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MEDMIX–Natürlich gesund: Natürliche Hilfe gegen Infektionen

Diese »MEDMIX Natürlich gesund«-Sonderausgabe informiert umfassend, wie man mit natürlichen Mittel vorbeugen, das Immunsystem stärken kann sowie Viren, Bakterien & andere Krankheitserreger erfolgreich bekämpfen kann.

Diese »MEDMIX Natürlich gesund«-Sonderausgabe informiert umfassend, wie man mit natürlichen Mittel vorbeugen, das Immunsystem stärken kann sowie Viren, Bakterien & andere Krankheitserreger erfolgreich bekämpfen kann.

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<strong>gesund</strong><br />

01<br />

Sonderausgabe 0123<br />

www.medmix.at<br />

Pflanzlich <strong>gegen</strong> Viren & Bakterien<br />

<strong>Natürliche</strong><br />

Mittel <strong>gegen</strong><br />

<strong>Infektionen</strong><br />

Natürlich◊<br />

Oktober 2023<br />

Erkältung,<br />

Grippe,<br />

Covid 19<br />

Immunsystem<br />

effektiv<br />

stärken<br />

Ätherische<br />

Öle richtig<br />

anwenden<br />

Hustentees<br />

nGute einfache Teemischungenn<br />

Ernährung, Nährstoffe<br />

und Mikronährstoffe<br />

für eine natürliche Gesundheit<br />

Halsschmerzen<br />

Hausmittel,<br />

Verhaltensregeln<br />

Heilkräuter I Arzneipflanzen I Erkältungsmittel I Richtig Händewaschen I Hygiene


DER WEG IST GROSS,<br />

DER HIMMEL IST GROSS,<br />

DIE ERDE IST GROSS,<br />

UND AUCH DER MENSCH IST GROSS.<br />

DIES SIND DIE VIER GROSSEN<br />

KRÄFTE DES UNIVERSUMS.<br />

DER MENSCH FOLGT DER ERDE,<br />

DIE ERDE FOLGT DEM HIMMEL,<br />

DER HIMMEL FOLGT DEM WEG,<br />

DER WEG FOLGT<br />

SEINER EIGENEN NATUR<br />

HIMMEL<br />

Bett<br />

Lao Tse, Tao-Te-King, Nr. 25<br />

WALD<br />

Stille<br />

ERDE<br />

Wurzel<br />

WEG<br />

Waldviertler<br />

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01 MEDMIX Natürlich <strong>gesund</strong> Inhalt<br />

© Svetlana123 / shutterstock.com<br />

10<br />

10 Unseren Körper natürlich stärken<br />

Gegen <strong>Infektionen</strong> sind starke Abwehrkräfte<br />

entscheidend. Ein <strong>gesund</strong>er Lebensstil und<br />

natürliche Mittel helfen, unseren Organismus zu<br />

stärken.<br />

14 Richtig Händewaschen<br />

Gründlich Händewaschen schützt vor <strong>Infektionen</strong>.<br />

Dementsprechend bietet effektive Handhygiene den<br />

besten Virenschutz <strong>gegen</strong> Grippe-, Erkältungs- und<br />

Coronaviren.<br />

© PHOTOCREO Michal Bednarek / shutterstock.com<br />

28<br />

18 Pflanzliche Mittel bei Covid 19<br />

Erfolgreich zeigte die Forschung bei zahlreichen<br />

pflanzlichen Mitteln, dass sie bei <strong>Infektionen</strong> der<br />

Atemwege sehr gut <strong>gegen</strong> die Beschwerden wirken<br />

und das Wohlbefinden steigern. Manche helfen<br />

direkt <strong>gegen</strong> <strong>Infektionen</strong> und <strong>gegen</strong> die Vermehrung<br />

von Coronaviren.<br />

28 Hausmittel und und Erkältungsmittel<br />

In 9 von 10 Fällen verursachen Viren Halsschmerzen.<br />

In diesem Fall können vor allem auch wichtige<br />

Verhaltensregeln sowie Hausmittel helfen, dass man<br />

schnell wieder <strong>gesund</strong> wird.<br />

32 Heilpflanzen und andere pflanzliche<br />

Mittel <strong>gegen</strong> Viren, Bakterien & Co<br />

Seit jeher helfen uns Heilpflanzen im Kampf <strong>gegen</strong><br />

Viren und Bakterien, <strong>gegen</strong> die Beschwerden von<br />

Atemwegserkrankungen sowie <strong>Infektionen</strong> wie<br />

Covid 19 und Grippe.<br />

34 Zistrose (Cistus incanus).<br />

36 Sonnenhut (Echinacea).<br />

38 Kapland- Pelargonie (Pelargonium sidoides)<br />

© Artmim / shutterstock.com<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 3


Inhalt 0123 – Knochen, Muskeln und Gelenke<br />

60<br />

© Africa Studio / shutterstock.com<br />

40<br />

40 Hausmittel und Verhaltensregeln bei<br />

Halsschmerzen<br />

In 9 von 10 Fällen verursachen Viren Halsschmerzen.<br />

In diesem Fall können vor allem auch wichtige<br />

Verhaltensregeln sowie Hausmittel helfen, dass man<br />

schnell wieder <strong>gesund</strong> wird.<br />

42 Bei Kindern Infekte der Atemwege mit<br />

Heilpflanzen sanft behandeln<br />

Zahlreiche bewährte Heilpflanzen eignen sich zur<br />

Vorbeugung sowie zur Behandlung, insbesondere<br />

wenn Kinder an einem Infekt der Atemwege leiden.<br />

44 Königskerze (Verbascum densiflorum)<br />

46 Eukalyptus (Eucalyptus)<br />

48 Lindenblüten (tilia platyphyllos)<br />

50 Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)<br />

52 Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)<br />

54 Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)<br />

56 Efeu (Hedera Helix)<br />

59 Löwenzahn (taraxacum officinale)<br />

60 Ätherische Öle<br />

Beliebte, altbewährte Wirkung: Ätherische Öle bei<br />

Husten anwenden und inhalieren<br />

62 Pfefferminze (Mentha × piperita)<br />

64 Australischer Teebaum (Melaleuca alternifolia)<br />

66 Ysop (Hyssopus officinalis)<br />

68 Baikal-Helmkraut-Wurzel (Scutellaria baicalensis)<br />

70 Kalmegh (Andrographis paniculata)<br />

72 Vogelbeere, Eberesche (Sorbus aucuparia)<br />

74 Einjähriger Beifuß (Artemisia annua)<br />

76 Cannabidiol, CBD (Cannabis, Hanf)<br />

80 Wildkräuter <strong>gegen</strong> Erkältung<br />

Wildkräuter wie Fenchel, thymian, Königskerze und<br />

Spitzwegerich können <strong>gegen</strong> Erkältung und <strong>Infektionen</strong><br />

durch Viren und Bakterien schützende Wirkung<br />

entfalten.<br />

82 Wirksame Hustentees (Bronchialtees)<br />

Seit jeher gibt es gut wirksame teemischungen die<br />

Hustentees und Bronchialtees die jeweiligen Beschwerden<br />

lindern helfen.<br />

84 Eibisch (Althaea officinalis)<br />

86 Thymian (thymus)<br />

88 Spitzwegerich (Plantago lanceolata)<br />

90 Isländisch Moos (Cetraria islandica)<br />

92 Anis (Pimpinella anisum)<br />

94 Fenchel (Foeniculum vulgare)<br />

96 Echter Salbei (Salvia officinalis)<br />

98 Echte Kamille (Matricaria chamomilla L.)<br />

100 Malve, Käsepappel (Malva sylvestris)<br />

102 Süßholz, Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra)<br />

105 Zitronenmelisse (Melissa officinalis)<br />

106 Mit natürliche Mittel unser<br />

Immunsystem zu stärken<br />

Viren und Bakterien lauern nicht nur in der kalten<br />

Jahreszeit auf tastaturen, türklinken, telefonen,<br />

öffentlichen toiletten und treppengeländern.natürliche<br />

Mittel helfen, das Immunsystem zu stärken<br />

und so Viren, Bakterien, Pilze und Co. wirksam zu<br />

bekämpfen.<br />

108 Rosenwurz (rhodiola rosea)<br />

110 Ginseng (Panax ginseng)<br />

112 Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)<br />

114 Tragant (Astragalus membranaceus)<br />

116 Hibiskus (Hibiscus sabdariffa)<br />

118 Schwarzkümmel (nigella sativa)<br />

120 Vitalpilze (Medizinische Heilpilze)<br />

Vor allem in asiatischen Ländern schätzen die Menschen<br />

medizinische Heilpilze, Vitalpilze, über Jahrtausende<br />

wegen ihrer guten Wirkung für die Gesundheit,<br />

das Immunsystem sowie für das Wohlbefinden.<br />

122 Shiitake-Pilze (Lentinula edodes)<br />

124 Reishi-Pilze (Ganoderma lucidum)<br />

4 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


© Tatevosian Yana / shutterstock.com<br />

© elenabsl / shutterstock.com<br />

© Africa Studio / shutterstock.com<br />

158<br />

184<br />

© sdecoret / shutterstock.com<br />

126 Immunsystem mit <strong>gesund</strong>er<br />

Ernährung stärken<br />

Die Abwehrkräfte mit natürlichen nährstoffen stärken.<br />

132 Gemüse und Gewürze geben Kraft<br />

Gemüse und Gewürze können den Körper <strong>gegen</strong><br />

Bakterien und Viren wie auch das Coronavirus<br />

SArS-Cov-2 unterstützen.<br />

136 Zwiebel (Allium cepa)<br />

140 Knoblauch (Allium sativum)<br />

142 Ingwer (Zingiber officinale)<br />

144 Koriander (Coriandrum sativum)<br />

146 Majoran (Origanum majorana)<br />

148 Wilder Dost, Oregano (Origanum vulgare)<br />

150 Zitrone (Citrus)<br />

152 Kurkuma (Curcuma longa)<br />

154 Wacholder (Juniperus)<br />

184 Probiotika gut für den Darm und das<br />

Immunsystem<br />

Probiotika sind gut für das Immunsystem: sie<br />

unterstützen den Darm, reduzieren Entzündungen<br />

und helfen <strong>gegen</strong> Viren und Bakterien.<br />

188 <strong>Natürliche</strong> Antibiotika<br />

Zahlreiche Pflanzen enthalten antimikrobiell<br />

wirkende naturstoffe, die vor krank machenden<br />

Keimen schützen können.<br />

190 Ochsengalle-Knoblauch-Zwiebeln-Wein (mittelalterliches<br />

rezept wirkt bei MrSA.<br />

192 Pflanzliche Senföle (natürliche Antibiotika <strong>gegen</strong><br />

Bakterien)<br />

196 Bärentraube (Blätter) (Arctostaphylos uva-ursi)<br />

156 Hühnersuppe – Klassiker<br />

Der Klassiker Hühnersuppe gilt weltweit als heilsam<br />

bei Erkältung und <strong>Infektionen</strong> der Atemwege.<br />

158 Wichtige Mikronährstoffe für das<br />

Immunsystem<br />

Die wichtigsten nährstoffe – Mikronährstoffe wie<br />

Vitamine und Mineralstoffe – für die Abwehrkräfte.<br />

162 Vitamin A (retinol, Betacarotin, Carotinoide)<br />

164 Vtamin B (der Vitamin B-Komplex umfasst<br />

thiamin (Vitamin B1), riboflavin (Vitamin B2), nicotinamide<br />

und niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin<br />

B5), Pyridoxin (Vitamin B6), Folsäure (Vitamin B9)<br />

und Cobalamin (Vitamin B12))<br />

170 Vitamin C (Ascorbinsäure, natriumascorbat, der<br />

radikalfänger schützt Lipide, Proteine und Zellmembranen<br />

vor oxidativen Schäden)<br />

176 Vitamin D (vor allem das Sonnenvitamin D3,<br />

Cholecalciferol, hilft <strong>gegen</strong> zahlreiche Erkrankungen)<br />

180 Vitamin E (Vitamin E – Alpha-tocopherol – als<br />

radikalfänger in den Zellen)<br />

182 Zink (Spurenelement für das Immunsystem und<br />

unsere Abwehrkräfte)<br />

5 Impressum<br />

6 Panorama<br />

IMPRESSUM. MEDIENINHABER: AFCOM – Verlag und Medienproduktionen.<br />

HERAUSGEBER: Alexander Fauland. CHEFREDAKTION: Alexander Fauland, DR. REINHOLD<br />

LAUTNER. REDAKTION: Dr. med. Darko Stamenov, Mag. Barbara Fauland, Peter Fauland,<br />

Alfred Felsberger. Redaktionsadresse: Lange Gasse 20-22, 1080 Wien. E-Mail:<br />

redaktion@medmix.at. PROJEKTLEITER: Sebastian Pitzek. DIGITALPUBLISHING: Benjamin Pitzek.<br />

ART DIREKTION/LAYOUT/ DTP: AFCOM. FOTOS/GRAFIKEN: AFCOM, Shutterstock. Titelseite ©<br />

ViDI / shutterstock.com. E-MAGAZINE: www.medmix.at/medmix-kiosk. Der Verlag behält<br />

sich das Recht der Verbreitung und Ver vielfäl t igung der in dieser Zeitschrift gedruckten Beiträge<br />

vor. Personenbezogene Begriffe sind unabhängig vom grammatischen Geschlecht<br />

geschlechts neutral zu verstehen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 5


Panorama<br />

Krankenhaushygiene ins<br />

Bewusstsein rufen<br />

Händewaschen und Hygiene als Schutz<br />

<strong>gegen</strong> Viren, Bakterien, Pilze & Co. ist vor<br />

allem auch für die professionelle Infektionsprävention<br />

sehr bedeutend.<br />

© Gerain0812 / shutterstock.com<br />

Gründlich Händewaschen schützt uns vor <strong>Infektionen</strong>.<br />

Dementsprechend bietet eine effektive Handhygiene einen<br />

sehr guten Schutz <strong>gegen</strong> Grippe-, Erkältungs- und<br />

Coronaviren.<br />

Im Krankenhaus regelmäßiges und<br />

gründliches Händewaschen<br />

nicht nur Kindern und Erwachsenen soll in Erinnerung<br />

gerufen werden, wie wichtig richtige Handhygiene ist – besonders<br />

in Krankenhäusern und der Gesundheitsfürsorge ist<br />

Sauberkeit von großer Bedeutung und kann Leben retten.<br />

Deswegen ist besonders im Krankenhaus ist ein regel -<br />

mäßiges und gründliches Händewaschen für eine effiziente<br />

Keimbekämpfung unerlässlich. Begründer von Hygiene -<br />

vorschriften in Krankenhäusern war Dr. Ignaz Semmelweis,<br />

seine Erkenntnisse sind heute so aktuell wie vor 170 Jahren.<br />

© Fortyforks / shutterstock.com<br />

Anthocyane <strong>gegen</strong> Viren und Entzündungen<br />

Anthocyane gehören zu den Flavonoiden<br />

(Bioflavonoide – sekundäre<br />

Pflanzenstoffe), die viele<br />

<strong>gesund</strong>e Wirkungen entfalten. Sie<br />

sind effektive Antioxidantien und<br />

wirken <strong>gegen</strong> Viren und Entzündungen<br />

sowie sogar <strong>gegen</strong> Krebs.<br />

Anthocyane sind effektive<br />

Radikalfänger<br />

Als wirksame radikalfänger können<br />

die Anthocyane der oxidativen<br />

Schädigung durch freie radikale<br />

ent<strong>gegen</strong>wirken.<br />

Hohe Mengen an Anthocyanen kann<br />

man vor allem durch den Konsum<br />

von rotwein (24–35 mg/100 ml),<br />

Beeren und Steinobst aufnehmen.<br />

Auch in vielen Gemüsen sind sie zu<br />

finden: in Auberginen, rotkraut,<br />

Kohlrüben und roten Zwiebeln. In<br />

hoher Konzentration geben Anthocyane<br />

Blüten und Früchten eine rote,<br />

violette, blaue oder gelbe Färbung.<br />

6 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Gesundheitsreisen bieten heute immer umfassendere Angebote, um<br />

die Gesundheit und das Wohlbefinden mit bewährten medizinischem<br />

Hintergrund zu fördern. Oft gibt es auch eine ärztliche Begleitung.<br />

Mit regelmäßig Lüften, richtiger Raum -<br />

temperatur und Mindest-Luftfeuchtigkeit das<br />

Ansteckungsrisiko durch Viren verringern<br />

Es ist wichtig, geeignete Maßnahmen<br />

zu ergreifen, um in Ge -<br />

bäuden das An steckungsrisiko durch<br />

Viren zu verringern.<br />

Eine rezente Studie der yale university<br />

hat gezeigt, dass die Luftfeuchtigkeit<br />

in geschlossenen räumen ein<br />

entscheidender Faktor für die Verbreitung<br />

von respiratorischen Viren<br />

wie dem Coronavirus SArS-CoV-2<br />

und Grippe-Viren ist.<br />

Ideale Luftfeuchtigkeit<br />

Wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig<br />

ist, können sich Viren und Bakterien<br />

Die richtige<br />

Dosis Sex<br />

stärkt das<br />

Immunsystem<br />

Dass regelmäßiger Beischlaf nicht<br />

un<strong>gesund</strong> ist, hat schon Martin<br />

Luther gewusst: „In der Woche<br />

zweimal schadet weder ihm noch<br />

ihr“, wusste der Geistliche im<br />

Zusammenhang mit der richtigen<br />

Dosis Sex.<br />

Regelmäßiger Sex beflügelt die Stimmung<br />

und stärkt die Abwehrkräfte. Aktuelle<br />

Forschungen haben gezeigt, dass die effektivste<br />

Wirkung für unser Immunsystem auch von der<br />

richtigen Dosis Sex abhängt, laut molekular -<br />

biologischer Analysen 3x pro Woche.<br />

länger in der Luft halten. Damit erhöht<br />

sich das risiko einer Infektion.<br />

Eine relative Luftfeuchtigkeit von 40<br />

bis 60 % ist hin<strong>gegen</strong> optimal für eine<br />

wirksame Inaktivierung von Viren<br />

und für ein effektives Immunsystem.<br />

Raumtemperatur nicht<br />

über 22° C<br />

Auch eine sehr trockene Luft in Innenräumen<br />

ist ideal für Viren und<br />

Bakterien. Aus diesem Grund ist es<br />

wichtig, die raum temperatur bei 20<br />

bis 22 °C zu halten, um die Luftfeuchtigkeit<br />

aufrecht zuerhalten.<br />

© Teo Tarras / shutterstock.com<br />

HAUSMITTEL GEGEN HUSTEN<br />

Hustenzucker<br />

Hustenzucker als altes<br />

Hausmittel <strong>gegen</strong> Husten<br />

aus den Alpen<br />

Selbst hergestellte Husten -<br />

zucker ist ein seit 2 Jahrhunderten<br />

ein leider etwas weniger<br />

bekanntes Hausmittel <strong>gegen</strong> Husten.<br />

Er kann verschiedene Heilkräuter<br />

enthalten und enthält keine<br />

Farb- und Konservierungsstoffe.<br />

und zwar verglichen mit fertigen,<br />

kaufbaren Hustenbonbons<br />

oder Hustenzuckerln.<br />

Ein altes Basisrezept für 1 kg<br />

Hustenzucker beinhaltet:<br />

Malvenblüten – 20 Gramm<br />

thymian – 20 Gramm<br />

Salbei – 20 Gramm<br />

Eibischwurzel – 20 Gramm<br />

Anissamen – 10 Gramm<br />

Engelwurz – 10 Gramm<br />

Fenchelsamen – 10 Gramm<br />

ysopkraut – 10 Gramm<br />

880 Gramm Zucker – am besten<br />

Birkenzucker (Xylitol / Xylit)<br />

© Malivan_Iuliia / shutterstock.com<br />

Zuerst zerkleinert man Malvenblüten, Thymiankraut,<br />

Salbeiblätter, Eibischwurzel, Anissamen, Engelwurz,<br />

Fenchelsamen und das Ysopkraut. Dann vermischt man<br />

alle Kräuter und macht gemeinsam mit dem Zucker eine<br />

feine Mischung. Der fertige Hustenzucker sollte in<br />

einem geschlossenen Gefäß aufbewahrt werden.<br />

Man kann dieses leckere Hausmittel <strong>gegen</strong> Husten<br />

dann mit einem Teelöffel ohne Flüssigkeit verzehren.<br />

Zudem kann man den Hustenzucker aber auch auch als<br />

Süßungsmittel für Früchtetee oder auch bei passenden<br />

Kräutertee verwenden. Außerdem bereichert er sehr gut<br />

einer schöne heiße Zitronenlimonade.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 7


Hochwertige pflanzliche Nahrungsmittel wie Wildkräuter, Heilpflanzen,<br />

Gemüse und Obst liefern wichtige Nährstoffe, die unser Immunsystem<br />

stärken und unsere Abwehrkräfte unterstützen können.<br />

Selbstbehandlung bei<br />

Covid 19 mit<br />

pflanzlichen Mitteln<br />

im Vergleich mit<br />

Paracetamol,<br />

Ibuprofen und Codein<br />

Forscher haben untersucht, wie<br />

effektiv erwachsene Covid 19-Patienten<br />

ohne Grund erkrankungen,<br />

frühe und leichte Symptomen effektiv<br />

selbst behandeln können.<br />

© PeopleImages.com - Yuri A / shutterstock.com<br />

En einer rezenten Studie standen<br />

die Selbstbehandlung von erwachsenen<br />

Covid 19-Patienten mit<br />

frühen und leichten grippeähnlichen<br />

Symptomen und ohne Grunderkrankungen<br />

am Prüfstein. Dazu verglich<br />

man gängige Medikamente sowie bewährte<br />

pflanzliche Mittel. Alle<br />

Behand lungen stuften die Forscher<br />

dann mit positiv, vielversprechend,<br />

negativ und unbekannt ein.<br />

Bei der nutzen-risiko-Bewertung<br />

bekamen 5 pflanzliche Mittel die<br />

Einstufung positiv. und zwar waren<br />

das Althaea officinalis (Eibisch),<br />

Commiphora molmol (Myrrhe),<br />

Glycyrrhiza glabra (Echtes Süßholz),<br />

Hedera helix (Efeu) und Sambucus<br />

nigra (Schwarzer Holunder).<br />

Von den Medikamenten war nur<br />

Ibuprofen vielversprechend. Hin<strong>gegen</strong><br />

konnten man für Paracetamol<br />

und Codein keine überzeugenden<br />

Beweise finden.<br />

Zudem bekamen 12 weitere pflanzliche<br />

Mittel die Einstufung vielversprechend.<br />

Das waren das Allium sativum<br />

(Knoblauch), Andrographis<br />

paniculata (Kalmegh), Echinacea angustifolia<br />

und Echinacea purpurea<br />

(Sonnenhut), ätherisches Öl von<br />

Eucalyptus globulus (Eukalyptus),<br />

Justicia pectoralis, Magnolia officinalis,<br />

Mikania glomerata, Pelargonium<br />

sidoides (Kapland-Pelargonie),<br />

Pimpinella anisum (Anis), Salix sp<br />

(Weide) und Zingiber officinale<br />

(Ingwer). Den übrigen Pflanzen<br />

brachten moderate Wirkungen.<br />

<strong>Hilfe</strong> bei <strong>Infektionen</strong> durch<br />

Ernährung und Lebensmittel<br />

© Volodymyr Plysiuk / shutterstock.com<br />

Eine große Analyse zeigte, dass mehrere<br />

vielversprechende Nährstoffe in der<br />

Ernährung sowie in funktionellen Lebens -<br />

mitteln sehr gute Wirkungen <strong>gegen</strong> Erkältung,<br />

Covid 19 und Grippe entfalten können.<br />

Die bekanntesten Beispiele für solche<br />

Nährstoffe in unseren Nahrungsmitteln sind<br />

die klassischen <strong>gesund</strong>en Lebensmittel<br />

Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer und Kurkuma<br />

sowie zahlreiche andere Obst- und<br />

Gemüsearten.<br />

8 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Rauchen und Alkohol belasten das Immunsystem. Zu viel Alkohol<br />

schwächt mit der Zeit die Abwehrkräfte, Rauchen beeinträchtigt vor<br />

allem die Lunge, die Atemwege und die Schleimhäute.<br />

Honig als Hausmittel und Erkältungsmittel<br />

Honig ist ein bewährtes Hausmittel. Mit Tee und wert vollen<br />

Kräutern oder heißem Zitronenwasser vermischt helfen solche<br />

Honig-Anwendungen Kindern und Erwachsenen <strong>gegen</strong> Husten,<br />

Schnupfen und Halsschmerzen.<br />

Im Zuge einer uS-Studie an der Mayo Klinik<br />

haben Forschende unlängst Kindern mit<br />

<strong>Infektionen</strong> der oberen Atemwege im Alter<br />

von 2 Jahren und älter vor dem Schlafengehen<br />

bis zu 2 teelöffel (10ml) Honig gegeben.<br />

Diese Behandlung konnte den<br />

Hustenreiz während der nacht verringern<br />

sowie den Schlaf erleichtern. tatsächlich<br />

war in dieser Studie die Wirksamkeit von<br />

Honig gleichauf mit bekannten<br />

Hustenmitteln. Jedenfalls kann man Kindern<br />

mit Erkältung durchaus einen Löffel Honig vor<br />

dem Schlafengehen oder nach Bedarf geben. Bei Honig<br />

ist aber auch Vorsicht geboten, wegen der Gefahr von Säuglingsbotulismus,<br />

einer seltenen, schweren Lebensmittelvergiftung. Deswegen sollte man kleinen<br />

Kindern, die jünger als ein Jahr sind, keinesfalls Honig geben.<br />

Wildkräuter <strong>gegen</strong> Erkältung<br />

und <strong>Infektionen</strong><br />

Zahlreiche Wildkräuter stärken unseren Körper<br />

und geben ihm mehr Energie. Viele naturstoffe<br />

und ihre ätherischen Öle in den Kräutern entfalten<br />

eine sehr gute Wirkung bei Erkältung und <strong>Infektionen</strong><br />

mit Viren, <strong>gegen</strong> Schnupfen, Husten oder<br />

Atembeschwerden.<br />

Grünen Wildkräuter-Smoothies<br />

zubereiten<br />

Wildkräuter haben im Vergleich zu Kulturgemüse<br />

einen wesentlich höheren nährstoffgehalt und daher<br />

auch eine starke Wirkung. Leckere, <strong>gesund</strong>e Wildkräuter-Smoothies<br />

kann man sehr einfach zubereiten. Man reinigt dazu je nach Geschmack<br />

Obst und Gemüse sowie die Wildkräuter. Dann kommen die Früchte und<br />

das Gemüse in den Mixer, der zur Hälfte mit Wasser befüllt sein sollte. Je<br />

nach Mixer und Inhalt werden Wildkräuter, das Obst und das Gemüse zuerst<br />

auf kleiner, dann auf höchster Stufe 30–60 Sekunden durchgemixt.<br />

Eingießen und Genießen!<br />

© GaudiLab / shutterstock.com<br />

© FotoHelin /<br />

shutterstock.com<br />

Mit <strong>gesund</strong>em Lebensstil<br />

das Immunsystem stärken<br />

Neben einer achtsamen Ernährung,<br />

um das Immunsystem<br />

zu stärken, kommt es auch auf andere<br />

Lebensstilfaktoren an. Dazu<br />

gehören Bewegung, Stress, Schlafqualität,<br />

Ernährungsstatus ( Überund<br />

untergewicht), rauchen und<br />

Alkoholkonsum.<br />

Gesunder Schlaf<br />

Ein erholsamer Schlaf ist für unser<br />

Immunsystem und den Kampf<br />

<strong>gegen</strong> Viren, Bakterien & Co. von<br />

großer Bedeutung. Denn bereits<br />

kurzer Schlafentzug kann die<br />

Abwehrkraft der t-Zellen (den<br />

Kampfeinheiten unseres<br />

Immunsystems) beeinträchtigen.<br />

Stress schwächt uns<br />

Stress gehört zu den negativen<br />

Faktoren, die die Effektivität das<br />

Immunsystem beeinträchtigt.<br />

Positive Gedanken können die<br />

Abwehrkräfte stärken und sogar<br />

dabei helfen, dass Impfstoffe<br />

besser wirken.<br />

© alexkich / shutterstock.com<br />

Sport und Bewegung<br />

Sport und Bewegung entfalten eine<br />

<strong>gesund</strong>e Wirkung auf die Funktionalität<br />

des Immunsystems. Besonders<br />

bei Menschen, die häufig<br />

an <strong>Infektionen</strong> leiden, hilft ein<br />

kontinuierliches training.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 9


Unseren Körper<br />

natürlich stärken<br />

und <strong>Infektionen</strong><br />

vermeiden<br />

© PHOTOCREO Michal Bednarek / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/immunsystem-infektionen/<br />

10 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Gegen <strong>Infektionen</strong> sind starke Abwehrkräfte<br />

entscheidend. Ein <strong>gesund</strong>er Lebensstil und<br />

natürliche Mittel helfen, unseren Organismus<br />

zu stärken.<br />

munabwehr. Es gibt jedenfalls viele<br />

Möglichkeiten, unsere Abwehrkräfte<br />

zu stärken und den Körper deutlich<br />

widerstands fähiger <strong>gegen</strong> Krankheitserreger<br />

zu machen. Das hilft bei<br />

<strong>Infektionen</strong> mit Bakterien schließlich<br />

Ein <strong>gesund</strong>er Lebensstil<br />

hilft uns, das Immunsystem<br />

zu stärken. Aber<br />

auch gewisse Mittel zur<br />

nahrungs ergänzung sowie wertvolle<br />

Pflanzen stoffe stärken unsere Imauch<br />

dabei, weniger Antibiotika verwenden<br />

zu müssen.<br />

Immunsystem stärken<br />

<strong>gegen</strong> Bakterien, Viren<br />

und <strong>Infektionen</strong><br />

unser Immunsystem besteht unter<br />

anderem aus verschiedenen typen<br />

von immunkompetenten Zellen.<br />

Dazu zählen vor allem weiße Blutkörperchen<br />

wie beispielsweise die<br />

Helfer- und Killerzellen. Diese<br />

Abwehr kräfte des Immunsystems<br />

unterstützen uns tag für tag beim<br />

Kampf <strong>gegen</strong> Krankheitserreger. In<br />

diesem Sinne schützt uns ein gut<br />

funktionierendes Immunsystem vor<br />

<strong>Infektionen</strong> und Erkrankungen.<br />

Zusätzlich senkt ein starkes Immunsystem<br />

aber auch das risiko, an<br />

Krebs zu erkranken.<br />

Höhere Körpertemperatur<br />

<strong>gegen</strong> <strong>Infektionen</strong><br />

Einen wichtigen Beitrag leistet übrigens<br />

auch das Fieber. Dieses soll<br />

allerdings nicht zu hoch steigen –<br />

vor allem chronisch Kranke sollten<br />

aufpassen, dass das nicht passiert.<br />

Gesunde Menschen sollten hin<strong>gegen</strong><br />

eine frühzeitige Fiebersenkung bei<br />

„banalen“ <strong>Infektionen</strong> vermeiden.<br />

Die Aussage „Fieber senken und Immunsystem<br />

stärken “ ist grundsätzlich<br />

falsch. Denn das Fieber hilft unserem<br />

Immunsystem. Wobei es<br />

Menschen gibt, die bei Infekten kein<br />

oder nur geringes Fieber entwickeln.<br />

Die können ihre Körpertemperatur<br />

dann auch durch ein heißes Bad,<br />

Sauna oder Dampfbad erhöhen und<br />

sich damit ins Schwitzen bringen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 11


Wichtig ist auch, den körpereigenen<br />

Biorhythmus zu unterstützen, indem<br />

man eine gewisse regelmäßigkeit in<br />

die tagesabläufe bringt. Beispielsweise<br />

betrifft das Mahlzeiten oder<br />

das Schlafverhalten.<br />

Lebensstil optimieren<br />

Jeder Mensch kann durch wirksame<br />

Immunhygiene und einem <strong>gesund</strong>en<br />

Lebensstil maßgeblich dazu beitragen,<br />

sein Immunsystem fit zu machen.<br />

Positiv wirkt …<br />

● <strong>gesund</strong>e Ernährung mit den<br />

wichtigsten nährstoffen mit vielen<br />

Vitaminen und Spurenelementen<br />

(v.a. Zink), am besten mit einem<br />

stärkenden Frühstück und einer<br />

warmen Mahlzeit pro tag,<br />

● regelmäßige Bewegung im Freien<br />

an der frischen Luft,<br />

● Stressabbau durch regelmäßige<br />

Entspannung und Erholung,<br />

● ausreichend Schlaf möglichst auch<br />

vor Mitternacht, insbesondere im<br />

Herbst. Das hilft <strong>gegen</strong> Stress und<br />

stärkt generell unsere<br />

Abwehrkräfte.<br />

● Das Immunsystem wird übrigens<br />

bei älteren Menschen durch<br />

trauer sehr geschwächt, junge<br />

Menschen sind da resistenter.<br />

Ausreichend und<br />

<strong>gesund</strong>er Schlaf<br />

Meditation und<br />

Entspannung für<br />

Geist und Seele<br />

Mit den richtigen Maßnahmen die<br />

Abwehrkräfte stärken<br />

Genug Wasser und<br />

Kräutertees mit<br />

Heilpflanzen ohne<br />

Zucker trinken<br />

Hygiene in der<br />

Küche: Obst und<br />

Gemüse gut<br />

waschen<br />

Was das Immunsystem<br />

schwächt, und wie man es<br />

wieder stärken kann<br />

Insbesondere Menschen, die häufig<br />

unter <strong>Infektionen</strong> leiden, sollten sich<br />

bewusst mit ihrem Lebensstil auseinandersetzen.<br />

Oft ergibt eine ehrliche<br />

Analyse konkrete Hinweise, warum<br />

das Immunsystem geschwächt ist.<br />

neben den bereits genannten<br />

Lebensstil-Faktoren können auch<br />

Entschlackungs- oder Fastenkuren<br />

sinnvoll sein. Diese sollten ausschließlich<br />

in Frühjahr und Sommer<br />

durchgeführt werden.<br />

Eine wichtige rolle spielt das Verhältnis<br />

zwischen dem individuellen<br />

Zustand des Immunsystems und wie<br />

krank machend (virulent) die Keime<br />

sind, mit denen man in Berührung<br />

kommt. Denn meistens liegt es am<br />

schwachen Immun system, das den<br />

Körper zu wenig schützt, sodass er<br />

überhaupt erkrankt, und nicht an besonders<br />

„bösen Keimen“.<br />

Vorbeugung und<br />

Behandlung<br />

Grundsätzlich kann man zur Vorbeugung<br />

verschiedene naturstoffe und<br />

nahrungsergänzungsmittel einnehmen,<br />

um die Abwehrkäfte besser zu<br />

unterstützen. Menschen mit chronischen<br />

Krankheiten oder häufigen<br />

Infekten sollten aber auf jeden Fall<br />

einen Arzt konsultieren. Denn dieser<br />

hat in der regel profunde Kenntnisse<br />

zum Immunsystem.<br />

12 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Gesunde Ernährung<br />

mit viel Obst und<br />

Gemüse<br />

Händewaschen und<br />

Händehygiene mit<br />

Desinfizieren<br />

Ruhig und gelassen<br />

bleiben sowie<br />

Stress vermeiden<br />

Wie man sein Immunsystem unterstützen kann<br />

© Liliya Mukhitova / shutterstock.com<br />

Alkohol und<br />

Zigaretten rauchen<br />

vermeiden<br />

Mangel von<br />

Vitaminen und<br />

Spurenelementen<br />

vermeiden<br />

Mit ausreichend<br />

Sport und Bewegung<br />

den Körper in<br />

Schwung halten<br />

Darüber hinaus ist ein Arzt natürlich<br />

auch bei schwereren Symptomen,<br />

die über einen „banalen“ grippalen<br />

Infekt hinausgehen, der richtige<br />

Ansprechpartner.<br />

Dazu gehören etwa die Influenza,<br />

Covid 19, eine Angina, die Bronchitis<br />

oder eine Lungenentzündung.<br />

Antibiotika sparen<br />

Durch die Stärkung von Selbstregulation<br />

und Immunsystem wird der<br />

Körper bei den meisten Menschen so<br />

widerstandsfähig. Dadurch wird<br />

auch Bakterieninfektionen ein Einsatz<br />

von Antibiotika nur noch in<br />

Ausnahmefällen – etwa bei extrem<br />

hohem Fieber, eitrigen Erkrankungen<br />

oder Gefahr einer Sepsis –<br />

erforderlich.<br />

Dies ist nicht nur für jeden Einzelnen<br />

so wichtig. Sondern das ist auch<br />

weltweit betrachtet gesehen ein<br />

wichtiger Beitrag im Kampf <strong>gegen</strong><br />

Antibiotikaresistenzen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 13


© Yuganov Konstantin / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/beste-vorbeugung-haendewaschen/<br />

14 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Händewaschen und<br />

Hygiene als Schutz <strong>gegen</strong><br />

Viren, Bakterien, Pilze & Co<br />

Gründlich Händewaschen schützt vor <strong>Infektionen</strong>.<br />

Dementsprechend bietet effektive Handhygiene den<br />

besten Virenschutz <strong>gegen</strong> Grippe-, Erkältungs- und<br />

Coronaviren.<br />

Viel zu viele Menschen<br />

nehmen es leichtfertig<br />

in Kauf, wegen unzureichender<br />

Hygienemaßnahmen<br />

schwerwiegend zu erkranken.<br />

Den Kontakt mit Bakterien und<br />

Viren kann man zwar nicht ver -<br />

meiden. Doch Händewaschen ist ein<br />

effektiver Virenschutz <strong>gegen</strong> Coronaviren,<br />

Grippe, Erkältung und anderen<br />

<strong>Infektionen</strong>. Denn die Hände<br />

kommen im Alltag ständig mit<br />

Krankheitserregern in Kontakt. Das<br />

geschieht durch türgriffe, Lichtschalter<br />

oder Gegenstände, die<br />

verschiedene Personen angreifen.<br />

Händewaschen als Virenschutz<br />

<strong>gegen</strong> Coronaviren<br />

& Co.<br />

Das klassische Beispiel für die<br />

präventive Wirkung des Hände -<br />

waschens als Virenschutz sind Erkältungskrankheiten<br />

wie Schnupfen<br />

oder Grippe. Händewaschen ver -<br />

ringert hier die Gefahr einer An -<br />

steckung massiv, da die Keimzahl<br />

um mehr als 99 Prozent reduziert<br />

werden kann. rhinoviren etwa<br />

lassen sich zu 65 Prozent auf den<br />

Händen nachweisen, zu 50 Prozent<br />

im nasensekret und zu 39 Prozent<br />

im Speichel.<br />

Grippeviren ihrerseits überleben rund<br />

48 Stunden auf den meisten Oberflächen.<br />

Eine Erkrankung droht vor allem,<br />

wenn die Erreger über die Hände<br />

weiter in die Schleimhäute von<br />

Augen, nase und Mund gelangen.<br />

Im stationären Bereich muss das<br />

Personal grundsätzlich nach jedem<br />

Patientenkontakt die eigenen Hände<br />

im rahmen der Handhygiene mit<br />

einem Desinfektionsmittel desinfiziert<br />

werden. Jedoch auch hier gibt es<br />

Situationen, in denen das klassische<br />

Händewaschen vorrangig ist.<br />

Ein gefährlicher und hartnäckiger<br />

Erreger ist beispielsweise das Bakterium<br />

Clostridium difficile. Sollte man<br />

mit einer möglicherweise infizierten<br />

Person in Kontakt treten, so muss<br />

man unbedingt gründlich Händewaschen.<br />

Denn sonst kann man die<br />

Bakterien nicht entfernen und vollständig<br />

eliminieren.<br />

20 bis 30 Sekunden<br />

braucht sinnvolles<br />

Händewaschen<br />

regelmäßig Händewaschen – sobald<br />

man nach Hause kommt, vor dem<br />

Kochen und Essen, sowie selbstverständlich<br />

nach dem toilettengang –<br />

ist sehr empfehlenswert. um Keime<br />

zu eliminieren, genügt ein kurzes<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 15


Händewaschen aber nicht. Hin<strong>gegen</strong><br />

sollte man die Hände unter fließendem<br />

Wasser halten und anschließend<br />

die Hand innenflächen, Handrücken,<br />

die Fingerspitzen und auch<br />

die Finger zwischenräume sowie die<br />

Fingernägel gründlich einseifen.<br />

Lange genug waschen<br />

Für das gründliche Händewaschen<br />

nicht stark verschmutzter Hände benötigt<br />

man 20 bis 30 Sekunden. um<br />

die residente Hautflora zu entfernen,<br />

was bei der Handhygiene im Krankenhaus<br />

wesentlich ist, muss man<br />

drei Minuten lang mit Seife und<br />

Wasser die Hände waschen.<br />

Seife verwenden und<br />

gründlich trocknen<br />

Seife gehört idealerweise zur reinigung<br />

dazu, weil sie die Oberflächenspannung<br />

von Wasser senkt, das so<br />

besser in Kontakt mit den Schmutzpartikeln<br />

kommt. Überflüssig sind<br />

handelsübliche antibakteriell wirksame<br />

Seifen, da sie Keime nicht besser<br />

entfernen als normale Seifen.<br />

Da der Säureschutzmantel der Haut<br />

eine natürliche Barrierefunktion <strong>gegen</strong><br />

Krankheitserreger darstellt, sind<br />

pH-neutrale Seifen zu bevorzugen.<br />

Flüssigseifen sind hygienischer als<br />

© santypan / shutterstock.com<br />

die klassischen Seifenstücke. Die<br />

temperatur des Wassers spielt übrigens<br />

dabei keine rolle. Es ist aber<br />

sinnvoll, die nassen Hände gründlich<br />

zu trocknen, da Keime im feuchten<br />

Milieu besser überleben können.<br />

Desinfektionsmittel<br />

ersetzen das<br />

Händewaschen nicht<br />

Im Haushalt verwendete Desinfek -<br />

tionsmittel verringern zwar die Anzahl<br />

der Keime, aber man erspart<br />

sich damit das Händewaschen nicht.<br />

Desinfektionsmittel sind vor allem<br />

dann sinnvoll, wenn es<br />

Familienmitglieder gibt, die an einer<br />

hochansteckenden Infektion oder<br />

durch eine mit Immunschwäche<br />

einhergehenden Krankheit,<br />

beispielsweise nach einer<br />

Krebstherapie, leiden.<br />

Jedenfalls ist zu beachten, dass<br />

Desinfektionsmittel nur auf und in<br />

die trockene Haut eingerieben<br />

werden dürfen. Denn auf nasse<br />

Hände aufgetragen, verlieren sie ihre<br />

desinfizierende Wirkung sofort.<br />

Weiter haben die in praktischen<br />

Fläschchen abgefüllten Desinfektionsgels<br />

für unterwegs eher eine psychologische<br />

Wirkung und ersetzen<br />

keinesfalls das Händewaschen.<br />

Richtig Hände<br />

waschen und die<br />

wichtige Pflege<br />

danach<br />

Die intensivere Händehygiene<br />

geht an der Haut nicht spurlos<br />

vorbei. Deshalb brauchen die<br />

Hände auch mehr Pflege.<br />

Tipps zum Eincremen<br />

Im Kampf <strong>gegen</strong> <strong>Infektionen</strong> wie<br />

Grippe und Covid-19 spielt eben<br />

regelmäßiges Händewaschen<br />

und Desinfizieren ein bedeutende<br />

Rolle. Danach sollte man<br />

nicht auf das Eincremen der<br />

Hände verzichten. Dafür sollte<br />

man sich bewusst mehrmals am<br />

Tag Zeit nehmen. Zum Beispiel<br />

nach dem Händewaschen und<br />

vor dem Schlafengehen.<br />

Systematische Pflege<br />

Es ist wichtig, dass man die Hände<br />

gründlich und vollständig eincremt<br />

und keine Hautstellen vernachlässigt.<br />

Ein systematisches<br />

Vorgehen kann dabei helfen.<br />

Erstens sollte man einen haselnussgroßen<br />

Patzen Creme<br />

gleichmäßig auf den Handrücken<br />

verteilen.<br />

Dann eroflt das sorgfältige Einmassieren<br />

der Creme in die Fingerzwischenräume<br />

und Fingerseitenkanten.<br />

Auch die Handinnenflächen<br />

muss man berücksichtigen<br />

und die Daumen nicht<br />

vergessen.<br />

Schließlich sollte man auch die<br />

Nägel und die Nagelfalze eincremen<br />

und die restliche Creme<br />

an den Handgelenken<br />

einmassieren.<br />

So kann man die Hände optimal<br />

pflegen und den Körper vor <strong>Infektionen</strong><br />

schützen.<br />

16 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Regelmässig Lüften,<br />

richtige Raumtemperatur.<br />

Mindest-Luftfeuchtigkeit<br />

In Gebäuden ist eine relative Luftfeuchtigkeit<br />

von 40 bis 60% ideal, um das Coronavirus<br />

SARS-Cov-2 und Influenza viren zu bekämpfen.<br />

Zudem sollte die Raum temperatur<br />

nicht mehr als 22° Celsius betragen.<br />

© Lightspring / shutterstock.com


© peterschreiber.media / shutterstock.com<br />

Pflanzliche Mittel<br />

bei Covid 19<br />

Mit Erfolg konnte die Forschung bei zahlreichen<br />

pflanzlichen Mitteln nachweisen, dass sie bei<br />

<strong>Infektionen</strong> der Atemwege sehr gut <strong>gegen</strong> die<br />

Beschwerden wirken und das Wohlbefinden<br />

steigern. Manche davon helfen sogar direkt<br />

<strong>gegen</strong> <strong>Infektionen</strong> und <strong>gegen</strong> die Vermehrung<br />

von Coronaviren.<br />

https://medmix.at/immunsystem-infektionen/<br />

18 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 4 2022 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Seit Beginn des Jahres 2020 hält das<br />

Coronavirus Sars-CoV-2 die Menschen rund um<br />

den Globus in Atem. Die Infektionskrankheit<br />

Covid 19 brachte viele Gesundheitssysteme<br />

weltweit an ihre Grenzen. Auch, um<br />

wirtschaftlich ärmere Länder bei der Behandlung<br />

der Covid-Patienten zu unterstützen,<br />

haben deshalb sehr viele Forscher sowie die<br />

Welt<strong>gesund</strong>heitsorganisation WHO auch<br />

zahl reiche Analysen zu alternativen,<br />

günstigeren natürlichen Therapien gemacht.<br />

Und das mit Erfolg.<br />

Verschiedene pflanzliche<br />

Mittel können eine gute<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> Covid 19<br />

entfalten. und zwar zur<br />

Behandlung sowie zur Prävention einer<br />

Infektion mit Sars-CoV-2. unter<br />

dem Strich sind zahlreiche naturstoffe<br />

und Pflanzengemische in der<br />

Lage, die Symptome von Covid 19 zu<br />

verbessern beziehungsweise zu lindern.<br />

Außerdem erhöhen die pflanzlichen<br />

Mittel die Heilungsrate.<br />

Wirkung von Naturstoffen<br />

<strong>gegen</strong> Coronaviren<br />

Im Fokus vieler Studien zur Vorbeugung<br />

und Behandlung von Covid 19<br />

standen pflanzliche Mittel und naturstoffe<br />

sowie nährstoffe und Mikronährstoffe.<br />

Zusammenfassend<br />

kann man heute festhalten, dass die<br />

bestehenden Daten zeigen, dass die<br />

untersuchten naturstoffe bei Covid<br />

19 effektiv die therapie verbessern<br />

und das Wohlbefinden der Erkrankten<br />

steigern können. Obendrein verursachten<br />

die pflanzlichen therapien<br />

keine schwerwiegenden unerwünschten<br />

nebenwirkungen.<br />

Pflanzliche Mittel, die sich<br />

für die Selbst behandlung<br />

von Covid 19 eignen<br />

Die offiziellen Empfehlungen zur<br />

Selbstbehandlung der SArS-Cov-2-<br />

Krankheit Covid 19 umfassten vor allem<br />

Selbstisolierung, ruhe, ausreichend<br />

Zufuhr von Flüssigkeit sowie<br />

die Verwendung von nSAr (aber nur<br />

bei hohem Fieber).<br />

Man kann allerdings davon ausgehen,<br />

dass viele Covid-19-Patienten<br />

zudem auch pflanzliche Mittel verwendeten,<br />

um die Symptome zu lindern.<br />

Forscher untersuchten deswegen<br />

die nutzen- risiko-Bewertung<br />

verschiedener ausgewählter pflanzlicher<br />

Mittel.<br />

Dazu hat man vor allem die Wirkung<br />

jener naturstoffe und pflanzlicher<br />

Gemische untersucht, die man<br />

traditionell bereits bei Atemwegs -<br />

erkrankungen einsetzte. Man ging<br />

der Frage nach, ob sich diese pflanzlichen<br />

Mittel auch zur Selbstbehandlung<br />

bei Covid 19 eignen.<br />

Die Auswahl der pflanzlichen Mittel<br />

basierte hauptsächlich auf Arzneipflanzen,<br />

die von der WHO und der<br />

EMA bei Erkrankungen der Atem -<br />

wege gelistet sind.<br />

Einige andere pflanzliche Heilmittel<br />

wurden jedoch aufgrund ihrer weit<br />

verbreiteten Anwendung bei<br />

Atemwegs erkrankungen ebenfalls in<br />

die Analyse einbezogen.<br />

natürlich <strong>gesund</strong> 4 2022 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn | MEDMIX 19


TCM-Medizin bei Covid 19<br />

Mehrere Studien zeigten, dass einige<br />

pflanzliche Mittel der traditionellen<br />

chinesischen Medizin bei der therapie<br />

von Covid 19 wirksam sind.<br />

Verschiedene Heilpflanzen und Heilkräutern<br />

konnten in Corona-Studien<br />

eine vielversprechende hemmende<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> das Coronavirus<br />

SArS-Cov-2 und damit <strong>gegen</strong> Covid<br />

19 entfalten. Das waren unter anderem<br />

Einjähriger Beifuß (Artemisia<br />

annua), Duftnessel (Agastache rugosa<br />

auch als Koreaminze oder riesenysop<br />

bekannt), tragant (Astragalus<br />

membranaceus), Senna alata (Cassia<br />

alata), Ecklonia cava, Gurmar (Gymnema<br />

sylvestre), chinesisches Süssholz<br />

(Glycyrrhizae uralensis), Molchschwanz<br />

(Eidechsenschwanz Houttuynia<br />

cordata), Lindera aggregata,<br />

Spinnenlilie (Lycoris radiata), Mollugo<br />

mult, Pyrrosia lingua, Saposhnikoviae<br />

divaricate und Guduchi (tinospora<br />

cordifolia) .<br />

In diesem Sinne konnten beispielsweise<br />

auch Kräuterextrakte aus vier<br />

verschiedenen Pflanzen – und zwar<br />

dem Einjährigem Beifuß, Lindera aggregata,<br />

Pyrrosia lingua sowie<br />

Spinnenlilie – eine bemerkenswerte<br />

antivirale Wirkung <strong>gegen</strong> SArS-CoV<br />

entfalten.<br />

Lianhua Qingwen<br />

Schließlich gilt das auch für das<br />

pflanzliche Mittel Lianhua Qingwen,<br />

das aus dem alten rezept yin Qiao<br />

San und Ma Xing Shi Gan mittels<br />

Abkochung hergestellt wird.<br />

Dazu zeigten Covid-19-untersuchungen,<br />

dass man mit der chinesischen<br />

Medizin Lianhua Qingwen wichtige<br />

klinische Symptome wirksamer<br />

behandeln konnte.<br />

Selbstbehandlung mit<br />

pflanzlichen Mitteln<br />

versus Paracetamol,<br />

Ibuprofen und Codein<br />

In einer anderen Studie haben Forscher<br />

Möglichkeiten zur Selbstbehandlung<br />

von erwachsenen Covid<br />

19-Patienten mit frühen und leichten<br />

grippeähnlichen Symptomen und<br />

ohne Grunderkrankungen untersucht.<br />

Dazu verglich man gängige<br />

Medikamente sowie bewährte<br />

pflanzliche Mittel. Das nutzenrisiko-Verhältnis<br />

aller Behand -<br />

lungen wurde mit positiv, vielversprechend,<br />

negativ und unbekannt<br />

eingestuft.<br />

Bei der nutzen-risiko-Bewertung<br />

bekamen 5 pflanzliche Mittel die<br />

Einstufung positiv. und zwar waren<br />

das Althaea officinalis (Eibisch),<br />

Commiphora molmol (Myrrhe),<br />

Glycyrrhiza glabra (Echtes Süßholz),<br />

Hedera helix (Efeu) und Sambucus<br />

nigra (Schwarzer Holunder).<br />

Zudem bekamen 12 weitere pflanzliche<br />

Mittel die Einstufung vielversprechend.<br />

und zwar waren das Allium<br />

sativum (Knoblauch), Andrographis<br />

paniculata (Kalmegh), Echinacea<br />

angustifolia und Echinacea purpurea<br />

(Sonnenhut), ätherisches Öl von<br />

Eucalyptus globulus (Eukalyptus),<br />

Justicia pectoralis, Magnolia officinalis,<br />

Mikania glomerata, Pelargonium<br />

sidoides (Kapland-Pelargonie),<br />

Pimpinella anisum (Anis), Salix sp<br />

(Weide) und Zingiber officinale<br />

(Ingwer). Den übrigen Pflanzen<br />

wurden moderate Wirkungen<br />

zugesprochen.<br />

Mehrere pflanzliche Mittel<br />

den Medikamenten zur<br />

Selbstbehandlung bei<br />

Covid 19 überlegen<br />

Bei der gleichen Bewertung war übrigens<br />

nur Ibuprofen vielversprechend.<br />

Hin<strong>gegen</strong> konnten die Forscher<br />

für die Verwendung von Paracetamol<br />

und / oder Codein keine<br />

überzeugenden Beweise finden.<br />

Viele Corona-Studien zeigen, dass einige<br />

pflanzliche Mittel den Medikamenten<br />

zur Selbstbehandlung bei<br />

Covid 19 überlegen sind.<br />

unter dem Strich besteht ausreichend<br />

Evidenz dafür, dass erkrankte<br />

Personen pflanzliche Mittel zur<br />

Selbstbehandlung <strong>gegen</strong> frühe und<br />

© Svetlana123 / shutterstock.com<br />

20 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Es gibt zahlreiche<br />

bewährte pflanzliche<br />

Mittel, die aufgrund<br />

ihrer weit verbreiteten<br />

Verwendung bei der<br />

Selbstbehandlung von<br />

Erkrankungen der<br />

Atemwege zum<br />

Einsatz kommen.<br />

Nachstehend findet<br />

sich eine<br />

vielversprechende<br />

Auswahl solcher<br />

wirksamen Pflanzen<br />

und Naturstoffe.<br />

Auswahl pflanzlicher<br />

Mittel <strong>gegen</strong><br />

Beschwerden bei<br />

Covid 19 und<br />

anderen<br />

Erkrankungen der<br />

Atemwege<br />

milde grippeähnliche Symptome einsetzen<br />

sollten. Die pflanzlichen Mittel<br />

verbessern vor allem auch das<br />

allgemeine Wohlbefinden der Covid-<br />

19-Patienten. In diesem Sinne bietet<br />

die Behandlung mit pflanzlichen<br />

Mitteln und Heilpflanzen auch das<br />

positive Gefühl, sich wirksam selbst<br />

behandeln zu können.<br />

<strong>Hilfe</strong> durch Ernährung und<br />

Lebensmittel<br />

Eine weitere Metaanalyse zeigte übrigens,<br />

dass auch mehrere vielversprechende<br />

natürliche nährstoffe in<br />

der Ernährung sowie in funktionellen<br />

Lebensmitteln sehr gute Wirkungen<br />

<strong>gegen</strong> Covid 19 entfalten.<br />

Die bekanntesten Beispiele für<br />

solche nährstoffe in unseren<br />

nahrungsmitteln sind die klassischen<br />

<strong>gesund</strong>en Lebensmittel<br />

Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer und<br />

Kurkuma sowie zahlreiche andere<br />

Obst- und Gemüsearten.<br />

Knoblauch<br />

(Allium sativum)<br />

Knoblauch ist bekanntlich ein nützliches<br />

Mittel bei Erkältung und Husten<br />

sowie <strong>gegen</strong> andere Symptome<br />

einer Grippe. Außerdem unterstützt<br />

er die Behandlung einer Bronchitis<br />

sowie von wiederkehrenden <strong>Infektionen</strong><br />

der oberen Atemwege.<br />

Süßholzwurzel und<br />

Lakritze<br />

(Glycyrrhiza glabra)<br />

Für die gute Wirkung der Süßholzwurzel<br />

und von Lakritze ist hauptsächlich<br />

der Inhaltsstoff Glycyrrhetinsäure<br />

(Glycyrrhizin) verantwortlich.<br />

Er entfaltet gute Wirkung bei<br />

Erkältungen und Atemwegserkrankungen<br />

sowie auch <strong>gegen</strong> Covid 19.<br />

In der frühen chinesischen Medizin<br />

gehörte die Süß holzwurzel (Glycyrrhiza<br />

glabra) zu den zehn wichtigsten<br />

Heilpflanzen. Zudem setzten arabische<br />

Ärzte die Süßholzwurzel <strong>gegen</strong><br />

Dysmenorrhoe ein. Alte chinesische<br />

Aufzeichnungen beschreiben auch<br />

die Anwendung von Süßholzwurzel<br />

bei Ödemen. In Japan soll die Süßholzwurzel<br />

auch heute noch bei<br />

hyper androgenetischen Frauen den<br />

Eisprung auszulösen.<br />

Einjähriger Beifuß<br />

(Artemisia annua)<br />

Beifuß-Extrakte können auch die<br />

SArS-CoV-2-Infektion hemmen. Für<br />

die antivirale Wirkung der Extrakte<br />

sollen Artemisinin sowie Flavonoide<br />

verantwortlich sein. Vermutlich<br />

kann die Kombination dieser naturstoffe<br />

einer Coronavirus-Infektion<br />

ent<strong>gegen</strong>wirken. Die Inhaltsstoffe<br />

der Artemisia annua hemmen<br />

einerseits das Eindringen und die<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 21


© wasanajai / shutterstock.com<br />

Bei der Bewertung von 39 pflanzlichen Mitteln als sinnvolle Behandlung bei COVID 19<br />

zeigten sich 5 Heilpflanzen positiv und 12 vielversprechend. Bei den übrigen pflanzlichen<br />

Mitteln war das Ergebnis nicht klar. Bei der gleichen Bewertung war übrigens<br />

nur Ibuprofen vielversprechend, nicht hin<strong>gegen</strong> Paracetamol und Codein.<br />

22 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Vermehrung von Viren. Andererseits<br />

entfalten sie auch eine gute Wirkung<br />

<strong>gegen</strong> oxidativen Stress und Entzündungen.<br />

Schließlich kann Einjähriger<br />

Beifuß auch die Beschwerden bei<br />

Lungenschäden lindern.<br />

Zitronengras<br />

(Cymbopogon citratus)<br />

Zubereitungen mit Zitronengras<br />

kann man sehr gut bei verschiedenen<br />

<strong>Infektionen</strong> der Atemwege wie Grippe<br />

und Covid 19 einsetzen. Dieses<br />

weit verbreitete und sichere pflanzliche<br />

Mittel bietet eine entzündungshemmende<br />

Wirkung auf die Atemwege<br />

und kann dabei helfen, die Beschwerden<br />

bei Atemwegserkrankungen<br />

zu lindern.<br />

Hierzu man 1 bis 2 Gramm der getrockneten<br />

Blätter oder 4 bis 5<br />

Gramm frischer Blätter als tee<br />

zubereiten. Wobei sich das trinken<br />

von 150 ml tee bis zu dreimal täglich<br />

bewährt hat.<br />

Eibisch<br />

Althaea officinalis<br />

Eibisch ist bei Atemwegserkrankungeneine<br />

eine altbewährte Heilpflanze.<br />

Man verwendet sie bei trockenem,<br />

reizbaren Husten und reizungen<br />

der Mund- und rachenschleimhaut.<br />

Zur entzündungshemmenden<br />

und beruhigenden Wirkung von Eibisch<br />

auf die Atemwege sowie <strong>gegen</strong><br />

Husten gibt es sehr gute Studien.<br />

Bewährte Zubereitungen sind dreimal<br />

täglich 0,5–5,0 Gramm in 150<br />

ml Wasser als Mazerat (Kaltwasserauszug,<br />

Kaltauszug). Weiter hat sich<br />

ein Eibischwurzelsirup in einer<br />

tagesdosis von 2,0-8,0 ml bewährt.<br />

Lonicera japonica<br />

(Japanisches Geißblatt)<br />

Das weit verbreitete pflanzliche<br />

tCM-Mittel Lonicera japonica (Jin<br />

yin Hua oder Japanisches Geißblatt)<br />

entfaltet eine gute Wirkung bei<br />

<strong>Infektionen</strong> und ist ein wichtiger<br />

Bestandteil von wirksamen tCM-<br />

Kräutermischungen <strong>gegen</strong> Covid 19.<br />

Kalmegh<br />

Andrographis paniculata<br />

Kalmegh ist ein beliebtes pflanzliches<br />

Mittel unter anderem auch bei<br />

Atemwegserkrankungen. Die exotische<br />

Heilpflanze entfaltet <strong>gesund</strong>heitliche<br />

Effekte <strong>gegen</strong> die Symptome<br />

einer Erkältung und Influenza<br />

sowie bei anderen <strong>Infektionen</strong> der<br />

oberen Atemwege. Andrographis paniculata<br />

wirkt auch ausgeprägt <strong>gegen</strong><br />

SArS-2, und zwar <strong>gegen</strong> die Vermehrung<br />

der Coronaviren.<br />

Außerdem ist Kalmegh <strong>gegen</strong> die<br />

Symptome Husten und Fieber sowie<br />

Kopfschmerzen und Halsschmerzen<br />

ebenfalls wirksam.<br />

Als bewährte Zubereitung gilt die<br />

Abkochung von 1 bis 3 Gramm, dreimal<br />

täglich angewendet.<br />

Roter Sonnenhut<br />

Echinacea purpurea<br />

Sonnenhut-Präparate wurden seit<br />

vielen Jahren <strong>gegen</strong> Grippe und Erkältung<br />

klinisch getestet. Echinacea<br />

kann bei der Linderung von Atemwegsbeschwerden<br />

nützlich sein, indem<br />

seine naturstoffe eine beruhigende<br />

Wirkung auf die Atemwege<br />

ausüben. Insgesamt liefern viele klinische<br />

Studien Hinweise darauf, dass<br />

Echinacea-Präparate sowohl bei der<br />

Behandlung (Verringerung von Symptomen<br />

und Dauer) als auch bei der<br />

Vorbeugung von Erkältungen wirksam<br />

sind. Dabei helfen die<br />

Zubereitungen durch ihre Virus abtötende<br />

(viruzide) und antivirale<br />

(vermehrungshemmende) Wirkung<br />

auch <strong>gegen</strong> Viren und können<br />

positive Effekte für das Immun -<br />

system entfalten. Es ist aber ratsam,<br />

ein handelsübliches Präparat mit<br />

definierter Zusammensetzung und<br />

angemessener Dosis zu verwenden.<br />

Eukalyptus<br />

Eucalyptus globulus<br />

Im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen<br />

bieten die Inhaltsstoffe<br />

von Eucalyptus globulus gute beruhigende<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> die Beschwerden.<br />

Vor allem <strong>gegen</strong> Husten<br />

sowie bei reizungen von Hals und<br />

rachen.<br />

In neuen untersuchungen konnten<br />

Forscher für Eucalyptus globulus sogar<br />

vielversprechende Wirkungen für<br />

Covid-19 -Patienten zeigen. Außerdem<br />

wirkt Eukalyptusöl wohltuend<br />

auf Haut und Schleimhaut.<br />

Eine bewährte Anwendung ist der<br />

tee mit getrockneten Blättern von<br />

Eucalyptus globulus, wie 1,5 bis 3<br />

Gramm in 150 ml. Denn tee kann<br />

man bis zu viermal täglich trinken.<br />

Efeu und Efeuextrakte<br />

Hedera-Helix<br />

Seit Jahrhunderten schätzen die<br />

Menschen die gute Heilkraft des<br />

Efeu (Hedera helix L.) bei Infekte<br />

der Atemwege. Heutzutage setzt man<br />

Zubereitungen aus Efeublättern vor<br />

allem bei Erkrankungen der Atemwege<br />

ein. Vor allem die Behandlung<br />

von Husten unterstützen Efeu-Präparate<br />

mit ihren sekretolytischen, expektorierenden<br />

sowie bronchospasmolytischen<br />

Wirkungen. Denn die<br />

naturstoffe der Hedera helix helfen,<br />

dass der Schleim in den Atemwegen<br />

dünnflüssig wird. Zudem erleichtern<br />

die Efeu-Wirkstoffe den Auswurf des<br />

Schleims und wirken <strong>gegen</strong> Krämpfe<br />

der Bronchien.<br />

Übrigens sollte man unbedingt ein<br />

bewährtes pharmazeutisches Präparat<br />

mit einer definierten Zusammensatzung<br />

und einer angemessenen<br />

Dosis verwenden.<br />

Myrrhe<br />

Commiphora myrrha<br />

Myrrhe-Präparate wirken reizhemmend<br />

und helfen <strong>gegen</strong> Viren. Sie<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 23


© Madeleine Steinbach / shutterstock.com<br />

wirken auch <strong>gegen</strong> Entzündungen<br />

und fördern die Linderung von<br />

Atemwegsbeschwerden. Die therapeutischen<br />

Wirkungen von Commiphora-Myrrhe<br />

unterstützen einen<br />

normalen, unkomplizierten Verlauf<br />

von Covid 19. Der klinische nachweis<br />

dafür ist hoch. Übrigens ist die<br />

auch die Wirksamkeit von Myrrhe-<br />

Mundwässern zur Bekämpfung von<br />

Covid 19 (dreimal täglich Spülen<br />

oder Gurgeln) vielversprechend.<br />

Kapland-Pelargonie<br />

Pelargonium sidoides<br />

Die naturstoffe von Pelargonium<br />

sidoides, der Kapland-Pelargonie,<br />

stärken das Immunsystem und<br />

helfen <strong>gegen</strong> Atemwegsinfekte.<br />

Die Anwendung der Kapland-Pelargonie<br />

verringert die Schleimproduktion<br />

und verbessert den Husten bei<br />

akuter Bronchitis. Dementsprechend<br />

sind Erkältung, Husten und Bronchitis<br />

sowie andere <strong>Infektionen</strong> der<br />

Atemwege wie auch Grippe und Covid<br />

19 wichtige Anwendungsgebiete.<br />

Beispielsweise entfalten Extrakte aus<br />

der Wurzel der Kapland-Pelargonie<br />

vielversprechende Effekte <strong>gegen</strong><br />

Viren und Bakterien und hatten damit<br />

in der Corona-Pandemie potente<br />

Eigenschaften <strong>gegen</strong> Covid 19.<br />

Am häufigsten verwendet man orale<br />

tropfen, Extrakte sowie Sirup-<br />

Zubereitungen.<br />

Schwarzer Holunder<br />

Sambucus nigra<br />

Schwarzer Holunder kann ebenfalls<br />

<strong>gegen</strong> Bakterien und Viren helfen.<br />

Zudem bietet Schwarzer Holunder<br />

weitere sehr gute <strong>gesund</strong>heitliche<br />

Vorteile wie die Wirkung <strong>gegen</strong> Entzündungen.<br />

Auch die Wirkung von<br />

Zubereitungen mit Schwarzem Holunder<br />

<strong>gegen</strong> akute Virusinfektionen<br />

der Atemwege sowie <strong>gegen</strong> Covid 19<br />

konnte bestätigt werden.<br />

Weiter gibt es Hinweise für die Wirksamkeit<br />

eines wässrigen Extrakts aus<br />

Holunderbeeren bei Influenza und<br />

Erkältung. Zudem bringen die Beeren<br />

auch <strong>gesund</strong>e, antioxi dative Effekte.<br />

Der klinische Beweis ist hoch,<br />

pflanzliche Arzneimittel mit Schwarzer<br />

Holunder gelten als sehr sichere<br />

pflanzliche Mittel.<br />

Holunderblütensirup schmeckt<br />

übrigens lecker und ist <strong>gesund</strong>.<br />

Zudem man kann ihn einfach selber<br />

machen.<br />

Spitzwegerich<br />

Commiphora myrrha<br />

Spitzwegerich, Plantago lanceolata,<br />

ist ein bewährtes pflanzliches Mittel<br />

bei Erkrankungen der Atemwege,<br />

Pharyngitis und Fieber. Der Spitz -<br />

wegerich ist vor allem ein bewährtes<br />

Hausmittel <strong>gegen</strong> Husten. Gut dokumentiert<br />

sind auch gute Effekte bei<br />

Atemweg-Katarrhen und Mund-rachenschleimhaut-Entzündungen.<br />

Hilfreich ist Spitzwegerich-tee bei<br />

Problemen mit den Atemwegen wie<br />

bei Grippe und Covid 19.<br />

Baikal-Helmkraut<br />

Scutellaria baicalensis<br />

Baikal-Helmkraut (Scutellaria baicalensis)<br />

entfaltet bei Patienten mit<br />

24 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Covid 19 sehr gute Wirkung. In diesem<br />

Sinne konnte ein Extrakt von<br />

Scutellaria baicalensis, Scutellariae<br />

radix, sehr gute Effekte <strong>gegen</strong><br />

SArS-CoV entfalten, indem es beispielsweise<br />

auch die Vermehrung der<br />

Viren hemmen konnten.<br />

Wobei Huang qin (Scutellariae radix,<br />

die getrockneten Wurzeln von<br />

Scutellaria baicalensis Georgi) eine<br />

wichtige chinesische Kräutermedizin<br />

ist. Die Inhaltsstoffe der Baikal-<br />

Helmkraut-Wurzel haben übrigens<br />

ein gutes Sicherheitsprofil.<br />

Thymian<br />

Thymus vulgaris<br />

thymian gehört zu den wichtigsten<br />

Heilpflanzen bei Erkältungen, Husten<br />

und Bronchitis. Das ätherische<br />

thymianöl mit dem wichtigen Wirkstoff<br />

thymol setzt man in der traditionellen<br />

Medizin seit langem als<br />

schleimlösende, entzündungshemmende,<br />

antivirale, antibakterielle<br />

und antiseptische Mittel ein. Die enthaltenen<br />

Verbindungen von Polyphenolen<br />

können vor allem auch für<br />

die Behandlung von Covid 19 nützlich<br />

sein. unter dem Strich kommen<br />

thymian-Zubereitungen jedenfalls<br />

hauptsächlich bei der Behandlung<br />

der oberen Atemwege zum Einsatz.<br />

Ingwer<br />

Zingiber officinale<br />

Seit jeher hat sich Ingwer <strong>gegen</strong> Erkältung<br />

und Husten bewährt. Denn<br />

Zingiber officinale eignet sich als<br />

entzündungshemmende therapie im<br />

Zusammenhang mit Erkrankungen<br />

der oberen Atemwege. Als pflanzliches<br />

Mittel kann Ingwer auch bei der<br />

Linderung von Atemwegsbeschwerden<br />

nützlich sein. Beliebte Anwendungen<br />

sind Ingwertee mit frischem<br />

Zitronensaft und echtem Bienenhonig<br />

sowie Ingwerwasser.<br />

Anis<br />

Pimpinella anisum<br />

Die traditionelle Verwendung von<br />

Anis als Behandlung von Husten im<br />

Zusammenhang mit Erkrankungen<br />

der oberen Atemwege gilt als sinnvoll.<br />

Das gute Sicherheitsprofil ermöglicht<br />

aber auch eine sinnvolle<br />

und wohltuende Verwendung zur<br />

Linderung früher Symptome von<br />

COVID-19.<br />

Schwarzkümmel<br />

Nigella sativa<br />

Alles in allem bietet Schwarzkümmel<br />

verschiedene Wirkungen <strong>gegen</strong> Viren<br />

und Bakterien sowie bei Entzündungen.<br />

Zudem ent faltet es immunmodulatorischen<br />

Eigenschaften zur<br />

Stärkung des Immunsystems.<br />

Schwarzkümmel und Schwarzkümmelöl<br />

sind mit ihrem wichtigen Inhaltsstoff<br />

thymoquinon laut mehrerer<br />

Studien aber auch <strong>gegen</strong> die<br />

Coronavirus-Erkrankung Covid 19<br />

sehr vielversprechend. Dabei sind<br />

auch die Wirkungen <strong>gegen</strong> Asthma<br />

sowie von Entzündungen und <strong>Infektionen</strong><br />

relevant.<br />

In der arabischen Medizin haben<br />

Schwarzkümmel und Schwarzkümmelöl<br />

seit Jahrtausenden einen sehr<br />

hohen Status als natürliche Mittel<br />

bei vielen Krankheiten.<br />

Im Grunde genommen scheint für<br />

den Erfolg einer Schwarzkümmelöl-<br />

Behandlung von Covid 19 der Inhaltsstoff<br />

thymoquinon ausschlaggebend<br />

zu sein.<br />

© PhotoLife_Style / shutterstock.com<br />

Jamaika-Thymian<br />

(Plectranthus amboinicus)<br />

Jamaika-thymian (Plectranthus amboinicus)<br />

bezeichnet man auch als<br />

Spanischer thymian sowie Mexikanischer<br />

oder Kubanischer Oregano.<br />

Wobei man auf die Inhaltsstoffe von<br />

Plectranthus amboinicus vor allem<br />

bei Asthma und zur Linderung von<br />

Erkältung, Kopfschmerzen und<br />

Fieber vertraut. Dementsprechend<br />

sind die naturstoffe des Jamaikathymians<br />

mit ihrer ent zündungs -<br />

hemmenden Wirkung, aber auch<br />

<strong>gegen</strong> Beschwerden der Atemwege<br />

bei Covid 19 nützlich.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 25


Naturstoffe <strong>gegen</strong> Coronaviren<br />

am Prüfstand<br />

Verschiedene Heilpflanzen und Kräuter<br />

konnten in einer aktuellen untersuchung<br />

eine vorbeugende Wirksamkeit<br />

beziehungsweise anti virale Wirkung <strong>gegen</strong><br />

verschiedene Viren wie auch Coronaviren entfalten.<br />

und zwar waren das:<br />

Echter Thymian<br />

(Thymus vulgaris)<br />

Zitronenmelisse<br />

oder Melisse<br />

(Melissa officinalis)<br />

Ysop<br />

(Hyssopus officinalis)<br />

Pfefferminze<br />

(Mentha Piperita)<br />

Echter Salbei,<br />

Garten-/Küchen-Salbei<br />

(Salvia officinalis)<br />

Mongolischer<br />

Tragant,<br />

Tragantwurzel<br />

(Astragalus<br />

membranaceus)<br />

Bergkalaminthe,<br />

Berg-Bohnenkraut<br />

(Satureja montana)<br />

Oregano<br />

(Origanum vulgare)<br />

Der Einsatz von Extrakten dieser Heilpflanzen brachten<br />

vor beziehungsweise während der Covid-<br />

Infektion antivirale Wirkung. In weiteren Studien<br />

zeigten zudem noch verschiedene andere pflanzliche<br />

Mittel aussichtsreiche Wirkungen unter anderem<br />

auch <strong>gegen</strong> Coronaviren.<br />

26 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


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Hausmittel und<br />

Erkältungsmittel, die<br />

<strong>gegen</strong> Husten und<br />

Schnupfen helfen<br />

Bevor man<br />

beliebte<br />

Erkältungs -<br />

mittel einsetzt<br />

und empfiehlt,<br />

sollte man<br />

wissen, was bekannte<br />

Hausmittel<br />

wie<br />

Honig, Zwiebel<br />

und Vitamin C<br />

etc. wirklich<br />

bringen.<br />

https://medmix.at/hausmittel-erkaeltungsmittel-die-<strong>gegen</strong>-husten-und-schnupfen-helfen/<br />

© Africa Studio / shutterstock.com<br />

28 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Es gibt zahlreiche Heilmittel,<br />

Hausmittel und<br />

Erkältungsmittel, die<br />

<strong>gegen</strong> Husten und<br />

Schnupfen wirken und <strong>gegen</strong> die unangenehmen<br />

Beschwerden lindern<br />

helfen. Allerdings ist es bei<br />

Schnupfen, niesen, verstopfter nase<br />

und Husten oft nicht leicht, die dafür<br />

verantwortlichen Krankheitskeime,<br />

meist Erkältungsviren, in Schach zu<br />

halten.<br />

Pflanzliche Mittel wie Knoblauch<br />

und Zwiebeln helfen gute <strong>gegen</strong> Husten<br />

und Schnupfen. Hausmittel und<br />

Erkältungsmittel wie Honig, Zink,<br />

Vitamin C, heiße Flüssigkeiten sowie<br />

Salzwasser haben ebenfalls eine große<br />

Bedeutung.<br />

Honig als Hausmittel und<br />

Erkältungsmittel<br />

Im Grunde genommen ist Honig ein<br />

bewährtes Hausmittel <strong>gegen</strong> Husten<br />

und Schnupfen. Beispielsweise kann<br />

man Honig mit einem tee mit wertvollen<br />

Kräutern oder heißem Zitronenwasser<br />

vermischen. Solche Anwendungen<br />

konnten zur Linderung<br />

<strong>gegen</strong> Husten bei Kindern und <strong>gegen</strong><br />

Halsschmerzen bei Erwachsenen eine<br />

gute Wirkung entfalten.<br />

Im Zuge einer uS-Studie an der<br />

Mayo Klinik haben Forschende unlängst<br />

Kindern mit <strong>Infektionen</strong> der<br />

oberen Atemwege im Alter von 2<br />

Jahren und älter vor dem Schlafengehen<br />

bis zu 2 teelöffel (10 Milliliter)<br />

Honig gegeben.<br />

Diese Behandlung konnte den Hustenreiz<br />

während der nacht verringern<br />

sowie den Schlaf erleichtern.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSy-<br />

StEM | MEDMIX 29


Zudem sollte man daran denken, dass der Husten den Schleim aus den<br />

Atemwegen abtransportieren sollte. Wenn Erwachsene oder ihre<br />

Kinder ansonsten <strong>gesund</strong> sind, müssen Sie also den Husten nicht<br />

unterdrücken.<br />

tatsächlich war in dieser Studie die<br />

Wirksamkeit von Honig gleichauf<br />

mit bekannten Hustenmitteln. Die<br />

verwendete Honigsorte war Buchweizenhonig,<br />

wobei man eine sehr<br />

dunkle Sorte mit kräftigem<br />

karamellartigen Eigengeschmack<br />

einsetzte. Wobei jede Honigsorte das<br />

Kratzen im Hals lindern sollte. Jedenfalls<br />

kann man Kindern mit Erkältung<br />

durchaus einen Löffel Honig<br />

vor dem Schlafengehen oder nach<br />

Bedarf geben.<br />

Bei Honig ist aber auch Vorsicht<br />

geboten, wegen der Gefahr von Säuglingsbotulismus,<br />

einer seltenen,<br />

schweren Lebensmittelvergiftung.<br />

Deswegen sollte man kleinen Kindern,<br />

die jünger als ein Jahr sind,<br />

keinesfalls Honig geben.<br />

Vitamin C<br />

Ob Vitamin C als Erkältungsmittel<br />

<strong>gegen</strong> Husten und Schnupfen sehr<br />

effektiv ist, ist nicht so klar. Es gibt<br />

einige Studien, die darauf hindeuten,<br />

dass das Vitamin C die Dauer einer<br />

Erkältung verkürzen könnte. Allerdings<br />

zeigen andere untersuchungen<br />

wenig bis keinen nutzen. Denn keine<br />

größere Studie ergab, dass Vitamin C<br />

die Auswirkungen einer Influenza<br />

lindern oder auch vor einer Erkältung<br />

schützen könnte.<br />

Die Forschung zeigt aber auch, dass<br />

bei einer Behandlung der Erkältung<br />

eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin<br />

C sehr wichtig ist, wenn der<br />

Körper einen Mangel an Vitamin C<br />

aufweist. Das gilt beispielsweise für<br />

viele Menschen, die in kalten Klimazonen<br />

leben und einen niedrigeren<br />

Vitamin-C-Level haben. In diesen<br />

Fällen kann eine Ergänzung mit Vitamin<br />

C einen gewissen Schutz bieten.<br />

unter dem Strich gilt das Vitamin<br />

C in der regel als sicher. nur<br />

hohe Dosen können Probleme bei<br />

der Verdauung – wie Durchfall und<br />

Übelkeit – verursachen.<br />

Zink<br />

Auch das Spurenelement Zink gilt als<br />

bewährtes und wirksames Hausmittel<br />

und Erkältungsmittel <strong>gegen</strong> Husten<br />

und Schnupfen. Eine umfassende<br />

Analyse von Forschungsergebnissen<br />

zur Anwendung von Zink ergab,<br />

dass die Einnahme von Zinkpräparaten<br />

während der ersten tagen der<br />

Erkältung die Krankheit verkürzen<br />

kann. Aber weil die Präparate keiner<br />

regulierung unterliegen, kann man<br />

sich nicht immer auf rezeptur und<br />

Effektivität verlassen.<br />

unter dem Strich zeigte sich, dass<br />

Präparate mit Zink bei Menschen<br />

eine Erkältung verhindern helfen,<br />

wenn man den Mineralstoff vor<br />

allem über einen Zeitraum von etwa<br />

5 Monaten kontinuierlich einnimmt.<br />

Menschen mit Zinkmangel haben<br />

meist auch ein geschwächtes Immunsystem.<br />

Das bedeutet aber nicht,<br />

dass sie zusätzlich Zink einnehmen<br />

müssen.<br />

Produkte aus Vollkorn sind beispielsweise<br />

reich an Zink. unter dem<br />

Strich bietet eine ausgewogene Ernährung<br />

ja vieles, was der Körper<br />

braucht. Zink in hohen Dosen kann<br />

übrigens auch giftig sein.<br />

Heiße Flüssigkeiten gelten<br />

als wirksame Hausmittel<br />

und Erkältungsmittel<br />

<strong>gegen</strong> Husten und<br />

Schnupfen<br />

Es ist schon lange bekannt, dass heiße<br />

Flüssigkeiten bei einer Erkältung mit<br />

Husten, Schnupfen, niesen und einer<br />

verstopften nase helfen. Eine<br />

tasse heißer tee fördert beispielsweise,<br />

den Schleim in den Atem -<br />

wegen und den nebenhöhlen zu<br />

lockern. Infolgedessen kann der<br />

Schleim leichter abfließen. Das hilft<br />

<strong>gegen</strong> die Verstopfung.<br />

unlängst untersuchten Forscher am<br />

Common Cold Center an der Cardiff<br />

university, ob heiße Getränke die<br />

Symptome bei 30 Patienten mit<br />

Grippe oder normalen Schnupfen<br />

besser lindern als Getränke mit<br />

raumtemperatur. Sie fanden einen<br />

bemerkenswerten unterschied.<br />

Denn die Forschenden berichteten,<br />

dass heiße Getränke und Flüssig -<br />

keiten die Beschwerden sofort und<br />

anhaltend lindern konnten. und<br />

zwar halfen sie bei Schnupfen und<br />

Husten, niesen, Halsschmerzen,<br />

Frösteln sowie Müdigkeit.<br />

Hin<strong>gegen</strong> konnten die gleichen Getränke<br />

mit raumtemperatur nur<br />

Symptome wie Husten und niesen<br />

lindern.<br />

Das war eine der ersten Studien, die<br />

speziell die Wirkung von heißen Getränken<br />

als Hausmittel und Erkältungsmittel<br />

<strong>gegen</strong> Husten und<br />

Schnupfen untersuchte. Andere Studien<br />

zu warmen Speisen wie Hühnersuppe<br />

kamen übrigens zu ähnlichen<br />

Ergebnissen.<br />

Salzwasser<br />

Spülungen mit Salzwasser helfen<br />

<strong>gegen</strong> verstopfte nasen, indem sie<br />

diese öffnen und die nebenhöhlen<br />

ausspülen. Daher ist es durchaus in<br />

Ordnung, jeden tag solche Spülungen<br />

einzusetzen.<br />

Dazu sollte man aber nur destilliertes,<br />

steriles oder vorher abgekochtes<br />

Wasser verwenden, um solche<br />

Lösungen mit Salzwasser zuzubereiten.<br />

Denn sonst könnte man durch<br />

die Anwendung eine Infektion<br />

bekommen. Außerdem sollte man<br />

verwendete Kännchen oder Spritzen<br />

nach jedem Gebrauch gründlich<br />

spülen und an der Luft offen<br />

trocknen lassen.<br />

30 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Honig schmeckt und<br />

zeigt gute Wirkung bei<br />

Beschwerden einer Erkältung.<br />

Beispielsweise<br />

lindert Tee oder heißes<br />

Zitronenwasser mit<br />

Honig vermischt den<br />

Husten bei Kindern und<br />

die Halsschmerzen bei<br />

Erwachsenen.<br />

© FotoHelin / shutterstock.com<br />

natürlich <strong>gesund</strong> SEPt2022 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn | MEDMIX 31


© PHOTOCREO Michal Bednarek / shutterstock.com<br />

Pflanzliche Mittel<br />

<strong>gegen</strong> Viren,<br />

Bakterien & Co.<br />

https://medmix.at/antiviral-wirksame-heilpflanzen/<br />

Manche pflanzliche<br />

Mittel entfalten<br />

starke antibakterielle<br />

und antivirale<br />

Wirkungen <strong>gegen</strong> Viren und Bakterien.<br />

Beispielsweise können manche<br />

pflanzlichen Inhaltsstoffe unmittelbar<br />

die Krankheitserreger eliminieren<br />

oder sie stark in ihrer Vermehrung<br />

hemmen. und in beiden<br />

Fällen können sie damit auch viralen<br />

Infekten ent<strong>gegen</strong>wirken. Allerdings<br />

können Heilpflanzen auch unsere<br />

Abwehrkräfte stärken und uns so das<br />

Immunsystem <strong>gegen</strong> verschiedene<br />

<strong>Infektionen</strong> unterstützen.<br />

Starke antivirale Wirkung<br />

von pflanzlichen Mitteln:<br />

Zistrose, Echinacea und<br />

Kapland-Pelargonie im<br />

Blickpunkt<br />

In den letzten Jahren gab es intensive<br />

Forschungen zur Suche nach nützlichen<br />

pflanzlichen Verbindungen, um<br />

durch Coronaviren verursachten <strong>Infektionen</strong><br />

zu bekämpfen. Zu den vielversprechenden<br />

Pflanzen zählen verschiedene<br />

Zistrose-Arten (Cistus),<br />

Purpur-Sonnenhut (Echinacea) und<br />

Kapland-Pelargonie. Ihre naturstoffe<br />

bieten vielversprechende Wirkungen<br />

<strong>gegen</strong> Viren, Bakterien sowie andere<br />

Krankheitserreger. Im Fokus<br />

stehen einerseits pflanzliche Mittel<br />

mit potenziell vorbeugender Wir-<br />

32 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Heilpflanzen<br />

zur Vorbeugung<br />

Im Grunde genommen<br />

testet man in vielen<br />

Ländern zahlreiche<br />

Heilpflanzen und ihre<br />

Inhaltsstoffe als<br />

Seit jeher helfen uns Heilpflanzen vorbeugende im Kampf <strong>gegen</strong> Behandlung<br />

Viren und<br />

Bakterien und <strong>gegen</strong> <strong>Infektionen</strong> wie Covid 19 und Grippe. Sie<br />

<strong>gegen</strong> verschiedene<br />

bieten <strong>gegen</strong> verschiedene Symptome wie Husten, Schnupfen<br />

Krankheitserreger.<br />

und Hals- und Rachenbeschwerden eine gute Wirkung.<br />

Zudem helfen pflanzliche Mittel dabei, unsere Abwehrkräfte<br />

zu stärken und unterstützen damit auch die Vorbeugung.<br />

kung, die hauptsächlich durch eine<br />

allgemeine Stärkung des Immunsystems<br />

wirken. Andererseits sind<br />

pflanzliche Mittel im Blickpunkt, die<br />

mit ihrer therapeutischen Wirkung<br />

auf das Eindringen und / oder auf<br />

die Vermehrung der Viren hemmend<br />

einwirken.<br />

Hierzu stehen wiederum die Inhaltsstoffe<br />

von Cistus incanus und Pelargonium<br />

sidoides sowie der Echinacea<br />

am Prüfstand.<br />

Wildkräuter <strong>gegen</strong> Husten,<br />

Erkältung und <strong>Infektionen</strong><br />

um grippalen Infekten wirkungsvoll<br />

zu begegnen, können auch viele weitere<br />

Heilkräuter beziehungsweise<br />

Wildkräuter <strong>gegen</strong> Erkältung und <strong>Infektionen</strong><br />

dienen, die an dieser Stelle<br />

nicht näher beschrieben werden. Das<br />

sind beispielsweise thymian, Spitzwegerich,<br />

Königskerze, Anis, Eukalyptus,<br />

Kamille und Salbei. Für typische<br />

Erkältungs- und Husten- sowie<br />

Bronchial-tees reichen in der regel<br />

reichen drei bis vier Bestandteile,<br />

mehr als sieben sollten es nicht sein.<br />

Die Zusammensetzung von Hustentees<br />

ist denen der Bronchial-tees<br />

sehr ähnlich. Im Gegensatz dazu findet<br />

man in Erkältungs-tees neben<br />

expektorierenden Kräutern zusätzlich<br />

diaphoretisch (schweißtreibend)<br />

wirkende Drogen, wie Linden- und<br />

Holunderblüten. Salbei wirkt ebenso<br />

wie thymian antiseptisch.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 33


Zistrose<br />

Cistus incanus, Cistus creticus,<br />

Cistus salviifolius, Cistus ladanifer, …<br />

Die Zistrose ist eine wirksame Heilpflanze für die Atemwege. Die<br />

Zubereitungen der verschiedenen Cistus-Arten unterstützen den<br />

Körper auch im Kampf <strong>gegen</strong> Viren und Bakterien. Vor allem Tee<br />

und Extrakte sind beliebt.<br />

Die auch als rose von<br />

Scharon bezeichnete<br />

Zistrose bietet sehr<br />

gut antivirale sowie<br />

antibakterielle Wirkungen. Damit<br />

helfen ihre naturstoffe <strong>gegen</strong> zahlreiche<br />

Krankheitserreger, wie eben<br />

auch Viren und Bakterien.<br />

Die pflanzlichen Mittel mit Zistrose<br />

– allen voran von Cistus incanus –<br />

gelten auch als sehr effektive Anti -<br />

oxidantien. Dementsprechend helfen<br />

ihre Polyphenole dem Körper als radikalfänger<br />

<strong>gegen</strong> freie radikale.<br />

Wirkung der Zistrose<br />

<strong>gegen</strong> Viren<br />

Die antiviralen wirksamen naturstoffe<br />

in den verschiedenen Cistus-<br />

Arten sind breit wirksam. Sie könnten<br />

laut in silico-Studien (Computeranalysen)<br />

auch im Kontakt mit dem<br />

Coronavirus SArS-Cov-2 dabei helfen,<br />

den Eintritt der Viren in die Körperzellen<br />

zu verhindern beziehungsweise<br />

zu erschweren. Das verringert<br />

auch das risiko, dass die Viren resistenzen<br />

entwickeln.<br />

Die Zistrose ist auch wirksam zur<br />

Vorbeugung vor grippalen Virus -<br />

infekten, wie die saisonale Grippe.<br />

Zudem hilft die Heilpflanze dem<br />

Körper unterstützend bei einer bereits<br />

bestehender Erkrankung. Ein<br />

rezente Studie zeigte wiederum, dass<br />

das altbewährte pharmazeutische<br />

Harz (Oleoresin labdanum) von Cistus<br />

creticus (der kretischen<br />

Zistrose) <strong>gegen</strong> Dengue-Viren<br />

wirksam ist. Cistus creticus und<br />

Cistus salviifolius zeigen auch<br />

antimikrobielle Wirkung <strong>gegen</strong><br />

Pilzinfektionen.<br />

Außerdem entfalten Zistrose-Extrakte<br />

sogar eine breite antivirale<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> Ebola- und Marburg-<br />

Viren.<br />

Cistus-Arten als Tee<br />

Laut Erfahrungen aus der naturheilkunde<br />

sollte man die Zistrose, vor allem<br />

die Cistus incanus, täglich als tee<br />

in ausreichender Menge anwenden.<br />

Die starke antioxidative Wirkung der<br />

Cistus-Polyphenole soll vorbeugend<br />

die Atem wege und das Immunsystem<br />

unterstützen (Cistus-Arten gehören zu<br />

den Polyphenole reichsten Pflanzen).<br />

Zubereitungen mit Cistus incanus setzen<br />

die Menschen seit der Antike als<br />

nützliches Heilmittel ein. Laut griechischer<br />

Mythologie war die Zistrose vor<br />

allem zur Wundheilung sowie auch<br />

zur äußeren Pflege vorgesehen.<br />

In Kreta und Griechenland setzt man<br />

Cistus incanus auch als sicheres<br />

© Joanna Dorota / shutterstock.com<br />

Lebensmittel in Form von tee ein.<br />

Die dortige Volksmedizin empfiehlt<br />

zumindest 1 Liter Zistrose-tee am<br />

tag. Dazu sollte man einen gehäuften<br />

Esslöffel mit einem Liter siedenden<br />

Wasser übergießen und ungefähr 10<br />

Minuten ziehen lassen.<br />

Cistus incanus kommt vor allem in<br />

Griechenland vor. Aber auch in anderen<br />

Mittelmeerländern ist die etwa einen<br />

Meter hohe Blütenpflanze Cistrose<br />

(Zistrose) zu finden.<br />

34 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Zistrose-Pflanzen<br />

(Cistus) wirken<br />

<strong>gegen</strong> freie Radikale<br />

sowie <strong>gegen</strong> Viren<br />

und Bakterien<br />

© Doctor Kornilov / shutterstock.com<br />

Die Naturstoffe der Zistrose – allen<br />

voran von Cistus incanus – helfen<br />

<strong>gegen</strong> zahlreiche Krankheitserreger<br />

wie Viren, Bakterien und Pilze.<br />

Die pflanzlichen Naturstoffe der Rose<br />

von Scharon gelten zudem als sehr<br />

effektive Antioxidantien.<br />

Dementsprechend hilft die Zistrose<br />

dem Körper als Radikalfänger <strong>gegen</strong><br />

freie Radikale.<br />

Wirkung der Zistrose<br />

<strong>gegen</strong> Viren<br />

Die antiviral wirksamen Naturstoffe<br />

der Cistus-Arten helfen breit wirksam<br />

auch <strong>gegen</strong> das auftretende Coronavirus<br />

SARS-Cov-2 und Covid 19.<br />

https://medmix.at/cistrose-fuer-die-atemwege/<br />

natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn | MEDMIX 35


Echinacea, Sonnenhut<br />

Echinacea purpurea, Purpur-Sonnenhut<br />

Echinacea purpurea stärkt das Immunsystem und hilft vorbeugend<br />

<strong>gegen</strong> Viren, Entzündungen und Erkältung.<br />

Zahlreiche Studien<br />

bestätigten die gute<br />

präventive Wirkung der<br />

Echinacea purpurea.<br />

Denn die Heilpflanze<br />

hilft bei der Vorbeugung<br />

vor einer Erkältung sowie<br />

bei der Stärkung<br />

des Immunsystems.<br />

Zudem entfaltet Roter<br />

Sonnenhut positive Wirkungen<br />

bei <strong>Infektionen</strong><br />

mit Viren oder Bakterien.<br />

Studien zum Coronavirus<br />

deuten auch darauf<br />

hin, dass Echinacea die<br />

Dauer und Schwere bei<br />

akuten <strong>Infektionen</strong> der<br />

Atemwege verringern<br />

kann. Das ist auch im<br />

Zusammenhang mit Covid<br />

19 interessant.<br />

https://medmix.at/echinacea-purpurea-roter-sonnenhut-echinacea-roter-sonnenhut-virale-infekte/<br />

36 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Gegen Erkältungen und <strong>Infektionen</strong><br />

durch Viren sind<br />

pflanzliche Mittel eine gute<br />

Möglichkeit zur natürlichen<br />

Behandlung.<br />

Besonders vorteilhaft sind Zubereitungen,<br />

die einerseits <strong>gegen</strong> Viren<br />

wirksam, und andererseits auch immunstimulierende<br />

Effekte für das<br />

Immunsystem beziehungsweise für<br />

die Abwehrkräfte entfalten.<br />

© Michael Oerter / shutterstock.com<br />

Durch direkte antivirale Effekte werden<br />

Viren abgetötet oder zumindest<br />

in der Vermehrung gehemmt.<br />

Die immunstimulierenden Effekte<br />

ermöglichen es, dass Immunzellen<br />

die virusinfizierten Zellen erkennen<br />

und eliminieren können. Das kann<br />

die Dauer der Virusinfekte verkürzen<br />

oder den Ausbruch einer Erkrankung<br />

sogar verhindern.<br />

Echinacea purpurea – der roter<br />

Sonnenhut – ist eine der am besten<br />

untersuchten Arzneipflanzen fürs<br />

Immunsystem, die in diesem Sinne<br />

<strong>gegen</strong> Viren (virale Infekte) und Erkältung<br />

mit ihrer vielfältigen Wirkung<br />

den Körper unterstützt.<br />

Echinacea für das<br />

Immunsystem<br />

Die Sonnenhut-Pflanzen sind gut für<br />

das Immunsystem und helfen dabei,<br />

dessen Abwehrkräfte zu stärken.<br />

Echinacea-Präparate setzt man dementsprechend<br />

vor allem als Immunstimulanzien<br />

zur Stärkung des Immunsystems<br />

ein. In diesem Sinne<br />

sollen sie bei der Vorbeugung von<br />

Erkältungen und anderen <strong>Infektionen</strong><br />

der Atemwege helfen.<br />

Die naturstoffe von rotem<br />

Sonnenhut helfen auch in der<br />

Vorbeugung einer rhinovirusinduzierten<br />

Erkältung.<br />

Eine Meta-Analyse randomisierter,<br />

placebo-kontrollierter Studien konnte<br />

auch zeigen, dass die therapie von<br />

Atemwegsinfekten mit pflanzlichen<br />

Arzneimitteln aus Echinacea das<br />

risiko wiederkehrender Infekte<br />

vermindern kann.<br />

Darüber hinaus verringerten sich<br />

durch die Anwendung von Echinacea<br />

das risiko für Mittelohrentzündung<br />

(Otitis media / externa), von tonsillitis<br />

und Pharyngitis sowie für Pneumonien.<br />

Auch etwaige Komplikationen<br />

konnten Echinacea-Zubereitungen<br />

signifikant verhindern.<br />

Echinacea <strong>gegen</strong><br />

Erkältungen und Grippe<br />

Seit langer Zeit setzt die Volksmedizin<br />

auf die gute antivirale Wirkung<br />

der Echinacea-Pflanzen, um den<br />

Körper im Kampf <strong>gegen</strong> Erkältungen<br />

und Grippe zu unterstützen. Dafür<br />

sollen vor allem die enthaltenen<br />

Alkylamide und Polysaccharide verantwortlich<br />

sein.<br />

Abwehrkräfte aktivieren<br />

Die Inhaltsstoffe der Echinacea-<br />

Pflanzen aktivieren die Killerzellen<br />

oder t-Zellen des Immunsystems.<br />

Diese Abwehrkräfte attackieren dann<br />

ihrerseits erfolgreich die Viren und<br />

eliminieren sie.<br />

Außerdem helfen die naturstoffe im<br />

Sonnenhut dabei, das Virus am Eindringen<br />

in die Zellen zu hindern. Übrigens<br />

entwickeln sich auch bei wiederholter<br />

Anwendung <strong>gegen</strong><br />

Influenza-Viren keine resistenzen.<br />

Jüngste Studien bestätigen jedenfalls,<br />

dass Echinacea purpurea <strong>gegen</strong><br />

Erkältungen und zur Stärkung des<br />

Immunsystems ein positives risikonutzen-Verhältnis<br />

hat.<br />

Eine weitere Studie zeigte die positive<br />

Wirkung der Echinacea purpura sowohl<br />

<strong>gegen</strong> Virus- als auch <strong>gegen</strong><br />

Bakterien-<strong>Infektionen</strong>.<br />

Echinacea <strong>gegen</strong><br />

Coronaviren und Covid-19<br />

Forscher untersuchten auch das<br />

Virus abtötende (viruzide) und antivirale<br />

(vermehrungshemmende)<br />

Potenzial von Echinacea purpurea<br />

<strong>gegen</strong> das humane Coronavirus<br />

(HCoV) 229E, <strong>gegen</strong> die gefährlichen<br />

MErS- und SArS-CoV-1-Corona -<br />

viren sowie <strong>gegen</strong> das für die<br />

Corona-Pandemie verantwortliche<br />

SArS-CoV-2 sowie bei Covid-19.<br />

Die Ergebnisse der in vitro Studien<br />

deuten darauf hin, dass eine Echinacea-Supplementierung<br />

die Dauer<br />

und Schwere akuter <strong>Infektionen</strong> mit<br />

diesen Viren verringern kann.<br />

Die Autoren der Studie betonen aber<br />

im Zusammenhang mit Covid-19,<br />

dass ihre Hypothesen über die Wirksamkeit<br />

von Echinacea <strong>gegen</strong> SArS-<br />

CoV-2 Computeranalysen sind.<br />

Dementsprechend sind sie theoretisch<br />

und müssen in weiteren klinischen<br />

Studien untersucht werden.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 37


Kapland- Pelargonie<br />

Die Heilpflanze Pelargonium sidoides<br />

stärkt das Immunsystem und hilft <strong>gegen</strong><br />

Atemwegsinfekte.<br />

© Michael Oerter / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/pelargonium-pflanzliche-immunstimulanzien/<br />

Eine wichtige Pflanze im<br />

Zusammenhang mit einem<br />

starken Immunsystem<br />

sowie im Kampf<br />

<strong>gegen</strong> <strong>Infektionen</strong> ist die Kapland-<br />

Pelargonie. Die in Südafrika heimische<br />

Heilpflanze ist einerseits für ihre<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> Bakterien (antibakteriell)<br />

und <strong>gegen</strong> Viren (antiviral)<br />

bekannt. Andererseits stärken<br />

ihre naturstoffe die Abwehrkräfte<br />

(immunmodulierend) und damit das<br />

Immunsystem.<br />

Pelargonium sidoides hilft zudem<br />

dem Körper dabei, den Schleim in<br />

den Atem wegen zu lösen. Außerdem<br />

sollen die Inhaltsstoffe der Kapland-<br />

Pelargonie verhindern, dass sich die<br />

Bakterien an den Schleimhäuten<br />

anheften. Sie erhöhen auch die<br />

Zilienschlagfrequenz der Flimmerzellen<br />

in der nase.<br />

Die Kapland-Pelargonie<br />

als Arzneipflanze<br />

Extrakte aus der Wurzel der<br />

Kapland-Pelargonie sollen sowohl<br />

<strong>gegen</strong> Viren als auch Bakterien<br />

schleim lösend wirken. Als Arzneimittel<br />

eingesetzt, können die wirksamen<br />

naturstoffe der Kapland-<br />

Pelargonie die Schlag frequenz der<br />

Flimmerhärchen in den Bronchien<br />

erhöhen. Das hilft dem Körper auch<br />

38 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Die Naturstoffe der<br />

Kapland- Pelargonie<br />

unterstützen das<br />

Immunsystem <strong>gegen</strong><br />

Viren und Bakterien.<br />

Verantwortlich dafür<br />

sind die Immunsystem<br />

stimulierenden,<br />

antibakteriellen,<br />

antiviralen sowie<br />

schleimlösenden<br />

Wirkungen.<br />

beim Abtransport des Schleimes.<br />

Zudem schützt der Extrakt aus der<br />

Wurzel der Kapland-Pelargonie auch<br />

die Zellen. Obendrein entfaltet er im<br />

Zusammenhang mit Corona auch eine<br />

potente Wirkung <strong>gegen</strong> die Viren.<br />

Da Atemwegsinfektionen fast ausschließlich<br />

eine virale ursache haben,<br />

ist diese Eigenschaft der Pelargonie<br />

wichtig für die Behandlung.<br />

Die Pflanzenstoffe der Kapland-<br />

Pelargonie fördern auch die für das<br />

Immunsystem wichtigen Interferone<br />

sowie die Phagozyten.<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> Bakterien<br />

Weiter konnte die Forschung für Extrakte<br />

der Kapland-Pelargonie auch<br />

mehrere gute Effekte <strong>gegen</strong> Bakterien<br />

nachweisen. Auch eine indirekte<br />

antibakterielle Wirkung wird für<br />

Pelargonium sidoides beschrieben.<br />

unter anderem kann die Heilpflanze<br />

auch verhindern, dass es zu einer<br />

Invasion der Bakterien in die<br />

Schleimhaut kommt. Mit anderen<br />

Worten kann die Anheftung und das<br />

Eindringen von Bakterien an beziehungsweise<br />

in die Zellen der Atemwegsschleimhaut<br />

verhindert werden.<br />

Dadurch wird schließlich auch die<br />

Bedrohung durch die Krankheitserreger<br />

verringert.<br />

unter dem Strich kann die Heilpflanze<br />

Pelargonium sidoides den<br />

Körper vor Kolonisation durch Bakterien,<br />

vor <strong>Infektionen</strong> und Superinfektionen<br />

sowie auch vor einem<br />

rückfall (rezidiv) schützen.<br />

Frühere untersuchungen legten in<br />

diesem Sinne nahe, dass sich pflanzliche<br />

Mittel mit Kapland-Pelargonie<br />

zur therapie unkomplizierter akuter<br />

Entzündungen der oberen Atemwege<br />

eignet. und zwar wegen ihrer starken<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> diverse Krankheitserreger<br />

sowie ihrem positiven<br />

Einfluss auf das Immunsystem.<br />

Pharmakologie der<br />

Pelargonium sidoides<br />

Die Wurzel der Kapland-Pelargonie<br />

enthält als charakteristische Inhaltsstoffe<br />

Polyphenole, Proteide, Purine,<br />

Mineralstoffe und Zucker. In geringer<br />

Konzentration kommen auch 7-<br />

Hydroxycumarinderivate vor. Wobei<br />

man einen teil der Inhaltsstoffe bis<br />

heute nicht kennt.<br />

Er steigert weiter die Produktion von<br />

Makrophagen-Interferon. Zudem<br />

soll Pelargonium sidoides wie erwähnt<br />

auch antibakteriell wirken.<br />

Die antivirale Wirkung der Pelargonium<br />

sidoides soll vor allem auch<br />

durch die enthaltenen Polyphenole<br />

entstehen. Wobei die Pflanzenstoffe<br />

der Heilpflanze sogar <strong>gesund</strong>e Zellen<br />

vor einer Infektion mit dem HI-Virus<br />

schützen soll. Allerdings gibt es dazu<br />

noch keine klinischen untersuchungen.<br />

Personen mit einer erhöhten<br />

Blutungsneigung sollten aber wegen<br />

der enthaltenen Cumarine den<br />

Pelargonienwurzelextrakt nicht<br />

anwenden. Wenngleich keine direkte<br />

gerinnungshemmende Wirkung<br />

bekannt ist.<br />

Außerdem sind Magen-Darm-Beschwerden<br />

sowie leichtes Zahnfleisch-<br />

oder nasenbluten seltene<br />

nebenwirkungen. Etwas öfter kann<br />

es hin<strong>gegen</strong> zu einem Hautausschlag<br />

mit Juckreiz kommen.<br />

Kapland- Pelargonie bei<br />

Bronchitis, Sinusitis sowie<br />

bei Erkältung effektiv<br />

Mehrere placebokontrollierte, klinische<br />

Studien bestätigten die Wirksamkeit<br />

und Sicherheit der Kapland-<br />

Pelargonie bei akuter Bronchitis,<br />

akuter Sinusitis sowie bei Erkältung.<br />

Vor allem die Extrakte aus der Wurzel<br />

der Kapland-Pelargonie bewiesen<br />

dabei <strong>gegen</strong> die krankmachenden<br />

Viren und auch Bakterien eine gute<br />

Wirkung.<br />

Bedeutung in der<br />

Corona-Pandemie <strong>gegen</strong><br />

Covid 19<br />

Im Kampf <strong>gegen</strong> Covid 19 hat die<br />

Wissenschaft auch zahlreiche naturstoffe<br />

beziehungsweise pflanzliche<br />

Verbindungen <strong>gegen</strong> das Coronavirus<br />

SArS-Cov-2 untersucht.<br />

Im Fokus stehen dabei potenzielle<br />

therapeutische Wirkungen<br />

verschiedener naturstoffen, die <strong>gegen</strong><br />

das Eindringen und die<br />

Vermehrung von Viren einwirken<br />

können.<br />

Die gute antivirale Wirkung der<br />

Pelargonium sidoides soll bei Covid<br />

19 vor allem durch die enthaltenen<br />

Polyphenole entstehen.<br />

Schon vor Jahren wurde für die Polyphenole<br />

der Pelargonium sidoides eine<br />

antivirale Aktivität <strong>gegen</strong> humane<br />

Coronaviren nachgewiesen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 39


Hausmittel und<br />

Verhaltensregeln<br />

bei Halsschmerzen<br />

Hausmittel, pflanzliche Arzneimittel<br />

und Homöopathie bei Halsschmerzen<br />

Hausmittel, pflanzliche Arzneimittel sowie<br />

homöopathische Mittel kommen oft ergänzend aber auch<br />

alleine zum Einsatz <strong>gegen</strong> Halsschmerzen. Bonbons und<br />

Halspastillen befeuchten die Schleimhäute über die<br />

Stimulation der Bildung von Speichel. Und sie lösen die<br />

Produktion von bestimmten effektiven Abwehrstoffen im<br />

Körper aus.<br />

Kräuterzusätze aus Salbei, Eukalyptus, oder Latschen -<br />

kiefer wirken auch ein wenig desinfizierend. Salzhaltige<br />

Lutschtabletten beruhen ebenfalls auf Befeuchtung und<br />

Abschwellung der Rachenschleimhaut.<br />

Isländisch Moos soll auf der Schleimhaut einen<br />

auskleidenden Schutzfilm entwickeln und so die<br />

Halsschmerzen lindern.<br />

© Juta / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/verhaltensregeln-halsschmerzen/<br />

40 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


In 9 von 10 Fällen verursachen Viren Halsschmerzen. In diesem<br />

Fall können vor allem auch wichtige Verhaltensregeln sowie<br />

Hausmittel helfen, dass man schnell wieder <strong>gesund</strong> wird.<br />

Nicht nur während der<br />

kalten Jahreszeit haben<br />

viele Menschen<br />

mit Halsschmerzen<br />

zu kämpfen. Die sind zwar meistens<br />

harmlos sind und klingen recht rasch<br />

ab. Doch sie können auch Anzeichen<br />

einer beginnenden Erkältung sein,<br />

oder eventuell sogar der Coronavirus-Erkrankung<br />

Covid 19 sein. Wobei<br />

auch eine breite Palette pflanzlicher<br />

Mittel sowie Hausmittel zur<br />

Verfügung stehen, die <strong>gegen</strong> Halsschmerzen<br />

gute Wirkungen zeigen.<br />

Empfehlenswert ist dementsprechend<br />

immer das trinken von entsprechenden<br />

tees mit Heilpflanzen<br />

<strong>gegen</strong> aufkommende Halsschmerzen.<br />

Außerdem können Vitamine<br />

und Mineralstoffe den Körper unterstützen.<br />

Beliebt und zu empfehlen<br />

sind auch Inhalationen <strong>gegen</strong> die Beschwerden.<br />

Das gilt auch zu den Verhaltensmaßnahmen,<br />

um Halsschmerzen<br />

zu vermeiden.<br />

In den meisten Fällen sind<br />

Viren Schuld an den Halsschmerzen<br />

Eine Erkältung beziehungsweise ein<br />

grippaler Infekt sind die häufigsten<br />

ursachen für Halsschmerzen. Dabei<br />

dringen mittels tröpfcheninfektion<br />

die Viren – allen voran rhino- und<br />

Coronaviren – in die oberen Atemwege<br />

ein. Die nasenschleimhäute<br />

schwellen an und verursachen eine<br />

gesteigerte Produktion von<br />

nasensekret.<br />

Durch Abrinnen des Sekretes in den<br />

nasenrachenraum können sich die<br />

Viren in den rachen ausbreiten. Das<br />

begünstigen auch geschädigte<br />

Schleimhäute sowie schlechte Abwehrkräfte.<br />

Dadurch können mit der<br />

Luft alle möglichen Krankheitserreger<br />

und Schadstoffe in Mund- und<br />

rachenraum ungefiltert einströmen.<br />

Bei Halsschmerzen viel<br />

Flüssigkeit aufnehmen<br />

Es ist wichtig, dass man ausreichend<br />

Flüssigkeit aufnimmt. Denn die<br />

Schleimhäute im rachen sollten gut<br />

befeuchtet sein, damit das Immunsystem<br />

die Viren gut bekämpfen kann.<br />

Viel trinken beschleunigt auch den<br />

Abtransport der Erreger.<br />

Das trinken warmer Getränke lindert<br />

die Halsschmerzen. Wie das die<br />

berühmte heiße Zitrone oder spezielle<br />

Hals- und rachen-teemischungen<br />

machen. Wobei auch kalte Flüssigkeiten<br />

auf der gereizten rachenschleimhaut<br />

angenehm sein können.<br />

Warme Flüssigkeiten fördern auch<br />

die Durchblutung der Schleimhäute.<br />

und sie aktivieren so die lokale Abwehr.<br />

In diesem Zusammenhang haben<br />

auch warme Halswickel ihren<br />

Stellenwert (wie Zwiebelwickel). Eine<br />

gute Befeuchtung erzielt ebenso<br />

das Gurgeln mit Salzwasser oder<br />

pflanzliche Aufgüsse. um das Salzwasser<br />

richtig zu machen, nimmt<br />

man etwa ein Viertel teelöffel Salz<br />

auf ein Glas Wasser.<br />

Frische Raumluft<br />

Überheizte räume mit trockener<br />

Luft beeinträchtigen ebenfalls die<br />

Abwehrfunktion der Schleimhäute.<br />

Deswegen ist es sinnvoll, wenn man<br />

einen Luftbefeuchter mit einem<br />

Hygrometer verwendet. Damit kann<br />

man dann auch die Luftfeuchtigkeit<br />

kontrollieren. Auch der Aufenthalt in<br />

der frischen Luft ist empfehlenswert.<br />

Dabei sollte man den Hals aber mit<br />

einem Schal <strong>gegen</strong> die Kälte<br />

schützen.<br />

Stimme schonen und mit<br />

normaler Lautstärke<br />

sprechen<br />

Die Heiserkeit nimmt der Stimme<br />

die Kraft. Dann kann das Anheben<br />

der Stimmlautstärke Beschwerden<br />

hervorrufen. Wer in so einer Situation<br />

dennoch sprechen muss, der sollte<br />

nicht schreien oder angestrengt flüstern.<br />

Sondern man sollte trotzdem<br />

so normal wie möglich reden.<br />

Denn auch das Flüstern kann der<br />

Stimme schaden. Weil man dabei die<br />

Stimmbänder stark aneinanderpresst,<br />

was man eben vermeiden sollte.<br />

Denn dadurch kommt es zu einer<br />

höheren Belastung. Wer heiser ist,<br />

sollte sich auch nicht räuspern. Denn<br />

dabei schlagen die Stimmbänder mit<br />

starker Wucht aneinander.<br />

Geeignete Lösungen<br />

gurgeln<br />

Das Gurgeln ermöglicht es, dass man<br />

desinfizierende und schmerzstillende<br />

Arzneistoffe sehr effektiv auf die entzündeten<br />

Schleimhäute bringt. Es<br />

gibt aber auch nachteile vom Gurgeln.<br />

Beispielsweise gibt es Menschen,<br />

die nicht gurgeln können, weil<br />

das einen Würgereiz auslöst.<br />

Zum Gurgeln eignen sich verschiedene<br />

natürliche Zubereitungen. und<br />

zwar sind solche beispielsweise ein<br />

lauwarmer Salbeitee oder verdünnte<br />

Lösungen mit Salbei. Außerdem hilft<br />

der thymian, aber auch andere ätherische<br />

Öle. Es hat sich auch eine verdünnte<br />

tinktur aus Kamille bewährt.<br />

Hausmittel: Propolis<br />

<strong>gegen</strong> Halsschmerzen<br />

Das alt bewährte Hausmittel Bienen-<br />

Propolis, insbesondere der euroasiatische<br />

Pappel-Propolis, gehört zu den<br />

bekanntesten naturprodukten, die<br />

traditionell bei Halsschmerzen sehr<br />

gut wirken. Beispielsweise konnte<br />

sich Pappel-Propolis im Vergleich<br />

mit Flurbiprofen bewähren. Das<br />

Bienenharz zeigte dabei, dass er<br />

<strong>gegen</strong> Bakterien und <strong>gegen</strong> Viren<br />

wirksam ist.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 41


Bei Kindern Infekte der<br />

Atemwege mit Heilpflanzen<br />

sanft behandeln<br />

© Pixel-Shot / shutterstock.com<br />

Ein grippaler Infekt tritt<br />

vor allem bei Kindern sehr<br />

oft auf – mit sechs bis<br />

zehn Erkältungen pro Jahr.<br />

Zahlreiche pflanzliche<br />

Mittel, Hausmittel sowie<br />

Tee trinken helfen <strong>gegen</strong><br />

die Beschwerden.<br />

Sinnvoll sind auch<br />

vorbeugende Maßnahmen<br />

wie Händewaschen.<br />

https://medmix.at/atemwegsinfektionen-pflanzenkraft/<br />

42 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Zahlreiche bewährte Heilpflanzen eignen sich zur Vorbeugung<br />

sowie zur Behandlung, insbesondere wenn Kinder an einem<br />

Infekt der Atemwege leiden.<br />

Vunter dem Strich ist vor<br />

allem in der kalten Jahreszeit<br />

oder durch große<br />

temperaturschwankungen<br />

das risiko für einen akuten Infekt<br />

der Atemwege sehr hoch, insbesondere<br />

für Kinder. Eine wichtige<br />

Erkrankung ist hierzu die Bronchitis,<br />

die eine Entzündung der großen<br />

Atemwege (der Bronchien) in der<br />

Lunge beschreibt. Die akute Bronchitis<br />

bedeutet, dass sich die Symptome<br />

oft schnell entwickeln und<br />

nicht lange anhalten. Übrigens verursachen<br />

bei Kindern meistens Viren<br />

die akute Bronchitis. Allerdings können<br />

auch Bakterien oder negative<br />

umweltfaktoren wie Staub, Allergene,<br />

starke Dämpfe oder tabakrauch<br />

verantwortlich sein. Oftmals eignen<br />

sich jedenfalls pflanzliche Heilmittel<br />

sowohl zur natürlichen Vorbeugung<br />

sowie auch zur Behandlung. Denn<br />

zahlreiche Heilpflanzen können die<br />

Infektanfälligkeit und Krankheitsschwere<br />

reduzieren und so auch den<br />

Bedarf betroffener Kinder an Antibiotika<br />

senken. Wobei die Anwendung<br />

von Heilpflanzen sowohl zur<br />

Vorbeugung als auch zur sanften natürlichen<br />

Behandlung von einem Infekt<br />

der Atemwege vor allem bei Kindern<br />

sehr empfehlenswert ist.<br />

Pflanzliche Heilmittel<br />

helfen Kinder bei einem<br />

Infekt der Atemwege<br />

Schließlich haben sich eine reihe<br />

von Pflanzen über Jahrhunderte zur<br />

effektiven Behandlung von <strong>Infektionen</strong><br />

der Atemwege bewährt. Zu diesen<br />

Heilpflanzen aus der alten europäischen<br />

tradition gehören beispielsweise<br />

der Efeu, der entzündungshemmende<br />

und krampflösende<br />

Effekte besitzt und die Schleimviskosität<br />

senkt.<br />

Weiter helfen Zubereitungen mit<br />

thymian. Dieser unterstützt mit seinen<br />

antiviralen und antibakteriellen<br />

sowie entzündungshemmenden und<br />

bronchospasmolytischen Wirkungen<br />

den Patienten mit <strong>Infektionen</strong> der<br />

Atemwege. Allerdings zeigen noch<br />

viele andere pflanzliche Heilmittel<br />

sehr gut Effekte da<strong>gegen</strong>.<br />

Verschiedene Heilpflanzen<br />

helfen Kinder mit einem<br />

Infekt der Atemwege<br />

mittels natürlicher sanfter<br />

und effektiver Linderung<br />

der Beschwerden!<br />

Im Grunde genommen wirken<br />

pflanzliche Heilmittel nicht nur mit<br />

einem Inhaltsstoff, wie das bei klassischen<br />

Medikamenten der Fall ist.<br />

Hin<strong>gegen</strong> beruht ihre Wirkung auf<br />

das Zusammenspiel verschiedener<br />

naturstoffe (Polyphenole, Flavonoide,<br />

Anthocyane etc) in Pflanzengemischen.<br />

In diesem Sinne kann man<br />

schließlich auch bei einem Infekt der<br />

Atemwege unterschiedliche Wirkungen<br />

durch die Kombination mehrerer<br />

Pflanzen weiter steigern und betroffene<br />

Kinder damit unterstützen.<br />

Denn die Beschwerden können sich<br />

dadurch rasch verbessern. nachgewiesen<br />

können beispielsweise die<br />

naturstoffe aus Hollunder (Schwarzer<br />

Holunder – Sambucus nigra), Eibisch,<br />

Malve, Lindenblüten, Enzian,<br />

Primel, Sauerampfer, Lavendel sowie<br />

Eisenhut die Symptome bei <strong>Infektionen</strong><br />

der Atemwege verbessern.<br />

Insbesondere bei trockenem Husten<br />

helfen beispielsweise thymian, Eibischwurzel,<br />

Spitzwegerich, Malvenblätter<br />

und Malvenblüten sowie diverse<br />

andere Kombinationen. Dabei<br />

kann man die unterschiedlichen<br />

Wirkungen der Inhaltsstoffe durch<br />

Kombinationen nutzen. Verschiedene<br />

interessante Wirkungen bieten<br />

dazu naturstoffe bei einem Infekt<br />

der Atemwege zur Behandlung der<br />

betroffenen Kinder und Erwachsenen<br />

hierzu zur Verfügung.<br />

Erstens sind das schleimverflüssigende<br />

(sekretolytisch) Effekte, die<br />

die Produktion eines dünnflüssigen<br />

Schleims fördern, indem sie den<br />

Bronchialschleim beziehungsweise<br />

das Bronchialsekret verflüssigen. Zudem<br />

helfen zweitens schleimlösende<br />

(mukolytische) Eigenschaften der<br />

naturstoffe und Pflanzengemische,<br />

die den zähen Schleim verflüssigen.<br />

Drittens sind auswurffördernde (expektorierend<br />

sowie mukosekretorisch)<br />

Wirkungen von Vorteil. Weitere<br />

wünschenswerte Effekte sind adstringierende,<br />

also zusammenziehend<br />

wirkende, die vor allem auch<br />

für die Schleimhäute positiv sind.<br />

Schließlich kleiden fünftens bestimmte<br />

naturstoffe Schleimhäute<br />

aus und überziehen sie mit einer<br />

Schutzschicht. Das bringt auch eine<br />

gute Wirkung <strong>gegen</strong> Husten, da die<br />

Hustenrezeptoren blockiert werden.<br />

Vorbeugende Wirkung<br />

Pflanzliche Heilmittel eigenen sich<br />

vor allem für die Behandlung von bereits<br />

entstandenen Krankheiten. Einigen<br />

pflanzlichen Arzneimitteln<br />

wird jedoch auch eine präventive immunstimulierende<br />

Wirkung zugesprochen.<br />

Das gilt beispielsweise für<br />

Spitzwegerich und Purpur-Sonnenhut<br />

(Echinacea). Einige andere<br />

pflanzlichen Heilmittel haben deswegen<br />

vorbeugende Wirkung, weil sie<br />

bei früher Anwendung das Flimmerepithel<br />

der Atemwege stimulieren<br />

und damit den Abtransport von Sekreten<br />

fördern und so <strong>Infektionen</strong><br />

vorbeugen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 43


Die Großblütige<br />

Königskerze (Verbascum<br />

densiflorum) zählt zur<br />

Familie der Braunwurz -<br />

gewächse. Sie überwintert<br />

als Blattrosette und bildet<br />

im zweiten Jahr leuchtend<br />

gelbe Blüten. Und zwar in<br />

einer Wuchshöhe von 50<br />

cm bis 120cm und manchmal<br />

sogar über 200 cm.<br />

Diese Pflanze blüht nur<br />

einmal. Die oberirdischen<br />

Pflanzenteile sind dicht<br />

wollig behaart. Dies bewirkt<br />

einen Einstrahlungsund<br />

Verdunstungsschutz.<br />

© Juver / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/koenigskerze-erkaeltung/<br />

44 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Die Königskerze<br />

Verbascum densiflorum<br />

Die Königskerze ist eine wertvolle Heilpflanze, die uns mit ihrer<br />

Wirkung bei Erkältung unterstützt. Ihre Schleimstoffe überziehen<br />

als Schutz die Atemwege und die gereizten Schleimhäute.<br />

Die Blüten der Heilpflanze<br />

Königskerze leuchten uns<br />

häufig in hellem Gelb von<br />

den rändern der Straßen und Autobahnen<br />

ent<strong>gegen</strong>. Wer sie im Garten<br />

oder beim Spaziergang auf dem Feld<br />

findet, kann ebenfalls gut die gelben<br />

Blüten sammeln.<br />

und dann kocht man daraus einen<br />

Königskerzentee, den schon wenige<br />

Blüten leuchtend gelb färben lassen.<br />

So bringt der Königskerzentee das<br />

Leuchten der Sonne auf den Frühstückstisch.<br />

Zudem hilft die<br />

Königskerze mit ihrer Wirkung ganz<br />

nebenbei bei roten Augen und<br />

schützt die gereizten Schleimhäute.<br />

Außerdem ist der tee mit Königskerze<br />

einer der besten heißen Getränke bei<br />

Erkältung.<br />

Interessantes über die<br />

Königskerze<br />

neben ihrem beeindruckenden Aussehen<br />

ist die Königskerze schon lange<br />

als Heilpflanze bekannt. Denn<br />

schon Discurides bezeichnete die<br />

Königskerze im alten Griechenland<br />

als Flamme <strong>gegen</strong> den Husten<br />

(Phlogmos). und das vor knapp<br />

2000 Jahren.<br />

Auch Hildegard von Bingen pries die<br />

Wirkung der Königskerze in den<br />

Himmel. Der name Kerze stammt<br />

vermutlich aus dem Mittelalter.<br />

Denn damals tauchte man die Pflanze<br />

in Pech und verwendete sie danach<br />

als Fackel.<br />

Königskerze bei Erkältung<br />

als Balsam für Atemwege<br />

und Schleimhäute<br />

Die Königskerze enthält viele Flavonoide<br />

und Saponine. Dadurch sind<br />

die Anwendungen Balsam für alle<br />

Schleimhäute im Körper. Durch die<br />

enthaltenen Schleimstoffe überziehen<br />

sie die gereizten Körperschleimhäute<br />

mit einer schützenden Schicht.<br />

Damit helfen sie bei Heiserkeit, reizhusten<br />

sowie bei allen Bronchial -<br />

erkrankungen. Außerdem nutzen sie<br />

auch bei Allergien und allergischem<br />

Asthma.<br />

Weiter beruhigen sich auch die<br />

Schleimhäute von Ohren und Magen<br />

wieder. Im Grunde genommen ist es<br />

die einzigartige Wirkstoffkombination,<br />

die sowohl reizmildernd als auch<br />

Auswurf fördernd wirkt. Das vorhandene<br />

Aucubin verleiht der Königskerze<br />

zusätzlich keimhemmende<br />

Wirkung. und sogar Bakterien wie<br />

Streptokokken können dadurch im<br />

Wachstum gehindert werden.<br />

Dank der Schleimstoffe hilft das<br />

Heilkraut, unsere Atemwege vor dem<br />

Austrocknen zu schützen. Die<br />

Schleimstoffe legen sich wie ein<br />

schützender Film über die Schleimhäute<br />

und erschweren so den Krankheitserregern<br />

ihre Arbeit. Dem<br />

quälenden Schmerz bei Halsweh und<br />

wundem Hals wird so schnell ein<br />

Ende gemacht. Statt in Wasser kann<br />

man die Blüten auch in Milch ausziehen.<br />

Dann kocht man sie kurz auf<br />

und lässt sie ziehen. Dies hilft bei Erkrankungen<br />

der Lungen. Aber auch<br />

<strong>gegen</strong> leichten Durchfall bei Kindern<br />

und alten Menschen.<br />

Königskerzentee fördert<br />

das Schwitzen<br />

Im Winter schützt der Königskerzentee<br />

vor Ansteckung. Zudem treibt er<br />

den Schweiß aus den Poren, fördert<br />

so das Schwitzen und aktiviert die<br />

reinigung über die Lymphe.<br />

Durch die harntreibende Funktion<br />

ist die Pflanze auch interessant für<br />

rheuma Patienten. Ebenso ist die<br />

Königskerze bei Bindehautentzündung<br />

als Kompresse ein zuverlässiges<br />

Helferlein.<br />

Die ideale Heilpflanze für<br />

Kinder<br />

Im Grunde genommen ist die<br />

Königskerze eine sehr milde und gut<br />

verträgliche Heilpflanze. Denn sie<br />

hat eine sanfte Wirkungsweise und<br />

auch einen guten Geschmack. Deswegen<br />

eignet sie sich auch besonders<br />

für Behandlungen von Kindern.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 45


Eukalyptus<br />

Eucalyptus<br />

Die Naturstoffe des Eukalyptus und ätherische Eukalyptusöl befreien<br />

die Atemwege und wirken positiv bei Erkältung und Husten.<br />

Die Wirkung von<br />

Eukalyptus befreit<br />

die Atemwege und<br />

hilft bei Erkältung. So<br />

hilft Eukalyptus beziehungsweise<br />

Eukalyptusöl <strong>gegen</strong> verschleimten<br />

Husten und <strong>gegen</strong> eine verstopfte<br />

nase. Daher haben sich die naturstoffe<br />

des Eukalyptus bei Erkältung<br />

und anderen banalen Erkrankungen<br />

der Atemwege sehr bewährt.<br />

Denn sie helfen beim Abhusten,<br />

wirken krampflösend und helfen im<br />

Kampf <strong>gegen</strong> Bakterien.<br />

In rezenten untersuchungen konnten<br />

Forscher für Eucalyptus globulus<br />

sogar vielversprechende Wirkungen<br />

für COVID-19-Patienten zeigen. zudem<br />

wirkt Eukalyptusöl wohltuend<br />

auch auf Haut und Schleimhaut.<br />

Eukalyptus wirkt <strong>gegen</strong><br />

Keime, entspannt und befreit<br />

die Atemwege!<br />

unter dem Strich enthält Eucalyptus<br />

sehr viel ätherisches Eucalyptusöl,<br />

dessen Dämpfe eine entspannende<br />

Wirkung auf die Muskulatur der<br />

Bronchien auslösen. Gleichzeitig verringern<br />

sie die Oberflächenspannung<br />

der Lungenbläschen. Der Gasaustausch<br />

wird dadurch gefördert. Bei<br />

Erkältungen und Husten wird so das<br />

Atmen erleichtert. Flimmerhärchen<br />

in den Atemwegen sind verantwortlich,<br />

Sekrete wie festsitzenden<br />

Schleim aus den Bronchien und<br />

nasenwegen abzutransportieren.<br />

Eukalyptusöl reizt nervenfasern und<br />

verbessert so die Aktivität dieser<br />

Flimmerhärchen, das Abhusten wird<br />

erleichtert. Auch Kälterezeptoren<br />

werden gereizt, durch die entstan -<br />

dene Kälte entsteht das Gefühl der<br />

freien nase. Ferner haben ätherische<br />

Öle keimtötende Wirkung, auf Viren<br />

und Bakterien. Wenn man das Öl in<br />

einer Aromalampe verwendet, so<br />

kann man damit auch die Luft<br />

desinfizieren.<br />

Eukalyptusöl einreiben<br />

Schließlich reizen Einreibungen mit<br />

Eukalyptusöl die Haut und fördern<br />

die Durchblutung. Dadurch lässt sich<br />

die Heilung von Entzündungen beschleunigen.<br />

Das ätherische Öl lindert<br />

auch Schmerzen bei Verspannungen<br />

und rheuma-Beschwerden.<br />

Der Eukalyptus-Baum – ein<br />

echter Überlebenskünstler<br />

Der Eukalyptus-Baum ist einen echten<br />

Überlebenskünstler. Seine Wurzelstöcke<br />

und Samen überleben ein<br />

Feuer und treiben danach wieder<br />

schneller aus als andere Pflanzenarten.<br />

Buschfeuer verschaffen den Eukalyptus-Bäumen<br />

also Vorteile im<br />

neustart und vernichten Parasiten.<br />

Wobei die Hitze des Feuers die Samenschalen<br />

zum Platzen bringt, was<br />

zur Vermehrung der Bäume beiträgt.<br />

Durch die hoch brennbaren Ölen in<br />

den Blättern werden Waldbrände<br />

wahrscheinlich gefördert.<br />

Eukalypten sind relativ schnellwüchsige,<br />

immergrüne Bäume und Sträucher.<br />

Jugendblätter unterscheiden<br />

sich deutlich von Blättern an älteren<br />

Bäumen. Die Blätter sind ledrig. Die<br />

doldigen Blütenstände enthalten<br />

viele Blüten. Wobei die Bestäubung<br />

durch Insekten oder Vögel erfolgt.<br />

Schließlich sind die Kapselfrüchte<br />

holzig und sehen zapfenartig aus.<br />

Eukalyptus: reichlich<br />

ätherisches Eukalyptusöl<br />

in den Blättern<br />

Die Blätter enthalten große Mengen<br />

an ätherischem Eukalyptusöl. Über<br />

600 Eukalyptus Arten bilden den<br />

Großteil des Baumbestandes Australiens,<br />

viele sind Holzlieferanten, andere<br />

Zierbäume.<br />

Wenn man die Blätter als Droge verwendet,<br />

so stammen die meisten von<br />

älteren Bäumen der Art Eucalyptus<br />

globulus. Zur Gewinnung von<br />

ätherischem Eukalyptusöl dienen<br />

hauptsächlich die Arten Eucalyptus<br />

fruticetorum, Eucalyptus smithii<br />

sowie Eucalyptus viridis.<br />

Wann Vorsicht geboten ist<br />

Weil Eukalyptus-Produkte die Atemwege<br />

reizen, sind sie für Menschen<br />

mit Asthma oder chronischen Erkrankungen<br />

der Atemwege nicht geeignet.<br />

Auch bei Leber- oder Gallenproblemen<br />

sowie Entzündungen im<br />

Magen sollte man Eukalyptusöl nicht<br />

einsetzen. Auch Schwangere und<br />

Kinder sollten auf Eukalyptusöl verzichten.<br />

Zudem kann bei Herz- und<br />

Kreislaufbeschwerden, Fieber sowie<br />

Krampfadern schon die anregende<br />

Wirkung eines Badezusatzes mit<br />

Eukalyptusöl Komplikationen verursachen.<br />

Ätherische Öle darf man übrigens<br />

nie unverdünnt auftragen<br />

oder einnehmen!<br />

46 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Die Eukalyptus-Blätter enthalten<br />

große Mengen an<br />

ätherischem Eukalyptusöl.<br />

Das kann für Säugetiere und<br />

Menschen in derart großen<br />

Mengen giftig wirken. Hin<strong>gegen</strong><br />

ist es für die putzigen<br />

Koalabären die tägliche Nahrung.<br />

Bei der Nahrungswahl<br />

sind Koalas übrigens sehr<br />

wählerisch, von allen 600<br />

Eukalyptus-Arten in<br />

Australien akzeptieren sie<br />

nur wenige Arten.<br />

© Frank Martins / shutterstock.com<br />

Blaugummibäume gehören zu den<br />

Myrthenwächsen<br />

Die Eukalypten (Blaugummibäume) sind eine artenreiche Pflanzengattung<br />

aus der Familie der Myrthengewächse. Heimisch sind sie in Australien und<br />

Indonesien. In anderen Regionen der Welt werden Eukalypten wegen ihrer<br />

Schnellwüchsigkeit und guten Holzqualität angebaut.<br />

Im Grunde genommen führt dies aber zu Problemen, da der Boden bis in die<br />

Tiefe ausgetrocknet, den heimischen Tieren kein Lebensraum geboten wird<br />

und heimische Arten aggressiv zurückgedrängt werden.<br />

https://medmix.at/eukalyptus-wirkung-atemwege-erkaeltung/<br />

natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn | MEDMIX 47


Lindenblüten<br />

Tilia platyphyllos – Lindenblüten der Sommerlinde<br />

Seit jeher verwenden die Menschen mit Erfolg Lindenblüten als<br />

Heilpflanze, beispielsweise ist der Lindenblütentee eines der<br />

bekanntesten Hausmittel bei Erkältung & Co.<br />

Bewährtes Hausmittel<br />

Lindenblüten und Lindenblütentee<br />

Der Geruch der Lindenblüte ist schwach aromatisch,<br />

der Geschmack schwach süß und schleimig.<br />

https://medmix.at/lindenblueten-heilpflanze/<br />

48 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> SEPt2021 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |<br />

© Sergey / shutterstock.com


Die Linde gilt als Symbol<br />

für Frieden,<br />

treue und Gerechtigkeit.<br />

unter dem<br />

Lindenbaum hielt man früher auch<br />

um die Hand seiner Liebsten an.<br />

und man feierte dort ausgelassene<br />

Feste. Seit dem Mittelalter bis zum<br />

heutigen tag setzt man die Lindenblüten<br />

der Sommerlinde (tilia<br />

platyphyllos) als Heilpflanze und<br />

bewährtes Hausmittel ein.<br />

Hustenreiz stillen können. Außerdem<br />

beruhigen manche Inhaltsstoffe<br />

bei Halsschmerzen.<br />

Andere Inhaltsstoffe geben den<br />

Lindenblüten eine krampflösende,<br />

diuretische, schmerzstillende und<br />

entzündungshemmende Wirkung.<br />

Daher helfen uns Lindenblüten –<br />

vorwiegend als Hausmittel in Form<br />

von Lindenblütentee – bei fieberhaften<br />

Erkrankungen, Erkältung, grippalen<br />

Infekten und Katarrhen der<br />

oberen Atemwege. Die Anwendung<br />

der Lindenblüten als »Grippemittel«<br />

beruht auf ihre schweißtreibende<br />

Wirkung, die die Körpertemperatur<br />

erhöht. Das hilft im Kampf <strong>gegen</strong><br />

Viren. Aber auch bei andere entzündlichen<br />

Erkrankungen wie<br />

rheuma, nierenentzündung sowie<br />

Ischias können Lindenblüten die<br />

Behandlung unterstützen.<br />

Wirkungen<br />

Vor allem die schweißtreibende Wirkung<br />

von Lindenblütentee soll bei<br />

Erkältung und harmlosen Infekten<br />

helfen. Die Lindenblüten können<br />

aber auch bei Husten den Auswurf<br />

fördern und den Hustenreiz lindern.<br />

Viele nutzen Lindenblüten auch<br />

wohltuend <strong>gegen</strong> Stress und unruhe,<br />

denn die naturstoffe der Linden -<br />

blüten bieten positive Wirkungen auf<br />

das Zentralnervensystem.<br />

Inhaltsstoffe<br />

In einer aktuelle Studie konnten Forscher<br />

über 500 naturstoffe aus den<br />

Blüten der tilia platyphyllos nachweisen.<br />

Zu den Inhaltsstoffen gehören<br />

Ätherische Öle, Schleimstoffe,<br />

Pflanzensäuren, Polyphenole,<br />

Flavonoidglykoside, Saponine,<br />

Quercetin, Kaempferol, Catechine,<br />

Procyanidine, Chinasäurederivate<br />

einschließlich Chlorogensäure sowie<br />

Cumarine. Man konnte vor allem höhere<br />

Mengen an Flavonolglycosiden<br />

(Quercetin, Kaempferol), Catechinen<br />

und Derivaten feststellen.<br />

Wobei viele naturstoffe deutlichen<br />

saisonalen Schwankungen unter -<br />

liegen, vor allem die Polyphenole<br />

variieren im Laufe der Zeit erheblich.<br />

Auch die trocknung hat beträchtlichen<br />

Einfluss auf den Gehalt der<br />

Polyphenole und Flavonoide.<br />

Wie Lindenblüten als<br />

Heilpflanze und<br />

Lindenblütentee wirken<br />

Als Heilpflanze wirken Lindenblüten<br />

bei Katarrhen der Atemwege. Zudem<br />

bildet sie auch Schleimstoffe, die den<br />

Wie man<br />

Lindenblütentee<br />

zubereitet<br />

So wird es gemacht<br />

2g Lindenblüten mit kochendem<br />

Wasser übergießen oder kaltem<br />

Wasser ansetzen und kurz bis zum<br />

Sieden erhitzen! Nicht kochen!!<br />

Nach 5–10-minütigem ziehen lassen<br />

durch ein Teesieb abseihen und<br />

– eventuell mit Honig gesüßt –<br />

sehr warm trinken.<br />

Einige Hersteller bieten übrigens<br />

Lindenblütentee, auch im Filterbeutel,<br />

angeboten. Sie sind in verschiedenen<br />

teegemischen der Indikationsgruppe<br />

Husten-, Bronchialund<br />

Erkältungstee enthalten.<br />

© Shulevskyy Volodymyr / shutterstock.com<br />

Mit dem Schwitzen erhöht sich die<br />

Körpertemperatur. Deswegen hilft<br />

der heiße Lindenblütentee auch bei<br />

Erkältung, Fieber und <strong>Infektionen</strong>.<br />

Denn die Viren vertragen die Wärme<br />

nicht. Allerdings muss man vorsichtig<br />

sein, wenn das Fieber trotz<br />

Schwitzen nicht sinkt. Hier könnte<br />

dann durchaus auch eine Infektion<br />

durch Bakterien vorliegen, die einer<br />

speziellen Behandlung durch den<br />

Arzt bedarf.<br />

Wirksames Hausmittel<br />

zur Behandlung weiterer<br />

Erkrankungen<br />

Lindenblüten sind auch ein wirksames<br />

Hausmittel zur Behandlung<br />

von leichten Krämpfen, Migräne sowie<br />

Magenbeschwerden. Denn<br />

Lindenblüten enthalten auch beruhigend<br />

wirkende Stoffe und werden<br />

auch zur Linderung von unruhezuständen<br />

verwendet.<br />

Die Lindenblüten-Extrakte werden<br />

auch in Badekonzentraten wegen<br />

der beruhigenden und Einschlaffördernden<br />

Wirkung zugesetzt.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 49


Schwarzer Holunder<br />

Sambucus nigra<br />

Der hohe Gehalt an Anthocyanen ist der Grund, warum<br />

Schwarzer Holunder sehr <strong>gesund</strong> ist und durch seine antiviralen<br />

Wirkungen sogar in der Corona-Krise helfen könnte.<br />

Schwarzer Holunder ist<br />

sowohl als Lebensmittel<br />

und als auch Heilpflanze<br />

für den Menschen sehr<br />

<strong>gesund</strong>.<br />

In der Lebensmittelindustrie<br />

findet man Schwarzen Holunder<br />

in Säften wie Limonade<br />

und Sirup, Marmelade,<br />

Sekt und Wein. Aufgrund der<br />

intensiven Eigenfarbe liefert<br />

Schwarzer Holunder auch<br />

wertvolle Farbstoffe. Eine<br />

Reihe verschiedener Säuren<br />

machen die Beeren wohlschmeckend<br />

säuerlich.<br />

© Monika_1 / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/ist-schwarzer-holunder-<strong>gesund</strong>/<br />

50 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Schwarzer Holunder, auch<br />

bekannt als Sambucus nigra,<br />

wird als <strong>gesund</strong>es<br />

pflanzliches Mittel traditionell<br />

für seine heilenden Eigenschaften<br />

verwendet und ist besonders bekannt<br />

für seine potenzielle Wirksamkeit<br />

bei der Linderung von <strong>Infektionen</strong><br />

und Erkältungssymptomen.<br />

Mit seinen entzündungshemmenden,<br />

antiviralen und immun -<br />

modulierenden Eigenschaften kann<br />

Schwarzer Holunder dement -<br />

sprechend bei der Behandlung von<br />

<strong>Infektionen</strong> der Atemwege,<br />

einschließlich Erkältungen, Covid 19<br />

und Grippe, nützlich sein kann.<br />

Schwarzer Holunder enthält auch<br />

sehr viele Antioxidantien, die unseren<br />

Körper dabei unterstützen, das<br />

Immunsystem zu stärken und die<br />

Wahrscheinlichkeit von <strong>Infektionen</strong><br />

zu verringern.<br />

Es wird gerne empfohlen, Schwarzen<br />

Holunder in Form von nahrungsergänzungsmitteln<br />

oder tees einzunehmen,<br />

um von seinen <strong>gesund</strong>heitlichen<br />

Vorteilen zu profitieren.<br />

Botanisch betrachtet<br />

Schwarzer Holunder gewinnt in den<br />

letzten Jahren durch entsprechende<br />

Züchtungen und kontrollierten Anbau<br />

in geschlossenen Pflanzungen<br />

immer mehr an Bedeutung. Sambucus<br />

nigra zählt zur Familie der Geißblattgewächse<br />

und ist in Europa weit<br />

verbreitet. Die Pflanze kann ein bis<br />

zu 11 Meter hoher Strauch sein, oder<br />

ein kleiner Baum mit starker Verzweigung.<br />

Wobei die Zweige des Holunders<br />

oftmals bogenartig ausladend<br />

sind. Vor allem in Mitteleuropa<br />

ist Schwarzer Holunder einer der<br />

häufigsten Straucharten.<br />

Zu erwähnen sind auch noch die<br />

Polyphenole, die aus den Früchten<br />

des schwarzen Holunders gewonnen<br />

werden. In einer Studie zeigten sie<br />

zell- und gewebeschützende Effekte,<br />

die die durch den oxidativen Stress<br />

bei diabetischer Stoffwechsellage<br />

entstandenen Gefäßschäden<br />

reduzieren konnten.<br />

Schwarzer Holunder und<br />

seine <strong>gesund</strong>heitlichen<br />

Wirkungen<br />

Für die Wirkung von Schwarzem<br />

Holunder ist sehr wichtig, dass in<br />

den Früchten reichlich Vitamin C sowie<br />

Vitamin B, Fruchtsäuren, ätherische<br />

Öle und farbgebende Anthocyane<br />

enthalten sind. Die Beeren sind<br />

auch reich an den Mineralstoffen<br />

Eisen und Kalium.<br />

Schwarzer Holunder Saft und<br />

Holunderbeeren sowie Schwarzer<br />

Holunder tee aus der rinde und den<br />

Blütenständen gelten als bewährtes<br />

Hausmittel. Man verwendet es bei<br />

Grippe, Erkältung, nieren- und Blasenleiden<br />

sowie zur Stärkung von<br />

Herz und Kreislauf und bei Diabetes.<br />

Wichtig sind seine <strong>gesund</strong>heitlichen<br />

Eigenschaften aber auch bei Covid-<br />

19. Dazu gibt es auch sehr gute untersuchungen<br />

zur Wirkung <strong>gegen</strong> das<br />

Coronavirus SArS-Cov-2. Pflanzenextrakte<br />

aus Sambucus nigra könnten<br />

helfen, der Ausbreitung und der<br />

Vermehrung der Viren ent<strong>gegen</strong>zuwirken.<br />

Dementsprechend ist<br />

Schwarzer Holunder eine effektive<br />

adjuvante, zusätzliche therapie bei<br />

Covid 19.<br />

Klinischen Studien konnte schon<br />

früher eine gute Wirkung von<br />

Schwarzem Holunder zur Behandlung<br />

von infektiösen Atemwegserkrankungen<br />

nahelegen. Die zusätz -<br />

liche Behandlung mit Holunder half<br />

dabei, die Symptome der oberen<br />

Atemwege zu lindern.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 51


Echtes Mädesüß<br />

Filipendula ulmaria<br />

Das echte Mädesüß ist eine sanfte Heilpflanze ohne Nebenwirkungen,<br />

aus der man die Salicylsäure gewonnen hat. aus der Salicylsäure<br />

wurde dann das fiebersenkende und schmerzlindernde<br />

Aspirin entwickelt.<br />

© Madeleine Steinbach / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/echte-maedesuess-wiesenkoenigin-heilpflanze/<br />

52 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Das in Europa heimische<br />

echte Mädesüß<br />

(Filipendula ulmaria)<br />

findet man in großen<br />

Mengen auf feuchten Wiesen, an<br />

Bachrändern und uferregionen.<br />

Die für den Körper gut verträgliche<br />

Heilpflanze soll unter anderem bei<br />

Erkältungen und Kopfschmerzen<br />

helfen. Man verwendet Blüten und<br />

Blätter in der Pflanzentherapie, wobei<br />

die Homöopathie auch die unterirdischen<br />

Pflanzenteile verwendet.<br />

Wissenswertes über das<br />

echte Mädesüß<br />

So gerne man beim namen auch an<br />

ein süßes Mädchen denken würde.<br />

Die Bezeichnung hat eine andere Bedeutung.<br />

Denn der name Mädesüß<br />

Das Echte<br />

Mädesüß ist eine<br />

Wiesenkönigin<br />

und eine alt<br />

bewährte<br />

Heilpflanze.<br />

bezieht sich auf Met, eines der<br />

ältesten alkoholischen Getränken.<br />

Wobei das durch Vergärung von<br />

Honig entsteht. Die Haltbarkeit und<br />

der Geschmack dieses Getränks werden<br />

durch das Mädesüß verbessert.<br />

In England verwendet man Mädesüß<br />

noch immer, um Bier und Wein zu<br />

würzen und süßen. Der honigsüße<br />

und mandelartige Duft und Geschmack<br />

sind unvergleichlich.<br />

Bekannt ist die Heilpflanze schon<br />

lange. traut man den Geschichten<br />

der römer, war Mädesüß neben<br />

Eisenkraut und Wasserminze eine<br />

der drei heiligsten Pflanzen der<br />

Kelten. Vermutlich wurde sie zu<br />

Ehren der Götter zur Sommer -<br />

sonnenwende eingesetzt.<br />

Das Pflanzenbild der<br />

Heilpflanze Mädesüß<br />

Im Grunde genommen wird das echte<br />

Mädesüß (Filipendula ulmaria)<br />

auch Wiesenkönigin, Wiesengeißbart<br />

oder auch Wilder Flieder genannt.<br />

Dabei ist der Vertreter der Familie<br />

der rosengewächse eine mehrjährige<br />

Staude, die eine Wuchshöhe von<br />

über einem Meter erreicht. Die Stängel<br />

sind rötlich und verzweigen sich<br />

erst im oberen teil. Die gefiederten<br />

dunkelgrünen Blätter weisen an der<br />

unterseite einen Flaum auf und verströmen<br />

beim Zerreiben einen an Salicylaldehyd<br />

(rheumasalbe) erinnernden<br />

Geruch. Im Juni bis August<br />

erscheinen creme- bis gelbweiße Blütenstände.<br />

Aus diesen gehen im<br />

Herbst sichelförmig gekrümmte<br />

nüsschen hervor. Diese Pflanze<br />

kommt in ganz Europa vor.<br />

Inhaltsstoffe<br />

Die Inhaltsstoffe von Mädesüß wirken<br />

als Heilpflanze blutreinigend,<br />

entgiftend, entzündungshemmend<br />

und schweißtreibend. Wichtige<br />

Wirkstoffe sind Penolglykoside wie<br />

Monotropidin und Spiraein, aus denen<br />

beim trocknen in geringen Mengen<br />

ätherisches Öl mit Salicylaldehyd<br />

und mit Methylsalicylat entstehen.<br />

Zudem Flavonoide wie Spiraeosid<br />

und Gerbstoffe (Ellagitannine).<br />

Anwendungen<br />

Jedenfalls ist das echte Mädesüß eine<br />

in den Apotheken verzeichnete<br />

Heilpflanze. Wenigen ist bekannt,<br />

dass der name Aspirin auf diese<br />

Pflanze zurückgeht. Daraus wurde<br />

die Salicylsäure isoliert – das berühmte<br />

fiebersenkende und<br />

schmerzlindernde Schmerzmittel.<br />

Mädesüß ist bei grippalen Zuständen<br />

eine wunderbare naturmedizin ohne<br />

nebenwirkungen . Weiters unterstützt<br />

sie die Ausscheidungsfähigkeit<br />

des Organismus: sie wirkt blutreinigend,<br />

entgiftend, entzündungshemmend<br />

und schweißtreibend. traditionell<br />

wurde das Kraut schon lange<br />

als Fußbad, Packung oder Kompresse<br />

aus einem starken teeauszug bei<br />

geschwollenen Beinen und Füßen erfolgreich<br />

angewendet. Der Mädesüßtee<br />

wird sowohl bei Erkältungskrankheit<br />

und rheumatischen Beschwerden<br />

als auch als nierenmittel<br />

eingesetzt. Außerdem kann man aus<br />

den Wurzeln einen schwarzen Farbstoff<br />

gewinnen. Weiter ergeben sich<br />

aus Blatt und Stängel blaue Farbtöne.<br />

Schließlich ergeben die blühenden<br />

Spitzen ein interessantes helles<br />

Grün.<br />

TIPP: Mädesüßtee –<br />

Mädesüßblüten mit Linden-<br />

und Holunderblüten<br />

unter dem Strich kann man die Blüten<br />

von Mädesüß bei Erkältungskrankheiten<br />

oder fieberhaften grippalen<br />

Infekten sehr gut mit Lindenund<br />

Holunderblüten mischen und<br />

dann als tee trinken. Damit verbessert<br />

einerseits den Geschmack und<br />

erweitert andererseits das Wirkungsspektrum.<br />

Dazu mischt man drei teile Holunderblüten,<br />

drei teile Lindenblüten<br />

und zwei teile Mädesüßblüten. Danach<br />

übergießt zwei teelöffel davon<br />

mit 150ml kochendem Wasser, lässt<br />

etwa 10 Minuten ziehen, seiht ab und<br />

trinkt mehrmals täglich eine tasse.<br />

Bei einer Überempfindlichkeit <strong>gegen</strong>über<br />

Salicylaten (den Salzen der<br />

Salicylsäure) sollte man jedenfalls<br />

den Mädesüßtee nicht trinken.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 53


Gemeine Schafgarbe<br />

Achillea millefolium<br />

Die Gemeine Schafgarbe ist als sanfte, beruhigende Heilpflanze<br />

bekannt. Man setzt sie als Erste-<strong>Hilfe</strong>-Mittel ein, wenn eine<br />

Erkältung oder eine Infektion der Atemwege im Anzug sind.<br />

© Foxxy63 / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/gemeine-schafgarbe-arzneipflanze/<br />

Der griechische Held Achilles hat der Legende nach seine<br />

Wunden mit der Schafgarbe behandelt und gab der heutigen<br />

Arzneipflanze auch den lateinischen Namen Achillea.<br />

54 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Die gemeine Schafgarbe<br />

– Achillea millefolium<br />

– gilt seit jeher als<br />

vielseitige sanfte Arzneipflanze,<br />

die auch positive Wirkung<br />

für Herz und Lunge entfaltet.<br />

Seit den 1950er Jahren beschäftigen<br />

sich Forschung und Wissenschaft<br />

mit der Schafgarbe, wobei zahlreiche<br />

Studien die Wirksamkeit der Arzneipflanze<br />

belegen konnten. Man schätzt<br />

die Gemeine Schafgarbe auch als<br />

sanfte Heilpflanze mit beruhigender<br />

Wirkung. Denn die Achillea wirkt<br />

auch auf Geist und Körper. Schließlich<br />

bestätigen die Daten auch eine<br />

blutdrucksenkende, kardiovaskuläre<br />

sowie die Bronchien erweiternde<br />

Wirkung. Schließlich rechtfertigt das<br />

die medizinische Anwendung der<br />

Schafgarbe bei Herz-Kreislauf- und<br />

Atemwegserkrankungen wie Bluthochdruck<br />

und Asthma.<br />

Die Gemeine Schafgarbe<br />

als Arzneipflanze<br />

historisch betrachtet …<br />

Die Gemeine Schafgarbe begleitet<br />

den Menschen seit Jahrtausenden<br />

als Heilpflanze, aber auch als magische<br />

Pflanze. Überlieferungen zeigen,<br />

dass reste und Pollen der<br />

Schafgarbe auch im berühmten Blumengrab<br />

von Shanidar gefunden<br />

wurden. Das Grab liegt im heutigen<br />

Irak und ist etwa 49.000 Jahre alt.<br />

Botanisch gesehen …<br />

Die Gemeine Schafgarbe zählt zur<br />

Familie der Korbblütler und ist eine<br />

ausdauernde krautige Pflanze, mit<br />

einer Wuchshöhe von bis zu 100 cm.<br />

Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober.<br />

Man verwendet die obere<br />

Hälfte der Pflanze, welche man im<br />

Juni-Juli erntet. Die Schafgarbe ist<br />

ein Kosmopolit – die Pflanze kommt<br />

fast auf der ganzen Erde vor. Man<br />

findet sie auf Wiesen, Weiden und<br />

Ackerrändern oder Waldrändern. In<br />

den Alpen kommt sie bis in die subalpine<br />

Stufe vor.<br />

Inhaltsstoffe und<br />

Anwendungen<br />

Die Inhaltsstoffe der Schafgarbe bestehen<br />

vor allem aus ätherischen<br />

Ölen, Bitterstoffen und Gerbstoffen.<br />

Zudem sind Salicylate beziehungsweise<br />

Salicylsäure enthalten.<br />

Heilwirkungen<br />

• schleimlösend,<br />

• antibakteriell,<br />

• entkrampfend,<br />

• schmerzlindernd,<br />

• wund heilend,<br />

• verdauungs fördernd,<br />

• harntreibend,<br />

• menstruationsregelnd.<br />

Die Schafgarbe soll wegen ihrer guten<br />

Eigenschaften in keiner tee mischung<br />

fehlen und ist als Allheilmittel mit<br />

der Kamille zu vergleichen. Sie wirkt<br />

bei Magenschwäche, Leberbeschwerden,<br />

Durchfall, Bauchschmerzen,<br />

Blasenschwäche, Menstruations -<br />

störungen und Krampfadern, sowie<br />

zur Blutreinigung. untersuchungen<br />

haben auch eine Steigerung des<br />

Gallenflusses ergeben.<br />

Gemeinsam mit Holunderblüten ist<br />

Schafgarbe ein Erste-<strong>Hilfe</strong>-Mittel,<br />

wenn eine Erkältung im Anzug ist.<br />

Wobei naturmediziner die Arzneipflanze<br />

auch bei zu hohem Blutdruck<br />

und als Zusatzmittel empfehlen. Wie<br />

wenn die Gefahr eines Blutgerinnsels<br />

oder einer thrombose besteht.<br />

Äußerliche Anwendung<br />

und Inhalation<br />

Man wendet Schafgarbe-Absud äußerlich<br />

in etwas stärkeren Bädern an.<br />

Man verwendet ihn bei Frostbeulen,<br />

Gicht, rheuma, unreiner Haut,<br />

Hämorrhoiden, Ausfluss, Krampfadern<br />

und Blasenschwäche.<br />

Bei nasenbluten steckt man sich mit<br />

starkem Schafgarbentee getränkte<br />

Wattebällchen in die nase. Auch bei<br />

Schuppenflechte ist ein Schafgarbenbad<br />

hilfreich.<br />

Die Inhalation der Dämpfe ist bei einer<br />

nasennebenhöhlenentzündung<br />

angebracht, eine Salbe aus dem<br />

Schafgarbenkraut gehört zu den besten<br />

Heilsalben und wird auch bei<br />

Hämorrhoiden eingesetzt.<br />

Schafgarben-Tinktur<br />

selber machen<br />

Für verschiedene genannten Leiden<br />

ist auch eine Schafgarben-tinktur<br />

wirksam, die man selber machen<br />

kann. Dazu setzt man das Schafgarbenkraut<br />

1:5 in reinem Kornbrand<br />

an und stellt es 10 bis 14 tage in die<br />

Wärme.<br />

Weiter schüttelt man die Mischung<br />

täglich und seiht sie dann ab. Außerdem<br />

sollte man die Flüssigkeit kühl<br />

und dunkel lagern. Jedenfalls sollte<br />

man täglich 10 bis 15 tropfen der<br />

Schafgarben-tinktur einnehmen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 55


Hedera helix, der Gemeine<br />

Efeu. Seit jeher bei Infekte<br />

der Atemwege und Husten<br />

bewährt<br />

Seit Jahrhunderten hat sich die Heilkraft des<br />

Efeus bei <strong>Infektionen</strong> der Atemwege bewährt.<br />

Der Gemeine Efeu (Hedera helix L.) ist eine<br />

windende Pflanze, die mittels Haftwurzeln an<br />

Bäumen oder Mauern emporwachsen. Die immergrünen<br />

Efeublätter sind an den nicht blühenden<br />

Zweigen drei- bis fünfeckig gelappt<br />

und weiß geadert.<br />

Die Lianen bilden lange und flexible, aber unverhältnismäßig<br />

schmale Stängel. Es gibt<br />

auch zahlreiche botanische Anlagen mit Efeu.<br />

Gerade für die botanische Forschung sind<br />

auch die Klettergewohnheiten, die hohe<br />

Wuchsform sowie das Vorkommen in eher<br />

feuchten Wäldern von Bedeutung.<br />

Efeu ist nahezu weltweit verbreitet und wird in<br />

unterschiedlichen Darreichungsformen <strong>gegen</strong><br />

verschiedene Erkrankungen angewendet. Bereits<br />

in der Volksmedizin des 19. Jahrhunderts<br />

hat man Efeu <strong>gegen</strong> Katarrhe der Atemwege<br />

eingesetzt. Heute werden Efeublätter bei Erkrankungen<br />

der Atemwege – vor allem zur<br />

Behandlung von Husten – angewendet.<br />

© Meszi.Mate / shutterstock.com<br />

Die Naturstoffe der Efeublätter sind vor allem zur Behandlung von Husten effektiv.<br />

Denn Efeu-Darreichungsformen können den Schleim lösen, die Atemwege befreien<br />

und beruhigend auf den Husten wirken. Zur Linderung von Symptomen von<br />

Erkrankungen der Atemwege wie Erkältungen, Grippe sowie auch Covid 19 helfen<br />

Hedera-Helix-Präparate mit ihren vielfältigen Wirkungen.<br />

https://medmix.at/efeublaetter-zur-husten-behandlung-bewaehrt/<br />

56 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Efeu<br />

Hedera Helix<br />

Der Gemeine Efeu, Hedera Helix, und vor allem Efeublätter entfalten<br />

mehrfache <strong>gesund</strong>e Wirkungen <strong>gegen</strong> Husten. Die Anwendung<br />

von Efeu-Präparaten bewirkt dabei, den Schleim in den Bronchien<br />

zu verdünnen, den Auswurf des Schleims aus den Atemwegen erleichtern<br />

und Krämpfe in den Bronchien lösen. Die bewährte Behandlung<br />

von Husten bei Erkältung, grippalen Infekten und<br />

Grippe soll auch bei Covid 19 sinnvoll sein.<br />

Efeublätter werden<br />

üblicherweise<br />

nicht als Tee<br />

zubereitet. Sondern<br />

ihre Inhaltsstoffe<br />

kommen in Form von<br />

Spezialextrakten in<br />

Fertigpräparaten zum<br />

Einsatz. Sie sollen<br />

einerseits eine<br />

schleimlösende<br />

Wirkung entfalten,<br />

um die Produktion eines<br />

dünnflüssigen Schleims zu fördern.<br />

Andererseits bieten sie auch<br />

krampflösende Effekte, um den<br />

Spannungs zustand der glatten Muskulatur<br />

zu senken und deren Verkrampfung<br />

zu lösen. Schließlich sollen<br />

ihre expektorierende Wirkungen<br />

den Auswurf des Schleims aus den<br />

Atemwegen erleichtern.<br />

<strong>Natürliche</strong> Wirkung zur<br />

sanften Behandlung von<br />

Husten<br />

Die Efeublätter bezeichnet man wissenschaftlich<br />

Hederae folium (Efeu –<br />

Hedera helix), ihre Inhaltsstoffe<br />

bringen eine natürliche Wirkung zur<br />

sanften Behandlung von Husten.<br />

Wobei der Efeu vor allem<br />

auch bei krampfartigem<br />

Husten hilft.<br />

Deswegen gibt es in der Apotheke verschiedene,<br />

rezeptfreie Darreichungsformen<br />

mit Efeu, die <strong>gegen</strong> Husten<br />

helfen sollen. Dazu zählen beispielsweise<br />

Hustensaft (Hustensirup),<br />

Lutschpastillen, Hustentropfen,<br />

Hustenzäpfchen und Brausetabletten<br />

sowie natürlich als tee erhältlich.<br />

Allerdings gilt der Efeu als giftig. Zudem<br />

kann er allergische reaktionen<br />

auslösen. Daher trinken heutzutage<br />

nur mehr wenige Menschen tee aus<br />

Efeublätter. Jedenfalls muss man bei<br />

der innerlichen Anwendung von<br />

Efeu sehr vorsichtig sein. Man darf<br />

den tee wegen der Vergiftungsgefahr<br />

keinesfalls zu stark und zu lange einnehmen.<br />

Bewährte Wirkung<br />

Im Grunde genommen<br />

entfalten Efeublätter-<br />

Zubereitungen mit<br />

ihren Hauptwirkstoffen<br />

eine indirekte<br />

Wirkung in<br />

der Lunge, die<br />

bei Husten den<br />

Körper unterstützt.<br />

Beispielsweise<br />

kommt<br />

es zur Erhöhung der Surfactantbildung<br />

der Lungenzellen. und damit<br />

verringert sich die Zähigkeit des<br />

Schleims (reduktion der Schleim -<br />

viskosität) und die Muskulatur der<br />

Bronchien entkrampft. Zudem<br />

kommt es zu einer Weitstellung der<br />

Bronchien, das heißt, dass sie sich<br />

erweitern.<br />

Das vorhandene Schleimsekret kann<br />

der Körper dann durch die Verringerung<br />

der Schleimviskosität leichter<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 57


Schon die Kelten haben Hedera helix, den<br />

Gemeinen Efeu, als Kultur- und Heilpflanze<br />

geschätzt und schmückten damit ihre<br />

Behausungen gemeinsam mit Misteln zu<br />

Ehren der Götter. In der griechischen,<br />

römischen und altägyptischen haben die<br />

Menschen den Efeu den Göttern des<br />

Weines geweiht und man schmückte<br />

festliche Gelage mit Kränzen aus Efeu.<br />

abhusten. Die Entspannung und die<br />

Erweiterung der Bronchialmuskulatur<br />

unterstützt wiederum das<br />

Abhusten.<br />

Im weiteren Verlauf der Husten-Behandlung<br />

mit Efeu muss man dann<br />

nicht mehr so oft husten, die Anzahl<br />

der Husten-Attacken geht zurück.<br />

Man wendet Efeu beziehungsweise<br />

Efeublätter im Grunde genommen<br />

vor allem zur unterstützung der<br />

Schleimlösung in den Atemwegen<br />

an. Zahlreiche klinische Studien<br />

konnten ihre Wirksamkeit bei verschiedenen<br />

Erkrankungen hinreichend<br />

belegen.<br />

Das war beispielsweise bei chronisch-entzündlichen<br />

Bronchialerkrankungen<br />

und bei akuter Entzündung<br />

der Atemwege mit Husten als<br />

Begleiterscheinung der Fall. Auch<br />

Katarrhe der Luftwege gehörten dazu.<br />

unter dem Strich hilft Efeu jedenfalls<br />

bei der symptomatischen<br />

Behandlung von Erkrankungen der<br />

Atemwege.<br />

© INTREEGUE Photography / shutterstock.com<br />

Dreifach-Wirkung der<br />

Efeublätter zur Behandlung<br />

bei Husten<br />

Die Inhaltsstoffe der Efeublätter wirken<br />

sekretolytisch, expektorierend<br />

sowie bronchospasmolytisch.<br />

● Sekrolytisch heisst, dass Efeu<br />

dabei hilft, dass der Schleim in den<br />

Atemwegen dünnflüssig wird.<br />

● Die expektorierende Wirkung<br />

sagt aus, dass Efeu zudem den Auswurf<br />

des Schleims aus den<br />

Bronchien erleichtert.<br />

● Bronchospasmolytisch sagt<br />

schließlich aus, dass Efeu mit seinen<br />

Inhaltsstoffen Krämpfe in den<br />

Bronchien lösen kann. Zudem bewirkt<br />

die Heilpflanze, dass sich die<br />

unteren Atemwege erweitern.<br />

Verantwortlich dafür sind die enthaltenen<br />

Saponine und Phenolcarbonsäuren.<br />

Durch die beschriebene<br />

Dreifach-Wirkung kann Efeu den<br />

Schleim lösen und die Bronchien<br />

befreien. Wobei auch viele klinische<br />

Studien die Wirksamkeit und die<br />

gute Verträglichkeit von Efeu<br />

belegen konnte.<br />

58 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Löwenzahn<br />

Taraxacum officinale<br />

Der Löwenzahn<br />

entfaltet seine<br />

Wirkung <strong>gegen</strong><br />

Viren und Bakterien<br />

und kann auch<br />

Entzündungen<br />

hemmen.<br />

Löwenzahnkraut<br />

unterstützt so den<br />

Körper auch <strong>gegen</strong><br />

Erkältung und<br />

grippale Infekte.<br />

Der Löwenzahn ist eine<br />

Pusteblume, die deswegen bei<br />

Kindern sehr beliebt ist.<br />

Hin<strong>gegen</strong> ärgern sich viele<br />

Menschen, wenn der Löwenzahn<br />

als Unkraut im Garten wächst.<br />

Der Frühlingsbote<br />

Löwenzahn – taraxacum<br />

officinale – bereichert<br />

die Küche.<br />

Sowohl die Blätter, Blüten, die Blütenknospen<br />

als auch Wurzeln sind<br />

schmackhaft und können unsere<br />

Küche kulinarisch bereichern.<br />

Löwenzahnblätter eignen sich für<br />

Salate, Pesto und Saucen. Die Wurzel<br />

dient als Gemüse. Die Knospen wiederum<br />

können Kapern und gedünstet<br />

Kohlsprossen ersetzen.<br />

Der Löwenzahn ist aber auch in der<br />

naturheilkunde als Heilpflanze beliebt<br />

und als pflanzliches Mittel für<br />

die Gesundheit schon seit dem Altertum<br />

bekannt. Er dient mit seiner<br />

Wirkung seit Jahrtausenden als<br />

wertvolles pflanzliches Mittel <strong>gegen</strong><br />

verschiedene Erkrankungen.<br />

Löwenzahn und Erkältung<br />

unter dem Strich haben diverse<br />

Studien das nützliche pharma -<br />

kologische Profil von Löwenzahn zur<br />

Behandlung verschiedener Krankheiten<br />

beschrieben. In diesem Sinne<br />

soll das Kraut auch <strong>gegen</strong> Viren und<br />

Bakterien helfen.<br />

Zur Stärkung der körpereigenen<br />

Abwehrkräfte und des Immunsystems<br />

empfiehlt sich die Anwendung<br />

von Löwenzahn-Darreichungen.<br />

Außerdem entfaltet der Löwenzahn<br />

entzündungshemmende sowie<br />

schmerzlindernde Wirkungen. Alle<br />

diese Effekte sind bei Erkältungskrankheiten<br />

und Symptomen wie<br />

Husten hilfreich. Das gilt auch bei<br />

Schnupfen mit starker<br />

Verschleimung der nase und der<br />

nasenneben höhlen.<br />

Löwenzahn mit weiteren<br />

Wirkungen<br />

Extrakte aus Löwenzahn wurden in<br />

letzter Zeit intensiv auf antidepres -<br />

sive, antioxidative, entzündungshemmende<br />

und antimikrobielle<br />

Aktivitäten Wirkung untersucht.<br />

Jüngste untersuchungen zeigten<br />

aber auch Potenzial des Löwenzahns<br />

<strong>gegen</strong> Krebs.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 59


Ätherische<br />

Öle<br />

Beliebte, bewährte<br />

Wirkung:<br />

Ätherische Öle bei<br />

Husten anwenden<br />

und inhalieren<br />

https://medmix.at/aetherische-oele-bei-husten-anwenden/<br />

60 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


© Anuta23 / shutterstock.com<br />

Seit Jahrtausenden<br />

nutzt man<br />

ätherische Öle<br />

„Süße Düfte fürs Gehirn ist das<br />

beste Rezept für die Gesundheit“,<br />

meinten jedenfalls schon<br />

die alten Griechen. Wobei die<br />

Römer ihrerseits sehr gerne in<br />

duftenden Wässern mit<br />

Ölzusätzen badeten.<br />

Beispielsweise soll der berühmte<br />

Kaiser Nero in seinem<br />

Palast mit <strong>Hilfe</strong> eines Röhrensystems<br />

angenehme Düfte in<br />

seinem Palast verbreitet<br />

haben. Und das waren dann<br />

die wohlriechenden ätherischen<br />

Öle, die durch die<br />

Räume strömten.<br />

Dementsprechend wurde die<br />

Vorliebe für Ätherische Öle und<br />

den wohltuenden und heilsamen<br />

Düften in der Antike von<br />

den Römern weit über ihre<br />

Grenzen hinweg verbreitet.<br />

Ätherische Öle haben anregende<br />

und beruhigende<br />

Wirkung. Deswegen<br />

kann bei Husten eine<br />

Inhalation damit sowie das Anwenden<br />

als Einreibemittel gut helfen.<br />

unter dem Strich wirken ätherische<br />

Öle vor allem anregend und beruhigend.<br />

Zudem heben sie unsere Stimmung<br />

an und wirken auch harmonisierend.<br />

Denn sie verhelfen zu mehr<br />

Wohlbefinden – und zwar für Körper<br />

und Geist sowie der Seele. Schließlich<br />

helfen ätherische Öle auch bei<br />

der Linderung der verschiedensten<br />

Beschwerden auf eine besonders<br />

sanfte, natürliche Weise.<br />

Ätherische Öle bei Husten<br />

anwenden und inhalieren<br />

Für Ätherische Öle ist der Husten ein<br />

wichtiges Einsatzgebiet zum Anwenden<br />

und Inhalieren. Wobei aktuelle<br />

untersuchungen zeigen, dass<br />

pflanzliche ätherische Öle sogar bei<br />

der Behandlung von Asthma mit<br />

Husten wirksam ist. Dementsprechend<br />

sind sie bei Asthma eine sinnvolle<br />

Ergänzung der therapie.<br />

Anregende und<br />

beruhigende Wirkung!<br />

Ätherische Öle reizen unsere temperaturrezeptoren.<br />

Es kommt dadurch<br />

zu einem wohltuenden Gefühl, weil<br />

die nasenatmung leichter wird.<br />

Allerdings kommt es zu keiner messbaren<br />

Verbesserung der Strömungsverhältnisse.<br />

neben der Einnahme von Pflanzenauszügen<br />

verschiedenster Art kann<br />

man bei Husten ätherische Ölen<br />

inhlaieren sowie als Einreibemittel<br />

anwenden.<br />

Wichtige Lieferanten für<br />

ätherische Öle bei Husten<br />

– Anis- und Fenchelfrüchte,<br />

– Eukalyptusblätter,<br />

– Fichten-/Föhrennadeldestillat,<br />

– Minzöl,<br />

– Eisenkraut,<br />

– Quendel- oder Thymiankraut.<br />

Vorsicht vor einer falschen<br />

Anwendung<br />

Wichtig ist eine kompetente Beratung,<br />

wenn man ätherische Ölen bei<br />

Husten inhalieren will. Denn bei der<br />

falschen Anwendung kann es wirklich<br />

zu einer <strong>gesund</strong>heitlichen Gefährdung<br />

– vor allem von Kindern –<br />

kommen.<br />

Die klassische Methode:<br />

heißen Wasserdampf mit<br />

einigen Tropfen ätherischem<br />

Öl und einem Tuch<br />

über den Kopf inhalieren!<br />

Die alt bekannte klassische Methode<br />

ist es, eine Schüssel mit heißem<br />

Wasser anzufüllen, einige tropfen<br />

ätherisches Öl beizugeben und über<br />

den Kopf ein tuch zu stülpen.<br />

Doch das kann einerseits zu einer<br />

unnötigen reizung der Augen führen<br />

und andererseits eben zu einer Gefährdung<br />

der zu behandelnden Person<br />

durch Verbrühung. Gefahrloser<br />

hin<strong>gegen</strong> ist die Verwendung von<br />

standfesten Dampfinhalatoren.<br />

Gefahr Kratschmer-Reflex<br />

(Kratschmer-Holmgren-<br />

Reflex)<br />

Wer ätherische Öle bei Husten und<br />

Erkältung inhalieren will, sollte auch<br />

beim Anwenden immer bedenken,<br />

dass der Kratschmer-reflex auftreten<br />

kann. und zwar gilt das bei<br />

Kleinkindern und Säuglingen. Der<br />

Kratschmer-reflex kann nämlich bei<br />

Anwendung von mentholhaltigen<br />

Zubereitungen im Gesicht und<br />

speziell in der nase entstehen.<br />

Der auch als Kratschmer-Holmgrenreflex<br />

bezeichnete Zustand ist ein<br />

über den trigeminus ausgelöster<br />

reflektorischer Atemstillstand mit<br />

Herzstillstand. und das geschieht<br />

durch die Einwirkung stark reizender<br />

Stoffe – wie beispielsweise Äther,<br />

Chloroform und Essigsäure – auf die<br />

nasenschleimhaut.<br />

Daher gibt es für Kleinkinder<br />

mentholfreie Einreibemittel. Die<br />

Anwendung dieser Salben kann die<br />

nachtruhe der Patienten deutlich<br />

verbessern!<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 61


Pfefferminze<br />

Mentha x piperita L., Lamiaceae<br />

Bei Erkältung, Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen<br />

hat sich die Pfefferminze (Pfefferminzöl) seit jeher bewährt.<br />

Extrakte aus Pfefferminze werden<br />

gerne in Kombination mit anderen<br />

<strong>gegen</strong> Blähungen wirksamen Drogen<br />

– wie Kümmel, Fenchel und Wermut –<br />

angewendet. Eine derartige<br />

Kombination konnte bei Patienten<br />

mit Oberbauchbeschwerden wie<br />

Krämpfe, Erbrechen, Schwindel eine<br />

ähnliche Wirksamkeit wie<br />

Metoclopramid zeigen.<br />

© Tatevosian Yana / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/die-pfefferminze/<br />

62 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Pfefferminze ist eine Heilpflanze,<br />

die in Europa<br />

und nordamerika weit<br />

verbreitet und oft kultiviert<br />

ist. Vor allem bei Erkältung,<br />

Magen-Darm-Beschwerden sowie<br />

Kopfschmerzen konnte sich pflanzliche<br />

Mittel mit Pfefferminze wie das<br />

Pfefferminzöl bestens bewähren.<br />

Pfefferminze bei Erkältung<br />

Wenn man Pfefferminze bei Erkältung<br />

als tee genießt, dann darf man<br />

über die reizung der Schleimhäute<br />

mit schleim- und hustenlösenden<br />

Wirkungen erwarten.<br />

nach einer Inhalation erreicht Pfefferminzöl<br />

in der Lunge therapeutisch<br />

ausreichend hohe Konzentrationen,<br />

Menthol bietet broncho spasmo -<br />

lytische Effekte.<br />

Jedenfalls bietet das alt bewährte<br />

Pfefferminzöl desinfizierende, antimikrobielle,<br />

antivirale und anti -<br />

mykotische Wirkungen. Man kann es<br />

äußerlich auch als schmerzstillende<br />

Geschichte der Pfefferminze als Heilpflanze<br />

und Nutzpflanze<br />

Beheimatet war die Pfefferminze ursprünglich im Fernen Osten, sie wanderte<br />

über Nordafrika und Südeuropa nach England, wo sie erst <strong>gegen</strong><br />

Ende des 17. Jahrhunderts Fuß fasste.<br />

Über Holland kam sie dann in unsere Gegend. In der jetzigen Kulturform<br />

wurde die Pfefferminze erstmalig von Dr. Eaton in Hertfort/England beobachtet.<br />

Eine erste Beschreibung der Pflanze erfolgte 1696 durch den britischen<br />

Biologen Ray (lat.Raius), der ihr 1704 die Bezeichnung Mentha palustris<br />

(Peper-Mint) gab.<br />

Der Gattungsname Mentha ist eine Entlehnung vom griechischen Minthe,<br />

so hieß eine Nymphe, über die in der Mythologie Folgendes erzählt wird:<br />

Hades, der Gott der Unterwelt, verliebte sich in die wunderschöne Minthe.<br />

Persephone, die betrogene Ehefrau, verwandelte die Nymphe aus Rache<br />

in eine Pflanze. Ovid, Met. X Buch 728-30: „Dir, oh Persephone, war<br />

es erlaubt, den Körper einer Frau in eine Pflanze duftender Minze zu verwandeln“.<br />

Einreibung bei nerven- und Gliederschmerzen<br />

sowie Weichteilrheumatismus<br />

einsetzen.<br />

Weitere Anwendungen<br />

Das Kraut der Pfefferminze enthält<br />

ätherisches Öl, mit dem Hauptbestandteil<br />

Men thol sowie Gerbstoffe<br />

und Flavonoide. Es hat eine krampflösende<br />

und blähungstreibende Wirkung<br />

und führt zu einer beträchtlichen<br />

Steigerung der Gallensekretion.<br />

Außerdem übt Pfefferminzöl auch eine<br />

anästhesierende Wirkung auf die<br />

Magenschleimhaut aus. Damit lässt<br />

sich die Wirksamkeit <strong>gegen</strong> Übelkeit<br />

und Erbrechen erklären.<br />

Pfefferminztee eignet sich zur<br />

Behandlung von krampfartigen<br />

Beschwerden im Magen- und Darmbereich,<br />

wobei an der Wirkung neben<br />

dem ätherischen Öl vermutlich<br />

auch Flavonoide beteiligt sind.<br />

Als choleretische Prinzipien der<br />

Blätter der Pfefferminze kommen<br />

Phenolcarbonsäuren Chlorogen-,<br />

Kaffee- und rosmarinsäure infrage.<br />

Extrakte aus Pfefferminze führen<br />

wiederum zu einer tonussenkung<br />

des unteren Ösophagussphinkter.<br />

Die Komponenten von ätherischen<br />

Pfefferminzöl wirken sekretionsfördernd<br />

auf direktem und reflektorischem<br />

Wege. Es kommt zur Freisetzung<br />

von Salzsäure, Pepsin, Gastrin,<br />

Histamin und Prostaglandinen und<br />

dadurch zur Stimulierung der<br />

Magen- und Darmmotilität.<br />

Bereits im Altertum wurde die<br />

Pfefferminze mit ihrer vielfältigen<br />

Wirkung als Heilpflanze eingesetzt.<br />

Plinius der Ältere empfahl bei Kopfschmerzen<br />

frische Pfefferminzblätter<br />

auf die Schläfen aufzulegen. Schon<br />

zu Beginn der Schmerzen ist es heutzutage<br />

hilfreich, zwei tropfen Pfefferminzöl<br />

in leicht kreisenden Bewegungen<br />

auf Schläfen oder Stirn aufzutragen.<br />

Das Pfefferminzöl darf<br />

aber nicht in die Augen gelangen,<br />

denn dort kann es unangenehme<br />

Schleimhautreizungen hervorrufen.<br />

Pfefferminzöl verwendet man<br />

schließlich sehr häufig als Geschmacks-<br />

und Geruchskorrigens.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 63


Australischer Teebaum<br />

Melaleuca alternifolia<br />

Der Australische Teebaum ist eine alt bewährte Heilpflanze, das<br />

enthaltene ätherische Teebaumöl bringt viele positiven Wirkungen.<br />

© ronstik / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/australischer-teebaum-teebaumoel/<br />

64 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Die Aborigines wussten<br />

bereits um die Wirkungen<br />

der Inhaltsstoffe<br />

des Australischen<br />

teebaums und des enthaltenen<br />

teebaumöls. Die australischen<br />

ureinwohner verwenden seit jeher<br />

die Heilpflanze zur Wundheilung.<br />

Zudem kochen sie aus den Blättern<br />

des Baums einen wohltuenden tee.<br />

Erst <strong>gegen</strong> Ende des 18. Jahrhunderts<br />

haben Siedler in Australien die<br />

Heilwirkung erkannt. Danach fand<br />

der Australische teebaum auch den<br />

Weg nach Europa.<br />

In Europa wird Australischer teebaum<br />

im Gewächshaus gezogen. Bei<br />

uns wird in erster Linie das ätherische<br />

teebaum öl verwendet, wobei<br />

Wirkungen und Einsatzgebiete sehr<br />

vielfältig sind und oft auch die Haut<br />

betreffen.<br />

Australischer Teebaum:<br />

Inhaltsstoffe und Wirkung<br />

Aus den Blättern und Zweigen wird<br />

mittels Wasserdampfdestillation das<br />

teebaumöl gewonnen. Es ist eine<br />

klare bis leicht gelbliche Flüssigkeit<br />

mit frischem und würzigem Geruch.<br />

Das ätherische teebaumöl ist ein Gemisch<br />

aus rund 100 verschiedenen<br />

komplexen Alkoholen und ätherischen<br />

Ölen. Der Hauptwirkstoff ist<br />

mit 40 % Mengenanteil der sekun -<br />

däre Pflanzenstoff terpinen-4-ol.<br />

Diese alkoholische Verbindung<br />

kommt übrigens in geringerer Menge<br />

auch im ätherischen Lavendelund<br />

Eukalyptusöl vor.<br />

Australischer Teebaum<br />

und sein Teebaumöl bringt<br />

antimikrobielle Wirkung<br />

Das teebaumöl entfaltet auch eine<br />

breite antimikrobielle Wirkung <strong>gegen</strong><br />

grampositiven und gramnegativen<br />

Bakterien, Hefen sowie Pilzen.<br />

In der jüngsten Zeit gewann das teebaumöl<br />

zusätzlich an Interesse, da es<br />

auch bei (multi)resistenten Keimen<br />

das Wachstum hemmte.<br />

Man verwendet teebaumöl bei Infektionskrankheiten<br />

und Hautkrankheiten<br />

wie Ekzeme, Warzen, Pickel<br />

und Akne, aber auch Psoriasis. Es<br />

gibt auch positive Daten zur Anwendung<br />

von teebaumöl <strong>gegen</strong> Kontaktdermatitis<br />

bei Kindern.<br />

Teebaumöl wirkt<br />

entzündungshemmend<br />

und wundheilend<br />

Bei Erkältungskrankheiten hat sich<br />

das Inhalieren von teebaumöl sehr<br />

gut bewährt. Denn eine teebaumöl-<br />

Inhalation eignet sich sehr gut, um<br />

Beschwerden wie Schnupfen und<br />

Heiserkeit zu lindern. Zudem ist<br />

auch ein Dampfbad mit einigen<br />

tropfen teebaumöl ein bewährtes<br />

Hausmittel bei Erkältungen.<br />

Weitere Möglichkeiten zur<br />

sinnvollen Anwendung von<br />

Teebaumöl<br />

Mithilfe eines Shampoos aus teebaumöl<br />

kann man Schuppen sehr<br />

gut bekämpfen.<br />

Auch bei nagelpilz hilft das tee -<br />

baumöl verlässlich, indem man den<br />

nagelpilz mit teebaumöl mehrmals<br />

täglich direkt bepinselt. Hier sollte<br />

man jedoch nicht auf das<br />

Desinfizieren von Socken und<br />

Schuhen vergessen!<br />

Mit ein paar tropfen teebaumöl auf<br />

der Zahnpasta kann man übrigens<br />

Karies und Zahnstein bekämpfen.<br />

Ebenso Entzündungen oder Mikroverletzungen<br />

im Mundbereich.<br />

Schließlich bietet das teebaumöl<br />

auch einen guten Schutz <strong>gegen</strong><br />

Zecken. Dazu gibt man nur ein paar<br />

tropfen in Kniehöhe auf die Hose!<br />

Außerdem wirkt das teebaumöl<br />

<strong>gegen</strong> Wespen, zum Beispiel am<br />

Frühstückstisch im Freien.<br />

Auch bei psychischen Erkrankungen<br />

können die Inhaltsstoffe des<br />

Australischen teebaums positive<br />

Wirkungen entfalten. Dazu zeigten<br />

Studien, dass sich das teebaumöl<br />

vor allem sehr gut zu Bekämpfung<br />

von Ängsten eignet und das Selbstvertrauen<br />

stärken kann.<br />

Botanischer Blickpunkt<br />

Australischer teebaum, Melaleuca<br />

alternifolia, zählt zu der Familie der<br />

Myrtengewächse.<br />

Es ist ein immergrüner Strauch oder<br />

kleiner Baum, der eine Höhe von 2<br />

bis 14 Meter erreicht. Seine Borke ist<br />

rotbraun und papierähnlich, die<br />

jungen Zweige sind seidig behaart,<br />

die älteren kahl.<br />

Die Blütezeit ist von Juni bis<br />

Februar, aus den Blüten entwickeln<br />

sich Kapselfrüchte.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 65


Ysop<br />

Hyssopus officinalis<br />

Die altbewährte Heilpflanze Ysop hilft bei Entzündungen von<br />

Rachen und Hals und wirkt als Stimmungsaufheller.<br />

Ysop ist eine bewährte<br />

Heilpflanze. Wobei man<br />

als Heildroge die getrockneten,<br />

blühenden Pflanzenteile<br />

verwendet. Die wichtigsten<br />

Komponenten des ätherischen Öls<br />

sind Pinocamphon und Isopinocamphon,<br />

weiter gehören Limonen und<br />

Pinien, Flavonoide wie Diosmin,<br />

Lamiaceen-Gerbstoffe wie<br />

rosmarinsäure und Marrubiin dazu,<br />

auch Bitterstoffe und terpene sind<br />

unter anderem enthalten.<br />

Das ätherische Öl von ysop sowie<br />

sein Gerbstoffe entfalten eine leicht<br />

entzündungshemmende Wirkung,<br />

zudem bietet es krampflösende sowie<br />

Auswurf fördernde Effekte.<br />

Wirkung von Ysop<br />

Die Volksmedizin verwendet ysop-<br />

Zubereitungen – Hyssopus officinalis<br />

– zum Gurgeln bei Heiserkeit sowie<br />

bei Entzündungen von rachen<br />

und Hals. Man nutzt die naturstoffe<br />

von ysop-Zubereitungen auch bei<br />

Waschungen. Schließlich können innerliche<br />

ysop-Anwendungen auch<br />

bei der übermäßigen Absonderung<br />

von Schweiß nützlich sein.<br />

Im Grunde genommen bietet die<br />

Heilpflanze ysop als Öl auch gute<br />

Wirkung als Stimmungsaufheller bei<br />

Depressionen und Verstimmungen.<br />

Es ist damit ein wunderbares Heilmittel<br />

für schlechte tage, bereits 7<br />

tropfen im Badewasser helfen.<br />

ysop steht auch für Weisheit und<br />

Inspiration. In diesem Sinne soll es<br />

die Gedanken klären. Schließlich sollen<br />

die ysop-naturstoffe auch neuen<br />

Mut schenken, die nerven stärken<br />

und aufmuntern.<br />

Weiter fördert ysop die Verdauung<br />

und hilft dabei, Wunden schneller zu<br />

heilen. Zudem kann ysop auch eine<br />

gute Wirkung bei Pilz-Erkrankungen<br />

entfalten.<br />

Schwangere Frauen, Menschen mit<br />

Epilepsie sowie Kleinkinder sollten<br />

die Heilpflanze jedenfalls nicht<br />

verwenden. Denn ysop kann durch<br />

seinen enthaltenen Inhaltsstoff<br />

Campher auch eine negative,<br />

krampffördernde Wirkung entfalten.<br />

Ysop-Honig <strong>gegen</strong> Husten<br />

tatsächlich kennt man den ysop-<br />

Honig auch als ein gutes Hustenmittel.<br />

Denn als solches hat es sich seit<br />

langem bewährt.<br />

© Gummy Bear / shutterstock.com<br />

Ysopöl unterstützt<br />

übrigens den<br />

Körper dabei, den<br />

Blutdruck zu<br />

regulieren.<br />

um ysop-Honig herzustellen, nimmt<br />

man zwei Hände voller frischen ysop<br />

mit Blüten und Blättern. Wobei man<br />

vom getrockneten Kraut nur die<br />

Hälfte nimmt. Dann kocht man Blüten,<br />

Blätter oder Kraut in 2 tassen<br />

Wasser auf und lässt die Flüssigkeit<br />

auf kleiner Flamme so lange sieden,<br />

bis ein teil des Wassers verdampft<br />

ist. Danach lässt man den flüssigen<br />

Extrakt abfiltern und abkühlen.<br />

Schließlich verrührt man dann die<br />

Flüssigkeit mit der gleichen Menge<br />

echten Bienenhonig. Der ysop-Honig<br />

ist ein sehr gutes Mittel, das sich<br />

auch sehr gut im Kühlschrank aufbewahren<br />

lässt. Bei Husten hilft es,<br />

dreimal täglich einen teelöffel ysop-<br />

Honig zu nehmen. Zudem kann man<br />

damit auch einen tee süßen.<br />

Kulinarische Verwendung<br />

von Ysop<br />

Junge Blätter werden Salaten und<br />

Gemüse kleingehackt zugegeben.<br />

Wegen seiner starken Würzkraft sollte<br />

man hierzu ysop allerdings nur<br />

sparsam verwenden.<br />

In der Küche bereitet man das Gewürz<br />

jedenfalls ausschließlich frisch<br />

zu. Denn beim trocknen büßt ysop<br />

sehr an Aroma ein.<br />

Häufig wird ysop als Würzkraut für<br />

Wildfleisch und für Fischgerichte<br />

verwendet. Außerdem harmonisiert<br />

ysop mit Knoblauch und Frühlingszwiebeln,<br />

was eine wunderbare<br />

Kräuterbutter ergeben kann.<br />

Extrakte sind zudem Bestandteil des<br />

Likörs Chartreuse und von Zubereitungen<br />

als Parfüm.<br />

66 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Ysop verwendet man seit der Antike<br />

als Heilpflanze. Der Name<br />

erscheint als Übersetzung in<br />

einigen Bibelübersetzungen:<br />

„Reinige mich mit Ysop, und ich<br />

werde sauber sein“. Auch in<br />

Ägypten hat man Ysop zur<br />

Säuberung und religiösen<br />

Reinigung verwendet.<br />

© Sarah Biesinger / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/heilpflanze-ysop-wirkung-stimmungsaufheller/<br />

natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn | MEDMIX 67


Baikal-Helmkraut-<br />

Wurzel<br />

Scutellariae Radix<br />

Baikal-Helmkraut-Wurzel (Baikal-Helmkraut – Scutellaria<br />

baicalensis) bietet auch bei Covid 19 eine gute Wirkung.<br />

© Mariola Anna S / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/baikal-helmkraut-wurzel-scutellariae-radix-zeigt-gute-wirkung-bei-covid-19/<br />

68 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Die Baikal-Helmkraut-<br />

Wurzel – Scutellariae<br />

radix, chinesisch<br />

Huang Qin – ist Bestandteil<br />

von tCM-Kräutermischungen,<br />

die gute Wirkung bei Covid 19<br />

brachten.<br />

ursprünglich kommt die Pflanze aus<br />

Ostasien – China sowie Sibirien. Das<br />

ausdauernde, krautige Baikal-Helmkraut<br />

erreicht dann eine Wuchshöhe<br />

von 20 bis 40 cm. Wobei man die<br />

Wurzel Scutellariae radix im Herbst<br />

oder Frühjahr erntet.<br />

unter dem Strich schreibt man dem<br />

Baikal-Helmkraut jedenfalls zahlreiche<br />

positive Wirkungen zu.<br />

Baikal-Helmkraut-Wurzel<br />

bei Covid 19<br />

Seit Beginn der Corona-Pandemie<br />

konnten Forscher in Studien verschiedene<br />

die effektiven antiviralen<br />

Aktivitäten von naturstoffen <strong>gegen</strong><br />

Covid 19 nachweisen. Dementsprechend<br />

zeigte beispielsweise die Anwendung<br />

von pflanzlichen Mitteln<br />

wie Knoblauch (Allium sativum),<br />

teezubereitungen (Camellia sinensis),<br />

Ingwer (Zingiber officinale),<br />

Schwarzkümmel (nigella sativa),<br />

Sonnenhüte (Echinacea), Süßholz<br />

(Glycyrrhiza glabra) sowie auch das<br />

Baikal-Helmkraut (Scutellaria baicalensis)<br />

bei Patienten mit Covid 19<br />

sehr gute Wirkung.<br />

Eine Studie stellte die Wirkung der<br />

Inhaltsstoffe der Baikal-Helmkraut-<br />

Wurzel <strong>gegen</strong> Covid 19 in den Blickpunkt.<br />

Wobei Huang Qin – so die<br />

chinesische Bezeichnung von Scutellaria<br />

baicalensis, dem Baikal-Helmkraut<br />

beziehungsweise Scutellariae<br />

radix, der Baikal-Helmkraut-Wurzel<br />

– vor allem auch Bestandteil verschiedener<br />

empfohlener tCM-Kräutermischungen<br />

<strong>gegen</strong> Covid-19 ist.<br />

© Freer / shutterstock.com<br />

Scutellaria baicalensis<br />

(Baikal-Helmkraut) und<br />

Scutellariae Radix (Baikal-<br />

Helmkraut-Wurzel) als<br />

wirksames TCM-Heilkraut<br />

In der traditionellen Chinesischen<br />

Medizin (tCM) gelten im Grunde genommen<br />

das Baikal-Helmkraut<br />

(auch Scutellaria baicalensis Georgi)<br />

und seine Wurzel (Scutellariae radix)<br />

seit langer Zeit als wirksame<br />

pflanzliche Mittel. Die naturstoffe<br />

können auch eine gute Wirkung für<br />

das Immunsystem entfalten.<br />

Für das Immunsystem und<br />

einer verbesserten<br />

Immunantwort<br />

Baikal-Helmkraut hilft <strong>gegen</strong> Bakterien<br />

(antibakteriell, antibiotisch)<br />

sowie <strong>gegen</strong> Viren (antiviral). Weiter<br />

sind seine Pflanzenstoffe fieber -<br />

senkend und entzündungshemmend<br />

bei <strong>Infektionen</strong>. Dementsprechend<br />

setzt man auf die Wirkung der Baikal-Helmkraut-Wurzel<br />

als Bestandteil<br />

wirksamer tCM-Kräutermischungen<br />

bei fiebrigen Erkältungen<br />

mit zähem, gelben Auswurf, Grippe<br />

sowie auch Covid-19.<br />

Welche günstigen<br />

Wirkungen die Naturstoffe<br />

der Baikal-Helmkraut-<br />

Wurzel den Patienten mit<br />

Covid-19 bietet<br />

unter dem Strich ist Huang qin –<br />

Scutellariae radix, die getrockneten<br />

Wurzeln von Scutellaria baicalensis<br />

Georgi – eine wichtige chinesische<br />

Die Baikal-Helmkraut-<br />

Wurzel ist ein weit<br />

verbreitetes<br />

pflanzliches Mittel mit<br />

einem guten<br />

Sicherheitsprofil, das<br />

eine potenzielle<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> Covid-<br />

19 entfalten kann.<br />

Kräutermedizin. Man setzt sie in<br />

China seit 2000 Jahren zur Behandlung<br />

einer reihe von Krankheiten<br />

ein. und zwar einschließlich von<br />

Lungen- und Leberbeschwerden.<br />

Aufgrund erfolgreicher klinischen<br />

Studien ist die Baikal-Helmkraut-<br />

Wurzel auch im Chinesischen, im<br />

Britischen sowie im Europäischen<br />

Arzneibuch zu finden.<br />

unlängst konnte Forscher jedenfalls<br />

zeigen, dass der rohextrakt von Scutellaria<br />

baicalensis, Scutellariae radix,<br />

die Virusvermehrung von SArS-<br />

CoV-2 wirksam hemmen kann. Denn<br />

der Inhaltsstoff Baicalein war hochwirksam<br />

bei der Hemmung einer Infektion<br />

mit SArS-CoV-2.<br />

Inhaltsstoffe<br />

Die wichtigsten chemischen Bestandteile<br />

der Baikal-Helmkraut-<br />

Wurzel sind Flavonoide, die zu seinen<br />

therapeutischen Wirkungen beitragen.<br />

Insgesamt konnte man 100<br />

Flavonoide aus dem Baikal-Helmkraut<br />

isolieren. Darunter Baicalein,<br />

Baicalin, Wogonin und Wogonosid,<br />

denen man eine antivirale Breitband-Wirkung<br />

zuschreibt. Übrigens<br />

waren die naturstoffe auch <strong>gegen</strong><br />

H1n1, <strong>gegen</strong> das Dengue-Virus, <strong>gegen</strong><br />

HSV-1 sowie HBV wirksam.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 69


Kalmegh – Andrographis paniculata, auch als König der<br />

bitteren Pflanzen bekannt– kommt vor allem traditionell<br />

in der Ethnomedizin wie Ayurveda zum Einsatz. Andrographis<br />

paniculata dienen einerseits zum Schutz der<br />

Leber, zudem sollen seine Naturstoffe eine gute Wirkung<br />

<strong>gegen</strong> Viren und Bakterien weiter bei <strong>Infektionen</strong> der<br />

Atemwege sowie bei Covid 19, Grippe und Erkältung den<br />

Körper und das Immunsystem unterstützen.<br />

© Kickkapoojp / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/andrographis-paniculata-erobert-den-westen/<br />

70 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Kalmegh<br />

Andrographis paniculata<br />

Kalmegh ist eine exotische Heilpflanze, die bei zahlreichen Krankheiten<br />

zum Einsatz kommt. Andrographis paniculata entfaltet<br />

dabei auch gute Wirkungen <strong>gegen</strong> Viren und Bakterien.<br />

Seit Jahrhunderten verwenden<br />

die Menschen auf den<br />

Kontinenten Asien, Amerika<br />

und Afrika die<br />

Andrographis paniculata. Die Heilpflanze<br />

– besser bekannt als Kalmegh<br />

– bietet zahlreiche <strong>gesund</strong>heitliche<br />

Wirkungen. Mittlerweile steigt<br />

auch in unseren Breiten das Interesse<br />

an seinen wertvollen naturstoffen.<br />

Kalmegh, Andrographis<br />

paniculata: König der<br />

bitteren Pflanzen<br />

Kalmegh – aus der Familie Acanthaceae<br />

– ist einer der beliebtesten traditionell<br />

fernöstlichen Heilpflanzen<br />

zur Behandlung zahlreicher Krankheiten<br />

wie Fieber, Bronchitis, Grippe<br />

(Influenza), ruhr, Borreliose, Dyspepsie,<br />

Lepra, Hauterkrankungen<br />

und Malaria sowie auch Krebs, Diabetes,<br />

Bluthochdruck, Geschwüre,<br />

Blähungen und Koliken.<br />

Jüngste Studien beschäftigten sich<br />

auch mit der Wirkung von Kalmegh<br />

<strong>gegen</strong> das Coronavirus SArS Cov-2<br />

und Covid 19. Hier gab es vielversprechende<br />

Studien vor allem bei der<br />

postinfektiöse Behandlung.<br />

Andrographis paniculata, der König<br />

der bitteren Pflanzen, ist eine in<br />

Indien und Sri Lanka vorkommende<br />

einjährige Pflanze. Sie wird sowohl<br />

in der ayurvedischen Heilkunde, als<br />

auch in der traditionellen Chinesischen<br />

Medizin eingesetzt. Dementsprechend<br />

findet sich Kalmegh in<br />

zahlreichen fernöstlichen rezepturen<br />

wieder.<br />

Andrographis paniculata<br />

und seine Naturstoffe<br />

Andrographis paniculata besitzt<br />

mehrere photochemische Inhaltsstoffe<br />

mit einzigartigen und interessanten<br />

biologischen Eigenschaften.<br />

Vor einigen Jahren machten Forscher<br />

dazu eine umfassende Metaanalyse<br />

bezüglich der medizinischen<br />

nutzung von Kalmegh.<br />

Im Blickpunkt standen die pharmakologischen<br />

Aktivitäten, das toxizitätsprofil<br />

sowie die therapeutische<br />

nutzung der naturstoffe.<br />

Man konnte dabei Diterpene, Flavonoide,<br />

Xanthone und verschiedene<br />

andere Verbindungen aus der Pflanze<br />

isolieren und auf verschiedene<br />

Wirkungen untersuchen. Dabei zeigten<br />

sich gute antimikrobielle, antivirale,<br />

entzündungshemmende und<br />

antiinfektiöse Effekte <strong>gegen</strong> Viren,<br />

Bakterien und andere Krankheits -<br />

erreger. Weiter entdeckte die Forschung<br />

Wirkungen <strong>gegen</strong> Entzündungen<br />

(antientzündlich), <strong>gegen</strong><br />

freie radikale (antioxidativ), zur<br />

Stärkung des Immunsystems (immunstimulierend)<br />

sowie <strong>gegen</strong> Diabetes<br />

(antidiabetisch).<br />

Weitere Anwendungen<br />

In einer aktuellen Studie zeigten sich<br />

beispielsweise antimikrobielle Effekte<br />

<strong>gegen</strong> das Bakterium Pseudomonas<br />

aeruginosa. Weitere positive Effekte<br />

wurden bei grippalen Effekten<br />

mit Fieber, Husten, Kopfschmerzen<br />

und Halsschmerzen sowie bakteriellen<br />

Durchfällen gefunden.<br />

traditionelle chinesische und indische<br />

Ärzte sowie Heilpraktiker setzen<br />

Andrographis paniculata auch<br />

<strong>gegen</strong> Bauchschmerzen und Entzündungen<br />

ein. Zudem helfen Kalmegh-<br />

Zubereitungen auch bei Schlangenbissen<br />

und giftigen Stacheln einiger<br />

Insekten.<br />

Schließlich setzt man die Heilpflanze<br />

auch bei Dyspepsie, Appetitverlust,<br />

Durchfall, unregelmäßiger Stuhlgang,<br />

Malaria, Grippe sowie <strong>Infektionen</strong><br />

der Atemwege ein.<br />

Ähnlich verhält es sich mit der Anwendung<br />

in Malaysia. Dort verwenden<br />

die Menschen einen Sud aus<br />

dem Blattextrakt, um Erkältungen,<br />

Bluthochdruck, Diabetes, Krebs,<br />

Malaria und ebenfalls Schlangen -<br />

bisse zu behandeln.<br />

Studien zur Anwendung<br />

bei Krebs<br />

Weitere untersuchungen vermuten,<br />

dass die bitter schmeckende Pflanze<br />

auch bei Krebs nützlich ist (antikarzinogene<br />

Effekte). Wobei in diesem<br />

Zusammenhang vor allem das sehr<br />

bittere Diterpenoid im Fokus steht.<br />

In diesem Sinne soll die Anwendung<br />

von Kalmegh die Wachstumsraten<br />

bei Krebserkrankungen senken und<br />

Krebszellen dazu bringen, den programmierten<br />

Zelltod – das Suizidprogramm<br />

Apoptose – einzuleiten.<br />

Bei der adjuvanten Behandlung mit<br />

Kalmegh zur Chemotherapie konnten<br />

man übrigens positive Effekte bei<br />

Brustkrebs, Prostatakrebs und<br />

Lebertumoren beobachten.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 71


Interessante Fakten<br />

zur Wirkung der Vogelbeere,<br />

der Eberesche<br />

(Vogelbeerbaum), und<br />

ihrer Früchte<br />

Seit jeher schätzte der Mensch die<br />

<strong>gesund</strong>en und nahrhaften Früchte<br />

der Ebersche. Wegen des hohen<br />

Gehalts an Vitamin C hat man die<br />

Vogelbeere früher zur Behandlung<br />

von Skorbut eingesetzt. Außerdem<br />

verwendete man die Früchte als<br />

Vogelköder. Der lateinische Name<br />

deutet noch darauf hin. Die Germanen<br />

verehrten die Eberesche übrigens<br />

als heiligen Baum.<br />

Die Eberesche (Sorbus aucuparia)<br />

ist tatsächlich keine Esche, sondern<br />

eher eine Wortkombination<br />

aus Aber (glaube) und Esche: Ihre<br />

Blätter sind genauso gefiedert wie<br />

die der Esche. Die sommergrüne<br />

Vogelbeere gehört in die Familie<br />

der Rosengewächse, wird im Normalfall<br />

80 Jahre alt und erreicht<br />

eine Wuchshöhe von 15 Metern.<br />

© Timmary / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/vogelbeere-eberesche-wirkung/<br />

72 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Vogelbeere, Eberesche<br />

Sorbus aucuparia<br />

Die Vogelbeere enthält neben sehr viel Vitamin C und wichtige<br />

Pflanzenstoffe. Der Verzehr der Früchte der Eberesche gilt als ein<br />

Geheimtipp für Sänger, um ihren Stimmbändern Gutes zu tun.<br />

In der Vogelbeere, in der<br />

Eberesche, stecken viele sekundäre<br />

Pflanzenstoffe und<br />

Provitamin A. Diese sind gemeinsam<br />

für die positive Wirkung<br />

verantwortlich. Ent<strong>gegen</strong> aller Vermutungen<br />

ist die Vogelbeere und die<br />

Früchte der Eberesche (des Vogelbeerbaums)<br />

nicht giftig.<br />

Die Früchte der Vogelbeere schmekken<br />

nach dem ersten Frost sogar<br />

süßlich. Sie enthalten viel Vitamin C<br />

und eignen sich gut zum Einkochen.<br />

Beliebt sind auch die Marmelade, der<br />

Likör, der Schnaps sowie der Saft.<br />

Außerdem legen neueste untersuchungen<br />

nahe, dass die Vogelbeere,<br />

Sorbus aucuparia, eine vielversprechende<br />

Quelle für natürliche Verbindungen<br />

mit antioxidativen und biologischen<br />

Wirkungen ist.<br />

Baum und Blüten<br />

Im Alter von fünf bis sechs Jahren<br />

erlangt der Vogelbeerbaum die Blühfähigkeit.<br />

Der Blütenstand entspricht<br />

einer Schirmrispe, die 200 bis 300<br />

Blüten vereinigt. Die Früchte reifen<br />

im August bis September.<br />

Wobei die leuchtend roten, glatten<br />

Früchte sind im botanischen Sinne<br />

Apfelfrüchte sind, man bezeichnet<br />

sie jedoch im Volksmund als Beeren.<br />

Die Eberesche kommt zwar mehr<br />

oder weniger in ganz Europa vor, vor<br />

allem aber in der Alpenregion.<br />

Eine Besonderheit stellt das Chlorophyll<br />

dar, das sich unter der glatten<br />

rinde der Zweige befindet. Dies befähigt<br />

den Baum bereits vor dem<br />

Laubaustrieb zur Photosynthese.<br />

Die Vogelbeere als Lieferant<br />

für Vitamin C<br />

Die Vogelbeere enthält also sehr viel<br />

Vitamin C. Der Geschmack ist säuerlich-bitter.<br />

Jedoch sind die Früchte<br />

der Eberesche nicht giftig für den<br />

Menschen. Im Grunde genommen<br />

kann aber die enthaltene Parasorbinsäure<br />

Beschwerden verursachen.<br />

rohe Früchte können bei Menschen<br />

mit empfindlichem Magen zu Problemen<br />

führen. Mittlerweile gibt es<br />

in unseren Breiten Sorten, die weniger<br />

bitter sind. Zudem sorgen auch<br />

Frostzeiten dafür, dass die Früchte<br />

bekömmlicher werden.<br />

In 100 g der Vogelbeere finden sich<br />

100 mg Vitamin C, zudem Vitamin A<br />

und Sorbit, ein Stoff zum Süßen. Das<br />

macht die Früchte der Eberesche für<br />

den Winter zu einem wertvollen Geschenk<br />

aus der natur.<br />

Der Saft sowie die Marmelade aus<br />

Vogelbeere leisten als Vitamin C-<br />

Bombe für die Abwehrkräfte und<br />

auch <strong>gegen</strong> Erkältungskrankheiten<br />

gute Dienste.<br />

Die Beeren lösen auch den zähen<br />

Schleim. Sie sind zudem wirksam bei<br />

Heiserkeit. Dazu kann man auch getrocknete<br />

Beeren einzeln kauen.<br />

Getrocknete Früchte regen<br />

die Nierentätigkeit an<br />

Die getrocknete Beeren regen auch<br />

die tätigkeit der nieren an. So können<br />

sie nierensteine lösen. Das ist<br />

schon lange in der Volksmedizin bekannt.<br />

Auch eine Entgiftungskur<br />

kann man mit getrockneten Beeren<br />

über 30 tage machen.<br />

Dazu kaut man am ersten tag eine<br />

Beere. Am zweiten tag isst man zwei<br />

Beeren. Am dritten tag kaut man 3<br />

Beeren. Weiter nimmt man bis zum<br />

15. tag jeweils eine Beere mehr.<br />

Schließlich verringert man dann<br />

wieder den Konsum bis auf 1 Beere<br />

am tag.<br />

Als pflanzliche Mittel verwendet man<br />

die Blüten und Blätter. Damit bereitet<br />

man einen Eberesche-tee, der <strong>gegen</strong><br />

Erkältungen hilfreich ist.<br />

Im Grunde genommen kann man alles<br />

an der Eberesche verwenden. Aus<br />

den Blüten entsteht ein wunderbares<br />

Hustengetränk, auch für Kinder. Die<br />

Blüten werden dabei in Milch aufgekocht<br />

und mit Honig gesüßt. Der<br />

Blättertee kann bei Durchfall und<br />

Magenerkrankungen gute Dienste<br />

leisten.<br />

Außerdem hilf die Vogelbeere bei der<br />

Blutreinigung sowie als Blasen- und<br />

nierenreiniger. Die Früchte sind<br />

übrigens auch ein ausgezeichnetes<br />

Lungenheilmittel.<br />

Eine lange tradition hat der Vogelbeerschnaps<br />

in weiten teilen Österreichs.<br />

Wobei man diesen sehr<br />

arbeitsaufwendig herstellen muss.<br />

Die Früchte der<br />

Eberesche als Geheimtipp<br />

für SängerInnen<br />

Egal, ob man frische Beeren oder auf<br />

den getrockneten Vorrat der Eberesche<br />

zurückgreift. Beide halten die<br />

Stimmbänder geschmeidig und sind<br />

ein Geheimtipp für redner und Sänger.<br />

Dabei reichen bereits 3 bis 5<br />

Beeren pro tag schon aus.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 73


Einjähriger Beifuß<br />

Artemisia annua<br />

Einjähriger Beifuß mit dem sekundären Pflanzenstoff Artemisinin<br />

hilft nicht nur <strong>gegen</strong> Malaria und Krebs, sondern auch <strong>gegen</strong><br />

<strong>Infektionen</strong> und in der Corona-Krise <strong>gegen</strong> Covid 19 .<br />

© Marinallia / shutterstock.com<br />

Artemisinin im Einjährigen Beifuß <strong>gegen</strong> Malaria und Krebs<br />

Seit dem Jahr 2002 ist der Einjährige Beifuß als Mittel <strong>gegen</strong> Malaria von der WHO anerkannt. Im Jahr 2015 bekam<br />

die Chinesin Youyou Tu den Medizinnobelpreis für die bereits im Jahr 1971 erforschte und veröffentlichte Entdekkung,<br />

dass das im Beifuß enthaltene Artemisinin das Wachstum von Plasmodien hemmt. Und Plasmodien lösen bekanntlich<br />

die gefürchtete Malaria aus. Eine Beifuß-Anwendung (Tee-Zubereitungen) sollte man aber nicht leichtfertig<br />

einsetzen. Denn das kann die Gefahr von Resistenzen <strong>gegen</strong> Malaria steigern.<br />

Der Einjährige Beifuß – vor allem aus der traditionellen chinesischen Medizin, TCM, bekannt – gilt als stark blutreinigend<br />

und hochwirksam <strong>gegen</strong> Parasiten und andere Infektionserreger. Weiter konnten Studien krampflösende<br />

und verdauungsfördernde Wirkungen beschreiben. Schließlich setzt man in der Schulmedizin Zubereitungen aus<br />

Einjährigem Beifuß als antibiotische Zusatztherapie <strong>gegen</strong> Borreliose ein.<br />

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Analyse der molekularbiologischen Mechanismen von Artemisia annua<br />

mehrere aktive Komponenten <strong>gegen</strong> Krebs besitzt. Jedenfalls vermutet man, dass Artemisia annua eine<br />

vielversprechende Quelle für Medikamente <strong>gegen</strong> Krebs sein könnte.<br />

https://medmix.at/einjaehriger-beifuss-<strong>gegen</strong>-malaria-und-krebs/<br />

74 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Einjähriger Beifuß ist eine<br />

Jahrtausende alte Heilpflanze.<br />

Die Pflanze – auch<br />

als Artemisia annua bekannt – gehört<br />

zur Gattung der Korbblütler.<br />

Die Pflanze wird in China, Vietnam<br />

und in ostafrikanischen Ländern angebaut,<br />

wobei die Gewinnung durch<br />

die Extraktion getrockneter Blätter<br />

und Blüten geschieht. In unseren<br />

Breiten kommt Einjähriger Beifuß<br />

nur unbeständig vor.<br />

Die traditionelle chinesische Medizin<br />

setzt Beifuß seit mehr als zweitausend<br />

Jahren erfolgreich ein. und<br />

zwar bei <strong>Infektionen</strong>, Störungen der<br />

Verdauung sowie als Fiebermittel.<br />

Klassische Anwendungen<br />

Jedenfalls wirkt Artemisia annua<br />

entzündungshemmend, antibakteriell<br />

und antimikrobiell. Deswegen<br />

bietet die Heilpflanze vielversprechende<br />

Wirkungen bei verschiedenen<br />

Behandlungen.<br />

In den 1970er Jahren wurde die<br />

Wirksubstanz Artemisinin des einjährigen<br />

Beifuß und seine Wirksamkeit<br />

<strong>gegen</strong> Malaria entdeckt. Artemisinin<br />

wird heutzutage weltweit als<br />

Anti-Malaria-Mittel angewendet.<br />

Es laufen auch zahlreiche Studien<br />

zur Wirkung von Extrakten von Einjährigem<br />

Beifuß <strong>gegen</strong> Krebs sowie<br />

aktuell <strong>gegen</strong> Covid 19.<br />

Einjähriger Beifuß zeigt<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> Covid 19<br />

In verschiedenen Studien hat die<br />

Forschung in den letzten drei jahren<br />

verschiedene Heilpflanzen allgemein<br />

auf antivirale Wirkung <strong>gegen</strong> verschiedene<br />

menschliche Viren wie<br />

HIV, HSV, tollwutvirus, SArS,<br />

MErS, Pockenvirus, Dengue-Virus,<br />

Influenzaviren sowie Coronaviren<br />

wie SArS-Cov-2 untersucht.<br />

In einer älteren Studie hat eine<br />

Laborstudie Kräuterextrakte aus vier<br />

verschiedenen Pflanzen – Einjährigem<br />

Beifuß, Lindera aggregata, Pyrrosia<br />

lingua und Spinnenlilie – eine<br />

bemerkenswerte antivirale Wirkung<br />

<strong>gegen</strong> das SArS-CoV gezeigt.<br />

Infolgedessen konnte man auch<br />

nachweisen, dass Extrakte aus dem<br />

einjährigen Beifuß auch <strong>gegen</strong> das<br />

Coronavirus SArS-CoV-2 und damit<br />

auch <strong>gegen</strong> Covid 19 helfen.<br />

unabhängig davon zeigten auch uS-<br />

Forscher, dass Artemisia annua-Extrakte<br />

die SArS-CoV-2-Infektion<br />

hemmen. Doch die antivirale Wirkung<br />

der Extrakte korrelierte weder<br />

mit Artemisinin noch mit dem gesamten<br />

Gehalt an Flavonoiden. Vermutlich<br />

ist es eine Kombination der<br />

Komponenten, die der SArS-Cov-2-<br />

Virus infektion ent<strong>gegen</strong>wirkt.<br />

Die Inhaltsstoffe des Einjährigen<br />

Beifuß (Artemisia annua) können jedenfalls<br />

eine vielversprechende<br />

hemmende Wirkung <strong>gegen</strong> Coronaviren<br />

und <strong>gegen</strong> Covid 19 entfalten.<br />

Gute Wirkungen bei der<br />

Wundheilung<br />

Übrigens haben unlängst Forscher<br />

eine nanofaserigen Wundauflage mit<br />

Einjährigem Beifuß eingesetzt. Der<br />

Wundverband zeigte hierzu antibakterielle<br />

Wirkungen <strong>gegen</strong> Staphylococcus<br />

aureus-Bakterien.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 75


CBD Tropfen, CBD-Öl<br />

Cannabidiol im<br />

Kampf <strong>gegen</strong><br />

<strong>Infektionen</strong><br />

wie Covid-19<br />

Die die nicht psychoaktive Cannabis-Verbindung<br />

Cannabidiol sorgt zum einen dafür, dass sich das<br />

Viren- und Bakterien-Wachstum verlangsamt.<br />

Außerdem fördert das CBD einen guten,<br />

erholsamen Schlaf und lindert Schmerzen und<br />

Unwohlsein.<br />

76 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM<br />

© Tinnakorn jorruang / shutterstock.com


CBD (Cannabidiol) kann die Behandlung von<br />

Patienten mit Covid-19 unterstützen. Denn CBD kann<br />

allgemein <strong>gegen</strong> Entzündungen im Körper helfen<br />

und das Immun system stärken.<br />

Zur Wirkung von Cannabis-<br />

Verbindungen wie Cannabidiol<br />

(CBD) für Patienten<br />

mit Covid-19 gibt es mittlerweile<br />

einige Informationen aus<br />

wissenschaftlichen Studien. Auch ältere<br />

Daten weisen bereits hin, dass<br />

bestimmte Inhaltsstoffe von Cannabis<br />

und CBD Entzündungen hemmende<br />

Eigenschaften haben, eine<br />

antivirale Wirkung <strong>gegen</strong> Viren entfalten<br />

sowie das Immunsystem stärken<br />

können.<br />

CBD soll helfen, das<br />

Immunsystem und somit<br />

die Abwehrkräfte<br />

zustärken.<br />

Cannabidiol kann<br />

auch eine gute Alternative<br />

zusätzliche zu<br />

den üblichen Erkältungsmitteln<br />

sein. Die<br />

Cannabis-Verbindung<br />

Cannabidiol, die nicht<br />

psychoaktiv ist, sorgt<br />

zum einen dafür, dass<br />

sich das Viren- und<br />

Bakterien-Wachstum<br />

verlangsamt. Außerdem<br />

fördert das CBD<br />

einen guten, erholsamen<br />

Schlaf. Schließlich<br />

lindert Cannabidiol<br />

Schmerzen und<br />

Unwohlsein und verbessert<br />

den<br />

Allgemeinzustand.<br />

CBD bei Covid-19<br />

Eine Studie aus Kanada untersuchte<br />

beispielsweise den potenziellen nutzen<br />

von Cannabis, CBD, bei der Behandlung<br />

von Covid-19. Die Forscher<br />

konnten zeigen, dass die Inhaltsstoffe<br />

der Cannabinoide die Vermehrung<br />

der Viren (Virusreplikation) hemmen<br />

und das Immunsystem stärken<br />

konnten. Obendrein soll CBD dem<br />

Zytokinsturm bei schweren Verläufen<br />

von Covid-19 ent<strong>gegen</strong>wirken<br />

können.<br />

© Celtstudio / shutterstock.com<br />

Dementsprechend könnte CBD auch<br />

eine therapeutische Option bei der<br />

Behandlung für Patienten mit Covid-<br />

19 sein könnte. Auch, indem es die<br />

entzündlichen reaktionen des Körpers<br />

reduziert. Es ist jedoch wichtig<br />

zu betonen, dass weitere Studien die<br />

Wirksamkeit und Sicherheit von<br />

Cannabis und CBD bei Covid-19 besser<br />

bewerten sollten.<br />

Cannabidiol für das<br />

Immunsystem und <strong>gegen</strong><br />

andere Viren<br />

Zu CBD gibt es mehrere Vorstudien<br />

und klinische Studien, die darauf<br />

hinweisen, dass CBD entzündungshemmende<br />

Eigenschaften hat und<br />

das Immunsystem verbessern kann.<br />

Es gibt einige Studien, die darauf<br />

hinweisen, dass Cannabidiol (CBD)<br />

antivirale Eigenschaften haben<br />

könnte. CBD kann auf verschiedene<br />

Arten auf das Immunsystem einwirken.<br />

Einschließlich der unterdrükkung<br />

der Entzündungsreaktionen,<br />

die bei Virusinfektionen auftreten<br />

können.<br />

Eine andere Studie 2020 ergab, dass<br />

CBD in Zellkulturen die Vermehrung<br />

des Herpes-Simplex-Virus (HSV-1)<br />

hemmen konnte. Andere Daten fanden<br />

heraus, dass CBD ebenfalls in<br />

Zellkulturen antivirale Aktivität <strong>gegen</strong><br />

das Hepatitis-C-Virus (HCV)<br />

aufweisen kann.<br />

Die Ergebnisse anderer Vorstudien<br />

zeigen, dass andere Cannabinoide,<br />

wie tetrahydrocannabinol (tHC),<br />

antivirale Eigenschaften haben können.<br />

Eine im Jahr 2003 durchgeführte<br />

untersuchung ergab, dass<br />

tHC in der Lage war, die Vermehrung<br />

des SArS-Coronavirus in Zellkulturen<br />

zu hemmen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 77


Von CBD Öl bis<br />

Salben - Hanfprodukt<br />

odukte<br />

und ihre Anwendung<br />

<strong>gegen</strong> Schm<br />

hmerzenen<br />

CBD <strong>gegen</strong> Schmerzen -<br />

Hilft es wirklich?<br />

V<br />

iele Mensc hen haben<br />

positive Erfahrun<br />

ahrungen<br />

mit der Anwendung von<br />

CBD bei verschiedenen<br />

Arten von Schmerzen<br />

gemacht - sei es<br />

Kopfschm<br />

erzen, Men-<br />

struationsbesc<br />

hwerden,<br />

Gelenkschmerzen oder<br />

chronische Schmerzen.<br />

Auch die Anwendung-<br />

smöglichkeiten von CBD<br />

Hanfprodukten sind so<br />

vielfältig und individuell<br />

wie jeder Mensch selbst.<br />

Die Wissenschaft hinter CBD und<br />

Schmerzlinderung ist komplex. Manche<br />

trauen dem “Hype” um den legalen<br />

Hanf-Wirkstoff Cannabidiol (CBD) nicht.<br />

Doch tatsächlich h gibt es Erklärungen zu<br />

der potenziellen Wirkungsweise. CBD<br />

Öl interagiert t mit unser em Endocanna-<br />

binoid Syst<br />

stem (E CS), das eine entschei-<br />

dende Rolle bei der Regulierung einer<br />

Vielzahl von Kör<br />

örperfunktionen spielt,<br />

einschließlich h Schmerzwahrnehmung.<br />

Das ECS besteht eht aus einer Reihe von<br />

Re zeptoren, en, die über den ganz<br />

en<br />

Körper verteilt t sind und unter anderem<br />

an der Regulierung von Schmerz und<br />

Entzündung beteiligt sind.<br />

CBD interagiert insbesondere mit<br />

den beiden Haupt aupttypen von Can<br />

-<br />

nabinoid-Rezeptoren, en, CB1 und CB2.<br />

Während CB1-Rezeptoren en hauptsä ch-<br />

lich im Gehirn und im zentr<br />

alen Ner-<br />

vensyst<br />

stem vorkommen und bei der<br />

Schmerz Regulierung eine e Rolle spielen,<br />

sind CB2-Rezeptoren überwiegend in<br />

Zellen des Immunsyst<br />

stems zu finden<br />

und mit entzündlichen Reaktionen<br />

verbunden. Obwohl CBD keine hohe<br />

Bindungsaffinität zu diesen Rezeptoren<br />

aufweist, beeinflusst es deren Aktivität<br />

indirekt, unter anderem em dur ch Hem-<br />

mun g des Abbaus von Anandamid,<br />

einem körpereigenen Cannabinoid, das<br />

Schmerzen reguliert. Darüber hinaus<br />

hat CBD auch entzündungsh<br />

em-<br />

mende Wirkungen, die dazu beitragen<br />

k önnen, Schmerzen zu lindern.<br />

Das sagt die Forschung zu<br />

dem Thema<br />

Trotz der vielen An ekdoten und pos-<br />

itiven Erfahrun ahrungsberichte ist die wis-<br />

senschaftliche Forschung zum Thema<br />

CBD und Schmerzlinderung noch nicht<br />

abschließend geklärt. Einige Studien<br />

weisen darauf auf hin, dass CBD Tropfen<br />

bei der Linderung von chronischen<br />

Schmerzen, en, insbesondere bei Neuropa-<br />

thie und Krebserkrankungen, wirksam<br />

sein k önnen. W eitere Untersuchungen<br />

deuten en dar<br />

auf hin, dass CBD Hanföl<br />

eine e entzündungshemmende Wirkun<br />

g<br />

haben und dadurch Schmerzen, die<br />

durch Entzündungen verursacht<br />

werden, lindern kann.<br />

78 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


So kannst du CBD Produkte<br />

bei Sc<br />

hm erzen anwenden<br />

Weil Hanfprodukte wie CBD Öl oder<br />

CBD Balsam Naturprodukte sind,<br />

kann die Wir<br />

kung von Person zu Per-<br />

son anders ausfallen. allen. Immerhin ist ja<br />

auch jeder Mensch anders und auch<br />

die Schmerzen, die man empfindet,<br />

sind einzigartig. Daher ist es wichtig,<br />

dass man Cannabidiol so anwenden<br />

kann, wie es einem am besten passt.<br />

Zum Glück gibt es verschiedene CBD<br />

Hanfprodukt<br />

e, die bei unterschiedli-<br />

chen Schmerzen Anwendung finden<br />

können.<br />

PMS und P eriodenschmer-<br />

z en CBD Öl k ann helfenen<br />

Leider können viele Frauen davon<br />

jeden Monat erneut ein Lied singen:<br />

Krämpfe während der Periode oder<br />

das prämenstruelle Syndrom (PMS)<br />

mit Stimmungsschwankungen, Äng-<br />

sten, Unwohlsein. Weil viele Frauen<br />

nicht unbedin gt jeden Monat Schmer-<br />

zmit teln nehm<br />

en oder diese reduz-<br />

ieren wollen, haben sie CBD Hanföl<br />

für sich entdeckt. Die Anwendung ist<br />

denkbar einfach: Man tropft sich das<br />

CBD Öl einfa<br />

ach unter die Zunge. Das<br />

Öl eignet sich sowohl zur dauerhaften<br />

Einnahme als auch zur Verwendung<br />

nach Bedarf.<br />

Es macht besonders Sinn, ein CBD<br />

Öl zu wählen, welches noch weitere<br />

Zusatzstoffe hat , die bei Perioden-<br />

sc hmerzen en gut tun. Ein Man gel an<br />

Zink oder Magnesium bspw. gilt als<br />

A uslöser für Zyklusstörungen und<br />

Krämpfe. Bei Periodenk<br />

iodenkrämpfen kann<br />

man also zusätzlich Magnesium und<br />

Zink einnehmen. Tipp: Ein weiteres<br />

Naturmittel, welches es bei Menstrua-<br />

tionsproblemen empfohlen wird, ist<br />

übrigens Ingwer.<br />

Hilft da, wo es weh tut –<br />

CBD Balsam bei Ver<br />

erspan-<br />

nung<br />

CBD Tropfen zählen zur inn erli-<br />

chen Einnahme und sind damit der<br />

„Klassiker“. Die Vorteile von CBD Öl<br />

liegen auf der Hand: einfach zu dosie-<br />

ren und einfach zu verwenden. Aber<br />

auch die äußerliche Anwendung von<br />

CBD Produkten gewinnt immer mehr<br />

an Beliebtheit und auch hier ist der<br />

Pluspunkt offensic ensichtlich: h: CBD Balsam<br />

hilft da, wo es weh tut. Wenn du nach<br />

einem Bürotag einen ver<br />

spannten Na-<br />

cken hast, kann du den CBD Balsam<br />

auftragen.<br />

Auch gibt es Erfahrun ahrungsberichte von<br />

Mensc hen, die aufgrund von Rheuma<br />

oder Arthritis unter Gelenkschmerzen<br />

leiden und CBD Cremes es oder CBD<br />

Balsam verwenden. Bei Produkten<br />

der CBD Hanfkosmetik sollte lediglich<br />

darauf geachtet werden, dass alle In-<br />

Schmerzlinderung den<br />

ganzen T ag mit CBD<br />

Pflaster<br />

ern<br />

Noch bequemer geht es mit CBD<br />

Pflastern. Sie sind eine bequeme e und<br />

effektiv ektive e Möglichkeit, die potenziellen<br />

Vorteile von Cannabidiol zu nutzen.<br />

Diese Pflastter sind mit dem Hanf-Ex-<br />

trakt versetzt und werden direkt auf<br />

die Haut aufgetr<br />

getragen, und zwar an<br />

Stellen, die Schmerzen verursachen. en.<br />

Das Besondere an CBD Pflaster<br />

ist, dass stetig über einen längeren<br />

Zeitraum der Wirkstoff freigesetzt t wird,<br />

was zu einer dauerhaften Linderung<br />

führen kann. Man kann CBD Pflaster<br />

bis zu 12 Stunden tragen, also bei<br />

Bedarf den ganz<br />

en Tag oder die ganz<br />

e<br />

Nacht.<br />

Sie sind besonders nützlich für Men-<br />

oder Entzündungen leiden und eine<br />

kontinuierliche Abgabe von CBD wün-<br />

schen, die an chronischen Schmerzen<br />

schen. Darüber hinaus ermöglichen en sie<br />

eine gezielte Anwendung, da das CBD<br />

direkt an die betr offene Stelle abge-<br />

geben wird. CBD Pflaster sind außer-<br />

dem diskret und leicht zu verwenden.<br />

Zudem vermeiden sie den Verdauun<br />

g-<br />

strakt, was zu einer höheren Bioverfüg-<br />

barkeit des CBD führt.<br />

Quellen:<br />

Mechoulam, R., & Parker, L. A. (2013). The endocannabinoid oid system<br />

haltsstoffe natürlichen Ursprungs sind.<br />

and the brain. Annual review of psychology, 64, 21-47.<br />

De Gregorio, D., McLaughlin, R. J., Posa, L., Ochoa-Sanchez, R., Enns,<br />

In Cannabidiol steckt die heilende<br />

J., Lopez-Canul, M., ... & Gobbi, G. (2019). Cannabidiol modulates<br />

serotonergic transmission and reverses both allodynia and anxi- ety-like behavior in a model of neuropathic pain. Pain, 160(1),<br />

136.<br />

Hammell, D.C., et al. (2016). Transdermal cannabidiol reduces es in- der Natur willst du ausnutzen. Da<br />

flammation and pain-related behaviours in a rat model of arthritis.<br />

European Journal of Pain.<br />

haben chemische Zusatzstoffe in einer<br />

Stockings, E., et<br />

al. (2018). Cannabis and cannabinoids for the<br />

treatment of people p with chronic non-cancer cer pain conditions: a<br />

systematic review ew and meta-analysis of controlled and observa-<br />

Kraft der Hanfpflanze und diese Power<br />

C annabis-Creme nichts zu suchen!<br />

tional studies. Pain.<br />

15% RABATT!<br />

GUTSCHEINCODE: MEDMIX15<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 79


Wirkung zahlreicher<br />

Wildkräuter <strong>gegen</strong><br />

© Jp.van.Vuuren / shutterstock.com<br />

Erkältung und<br />

virale <strong>Infektionen</strong>.<br />

Wildkräuter wie<br />

Fenchel, Thymian, Königskerze und<br />

Spitzwegerich können <strong>gegen</strong> Erkältung<br />

und <strong>Infektionen</strong> durch Viren und Bakterien<br />

schützende Wirkung entfalten.<br />

Nachstehend werden<br />

einige ausgewählte<br />

Pflanzen beziehungsweise<br />

Wildkräuter <strong>gegen</strong><br />

Erkältung und <strong>Infektionen</strong> mit<br />

Viren beschrieben, die das Leben in<br />

der kalten Jahreszeit bei grippalen<br />

Infekten mit Schnupfen, Husten<br />

oder Atembeschwerden sowie <strong>Infektionen</strong><br />

mit Viren erleichtern können.<br />

Zu den diesen Wildkräutern gehören<br />

Fenchel, thymian, Kamille oder<br />

Anis, die auch ätherische Öle mit<br />

sehr guter Wirkung enthalten.<br />

Wirkung der Wildkräuter<br />

und ihrer ätherischen Öle<br />

Ätherische Öle sind Gemische<br />

pflanzlicher Sekundärstoffe, die flüssig,<br />

lipophil und flüchtig sind. Die<br />

Komponenten ätherischer Öle gehören<br />

zu den terpenen (Monoterpene,<br />

Sesquiterpene) oder zu den Phenylpropanderivaten.<br />

Sie umfassen ein<br />

großes Wirkungsspektrum (Sakkas &<br />

Papadopoulou 2017, Pandey et al.<br />

2017). Folgende Wirkungen entfalten<br />

die Ätherischen Öle aus Wildkräutern:<br />

● <strong>gegen</strong> Entzündungen<br />

(antiphlogistisch);<br />

● antiseptisch, um die Keimzahl auf<br />

Oberflächen und Wunden zu<br />

verringern;<br />

● antiviral, <strong>gegen</strong> Viren gerichtet;<br />

● antibakteriell, <strong>gegen</strong> Bakterien<br />

gerichtet;<br />

● antifungal, <strong>gegen</strong> Pilze gerichtet;<br />

● sekretolytisch oder mukolytisch,<br />

also die Bildung von dünnflüssigem<br />

Schleim fördert, damit man den<br />

Schleim aus den oberen Luftwegen<br />

besser fördern kann;<br />

80 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


https://medmix.at/wildkraeuter-in-der-erkaeltungszeit/<br />

● immunmodulatorisch, das<br />

Immunsystem und die Abwehrkräfte<br />

stärkend;<br />

● spasmolytisch, krampflösend, um<br />

den Spannungszustand der glatten<br />

Muskulatur oder Verkrampfungen<br />

zu lösen;<br />

● Schließlich können sie auch<br />

diuretisch (harntreibend), sedativ<br />

(beruhigend), hautreizend,<br />

appetitanregend und<br />

verdauungsfördernd wirken.<br />

Interessant sind auch Berichte zu<br />

Wildkräutern beziehungsweise Kräutern,<br />

die über bisher weniger bekannte<br />

Wirkungen entfalten. Wie <strong>gegen</strong><br />

Depressionen (antidepressiv) sowie<br />

als unterstützung der Wundheilung<br />

(Sakkas & Papadopoulou 2017).<br />

Wildkräuter <strong>gegen</strong><br />

Erkältung, Husten und<br />

Viren-<strong>Infektionen</strong><br />

um grippalen Infekten wirkungsvoll<br />

zu begegnen, können auch viele weitere<br />

Heilkräuter beziehungsweise<br />

Wildkräuter <strong>gegen</strong> Erkältung und <strong>Infektionen</strong><br />

dienen, die an dieser Stelle<br />

nicht näher beschrieben werden. Das<br />

sind beispielsweise Anis, Eukalyptus,<br />

Kamille, Pfefferminze und Salbei.<br />

Für typische Erkältungs- und Husten-<br />

sowie Bronchial-tees reichen<br />

in der regel reichen drei bis vier Bestandteile,<br />

mehr als sieben sollten es<br />

nicht sein.<br />

Die Zusammensetzung von Hustentees<br />

ist denen der Bronchial-tees<br />

sehr ähnlich. Im Gegensatz dazu findet<br />

man in Erkältungs-tees neben<br />

expektorierenden Kräutern zusätzlich<br />

diaphoretisch (schweißtreibend)<br />

wirkende Drogen, wie Linden- und<br />

Holunderblüten. Salbei wirkt ebenso<br />

wie thymian antiseptisch.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 81


© Halil ibrahim mescioglu / shutterstock.com<br />

Hustentees (Bronchialtees)<br />

sind seit jeher beliebt und bewährt<br />

https://medmix.at/hustentees-bronchialtees/<br />

82 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


In der Volksmedizin setzen die Menschen seit langem<br />

erfolgreich Hustentees und Bronchialtees ein. Es gibt gut<br />

wirksame Teemischungen für die jeweiligen Beschwerden.<br />

Hustentees und Bronchialtees<br />

kommen vor<br />

allem bei Husten und<br />

anderen Symptomen<br />

einer Bronchitis zum Einsatz. Im<br />

Grunde genommen kann man hierzu<br />

sehr unterschiedlich wirksame teemischungen<br />

nehmen. Denn die Beschwerden<br />

können sich bei Erkältungskrankheiten<br />

rasch ändern.<br />

Beispielsweise kann ein beginnender<br />

reizhusten innerhalb kürzester Zeit<br />

einen verschleimten Husten zur<br />

Folge haben, was meistens auf eine<br />

Entzündung der Bronchien hinweist.<br />

Dementsprechend sollten<br />

teemischungen auf die jeweiligen<br />

aktuellen Erfordernisse abgestimmt<br />

werden.<br />

Sollten die Symptome allerdings bereits<br />

seit knapp drei Wochen<br />

bestehen, so sollte unbedingt ein<br />

Arzt eine adäquate untersuchung<br />

durchführen.<br />

Hustentees und<br />

Bronchialtees zur<br />

Vorbeugung empfohlen<br />

Man kann Hustentees und Bronchial -<br />

tees auch vorbeugend konsumieren,<br />

vor allem in der kalten Jahreszeit ist<br />

das sinnvoll. richtig zubereitet<br />

schmecken die meisten tees auch<br />

sehr gut und wärmen den Organismus<br />

innerlich.<br />

Hustentees bei trockenem<br />

Reizhusten<br />

Die Heilpflanzen Eibisch, Isländisch<br />

Moos (Flechte), Malve (Käsepappel),<br />

Spitzwegerich und Königskerze enthalten<br />

pflanzliche Schleime, die sich<br />

im Wasser lösen. Diese gelösten<br />

naturstoffe hüllen die entzündeten<br />

Schleimhäute im hinteren rachenraum<br />

ein und schützen vor lokalen<br />

reizungen. Schließlich können sie<br />

dadurch auch peripher den reiz -<br />

husten unterdrücken. Prinzipiell<br />

haben sich auch Hustentees mit<br />

Auswurf fördernden Heilpflanzen<br />

wie beispielsweise thymian und<br />

Süßholzwurzel gut bewährt.<br />

Schonende Zubereitung<br />

mit kaltem Wasser<br />

Wenn man mit schleimhaltigen<br />

Heilpflanzen Hustentees und<br />

Bronchialtees zubereitet, dann<br />

sollte man das jedenfalls schonend<br />

mit kaltem Wasser tun.<br />

Denn jene Pflanzenstoffe, die beispielsweise<br />

in Isländisch Moos und<br />

im Spitzwegerich <strong>gegen</strong> Viren und<br />

andere Keime helfen, können das<br />

mikrobielle Wachstum verschiedener<br />

Krankheitserreger stundenlang<br />

verzögern, wenn man sie so behutsam<br />

zubereitet.<br />

In diesem Sinne werden durch die<br />

Herstellung mit kaltem Wasser die<br />

bitter schmeckenden Flechtensäuren<br />

aus Isländisch Moos sehr schlecht<br />

extrahiert. Damit schmeckt dann der<br />

tee auch besser und angenehm.<br />

© afcom<br />

Die reizlindernde Wirkung von<br />

Isländisch Moos hilft mit seinen<br />

Schleimstoffen in Hustenmittel<br />

bei trockenem Reizhusten.<br />

Die einzelnen Bestandteile werden in<br />

geschnittenem Zustand vermischt<br />

und am besten in einem Glas aufbewahrt.<br />

Das gut verschließbare Gefäß<br />

sollte die Heilpflanzen vor Feuchtigkeit<br />

und Licht schützen.<br />

Zur Zubereitung wird 1 Esslöffel der<br />

Heilpflanzen-Mischung mit<br />

Isländisch Moos und Spitzwegerich<br />

mit etwa 150 ml beziehungsweise<br />

einer teetasse Wasser mit Zimmertemperatur<br />

übergossen.<br />

In Folge soll die tee mischung unter<br />

gelegentlichem umrühren 1 bis 2<br />

Stunden stehen.<br />

Anschließend seiht man den tee<br />

durch ein teesieb ab.<br />

Hustentees und Bronchialtees sollte<br />

man eigentlich frisch trinken. Wer<br />

aber einen Vorrat braucht, sollte den<br />

Hustentee in einer gut verschlossenen<br />

thermoskanne aufbewahren.<br />

Schließlich erwärmt man den tee<br />

nur leicht (nicht heiß) und trinkt ihn<br />

bei Bedarf schluckweise.<br />

Wirkungen von<br />

Hustentees und<br />

Bronchialtees<br />

Die Heilpflanzen Anis und Fenchel,<br />

thymian und Quendel fördern mit<br />

ihren ätherischen Ölen die Sekretion<br />

von Bronchialsekret und steigern die<br />

Zilienbewegung der Bronchien. Dadurch<br />

verflüssigen sie festsitzendes<br />

Sekret, das betroffene Personen in<br />

Folge leichter abhusten können.<br />

Betroffene Patienten sollten<br />

schließlich krampflösende tees bei<br />

Krampf- und reizhusten, wie er<br />

besonders bei Asthma bronchiale<br />

auftritt, auch <strong>gegen</strong> das Austrocknen<br />

trinken. Deshalb empfehlen<br />

Experten auch, dementsprechende<br />

Hustentees und Bronchial tees häufig<br />

zu konsumieren.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 83


Eibisch<br />

Althaea officinalis<br />

Eibisch hilft uns vor allem mit seiner reizmildernden Wirkung<br />

<strong>gegen</strong> Husten und Heiserkeit. Auch bei Erkältung, Grippe und<br />

Covid 19 helfen seine Naturstoffe. Sowohl für Eibischblätter und<br />

Eibischwurzel stehen zahlreiche wirksame Darreichungsformen<br />

zur Verfügung: Bonbons und Lutschtabletten, Tee und Saft,<br />

Tropfen, Sirup und ätherisches Öl.<br />

Die Heilpflanze Eibisch<br />

soll vor allem als<br />

natürliches Mittel<br />

<strong>gegen</strong> Husten <strong>gegen</strong><br />

die lästigen Symptome eines<br />

trockenen, quälenden Hustens lindernde<br />

Wirkung bringen. Helfen sollen<br />

Eibischblätter und Eibischwurzel<br />

vor allem bei Schleimhautreizungen<br />

im Mund- und<br />

Rachenraum. Dabei kommt es<br />

meist zum beschriebenen trockenen<br />

reizhusten.<br />

Aber auch bei leichten Entzündungen<br />

der Magenschleimhaut<br />

wird Eibisch angewendet.<br />

Volks medizinisch haben die<br />

Menschen Zubereitungen aus der<br />

Eibischwurzel sogar bei Durchfall<br />

und Zystitis angewendet.<br />

Außerdem nahm man zerquetschte<br />

Eibischblätter für die topischer<br />

Anwendung auf der Haut bei<br />

Insektenstichen.<br />

Welche <strong>gesund</strong>e Wirkung<br />

Eibischblätter und Eibischwurzeln<br />

entfalten können<br />

Die in Eibisch, Eibischblättern und<br />

Eibischwurzel enthaltenen<br />

Schleimstoffe sind für die<br />

Wirkung als Hustenmittel<br />

© dadalia / shutterstock.com<br />

verantwortlich. Denn sie legen<br />

sich auf die gereizten Schleimhäute<br />

in Mund- und rachenraum und<br />

mildern so den trockenen, reizartigen<br />

Husten. Zudem bringen<br />

sie auch lindernde Effekte <strong>gegen</strong><br />

Heiserkeit. Wie erwähnt kann<br />

Eibisch auch Reizungen im Verdauungstrakt,<br />

wie beispielsweise<br />

leichten Magenschleimhaut -<br />

entzündungen ent<strong>gegen</strong>wirken.<br />

Diese Schleimstoffe befinden sich<br />

eben sowohl in Eibischblättern als<br />

auch in der Eibischwurzel. Die<br />

Wurzel enthält mit über 30 Prozent<br />

die höchsten Konzentrationen. Die<br />

reizmildernde Wirkung entfaltet<br />

sich umso stärker, je länger die<br />

Schleimstoffe Kontakt mit den<br />

Schleimhäuten haben.<br />

Vorkommen und<br />

Anwendung von Eibisch<br />

Im Grunde genommen ist die<br />

Heilpflanze Eibisch (Echte<br />

Eibisch – Althaea officinalis L.)<br />

in Europa und westlichen teilen<br />

Asiens heimisch. Hauptlieferanten<br />

sind die osteuropäischen Länder wie<br />

die Balkanländer und ungarn. Aber<br />

auch in Österreich und Belgien gibt<br />

es erwähnenswerte Vorkommen.<br />

Eibisch sollte man in kleinen Dosen<br />

mehrmals täglich einsetzen. Die jeweilige<br />

Darreichungsform sollte<br />

möglichst lange im Mund und<br />

im Rachen auf die<br />

Schleimhäute einwirken. Hierzu<br />

können Bonbons und Lutsch -<br />

tabletten sowie Tee, Saft oder<br />

Sirup verwendet werden.<br />

unter dem Strich zeigt Eibisch eine<br />

sehr gute Verträglichkeit und<br />

Sicherheit und ist dementsprechend<br />

auch für Kinder geeignet. Vorsicht<br />

ist im Zusammenhang mit Inter -<br />

aktionen gegeben. Denn Eibisch-<br />

Anwendungen sollten mit zeitlichem<br />

Abstand zu anderen Arzneimitteln<br />

eingenommen werden, um eine<br />

verminderte Aufnahme von gleichzeitig<br />

eingenommenen Arzneimitteln<br />

ausschließen zu können.<br />

84 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Schon im Altertum schätzten griechische und römische Ärzte den Eibisch. In diesem Sinne<br />

setzten Zubereitungen mit Eibischblättern und Eibischwurzeln als Heilpflanze <strong>gegen</strong><br />

verschiedene Beschwerden ein. Und zwar wegen ihrer reizmildernden Wirkung.<br />

Beispielsweise <strong>gegen</strong> Husten und Heiserkeit, aber auch bei Magen-Darm-Beschwerden.<br />

Bei der Zubereitung von Eibischtee<br />

sind einige wesentliche Punkte zu<br />

beachten<br />

● Die Eibischblätter für einen Tee soll man mit heißem<br />

Wasser übergießen (ent<strong>gegen</strong> früherer Ratschläge).<br />

Hin<strong>gegen</strong> sollte man die grob zerkleinerten Eibischwurzeln<br />

für die innerliche Anwendung mit kaltem Wasser in<br />

Form eines Kaltwasserauszuges zubereiten. Dazu wird<br />

kaltes Wasser im Verhältnis eine Tasse und 3 Teelöffel<br />

Eibischwurzel angesetzt und etwa für acht bis zehn<br />

Stunden angesetzt. Danach seiht man den kalten Tee durch<br />

ein Sieb ab und trinkt mehrere Tassen davon täglich.<br />

● Gegen Entzündungen im Mund und im Rachen kann man<br />

den Tee auch sehr gut gurgeln und dann ausspucken.<br />

Man kann den Eibischtee aber durchaus auch schlucken.<br />

● Wenn man die Eibischwurzel in heißem Wasser kocht,<br />

verkleistert nämlich die enthaltene Stärke und verhindert<br />

das Herauslösen der gewünschten Schleimstoffe.<br />

© Lunov Mykola / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/eibisch-lindert-laestigen-husten/<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 85


Seit der Antike schätzen die Menschen<br />

Thymian als wertvolle Heilpflanze.<br />

So beschrieb im ersten Jahrhundert der<br />

römische Gelehrte Plinius (der Ältere)<br />

die positiven Wirkungen<br />

des Thymus vulgaris.<br />

Im 12. Jahrhundert beschrieb Hildegard<br />

von Bingen zahlreiche Einsatzgebiete<br />

der Heilpflanze Thymian.<br />

© Anuta23 / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/arzneipflanze-thymian-bei-erkaeltungen/<br />

86 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Thymian<br />

Thymus vulgaris<br />

Thymian ist eine leckere Gewürzpflanze. Sie hilft uns aber auch als<br />

Heilpflanze bei Erkältungen, Husten und Bronchitis.<br />

Der thymian zählt zu<br />

den wertvollsten<br />

Heilpflanzen bei<br />

Erkältungen, Husten<br />

und Bronchitis. Denn es gibt kaum<br />

einen Bereich bei Erkältungen, wo<br />

die Arzneipflanze nicht helfen könnte.<br />

Die größte Stärke liegt in den heilsamen<br />

Wirkungen seiner naturstoffe<br />

in Bezug auf die Lunge und den<br />

Bronchien.<br />

Die ätherischen Öle mit dem Wirkstoff<br />

thymol zeigen auch starke antimikrobiellen<br />

Eigenschaften, wodurch<br />

sich thymian als Bestandteil<br />

natürlicher Antiseptika mit Anwendungen<br />

in der Pharma- und Lebensmittelindustrie<br />

eignet.<br />

Eine der häufigsten Anwendungen<br />

sind thymianöl-Inhalationen bei<br />

Erkältung, Schnupfen und vor allem<br />

<strong>gegen</strong> Husten und Bronchitis.<br />

Dazu gibt man etwa 3 tropfen<br />

thymianöl in 2 Liter Wasser. Die<br />

Anwendung von thymian befeuchtet<br />

auch die gereizten nasennebenhöhlen.<br />

Zudem wirkt sie auch <strong>gegen</strong><br />

Erschöpfung.<br />

Thymol und Thymianöl bei<br />

Covid 19 und Grippe<br />

Die aktuelle Forschung nach neuen<br />

richtungen biologischer oder<br />

therapeutischer Aktivitäten von<br />

natürlichen pflanzlichen Mitteln<br />

umfasst auch ätherisches thymianöl<br />

und thymol.<br />

Denn thymol sowie ätherisches thymianöl<br />

werden in der traditionellen<br />

Medizin seit langem als schleimlösende,<br />

entzündungshemmende, antivirale,<br />

antibakte rielle und antiseptische<br />

Mittel verwendet.<br />

Die enthaltenen Verbindungen von<br />

Polyphenolen könnte vor allem auch<br />

für die Behandlung von Corona-Patienten<br />

mit der Coronavirus-Erkrankung<br />

Covid 19 relevant sein, wie eine<br />

rezente Studie zeigen konnte. unter<br />

dem Strich entfalten die naturstoffe<br />

hauptsächlich bei der Behandlung<br />

der oberen Atemwege gute Effekte.<br />

neue Studien haben auch Wirkungen<br />

<strong>gegen</strong> Krankheitserreger in den<br />

Schleimhäuten, <strong>gegen</strong> Pilzerreger<br />

und Leishmaniellen sowie andere<br />

Viren nachgewiesen. Selbst <strong>gegen</strong><br />

Krebszellen soll thymianöl mit seinem<br />

thymol positive Wirkungen<br />

entfalten können.<br />

Neue Anwendungen<br />

Zudem gibt es neue therapeutische<br />

Formulierungen, wie nanokapseln,<br />

die thymol enthalten. Diese könnten<br />

in der medizinischen Praxis von Vorteil<br />

sein und einen umfassenden Einsatz<br />

ermöglichen. Die umfassende<br />

Anwendung von ätherischem thymol-<br />

und thymianöl im Gesundheitswesen<br />

wäre jedenfalls sehr vielversprechend<br />

und kostengünstig.<br />

Thymian <strong>gegen</strong> Husten<br />

und Bronchitis<br />

Im Grunde genommen gehört der<br />

thymian zu den am häufigsten verwendeten<br />

pflanzlichen Hustenlösern.<br />

Viele pflanzliche Wirkstoffkombinationen<br />

mit thymian sind wirksam<br />

<strong>gegen</strong> Husten und Bronchitis.<br />

Aber auch bei Magen- und Darm -<br />

beschwerden kann die Arzneipflanze<br />

bei der Linderung von verschiedenen<br />

Beschwerden helfen.<br />

Grundsätzlich werden dem thymus<br />

vulgaris schleim- und krampflösende<br />

Wirkungen zugesprochen. Zudem<br />

soll die Heilpflanze den Auswurf fördern.<br />

Schließlich bekämpft es effektiv<br />

Krankheitserreger wie Bakterien,<br />

Viren und Pilzen und kann auch Entzündungen<br />

hemmen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 87


Spitzwegerich<br />

ein wirksames pflanzliches<br />

Mittel <strong>gegen</strong> Husten<br />

Spitzwegerich<br />

als Tee<br />

Für einen ganzen Tag ist die<br />

vierfache Menge mit 4 Esslöffel Teemischung<br />

mit 600 ml Wasser ideal. Die kann man dann in<br />

einer geschlossenen Thermoskanne aufbewahrt.<br />

https://medmix.at/spitzwegerich-als-hausmittel-<strong>gegen</strong>-husten/<br />

88 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Spitzwegerich<br />

(Plantago lanceolata)<br />

gilt als der König des<br />

Weges. Den alten<br />

Kelten soll er<br />

Orientierung ins<br />

Reich der Toten<br />

gegeben haben.<br />

Der Spitzwegerich ist ein bewährtes<br />

Hausmittel <strong>gegen</strong> Husten. Er entfaltet<br />

Wirkungen <strong>gegen</strong> Beschwerden der<br />

Atemwege, Entzündungen der<br />

Mund-Rachenschleimhaut sowie auch<br />

bei Wunden.<br />

© Hetizia / shutterstock.com<br />

Vor allem als Hausmittel<br />

<strong>gegen</strong> Husten ist der<br />

Spitzwegerich sehr<br />

beliebt. Eigentlich soll ja<br />

der Husten ein schützender reflex<br />

sein, der die Atemwege reinigen hilft.<br />

Wobei sensible nervenfasern diesen<br />

reflex aus lösen. und zwar, auch<br />

wenn sie keinen Fremdkörper entfernen<br />

müssen. Das ist beispielsweise<br />

bei trockenem Husten der Fall. In<br />

vielen Fällen ist jedenfalls die reizmildernde<br />

Wirkung der pflanzlichen<br />

Inhaltsstoffe des Spitzwegerichs<br />

wohltuend.<br />

Verschiedene europäische Arzneimittelkommissionen<br />

haben übrigens<br />

die Anwendung von Spitzwegerich<br />

wegen ihrer starken Wirkung offiziell<br />

zur Linderung von Schleimhautreizungen<br />

im Mund und rachenraum<br />

und dem damit verbundenen trockenen<br />

Husten anerkannt.<br />

Äußerlich kann das Spitzwegerich-<br />

Kraut allerdings auch bei Entzündungen<br />

der Haut verwendet werden.<br />

In der Volksmedizin gilt Spitzwegerich<br />

in diesem Sinne seit langem als<br />

ein gutes Mittel zur ersten Wundversorgung<br />

und bei Insektenstichen.<br />

Spitzwegerich – ein<br />

Allrounder als Hausmittel<br />

seit der Antike beliebt<br />

Bereits seit der Antike bis weit in die<br />

neuzeit hinein wurde Spitzwegerich<br />

zur Stillung von Blutungen bei Wunden,<br />

in den Luftwegen, im Darm und<br />

<strong>gegen</strong> sehr starke Menstruations -<br />

blutungen eingesetzt. Auch andere<br />

Verletzungen wie Brandwunden,<br />

Insektenstiche und tierbisse sowie<br />

Knochenbrüche wurde häufig als<br />

Anwendungsgebiete genannt.<br />

Wegerich-Arten spielten früher aber<br />

auch bei der Behandlung von<br />

Asthma eine große rolle. Zudem hat<br />

man sie bei Geschwülsten und<br />

Geschwüren – insbesondere in der<br />

Mundhöhle – verwendet. Weitere<br />

Anwendungsgebiete waren Zahnund<br />

Ohrenschmerzen sowie brennende<br />

Augen. Shakespeare erwähnt<br />

„plantain“ (Plantago) als Mittel<br />

<strong>gegen</strong> Hautverletzungen.<br />

Spitzwegerich-Tee frisch<br />

zubereiten<br />

Spitzwegerich-tee sollte man frisch<br />

zubereiten. Den tee sollte man bei<br />

Husten erwärmt (und nicht heiß)<br />

und schluckweise trinken. Denn so<br />

entfaltet die bewährte Heilpflanze<br />

Spitzwegerich die stärkste Wirkung<br />

<strong>gegen</strong> Husten.<br />

Tee-Mischung<br />

Gegen Husten bewährt ist beispielsweise<br />

die Mischung mit 50 Teilen<br />

Blätter des Spitzwegerichs und<br />

50 Teilen Thymian. Dazu vermischt<br />

man die einzelnen Bestandteile<br />

in geschnittenem Zustand und<br />

gibt die Mischung geschützt vor<br />

Feuchtigkeit und Licht in ein gut<br />

schließendes Gefäß.<br />

Für eine tasse des Hustentees verwendet<br />

man 1 Esslöffel teemischung<br />

und 150 ml (eben 1 teetasse) Wasser<br />

mit Zimmertemperatur. nach dem<br />

Übergießen lässt man die tasse tee<br />

10 Minuten lang bedeckt stehen.<br />

Schließlich seiht man den Hustentee<br />

anschließend durch ein teesieb ab.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 89


Isländisch Moos<br />

Cetraria islandica<br />

Isländisch Moos hat sich in der Volksmedizin mit seiner Wirkung<br />

als Heilpflanze bei Husten sowie Reizungen im Mund und Rachenraum<br />

sehr bewährt.<br />

Schon seit Jahrhunderten<br />

hat sich Isländisch Moos<br />

mit seiner Wirkung in der<br />

Volksmedizin als Heilpflanze<br />

bei Husten sowie reizungen im<br />

Mund und rachenraum bewährt.<br />

In vielen Ländern vertrauen die<br />

Menschen auf die Wirkung von<br />

Isländisch Moos, beispielsweise bei<br />

Erkältungen und Husten sowie reizungen<br />

im Mund und rachenraum.<br />

Denn Isländisch Moos ist eine altbewährte,<br />

reizlindernde und die Atemwege<br />

unterstützende Heilpflanze.<br />

Die enthaltenen Schleimstoffe von<br />

Isländisch Moos legen sich wie einen<br />

Film über die Schleimhäute und wirken<br />

somit reizlindernd.<br />

Steckbrief<br />

Isländisch Moos<br />

Jedenfalls setzt man in der Volksmedizin<br />

seit vielen Jahrhunderten auf<br />

Isländisch Moos <strong>gegen</strong> eine reihe<br />

von Erkrankungen ein. In diesem<br />

Sinne hat sich Isländisches Moos bei<br />

Halsschmerzen, Heiserkeit, Husten<br />

(reizhusten) sowie anderen ent-<br />

Isländisch Moos ist botanisch<br />

kein Moos, sondern eine<br />

Flechte. Daher kommt auch<br />

der volkskundliche Name<br />

„Lungenflechte“ wegen der<br />

Anwendung bei<br />

Atemwegserkrankungen.<br />

Die Flechte kann eine Größe<br />

von 4 bis 12 Zentimeter<br />

bekommen. Ihre starren,<br />

schuppigen und oft rinnig<br />

verbogenen Triebe verzweigen<br />

sich wie ein Geweih, das auf<br />

der Oberseite braungrün, auf<br />

der Unterseite weißgrün<br />

gefärbt ist.<br />

© Fun Stocker / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/islaendisch-moos-wirkung-halsschmerzen-husten/<br />

90 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


zündlichen Erkrankungen der<br />

Schleimhäute bewährt.<br />

Allerdings ist die alte Bezeichnung<br />

nicht korrekt, denn die Pflanze<br />

(Stammpflanze Cetraria islandica) ist<br />

kein Moos, sondern eine Flechte.<br />

Daher kommt auch die fachliche<br />

Bezeichnung Lichen islandicus. Die<br />

Flechte kommt beispielsweise in<br />

Island und den Hoch- und Mittel -<br />

gebirgen in nord, Ost- sowie auch in<br />

Mitteleuropa (in den Alpen) vor.<br />

ursprünglich soll die Flechte aus der<br />

arktischen tundra stammen.<br />

Anwendungsgebiete und<br />

Inhaltsstoffe<br />

Die Anwendung der Heilpflanze hat<br />

eine lange tradition. Vor allem die<br />

europäische Volksmedizin vertraut<br />

auf die Wirkung von Isländisch<br />

Moos aufgrund ihrer Schleimstoffe<br />

bei reizungen der Schleimhaut der<br />

Unter der Bezeichnung<br />

Muscus islandicus<br />

catharticus hat man das<br />

Isländisch Moos im<br />

Jahre 1672 im<br />

Arzneimittelverzeichnis<br />

Kopenhagener Taxe als<br />

Heilpflanze verzeichnet.<br />

oberen Atemwege (im Mund und<br />

rachenraum), Halsschmerzen, Husten<br />

und Heiserkeit. Dementsprechend<br />

helfen seine Inhaltsstoffe auch, Beschwerden<br />

wie rauen Hals und auch<br />

eine belegte Stimme zu lindern.<br />

Beliebte Zubereitungen<br />

mit Isländisch Moos<br />

Bewährte Anwendungen sind tee,<br />

Hustensäfte sowie Pastillen. Hauptsächlich<br />

sind wässrige Extrakte<br />

(weniger alkoholische) in Husten -<br />

säften und Pastillen verarbeitet. Für<br />

die Zubereitung als tee nimmt man<br />

2 bis 4 Gramm der fein zerschnittenen<br />

Arzneidroge und übergießt sie mit<br />

kochenden Wasser. nach 10 Minuten<br />

seiht man den tee durch ein Sieb ab.<br />

Oder man kann alternativ einen<br />

Kaltwasserauszug zubereiten.<br />

Isländisch Moos bei<br />

<strong>Infektionen</strong> und<br />

Erkältungen<br />

Isländisch Moos enthält viele Verbindungen<br />

– wie Poly saccharide,<br />

bitter schmeckende Flechtensäuren<br />

und andere sekun däre Pflanzenstoffe.<br />

Im Grunde genommen setzt man die<br />

Heilpflanze bei Husten, Halsschmerzen<br />

und Heiserkeit als Folge von<br />

<strong>Infektionen</strong> wie Erkältungen ein.<br />

Hierzu schätzt man Isländisch Moos<br />

wegen seiner reizlindernden Wirkung<br />

vor allem auch als Mittel bei trockenem<br />

reizhusten. Wobei seine<br />

Schleimstoffe eine rein physikalische<br />

Wirkung entfalten. Es bildet sich dadurch<br />

ein Schutzfilm auf der Schleimhaut,<br />

der reizungen ent<strong>gegen</strong>wirken<br />

soll. Über eine immunstimulierende<br />

Wirkung auf das Immunsystem ist<br />

allerdings wenig bekannt.<br />

Wie Isländisch Moos wirkt<br />

Wie bereits erwähnt legen sich die<br />

Schleimstoffe von Isländisch Moos<br />

wie ein Balsam auf die Schleimhäute<br />

im Mund, rachen und Hals. Das soll<br />

die Schleimhaut vor Krankheitserregern<br />

schützen. Denn eine intakte, <strong>gesund</strong>e<br />

Schleimhaut unterstützt den<br />

Körper dabei, schädliche Eindringlinge<br />

abzuwehren.<br />

© Lunov Mykola©shutterstock<br />

Nicht nur die Rentiere in den<br />

nördlichen Regionen verzehren<br />

die bittere Pflanze. Auch die<br />

Menschen nutzen die Flechte, um<br />

beispielsweise Suppen zu kochen<br />

oder als Zusatz zum Getreide<br />

beim Brot machen. Allerdings ist<br />

das seit dem Unglück von<br />

Tschernobyl problematisch, denn<br />

die 4 bis 12 Zentimeter hohe<br />

Pflanze mit ihrem Flechtenkörper<br />

(Thallus) weist nach wie vor<br />

bedenkliche Strahlungswerte auf.<br />

Die naturstoffe der Heilpflanze bilden<br />

eine doppelte, schützende Schicht.<br />

Ähnlich wie die Käsepappel (Malve).<br />

Der Film verhindert als Balsam weitere<br />

reizungen im Mund und rachenraum.<br />

Außerdem lindern die<br />

Schleimstoffe mit ihrer physikalischen<br />

Wirkung auch Husten. unter<br />

dem Strich können sich jedenfalls<br />

die Schleimhäute besser erholen.<br />

Verträglichkeit<br />

Bekannte nebenwirkungen können<br />

Juckreiz, Übelkeit, Bauchschmerzen,<br />

Sodbrennen sowie reizungen im<br />

Mund und rachen sein. Es kann<br />

auch zu Wechselwirkungen mit anderen<br />

Medikamenten kommen. Zudem<br />

können manche Pflanzen einen<br />

hohen Gehalt an Schwermetallen<br />

enthalten. Schließlich sollten Frauen<br />

in der Schwangerschaft und Stillzeit<br />

sowie Personen, die Medikamente<br />

einnehmen, den Einsatz von Isländisch<br />

Moos aufgrund fehlender Daten zur<br />

Sicherheit vermeiden.<br />

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Gewürzpflanze:<br />

Geschmacks- und<br />

Aromamittel<br />

In der Lebensmittelindustrie<br />

wird Anis als Geschmacksund<br />

Aromamittel für<br />

Fischprodukte, Eis und<br />

Süßigkeiten verwendet.<br />

Trotz der verschiedenen<br />

Studien, die man mit<br />

Pimpinella anisum durchführte,<br />

gibt es keine<br />

umfassende Studie über die<br />

Bestandteile und die Wirksamkeit<br />

dieser Pflanze.<br />

© Svetlana Klaise / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/pimpinella-anisum-anis/<br />

92 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 |EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Anis<br />

Pimpinella anisum<br />

Die Gewürz- und Heilpflanze Anis, Pimpinella anisum, hilft nicht nur<br />

bei Blähungen und Völlegefühl, sondern bietet zahlreiche weitere<br />

<strong>gesund</strong>e Wirkungen <strong>gegen</strong> Viren und andere Krankheitserreger.<br />

Die traditionelle Verwendung<br />

von Pimpinella<br />

anisum zur<br />

Behandlung von<br />

Krankheiten ist weit verbreitet. Es<br />

gibt dazu zahlreiche veröffentlichten<br />

wissenschaftliche Studien über die<br />

Zusammensetzung und die pharmakologischen<br />

Wirkungen eine der<br />

ältesten Heilpflanze Anis.<br />

Pimpinella anisum – Anis, zur Familie<br />

der Doldenblütler/umbelliferae<br />

gehörend – ist eine aromatische Gewürzpflanze<br />

und auch Heilpflanze.<br />

Ihre Früchte setzt man in der traditionellen<br />

Ethnomedizin seit Jahrtausenden<br />

wegen ihrer verdauungs -<br />

fördernden, aromatischen,<br />

desinfizierenden und milchtreibenden<br />

Wirkung ein.<br />

Es ist ein einjähriges, grasartiges<br />

Kraut mit einer Höhe von 30 bis 50<br />

cm, weißen Blüten und kleinen grüngelben<br />

Samen, die in der östlichen<br />

Mittelmeer-region, West-Asien,<br />

dem nahen Osten, Mexiko, Ägypten<br />

und Spanien wächst. Pimpinella<br />

anisum wird hauptsächlich wegen<br />

seiner Früchte (Anissamen), die im<br />

August und September geerntet<br />

werden, angebaut.<br />

Anis, Pimpinella anisum,<br />

mit zahlreichen Wirkungen<br />

– Antibakterielle, antioxidative und<br />

antimykotische Wirkung<br />

– Analgetische und entzündungshemmende<br />

Wirkung<br />

– Antivirale und insektizide Effekte<br />

– Muskelrelaxans – bei Anfällen<br />

wurde die krampflösende Wirkung<br />

eines ätherischen Öls der Früchte<br />

von Pimpinella anisum untersucht<br />

– Auswirkungen auf das Magen-<br />

Darm-System (Magengeschwür,<br />

Übelkeit, Verstopfung …)<br />

– Auswirkungen auf die Morphin -<br />

abhängigkeit<br />

– Auswirkung auf Hitzewallungen in<br />

den Wechseljahren<br />

– Auswirkungen auf die Dysmenorrhoe<br />

(Menstruationsbeschwerden)<br />

– Auswirkungen auf die Milchproduktion<br />

von schwangeren Frauen<br />

Forscher haben in verschiedene Studien<br />

über Anis-Samen deren verschiedene<br />

Wirkungen beschrieben.<br />

So konnte man antimikrobielle, antimykotische,<br />

antivirale, antioxidative,<br />

muskelentspannende, analgetische<br />

sowie antikonvulsive Wirkung zeigen.<br />

Weiter unterschiedliche Effekte<br />

auf das gastrointestinale System berichtet,<br />

die eben bei Blähungen und<br />

Völlegefühl bewehrt sind. Man kann<br />

mit Pimpinella anisum auch eine<br />

Morphinabhängigkeit bekämpfen,<br />

zudem entfaltet die Heilpflanze Anis<br />

positive Wirkungen auf die<br />

Dysmenorrhoe und menopausalen<br />

Hitzewallungen bei Frauen.<br />

Bei diabetischen Patienten zeigten<br />

Anissamen hypoglykämische und<br />

lipidsenkende Wirkungen und konnten<br />

die Lipidperoxidation verringern.<br />

In einigen traditionellen texten wird<br />

Anis als <strong>Hilfe</strong> bei Melancholie und<br />

Alpträumen sowie bei der Behandlung<br />

von Epilepsie und Krampf -<br />

anfällen erwähnt.<br />

Inhaltsstoffe<br />

Die wichtigsten Verbindungen im<br />

ätherischen Öl der Anissamen sind<br />

trans-Anethol, Estragol, γ-hymachalen,<br />

para-Anisaldehyd und Methylcavicol.<br />

Wegen des breiten Spektrums<br />

an pharmakologischen<br />

Wirkungen und der sehr wenigen<br />

klinischen Studien über Pimpinella<br />

anisum sind weitere klinische<br />

Studien angezeigt.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 93


Fenchel<br />

– effektives pflanzliches Mittel für<br />

Erwachsene sowie Kinder und Baby<br />

© Halil ibrahim mescioglu / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/fenchel-kinder-geeignet/<br />

94 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Der Fenchel soll bei Erkältung mit<br />

Beschwerden wie Husten, Schnupfen,<br />

Halsschmerzen und Heiserkeit Linderung<br />

bringen und die Schleimlösung<br />

unterstützen.<br />

Fenchel eignet sich<br />

sehr gut für Kinder,<br />

oder auch dem Baby,<br />

um Beschwerden<br />

wie Blähungen zu<br />

lindern. Häufig<br />

verwendet man<br />

Fencheltee und<br />

Fenchelhonig.<br />

Gegen Husten bei Kindern,<br />

aber auch Erwachsenen,<br />

sind die bewährten naturheilmittel<br />

Fenchel (Foeniculum<br />

vulgare), Fencheltee<br />

und Fenchelhonig (mit bitterem<br />

Fenchelöl versetzter Honig) beliebt.<br />

Das in den Fenchelsamen enthaltene<br />

ätherische Öl steigert die Bewegung<br />

der Flimmerhärchen in der Lunge<br />

und in den Atemwegen. Das hilft<br />

schließlich dabei, dass der Körper<br />

den Schleim leichter abhusten kann.<br />

In Anwendungen wie Hustentropfen<br />

oder Hustensalben kommen beispielsweise<br />

Fenchelöl oder Anethol<br />

vor. Fenchon sowie Anethol und<br />

Estragol sind die wichtigsten Komponenten<br />

des ätherischen Öls. Der<br />

Fenchel macht den Schleim dünnflüssig<br />

und wirkt krampflösend.<br />

Fenchel als uralte<br />

Heilpflanze und<br />

Nahrungsmittel<br />

Schon in den frühen Hochkulturen<br />

Ägyptens oder Chinas schätzten die<br />

Menschen den Fenchel als Gemüse<br />

und Heilpflanze. In Mitteleuropa beschrieb<br />

erstmals der bekannte Benediktiner-Abt<br />

des Klosters reichenau,<br />

Walahfrid Strabo – Dichter und<br />

Botaniker –, in der Mitte des 9. Jahrhunderts<br />

n. Chr. die Heilwirkungen<br />

von Fenchel. Strabo, wie man ihn<br />

nannte, empfahl den Verzehr gemeinsam<br />

mit Wein oder Ziegenmilch.<br />

und zwar um die Blähungen<br />

zu lösen, eine träge Verdauung zu<br />

verbessern und auch bei Husten<br />

Linderung zu bringen. und damit lag<br />

man sehr nahe an den heutigen<br />

Anwendungsgebieten.<br />

Fenchel, Fencheltee und<br />

Fenchelhonig eignen sich<br />

sehr gut für Kinder oder<br />

auch dem Baby<br />

Der Fenchel ist häufig das erste Heilmittel,<br />

nicht nur in Europa, sondern<br />

auch in vielen anderen regionen.<br />

Fenchel gehört deshalb zu den weltweit<br />

bekanntesten Arzneipflanzen<br />

für Babys und Kindern. Ähnlich wie<br />

Anis, Kümmel und Liebstöckel ist<br />

Fenchel der Familie der Dolden -<br />

blütler zugehörig.<br />

Fencheltee und<br />

Fenchelhonig<br />

um bitteres Fenchelöl – wie für<br />

Fenchelhonig – zu gewinnen, sollten<br />

Fenchelpflanzen hohe Ölgehalte<br />

enthalten und große Fenchelsamen<br />

haben. Zur Erzeugung von Fencheltee<br />

werden hin<strong>gegen</strong> kleine Früchte<br />

mit niedrigerem Ölgehalt bevorzugt.<br />

Das traditionelle Hausmittel Fenchel -<br />

honig wird bei Erkältung und bei<br />

Störungen des Magen-Darmtraktes<br />

eingesetzt. So soll Fenchelhonig bei<br />

Erkältung mit Symptomen wie<br />

Husten, Schnupfen, Halsschmerzen<br />

und Heiserkeit im Bereich der Atemwege<br />

die Schleimlösung unter -<br />

stützen. Denn Fenchelhonig wirkt<br />

auf die Atemwege Auswurf fördernd,<br />

antiseptisch, krampflösend und auf<br />

den Magen-Darm-trakt blähungstreibend.<br />

um Fenchelhonig selbst zu produzieren,<br />

benötigt man 500 Gramm flüssigen<br />

Honig, getrocknete, bittere<br />

Fenchelsamen oder ätherisches Öl<br />

vom bitteren Fenchel. Somit wird ein<br />

Glas Honig einfach mit einem Spritzer<br />

ätherischem Öl verrührt.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 95


Echter Salbei<br />

Salvia officinalis<br />

Als Heilpflanze verwendet<br />

die Volksmedizin<br />

den Salbei<br />

vor allem als Salbeitee<br />

sehr gerne.<br />

Man schätzt seine<br />

positiven Wirkungen<br />

bei<br />

Erkältungen, Gicht,<br />

Entzündungen,<br />

Schwitzen,<br />

Schwindel,<br />

Lähmung und<br />

Durchfall.<br />

TIPP: Salbeiwein<br />

Um einen <strong>gesund</strong>en Salbeiwein<br />

selbst herzustellen, nimmt man zuerst<br />

eine Handvoll Salbeiblätter und<br />

übergießt sie mit einer Flache<br />

süßem Wein. Dann lässt man diese<br />

Mischung zehn Tage lang reifen.<br />

Schließlich filtert man den Salbeiwein<br />

ab. Wenn man ihn Gläschen<br />

weise trinkt, soll dieser Salbeiwein<br />

in Grippezeiten die Immunabwehr<br />

stärken und desinfizierend wirken.<br />

https://medmix.at/salbei-salvia-officinalis/<br />

© natalia bulatova / shutterstock.com<br />

96 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Seit Jahrtausenden schätzen die Menschen den Echten Salbei als<br />

Heilpflanze bei Erkältungen, bei Entzündungen in Mund und Rachen, bei<br />

Erkrankungen der Harnorgane, bei Kopfschmerzen, bei Angina und<br />

Kehlkopfentzündungen, <strong>gegen</strong> Schweiß und Nachtschweiß sowie<br />

Koliken. Er hilft als stopfendes Mittel, als Gallenmittel, als Fiebermittel,<br />

als Zahnreinigungsmittel und Gurgelmittel.<br />

Der Salbei gehört zu<br />

den ältesten Heilpflanzen.<br />

Er war ursprünglich<br />

im Mittelmeerraum<br />

heimisch. Schon allein<br />

der name Salvia weist auf das lateinische<br />

Wort salvare für H eilen hin,<br />

wobei vermutlich Plinius der Ältere<br />

der Pflanze ihren namen gegeben<br />

hat. Er schrieb die Pflanze sei<br />

geeignet „Harn zu treiben, den Blutfluss<br />

einzudämmen, die Wehen zu<br />

fördern, Husten und Heiserkeit zu<br />

lindern sowie Juckreiz zu stillen und<br />

Geschwüre zu reinigen.“<br />

Im Mittelalter brachten Mönche in<br />

unsere Breiten, wo der Salbei auch<br />

hervorragend gedeiht.<br />

Salvia officinalis botanisch<br />

gesehen<br />

Der Echte Salbei, Salvia officinalis,<br />

gehört der Familie der Lippenblütler<br />

(Lamiaceae) an. Man nennt ihn auch<br />

Gartensalbei, Küchensalbei oder<br />

Heilsalbei. Salbei wächst als Halbstrauch<br />

und erreicht eine Wuchshöhe<br />

von bis zu 80 Zentimeter. Alle<br />

Pflanzenteile besitzen einen aromatischen<br />

Geruch. Die Blüten erscheinen<br />

von Mai bis Juni und haben die typische<br />

Form der Lippenblütengewächse.<br />

Der Salbei entwickelt Klausenfrüchte.<br />

Salbei und seine Wirkung<br />

in der Heilkunde<br />

In der Volksmedizin wurde Salbei als<br />

Fiebermittel, Zahnreinigungsmittel<br />

und Gurgelmittel, bei Angina und<br />

Kehlkopfentzündungen und Erkrankungen<br />

der Harnorgane, als stopfendes<br />

Mittel, als Gallen mittel, bei Kopfschmerzen,<br />

nachtschweiß und Koliken<br />

angewendet. traditionell schätzt<br />

man die antivirale, entzündungshemmende<br />

sowie die adstringierende<br />

Wirkung des Echten Salbei.<br />

unlängst haben Forscher verschie -<br />

dene pharmakologische Wirkungen<br />

der Salvia officinalis, wie man die<br />

Heilpflanze lateinisch bezeichnet,<br />

analysiert. Die neuest e Literatur<br />

dokumentierte positive Wirkungen<br />

<strong>gegen</strong> Krebs sowie entzündungs -<br />

hemmende, antioxidative, anti -<br />

mikrobielle, antivirale,<br />

hypoglykämische, hypolipidämische<br />

und sogar gedächtnisverstärkende<br />

Wirkungen. Zu den Effekten <strong>gegen</strong><br />

den kognitiven Abbau gibt es übrigens<br />

zahlreiche untersuchungen in<br />

den letzten Jahren.<br />

Diverse Anwendungen, am<br />

häufigsten als Salbeitee<br />

unter dem Strich sind bei Entzündungen<br />

des Mund- und rachenraums<br />

wässrige oder alkoholische<br />

Auszüge, aber auch Salbeitee zum<br />

Gurgeln beliebt.<br />

Bewährt hat sich Salbeitee auch mit<br />

seiner schweißhemmenden und verdauungsfördernden<br />

Wirkung.<br />

Beispielhaft ist auch die Linderung<br />

von Magen- und Darmschmerzen<br />

nach einer Antibiotika-therapie.<br />

Auch bei nieren- und Leberleiden<br />

kann Salbeitee gut wirken.<br />

Das regelmäßige Kauen der Salbeiblätter<br />

und Spülen mit Salbeitee<br />

stärkt weiter die Zähne gestärkt desinfiziert<br />

das Zahnfleisch. Dadurch<br />

kommt es auch zur Verringerung von<br />

Zahnfleischbluten und zur reduktion<br />

von Zahnfleischschwund.<br />

Mittels Wasserdampfdestillation aus<br />

den Blüten und Blättern des Salbeis<br />

wird das ätherische Salbei-Öl gewonnen,<br />

welches desinfizierend wirkt<br />

und deshalb bei pharmazeutischen<br />

Zubereitungen zum Einsatz kommt.<br />

Salbei für Frauen<br />

Schließlich zeigen im Zusammenhang<br />

mit der Frauen<strong>gesund</strong>heit<br />

mehrere positive Wirkungen von<br />

Salvia officinalis. Salbei ist beispielsweise<br />

ein wirksames alternatives<br />

Mittel zur Verringerung der Schwere<br />

psychischer und physischer Symptome<br />

bei einem prämenstruellen Syndrom<br />

(PMS).<br />

Salbei-Kräuter entfalten auch östrogene<br />

Wirkungen. Salbei-Zubereitungen<br />

könnten damit auch als hormoneller<br />

Ersatz für Frauen in den<br />

Wechseljahren verwendet werden.<br />

Auch den Einsatz als Verhütungsmittel<br />

sollte man weiter untersuchen.<br />

Frisch gebackene Mütter sollten<br />

Salbei übrigens in der Stillzeit nicht<br />

verwenden. Denn manche<br />

Inhaltsstoffe können eine Hemmung<br />

der Sekretion der Milchdrüsen<br />

bewirken.<br />

Salbei in der Küche<br />

In der Küche setzt man Salbei gerne<br />

als Gewürz für Schweine- und<br />

Lammfleisch ein. Man kann auch<br />

Marinaden, Suppen, Gemüse und<br />

Fisch damit würzen. In Fett frittierte<br />

Salbeiblätter sind übrigens eine delikate<br />

Dekoration für viele Speisen.<br />

Die Früchte der mexikanischen Salbeiart<br />

(Salvia hispanica) – die Chia-<br />

Samen – sind derzeit in aller Munde.<br />

Denn sie enthalten besonders hohe<br />

Anteile an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen,<br />

Vitaminen, Antioxidantien<br />

sowie Mineralstoffen.<br />

natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn | MEDMIX 97


Echte Kamille<br />

Matricaria recutita<br />

Beim Inhalieren<br />

entfaltet die<br />

Kamille seine<br />

beliebte<br />

Wirkung als<br />

Heilpflanze.<br />

© kazmulka / shutterstock.com<br />

Positive Wirkung der Kamille bei<br />

Erkältung und andere Beschwerden<br />

– Erkältungen nebst Halsschmerzen<br />

– Abszesse<br />

– Zahnfleischentzündungen (Gingivitis)<br />

– Angst und Schlaflosigkeit<br />

– Psoriasis, Akne und Ekzeme<br />

– Kleinere Verbrennungen ersten Grades<br />

– Entzündliche Darmerkrankungen<br />

(Colitis ulcerosa)<br />

– Magengeschwüre<br />

– Kinderkrankheiten wie Windpocken,<br />

– Windeldermatitis, und Koliken<br />

https://medmix.at/mit-kamille-durch-die-kalte-jahreszeit/<br />

98 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Die Kamille ist eine<br />

sehr beliebte Heilpflanze.<br />

Vor allem ihr<br />

wohltuendes<br />

Inhalieren bei Erkältung ist sehr beliebt.<br />

Die Kamille war schon in der<br />

Zeit der Antike gut bekannt.<br />

Deswegen setzten die alten Ägypter,<br />

Griechen sowie auch die römer<br />

bereits auf ihre Wirkung <strong>gegen</strong> die<br />

verschiedensten Beschwerden wie<br />

auch <strong>gegen</strong> Erkältung ein. Es gibt<br />

zwei Arten, die kommen bei ähnlichen<br />

<strong>gesund</strong>heitlichen Problemen<br />

zur Anwendung kommen. und zwar<br />

die Echte Kamille (Matricaria<br />

recutita) sowie die in Mitteleuropa<br />

seltenere römische Kamille<br />

(Chamaemelum nobile).<br />

Kamille gehört zur Familie<br />

der Korbblütengewächse<br />

Die wild wachsende Kamille blüht<br />

und gedeiht auch in eher unwirtlichen<br />

Gegenden. ungefähr im Mai<br />

bildet sie weiß-gelbe Blüten, die sich<br />

aus vielen kleinen Einzelblüten zusammensetzen.<br />

Ihr typischer Duft ist<br />

ein markantes Erkennungsmerkmal.<br />

Die vielseitige, wirkungsvolle Heilpflanze<br />

aus der Familie der Korbblütengewächse<br />

unterscheidet sich von<br />

der römischen Kamille sowie von<br />

anderen minderwertigeren Kamillensorten<br />

vor allem durch die Blütenköpfchen.<br />

Bei der echten Kamille<br />

sind diese kugelig und hohl, bei den<br />

verwandten Arten sind sie eher flach<br />

und voll. Die Echte Kamille ist bei<br />

Allergikern auf Korbblütlern kontraindiziert.<br />

Die bewährten Wirkungen<br />

der Kamille<br />

Im Grunde genommen gibt es noch<br />

relativ wenige Studien zur Kamille.<br />

Allerdings zeigte sich, dass die Echte<br />

Kamille entzündungshemmend und<br />

krampflösend wirkt. Zudem hilft die<br />

Heilpflanze bei der Wundheilung.<br />

Die Wirkung der Kamille hilft auch<br />

bei Muskelkrämpfen die Beschwerden<br />

zu lindern. In anderen untersuchungen<br />

entfaltete die Kamille eine<br />

abtötende Wirkung <strong>gegen</strong> Bakterien,<br />

Pilze sowie Viren.<br />

Allgemeine Wirkungen<br />

Der Kamille gilt als entzündungshemmend,<br />

krampflösend sowie<br />

schmerzstillend. Sie schützt zudem<br />

die Schleimhäute und kann Wundheilung<br />

fördern.<br />

Ihre innerliche Anwendung richtet<br />

sich vornehmlich <strong>gegen</strong> Magen- und<br />

Darmbeschwerden. Sie hilft besonders<br />

bei Durchfall mit krampfartigen<br />

Bauchschmerzen. Der in der Kamillenblüte<br />

(Matricariae flos) enthaltene<br />

Wirkstoff Bisabolol schützt die<br />

Magenschleimhaut. Das heißt, die<br />

Kamille wirkt ulkusprotektiv. Diese<br />

Wirkung konnte in klinischen<br />

Studien bei durch Indometacin und<br />

Alkohol induzierten Magenulzera<br />

dokumentiert werden.<br />

Äußerlich kommt die Kamille bei<br />

Entzündungen der Schleimhäute,<br />

der Mundhöhle oder des Zahnfleisches,<br />

sowie bei Hauterkrankungen<br />

zum Einsatz.<br />

Gerade zur äußeren Anwendung eignet<br />

sich Kamillentee bei leichten<br />

Entzündungen der Mund- und<br />

rachenschleimhaut sowie als Gurgel-<br />

und Spüllösung. Einige Leute<br />

benutzen Kamille auch für Mund-<br />

Probleme wie Gingivitis.<br />

Zur Verwendung als Mundwasser für<br />

Krebspatienten bei Bestrahlung und<br />

Chemotherapie gibt es einige Hinweise<br />

dafür, dass die Kamille hilft,<br />

Beschwerden der Mundschleimhaut<br />

zu verhindern.<br />

Die Kamille hat auch<br />

positive Wirkung bei Angst<br />

und Schlaflosigkeit<br />

Im Grunde genommen gilt die<br />

Kamille auch als ein mildes Beruhigungsmittel.<br />

Ein Kamillentee kann<br />

beispielsweise für einen besseren<br />

Schlaf sorgen.<br />

Eine aktuelle Analyse zeigte eine gute<br />

Wirkung der römischen Kamille<br />

als Medizin oder tee als mildes Mittel<br />

zur Verringerung von Angstzuständen.<br />

Daher gab es dazu auch klinische<br />

Studien, um Angst mit Kamille<br />

zu behandeln. Dabei wurde festgestellt,<br />

dass die Kamille Symptome<br />

von Angst bei Menschen mit leichter<br />

bis mittelschwerer generalisierte<br />

Angststörung reduzieren kann. Kamille<br />

soll auch niedrig dosiert <strong>gegen</strong><br />

Angst, in höhere Dosen für bessere<br />

Schlafqualität helfen.<br />

Kamille <strong>gegen</strong> Erkältung<br />

und ihrer Symptome<br />

Wie eingangs erwähnt besticht die<br />

Kamille mit antientzündliche, entzündungshemmende,<br />

krampflösende<br />

sowie auch schmerzstillende Wirkungen,<br />

die auch <strong>gegen</strong> Erkältung<br />

und ihre Symptome nützlich sind.<br />

Schließlich schützt die Kamille auch<br />

die Schleimhäute.<br />

Außerdem lindert das Inhalieren der<br />

Kamille bei leichten reizungen der<br />

oberen Luftwege die Beschwerden.<br />

Das gilt auch bei Schnupfen und<br />

Husten. Die Inhalation mit Kamille<br />

gehört zu den beliebtesten Hausmitteln<br />

bei einer Erkältung. Wobei sich<br />

die wohltuende Wirkung der Kamille<br />

bei Erkältung sofort einsetzt.<br />

Zudem kann man die Inhalation sehr<br />

einfach durchführen. Dazu gießt<br />

man einfach heißes Wasser in eine<br />

Waschschüssel, gibt Kamille dazu,<br />

dann nimmt man ein Handtuch über<br />

den Kopf und genießt schließlich die<br />

angenehme Behandlung.<br />

Kamille für die Haut<br />

Vor allem in Europa kommt die<br />

Heilpflanze als Creme oder Salbe zur<br />

Anwendung, um die gereizte Haut zu<br />

beruhigen und Beschwerden bei<br />

Ekzemen zu lindern. Die Kamille<br />

zeigt sich auch topisch angewendet<br />

<strong>gegen</strong> Bakterien und Pilze wirkungsvoll.<br />

Die positive Wirkung wird vor<br />

allem durch das ätherische Öl und den<br />

Inhaltsstoffen Chamazulen und alpha-Bisabolol<br />

erzielt – beide wirken<br />

entzündungshemmend.<br />

Bei Erkrankungen im Anal- und<br />

Genitalbereich – wie Hämorrhoiden<br />

– sind Sitzbäder mit Kamille-Extrakten<br />

empfehlenswert.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 99


Malve, Käsepappel<br />

Malva silvestra<br />

Tee mit Malve, Käsepappeltee, verwendet man bei Erkältungskrankheiten,<br />

bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und<br />

Rachenraum sowie im Magen-Darm-Bereich.<br />

© mypelz / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/kaesepappel-schleimhautreizungen/<br />

100 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Die altbewährte Käsepappel<br />

ist auch Malve<br />

bekannt und gilt als<br />

Heilpflanze und nahrungsmittel.<br />

Bewährt hat sich vor allem<br />

der Käsepappeltee <strong>gegen</strong> Sodbrennen.<br />

Die Malve, hat den lateinischen<br />

namen Malva sylvestra, die<br />

Käsepappelblätter werden lateinisch<br />

als Malva folium bezeichnet.<br />

Die Käsepappel enthält traditionelle<br />

pflanzliche Arzneistoffe, die bei<br />

Schleimhautreizungen im Mundund<br />

rachenraum und im Magen-<br />

In jüngsten Studien waren<br />

Käsepappel-Extrakte<br />

sogar wirksam <strong>gegen</strong><br />

Bakterien. Daher möchte<br />

man nun auch<br />

Mundwässer mit Malve<br />

herzustellen. Diese sollen<br />

dann den parodontalen<br />

Biofilm günstig<br />

beeinflussen.<br />

Darm-trakt angewendet werden.<br />

Dementsprechend ist der Käse -<br />

pappeltee aus den Früchten oder<br />

Blättern der Käsepappel mit seiner<br />

lindernden Wirkung ein alt bewährtes<br />

Hausmittel bei Sodbrennen und<br />

Verdauungsbeschwerden.<br />

neben der bekannten Anwendung<br />

bei Sodbrennen sind reizhusten und<br />

Katarrhe der oberen Luftwege wichtige<br />

Einsatzgebiete von Käsepappel<br />

und Käsepappeltee. Zudem unterstützt<br />

die Malve auch die Heilung<br />

kleinflächiger oberflächlicher Hautentzündungen.<br />

Ein altes Sprichwort besagt, dass die<br />

Malve im Gemüsegarten den Doktor<br />

vor der tür warten lässt.<br />

Käsepappel, Malve,<br />

historisch betrachtet<br />

Die Käsepappel hat eine reiche<br />

Geschichte und zählt zu den ältesten<br />

bekannten nutzpflanzen. Denn<br />

schon im antiken Griechenland und<br />

im alten rom baute man sie als Heilpflanze<br />

sowie auch zu nahrungszwecken<br />

an.<br />

In China hat die Käsepappel eine<br />

über 5000 Jahre alte erfolgreiche<br />

Geschichte als <strong>gesund</strong>es pflanzliches<br />

Mittel. Denn die Blätter und Blüten<br />

haben sich seit damals in der Volksmedizin<br />

bewährt.<br />

Der berühmte Avicenna (980 bis<br />

1037 nach Christus), der große Gelehrte<br />

der unani-Medizin (griechisch-arabischen<br />

Medizin) hat übrigens<br />

in seinen allgemeinen Empfehlungen<br />

zur Bekämpfung von Epidemien<br />

ebenfalls die Anwendung von<br />

Malva silvestra (Käsepappel, Malve)<br />

hervorgehoben. Deswegen kann<br />

auch in der Corona-Pandemie der<br />

Käsepappeltee das allgemeine Wohl<br />

sowie die Schleimhäute in Mund und<br />

rachenraum unterstützen.<br />

Die Malve wurde auch als eine der<br />

wichtigsten Heilpflanzen der Hildegard<br />

von Bingen (1098 bis 1179 nach<br />

Christus) bekannt. Sie nannte die<br />

Käsepappel Babela und empfahl sie<br />

gekocht zur Verdauungsförderung.<br />

In rohem Zustand hielt sie die Malve<br />

jedoch irrtümlich für giftig.<br />

Die Käsepappel setzt man vor allem<br />

als Käsepappeltee ein. Ein teeaufguss<br />

wirkt reizmildernd bei leichten<br />

Schleimhautentzündungen im<br />

Mund- und rachenraum und hilft<br />

mit seinen Schleim- und Gerbstoffen<br />

bei der Bekämpfung von Erkrankungen<br />

der Atmungsorgane.<br />

Daher wird Käsepappeltee gerne bei<br />

Erkältungskrankheiten verwendet.<br />

Schließlich gilt das auch für Erkrankungen<br />

der Atmungsorgane wie<br />

Bronchitis und Keuchhusten.<br />

Die entzündungshemmende Wirkung<br />

der Käsepappel hilft übrigens<br />

auch <strong>gegen</strong> Halsschmerzen sowie<br />

Mund-, rachen- und Zahnfleisch -<br />

entzündungen.<br />

nützlich sind auch Gurgellösungen<br />

oder Mundwässer.<br />

Die vielen Anwendungen<br />

der Käsepappel<br />

In der Volksmedizin kennt man seit<br />

jeher die Wirkung der entzündungshemmenden<br />

Heilpflanze für die<br />

Atemwege, bei Hautbeschwerden<br />

sowie für den Magen-Darm-trakt<br />

(Verstopfung). Außerdem setzte man<br />

die Käsepappel auch erfolgreich als<br />

Kompresse am Magen ein, um<br />

Bauchschmerzen zu lindern.<br />

Bei Hautkrankheiten wird die<br />

Pflanze jedenfalls äußerlich oder als<br />

Badezusatz verwendet. Dabei gelten<br />

als Anwendungsgebiete Abszesse,<br />

Prellungen, Verbrennungen,<br />

Dermatitis, Schwellungen und<br />

ulcera cruris.<br />

Inhaltsstoffe<br />

unter dem Strich kommen die aktiven<br />

Komponenten in den Blättern,<br />

den Blüten sowie den Wurzeln der<br />

Pflanze vor. Dazu belegen mehrere<br />

Studien den Schleimgehalt aus Glucose,<br />

Galactose, Galacturonsäure<br />

und Glucuronsäure. Denn die<br />

Schleimstoffe legen sich wie ein<br />

schützender Film über die Schleimhäute.<br />

und sorgen damit für eine<br />

beruhigende Wirkung. Die Forscher<br />

fanden obendrein Flavonoide,<br />

Phenolsäuren sowie Gerbstoffe in<br />

der Käsepappel.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 101


Süßholz<br />

Süßholzwurzel – Glycyrrhiza glabra<br />

Die Heilpflanze Süßholz erreicht bis zu<br />

zwei Meter Höhe. Als Heilmittel setzt<br />

man die wirksame Süßholzwurzel,<br />

Extrakte und Lakritze vor allem auch<br />

zur Schleimlösung und Erleichterung<br />

des Auswurfs bei Katarrhen der<br />

oberen Atemwege ein. Zudem<br />

unterstützen die Naturstoffe der<br />

Süßholzwurzel die Behandlung von<br />

krampfartigen Beschwerden bei Entzündungen<br />

der Magenschleimhaut.<br />

Schließlich verwendet man die Süßholzwurzel<br />

auch als Hausmittel bei<br />

Erkältungen, Atemwegserkrankungen<br />

sowie Verdauungsbeschwerden.<br />

Die Süßholzwurzel zeigt auch<br />

mineralkortikoide und photoprotektive<br />

Effekte. In diesem Sinne hat man<br />

bereits vor Jahrtausenden seine<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> Durst beschrieben.<br />

Mehrere große, rezente internationale<br />

Corona-Studien zum Thema<br />

Heilpflanzen zur symptomatischen<br />

Behandlung von Covid-19 zeigten<br />

jedenfalls auch, dass die Süßholz-Naturstoffe<br />

(Süßholzwurzel – Glycyrrhiza<br />

glabra) auch in der ambulanten Behandlung<br />

der Coronavirus-Erkrankung<br />

positive Wirkungen entfalten können.<br />

https://medmix.at/suessholzwurzel-und-lakritze/<br />

102 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Für die gute Wirkung der Süßholzwurzel<br />

und von Lakritze ist hauptsächlich der<br />

Inhaltsstoff Glycyrrhetinsäure<br />

verantwortlich (auch als Glycyrrhizin)<br />

bekannt. Süßholz soll vor allem auch bei<br />

Erkältungen, Atemwegserkrankungen<br />

sowie Covid 19 helfen.<br />

In arabischen<br />

Ländern verkauft<br />

man noch heute<br />

Getränke, die aus<br />

der Süßholzwurzel<br />

hergestellt sehr<br />

gut den Durst<br />

stillen soll.<br />

© Carmen Hauser / shutterstock.com<br />

Verschiedene, weltweit<br />

durchgeführte Studien<br />

konnten bestätigen,<br />

dass Süßholz starke<br />

antimikrobielle, entzündungshemmende,<br />

krebshemmende und anti -<br />

oxidative Wirkungen entfalten kann.<br />

Süßholz (Süßholzwurzel –<br />

Glycyrrhiza glabra) bietet<br />

in der Corona-Pandemie<br />

<strong>Hilfe</strong> <strong>gegen</strong> die Beschwerden<br />

von Covid 19<br />

Zur Linderung der Symptome bei<br />

Covid 19 ist die Wissenschaft umfassend<br />

auf der Suche nach antiviralen<br />

und Entzündungen hemmenden<br />

Mittel. Dementsprechend hat man<br />

auch die Wirkung von Süßholz und<br />

Süßholzwurzel – Glycyrrhiza glabra)<br />

bei der Coronavirus-Erkrankung<br />

Covid 19 analysiert, inwiefern man<br />

damit die Symptome bekämpfen<br />

kann. Denn bereits in früheren Studien<br />

konnten die naturstoffe und sekundären<br />

Pflanzenstoffe der Süßholzwurzel<br />

sowohl antivirale als auch<br />

entzündungshemmende Eigenschaften<br />

unter Beweis stellen.<br />

Die drei Schlüsseleigenschaften von<br />

Süßholz sind seine Wirkung <strong>gegen</strong><br />

Viren, weiter der Autophagie-verstärkende<br />

Mechanismus sowie seine<br />

entzündungshemmende Wirkung.<br />

Als Autophagie bezeichnet man übrigens<br />

den Selbstmordmechanismus,<br />

den eine infizierte Zelle anwendet,<br />

um benachbarte Zellen vor einer<br />

weiteren Infektion zu schützen.<br />

Diese Wirkungen konnten jedenfalls<br />

den Gesundheitszustand von Covid-<br />

19-Patienten verbessern.<br />

Darüber hinaus waren die Pflanzenstoffe<br />

auch wirksam <strong>gegen</strong> eine<br />

reihe von Bakterien und Pilzen.<br />

In diesem Sinne kann der Einsatz<br />

der Süßholzwurzel auch nützlich<br />

sein, um eine sekundäre bakterielle<br />

Infektion bei Covid-19-Patienten zu<br />

vermeiden.<br />

Süßholzwurzel: Heilmittel<br />

seit der Antike bekannt<br />

Die Menschen haben in vielen großen<br />

Kulturen Asiens und Europas<br />

die Süßholzwurzel in verschiedenen<br />

Anwendungsgebieten eingesetzt.<br />

Die römer und Griechen benutzten<br />

Süßholzwurzel als Heilpflanze bei<br />

Asthma und Geschwüren.<br />

Der im 1. Jahrhundert lebende griechische<br />

Arzt Pedanios Dioskuridesaus<br />

Anazarbos in Kilikien (Kleinasien)<br />

–Militärarzt im römischen<br />

Dienst unter den Cäsaren Claudius<br />

und nero und berühmtester Pharmakologe<br />

der Antike – empfahl Süßholzwurzel<br />

in Form eines Saftes bei<br />

Sodbrennen und Heiserkeit.<br />

In der alten chinesischen Medizin<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 103


gehörte die Süß holzwurzel zu den<br />

zehn wichtigsten Heilpflanzen.<br />

Außerdem setzten arabische Ärzte<br />

die Süß holzwurzel <strong>gegen</strong> Dysmenorrhoe<br />

ein. Alte chinesische Aufzeichnungen<br />

beschreiben auch die Anwendung<br />

von Süßholzwurzel-Zubereitungen<br />

bei Ödemen.<br />

In Japan soll die Süßholzwurzel heute<br />

noch bei hyperandrogenetischen<br />

Frauen den Eisprung auslösen.<br />

Gegen den Durst<br />

Die Skythen verwendeten die Süßholzwurzel<br />

in Verbindung mit Stutenmilchkäse<br />

beim Durchqueren von<br />

Wüsten <strong>gegen</strong> den Durst. So sollen<br />

sie bis zu zwölf tage ohne jede Flüssigkeitszufuhr<br />

ausgekommen sein.<br />

Den Skythen soll auch bereits die<br />

Wasser retinierende Wirkung der<br />

Süßholzwurzel gekannt haben.<br />

Die Skythen waren ein iranisches<br />

nomadenvolk, das im 8. Jahrhundert<br />

vor Christus von den mittelasiatischen<br />

Steppen in das Gebiet nördlich<br />

des Schwarzen Meeres zwischen<br />

den Karpaten und dem Don einwanderten.<br />

Dann im 6. Jahrhundert vor<br />

Christus stießen sie bis ins heutige<br />

rumänien vor. Übrigens verkauft<br />

man in arabischen Ländern heute<br />

noch Getränke, die aus der Süßholzwurzel<br />

hergestellt werden und sehr<br />

gut den Durst stillen sollen.<br />

Lakritze – Extrakt aus<br />

Süßholzwurzel<br />

Als Lakritze wird der Extrakt aus der<br />

Süßholzwurzel bezeichnet. Der englische<br />

Apotheker George Dunhill<br />

mischte im 18. Jahrhundert dem<br />

eingedickten Saft Zuckersirup bei.<br />

Lakritzen wurden in Folge zum<br />

allerorts beliebten süßen Genuss.<br />

Vor allem als Süßigkeit wird Lakritze<br />

für Kinder seit dem Beginn des 20.<br />

Jahrhunderts angeboten.<br />

Es gibt sie in verschiedenen Sorten,<br />

wobei man zur Produktion die<br />

Süßholzwurzel raspelt und<br />

anschließend die Inhaltsstoffe<br />

extrahiert und eindickt.<br />

Lakritze wird in Kombination mit<br />

Ammoniumchlorid und Anisöl zu<br />

Pastillen für die Schleimlösung im<br />

Bereich der Atemwege verarbeitet.<br />

Schon die alten Griechen verwendeten<br />

den dunklen Saft der Süßholzwurzel<br />

zur Behandlung von Asthma<br />

und Magengeschwüren. In der traditionellen<br />

naturheilkunde wird<br />

Lakritze bei Husten oder Magen -<br />

leiden eingesetzt.<br />

Übermäßiger Konsum von<br />

Lakritze kann aber auch gefährlich<br />

sein. unlängst berichtete MEDMIX<br />

von einem Fall aus Italien: ein 10-<br />

jähriger Junge erlitt nach übermäßigem<br />

Lakritz-Konsum in Form von<br />

Süßigkeiten einen massiven Krampfanfall.<br />

Das Kind wurde nach einer<br />

über zwei Minuten andauernden<br />

Konvulsion in ein Krankenhaus in<br />

Bologna eingeliefert. Dabei kam es<br />

zu wiederholten tonisch-klonischen<br />

Krämpfen der Körpermuskulatur,<br />

verbunden mit einem Bewusstseinsverlust.<br />

Glycyrrhizin säure<br />

In der modernen Medizin kommt<br />

die Süßholzwurzel mit ihrem natürlich<br />

vorkommenden Bestandteil<br />

Glycyrrhizin säure bei Melanomen,<br />

Ekzemen und Hautgeschwü ren zur<br />

Anwendung. Man vermutet potenzielle<br />

photoprotektive Effekte.<br />

Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde<br />

beobachtet, dass viele Patienten<br />

mit Magengeschwüren durch eine<br />

Behandlung mit Süßholzwurzel Symptome<br />

eines Hyper aldosteronismus<br />

mit Wasseransammlungen, Bluthochdruck,<br />

Hypernatriämie und Hy-<br />

pokaliämie aufwiesen. Die mineralkortikoide<br />

Wirkung zeigt sich in einem<br />

Pseudo-Hyperaldosteronismus,<br />

da der Aldosteron-Spiegel neben<br />

dem Plasma- renin-Spiegel ebenfalls<br />

abfällt, wofür die Glycyrrhizin säure<br />

verantwortlich ist.<br />

Die Süßholzwurzel soll bei einer Erkältung<br />

die Bronchialschleimhaut<br />

anregen, damit sie mehr dünnflüssiges<br />

Sekret bildet. So kann zäher<br />

Schleim besser abgehustet werden.<br />

Weiters sollen antientzündliche<br />

Effekte bestehen, die Magensäurebildung<br />

vermindern (<strong>gegen</strong> Sodbrennen<br />

hilfreich) und möglicherweise<br />

sogar den Magenkeim Helicobacter<br />

pylori bekämpfen können. Das ist<br />

schließlich auch bei Gastritis positiv.<br />

Vorsicht<br />

Die Anwendung der Süßholzwurzel<br />

sollte jedenfalls auch in der Corona-<br />

Pandemie bei Covid-19 und Erkältungen<br />

nur in Absprache mit einem<br />

Arzt erfolgen.<br />

Denn übermäßiger Verzehr von<br />

Lakritze – zu hoch dosiert über einen<br />

zu langen Zeitraum – kann ernsthafte<br />

nebenwirkungen hervorrufen.<br />

Dazu gehört beispielsweise eine<br />

Erhöhung des Blutdrucks und<br />

negative Einflüsse auf Blutzuckerspiegel.<br />

Dementsprechend sollte<br />

man die Anwendung der Lakritze bei<br />

Diabetes oder nierenproblemen<br />

unterlassen. Ebenso in der<br />

Schwangerschaft. Weiter können<br />

Wechselwirkungen mit anderen<br />

Medikamenten ausgelöst werden.<br />

© Photology1971 / shutterstock.com<br />

Süßholzwurzel ist auch eine <strong>gesund</strong>e Süßigkeit.<br />

104 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


© Madeleine Steinbach / shutterstock.com<br />

Zitronenmelisse<br />

Melissa officinalis<br />

https://medmix.at/zitronenmelisse-haelt-herpes-viren-in-schach/<br />

Die Zitronenmelisse ist nahezu in jedem Garten zu finden.<br />

Aber nur wenige Menschen wissen die besondere Wirkungskraft<br />

des Melissenkrauts zu schätzen. Traditionell wird die<br />

Melisse für die Unterstützung der Magenfunktion und bei<br />

nervlicher Belastung verwendet. Teeaufgüsse oder Extrakte<br />

wirken beruhigend und krampflösend.<br />

Die Zitronenmelisse<br />

(Melisse oder Melissa<br />

officinalis) zählt zur<br />

Familie der Lippenblütler<br />

und entstammt dem östlichen<br />

Mittelmeerraum. Die ausdauernde,<br />

krautige Pflanze kann bis 1 m hoch<br />

werden und ein Alter von bis zu 30<br />

Jahren erreichen. Im Jahr 1988 wurde<br />

die Zitronenmelisse zur Arzneipflanze<br />

des Jahres ernannt.<br />

Zitronenmelisse bei <strong>Infektionen</strong><br />

mit verschiedenen<br />

Bakterien, Herpes-Viren<br />

und Erkältungsviren<br />

Schon früher zeigten Studien zur<br />

Wirksamkeit der Melisse, dass ihre<br />

pflanzlichen Extrakte manche <strong>Infektionen</strong><br />

effektiv eindämmen konnten.<br />

Bei <strong>Infektionen</strong> mit verschiedenen<br />

Bakterien, Herpes-Viren, Erkältungsviren<br />

und Hefepilzen waren<br />

alkoholische Extrakte aus Zitronenmelisse<br />

wirksam.<br />

Außerdem war vor allem die Anwendung<br />

des ätherischen Öls der<br />

Zitronenmelisse in der Behandlung<br />

von Herpes-Virus- <strong>Infektionen</strong> wie<br />

Fieberblasen sehr wirksam.<br />

Schließlich ist vor allem der Gehalt<br />

an rosmarinsäure für die<br />

antimikrobielle und antivirale Wirkung<br />

verantwortlich.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 105


<strong>Natürliche</strong><br />

Mittel, die<br />

helfen, unser<br />

Immunsystem<br />

zu stärken<br />

© PHOTOCREO Michal Bednarek / shutterstock.com<br />

Viren und Bakterien lauern nicht<br />

nur in der kalten Jahreszeit auf<br />

Tastaturen, Türklinken, Telefonen,<br />

öffentlichen Toiletten und<br />

Treppengeländern. Auch in<br />

geschlossenen Räumen ist die<br />

Luft oft mit Krankheitserreger<br />

belastet. Durch die niedrigen<br />

Temperaturen können sich vor<br />

allem Erkältungsviren noch<br />

besser vermehren. Zudem kann<br />

der Organismus durch eine<br />

geschwächte Immunabwehr Viren<br />

und Bakterien schlechter<br />

abwehren. Da<strong>gegen</strong> kann man<br />

aber einiges unternehmen.<br />

Viele Erwachsene erkranken<br />

etwa dreimal pro Jahr an<br />

Erkältung und grippalen<br />

Infekten und leiden an<br />

Hals-, Mund und rachenproblemen,<br />

Schnupfen und Husten. um dem ent<strong>gegen</strong>zuwirken,<br />

sollte man deswegen<br />

ganzjährig mit einem <strong>gesund</strong>en Lebensstil,<br />

verschiedenen natürlichen Mitteln<br />

und nährstoffen sowie geeigneten Maßnahmen<br />

sein Immunsystem stärken.<br />

In diesem Sinne gibt es sehr viele<br />

pflanzliche Mittel sowie Mikronähr -<br />

stoffe, die das Immunsystem stärken<br />

und den Körper <strong>gegen</strong> die Angriffe der<br />

Krankheits erreger wappnen. Das gilt<br />

vor allem auch <strong>gegen</strong> Grippe- und<br />

Coronaviren wie SArS-CoV-2.<br />

106 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


<strong>Natürliche</strong> Mittel<br />

helfen, das<br />

Immunsystem zu<br />

stärken und so<br />

Viren, Bakterien,<br />

Pilze und Co.<br />

wirksam zu<br />

bekämpfen.<br />

https://medmix.at/immunsystem-staerken-mit-natuerlichen-mitteln/<br />

Welche natürlichen Mittel<br />

unser Immunsystem<br />

stärken können<br />

Es gibt zahlreiche pflanzliche Mittel,<br />

die den Menschen seit jeher helfen,<br />

die eigenen Abwehrkräfte zu stärken.<br />

Zudem können auch Sport und körperliche<br />

Aktivitäten unser Immunsystem<br />

unterstützen. und zwar macht<br />

man Bewegung und Sport am besten<br />

auch an der frischen Luft und bei tageslicht.<br />

Das fördert dann auch die<br />

Vitamin-D-Bildung.<br />

unsere Abwehrkräfte profitieren zudem<br />

von <strong>gesund</strong>em Schlaf und von<br />

einem entspannten, stressfreien Alltag.<br />

Weiter hilft eine <strong>gesund</strong>e Ernährung<br />

mit viel Obst und Gemüse. Dies<br />

versorgt den Organismus mit wichtigen<br />

nährstoffen wie Vitaminen und<br />

Vitalstoffen. Eine wichtige rolle<br />

spielt beispielsweise das Vitamin C.<br />

Gerade in der Corona-Pandemie<br />

sollte man seine Abwehrkräfte<br />

stärken und mit den wichtigsten<br />

nährstoffe füttern.<br />

Immunsystem stärken<br />

<strong>gegen</strong> Bakterien, Viren<br />

und <strong>Infektionen</strong><br />

unser Immunsystem besteht unter<br />

anderem aus verschiedenen typen<br />

von immunkompetenten Zellen.<br />

Dazu zählen vor allem weiße Blutkörperchen,<br />

Helfer- und Killerzellen.<br />

Schließlich unterstützen uns die<br />

Abwehreinheiten des Immunsystems<br />

tag für tag bei der Abwehr von<br />

Krankheitserregern und schützt uns<br />

vor <strong>Infektionen</strong>. Zusätzlich senkt es<br />

aber auch das risiko, an Krebs zu<br />

erkranken. Einen wichtigen Beitrag<br />

leistet dabei das Fieber. Dieses soll<br />

allerdings auch nicht zu hoch steigen.<br />

Vor allem chronisch Kranke<br />

sollten dies vermeiden.<br />

Jedenfalls kann man eben mit zahlreichen<br />

anderen naturstoffen unser<br />

Immunsystem stärken und unser<br />

eAbwehrkräfte einsatzbereit machen.<br />

natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn | MEDMIX 107


Rosenwurz<br />

Rhodiola Rosea<br />

Rhodiola rosea – Rosenwurz – entfaltet eine gute Wirkung, um das<br />

Immunsystem zu stärken. Zudem helfen ihre Naturstoffe <strong>gegen</strong> Stress.<br />

Rhodiola ( Rhodiola rosea) – Rosenwurz – stärkt<br />

mit seiner immunmodulierenden Wirkung das<br />

Immunsystem und unsere Abwehrkräfte.<br />

Das hilft uns <strong>gegen</strong> <strong>Infektionen</strong> mit Viren und<br />

Bakterien.<br />

© Fotokon / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/rhodiola-mit-hohem-<strong>gesund</strong>heitsfoerdernden-potenzial/<br />

108 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Rhodiola rosea L. ist<br />

vor allem umgangssprachlich<br />

unter dem<br />

namen rosenwurz bekannt.<br />

Die aus der Familie der Dickblattgewächse<br />

(Crassulaceae) stammende<br />

Pflanze ist zwischen 5 und 35<br />

Zentimeter groß.<br />

Für das Immunsystem und<br />

<strong>gegen</strong> Stress<br />

Mithilfe der rosenwurz, rhodiola<br />

rosea, kann man das Immunsystem<br />

stärken und Stress ent<strong>gegen</strong>wirken.<br />

Weiter soll das pflanzliche Mittel die<br />

körperliche Ausdauer erhöhen.<br />

Obendrein sollen die Pflanzenstoffe<br />

der rosenwurz zur Steigerung der<br />

Arbeitsleistung positiv beitragen. Zudem<br />

kann rhodiola rosea Athleten<br />

vor einer durch die intensive körperliche<br />

Betätigung verursachte Anfälligkeit<br />

für <strong>Infektionen</strong> schützen.<br />

Schließlich soll die rosenwurz auch<br />

<strong>gegen</strong> Höhenkrankheit, <strong>Infektionen</strong><br />

mit Viren und Bakterien, Müdigkeitszustände,<br />

gastrointestinale<br />

Beschwerden sowie nervösen<br />

Störungen beziehungsweise Stress<br />

Wirkung zeigen.<br />

In einer rezenten Studie brachte<br />

rosenwurz auch gute Wirkung im<br />

Zusammenhang mit Aufmerksamkeit<br />

und Orientierung. Die Anwendung<br />

der rhodiola rosea verbesserte<br />

die mentale Geschwindigkeit, die<br />

Verarbeitung vor Denkprozessen sowie<br />

mentale ressourcen.<br />

rhodiola rosea ist ein sehr widerstandsfähiges<br />

Gewächs, das vor<br />

allem in sehr unwirtlichen, kalten<br />

umgebungen vorkommt.<br />

In Sibirien nutzen die Menschen seit<br />

hunderten Jahren die Wirkung der<br />

rosenwurz, um das kalte sibirische<br />

Klima sowie den teilweise dunklen<br />

Alltag zu meistern.<br />

Die Wirkung der<br />

Rosenwurz für die geistige<br />

sowie die körperliche<br />

Gesundheit<br />

Man verwendet die rhodiola rosea<br />

bei geistigen als auch körperlichen<br />

Symptomen von Stress. In diesem<br />

Sinne gilt die rosenwurz als<br />

Adaptogen.<br />

Als Adaptogen bezeichnet man bekanntlich<br />

alternativ medizinische<br />

pflanzliche Zubereitungen und Drogen,<br />

die den Körper dabei unterstützen,<br />

sich bei Stress anzupassen.<br />

Solche naturstoffe sollen zudem positive<br />

Effekte bei Stress induzierten<br />

Krankheiten ausüben. Die Inhaltsstoffe<br />

der rhodiola rosea sind übrigens<br />

rosavin und Salidrosid (ein<br />

Phenylethanoid) im Verhältnis 3:1.<br />

Jedenfalls hemmt die rhodiola rosea<br />

die untertypen A und B des Enzyms<br />

Monoaminooxidase. Diese bezeichnet<br />

man auch als MAO-A und<br />

MAO-B. Dabei haben mitochondriale<br />

Enzyme die Aufgabe, Serotonin (5-<br />

Hydroxytryptamin oder 5-Ht) und<br />

Dopamin (DA) zu verstoffwechseln.<br />

Dadurch, dass die rosenwurz die<br />

Fähigkeit dieser Enzyme hemmt,<br />

neurotransmitter zu verstoffwechseln,<br />

bleiben die neurotransmitter<br />

Serotonin und Dopamin länger aktiv.<br />

Mit anderen Worten in höherer<br />

Konzentration im Gehirn. Einerseits<br />

verbessert und stabilisiert die<br />

Aktivität von Serotonin im Gehirn<br />

die Stimmung beim Menschen.<br />

Andererseits macht die Aktivität von<br />

Dopamin im Gehirn die Menschen<br />

positiver und selbstbewusster.<br />

Schließlich erhöht das aber auch<br />

allgemein die Motivation.<br />

Rhodiola hemmt die<br />

Ausschüttung von Kortisol<br />

und Adrenalin<br />

unter dem Strich hemmt die<br />

rosenwurz auch die Ausschüttung<br />

der Stresshormone Cortisol und<br />

Adrenalin. Damit lindert rhodiola<br />

rosea eine große Zahl mentaler<br />

Anzeichen von Stress. und zwar bei<br />

nervosität, Lustlosigkeit, reizbarkeit<br />

sowie Angstzuständen. Gleichzeitig<br />

wird der Energiestoffwechsel der<br />

Zellen angeregt, was zu einer besseren<br />

Leistungsfähigkeit führt.<br />

Jedenfalls konnten viele Studien die<br />

duale Wirkung von rhodiola rosea<br />

belegen. Damit konnten Menschen<br />

mit Burn-out, Stress bedingte Zustände<br />

von Ermüdung deutlich<br />

verbessern. Es zeigte sich weiter eine<br />

reduzierte Ausschüttung des Stress -<br />

hormons Cortisol.<br />

Patienten mit leichter bis mittelschwerer<br />

Depression konnte wiederum<br />

eine signifikante Verbesserung<br />

der emotionalen Stabilität erreichen.<br />

Weiter zeigten Forscher positive Effekte<br />

<strong>gegen</strong> Schlaflosigkeit und nicht<br />

erklärbarer körperlicher Beschwerden.<br />

Schließlich gab es keine schwerwiegenden<br />

nebenwirkungen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 109


Ginseng<br />

Panax ginseng<br />

Man kennt Ginseng als natürliches Stärkungsmittel, das das Immunsystem<br />

unterstützt, unsere Abwehrkräfte stärkt und die Leistung steigert.<br />

Der Ginseng ist ein<br />

Adaptogen, das seit<br />

Jahrtausenden ein<br />

sehr populäres, effektives<br />

Heilmittel und traditionelles<br />

Stärkungsmittel ist.<br />

Denn man schreibt den Inhaltsstoffen<br />

der Ginsengwurzel die Fähigkeit<br />

zu, sich den Bedürfnissen des einzelnen<br />

Menschen anpassen zu können.<br />

Diese adaptogene Wirkung der Ginsengwurzel<br />

hilft <strong>gegen</strong> viele körperliche<br />

Probleme. Beispielsweise mobilisiert<br />

Ginseng die körpereigenen reserven,<br />

stärkt das Immunsystem, bewirkt<br />

eine Leistungssteigerung und<br />

hilft gezielt <strong>gegen</strong> großen psychischen<br />

Druck.<br />

Weiter unterstützt Ginseng den Körper<br />

bei Erschöpfung <strong>gegen</strong> Müdigkeit,<br />

damit er sich rascher erholen<br />

kann. Adaptogene sind bekanntlich<br />

jene Heilpflanzen, die die Anpassungsfähigkeit<br />

des Körpers <strong>gegen</strong><br />

Stress steigern helfen. Das soll dann<br />

auch negative <strong>gesund</strong>heitliche Auswirkungen<br />

abmildern.<br />

Gut für die Abwehrkräfte:<br />

Ginseng kann das Immunsystem<br />

<strong>gegen</strong> verschiedene<br />

Einflüsse stärken, zudem<br />

bringt das Adaptogen<br />

eine Leistungssteigerung<br />

<strong>gegen</strong> Müdigkeit<br />

Das Adaptogen Ginseng stärkt das<br />

Immunsystem, das nervenkostüm,<br />

die Lungenfunktion und allgemein<br />

die inneren Organe. Wobei Ginseng<br />

als Stärkungsmittel allgemein die<br />

Abwehrkräfte des Körpers aktiviert,<br />

ihn entgiftet und kräftigt.<br />

Durch die Wirkung von Ginseng<br />

kommt es zu einer geistigen und körperliche<br />

Leistungssteigerung. Das<br />

hilft auch <strong>gegen</strong> Müdigkeit und<br />

Schwächen bei der Konzentration.<br />

Schließlich wird auch die Steuerung<br />

der inneren Organe wieder ins<br />

Gleichgewicht gebracht.<br />

Weiter wird die Lungenfunktion<br />

verbessert, was die Sauerstoffzufuhr<br />

erhöht und wichtig für das Immunsystem<br />

ist. Durch die stärkende<br />

Wirkung auf Atmung und Kreislauf<br />

helfen Anwendungen der Ginsengwurzel<br />

eben auch <strong>gegen</strong> Müdigkeit<br />

und Schwächegefühl.<br />

Gegen erhöhten Fett- und<br />

Cholesterinspiegel<br />

Bewiesen ist auch eine vorbeu gende<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> Arterio sklerose, da<br />

das Heilmittel dem erhöhten Fettund<br />

Cholesterinspiegel ent<strong>gegen</strong>wirkt.<br />

Über- oder unterfunktionen<br />

des Körpers können wie psychische<br />

Belastungen sanft und effektiv ausgeglichen<br />

werden. Schlussendlich<br />

fördert diese Kraftwurzel das reaktions-<br />

und Leistungsvermögen und<br />

hilft dadurch, Stress besser bewältigen<br />

zu können.<br />

Die Ginsengwurzel<br />

entzieht dem Boden die<br />

Nährstoffe<br />

Die Ginsengwurzel von der Stammpflanze<br />

Panax ginseng gilt in der ostasiatischen<br />

Medizin als Allheilmittel<br />

mit langer tradition. So bedeutet<br />

Panax im Griechischen und Lateinischen<br />

etwa Allheilmittel, wobei hier<br />

auch ein Bezug zur menschenähnlichen<br />

Gestalt der Ginsengwurzel gegeben<br />

ist. Da ihr Anbau nicht einfach<br />

ist, werden Produkte recht teuer angeboten.<br />

Die bekannte Arten sind<br />

der am meisten geschätzte koreanische<br />

sowie der chinesische, japanische<br />

und amerikanische Ginseng.<br />

Übrigens unterscheidet man auch<br />

weißen und roten Ginseng.<br />

Die Pflanze braucht bis zur Ernte etwa<br />

5 bis 6 Jahre, wobei der Anbau<br />

große Sorgfalt erfordert. Beispielsweise<br />

muss man nach der Ernte der<br />

Ginsengwurzel den Anbau anderswo<br />

fortsetzen, da am gleichen Platz<br />

mangels der wichtigen nährstoffe,<br />

die die Pflanze dem Boden entzogen<br />

hat, kein weiterer Samen mehr<br />

wachsen. Denn der Boden braucht<br />

zirka 16 Jahre, um sich zu erholen<br />

und wieder genügend nährstoffe zu<br />

enthalten. Dieser komplizierte Anbau<br />

rechtfertigt auch den recht hohen<br />

Preis der Ginsengprodukte.<br />

Ginseng hilft <strong>gegen</strong> negative<br />

äußere Einflüsse<br />

Ginseng ist wie oben erwähnt ein<br />

Adaptogen. Das bedeutet, dass das<br />

pflanzliche Heilmittel imstande ist,<br />

die Widerstandskraft des Organismus<br />

<strong>gegen</strong> Einflüsse physikalischer,<br />

chemischer und biologischer Art zu<br />

erhöhen, aber auch <strong>gegen</strong> psychische<br />

Stressoren Wirkung zu zeigen.<br />

Solche äußeren Einflüsse sind Kälte,<br />

Hitze oder ionisierende Strahlung.<br />

Chemische Einflüsse sind zum Beispiel<br />

umweltgifte oder Arzneimittel,<br />

während zu den biologischen etwa<br />

Krankheitserreger, wie Viren, Bakterien<br />

oder Pilze zählen.<br />

110 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


© tarapong srichaiyos / shutterstock.com<br />

Ginsenoside<br />

Eine hochwertige Ginsengwurzel<br />

enthält mindestens zwischen sechs<br />

und acht Prozent Ginsenoside, die<br />

die wichtigsten Inhaltsstoffe sind.<br />

Bei normalen Dosierun gen<br />

entstehen keine Nebenwirkungen.<br />

Deswegen eignet sich der Ginseng<br />

auch für die Langzeitanwendung.<br />

https://medmix.at/unterstuetzende-wirkung-von-ginseng/<br />

natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn | MEDMIX 111


Die Taigawurzel gehört zur<br />

Familie der Efeugewächse, die<br />

botanisch aus Nordostasien<br />

stammt. Heute findet man<br />

Eleutherococcus senticosus<br />

zudem auch auf der Insel<br />

Sachalin, in Nordchina, in<br />

(Süd-)-Korea und Japan sowie<br />

sogar in Finnland.<br />

Wissenschaftler konnten<br />

beobachten, wie Rentiere nach<br />

der Wurzel gegraben und sich<br />

durch deren Verzehr für den<br />

Winter gestärkt haben.<br />

© Lunov Mykola / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/eleutherococcus/<br />

112 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Taigawurzel<br />

Eleutherococcus senticosus,<br />

Sibirischer Ginseng<br />

Eleutherococcus senticosus – auch Sibirischer Ginseng oder<br />

Taigawurzel genannt – bringt mit seiner natürlichen, pflanzlichen<br />

Wirkung das Immunsystem richtig in Schwung.<br />

Die taigawurzel, auch<br />

als Eleutherococcus<br />

senticosus oder Sibirischer<br />

Ginseng bekannt,<br />

ist eine der bekanntesten<br />

pflanzlichen Mittel, die man einsetzt,<br />

um das Immunsystem zu stärken.<br />

Die Heilpflanze gilt in diesem Sinne<br />

als Adaptogen, die mit ihrer Wirkung<br />

dem menschlichen Organismus dabei<br />

hilft, besser mit Stress umgehen<br />

zu können.<br />

In der chinesischen Medizin wird die<br />

Wirkung der taigawurzel bereits seit<br />

dem dritten Jahrhundert vor Christus<br />

genutzt. und zwar vor allem zur<br />

Stärkung und Aktivierung der Lebensenergie<br />

»Qi«.<br />

Seit den 1970er-Jahren erfreut sich<br />

Eleutherococcus senticosus auch in<br />

der westlichen Medizin immer größerer<br />

Beliebtheit. In Europa hat man<br />

Eleutherococcus-Zubereitungen als<br />

»traditional Herbal Medicinal Products«<br />

eingestuft.<br />

Darreichungsformen mit taigawurzel<br />

sollte man aber nicht länger als 2<br />

Monate mit einer tagesdosis von 2<br />

bis 3 g Droge einnehmen.<br />

Anwendung als Extrakt<br />

oder Tonikum<br />

Allerdings muss man die taigawurzel<br />

kontinuierlich anwenden. Deswegen<br />

setzt man den Sibirischen Ginseng<br />

wegen seiner Wirkung auch häufig<br />

als tonikum im Alter ein. Zudem<br />

auch während der rekonvaleszenz.<br />

Der Eleutherococcus senticosus soll<br />

als natürliches tonikum auch <strong>gegen</strong><br />

Müdigkeit und Schwäche helfen. Die<br />

taigawurzel oder Sibirischer Ginseng<br />

ist aber auch als Extrakt in Kapselform<br />

erhältlich.<br />

Bei Bluthochdruck ist übrigens Vorsicht<br />

geboten. Weitere unerwünschte<br />

nebenwirkungen sind zudem Kopfschmerzen,<br />

Schlafstörungen, Müdigkeit,<br />

nervosität, schneller Puls und<br />

Magen-Darm-Beschwerden.<br />

Inhaltsstoffe<br />

Die taigawurzel enthält als Haupt -<br />

inhaltsstoffe Eleutheroside, Saponine,<br />

Lignane sowie deren Glykoside.<br />

Zudem sind monomere Phenylpropane,<br />

Cumarine sowie Sterole und<br />

außerdem immunstimulatorisch wirkende<br />

Polysaccharide enthalten.<br />

Mit der Wirkung der<br />

Taigawurzel die körper -<br />

eigene Widerstandskraft<br />

unterstützen und das<br />

Immunsystem stärken<br />

Die naturstoffe der taigawurzel sollen<br />

wie Immunstimulanzien das<br />

Immunsystem stimulieren. Dabei<br />

soll soe die Abwehrkräfte aktivieren<br />

sowie eine tonisierende Wirkung<br />

entfalten. Weiter wurden Effekte<br />

beobachtet, die <strong>gegen</strong> Viren helfen<br />

und den Blutzucker senken können.<br />

Eleutherococcus-Zubereitungen setzt<br />

man seit langer Zeit ein, um die körpereigene<br />

Widerstandskraft und die<br />

Abwehrkräfte zu aktivieren und zu<br />

erhalten.<br />

Das hilft dann auch besonders bei<br />

außergewöhnlichen körperlichen,<br />

seelischen und geistigen Belastungen.<br />

Denn die taigawurzel steigert<br />

mit seiner Wirkung die Leistungsund<br />

Konzentrationsfähigkeit bei<br />

Erschöpfung.<br />

Mehr Immunsystem-Zellen<br />

In einer Studie an <strong>gesund</strong>en Probanden<br />

kam es nach 4-wöchiger therapie<br />

mit einem ethanolisch-wäss rigen<br />

Flüssigextrakt der taigawurzel zu einer<br />

hochsignifikanten Zunahme<br />

wichtiger Zellen des Immunsystems.<br />

und zwar waren das vor allem die t-<br />

Lymphozyten. Allerdings konnte<br />

man auch mehr Killerzellen des Immunsystems<br />

nachweisen.<br />

Eine signifikante Verbesserung der<br />

körpereigenen Abwehrkräfte <strong>gegen</strong><br />

Fremdkörper (Phagozytose) konnte<br />

man an 35 Probanden beobachten.<br />

und zwar nachdem die Studienteilnehmer<br />

täglich 75 tropfen flüssigen<br />

Eleutherococcus-extrakt über 30 tage<br />

lang eingenommen hatten.<br />

Durch den Einsatz eines trocken -<br />

extraktes mit 400 mg traten auch<br />

weniger Herpes-<strong>Infektionen</strong> auf.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 113


Tragant<br />

Astragalus membranaceus<br />

Er gilt für das Immunsystem als Wundermittel der TCM:<br />

Mongolischer Tragant, Tragantwurzel, kann uns im Kampf <strong>gegen</strong><br />

Viren und Bakterien sehr effektiv unterstützen.<br />

Der »mongolische tragant«<br />

(tragantwurzel,<br />

Astragalus membranaceus)<br />

gehört zu den<br />

wichtigsten Heilpflanzen der traditionellen<br />

chinesischen Medizin.<br />

Seine Wirkung unterstützt das<br />

Immunsystem und hilft <strong>gegen</strong> Viren<br />

und andere Krankheitserreger sowie<br />

<strong>gegen</strong> Krebs und Diabetes und bei<br />

Allergien.<br />

In der traditionellen chinesischen<br />

Medizin schätzt man die Wirkung<br />

von Abkochungen aus den Wurzeln<br />

von Astragalus membranaceus, dem<br />

mongolischer tragant, sehr. Zubereitungen<br />

sind bekannt als Huangqi.<br />

Zur Verfügung stehen beispielsweise<br />

Wurzelpulver, tinkturen sowie tee<br />

und Suppen aus der tragantwurzel.<br />

Mongolischer tragant – Astragalus<br />

membranaceus – ist jedenfalls eine<br />

der am weitesten verbreiteten traditionellen<br />

chinesischen Kräuter. Man<br />

verwendet das tCM-Mittel als<br />

Immunstimulans, Stärkungsmittel,<br />

Antioxidans, Leberschutzmittel,<br />

Diuretikum, <strong>gegen</strong> Diabetes und<br />

Krebs sowie zum Lösen von Schleim.<br />

Schließlich zeigen rezente Ergebnisse<br />

sogar, dass mongolischer tragant<br />

den Eintritt des SArS-CoV-2-Virus<br />

in die Zellen hemmen kann.<br />

Tragant und Tragantwurzel<br />

entfalten positive Wirkung<br />

für das Immunsystem und<br />

seine Abwehrkräfte<br />

Im Grunde genommen gilt Mongolischer<br />

tragant als immunmodulierend.<br />

Das heißt, dass seine Inhaltsstoffe<br />

einerseits ein schwaches<br />

Immunsystem anregen können. Andererseits<br />

dämpfen sie die schädliche<br />

Wirkung einer möglichen überschießende<br />

Immunreaktionen der Abwehrkräfte<br />

(wie beim Zytokinsturm).<br />

Vor allem seine Saponine und Flavonoide<br />

sollen dafür verantwortlich<br />

sein, das Immunsystem und die Abwehrkräfte<br />

zu stärken. Diese machen<br />

aus Astragalus membranaceus, dem<br />

mongolischen tragant, auch ein<br />

natürliches pflanzliches Mittel, das<br />

bei der Vorbeugung <strong>gegen</strong> Erkältungen<br />

und Grippeerkrankungen den<br />

Körper unterstützen können. Die<br />

vorbeugende Anwendung tragant<br />

zur Stärkung des Immunsystems ist<br />

speziell ab Herbst empfehlenswert.<br />

Astragalosid IV<br />

Astragalosid IV ist für die pharmakologische<br />

Wirkung von Astragalus<br />

membranaceus (mongolischem tragant<br />

und der tragantwurzel) ein<br />

wichtiger sekundärer Pflanzenstoff.<br />

Dieser ist einer der Hauptverbindungen<br />

aus dem wässrigen Extrakt von<br />

Astragalus membranaceus. Der naturstoff<br />

konnte in zahlreichen Studien<br />

zeigen, dass er Herz und Kreislauf,<br />

Lunge, nieren sowie das Gehirn<br />

unterstützt. Die pharmakologischen<br />

Wirkungen von Astragalosid IV<br />

helfen dem Körper außerdem beim<br />

Schutz von Gehirn, nerven sowie der<br />

Leber.<br />

Tragant <strong>gegen</strong> Krebs und<br />

Diabetes<br />

Weiter soll mongolischer tragant<br />

den Organismus im Kampf <strong>gegen</strong><br />

Krebs und Diabetes unterstützen.<br />

Verantwortlich dafür sollen die antioxidativen,<br />

entzündungshemmenden<br />

sowie antiapoptotischen Wirkungen<br />

von Astragalus membranaceus<br />

sein. Dies spielt auch eine rolle<br />

bei der Stärkung des Immunsystems,<br />

im Kampf <strong>gegen</strong> Krebszellen sowie<br />

zur Verbesserung der Chemosensitivität<br />

von Chemotheapeutika.<br />

Astragalus membranaceus<br />

bei Allergien<br />

Ein wichtiges prominentes Einsatzgebiet<br />

des Astragalus membranaceus<br />

war in den letzten Jahren der Einsatz<br />

bei Menschen mit Allergien.<br />

114 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Tragant und Tragantwurzel<br />

stärken unseren Organismus<br />

Astragalus membranaceus ist ein wichtiges Heilkraut,<br />

das häufig in vielen pflanzlichen Formulierungen in der<br />

Praxis der traditionellen chinesischen Medizin (TCM)<br />

verwendet wird, um eine Vielzahl von Krankheiten und<br />

Körperstörungen zu behandeln.<br />

Unter seinen vielfältigen klinischen Anwendungen<br />

wurde in den letzten Jahren die potenzielle<br />

Verwendung dieses Krauts und seiner chemischen<br />

Bestandteile bei der Behandlung von entzündlichen<br />

Erkrankungen und Krebs aktiv untersucht.<br />

© Romix Image / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/wirkung-von-astragalus-membranaceus-mongolischer-tragant-als-wundermittel-der-tcm/<br />

natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn | MEDMIX 115


Hibiskus<br />

Hibiscus sabdariffa<br />

Die medizinische Wirkung von Hibiskustee wird oft unterschätzt.<br />

Denn Hibiskus ist reich an Vitamin C, hilft <strong>gegen</strong> Erkältung,<br />

Bluthochdruck, Cholesterin und unterstützt das Immunsystem.<br />

Den Hibiskus nennt<br />

man in Japan „sanfte<br />

Blüte“. In China symbolisieren<br />

die Hibiskusblüten<br />

ruhm, reichtum und<br />

Pracht In Hawaii ist Hibiskus die offizielle<br />

Staatsblume, die man bei<br />

wichtigen Empfängen mit Staats -<br />

gästen bei der Begrüßung überreicht.<br />

Mehrere hundert Arten des Hibiskus<br />

wachsen in tropischen und subtropischen<br />

Gebieten auf der ganzen Erde.<br />

Dabei schätzt man vor allem in Asien<br />

die medizinische Wirkung von Hibiskus<br />

und seine bevorzugte Anwendung<br />

als Hibiskustee, vor allem auch<br />

<strong>gegen</strong> <strong>Infektionen</strong>.<br />

Man schätzt Hibiskus jedenfalls wegen<br />

seiner vielfältigen Wirkung. und<br />

zwar bestehen harntreibende, choleretische,<br />

analgetische, antitussiven,<br />

immunmodulatorischen sowie antimikrobielle<br />

Effekte. Weiter soll Hibiskustee<br />

auch gute blutdrucksenkende,<br />

antioxidative sowie krebsbekämpfende<br />

Wirkung sein. Sowie gut<br />

für die Leber (hepatoprotektive)<br />

sein.<br />

Hibiskus: Chinarose<br />

oder Chinesischer<br />

Roseneibisch<br />

Der Hibiskus stammt ursprünglich<br />

aus Asien. Dann gelangte er über die<br />

Seidenstraße von den Gärten Chinas<br />

in den Vorderen Orient. Schließlich<br />

von dort in türkische sowie arabische<br />

Gärten. Erst <strong>gegen</strong> Ende des 16.<br />

Jahrhunderts fand der Hibiskus den<br />

Weg nach Mittel- und Westeuropa.<br />

Daher trägt er auch im Volksmund<br />

die Beinamen Chinarose oder Chinesischer<br />

roseneibisch.<br />

Diese namen haben durchaus Berechtigung,<br />

da die Hibiskusblüten<br />

mit den rosen locker mithalten können.<br />

Je nach Sorte gibt es einfache<br />

oder gefüllte Blüten, ein- oder mehrfarbig.<br />

Botanisch gesehen zählt die<br />

Hibiskuspflanze zu den Malvengewächsen<br />

(Malvaceae). Die Blüte- und<br />

Sammelzeit ist im August und im<br />

September. Im Grunde genommen<br />

verwendet man die Kelche der Hibiskusblüten.<br />

Hibiskustee verwenden<br />

Die Hibiskusblüten werden zu<br />

Hibiskustee verarbeitet. Hauptsächlich<br />

werden hier die zur Fruchtzeit<br />

geernteten, getrockneten Kelche und<br />

Außenkelche von Hibiscus sabdariffa<br />

verwendet. Die enthaltenen Säuren<br />

wie beispielsweise Zitronensäure,<br />

Apfelsäure, Weinsäure sowie Hibiskussäure<br />

(Allohydroxyzitronensäurelacton)<br />

ergeben den säuerlichen Geschmack.<br />

Die enthaltenen Anthocyane wie beispielsweise<br />

Delphinidin und Cyanidin<br />

färben den teeaufguss dunkelrot.<br />

Der tee ist ein beliebtes Getränk<br />

sowohl in Ägypten und im Sudan als<br />

auch in Mexiko. Der tiefrote Hibiskustee<br />

wird heiß oder kalt getrunken.<br />

In der vegetarischen Küche Südasiens<br />

kommen die Hibiskusblüten<br />

in Currygerichten vor.<br />

Gesundheitliche Wirkung<br />

von Hibiskustee<br />

Die Forschung hat sich weltweit mit<br />

Hibiskus als wirksames Heilkraut<br />

beschäftigt. Wobei sind die Ergebnisse<br />

bezüglich seiner medizinischen<br />

Wirkung beziehungsweise auch von<br />

Hibiskustee doch erstaunlich sind.<br />

Die Pflanze hat auch die Fähigkeit,<br />

den Blutdruck zu regulieren.<br />

Dementsprechend können drei tassen<br />

Hibiskustee pro tag den Blutdruck<br />

auf natürliche Weise um 7,2<br />

mmHg senken. Weiter fungiert Hibiskus<br />

als natürlicher Cholesterin-<br />

Senker, dies ist auf die vorhandenen<br />

Antioxidantien zurückzuführen.<br />

Außerdem ist Hibiskus eine Vitamin<br />

C Bombe, dessen Wirkung für ein<br />

funktionierendes Immunsystem<br />

wichtig ist. Die Pflanze unterstützt<br />

den Körper auch <strong>gegen</strong> Bakterien<br />

und hilft dabei, Entzündungen zu<br />

hemmen. Im Grunde genommen<br />

empfiehlt die Volksmedizin Hibiskus<br />

als Heilkraut bei Erkältungen, Kreislaufbeschwerden,<br />

Ekzemen sowie<br />

zur Appetitanregung.<br />

Hibiskus kann aber auch den Östrogenlevel<br />

steigern und dadurch den<br />

Hormonhaushalt durcheinander<br />

bringen. Deswegen sollten Frauen<br />

Hibiskustee mit Bedacht trinken und<br />

in der Schwangerschaft gar nicht anwenden.<br />

116 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Hibiskustee enthält<br />

sehr viel Vitamin C. Er<br />

unterstützt das<br />

Immunsystem und hilft<br />

<strong>gegen</strong> <strong>Infektionen</strong> und<br />

Erkältung. Seine<br />

Naturstoffe entfalten<br />

zudem eine Wirkung<br />

<strong>gegen</strong> Bakterien.<br />

© sudarat chanthubha / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/wirkung-von-hibiskustee/<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 117


Schwarzkümmel<br />

Nigella sativa (N. sativa)<br />

Die Inhaltsstoffe im Schwarzkümmel und in Schwarzkümmelöl<br />

entfalten vielseitige Wirkungen <strong>gegen</strong> Viren und Bakterien. Ihre<br />

Naturstoffe stimulieren das Immunsystem und können uns sogar<br />

im Kampf <strong>gegen</strong> Coronaviren und Covid 19 helfen.<br />

Viele aktive Inhaltsstoffe im<br />

Schwarzkümmel wurden in<br />

den letzten Jahrzehnten<br />

isoliert. Dazu gehören Thymoquinon<br />

(Thymochinon),<br />

Thymohydroquinon,<br />

Dithymoquinone, Thymol,<br />

Carvacrol, Nigellimine-Noxid,<br />

Nigellicin, Nigellidin<br />

und Alpha- Hederin.<br />

Diese sind für verschiedene<br />

pharmakologischen<br />

Wirkungen von<br />

Schwarzkümmel-Samen,<br />

Schwarzkümmelöl,<br />

Schwarzkümmel-Extrakten<br />

verantwortlich.<br />

Das pfefferartige Gewürz<br />

Schwarzkümmel erinnert<br />

geschmacklich etwas an<br />

Sesam mit einer leichten<br />

Kreuzkümmel-Note.<br />

Auch heute noch streut man<br />

die schwarzen Samen – die im<br />

asiatischen Raum auch als<br />

„black onion seed“ –<br />

„schwarzer Zwiebelsamen“ –<br />

bezeichnet werden – ähnlich<br />

wie Sesam auf Fladenbrot.<br />

https://medmix.at/schwarzkuemmel-schwarzkuemmeloel/<br />

© Dionisvera / shutterstock.com<br />

118 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Schwarzkümmel – nigella<br />

sativa (n. sativa) – wird seit<br />

Jahrtausenden erfolgreich<br />

in verschiedenen regionen<br />

heilkundlich eingesetzt. Einerseits<br />

spielt Schwarzkümmel zwar als nahrungsmittel<br />

eine wichtige rolle. Andererseits<br />

ist Schwarzkümmel und<br />

vor allem auch das Schwarzkümmelöl<br />

mit zahlreichen Wirkungen ein natürliches<br />

Heilmittel bei vielen Krankheiten.<br />

und zwar in der Ethnomedizin<br />

der graeco-arabischen Medizin<br />

unani, Ayurveda und der traditionellen<br />

Chinesischen Medizin sowie<br />

anderen Arabischen Heilkünsten.<br />

Zahlreichen Wirkungen<br />

von Schwarzkümmel und<br />

Schwarzkümmelöl<br />

• Immunstimulierend. Schwarzkümmel<br />

oder Schwarzkümmelöl<br />

stärken unser Immunsystem. Ihre<br />

Inhaltsstoffe stimulieren unsere<br />

Abwehrzellen im Kampf <strong>gegen</strong><br />

Krankheitserreger.<br />

• Entzündungshemmend,<br />

schmerzlindernd. Schwarzkümmelöl<br />

hilft äußerlich angewandt dabei,<br />

beispielsweise Arthrose-Schmerzen<br />

zu lindern. In einer rezenten Studie<br />

war die Anwendung sogar effektiver<br />

als Diclifenac-Gel. Verantwortlich<br />

dafür soll dafür die entzündungshemmende<br />

Wirkung von<br />

Schwarzkümmel sein.<br />

• Antioxidativ. Die Inhaltsstoffe<br />

von Schwarzkümmel oder Schwarzkümmelöl<br />

schützen den Körper, alle<br />

Organe, vor freien radikalen und<br />

oxidativem Stress. Diese Eigenschaft<br />

zieht zahlreiche andere protektive<br />

Wirkungen nach sich.<br />

• Antimikrobiell, antibakteriell,<br />

antiviral und antiparasitär. Die<br />

Wirkung von Schwarzkümmel <strong>gegen</strong><br />

Bakterien ist Abhängig von der Konzentration<br />

von thymochinon. Dies<br />

kann auch äußerlich (topisch) genutzt<br />

werden.<br />

• Antiasthmatisch. Eine Studie<br />

bestätigte, dass Schwarzkümmel zusätzlich<br />

zur Asthma-Behandlung bei<br />

der Asthmakontrolle positive Wirkung<br />

bringt.<br />

• Blutzucker senkend, anti -<br />

diabetisch. Schwarzkümmel kann<br />

die Stoffwechsellage bei Diabetes<br />

verbessern.<br />

• Blutdruck senkend. Schwarzkümmel<br />

kann den Blutdruck und die<br />

Herzfrequenz senken. Es verringert<br />

den kardialen Stress, verhindert die<br />

Abnahme von Stickstoffmonoxid<br />

(nO), hemmt die ACE-Expression.<br />

• Gefäßschützend. Verantwortlich<br />

dafür soll laut jüngsten Daten vor allem<br />

das thymochinon sein, das die<br />

endotheliale Dysfunktion, vor allem<br />

auch bei Diabetes, verbessern kann.<br />

• Antikanzerogen, Antiproliferativ.<br />

Schwarzkümmel fördert die<br />

Abwehraktivität der Killerzellen <strong>gegen</strong><br />

Krebszellen. Dafür soll das enthaltenen<br />

thymoquinon entscheidend<br />

sein. Es hemmte in einer Studie<br />

auch das Wachstum und die Streuung<br />

(Metastasierung) von tumorzellen.<br />

rezente In-Silico-Studienergebnisse<br />

deuten auf positive Wirkungen<br />

von thymoquinon bei Frauen mit<br />

Her2 positiven Brustkrebs hin.<br />

nach untersuchungen des Sloan<br />

Kettering Krebsforschungsinstituts<br />

von Hilton Head Island, South Carolina/uSA,<br />

hat das ägyptische<br />

Schwarzkümmelöl signifikant positive<br />

Wirkungen auf das menschliche<br />

Immunsystem, kann Knochenmarkszellen<br />

stimulieren, die Produktion<br />

der Immunzellen steigern und<br />

die Interferonproduktion erhöhen.<br />

Schwarzkümmelöl bei<br />

Covid 19<br />

Die Einnahme von Schwarzkümmelöl<br />

konnte auch bei einer Covid-19-<br />

Erkrankung als zusätzliche Behandlung<br />

sehr positive heilende Wirkungen<br />

entfalten. Verantwortlich dafür<br />

soll das enthaltene thymoquinon<br />

sein. Auch aktuelle In-silico-Studien<br />

zeigen, dass die Inhaltsstoffe von<br />

Schwarzkümmel beziehungsweise<br />

Schwarzkümmelöl potenzielle Wirkungen<br />

<strong>gegen</strong> SArS-Cov-2 und Covid-19<br />

bieten können.<br />

Fallbeispiel. Anfang Februar des<br />

Jahres 2020 infizierte sich ein MED-<br />

MIX-Autor mit SArS-Cov-2. Wobei<br />

nach neun tagen die ersten Symptome<br />

von Covid-19 auftraten. Wie extreme<br />

Schwäche, sehr starken Muskelschmerzen<br />

mit leichtem Fieber. Hinzu<br />

kam ein trockener und sehr<br />

schmerzhafter Husten – ähnlich einer<br />

Bronchitis. Der Patient begann<br />

Schwarzkümmelöl mit der Dosierung<br />

von dreimal täglich ein Esslöffel<br />

(5 ml) mit insgesamt 120 ml in acht<br />

tagen einzunehmen. Die Symptome<br />

verschwanden sieben tage nach Beginn<br />

der Behandlung.<br />

Thymoquinon in<br />

Schwarzkümmel<br />

Die Wirkung von thymoquinon mit<br />

seinem breiten antiviralen Spektrum<br />

ähnelt den synthetischen Malaria-<br />

Wirkstoffen Hydroxychloroquin und<br />

Chloroquin. Diese Wirkstoffe verursachen<br />

aber starke nebenwirkungen,<br />

speziell für Herz und Kreislauf.<br />

Schwarzkümmel in der<br />

Nahrung<br />

In den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts<br />

war Schwarzkümmel auch<br />

unter der Be zeichnung »Schwarzer<br />

Koreander« bekannt. Offiziell hat<br />

man die Samen hin<strong>gegen</strong> als<br />

»Semina nigellae seu Melanthii seu<br />

Semina Cumini« bezeichnet.<br />

Die Samen von Schwarzkümmel,<br />

welche beim Zerreiben würzig und<br />

Petersilie ähnlich riechen, haben einen<br />

scharfen, kratzenden Geschmack.<br />

Deswegen benützt man es<br />

in Ägypten und im Orient heute noch<br />

als Brotwürze.<br />

Im Islam scheint Schwarz kümmel<br />

besondere Bedeutung gehabt zu haben.<br />

Denn Mohammed lehrte bereits,<br />

dass Schwarz kümmel vor allen<br />

Krankheiten schütze. Daher nehmen<br />

viele Moslems heute noch eine Prise<br />

des Samens in Honig. Damit will<br />

man den Appetit anregen. Daraus<br />

entwickelte sich wohl auch, dass man<br />

in Frankreich Samen von Schwarz -<br />

kümmel als Ersatz für Pfeffer benutzt.<br />

Zudem hat man im Volksglauben<br />

dem Schwarzkümmel oft eine<br />

Zauber abwehrende Wirkung bei<br />

Krankheiten der tiere zugesprochen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 119


Vitalpilze<br />

Medizinische Heilpilze für Gesundheit und<br />

Wohlbefinden<br />

Vor allem in asiatischen Ländern schätzen die Menschen medizinische<br />

Heilpilze, Vitalpilze, über Jahrtausende wegen ihrer guten Wirkung<br />

für die Gesundheit, das Immunsystem sowie für das Wohlbefinden.<br />

Unser Immunsystem ist<br />

der wichtigste Verteidiger<br />

des Körpers <strong>gegen</strong><br />

Viren und Bakterien.<br />

Damit die Immunabwehr sehr<br />

effektiv funktioniert, ist eine ausreichende<br />

Versorgung mit verschiedenen<br />

wertvollen Vitalstoffen besonders<br />

wichtig.<br />

In diesem Sinne können auch medizinische<br />

Heilpilze und Vitalpilze im<br />

Kampf <strong>gegen</strong> Viren und Bakterien<br />

mit ihrer Wirkung für das Immun -<br />

system einen guten Beitrag leisten.<br />

Medizinische Heilpilze,<br />

Vitalpilze<br />

Die Menschen mögen Pilze seit jeher<br />

als Leckerbissen in der Küche. nicht<br />

zuletzt wegen ihres kulinarischen<br />

und ernährungsphysiologischen<br />

Werts.<br />

© wasanajai / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/vitalpilze-kraft-aus-der-natur/<br />

120 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Heute schätzt man aber zunehmend<br />

Vitalpilze beziehungsweise medizinische<br />

Heilpilze wegen ihrer vielen<br />

wichtigen medizinischen Wirkungen.<br />

Wobei man hauptsächlich in asiatischen<br />

Ländern Heilpilze seit Hunderten<br />

von Jahren zur Behandlung<br />

von <strong>Infektionen</strong> einsetzt. In jüngerer<br />

Zeit verwendet man sie auch zur<br />

Behandlung von Lungenerkrankungen<br />

und Krebs. Über die positiven<br />

Eigenschaften der Vitalpilze wussten<br />

jedenfalls bereits die prähistorischen<br />

Menschen Bescheid. Von der Antike<br />

bis hin zu mittelalterlichen Klöstern<br />

war das Wissen über deren<br />

Bedeutung für das Wohlbefinden<br />

weit verbreitet.<br />

Vor allem aber in den asiatischen<br />

Ländern schätzen die Menschen die<br />

Vitalpilze so sehr wie Heilkräuter<br />

und Gewürze. Dieses Wissen findet<br />

auch in der westlichen Welt immer<br />

mehr Beachtung.<br />

Heilpilze entfalten<br />

vielseitige Wirkungen<br />

Jedenfalls bietet uns die natur mit<br />

den Vitalpilzen eine reichhaltige<br />

vegetarische Quelle für Eiweiß. Die<br />

meisten Vitalpilze enthalten zudem<br />

alle für den menschlichen Körper<br />

notwendigen, essenziellen Aminosäuren<br />

sowie eine Fülle an weiteren<br />

wichtigen naturstoffen. Wichtige<br />

Vertreter der medizinischen Heilpilze<br />

sind Agaricus, Chaga, Coprinus,<br />

Cordyceps, Hericium, Maitake sowie<br />

reishi und Shiitake.<br />

In diesem Sinne bestätigen immer<br />

mehr Studien die positiven<br />

Wirkungen der Heil -<br />

pilze. Heilpilze sollen<br />

dementsprechend<br />

zahlreiche pharmakologische<br />

Wirkungen haben,<br />

beispielsweise<br />

helfen<br />

Vitalpilze mit ihrer<br />

antimikrobieller<br />

Wirkung <strong>gegen</strong><br />

Bakterien, Viren und<br />

andere Krankheitserreger.<br />

Wobei hierzu auch ihre<br />

entzündungshemmende<br />

sowie immunmodulatorische<br />

Wirkung bedeutend ist.<br />

Weitere Eigenschaften sind<br />

antidiabetische (<strong>gegen</strong> Diabetes),<br />

zytotoxische, hepatoprotektive,<br />

krebsbekämpfende, antioxidative,<br />

antiallergische, antihyperlipidämische<br />

und präbiotische.<br />

Jedenfalls ist seit längerem bekannt,<br />

dass Vitalpilze eine Vielzahl biologischer<br />

und pharmakologisch aktiver<br />

Moleküle besitzen, die sogar starke<br />

Wirkung <strong>gegen</strong> Krebs entfalten.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0123 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 121


© FotoHelin / shutterstock.com<br />

Shiitake-Pilze sind eine<br />

häufige Zutat der<br />

ostasiatischen Küche. Wobei<br />

hier Vorsicht geboten ist,<br />

denn ihre Zubereitung kann<br />

dazu führen, dass der Pilz<br />

weich und schleimig wird<br />

und versehentlich<br />

verschluckt wird. Aufgrund<br />

seines hohen Gehalts an<br />

unlöslichen Ballaststoffen<br />

bleibt der Pilz dann im<br />

Darmtrakt gleich groß und<br />

gleich geformt. In schweren<br />

Fällen kann das einen Darmverschluss<br />

verursachen.<br />

https://medmix.at/ahcc-shiitake-pilze-immunsystem-sars-coronarvirus/<br />

122 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Shiitake-Pilze<br />

Lentinus edodes<br />

Der Heilpilz Shiitake kann das Immunsystem natürlich stärken<br />

und damit auch <strong>gegen</strong> Virus und SARS-CoV-2-Coronaviren helfen.<br />

Der standardisierte Extrakt<br />

AHCC (Active<br />

Hexose Correlated<br />

Compound) aus Shiitake-Pilze<br />

(Shii-take oder Lentinula<br />

edodes beziehungsweise Lentinus<br />

edodes) auf Alpha-Glucan-Basis soll<br />

als Immunstimulans uns Menschen<br />

dabei helfen, das Immunsystem<br />

und die Abwehrkräfte natürlich<br />

stärken zu können. Shiitake Pilze<br />

könnten dementsprechend auch <strong>gegen</strong><br />

COVID-19 beziehungsweise <strong>gegen</strong><br />

das SArS-Cov-2-Coronavirus<br />

nützlich sein. So die theorie aktueller<br />

Forschungen.<br />

AHCC konnte in untersuchungen<br />

auch schon <strong>gegen</strong> das West-nil-Virus,<br />

Influenzavirus, Vogelgrippevirus,<br />

Hepatitis-C-Virus, Papillomavirus<br />

sowie Herpesviren positive Wirkung<br />

zeigen. Eingehend untersucht haben<br />

Forscher AHCC aus Shiitake-Pilze<br />

<strong>gegen</strong> das Hepatitis B-Virus und bei<br />

HIV. Im Fokus war eben die Frage,<br />

ob AHCC durch Förderung einer<br />

regulierten und schützenden<br />

Immunantwort das Immun -<br />

system und die Abwehrkräfte<br />

natürlich stärken kann.<br />

Wirkung von Shiitake<br />

Pilzen<br />

Die Wirkung von Shiitake Pilz (Lentinus<br />

edodes) hat beispielsweise eine<br />

im Jahr 2018 durchgeführte Studie<br />

genauer untersucht. Im Fokus stand<br />

die strukturelle Charakterisierung<br />

von Lentinan, einer aus dem Shiitake-Pilz<br />

(Lentinula edodes) isolierte<br />

Substanz. Die Forscher erforschten<br />

dabei die antivirale Wirkung von<br />

Shiitake Pilz <strong>gegen</strong> das infektiöse hämatopoetische<br />

nekrosevirus (IHnV).<br />

Es zeigte sich infolgedessen eine herausragende<br />

antivirale Aktivität <strong>gegen</strong><br />

InHV.<br />

Wobei die wichtigsten antiviralen<br />

Mechanismen von Lentinan die<br />

direkte Inaktivierung sowie die<br />

Hemmung der Virus -<br />

vermehrung waren.<br />

Darüber hinaus hilft die Wirkung von<br />

Shiitake Pilz auch signifikant <strong>gegen</strong><br />

entzündungsfördernde Zytokinen.<br />

Das hilft unter anderem <strong>gegen</strong> Viren<br />

und unterstützt das Immunsystem.<br />

Insgesamt unterstrichen die Er -<br />

gebnisse die antivirale Wirkung von<br />

Shiitake Pilze und dessen positive<br />

Eigenschaften für die angeborene<br />

Immunantwort.<br />

Warum Shiitake-Pilze<br />

<strong>gegen</strong> SARS-CoV-2<br />

wirksam sein könnten<br />

Einerseits hat man zwar die Wirksamkeit<br />

von AHCC aus dem Shiitake-<br />

Pilz in Bezug auf die SArS-CoV-2-<br />

Krankheit noch nicht spezifisch bewertet.<br />

Andererseits konnte AHCC<br />

bereits seine Wirkung bei der Förderung<br />

einer Schutzreaktion <strong>gegen</strong> sehr<br />

viel Virusinfektionen zeigen. In diesem<br />

Sinne könnte man AHCC aus<br />

dem Shiitake-Pilz auch zur Prävention<br />

von Krankheiten, die durch humanpathogenes<br />

Coronavirus, einschließlich<br />

COVID-19, hervorgerufen<br />

werden, einsetzt.<br />

Die Coronavirus-Pneumonie geht mit<br />

einer schnellen Virusreplikation einher,<br />

bei der eine große Anzahl von<br />

entzündlichen Zellinfiltrationen und<br />

Zytokinstürmen zu akuten Lungenverletzungen,<br />

akutem Atemnotsyndrom<br />

und zum tod führen kann. Es<br />

kommt zu einer unkontrollierten<br />

Freisetzung entzündungsfördernder<br />

Zytokine, einschließlich Interleukin<br />

(IL) -1β und IL-6.<br />

AHCC aus dem Shiitake-<br />

Pilz für das Immunsystem<br />

Der standardisierte AHCC Extrakt<br />

aus dem kultivierten Shiitake-Pilz<br />

Lentinula edodes mycelia wurde 1992<br />

in Japan entwickelt. Mehrere Studien<br />

haben eine Vielzahl von therapeutischen<br />

Wirkungen gezeigt. Einschließlich<br />

der Aktivität von Antioxidantien,<br />

Effekte <strong>gegen</strong> Krebs sowie zur Verbesserung<br />

der Immunantwort. In<br />

tierstudien war AHCC eben <strong>gegen</strong><br />

Krebs effektiv und konnte auf das<br />

Immunsystem so einwirken, dass der<br />

Körper infektiöse Prozesse verhindern<br />

konnte.<br />

In klinischen Studien hat AHCC<br />

jedenfalls bereits gezeigt, dass es das<br />

Infektionsrisiko senkt und die<br />

Symptome bestehender <strong>Infektionen</strong><br />

lindert. Dies könnte eben auch <strong>gegen</strong><br />

COVID-19, <strong>gegen</strong> das SArS-Cov-2,<br />

das Immunsystem unterstützen.<br />

Übrigens kann es in seltenen Fällen<br />

beim Verzehr von Shiitake als Speisepilz<br />

aus dem Supermarkt auch zu<br />

schweren Hautnebenwirkungen, der<br />

Shiitake-Dermatitis kommen. Bei der<br />

Einnahme von Pilzextrakten sind<br />

dazu bislang keine unerwünschten<br />

Wirkungen bekannt.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 123


Reishi-Pilze<br />

Ganoderma lucidum<br />

Reishi-Heilpilze sollen neben den Immunsystem stimulierenden<br />

Effekten auch Wirkungen <strong>gegen</strong> Krebs entfalten.<br />

Man vermutet verschiedene Wirkungen der<br />

Reishi-Heilpilze. Und zwar analgetische,<br />

antiallergische, antientzündliche, antibakterielle,<br />

antioxidative, antikanzerogene sowie antivirale.<br />

Weiter gibt es Hinweise auf antihypertonische,<br />

antitussive und schleimlösende,<br />

immunstärkende, leberschützende und<br />

entgiftende, leicht antiulzeröse sowie zentral<br />

beruhigende Eigenschaften.<br />

© tarapong srichaiyos / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/heilpilze-reishi-zeigen-viele-vorteile/<br />

124 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Heilpilze wie reishi<br />

sind heute immer öfter<br />

im Blickpunkt der<br />

Forschung, man vermutet,<br />

dass ihre Wirkung das Immunsystem<br />

fördert und <strong>gegen</strong> Krebs<br />

hilft.<br />

Vital- und Heilpilze kommen ursprünglich<br />

vor allem aus der traditionellen<br />

Chinesische Medizin und<br />

werden dort seit je her eingesetzt.<br />

Mittlerweile werden aber auch in unseren<br />

Breiten Vital- und Heilpilze<br />

immer populärer. reishi, Cordyceps<br />

sinensis und Shiitake sind untersuchungs<strong>gegen</strong>stand<br />

zahlreicher Studien,<br />

da man vielen dieser Vital- und<br />

Heilpilze neben den Immunsystem<br />

stimulierenden Effekten auch Wirkungen<br />

<strong>gegen</strong> Krebs zuschreibt.<br />

Reishi-Heilpilze –<br />

Glänzender Lackporling<br />

reishi – Ganoderma lucidum – gehört<br />

zur Familie der Lackporlingsverwandten<br />

(auch als Ganodermataceae<br />

bezeichnet) und wird in Asien<br />

seit Jahrtausenden eingesetzt, wenngleich<br />

reishi Heilpilze auch in<br />

Europa – besser als Glänzender<br />

Lackporling bekannt – heimisch<br />

sind.<br />

Diese auch als „Pilze der unsterblichkeit“<br />

titulierten reishi-Heilpilze<br />

– die Könige der Pilze – werden in<br />

Asien vor allem zur Stärkung des Immunsystems,<br />

bei Bluthochdruck, Erschöpfung,<br />

für eine verbesserte<br />

Wundheilung und zur unterstützenden<br />

therapie bei Krebserkrankungen<br />

angewendet.<br />

In einer untersuchung zu Eierstockkrebszellen<br />

zeigte sich auch, dass die<br />

Heilpilze den Behandlungsverlauf<br />

günstig beeinflussen können. Denn<br />

sie verringern den VEGF-Faktor.<br />

Dieser Faktor reguliert unter anderem<br />

die Gefäßneubildung und ist für<br />

das Wachstum eines tumors unerlässlich.<br />

Bei zahlreichen weiteren Indikationen<br />

wie Aids, Allergien, Asthma, Arthritis,<br />

Akne, grippalen Infekten, gastrointestinalen<br />

Beschwerden sowie<br />

Hautkrankheiten kommen reishi-<br />

Heilpilze zur Anwendung.<br />

In China werden Reishi-Heilpilze allen<br />

voran für viele altersbedingte Krankheiten<br />

wie koronare Herzkrankheit, chronische<br />

Bronchitis, Hypertonie und Krebs<br />

eingesetzt.<br />

Pharmakologie<br />

Die in reishi enthaltenen Polysaccharide<br />

zeigen antitumoröse und immunstimulierende<br />

Aktivitäten. unter<br />

anderem wurden in den proteingebundenen<br />

Polysaccharide Glucose,<br />

Gelactose, Mannose und Spuren von<br />

Xylose und Fucose gefunden. Den<br />

Inhaltsstoffen triterpenen werden<br />

adaptogene, antihypertonische und<br />

antiallergische Eigenschaften nachgesagt.<br />

Die ebenfalls enthaltene einfach ungesättigte<br />

Fettsäure Oleinsäure und<br />

Cyclooctasulphur hemmen die Histaminausschüttung<br />

wirken so präventiv<br />

<strong>gegen</strong> Entzündungen und allergische<br />

reaktionen.<br />

reishi-Heilpilze können aber auch<br />

selbst bei einigen Menschen allergische<br />

reaktionen auslösen: auf den<br />

Fruchtkörper sowie auf die Sporen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 125


Unser Immunsystem<br />

stärken mit mit<br />

<strong>gesund</strong>er Ernährung<br />

Die Abwehrkräfte mit<br />

natürlichen Nährstoffen<br />

stärken.<br />

126 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 |EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn |


Verschiedene natürliche,<br />

pflanzliche Mittel sowie eine<br />

<strong>gesund</strong>e Ernährung mit viel<br />

Obst, Gemüse, Kräutern und<br />

Gewürzen sowie ausreichend<br />

Bewegung helfen uns dabei,<br />

unser Immunsystem zu<br />

stärken, um <strong>gegen</strong> Viren,<br />

Bakterien, Pilzen und anderen<br />

Krankheitserregern besser<br />

gewappnet zu sein.<br />

© YARUNIV Studio / shutterstock.com<br />

Erkältungsviren lauern<br />

in – vor allem verstärkt<br />

in der kalten Jahreszeit<br />

– auf tastaturen,<br />

türklinken, telefonen und treppengeländern.<br />

und gerade in geschlossenen<br />

räumen ist oft auch die Luft belastet.<br />

Durch die niedrigen temperaturen<br />

können sich Erkältungsviren besser<br />

vermehren, die durch die Kälte geschwächte<br />

Immunabwehr kann die<br />

Erreger schlechter abwehren. Deswegen<br />

erkranken viele Erwachsene<br />

rund dreimal pro Jahr an Erkältung<br />

und grippalen Infekten und leiden an<br />

Hals-, Mund und rachenproblemen,<br />

Schnupfen und Husten. um dem<br />

ent<strong>gegen</strong>zuwirken, sollte man deswegen<br />

ganzjährig mit verschiedenen<br />

natürlichen Mitteln und nährstoffen<br />

sowie geeigneten Maßnahmen sein<br />

Immunsystem stärken. Damit kann<br />

man sich <strong>gegen</strong> die Angriffe der<br />

Krankheitserreger wappnen. Das gilt<br />

vor allem auch während der Corona-<br />

Pandemie <strong>gegen</strong> Coronaviren wie<br />

SArS-Cov-2.<br />

<strong>Natürliche</strong> Mittel und Maßnahmen,<br />

die helfen, unser<br />

Immunsystem zu stärken<br />

Beispielsweise können körperliche<br />

Aktivitäten unser Immunsystem<br />

stärken. und zwar macht man Bewegung<br />

und Sport am besten auch an<br />

der frischen Luft und bei tageslicht.<br />

Das fördert dann auch die Vitamin-<br />

D-Bildung. unsere Abwehrkräfte<br />

profitieren zudem von <strong>gesund</strong>em<br />

Schlaf und vor allem auch von einem<br />

entspannten, stressfreien Alltag.<br />

Gesunde Ernährung<br />

Eine <strong>gesund</strong>e Ernährung mit viel<br />

Obst und Gemüse versorgt den Organismus<br />

mit wichtigen nährstoffen<br />

wie Vitaminen und Vitalstoffen. Daher<br />

sehen Ernährungswissenschafter<br />

als eine der effektivsten Möglichkeiten<br />

zur Prävention von Krankheiten<br />

aller Art: täglich fünf Portionen Obst<br />

und Gemüse zu essen.<br />

Eine wichtige rolle spielt Vitamin C,<br />

das reichlich in Paprika, Broccoli<br />

und Zitrusfrüchten wie Orangen, Zitronen<br />

und Grapefruit enthalten ist.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 127


Das süße Gemisch aus Wasser, Zucker, Zitronensaft<br />

und Zitronenabrieb bildet die Basis deiner<br />

Limonade. Beim Einkauf der Zitronen ist es<br />

besonders ratsam, auf Bio- Qualität zu<br />

achten, da teilweise auch die Schale<br />

mitverwendet wird.<br />

Zitronen bereichern unsere Ernährung<br />

© Africa Studio / shutterstock.com<br />

Die Zitrone bietet mit dem hohen Vitamin C-Gehalt<br />

und anderen Inhaltsstoffe viele positive Wirkungen.<br />

Unter anderem stärken sie unser Immunsystem.<br />

Im Grunde genommen helfen uns Zitronen auch <strong>gegen</strong><br />

<strong>Infektionen</strong>.<br />

Seit langem kennt man dazu positive die positiven<br />

Wirkungen im Zusammenhang mit Erkältungen,<br />

Grippe sowie Lungenentzündungen. Daher ist der<br />

Konsum von Zitronen auch in Zeiten der Corona-<br />

Pandemie ein sehr empfehlenswertes Nahrungs -<br />

mittel.<br />

Das enthaltene Querzetin reduziert die Ausschüttung<br />

der Histamine. Das ist vor allem auch für Allergiker<br />

und Asthmatiker interessant.<br />

Außerdem kann mit zahlreichen anderen<br />

Mitteln unser Immunsystem<br />

stärken und unser Abwehrkräfte einsatzbereit<br />

machen.<br />

Getreideprodukte wie Brot und nudeln,<br />

Kartoffeln und reis diesen als<br />

Basis unserer täglichen Ernährung.<br />

Diese Produkte enthalten Stärke zur<br />

Energiegewinnung, wertvolles Eiweiß<br />

sowie einen hohen Anteil an<br />

Ballaststoffen, die für die Verdauung<br />

notwendig sind.<br />

Obst, Gemüse und Salat sollte man<br />

jedenfalls täglich verzehren. Damit<br />

kann eine ausreichende Vitaminund<br />

Mineralstoffversorgung sichergestellt<br />

werden. Wegen des hohen<br />

Wassergehaltes enthalten sie nur wenige<br />

Kalorien. um wertvolle Vitamine<br />

nicht tot zu kochen sollten Sie<br />

rohkost oder nur kurz angebratenes<br />

Gemüse wie im Wok genießen.<br />

Fettarme Milchprodukte liefern neben<br />

wertvollem Eiweiß ausreichend<br />

Kalzium für die Knochen.<br />

Sinnvoll sind auch Seefisch ein bis<br />

zwei Portionen wöchentlich.<br />

Denn Fische enthalten generell<br />

wenige Kalorien. Dafür reichlich<br />

Omega-3-Fettsäuren, welche sich auf<br />

unser Cholesterin günstig auswirken.<br />

Fleisch und Wurst da<strong>gegen</strong><br />

höchstens zwei- bis dreimal pro<br />

Woche. Verwenden Sie grundsätzlich<br />

nur magere Fleisch- und<br />

Schinkenarten.<br />

Kurkuma mit Curcumin<br />

Kurkuma mit seinem Inhaltsstoff<br />

Curcumin ist wegen seiner leuchtend<br />

gelben Farbe auch als „indischer<br />

Safran“ bekannt. Das Gewürzkraut<br />

gehört zur Ingwer-Familie und soll<br />

ebenfalls dabei helfen, dass unser<br />

Körper sein Immunsystem stärken<br />

und einen erfolgreichen Kampf<br />

<strong>gegen</strong> Viren führen kann. Mehrere<br />

präklinische und klinische Daten<br />

zeigten jedenfalls die Wirksamkeit<br />

von Curcumin bei der Vorbeugung<br />

und Behandlung verschiedener<br />

Krankheiten. Dazu gehörten Krebs,<br />

Herz-Kreislauf-, Entzündungs-,<br />

Stoffwechsel-, neurologischer sowie<br />

Hauterkrankungen.<br />

Wichtige Eigenschaft von Curcumin<br />

ist die entzündungshemmende<br />

Wirkung, die sowohl bei akuten als<br />

auch bei chronischen Entzündungen<br />

nützlich sein kann.<br />

128 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Immunsystem<br />

stärken:<br />

Granatapfel<br />

für starke<br />

Abwehrkräfte<br />

Zur Stärkung des Immunsystems<br />

und zum Schutz <strong>gegen</strong> freie radikale<br />

gibt es zahlreiche antoxidativ<br />

wirkende pflanzliche Mittel, wie<br />

die Granatapfel-Polyphenole.<br />

Diese verhindern mit ihren stark<br />

entzündungshemmenden und<br />

zellschützenden Wirkungen<br />

Schäden an den Körperzellen.<br />

Granat apfel enthält große Mengen<br />

radikalfänger (Antioxidantien),<br />

Kalzium, Kalium, Eisen, B-<br />

Vitamine, reichlich Vitamin C<br />

und wertvolle Fettsäuren.<br />

Im Grunde genommen gilt der<br />

Granatapfel – auch Paradies -<br />

apfel genannt – seit Jahrtausenden<br />

als Heilfrucht und Lebenselixier<br />

und zählt zu den gesündesten<br />

Früchten. Geschichten über<br />

den Granatapfel wurden schon<br />

vor mehr als 4000 Jahren niedergeschrieben.<br />

Er steigert nicht nur<br />

die Potenz und die<br />

Libido bei Mann und<br />

Frau: Der Granatapfel<br />

beeindruckt mit<br />

seinen vielfältigen,<br />

<strong>gesund</strong>heitsfördernd<br />

en Wirkungen auch<br />

bei der Vorbeugung<br />

und Behandlung<br />

zahlreicher<br />

Erkrankungen. Das<br />

gilt auch für Grippe,<br />

Erkältung und<br />

möglicherweise<br />

auch Covid 19. Denn<br />

der Granatapfel<br />

entfaltet auch<br />

positive Wirkung für<br />

den Zellschutz und<br />

für ein starkes<br />

Immunsystem.<br />

© Bon Appetit / shutterstock.com<br />

Zitrusfrüchte auf dem<br />

Speiseplan<br />

Eine <strong>gesund</strong>e, ausgewogene Ernährung<br />

ist in der Erkältungszeit besonders<br />

wichtig, damit das Immunsystem<br />

ihrer herausfordernden Aufgabe<br />

wirklich meistern kann. Dazu gehören<br />

lebensnotwendige Vitamine,<br />

Eiweiße und Mineralstoffe. Insbesondere<br />

Zitrusfrüchte wie Orangen,<br />

Zitronen, Kiwis oder Grapefruits sorgen<br />

dafür, dass der nährstoffhaushalt<br />

sehr gut ausbalanciert ist. Dank<br />

der Vitamine A, B, C, D sowie E<br />

funktioniert das exzellent.<br />

Probiotika für das<br />

Immunsystem<br />

Positive <strong>gesund</strong>heitlichen Wirkungen<br />

auf Darm und Immunsystem<br />

Die verschiedenen Kohl-Gemüse-Arten helfen mit ihren <strong>gesund</strong>n<br />

Inhaltsstoffen ebenfalls, das Immunsystem, aber auch das<br />

Nervensystem, zu stärken. Der hohe Vitamin C-Gehalt sowie<br />

B-Vitamine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe unterstützen<br />

den Körper zudem im Kampf <strong>gegen</strong> freie Radikale.<br />

© Ksenia_Vasylenko / shutterstock.com<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 129


Schwarzer-Rettich-<br />

Hustensaft<br />

ist ein altbekanntes und<br />

bewährtes Hausmittel<br />

<strong>gegen</strong> Husten, bei dem der<br />

Zucker am Husten rezeptor<br />

im Rachen verbleibt und<br />

so sehr gut wirkt.<br />

https://medmix.at/hausmittel-<strong>gegen</strong>-husten-schwarzer-rettich-hustensaft/<br />

Für das beschriebene Rezept zum Selbermachen<br />

von Schwarzer-Rettich-Hustensaft<br />

füllt man eine kegelförmig ausgeschnittenen<br />

Mulde im Rettich mit braunem Zucker<br />

und/oder Honig auf. Dann setzt man die<br />

Schwarzer-Rettich-Rübe auf ein Gefäß, gibt<br />

den Deckel drauf und lässt das ganze ziehen.<br />

Nach ein paar Stunden kommen bereits<br />

die ersten Löffel Hustensaft durch das<br />

gestochene Loch im Boden des Schwarzen<br />

Rettichs – ein leckeres Hausmittel <strong>gegen</strong><br />

Husten.<br />

© BarthFotografie / shutterstock.com<br />

kann auch die Einnahme von Probiotikabewirken,<br />

wenngleich bislang<br />

nicht alle Wirkungen belegt werden<br />

konnten.<br />

Im Grunde genommen kommen<br />

Bakterien und andere Mikroorganismen<br />

im menschlichen Körper in großer<br />

Überzahl vor. Auf seiner etwa<br />

300 Quadratmeter großen Fläche beherbergt<br />

der Darm zehnmal mehr<br />

Mikroben, als der gesamte menschliche<br />

Körper Zellen hat.<br />

Zur Besiedlung kommt es bereits<br />

nach der Geburt, wobei der schrittweise<br />

Aufbau der Darmflora auch für<br />

die reifung der Immunabwehr und<br />

der Abwehrzellen von großer Bedeutung<br />

ist.<br />

Im Darm lernt das Immunsystem<br />

und seine Abwehrzellen von<br />

Kindheit an, mögliche Erreger zu<br />

erkennen und angemessen<br />

abzuwehren.<br />

Die zusätzlichen Bakterien durch<br />

Einnahme von Probiotika sollen das<br />

Immunsystem stärken und die angeschlagene<br />

Darmflora wieder ins<br />

Gleichgewicht bringen.<br />

Im Grunde genommen können auch<br />

Störungen der Darmflora im Kindesalter<br />

auch ein geschwächtes Immunsystem<br />

verursachen.<br />

Das gilt beispielsweise auch für<br />

Frühgeborene, die in den ersten<br />

Lebenstagen an einer schweren<br />

Darminfektion erkranken.<br />

Kräuter werden seit der<br />

Antike als natürliche<br />

Heilmittel verwendet<br />

Sehr gängige Küchenkräuter wie<br />

Basilikum, Salbei, Pfefferminze,<br />

thymian und Oregano sowie<br />

weniger bekannte Kräuter wie<br />

Astragalus und Schwarzer Hollunder<br />

wirken vorbeugend und stark antiviral<br />

<strong>gegen</strong> zahl reiche Viren, die beim<br />

Menschen <strong>Infektionen</strong> verursachen<br />

können.<br />

Wobei es recht einfach ist, effektive<br />

und wohlschmeckenden Kräuter zur<br />

Ernährung hinzuzufügen. Man kann<br />

damit zahlreiche rezepte veredeln<br />

oder die Kräuter auch in tee-Zubereitungen<br />

verarbeiten.<br />

130 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Eine <strong>gesund</strong>e Ernährung mit ausgewählten,<br />

hochwertigen Nahrungsmitteln liefert wichtige<br />

Nährstoffe, die unser Immunsystem stärken<br />

und unsere Abwehrkräfte unterstützen<br />

können. Dazu zählen viele pflanzliche Lebensmittel<br />

wie Wildkräuter, Heilpflanzen, Gemüse und<br />

Obst.<br />

Jeder Mensch kann für sich eine<br />

bedachte und ausgewogene<br />

Ernährung finden – als einen<br />

gestaltbaren, bedeutenden Beitrag<br />

für die Optimierung des<br />

Immunsystems.<br />

Die unterschiedliche Wirkung der<br />

einzelnen Nährstoffe macht eine<br />

vielfältige Lebensmittelauswahl<br />

notwendig. Eine pflanzenbasierte<br />

Ernährung mit hohem Anteil an<br />

frischen Lebensmitteln und<br />

moderatem Anteil an tierischen<br />

Produkten hoher Qualität erfüllt<br />

diese Kriterien im Normalfall<br />

am besten.<br />

© Timolina / shutterstock.com<br />

natürlich <strong>gesund</strong> 4 2022 | EDItIOn MEDMIX SOnDErAuSGABEn | MEDMIX 131


Gemüse und Gewürze<br />

geben Kraft<br />

Gemüse und Gewürze können den Körper <strong>gegen</strong><br />

Bakterien und Viren wie auch das Coronavirus<br />

SARS-Cov-2 unterstützen.<br />

Natürlich <strong>gesund</strong> mit pflanzlichen<br />

Naturstoffen der Küche:<br />

kostengünstig und weltweit<br />

weit verbreitet<br />

132 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | GESunDSrAtGEBEr |


Natürlich <strong>gesund</strong> mit<br />

Naturstoffen aus der Küche, die<br />

kostengünstig und weltweit<br />

weit verbreitet sind.<br />

© Daxiao Productions / shutterstock.com<br />

Das Coronavirus<br />

SArS-CoV-2, das uns<br />

zu Beginn des Jahres<br />

2020 die Corona-<br />

Pandemie beschwerte, ist gekommen,<br />

um zu bleiben. Zumindest sind<br />

davon zahlreiche Virologen und Infektiolgen<br />

sowie andere Experten<br />

überzeugt. Das unterscheidet sich<br />

deutlich von der laienhaften-wissenschaftlichen<br />

Vorstellung, dass man<br />

das Virus ausrotten könnte.<br />

Im Grunde genommen gibt es mehr<br />

als 400 verschiedene Viren, die <strong>Infektionen</strong><br />

verursachen können. Darunter<br />

Erkältung, Grippe, Hepatitis,<br />

Mononukleose und HIV. Auch wenn<br />

wir im Kampf <strong>gegen</strong> die meisten<br />

Viren erfolgreich sind, so lauern sie<br />

denoch an unterschiedlichsten Orten<br />

und attackieren menschliche Organismen,<br />

wann immer sie können. Oft<br />

auch im eigenen Körper.<br />

Die mächtigste Waffe <strong>gegen</strong> Viren<br />

aber auch <strong>gegen</strong> andere Krankheitserreger<br />

wie Bakterien und Pilze ist sicherlich<br />

unser Immunsystem.<br />

Es gibt hierzu auch zahlreiche natürliche<br />

Mittel, die einerseits das Immunsystem<br />

unterstützen und andererseits<br />

auch virusbekämpfende antivirale<br />

und virostatische Wirkung entfalten.<br />

Solche wertvollen naturstoffen<br />

findet man auch in leicht verfügbaren<br />

Gemüsesorten und Gewürzen.<br />

Für mehrere davon konnten Forscher<br />

sehr gute Wirkungen <strong>gegen</strong> die<br />

Spike-rezeptoren des Coronavirus<br />

SArS-Cov-2 nachweisen.<br />

Gemüse und Gewürze, die<br />

dabei helfen, dass sich<br />

Viren wie SARS-Cov-2<br />

schlechter vermehren<br />

Der Ausbruch der neuartigen Coronavirus-Krankheit<br />

COVID-19 stellt<br />

eine ernsthafte Bedrohung für die<br />

menschliche Gesundheit dar.<br />

Die Corona-Pandemie ist zudem für<br />

die weltwirtschaftliche Aktivität<br />

katastrophal und wird an unserem<br />

Wohlstand sehr zehren. Derzeit gibt<br />

es kein spezifisches Medikament für<br />

die Behandlung von COVID-19-Patienten.<br />

Beispielsweise konnten die<br />

traditionell verwendeten Gewürze<br />

wie Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer,<br />

Kurkuma, Pfefferminze, Salbei,<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 133


Pflanzliche Mittel<br />

mit guter<br />

vorbeugender<br />

Wirkung<br />

© Pinkyone / shutterstock.com<br />

Eine <strong>gesund</strong>e Ernährung mit vielen Naturstoffen, helfen, unser Immunsystem zu<br />

stärken. Viele Vitamine und Spurenelemente nimmt man am besten mit einem<br />

stärkenden Frühstück und einer warmen Mahlzeit pro Tag zu sich.<br />

Vorbeugung und Zusatztherapie<br />

Es gibt es zwei Forschungsströme, die bei der Suche<br />

nach nützlichen pflanzlichen Verbindungen zur Bekämpfung<br />

von durch Coronaviren verursachten <strong>Infektionen</strong><br />

verfolgt werden.<br />

Das sind einerseits pflanzliche Mittel mit potenziell<br />

vorbeugender Wirkung, die allgemein das<br />

Immunsystems wirkstärkenen.<br />

Andererseits sind das pflanzliche Mittel, die mit ihrer<br />

therapeutischen Wirkung <strong>gegen</strong> die Penetration und<br />

Vermehrung der Viren einwirken.<br />

Schwarzer Pfeffer, Chili und Bockshornklee<br />

konnten in Studien gute<br />

Wirkungen zeigen.<br />

unter dem Strich hilft uns das begehrte,<br />

alltägliche Lebensmittel<br />

Knoblauch <strong>gegen</strong> Viruserkrankungen<br />

und Erkältung. Schon zwei rohe<br />

Knoblauchzehen am tag sind hierzu<br />

effektiv. Denn wenn man das tut,<br />

dann zeigen beispielsweise bestimmte<br />

Gene nach dem Knoblauchkonsum<br />

bereits 3 Stunden nach dem Essen<br />

eine signifikant höhere Aktivität.<br />

und das sind jene Gene, die an der<br />

Produktion von weißen Blutzellen<br />

beteiligt sind, die eben das Immunsystem<br />

stärken. Das kann übrigens<br />

auch sogar <strong>gegen</strong> Krebs helfen.<br />

Brokkoli – ein Alleskönner<br />

Broccoli ist kalorienarm und reich an<br />

Ballaststoffen. Der Gemüse-Star liefert<br />

auch viele wichtige Vitamine und<br />

Mineralstoffe. Weiter enthält er<br />

die für die Kohlgewächse typischen<br />

Senföle, die sogenannten Glukosinolate.<br />

Diese sekundären Pflanzenstoffen<br />

mit ihren zahlreichen Vorteilen<br />

für die Gesundheit wie beispielsweise<br />

zur Krebsvorbeugung und <strong>gegen</strong><br />

Bakterien. Aktuelle Studien in der<br />

Corona-Pandemie zeigten auch positive<br />

Wirkungen von Brokkoli auf die<br />

Coronavirus-Erkrankung Covid-19.<br />

Dementsprechend untersuchen<br />

Forscher seit langem die sogenannte<br />

chemopräventive Wirkungen von<br />

Brokkoli. Dabei haben mehrere<br />

Studienergebnisse gezeigt, dass<br />

Brokkoli das risiko für die<br />

Entwicklung bestimmter Krebsarten<br />

verringern kann.<br />

134 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Schwarzer Pfeffer<br />

als Heilpflanze<br />

Die Wirkstoffe der Heilpflanze<br />

Schwarzer Pfeffer sind scharf<br />

schmeckende Säureamide, vor allem<br />

Piperin. Weiter ätherisches<br />

Öl mit Limonen, Sabinen, Caryophyllen<br />

sowie auch Safrol.<br />

Vor allem das Piperin soll die<br />

Wärme- als auch die Schmerzrezeptoren<br />

anregen – sowie den<br />

Speichel und den Magensaft. Dadurch<br />

schüttert der Organismus<br />

auch bestimmte Verdauungsenzyme<br />

aus.<br />

Jedenfalls war Schwarzer Pfeffer<br />

in den letzten Jahren als Heilpflanze<br />

immer wieder Gegenstand<br />

vieler wissenschaftlicher<br />

Studien. Dabei entdeckte man<br />

zahlreiche positive Effekte wie<br />

antioxidative und antimikrobielle<br />

Wirkungen. In diesem Sinne soll<br />

Schwarzer Pfeffer Entzündungen<br />

hemmen und sogar <strong>gegen</strong> Krebs<br />

helfen. Heutzutage vermutet die<br />

Forschung auch, dass das Piperin<br />

die Bioverfügbarkeit anderer<br />

Stoffe, wie Kurkuma und Ibuprofen<br />

erhöht.<br />

Schließlich ist Schwarzer Pfeffer<br />

auch gut <strong>gegen</strong> verschiedene<br />

Magen-Darm-Beschwerden und<br />

bietet auch Wirkungen <strong>gegen</strong><br />

Depressionen.<br />

https://medmix.at/schwarzer-pfeffer-piperin-schlankmacher/<br />

© Lana_M / shutterstock.com<br />

Lorbeerblätter<br />

aus dem<br />

Gewürzschrank<br />

auch für die<br />

Hausapotheke<br />

Lorbeerblätter machen<br />

einerseits unsere<br />

Speisen schmackhaft,<br />

andererseits ist Lorbeer<br />

auch gut für die<br />

Gesundheit, das Gewürz<br />

hilft <strong>gegen</strong> viele Beschwerden.<br />

Lorbeerblätter machen einerseits<br />

unsere Speisen schmackhaft,<br />

andererseits ist Lorbeer auch<br />

gut für die Gesundheit, das Gewürz<br />

hilft <strong>gegen</strong> viele Beschwerden.<br />

Lorbeerblätter verfeinern in der Küche<br />

Eintöpfe oder auch deftige Gerichte.<br />

Lorbeer ist aber mehr als nur<br />

ein beliebtes Gewürz. Er überrascht<br />

auch mit vielen positiven <strong>gesund</strong>heitlichen<br />

Wirkungen.<br />

Wissenswertes über den<br />

Lorbeer<br />

Der echte Lorbeer (Laurus nobilis)<br />

kommt ursprünglich aus Vorderasien<br />

und verbreitete sich über den Mittelmeerraum<br />

bis nach nordamerika.<br />

Da er nur bedingt winterhart ist,<br />

überlebt er in raueren Gebieten nur<br />

als Kübelpflanze. Der immergrüne<br />

Strauch oder Baum erreicht Wuchshöhen<br />

von bis zu 10 Metern, die ledrigen<br />

Laubblätter glänzen oberseits<br />

und duften aromatisch. Sie besitzen<br />

einen leicht gewellten rand.<br />

Heilende Anwendungen<br />

Die antibakteriellen, schleimlösenden<br />

und verdauungsfördernden Eigenschaften<br />

der Lorbeerblätter sind<br />

jedenfalls vielseitig einsetzbar.<br />

Lorbeertee kann bei Halsschmerzen,<br />

Bronchitis oder Verdauungsstörungen<br />

hilfreich sein. Dazu überbrüht<br />

man einen Esslöffel Lorbeerblätter<br />

mit 250ml kochendem Wasser. Dann<br />

lässt man diesen 10 Minuten lang zugedeckt<br />

ziehen und seiht ihn danach<br />

ab. Schließlich trinkt man eine tasse<br />

morgens und abends.<br />

Studien konnten auch eine krebshemmende<br />

Wirkung zeigen, insbesondere<br />

bei Leukämie. Zudem stärken<br />

die Lorbeerblätter das Immunsystem<br />

und wirken schmerzstillend. Sie<br />

lindern Verspannungen, Gelenkprobleme,<br />

<strong>Infektionen</strong> oder Diabetes.<br />

Weite kann die antibakterielle Wirkung<br />

von ätherischem Öl von Lorbeerblätter<br />

<strong>gegen</strong> Bakterien wirken.<br />

Lorbeerblätter in<br />

Lorbeermilch und<br />

Dampfbad mit Lorbeer<br />

Lorbeermilch sollte man begleitend<br />

zur Krebstherapie konsumieren. Zudem<br />

auch auch bei Blasenentzündung.<br />

um die Lorbeermilch herzustellen,<br />

kocht man 2 Lorbeerblätter<br />

mit 500ml Milch sehr langsam auf.<br />

Dann lässt man das ganze dann noch<br />

etwa 20 Minuten abkühlen. Dabei<br />

hat sich dreimal täglich eine tasse<br />

bewährt. Ein Dampfbad mit Lorbeer<br />

macht die oberen Atemwege frei und<br />

löst festsitzenden Schleim. Schließlich<br />

empfiehlt die Volksmedizin auch<br />

das Inhalieren mit Lorbeerblättern<br />

bei Grippe.<br />

https://medmix.at/lorbeerblaetter-gewuerzschrank-hausapotheke/<br />

© Nikolay132 / shutterstock.com<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 135


Die Zwiebel<br />

Allium cepa<br />

https://medmix.at/zwiebelsocken-zwiebelwickel-zwiebelsaeckchen-zwiebel-hustensaft/<br />

Die WHO bewertete1999 die Verwendung der<br />

Zwiebel insgesamt als positiv für die<br />

Gesundheit und sehr gut verträglich.<br />

Im Grunde genommen kann man die Zwiebel als Hausmittel bei Erkältung<br />

& Co frisch, getrocknet oder als Saft anwenden. Als Darreichungen kann<br />

man Umschläge machen oder Zwiebelsocken, Zwiebelsäckchen,<br />

Zwiebelwickel sowie einen Zwiebel-Hustensaft bereiten.<br />

136 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | GESunDSrAtGEBEr |


Die Zwiebel ist eine effektives<br />

Heilmittel. Dabei sind Zwiebel -<br />

säckchen, Zwiebelwickel, Zwiebel -<br />

socken und Zwiebel-Hustensaft<br />

bewährte Hausmittel <strong>gegen</strong><br />

Beschwerden bei einer Erkältung.<br />

© Heike Rau / shutterstock.com<br />

Zwiebel (Allium cepa) ist<br />

schon seit der Antike bekannt<br />

und aus dem Küchenalltag<br />

nicht mehr wegzudenken.<br />

Sie galt als Grundnahrungsmittel<br />

der ärmeren Bevölkerung<br />

bei den römern. Außerdem hat<br />

sie sich aber auch als Heilpflanze bestens<br />

bewährt. Altbekannte Hausmittel<br />

hierzu sind Zwiebelsäckchen,<br />

Zwiebelwickel, Zwiebelsocken sowie<br />

der Zwiebel-Hustensaft.<br />

Traditionelles Hausmittel<br />

Zwiebel<br />

Heutzutage gilt die Zwiebel als traditionelles<br />

Hausmittel bei Insektenstichen,<br />

Husten, Erkältung sowie Ohrenschmerzen.<br />

Ausserdem regt der<br />

Zwiebel den Appetit an. Schließlich<br />

soll er auch eine blutverdünnende<br />

Wirkung entfalten.<br />

So sorgt auch das schwefelhaltige<br />

ätherische Öl, das einem beim<br />

Schneiden tränen in die Augen<br />

treibt, für eine gründliche reinigung<br />

des Darms. Zwiebeln haben auch einen<br />

ausgleichenden Effekt auf den<br />

Cholesterinspiegel und Blutdruck<br />

und sind ein entwässerndes Gemüse.<br />

Für all diese Wirkungen werden die<br />

Inhaltsstoffe Allicin und Ajoen verantwortlich<br />

gemacht. Diese Stoffe<br />

findet man auch im Knoblauch. Allicin<br />

ist nachgewiesenermaßen ein<br />

biologisches, natürliches Antibiotikum.<br />

Die antibakterielle Wirkung erstreckt<br />

sich über ein breites Spektrum<br />

von Krankheitserregern. neben<br />

dem intensiven Geruch hat die Zwiebel<br />

keine nebenwirkungen.<br />

Zwiebeln für Patienten mit<br />

COVID 19<br />

Es gibt auch Argumente dafür, dass<br />

Zwiebeln für Patienten mit COVID<br />

19 als zusätzliche Behandlung geeignet<br />

sein könnten, wenngleich Ärzte<br />

dazu gerne von unhaltbaren Mythen<br />

sprechen. Jedenfalls verwenden<br />

Menschen Zwiebeln in der traditionellen<br />

Medizin seit tausenden von<br />

Jahren als Hausmittel. Sie sind weltweit<br />

erhältlich, sind auch in armen<br />

Ländern sehr günstig und könnten<br />

deswegen in den frühen Stadien von<br />

COVID 19 eine rolle bei der Selbstmedikation<br />

spielen. Deswegen sollten<br />

Covid-19-Patienten nicht zögern,<br />

Zwiebeln, aber auch Knoblauch,<br />

idealerweise täglich in die Ernährung<br />

einzubauen.<br />

Zwiebelsäckchen am Ohr<br />

<strong>gegen</strong> Ohrenschmerzen<br />

Die Zwiebel kann richtig angewendet<br />

dem Ohr die Flüssigkeit entziehen<br />

und den Druck senken. Allen voran<br />

<strong>gegen</strong> kann man deswegen <strong>gegen</strong><br />

Ohrenschmerzen ein Zwiebelsäckchen<br />

zubereiten, was oft bei Kind und Baby<br />

gerne gemacht wird. Die Zubereitung<br />

ist gar nicht schwer. Dazu schneidet<br />

man eine Zwiebel klein geschnitten.<br />

Diese erwärmt man dann und füllt<br />

sie in ein Baumwollsäckchen. Dieses<br />

Zwiebelsäckchen fixiert man dann<br />

mit einem Stirnband oder mit einer<br />

Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM | MEDMIX 137


Am besten behält man<br />

Zwiebelsocken für 3 bis 4<br />

Stunden an und legt gleichzeitig<br />

seine Füße auf eine<br />

Wärmeflasche.<br />

© Tutatamafilm / shutterstock.com<br />

Haube am Ohr. Damit das Zwiebelsäckchen<br />

auch gut wirken kann, sollte<br />

man die Behandlung etwa ein bis<br />

zwei Stunden lang einwirken lassen.<br />

Ein Zwiebelwickel am Hals<br />

<strong>gegen</strong> Halsschmerzen<br />

um einen Zwiebelwickel anwenden<br />

zu können, schneidet man eine Zwiebel<br />

in Scheiben und wickelt diese mit<br />

einem tuch um den Hals. Danach<br />

lässt man diesen Zwiebelwickel 1 bis<br />

2 Stunden <strong>gegen</strong> die Halsschmerzen<br />

wirken. Alternativ zum Zwiebelwikkel<br />

kann man auch das oben beschriebene<br />

Zwiebelsäckchen am Hals<br />

fixieren.<br />

Zwiebelsocken bei<br />

Erkältung, Halsschmerzen<br />

und Ohrenschmerzen<br />

Die Kombination von Wärme und<br />

Zwiebelsaft auf den Fußsohlen wirkt<br />

übrigens reflektorisch auf verschiedene<br />

andere Bereiche des Körpers.<br />

Denn es dort fördert allgemein die<br />

Durchblutung.<br />

Zur Anwendung von Zwiebelsocken<br />

schneidet man jedenfalls die Zwiebel<br />

in etwa 1cm dicke Scheiben. Dann<br />

erwärmt man diese. Gleichzeitig sollten<br />

in diesem Sinne auch die Fußsohlen<br />

warm sein. Weiter legt man<br />

die Zwiebel auf und fixiert sie mit einer<br />

Mullbinde. Darüber kommen<br />

dann die Socken. Schließlich sind die<br />

Zwiebelsocken perfekt.<br />

Am besten behält man diese Zwiebelsocken<br />

für 3 bis 4 Stunden an und<br />

legt gleichzeitig seine Füße auf eine<br />

Wärmeflasche. Übrigens kann man<br />

alternativ gleichzeitig mit den Zwiebelsocken<br />

die Fußsohlen auch mit<br />

Knoblauch einreiben. Dies sollte<br />

schließlich auch die positiven Effekte<br />

<strong>gegen</strong> die Symptome bei einer Erkältung<br />

verstärken.<br />

Den Hustensaft mit<br />

Zwiebel-selber machen, er<br />

ist bewährt und effektiv<br />

<strong>gegen</strong> Husten<br />

Für einen Zwiebel-Hustensaft<br />

schneidet man eine Zwiebel ganz fein<br />

und gibt 4 EL Honig und etwa 125ml<br />

Wasser dazu. Dann kocht man die<br />

Mischung einige Minuten auf kleiner<br />

Flamme. Danach lässt man das Gemisch<br />

über nacht stehen und presst<br />

es danach durch ein tuch. Vom Saft<br />

setzt man stündlich 1 teelöffel ein.<br />

Für Kinder eignet sich der Hustensaft<br />

mit Zwiebel, sobald sie auch in<br />

der Ernährung Zwiebeln verzehren<br />

können. Mit anderen Worten gilt<br />

dies ab etwa 2 Jahren.<br />

Reichlich effektive<br />

Polyphenole der Zwiebel<br />

Wichtige Inhaltsstoffe der Zwiebel<br />

sind die reichlich vorhandenen<br />

hochwirksamen Polyphenole<br />

(Antioxidantien – Flavonoide). Zu<br />

den wichtigsten Polyphenolen der<br />

Zwiebel zählt beispielsweise das<br />

Flavonoid Quercetin.<br />

Weitere Inhaltsstoffe sind stark<br />

wirksame Schwefelverbindungen,<br />

Vitamine sowie Mineralstoffe wie<br />

Kalzium, Magnesium, Phosphor und<br />

Kalium.<br />

138 MEDMIX | Natürlich <strong>gesund</strong>. | 0223 |VIrEn, BAKtErIEn, IMMunSyStEM


Polyphenole: die sekundären<br />

Pflanzenstoffe halten jung,<br />

schlank und <strong>gesund</strong><br />

Für Zellen und Immunsystem: Polyphenole wie Flavonoide<br />

sind sekundären Pflanzenstoffe, die uns dabei unterstützen,<br />

<strong>gesund</strong>, jung und schlank zu bleiben.<br />

Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Farbstoffe,<br />

Geschmacksstoffe und Tanine. Die bioaktiven Substanzen sind sehr<br />

wichtig für uns. Denn Polyphenole sind halten jung und schlank sowie<br />

<strong>gesund</strong>, wirken <strong>gegen</strong> Krebs, schützen unsere Zellen und stärken<br />

unser Immunsystem, was gerade jetzt in der Corona-Pandemie so wichtig ist.<br />

Während Polyphenole den pflanzlichen Organismen als UV-Lichtschutz und als<br />

chemische Verteidigung <strong>gegen</strong> Mikroorganismen und Pflanzenfresser dienen<br />

und durch ihre Färbung Insekten anlocken, nutzen die Menschen ihre<br />

Eigenschaften zur Verbesserung der Gesundheit.<br />

Im Grunde genommen sind Polyphenole jedenfalls Bestandteil unserer täglichen<br />

Nahrung sowie auch Bestandteil traditioneller Arzneipflanzen. Sie können den<br />

menschlichen Stoffwechsel und somit auch Symptome sowie Ursachen vieler Erkrankungen<br />

positiv beeinflussen.<br />

Viele sekundäre Pflanzenstoffe sind Polyphenole:<br />

Flavonoide, Phenolsäuren, Isoflavonoide und Cumarine<br />

In der Gruppe der Polyphenole sind viele sekundäre Pflanzenstoffe zusammengefasst.<br />

Hauptvertreter der Polyphenole sind die Flavonoide, das sind Pflanzenpigmente,<br />

die Kirsche, Marillen oder Weintrauben ihre Farben verleihen. Weiters<br />

gehören Phenolsäuren (Gerbsäuren), die beispielsweise für den herben Geschmack<br />

von Kaffee zuständig sind, dazu und auch Isoflavonoide. Letztere gehören<br />

wegen ihrer hormoneller Eigenschaften ebenso zu den Phytoöstrogenen.<br />

Und dann wären da noch Cumarine, die man in Waldmeister, Datteln, Zimt oder<br />

Vanillestangen findet und die wunderbar für uns duften.<br />

Vielzahl von <strong>gesund</strong>en Wirkungen der Polyphenole<br />

Ernährungs- und Anti-Aging-Spezialisten betonen, dass Polyphenole nach<br />

neuesten Forschungserkenntnissen eine Vielzahl von <strong>gesund</strong>heitsfördernden<br />

Wirkungen. Denn sie stimulieren das Immunsystem, wirken entzündungshemmend,<br />

antiviral sowie antimikrobiell.<br />

Außerdem verbessern Polyphenole den Blutfluss und haben positiven Einfluss<br />

auf den Fettstoffwechsel sowie auf die Verdauung.<br />

Weiter haben Untersuchungen ergeben, dass die Polyphenole als Antioxidantien<br />

nicht nur antientzündlich und gefäßschützend sondern auch nervenschützend<br />

wirken. Dementsprechend sollen sie auch das Demenzrisiko verringern können.<br />

Obst und Gemüse aus naturnahem Freilandanbau<br />

Wichtig ist es, dass man Obst und Gemüse aus naturnahem Freilandanbau<br />

wählt. Denn Gemüse im Glas- oder Treibhaus ohne Sonne und ohne natürliche<br />

Feinde hat keinen Stress und keine natürlichen Fraßfeinde. Jedoch erst durch<br />

den Stress entwickeln sich besonders viele Polyphenole. Außerdem sind im<br />

äußeren Teil oder in der Schale mehr Polyphenole enthalten als im Inneren, beim<br />

Erhitzen oder Einfrieren sind sie nicht so empfindlich wie Vitamine.<br />

© nerudol / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/polyphenole-bioaktive-substanzen/<br />

natürlich <strong>gesund</strong> 4 2022 | GESunDSrAtGEBEr | MEDMIX 139


Knoblauch<br />

Allium sativum<br />

Knoblauch hilft effektiv <strong>gegen</strong> Erkältung. 2 rohe Knoblauchzehen<br />

am Tag können allgemein <strong>gegen</strong> grippale Infekte und verschiedene<br />

Viren wie auch Coronaviren helfen.<br />

© Volodymyr Plysiuk / shutterstock.com<br />

https://medmix.at/knoblauch-<strong>gegen</strong>-erkaeltung-einsetzen/<br />

140 MEDMIX | natürlich <strong>gesund</strong> 1 2023 | GESunDSrAtGEBEr |


Es gibt jede Menge<br />

Haus- und Volksmittel für<br />

verschiedene Symptome<br />

wie Schnupfen, Husten<br />

und andere Beschwerden<br />

durch grippale Infekte. Zu<br />

diesen Hausmitteln gehört<br />

auch das Kauen oder<br />

Zerquetschen von rohem<br />

Knoblauch. Auch das<br />

Übergießen mit Honig ist<br />

beliebt, bevor man den<br />

Knoblauch schluckt.<br />

Zwei tägliche roh<br />

verzehrte Knoblauch -<br />