Antike porträts

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Antike porträts

— LII —

III i()o8 S. 3 ff. Taf. I. Rizzo. — Brunn-Bruckmann, Denkmäler, Taf. 635 Ders.) — Antinous stehend

nach links. Lockenhaar mit Pinienkranz ; kurzer Chiton mit Halbärmeln; in der rechten Hand ein

Winzermesser, falx vinitoria (Daremberg-Saglio, Dictionnaire II, 2 S. 969), die linke hielt einen jetzt

abgebrochenen Zweig, vermutlich Pinie. Links Altar — unvollständig — mit der Künstlerinschrift, siehe

unten; darauf ein Pinienzapfen, zwei Granatäpfel und noch eine Frucht; über dem Altar Weinranke

— er steht vor einem Weinstock. Rechts ein Hund — die vordere Hälfte allein dargestellt — der

mit zurückgelegten Ohren „lächelnd" zu Antinous aufblickt. — Benennung durch gesicherte Porträts

des Antinous, Münzbildnisse und Skulpturen, vgl. Tafel 62, 41. (

Imhoof-Blumer, Porträtköpfe auf

römischen Münzen S. 9 Taf. II, 36. — Pauly-Wissowa, Realenzyklopädie I, 2 Sp. 2440. Wemicke.)

Keine Replik. — Die Deutung auf Silvanus durch dessen Attribute, den Pinienkranz im Haar, das Winzer-

messer, den Wachthund. (Röscher, Mythologisches Lexikon IV Sp. 822 ff. R. Peter. — Bullettino

comunale 1874 S. 183 ff. Taf. 19. — Rizzo, Ausonia a. a. O. S. 8 f. —

Sonstige Darstellungen des

Antinous als Gott: Pauly-Wissowa a. a. O.) Datierung im allgemeinen durch die vergöttlichte Dar-

stellung des Antinous nach seinem Tode 130 n. Chr., näher durch die Einführung des Antinouskultes

in Lanuvium 133 n. Chr. (Pauly-Wissowa, Realenzyklopädie I, 2 Sp. 2439 f. v. Rohden, mit Nachweisen.)

Künstlersignatur auf dem Altar: ANTQNIANOC APOAElCIErC EIIOIEI. Der Bildhauer

Antonianos ist sonst nicht bekannt, wohl aber die in hadrianischer Zeit blühende Schule von Aphrodisias

in Karien. fLöwy, Inschriften griechischer Bildhauer Nr. 364 ff. — Bullettino comunale 1886 S. 235 f.

297 f. 3 16 ff. —

Ausonia III 1908 S. q; Rizzo. — Vgl. Taf. 45.)

45. Bildnis eines Unbekannten. — Achselbüste. Lunensischer (?) Marmor. Höhe 0.72 m,

Gesicht 0.19 m. Rom, Capitolinisches Museum, Philosophenzimmer Nr. 66. — Haar gelichtet, lange,

stark wellige Strähne mit aufgebogenen Enden. — Künstlersignatur unten um den Büstenfuss : ZHNAS

AAESANAPOr EIIOIEI. (Lriwy, Inschriften griechischer Bildhauer S. 268 Nr. 383.) Zenas stammte

vermutlich aus Aphrodisias in Karien fLöwy a. a. O. Nr. 383). Der Stil und die Haartracht führen auf

hadrianische Zeit, vgl. Tafel 43, a.

46 und Abb. 22. Rhoimetalkes, König des Bosporus, regiert 131/2 bis 153/4 n. Chr. —

Büstenfragment. Marmor (angeblich nicht griechisch, vgl. Lepsius, Marmorstudien Nr. 249). Höhe

0.49 m, Gesicht 0.185 m. — Aus dem Dionysostheater in Athen, jetzt Nationalmuseum Nr. 420.

(* Rossbach in Journal international d'archeologie numismatique IV igoi S. 77 ff-, Taf. 4. — Arndt-Bruck-

mann, Porträts Taf. 301. 302. — Stais, Musee national d'Athenes I S. 85.) — Fehlend Nasenspitze, der

grösste Teil der Büste, die einen Blattkelch unter sich hatte, der Hinterkopf — dieser in Gips

ergänzt. Haut poliert, Haar stumpf. Augen graviert ; Iris stumpf, konvex in versenktem Relief, Pupille

ausgehöhlt mit Glanzlicht oben i). Kein Diadem. Sehr volles, ungestutztes Haar; wirre wellige Strähne,

I ) Bei ausführlicher farbiger Darstellung wird das Auge folgendermassen wiedergegeben : die Iris dunkel, mit

einem schmalen, noch dunkleren Randstreif; die Pupille schwarz; oft sitzt ein Glanzlicht auf der Iris; bei kleinen Massen ist die

Darstellung einfacher. — In der Kaiserzeit — regelmässig seit Marcus Aurelius — hilft man besonders bei Porträtskulpturen

der Lichtwirkung durch plastische Darstellung und durch Aushöhlen der schattigen Teile nach, wozu noch Bemalung kam:

die Iris ist umrandet; sie ist häufig stärker konvex als der Augapfel — was der Wirklichkeit entspricht — aber dabei in

den Augapfel eingesenkt; der Rand der Versenkung wirft dann einen Schatten, der den dunkeln Randstreif der Iris bildet;

die Pupille ist ausgebohrt bis auf das Glanzlicht; dies hat meist die Form eines spitzen Zipfels, der in der Höhlung der

Pupille in einen feinen Grat ausläuft; manchmal ist es aber auch ein Lappen von wechselnder Grösse. Vor Marcus

Aurelius ist die Behandlungsweise etwas verschieden ; die Bohrung an sich findet sich bei Porträtskulpturen regelmässig seit

Hadrian. Vereinzelt tritt sie schon früher auf, z. B. an dem Terrakottaporträt Tafel 31, und es gibt auch noch ältere

Beispiele, auf die hier nicht einzugehen ist. — Bei geschnittenen Steinen ist plastische Angabe der Iris und Pupille früh-

zeitig Regel, in etwas anderen Formen, vgl. die Beispiele auf Tafel 58. 59. — Bei Münzen sind in griechischer Zeit der

Kontur der Iris uud die Pupille — als Punkt — in den Stempel eingraviert, erscheinen also in der Prägung erhöht ; in römischer

Zeit ist die Iris eine Vertiefung.

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