<br />
einen Mehrwert in der Behandlung<br />
ihrer Patienten bieten könnten, werden<br />
oftmals von Kliniken, Pflegeheimen<br />
oder Praxen gar nicht eingelesen<br />
und damit auch nicht genutzt.<br />
Aktuell geplante Großprojekte, wie<br />
die elektronische Patientenakte, zeigen,<br />
dass viele digitale Innovationen<br />
im Health Tech-Bereich den Klinikund<br />
Pflegealltag von Grund auf verändern<br />
könnten. ◄<br />
Die intelligente Bewegungsanalyse von Lindera ist dazu in der Lage,<br />
verschiedene Parameter der Bewegung eines Menschen aufzuzeichnen und<br />
diese zu interpretieren.<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
Vielseitige Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz zeigen sich<br />
an der Lindera Mobilitätsanalyse: Eine eigentlich zur Sturzprävention<br />
entwickelte KI ist leicht umgewandelt auch dazu in der Lage, Menschen bei<br />
der Ausübung sportlicher Übungen zu unterstützen.<br />
57
Künstliche Intelligenz<br />
Wie KI schnellere Innovationen<br />
für Hersteller medizintechnischer Geräte eröffnet<br />
Autor:<br />
Peter Marek<br />
Senior Director Embedded IoT<br />
Advantech<br />
www.advantech.eu<br />
Big Data, maschinelles Lernen<br />
(ML) und künstliche Intelligenz (KI)<br />
haben es Forschern in der Medizintechnik<br />
ermöglicht, durch die Analyse<br />
großer Mengen von Patientendaten<br />
tiefere Einblicke zu gewinnen.<br />
Diese Erkenntnisse helfen Ärzten,<br />
bessere Entscheidungen zu treffen,<br />
genauere Diagnosen zu stellen und<br />
Patienten mit weniger Nebenwirkungen<br />
zu behandeln. In Verbindung<br />
mit Live-Patientendaten kann die<br />
KI vorab trainierte Modelle sofort<br />
verarbeiten und analysieren. Diese<br />
sogenannte KI-Inferenz eröffnet<br />
den Herstellern medizintechnischer<br />
Geräte neue Möglichkeiten, innovative<br />
und bahnbrechende Innovationen<br />
zu entwickeln, die dazu beitragen,<br />
die Zukunft des Gesundheitswesens<br />
zu gestalten.<br />
Zeit spielt eine große Rolle<br />
Eine solch hoffnungsvolle Zukunft<br />
für die Medizinbranche ist näher,<br />
als wir vielleicht denken, denn die<br />
KI bringt der Branche bereits jetzt<br />
weltweit Vorteile. Zahlreiche Akteure<br />
haben ein Ökosystem für medizintechnische<br />
KI und GPUs aufgebaut,<br />
und das KI-Schwergewicht NVIDIA<br />
gehört zu den Spitzenreitern.<br />
Mit der Unterstützung des Inception-Projekts<br />
von NVIDIA konnte<br />
Lunit, ein südkoreanisches Start-up<br />
für medizinische Bildgebung, ein KIbasiertes<br />
System entwickeln, das in<br />
der Lage ist, Lungenentzündungen<br />
bei Corona-Patienten innerhalb von<br />
Sekunden zu erkennen. Das Unternehmen<br />
erklärte, der Vorteil der KI<br />
in dieser Anwendung sei ihre Fähig-<br />
Advantech, einer der wichtigsten Ökosystempartner von NVIDIA, entwickelt<br />
eine Reihe von Standard- und kundenspezifischen Embedded-Computing-<br />
Lösungen auf Basis der Jetson-Architektur<br />
58 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Künstliche Intelligenz<br />
keit, riesige Datenmengen zu verarbeiten<br />
und Muster zu erkennen,<br />
was auf andere Weise nicht machbar<br />
wäre – sowohl im Hinblick auf<br />
den Zeitaufwand als auch auf die<br />
benötigten Fachkräfte.<br />
Tragbarer Scanner<br />
Ein weiteres Inception-Mitglied,<br />
das in Australien ansässige Startup<br />
EMVision, konnte mit Hilfe der<br />
Jetson-Edge-KI-Plattform und der<br />
DGX-Systeme von NVIDIA ein leichtes<br />
Gerät zum Scannen des Gehirns<br />
entwickeln. Der tragbare Scanner –<br />
geeignet für den Einsatz am Pointof-Care<br />
und in Krankenwagen –<br />
ist in der Lage, einen Schlaganfall<br />
innerhalb von Minuten zu diagnostizieren.<br />
Dies ist entscheidend, da<br />
ein durchschnittlicher Schlaganfallpatient<br />
in jeder Minute, in der der<br />
Zustand unbehandelt bleibt, fast<br />
zwei Millionen Neuronen verliert.<br />
Zeit ist in solchen Situationen von<br />
enormer Bedeutung. Das helmähnliche<br />
Gerät von EMVision basiert<br />
auf elektromagnetischer Bildgebung<br />
und nutzt NVIDIA-gestützte<br />
KI, um innerhalb kürzester Zeit zwischen<br />
ischämischen und hämorrhagischen<br />
Schlaganfällen (Gerinnsel<br />
und Blutungen) zu unterscheiden.<br />
Inferenz einbringen<br />
Wie das Beispiel EMVision zeigt,<br />
ermöglicht die Integration von KI<br />
eine bessere Patientenversorgung<br />
als je zuvor. Die Herausforderung<br />
für Hersteller medizintechnischer<br />
Geräte besteht darin, komplexe<br />
KI-Modelle, die auf Serverfarmen<br />
in Rechenzentren getestet und verfeinert<br />
wurden, in vergleichsweise<br />
kompakte Geräte einzubinden.<br />
NVIDIA unterstützt dies mit seiner<br />
Jetson-Plattform, die für Embedded-KI<br />
optimiert ist.<br />
Die Hochleistungs-Edge-KI-<br />
Box-Computer AIR-030, die auf<br />
NVIDIAs neuestem Jetson AGX<br />
Orin basieren, sind beispielsweise<br />
in der Lage, leistungsstarkes KI-Inferencing<br />
für energieeffiziente intelligente<br />
Maschinen zu liefern. Dieses<br />
System umfasst verschiedene<br />
I/O-Optionen, wie z. B. CAN-Bus<br />
für Bewegungs- und andere Steuerungen,<br />
LAN mit optionalem PoE für<br />
Kameraeingang und DI/O für Sensoren/Aktuatoren.<br />
Die Serie AIR-030<br />
eignet sich für Echtzeit-Videoanalysen<br />
und KI-Robotik Anwendungen<br />
und ermöglicht es KI-Entwicklern,<br />
die Leistungsfähigkeit durch 10GE<br />
für schnelle Netzwerke zu steigern.<br />
Schließlich wird der AIR-030 mit<br />
einem NVIDIA JetPack 5.0 Software-Entwicklungskit<br />
(SDK) geliefert,<br />
um den Aufwand für Entwickler<br />
zu minimieren. Das Advantech-<br />
Paket „DeviceOn for Edge AI“ bietet<br />
Bereitstellungs-, Fernverwaltungsund<br />
Update-Funktionen und ermöglicht<br />
auf NVIDIA-Plattformen, KI-<br />
Inferenzmodellen in Bare-Metalund<br />
Docker-Umgebungen zu aktualisieren.<br />
Durch die Fernüberwachung<br />
KI-bezogener Leistungsindikatoren,<br />
wie z. B. Durchsatzniveaus, lassen<br />
sich aussagekräftige Erkenntnisse<br />
gewinnen.<br />
Kundenspezifische<br />
KI-Systeme<br />
DMS (Design and Manufacturing<br />
Services) von Advantech hat maßgeschneiderte<br />
KI-Lösungen für den<br />
Einsatz im medizinischen Bereich<br />
entwickelt – von der Anpassung<br />
bestehender Standardprodukte bis<br />
hin zu kundenspezifisch entwickelten<br />
Boards und Systemen. Mit speziellen<br />
Entwicklungsressourcen und<br />
umfassender Erfahrung im Design<br />
von Computersystemen für medizintechnische<br />
Umgebungen baut<br />
Advantech DMS auf einer soliden<br />
Grundlage auf, um die Vorteile neuester<br />
KI-Technik zu nutzen. Ganz<br />
gleich, ob Kunden Inferenzlösungen<br />
mit effizienten Jetson-Plattformen,<br />
Integration mit FPGA-Bausteinen<br />
oder skalierbare Highend-Workstations<br />
benötigen, die Serverprozessoren<br />
mit einem oder mehreren<br />
GPU-Beschleunigern kombinieren<br />
– die Entwickler von Advantech<br />
wissen, wie man diese Plattformen<br />
nach medizintechnischen Standards<br />
entwickelt, verifiziert, validiert und<br />
zertifiziert. Der Prozess umfasst ein<br />
fertigungs- und qualitätsorientiertes<br />
Design ab der Konzeptphase, wobei<br />
die Entwickler aktiv in die Fertigung<br />
und das Lebenszyklusmanagement<br />
mit einbezogen werden.<br />
KI-Inferenz<br />
im Gesundheitswesen<br />
ist machbar<br />
Um die Machbarkeit von KI-<br />
Inferenz im Gesundheitswesen zu<br />
demonstrieren, hat das DMS-Team<br />
von Advantech einen Edge-KI-Box-<br />
PC für medizinische Zwecke entwickelt,<br />
der auf NVIDIA-Technik<br />
basiert. Durch die Integration von<br />
bis zu 384 Hochleistungs-GPU-<br />
Cores mit einer hochleistungsfähigen<br />
CPU und einem großen Speicher-Subsystem<br />
bietet der PC eine<br />
hohe Verarbeitungskapazität für verschiedenste<br />
Arbeitslasten wie Bildverarbeitung<br />
und schnelle Datenverarbeitung<br />
in der Video-Endoskopie,<br />
Computertomographie (CT) oder<br />
Fluoreszenz-Tomographie – und<br />
das bei gleichzeitig hervorragender<br />
Energieeffizienz.<br />
Embedded-IoT-Plattformen<br />
Als bekannter Anbieter von<br />
Embedded-Computing-Lösungen<br />
mit über 550 Mitarbeitern in Europa<br />
und mehr als 8500 Mitarbeitern<br />
weltweit liefert Advantech eine<br />
Vielzahl leistungsstarker und skalierbarer<br />
Embedded-Internet-of-<br />
Things-/IoT-Plattformen, darunter<br />
Motherboards, Single-Board-Computer<br />
(SBCs), Computer-on-Modules<br />
(COMs), Box- und Panel-PCs,<br />
Server, Tablets, Open-Frame-Displays,<br />
Monitore und Videolösungen.<br />
Mit einem starken Fokus auf den<br />
medizintechnischen Sektor bietet<br />
Advantech langfristige Produktverfügbarkeit,<br />
optimale Gesamtbetriebskosten<br />
(TCO) und Unterstützung<br />
vom ersten Produktkonzept<br />
bis zum Ende der Produktlebensdauer<br />
(EOL). Advantechs Kunden<br />
im Bereich Medizintechnik, darunter<br />
30 der weltweit führenden Medizintechnik-OEMs,<br />
profitieren dabei<br />
von einer Produktlebensdauer bis<br />
zu 14 Jahre sowie von erweiterter<br />
Garantie, weltweitem technischen<br />
Support und Logistikdienstleistungen.<br />
Als erfolgreicher Partner für Hersteller<br />
medizintechnischer Geräte<br />
und mit hohen Investitionen in Spitzentechnologie<br />
sowie Entwicklungsressourcen<br />
für kundenspezifische<br />
Geräte ermöglicht Advantech OEMs,<br />
innovative, bahnbrechende medizintechnische<br />
Lösungen auf der<br />
Grundlage von NVIDIAs KI-Technik<br />
mit geringem Risiko, minimalen<br />
Kosten und schneller Markteinführung<br />
bereitzustellen. Mit einem<br />
solchen Beitrag zum medizintechnischen<br />
KI-Ökosystem unterstützt<br />
Advantech mit seiner Mission, „einen<br />
intelligenten, nachhaltigen Planeten<br />
zu schaffen“, den Gesundheitssektor<br />
dabei, Innovationen aus der Forschung<br />
in fortschrittliche Produkte<br />
für die diagnostische Bildgebung,<br />
Therapie, Robotik und Patientenüberwachung<br />
zu integrieren. Dies<br />
wird dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit<br />
der KI in neue Bereiche wie<br />
Endoskopie, Radiologie und Chirurgie<br />
in intelligente Kranken häuser der<br />
Zukunft einzubringen. ◄<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
59
EMV<br />
Bedeutung von Wireless-Koexistenz-Tests<br />
für vernetzte medizinische Geräte<br />
Impression von der Messung einer leitungsgebundenen EMV-Störung<br />
Autor:<br />
David Schaefer,<br />
Technical Manager<br />
Element Materials Technology<br />
www.element.com/de<br />
Unternehmen geben Milliarden<br />
von Dollar für einen schnelleren<br />
Zugang zu Informationen aus, und<br />
die Verbraucher zahlen jedes Jahr<br />
mehr für schnellere Geräte. Die<br />
Mobilfunkbetreiber haben diesen<br />
Trend erkannt und sind von reinen<br />
Sprachnetzen zu datenzentrierten<br />
Diensten übergegangen, wobei sie<br />
verstärkt auf die gemeinsame Nutzung<br />
von Frequenzen setzen.<br />
Inflation der<br />
Funktechnologien<br />
Die erste erkennbare Version von<br />
WiFi wurde 1999 eingeführt, und<br />
zwischen 1999 und 2008 wurden<br />
etwa 2 Milliarden Bluetooth-Geräte<br />
verkauft, jedoch allein in 2021<br />
4 Milliarden Geräte. Inzwischen gibt<br />
es WiFi-Zugangspunkte in Flugzeugen,<br />
Hundehalsbänder mit GPS und<br />
Zahnbürsten mit Bluetooth-Konnektivität.<br />
Funkgeräte sind überall:<br />
Es gibt mehr Nutzer, mehr Geräte<br />
und eine größere Sättigung der Frequenzbänder.<br />
Nun werden auch mehrere Funktechnologien<br />
in einem Gerät kombiniert.<br />
Viele Mobiltelefone verfügen<br />
heute über sieben Funktechnologien:<br />
Bluetooth, WiFi, GNSS (Global<br />
Navigation Satellite System), drahtlose<br />
Energieübertragung und Nahfeldkommunikation<br />
sowie Ultrabreitband<br />
für die Standorterkennung und<br />
natürlich 4G- oder 5G-Mobilfunk.<br />
Das Funkspektrum ist mehr denn<br />
je eine wertvolle Ressource, die von<br />
allen Anwendungen gemeinsam<br />
genutzt werden muss, weshalb eine<br />
effiziente Frequenznutzung von entscheidender<br />
Bedeutung ist. Technologien<br />
wie intelligente Antennensysteme<br />
und orthogonales Frequenzmultiplexing<br />
(OFDM) wurden daher<br />
entwickelt. Optimierungen wie der<br />
kognitive Funk, der so programmiert<br />
ist, dass er die am wenigsten überlasteten<br />
Kanäle in der Nähe auswählt,<br />
um Interferenzen zu minimieren,<br />
werden von Branchenverbänden<br />
wie der WiFi Alliance gefordert<br />
und Regulierungsbehörden wie<br />
die FCC und der Europäische Rat<br />
willigen ein.<br />
Risiken und<br />
Herausforderungen<br />
für medizinische Geräte<br />
Vernetzte medizinische Geräte<br />
überwachen den Gesundheitszustand<br />
von Patienten, machen wichtige<br />
Gesundheitsinformationen<br />
zugänglich, wenn sie benötigt werden,<br />
und tragen oft dazu bei, Leben<br />
60 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
EMV<br />
zu retten, aber sie sind auf einen<br />
ordnungsgemäßen Betrieb in ihrer<br />
elektromagnetischen Umgebung<br />
angewiesen. Leider kommt es im<br />
Gesundheitswesen jedes Jahr zu<br />
Tausenden von Vorfällen mit elektromagnetischen<br />
Störungen (EMI).<br />
Die US Food and Drug Administration<br />
(FDA) verfügt über eine<br />
Datenbank namens MAUDE (Manufacturer<br />
and User Facility Device<br />
Experience), in der Fehlfunktionen<br />
medizinischer Geräte erfasst werden.<br />
Sie enthält derzeit mehr als<br />
250.000 Berichte über Probleme<br />
im Zusammenhang mit EMV, und<br />
zwischen 2010 und 2019 gab es<br />
Berichte über mehr als 170 Todesfälle<br />
mit EMV-Ursachen. Zwar ist<br />
es nicht möglich, festzustellen, wieviele<br />
dieser Vorfälle speziell mit der<br />
drahtlosen Koexistenz zusammenhängen,<br />
aber diese Zahlen geben<br />
natürlich Anlass zur Sorge über<br />
die Angemessenheit der Tests von<br />
drahtlosen Geräten.<br />
Wie medizinische<br />
Technologien Funkbänder<br />
nutzen<br />
Zunehmend werden drahtlose<br />
Technologien für Funktionen, die<br />
für das Wohlbefinden der Patienten<br />
entscheidend sind, eingesetzt. Sie<br />
nutzen dabei eine Vielzahl von Frequenzbändern.<br />
Einige dieser Bänder<br />
sind ausschließlich für medizinische<br />
Geräte bestimmt, viele werden<br />
jedoch auch von anderen Anwendungen<br />
oder Einrichtungen genutzt:<br />
• induktiver Funk, der normalerweise<br />
unter 200 kHz liegt<br />
• Medical Device Radiocommunication<br />
Service (MedRadio), typischerweise<br />
401…406 MHz, einschließlich<br />
medizinischer Mikropower<br />
• Kommunikationsdienst für medizinische<br />
Implantate (MICS), typischerweise<br />
401…406 MHz<br />
• militärische und wissenschaftlichen<br />
Geräte in ISM-Bereichen<br />
• Medical Body Area Networks<br />
(MBANs), grenzen an das<br />
2,4-GHz-ISM-Band und ermöglichen<br />
die Kommunikation mehrerer<br />
Sensoren am Körper mit<br />
einer Steuereinheit<br />
• Wireless Medical Telemetry Service<br />
(WMTS) in einem geschützten<br />
Band, das wie die MBANs<br />
auch für Sensoren verwendet<br />
wird, aber in der Regel nur für<br />
die Intensivpflege in Gesundheitseinrichtungen<br />
Viele der von medizinischen Geräten<br />
genutzten Frequenzbänder werden<br />
auch vom Militär genutzt, so<br />
dass die Hardware kognitiv lesbar<br />
sein muss, um der militärischen<br />
Kommunikation Vorrang zu geben.<br />
Es gibt Ausnahmen, z.B. sind medizinische<br />
Micropower-Netzwerke<br />
(MMN) eine Untergruppe von Med-<br />
Radio speziell für implantierte Nervenstimulatoren.<br />
Einige Bänder, die von der Medizintechnik<br />
genutzt werden, sind<br />
überhaupt nicht beschränkt. WiFi<br />
ist in medizinischen Einrichtungen<br />
praktisch allgegenwärtig. Die meisten<br />
davon verwenden ein sicheres<br />
Netzwerk, um Patientendaten<br />
sowohl intern als auch an andere<br />
Einrichtungen zu übertragen. MRT-,<br />
Röntgen- und andere Screeningoder<br />
Diagnose-Geräte können Bilder<br />
oder Daten über das sichere WiFi-<br />
Netzwerk übertragen, und dieses<br />
kann auch der Verfolgung von Patienten-<br />
oder Personalbewegungen<br />
in der Einrichtung dienen.<br />
Standardtechnologien wie WiFi<br />
haben Vor- und Nachteile: Die weite<br />
Verbreitung von WiFi erleichtert die<br />
Interoperabilität, und eine bewährte<br />
Technologie in einem neuen medizinischen<br />
Gerät verkürzt die Entwicklungszeit.<br />
Allerdings haben<br />
WiFi-Technologien in der Regel<br />
eine schlechte Produktunterstützung,<br />
veralten relativ schnell und<br />
arbeiten auf überfüllten Bändern<br />
(2,4 und 5 GHz).<br />
Es gibt einen neuen Anwendungsfall,<br />
das Bluetooth Health Device<br />
Profile, speziell für die Übertragung<br />
von medizinischen Daten, etwa<br />
bei Bestandsverfolgung, Sensoren<br />
und Blutzuckermessung. Eine<br />
neue Anwendung nutzt 2,4-GHz-<br />
Bluetooth, um ein Wecksignal an<br />
ein Implantat zu senden, das dann<br />
induktiv oder per MedRadio Daten<br />
überträgt. Außerdem wird ZigBee,<br />
ein Mesh-Networking-Protokoll, für<br />
Echtzeit-Überwachungssysteme verwendet,<br />
ähnlich wie MBANs.<br />
RFID ist auch in medizinischen<br />
Einrichtungen weitverbreitet, deckt<br />
mehrere nichtlizenzierte Bänder ab<br />
und wird in erster Linie zur Nachverfolgung<br />
eingesetzt: Von millionenschweren<br />
Geräten bis hin zu einzelnen<br />
Medikamentendosen kann<br />
alles mit RFID nachverfolgt werden.<br />
Die Mobilfunktechnologie hat bei<br />
medizinischen Anwendungen mit<br />
ähnlichen Hürden zu kämpfen wie<br />
WiFi. Sie wird für die Datenübertragung,<br />
Schrittzähler und sogar einige<br />
diagnostische Bildgebungsverfahren<br />
„Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass die<br />
von der IEC entwickelten Standard-EMV-Tests<br />
ausreichen.“<br />
verwendet. Die hohen Bandbreiten<br />
von 5G führen auch zu einer verstärkten<br />
Erforschung der Mobilfunktechnologie<br />
in der Medizin, z.B. in<br />
der Roboterchirurgie oder in Krankenwagen,<br />
die direkt und kontinuierlich<br />
mit einem Krankenhaus verbunden<br />
sind.<br />
Ein entscheidender Vorteil all dieser<br />
Technologien und ein wesentlicher<br />
Grund, warum sie jetzt so<br />
gefragt sind, ist die drahtlose Mobilität.<br />
Gesundheitsdienstleister und<br />
Patienten müssen sich frei bewegen<br />
können, sei es auf der ganzen<br />
Welt oder von einem Raum zum<br />
anderen, ohne den Zugang zu ihren<br />
Daten zu verlieren. Diese Anwendung<br />
der Funktechnologie ist nicht<br />
nur bequem, sondern kann auch<br />
zu besseren Gesundheitsergebnissen<br />
führen, da die Kommunikation<br />
schneller erfolgt und geografische<br />
Barrieren für den Zugang zur besten<br />
Versorgung abgebaut werden.<br />
Bei all ihren Vorteilen stellen Funkgeräte<br />
jedoch auch eine besondere<br />
Herausforderung dar, da medizinische<br />
Geräte die drahtlose Kommunikation<br />
in einem überfüllten Spektrum<br />
meistern müssen.<br />
Verringerung<br />
des Störungsrisikos<br />
durch Koexistenz-Tests<br />
Je mehr Nutzer auf einem einzigen<br />
Band, desto größer das Risiko<br />
von Interferenzen. Inzwischen gibt<br />
es Milliarden von WiFi-, Bluetoothund<br />
Mobilfunk-Geräten. Ihre Hersteller<br />
müssen die Risiken beherrschen<br />
und proaktiv daran arbeiten, Interferenzen<br />
in ihren Produkten zu verhindern,<br />
da diese für Verbraucherprodukte<br />
unangenehm sein, für medizinische<br />
Geräte aber viel schwerwiegendere<br />
Folgen haben können.<br />
Zwar sind die Risiken für den ordnungsgemäßen<br />
Betrieb von sicherheitskritischen<br />
Geräten bekannt,<br />
aber die Methoden zu ihrer Quantifizierung<br />
unterschiedlich und nicht<br />
umfassend. Dieser Mangel zeigt,<br />
wie wichtig eine umfassende Prüfung<br />
der drahtlosen Koexistenz von<br />
Medizinprodukten ist.<br />
Die Koexistenz-Prüfung ist ein<br />
Teilbereich der elektromagnetischen<br />
Verträglichkeitsprüfung (EMV) speziell<br />
für Funkprodukte, der sich auf<br />
die grundlegende Sicherheit und<br />
die wesentliche drahtlose Leistung<br />
konzentriert. Dabei wird festgestellt,<br />
ob ein Gerät in der Lage ist, drahtlose<br />
Kommunikation in Gegenwart<br />
von In-Band- oder Out-of-Band-<br />
Funkgeräten ohne Probleme zu<br />
gewährleisten.<br />
Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube,<br />
dass die von der IEC entwickelten<br />
Standard-EMV-Tests<br />
ausreichen, um das Risiko von<br />
Störungen durch nahegelegene<br />
drahtlose Quellen zu mindern.<br />
Die spezifischen Ausschlussbänder,<br />
die Teil der meisten Normen<br />
sind, schließen jedoch die<br />
Bewertung von In-Band-Interferenzen<br />
aus, und bei den Standard-<br />
EMV-Tests gibt es keine Möglichkeit,<br />
das Risiko von Interferenzen<br />
durch andere Nutzer desselben<br />
Frequenzbandes, z.B. durch<br />
andere drahtlose medizinische<br />
Geräte in der Nähe, zu quantifizieren.<br />
Die EMV-Prüfung nach<br />
den üblichen Normen kann daher<br />
die Koexistenz aufgrund von Ausschlussbändern<br />
und den gewählten<br />
Modulationsarten nicht direkt<br />
berücksichtigen.<br />
Ein weiterer wichtiger Faktor ist<br />
die Tatsache, dass Störungen innerhalb<br />
des Frequenzbandes mit größerer<br />
Wahrscheinlichkeit problematisch<br />
für Geräte sind, die über<br />
einen langen Zeitraum im selben<br />
Band betrieben werden. Drahtlose<br />
Produkte im Gesundheitswesen,<br />
z.B. in einem Krankenhaus, wer-<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
61
EMV<br />
den wahrscheinlich über sehr lange<br />
Zeiträume gleichzeitig betrieben.<br />
Im Jahr 2007 gab die FDA einen<br />
Leitfaden heraus, in dem auch die<br />
Koexistenz von drahtlosen Geräten<br />
berücksichtigt wurde. Darin<br />
wurde eine Risikoanalyse empfohlen,<br />
die ein wichtiger Bestandteil<br />
jeder Bewertung von drahtlosen<br />
oder medizinischen Geräten<br />
im Hinblick auf deren Konformität<br />
ist. Obwohl es sich bei der Veröffentlichung<br />
dieses Dokuments um<br />
eine Empfehlung handelte, verlangt<br />
die FDA nun für fast jedes Produkt,<br />
das drahtlose Technologie einsetzt,<br />
eine Bewertung der Koexistenz. In<br />
der EU enthält die Funkausrüstungsrichtlinie<br />
einige Normen im Amtsblatt,<br />
die ähnliche Anforderungen<br />
wie die Koexistenz-Prüfung stellen,<br />
aber sie sind nicht umfassend.<br />
Tests wie Empfängersperre, Nachbarkanalselektivität<br />
und Adaptivität<br />
ähneln den Koexistenz-Tests, aber<br />
sie verwenden entweder CW oder<br />
Additives Weißes Gaußsches Rauschen<br />
anstelle eines repräsentativen<br />
realen Signals. Außerdem konzentrieren<br />
sich diese Tests nur auf die<br />
Leistung des Funkgeräts und nicht<br />
auf die Leistung des Hosts. Wenn<br />
ein Funkgerät in einen Host eingebaut<br />
wird, z.B. in ein medizinisches<br />
Gerät, kann sich die Funkleistung in<br />
einer Weise ändern, die von diesen<br />
Tests nicht erfasst wird.<br />
So erfolgt die<br />
Koexistenz-Prüfung<br />
In der Vergangenheit führten<br />
einige Labors Koexistenz-Prüfungen<br />
durch, indem sie handelsübliche<br />
Funkgeräte und medizinische<br />
Geräte kauften und sie zusammen<br />
in einem abgeschirmten Raum in<br />
der Nähe des spezifischen Geräts,<br />
das Gegenstand der Prüfung war,<br />
betrieben. Diese Art von Tests hat<br />
jedoch ihre Grenzen. Einige Geräte,<br />
wie z.B. Mobiltelefone, können während<br />
des Betriebs zwischen mehreren<br />
Bändern wechseln, und die Techniker,<br />
die diese Tests durchführten,<br />
hatten keine Möglichkeit zu kontrollieren,<br />
welches Band oder welche<br />
Bänder diese handelsüblichen<br />
Geräte während des Tests nutzten.<br />
Dies bedeutete, dass die Wiederholbarkeit<br />
in einigen Fällen unmöglich<br />
war. Darüber hinaus ließen sich<br />
die Testergebnisse nur auf die bei<br />
den Tests verwendeten Standardgeräte<br />
zuverlässig anwenden und<br />
waren nicht unbedingt auf andere<br />
Gerätetypen übertragbar, die eine<br />
ähnliche Funktechnologie verwendeten.<br />
Dies würde ein unbekanntes<br />
Risiko darstellen, wenn neue Geräte<br />
auf den Markt kämen.<br />
Derzeit wird empfohlen, die Kompatibilität<br />
der Geräte in der vorgesehenen<br />
elektromagnetischen<br />
Umgebung anhand der folgenden<br />
Schritte gründlich zu testen und<br />
sicherzustellen:<br />
• Bestimmung von Fehlermodi und<br />
Schwellenwerten für die drahtlose<br />
Kommunikation, die aufgrund<br />
von Interferenzen auftreten,<br />
unter Verwendung von Normen<br />
für medizinische Geräte, die<br />
für die jeweilige Anwendung und<br />
Geografie relevant sind<br />
• Erfüllung von ANSI C63.27 für<br />
Gleichkanal- und Nachbarkanal-<br />
Interferenzen<br />
„Die EMV-Prüfung nach den üblichen Normen<br />
kann daher die Koexistenz aufgrund von<br />
Ausschlussbändern und den gewählten<br />
Modulationsarten nicht direkt berücksichtigen.“<br />
• Ergänzung durch zusätzliche<br />
Tests, wenn neue Technologien<br />
auf den Markt kommen und neue<br />
Bedrohungen auftauchen<br />
Was ist ANSI C63.27?<br />
Das American National Standards<br />
Institute (USA) entwickelt Normen<br />
für EMV- und Funk-Prüfungen, und<br />
C63 ist ein Ausschuss davon. Die<br />
Norm C63.27 wurde 2017 veröffentlicht<br />
und bietet eine Methode<br />
zur Bewertung der Koexistenz von<br />
Geräten, wobei der Schwerpunkt auf<br />
der Risikominimierung liegt. Diese<br />
Norm gibt keine Bestanden/Nichtbestanden-Parameter<br />
vor, sondern<br />
bietet stattdessen eine Prüfanleitung<br />
und zeigt auf, wie das Risiko<br />
von Störungen durch andere Funkgeräte<br />
zu bewerten ist. C63.27 ist<br />
nicht ausschließlich für medizinische<br />
Geräte gedacht, es handelt<br />
sich um eine allgemeine Prüfmethode,<br />
aber der Schwerpunkt bei<br />
der Umsetzung liegt auf medizinischen<br />
Geräten.<br />
C63.27 stellt Methoden zur<br />
Bewertung von Geräten bereit, legt<br />
fest, dass mehrere LTE- und WiFi-<br />
Signale simuliert werden müssen,<br />
um sie während der Prüfung als Störsignale<br />
zu verwenden, und befasst<br />
sich mit der funktionalen Funkleistung<br />
bzw. mit der Frage, welche<br />
Funktion ein Funkgerät im Endgerät<br />
erfüllt. Die Norm enthält drei<br />
Stufen der Spezifität für die Bewertung<br />
eines Geräts. Stufe drei ist die<br />
am wenigsten strenge, bei der die<br />
wenigsten Signale getestet werden<br />
und die nur sehr allgemeine<br />
Erkenntnisse für Geräte liefert, bei<br />
denen Leistungsfehler zwar unerwünscht<br />
sind, aber keine schwerwiegenden<br />
Folgen haben werden.<br />
Stufe eins ist die strengste und wird<br />
für Geräte verwendet, bei denen ein<br />
Mangel an Koexistenz unannehmbare<br />
Folgen haben kann.<br />
In C63.27 sind vier Prüfverfahren<br />
beschrieben. Die Wahl der<br />
Prüfmethode obliegt dem Anwender<br />
der Norm und sollte in Zusammenarbeit<br />
mit dem von ihm gewählten<br />
Prüflabor getroffen werden. Die<br />
vier Methoden sind:<br />
• leitungsgebundene Methode<br />
Sie wird durchgeführt, indem die<br />
beabsichtigten und unbeabsichtigten<br />
Signale kombiniert und anstelle der<br />
Antenne an einen Anschluss angeschlossen<br />
werden. Diese Methode<br />
schließt die Antenne selbst von der<br />
Prüfung aus und ist die am besten<br />
wiederholbare, aber am wenigsten<br />
realistische Prüfmethode.<br />
• Kammer/Hybrid-Methode<br />
Das zu prüfende Gerät und das<br />
Gerät, das Signale erzeugt, befinden<br />
sich jeweils in einer separaten<br />
Kammer, um zu kontrollieren, wie<br />
das zu prüfende Gerät den Signalen<br />
ausgesetzt ist. Dabei können Kanaleffekte<br />
berücksichtigt werden und<br />
die Antenne wird mit einbezogen.<br />
• Radiated-anechoic-Methode<br />
Das zu prüfende Gerät wird in<br />
einer Kammer mit beabsichtigten<br />
und unbeabsichtigten Signalemittenten<br />
platziert. Dadurch wird eine<br />
Umgebung geschaffen, die nicht<br />
unbedingt der Einsatzumgebung<br />
entspricht, aber Umgebungsvariablen<br />
ausschließt, die die Wiederholbarkeit<br />
verringern würden.<br />
• offene Labormethode mit<br />
Strahlung<br />
Diese Methode kommt ohne Kammern<br />
oder Abschirmungen aus und<br />
versucht in der Regel, die Umgebung<br />
im Einsatz nachzubilden. Diese Prüfung<br />
kann durch Umgebungssignale<br />
beeinflusst werden.<br />
Die allgemeinen Methoden in der<br />
Norm gelten für jede Art von Funkgerät,<br />
aber die Norm ist dazu gedacht,<br />
die Leistung des Endgeräts als Ganzes<br />
zu testen, nicht nur die Funkmodule<br />
innerhalb des Geräts. Ein und<br />
dasselbe Funkmodul kann sowohl<br />
in einem medizinischen Gerät als<br />
auch in einem Unterhaltungsgerät<br />
verwendet werden, aber die Funktionalität,<br />
die Ausfallschwellen und<br />
die potenziellen Fehler sind in diesen<br />
verschiedenen Anwendungen<br />
sehr unterschiedlich.<br />
Nicht alle medizinischen Produkte,<br />
die ein Funkgerät enthalten,<br />
müssen zwangsläufig nach<br />
C63.27 geprüft werden, aber es<br />
muss eine Risikoanalyse erfolgen,<br />
um potenzielle Auswirkungen<br />
und Fehlermöglichkeiten zu<br />
bewerten. AAMI TIR69:2017 ist<br />
ein technischer Informationsbericht,<br />
der ein Verfahren zur Bewertung<br />
und Kategorisierung der mit<br />
den Funkfunktionen eines Medizinprodukts<br />
verbundenen Risiken<br />
bietet. Wenn die Risikobewertung<br />
ergibt, dass die Drahtlostechnologie<br />
des Geräts kein signifikantes<br />
Risiko darstellt, kann der Hersteller<br />
auf die Prüfung der drahtlosen<br />
Koexistenz verzichten. C63.27<br />
bietet eine umfassendere Risikobewertung<br />
und schreibt Tests für<br />
die grundlegende Sicherheit und<br />
die wesentliche Leistung vor.<br />
Erstellung eines Testplans<br />
C63.27 schreibt vor, dass der<br />
Hersteller vor der Prüfung einen<br />
Prüfplan erstellen muss, der die<br />
wichtigsten Leistungsindikatoren,<br />
die beabsichtigte funktionale<br />
drahtlose Leistung und die Art und<br />
Weise ihrer Überwachung enthält.<br />
Der Hersteller muss Informationen<br />
über die zu verwendenden Testmethoden,<br />
die für das Gerät vorgesehenen<br />
Signale und die zu testenden<br />
Störsignale bereitstellen. Ein ver-<br />
62 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
EMV<br />
breiteter Irrtum ist, dass das Testlabor<br />
diese Entscheidungen treffen<br />
wird. Prüflabore können bei<br />
der Erörterung der Prüfanforderungen<br />
behilflich sein und Anleitungen<br />
geben, aber letztlich sind<br />
die Hersteller nicht für die Entwicklung<br />
der Risikoanalyse und die<br />
Festlegung der während der Prüfung<br />
zu überwachenden Parameter<br />
verantwortlich. Um geeignete<br />
Koexistenzparameter zu bestimmen,<br />
müssen sie aber genau wissen,<br />
welche HF-Signale ihr Gerät<br />
stören können, je nachdem, wann,<br />
wo und wie es eingesetzt wird. Da<br />
es nur eine begrenzte Anzahl von<br />
Frequenzen gibt, wurden verschiedene<br />
Methoden entwickelt, um dieselben<br />
Frequenzen auf verschiedene<br />
Weise zu nutzen:<br />
• FDMA (Frequency-Division<br />
Multiple Access)<br />
• TDMA (Time-Division Multiple<br />
Access)<br />
• CDMA (Code-Multiplex Multiple<br />
Access)<br />
CDMA beispielsweise ermöglicht<br />
es einem Sender, über den gesamten<br />
Frequenzbereich gleichzeitig<br />
zu senden, weist aber jedem Sender<br />
einen Code zu, um zu verhindern,<br />
dass die Informationen verwürfelt<br />
werden.<br />
Ziel der Koexistenz-Prüfung ist<br />
es, festzustellen, ob ein bestimmtes<br />
Gerät unter Berücksichtigung seiner<br />
Ausgangsleistung zuverlässig<br />
in seinem vorgesehenen Frequenzband<br />
betrieben werden kann, ohne<br />
dass es zu Störungen kommt, sei<br />
es aus demselben Band oder aus<br />
benachbarten Bändern. Bei den<br />
Tests werden vor allem drei Werte<br />
berücksichtigt:<br />
• maximaler Trennungsabstand<br />
• maximales Tastverhältnis der<br />
Störsignale<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
• maximaler Frequenzabstand<br />
der Signale im Nachbarkanal/-<br />
band<br />
Interferenzen können in verschiedenen<br />
Formen auftreten:<br />
• angrenzende Interferenz<br />
Wenn zwei Kanäle nahe genug<br />
beieinander liegen, kann es zu Überschneidungen<br />
zwischen ihnen kommen,<br />
wodurch sich die Gesamtsignalqualität<br />
in beiden Bändern<br />
verringert.<br />
„Die Norm C63.27 bietet eine umfassendere<br />
Risikobewertung und schreibt Tests für die<br />
grundlegende Sicherheit und die wesentliche<br />
Leistung vor.“<br />
• Ko-Kanal-Interferenz<br />
Wenn zwei verschiedene Sender,<br />
die denselben Kanal verwenden,<br />
von demselben Gerät empfangen<br />
werden können, entsteht<br />
Übersprechen.<br />
• harmonische Interferenz<br />
Außerhalb des Bandes liegende<br />
Sender können manchmal bewirken,<br />
dass ein harmonisches Signal<br />
in einem anderen Band auftaucht.<br />
Mit einem gut durchdachten Testplan<br />
helfen die Testdaten bei der<br />
Bestimmung wichtiger Koexistenz-<br />
Parameter für das Gerät und bilden<br />
die Grundlage für eine angemessene<br />
Risikoanalyse. Die Hersteller<br />
sind in der Lage, sowohl den<br />
Punkt zu bewerten, an dem die<br />
wichtigsten Leistungsindikatoren<br />
des Geräts abzunehmen beginnen,<br />
als auch den Punkt, an dem<br />
das Gerät nicht mehr funktionsfähig<br />
ist. Diese Werte können zur Berechnung<br />
der Mindestsignalstärke, des<br />
Mindestabstands zu anderen Sendern<br />
und anderer technischer und<br />
sicherheitsrelevanter Parameter<br />
herangezogen werden.<br />
Expertenbeobachtungen<br />
aus dem Prüflabor<br />
Viele medizinische Geräte verwenden<br />
handelsübliche Bluetooth-,<br />
Mobilfunk- und WiFi-Technologien.<br />
Glücklicherweise verfügen diese<br />
etablierten Technologien bereits<br />
über bestimmte Schutzmechanismen<br />
gegen Interferenzen, wie z.B.<br />
kognitiver Funk. Dadurch werden<br />
einige Risiken reduziert, die sonst<br />
bei speziell angefertigten Funkgeräten<br />
getestet werden müssten. Hersteller<br />
können einige Änderungen<br />
an handelsüblichen Funkmodulen<br />
oder -systemen vornehmen, um<br />
deren Leistung in medizinischen<br />
Geräten zu verbessern, z.B. Änderung<br />
der Frequenzbänder, Anpassung<br />
der Funkempfindlichkeit oder<br />
Verbesserung der Antennenleistung,<br />
aber die handelsübliche Technologie<br />
kann in der Regel nicht wesentlich<br />
verändert werden. Dennoch können<br />
die Testergebnisse als Benchmark<br />
für zukünftige Modulkäufe und<br />
zur Anpassung der Funkparameter<br />
verwendet werden.<br />
Bestehende Mobilfunktechnologien<br />
haben den zusätzlichen Vorteil<br />
einer höheren Sendeleistung,<br />
mehrerer Frequenzbänder und<br />
des Frequenzduplexverfahrens,<br />
bei dem Senden und Empfangen<br />
auf getrennten Kanälen erfolgen.<br />
Diese Funktionen können dazu<br />
beitragen, dass unbeabsichtigte<br />
Signale das beabsichtigte Signal<br />
nicht beeinträchtigen.<br />
Bei speziell angefertigten Funkgeräten<br />
müssen die Hersteller eine<br />
Art von Kollisionsvermeidungsprogramm<br />
einbauen. Sie müssen auch<br />
auf die Firmware oder Software<br />
achten, die das Funkgerät steuert.<br />
Bei Tests wurde in Bluetooth- oder<br />
WiFi-Geräten Firmware gefunden,<br />
die unbeabsichtigt die kognitiven<br />
Funkfunktionen oder die Funktionen<br />
zur Kollisionsvermeidung aufhebt<br />
und so die Störungsresistenz<br />
des Geräts verringert.<br />
Die Zukunft<br />
der drahtlosen Koexistenz<br />
Die zweite Ausgabe der ANSI<br />
wurde Mitte 2022 veröffentlicht. Zu<br />
den wichtigsten Änderungen gehören<br />
weitere Klarstellungen zu den<br />
Störsignalparametern und zusätzliche<br />
Tests für LTE-LAA-Geräte.<br />
Auch die Anforderungen an die<br />
Tier-One-Tests wurden aktualisiert,<br />
da nun zusätzliche Tests für<br />
diese Kategorie erforderlich sind.<br />
Die neue Version der Norm enthält<br />
auch einen neuen Anhang F, in<br />
dem die Parameter für die Abschätzung<br />
der Koexistenz-Wahrscheinlichkeit<br />
festgelegt sind. Dies ist ein<br />
wichtiger Bestandteil des Risiko-<br />
Managements. Es ist wichtig, dass<br />
Hersteller und ihre Prüfpartner bei<br />
der Erstellung ihrer Prüfpläne mit<br />
der aktualisierten Fassung dieser<br />
Norm vertraut sind.<br />
C63.27 bietet zwar allgemeine<br />
Methoden für die Prüfung der<br />
Koexistenz, enthält aber derzeit<br />
nur Anleitungen für eine begrenzte<br />
Anzahl von Technologien und Frequenzbändern.<br />
Künftige Aktualisierungen<br />
der Norm werden sich<br />
wahrscheinlich mit einigen dieser<br />
Einschränkungen befassen, aber<br />
Hersteller und Testexperten müssen<br />
damit rechnen, dass nicht alle<br />
möglichen Situationen berücksichtigt<br />
wurden.<br />
In dem Maße, wie sich neue<br />
Technologien entwickeln und sich<br />
die Nutzung von Funkbändern<br />
ändert, müssen auch die Geräte,<br />
die auf diese Technologien angewiesen<br />
sind, Koexistenz-Prüfungen<br />
unterzogen werden. Neue Bänder<br />
werden für verschiedene Anwendungen<br />
geöffnet, etwa kürzlich der<br />
Citizens Broadcast Radio Service<br />
(CBRS). Auch stimmte die FCC<br />
„Die zweite Ausgabe der ANSI wurde Mitte 2022<br />
veröffentlicht. Zu den wichtigsten Änderungen<br />
gehören weitere Klarstellungen zu den<br />
Störsignalparametern und zusätzliche Tests für<br />
LTE-LAA-Geräte.“<br />
dafür, das 6-GHz-Band für die unlizenzierte<br />
Nutzung zu öffnen, und<br />
inzwischen sind viele 5G-Bänder<br />
in Gebrauch.<br />
Angesichts der rasanten technologischen<br />
Entwicklung, der sich<br />
ständig ändernden Vorschriften für<br />
Funkgeräte und der hohen Risiken,<br />
die mit medizinischen Technologien<br />
verbunden sind, müssen die<br />
Hersteller die Anforderungen und<br />
bewährten Verfahren für ihre Produkte<br />
genau verstehen und einen<br />
zuverlässigen, gut informierten<br />
und kommunikativen Prüfpartner<br />
haben, der sie durch den Prüfprozess<br />
führt. ◄<br />
63
Medical PC/SBC/Zubehör<br />
Mehr Leistung für IoT Edge-Anwendungen<br />
mit KI und Echtzeitberechnungen<br />
Das NANO-6064 von Portwell ist ideal für Gesundheitswesen, Einzelhandel, digitale Beschilderung<br />
und Automation.<br />
European Portwell Technology B.V.<br />
www.portwell.eu<br />
Portwell Europe kündigt das<br />
NANO-6064 an, ein Board für<br />
Embed ded-Systeme im Nano-<br />
ITX-Formfaktor (120 x 120 mm) mit<br />
energiesparenden Intel Atom- Prozessoren<br />
der Reihe x7000E, Intel-<br />
Prozessoren der N-Reihe und Intel<br />
Core i3-Hochleistungsprozessoren<br />
der N-Reihe mit KI-Beschleunigung<br />
und energieeffizienter Echtzeitberechnung.<br />
Optimiert für Deep-Learning-Inferenz,<br />
bessere Grafikfähigkeiten,<br />
Unterstützung von Hardware-Virtualisierung<br />
sowie Verwaltbarkeit<br />
und Sicherheit, bieten<br />
diese Intel-Prozessoren ein ausgeglichenes<br />
Verhältnis von Preis und<br />
Leistung. Damit wird das Portwell<br />
NANO-6064 ideal für die verschiedensten<br />
IoT-Edge-Anwendungen.<br />
Kompakt, lüfterlos<br />
und vielseitig<br />
Das Portwell NANO-6064 Nano-<br />
ITX Embedded-System-Board baut<br />
auf den Intel Atom-Prozessoren der<br />
Reihe x7000E, Intel-Prozessoren der<br />
N-Reihe und Intel Core i3-Prozessoren<br />
der N-Reihe mit ausgewählten<br />
SKU, die lüfterlose Ausführungen<br />
unterstützen, auf. Außerdem<br />
können die Anwender erstmals in<br />
einer Plattform der N-Reihe auf Intel<br />
Core i3 mit einer Turbo-Frequenz<br />
bis 3,8 GHz aufrüsten.<br />
Das besonders<br />
flache Design von<br />
NANO-6064 ermöglicht<br />
raumsparende<br />
Systemkonfigurationen<br />
in digitalen Displays<br />
und kompakten<br />
Workstations, z. B. in<br />
der digitalen Beschilderung<br />
und bei Steuerlösungen<br />
in der<br />
industriellen Automatisierung<br />
und im<br />
Gesundheitswesen.<br />
Zusammen mit der<br />
höheren Energieeffizienz<br />
dieser Intel-<br />
Prozessoren, ihrer<br />
Rechenleistung, ihrer<br />
Deep-Learning-Inferenz-Beschleunigung<br />
und der integrierten Intel UHD-Grafik<br />
eignet sich Portwell NANO-6064 für<br />
einen großen Anwendungsbereich,<br />
so z. B. für KI-gestützte Geräte im<br />
Gesundheitswesen und zur medizinischen<br />
Bildgebung, für POS-<br />
Systeme im Einzelhandel, digitale<br />
Beschilderung, IoT-Edge-Gateways<br />
sowie die Automatisierung in Büro<br />
und Industrie.<br />
Höhere Leistung,<br />
mehr Wert und<br />
lange Produktlebensdauer<br />
Das Portwell NANO-6064 mit<br />
den Intel Atom-Prozessoren der<br />
Reihe x7000E, Intel-Prozessoren<br />
der N-Reihe und Intel Core i3-Prozessoren<br />
der N-Reihe unterstützt<br />
einen Steckplatz für ein non-ECC<br />
DDR4 3200 MT/s SO-DIMM mit<br />
bis zu 16 GB. Außerdem bietet es<br />
Intel UHD-Grafik mit der Intel Xe-<br />
Architektur mit bis zu 32 EU und<br />
drei unabhängigen Displays über<br />
DisplayPort-, HDMI- und LVDS-<br />
Schnittstellen. Die vier USB 3.2<br />
Gen 2 Ports des NANO-6064 sorgen<br />
für eine effiziente Datenübertragung.<br />
Außerdem unterstützt es<br />
je einen Sockel für M.2 Key-E und<br />
M.2 Key-B für einfache flexible<br />
Systemerweiterungen, z. B. drahtlose<br />
Module und Speicher. Weitere<br />
Merkmale sind die 2,5 GbE<br />
LAN-Konnektivität über zwei RJ-<br />
45-Buchsen mit den Intel-Technologien<br />
Time Sensitive Networking<br />
(TSN) und Time Coordinated Computing<br />
(TCC) für bessere Echtzeitverarbeitung<br />
und höhere Verarbeitungsgeschwindigkeiten.<br />
Portwell strebt immer wieder nach<br />
höchster Leistung, und das Portwell<br />
Nano-ITX Embedded-System-Board<br />
NANO-6064 ist nur eines von vielen<br />
Produkten, die in seinen Werken<br />
entwickelt und hergestellt werden.<br />
Das Unternehmen arbeitet ständig<br />
daran, die Kundenbedürfnisse<br />
zu verstehen und ihre Anforderungen<br />
zu erfüllen. Außerdem bietet<br />
Portwell über 10jährigen Support<br />
dieses Produkts. ◄<br />
64 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Medical PC/SBC/Zubehör<br />
Kompakte Motherboards mit Intel<br />
Core i-Prozessoren der 13. Generation<br />
Hoch performante, in Deutschland gefertigte Motherboards für vernetzte industrielle Echtzeitanwendungen<br />
Kontron Europe GmbH<br />
www.kontron.de<br />
Kontron kündigt an, dass alle ATX,<br />
µATX- und mITX-Motherboards, die<br />
die 12. Generation Intel Core i-Prozessor<br />
Serie unterstützen, in Kürze<br />
ein umfangreiches BIOS-Update auf<br />
die 13. Generation erhalten werden.<br />
Ausgestattet mit Intels Performance<br />
Hybrid Architecture bieten sie<br />
eine deutliche Leistungssteigerung<br />
bei geringerem Energieverbrauch.<br />
Alle Boards gehören einer Produkt-Familie<br />
mit synergetischem<br />
BIOS, einheitlichen Treibern und<br />
umfangreichem Tool-Set für kundenspezifische<br />
Einstellungen (Default-<br />
Settings, Thermal Management,<br />
Boot Logo, usw.) an und sind „designed<br />
and made in Germany“.<br />
Sie eignen sich für IoT-Anwendungen<br />
in den Bereichen Industrie,<br />
Medizin, Kiosk, Digital Signage,<br />
POS/POI, Videoüberwachung und<br />
Casino Gaming. Verfügbar sind sie<br />
ab Q2/<strong>2023</strong>.<br />
Umfangreiche Funktionen<br />
Die kompakten Mini-ITX Motherboards<br />
K3833-Q und K3832-Q<br />
sind mit dem leistungsstarken Intel<br />
Q670E-Chipsatz, der umfangreiche<br />
Funktionen wie vPro Manageability,<br />
Stable Image (SIPP) oder RAID bietet,<br />
ausgestattet.<br />
Sie verfügen über Dual Intel<br />
LAN-Schnittstellen inkl. Teaming<br />
sowie TSN- und Echtzeit-Unterstützung<br />
(TCC), einen PCIe x16<br />
Gen 5-Erweiterungs slot, USB 3.2<br />
Gen2-Schnittstellen, einen<br />
M.2 Key-M und Key-E Steckplatz<br />
sowie zwei DIMM-Sockel<br />
für DDR5-Speicher.<br />
Ausbaufähig<br />
Das ATX-Motherboard K3851-R<br />
basiert auf dem Intel R680E Chipsatz<br />
und eignet sich besonders für<br />
Anwendungen mit hohem Bedarf<br />
an Ausbaufähigkeit für PCIe (auch<br />
PCIe 5.0). Zu den Features zählen<br />
drei Netzwerksanschlüsse<br />
(2x Intel i225 und 1x Intel i219LM<br />
GbE vPRO Controller inkl. AMT<br />
& Teaming) und Dual M.2 Key-M<br />
PCIe/NVMe SSD-Erweiterungsslots.<br />
Viele Anschlüsse verfügbar<br />
Die µATX-Motherboards K3841-Q,<br />
K3842-Q und K3843-B verfügen<br />
über je zwei M.2-Anschlüsse und<br />
einen integrierten Intel TPM 2.0. Alle<br />
Modelle unterstützen Intel 12. und<br />
13. Gen Core i3/i5/i7/i9 Prozessoren<br />
mit einer maximalen CPU TDP<br />
von 125 W. Das K3841-Q µATX-<br />
Motherboard verfügt über drei<br />
LAN-Schnittstellen, darunter ein<br />
Intel 219LM GbEthernet Controller<br />
mit Manageability-Funktionen<br />
sowie zwei I225LM der neuesten<br />
Generation mit 2,5 Gbit Ethernet-<br />
Anschlüssen.<br />
Das K3842-Q µATX-Board, ausgestattet<br />
mit dem Intel Q670 Chipsatz<br />
und bis zu zweimal LAN, eignet<br />
sich insbesondere für den Einsatz<br />
in hochwertigen Desktop-PCs<br />
oder für semi-industrielle Anwendungen.<br />
Das K3843-B µATX-Board<br />
ist mit dem B660-Chipsatz ausgestattet<br />
und verfügt über Funktionen<br />
wie cTDP, DDR5, vier DisplayPorts<br />
sowie vier PCIe Gen5-<br />
Schnittstellen. ◄<br />
meditronic-journal 2/<strong>2023</strong><br />
65
Medical PC/SBC/Zubehör<br />
SBC für V-by-One-Displays<br />
Distec GmbH<br />
info@distec.de<br />
www.distec.de<br />
Der Single Board Computer<br />
NPA-2009 von Distec ist die<br />
optimale Lösung zur Ansteuerung<br />
von hochauflösenden 4K<br />
V-by-One- und/oder eDP- TFT-<br />
Displays. Er verarbeitet problemlos<br />
große Datenmengen und ist<br />
robust und wartungsarm, so dass<br />
er in professionellen Einsatzbereichen<br />
wie Medizintechnik,<br />
Transportwesen oder Informationsterminals<br />
genutzt werden kann.<br />
Der SBC NPA-2009 ist ein<br />
industrielles Mainboard mit dem<br />
Intel Core i Embedded Prozessor<br />
i5-1145G7E der 11. Generation. Auf<br />
Projekt-Basis ist er optional auch mit<br />
den Prozessoren Core i7-1185G7E<br />
oder Celeron 6305E erhältlich. Alle<br />
genannten Prozessoren der Tiger-<br />
Lake Serie eignen sich für den dauerhaften<br />
24/7-Betrieb und zeichnen<br />
sich durch eine hohe Bildfrequenz,<br />
einen geringen Stromverbrauch<br />
sowie eine geringe Latenz<br />
aus. Zweimal DDR4 SO-DIMM mit<br />
maximal 64 GB bieten ausreichend<br />
Arbeitsspeicher.<br />
Alle gängigen V-By-One- oder<br />
eDP-Displays können mit dem<br />
NPA-2009 problemlos zu einem<br />
Panel-PC aufgerüstet werden. Es<br />
lassen sich sogar parallel zwei TFT-<br />
Displays – einmal V-by-One und<br />
einmal eDP – betreiben. Zusätzlich<br />
können über drei USB 3.1 und<br />
Neue Touch-Panel-PCs für die Industrie<br />
Der deutsche Distributor Acceed hat sein<br />
Portfolio erweitert und jetzt auch die Produkte<br />
des Herstellers Mactron Group aufgenommen.<br />
Die Mactron Group aus Taiwan ist ein führender<br />
Anbieter von All-in-One-Touch-Systemen<br />
und Embedded-Plattformen für den industriellen<br />
Einsatz. Die Entwicklungen sind auf die<br />
Marktsegmente Industrieautomation und Medizintechnik<br />
fokussiert und passen damit perfekt<br />
zur Angebotspalette von Acceed. Die wesentlichen<br />
Produktlinien sind dabei PPC (Panel-<br />
PCs), BPC (Box-PCs), TDM (Touchscreen-<br />
Systeme) und MTP (Mobile Tablets). Zu den<br />
erfolgreichsten Produkten zählen die Panel-<br />
PCs der Serie WCP in den Größen 15,6 und<br />
21,5 Zoll, die mit verschiedenen Intel-CPUs<br />
der 12. Generation (Alder Lake) und weiteren<br />
Ausstattungsoptionen erhältlich sind.<br />
Schnellere Interaktion<br />
In der industriellen Automatisierung werden<br />
Touch-Panels oder Panel-PCs in erster<br />
Linie für die Maschinen- und Anlagensteuerung,<br />
für produktionsspezifische Konfigurationen<br />
und für die Fertigungsüberwachung<br />
eingesetzt. Touch-Panels beschleunigen die<br />
Interaktion zwischen Bediener und Maschine.<br />
Informationen lassen sich bei entsprechender<br />
Programmierung und Visualisierung schnell<br />
und einfach abrufen und intuitiv erfassen. Der<br />
Wegfall einer Vielzahl von physischen Tasten<br />
und Schaltern senkt die Kosten und erhöht<br />
die Effizienz der Produktion. Verglichen mit<br />
Smartphones und Tablets im Konsumentenbereich<br />
müssen Touch-Panels für den industriellen<br />
Einsatz allerdings deutlich widerstandsfähiger<br />
sein, unter anderem gegenüber extremen<br />
Temperaturen, Feuchtigkeit und Vibrationen,<br />
Schmutz und mechanischer Beanspruchung.<br />
Robust und widerstandsfähig<br />
Speziell für den industriellen Einsatz konzipiert<br />
sind die Touch-Panel-PCs der Serie WCP,<br />
die jetzt beim deutschen Distributor Acceed<br />
vier USB 2.0 Schnittstellen ein USB-<br />
Touchscreen und weitere USB-<br />
Geräte, zum Beispiel WebCams,<br />
Laut sprecher und Mikrophone angeschlossen<br />
werden. Außerdem bietet<br />
der NPA-2009 2x Intel Gigabit<br />
LAN, einen Watchdog timer, Digital<br />
I/O und TPM 2.0 für die Sicherheit<br />
der Daten. Die drei M.2-Schnittstellen<br />
des NPA-2009 ermöglichen<br />
den Einsatz einer SSD-, WLAN- und<br />
5G-Karte. Dieser SBC ist auch als<br />
Kitlösung mit V-by-One oder eDP<br />
TFT-Displays und allem nötigen<br />
Zubehör erhältlich.<br />
Basierend auf dem SBC<br />
NPA-2009 wurde der lüfterlose,<br />
kompakte Box-PC PRO NPA-2009.<br />
Er bietet - im Gegensatz zu den<br />
internen Anschlüssen des SBC<br />
- einen praktischem externen<br />
Docking-Anschluss. Sowohl der<br />
SBC als auch der Box-PC sind<br />
preisgünstig und langzeit verfügbar.<br />
Beide Geräte gibt es optional mit<br />
vorinstalliertem Windows 10 IoT<br />
Betriebssystem. ◄<br />
erhältlich sind. Die True-Flat PCAP-Touchscreens<br />
(projective capacitive touchscreen) im<br />
Format 16:9 sind in den Größen 15,6 Zoll und<br />
21,5 Zoll verfügbar. Das PCAP-Design macht<br />
die Bildschirme besonders robust und widerstandsfähig<br />
gegenüber grober Bedienung, Staub<br />
und Feuchtigkeit. Gleichzeitig bleibt das lüfterlose<br />
Aluminiumgehäuse mit knapp 50 Millimetern<br />
außerordentlich schlank. Dank der sauberen<br />
Verklebung wirkt der Touchscreen nicht<br />
nur elegant und ansprechend, mit IP65 ist die<br />
Frontplatte auch sehr gut gegen eindringende<br />
Stoffe geschützt. Für eine schnelle Erreichbarkeit<br />
liegen die Anschlüsse ebenso wie die<br />
Ein- und Ausgänge hinter einer magnetischen<br />
Abdeckung auf der Rückseite.<br />
Weitere Merkmale<br />
Als Betriebssysteme werden Windows und<br />
Linux unterstützt. Die Ausstattung mit Schnittstellen<br />
ist reichhaltig und mit vielen Optionen<br />
konfigurierbar. Das Gehäuse selbst steht in den<br />
Grundfarben Schwarz oder Weiß zur Auswahl.<br />
Weitere Einzelheiten und technische Informationen<br />
sind direkt bei Acceed erhältlich.<br />
Acceed GmbH<br />
www.acceed.com<br />
66 meditronic-journal 2/<strong>2023</strong>
Die DNA von Metrofunk<br />
für Systemerhalt<br />
hinter der Kulisse<br />
Metrofunk Kabel-Union GmbH<br />
Lepsiusstraße 89, D-12165 Berlin, Tel. 030 79 01 86 0<br />
info@metrofunk.de – www.metrofunk.de