Antike porträts

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Antike porträts

— XXXII —

Münzbilder geben eine ephesische Statue wieder, nach der die erhaltene kopiert ist. (*Berliner phil.

Woch. igo2 Sp. 368. Rossbach.) — Die Kopie ist, wie gesagt, antoninisch, den früheren Münzbildern

etwa gleichzeitig ; die Augen sind gebohrt, s. u. Taf. 46. — Das Original wird nach Körperhaltung

und Gewandstil in das fünfte Jahrhundert gehören.

15. Platon, 427 bis 347

V. Chr. — Hermenaufsatz. Pentelischer Marmor. Gesicht 0.27 ra.

Aus dem Neapler Kunsthandel; jetzt im Vatikan, sala delle Muse N0.519. (Heibig, Führer 2. Aufl. I S. 168 f.

No. i"]!. — Ders., Jahrbuch I 1886 S. 72, 6 Taf. 6. — *J. J. Bernoulli, Griechische Ikonographie II

S. 18 ff. 28, 7 Taf. 5.) — Nasenspitze ergänzt. Kopie der ersten Kaiserzeit (moderne Inschrift: ZHNQN).

Mehrfache Wiederholungen verschiedener Güte. — Haar gleichmässig gestutzt, anliegend; platte ge-

schwungene Büschel, durcheinander, nur an der Stirn gereiht. Bart mit runder Spitze, Schnurrbart;

beide schlicht. Benennung: durch eine Replik in Berlin, mit der Inschrift : 11AATQN (Bernoulli

a.a.O. S. 22, c Taf. 4, dort Nachweise). Vorbild der Kopien ist vermutlich eine Statue des Platon in

der Akademie zu Athen, von dem Bildhauer Silanion, geweiht durch den Perser Mithradates, Sohn des

Rodobates. (Diogenes Laertius III 25 = Overbeck, Schriftquellen 1358. — •••Bernoulli a. a. O. II S. ig,

mit Nachweisen. — Jahrbuch V 1890 S. 151 ff. Winter. — Hist. u. phil. Aufsätze E. Curtius gewidmet.

1884. S. 109 f. Michaelis.) — Die Statue muss nach 387 v. Chr. entstanden sein, wo Platon seine Lehr-

tätigkeit begann ; Arbeiten Silanions sind von der Mitte der sechziger Jahre des vierten Jahrhunderts

bis in die Zeit Alexanders nachzuweisen. (Vgl. Preuner in Athenische Mitteilungen XXVIII 1903

S. 348. 350. 352. — Archäologischer Anzeiger 1904 S. 5 Abb. 3. — Ueber Mithradates Preuner a. a. O.

S. 340 ff., mit Nachweisen.)

16 A, B und Abb. 7. 8. Sophokles, 496 bis 406 v. Chr. — Es gibt zwei T3'pen ; A ist benannt

i) durch eine Imago clipeata aus Marmor, früher im Besitze des Fulvius Ursinus, jetzt verschollen,

bekannt durch Stiche; unten auf dem Rahmen C04>0KAHC (J- J. Bernoulli, Griechische Ikonographie I

S. 124 Abb. 23; dort Nachweise), hier Abb. 7. — 2) durch eine verstümmelte Marmorherme im Vatikan,

mit der Inschrift C04>0KAHC (*Amelung, die Skulpturen des Vatikanischen Museums II S. 176

No. 6c)b, dort Nacliweise. — Bernoulli a. a. O. S. 126, c. S. 133 Abb. 2 Taf. 13. — Ders. in Jahr-

buch XI 1896 S. 1731.)- B ist benannt durch einen kleinen Hermenaufsatz aus Marmor im Vatikan

(Sala delle Muse No. 492), mit der unvollständigen Inschrift OKAHC; links bleibt nur Raum

für 3 Buchstaben, so dass die Ergänzung COOKAHC sicher scheint, vgl. Abb. 8. (Bernoulli a. a. O.

S. 126, b Abb. 24; dort Nachweise.) — Von beiden Tj-pen sind Repliken erhalten, alle Kopien der

Kaiserzeit.

Typus A. Kopf von einer Statue oder Büste; griechischer Marmor. Höhe i Fuss 7V2 Zoll

englisch ^ 0.5 1 m, Gesicht 0.26 m. Aus der Gegend von Rom; jetzt in London, Britisches Museum

Nr. 1831. (A. H. Smith, Catalogue of greek sculpture III S. 132. — Bernoulli a.a.O. S. 130, 9 Taf. 14 ; dort

Nachweise.) Gut erhalten, unten Bruch ; dicke Schnur im Haar. Haar ziemlich lang, in gewellten

Strähnen anliegend ; Bart und Schnurrbart wirr, stark plastisch, aus Strähnen und kurzen Wischen.

Typus B. Statue, wenig überlebensgross, Gesicht 0.23 m. Marmor. Aus Terracina, jetzt Rom, Lateran

Nr. 476. (Benndorf und Schöne, Das Lateranische Museum Nr. 237. — * Bernoulli a. a. O. S. 136 ff.

Taf. 16 — Heibig, Führer 2. Aufl. I S. 456 Nr. 683. — Arndt-Bruckmann, Porträts Taf. 1 13 bis 11 5.) Ergänzt

Plinthe, Füsse, Schriftkasten, rechte Hand ; am Kopf Nase, Augenknochen, rechte Wange, rechte Hälfte des

Stirnhaares. Himation, s.o. Tafel 14. Schmale Haarbinde. Haar und Bart ähnlich wie A, nur auf dem

Schädel kürzer.

Vorbilder. Die literarische Ueberlieferimg stimmt mit der monumentalen überein; sie

weiss von zwei Bildnissen des Sophokles. A. Sein Sohn lophon errichtete ihm gleich nach

seinem Tode 406 v. Chr. eine Statue (Vita Sophociis = Overbeck , Schriftquellen 1413). Es ist anzu-

nehmen, dass sie ihn in höherem Alter darstellte, so wie er damals im Gedächtnis der Menschen

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