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SinnesWald-30 Jahre

Fotos von allen Ausstellungen im Skulpturenpark SinnesWald, in Leichlingen von 1993 bis 2023

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30 Jahre

SinnesWald

1993–2023


„Spinnerei“

am Murbach

er SinnesWald hat seinen Ursprung in

Deiner Wassermühle aus dem Mittelalter.

Seit dem 14. Jahrhundert ist sie hier, am

Ufer des Murbachs, urkundlich belegt. Dazu

gesellen sich eine große Wiese, ein verwinkelter

Wald und ein idyllischer Mühlenteich. Nicht

zu vergessen ist der große Steinbruch, in dem

allerlei kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Im Laufe der Jahrhunderte diente die Mühle

vielen verschiedenen Zwecken. Zum Beispiel

als Harnischpoliererei, Schalenschneiderei

oder auch Drahtzieherei.

Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb der damalige

Leichlinger Bürgermeister die alte Mühle

und überbaute sie mit einer kleinen Fabrik aus

Backsteinen, die bis heute erhalten ist. Er war

Tuchfabrikant und nutzte das Areal als Spinnerei,

in der die Wolle der bergischen Schafe zu

Garn verarbeitetet wurde.

Im 20. Jahrhundert wurden Prothesen für die

Versehrten des ersten Weltkrieges produziert

und während der Inflation von 1923 soll hier

sogar das Not-Geld für Leichlingen gedruckt

worden sein.

Im Steinbruch finden kulturelle Events statt

Der idyllische Mühlenteich im Frühsommer


Heute schließt sich der Kreis, und aus dem

Gebäude an historischer Stelle ist wieder eine

„Spinnerei“ geworden. Allerdings wird hier

nicht mehr aus Schafwolle Garn gesponnen,

sondern es sind Künstler*innen, die jetzt im

SinnesWald aus ihren oft verrückten Ideen

Kunstwerke spinnen.

Nachdem Wicze Braun im Jahre 1985 das

Anwesen von ihren Eltern übernahm, haben sie

und ihr Lebensgefährte Wolfgang Brudes es

nach und nach zu einem kulturellen Zentrum

ausgebaut.

Dreh- und Angelpunkt ist eine Skulpturen-

Ausstellung, die seit 1993 alljährlich im Mai

eröffnet wird und bei der Künstler*innen,

vornehmlich aus der Region, zu einem jährlich

neuen Thema ihre Werke präsentieren.

Hinzu kommen Rahmenveranstaltungen in der

„Spinnerei“ oder im großen Steinbruch, die

sich um das Jahresthema ranken: Lesungen,

Konzerte, Tanz, Theater, Kino. Schließlich gibt

es auch Workshops, vor allem für Kinder. Und

wer sich das Ja-Wort geben will, kann sich im

SinnesWald sogar trauen lassen n

Das historische Wehr reguliert den Murbach

Im Wald erfreut eine Maxi-Schaukel Jung und Alt


Zwei Leben

für den

SinnesWald

ie gute Seele des SinnesWald sind

DWicze Braun und Wolfgang Brudes. Als

Flüchtlingskinder kamen beide mit

ihren Eltern nach Westdeutschland. Wicze

Braun ist im jetzigen SinnesWald aufgewachsen,

den ihre Eltern damals als kleinen landwirtschaftlichen

Betrieb erwarben. Wolfgang

Brudes wurde nach seinen ersten sieben

Jahren in Breslau, bei Senftenberg, in West-

Berlin und in Bremen groß.

Weil Wicze gehört hatte, dass Aachen eine

schöne Stadt sei, entschloss sie sich 1972 dort

zu studieren. Auf der Suche nach einer vorübergehenden

Bleibe klopfte sie auf Empfehlung

eines Freundes bei Wolfgang Brudes an. Der

war nach seinem Studium von Maschinenbau

und Volkswirtschaft als junger Mann in Aachen

gelandet und hatte dort schon ein eigenes Büro

mit viel Platz.

Als er die Tür öffnete, war es um beide geschehen!

Von da an waren sie unzertrennlich. Wicze

zog fest ein und neben ihrem Studium der

Germanistik und Philosophie arbeitete sie bald

mit Wolfgang zusammen an großen Projekten.

Auf Kunstreise in Lissabon

Voller Freude über die neue Einfahrt nach der Flut von 2021


Dabei kooperierten sie mit Bauherren und

Architekturbüros. Im Mittelpunkt standen

meist große Krankenhausprojekte in der

gesamten damaligen Bundesrepublik. Da war

es nur folgerichtig, dass Wicze auch noch ein

Architekturstudium anschloss.

Nach dem Tod von Wiczes Eltern und rund 15

Jahren in Aachen, entschlossen sich beide

gemeinsam an den Ort von Wiczes Kindheit,

nach Leichlingen, zurückzukehren. Sie gaben

ihr Büro auf und übernahmen 1985 das Erbe.

Das alte Gemäuer war in die Jahre gekommen

und sanierungsbedürftig. Nach und nach

ließen sie die Architekturprojekte auslaufen und

widmeten sich ganz der Renovierung ihres

Anwesens.

Obwohl beide schon in jungen Jahren durch

Familie und Freunde mit Kunst eng in Berührung

kamen und sehr kunstaffin waren, war es

ihnen erst 1993 möglich, die Kunst auf ihr

Gelände am Murbach zu holen. Auslöser war

eine Weide, die gefällt werden musste. Als sie

Künstler suchten, die aus dieser Weide etwas

machten, nahm alles seinen Lauf n

Gemeinsamer Rundgang im SinnesWald

Beim Video-Interview mit Dierk Kowalke


Das Ideal

einer Wiese ...

s begann mit einer Weide, die gefällt

Ewerden musste. Da Wicze Braun und

Wolfgang Brudes wussten, dass Weide

ein gutes Schnitzholz ist, gingen sie auf die

Suche nach Künstler*innen, die daraus etwas

machen wollten.

Die Stadtverwaltung verwies sie an Berthold

Welter, der als Bildhauer in Leichlingen einen

Namen hatte. Wicze und Wolfgang besuchten

ihn, und als die Beiden die vielen schönen

Arbeiten in Welters Atelier sahen entstand

spontan die Idee, mit dem Werk aus der Weide

und weiteren Skulpturen auf ihrem Gelände

eine Ausstellung zu machen. Als idealer Ort

erschien die Wiese, an der die Weide vorher

gestanden hatte. Jedoch musste noch viel

hergerichtet werden, bevor dort etwas stattfinden

konnte.

Berthold Welter hatte seinen beiden Bildhauer-

Freunden Rolf Schmitz und Offer Grosmann

von der Idee erzählt, und so waren es schließlich

drei Leichlinger Künstler, die sich im

Spätsommer1993 anschickten die erste Ausstellung

im späteren SinnesWald einzurichten.

Die Künstler bringen den „Märchenstuhl“ an seinen Platz

Wicze Braun und Berthold Welter fixieren den „Ausblick“


Bürgermeister Karl Reul

hält die Eröffnungsrede im September 1993

Am 5. September war es so weit. Wicze und

Wolfgang hatten vorher per Hand rund 200

Einladungen an Freunde, Bekannte und auch

an die Stadtverwaltung geschrieben. Der Erfolg

war überwältigend. Neben vielen Besuchern

waren der damalige Bürgermeister Karl Reul

und sogar die Presse gekommen, obwohl die

bei den Einladungen glatt vergessen wurde.

Während der Feier wandte sich Bürgermeister

Reul an Wicze und Wolfgang, und ermunterte

sie: „Das ist gut, was Sie machen. Nur weiter

so!“ Und Wicze Braun und Wolfgang Brudes

machten weiter, aber dass daraus dreißig Jahre

würden – und immer noch kein Ende abzusehen

ist – hat damals niemand geahnt.

Schon bald gab es sogar noch ein zweites

Kulturprojekt. Wicze war bereits als Schülerin

aktiv in der Leichlinger Städtepartnerschaft mit

Marly-Le-Roi in Frankreich. Da Wolfgang auch

Frankreich-affin ist, begannen beide einen 20-

Jahre-währenden Kulturaustausch zu organisieren,

in dem sie wechselseitig heimische und

französische Künstler*innen in der jeweiligen

Partnerstadt ausstellten n

Hier wird der „Faunstein mit Durchblick“ abgelassen

Das weitere Vorgehen wird besprochen



AUSSTELLUNGEN



Jahresthemen

2023 Mut

2022 Freude

2021 Würde

2020 Glück

2019 Neugier

2018 Freiheit

2017 Zukunft

2016 Metamorphose

2015 Achtsamkeit

2014 Europa

2013 Nachhaltigkeit

2012 Idealismus

2011 Gerechtigkeit

2010 Torheiten

2009 Mythen

2008 Zeitgeist

2007 Geben und Nehmen

2006 Spinnen

2005 Lachen

2004 Freundschaft

2003 10 Jahre SinnesWald

2003 Frieden

2002 Krieg und Frieden

2001 Gestalten im Steinbruch

2001 Sinne

2000 SinnesWald

1999 Die vier Elemente

1999 Museum Naturale

1998 Klangpfad

1997 Adam und Eva im Obstgarten

1995 Adam und Eva kehren

ins Paradies zurück

1993 Das Ideal einer Wiese ist diese


2023

7. Mai 2023


2023

MUT


2022

8. Mai 2022


2022

FREUDE


2021

9. Mai 2021


2021

WÜRDE


2020

3. Mai 2020


2020

GLÜCK


2019

5. Mai 2019


2019

NEUGIER


2018

6. Mai 2018


2018

FREIHEIT


2017

7. Mai 2017


2017

ZUKUNFT


2016

1. Mai 2016


2016

METAMORPHOSE


2015

3. Mai 2015


2015

ACHTSAMKEIT


2014

4. Mai 2014


2014

EUROPA


2013

5. Mai 2013


2013

NACHHALTIGKEIT


2012

6. Mai 2012


2012

IDEALISMUS


2011

8. Mai 2011


2011

GERECHTIGKEIT


2010

9. Mai 2010


2010

TORHEITEN


2009

10. Mai 2009


2009

MYTHEN


2008

4. Mai 2008


2008

ZEITGEIST


2007

6. Mai 2007


2007

GEBEN UND NEHMEN


2006

7. Mai 2006


2006

SPINNEN


2005

1. Mai 2005


2005

LACHEN


2004

9. Mai 2004


2004

FREUNDSCHAFT


2003

13. September 2003


2003

10 JAHRE SINNESWALD


2003

11. Mai 2003


2003

FRIEDEN


2002

4. Mai 2002


2002

KRIEG UND FRIEDEN


2001

25. August 2001


2001

GESTALTEN IM STEINBRUCH


2001

13. Mai 2001


2001

SINNE


2000

6. Mai 2000


2000

SINNESWALD


1999

21. August 1999


1999

DIE VIER ELEMENTE


1998

30. August 1998


1998

KLANGPFAD


1997

7. September 1997


1997

ADAM+EVA IM OBSTGARTEN


1995

10. September 1995


1995

ADAM+EVA KEHREN INS

PARADIES ZURÜCK


1993

5. September 1993


1993

DAS IDEAL EINER WIESE

IST DIESE


Ehrungen & Preise

2022 Leichlinger Heimatpreis (2. Platz)

Wicze Braun, Wolfgang

Brudes und Rotraud

Delidakis nahmen die

Ehrung vom stellvertretenden

Bürgermeister der Stadt

Leichlingen, Maurice Winter,

im Namen aller

Vereinsmitglieder entgegen.

2015 Ehrenplakette der Stadt Leichlingen

Wicze Braun + Wolfgang

Brudes erhielten beim

Neujahrsempfang von

Bürgermeister Frank Steffes

die Ehrenplaketten der

Stadt Leichlingen - für ihr

ehrenamtliches kulturelles

Engagement.

2012 Einladung zum Bürgerfest des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue

Wicze Braun + Wolfgang

Brudes waren zusammen

mit 2.000 weiteren Gästen

von Bundespräsident

Joachim Gauck ins Berliner

Schloss geladen. Damit

wurden Bürger geehrt, die

sich im besonderen Maße

ehrenamtlich um das

Gemeinwohl verdient

gemacht haben.

2010 3. Preis für Junges Theater Leverkusen "Torheiten" im gr. Steinbruch

2009 vom Deutschen Musikrat Berlin

In der Kategorie „Neue Wege in die Welt der Musik - Kulturtempel unterwegs“


1. Preis für Kwaggawerk MusikTanzPerformance "Mythen" 2009

vom Deutschen Musikrat Berlin 2009

In der Kategorie „Musiker machen sich auf zu ungewöhnlichen Orten“

Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes NRW 2007

Ehrung für besondere

ehrenamtliche Verdienste

in der landschaftlichen

Kulturpflege. "Braun +

Brudes spinnen seit

Jahren ein Netz. Dies

umfasst sowohl die

Kombination von Natur

und Kunst, wie das

Netzwerk der beteiligten

Künstler*innen.“

Ehrenplakette der Leichlinger Partnerstadt Marly-Le-Roi 2004

Für die herausragende

Rolle, die Wicze Braun und

Wolfgang Brudes bei der

Entstehung dieser Städtepartnerschaft

gespielt

haben, und den Einsatz

für den ständigen Erfolg

des kulturellen Austauschs

zwischen Marly und

Leichlingen.

Ausgezeichnet als "Zukunftsprojekt in NRW" 2003

durch die Robert-Jungk-Stiftung, Salzburg 2003

Für zeitgenössische Kunst, erlebbar in der Natur

Ehrennadel in Gold des Rheinisch-Bergischen-Kreises 2002

Für langjähriges Engagement im kulturellen Bereich. Aufgrund der ehrenamtlichen Tätigkeit

für die Förderung Kunst in Leichlingen sowie der Organisation vieler Kunst-Ausstellungen

Umweltschutzpreis des Rheinisch-Bergischen-Kreises 2001

Für die Bemühungen um den Umweltschutz unter dem Motto Naturschutz und Landschaftspflege


Wir danken

allen, die uns in den 30 Jahren

begleitet haben und durch ihren Einsatz

den Erfolg des

SinnesWald

möglich machten.

Wicze Braun + Wolfgang Brudes

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