Antike porträts

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Antike porträts

— XLVIII —

Römische Staatsverwaltung 2. Aufl. III S. 467. — Eckhel, Doctrina nuinmorum VI S. 125 ff. — Stephani,

Nimbus und Strahlenkranz S. 1 14. 13 1 ff.) Livia erscheint als Kybele, mit Mauerkrone und Tympanon — darauf

ein Löwe, das Tier der Kybele — in den Fingern der Linken hält sie Aehren und reifen iVfohn. (S. Reinach,

Pierres gravees S. 5, 2 dort Bibliographie. — Bernoulli, RI II, i S. 94 Taf. 27, 2.) Falls der Kopenhagener Kopf

das Lebensalter der Livia getreu wiedergäbe, könnte er kaum nach Christi Geburt entstanden sein.

Jedoch führt die Haartracht auf ein späteres Datum ; sie findet sich nicht vor dem zweiten Jahrzehnt

n.Chr. (Vgl. Pauly-Wissowa, Realenzyklopädie, Haartracht und Haarschmuck VII Sp. 2137, dort Nach-

weise. Steininger.) — Siehe auch die Vignette S. V, Türkis in Boston, Livia mit Tiberius; vgl.

Furtwängler, Gemmen III S. 318.

35* 30- Nero, geb. 37 n. Chr., Kaiser 54, t 68. — Tafel 35. Kopf zum Einsetzen, von einer Statue.

Griechischer Marmor. Höhe 0.32 m, Gesicht 0,18 m. — Vom Palatin, Rom im Thermenmuseum Nr. 583.

618. (Paribeni, Guida del Museo Nazionale Romano 191 1 S. 98 No. 428. — J. J. Bernoulli, Römische

Ikonographie II, i S. 393, 7. 402. — Heibig, Führer 2. Aufl. II S. 194 No. 1064.) — Ergänzt: unterer Teil

der Nase, linke Hälfte der Oberlippe, etwas am Kinn, beide Ohren, untere Teile des Halses, — doch ist

links der Einsatzrand deutlich — Hinterkopf; Büstenfuss modern. Haltung durch die Halsmuskeln ge-

sichert. — Haar gestutzt, tief in den Nacken wachsend ; es bildet ziemlich kurze Strähne, die am Vorder-

kopf konzentrisch um den Wirbel liegen, mit in jeder Reihe alternierendem Schwung, am Hinterkopf seitwärts

auseinandergestrichen sind; die Stirn umgibt im Flachbogen eine Reihe längerer parallel geschwungener

Strähne (Pauly-Wissowa, Realenzyklopädie VII, Haartracht und Haarschmuck Sp. 2147. Steininger). Flaum-

bart an den Wangen. — Benennung durch Münzbildnisse. (Grundlegend Wiener Numismatische Zeit-

schrift 1878 S. 230 ff.; Kenner. — Bernoulli, RI II, i S. 387ff.; Taf. 35, 9 — 16. — Cohen, Medailles

imperiales 2. Aufl. I S. 276ff.) Datierung nach dem Lebensalter um 60 n. Chr.; auch die Münzen

dieser Zeit stehen dem Kopfe besonders nahe, vgl. Tafel 62, ^^ f. —

Dass Nero 59 n. Chr. den

Bart ablegte, kann nicht zur Datierung benutzt werden, da er 60 n. Chr. auf Münzen schon wieder

bärtig erscheint (Bernoulli, RI II, i S. 387). — Keine Repliken.

Tafel 36« Kopf zum Einsetzen von einer .Statue. Schwarzer Basalt. Gesicht 0.16 m. — Florenz, Uffizi

No. 65 (Amelung, Antiken in Florenz S. 29 Nr. 34. — Bernoulli, RI II, i S. 395, 17. 404 f.). Haar ähnlich wie

an dem vorigen Kopf; nur reicht die Stirntour von Ohr zu Ohr und besteht aus dicken Büscheln, die sich an

den Haarwurzeln aufbäumen, vom herabgezogen und mit den dünnen Spitzen auf die Haut gelegt sind.

Augen graviert; Iris umrandet, Pupille ausgehöhlt bis auf ein Glanzlicht oben. Diese Darstellungsweise

kommt sonst erst nach Hadrian vor, die Augen könnten also antik oder modern überarbeitet sein.

Poliert. Strahlenkrone (vgl. Daremberg-Saglio, Dictionnaire I, 2 S. 1535, dort Nachweise, oben

Tafel 34). — Büstenfuss modern. — Benennung wieder durch Münzbildnisse. — Datierung

a) durch die physiognomische Aehnlichkeit mit späteren Münzen, aus den Jahren 65 bis 68 ; vgl.

Tafel 62, 34. (Bernoulli, RI II, i S. 389; Taf. 35, g— 12. — Kenner a. a. O.) b) durch die Strahlen-

krone ; Nero

trägt sie erst seit 65 v. Chr. auf manchen Scheidemünzen, Dupondius und As (Kenner

a. a. O. S. 305 ff. —

Bernoulli, RI II, i S. 389. — Cohen, Medailles imperiales 2. Aufl. I S. 288, 120.

S. 292, 203). Zwischen 65 und 68 wiid also der Kopf anzusetzen sein. — In diese Jahre fällt die

berühmte Kolossalstatue des Nero von Zenodorus, im Hofe des goldenen Hauses, das 64 n. Chr. be-

gonnen wurde. Sie war ausgezeichnet ähnlich und stellte Nero vermutlich mit der Strahlenkrone dar,

da Vespasian sie später in einen Helios umwandelte (Plinius, naturalis historia 34, 45 = Overbeck,

Schriftquellen Nr. 2273 ff.). Vielleicht, dass die Münztypen mit Strahlenkrone, der Florentiner Kopf und

einige ihm verwandte Köpfe (Bernoulli, RI II, i S. 404 f.) auf den Koloss des Zenodorus zurückgehen.

37- Knabenköpfe der frühen Kaiserzeit. a. Sogenannter Marcellus. — Berlin, Kgl. Museen.

(Kekule V. Stradonitz, Ueber einen bisher Marcellus genannten Kopf in den Königlichen Museen, 54.

Winckelmannsprogramm der Archäologischen Gesellschaft zu Berlin.) — Julisch - claudische Ausschnitt-

büste. Lunensischer Marmor. Gesichtshöhe 0.12 m. Gut erhalten; die Sockelplatte der Büste

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