Antike porträts

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Antike porträts

— XLVII —

Blätter sind Myrte, wie C. L. Visconti richtig erkannt hat. Einen solchen Kranz könnte Augustus in Rom als

Priester der Venus tragen, der die Myrte heilig ist ;

doch wird unter seinen Priestertüniem das der Venus nicht

erwähnt, spielte also wohl in seinem Leben keine Rolle, falls er es bekleidete (Th. Mommsen, Res gestae

Divi Augusti 2. Aufl. S. 32 f.); eine andere Deutung wiire vorzuziehen. Nun besteht aus Myrte auch

die Corona ovalis, die der siegreiche Feldherr bei dem kleinen Triumph, der Ovatio, anstatt des Lorbeers

trägt, wenn er nach einem unblutigen oder weniger bedeutenden Erfolg zu Ross anstatt auf dem Wagen

in Rom einzieht. (Gellius V, 6, 20 und anderwärts; Marquardt, Römische Staatsvenvaltung 2. Aufl. II,

S. 591 Anm. 6. — Pauly-Wissowa, Realenzyklopädie IV, 2 Sp. 1639 Häbler.) Augustus hat dreimal

eine Ovatio gehalten, nach der Schlacht bei Philippi, nach dem sizilischen Kriege und endlich nach

der Rückgabe der Feldzeichen durch die Parther 20 v. Chr. (Dio Cassius 54, 8, 3, wo ausdrücklich

der Einzug zu Pferde erwähnt wird). Nach dem Lebensalter käme nur die dritte Ovatio in Betracht;

bald nach 20 v. Chr. wäre dann die Büste entstanden oder nach einem damals errichteten Denkmal

wenig später kopiert. —

Abb. 18. Marmorkopf zum Einsetzen, in Boston aus Sammlung Despuig in Mallorca. Höhe des

Kopfes 0,30 m. Jugendliches Bildnis, stark idealisiert. (Amdt-Bruckmann, Porträts Taf. 704. 705.)

34 und Abb. 19. Livia, Gemahlin des Augustus; geb. 57 v. Chr. f 29 n. Chr. — Kopf, abgebrochen.

Marmor. Höhe 027 m; Gesichtshöhe 0.145 m. — Aus dem n'imischen Kunsthandel, jetzt in

Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptothek (Billedtavler Nr. 614.

— * Römische Mitteilungen II 1887 S.3ff. Taf. I; Heibig. —

Amdt-Bruckmann, Porträts Taf. 6. 7.) Ergänzt der untere

Teil der Nase, Einzelnes am Haar. Büstenfuss modern.

Haltung gesichert. Farbspuren : Iris braun, Haar rotbraun.

— Haar gescheitelt, vorn rechts und links zwei Massen

von Löckchen; hinten ein Nackenzopf mit Schleife. — Benennung:

durch gesicherte Bildnisse der Livia, wovon

hier zwei als Probe genannt werden (grundlegend :

J. Asch-

bach, Livia, Gemahlin des Kaisers Augustus, Wien 1864,

aus den Denkschriften der philologisch-historischen Klasse

der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien

XIII S. 29 ff. — J. Bernoulli, Römische Ikonographie

J.

n, I S. 85 ff.). i) Tafel 62, 31: stadtrömische Mittel-

bronze; Vorderseite: weiblicher Porträtkopf nach rechts,

Umschrift SALVS AVGVSTA; Rückseite: in der Mitte

S(enatus) C(onsulto), um den Rand Tl(berius) CAESAR

DIVI AVG(usti filius) P(ontifex) M(aximus) TRfibunicia

potestate) XXIIII = Tiberius 22 n. Chr. (vgl. \V. Liebenam,

Fasti consulares S. 104 Tiberius). Porträt und Umschrift der

Vorderseite sind auf Livia zu beziehen, weil diese 22 n. Chr.

von einer schweren Krankheit genas (Tacitus, Annales III,

64) und andere kaiserliche Damen damals für eine Ehrung

durch Münzbildnisse nicht in Betracht kommen. (Bernoulli,

RI II, I S. 86, Taf. 32, 12. — Cohen, Mödailles imperiales

2. Aufl. I S. 171, 5.) 2) Abbildung iQ. Sardonyx-Cameo

in Wien, Hofmuseum. 8.7 cm hoch. Matrone, nach links

thronend ; auf der erhobenen linken Hand eine Büste

des Augustus, mit über den Hinterkopf gezogenem Gewand,

Abb. 10 in, Cainco, Wien.

Lorbeerkranz und .Strahlenkrone. Die Deutung ist durch die Büste des Augustus gegeben, die Datierung >lur

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