26.04.2023 Aufrufe

antriebstechnik 5/2023

antriebstechnik 5/2023

antriebstechnik 5/2023

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

19174<br />

05<br />

Mai <strong>2023</strong><br />

€ 16,50<br />

Organ der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V.<br />

HÄRTETEST FÜR<br />

ROLLENLAGER<br />

Hohe Temperaturen und Feuchtigkeit<br />

<strong>antriebstechnik</strong>.de


Vollständig<br />

überarbeitet!<br />

Die Berechnung und Gestaltung von<br />

Wälzlagern erreicht eine neue Ära<br />

Wälzlagerpraxis<br />

NOW<br />

ALSO AVAILABLE<br />

IN ENGLISH<br />

Das Standardwerk für Konstrukteure<br />

und Studenten in der 5. Auflage.<br />

Wälzlagerpraxis jetzt bestellen unter shop.vereinigte-fachverlage.de


JETZT GEHTS LOS!<br />

Liebe Leserinnen, liebe Leser,<br />

EDITORIAL<br />

im Jahr 2019 hat die Europäische Kommission<br />

ihren Green Deal vorgestellt. Damals zwar als<br />

unausweichlich anerkannt, aber doch ein wenig<br />

als Science-Fiction angesehen, ist die Idee des<br />

Klimaschutzes nun voll in der Wirtschaft<br />

angekommen. Auf der Hannover Messe war<br />

Nachhaltigkeit fast überall Thema, für viele<br />

Unternehmen auch eine Geschäftsidee.<br />

Dass der Umstieg auf erneuerbare Energien<br />

lukrativ sein kann, zeigt eine Studie des Kreditversicherers<br />

Allianz Trade. Demnach sind<br />

790 Euro die durchschnittliche Investition,<br />

um eine Tonne CO 2<br />

pro Jahr zu sparen.<br />

Beim aktuellen CO 2<br />

-Preis hätte sich das nach<br />

acht Jahren amortisiert.<br />

| MX12-01G |<br />

Steckbare Systemlösung<br />

für die schaltschranklose<br />

Automatisierung:<br />

das MX-System<br />

Ein erster Schritt in Richtung Klimaneutralität<br />

für Unternehmen ist die Kalkulation der<br />

eigenen Kohlenstoffbilanz. Der VDMA hat eine<br />

Guideline zur Berechnung des Product Carbon<br />

Footprint (PCF) entwickelt. Begleitend gibt es<br />

eine Software namens PCF-Starter. Mit dem<br />

PCF-Starter können VDMA-Mitglieder gemäß<br />

der VDMA-Guideline den PCF ihrer Maschinen<br />

und Anlagen kostenlos und pragmatisch<br />

berechnen.<br />

Ich wünsche beim Berechnen ebenso viel Spaß<br />

wie bei der Lektüre der aktuellen Ausgabe,<br />

hochflexible und schaltschranklose Automatisierungslösung<br />

robustes, wasser- und staubdichtes Design (Schutzart IP67)<br />

Plug-and-play mit steckbaren Funktionsmodulen für<br />

IPC, Koppler, I/O, Drive, Relais und System<br />

standardisierte Steckverbinder zur Übertragung von Daten und Leistung<br />

EtherCAT-Kommunikation<br />

langjährig bewährte Anschlussstecker für die Feldebene<br />

geringer Engineering-Aufwand<br />

hohe Zeit- und Kostenersparnis<br />

integrierte Diagnosefunktionen<br />

Ihr Miles Meier<br />

m.meier@vfmz.de<br />

Lernen Sie die Welt<br />

der schaltschranklosen<br />

Automatisierung<br />

kennen!<br />

Halle B6, Stand 310


EDITORIAL<br />

03 Jetzt gehts los!<br />

20<br />

ANZEIGE<br />

SOFTSTARTER<br />

06 STANDPUNKT Erfolgreich durch Spezialisierung<br />

07 Menschen, Märkte, Unternehmen<br />

MECHANISCHE ANTRIEBSTECHNIK<br />

WÄLZ- UND GLEITLAGER<br />

10 TITEL Papierproduktion: Härtetest für Wälzlager<br />

KUPPLUNGEN UND BREMSEN<br />

16 Leicht handzuhaben<br />

LINEARTECHNIK<br />

18 Linear bauen, Kreativität wecken<br />

TITELBILD<br />

NSK, Ratingen<br />

ELEKTRISCHE ANTRIEBSTECHNIK<br />

UMRICHTERTECHNIK<br />

20 Houston: We have a windy mission<br />

DIREKTANTRIEBE<br />

24 Universell und vollautomatisiert einsetzbar<br />

26 Macht alles ganz einfach<br />

40<br />

16<br />

4 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


SPECIAL: INSTANDHALTUNG 4.0<br />

30 Eine Software, unzählige Möglichkeiten<br />

34 Voll vernetzt vorausschauen<br />

38 Maschinenkomponenten digital überwachen<br />

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

40 Dynamikmodelle im Digitalen Zwilling durch<br />

Greybox-Modellierung<br />

SERVICE<br />

42 Impressum<br />

Halle 8.0<br />

Stand F18<br />

MEIN TIPP<br />

Ein Windkanal, in dem<br />

die Luft von unten<br />

nach oben bewegt<br />

wird, ist eher selten.<br />

Noch spannender,<br />

wenn er in einer<br />

Forschungseinrichtung<br />

der NASA steht. Ab<br />

Seite 20 berichten wir,<br />

wie ABB für diese<br />

Anwendung den<br />

gesamten Mittelspannungsantrieb<br />

mit<br />

großen Motoren und<br />

Frequenzumrichtern<br />

bereitgestellt hat.<br />

Miles Meier,<br />

Chefredakteur,<br />

m.meier@vfmz.de<br />

INDUSTRIE-BREMSEN<br />

hydraulisch • pneumatisch • elektrisch<br />

www.ringspann.de


STANDPUNKT<br />

ERFOLGREICH DURCH<br />

SPEZIALISIERUNG<br />

Mittelständische Unternehmen stehen in Zusammenhang<br />

mit dem eigenen Unternehmenswachstum häufig vor<br />

der Frage, ob die Ausrichtung auf ein möglichst breites<br />

Anwendungs-/Marktsegment oder die Spezialisierung der<br />

richtige Weg sind. Torsten Blankenburg, Vorstand Technik bei<br />

Sieb & Meyer, berichtet von seinem Unternehmen, bei dem<br />

seit der Gründung im Jahr 1962 alle Aktivitäten durch die<br />

Lösungsfindung in hochspezialisierten Marktsegmenten<br />

bestimmt sind.<br />

Es hat sich bei anderen Unternehmen<br />

gezeigt, dass die Ausrichtung<br />

auf breite Anwendungsgebiete und<br />

Marktsegmente fast zwangsläufig<br />

ein kontinuierliches Unternehmenswachstum<br />

notwendig macht. Ein Grund<br />

ist, dass Standardanwendungen oftmals<br />

sehr preissensitiv sind. Die dazu notwendige<br />

Preisreduktion ist dabei hauptsächlich<br />

durch den Stückzahl- bzw. Skaleneffekt<br />

realisierbar. Leider hat sich hierbei<br />

aber auch gezeigt, dass dieser Skaleneffekt<br />

durch ein organisches Wachstum<br />

kaum erreichbar ist und gezwungenermaßen<br />

zur Konsolidierung mit Marktbegleitern<br />

führt.<br />

Sieb & Meyer hat sich schon frühzeitig<br />

dafür entschieden, die Stärken einer<br />

mittelständischen Unternehmensstruktur<br />

für die Realisierung von „Nischenlösungen“<br />

zu nutzen. So beschäftigt sich<br />

Sieb & Meyer seit Mitte der 1970er Jahre<br />

mit der Entwicklung und der Herstellung<br />

von CNC-Systemlösungen für Maschinen<br />

zum mechanischen Bohren und Fräsen<br />

von Leiterplatten. Die Fokussierung auf<br />

ein so hochspezialisiertes Anwendungsfeld<br />

erlaubt es einem mittelständischen<br />

deutschen Unternehmen als weltweit<br />

führender CNC- Lösungsanbieter in<br />

diesem Feld zu agieren, da es sein<br />

Know-how zielgerichtet einbringen kann.<br />

Hiervon profitieren die Kunden doppelt:<br />

Zum einen bietet Sieb & Meyer langjähriges<br />

Applikationswissen und zum<br />

anderen Produkte ohne Kompromisse.<br />

Das CNC-Steuerungssystem ist zu 100 %<br />

auf die Applikation „mechanisches<br />

Bohren und Fräsen von Leiterplatten“<br />

ausgerichtet.<br />

Den gleichen Weg der Spezialisierung<br />

verfolgt Sieb & Meyer auch in der<br />

Antriebselektronik, dem zweiten Geschäftsbereich<br />

des Unternehmens. Die<br />

Frequenzumrichter sind konzeptionell<br />

auf den Betrieb von hochdrehenden<br />

Motoren und Generatoren ausgelegt. Sie<br />

bieten in Hochgeschwindigkeitsanwendungen,<br />

z. B. Turbokompressoren,<br />

Lösungen, die mit Standard-Frequenzumrichtern<br />

nicht oder nur unzureichend<br />

realisiert werden können. Sollte das<br />

Serienprodukt dennoch nicht optimal für<br />

eine spezielle Anwendung passen, so<br />

bietet die mittelstän dische Unternehmensstruktur<br />

von Sieb & Meyer die<br />

Möglichkeit, in enger Abstimmung mit<br />

dem Kunden, auch kundenspezifische<br />

Produkte auf der bestehenden Technologiebasis<br />

zu entwickeln.<br />

Fazit: Aus unserer Erfahrung bietet die<br />

„Nische“ für mittelständische Unternehmen<br />

mehr Chancen als Risiken, denn in<br />

vielen Bereichen sind technologische<br />

DIE ‚NISCHE‘<br />

BIETET FÜR<br />

MITTELSTÄNDI­<br />

SCHE UNTER­<br />

NEHMEN MEHR<br />

CHANCEN ALS<br />

RISIKEN<br />

Torsten Blankenburg,<br />

Vorstand Technik bei der<br />

Sieb & Meyer AG<br />

Weiterentwicklungen nur möglich, wenn<br />

Spezialisten mit Spezialisten zusammenarbeiten.<br />

Ein wichtiger Punkt dabei ist<br />

jedoch auch, die eigene Organisation,<br />

insbesondere die Mitarbeiterseite, und<br />

die Produkte kontinuierlich weiter zu<br />

ent wickeln. Ohne diese Weiterentwicklung<br />

würde ein Nischenprodukt nach<br />

kurzer Zeit seine Attraktivität für den<br />

Kunden verlieren und die Berechtigung<br />

der Nischenlösung nicht mehr vorliegen.<br />

www.sieb-meyer.de<br />

6 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


www.newcast.de<br />

www.newcast.de<br />

www.tbwom.de<br />

www.tbwom.de<br />

ZEHN TONNEN GEFÄLSCHTE WÄLZLAGER<br />

VERNICHTET<br />

12 – 16 June<br />

<strong>2023</strong><br />

12<br />

12 –<br />

16<br />

16<br />

June<br />

June<br />

Düsseldorf<br />

Düsseldorf<br />

Germany<br />

Germany<br />

NEWCAST<br />

6.<br />

6. Internationale<br />

Internationale<br />

Fachmesse<br />

Fachmesse für<br />

für Gussprodukte<br />

Gussprodukte<br />

mit<br />

mit Newcast<br />

Newcast Forum<br />

Forum<br />

Der global tätige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler<br />

geht regelmäßig und konsequent gegen gefälschte<br />

Produkte vor. Nun hat das Unternehmen in Schweinfurt etwa<br />

30.000 Plagiate mit einem Gesamtgewicht von zehn Tonnen<br />

vernichten lassen. Wälzlagern und ähnlichen Produkten<br />

kommt eine entscheidende, sicherheitsrelevante Rolle in einer<br />

Vielzahl von Anwendungen zu – fast überall, wo sich etwas<br />

bewegt. Der sichere und reibungslose Personenverkehr mit<br />

Zügen und Autos hängt genauso an verlässlichen Produkten<br />

von Schaeffler wie der Betrieb unterschiedlichster Industrieanlagen.<br />

Konsequent wird dann auch jeder Fälschungsfall vom<br />

Team „Global Brand Protection“ von Schaeffler verfolgt. Die<br />

Lagerfälschungen kommen dabei aus der ganzen Welt. Wenn<br />

einem Händler oder Kunden ein verdächtiges Produkt etwa<br />

der Marken INA, LuK oder FAG angedient wird, kann der<br />

Anfangsverdacht direkt mit der Schaeffler-App „Origin Check“<br />

geprüft werden. nummern. Der Schaden, der deutschen<br />

Unternehmen durch Produktpiraterie entsteht, wird vom<br />

VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.)<br />

auf etwa 6,4 Milliarden Euro jährlich geschätzt.<br />

www.schaeffler.com<br />

HERMES AWARD <strong>2023</strong> AN BOSCH REXROTH<br />

In diesem Jahr hat die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr.-Ing.<br />

Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft,<br />

ein Produkt für den dynamischen Robotikmarkt ausgezeichnet.<br />

Bei dem nominierten Projekt Smart Flex Effector handelt<br />

es sich um ein sensorgestütztes Ausgleichsmodul (Endeffektor)<br />

für Roboter mit unabhängiger, präziser Kinematik in sechs<br />

Freiheitsgraden. Es kann bei Handlings- oder Fügeprozessen<br />

mit engen Toleranzen in der Automatisierungstechnik oder<br />

Robotik mit Lasten bis 6 kg eingesetzt werden. Die Position<br />

von Werkstücken oder Handling-Objekten kann von Robotern<br />

mit Smart Flex Effector ertastet werden. Die Einsatzmöglichkeiten<br />

sind vielfältig, da es als Zusatzgerät für unterschiedliche<br />

Roboter auch für die Mensch-Roboter-Kollaboration geeignet<br />

ist. „Die enge Mensch-Roboter-Interaktion nimmt eine<br />

zentrale Stellung bei der Lösung drängender wirtschaftlicher,<br />

gesellschaftlicher und demografischer Herausforderungen<br />

ein: vom Optimieren der industriellen Montage über die<br />

Erhöhung der Produktivität in der Landwirtschaft bis hin zur<br />

Unterstützung des Medizin- und Pflegepersonals in Form von<br />

Assistenzrobotern. Der Smart Flex Effector treibt die Effizienz<br />

und die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Robotern voran<br />

und erzeugt damit messbaren Mehrwert für Industrie,<br />

Umwelt und Gesellschaft. Mit der Auszeichnung des Projekts<br />

geht der Hermes Award zum dritten Mal an Bosch Rexroth.<br />

Herzlichen Glückwunsch zu dieser exzellenten Leistung“, sagt<br />

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft<br />

und Vorsitzender der Jury des Hermes Award.<br />

www.hannovermesse.de<br />

worldwide<br />

Innovation<br />

Innovation in<br />

in Form<br />

Form gebracht<br />

gebracht<br />

Die<br />

Die NEWCAST<br />

NEWCAST ist<br />

ist das<br />

das weltweite<br />

weltweite Top-Event<br />

Top-Event für<br />

für<br />

Präzisionsgussprodukte<br />

Präzisionsgussprodukte vom<br />

vom Smartphone<br />

Smartphone über<br />

über<br />

E-Mobility<br />

E-Mobility bis<br />

bis zur<br />

zur Windkraft.<br />

Windkraft. Ein<br />

Ein Höhepunkt<br />

Höhepunkt ist<br />

ist<br />

die<br />

die Verleihung<br />

Verleihung des<br />

des NEWCAST-Awards.<br />

NEWCAST-Awards. Ergänzt<br />

Ergänzt<br />

wird<br />

wird die<br />

die Leistungsschau<br />

Leistungsschau um<br />

um die<br />

die Vorträge<br />

Vorträge und<br />

und<br />

Diskussionen<br />

Diskussionen im<br />

im NEWCAST-Forum.<br />

NEWCAST-Forum.<br />

See<br />

See you<br />

you in<br />

in Düsseldorf!<br />

Düsseldorf!<br />

Messe Düsseldorf GmbH<br />

Messe Düsseldorf GmbH<br />

Postfach 10 10 06 _ 40001 Düsseldorf _ Germany<br />

Postfach 10 10 06 _ 40001 Düsseldorf _ Germany<br />

Tel. +49 211 4560 01 _ Fax +49 211 4560 668<br />

Tel. +49 211 4560 01 _ Fax +49 211 4560 668<br />

www.messe-duesseldorf.de<br />

www.messe-duesseldorf.de


SOFTSTARTER<br />

VERNETZEN SIE SICH MIT<br />

NEUER GESCHÄFTSFÜHRER BEI STÖBER<br />

ANTRIEBSTECHNIK<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de<br />

digital.<strong>antriebstechnik</strong>.de<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de/facebook<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de/twitter<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de/linkedin<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de/xing<br />

FLENDER ERNENNT NEUEN<br />

GROUP CFO<br />

Der deutsche Antriebs ‐<br />

her steller Flender<br />

gibt bekannt, dass<br />

Christian Terlinde ab<br />

1. Juli <strong>2023</strong> die Rolle des<br />

Group CFO übernehmen<br />

wird. Flender Group CEO<br />

Andreas Evertz sagte: „Ich<br />

bin sehr erfreut darüber,<br />

dass wir Christian Terlinde<br />

für Flender gewinnen<br />

konnten. Er ist genau der richtige Finanz- und<br />

Controlling-Experte für diese Rolle. Mit seiner<br />

großen Erfahrung als CFO in internationalen<br />

Industrie- und Automobil unternehmen sowie<br />

seiner Kapitalmarktexpertise ist er die perfekte<br />

Besetzung für unsere ambitionierte Wachstumsstrategie.“<br />

Seit 2019 fungiert Terlinde als Group<br />

CFO der Jost Werke SE, einem globalen Zulieferer<br />

für die Nutzfahrzeugindustrie.<br />

www.flender.com<br />

Zum 1. März <strong>2023</strong> gab es einen Führungswechsel im Familienunternehmen<br />

Stöber Antriebstechnik in Pforzheim: Rainer Wegener (Mitte)<br />

übernimmt die Geschäftsführung. Er folgt auf Patrick Stöber(r.) und<br />

Andreas Thiel (l.), die seit 2003 als geschäftsführende Gesellschafter die<br />

Geschicke des Familienunternehmens in der dritten Generation lenkten.<br />

Beide werden die strategische Ausrichtung der Stöber Gruppe als aktive<br />

Gesellschafter auch weiterhin mitbestimmen. Wegener ist gelernter<br />

Elektroanlageninstallateur und studierter Elektro- und Wirtschaftsingenieur.<br />

Bei Stöber startete er 2001 als Vertriebsleiter Deutschland.<br />

www.stoeber.de<br />

60 JAHRE ZUKUNFTSWEISENDE SENSORIK<br />

In diesem Jahr blickt der<br />

Spezialist für Sensoren und<br />

Positioniersysteme, die Siko<br />

GmbH, auf 60 Jahre bewegte<br />

Firmengeschichte zurück. Siko<br />

gehört zu den bekanntesten<br />

Herstellern im Bereich Winkelund<br />

Längenmesssysteme und<br />

hat sich zu einem Global Player entwickelt, der wegweisende Sensor- und<br />

Positioniersysteme für Industrie und Maschinenbau anbietet. Rund<br />

250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind weltweit in fünf Tochtergesellschaften<br />

für Siko im Einsatz, davon 200 Mitarbeitende in Deutschland.<br />

Siko-Produkte sind in über 30 Ländern zu beziehen. Dabei bekennt sich<br />

das Unternehmen zu seinen regionalen Wurzeln und hat 2020 unweit des<br />

Stammhauses einen weiteren Standort in Bad Krozingen für die Elektronikfertigung<br />

sowie Vertrieb/Marketing in Betrieb genommen. Maßgeblich<br />

verantwortlich für die Weichenstellungen der letzten Jahre ist Sven<br />

Wischnewski, der seit 2014 als Geschäftsführer der Siko GmbH tätig ist.<br />

www.siko.de<br />

Wenn Innovation<br />

auf Tradition trifft:<br />

Maßgeschneiderte<br />

Antriebslösungen seit 1879.<br />

Weitere Informationen finden Sie hier: www.reintjes-gears.de<br />

8 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


SOFTSTARTER<br />

MARKUS CLEMENT WIRD NEUER CEO DER<br />

EMAG-GRUPPE<br />

Der langjährige CEO der Emag-<br />

Gruppe, Heinz-Jürgen Prokop,<br />

übergab am 1. April <strong>2023</strong> den<br />

Staffelstab an Markus Clement.<br />

Der neue CEO hatte in den<br />

vergangenen 24 Jahren viele<br />

Positionen in der Unternehmensgruppe<br />

verantwortungsvoll inne.<br />

Clement startete seine Karriere im<br />

Service, dem folgten Stationen im<br />

Management der Produktion,<br />

Engineering und Customizing sowie zwölf Jahren bei<br />

Emag China. Hier war Markus Clement zuletzt CEO. „Ich<br />

freue mich auf die neue Herausforderung, denn Emag ist<br />

ein großartiges Unternehmen und ich sehe viele positive<br />

Entwicklungsmöglichkeiten im Sinne unserer Kunden“,<br />

sagt der neue CEO. „Ich bin mir sicher, dass die Emag-<br />

Gruppe mit den neuen Produkt- und Technologieentwicklungen<br />

sowie den engagierten Mitarbeiterinnen und<br />

Mitarbeitern die richtigen Lösungen für die Anforderungen<br />

der Zukunft im Bereich der produktiven Präzisionsfertigung<br />

im Angebot hat.“<br />

www.emag.com<br />

SUPPORT FÜR JUNGE TALENTE UND<br />

BAUTEILE INKLUSIVE<br />

Norelem setzt auf gezielte<br />

Nachwuchsförderung und<br />

präsentiert zwei Studentenprojekte,<br />

die den<br />

3D-Druck faserverstärkter<br />

Polymere und die Entwicklung<br />

eines Hochgeschwindigkeits-Transportsystems<br />

unterstützen. Die systematische<br />

Vermittlung maschinenbaurelevanter Themen<br />

ist Ziel und Aufgabe der Norelem Academy. Einen<br />

Teilbereich stellt die Förderung von Schüler- und Studentenprojekten<br />

dar, für die Bauteile kostenfrei bereitstellt<br />

werden. Zu den jüngst geförderten Projekten zählt<br />

„Fiber-Fusion“, ein zweisemestriges Projekt an der ETH<br />

Zürich, in dem ein additives Fertigungsverfahren konzipiert<br />

und als kontinuierlicher 3D-Druck faserverstärkter<br />

Polymere hochpräzise umgesetzt werden soll. „Hyperloop“<br />

hingegen fokussiert ein Hochgeschwindigkeits-<br />

Transportsystem nach dem Hyperloop-Prinzip. Studierende<br />

fertigten zunächst den Prototyp einer Transportkapsel<br />

samt neuartigem Antriebssystem. Diese Kapsel wurde in<br />

einem zweiten Schritt durch ein neues Team auf höhere<br />

Geschwindigkeiten ausgelegt.<br />

www.norelem.de<br />

Zahnriemen<br />

[ unsere große Liebe! ]<br />

Der neue<br />

BRECOvacuum<br />

[ saugstark &<br />

unwiderstehlich ]<br />

Zahnriementechnik aus Porta Westfalica. Das ist Bewegung.<br />

Mehr unter www.breco.de


WÄLZ- UND GLEITLAGER<br />

TITEL<br />

10 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


TITEL<br />

WÄLZ- UND GLEITLAGER<br />

HOHE TEMPERATUREN UND FEUCHTIGKEIT<br />

PAPIERPRODUKTION:<br />

HÄRTETEST FÜR WÄLZLAGER<br />

In der Trockenpartie einer Papiermaschine<br />

wird die soeben erzeugte Papierbahn mit<br />

Hitze und unter Druck bei hoher<br />

Durchlaufgeschwindigkeit getrocknet.<br />

Für die 40 bis 100 erhitzten<br />

Trockenwalzen muss eine Lagerung<br />

gefunden werden, die unter diesen<br />

Bedingungen eine lange Lebensdauer<br />

erreicht. Hier kommen Pendelrollenlager<br />

zum Einsatz, die eigens für diese<br />

Anwendung entwickelt wurden.<br />

Ralf Petersen, Manager Industrial Bearings, European Technology<br />

Center, NSK Deutschland GmbH, Ratingen<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 11


WÄLZ- UND GLEITLAGER<br />

TITEL<br />

Wenn man die Papierproduktion betrachtet, ist das<br />

Digitalzeitalter noch nicht wirklich angebrochen.<br />

Im Jahr 2022 wurden in Deutschland immerhin<br />

21,6 Millionen Tonnen Papier erzeugt – mit einem<br />

Altpapieranteil von 79 %. Allerdings verringert sich der Anteil an<br />

(Zeitungs-)Druckpapier kontinuierlich und der Hauptanteil von<br />

12,7 Millionen Tonnen entfällt auf Papier, Karton und Pappe für<br />

Verpackungszwecke. Dieser Anteil wächst weiter, weshalb viele<br />

Papierhersteller ihre Anlagen entsprechend umrüsten oder neu<br />

bauen und nicht mehr grafische Papiere herstellen, sondern<br />

beispielsweise Sorten wie Testliner und Kraftliner, aus denen<br />

Wellpappe produziert wird.<br />

HERAUSFORDERUNG FÜR DIE<br />

ANTRIEBSTECHNIK<br />

Aus Sicht der Antriebstechnik stellt die Papierproduktion sehr<br />

hohe Anforderungen – zum Beispiel in der Trockenpartie, wo das<br />

soeben erzeugte Papier entfeuchtet wird. Mit hoher Geschwindigkeit<br />

(bis zu 1.000 m/min und mehr) wird die Papierbahn von<br />

unten und oben über 40 bis 100 Trockenzylinder („Thermalwalzen“)<br />

geführt, die von Dampf durchströmt werden und entsprechend<br />

erhitzt sind. Dabei nimmt die Papierbahn Wärme auf, die sie direkt<br />

wieder durch Verdampfung, d. h. in Form von Wasser, abgibt,<br />

wenn sie sich durch die Zwischenräume, die man als „Taschen“<br />

bezeichnet von Walze zu Walze bewegt. Manche Trockenpartien<br />

verfügen auch über Walzen mit Taschenbelüftung (TB-Walzen).<br />

Hier wird kalte Luft in die offenen Taschen geblasen, was die<br />

Effizienz des Trockners erhöht.<br />

WÄLZLAGERUNG VON TROCKENZYLINDERN<br />

Bei der Auswahl der Wälzlager für die Trockenwalzen sind<br />

Pendelrollenlager die erste Wahl. Sie können (auch temperaturbedingte)<br />

Wellendurchbiegung kompensieren und sind<br />

vergleichsweise kostengünstig.<br />

Allerdings müssen hohe Temperaturen (bis 150 °C) berücksichtigt<br />

werden sowie die Tatsache, dass der Feuchtegehalt der Umgebungsluft<br />

sehr hoch ist. Hinzu kommen hohe Axialkräfte und<br />

Belastungen, die aus der Bandzugspannung resultieren, sowie<br />

Tangentialkräfte am Innenring, die durch die Aufweitung der<br />

Walzenzapfen beim Aufheizen entstehen. Unter diesen Bedingungen<br />

kann es – wenn konventionelle Wälzlager eingesetzt werden<br />

– zu Rissen im Innenring kommen und damit zum Bruch des<br />

Ringes bzw. zum Ausfall der kompletten Anlage. Ein solcher Ausfall<br />

muss unbedingt vermieden werden, weil der Lagertausch<br />

aufwändig ist. Und weil bei 100 Trockenzylindern 200 Lagerstellen<br />

potenziell ausfallen können, muss die Zuverlässigkeit und Lebensdauer<br />

jedes einzelnen Lagers sehr hoch sein.<br />

TYPISCHES SCHADENSBILD: RISSE AM<br />

INNENRING<br />

Verursacht werden die Risse am Innenring dadurch, dass der<br />

Dampf, mit dem die Walzen erwärmt werden, durch die Hohlwelle<br />

der Walzen geleitet wird. Das führt dazu, dass sich die Welle stärker<br />

ausdehnt als das Lager, so dass die Passung am Innenring immer<br />

fester wird. Wenn die Umfangsspannung (d. h. die in Umfangsrichtung<br />

ausgeübte Kraft) des Innenrings zunimmt, können<br />

Risse entstehen.<br />

Hinzu kommt in solchen Fällen, dass die Wärme die Viskosität<br />

des Schmiermittels herabsetzt. Dadurch verringert sich ebenfalls<br />

die Lagerlebensdauer. Außerdem kann die Wärmeausdehnung<br />

der Welle zu einem Kriechen der Lagerringe führen, was sich<br />

negativ auf die Maßhaltigkeit der Lagerung auswirkt und in der<br />

Folge zu verringerter Lagerlebensdauer führt.<br />

Verhindern kann man das Auftreten solcher Probleme durch ein<br />

langsames Anlaufen der Anlage, bei dem die Temperatur nur in<br />

kleinen Schritten erhöht wird. Dann kann es allerdings mehrere<br />

Stunden dauern, bis die Anlage mit voller Leistung läuft. Solche<br />

Produktions- und Ertragsausfälle können und wollen sich die<br />

Papierhersteller nicht leisten. Wirtschaftlicher sind in diesem Fall<br />

eine kluge Auswahl der Wälzlager in den Walzen und Zylindern<br />

des Trockenbereichs sowie ein optimiertes Aufheizverfahren.<br />

PENDELROLLENLAGER MIT SPEZIELLER<br />

WERKSTOFFSPEZIFIKATION<br />

NSK hat die Voraussetzungen für Innenringbrüche analysiert und<br />

eine Methode zur Festigkeitsbewertung dieser Lager entwickelt.<br />

Damit waren die Grundlagen für die Entwicklung der Pendelrollenlager<br />

mit TL-Spezifikation gelegt.<br />

Die Buchstaben stehen für „Tough & Long life“ und bezeichnen<br />

die wesentlichen Merkmale dieser Baureihe: Unter rauen Umgebungsbedingungen<br />

erreichen sie eine hohe Lebensdauer. Möglich<br />

DIE IDEE<br />

„NSK hat die Voraussetzungen für<br />

Innenringbrüche von Pendelrollenlagern<br />

analysiert und eine Methode<br />

zur Festigkeitsbewertung dieser<br />

Lager entwickelt. Damit waren die<br />

Grundlagen für die Entwicklung von<br />

Pendelrollenlager mit Spezifikation<br />

für „Tough & Long life“ (TL) geschaffen.<br />

Trick liegt in einer besonderen<br />

chemischen Zusammensetzung des<br />

verwendeten Einsatzstahls für die<br />

Innen- und Außenringe. Dessen<br />

entscheidende Eigenschaft ist die<br />

harte Randschicht bei einem relativ<br />

weichen Kern. Außerdem wurde das<br />

Wärmebehandlungsverfahren so<br />

optimiert, dass es hohe Zugspannungen<br />

aufnehmen kann.<br />

In entsprechenden Anwendungsbereichen<br />

weisen TL-Lager wesentlich<br />

verlängerte Lebensdauer auf.“<br />

Ralf Petersen, Manager Industrial<br />

Bearings, European Technology<br />

Center, NSK Deutschland GmbH,<br />

Ratingen<br />

12 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


TITEL<br />

WÄLZ- UND GLEITLAGER<br />

2<br />

105 °C 85 °C<br />

02 Beispielhafter Aufbau<br />

einer Trockenzylinderwalze<br />

mit Angabe der typischen<br />

Temperaturen (1 Dampf,<br />

2 Schmieröl, 3 Ölrücklauf)<br />

180 °C<br />

3<br />

01 Bei diesem durchgehärteten Innenring eines<br />

Pendelrollenlagers führten die Umfangsspannungen<br />

aufgrund der hohen Temperaturen<br />

erst zu Rissen, dann zum Bruch<br />

1<br />

wird das durch eine besondere chemische Zusammensetzung des verwendeten Einsatzstahls<br />

für die Innen- und Außenringe. Die Vorteile dieses Einsatzstahls liegen in<br />

der harten Randschicht und dem relativ weichen Kern. Außerdem wurde das Wärmebehandlungsverfahren<br />

so optimiert, dass es hohe Zugspannungen aufnehmen kann.<br />

DOPPELT SO HOHE LAGERLEBENSDAUER<br />

Die Widerstandsfähigkeit von Innenringen, die die TL-Spezifikation erfüllen, gegenüber<br />

Ausdehnungen und Tangentialspannungen ist höher als der Widerstand von Innenringen<br />

aus bainitischem Stahl und Wälzlagerstahl. Die Randschichthärte der Laufbahnen ist größer<br />

als die von bainitischem Stahl und einsatzgehärtetem Stahl. Das führt dazu, dass der<br />

Innenring bei Temperaturen bis zu 200 °C hohen Umfangsspannungen standhalten kann.<br />

Weitere Kennzeichen der TL-Lager sind eine geänderte Innenkonstruktion und eine<br />

Schmiernut mit Schmierbohrung im Außenring. Dank diesen konstruktiven Merkmalen<br />

erreichen TL-Pendelrollenlager in der Trockenpartie von Papiermaschinen im Vergleich<br />

zu Standardwälzlagern eine mindestens doppelt so hohe Lebensdauer.<br />

Damit eignen sie sich bestens nicht nur für die Lagerung von Thermalwalzen, sondern<br />

beispielsweise auch für den Einsatz in Kalanderwalzen, Leitwalzen und Glättzylindern,<br />

die ebenfalls in der Trockenpartie mit entsprechend erhöhten Temperaturbereichen<br />

installiert sind.<br />

NSK-Pendelrollenlager mit TL-Technologie bewähren sich weltweit in Trockenzylindern<br />

und anderen Walzen von Papiermaschinen. Das Programm umfasst mehr als 100 verschiedene<br />

TL-Lagergrößen und -typen mit Bohrungsdurchmessern bis 560 mm.<br />

PRAXISBEISPIEL<br />

Ein Beispiel aus der Praxis: Bei den Kalanderwalzen in einer Papierfabrik kam es zu<br />

Rissen an den Innenringen der Walzenlager. Die Folge waren bis zu 12 Ausfälle pro Jahr,<br />

die zu aufwändigen Wartungsarbeiten und erheblichen Stillstandszeiten führten. Das<br />

Unternehmen bat ein Expertenteam von NSK, das Problem zu untersuchen. Solche Aufgaben<br />

übernimmt NSK im Rahmen des AIP-Programms (Added Value Programme).<br />

Die NSK-Spezialisten stellten fest, dass es sich bei den Pendelrollenlagern in den Kalanderwalzen<br />

um Standardlager handelte, die nicht für den Betrieb bei hohen Temperaturen<br />

ausgelegt sind. Risse an den Innenringen waren daher die logische Konsequenz. NSK<br />

empfahl, auf Pendelrollenlager mit TL-Technologie umzustellen. Der Papierhersteller<br />

setzte diesen Vorschlag um, und die Lagerlebensdauer verdoppelte sich daraufhin. Über<br />

einen Zeitraum von fünf Jahren konnte das Unternehmen rund 430.000 Euro an Wartungsund<br />

Ausfallkosten einsparen.<br />

VISI N<br />

ERFÜLLT<br />

Sondergetriebe auf<br />

höchstem technischen Niveau<br />

für effiziente und innovative<br />

Lösungen von Morgen.<br />

GSC Schwörer GmbH<br />

D-79871 Eisenbach<br />

www.gsc-schwoerer.de<br />

Bilder: NSK, Carl Tim/Shutterstock.com<br />

www.nskeurope.com<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 13<br />

GSC-20-0073_Anzeigen_Zukunftsmission_43x130mm_RZ.indd 05.10.21 17:12<br />

2


MARKTPLATZ<br />

MASSGESCHNEIDERTE ANTRIEBE AUCH<br />

FÜR SCHÜTTGUT<br />

Auch um die verschiedenen<br />

Arten von Schüttgut zu<br />

bewegen, hat Nord Drivesystems<br />

mit Maxxdrive XT die<br />

passenden Antriebe für Gurtförderer,<br />

Becherwerke und andere<br />

Transportsysteme im Angebot.<br />

„Unser Industry Sector Management<br />

kennt sich im Schüttgut-<br />

Handling bestens aus und ist mit den Anforderungen der Branche<br />

vertraut“, erklärt Jörg Niermann, Bereichsleiter Marketing bei Nord.<br />

Der Antriebsspezialist bietet für Transportsysteme wie Gurtförderer,<br />

Becherwerke und Schneckenförderer maßgeschneiderte<br />

Antriebssysteme. „Unser Portfolio umfasst ebenso hochrobuste<br />

Systeme für Anwendungen in rauen Umgebungsbedingungen wie<br />

explosionsgeschützte und besonders hygienische Antriebssysteme.“<br />

Speziell für die Schüttgut-Industrie hat der Spezialist das<br />

Industriegetriebe Maxxdrive XT entwickelt. Der Leistungs- und<br />

Drehzahlbereich der anwendungsoptimierten zweistufigen<br />

Kegelstirnradgetriebe wurde auf Anwendungen abgestimmt, in<br />

denen niedrige Übersetzungen in Kombination mit hohen Leistungen<br />

gefragt sind. Seine robuste Ausführung macht das Getriebe<br />

widerstandsfähig gegen Verschmutzung und verlässlich im rauen<br />

Betrieb. Ein besonderes Abdichtungskonzept reduziert den<br />

Wartungsaufwand. Große Wälzlager und Achsabstände erhöhen<br />

die Belastbarkeit und Lebensdauer der Komponenten.<br />

www.nord.com<br />

VIELSEITIGE RADIALLAGER<br />

Radiallager sind eine Untergruppe<br />

der Wälzlager, die<br />

primär radiale Lasten aufnehmen<br />

können – diese wirken<br />

immer senkrecht zur Wellenachse.<br />

Im Sortiment von<br />

Findling Wälzlager finden sich<br />

zahlreiche Modelle, darunter<br />

Rillenkugellager, Zylinderrollenlager<br />

oder Pendelrollenlager. Je nach Wälzkörperart unterscheiden<br />

sich die Eigenschaften: Radial-Rillenkugellager sind besonders<br />

vielseitig verwendbar, im Betrieb unempfindlich, wartungsfreundlich<br />

und sehr wirtschaftlich. Radial-Pendelrollenlager<br />

haben eine hohe Maßstabilität, nehmen hohe Radial- und<br />

mittlere Axialkräfte auf und sind auch bei Vibration verschleißbeständig.<br />

Sie weisen eine hohe Unempfindlichkeit gegen<br />

Fluchtungsfehler und Stoßbelastungen auf. Radial-Zylinderrollenlager<br />

sind äußerst tragfähig und sehr steif. Sie können<br />

zusätzlich zu hohen Radialkräften auch Axialkräfte aufnehmen,<br />

wenn sie als Stütz- oder Festlager eingesetzt werden. Die zweite<br />

große Gruppe der Wälzlager sind Axiallager, die im Regelfall<br />

jedoch keine oder nur sehr geringe Radialkräfte aufnehmen<br />

können. Eine gute Lösung bei gleichmäßig auftretenden radialen<br />

und axialen Kräften bieten Schrägkugellager und Kegelrollenlager.<br />

Die korrekte Auswahl erfolgt meist über Berchnungsprogramme<br />

oder ganz persönlich im Beratungsgespräch mit<br />

den Spezialisten von Findling Wälzlager.<br />

www.findling.com<br />

PLUG-AND-PLAY-WERKZEUG FÜR KLEINE<br />

UND MITTLERE SERIEN<br />

Mit Einführung der Produktreihe<br />

Easy erweitert LMT Tools<br />

sein Sortiment um universell<br />

einsetzbare Plug-and-Play-<br />

Werkzeuge. Erster Neuzugang<br />

ist Easymill, ein flexibel<br />

nutzbarer Vollhartmetall-<br />

Fräser. Geometrie und<br />

Beschichtung von Easymill<br />

wurden speziell auf die Bearbeitung von niedrig-legierten<br />

Stählen und austenitischen Materialien abgestimmt. Mit nur<br />

einem Werkzeug lassen sich alle gängigen Fräsoperationen<br />

abdecken – sei es Schruppen, Schlichten, Nutenfräsen,<br />

Rampen, Taschenfräsen oder helikales Eintauchen. Die<br />

ungleiche Drallsteigung und die positive Schneidenausführung<br />

reduzieren Schnittdruck und Zerspankräfte, sodass<br />

Vibrationen gemindert werden. Damit ist der Fräser auch für<br />

angetriebene Werkzeuge auf Dreh-Fräsmaschinen geeignet.<br />

Die scharfe Schneidkante sorgt für eine geringe Aufbauschneidenbildung<br />

und stellt einen reibungslosen Abtransport<br />

der Späne sicher. Easymill ist bis Mitte schneidend und<br />

ermöglicht dank Halsfreischnitt Zustelltiefen bis zum<br />

dreifachen Fräsdurchmesser.<br />

www.lmt-tools.com<br />

DREI-LEVEL-FREQUENZUMRICHTER NUN<br />

MIT DC-EINSPEISUNG<br />

Der Drei-Level-Frequenzumrichter<br />

SD2M von Sieb und Meyer ist<br />

im Einsatzspektrum erweitert<br />

worden. Es sind nun Produktvarianten<br />

mit DC-Einspeisung<br />

im Leistungsbereich bis zu<br />

500 kVA / 800 A verfügbar. Die<br />

SD2M DC-Varianten finden<br />

ihren Einsatz in Anwendungen,<br />

bei denen Prozess- oder<br />

Speicherenergie von Hochgeschwindigkeitsmotoren/-generatoren<br />

ins Netz zurückgespeist<br />

werden soll. Dies erfolgt<br />

in Kombination mit Netzwechselrichtern<br />

(aktive Front-End-<br />

Netzteile), welche in der Regel<br />

länder-/netzspezifischen Anforderungen unterliegen. Typische<br />

Anwendungen sind ORC-Systeme, Flywheels und andere<br />

turbinenbasierte Generatorsysteme. Vorteile sind sowohl die<br />

dynamische und sensorlose Regelungstechnik als auch die<br />

explizit für Hochgeschwindigkeitsanwendungen ausgelegten<br />

Endstufen. Die Baureihe punktet mit Vorteilen bezüglich des<br />

Wirkungsgrads, der Baugröße, des Gewichts und den Kosten<br />

des zu betrachtenden Gesamtsystems. In den meisten Fällen<br />

kann auf Zusatzkomponenten wie Motor-LC-Filter oder<br />

Motordrosseln komplett verzichtet werden. Zusätzlich bietet<br />

die Trennung des Netzwechselrichters und des Frequenzumrichters<br />

auf Ebene des DC-Zwischenkreises Vorteile bei der<br />

Internationalisierung der Produkte. Unterschiedliche Netzanforderungen<br />

können durch den Einsatz lokaler Netzwechselrichter<br />

erfüllt werden, ohne dabei den oftmals sensiblen<br />

Hochgeschwindigkeitsmotor negativ zu beeinflussen.<br />

www.sieb-meyer.de<br />

14 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


MARKTPLATZ<br />

SMARTE BAUSTEINE FÜR KOMPAKTES<br />

FTS-DESIGN<br />

Sumitomo stellt<br />

gemeinsam mit der<br />

Lafert Group mit dem<br />

Smartris Drive Compact<br />

eine neue Version<br />

seines Antriebs für<br />

fahrerlose Transportsysteme<br />

(FTS) vor, die<br />

viermal kleiner als das Standardmodell ausfällt. Das Antriebspaket<br />

Smartris vereint Getriebe, Servomotor und Antriebsregler. In<br />

Kombination mit der Eco-S Serie transportiert die neue FTS-Lösung<br />

bis zu 800 kg Gesamtgewicht mit einer Geschwindigkeit<br />

bis 2,0 m/s. „Um der steigenden Marktnachfrage nach kompakten<br />

autonomen Fahrsystemen gerecht zu werden, haben wir<br />

Smartris Drive Compact entwickelt. Der neue Antriebsregler hat<br />

nurmehr die Größe einer Computermaus, und das bei der vollen<br />

Funktionalität“, so Christian Lochner, Produkt Manager Drive<br />

Systems. Für zusätzliche Kompaktheit sorgen das einstufige<br />

Cyclo-Prinzip im Getriebe, der direkt angebaute Servomotor und<br />

die In-Wheel-Struktur. Parallel steht das Antriebspaket BBB-H<br />

IE5 im Fokus, das Kegelstirnradgetriebe, Lafert IE5 PM-Synchronmotor<br />

und Invertek-Frequenzumrichter kombiniert.<br />

www.sumitomodrive.com<br />

FÜR GENAUIGKEIT BEI LANGEN<br />

HÜBEN<br />

Das neue Zahnstangengetriebe<br />

Lifgo hp von<br />

Leantechnik bietet<br />

Anwendern ein<br />

hohes Maß an<br />

Präzision. Da<br />

Antrieb und<br />

Führung in einer<br />

einzigen Komponente vereint sind, weisen die Getriebe eine<br />

hohe Steifigkeit auf und ermöglichen so genaue Hübe in<br />

beliebiger Länge. Der Lifgo hp gewährleistet auch bei<br />

großen Hublängen eine hohe Steifigkeit der Achse, ohne<br />

dass es zu Einbußen in der Dynamik kommt. Die Getriebe<br />

bieten noch weitere Vorteile: So ist ihre Zahnstange mit<br />

einer Schrägverzahnung ausgestattet. Dadurch verfährt sie<br />

besonders leise, und das Getriebe erzielt eine Positioniergenauigkeit<br />

von bis zu 2 µm. Das stufenlos einstellbare<br />

Zahnflankenspiel erhöht die Präzision weiter. Die Lifgo<br />

hp-Zahnstangengetriebe bieten je nach Baugröße Hubkräfte<br />

zwischen 1.800 sowie 22.600 N und erreichen eine<br />

Hubgeschwindigkeit von bis zu 3 m/s.<br />

www.leantechnik.com<br />

14-MM-LINEARAKTUATOR<br />

Mit dem LSA14 stellt Nanotec seinen ersten Linearaktuator mit Flanschgröße 14 mm<br />

(Nema 6) vor. Er ist einer der kleinsten Linearaktuatoren mit Schrittmotor auf dem Markt.<br />

Die kompakte Einheit eignet sich sehr gut für Anwendungen mit Platzbeschränkungen – unter<br />

anderem in der Medizintechnik, der Laborautomation, bei Analyseinstrumenten oder in<br />

der optischen Technologie. Die Auflösung von bis zu 5 µm pro Schritt erlaubt eine sehr<br />

genaue Positionierung. In Kombination mit der vorgespannten Gewindemutter lässt sich<br />

auch das Umkehrspiel eliminieren. Trotz miniaturisierter Bauform stellt der Aktuator eine<br />

Maximalkraft von 15 N bereit. Nanotec bietet für den LSA14 verschiedene Motorcontroller und kundenspezifische Lösungen,<br />

wie zum Beispiel die Beschichtung der Spindel, an.<br />

www.nanotec.de<br />

iC-TW29<br />

26-Bit Encoder-Prozessor mit<br />

Interpolation und BiSS-Schnittstelle<br />

• FlexCount® – beliebige Auflösungen, unabhängig von der<br />

Periodenzahl am Eingang<br />

• ABZ-, UVW-, BiSS/SSI-Ausgabe mit unabhängiger Skalierung<br />

• 26-Bit Position zzgl. 32-Bit Umdrehungszahl über SPI<br />

• Auto-Kalibrierung und Exzentrizitätskorrektur<br />

• Geringe Latenz (2,4 µs /5 µs)<br />

• Schnittstelle für externen Umdrehungssensor<br />

• Kompakt: integriertes EEPROM und RS-422-Treiber<br />

Tel.: 06135 /92 92-300<br />

www.ichaus.de/tw29<br />

Sensor+Test Nürnberg, 09.–11.05.23, 1-532<br />

Automatica München, 27.–30.06.23, B5-408


KUPPLUNGEN UND BREMSEN<br />

HYDRAULISCHE BREMSZYLINDER<br />

LEICHT HANDZUHABEN<br />

In hochsensiblen Reinraum bereichen<br />

kommen spezielle Probe -<br />

nehmer zum Einsatz.<br />

Für einfache und fast<br />

kontaktfreie Handhabung<br />

der Geräte setzt ein auf Laborausrüstung<br />

spezialisiertes Unternehmen<br />

hydraulische Bremszylinder ein.<br />

Robert Timmerberg M. A., Fachjournalist (DFJV),<br />

plus2 GmbH, Düsseldorf<br />

Ein Unternehmen für eine Reihe von Spezialprodukten im<br />

Bereich der Labortechnik ist Pinpoint Scientific aus<br />

Bridgend in Wales, Großbritannien. Deren Produktpalette<br />

umfasst unter anderem Lösungen zur Luftüberwachung,<br />

zur kontinuierlichen Überwachung lebensfähiger Partikel und<br />

Überwachungslösungen für Isolatoren. Zur qualitativen Probenahme<br />

für das Laborpersonal gehört für die Produkte dabei auch<br />

ein hoher Bedienkomfort und effektiver Kontaminationsschutz.<br />

Die mikrobiellen Luftprobenehmer der Impactair-Reihe der<br />

Laborausrüster können auch unter diesem Aspekt als gutes Beispiel<br />

einer bis ins kleinste Detail durchdachten Lösung angesehen<br />

werden. Sie wurden für die kontinuierliche Überwachung in<br />

forschungstechnischen und industriellen Laborbereichen entwickelt.<br />

Um die Arbeit der Anwenderinnen und Anwender vor<br />

allem in Rein-raumumgebungen von Laboren der Lebensmitteloder<br />

Medizintechnik sowie in der pharmazeutischen Industrie<br />

bei der Beprobung so einfach wie möglich zu gestalten, wandten<br />

sich die Konstrukteure von Pinpoint Scientific während ihrer Suche<br />

nach hochwertigen Komponenten zur Geschwindigkeits-<br />

Die hydraulischen<br />

Brems zylinder (Geräterückseite)<br />

sind in Edelstahlhülsen<br />

integriert und dienen dem<br />

einfachen Öffnen sowie<br />

Schließen des Deckels<br />

regulierung an ACE Stoßdämpfer. Nach Beachtung aller Anforderungen<br />

und Wünsche empfahlen die Spezialisten aus Langenfeld<br />

zur Bedienung einer Haube der mikrobiellen Luftprobenehmer<br />

hydraulische Bremszylinder.<br />

HYDRAULISCHE BREMSZYLINDER FÜR<br />

BESONDERE LÖSUNG<br />

Wyn Gordge, Vertriebsingenieur von ACE in Großbritannien,<br />

schildert die Ausgangslage: „Mit unserem Distributor Applied<br />

Automation haben wir schon oft erfolgreich zusammengearbeitet,<br />

sodass eine Belieferung auch in diesem Fall auf Kundenseite<br />

schnell zum gewünschten Ergebnis führte.“ Als ausschlaggebenden<br />

Punkt zur Verwendung hydraulischer Bremszylinder beschreibt<br />

er den Anwenderwunsch nach einem Öffnungsvorgang<br />

der Probenehmerhaube ohne nennenswerten Kraftaufwand.<br />

Ohne diese Anforderung hätten prinzipiell auch die per Ventil<br />

exakt der gewünschten Öffnungs- und Schließgeschwindigkeit<br />

anpassbaren Industriegasfedern aus Edelstahl von ACE als Maschinenelemente<br />

gereicht. Weil aber im Gegensatz zu den Industriegasfedern<br />

die hydraulischen Bremszylinder des Typs HB-15-<br />

50 lediglich angetippt werden müssen, um den Öffnungsvorgang<br />

der Haube auszulösen, fiel die Wahl auf diese Komponenten. Ein<br />

weiteres Plus bei dieser Applikation ist die Eigenschaft, dass die<br />

Bremszylinder einen sanften Schließvorgang mit zusätzlicher<br />

Dämpfung ermöglichen.<br />

BESONDERES ÖL<br />

Da die Impactair-Sampler meist in kritischen Laborumgebungen<br />

und Reinräumen eingesetzt werden, kam laut Pflichtenheft von<br />

Pinpoint die Verwendung von Maschinenöl als Dämpfungsmedium<br />

im Korpus des Bremszylinders nicht in Frage. Aufgrund dieser<br />

Anforderung und wegen der empfindlichen Einsatzgebiete<br />

wählte ACE ein spezielles Pflanzenöl mit ganz ähnlicher Viskosität<br />

und Lebensdauer. Die Konstrukteure des Laborausrüsters<br />

steuerten dann im Zuge des Produktdesigns noch Edelstahlhülsen<br />

zur Ummantelung der hydraulischen Bremszylinder bei, de-<br />

16 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


KUPPLUNGEN UND BREMSEN<br />

FUNKTIONSWEISE DER PROBENENTNAHME<br />

Die mikrobiellen Luftprobenehmer der Impactair-Reihe von Pinpoint<br />

Scientific wurden für die kontinuierliche Überwachung in forschungstechnischen<br />

und industriellen Laborbereichen entwickelt, in denen<br />

prozessbegleitende Probenahme lebensfähiger Partikel von entscheidender<br />

Bedeutung ist. Die Arbeit vollzieht sich dabei, indem Luft mit hoher<br />

Geschwindigkeit durch einen sehr schmalen Einlassschlitz angesaugt<br />

wird, woraufhin Partikel, einschließlich Mikroben in der Luft, auf eine<br />

angelegte Kulturoberfläche in einer Petrischale auftreffen und daran<br />

haften. Die Petrischale wird langsam unter dem Einlass gedreht, um<br />

sicherzustellen, dass die Luft immer auf einen frischen Bereich der Kultur<br />

aufprallt. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit eines Doppelaufpralls.<br />

Hierbei handelt es sich um ein mikrobiologisches und physikalisches<br />

Phänomen, bei dem zwei Mikroben am selben Punkt landen und bei der<br />

Inkubation als eine einzige Kolonie auftreten.<br />

ren Außenkörper serienmäßig aus beschichtetem Stahl gefertigt sind. Diese Maßnahme<br />

dient einerseits der Erfüllung der hohen Hygieneanforderungen an den<br />

Betrieb in Reinräumen, andererseits passt das Edelstahlmaterial der Hülsen perfekt<br />

zum Gesamtdesign der Impactair-140.<br />

Die verwendeten Maschinenelemente sind durch ihre stufenlose Einstellbarkeit<br />

der Druck- und Zugkraft zwischen 20 und 800 N in idealer Weise geeignet,<br />

um die Haube zu öffnen und wie gewünscht in einem Öffnungswinkel von<br />

60 Grad zu halten. Das Verstellen der beidseitig oder einseitig wirkenden hydraulischen<br />

Bremszylinder erfolgt einfach über das Einstellsegment am Kolben. Aufgrund<br />

ihrer hohen Qualität und langen Standzeiten ist den unterschiedlichen<br />

Wünschen von Anwendern im Laborbereich hinsichtlich der Häufigkeit der Öffnungs-<br />

und Schließvorgänge kaum ein Limit gesetzt. Ansonsten finden diese<br />

Maschinenelemente zur präzisen Regulierung von Geschwindigkeiten vor allem<br />

Anwendung in unterschiedlichsten Automotive- oder Industriekonstruktionen,<br />

aber auch in der Elektronik-, Möbel- und sogar Freizeitindustrie.<br />

DIE IDEE<br />

„Der ausschlaggebende Punkt zur<br />

Verwendung hydraulischer Bremszylinder<br />

war der Anwenderwunsch<br />

nach einem Öffnungsvorgang der<br />

Probenehmerhaube ohne nennenswerten<br />

Kraftaufwand. Ansonsten<br />

hätten sich auch die per Ventil<br />

anpassbaren Industriegasfedern<br />

angeboten. Weil aber die hydraulischen<br />

Bremszylinder lediglich<br />

angetippt werden müssen, um den<br />

Öffnungsvorgang der Haube<br />

auszulösen, fiel die Wahl auf diese<br />

Komponenten. Wegen dem empfindlichen<br />

Einsatzgebiet wählten wir<br />

ein spezielles Pflanzenöl mit ganz<br />

ähnlicher Viskosität und Lebensdauer<br />

wie das ursprünglich verwendete<br />

Maschinenöl.“<br />

Bilder: Pinpoint Scientific Limited, ACE Stoßdämpfer<br />

Wyn Gordge, Area Manager, ACE<br />

Fabreeka UK, Haydock, England<br />

www.ace-ace.de<br />

RS_Festgefahren_<strong>antriebstechnik</strong>_<strong>2023</strong>-2 17.01.<strong>2023</strong> 13:17 Uhr Seite 1<br />

Festgefahren in<br />

alter Technik?<br />

info@uhing.com<br />

Entdecken Sie<br />

neue Möglichkeiten<br />

www.aufglatterwelle.de<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 17


LINEARTECHNIK<br />

LINEARSYSTEME<br />

LINEAR BAUEN,<br />

KREATIVITÄT WECKEN<br />

Freiheit für Eigenkonstruktionen ist im Bereich Lineartechnik eine<br />

gefragte Eigenschaft. Die Firma Minitec bietet hier ein breites<br />

Produktspektrum. Von der Verstellbarkeit über Messeinrichtungen<br />

ist alles vorhanden und uneingeschränkt kompatibel zum<br />

Profilbaukasten des Unternehmens.<br />

Stefan Wache, Leiter Marketing und Kommunikation, Minitec, Schönenberg-Kübelberg<br />

18 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


Flexibiltät wird in modernen Produktionsstandorten<br />

immer wichtiger. Das<br />

beginnt bei einfachen Breiten-, Längenoder<br />

Höhenverstellungen und geht<br />

über Vorrichtungen für Be- und Entladevorgänge<br />

(„Pick-and-Place“) bis hin zu Messeinrichtungen<br />

und mehrdimensional arbeitenden<br />

Portalrobotern. Sie ermöglichen kreative<br />

Lösungen für kleine und größere<br />

Produktionsoptimierungen.<br />

Die Lineartechnik von Minitec bietet<br />

hier einige Möglichkeiten. Das Spektrum<br />

reicht von Einzelkomponenten über Verstelleinheiten<br />

und Gleitführungen bis hin zu einbaufertigen<br />

Linearmodulen. Gemeinsames<br />

Merkmal ist die uneingeschränkte Kompatibilität<br />

zum Minitec-Profilbaukasten. So ist sichergestellt,<br />

dass sich die jeweilige Lineareinheit<br />

nahtlos in Konstruktion einfügt.<br />

BAUKASTEN FÜR HÖCHSTE<br />

FLEXIBILITÄT<br />

Besonders flexibel ist man mit dem Linearsystem<br />

LR. Denn hier steht eine ganze Familie<br />

von Linearkomponenten zur Verfügung, die<br />

aufeinander abgestimmt sind. Das Programm<br />

umfasst einbaufertige Linearachsen genauso<br />

wie Laufwagen, Antriebe, Umlenkungen,<br />

Schienen und ein umfangreiches Zubehör.<br />

Die Linearachsen des Linearsystems LR eignen<br />

sich perfekt für die Verwendung in Handlingseinrichtungen,<br />

Messeinrichtungen und<br />

Justier-Vorrichtungen sowie zur präzisen Führung<br />

von Türen oder großen Aufzügen.<br />

Die Basis des Linearsystems LR bilden doppelreihige<br />

Profillaufrollen aus Kugellagerstahl<br />

und gehärtete Präzisionsstahlwellen. Mit diesem<br />

System lassen sich beliebig lange Linearführungen<br />

herstellen, so dass auch lange Verfahrwege<br />

realisiert werden können. Dazu trägt<br />

auch der Zahnriemenantrieb bei, welcher zudem<br />

eine hohe Geschwindigkeit erlaubt.<br />

Neben Einzelkomponenten stehen auch einbaufertige<br />

Linearachsen zur Verfügung, bei<br />

welchen für eine Bestellung nur noch die gewünschte<br />

Hublänge sowie die Umlenkung angegeben<br />

werden müssen. Dabei weisen die Kürzel<br />

LR 6, LR 12 und LR 16 auf die Stärke in Millimeter<br />

der eingebauten Stahlwellen hin, was<br />

entsprechend für die Belastbarkeit wichtig ist.<br />

Gemäß dem bewährten Minitec Baukastenprinzip<br />

ist das Profilsystem der ideale Träger<br />

für Lineartechnik. Wenn für das Linearsystem<br />

LR kein Antrieb benötigt wird, lässt sich jedes<br />

MiniTec Profil der Serie 45 als Profilschienenführung<br />

einsetzen. Einfach Wellenträger beziehungsweise<br />

Schiene anbringen, Welle einclipsen,<br />

fertig! Genauso ist es auch möglich,<br />

dass nur eine Seite der Laufschiene angetrieben<br />

wird.<br />

STABIL UND BELASTBAR<br />

Die Laufwagen sind mit 2-reihigen Profillaufrollen<br />

bestückt. Je nach Belastung können die<br />

Wagen mit sehr vielen Laufrollen ausgerüstet<br />

werden. Diese werden mit Stahlleisten direkt<br />

Die Basis des Linearsystems LR<br />

bilden doppelreihige<br />

Profillaufrollen<br />

an der Wagenplatte<br />

befestigt. Dadurch hat<br />

die Konstruktion größtmögliche<br />

Stabilität und gibt nicht<br />

nach. Es sind keine speziellen Laufrollenprofile<br />

für den Aufbau der Wagen erforderlich.<br />

Die spielfreie Einstellung der Führungen<br />

erfolgt mit Exzenterbuchsen.<br />

Die Laufwagen gibt es offen oder komplett<br />

gekapselt. Bei den geschlossenen Laufwagen<br />

sind in die Abdeckkappen Abstreiffilze integriert,<br />

die gleichzeitig die Wellen von grobem<br />

Schmutz befreien und mit Schmierstoff versorgen.<br />

Die Filze lassen sich nach Lösen der<br />

seitlichen Verschraubung schnell und einfach<br />

austauschen. Daher ist das Linearsystem LR<br />

selbst bei schmutzigen oder hygienisch kritischen<br />

Einsatzbedingungen uneingeschränkt<br />

verwendbar. Besonders stabil ist aufgrund seiner<br />

Breite von bis zu 32 mm auch der Zahnriemen<br />

des LR Systems.<br />

EIN BEWEGENDER ALLROUNDER<br />

Das Linearsystem LR und seine vielfältigen<br />

Komponenten ist grenzenlos flexibel. Dank<br />

seines simplen Aufbaus eignet es sich bestens<br />

für immer neue Eigenkonstruktionen, zudem<br />

lässt es sich einfach warten und justieren.<br />

Nicht nur die Verfahrwege, auch die Laufwagen<br />

können in Länge und Breite stark variieren.<br />

Das System LR lässt sich nahtlos in das<br />

Minitec-Profilsystem integrieren und bewährt<br />

sich in unzähligen Konstruktionen.<br />

Bilder: Minitec<br />

www.minitec.de<br />

DIE IDEE<br />

„Flexible Lineaertechnik in Kombination<br />

mit uneingeschränkt<br />

kompatiblen Profilen bietet großen<br />

Raum für Eigenkonstruktionen.<br />

Minitec hat hier ein Portfolio,<br />

welches dem Konstrukteur kaum<br />

Wünsche offen lässt. Das Unternehmen<br />

steht seinen Kunden auch<br />

immer beratend zur Seite.“<br />

Stefan Wache, Leiter Marketing und<br />

Kommunikation, Minitec<br />

Technik<br />

die bewegt<br />

Exakte Positioniergenauigkeit,<br />

geringe Geräuschentwicklung<br />

und<br />

ein hoher Wirkungsgrad<br />

sind wichtige Features<br />

für präzisionsgeschliffene<br />

Kugelgewindetriebe.<br />

Steinmeyer ist ihr<br />

verlässlicher Partner für<br />

Kugelgewindetriebe und<br />

bietet maßgeschneiderte<br />

Lösungen an.<br />

Weitere Details finden<br />

Sie auf unserer<br />

Website<br />

www.steinmeyer.com


UMRICHTERTECHNIK<br />

MITTELSPANNUNGSANTRIEBE FÜR NASA-WINDKANAL<br />

HOUSTON:<br />

WE HAVE A WINDY MISSION<br />

Wer bei Ventilatoren an Geräte<br />

mit den üblichen Industriemaßen<br />

denkt, wird bei den Ventilatoren<br />

der EVG Lufttechnik<br />

aus Eberdingen-Hochdorf überrascht sein.<br />

Denn diese können sogar einen Durchmesser<br />

von mehreren Metern haben. Neben Ventilatoren<br />

für Industrieanwendungen entwickelt<br />

und fertigt der Ventilatorenspezialist auch<br />

Systeme für Windkanalanwendungen, Indoor-Skydiving-Windtunnel,<br />

Prüfstände für<br />

die Formel 1 und Fahrtwindgebläse. Die Ventilatoren<br />

können bei sehr hohem Wirkungsgrad<br />

und niedrigen Schallwerten Luftgeschwindigkeiten<br />

in der Flugkammer von weit<br />

über 300 km/h erreichen!<br />

Für einen neuen vertikalen Windkanal am<br />

NASA Langley Research Center liefert ein Spezialist<br />

aus Eberdingen leistungsstarke Ventilatoren aus<br />

Carbon. Die erforderliche Mittelspannungs-<br />

Antriebstechnik für die anspruchsvolle Anwendung<br />

stammt von ABB.<br />

Sebastian Jahr, Project Director, Head of Project Management,<br />

ABB Motion Deutschland<br />

HERZSTÜCK DES WINDKANALS<br />

Ein Auftrag aus den USA war auch für die Spezialisten<br />

von EVG eine besondere Mission. Für<br />

einen großen Windkanal des NASA Langley<br />

Research Center, einer Forschungseinrichtung<br />

der amerikanischen Raumfahrtbehörde<br />

NASA in Hampton (Virginia, USA), soll das<br />

Unternehmen dessen Herzstück liefern: die<br />

Ventilatoren samt Frequenz umrichter. Der<br />

neue Windkanal mit der Bezeichnung Flight<br />

Dynamics Research Facility (FDRF) wird den<br />

Forschern einen äußerst vielseitigen und kosteneffizienten<br />

vertikalen Windkanal für die<br />

Durchführung von Forschungs- und Technologieentwicklungsarbeiten<br />

zur Verfügung<br />

stellen, die verschiedene NASA-Missionen<br />

unterstützen, darunter Luftfahrtforschung,<br />

Weltraumforschung und Wissenschaft. Der<br />

FDRF wird wesentlich leistungsfähiger sein<br />

als die beiden bestehenden Tunnel in Hampton,<br />

die er ersetzt. Zu den neuen Fähigkeiten<br />

gehören ein höherer dynamischer Druck, höhere<br />

Reynoldszahlen und weniger Turbulenzen<br />

im Freistrahl.<br />

Von entscheidender Bedeutung werden die<br />

vier Axialventilatoren einer neu eingeführten<br />

Baureihe von EVG mit einem Durchmesser<br />

von 4,25 m und einer Antriebsleistung von je<br />

560 kW sein. Diese Ventilatoren sind ähnlich<br />

wie die Skydive-Modelle des Herstellers aufgebaut<br />

und ebenfalls mit Carbonflügeln ausgestattet.<br />

Aufgrund der leichten Flügel kann das<br />

für den FDRF geforderte breite Leistungsspektrum<br />

ermöglicht werden; Veränderungen der<br />

Drehzahl sind innerhalb kürzester Zeit möglich.<br />

Im Gegensatz zu Skydive-Ventilatoren ist<br />

20 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


UMRICHTERTECHNIK<br />

01 Die ABB-Hochspannungsmotoren<br />

müssen extrem kurze Beschleunigungsund<br />

Bremszeiten realisieren können<br />

die Drehachse in diesem Wind kanal aber horizontal. Daher<br />

wurde das Design auf diese Einsatzart angepasst.<br />

Rainer Strobel ist als Account Manager bei EVG unter anderem<br />

verantwortlich für den Vertrieb und die Projektierung<br />

(technische Auslegung) von Industrie ventilatoren sowie für<br />

das Projektmanagement. Er erläutert den Aufbau des Windkanals:<br />

„Es handelt sich um eine vertikale Flugkammer mit<br />

einem Luftstrom von unten nach oben. Die Luft wird in einem<br />

geschlossenen Kreislauf gefördert. Im unteren horizontalen<br />

Ast befinden sich die Ventilatoren – zwei auf der Westund<br />

zwei auf der Ostseite. Die Luft wird über Umlenkbleche<br />

in die Kammer geleitet, die gleichzeitig auch dafür sorgen,<br />

dass darin ein möglichst homogener Luftstrom erreicht wird.“<br />

Der Account Manager ergänzt: „Dieses Projekt ist das größte<br />

in der Firmengeschichte. Wir können stolz darauf sein, mit<br />

unserem relativ kleinen Unternehmen den Zuschlag dafür<br />

erhalten und es in der Kürze der Zeit mit allen technologischen<br />

Herausforderungen gemeistert zu haben.“<br />

Jeder Ventilator stellt einen Volumenstrom bis zu 400 m³/<br />

sec zur Verfügung. Die vier Ventilatoren bringen zusammen<br />

somit eine maximale Leistung von 1.600 m³/sec oder<br />

5,76 Millionen m³/h. Die großen Axialventilatoren mit Carbonflügeln<br />

werden auch in Skydive- und Windtunnel-Anlagen<br />

eingesetzt. Neben einer hohen Leistungsfähigkeit und<br />

betrieblichen Flexibilität zeichnen sie sich durch eine extreme<br />

Laufruhe aus.<br />

Die Ventilatoren haben eine Leistung von jeweils 560 kW.<br />

Diese braucht es, um den inneren Druckverlust in der Kammer<br />

überwinden zu können, der sich durch die Luftumlenkung<br />

ergibt. Der erforderliche leistungsstarke Antrieb für die<br />

vier Ventilatoren kommt von ABB Motion. Der Technologiekonzern<br />

liefert seit 2019 die Antriebe für die Carbon-Ventilatoren<br />

des Unternehmens. Für dieses Projekt hat EVG zum<br />

ersten Mal Mittelspannungsantriebe bei ABB geordert.<br />

End) und DTL (Direct-to-Line-Verbindung) für den 4Q-Betrieb<br />

sowie vier Hochspannungsmotoren AXR450MN8<br />

(560 kW, 4,16 kV, 550 U/min).<br />

Auf die Frage, warum sich EVG bei diesem Projekt für Antriebstechnik<br />

von ABB entschieden hat, antwortet Strobel:<br />

„Die gute Zusammenarbeit zwischen ABB und EVG hat sich<br />

bewährt. Technologisch war auch entscheidend, dass ABB<br />

den gesamten Mittelspannungsantrieb, bestehend aus Motor<br />

TRUMMETER ®<br />

Riemenspannung<br />

optimal messen<br />

Online bestellen:<br />

shop.hilger-kern.de<br />

Hilger u. Kern<br />

Industrietechnik<br />

LEISTUNGSSTARKER<br />

MITTELSPANNUNGSANTRIEB<br />

Für ABB Motion brachte der Auftrag eine weitere Premiere<br />

mit sich, denn es konnte erstmals ein Mittelspannungs-Frequenzumrichter<br />

ACS2000 in US-Ausführung in Deutschland<br />

verkauft werden. Die Lieferung an EVG umfasst vier ACS2000<br />

(4.160 V, 560 kW) in NEMA-Version mit AFE (Active Front<br />

LEAK-DETECT<br />

Druckluftleckagen<br />

suchen<br />

Hilger u. Kern GmbH Industrietechnik<br />

+49 621 3705 550<br />

shop@hilger-kern.de<br />

hilger-kern.de<br />

Antriebsriemen<br />

Standard- und<br />

Sonderlösungen<br />

Antriebskomponenten<br />

Standard- und<br />

Zeichnungsteile


UMRICHTERTECHNIK<br />

02 Der Mittelspannungs-Frequenzumrichter<br />

AC2000 wurde für den Abnahmetest extra aus<br />

den USA in das EVG-Werk geliefert<br />

und Frequenzumrichter, liefern kann, mit dem die erforderlichen<br />

Zyklus-Anforderungen erfüllt werden.“<br />

HOHE ANFORDERUNGEN ERFÜLLT<br />

Die Motoren sind zentral in den Ventilatoren verbaut. Sie sind umkapselt,<br />

damit der Wind ohne Widerstand an ihnen vorbeiströmen<br />

kann. Zur Kühlung sind die Motoren mit separaten Kühlventilatoren<br />

ausgestattet. Aufgrund der Testzyklen, die auf dem Windtunnel<br />

künftig gefahren werden, werden besondere Anforderungen an extrem<br />

kurze Beschleunigungs- und Bremszeiten der Motoren gestellt.<br />

Eine Forderung lautet beispielsweise, die Ventilatoren innerhalb<br />

von 5 sec von der Standby-Leerlauf-Drehzahl auf eine vorgegebene<br />

Testgeschwindigkeit hochfahren zu können. Dazu Strobel: „Das war<br />

eine technische Herausforderung, die wir an ABB herangetragen haben.<br />

Sie haben uns versichert, dass es geht. Und es funktioniert!“<br />

Die für das Projekt benötigten Motoren wurden im ABB-Werk in<br />

Helsinki gebaut, die Mittelspannungs-Frequenzumrichter ACS2000<br />

mit einer Spannung von 4.150 V stammen aus dem Werk in New<br />

Berlin (Wisconsin/USA). Für den Abnahmetest im Januar <strong>2023</strong> im<br />

Beisein von NASA-Vertretern und der beteiligten Firmen wurden auf<br />

dem Betriebsgelände von EVG in Hochdorf extra ein Generator und<br />

ein Transformator angemietet, um den Antrieb unter reellen Bedingungen<br />

testen zu können. Dazu wurde auch einer der vier ACS2000<br />

aus den USA ins EVG-Werk geliefert, um die Gesamteinheit aus Ventilator<br />

und Antriebstechnik über den vollen Leistungsbereich testen<br />

zu können.<br />

Im Abnahmetest konnte die Ventilator-Antriebs-Kombination<br />

bei verschiedenen Testfahrten ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis<br />

stellen. In absehbarer Zukunft kann die NASA mit ihrer Hilfe<br />

nützliche und wichtige Erkenntnisse in ihrem neuen Windkanal<br />

gewinnen. Der Bau der Flight Dynamics Research Facility Anlage<br />

wird voraussichtlich Ende 2024 abgeschlossen sein.<br />

Bilder: ABB<br />

www.abb.de<br />

DIE VENTILATOREN HABEN EINE<br />

LEISTUNG VON 1.600 M³/SEC<br />

DIE IDEE<br />

„Für den Windkanal der NASA sind<br />

die vier Axialventilatoren von<br />

entscheidender Bedeutung. Sie<br />

haben einen Durchmesser von<br />

4,25 m und eine Antriebsleistung<br />

von je 560 kW. Eine der Forderung<br />

für die verbauten Motoren lautete,<br />

die Venti latoren innerhalb von 5 sec<br />

von der Standby-Leerlauf-Drehzahl<br />

auf eine vorgegebene Testgeschwindigkeit<br />

hochfahren zu können. Diese<br />

technische Herausforderung haben<br />

wir gemeistert. Wir lieferten den<br />

gesamten Mittelspannungsantrieb,<br />

bestehend aus Motor und Frequenzumrichter,<br />

mit dem die erforderlichen<br />

Zyklus-Anforderungen erfüllt<br />

wurden.“<br />

Sebastian Jahr, Project Director,<br />

Head of Project Management,<br />

ABB Motion Deutschland<br />

22 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


MARKTPLATZ<br />

LINEARKOMPONENTEN UND NUN AUCH DEN REST<br />

Präzisionsführungswellen von Rodriguez sind bekannt. Nun bietet der Hersteller auch alle<br />

Teile, die für den Einsatz der Wellen benötigt werden, aus einer Hand an, entweder im<br />

Standard-Sortiment oder individuell hergestellt. Kugelbuchsen inklusive passender Gehäuse,<br />

Wellenböcke, Traversen, Unterstützungen: All diese Komponenten sind bei Rodriguez erhältlich.<br />

Wenn Anwender Präzisionsführungswellen bei dem Eschweiler Unternehmen kaufen,<br />

können sie nun zusätzlich direkt auch alle Bauteile beziehen, die für die Integration der<br />

Wellen in die jeweilige Anlage benötigt werden. „Gerade die vollumfängliche Beratung stellt<br />

einen großen Mehrwert dar“, ist sich Andreas Neuweiler, Außendienstmitarbeiter bei<br />

Rodriguez sicher. „Wir können alle Teile individuell aufeinander abstimmen und dem Anwender<br />

somit die passende Lösung für seine konkrete Herausforderung bieten.“ Damit aber nicht<br />

genug: Spezielle Bauteile jenseits des Standardsortiments kann Rodriguez durch seine Eigenfertigung jederzeit auf Anfrage<br />

herstellen. Gleiches gilt für Kugelgewindetriebe: Rodriguez kann nicht nur diese Komponenten, sondern auch die passenden<br />

Lagereinheiten nach individuellen Vorstellungen herstellen und liefern.<br />

www.rodriguez.de<br />

ROBOTER SCHNELL<br />

UND EINFACH<br />

TEACHEN<br />

DIE KUPPLUNG.<br />

FÜR DIE WELT DER<br />

PRÄZISION<br />

Mit der Steuerung MRC01<br />

von Oriental Motor lassen<br />

sich Roboter ohne Vorwissen<br />

betreiben. Sie wurde speziell<br />

für Antriebe designt, die mit<br />

den Motoren der AZ-Serie<br />

betrieben werden. Die<br />

Steuerung übernimmt<br />

komplexe Kinematik-Berechnungen<br />

automatisch. Dazu<br />

zählt zum Beispiel das<br />

Einlernen des Tool Center<br />

Points (TCP). Durch das<br />

Teachen des TCP wird es dem<br />

Roboter ermöglicht, sich aus<br />

verschiedenen Winkeln in<br />

dieselbe Position zu bringen.<br />

Da mögliche Achsversetzungen<br />

bei der Programmierung<br />

berücksichtigt werden,<br />

eignet sich die MRC01 selbst<br />

für Roboter mit einem<br />

hohen Freiheitsgrad. Diverse<br />

Schutzfunktionen reduzieren<br />

das Risiko unbeabsichtigter<br />

Bewegungen.<br />

www.orientalmotor.de<br />

BK METALLBALG-<br />

KUPPLUNGEN<br />

KUPPLUNGEN<br />

0,05 - 10.000 Nm<br />

Höchste Höchste Präzision Präzision für für<br />

Positioniergenauigkeit<br />

Positioniergenauigkeit<br />

Spielfrei Spielfrei & torsionssteif<br />

torsionssteif<br />

RW-KUPPLUNGEN.DE


DIREKTANTRIEBE<br />

RADNABENANTRIEBE<br />

UNIVERSELL UND<br />

VOLLAUTOMATISIERT EINSETZBAR<br />

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) sind stark gefragt und die Anbieter von<br />

Antriebstechnik haben auf die Nachfrage reagiert. Für diesen Einsatzbereich hat<br />

Framo Morat nun eine weitere Produktreihe entwickelt. Neben den Plattform-<br />

Nabengetrieben NG250 und NG500 bietet das Unternehmen nun auch die<br />

passenden Antriebssysteme an. Die zwei neuen Varianten überzeugen mit<br />

Kompaktheit und hoher Traglast. Namhafte Partner hat man bereits gefunden.<br />

Fahrerlose Transportsysteme (FTS), die häufig auch als Automated<br />

Guided Vehicles (AGV) oder Autonomous Mobile Robots<br />

(AMR) bezeichnet werden, sind das Herzstück eines<br />

automatisierten Lagers. Gesteuert durch intelligente Software<br />

und Kommunikation machen sie Materialflüsse effizienter<br />

und tragen zu einer ganzheitlichen Optimierung der Wertschöpfungskette<br />

bei. Ein zentraler Bestandteil um diese Vorteile von<br />

Fahrerlosen Transportsystemen zu erreichen, ist der passende<br />

Fahrantrieb.<br />

In den verschiedensten Intralogistik-Anwendungen werden<br />

Radnabenantriebe von Framo Morat als Fahreinheiten eingesetzt.<br />

Das modulare und skalierbare System ist ein echter Alleskönner<br />

und überzeugt insbesondere durch seine hohe und zielgerichtete<br />

Performance auf engstem Bauraum. Daher sind die<br />

Radnabenantriebe prädestiniert für den Einsatz in weiteren Anwendungsbereichen,<br />

die gegenwärtig nachhaltig automatisiert<br />

werden. Eines dieser Segmente ist die Reinigungsbranche. Vollautomatisierte<br />

Service- und Reinigungsroboter werden zuneh-<br />

Felix Kneipp, Business Development,<br />

Framo Morat GmbH & Co. KG, Eisenbach<br />

mend präsenter und wichtiger. Da sich diese ebenfalls in ihrer<br />

Umgebung zurechtfinden und sicher bewegen müssen, liegen<br />

die Anforderungen an die Fahreinheiten sehr nahe an denen der<br />

mobilen Robotik in der Intralogistik.<br />

Beide Anforderungsprofile werden von den Radnabenantrieben<br />

von Framo Morat, die sämtliche Funktionselemente, wie das PUR-<br />

Rad, ein hochpräzises Planetengetriebe in 1- oder 2-stufiger Ausführung,<br />

einen performanten BLDC-Motor sowie Haltebremse<br />

und Elektronik in einer all-inclusive Lösung vereinen, erfüllt. So<br />

kommen beispielsweise die Radnabenantriebe vom Typ RNA250<br />

im Reinigungsroboter CR700 von Adlatus zum Einsatz, welcher<br />

sich durch eine robuste Bauweise auszeichnet und für eine dauerhafte<br />

Belastung ausgerichtet ist.<br />

GANZHEITLICHE SYSTEMLÖSUNGEN<br />

Das modulare und skalierbare System der Radnabenantriebe umfasst<br />

verschiedene Ausführungen mit einheitlichem Bauraum<br />

und identischer Traglast. Der Aufbau „Standard“ verspricht ein<br />

bewährtes System, das mittels Plug&Play schnell und unkompliziert<br />

in Fahrzeugen eingesetzt werden kann. Den Fahrzeugherstellern<br />

steht somit ein auf die Anwendung abgestimmtes System<br />

zur Verfügung, das entweder in kompakteren Fahrzeugen bei glei-<br />

24 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


CAD-Daten für<br />

Ihre Konstruktion<br />

kostenlos zum<br />

Herunterladen<br />

Das Open Shuttle<br />

von Knapp ist<br />

mit einem<br />

Naben getriebe<br />

NG500 von Framo<br />

Morat in Kombination<br />

mit dem BLDC<br />

Motor BG 75 von<br />

Dunkermotoren<br />

ausgestattet<br />

cher Traglast oder zusätzlich nutzbarem Bauraum<br />

für Batterien und Elektronik resultiert.<br />

Des Weiteren gibt es zwei Ausbaustufen, die<br />

den Funktionsumfang sukzessive erweitern.<br />

Das System „Advanced“ ermöglicht durch den<br />

zusätzlichen Encoder und den integrierten<br />

Motor Controller eine intelligente Steuerung<br />

und Auswertung der Systeme. Die Ausbaustufe<br />

„Ultimate“ ermöglicht durch zusätzliche<br />

Sensorik einen anwendungsoptimierten<br />

Betrieb und eine fortlaufende Datenerfassung<br />

zur Verbesserung des gesamten Fahrzyklus.<br />

Weiterhin können bei Bedarf Anpassungen<br />

in Bezug auf Traglast, Drehmoment und<br />

Schnittstellen vorgenommen werden. Durch<br />

die hohe Fertigungstiefe im eigenen Haus bei<br />

den Getriebekomponenten, Freiheiten in der<br />

Motordefinition sowie das eigene Montageteam<br />

kann Framo Morat bei den Radnabenantrieben<br />

zudem kurze Lieferzeiten realisieren.<br />

STANDARDISIERTE GETRIEBE<br />

Neben den Radnabenantrieben hat Framo<br />

Morat die Plattform-Nabengetriebe NG250<br />

und NG500 im Portfolio. Für eine schnelle Bereitstellung<br />

sind beide Nabengetriebe in jeweils<br />

1- und 2-stufiger Ausführung mit PUR-<br />

Rad erhältlich. Durch standardisierte Flansche<br />

können gängige Motoren direkt mit den<br />

Nabengetrieben verbunden werden. Dies ermöglicht<br />

eine hohe Flexibilität und schnelle<br />

Verfügbarkeit. Kundenspezifische Anpassungen,<br />

wie beispielsweise eine Bürstendichtung<br />

für den Outdoor-Bereich oder ein Zahnriemen<br />

für den Einsatz in Hochregallagern sind<br />

realisierbar.<br />

Getriebeseitig hat Framo Morat mit den<br />

Nabengetrieben das Maximum an Leistungsdichte<br />

herausgeholt. Sie bewähren sich dank<br />

ihrer vorteilhaften Anordnung der separaten<br />

Radlager sowie der Integration des Planetengetriebes<br />

in das Laufrad besonders in Radantrieben<br />

für Fahrerlose Transportsysteme.<br />

Ein prominentes Beispiel, welches in einem<br />

gemeinsamen Projekt mit Dunkermotoren<br />

realisiert wurde, ist das Open Shuttle von<br />

Knapp, welches mit einem Nabengetriebe<br />

NG500 in Kombination mit dem BLDC<br />

Motor BG 75 mit angebauter Bremse und<br />

zwei Gebersystemen ausgestattet ist.<br />

Bilder: Framo Morat, Knapp, Dunkermotoren<br />

www.framo-morat.com<br />

DIE IDEE<br />

„Radnabenantriebe von Framo Morat<br />

sind in unterschiedlichsten Anwendungen<br />

als Fahreinheiten im Einsatz.<br />

Das modulare und skalierbare<br />

System ist sehr flexibel. Die hohe<br />

und zielgerichtete Performance auf<br />

kleinstem Bauraum ist überzeugend.<br />

Daher sind die Radnabenantriebe<br />

für den Einsatz in zahlreichen<br />

Anwendungsbereichen geeignet, die<br />

gegenwärtig automatisiert werden.<br />

Ein Beispiel ist hier die Reinigungsbranche.<br />

Vollautomatisierte<br />

Service- und Reinigungsroboter<br />

werden immer präsenter und<br />

wichtiger. Da sich diese ebenfalls in<br />

ihrer Umgebung zurechtfinden und<br />

sicher bewegen müssen, liegen die<br />

Anforderungen an die Fahreinheiten<br />

sehr nahe an denen der mobilen<br />

Robotik in der Intralogistik.“<br />

Felix Kneipp, Business Development,<br />

Framo Morat<br />

Lineartechnik<br />

von Dr. TRETTER ®<br />

CAD-Daten zum<br />

Herunterladen<br />

Am Desenbach 10+12<br />

73098 Rechberghausen<br />

fon +49 7161 95334-0<br />

mail info@tretter.de<br />

www.tretter.de


DIREKTANTRIEBE<br />

ANTRIEBSSYSTEM FÜR FTS<br />

MACHT ALLES<br />

GANZ EINFACH<br />

Die neue Generation eines kompakten Servoantriebssystems für<br />

Fahrerlose Transportsysteme vereint eine schlanke und integrations -<br />

freundliche Sicherheitsarchitektur mit höchster Leistungsdichte, die den<br />

Fahrzeugen einen entscheidenden Zugewinn an Performance und damit<br />

Produktivität ermöglicht. Das Antriebssystem für Differenzialantriebe<br />

überzeugt dabei zugleich durch ein durchgängig industriegerechtes Design.<br />

Carolin Ank, Leiterin Produktmanagement,<br />

Wittenstein Cyber Motor GmbH, Igersheim<br />

Lager, Produktion, Montage und Intralogistik sind die wohl<br />

häufigsten Einsatzbereiche für Automated Guided Vehicles<br />

(AGV). Dies sind in der Regel spurgebundene Fahrerlose<br />

Transportfahrzeuge, die oftmals mit Lastaufnahmemitteln<br />

ausgestattet sind, beispielsweise zum Transport von Paletten<br />

oder Behältern. Ähnliches gilt für die Vielzahl sich selbst orientierender<br />

und frei navigierender mobiler Plattformen, beispielsweise<br />

Autonomous Mobile Robots (AMR), die in der Regel ebenfalls<br />

mit einem spezifischen Lastaufnahmemittel oder einem Roboter<br />

ausgestattet sind.<br />

Dafür gibt es nun das Antriebssystem Cyber Itas System 2 von<br />

Wittenstein. Es besteht aus einem sicherheitszertifizierten Servoregler<br />

der Baureihe Cyber Simco Drive 2 mit einem Maximalstrom<br />

bis 200 A sowie einem kompakten Radaktuator Cyber TAS<br />

Actuator 2 und eignet sich für alle diese und weitere Fahrzeugtypen<br />

ähnlicher Art. Durch den Einsatz von zwei dieser High-Performance-Antriebssysteme<br />

pro Fahrzeug entsteht ein Differenzialantrieb,<br />

der über unterschiedliche Drehzahlen oder Drehrichtungen<br />

pro Rad eine Lenkfunktion generiert. Dies und die<br />

kinematische Dynamik des Radaktuators können dazu beitragen,<br />

insbesondere flache Fahrzeuge und Plattformen mit niedrigen<br />

Unterfahrhöhen auf ein neues Produktivitätsniveau zu bringen –<br />

und das auf einfache Weise.<br />

INDUSTRIEGERECHT EINFACH UND ROBUST<br />

Das Antriebssystem überzeugt durch seinen industriegerechten<br />

und durchdachten sowie einfachen Aufbau. Für die antriebsnahe,<br />

verkabelungsarme und Platz im Schaltschrank sparende Positionierung<br />

in unmittelbarer Nähe zum Antrieb ist der Regler in<br />

Schutzart IP65 weitgehend gegen das Eindringen von Staub und<br />

Feuchtigkeit geschützt. Der Radaktuator selbst hat IP54 – passend<br />

für den Einsatz im Indoor-Bereich. Angeschlossen wird der<br />

Cyber Simco Drive 2 mit gängigen M12-Industriesteckern – die<br />

Versorgung für Leistung und Logik erfolgt über einen Weitbe-<br />

26 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


DIREKTANTRIEBE<br />

01 Überzeugt durch<br />

Performance und Einfachheit:<br />

Servoantriebssystem für FTS, AMR<br />

und andere mobile Plattformen<br />

reichseingang mit 12 bis 60 VDC. Für die einfache Anbindung<br />

in unterschiedliche Steuerungsumgebungen steht eine Multi-<br />

Ethernet-Schnittstelle sowie eine CANopen-Schnittstelle zur<br />

Verfügung. Bis auf das Rad – wahlweise mit Vulcollan- oder Bestane-Lauffläche<br />

– ist das gesamte System komplett wartungsfrei.<br />

Das elektronische Typenschild ermöglicht eine einfache<br />

Inbetriebnahme – ebenso unterstützt es auch Diagnosefunktionen<br />

oder einen schnellen Restart des Antriebssystems. Zudem<br />

trägt das schlanke Systemdesign dazu bei, Bauteile wie<br />

Kabel, Schütze, Relais oder einen zweiten Encoder einzusparen.<br />

Denn: Weniger Komponenten bedeuten weniger Ausfallrisiken,<br />

so dass das gesamte Antriebssystem auch in dieser<br />

Hinsicht die Robustheit und damit die Verfügbarkeit optimiert.<br />

BIS PL D DIREKT IM ANTRIEB<br />

Ein wesentlicher, und in der Zukunft immer wichtigerer, Aspekt<br />

beim Betrieb solcher Fahrzeuge ist, dass sie sich in den<br />

wohl allermeisten Fällen mit Menschen den gleichen Arbeitsraum<br />

teilen. Mit seiner neu konzipierten Next Level Safety Architecture<br />

wird das Cyber Itas System 2 – bei gleichzeitiger Beachtung<br />

von Performance- und Produktivitätsanforderungen<br />

im späteren Einsatz – laut Hersteller den hohen Sicherheitsanforderungen<br />

bis hin zu kollaborativen Einsatzszenarien gerecht.<br />

Das Ziel von Wittenstein war es, ein Antriebssystem mit<br />

einer integrierten Sicherheitsarchitektur zu schaffen, das mit<br />

weniger Kabeln und Steckern, weniger Schnittstellen, weniger<br />

Bauteilen und Modulen, weniger Fehlerrisiken sowie weniger<br />

Montage- und Dokumentationsaufwand auskommt – und dennoch<br />

die Anforderungen an den sicheren Betrieb von AGVs<br />

und AMRs erfüllt.<br />

Dies zeigt sich zum einen beim Servoregler des Systems, der<br />

bereits in der Grundvariante über eine zweikanalige STO-Funktion<br />

(Safe Torque Off) für ein sicher abgeschaltetes Drehmoment<br />

verfügt. Mit Hilfe einer optionalen Sicherheitskarte können<br />

die Sicherheitsfunktionen erweitert werden. Neben der Sicherheitsfunktion<br />

STO ist eine SBC-Funktion (Safe Brake Control)<br />

für eine sichere Bremsenansteuerung (beide nach SIL 3<br />

und PL e) sowie eine sichere Encoder-Emulation nach SIL 2<br />

und PL d integriert. Diese wandelt die sicheren Positions-Istwerte<br />

aus dem Aktuator in analoge Signale um und überträgt<br />

sie an die Sicherheitssteuerung. Zum anderen verfügt der Aktuator<br />

seinerseits sowohl über einen integrierten Safety-Encoder<br />

nach SIL 2 und PL d für die sichere Geschwindigkeits- und Positionsüberwachung<br />

sowie – ergänzend zur generatorischen<br />

Bremsfunktion des Antriebs – über eine integrierte Federdruckbremse.<br />

Die Kombination aus integriertem Safety-Encoder zur Ermittlung<br />

der sicheren Position und der sicheren Encoder-Emulation<br />

für deren Ausgabe ermöglicht die Realisierung der Sicherheitsfunktion<br />

SP (Safe Position) nach SIL 2 und PL d. Die Übertragung<br />

der sicheren Signale vom Regler zur Safety- oder Fahrzeugsteuerung<br />

soll in Zukunft direkt über einen sicheren<br />

Feldbus, beispielsweise ProfiSafe erfolgen, sodass die Zusatzverkabelung<br />

dann nicht mehr benötigt wird.<br />

Insgesamt erfüllt das Antriebssystem die Anforderungen<br />

nach SIL 2 und PL d, wie sie von den meisten Fahrzeugherstellern<br />

und Betreibern vorgegeben werden. Und diese profitieren<br />

COG SETZT ZEICHEN:<br />

Brillante Ringe für alle<br />

Herausforderungen.<br />

Präzisions-O-Ringe für unterschiedlichste<br />

Industriebereiche und höchste Ansprüche.<br />

www.COG.de


DIREKTANTRIEBE<br />

03<br />

02<br />

02 Schlank und integrationsfreundlich: Die Sicherheitsarchitektur<br />

sorgt in den Fahrzeugen für einen entscheidenden<br />

Zugewinn an Performance und Produktivität<br />

03 Kurz und sicher: Der Radaktuator bietet eine Stützlast<br />

bis 750 kg und verfügt, obwohl nur 230 mm lang, über<br />

einen integrierten Safety-Encoder<br />

nicht nur von zertifizierter Sicherheit, sondern durch die schlanke Sicherheitsarchitektur<br />

auch von reduziertem Zeit- und Kostenaufwand bei Inbetriebnahme,<br />

Service und Dokumentation sowie einer Reduzierung der sicherheits-<br />

und steuerungstechnischen Komplexität in den Fahrzeugen.<br />

DESIGNFLEXIBILITÄT ERHÖHT<br />

Neben der funktionalen Sicherheit hat sich Wittenstein bei der Entwicklung<br />

des neuen Systems an aktuellen fahrzeugtechnischen Rahmenbedingungen<br />

und Performance-Merkmalen orientiert. So hat der Radaktuator pro Rad eine<br />

Stützlast von 750 kg – und dies bei einer Bauhöhe von nur 180 mm. Durch<br />

die Integration des Getriebes in die Radgeometrie und die Integration eines<br />

platzsparenden Safety-Encoders erreicht der Servoantrieb eine Baulänge<br />

von gerade einmal 230 mm. Es können zwei Radaktuatoren platzsparend<br />

back-to-back montiert werden – zumal sie axial um 90° gedreht angebracht<br />

werden können, so dass ihr jeweiliger Kabelabgang optimal zu den Steckverbindungen<br />

an der Vorderseite des Servoreglers geführt werden kann. Dadurch<br />

lassen sich jetzt auf minimalem Bauraum leistungsfähige Differenzialantriebe<br />

realisieren, die ein Höchstmaß an Manövrierfähigkeit und Gleichmäßigkeit<br />

bei Schleichfahrten erreichen. Durch die hohe Stützlast ist für jedes<br />

Rad höchste Traktion sichergestellt. Dies verkürzt Bremswege und<br />

erlaubt es, die Schutzfelder von Sicherheits-Laserscannern kleiner auszulegen,<br />

was weniger Sicherheitsstopps nach sich zieht und so mehr Taktzeit und<br />

Produktivität ermöglicht. Für den Konstrukteur bedeutet dies zusammengenommen<br />

viel Designflexibilität für Fahrzeuge bereits ab einer Höhe von<br />

180 mm und einer Breite von 460 mm sowie Fahrzeugmassen zwischen ein<br />

und drei Tonnen – schwere und gleichzeitig schnelle Fahrzeuge können mit<br />

dem System jetzt noch flacher konstruiert und gebaut werden.<br />

ANTRIEBSSYSTEM MIT HOHEM ZUKUNFTSPOTENZIAL<br />

Normkonforme Sicherheit, hohe Performance, industriegerechte Einfachheit,<br />

steuerungstechnische Variabilität, platzsparende Kompaktheit und einsatzgerechte<br />

Robustheit – das Cyber Itas System 2 erfüllt laut Wittenstein alle<br />

Anforderungen an ein zukunfts- und investitionssicheres Antriebskonzept<br />

für fahrerlose Transportfahrzeuge, autonome mobile Roboter und andere<br />

mobile Plattformen. Perfekt, um bestehende Fahrzeugarchitekturen zu optimieren<br />

und innovative AGV- und AMR-Designs zu realisieren, zumal im<br />

elektronischen Cadanes-Produktkatalog jederzeit aktuelle 2D- sowie 3D-<br />

CAD-Modelle, CAE-Modelle und 3D-PDF-Datenblätter online verfügbar<br />

sind. Mit dem System sind Fahrzeughersteller schon heute in der Lage, FTS,<br />

AMR und andere mobile Plattformen zu bauen, die auch den Anforderungen<br />

der Fabrik der Zukunft in passender Weise gerecht werden.<br />

Bilder: Wittenstein<br />

www.wittenstein.de<br />

DIE IDEE<br />

„Das Antriebssystem ist ein Konzept<br />

für fahrerlose Transportfahrzeuge,<br />

autonome mobile Roboter und<br />

andere mobile Plattformen. Ein sehr<br />

wichtiger Aspekt für diese Systeme<br />

wird zukünftig immer mehr die<br />

Sicherheit sein. Dafür haben wir die<br />

Next Level Safety Architecture neu<br />

konzipiert, damit wird unser System<br />

den hohen Sicherheitsanforderungen<br />

bis hin zu kollaborativen<br />

Einsatzszenarien gerecht. So haben<br />

wir ein Antriebssystem mit einer<br />

integrierten Sicherheitsarchitektur<br />

geschaffen, das die Anforderungen<br />

an den sicheren Betrieb von AGVs<br />

und AMRs erfüllt.“<br />

Carolin Ank,<br />

Leiterin Produktmanagement,<br />

Wittenstein, Igersheim<br />

28 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


MARKTPLATZ<br />

PROBLEMFREI AUCH BEI HOHEM WELLENVERSATZ<br />

Gelenkkupplungen von KBK<br />

eignen sich für die drehstarre<br />

Drehmomentübertragung bei<br />

großem Radial- und Winkelversatz.<br />

Minimale Rückstellkräfte<br />

schonen die Lager und verlängern<br />

die Standzeit von Maschinen und<br />

Anlagen. Angeboten werden drei<br />

Varianten: Die Baureihe GK mit<br />

Gewindeanschluss für Axialkräfte<br />

von 200 bis 13.000 N sowie GK-T<br />

und GK-TH mit Klemmnabe für Drehmomente bis 580 Nm. Die<br />

GK-TH-Serie verfügt über geteilte Klemmnaben, sodass zu verbindende<br />

Antriebe und Aggregate bei der Montage oder Demontage<br />

der Kupplung nicht mehr gelöst werden müssen. Alle Gelenkkupplungen<br />

sind in Aluminium und Edelstahl erhältlich. Die Stifte<br />

bestehen aus gehärtetem Stahl. Gelenkkupplungen von KBK<br />

können aber nicht nur zur Verbindung zweier Wellen eingesetzt<br />

werden. Sie lassen sich auch als Ausgleichselement bei Fluchtungsfehlern<br />

nutzen, indem zum Beispiel am Ende einer Linearachse eine<br />

axialsteife GK-Gelenkkupplung mit Innen- und Außengewinde für<br />

die Verbindung zur Linearmotorachse verwendet wird.<br />

www.kbk-<strong>antriebstechnik</strong>.de<br />

BREMSE OPTIMIERT FÜR SERVOMOTOR<br />

Bremsen in Servomotoren müssen<br />

unter besonderen Umgebungsbedingungen<br />

präzise<br />

arbeiten. Vor diesem Hintergrund<br />

hat KEB Automation die<br />

Permanentmagnetbremse<br />

Combiperm P2 entwickelt. Sie<br />

benötigt nur eine geringe<br />

Leistung, wodurch sich der Motor nicht zusätzlich erwärmt.<br />

Außerdem hat sie einen optimierten Magnetfluss, was sich<br />

positiv auf das Drehmoment auswirkt. Zu den Neuerungen<br />

in der P2 im Vergleich zum Vorgängermodell P1 zählt ein<br />

Filzring, der als Standard integriert ist. Aufgrund der Lage<br />

der Bremse am Motorlager, dient er etwa zum Auffangen<br />

des entstehenden Ölnebels. Außerdem hat die Bremse mehr<br />

Not-Stopps und eine größere Verschleißreserve als ihre<br />

Vorgängerin. Die Bremse ist ausgelegt für Spannungen von<br />

24 V und mit einem Drehmomentbereich von 1 bis 60 Nm.<br />

Durch ihre Präzision und Beständigkeit gegen hohe Temperaturen<br />

im Motorraum ist sie für viele Anwendungen in<br />

Servomotoren, in der Robotik, der Medizintechnik und der<br />

Logistik geeignet.<br />

www.keb.de<br />

NEUE INDUSTRIEBREMSEN-SERIE<br />

Ringspann präsentiert eine neue Generation von Elektrobremsen. Die Komponenten der Baureihe MV<br />

verfügen über eine innovative Schließmechanik und bringen Klemmkräfte von bis zu 25.000 N auf die<br />

Scheibe. Die neuen federbetätigten und elektromagnetisch gelüfteten Scheibenbremsen sind für<br />

Bremsscheiben-Durchmesser von 300 bis 710 mm ausgelegt. Mit serienmäßig bis zu 550 Schaltungen<br />

pro Stunde im 230 VAC-Betrieb und bis zu 450 Schaltungen pro Stunde im 400 VAC-Betrieb<br />

gehören die MV-Bremssättel derzeit zu den schnellsten und agilsten Elektro-Scheibenbremsen auf<br />

dem Markt. Die neue patentierte Schließmechanik verleiht den Bremsen einen überdurchschnittlich<br />

großen Lüftspalt bei nur minimalem Federkraftverlust während dessen Überbrückung.<br />

www.ringspann.de<br />

Stand: 4 • B07<br />

ROTEX<br />

goes digital<br />

ROTEX mit integrierter<br />

Drehmomentmessung = MONITEX BT<br />

Zur Messung von Drehmoment und Drehzahl<br />

Einfacher Einbau<br />

Induktive Stromversorgung<br />

Kostenlose App für iOS und Android<br />

Kostenlose Windows-Software<br />

Rotierendes Display<br />

mehr Produktinformationen


SPECIAL: INSTANDHALTUNG 4.0<br />

FERNWARTUNG<br />

RKX: EINE SOFTWARE,<br />

UNZÄHLIGE MÖGLICHKEITEN<br />

Nicht nur im Betrieb synchron verfahrbarer Hubsäulensysteme<br />

spielt die Steuerungssoftware RKX von RK Rose+Krieger ihre<br />

Vorteile aus. Auch bei der Installation und bei der Fernwartung<br />

leistet sie entscheidende Hilfestellung. Das erfuhr die<br />

Leo Feinwerktechnik GmbH & Co. KG beim Aufbau ihrer weltweit<br />

einzigartigen höhenverstellbaren Fügetische<br />

für die Spiralsiebproduktion.<br />

Damit aus Holzfasern, Altpapier und Wasser neues Papier wird, sind zahlreiche<br />

Fertigungs- und Veredlungsschritte erforderlich. Ein entscheidender<br />

Vorgang am Ende des Prozesses ist die Trocknung der noch feuchten<br />

Papierbahn durch Heißluft. Dazu liegen die Bahnen auf mehrere Meter<br />

breiten Transportsieben. Diese Siebe bestehen aus einzelnen Kunststoffspiralen,<br />

die auf einer Fügemaschine mit Steckdrähten zunächst zu einzelnen Siebsegmenten<br />

und diese dann zu einem beliebig langen Spiralsieb verbunden werden. Anschließend<br />

erfolgt die Thermofixierung des Siebs auf einem Kalander.<br />

Ein führender Hersteller von Kunststoffspiralen sowie Wickel-, Füge- und Füllmaschinen<br />

für die Spiralsiebfertigung ist die Leo Feinwerktechnik GmbH & Co. KG<br />

(Leo) aus dem hessischen Dietzenbach. Der Familienbetrieb ist auf die Fertigung<br />

kundenspezifischer Einzelmaschinen und Kleinst serien spezialisiert. „Typischerweise<br />

ordern unsere Kunden nicht nur eine Maschine, sondern komplette<br />

Fertigungsstraßen inklusive Materialbereitstellung. Der Kunde profitiert in diesem<br />

Fall davon, dass alle Maschinen präzise aufeinander und das zu verarbeitende<br />

Material abgestimmt sind“, erklärt Martin Leo, Geschäftsführender Gesellschafter<br />

des Familienunternehmens, das für seine Innovationskraft bekannt ist<br />

und sich eine einzigartige Technologie zur besonders schonenden Weiterverarbeitung<br />

der Siebspiralen patentieren ließ.<br />

01 Die Hubsäulen passen die Höhe des<br />

Füge tisches im Bereich von 850 bis 1.050 mm<br />

innerhalb weniger Sekunden an die Körpergröße<br />

der Person an<br />

WELTWEIT EINMALIG<br />

Die Tische der Fügemaschinen von Leo setzen sich aus identischen drei Meter<br />

langen und rund 950 Millimeter hohen Tisch-Sektionen zusammen. Diese werden<br />

je nach Bedarf des Kunden bzw. je nach Siebbreite zu sechs, neun oder zwölf Meter<br />

langen Fügetischen gekoppelt. „Für den Transport zum Kunden zerlegen wir<br />

die Maschinen dann wieder in die einzelnen Segmente. Das erleichtert den Transport<br />

ganz wesentlich“, erklärt Martin Leo. Sein jüngstes Projekt ist eine Weltpremiere:<br />

eine Fügemaschine mit einem höhenverstellbaren Tisch. Auftraggeber der<br />

Maschine ist ein niederländischer Kunde, dem viel an der Gesundheit seiner Mitarbeiter<br />

gelegen ist. Der Tisch selbst ist zwölf Meter lang und 1,5 Meter breit. Der<br />

Output der Maschine liegt bei rund 30 bis 35 Quadratmeter Spiralsieb pro Stunde.<br />

Für die Höhenverstellung des Fügetisches sorgen insgesamt 22 Hubsäulen<br />

vom Typ RK Powerlift M für Druckbelastungen bis 3.000 Newton und Zugbelastungen<br />

bis 1.500 Newton, die synchron verfahren werden können. Sie passen die<br />

Tischhöhe im Bereich von 850 bis 1.050 Millimetern innerhalb weniger Sekunden<br />

an die Körpergröße des jeweiligen Werkers an. Lieferant der Hubelemente<br />

und der Steuerungen ist die RK Rose+Krieger GmbH, auf die Martin Leo durch<br />

eine Internetrecherche stieß. Das mittelständische Unternehmen aus Minden ist<br />

spezialisiert auf die Entwicklung und Realisierung von Komponenten für die Li-<br />

30 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


SPECIAL: INSTANDHALTUNG 4.0<br />

Bernd Klöpper, Marketingleiter, RK Rose+Krieger GmbH<br />

near-, Verbindungs- und Profiltechnik sowie Systemlösungen für<br />

Automatisierungs- und Produktionsanwendungen. „Die leistungsstarken<br />

Powerlift M Hubsäulen von RK Rose+Krieger sind<br />

sehr stylisch. Anders als andere Produkte auf dem Markt benötigen<br />

sie keine Verkleidung, sondern können so verbaut werden,<br />

wie sie geliefert werden“, meint Martin Leo.<br />

STEUERUNGSKONFIGURATION LEICHT GEMACHT<br />

Insgesamt acht Antriebssteuerungen vom Typ RK MultiControl II<br />

duo regeln den Hubsäulenverbund des Fügetisches von Leo. Dabei<br />

kontrolliert jeweils eine Steuerung zwei bis vier Hubelemente.<br />

Die Synchronisierung übernimmt ein integrierter Synchronisationsbus.<br />

Die Bedienung erfolgt über die RKX Software, welche eigens<br />

entwickelt wurde. Die Software erleichtert den Anwendern<br />

der RK MultiControl II die Konfiguration individueller Steuerungsprofile<br />

und gestattet deren Speicherung. „Mit der Standardversion<br />

der RK MultiControl II lassen sich acht Steuerungen und<br />

bis zu 32 Hubsäulen – vier pro Steuerung – miteinander vernetzen“,<br />

erklärt Daniel Prenzel, der für Leo Feinwerktechnik zuständige<br />

Servicemitarbeiter von RK Rose+Krieger. Die Bedienung<br />

bzw. Navigation durch die Menüstruktur der Steuerung erfolgt<br />

dabei bequem und schnell über PC oder Laptop. Dafür sorgen<br />

unter anderem die übersichtliche Gestaltung der Bedienoberfläche<br />

und konkrete Hilfestellungen wie Erklärungsvideos. Zu den<br />

vielerlei individuellen Einstellungsmöglichkeiten gehören dabei<br />

u. a. das Antriebsgruppenmanagement, die relative und absolute<br />

Positionierung sowie eine integrierte Kollisionserkennung.<br />

RK Rose+Krieger konfiguriert die Software nach den individuellen<br />

Anforderungen der Kunden. Diese können dann auch eigenständig<br />

zusätzliche Einstellungen vornehmen und als Profile<br />

abspeichern. Die Profile lassen sich jederzeit abrufen und müssen<br />

nicht mehr an jeder Steuerung händisch eingegeben werden,<br />

wodurch eine mögliche Fehlerquelle eliminiert werden kann.<br />

BETRIEBSPARAMETER IN ECHTZEIT<br />

Gegenüber vergleichbaren Lösungen zeichnet sich RKX durch<br />

zwei grundlegende Vorteile aus: Die Software zeigt Motorströme<br />

und weitere Betriebsparameter in Echtzeit an – selbst in Bussystemen<br />

mit bis zu 32 Antrieben. Auf diese Weise können Verspannungen<br />

und andere Unregelmäßigkeiten im System unmittelbar<br />

erkannt und frühzeitig eliminiert werden. Aufwändige Messarbeiten<br />

wie das Anklemmen von Strommessdosen an jedem Antrieb


SPECIAL: INSTANDHALTUNG 4.0<br />

02 Mit der neuen Software RKX<br />

erleichtert RK Rose+Krieger den<br />

Anwendern seiner Antriebssteuerung<br />

die Konfiguration individueller<br />

Steuerungsprofile<br />

lassen sich somit deutlich reduzieren. RKX liefert alle Daten für<br />

das Gesamtsystem auf Knopfdruck. Noch mehr Komfort bietet die<br />

Möglichkeit, Serviceeinsätze überall auf der Welt per digitaler<br />

Fernwartung vom RK Servicepersonal durchführen zu lassen –<br />

abhängig von der Internetverfügbarkeit und Regularien im Betrieb.<br />

„Der Fügetisch, der in China steht, könnte von Minden aus<br />

in der Höhe verfahren werden – beispielsweise um Blockaden zu<br />

lösen“, erklärt Daniel Prenzel. Auch das anschließende Neuinitialisieren<br />

der Hubsäule(n) und das Hochfahren des Systems kann<br />

der Servicetechniker aus der Ferne übernehmen. Typisch ist allerdings<br />

das Auslesen und Exportieren von Service- und Fehlerhistorien<br />

sowie Motorströmen. Dabei gibt die Auswertung der Ströme<br />

in der Regel bereits Hinweise auf die mögliche Fehlerursache. Auf<br />

diese Weise können die Anwender der Höhenverstellung langfristige<br />

Probleme identifizieren und abstellen, was zu einer Verlängerung<br />

der Lebensdauer seines Gesamtsystems führt.<br />

SCHWACHSTELLEN ERKENNEN UND BEHEBEN<br />

Von diesen Features profitieren insbesondere Maschinenhersteller<br />

wie Leo Feinwerktechnik. „Die Steuerungssoftware von<br />

RK Rose+Krieger half uns nicht nur bei der Montage, sondern auch<br />

dabei, die Schwachstellen in der Konstruktion zu erkennen und zu<br />

beheben“, sagt Martin Leo. Dabei hatte er den höhenverstellbaren<br />

Fügetisch zunächst ohne die RKX-Steuerung geplant. Doch je mehr<br />

Hubsäulen montiert wurden, desto häufiger kam es zu Störungen,<br />

obwohl die Belastungsgrenze rein rechnerisch noch gar nicht erreicht<br />

war. „Als die Servicetechniker von RK Rose+Krieger zu Hilfe<br />

kamen, brachten sie die neue Steuerungssoftware mit und stellten<br />

fest, dass die erforderliche Anfangsenergie, um die Säulen in Bewegung<br />

zu setzen, über der Belastungsgrenze lag. Ohne RKX wären<br />

wir nie darauf gekommen“, so Martin Leo. Zudem erleichterte die<br />

Steuerung bei der Montage das präzise aufeinander abgestimmte<br />

Verfahren der einzelnen Hubsäulen des Fügetisches.<br />

Ein weiterer Vorteil für Maschinenbauer wie Martin Leo: Baut<br />

er in Zukunft einen baugleichen höhenverstellbaren Fügetisch,<br />

kann er die mit RKX gespeicherte Konfiguration des ersten Tisches<br />

ganz einfach auf das neue System übertragen. Geht es nicht<br />

um einen baugleichen, sondern um einen ähnlichen Tisch, kann<br />

die gespeicherte Konfiguration mit der neuen Software schnell<br />

und einfach angepasst werden.<br />

FAZIT UND AUSBLICK<br />

Martin Leo ist ausgesprochen zufrieden mit der Zusammenarbeit<br />

mit den Lineartechnikexperten von RK Rose+Krieger. „Der Preis<br />

war unschlagbar, das Design der Hubsäulen und die Steuerungssoftware<br />

haben überzeugt und wir konnten uns jederzeit auf<br />

kompetente Service-Ansprechpartner verlassen“, bilanziert<br />

Martin Leo. Der – sollte sich das Hubsäulensystem in den Fügetischen<br />

bewähren – auch in Zukunft auf die Produkte von<br />

RK Rose+Krieger zurückgreifen wird, denn „es kommen immer<br />

wieder Folgeaufträge und wir konzentrieren uns bei der Beschaffung<br />

von Maschinenkomponenten gern auf wenige Anbieter“.<br />

Bilder: RK Rose + Krieger<br />

www.rk-rose-krieger.com<br />

DIE IDEE<br />

„Die Hubsäulensteuerung MultiControl<br />

II zeichnet sich durch zahlreiche<br />

Alleinstellungsmerkmale aus,<br />

darunter u.a. ein leistungsstarkes,<br />

energieeffizientes Schaltnetzteil und<br />

einen Weitbereichseingang für den<br />

weltweiten Einsatz. Zudem überzeugt<br />

sie mit einer deutlich höheren<br />

Einschaltdauer als vergleichbare<br />

Produkte, einem Handschalter mit<br />

grafikfähigem Display für die<br />

intuitive Bedienung und der Rückwärtskompatibilität.<br />

Mit der<br />

Steuerung können mehrere Tischund<br />

Monitorebenen unabhängig<br />

voneinander verfahren werden –<br />

trotz unterschiedlicher Säulentypen.“<br />

Bernd Klöpper, Marketingleiter,<br />

RK Rose+Krieger, Minden<br />

32 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


MARKTPLATZ<br />

EINFACH SICHERES NETZWERK<br />

BEREITSTELLEN<br />

Red Lion, ein<br />

Hersteller von<br />

Technologien für<br />

den Datenzugriff,<br />

die Verbindung<br />

und Visualisierung<br />

von industriellen<br />

Daten, stellt die N-Tron Serie NT5000 von Managed<br />

Gigabit Layer 2 Ethernet Switches vor. Die neuen Switche<br />

mit ihrer Gigabit-Geschwindigkeit wurden speziell zur<br />

Verbesserung der Netzwerksicherheit und -zuverlässigkeit<br />

für Industrieunternehmen aller Größen und Branchen<br />

entwickelt. Laut Hersteller maximieren die Switche<br />

die Betriebsleistung und Systemverfügbarkeit durch<br />

nahtlose Integration in bestehende Netzwerke. Management-<br />

und Diagnosefunktionen, Netzwerkredundanz<br />

und mehrschichtige Sicherheitsfunktionen ermöglichen<br />

Unternehmen eine zuverlässige Kommunikation in Bezug<br />

auf informationstechnologische und betriebstechnische<br />

Anforderungen. Die Switche sind in Konfigurationen mit<br />

6, 8, 10, 16 und 18 Ports in reiner Kupferausführung oder<br />

in einer Kombination aus Kupfer- und Glasfaseroptionen<br />

für spezifische Installationsanforderungen verfügbar. Mit<br />

seinem Metallgehäuse und dem breiten Temperaturbereich<br />

stellt der Switch eine kompakte Lösung für den<br />

zuverlässigen Betrieb in rauen Industrieumgebungen dar.<br />

Der Konfigurationsassistent führt den Nutzer durch die<br />

Ersteinrichtung auf einer grafischen Benutzeroberfläche.<br />

Der Switch bietet mehrstufige Sicherheitsfunktionen wie<br />

Passwortverschlüsselung, einen mehrstufigen Benutzerzugang<br />

und MAC-Sicherheit und IEEE 802.1X mit<br />

RADIUS-Fernauthentifizierung. Administratoren können<br />

die Ereignis- und Syslog-Daten einsehen, um den Status<br />

des Netzwerks in Echtzeit zu überprüfen und Benachrichtigungen<br />

über Zugriffsversuche oder Konfigurationsänderungen<br />

zu erhalten. Benutzer- oder Port-Zugangsdaten<br />

werden automatisch nach fehlgeschlagenen Zugriffsversuchen<br />

deaktiviert.<br />

www.redlion.net<br />

FIT WIE EIN OPTISCHER ENCODER,<br />

BESCHEIDEN BEIM BAURAUM<br />

IC-Haus erreicht mit magnetischer Positionssensorik<br />

eine Leistung auf dem Niveau<br />

optischer Encoder. Der neue 24-Bit-Axis-<br />

TMR-Winkelsensor iC-TW39 benötigt<br />

jedoch nur einen Bruchteil des Bauraums.<br />

Der Sensor eignet sich für hochauflösende<br />

inkrementelle und absolute Messsysteme<br />

und unterstützt auch Multiturn-Applikationen.<br />

Er nutzt einen magnetischen Tunnelwiderstand,<br />

um dem Feldvektor eines<br />

rotierenden Magneten am Wellenende zu folgen. Dabei ändert sich<br />

der Widerstand proportional zur Magnetisierungsrichtung, so dass<br />

360 Grad genau erfasst werden. Im Vergleich zu Hall-Sensoren sind<br />

aufgrund der hohen Empfindlichkeit größere Arbeitsabstände<br />

realisierbar und damit ein größeres Axialspiel der Motorachse. Der<br />

quantenmechanische Tunneleffekt beim iC-TW39 bedingt hohe<br />

Ausgangsspannungen für das TMR-Ausgangssignal, das mehrere<br />

Hundert Millivolt erreicht. Weiter kennzeichnend sind ein niedriger<br />

Temperaturkoeffizient der Ausgangsspannung, ein niedriger Offset-<br />

Drift und hohe Winkelgenauigkeit.<br />

www.ichaus.de<br />

NEUE INKREMENTAL-DREHGEBER-GENERATION<br />

Posital hat seine IXARC-Familie an<br />

inkrementalen Drehgebern<br />

überarbeitet. Diese verfügen jetzt<br />

über eine neue magnetische<br />

Sensortechnologie und energieeffizientere<br />

integrierte Mikrocontroller.<br />

Dabei bleiben sie mechanisch<br />

und elektrisch mit den früheren Modellen kompatibel, und<br />

Anwender profitieren von einem deutlich geringeren Stromverbrauch.<br />

Die neuen IXARC-Inkrementalgeber verwenden eine TMR-<br />

Sensortechnologie (Tunnel-Magneto-Resistance) anstelle der<br />

Hall-Effekt-Sensoren wie in den Vorgängermodelle.<br />

www.posital.de<br />

Virtual Lifetime<br />

Condition Monitoring.<br />

Predictive Maintenance.<br />

Drive Optimization.<br />

• Antriebszustände exakt erfassen.<br />

• Effizient agieren sta interpreeren.<br />

• Reale Belastung analysieren.<br />

• Nachhalg wirtschaen.<br />

www.stober.com


SPECIAL: INSTANDHALTUNG 4.0<br />

IO-LINK<br />

VOLL VERNETZT<br />

VORAUSSCHAUEN<br />

Für intelligent vernetzte Maschinen und Abläufe spielt IO-Link eine entscheidende<br />

Rolle: Es ist der Übersetzer zwischen Sensoren sowie Aktoren und den<br />

unterschiedlichen Feldbus-Systemen. Darüber hinaus bietet IO-Link die<br />

Möglichkeit, neben den eigentlichen Mess- oder Regelwerten weitere<br />

Prozessparameter zu erfassen und zu diagnostizieren. Insbesondere diese<br />

Fähigkeit nutzen Hersteller, um durch vorbeugende Wartung- und Instandhaltung<br />

zu einer höheren Prozesssicherheit und Anlagenverfügbarkeit beizutragen.<br />

Das Internet of Things (IoT) lebt von intelligenten Produktionsprozessen<br />

und einer schnellen Kommunikation.<br />

Dazu müssen steigende Datenmengen mithilfe von<br />

hochgenauen Sensoren erfasst, mit Aktoren geregelt<br />

und mit Feldbussen übertragen werden. Allerdings sind Feldbus-Systeme<br />

wie Ethercat, Profinet, Profibus oder Canopen<br />

herstellerabhängig und nicht frei verfügbar. Zudem unterscheiden<br />

sie sich hinsichtlich integrierbarer Teilnehmerzahl,<br />

übertragener Datenmenge und -geschwindigkeit sowie ihrem<br />

Aufbau, der erforderlichen Infrastruktur und überbrückbaren<br />

Entfernungen. Damit Sensoren und Aktoren Feldbus-übergreifend<br />

eingesetzt und intelligent vernetzt werden können,<br />

benötigen sie entsprechende Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle,<br />

die als Übersetzer zwischen ihnen und den<br />

Feldbussen fungieren.<br />

Danica Schwarzkopf, Marketing Manager,<br />

GEFRAN Deutschland GmbH, Seligenstadt<br />

WICHTIGE BASIS<br />

Gefran steht mit seinen Sensoren und Aktoren an der Basis der<br />

Datengenerierung. Das Unternehmen integrierte als einer der<br />

ersten Hersteller IO-Link in Sensoren für die unterschiedlichsten<br />

industriellen Branchen und Anwendungen. Die Geräte mit<br />

digitaler IO-Link 1.1-Schnittstelle erfassen, regeln und übertragen<br />

nicht nur die eigentlichen Messgrößen, sondern filtern<br />

diese auch und setzen sie in Relation zueinander. Sie sind damit<br />

in der Lage, allen nachfolgenden Systemen neben den reinen<br />

Daten auch deren Auswertung und eine große Fülle zusätzlicher<br />

Informationen zur Verfügung zu stellen. Dazu zählen typischerweise<br />

die Betriebsstundenanzahl, Maximalwerte von Druck<br />

und Temperatur sowie das Auslösen von Alarmevents. Abhängig<br />

vom jeweiligen Sensor oder Aktor werden auch Größen wie<br />

Energieverbrauch, Beschleunigung, Geschwindigkeit und<br />

Neigung ausgelesen. Diese Fähigkeit ist laut Gefran eine ihrer<br />

Spezialitäten und geht weit über den Standard herkömmlicher<br />

IO-Link-Sensoren hinaus.<br />

Hintergrund: IO-Link ermöglicht mit bis zu 230,4 kBaud eine<br />

besonders schnelle Kommunikation zwischen Sensor oder<br />

34 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


SPECIAL: INSTANDHALTUNG 4.0<br />

Aktor und den nachfolgenden Systemen – in beide Richtungen.<br />

Über einen IO-Link Master können dabei bis zu acht Aktoren/<br />

Sensoren individuell konfiguriert und verwaltet werden. Standardisierte,<br />

meist ungeschirmte Verbindungskabel ermöglichen<br />

zudem eine vereinfachte Installation. Damit ist das<br />

Kommunikationsprotokoll vor allem für mittelgroße Anlagen<br />

mit vielen Sensoren eine effiziente Lösung.<br />

ENTSCHEIDEND FÜR CONDITION MONITORING<br />

Zu den Produkten, die Gefran im Portfolio hat, gehören neben<br />

linearen Positionsaufnehmern auch Druck- und magnetostriktive<br />

Wegsensoren sowie Leistungssteller und Halbleiterrelais. Bei all<br />

diesen Sensoren und Aktoren ermöglicht das IO-Link Protokoll<br />

aufgrund der Vielzahl an erfassten Messgrößen und Daten die<br />

Selbstdiagnostik und lässt Rückschlüsse auf den Betriebszustand<br />

der Anlage zu. Damit leisten die IO-Link Geräte auf jeden<br />

Fall einen entscheidenden Beitrag zur vorausschauenden Instandhaltung,<br />

tragen somit zur Effizienzsteigerung des gesamten<br />

Prozesses bei und erleichtern die Identifikation von<br />

Fehlerursachen im Reparaturfall. „Unsere IO-Link-Produkte<br />

digitalisieren die auf der Feldebene gesammelten Daten.<br />

Dies erleichtert unseren Kunden vor allem den Übergang zu<br />

einem datengesteuerten Unternehmen“, erklärt Torsten<br />

Fuchs, Geschäftsführer von Gefran Deutschland.<br />

Eines der ersten Produkte, die der Hersteller speziell für die<br />

Anforderungen einer vernetzten Fertigung entwickelte, waren<br />

die Massedrucksensoren der Baureihe IL. Ausgestattet mit IO-<br />

Link sind die kalibrier- und skalierbar. Gleichzeitig zählt der<br />

Sensor mit IO-Link seine Betriebsstunden und erfasst und speichert<br />

die Maximalwerte von Druck- und Temperatur.<br />

Neben den Massedruck- und Wegsensoren stattet der Hersteller<br />

auch seine kompakten, robusten und kalibrierbaren Druckmessumformer<br />

der Baureihe KS-I für Hydraulik- und Pneumatikanwendungen<br />

mit einem digitalen IO-Link 1.1-Ausgang und<br />

fortschrittlichen Diagnosefunktionen aus. Die Sensoren erfassen<br />

Druck und Temperatur mit einer hohen Abtastfrequenz von<br />

1.000 S/s. Die erfassten Daten sind dabei für die vorausschauende<br />

Wartung im Rahmen von Industrie 4.0 unerlässlich.<br />

MAGNETOSTRIKTIVE WEGSENSOREN<br />

Mit der Serie Hyperwave WPL (HyperWave Profil IO-Link) gibt<br />

es kontaktlose magnetostriktive Positionsaufnehmer mit IO-<br />

Link für Messlängen bis 4.000 im Programm. Diese Wegaufnehmer<br />

sind sehr messgenau und resistent gegen EMV-Störungen und<br />

Vibrationen. Die Sensoren können deutlich mehr, als einfache<br />

analoge Messsignale zu senden. Azyklisch werden zusätzlich<br />

Informationen wie die gesamte gemessene Länge, Bewegungszeit,<br />

Höchstgeschwindigkeit und -beschleunigung erfasst.<br />

Diese Daten geben Aufschluss über den Betriebszustand von<br />

Sensor und Maschine. Zusätzlich speichern die Sensoren die<br />

Maximalwerte von Temperatur, Beschleunigung und Geschwindigkeit<br />

und können zudem laut Gefran als einzige Wegaufnehmer<br />

auf dem Markt jederzeit Daten über Cursor-Position und Bewegungsgeschwindigkeit<br />

liefern. In der Version mit zwei<br />

SSC-Ausgängen (Switching Signal Channel) lassen sich außerdem<br />

Steuer- und Alarmgrenzwerte einstellen.<br />

MEHR ALS EIN SENSOR<br />

Das jüngste IO-Link-Produkt im Bereich Sensorik ist die Baureihe<br />

der multifunktionalen Twiist-Sensoren zur kontaktlosen<br />

und verschleißfreien Positionserfassung. Die intelligenten<br />

Wegaufnehmer erfassen neben der Position auch andere Prozessgrößen<br />

wie Neigung, Drehung, Beschleunigung und Vibrationen<br />

in Echtzeit. Zudem messen sie die Temperatur, zählen die Betriebsstunden<br />

und lösen bei vorgegebenen Werten Alarmevents<br />

aus. Sie erkennen Unregelmäßigkeiten im Bewegungsablauf<br />

und tragen damit zu einer zuverlässigen Überwachung der<br />

Produktionsprozesse bei.<br />

Alle multivariablen Versionen des intelligenten Sensors verwenden<br />

ein patentiertes 3-dimensionales auf dem Hall-Effekt<br />

basierendes Messsystem und sind anwenderspezifisch anpassbar.<br />

01<br />

02<br />

03<br />

01 Kontaktloser Kommunikator: Die kontaktlosen<br />

magnetostriktiven Positionsaufnehmer ermöglichen die<br />

Kommunikation mit Industrie 4.0-Architekturen<br />

02 Sicherer Standpunkt: Der Multifunktionssensor erfasst<br />

neben der Position unter anderem auch Neigung, Drehung,<br />

Beschleunigung und Vibrationen<br />

03 Schneller Steller: Der konfigurierbare Miniaturleistungssteller<br />

mit IO-Link ist ein einphasiger Leistungssteller<br />

für die Regelung Ohm’scher Widerstände<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 35


SPECIAL: INSTANDHALTUNG 4.0<br />

Die einphasigen Halbleiterrelais der Serie GRP-H sind die<br />

ersten Solid State Relais (SSR) mit einer auf IO-Link-Standards<br />

basierenden Architektur. Sie haben ein robustes, kompaktes<br />

Design, eine hohe Modularität und einen weiten Strombereich<br />

von 15 bis 120 A. Die Ausstattung umfasst alle Betriebsarten<br />

inklusive Phasenanschnitt, Sanftanlauf und Teillastbrucherkennung<br />

für bis zu acht parallel angeordneten Heizelementen.<br />

Durch IO-Link erfassen und übertragen die SSR auch<br />

Betriebsstunden, Energieverbrauch sowie Strom- und Temperaturspitzen.<br />

Für die schnelle, unkomplizierte Konfiguration der GRP-H-<br />

Relais – selbst im Feld – entwickelte Gefran die NFC App (für<br />

Android und iOS). Die vereinfacht mögliche Wartungseinsätze,<br />

da sie sozusagen per Knopfdruck die Konfiguration der Relais<br />

auslesen oder eine neue Konfiguration aufspielen kann – kabellos<br />

und ohne PC. Ein und dieselbe Konfiguration lässt sich auf<br />

diese Weise fehlerfrei auf viele verschiedene GRP-H-Relais<br />

übertragen.<br />

Der jüngste Aktor mit IO-Link ist der konfigurierbare Power<br />

Controller GRM-H. Der vollständig ausgestattete, einphasige<br />

Leistungssteller im Miniaturformat ist für einen Strombereich<br />

von 15 bis 120 A und Lastspannungen bis U~= 600 V ausgelegt.<br />

Er regelt lineare und nicht lineare elektrische Heizwiderstände<br />

inklusive NIR-Lampen (NIR=Nah-Infrarot) und Transformatoren<br />

– ist also für alle Ohm’schen Widerstände geeignet. Dazu<br />

verfügt der kleine Leistungssteller neben der nulldurchgangsschaltenden<br />

Impulspaketsteuerung in Voll- oder Halbwelle<br />

auch über die Möglichkeit, den Laststrom über den Phasenanschnittwinkel<br />

einzustellen. Zusätzlich gibt es verschiedene Feedbackfunktionen<br />

für Strom, Spannung und Leistung sowie einen<br />

einstellbaren Sanftanlauf. Weiterhin eine Strombegrenzung<br />

und einen Relais-Ausgang.<br />

Die Steuerung des Miniaturleistungstellers erfolgt wahlweise<br />

analog, digital oder über eine IO-Link-Schnittstelle. Diese ermöglicht<br />

die Einbindung in übergeordnete Feldbussysteme<br />

und punktet mit schneller, bi-direktionaler Kommunikation.<br />

Zudem erlaubt IO-Link auch hier die Erfassung und Übertragung<br />

einer Vielzahl von Informationen, die für die Zustandsüberwachung<br />

genutzt werden können. Im Verbund mit einem<br />

oder zwei weiteren GRM-H Leistungsstellern oder Halbleiterschützen<br />

aus der GRS- oder GRP-Familie können in einer<br />

Master-Slave-Anordnung auch dreiphasige Lasten, die im<br />

Dreieck oder im Stern verdrahtet sind, geregelt werden.<br />

04 Fit for future: Der<br />

ultraschnelle Druckmessumformer<br />

hat einen digitalen IO-Link<br />

1.1-Ausgang und fortschrittliche<br />

Diagnosefunktionen<br />

Die langlebigen Positionsaufnehmer basieren auf dem magnetischen<br />

Messprinzip und verfügen neben dem IO-Link-1.1-Ausgang<br />

auch über CANopen-Digitalausgänge. In der Ausführung<br />

in IP67 eignen sie sich auch für besonders anspruchsvolle<br />

Umgebungen.<br />

HALBLEITERRELAIS UND INTELLIGENTE<br />

MINIATUR-LEISTUNGSSTELLER<br />

BEREIT FÜR INDUSTRIE 4.0<br />

Ausgestattet mit IO-Link ermöglichen Sensoren und Aktoren<br />

den Datenaustausch zwischen verschiedenen Automatisierungssystemen.<br />

Durch ihre Fähigkeit zur Diagnose der maßgeblichen<br />

Prozessparameter liefern sie eine entscheidende<br />

Grundlage für das Condition Monitoring und die vorausschauende<br />

Wartung sowie Instandhaltung. Damit beugen sie<br />

ungeplanten Maschinenausfällen vor. Darüber hinaus tragen<br />

die Geräte, die sämtliche gesetzlichen Sicherheitsanforderungen<br />

erfüllen, per se zur Optimierung der Produktqualität bei und<br />

steigern die Prozesssicherheit.<br />

Bilder: Gefran<br />

www.gefran.com<br />

DIE IDEE<br />

„Unsere Produkte sind durch IO-Link<br />

fit für das Condition Monitoring.<br />

Das Kommunikationssystem ist der<br />

Übersetzer zwischen Sensoren<br />

sowie Aktoren und den unterschiedlichen<br />

Feldbus-Systemen. Darüber<br />

hinaus bietet IO-Link die Möglichkeit<br />

neben den eigentlichen Messoder<br />

Regelwerten weitere Prozessparameter<br />

zu erfassen und zu<br />

diagnostizieren. Insbesondere diese<br />

Fähigkeit nutzen wir, um mit<br />

unseren Lösungen zu einer höheren<br />

Prozesssicherheit und Anlagenverfügbarkeit<br />

durch vorbeugende<br />

Wartung- und Instandhaltung<br />

beizutragen.“<br />

Ralph Rohmann, Business<br />

Development, Gefran Deutschland<br />

36 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


MARKTPLATZ<br />

HOCHGENAUER DREHGEBER FÜR<br />

CNC-MASCHINEN<br />

Der Absolutwertgeber<br />

Acuro AD 36 von Hengstler<br />

eignet sich mit seiner<br />

hohen Wiederholgenauigkeit<br />

sehr gut für den<br />

Einsatz in CNC-Maschinen.<br />

Darüber hinaus<br />

bietet er eine durchgängige<br />

8-mm-Hohlwelle und<br />

ist temperaturfest. Der<br />

Encoder verfügt über eine Wiederholgenauigkeit von<br />

± 10 Winkelsekunden und eine Absolut-Genauigkeit von<br />

± 35 Winkelsekunden. Er arbeitet stabil bei Betriebstemperaturen<br />

von bis zu 120 °C. Hengstler hat die Komponente<br />

speziell für bürstenlose Servomotoren kleiner Achshöhen<br />

entwickelt. Er kann an allen Wellen montiert werden, die sich<br />

auch für den Anbau von Resolvern eignen. Die Abtastung der<br />

Position erfolgt über ein Optoasic neuester Generation. Die<br />

erfassten Werte werden digital und mit einer Auflösung von<br />

bis zu 22 Bit (Singleturn) oder 12 Bit (Multiturn) über eine<br />

bidirektionale Synchronschnittstelle mit einer variablen<br />

Taktrate von bis zu 10 MHz übertragen.<br />

www.hengstler.de<br />

UNIVERSAL EINSETZBARER FREQUENZ­<br />

UMRICHTER IN MODULBAUWEISE<br />

Die Dauerleistung von 1.000 VA<br />

des Frequenzumrichters<br />

SFU1000 wird unter anderem<br />

durch die Erhöhung des Ausgangsstroms<br />

auf 12 A erreicht,<br />

um größere Spindeln mit mehr<br />

Strombedarf antreiben zu<br />

können – dies bei 55 VAC<br />

Ausgangsspannung.<br />

Für die Einbindung in die<br />

spezifische Applikation beim<br />

Anwender haben die Antriebsspezialisten<br />

aus Schwabach eine<br />

Erweiterung der I/Os vorgenommen.<br />

Es stehen jeweils vier frei<br />

parametrierbare Eingänge und Ausgänge zur Verfügung. Drei<br />

Ausgangskanäle sind jetzt als aktive Ausgänge mit 0-24 V<br />

Pegel realisiert und können damit direkt SPS-Eingänge<br />

ansteuern. Zur Schaltung potentialfreier Signale ist ein<br />

weiterer Ausgang als Relais mit Wechslerkontakten konzipiert.<br />

Alle Anschlüsse sind als steckbare Schraubklemmen für<br />

Leiterquerschnitte bis zu 1,5 mm 2 ausgeführt. Mit der<br />

Funktion Safe Torque Off (STO) erfüllt der Umrichter alle<br />

Anforderungen zum Thema Sicher abgeschaltetes Drehmoment.<br />

Die STO-Funktion verhindert, dass eine Spindel im<br />

Stillstand bei Servicearbeiten an der Maschine unbeabsichtigt<br />

anlaufen kann. Der Frequenzumrichter rundet die Produktpalette<br />

an Modulumrichtern nach oben ab. Er eignet sich für<br />

kleinere oder mittelgroße Fräs- und Schleifautomaten sowie<br />

für alle CAD/CAM-Systeme mit Hochdrehzahlantrieben.<br />

www.bmr-gmbh.de<br />

WÄLZLAGERAUSFÄLLEN APP-GESTÜTZT<br />

VORBEUGEN<br />

Um vorzeitigen<br />

Lagerausfällen<br />

durch unsachgemäße<br />

Schmierung<br />

entgegenzuwirken,<br />

hat<br />

Schaeffler eine<br />

App entwickelt,<br />

die jeweils den<br />

idealen Schmierstofftyp,<br />

Menge,<br />

Fettgebrauchsdauer<br />

und Nachschmierzyklen ermittelt. Dabei greift die<br />

Software auf Daten aus dem Wälzlager-Berechnungstool<br />

Bearinx zurück. So werden Über- und Unterschmierungen<br />

verhindert. Zudem gibt die Grease App Hinweise zur Auswahl<br />

geeigneter Schmierstoffe aus dem Arcanol-Programm von<br />

Schaeffler. Die App wird kostenlos angeboten. Nach Eingabe<br />

der Betriebsbedingungen wie Lasten, Drehzahlen und Umgebungseinflüsse<br />

erfolgt die Berechung und Visuialisierung.<br />

Dabei finden auch die Innengeometrien der Wälzlager Berücksichtigung.<br />

Anrufbar sind zudem Informationen, wie Schmierstoffgeber<br />

aus der OPTIME- und CONCEPT-Reihe des Herstellers<br />

bestmöglich eingestellt werden sollten. Die Grease App wurde<br />

in das Schaeffler-Vertriebssystem Medias integriert, um Kunden<br />

alle relevanten Informationen nahtlos zur Verfügung zu stellen.<br />

www.schaeffler.com<br />

VERSCHLEISS AUCH AUS DER FERNE<br />

KONSTANT IM BLICK<br />

Mit WearDetect<br />

stellt das<br />

Unternehmen<br />

Disynet eine<br />

Lösung zur<br />

Verschleißüberwachung<br />

bei<br />

Windturbinen<br />

vor, die an 365<br />

Tagen im Jahr<br />

rund um die Uhr<br />

zuverlässig Daten<br />

liefert. Die Gill WearDetect- Oil Debris Sensoren erfassen und<br />

visualisieren die Verschleißrate von Getrieben und Lagern,<br />

identifizieren anormale Erhöhungen der Warnindikatoren und<br />

ermöglichen eine Vorhersage im Frühstadium eines Ausfalls.<br />

Sie lassen sich an ein Zustandsüberwachungssystem anschließen,<br />

sodass der Prozess ohne physische Inspektion aus der<br />

Ferne überwacht werden kann. Außerdem sind Optionen zur<br />

Messung und Trendaufzeichnung von Änderungen der Temperatur<br />

oder der dielektrischen Eigenschaften des Öls verfügbar.<br />

www.sensoren.de<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 37


SPECIAL: INSTANDHALTUNG 4.0<br />

SICHERHEITSKLEMMSYSTEME<br />

MASCHINENKOMPONENTEN<br />

DIGITAL ÜBERWACHEN<br />

Die Digitalisierung durchdringt<br />

immer mehr Lebensbereiche und<br />

bietet auch dem Maschinenbau<br />

enorme Möglichkeiten –<br />

beispielsweise die permanente<br />

Überwachung zentraler Anlagen-<br />

Komponenten. Genau hier setzt ein<br />

Forschungsprojekt der Hema<br />

Maschinen- und Apparateschutz GmbH<br />

an: Das Unternehmen entwickelt<br />

gemeinsam mit Partnern aus der<br />

Wissenschaft ein Condition Monitoring-<br />

Konzept für sein Sicherheitsklemmsystem<br />

RotoClamp.<br />

Erste Meilensteine wurden<br />

bereits erreicht.<br />

Hema fertigt seit mehr als vier Jahrzehnten Komponenten<br />

für die Maschinensicherheit. Zum Produktportfolio gehören<br />

neben Schutzsystemen auch Sicht- sowie Klemmund<br />

Bremssysteme. Besonders letztere sind ständigen<br />

mechanischen Belastungen ausgesetzt und sollten daher regelmäßig<br />

überprüft werden. Da es sich bei den Klemmsystemen<br />

allerdings um eine geschlossene Einheit handelt und sie zudem<br />

fest in der Maschine verbaut werden, ist eine Sichtprüfung ohne<br />

den kompletten Ausbau der Komponenten nicht möglich.<br />

Die Lösung wäre eine automatische Überwachung der<br />

Klemmsysteme aus der Ferne. Um seinen Kunden diese Option<br />

künftig bieten zu können, entwickelt Hema unter dem Namen<br />

„RotoGuard“ zurzeit ein digitales Condition Monitoring-System<br />

für sein rotatorisches Sicherheitsklemmsystem RotoClamp.<br />

RotoClamp ist ein pneumatisches Klemmsystem mit hohen Haltemomenten<br />

und übertrifft hydraulische Systeme sowohl an Wirksamkeit<br />

als auch an Effizienz, da die Systemkosten deutlich niedriger<br />

sind. Das Klemmsystem ist zudem Fail-Safe, weil die Welle bei<br />

einem Ausfall der Pneumatik sofort und mit großer Kraft fixiert<br />

wird. Möglich wird dies durch das pneumatische Funktions prinzip<br />

des Klemmsystems, das auf einem Federspeicher beruht.<br />

Sebastian Henrich, Project Engineer Technology & Development,<br />

Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH, Seligenstadt<br />

Die RotoClamp-Klemmsysteme eignen sich ideal für rotatorische<br />

Positionsklemmungen in Dreh- und Schwenkachsen von<br />

Werkzeugmaschinen.<br />

AUFFÄLLIGKEITEN FRÜHZEITIG ERKENNEN<br />

Die pneumatischen Klemmsysteme sind im Betrieb hohen mechanischen<br />

Belastungen ausgesetzt, diese können langfristig das<br />

Funktionsverhalten beeinflussen. Veränderungen am Klemmsystem<br />

kündigen sich durch eine Veränderung messbarer Kenngrößen<br />

im Voraus an. Das RotoGuard-Projekt hat es sich deshalb<br />

zum Ziel gesetzt, eine integrierte intelligente Sensoreinheit zu<br />

entwickeln, mit der die Funktion und die Wechselwirkungen des<br />

Sicherheitsklemmsystems kontinuierlich überwacht werden<br />

können. In Echtzeit gewonnene Messwerte und daraus abgeleitete<br />

Statusinformationen und Handlungsempfehlungen sollen<br />

dem Nutzer dann jederzeit zur Verfügung stehen. So kann er bei<br />

auffälligen Messwerten frühzeitig eine Überprüfung des Klemmsystems<br />

veranlassen und einen ungeplanten Maschinenstillstand<br />

verhindern, der durch einen plötzlichen Ausfall der Komponente<br />

eintreten würde.<br />

Der Mehrwert eines solchen Systems zur Zustandsüberwachung<br />

(Condition Monitoring) beschränkt sich aber nicht auf die<br />

Vermeidung von Havariefällen. Es ermöglicht auch die Weitergabe<br />

des umfangreichen Wissens über das Funktionsverhalten der<br />

Klemmsysteme an den Kunden. So könnten in der Datenverarbeitung<br />

implementierte Algorithmen die Optimierung des dyna-<br />

38 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


SPECIAL: INSTANDHALTUNG 4.0<br />

mischen Zustellverhaltens oder die effektivere Nutzung der pneumatischen<br />

Klemmkrafterhöhung (Boost-Funktion) ermöglichen.<br />

KOOPERATION MIT DER WISSENSCHAFT<br />

Bei dem Projekt „RotoGuard“ arbeiten die Maschinenschutzspezialisten eng<br />

mit dem Fachbereich Mess- und Sensortechnik der TU Darmstadt und der<br />

Core Sensing GmbH zusammen – das Unternehmen produziert ebenfalls in<br />

Darmstadt miniaturisierte Sensoreinheiten, die sich in mechanische Komponenten<br />

integrieren lassen.<br />

Gemeinsam wollen die Projektpartner ein neuartiges, integriertes Datenerfassungssystem<br />

entwickeln, das Betriebsdaten des Klemmsystems in Echtzeit<br />

sammelt, interpretiert und Nutzerempfehlungen oder Betriebswarnungen<br />

ausgibt. Zudem soll das Sensormodul über eine autarke Energieversorgung<br />

verfügen und die erfassten Daten drahtlos übertragen. Mit dem Forschungsprojekt<br />

soll eine praxistaugliche Implementierung eines durchgängigen<br />

KI-basierten Condition-Monitoring-Konzeptes erzielt werden.<br />

PASSENDE MESSTECHNIK STEHT BEREIT<br />

Einige Meilensteine hat das RotoGuard-Projekt bereits erreicht. So ist die<br />

Entwicklung des messtechnischen Konzeptes für die Funktionserprobung<br />

des Prototypens mittlerweile abgeschlossen. Als primäre zu erfassende<br />

Messgröße wurde der pneumatische Druck festgelegt. Darüber hinaus soll<br />

das Condition Monitoring-System auch die Ableitung des Schaltzustands die<br />

Auslenkung des Federblechs messen sowie über die Temperaturerfassung<br />

und deren mögliche Veränderung Bremsvorgänge aufzeigen.<br />

In den vergangenen Monaten hat das Projektteam bereits einzelne Sensoren<br />

ausgewählt, die später diese Aufgabe übernehmen sollen. Die komplette<br />

Sensorik für die Funktionsprüfung am Prototyp ist damit jetzt einsatzbereit.<br />

ERSTE TESTREIHEN IN VORBEREITUNG<br />

Das Projektteam führte außerdem eine CAD-Bauraumanalyse durch, um zu<br />

prüfen, wie die vorgesehene Sensorik optimal in die kompakte mechanische<br />

Struktur des Klemmsystems eingebracht werden kann. Im Anschluss daran<br />

wurden die Sensorkomponenten beschafft, getestet und hinsichtlich der<br />

Auswerteelektronik an die Anforderungen der Anwendung angepasst. Da<br />

diese in einem ersten Prototyp noch außerhalb angebracht wird, plante man<br />

zusätzliche Ausfräsungen und Bohrungen in der Deckscheibe ein, über die<br />

sämtliche Kabel nach außen geführt werden.<br />

Für die Kalibrierung und Charakterisierung des RotoGuard-Prototyps<br />

steht ein neuer, leistungsfähiger RotoClamp Prüfstand zur Verfügung.<br />

Das Integrationskonzept für die Sensorik ist also bereits abgeschlossen<br />

und ein Demonstrator steht ebenfalls bereit. Im nächsten Schritt werden<br />

Funktionsprüfungen des RotoGuard-Systems unter Last auf dem Teststand<br />

sowie innerhalb einer Werkzeugmaschine stattfinden. Die dabei gewonnenen<br />

Daten liefern dann die Grundlage für unterschiedliche Modelle zur Zustandsüberwachung<br />

der pneumatischen Klemmsysteme.<br />

Bilder: Hema<br />

www.hema-group.com<br />

Das Besondere an der<br />

RotoClamp ist ihr Innenleben:<br />

Das Klemmsystem basiert auf dem<br />

Prinzip des Federspeichers<br />

DIE IDEE<br />

„Digitalisierung und Künstliche<br />

Intelligenz bieten zahlreiche<br />

Ansätze für Predictive Maintenance-<br />

Konzepte in Werkzeugmaschinen.<br />

Mit dem Projekt RotoGuard wollen<br />

wir diese Potenziale heben. Gemeinsam<br />

mit den Spezialisten für<br />

industrielle Datenerfassung und<br />

-auswertung von Core Sensing aus<br />

Darmstadt und den Wissenschaftlern<br />

des Fachgebiets für Mess- und<br />

Sensortechnik der TU Darmstadt soll<br />

erstmals ein neuartiges integriertes<br />

Datenerfassungssystem für pneumatische<br />

Klemmsysteme entwickelt<br />

werden, das Betriebsdaten in<br />

Echtzeit erfasst, interpretiert und<br />

Nutzerempfehlungen oder Betriebswarnungen<br />

ausgibt.“<br />

Dieses Projekt (HA-Projekt-Nr.: 1197/21-198) wird im Rahmen der<br />

Innovationsförderung Hessen aus Mitteln der LOEWE – Landes-Offensive<br />

zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz,<br />

Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben gefördert.<br />

Sebastian Henrich, Project Engineer<br />

Technology & Development, Hema<br />

Maschinen- und Apparateschutz<br />

GmbH, Seligenstadt<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 39


FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

ANTRIEBSTECHNIK TRIFFT KI<br />

DYNAMIKMODELLE IM DIGITALEN ZWILLING<br />

DURCH GREYBOX-MODELLIERUNG<br />

Durch genauere Modelle der angekoppelten Mechanik können Antriebe dynamischer<br />

geregelt werden. Bei der Methode der Greybox-Modellierung wird hierfür ein<br />

physikalisches Modell verwendet, welches schon bekannt ist und das wesentliche<br />

Bewegungsverhalten gut beschreibt. Die übrigen Fehler werden mit Machine-Learning-<br />

Modellen datenbasiert erlernt. Durch die Kombination beider Verfahren können<br />

einfachere Machine-Learning-Modelle verwendet werden und das Training erfordert<br />

weniger Trainingsdaten, da bereits bekannte physikalische Zusammenhänge nicht von<br />

Grund auf neu gelernt werden müssen. Im nachfolgenden Artikel wird grundsätzlich<br />

erklärt, wie sich Greybox-Modelle in aktuelle Steuerungen einbinden lassen und<br />

motiviert, welche Verbesserungen sich damit erreichen lassen.<br />

Zur Steigerung der dynamischen Genauigkeit von Werkzeugmaschinen<br />

und Knickarmrobotern, auch bei anspruchsvollen<br />

Bewegungen, werden genaue Modelle des<br />

Bewegungsverhaltens der Maschine benötigt. Diese können<br />

für die Optimierung der Bewegungsplanung oder auch für<br />

die vorausschauende Regelung der Achsen eingesetzt werden.<br />

Woher kommen solche Modelle, wie lassen sie sich mit möglichst<br />

wenig Zusatzaufwand identifizieren und für maximale Performancesteigerung<br />

einsetzen? Mit dem Forschungsprojekt Greybox-Dynamikmodellierung<br />

für die Fertigungstechnik des InnovationsCampus<br />

Mobilität (ICM) werden diese Fragen untersucht.<br />

M. Sc. Christoph Hinze, Nachwuchsgruppenleiter,<br />

M. Sc. Haijia Xu, Wissenschaftlicher Mitarbeiter<br />

Prof. Dr.-Ing. Alexander Verl, Institutsleitung,<br />

alle am Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen<br />

und Fertigungseinrichtungen, alle Universität Stuttgart<br />

Dass Simulationsmodelle an Bedeutung gewinnen, zeigt der<br />

Trend zur virtuellen Inbetriebnahme von Anlagen. Mittels echtzeitfähiger<br />

Modelle kann das Bewegungsverhalten der Maschinen<br />

unter Verwendung der tatsächlichen Steuerungslogik simuliert<br />

und getestet werden. So werden früh im Designprozess der<br />

Anlage Konstruktions- und Programmierfehler behoben die später<br />

durch Iterationen in der realen Inbetriebnahme und Verzögerungen<br />

im Zeitplan schnell teuer werden. Mit der realen Inbetriebnahme<br />

einer Anlage wird die Virtuelle-Inbetirebnahme-Simulation<br />

archiviert und nicht mehr verwendet. Der Grund sind<br />

einerseits Abweichungen zwischen idealer Modellierung und tatsächlichem<br />

Maschinenverhalten, beispielsweise durch Fertigungs-<br />

und Montagetoleranzen. Andererseits lohnt sich der<br />

Mehraufwand der genaueren Modellierung mancher dynamischer<br />

Zusammenhänge für die virtuelle Inbetriebnahme nicht:<br />

So sind Nachgiebigkeiten im Maschinenverhalten oft nur in erster<br />

Näherung linear, oder Übertragungsfehler unterschieden<br />

sich – selbst zwischen zwei Exemplaren derselben Baugruppe.<br />

40 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de


FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

Eine präzise Vorhersage solcher erst im Maschinenbetrieb<br />

beschreibbarer Fehler ist der nächste Schritt zur dynamischeren<br />

Fertigung. So können nichtlineare Effekte<br />

gezielt kompensiert werden und das tatsächliche Systemverhalten<br />

zur dynamischeren Einstellung der Antriebsregler<br />

verwendet werden, wodurch die Bahngenauigkeit<br />

im Prozess gesteigert werden kann.<br />

Eine Möglichkeit, die Maschinendynamik genau abzubilden<br />

besteht im direkten maschinellen Lernen. Um das<br />

Zeitverhalten gut beschreiben zu können, werden Verfahren<br />

eingesetzt, die Differenzialgleichungen abbilden können,<br />

wie neuronale Netze mit Rückführung (Recurrent<br />

Neural Networks, kurz: RNN). Hier gibt es zusätzlich Weiterentwicklungen,<br />

die beispielsweise die Gesetzmäßigkeiten<br />

von Differenzialgleichungen direkt ins Training<br />

einbeziehen (Neural ODE), oder die physikalische Energieerhaltung<br />

berücksichtigen (Hamiltonian Neural Networks).<br />

Jedoch wird hierfür jeweils eine große Anzahl an<br />

Trainingsdaten benötigt, um die Konvergenz im gesamten<br />

Arbeitsraum sicherzustellen. Das großteils schon bekannte<br />

Bewegungsverhalten wird hier verworfen und von<br />

Grund auf neu trainiert. Aus dem Fachbereich des bestärkenden<br />

Lernens (Reinforcement Learning) stammt der<br />

Sim-To-Real genannte Ansatz, stabilisierende Regler zuerst<br />

an der Simulation zu trainieren, die manche Effekte<br />

vernachlässigt und anschließend die vortrainierte Lösung<br />

an der Anlage einzusetzen. Die Herausforderung besteht<br />

allerdings darin, bei lokal größeren Abweichungen zwischen<br />

Modell und Realität die Stabilität der Antriebe zu<br />

garantieren, da die Auslegung der Regler durch eine Vielzahl<br />

an Experimenten an der Maschine erfolgen muss.<br />

Es zeigt sich, dass weder durch rein analytische Modelle,<br />

noch durch reine Machine-Learning-Modelle das dynamische<br />

Verhalten einer Maschine zuverlässig und genau abgebildet<br />

werden kann. Aus diesem Grund werden im Forschungsprojekt<br />

Greybox-Dynamikmodellierung für die<br />

Fertigungstechnik Greybox-Modelle untersucht. Hierfür<br />

wird die analytische Modellierung, die auf physikalisch gut<br />

verstandenen Gesetzmäßigkeiten beruht, als Grundlage<br />

verwendet. Bestehendes Modellwissen, etwa durch schon<br />

vorhandene Modelle aus der virtuellen Inbetriebnahme<br />

oder dem CAD, lässt sich direkt weiter nutzen. Mittels maschinellen<br />

Lernens wird anschließend nur noch der verbleibende<br />

Restfehler trainiert. Weil die Struktur der Machine-Learning-Modelle<br />

hier einfacher ist und nicht das gesamte<br />

Bewegungsverhalten erlernt werden muss, werden<br />

weniger Trainingsdaten benötigt, und es ergibt sich eine<br />

schnellere Konvergenz der Lernverfahren. Zusätzlich kann<br />

für Bereiche, in denen das Machine-Learning-Verfahren<br />

Fehler ex [µm]<br />

Amplitude [dB]<br />

200<br />

0<br />

−200<br />

01 Signalfluss der Greybox-Modellierung mit Systemidentifikation<br />

der Antriebe und der Dynamik<br />

02 Verbleibender Fehler eines datengetrieben<br />

parametrierten Reglers unter hohen Fräskräften (ca. 2 kN)<br />

0 0.2 0.4 0.6 0.8 1 1.2<br />

Zeit [s]<br />

0<br />

−50<br />

−100<br />

Mehr<br />

Überschwingen<br />

10 1 10 2<br />

Frequenz [Hz]<br />

Instabil<br />

Mehr Dynamik<br />

(Weniger Fehler)<br />

Standardregler (P-PI-Kaskadenregelung)<br />

Modellbasierter Regler<br />

An Messdaten optimiert<br />

03 Performance eines datengetrieben optimiert parametrierten Reglers<br />

Messungen Reglerperformance<br />

Stabilitätsgrenze für Optimierung<br />

Praktische Stabilitätsgrenze<br />

STUTTGARTER LAGERREGELSEMINAR DES ISW<br />

Das Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW)<br />

veranstaltet am 12. und 13. September <strong>2023</strong> das Stuttgarter Lageregelseminar (LRS). Dort<br />

werden industrienahe Forschungsthemen des ISWs im Bereich Antriebs- und Maschinentechnik,<br />

Additive Fertigung sowie Industrie- und Seilrobotik vorgestellt und Vorträge von Vertretern der<br />

Industrie gehalten. Auf der zweitägigen Veranstaltung geben Referenten aus Industrie und<br />

Forschung einen Einblick zu aktuellen Forschungsergebnissen und Entwicklungen. Es werden<br />

zwei Keynotes und insgesamt sechs Sessions zu den jeweiligen Teildisziplinen mit je einem<br />

Vortrag aus der Forschung und Industrie angeboten. Mehr Informationen finden sich unter www.lagerregelseminarstuttgart.de.<br />

Dieser Beitrag gibt einen Einblick in eines der am Seminar behandelten Themen.<br />

www.<strong>antriebstechnik</strong>.de <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 41


FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

FÖRDERUNG<br />

Die Autoren danken dem Ministerium für Wissenschaft,<br />

Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg<br />

(MWK) für die finanzielle Unterstützung des Innovations-<br />

Campus Mobilität der Zukunft (ICM).<br />

eine geringe Genauigkeit vorhersagt, das analytische Whitebox-<br />

Modell als Fallback-Lösung zur Steuerung und Regelung verwendet<br />

werden, um die robuste Stabilität auch in Bereichen zu garantieren,<br />

in denen bisher wenige Trainingsdaten vorliegen.<br />

INTEGRATION IN DIE NUMERISCHE STEUERUNG<br />

Bei der praktischen Anwendung des Verfahrens ist die Integration<br />

in die Steuerung eine besondere Herausforderung. Einerseits<br />

müssen die dynamischen Fehler für Anregungstrajektorien aufgezeichnet<br />

und aus der Steuerung heraus für das Training der<br />

Machine-Learning-Pipelines zur Verfügung gestellt werden. Andererseits<br />

müssen die Greybox-Modelle, inklusive Machine-<br />

Learning-Teil in Echtzeit im Steuerungstakt ausführbar sein. Dies<br />

beschränkt die mögliche Komplexität der Modelle in Abhängigkeit<br />

von der verfügbaren Rechenleistung der Steuerung.<br />

Wie in Abbildung 1 gezeigt, werden spezielle Signale zur Anregung<br />

der Maschinenstruktur generiert und an die Steuerung<br />

übertragen. Über eine angebundene Zeitreihendatenbank werden<br />

während der Ausführung der Anregungstrajektorien die<br />

Messwerte aller Antriebe im Steuerungstakt (> 1 kHz) zusammen<br />

mit den Sollsignalen aufgezeichnet und zur weiteren Analyse gespeichert.<br />

Um das Aufschalten zusätzlicher Kompensationssignale<br />

zu ermöglichen, wurde die Feldbuskommunikation erweitert<br />

– eine Schnittstelle, die die meisten Umrichter bereits<br />

heute unterstützen. Zusätzliche zu messende Signale, wie die tatsächlichen<br />

Drehmomente der Motoren, werden ebenfalls auf<br />

dem Feldbus veröffentlicht. Für die Zusammenarbeit mit Machine-Learning-Experten<br />

findet die komplette Machine-Learning-<br />

Pipeline in Python statt und ist von den Echtzeitanforderungen<br />

der Steuerung entkoppelt. Hier sind auch die gängigen Toolboxen,<br />

wie Pytorch oder Keras direkt verfügbar. Die so gewonnenen<br />

Greybox-Modelle werden auf ihre robuste Stabilität und echtzeitfähige<br />

Ausführbarkeit überprüft, dann in ein spezielles Austauschformat<br />

konvertiert und auf der Steuerung von einer echtzeitfähigen<br />

Engine im Steuerungstakt ausgeführt.<br />

Die Verbesserungen im Schleppfehler einer Achse sind für einen<br />

modellbasierten Regler in Bild 02 dargestellt. Der Fehler des<br />

Standardreglers (schwarz) wird schon durch den Einsatz des modellbasierten<br />

Reglers wesentlich reduziert (dunkelblau, gestrichelt).<br />

Durch Aufnehmen der Messdaten und datengetriebenes<br />

Tuning (hellblau), lässt sich der Fehler in den ersten und letzten<br />

0,2 Sekunden allein durch die Parametrierung weiter verringern,<br />

ohne Änderungen an der Hardware vornehmen zu müssen. Die<br />

optimierte Performance in Bild 03 zeigt, dass der Regler auf maximale<br />

Dynamik unter maximal tolerierbarem Überschwingen<br />

optimiert wurde. Die Stabilität ist dabei durchweg sichergestellt.<br />

AUSBLICK<br />

Erste Ergebnisse der Greybox-Modellierung, also der analytischen<br />

Formulierung der dynamischen Modelle und des datenbasierten<br />

Nachtrainierens von verbleibenden Restfehlern, zeigen vielversprechende<br />

Resultate. Weitere Forschung auf diesem Gebiet wird<br />

es ermöglichen Antriebe dynamischer zu verfahren, indem genauere<br />

Modelle der Wirkzusammenhänge des Mechanikverhaltens<br />

vorliegen. Zukünftige Forschungsschwerpunkte werden dabei die<br />

Koppeleffekte zwischen verbundenen Achsen und die automatische<br />

Modellgenerierung aus bereits vorhandenen Daten sein.<br />

Bilder: ISW Stuttgart<br />

www.lageregelseminar-stuttgart.de<br />

IMPRESSUM<br />

erscheint <strong>2023</strong> im 62. Jahrgang,<br />

ISSN 0722-8546 / ISSN E-Paper: 2747-7991<br />

REDAKTION<br />

Chefredakteur: Miles Meier (mm),<br />

Tel.: 06131/992-208,<br />

E-Mail: m.meier@vfmz.de<br />

(verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)<br />

Redakteur:<br />

Dipl.-Ing. (FH) Guido Matthes (gm),<br />

Tel.: 06131/992-351, E-Mail: g.matthes@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz:<br />

Vivien Backof, Tel.: 06131/992-415, Melanie Lerch,<br />

Tel.: 06131/992-261, Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,<br />

E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

GESTALTUNG<br />

Anette Fröder, Sonja Daniel, Conny Grothe<br />

SALES<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Auftragsmanagement: Heike Rauschkolb,<br />

Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste <strong>2023</strong>, gültig ab 01.10.2022<br />

LESERSERVICE<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige<br />

Änderungen Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

Preise und Lieferbedingungen:<br />

Einzelheftpreis: € 16,50 (zzgl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Inland: € 160,- (inkl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Ausland: € 175,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

VERLAG<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />

Postfach 100465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-200<br />

E-Mail: info@vfmz.de<br />

www.vereinigte-fachverlage.de<br />

Handelsregister-Nr.: HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteuer-ID: DE149063659<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Chef vom Dienst: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke<br />

Head of Sales: Carmen Nawrath<br />

Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />

DRUCK UND VERARBEITUNG<br />

Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH<br />

Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />

DATENSPEICHERUNG<br />

Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen<br />

zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise<br />

von ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über<br />

berufsbezogene Produkte und Dienstleistungen zu informieren.<br />

Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit<br />

schriftlich beim Verlag widersprochen werden<br />

(vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />

Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der<br />

Annahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,<br />

Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser<br />

Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,<br />

zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht<br />

auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das Recht<br />

zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie<br />

entsprechender Vervielfältigung und Verbreitung, das<br />

Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung und Übersetzung,<br />

das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das<br />

Recht zur elektronischen/digitalen Verwertung, z. B. Einspeicherung<br />

und Bearbeitung in elektronischen Systemen,<br />

zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger<br />

jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im Rahmen<br />

von Internet- und Online-Dienstleistungen, CD-ROM, CD<br />

und DVD und der Datenbanknutzung und das Recht, die<br />

vorgenannten Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen,<br />

d. h. Nachdruckrechte einzuräumen. Eine Haftung für die<br />

Richtigkeit des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger<br />

Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen<br />

werden. Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die<br />

Ansicht der Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte<br />

Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden.<br />

Grundsätzlich dürfen nur Werke eingesandt werden,<br />

über deren Nutzungsrechte der Einsender verfügt, und<br />

die nicht gleichzeitig an anderer Stelle zur Veröffentlichung<br />

eingereicht oder bereits veröffentlicht wurden.<br />

Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de<br />

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />

Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />

zur Feststellung der Verbreitung von<br />

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />

42 <strong>antriebstechnik</strong> <strong>2023</strong>/05 www.<strong>antriebstechnik</strong>.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!