Wegweisend für Hamburg: Dienstleistungen - Wirtschaftsrat der ...

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Wegweisend für Hamburg: Dienstleistungen - Wirtschaftsrat der ...

Landesverband Hamburg

und Landesverband Schleswig-Holstein

copy-druck GmbH, Neumann-Reichardt-Str. 27-33, 22041 HH

PVST 55030 Entgelt bezahlt DPAG

Ausgabe Juni 2010

Wegweisend für Hamburg: Dienstleistungen

Seiten 5-8

■ Nachhaltige Haushaltsentwicklung –

wo sollte Hamburg ansetzen? Seiten 17-18

Hamburg und die Containerschifffahrt –

heute und morgen Seiten 26-27

■ Mitgliederversammlung des

Landesverbandes Schleswig-Holstein Seiten 43-44


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

Matthias Leutke

Landesvorsitzender

Von der Verantwortung

U

nsere auf freiheitliches Wirtschaften

aufgebaute Gesellschaft

sieht sich ungeahnten Bedrohungen

ausgesetzt. Die Verwerfungen an den

Finanzmärkten erforderten Bürgschaften

und direkte Unterstützungen des

Staates (also von uns allen) in bis dato

nie gesehenen Höhen. Kaum begannen

diese Maßnahmen zu greifen, drohte

die Staatswirtschaft Griechenlands in -

solvent zu werden. Gegen ordnungspolitische

(und EU-Vertrags-) Grund -

sätze rückten die Staaten der EU zu -

sam men und spannten einen Rettungsschirm.

Die Höhe der hierin

enthaltenen Garantien der einzelnen

Mitgliedsstaaten ist erneut in nie gesehenen

Höhen angesiedelt. Die Ver -

schuldung von Bund und Ländern liegt

jetzt, ohne die Griechenland-Garantien,

bei 1,7 Billionen Euro. Das sind rund

21.000 Euro pro Kopf.

Liebe Leser, Sie wissen das alle. Der

Wirtschaftsrat hat schließlich zu diesen

Themen in den vergangenen Jahren

immer wieder Veranstaltungen durchgeführt

und auf die Probleme hingewiesen.

Und dennoch rücke ich es hier er -

neut ins Blickfeld. Warum? Weil diese

Rahmenbedingungen Tatsachen sind,

denen sich niemand entziehen kann.

Einen Rücktritt, wie wir ihn staunend

in den vergangenen Tagen bei

verschiedenen Personen des politischen

Lebens erleben mussten, gibt es hier

nicht. Er würde auch nichts an unseren

wirtschaftlichen Bedingungen ändern

und schon gar nichts an der Schuldensituation

unserer Kinder.

Vielmehr scheint mir ein Rücktritt,

wie ihn Horst Köhler vollzog, mit einer

Beschädigung des höchsten Amtes

unseres Gemeinwesens verbunden. Das

ist gefährlich. Der Bundespräsident ist

schließlich vom Grundgesetz als die

Verkörperung unseres Gemeinwesens

konzipiert. Und dieses Gemeinwesen

Bundesrepublik scheint mir immer

stärker in unterschiedliche Interessengruppen

zu zerfallen.

Dieser Rücktritt lenkt auch – er -

neut – den Blick auf die immer wieder

deutlich artikulierte Unzufriedenheit

mit unseren Politikern.

Diese Unzufriedenheit halte ich für

weit verbreitet und für bequem und

selbstgerecht, aber falsch! Wer ist denn

dieses Gemeinwesen, dessen Heteroge -

nität wir beklagen? Sie und ich, unsere

Betriebe und unsere Familien sind doch

die eigentlichen, weil dauerhaften Träger

unseres Staates. Hieraus er wächst

unsere Verpflichtung, selbst immer

wei ter an unseren Zielen zu arbeiten.

Seien wir, in Familie und Betrieb, die

Vorbilder, deren Fehlen wir beklagen!

Gestalten wir damit die Gesellschaft

nach unseren Überzeugungen! (Dazu

zählt übrigens die kluge Unterstützung

der vor uns liegenden öffentlichen

Sparmaßnahmen.)

Wir treten nicht zurück, wenn es

eng wird, wir tragen unsere Verantwortung!

Ihr Matthias Leutke

Landesvorsitzender Hamburg

3


Landesverband Hamburg

und Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

Wegweisend für Hamburg: Dienstleistungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 5

Der Dienstleistungssektor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 5

Chancen für Hamburg Trends für den Wirtschaftsstandort . . . . . . . . Seite 6

Dienstleistung als zuverlässiger Motor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 7

Dritter Norddeutscher Wirtschaftstag (NWT) 2010

in Rostock/ Warnemünde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 10

Vorstellung des Landesvorstandes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 12

Pausengespräche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 14

Aygül Özkan neue Ministerin in Niedersachsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 15

Pausengespräche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 16

Nachhaltige Haushaltsentwicklung – wo sollte Hamburg ansetzen? Seite 17

Zwischenruf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 19

Besichtigung der J.J.Sietas Werft in Hamburg-Neuenfelde . . . . . . . . . . . Seite 20

Landesfachkommission Luftfahrtindustrie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 22

Landesverband Schleswig-Holstein

Familienunternehmen – Hoffnungsträger

oder Auslaufmodell? . . . . . . . . . . . . . Seite 24

Hamburg und die Containerschifffahrt

– heute und morgen . . . . . . . . . . . . . . . Seite 26

Aus dem Juniorenkreis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 28

Landesfachkommission ITK Informations-

und Telekommunikationstechnologie . . . . Seite 31

Jour Fixe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 34

...im Übrigen Infos aus der

Landesgeschäftsstelle Hamburg . . . . . . . . . . . Seite 36

Presseschau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 36

Wir gratulieren zur langjährigen

Mitgliedschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 37

Neue Mitglieder in den Landesverbänden

Hamburg und Schleswig-Holstein . . . . . . . . Seite 37

Grusswort des Landesvorsitzenden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 42

Mitgliederversammlung des Landesverbandes Schleswig-Holstein . . Seite 43

Festvortrag zur Zukunft des Bankenstandortes Deutschland . . . . . . . Seite 44

Kommission öffentliches Bankenwesen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 47

Mittelstandsfinanzierung für den Aufschwung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 47

Schleswig-Holstein auf dem Weg zu „griechischen Verhältnissen“? . Seite 50

Kommission Sozialwirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 51

Energiepolitische Leitlinien für Schleswig-Holstein . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 52

Wachstumsmarkt Elektromobilität – Rückenwind aus Berlin . . . . . . . Seite 53

Potentiale der Batterietechnik für die Stromspeicherung . . . . . . . . . . . Seite 56

Kommission Elektromobiliät . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 57

REpower Systems AG am Standort Schleswig-Holstein . . . . . . . . . . . . . . . Seite 57

Stand der Endlagerfrage für die deutsche Kernkraft . . . . . . . . . . . . . . . Seite 58

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

auf dem Weg zur Wirtschaftlichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite60

Kommission Bildung und Wirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite60

Einzelhandel und Stadtentwicklung

in den Zentren der Region Lübeck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 61

...im Übrigen Informationen aus der Landesgeschäftsstelle Kiel . . . . . . . .Seite 61

Vorschau Veranstaltungen in Schleswig-Holstein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Seite 62

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Seite 62

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INHALT

Dr. Manfred Hermann

Redakteur unseres

Magazins (He)

VORSCHAU

LANDESVERBAND HAMBURG

Änderungen sind möglich

VERANSTALTUNGEN

08. Juli 2010

Abendveranstaltung mit Stefan Riße,

Chefstratege CMC Markets, Bestsellerautor

und früherer Börsenkorrespondent

für N-TV

02. September 2010

WR-Golfturnier auf Gut Kaden

06. September 2010

Abendveranstaltung mit Senator

Axel Gedaschko, Präses der Behörde

für Wirtschaft und Arbeit

28.September 2010

Mittagsveranstaltung mit Dr. Jörg

Wolle, Vorsitzender des Vorstandes

der DKSH Holding Ltd.

14. Oktober 2010

3. Norddeutscher Wirtschaftstag

in Rostock

19. Oktober 2010

Neumitgliederabend

28. Oktober 2010

Heiko Hubertz, Gründer und

Geschäftsführer der Bigpoint GmbH

und Achim Quinke, Inhaber der

Quinke Networks / Projektleiter

Games City Hamburg

POLITISCHES FRÜHSTÜCK

23. Juni 2010

Prof. Dr. Arnulf Baring, Historiker und

Publizist

07. September 2010

Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der

Universität Hamburg

JOUR-FIXE FÜR MITGLIEDER

06. Juli 2010

Jens Kerstan MdHB, Fraktionsvorsitzender

der GAL

05. August 2010

Floris Helmers, Geschäftsführer der

AIR HAMBURG Luftverkehrsgesellschaft

mbH

09. September 2010

Ulf Lunge, Geschäftsführer von Lunge

Lauf und Sportschuh GmbH

07. Oktober 2010

Prof. Friedemann Schulz von Thun,

Prof. em., Universität Hamburg,

Autor von „Miteinader reden“

JUNIORENKREIS

30. Juni 2010

Prof. Elmar Lampson, Hochschule für

Musik und Theater und Peter Krause,

junges forum Musik & theater

Besuch der Oper „Don Giovanni“

13. Juli 2010

Besichtigung der Holstenbrauerei mit

Wolfgang Burgard, Vorsitzender der

Geschäftsführung Carlsberg Deutschland

GmbH

14. September 2010

Besuch der Kaffee-Rösterei mit Albert

Darboven / Geschäftsführer J.J. Darboven

GmbH & Co. KG


Wegweisend für Hamburg: Dienstleistungen

Dr. Christina Arndt,

Referentin für

Wirtschaftspolitik

Dienstleistungen sind generell weniger

von einer Rezession betroffen. Während

der Geschäftsverlauf der Industrie von

den Investitionen des gewerblichen

Sektors und der globalen Nachfrage

bestimmt wird, beruhen die Erfolge der

Dienstleister zu einem erheblichen Teil

auf dem heimischen Privatverbrauch.

Dieser ist auch in Krisenzeiten relativ

stabil; denn ein Grundbedarf an Ge -

sund heit, Bildung oder Mobilität wird

immer gedeckt.

Ebenso lässt sich ein Zusammenhang

zwischen dem Dienstleistungsanteil

an der gesamtwirtschaftlichen

Wertschöpfung und dem Entwicklungsgrad

einer Volkswirtschaft beobachten.

So lag er in China 2007 bei 34,

in den USA und Großbritannien bei fast

80 Prozent. Der französische Ökonom

Jean Fourastié erklärte den Übergang

von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft

1949 mit seiner Drei-Sektoren-Hypothese:

Sie beschreibt die

Schwerpunktverschiebung von der Rohstoffgewinnung

(primärer Sektor) über

die -verarbeitung (sekundärer Sektor)

zur Dienstleistung (tertiärer Sektor). In

Prof. Dr. Michael Bräuninger

Die globale Wirtschaftskrise hat

Deutsch land besonders in den export -

Der Dienstleistungssektor ist auf dem Weg, die Arbeitsmärkte

zu erobern. Ein Grund für uns, die Entwicklung

näher zu beleuchten. Dienstleistungen sind inzwischen für

Deutschland von existentieller Bedeutung. Mit 3,2 Prozent

brach die Wirtschaftsleistung Hamburgs 2009 weniger

stark ein als anfänglich befürchtet. Die vergleichsweise

guten Resultate (im Bundesdurchschnitt schrumpfte die

Wirtschaft um 5 Prozent) sind auf den hohen Anteil von

Dienstleistungen an der Wertschöpfung zurückzuführen.

Der Rückgang lag hier lediglich bei nominal 0,6 Prozent und

half so, die konjunkturelle Talfahrt abzubremsen.

seinem Buch „Die große Hoffnung des

Zwanzigsten Jahrhunderts“ verbindet

er mit dieser Entwicklung steigenden

Wohlstand und soziale Sicherheit, ein

Aufblühen von Bildung und Kultur, ein

höheres Qualifikationsniveau, eine

Humanisierung der Arbeit und die Vermeidung

von Arbeitslosigkeit.

Sind Dienstleistungen die Zauberformel

für die Zukunft? Kann eine konsequente

Tertiarisierung das Beschäftigungsproblem

lösen oder schafft sie

massenhaft minderqualifizierte Dienstleistungen

mit niedrigem Lohnniveau?

Der tertiäre Sektor ist mehr als ein

Auffangbecken für freigesetzte Industriebeschäftigte.

Der globale Wettbewerb

zwang die Unternehmen zur Spezialisierung.

Der Fokus der deutschen

Industrie liegt heute mehr denn je auf

der Qualitätsproduktion. Das führte

einerseits zur Herausbildung neuer

hochqualifizierter Tätigkeiten, anderer -

seits brachte es eine hohe innere Tertia -

risierung mit sich. Viele Dienstleistungen

– wie etwa Forschung und Entwick -

lung oder Beratung und Service – sind

so eng mit der Produktion verknüpft,

Der Dienstleistungssektor

orientierten Industriesektoren getroffen.

Im Gegensatz dazu ist der eher binnenorientierte

Dienstleistungssektor

relativ stabil geblieben. Dennoch ist

auch hier die Wirtschaftsleistung zu -

rückgegangen. In Deutschland ging die

Bruttowertschöpfung im Jahr 2009 um

dass sie gar nicht in den herkömmlichen

Dienstleistungssektor ausgelagert

werden können. Wissenschaftler schätzen,

dass fast 30 Prozent der Jobs im Verarbeitenden

Gewerbe Dienst leis tungs -

berufe sind. Der Anteil des tertiären

Sektors in Deutschland liegt also deutlich

über den amtlichen 69 Prozent.

Produkte und Dienstleistungen verschmelzen

und ermöglichen das, was

Wissenschaftler als „hybride Wert -

schöp fung“ oder „Wertschöpfung 2.0“

be zeich nen. Dahinter stehen so un -

terschiedliche Branchen wie Architek -

tur- und Ingenieurbüros, Software häu -

ser und Datenverarbeitungsdiens te,

Rechts- und Unternehmensberatungen,

Werbeagenturen oder private Forschungsinstitute.

Als Dienstleistungsunternehmen

oder produktbegleitend

in der Industrie bestimmen sie mit

ihrem Wissen und ihrer Innovativität

zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit

Deutschlands.

Welche Bedeutung hat der Dienstleistungssektor

in Hamburg? Wie ist die

Hansestadt in diesem Bereich aufgestellt?

Und was erwartet uns in der

Zukunft? Wir haben Prof. Dr. Michael

Bräuninger, Leiter des Kompetenzbereichs

Wirtschaftliche Trends am Hamburgischen

WeltWirtschaftsInstitut

(HWWI) und Peter Wippermann, Gründer

des Trendbüros und Professor für

Kommunikationsdesign an der Folkwang

Universität Essen gebeten, diesen

Fragen nachzugehen. Unser Redakteur

Ehrhard Heine hat Unternehmen aus

der Hamburger Dienstleistungsbranche

besucht. Dr. Christina Arndt

von Prof. Dr. Michael Bräuninger, Leiter des Kompetenzbereichs

Wirtschaftliche Trends am Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI)

5,6 Prozent zurück. Im Dienstleistungssektor

lag der Rückgang „nur“ bei 1,7

Prozent. Der Hamburger Dienstleis -

tungssektor war deutlich stärker betroffen.

Hier ging die Wertschöpfung real

um 2,5 Prozent zurück. Dies ist auf den

tieferen Einbruch und die größere Be -

5


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

deutung des Teilbereichs „Handel, Gastgewerbe

und Verkehr“ zurückzuführen.

Aufgrund der hohen Bedeutung des

Hafens und der Logistik ging die Wertschöpfung

in diesem Bereich in Hamburg

um 6,7 Prozent (Deutschland fünf

Prozent) zurück.

Betrachtet man den längerfristigen

Trend – gemessen durch das Wachstum

in dem Jahrzehnt vor der Wirtschaftskrise

– so zeigt sich, dass der Dienstleis -

tungsbereich in Deutschland und auch

in Hamburg stärker als die Wirtschaft

insgesamt gewachsen ist. Zu einem Teil

ist dies auf eine Ausgliederung von Vorleistungen

im produzierenden Gewerbe

zurückzuführen: Bestimmte Leis -

tungen, die früher innerhalb des Unternehmens

erbracht wurden, werden jetzt

an externe Dienstleister vergeben. Dies

erlaubt eine stärkere Spezialisierung

und führt insgesamt zu Produktivitätsfortschritten.

Zum anderen Teil findet

auch eine Verschiebung der Konsumentenwünsche

statt. Mit steigenden

Einkommen gewinnen die Dienstleis -

tungen an Bedeutung. Zukünftig wird

auch der Trend zu einer alternden Bevölkerung

die Dienstleistungsnachfrage

steigern. Besonders gilt dies im Bereich

der Gesundheitsdienstleistungen.

Das Wachstum des Dienstleistungs -

sektors in der letzten Dekade lag in

Prof. Peter Wippermann

Früher war alles besser. 23 Prozent der

Deutschen sagen, dass die Menschen in

Deutschland in den 70er Jahren das

schönste Leben hatten. Auf der Beliebtheitsskala

folgen die 80er, 60er und

90er Jahre. Die Gegenwart gewinnt

knapp mit vier Prozent Zustimmung

vor der Nachkriegszeit der 50er Jahre,

die magere drei Prozent für sich verbuchen

konnte. Deutsche idealisieren die

Vergangenheit, das belegen diese Er -

gebnisse einer aktuellen Umfrage des

6

Hamburg etwas unterhalb des Bundesdurchschnitts.

Zurückzuführen ist

dies auf ein schwaches Wachstum der

Wertschöpfung im Bereich „Finanzierung,

Vermietung und Unternehmensdienstleistungen“

und im Bereich der

„Öffentlichen und privaten Dienstleis -

ter“. Dabei haben die öffentlichen

Dienstleistungen stark unter den staatlichen

Konsolidierungsanstrengungen

gelitten und die Wertschöpfung im

„Kredit und Versicherungsgewerbe“ ist

aufgrund von Konzentrationsprozessen

gegen den Bundestrend stark zurückgegangen.

Im Gegensatz dazu sind die

„Unternehmensdienstleistungen“ und

der Bereich „Handel, Gastgewerbe und

Verkehr“ in Hamburg stärker gewachsen

als im Bundesschnitt.

Die Erwerbstätigkeit im Hamburger

Dienstleistungsbereich ist über die

zehn Jahre vor der Krise fast so stark ge -

wachsen wie die Wertschöpfung. Dabei

hat sie in den Bereichen „Handel, Gastgewerbe

und Verkehr“ und bei den

„Unternehmensdienstleistungen“ sehr

viel stärker zugenommen als die Wertschöpfung.

Diese Wirtschaftsbereiche

haben stark zur Verbesserung der Be -

schäftigung beigetragen. Hier zeigt sich

auch, dass dort trotz eines insgesamt

hohen Akademikeranteils auch sehr

viele gering Qualifizierte beschäftigt

Instituts für Demoskopie Allensbach.

Keiner liebt die Zukunft. Oder doch?

Hamburg hat sich für die aktive

Gestaltung der Zukunft entschieden.

Mit dem „Leitbild Metropole Hamburg

– Wachsende Stadt“ wurden 2002 klare

Ziele gesetzt. Sechs Jahre später entschloss

sich die schwarz/grüne Koalition

unter ihrem Bürgermeister Ole von

Beust, die sozialen und umweltpolitischen

Komponenten des Wandels stärker

zu betonen. Seit 2008 lautet die

Zielvorgabe für die Hansestadt „Wachsen

mit Weitsicht“. Was aber heißt

„Weitsicht“ und was bedeutet „Wach-

sind. Deren Beschäftigung hat in den

letzten Jahren auch bedingt durch die

Arbeitsmarktreformen stark zugenommen.

Davon haben unternehmensnahe

Dienstleistungen wie die Gebäudereinigung

und auch die Zeitarbeit

stark profitiert. Der starke Beschäftigungszuwachs

bei deutlich geringem

Produktionswachstum impliziert eine

stark sinkende Produktivität. Bei deren

Interpretation ist allerdings zu berücksichtigen,

dass der Dienstleistungssektor

die Produktivität des Verarbeitenden

Gewerbes positiv beeinflusst. So

wächst die Bedeutung von Dienstleis -

tungssektoren als Vorleistungslieferanten

für die Industrie und erlaubt

hier ein stärkeres Produktivitätswachstum.

Trotz der zum Teil einfachen Tätigkeiten

im Dienstleistungssektor hat

auch die Technologieorientierung zugenommen.

Zahlreiche Dienstleistungsbereiche

zeichnen sich durch vermehrte

FuE-Aktivitäten und die Anwendung

neuer Technologien aus. Mehr als ein

Fünftel der Beschäftigten sind bundesweit

bereits im wissensintensiven

Dienstleistungsbereich tätig. In Hamburg

haben die wissensintensiven

Dienstleistungen mit einem Beschäftigungsanteil

von rund einem Drittel

eine noch größere Bedeutung.

Chancen für Hamburg

Trends für den Wirtschaftsstandort

Von Prof. Peter Wippermann, Gründer des Trendbüros und

Professor für Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität, Essen

sen“ unter dem Spardiktat der aktuellen

Weltwirtschaftskrise?

Vier strategische Innovationsfelder

für ein weitsichtiges Wachstum:

1. Wenn andere Regionen schrumpfen,

sollte die Metropolregion Hamburg

wachsen

Deutschland hat künftig dramatisch

weniger Einwohner. Die Jugend wird

zur Minderheit. Das Altersbeben schafft

neue Nachfrage in der Zuwendungsindustrie.

Der Gesundheitsmarkt hat sich

bereits vom Krankheitsmarkt getrennt

und hat hohe Zuwachsraten. Nach vier-


zig Jahren Lifestyle wird der Health style

zum Motor für Konsum und Dienstleis -

tungen. Das Wachstum einer Stadt

symbolisiert Vitalität im allgemeinen

Schrumpfungsprozess des Altersbebens.

Die nationale Völkerwanderung

hat bereits begonnen. Die Deutschen

wandern von Ost nach West, von Nord

nach Süd und vom Land in die Stadt.

Die Großstädte ziehen Menschen und

Unternehmen an. Junge Talente werden

zum Wettbewerbsvorteil. Die

Stand ortqualität entscheidet zukünftig

über den qualifizierten Arbeitsmarkt.

Das Motto „Metropole Hamburg

– wachsende Stadt“ sollte eine Renaissance

erleben, denn es stiftet Optimismus

nach innen und gibt Sinn nach

außen.

2. Klimaschutz braucht Clean Tech,

Klimaanpassung braucht Planung

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung

des Umweltschutzes und

eine Chance für Clean-Tech-Innovationen.

Hamburg sollte ein neues Cluster

„Klimaschutz/Klimaanpassung“ in seine

wirtschaftspolitischen Ziele aufnehmen.

Die Auszeichnung „Grüne

Hauptstadt Europas“ macht deutlich,

wo die regionalen Stärken der Metropolregion

Hamburg liegen. Die Vernetzung

von Ingenieurswissenschaften,

Ehrhard Heine,

Redakteur des Magazins

Die Dienstleistungswirtschaft ist mit

85.580 Firmen Hamburgs bedeutenster

und zuwachsstärkster Wirtschaftszweig

und Jobmotor Nummer eins. Seit dem

Jahr 2000 konnte die Handelskammer

jährlich mehr als 10.000 Neugründungen

verzeichnen. Die größte Gruppe der

Hamburger Dienst leis tungswirtschaft

bilden die Unternehmen der Medienund

IT-Wirtschaft (35 Prozent), gefolgt

von Anbietern unternehmensbezogener

Dienstleis tungen (26 Prozent), Fi -

Anlagenbau, Logistik und der Stadtplanung

schaffen global klimarelevante

Exportangebote und Dienstleistungen

sowie lokal neue Arbeitsplätze. Die Einbeziehung

des bereits existierenden

Cluster „Erneuerbare Energien“ könnte

das Thema intelligentes Stromnetz

(Smart Grid) und intelligente Zähler

(Smart Meter) modellhaft in der Metropolregion

Hamburg realisieren. Die steigende

Unabhängigkeit von traditionellen

Energieressourcen senkt die

Kosten und sichert langfristig den

Wohlstand Hamburger Bürger und

Unternehmen.

3. Netzwerktechnologien verändern die

Wertschöpfung

Das Internet ist die Infrastruktur des 21.

Jahrhunderts. Kommunikation, Transaktion

und Produktion bündeln sich in

einem Datenstrom. Hier ist ein klarer

Strukturwandel von der Industriekultur

zur Netzwerkökonomie zu beobachten.

Die Wertschöpfung entdeckt den Customer-Lifetime-Value

und verabschiedet

sich langsam von der Massenproduktion.

Der einzelne Kunde zählt und das

weltweit. Die Kundenbeziehungen werden

wichtiger als die Produkte. Hamburg

sollte sich für die Vernetzung der

acht Wirtschaftscluster entscheiden

und ein Wachstum an ihren Rändern

Dienstleistung

als zuverlässiger

Motor

per Heli: MEDUMAT-

Beatmungsgerät für die

Primär- und Sekundärversorgung

nanz dienstleis tungen (15 Prozent), Im -

mo bilienwirtschaft (11 Prozent), Freizeit

und Ge sundheit (6 Prozent) und Qualifizierung

und persönliche Dienstleis -

tungen (7 Prozent).

Ein Beispiel aus der Gruppe Gesundheitswirtschaft

ist die Firma Weinmann

medical technology, die im Gesundheitsmarkt

ganz oben mitmischt. Das

von Gottlieb Weinmann 1874 in Ludwigshafen

gegründete Unternehmen

begrüßen. Die Effizienz von Arbeitsteilung

und Wettbewerb wird verdrängt

durch Coopetition und Co-Creation,

Zusammenarbeit bei gleich zeitigem

Wettbewerb und ge mein same Innovation

zwischen Unternehmen und Kunden

kennzeichnen die neuen Spielregeln

der Netzwerkökonomie.

4. Kultur: Die Creative Klasse kann

rechnen und ökonomisch denken

Die Wirtschaftsinformatik könnte der

neue Elite-Studiengang der Hamburger

Universität werden. Die Wirtschaftsinformatik

ist die Wissenschaft von Entwurf,

Entwicklung und Anwendung

von Informations- und Kommunika -

tionssystemen in Wirtschaftsunternehmen.

Hier entwickelt sich rasant die globale

Nachfrage durch den Strukturwandel

zur Netzwerkökonomie. Hamburg

könnte das weltweite Zentrum

dieser neuen Wissens- und Managementdisziplin

werden. Hier gilt es vor

allem, die bestehenden Institute der

Hamburger Universität zu vernetzen.

Das kostet wenig, bringt aber viel. Ein

neuer Standort in der Hafencity wäre

ideal.

Zukunft kann man nicht vorhersagen,

aber man kann sie beobachten

und gestalten.

befasste sich schon frühzeitig mit der

Herstellung feinmechanischer Armaturen

für Sauerstoffgeräte. Seit 1977 hat

Weinmann seinen Sitz in Hamburg Stellingen

und setzt mit Innovationen, wie

dem ULMER KOFFER, für die Erstversorgung

von Notfallpatienten noch heute

wichtige Akzente in der Notfallmedizin.

Daneben gehören die Sparten Homecare

und Diagnotics zum Kerngeschäft.

Über Niederlassungen in St. Petersburg,

Paris, Shanghai und Zürich werden

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Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

Weinmann-Produkte in mehr als 55 Ländern

vertrieben.

Was würde es für viele Menschen

bedeuten, wenn es keine Krankenversicherung

gebe? Dabei wurde diese

Dienstleistung für die Allgemeinheit

erst vor 130 Jahren eingeführt. 20o7

kümmerten sich 142.540 Mitarbeiter der

Krankenkassen um die finanzielle Absicherung

der Gesundheitsrisiken der

Vorstand

Eberhard Sautter,

HanseMerkur

Versicherungsgruppe

Bevölkerung. Wir werden in naher Zu -

kunft erleben, wie der Umbau, der Ausbau

und die Verfeinerung der Krankenkassenleistungen

eine wichtige Rolle in

der gesellschaftlichen Entwicklung spielen.

Hamburg ist Sitz eines der führenden

Versicherungsgesellschaften. Die

HanseMerkur Versicherungsgruppe

konnte 2009 ihren Wachstums kurs be -

stätigen. Die Beitragseinnahmen lagen

bei 962,2 Millionen Euro (2008: 895,9

Millionen Euro). Wachstumstreiber war

das Hauptgeschäftsfeld Private Krankenversicherung

(PKV), wo die Beiträge

um 9,2 Prozent auf 699,5 Millionen

Euro (2008: 640,4 Mio. EUR) gesteigert

werden konnten. Ende 2009 waren über

eine Million Personen beim Hamburger

Unternehmen privat krankenversichert.

Das Unternehmen ist ständig bemüht,

sich durch neue Angebote am Umbau

des Gesundheitssystems zu beteiligen.

Dazu gehört auch die Krankenzusatzversicherung,

für die die HanseMerkur

eine der Spezialisten am Markt ist.

Der Bereich Krankenversicherungen

wird auch künftig ein wichtiges Standbein

des Versicherungsgewerbes in

Ham burg sein. Nach Köln und München

ist die Stadt drittgrößter Standort der

Branche. Im Zuge der Konsolidierung

der großen Konzerne sind viele Unternehmen

abgewandert und damit Entscheidungskompetenzen

und Arbeitsplätze

verloren gegangen. Umso wichtiger

wird es sein, das Know How im

8

IT – Anbieter: Wachstum als Ziel

Mit dem modernen Hochleistungszentrum

am Grasweg (Foto) hat die INFO

Gesellschaft für Informationssysteme

AG in Hamburg einen idealen Standort.

Gut 80 Prozent der Kunden sitzt ebenfalls

in der Hansestadt. Seit fast drei

Jahrzehnten setzt das Unternehmen

Akzente in der IT-Welt und sorgt mit

maßgeschneiderten IT-Dienstleistungen

für eine stetig steigende Auftragslage

sowie Mehrbeschäftigung.

Das Geschäftsmodell sichert dem

Unternehmen eine erfolgreiche Zukunft

und garantiert lukrative Auftraggeber.

So auch die erst kürzlich aufgenommene

Geschäftsverbindung zu einem

Markt führer im Katalogversandhandel.

Das offerierte „SAP Business All-in-One-

Programm“ mit seinen komplexen Möglichkeiten

in der Abwicklung von Bestellungen,

Lagerung, Logistik und Auslieferung

überzeugte. Die INFO AG bietet

ganzheitliche Dienstleistung und erfüllt

als SAP-Systemhaus und als Microsoft

Gold Certified Partner alle Anforderungen.

Das Unternehmen betreibt drei

Rechenzentren, zwei davon in Hamburg,

eines in Oberhausen. Das IT-Haus ist

Bereich Krankenversicherung zu halten

und weiter auszubauen.

Für Dienstleister bietet die Metropolregion

Hamburg mit ihren 4,26 Millionen

Einwohnern und den rund

420.000 Betrieben und Unternehmen

einen wichtigen Markt. Besonders

attraktiv ist die hohe Kaufkraft der

Hamburger, die bundesweit einen Spitzenplatz

einnimmt. Aus der beachtlichen

Konzentration innovativer Dienstleister

ergeben sich vielfältige Kooperationsmöglichkeiten,

die Unternehmer

künftig noch stärker nutzen können,

um sich im globalen Wettbewerb von

Mitbewerbern zu differenzieren. Von

zentraler Bedeutung ist hierbei die Kun-

PR-BERICHT

Foto: INFO AG Zentrale Hamburg

spezialisiert auf mittelständische Unternehmen

und bedient Handel, Banken,

Finanzen und Logistik aber auch Konzerne

aus Versicherung und der Tabakindustrie.

Unterm Strich, alles Unternehmen

mit unterschiedlichen Strukturen,

aber einer Maxime: Geschäfts -

ideen in IT-Prozesse umsetzen und

unternehmerischen Erfolg haben.

Thomas Stoek, Vorstandsmitglied

der INFO AG, zum Thema Dienstleis -

tung: „Für uns ist profitables Wachstum

oberstes Ziel. Für die Aufgaben in den

Bereichen IT Outsourcing und IT Consulting

verstärken wir kontinuierlich die

Beraterteams. Unser IT-Consulting profitiert

von der Praxiserfahrung, einer

vielfältigen Branchenkompetenz und es

ergänzt sich ideal durch unser zweites

Standbein, dem Outsourcing. Die gegenseitig

vereinbarte Verantwortung in

Form von Service Level Agreements ist

mit jedem Kunden vertraglich verankert

und Teil unseres Erfolges. Der Hamburger

Standort ist für unser Unternehmen

ideal, und wir sehen als Dienstleister

weiteres Potenzial, gerade im Herzen der

Wirtschaftsmetropole Nord“.

denbindung, die durch ein verbessertes

Serviceangebot erreicht werden kann.

Gestaltende, betreuende und beratende

Dienstleistungen (sogenannte

produktbegleitende oder hybride

Dienstleistungen) werten Produkte auf

und erleichtern Kunden das Leben: Von

der Inbetriebnahme über die Instandhaltung

bis zur Wartung ergibt sich

auch für das produzierende Gewerbe

ein wichtiger Markt. Vielen Unternehmen,

insbesondere dem Mittelstand, ist

das Marktpotenzial von Dienstleistungen

kaum bewusst. Für die Dienstleis -

tungsmetropole Hamburg wird die Sen -

sibilisierung für Serviceprodukte zu -

kunftsweisend sein. Ehrhard J. Heine


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

Dritter Norddeutscher Wirtschaftstag (NWT) 2010

in Rostock/Warnemünde

Eine Zwischenbilanz zum Thema Standortwettbewerb

Eine Region kann im nationalen und internationalen Standortwettbewerb nur

bestehen, wenn sie für Unternehmen attraktiv ist. Regionen mit einem guten Mix

an Standortfaktoren sind überdurchschnittlich erfolgreich und ziehen besonders

viele Investoren an. Die Ansiedlung von Unternehmen bedeutet für den Standort

stets eine Erhöhung des Wohlstands: Dem Gemeinwesen fließen Steuereinnahmen

zu, es entstehen Arbeitsplätze, die Kaufkraft steigt und lockt weitere Unternehmen.

Mit dem deutschlandweit höchsten

Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und der

höchsten Erwerbstätigenquote gehört

Hamburg zu den erfolgreichsten Bundesländern.

Im Wettbewerb um Kreative

und Investoren ist die Nähe zum

Wasser das wichtigste Alleinstellungsmerkmal.

Mit dem Hafen als „Tor zur

Welt“ gilt die Stadt als weltoffen, außerdem

ist sie bekannt für ihre hohe

Lebensqualität.

Weniger geläufig ist, dass die Stärke

der Hansestadt in einem sehr breiten

und ausgewogenen Branchenmix

liegt. Hamburg ist mehr als Hafen,

maritime Wirtschaft und Logistik. Weitere

wichtige Wirtschaftszweige sind

die Luftfahrt- und die Konsumgüterindustrie,

Chemie, Elektrotechnik, Maschinen-

und Fahrzeugbau, Mineralölwirtschaft,

Banken, Medien und Versicherungen.

Neben dem Handels- und

Dienstleistungssektor spielen überdies

die Bereiche Tourismus, Regenerative

Energien und Life Sciences eine zunehmende

Rolle. Vor diesem Hintergrund

und angesichts der Tatsache, dass die

Bedeutung des Hafens langfristig zu -

rückgehen könnte, lohnt es sich, die

Clus terbildung gezielt voranzutreiben.

Hamburg gehört zu den wenigen

europäischen Großstädten, in der ein

übergeordneter Vermarktungsansatz

über einen längeren Zeitraum verfolgt

wird. Neben der 2003 gegründeten

10

Dr. Christina M. Arndt,

Referentin für Wirtschaftspolitik

Hamburg Marketing GmbH (HMG), der

Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung

(HWF) und der Hamburg

Tourismus GmbH (HHT) sind noch

eine Reihe weiterer Unternehmen am

Standortmarketing beteiligt. Darunter

die Hamburg Messe und Congress

GmbH, die HafenCity, der Fughafen

oder die verschiedenen Cluster-Initiativen.

2006 beschloss der Senat eine

Verzahnung der Aktivitäten: HMG und

HMF erhielten mit Heinrich Lieser einen

gemeinsamen Vorsitzenden der Ge -

schäfts führung und die HMG wurde

gesellschaftlich mit HWF und HHT verbunden.

Außerdem wurden die Kreise

und Landkreise der Me tropolregion

Hamburg und der Landkreis Ludwigslust

in den Kreis der Gesellschafter der

HMG aufgenommen. Wie der Senat

jedoch feststellen musste, führten die

Peter Hoffie,

Ideengeber und einer der tragenden

Organisatoren des NWT

Vielzahl weitestgehend gleichgestellter

Akteure und das Fehlen einer übergeordneten

Steuerungseinheit weiter „zu

erheblichem Abstimmungsbedarf und

unnötigen Reibungsverlusten“. Hier

liegt also ein deutlicher Schwachpunkt.

Noch schwieriger wird es, verlässt

man die Ländergrenzen und schaut auf

die norddeutsche Zusammenarbeit.

Erste Ansätze gibt es mit dem MORO-

Projekt „Unverwechselbar – Norddeutschland

im Wettbewerb der Regionen“

im Rahmen eines Forschungsprogrammes

des Bundesministeriums für

Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Immerhin ist es im Rahmen dieses Projektes

gelungen, einen norddeutschen

Marketingauftritt durch eine einheitliche

Wort-Bild-Marke zu realisieren.

Unter der Überschrift Norddeutschland

und mit gemeinsamen Signet wird ge -

legentlich zusammen Flagge gezeigt.

Als Hemmschuh erweist sich allerdings

das föderative System mit seinen divergierenden

Behörden- und Gesellschaftsstrukturen

und den unterschiedlichen

Geschwindigkeiten in strategischen

und operativen Bereichen.

Die wirtschaftliche Entwicklung des

Nordens zu stärken, ist das Ziel der


2006 von den Landesverbänden Bremen,

Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern,

Niedersachsen und Schleswig-

Holstein initiierten Tagung „Norddeutscher

Wirtschaftstag“ (NWT), der alle

zwei Jahre stattfindet. Er ist getragen

von dem Bewusstsein, dass der Norden

nur durch eine Bündelung der Aktivitäten

und knappen Ressourcen vorankommen

kann. Zudem muss sich die

Region auf Aufgabengebiete fokussieren,

die eine Perspektive haben, das

heißt, bei denen aus der Tradition gute

Voraussetzungen gegeben sind (Kompetenzfelder)

oder bei denen es sich um

Zukunftsthemen handelt (Innovationen).

Dieses Anliegen hat der Wirtschaftsrat

immer als einen Prozess verstanden,

der gesteuert und gewollt sein

muss.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema

Marketing und Wirtschaftsförderung

auf dem Zweiten Norddeutschen

Wirtschaftstag 2008 in Hannover offenbarte,

dass Einzelinteressen und kleinteiliges

Denken nach wie vor dominieren.

Zwischen Schleswig-Holstein und

Hamburg gibt es Ansätze zu Synergien,

wie z.B. die Norddeutsche Life-Science-

Agentur NORGENTA. Hamburg und Niedersachsen

sind eingebunden in den

Aufbau eines Maritimen Clusters unter

Federführung der schleswig-holstei -

nischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft

WTSH. Das Bewusstsein für die

Bedeutung einer effizienten Vermarktung

des gesamten Nordens greift in

den Amtsstuben allerdings nur sehr

langsam.

So suchte der amerikanische Konzern

General Electric unlängst neben

einem Standort für sein neues Technologiezentrum

für Offshore-Windkraftanlagen

auch einen Produktionsstandort.

Für Hamburg war dieser wegen

der hohen Immobilienkosten und fehlender

Beihilfen nicht darstellbar. Eine

Alternative wäre Mecklenburg-Vorpom -

mern gewesen. Doch das Nachbarland

wollte beides: Forschung und Produktion.

Am Ende bekam Hamburg den Zu -

schlag für das Technologiezentrum, die

Fertigung ging nach England.

Einen Nukleus für die Integration

stellt sicherlich die Konzentration der

Aktivitäten in der Metropolregion mit

Hamburg als Zugpferd dar. Fortschrit-

te, die hier erzielt werden, entfalten ihre

Wirkung auf die gesamte Region. Wichtige

erste Ansätze eines konzertierten

Vorgehens sind vorhanden bei in- und

ausländischen Messen (z.B. im Rahmen

der Hamburger Gewerbeimmobilienmesse

Real Estate North), Delegationsreisen

und Clusterinitiativen. Für letztere

ist die gegenseitige Beteiligung

strategisch wichtig, muss aber nach

Auffassung von Beobachtern noch optimiert

werden. Die im April vom Hamburger

Senat beschlossene Entwicklung

einer clusterpolitischen Gesamtstrate -

gie wird helfen, die norddeutsche Zu -

sammenarbeit besser zu koordinieren.

Unbedingt zu unterstützen ist auch der

Beschluss des Senats, die für das Hamburg-Marketing

zentralen städtischen

Unternehmen HMG, HHT und HWF in

eine gemeinsame Gesellschaftsstruktur

zu überführen und gleichzeitig die

Zuständigkeiten für die norddeutsche

Kooperation sowie für das Marketing,

den Tourismus, den Dom und den

Hafengeburtstag in der Behörde für

Wirtschaft und Arbeit zu bündeln. Nur

eine konsequente Konsolidierung in der

gesamten Metropolregion führt allerdings

zur erhofften Steigerung von

Output und Effizienz.

Diese und andere Erfolge nicht

ungeachtet: Von der Entwicklung eines

wirtschaftspolitischen Profils für ganz

Norddeutschland, das Branchenkompetenz

demonstriert und überregional

ausstrahlt, ist man noch weit entfernt.

Der Wirtschaftsrat sieht sich daher in

der Verantwortung, die notwendigen

Integrationsschritte im Dialog mit der

Politik voranzutreiben. Auf dem diesjährigen

Norddeutschen Wirtschaftstag

in Rostock/Warnemünde besteht

ein weiteres Mal Gelegenheit, politischen

Entscheidungsträgern die Relevanz

einer funktionierenden länder -

übergreifenden Kooperation aus unternehmerischer

Perspektive zu verdeutlichen.

Der Wirtschaftsrat wird sich

nicht mit bloßen Absichtserklärungen

begnügen. Vielmehr wollen wir die

Anregungen der Vorträge und Podien

in konkrete Maßnahmen umgesetzt

wissen.

Peter Hoffie und

Dr. Christina Arndt

11


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

Vorstellung des

Landesvorstandes

Unser Verband lebt vom ehrenamtlichen

Engagement aller Mitglieder. Dies gilt in

besonderem Maße auch für die Mitglieder

des Landesvorstandes, der im Januar

2010 von der Mitgliederversammlung neu

ge wählt wurde. Im Folgenden werden

sie mit ihren Aufgaben im Verband kurz

dargestellt.

STELLVERTRETENDE LANDESVORSITZENDE

12

Prof. Dr. Jörg F.

Debatin, MBA

Geb. 1961 in Bonn,

Ärztlicher Direktor

und Vorsitzender

des Vorstandes UniversitätsklinikumHamburg-Eppendorf

KdöR

Der ärztliche Direktor und Vorsitzende

des Vorstandes des UKE setzt sich

neben der kritischen Begleitung der

Senatsarbeit auch weiterhin für die

Stärkung der Gesundheitswirtschaft

ein. Hier hat der Landesverband mit

dem von ihm und Prof. Lohmann ge -

leiteten Arbeitskreis bereits gute Fortschritte

erreicht. Debatin sagt: „In Zeiten

wirtschaftlicher Schwierigkeiten ist

ein starker Wirtschaftsrat, dessen Handeln

und Positionierung sich an Prin -

zipien orientiert, umso wichtiger.“

LANDESVORSITZENDER

Matthias Leutke

Geb. 1966 in Hamburg,

Rechtsanwalt,

Fachanwalt für

Steuerrecht,

Sozius WP, Stb, RAe

Dr. Scheffler & Partner,Landesvorsitzender

Harald Boberg

Geb. 1943 in

Dortmund,

Repräsentant

Bankhaus Lampe

Harald Boberg sieht die Gewinnung von

neuen und die Bindung von langjährigen

Mitgliedern als eine seiner besonderen

Aufgaben an. Der seit vielen Jahren

in der Bankenlandschaft tätige

Boberg ist darüber hinaus, als Schatzmeister

der CDU Hamburg, auch für

einen engen Informationsaustausch zu

den Anliegen der Partei bei uns tätig.

WEITERE MITGLIEDER DES LANDESVORSTANDES

Dr. Andreas

Mattner

Geb. 1960 in

Gelsenkirchen,

Geschäftsführer

ECE Projektmanagement

GmbH & Co. KG

Dr. Andreas Mattner gibt uns mit seiner

Er fahrung aus den vergangenen vier

Jahren als Landesvorsitzender weiterhin

eine sehr wertvolle Unterstützung

in der Vorstandsarbeit. Der Geschäftsführer

der ECE Projektmanagement

GmbH & Co. KG bringt dazu auch aus

seinem neuen Amt als Präsident des

Zentralen Immobilien Ausschusses der

deutschen Immobilienwirtschaft sehr

viel Sachverstand und Verbindungen

ein. Als Mitglied des Präsidiums und als

Schatzmeister ist er zugleich auch eine

starke Stimme Hamburgs in Berlin.

Zum Vorsitzenden des Landesverbandes Hamburg

wur de (ohne Gegenstimme) Matthias Leutke ge -

wählt. Der 44jährige engagiert sich seit 1998 im Wirtschaftsrat,

zunächst als Sprecher des Juniorenkreises,

später als Mitbegründer des „JOUR FIXE“ sowie im

Landes- und Bundesvorstand. Der Fachanwalt für

Steuerrecht berät mittelständische Unternehmen.

Die branchenübergreifenden Kenntnisse der Probleme

des Mittelstandes bringt der Vater einer dreijährigen

Tochter in die Arbeit des Wirtschaftsrates

ein. Besonderes Anliegen ist es ihm, noch mehr Unternehmer

zwischen 30 und 60 in den Wirtschaftsrat zu

holen. „Gerade die Unternehmer sollten bei der Ge -

staltung der gesellschafts politischen Rahmenbedingungen

viel stärker und früher mitwirken!“

Claudia Leske

Geb. 1962 in Kiel,

Geschäftsführerin

Akademie Führung

im Wandel, Organisationsberaterin

und Business

Coach

Michael

Westhagemann

Geb. 1957 in

Beckum,

Vorsitzender der

G eschäftsleitung

Siemens AG

Hamburg

Michael Westhagemann nennt als Ziel

seiner Arbeit im Wirtschaftsrat, die Teilhabe

aller Bürger am Wirtschaftserfolg

der Sozialen Marktwirtschaft und am

gesellschaftlichen Leben zu sichern.

Dem CEO Region Nord der Siemens AG

ist dabei nicht nur die gezielte Betreuung

einzelner Kommissionen zu Energie,

Umwelt und Verkehr wichtig, sondern

auch die Positionierung solcher

Themen in der öffentlichen Diskussion.

Claudia Leske bringt als ehemalige

Geschäftsführerin von Alsterhaus und

Dodenhof hohe Kompetenz zum Thema

Einzelhandel und seinen zunehmenden

Herausforderungen in einer

virtuellen Welt mit. Daneben liegt der

Unternehmensberaterin die Verbesserung

der Unternehmensnachfolgen im

Mittelstand am Herzen. Schließlich

engagiert sich Leske zur volkswirtschaftlich

zwar immer stärker gebotenen,

aber immer noch zu wenig ausgeprägten

Besetzung von Führungsrollen

durch qualifizierte Frauen.


WEITERE MITGLIEDER DES LANDESVORSTANDES

Peter Kronenberg

Geb. 1957 in Goch, Mitglied

der Geschäftsleitung IMTECH

Deutschland KG

Marcus Vitt

Geb. 1966, Sprecher des Vorstan des

Bankhaus Donner & Reuschel AG

Dr. Hanno Stöcker

Geb. 1964 in Köln, Geschäfts -

führer ASTARE Service GmbH

Peter Kronenberg hat, neu im Landesvorstand,

Kompetenz zum Zukunftsthema energetisches

Gebäudema na gement mitgebracht. Das Mitglied

der Geschäftsleitung der IMTECH Deutschland KG

sieht hier eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Ebenso möchte der Ingenieur die Positionierung

des Wirtschaftsrats in der Bildungspolitik stärker

ausbauen.

Marcus Vitt, Sprecher des Vorstandes des Bank -

hauses Donner & Reuschel AG in Hamburg engagiert

sich im Landesverband zu Themen der Ethik

der Wirtschaft. Auch ihm ist es ein Anliegen,

unsere jüngeren Mitglieder stärker in die Arbeit

des Verbandes einzubinden, und so unterstützt er

z.B. verschie dene Aktivitäten des Juniorenkreises.

Albert Darboven unterstützt die Arbeit des Landes -

verbandes ebenfalls im Be reich der Bildungspo -

litik. Dies sei ein Schlüssel für den weiteren Erfolg

unserer Wirtschaft. Langjährige Erfahrung in seinem

Unternehmen bringt der persönlich haftende

Gesellschafter der J.J. Darboven GmbH & Co. KG

aber auch zu Themen der großen inhabergeführ-

Albert Darboven

ten Unternehmen ein.

Geb. 1936 in Darmstadt, Persönlich

haftender Gesellschafter J.J.

Darboven GmbH & Co. KG

Tjark H. Woydt

Geb. 1943 in Hamburg,

Maritime Consultant

Dr. Hanno Stöcker steht im Landesvorstand zum

einen für die erfolgreiche Veranstaltungsreihe

JOUR FIXE, die ein mal monatlich unsere Mitglieder

einander näher bringt. Dem Unternehmer im

Personalwesen und Ge schäfts führer des Ost- und

Mittel europa Vereins liegt darüber hinaus seit Jahren

daran, den Fokus der deutschen Unternehmen

stärker auf die Wachstumspotentiale durch Auslandsengagements

zu richten.

Tjark H. Woydt ist schon aufgrund seiner langjährigen

beruflichen Erfahrung bei der Deutsche Bank

Shipping verantwortlich für den maritimen Be -

reich der Metropolregion mit Handel, Schifffahrt

und Werften. Hier sieht der Schifffahrtsexperte die

Ziele des Wirtschaftsrates in der kompetenten

Beratung von Senat und anderen Stellen der maritimen

Wirtschaft, um politische Entscheidungen

inhaltlich zu substantieren und dies auch mit dem

nötigen überregionalen Ansatz.

13

PR-BERICHT

KUNST UND KULTUR

Ausstellung

„David Tremlett

Drawing Rooms“

Ernst & Young engagiert sich seit Jahren als

Förderer zeitgenössischer Kunst. Mit der

Unterstützung der Hamburger Kunsthalle

und der exklusiven Förderung der Ausstellungsreihe

„Zeitgenössische Kunst“ in der

Galerie der Gegenwart bekennt sich das

Unternehmen ausdrücklich zum Kulturstandort

Hamburg.

In der Galerie der Gegenwart präsentiert die

Hamburger Kunsthalle ihre Sammlung zur

internationalen Kunst ab 1960. Speziell für

die Galerie der Gegenwart konzipieren internationale

Künstler Werke und installieren

diese vor Ort.

David Tremlett (*1945) ist einer der wichtigsten

Künstler Großbritanniens, der seit den 1960er-

Jahren eine Vielzahl von Ausstellungen in

renommierten internationalen Museen hatte,

1972 an der legendären documenta 5 von

Harald Szeeman teilnahm und 1992 für den

Turner Prize nominiert war. Die Hamburger

Kunsthalle zeigt die erste große Einzelaus

stellung des britischen Künstlers in einem

deutschen Museum seit 1992.

Vom 25. Juni bis 31. Oktober 2010 präsentiert

die Galerie der Gegenwart Arbeiten von

David Tremlett, einem der wichtigsten Künstler

Großbritanniens, der seit den 1960er-

Jahren eine Vielzahl von Ausstellungen in

renommierten internationalen Museen hatte.

Er ist ein zeitgenössischer Bildhauer, In -

stallationskünstler, Fotograf sowie Konzeptkünstler

und bekannt durch seine Wandzeichnungen

und Rauminstallationen. Zu -

sätzlich geben Arbeiten auf Papier und Fotografien

einen Überblick über das Werk des

Künstlers in den letzten Jahren. Geplant ist

außerdem eine Arbeit im Lichthof der Galerie

der Gegenwart.


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

Der Einladung des Wirtschaftsrats

zum siebten PAUSENGESPRÄCH im

April folgten 150 interessierte Teilnehmer.

Diesmal gab es nicht den

üblichen Vortrag. Herbert Schalthoff,

Hamburg1, moderierte das Streit -

gespräch zum Thema Schulreform

zwischen den beiden Kontrahenten

Prof. Dr. Jobst Fiedler, Sprecher der

Pro-Initiative „Chancen für alle“, und

Dr. Walter Scheuerl, Sprecher der Re -

formgegner von „Wir wollen lernen“.

Es war das erste öffentliche Aufeinandertreffen

der beiden.

Fiedler nannte die Primarschule eine

Verbesserung der Schulwirklichkeit

und betonte, dass bei früher Trennung

Chancen verschenkt würden. Diesem

Argument wiedersprach Scheuerl:

„Begabungsreserven haben wir bei

allen Kindern. Die Lehrer müssen nur

die Gelegenheit bekommen, sich um

die Kinder zu kümmern.“ Momentan

müssten sie sich ständig mit Reformen

beschäftigen.

Marion Jürgens, Matthias Leutke,

Claudia Ludwig

Ergänzend kritisierte Scheuerl den

permanenten Vergleich mit anderen

europäischen Ländern, weil der euro -

päische Standard geringer sei als der

an Hamburger Schulen. Zudem würden

Kinder durch die Primarschule in

ihrem Stadtteil festgehalten, während

das Gymnasium ihnen be reits nach

der 4. Klasse die Chance des Wechsels

in einen anderen Stadtteil böte. Dem

14

Pausengespräche

Prof. Dr. Jobst Fiedler, Herbert Schalthoff, Dr. Walter Scheuerl

widersprach Fiedler: Durch das längere

gemeinsame Lernen würde Diversity

(Verschiedenheit, Mannigfaltigkeit)

trai niert und somit der Umgang mit

unterschiedlichen Schichten verbessert.

Obwohl die Diskussion überwiegend

sachlich und fair verlief, gelang es

Bild, 8. April 2010

Fiedler den Unmut der Zuhörer auf

sich zu ziehen. „Ich habe bewusst

nicht mit sozialer Gerechtigkeit argumentiert,

weil ich glaube, dass das

hier nicht die Mehrheit bekommt.“

Diese Bemerkung wurde mit lauten

Buh-Rufen quittiert.


Als besonderes Problem hob

Scheuerl die immensen Kosten für die

gesamte Reform hervor. So wurden

allein für sechs Starterschulen im

Kreis Süderelbe/Harburg von der Be -

Staatsrat a.D. Dr. Reinhard Behrens und

Dr. Rainer Schubach

hörde 20 Millionen Euro bereitgestellt.

Sowohl Scheuerl als auch Fiedler

versicherten dem Auditorium, das

Ergebnis des Volksentscheids vom 18.

Heute möchte ich dem Landesvorstand und allen Mitgliedern

des Wirtschaftsrates ein herzliches Dankeschön für

viele gute Begegnungen und gemeinsame Initiativen zum

Wohle der Freien und Hansestadt Hamburg übermitteln.

Ich bin sehr dankbar dafür, über mehrere Jahre dem Landesverband

Hamburg des Wirtschaftsrates der CDU e.V.

aktiv angehört zu haben. Die Diskussionskultur war immer

geprägt von großer Fachkompetenz und weiser Erfahrung.

Der Landesverband Hamburg hat entscheidend dazu

beigetragen, der Freien und Hansestadt Hamburg hervorragende

Perspektiven für die Zu kunft zu geben.

Besonders am Herzen lagen mir die Themen Sicherung

des Hafenstand ortes Hamburg, die Stärkung der Ge -

sundheitswirtschaft, der Ausbau der Clusterpolitik, die Weiterentwicklung

der Wissensmetropole Hamburg sowie die

Pausengespräche

Juli 2010 voll und ganz zu akzeptieren.

Scheuerl ergänzte auf Nachfrage: „Ich

habe nicht die Absicht, anschließend in

Parteigeschichten einzusteigen.“Auch

werde er sich weder der FDP anschließen

noch eine eigene Partei gründen.

Marion Jürgens & Claudia Ludwig

Aygül Özkan neue Ministerin in Niedersachsen

Aygül Özkan – bisherige stellvertetende Vorsitzende des Wirtschaftsrates in

Hamburg – ist neue Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und

Integration in Niedersachsen. Zum Abschied aus Hamburg übersandte sie

uns folgenden Gruß:

Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich bin dankbar dafür,

dass ich meine Erfahrungen einbringen konnte.

Und wenn nun meine Tätigkeitsschwerpunkte im Nachbarland

Niedersachsen liegen, sind wir ja nicht aus der Welt.

Der Wissensaustausch wird auch über Landesgrenzen hin-

Aygül Özkan

weg stattfinden.

Hamburger Abendblatt, 21. Mai 2010

15


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

Zu unserem achten PAUSENGESPRÄCH

konnten wir im Mai den Sächsischen

Staatsminister für Kultus und Sport,

Prof. Dr. Roland Wöller, begrüßen. Mit

großem Interesse folgten die Zuhörer

den Ausführungen des Ministers zum

Thema: „Bildung – die Investition in

die Zukunft. Das sächsische Bildungs -

system zahlt sich aus!“

Minister Wöller stellte seinem Vortrag

zwei Bemerkungen voran:

1. In Sachsen geht es in erster Linie

nicht um Strukturen oder Ideologien,

sondern allein um das Kind,

2. nimmt das Ministerium das Bildungsthema

sehr ernst, denn Bildung

ist der Kitt der Gesellschaft und

der Zulieferer von Kultur.

Dann begann er seine Ausfüh -

rungen mit der Frage: „Was ist denn

überhaupt Bildung?“ Eine Antwort ist

nicht leicht zu finden, denn heute gibt

es einfach zu viele, die mitreden.

In den letzten Jahrzehnten hat es

eine Revolution im kommunikationstechnischen

Bereich gegeben. Waren

früher Informationen nur ganz wenigen

zu gänglich, so hat heute jeder

einen PC. Hieß es früher: „Wie beschaffe

ich mir Informationen?“, so müssen

wir heute fragen: „Wie bewältige ich

die In forma tions -

flut?“ Wir müssen

also Maß stäbe finden,

Wichtiges

von Unwichtigem

zu trennen. Für die

Bildung bedeutet

dies: Was geben

wir den jungen

Menschen an die

Hand, damit sie

sich orientieren

können? Es geht

um einen Kompass

– Bildung ist dieser Kompass.

Die zweite Frage lautet: „Was ist

das Ziel von Bildung?“ Das Ziel von Bildung

ist zum einen Freiheit und zum

anderen Wohlstand. Freiheit bedeutet

in diesem Zusammenhang, junge

Menschen zu erziehen und sie zu lehren,

richtig auswählen zu können.

16

Pausengespräche

Prof. Dr. Roland Wöller

Dazu brauchen sie Methodenkompetenz,

d.h.: „Wie organisiere ich mein

Leben? Wie erschließe ich mir neue Be -

reiche? Wie konzentriere ich mich auf

Weniges – das Richtige?“ Bei der Auswahl

von Mitarbeitern spielen für Personalchefs

Persönlichkeit, Werte und

Charakter der Bewerber eine zunehmende

Rolle.

Wohlstand zahlt sich für die gesamte

Gesellschaft aus. Jeder, der sich selber

bildet, tut auch etwas für sich

selbst. Jemand, der gut ausgebildet ist,

hat meist ein gutes Einkommen und

ein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden.

Das ist „Bildungsökonomie“!

Bildung aber hat etwas mit An -

strengung zu tun. Ohne Anstrengung

sind Qualität und Wohlstand nicht zu

haben.

Das führt zur Frage: „Wer hat den

größten Einfluss darauf, wie erfolgreich

ein Kind ist?“ – „Die Eltern!“ Das kostet

nicht mehr Geld, sondern mehr Zeit! Es

geht also darum, sich für Kinder mehr

Zeit zu nehmen.

In der Bildung, so betonte der Minis -

ter, brauchen wir einen langen Atem. Es

muss Ruhe ins System, also keine

Reformen. Die Bundesländer, die die

meisten Reformen umgesetzt haben,

waren bei PISA nicht die besten,

während Sachsen schon seit längerem

zu den PISA-Gewinnern gehört. Sachsen

ist das einzige Bundesland, das

alle drei Naturwissenschaften (Biologie,

Chemie, Physik) bis zum Abitur

durchführt.

Das sächsische Schulsystem setzt

auf das Leistungsprinzip, darauf, je den

Ingeborg Knipper: „Welches Tempo hat die

Kultusministerkonferenz verglichen mit

einer griechischen Landschildkröte?“

mitzunehmen und Schule von Anfang

an gemeinsam mit den Eltern zu

gestalten. Dabei muss aber auch ein

Mindestmaß an Differenzierung sein,

auch um den Unterschiedlichkeiten

bei Menschen gerecht zu werden.

Minister Wöller betonte, er halte

Lehrer- und Erzieherinnenberufe für

die wichtigsten überhaupt. Deshalb

müsse deren Ansehen – gerade an

den Universitäten – gehoben werden.

Die Politik müsse den Lehrern unbedingt

den Rücken stärken.

Das sächsische Schulsystem ist

zweigliedrig – es besteht aus Gymnasium

und Mittelschule – und zeichnet

sich durch langjährige Kontinuität

aus: Es gab schon immer das Abitur

nach zwölf Jahren, dies wurde nie

geändert. Die Mittelschule beherbergt

die Haupt- und Realschule in einem

Gebäude. Das System hat sich in Sachsen

sehr bewährt, so ist die Gruppe

der Lernschwachen mit 8 bis 12 Prozent

so gering wie nirgendwo – der

Bundesdurchschnitt liegt bei 20 Prozent.

Marion Jürgens & Claudia Ludwig


Nachhaltige Haushaltsentwicklung –

wo sollte Hamburg ansetzen?

POLITISCHES FRÜHSTÜCK mit Dr. Jann Meyer-Abich,

Präsident des Rechnungshofes der Freien und Hansestadt Hamburg

Dr. Jann Meyer-Abich

Es gibt Krankheiten, deren Symptome

lange Zeit nicht beachtet werden. Erst

wenn der Körper starke Signale sendet,

erkennt man – oft zu spät – den töd -

lichen Charakter. Das war vergleichsweise

der Eindruck, den Meyer-Abichs

warnendes Referat bei den Zuhörern

des POLITISCHEN FRÜHSTÜCKS hinterließ.

Krank waren in diesem Fall die

Finanzen der Freien und Hansestadt

Hamburg. Einige Fakten beleuchteten

die Situation dramatisch:

■ Seit 1980 hat Hamburg 32 Milliarden

Euro mehr ausgegeben als eingenommen.

■ Die Schulden haben bis heute mit

etwa 28 Milliarden Euro (18.000 Euro

pro Kopf) schon einen historischen

Höchststand erreicht, und sie steigen

auch mittelfristig weiter an. 1980

belief sich der Schuldenstand noch

auf knapp 6 Milliarden Euro (siehe

Graphik).

■ Die Einnahmen aus der Neuverschul -

dung seit 1970 betragen 21,1 Milliar-

den Euro, die Zinsausgaben im gleichen

Zeitraum belaufen sich dagegen

auf 25,5 Milliarden Euro! Die

Neuverschuldung schafft also keine

Spielräume, vielmehr „nährt sie sich

selbst“.

■ Der Substanzverlust an stadteigenem

Vermögen seit 1995 beträgt mit

den bis 2013 vorgesehenen weiteren

Veräußerungen 11,5 Milliarden Euro.

Ein Teil der Einnahmen aus den Verkäufen

wurde nicht in neues Vermögen

investiert, sondern zur

Deckung laufender Ausgaben verbraucht.

■ Eine Hochrechnung der Mittel für

Zinsausgaben (die damit für andere

Aufgaben fehlen) nach augenblicklichem

Schuldenstand und ver-

Nicole Brecht-

Brandt MdB,

Dr. Benno Hein,

Sibylle Umlauf,

Präsidentin des

Landgerichts

Hamburg

einfacht angenommenem Zinsniveau

ergibt bis 2050 Ausgaben von

81,5 Milliarden Euro. Jede Änderung

der Zinssätze gegenüber der gegenwärtig

historisch niedrigen Marge

führt darüber hinaus zu erheblichen

strukturellen Mehrausgaben. Außerdem

sind spätestens ab 2015 Tilgungsraten

für den Konjunkturstabilisierungsfonds

Hamburg in mindestens

dreistelliger Millionenhöhe

zu leisten.

■ In vielen Baubereichen (Straßen,

Schulen, Universität) ist über Jahrzehnte

ein schleichend steigender

Substanzverlust hingenommen worden,

der inzwischen bedenkliche

Spuren zeigt. Allein bei den Straßen

ergibt sich bei jährlichen Abschreibungen

von ca. 80 Millionen Euro

und seit Jahren zurückgehenden

Straßeninvestitionen von ca. 25 Millionen

Euro jährlich ein Wertverlust

von 55 Millionen Euro in jedem neuen

Jahr.

Rückblickend galt die Kritik von Meyer-

Abich v.a. der Finanzpolitik der Jahre

1990 bis 1993 sowie 2006 bis 2008, in

denen die Einnahmen durch starken

Konjunkturanstieg gekennzeichnet wa -

17


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

ren. Die historische Chance, in diesen

Pha sen mit den Einnahmen auszukom -

men und Schulden abzubauen, wurde

nicht genutzt. Der Verzicht auf eine

Neuverschuldung in den Jahren 2006

bis 2008 (s. Graphik) zeigt nur einen

scheinbaren Fortschritt, da im selben

Zeitraum erhebliches Vermögen veräußert

wurde. Die steigende Neuverschuldung

in der ersten Hälfte der

Neunzigerjahre war nur zum Teil durch

die Wiedervereinigung gerechtfertigt.

Die Stadt hat damals rund 3.000 neue

Stellen geschaffen.

Dr. Peter Ruland: „Ist es überhaupt möglich,

in der Öffentlichkeit Verständnis für

Sparmaßnahmen zu schaffen?“

Mit Blick auf die Zukunft forderte

Meyer-Abich äußerste Kostendisziplin

und die konsequente Nutzung von Ein -

sparungsmöglichkeiten. Wahlversprechen

dürften nicht mit Hilfe weiterer

Kre dite eingelöst werden. In der lau fen -

den Periode stelle sich die Frage, wie die

Schulreform und die Stadtbahn finanziert

werden sollen. Hier mangele es

ge genüber den politischen Entscheidungsträgern

an Transparenz. Das so -

genannte „Sondervermögen Schulbau“

18

stelle insbesondere eine Ermächtigung

dar, Schulden aufzunehmen. Meyer-

Abich äußerte Zweifel, ob der Senat die

von ihm selbst mit der Finanzplanung

2009-2013 versprochene Haushaltssanierung

(keine weitere Neuverschuldung

und Tilgung von Altschulden in

Angriff nehmen) mittelfristig erreichen

wird.

Anmerkungen des Berichterstatters:

Es ist ein Leuchtfeuer im demokratischen

Staat, dass es den von der Politik

unabhängigen Rechnungshof – ohne

Maulkorb – gibt. Leider scheint die Institution

mehr ein Rufer in der Wüste zu

sein, deren Warnungen verhallen. Um

endlich nachhaltige Reaktionen in der

Öffentlichkeit zu provozieren, regte der

Präsident an, dass auch der Wirtschaftsrat

das Thema Staatsverschuldung

aufgreift. Sprecher in der Diskussion

unterstützten den Vorschlag.

In der Tat sollte der Landesverband

aktiv werden und helfen, eine Bresche

zu schlagen. Hierzu bedarf es nicht nur

konkreter, durchsetzbarer Vorschläge

über einschneidende Konsolidierungs-

maßnahmen in den vor uns liegenden

Haushaltsjahren, sondern ebenso einiger

Beispiele aus der Vergangenheit, die

den Bürgern deutlich vor Augen führen,

welche unverantwortbaren (Dauer) -

Lasten aus einer Politik auf Schuldenbasis

entstehen.

Anzumerken wäre noch, dass das

Bun desland Sachsen im Jahr 2009 einen

Haushaltsüberschuss von 200 Millionen

Euro erzielt hat. Natürlich fallen hier

Ein nahmen aus dem Finanzausgleich

ins Gewicht. Aber daraus allein ist keine

hinreichende Begründung für die

Schuldenaufnahme in Hamburg abzuleiten.

Sachsen spart und gab z.B. 2009

weniger für seine Bediensteten aus als

2005, in Hamburg dagegen sind die Personalausgaben

im Haushalt im gleichen

Zeitraum um mehr als 400 Millionen

Euro angestiegen. Eine Konsolidierung

der Finanzen in der Hansestadt

setzt auch eine sinnvolle Reduzierung

dieses Kostenblocks mit einem nach der

Finanzplanung wieder auf über 32 Prozent

ansteigenden Anteil des Gesamt -

etats zwingend voraus. He


ZWISCHENRUF

Was uns bewegt

In dem seit 2008 herrschenden Krisen -

szenario hetzt die Bundesregierung

inzwischen von einem Brandherd zum

nächsten. Um einen Flächenbrand einzudämmen,

wurde innerhalb einer

Woche ein Bürgschaftsprogramm zur

Rettung der (oft staatlich geführten)

deutschen Banken in Höhe von 500 Milliarden

Euro durch das Parlament und

den Bundesrat gebracht. Inzwischen

kann man vorsichtig optimistisch da rauf

hoffen, dass der Steuerzahler einen er -

heblichen Teil der angebotenen staatlichen

Garantien nicht einlösen muss,

weil die betroffenen Banken die Ge -

winnzone wieder erreichen (werden).

Zur Vervollständigung: Das weltweite

Rettungspaket für Banken beträgt per

dato 7 Billionen Euro!

Kaum schienen die Banken stabilisiert,

drohten ganze Staaten unter dem

Druck ihrer Schulden zu kippen, den

Anfang machte Griechenland. Als Ge -

spenst tauchte gar der Zusammenbruch

des gesamten (Euro-) Währungssystems

auf. Die Mitgliedsstaaten spannten

eilends einen gewaltigen Rettungsschirm

(750 Milliarden Euro), zunächst

lediglich in Form von Bürgschaften, die

jedoch schnell in reale Kosten umschlagen

können, sobald nur in einem der

verschuldeten Staaten rigorose Sparmaßnahmen

politisch nicht durchgehalten

werden oder in traditioneller Korruption

ersticken. Im Kreditermächtigungsgesetz

beteiligte sich Berlin mit

Zusagen in Höhe von 145 Milliarden Euro

am EU-Rettungspaket. Nüchtern be -

trachtet stehen wir heute für fremdverschuldete

Risiken gerade, die wir im

Ernstfall nicht ohne schwerste Konsequenzen

für unsere Volkswirtschaft auffangen

könnten. Die Bürger der EU-Staaten

sind nicht Opfer der Märkte, sondern

Opfer politischer Fehler, die durch die

Folgen der Finanzkrise potenziert werden.

Und im Falle Griechenlands sind die

Gläubiger in zweiter Linie deutsche Banken:

Commerzbank, Hypo Real Estate

und diverse Landesbanken. Alle Insti tute

gehören entweder ganz oder teilweise

dem Staat, und somit haften die deutschen

Steuerzahler (mal wieder).

Den Blick auf Schuld, Schulden und

Risiken müssen wir allerdings auch nach

innen, auf den eigenen Staatshaushalt,

richten. Die Spielräume sind längst ausgereizt.

Der Schuldenberg in Deutschland

steigt seit 1950 ungebremst: 1950 = 10

Milliarden Euro (umgerechnet), 1970 = 63

Milliarden Euro, 1990 = 536 Milliarden

Euro, 1995 = 1009 Milliarden Euro, 2005 =

1.448 Milliarden Euro, 2008 = 1.515 Milliarden

Euro und aktuell stehen wir bei ca.

1.710 Milliarden Euro. Ausstehende Renten-

und Pensionszahlungen der nächs -

ten Jahre noch gar nicht eingerechnet!

Auch national sind also Rettungsmaßnahmen

zur Bewältigung einer Staatskrise

überfällig.

Wenn es ringsherum lichterloh

brennt, gilt es, Disziplin zu wahren und

den (Aus-)Weg klug zu planen. Anders

gesagt: Was dürfen wir uns, was darf sich

der Staat noch leisten? Wie viele (vielleicht

berechtigte) Interessen und Privilegien

müssen jetzt zurückstehen, wenn

wenigstens die Zukunftsvorsorge in Form

von Forschung und Bildung und mit Aufbau

und Unterhaltung der Infrastruktur

nicht kaputtgespart, sondern gesichert

werden soll. Da wird mit spitzem Stift ge -

rechnet, jedenfalls war schon vor der Krise

angeblich nicht genug Geld vorhanden

und hinterher natürlich erst recht nicht.

Sieht man auf den Zustand von Straßen,

Universitäten, Schulen und Kindergärten,

kann man sich des Eindrucks kaum

erwehren: Etwas ist faul im Staate – vielleicht

auch in Dänemark, definitiv aber

bei uns in Deutschland. Das lässt sich keineswegs

damit entschuldigen, dass für

das eine Thema der Bund und das andere

die Länder zuständig sind.

Es war einmal ...

Ein Haus, ein Auto, zwei Kinder, der Ar -

beitsplatz bis zur Rente: Das war die Welt

unserer Eltern nach etlichen Jahren Wirtschaftswunder.

Zeitgeist und Globalisierung

haben die Idylle inzwischen arg in

Mitleidenschaft gezogen. Zunächst hatte

sich die Generation der Babyboomer

überwiegend gegen eigene Kinder entschieden.

Heute müssen immer weniger

erwerbstätige Bürger – und auch die un -

ter immer unsichereren Bedingungen –

immer mehr Personen finanzieren, die

nicht im Arbeitsleben stehen. Wie können

wir die Konsequenzen in den Griff

kriegen?

Sodann sind Gehälter und Löhne seit

Jahren nahezu konstant geblieben, wäh -

rend die Ausgaben massiv stiegen, nicht

zuletzt als Steuern und Abgaben. Viele

Unternehmen machen Kurzarbeit, einige

haben mit ihren Mitarbeitern verabredet,

dass diese in der Krisenzeit auf

Teile ihres Einkommens verzichten –

auch um den Job nicht ganz zu verlieren.

All dies aber kennen die politisch Verantwortlichen

für den eigenen Geldbeutel

nicht. Ihre Gehälter, Diäten etc.

werden erhöht (soeben wurde die Sekretariatspauschale

der 736 EU-Abgeordneten

um weitere 1.500 Euro pro Monat

angehoben). Stattdessen vermissen die

Arbeitnehmer angesichts von Lohnverzicht

und Entlassungen eine finanzielle

Haftung hochdotierter Verantwortlicher

für deren Entscheidungen (wie sie jeder

Selbständige trägt). Es ist nicht verwunderlich,

dass oft nur noch 50 Prozent der

Bürger zu den Wahlen gehen, weil sie

den politischen und wirtschaftlichen Eliten

nicht mehr vertrauen.

Was folgt daraus? Der Staat muss

sparen – vor allem bei sich selbst. Der

Bund der Steuerzahler weist nach, wie

etwa 30 Milliarden Euro pro Jahr immer

aufs Neue verschwendet werden und

hat jüngst 111 der unsinnigsten Subventionen

mit einem Volumen von 35 Milliarden

Euro jährlich angeprangert (siehe

Handelsblatt vom 25.05.2010). Minister

zu Guttenberg geht mit nachahmenswerten

Beispiel voran und zeigt, dass

eine Reformierung mit kosteneinsparender

Konsolidierung alter Strukturen

in der Kombination mit gleichzeitiger

Modernisierung möglich ist. Der Oberbürgermeister

von Kiel, Torsten Albig

(SPD), fragte zu Recht: „Reichen nicht

acht Bundesländer, oder gar zwei?“ Wie

würden die Bürger entscheiden, wenn

eine Volksabstimmung dazu stattfände?

Der letzte Versuch (Berlin-Brandenburg)

war allerdings nicht erfolgreich.

Wenn nicht die Politiker, sind wenigstens

die Bürger lernfähig?

Ludolf von Löwenstern

Der Autor ist persönlich haftender Gesellschafter

der CC HOLDING Verwaltungsund

Beteiligungsgesellschaft. Er ist ehrenamtlich

in verschiedenen Institutionen

engagiert, unter anderem im Wirtschafts -

rat Deutschland als Mitglied im Bundesvorstand

und Mit-Gründer und Vorsitzender

der Kommission Informationsund

Telekommunikationstechnologie. Der

Beitrag gibt die persönliche Meinung des

Autors wieder.

19


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

Besichtigung der J.J.Sietas Werft

in Hamburg-Neuenfelde

100 Mitglieder und Gäste trafen sich

am Dammtor zu einer gemeinsamen

Busfahrt ins Alte Land, zum Werftgelände

an der Este-Mündung. Hier

hatte vor annähernd 400 Jahren – 1635

– Carsten Sietas einen Schiffbaubetrieb

gegründet, der bis heute im Familienbesitz

ist und bereits in der neunten

Generation seiner Arbeit nachgeht.

Kutter, Schoner und Briggs aus Holz be -

stimmten bis zum Ende des 19. Jahrhun -

derts das Bauprogramm. Als Schiffe aus

Stahl zum Standard in der Seefahrt

wurden, grenzte sich Sietas durch den

Serienbau von Spezialschiffen von den

großen Konkurrenten ab. Einen Höhepunkt

eigener Entwicklungen stellte der

Bau des weltweit ersten Containerfrachters

dar. Man schrieb das Jahr 1966.

Seit den Fünfzigerjahren – dem Beginn

des revolutionären, neuen Transportzeitalters

– waren meist Öltanker für die

Beförderung von Containern umgerüs -

tet worden. Sietas schuf den ersten Spezialfrachter

(für 72 TEU). Bis 2009 sind

in Neuenfelde 393 weitere Containerschiffe

gefolgt (neben Serienbauten

anderer Art). Eine Erfolgsgeschichte,

basierend auf Erfahrung, Entwicklungs -

arbeit und hoher Termintreue.

Die Wirtschaftskrise 2008 /2009 be -

deutete für die Werft das jähe Ende

20

ihrer Auslastung. Die Containerschifffahrt

verzeichnete rund um den Globus

starke Einbrüche, gleichzeitig drängten

zahlreiche, noch in Boomzeiten georderte

Neubauten auf den leeren Markt.

An Schiffbauaufträge – insbesondere

für Container – war vorerst kaum mehr

zu denken. Stattdessen musste Sietas 14

Stornierungen hinnehmen. Die Werft

stand am Abgrund.

Rüdiger Fuchs, seit März 2009 Vorsitzender

der Geschäftsführung (vorher

im Management von Airbus tätig),

schilderte in einem offenherzigen, informativen

Referat die bedenkliche Situation

bei seinem Amtsantritt und berichtete

über die Maßnahmen, die zur Rettung

der Werft eingeleitet wurden. Er

bekannte nüchtern, dass gegenwärtig

Rüdiger Fuchs,

Vorsitzender der

Geschäftsführung der

Sietas Werft

Carsten Sietas (2. v. r.)

führte eine

Besichtigungsgruppe

über das Werftgelände

erst 1/3 des Weges zu -

rückgelegt sei und dass

zwar Hoffnung, aber

keine Gewissheit be ste -

he, das Ziel zu erreichen.

Hilfreich ist, dass zur

Sietas-Gruppe noch zwei weitere, weniger

krisenanfällige Betriebe gehören:

die Norderwerft im Hamburger Freihafen,

zuständig für Reparaturen und

Umbauten („Auf der Norderwerft ist Ihr

Schiff in guten Händen“) sowie die Neuenfelder

Maschinenfabrik (NMF). Hier

fertigt man technisch anspruchsvolle

Schiffskrane mit Nutzlasten von 1 t bis

1.000 t. Die NMF gehört zu den führenden

Kranherstellern weltweit und hat

allein in China 19 Werften als Kunden.

Foto: Sietas Werft

Fotos: Sietas Werft


Verwaltung und Einkauf der drei selbständigen

Unternehmenseinheiten in

einer maritimen Gruppe zusammenzufassen,

war eine Komponente der

Neuorientierung.

Das Konzept für die Zukunft des

Kernbetriebs, der Neubau-Werft an der

Este-Mündung, basiert auf folgenden

Maßnahmen:

■ Entwicklung neuer Produkte. 100

Ingenieure, Konstrukteure und Techni-

Fähre

„Uthlande“

ker arbeiten in Projektteams an Neuund

Fortentwicklungen, auch Typisierung,

von Spezialeinheiten, so z.B. von

Nassbaggern, Schwergutschiffen, Spezialschiffen

zu Bau, Wartung und Versorgung

von Offshore-Anlagen, ferner

an Roro-Schiffen und Fähren.

■ Änderung der Fertigungsmethoden,

grob gesprochen „vom Handwerksbetrieb

zur industriellen Fertigung“. Die

Arbeitsabläufe folgen einem Konzept,

bei dem ein Schiff nicht mehr aus vielen

Einzelteilen aufgebaut, sondern aus

wenigen, parallel gefertigten und voll

ausgerüsteten Sektionen zusammengesetzt

wird. Hierzu verfügt die Werft

über Krane mit großer Tragfähigkeit.

Mit Hilfe weiterer ra tionalisierter Zuliefer-

und Montage verfahren werden

Arbeitsstunden in wesentlicher Höhe

eingespart und die Bauzeit der Schiffe

z.T. über die Hälfte verkürzt.

Beim Rundgang über das Werftge -

lände war erkennbar – und auch erläutert

–, dass noch Spielraum für weitere

Produktivitätssteigerung besteht. Auch

fehlt eine große Schiffbauhalle, die die

Neubauarbeiten komplett witterungsunabhängig

machen würde.

Die Zahl der Mitarbeiter ist von

ursprünglich 1.300 Stammarbeitern

und 700 Leiharbeitern auf heute 640

eigene Kräfte vor Ort, teilweise in Kurzarbeit,

geschrumpft. Die Geschäfts -

leitung sieht klar, wie wichtig es ist,

lange eingearbeitetes Personal im Be -

trieb zu halten. Im Jahr 2010 werden

fünf Schiffe abgeliefert, davon vier Neukonstruktionen.

Momentan ist die Frage

von Anschluss aufträgen allerdings

offen.

Am Ausrüstungskai lag bei unserem

Besuch die Fähre „Uthlande“. Zu ihrer

Einweihungsfahrt am 24.09. von Dagebüll

aus zu den Inseln Föhr und Amrum

hat die Wyker Dampfschiffs-Reederei

den Landesverband eingeladen. Die Be -

nachrichtigung geht rechtzeitig heraus.

He

21


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

Auch wenn die Luftfahrtindustrie

nicht unbeschadet durch die Finanzund

Wirtschaftskrise geflogen ist, so

können die Zukunftsaussichten doch

weiterhin als gut bezeichnet werden.

Der Trend zu noch mehr Mobilität ist

unverändert, wie die weiter steigende

Zahl der weltweiten Flugbewegungen

ausweist. So betrug das

Wachstum im internationalen Luftverkehr

(incl. Fracht) im Durchschnitt

der letzten Jahre 5 Prozent. Daher

erwarten Experten, dass bis 2020

weltweit ca. 25.000 neue Flugzeuge

benötigt werden. Trifft diese Prog nose

ein, werden in der Metropolregion

Hamburg neben

Lufthansa Technik insbesondere

die kleinen und

mittelständischen Unternehmen

(KMUs) der Zulieferindustrie

profitieren.

Vorausgesetzt, sie passen

ihre Geschäftsmodelle an.

Das bestätigte auch

Hansjörg Kränzle, Vorstandsvorsitzender

des Fo -

rums Luft- und Raumfahrt

e.V., einer Informations-,

Kommunikations- und Ar -

gumentationsinitiative der

Luft- und Raumfahrt in

Deutschland, an läss lich der

zweiten öffentlichen Sitzung

der Fachkommission

Luftfahrtindustrie am 30. März im

Hause der gastgebenden PWC. Wachstum

bei Passagieren, Fracht und Flugbewegungen

sowie eine steigende

Zahl großer Flugzeugbauer – neben

Airbus und Boeing künftig auch aus

den BRIC-Staaten – bieten der Zulieferindustrie

beste Voraussetzungen.

Allerdings müssten KMUs ihr Ge -

schäftsmodell anpassen, da großen

Flugzeughersteller bereits damit be -

gonnen hätten, die Zahl ihrer direkten

Lieferanten deutlich zu reduzieren.

Zudem müssten die verbleibenden

Partner damit rechnen, künftig stärker

am Risk Sharing (Übernahme von

technischen, finanziellen und operativen

Risiken) beteiligt zu werden. Viel

Zeit bleibt den deutschen KMUs aus

22

Landesfachkommission Luftfahrtindustrie

Sicht von Kränzle dabei nicht, denn der

Prozess sei in anderen Ländern, z.B. in

Frankreich, bereits deutlich vorangekommen

– ein Vorteil staatlich gelenkter

Industriepolitik. Diese Länder haben

mit zielgerichteter Akquisition und

hohem F&E-Mitteleinsatz global aufgestellte,

finanzstarke Konzerne und

Unternehmensgruppen geschaffen, die

den Anforderungen der Flugzeughersteller

an einen „First Tier Supplier“ der

Zulieferindustrie entsprechen. Im Ge -

gensatz dazu sei die deutsche Ausrüs -

tungsindustrie noch stark fragmentiert.

Erste Konzentrationsansätze, die sich

bisher auf strategische Konsolidierungen

in den Bereichen Grundsysteme,

Flugsteuerung (Liebherr Aerospace)

und die zivile Avionik (Diehl) beschränken,

sind aus Sicht von Kränzle deutlich

zu wenig.

Kränzle befürchtete darüber hinaus,

dass die deutschen Ausrüster in tiefere

Ebenen der Zulieferkette abrutschen

und damit letztlich an Wettbewerbsfähigkeit

verlieren. Eine weitere Gefahr

drohe den einheimischem KMUs mit

dem Verlust der Selbständigkeit, wenn

die größeren ausländischen Konkurrenten

– wie schon geschehen – weiter

versuchen, deutsches Know-How aufzukaufen.

Die Frage nach den notwendigen

Schritten beantwortete Kränzle mit

dem Hinweis auf zwei bereits existierende

Hamburger Initiativen – Hanse

Aerospace und HWF. Auf beide komme

künftig eine noch größere Verantwortung

zu, den dringend erforder -

lichen Prozess der Konsolidierung

der KMU-Landschaft in der Metropol -

re gion Hamburg aktiv zu gestalten.

An haltspunkte dafür könne das vergleichbare

erfolgreiche Vorgehen

anderer Bundesländer, z.B. Bayerns,

geben.

Die Teilnehmerrunde schloss sich

der Einschätzung Kränzles an und

bestätigte, dass der Luftfahrtindustrie

in Deutschland die KMUs

mehr und mehr verloren

gingen. Die Hamburger

Zulieferindustrie müsse

jetzt zügig nach neuen

Wegen suchen, den größer

ge wordenen Herausforderungen

angemessen zu

begegnen. Geeignet seien

Kooperationen auf horizontaler

wie auf vertikaler

Ebene. Auch bundesländerübergreifendeLösungsansätze

könnten erfolgversprechend

sein, z.B. in

Form einer norddeutschen

Kooperation unter Einbeziehung

von Berlin-Brandenburg.

Grundsätzlich

aber müsse die betroffene

Industrie die Initiative ergreifen, auch

wenn die Luftfahrt zur Hälfte Politik

sei. Die Politik könne jedoch erst im

zweiten Schritt flankierend tätig werden.

Die Luftfahrtindustrie-Kommission

des Wirtschaftsrates unter ihrem

Vorsitzenden Wolfgang Warburg wird

den notwendigen Konsolidierungsprozess

aktiv begleiten. Warburg:

Hamburg ist nach wie vor ein Luftfahrtstandort

von herausragender

internationaler Bedeutung. Diese

Position gilt es beizubehalten und

auszubauen. Aber nur wenn sich alle

Beteiligten mehr als bisher anstrengen,

kann dieses Ziel letztlich auch

erreicht werden!“

S. Linz


Infiniti – Starke Performance für Hamburg

Seit Oktober 2009 erobert die Premium-Automobilmarke

Infiniti erfolgreich

den deutschen Markt. Das erste

Infiniti Zentrum in Hamburg bietet seinen

Kunden neben einer exklusiven

Produktpalette im einzigartigen Design

auch einen ganz besonderen Kundenservice,

bei dem keine Wünsche offen

bleiben. Dazu zählt unter anderem ein

24-Stunden Mobilitätsservice und VIP-

Service. Infiniti richtet sich an alle, die

mehr von ihrem Auto erwarten – mehr

Performance, mehr Design und mehr

Service, und das auf eine ganz individuelle

Art und Weise.

Als japanische Marke hat sich Infiniti in

den USA bereits seit Jahren im Luxusautomobil-Segment

einen Namen ge -

macht. Den deutschen Kunden erwartet

aktuell die Produktpalette aus G-

Modellreihe (Limousine, Coupé und

Cabrio), dem Infiniti EX Coupé-Cross -

over sowie dem Infiniti FX Performance

Crossover. Ab Juli 2010 sind beide

Crossover jeweils auch als leistungsstarke

Diesel erhältlich. Dafür wurde

ein 3,0 Liter-V6-Dieselmotor komplett

neu entwickelt, welcher sich durch

besonders kultivierte Kraftentfaltung

auszeichnet, die den bekannt hohen

Standards des V6-Benziner Infinitis in

nichts nachsteht. Dieser starke Motor

verbessert die bereits bei den Benzinern

hohe Durchzugskraft und senkt im

Gegenzug signifikant CO2-Emissionen

sowie Durchschnittsverbräuche.

Die Preise des FX30d Performance

Cross over liegen je nach Ausstattungsniveau

zwischen 56.000 und 64.200

EUR. Hier kann individuell zwischen der

luxuriösen „GT“-, der sportlichen „S“-

Version sowie der neuen „Premium“-

Spezifikation, die das üppige Ausstattungsniveau

der GT- und S-Version

nochmals übertrifft, gewählt werden.

Mit einem Durschnitts-Verbrauch von

9,0 Litern / 100km und einem CO2-Ausstoß

von 2.38g/km ist der neue FX

Cross over für seine Fahrzeugklasse

durchaus wettbewerbsfähig und bleibt

dennoch im Herzen ein Sportwagen.

Dafür sorgt der bereits bei 1,750 U / min

erreichte Drehmomentgipfel von 550

nM. Im Zusammenspiel mit der serienmäßigen

Siebenstufen-Automatik be -

schleunigt der Direkteinspritzer den

PR-BERICHT

FX30d Performance Cross over

FX30d in nur 8,3 Sekunden von 0 auf

100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit

beträgt 212 km/h.

Als Alternative zum Crossover FX

wird der kompaktere Infiniti EX Coupé-

Crossover ab einem Preis von 47.650

EUR angeboten. Mit einem Durchschnittsverbrauch

von 8,5 Liter/100 km

(CO2-Ausstoß: 224 g/km) stellt er das

bislang umweltfreundlichste Infiniti

Angebot im Crossover-Segment dar. Mit

einer Beschleunigungszeit von 7,9 Se -

kunden für den Sprint von 0 auf 100

km/h wird Sportlichkeit und hoher

Spaßfaktor auch bei diesem Crossover-

Modell großgeschrieben. Erhältlich ist

das Coupé-Crossover als Basis-, „GT“

und „GT Premium“ Version.

Weitere In formationen und Mo -

delle unter www.infiniti-hamburg.de.

23


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

Familienunternehmen – Hoffnungsträger

oder Auslaufmodell?

POLITISCHES FRÜHSTÜCK mit Professor Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes,

Vorstand Stiftung Familienunternehmen

Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes

Sind familiengeführte Unternehmen

das Rückgrat der deutschen Wirtschaft?

Gemäß einer Studie der „Stiftung

Familienunternehmen“ sind etwa

95 Prozent der in Deutschland ansässigen

Betriebe Familienunternehmen.

Sie tragen mit einem Anteil von etwa

41,5 Prozent zum Umsatz aller Unternehmen

bei und stellen 57 Prozent der

Arbeitsplätze.

Das Durchschnittsalter deutscher Un -

ternehmen (Wirtschaftsauskunftei Creditreform)

beträgt 16,4 Jahre. Die meis -

ten der neu gegründeten Firmen überleben

ihre erste oder zweite Krise nicht.

Nur wenige sind fähig, neben periodischen

Markteinbrüchen und unternehmensinternen

Fehlentscheidungen

große wirtschaftliche und politische

Krisen zu überwinden. Gerade in Krisenzeiten

erweisen sich diese Firmen

als resistent und werden generell älter

als andere. In Hamburg finden sich viele

Beispiele: u.a. der Optiker Fielmann,

der Versandhandelsriese Otto, der Germanische

Lloyd, Essig-Kühne sowie die

Kaffee-Vermarkter Tchibo und Darboven.

Diese Unternehmen gehören je -

weils einer Familie und/oder werden

von ihr geleitet. Politik und Medien

interessieren sich neuerdings mehr für

das Thema Unternehmensnachfolge.

Die Reform der Erbschaftssteuer zeigt

dies deutlich.

24

Langfristiges Denken ist wichtigster

Faktor, so Matthias Leutke in seiner

Einführung. „In familiengeführten Un -

ternehmen wird in Generationen ge -

dacht und weniger in Quartalszahlen“,

meinte der Vorsitzende. Diese Firmen

haben Weltkriege, Inflationen, Weltwirtschaftskrisen,

das Platzen der Internet-Blase

und die aktuelle Finanz- und

Wirtschaftskrise gemeistert. Die Tat -

sache, dass sie sich aus eigener Kraft

finanzieren, zwingt sie zu weniger riskantem

Wachstum. Doch ihre Stärke

birgt auch Tücken: Wenn nämlich der

Eigentümer aus Altersgründen oder

Krankheit ausscheidet oder stirbt. Nach

Berechnungen der Creditreform werden

bis 2014 rund 430.000 Unternehmen

in Deutschland einen Nachfolger

für die Firmenleitung finden müssen.

Fast 4 Millionen Arbeitsplätze hängen

von erfolgreichen Firmenübergaben ab.

Jährlich scheitert die Übergabe in etwa

6.000 Fällen, so dass etwa 34.000 Ar -

beitsplätze verloren gehen, so das Institut

der deutschen Wirtschaft.

Das Familienunternehmen:

geprägt durch Einheit und Eigentum

Ausgehend vom volkswirtschaftlich

unterschiedlichen Stellenwert der einzelnen

Unternehmenstypen kann man

die Betriebe strukturell in drei Gruppen

einteilen: Als erstes sei die dienst -

leis tungs- und technologieorientierte

Grün derszene erwähnt. Für diese stehen

die Anlaufberatung, die Institution

der „Business Angels“ sowie die Finanzierung

über venture capital im

Vordergrund. Die zweite Gruppe sind

größere Handwerksbetriebe und kleinere

gewerbliche Unternehmen. Die

meisten Betriebe sind ausschließlich

auf regional begrenzten Märkten tätig.

Besondere Probleme gibt es hier bezüglich

der Unternehmensnachfolge. Hier

sind die Unternehmen auf die Fortfüh -

rung innerhalb der Familie angewiesen.

Die dritte Grup pe stellt die Königsklas-

se der deutschen Familienunternehmen

dar. Es sind die größeren Firmen,

die – ohne notwendigerweise börsennotiert

zu sein – Kapitalmarktreife

haben oder eine solche anstreben. Diese

Unter nehmen wachsen jährlich mit

durchschnittlichen Raten von mehr als

zehn Prozent. Sie haben seit 2006 etwa

350.000 zusätzliche Arbeitsplätze im

Inland geschaffen – ganz im Gegensatz

zu den DAX-Konzernen, die ständig

Arbeitsplätze abbauen und die heute

nur noch 1,7 Millionen Mitarbeiter in

Deutsch land beschäftigen. All dies hat

dazu geführt, dass wir heute mehr als

1.200 Familienunternehmen haben, die

in ihrer jeweiligen Nische Weltmarktführer

sind.

Der Typus Familienunternehmen ist

häufig in solchen Branchen stark, in

denen der Kunde oder der Lieferant vorfinanziert,

so zum Beispiel im Handel

oder bei den Dienstleistungen.

Hoffnungsträger oder Auslaufmodell?

„Das Schicksal des Staates hängt

vom Zustand der Familie ab“, beobachtete

der Schweizer Theologe Alexandre

Vinet bereits im 19. Jahrhundert. Und

diese Einschätzung passt auch heute:

Mit welchen Auswirkungen für unsere

Volkswirtschaft ist zur rechnen, wenn:

39 Prozent der Unternehmensgründer,

die innerhalb der kommenden fünf Jahre

einen Generationswechsel vornehmen

müssen, noch keine Regelung

getroffen haben? Mittelständler, denen

ein baldiger Generationswechsel bevorsteht,

eine deutlich zögerlichere Inves -

titions- und Einstellungsbereitschaft an

den Tag legen? Das Spannungsverhältnis

zwischen den Begabungen der Er -

ben, ihren Interessen und den Erfordernissen

eines erfolgreichen Managements

nicht gelöst werden kann oder

es innerhalb einer Familiendynastie zu

Konflikten über die Art und Weise der

Unternehmensführung kommt?

Hennerkes betonte die besondere

Flexibilität und die Eigentümerkon-


trolle als Bausteine für den Erfolg des

Familienunternehmens sowie den Wertewandel.

Erstere verlangen ein unternehmensspezifisches

Management,

das aus Visionen Ziele und aus Zielen

Steuerungsgrößen ableitet.

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Fairway Golf ist die neue Alternative

der bekannten Golfclubs Peiner Hof

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Leben nach dem Spiel.

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schluss. Sie genießen gepflegte Fairways

und schnelle Grüns in einer typischen

norddeutschen Knicklandschaft.

Die Courses sind fair zu spielen. Und am

spektakulären Inselgrün ist es immer

spannend: Bleibt der Ball auf dem Grün

oder rollt er doch noch ins Wasserhindernis?

Dr. Andreas Odefey,

Senatorin a.D.

Alexandra Dinges-

Dierig MdHB,

Tjark H. Woydt

Zum Wertewandel: Während die

Abkehr von alten Tugenden wie Pünktlichkeit,

Fleiß und Gehorsam hin zu den

neuen Werten der heutigen Jugend wie

Kreativität, Flexibilität, Motivation und

Teamarbeit durchaus positiv gesehen

Die schönsten 36 Löcher im Hamburger Westen

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werden kann, ist die schwindende

Wertschätzung von Ehe und Familie in

ganz Europa ein großes Problem. So

kann es sein, dass einst festgelegte Erbfolgewege

auf Sohn oder Tochter nicht

mehr funktionieren und alte Familientraditionen

überraschend außer

Kraft gesetzt werden.

Fazit: Wegen ihrer Kunden- und

Marktnähe, durch dynamisches Reagieren

und kurzfristiges Agieren bleiben

Familienunternehmen – wie immer –

vorn und haben eine Zukunft. Wünschenswert

ist allerdings eine bessere

Wahrnehmung in der Politik. Laut Professor

Hennerkes müssen die Familienunternehmen

mehr Druck auf die

Politik machen, Druck in ihren Verbänden

und in der Öffentlichkeit. EJH

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Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

Hamburg und die Containerschifffahrt –

heute und morgen

Mittagsveranstaltung mit Jochen Thomas Döhle,

Persönlich haftender Mehrheitsgesellschafter der Peter Döhle Schiffahrts-KG

Jochen Thomas Döhle und Tjark H. Woydt

„Seefahrt tut Not“, der Appell des Finkenwerder

Schriftstellers Gorch Fock

aus dem Jahr 1913 kann heute als Devise

für das Wohl und Wehe Hamburgs

gelten. Deshalb verwundert es nicht,

dass in Zeiten der Schifffahrtskrise die

Stimmen bedeutender Reeder besondere

Beachtung finden. So füllten im

Jahresabstand zwei einschlägige Veranstaltungen

des Wirtschaftsrats den

Großen Festsaal des „Atlantic“ bis auf

den letzten Platz.

Im Februar 2009 hatte Dr. Ottmar Gast,

Sprecher der Geschäftsführung der Reederei

Hamburg Süd, ein bedrückendes

Bild von der Lage seiner Branche ge -

zeichnet und eine Erholung der Containerschifffahrt

erst innerhalb langer

Frist in Aussicht gestellt, auch als Folge

wachsender Überkapazitäten. Nur ein

Jahr später, im Mai 2010, scheint das

Blatt jedoch gewendet. Jochen T. Döhle,

Chef einer der größten Charterreedereien,

sieht Licht am Ende des Tunnels

und erwartet bereits im Jahr 2011

eine Rückkehr zur Normalität, d.h. ein

Gleichgewicht zwischen Angebot und

Nachfrage in der Containerschifffahrt.

Schon angesichts der Stärke seiner

Flotte – 400 Schiffe, davon 100 eigene –

hatten Döhles Aussagen großes Ge -

wicht. Er schilderte das tiefe Tal der vergangenen

zwei Jahre, beginnend mit

dem Zusammenbruch der Frachtraten

im Herbst 2008. Deren Niveau sank so

26

tief, dass nicht einmal die Betriebskos -

ten der Schiffe, geschweige denn Zins

und Tilgung der Hypotheken, gedeckt

waren. Die 20 größten Reedereien

machten 2009 einen Gesamtverlust

von 15 Milliarden US-Dollar, „eine Voll-

katastrophe“, die noch

Pleiten nach sich ziehen

werde. Die weltweite

Containerflotte

umfasste vor der Krise 4.760 Containerschiffe

(davon 1.750 unter deutscher

Kontrolle), von denen in der Spitze 592

beschäftigungslos auflagen. Die übrigen

arbeiteten unter den genannten,

kümmerlichen Konditionen.

An der Zahl der Auflieger lässt sich

nun die Erholung des Marktes verdeutlichen.

Gegenwärtig sind lediglich

noch 263 Einheiten außer Betrieb, bald

werden es weniger als 200 sein, und im

Frühjahr 2011 würden, so Döhle, die letz-

Tinus W. Brehm: „Wenn deutsche Banken

bei der Schiffsfinanzierung zögern, sollten

wir uns dann mit asiatischen Banken

zusammentun?“

ten verschwinden. Parallel stiegen die

Frachtraten – sie haben sich gegenüber

der Minimalmarke bereits verdoppelt

und dürften sich bis zum kommenden

Jahr verdreifachen, womit wieder volle

Kostendeckung erreicht wäre.

Der gegenwärtige Aufwärtstrend

hat mehrere Ursachen. Zum einen

nahm der Welthandel, und damit insbesondere

der Asienverkehr, zu. Sodann

wurden 350 Schiffe verschrottet (750

weitere sind älter als 20 Jahre und

könnten in absehbarer Zeit folgen).

Die Containerschifffahrt

erholt sich schneller als

erwartet

Ferner ist das – bis 2008 spekulativ in

Auftrag gegebene – Neubauvolumen

(Stand Sept. 08 = 1.357 Bestellungen)

gestreckt oder annulliert, sodass we -

niger neue Tonnage auf den Markt

drängt. Jetzt sind erstmalig seit 20

Monaten wieder Neubauten

be stellt worden.

Als Reaktion auf

hohe Treibstoffkos ten

wurde das „Slow steaming“ eingeführt,

d.h. die Reedereien lassen ihre Schiffe

langsamer fahren. Für je drei Knoten

Reduzierung wird im Ostasienverkehr

pro Umlauf 1 zusätzlicher Frachter

benötigt. Alle Faktoren zusammen

geben den Reedereien wieder gute

Chancen.

Unter die positiven Aspekte mischte

Döhle allerdings eine erschreckende

Feststellung: „Es besteht das Risiko, dass

Hamburg zu einem Regionalhafen verkommt.“

Wie kann es zu dieser Warnung

kommen? Fest steht, dass der

Ham burger Hafen unter der Krise be -

onders gelitten hat – 30 Prozent Einbruch

im Containerumschlag ist im Vergleich

zur namhaften Konkurrenz der

weltweit stärkste Rückgang. 2008

schickte sich Hamburg noch an, Europas

Nr.1 – Rotterdam – zu überholen

und peilte für 2015 gar einen Umschlag

von 18 Millionen TEU (Maßeinheit des

Containerverkehrs) an. Dann gingen

2009 plötzlich nur noch 7 Millionen TEU

über die Kaikanten. Im laufenden Jahr

werden es kaum mehr als 8 Millionen

sein, während Rotterdam schon wieder

mehr als 10 Millionen TEU meldet

(Häfen in Ostasien, wie Singapur und

Shanghai, haben einen jährlichen Um -

schlag von annähernd 30 Millionen

TEU). Die in den Medien gelegentlich

angemahnten hohen Gebühren im

Hamburger Hafen erwähnte Döhle

nicht. Dagegen plädierte er aus Sicht

der Reeder neben einer Vertiefung, ausdrücklich

auch für eine Verbreiterung

der Fahrrinne der Elbe, da sich Riesen


Süddeutsche Zeitung, 26. Mai 2010

Welt, 26. Mai 2010

frachter nicht mehr ungehindert be -

gegnen könnten. Eine Rüge bekam

sodann der Senat, weil die Stadt sich

nicht rechtzeitig am Jade-Weser-Port in

Wilhelmshaven beteiligt habe, was die

notwendige Kooperation mit dem Tiefwasserhafen,

der 2012 in Betrieb geht,

wesentlich erleichtern würde. Als weiteres

Risiko für den maritimen Standort

nannte Döhle Schwierigkeiten in der

Schiffsfinanzierung. Aus ehemals zu

vielen Banken (140) seien zu wenige

geworden (25 bis 30), die sich an der

Finanzierung von fahrenden und noch

abzuliefernden Schiffen be teiligten.

Banken in Asien stünden be reit, die Rolle

zu übernehmen. Hamburg drohe ein

Ausverkauf.

Udo Bandow und Vanessa Kallies

Den kritischen Ausführungen des

Reeders schiebt die Redaktion einen

vergleichsweise kleinen, aber positiven

Aspekt nach: Die Bedeutung Hamburgs

als Ziel von Kreuzfahrtschiffen nimmt

stetig zu. Für das Jahr 2010 werden 110

Schiffsanläufe

erwartet, im Vorjahr

waren es

noch 87. Damit

besuchen jetzt

200.000 Passagiere

die Hansestadt,

von denen

lt. Statistik im

Schnitt jeder 190

Euro im Einzelhandel

ausgibt.

He

27


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

28

AUS DEM JUNIORENKREIS

„Mein erster Tag im Deutschen Bundestag“ –

Rüdiger Kruse MdB vor dem Juniorenkreis in

Hamburg

Nach dem Wahlkampf im Herbst letzten

Jahres ist es Rüdiger Kruse als

erstem Christdemokraten gelungen,

den Hamburger Wahlkreis Eimsbüttel

direkt zu gewinnen. Nach gut 100 Tagen

in Berlin lieferte Rüdiger Kruse im Juniorenkreis

erste Im pressionen.

Hamburgs Wirtschaftssenator a.D.,

Gunnar Uldall bescheinigte ihm erst

kürzlich im Hamburger Abendblatt,

dass er an seiner Rolle als parlamenta-

rischer Leistungsträger auch in Berlin

nahtlos anknüpfe. Vielleicht fällt es

Kruse trotz der hohen Belastung eben

vor diesem Hintergrund weiterhin

leicht, mit seiner gewinnenden Art, im

fröhlich pointierten Plauderton seine

Zuhörer mit politisch harten Fakten

und Forderungen zu konfrontieren.

Juniorenkreis-Mitglieder führen am UKE anspruchsvolle HNO-Operation durch

Im Mai 2010 nutzten die Hamburger

Junioren die Gelegenheit, sich über

Europas modernsten Klinikneubau,

GAL Fraktionsvorsitzender Jens Kerstan MdHB

besucht den Juniorenkreis Hamburg

Bei seinem zweiten Besuch diskutierte

der GAL-Vorsitzende Jens Kerstan mit

den Wirtschaftsrat-Junioren mit offenem

Visier und scheute nicht den kontroversen

Austausch von Argumenten

in Fragen der Bildungspolitik. Auch

die kritische Haltung der Junioren ge -

genüber dem neuen Leitbild „Wachsen

mit Weitsicht“ nahm Kerstan zur

Kenntnis und stimmte zu, dass man

hinterfragen könne, ob dieser Schritt

der Medien-Präsenz und dem Marken-

Wert gedient habe.

Einigkeit bestand auf beiden Seiten,

dass die derzeit dominierende negative

Stimmungsmache we nig Luft zum

Rüdiger Kruse MdB und

Rene S. Spiegelberger

über das neue Klinikum

des UKE, zu informieren.

Insbesondere ging es um

die Anforderungen und

Tücken des komplexen Um -

zuges von 17 Fachkliniken

innerhalb von 48 Stunden.

Weiter wurde aufgezeigt,

wie neueste Medizintechnik

und IT verknüpft werden

und wie innovative

Architektur und spezielle

Versorgungsprozesse Ärzte

unterstützen.

Dr. Andreas Pommert (UKE) berichtete

im Anschluss am Beispiel des Chirurgie-Simulators

Voxel-Man, wie Inno-

Jens Kerstan MdHB im

Gespräch mit Hinrich

Grunwaldt, Katharina

Ulmer, Lars Müller,

Florian Eilken, Dr. Dirk

Schellack und Thomas

Scheffel

Verbreiten positiver Impulse gebe, ob -

wohl Hamburg stolz darauf sein könne,

die globale Krise schneller als erwartet

überwunden zu haben.

In Richtung Regierungs-Stabilität

gab es schließlich deutliche Signale. So

vationen zur Marktreife gebracht werden.

Die Arbeitsgruppe Voxel-Man des

UKE gehört zu den weltweit füh renden

Entwicklern von computergestützten

chi rurgischen Simulationssys temen,

die derzeit in vielen Bereichen stark an

Bedeutung für die medizinische Ausbildung

und Operationsplanung ge -

winnen.

Im Anschluss konnte das Team des

Juniorenkreises sein chirurgisches

Geschick bei anspruchsvollen (simulierten)

Operationen an Kiefer und

Gehörgang unter Beweis stellen. Die

sterile Operations-Situation wurde

durch eine gesunde Stärkung sinnvoll

ergänzt.

öffnete und schloss der GAL-Politiker

seine Ausführungen jeweils mit einem

Zitat aus dem Koalitions-Vertrag. Möge

also auch die Wahrnehmung spätes -

tens nach dem 18. Juli wieder dem entsprechen.


AUS DEM JUNIORENKREIS

Delegations-Reise des Bundesvorstands

des Juniorenkreises nach Moskau

Der Bundesvorstand des Juniorenkreises

besuchte Moskau im Rahmen einer

Delegationsreise. Neben zahlreichen

Treffen mit namhaften Vertretern aus

der russischen Wirtschaft, standen

auch kulturelle Höhepunkte auf dem

viertägigen Programm.

Wichtige Informationen, die dazu

beitrugen, dass die Impressionen we -

sentlich andere waren, als man vermuten

konnte, lieferten Gesprächspartner,

wie etwa Eberhard Kern, Vizepräsident

von Mercedes Benz Russland oder auch

der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-

Russischen-Auslandshandelkammer,

Michael Harms.

Die Auswirkungen der weltweiten

Krise sowie die Entwicklungen des Handelsvolumens

zwischen der Russischen

deration und der Bundesrepublik

Deutschland wurden bei einem Empfang

in der Deutschen Botschaft mit

Frau Welter, Leiterin für Wirtschaft und

Neumitgliederabend

Am 3. Juni lud der Juniorenkreis zu

einem Neumitgliederabend in den

Anglo-German Club. Die Veranstaltung

schloss auch Gäste ein, die Ziele, Themen

und Aktionen der Junioren kennenlernen

wollten. Dieses gelungene –

und sicher erfolgreiche – Beisammensein

fordert geradezu auf, vergleich -

bare Veranstaltungen zu wiederholen.

Ein warmer, sonniger Abend sorgte

schon beim Empfang im Garten des

Clubs für die positive Einstimmung in

lockerer Runde. Später nahm das

Kaminzimmer die dreißig Teilnehmer

auf, die sich in kleineren Gruppen auf

sechs Tische verteilten, jeweils von

einem „gestandenen“ Mitglied des

Juniorenkreises betreut. Während die

Gastronomie mit Fingerfood und Ge -

tränken das leibliche Wohl sicherstellte,

vergegenwärtigte Rene Spiegelberger

in knapper Form die Arbeit seiner

Crew, vor allem anhand des Veranstaltungskalenders

2010 und dessen thematischer

Ausrichtung. Entsprechend

Wissenschaft, erörtert. Ein Lunch am

Roten Platz, mit Konstantin Kharpov,

Ministerium für Jugend und Sport, rundete

das Programm politisch ab.

Begleitet wurden die Konsultationen

vom Leiter der Konrad-Adenauer-

Stiftung in Moskau, Dr. Lars Peter

ergiebig dürften anschließend das Frage-

und Antwortspiel sowie die ver -

tiefende Diskussion an den Tischen

gewesen sein.

Der Berichterstatter ist an diesem

Abend ausnahmslos jungen Menschen

begegnet, denen ihr beruflicher

Schmidt, mit dem man auch einen

Gegenbesuch russischer Wirtschaftsvertreter

und junger Duma-Abgeordneter

zum Juniorentag vereinbarte.

Bleiben Sie uns gewogen

Ihr Rene S. Spiegelberger

Schwung und die Begeisterungsfähigkeit

für sinnvolle Ziele deutlich anzumerken

waren. Die meisten erklärten

sich bereit, auch aktiv mitzuarbeiten.

Der Neumitgliederabend dürfte viele

überzeugt und eine ganze Reihe Ein -

geladener „eingefangen“ haben. Zu -

29


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

30

AUS DEM JUNIORENKREIS

gleich verdeutlichte er die Notwendigkeit,

Angebote und Aktivitäten des Juniorenkreises

auf (sehr) an spruchs vollem

Niveau zu halten, will er die nachwachsende

Führungsgeneration an

sich binden.

Gespräche mit Eingeladenen zeigten

viel Übereinstimmung in den Motiven

und Erwartungen im Falle eines

Beitritts. Fünf Beispiele zeigen dies

schlaglichtartig und beleuchten zu -

gleich die – in jungen Jahren erreich -

ten – Positionen im Berufsleben der Einzelnen.

Karen Hoffmann (35) ist Beraterin und

Pressesprecherin bei der Raike Kommunikation

GmbH. Neben persönlichen

Kontakten würde sie im Wirtschaftsrat

die Nähe zur politischen Arbeit suchen

und gern entsprechend mitarbeiten.

Man kann diesen Beitrag guten Ge -

wissens mit dem lateinischen Ausruf

schlie ßen: „Vivant sequentes!“ (es leben

die folgenden).

Hans Peter Nehlsen (32) ist Abteilungsleiter

Corporate Controlling bei Re -

power. Er möchte ein Netzwerk aufbauen

und an Inhalten mitarbeiten,

die dann parlamentarisch verarbeitet

werden.

Ramona Eisenbeis (29) ist Vermietungsmanagerin

in der Europa-Center

AG. Auch sie sucht natürlich ein Netzwerk.

Sie würde darüber hinaus gern

an Arbeitskreisen teilnehmen, die sich

mit Frauen in der Politik beschäftigen.

Anne Betting (31) ist Wirtschaftsprüferin

bei Ernst & Young. Sie erwartet

interessante Leute und Themen.

Boie Peter Hansen ist noch Abiturient

und war mit 18 Jahren der jüngste Teilnehmer.

Sein Vater hatte ihn veran lasst,

früh Informationen zu sammeln und

sich mit Fragen der Sozialen Marktwirtschaft

vertraut zu machen.

Dr. Manfred Hermann

Ein Schmuckstück

in der Pinnauniederung...

... ist das Restaurant & Café Peiner Hof,

das altehrwürdige Herrenhaus inmitten

eines Naturschutzgebietes. Das junge

aufgeschlossene Team mit internationaler

Erfahrung in der Ausrichtung hochwertiger

und individueller Veranstaltungen

empfängt Sie im stilvollen Res tau -

rant, im alten Herrenhaus. Unser schöner

Wintergarten oder die groß zügige Terrasse

bieten einen wunderschönen Blick

auf Wiesen und Felder. Tauchen Sie ein in

eine Atmosphäre voller Wärme und Stil

und genießen Sie die täglich wechselnden

Angebote der Speisetafel!

Wie bieten Ihnen einen täglich wechselnden

Mittagstisch von 11.00-15.00 Uhr.

Sie wollen den schönsten Tag Ihres

Lebens, ihre Hochzeit, feiern oder einfach

nur in kleiner Runde oder zu zweit in entspannter

Atmosphäre vorzügliche Speisen

und erlesenenWein genießen...

...dann kehren Sie ein in unsere historische

Reetdachscheune Anno 1879.


Landesfachkommission ITK Informations- und

Telekommunikationstechnologie

Thema: Wahrnehmungsforschung

im Internet

In der März-Sitzung beschäftigten wir

uns mit dem Thema „Wahrnehmungsforschung“,

vorgetragen von Dr. Steffen

Egner, Geschäftsführer der MediaAnalyser

Software & Research GmbH. Dabei

wurden die Grundzüge moderner

Wahrnehmungsforschung im Internet

und deren Anwendung in der Online-

Messung von erreichter Aufmerksamkeit

bis zur Optimierung von Werbung

dargestellt. Zusammengefasst gilt, dass

die modernen Methoden und Verfahren

der Online-Aufmerksamkeitsforschung

im Internet

■ fast deckungsgleiche Ergebnisse wie

die aufwändigen Eye Tracking Verfahren

(Blickregistrierungsverfahren mit

Geräten) liefern,

■ aber viel schneller und kostengünstiger

sind

■ und unproblematisch mit einer

großen und damit repräsentativen Test-

Teilnehmerzahl durchgeführt werden

können.

Dr. Egner demonstrierte die Grundzüge

der Methoden und Verfahren an einfachen,

aber beeindruckenden Beispielen

und belegte die Leistungsfähigkeit

an einem Echt-Projekt für die Firma

BarclayCard.

Thema: Entwicklung des interaktiven

Fernsehens

In der April-Sitzung gab uns Uwe Bernd

Wache, Mitglied des Vorstandes der

EURO Fernsehproduktions AG, einen

Überblick zum Entwicklungsstand des

interaktiven Fernsehens. Interaktives

Fernsehen verschiebt die Wertigkeit

von Inhalten immens. Wenn der Zu -

schauer nicht nur wählen kann, welches

der vielen Angebote er sehen

möch te, sondern auch wo und zu welcher

Zeit, dann verlieren die allermeis -

ten Inhalte an Wert. Live-Inhalte hingegen

gewinnen letztlich als einzige.

Interaktives Fernsehen bedroht damit

die etablierten Geschäftsmodelle. Ob

neue Geschäftsmodelle die Lücke

schlie ßen können, bleibt abzuwarten.

Thema: Von der Tankstelle zur

Steckdose – Nicht nur eine technische

Herausforderung

In der Mai-Sitzung referierte Thorsten

Stuke von S+M Schaltgeräteservice

und Vertriebs GmbH zu diesem interessanten

Thema. Neben den technischen

Herausforderungen und Hürden,

die es noch im Bereich der Elektroautos

zu überwinden gilt, stellt sich

auch die Frage, wie die steuerpolitische

Frage gelöst wird. Der Vortrag beantwortete

hierzu offene Fragen und lieferte

eine technische Plattform für

neue Geschäftsmodelle. Dieses vor

allem unter dem Stichwort Trennung

von Netz und Versorgungsleistung.

Fazit war, dass wir ein neues und vor

allem kontrollierbares und vor Miss -

brauch geschütztes Abrechnungsmodell

benötigen, welches auch der Mineralölindustrie

die Möglichkeit gibt,

weiterhin ein fester Bestandteil der

Wertschöpfungskette zu sein.

Termine im Juni:

Staatsrat Dr. Nikolas Hill von der Behörde

für Kultur, Sport und Medien spricht

vor der Kommission zum Thema des

neu geschaffenen Clusters Kreativ -

wirtschaft.

Im Rahmen der Mittagsveranstaltungen

des Landesverbandes hält Prof. Wilhelm

Scheer, Präsident der BITKOM,

einen Vortrag zum Thema „Die ITK als

Wirtschaftsfaktor“.

Ludolf von Löwenstern

Vorsitzender der Kommission ITK

31


Hamburg bauen & wohnen

Binnenhafen:

U3-Viadukt wird

ausgetauscht

Fast 100 Jahre alt ist das U-Bahn-Viadukt

am Binnenhafen. Vom 10. Mai bis

einschließlich 3. Oktober 2010 wird der

Abschnitt zwischen der Straße Kajen

und der Haltestelle Baumwall erneuert.

Der U-Bahn-Verkehr auf der U3

wird für diesen Zeitraum zwischen Rathaus

und Baumwall unterbrochen.

Seit Ende der neunziger Jahre saniert

und erneuert die HOCHBAHN die Vorzeigestrecke

des Hamburger U-Bahn-

Netzes am Hafenrand. Mit dem Ab -

schnitt zwischen Kajen und der Haltestelle

Baumwall wird in diesem Jahr das

Gesamtprojekt abgeschlossen. Die U3-

Viaduktstrecke am Hafen ist damit

auch für die nächsten Jahrzehnte fit.

Beim Viadukttausch werden die alten

Brückenkonstruktionen komplett er -

neuert: Die Stahlüberbauten und die

massiven Stützpfeiler müssen auf einer

Länge von etwa 200 Metern ausgetauscht

und die Tiefgründungen neu

hergestellt werden. Der Austausch des

alten Stahlviaduktes ist notwendig,

weil die Kosten für Inspektion und In -

standhaltung bei einer nur noch geringen

Restnutzungsdauer wirtschaftlich

nicht mehr zu vertreten sind. Eine Sa -

nierung im Bestand war deshalb nicht

möglich. Jens Lang, Bereichsleiter Infra-

32

struktur bei der HOCHBAHN: „Diese

Lösung ist aber nicht nur wirtschaftlich

sinnvoll. Das neue Viadukt wird das

Stadtbild deutlich aufwerten. Statt des

fast vier Meter hohen Fachwerkaufbaus

der Tragekonstruktion sorgt künftig

eine weit geschwungene, elegante

Stahlkonstruktion für Transparenz.

Hier von werden Anlieger und Passanten

profitieren.“

Die HOCHBAHN nutzt das Zeitfens -

ter der Sperrung, um weitere Großprojekte

durchzuführen:

■ Die Haltestelle Baumwall wird mo -

dernisiert. Dabei erhält die denkmalgeschützte

Haltestelle nicht nur

neue Anstriche. Für die bessere Er -

schließung der HafenCity wird im

östlichen Zugangsbereich unter der

Haltestelle auch ein neuer Eingang

geschaffen.

■ Zwischen der Haltestelle Rödingsmarkt

und dem Tunnelmund Richtung

Rathaus werden auf einer Länge

von knapp 300 Metern insgesamt

Den meisten Nutzern ist nicht

klar, woher das warme Wasser

kommt und welche neuen

Möglichkeiten der Erwärmung

es gibt. Da wird der Hahn aufgedreht,

kaltes Wasser dazu -

gemischt und ja nach Bedarf

kurz oder lang „gewässert“. Wir

wollen in diesem Beitrag die

Vorteile der verbrauchsnahen

(dezentralen) Warmwasserversorgung

aufzeigen.

450 Schwellen ausgetauscht.

■ Das neue „Elektronische Stellwerk

City Ost“ wird mit der Baustufe

Rathaus am 3. Oktober in Betrieb

genommen. Die Zeit der Sperrung

wird für die notwendigen Vorbereitungen

genutzt.

Insgesamt investiert die HOCHBAHN im

Rahmen dieser vier Projekte rund 20

Millionen Euro in die Zukunfts- und

Leistungsfähigkeit des Hamburger U-

Bahn-Systems. „Die Verzahnung der

Einzelprojekte und die zeitliche Koordinierung

der Vorarbeiten, die zum Teil

schon 2009 begannen, sparen Geld und

Zeit. Die 1911 gegründete Hamburger

Hochbahn AG (HOCHBAHN) befördert

mit ihrem Fahrzeugpark aus U-Bahnen

und Bussen über eine Million Fahrgäs -

te täglich. Als größtes Verkehrsunternehmen

im Gebiet des HVV erbringt sie

mit über 4.400 Mitarbeitern rund 55

Prozent der Bus- und Schnellbahnleis -

tungen im Hamburger Stadtgebiet.

Warmes Wasser?

Ja, aber nicht so teuer!

Fließend warmes Wasser zu jeder Zeit

gehört zum Standard unseres täglichen

Lebens. Die Versorgung erfolgt meistens

zentral über eine Warmwasserbereitung,

die an die Heizungsanlage gekoppelt

ist und jederzeit warmes Wasser

zur Verfügung stellen muss. Allerdings

bieten sich heute sinnvollere Lösungen

an. Mit der Versorgung über dezentrale

elektronische Durchlauferhitzer er -

öffnet sich eine bedarfsgerechte und

wirtschaftliche Lösung. Dabei erhält

Foto: HOCHBAHN Pressestelle


jede Zapfstelle ein individuelles Warmwassergerät,

dessen Leistung gezielt auf

die Bedürfnisse des Benutzers ausgerichtet

werden kann.

Durchlauferhitzer? Die gab es frü -

her schon! Das waren doch die mit den

heiß-kalten Wechselduschen … Das ist

richtig, nur sind die alten mechanischen

Geräte mit den heutigen elektronischen

Modellen nicht mehr zu vergleichen!

Elektronische Durchlauferhitzer erhitzen

das Wasser unmittelbar während

des Durchströmens, so dass Wärmeverluste

gar nicht erst auftreten. Dies

geschieht für den Nutzer selbstverständlich

automatisch: Warmwasserhahn

öffnen, und das warme Wasser

fließt. In Abhängigkeit von Sollwert,

Durchflussmenge und Zulauftemperatur

regelt die Elektronik mit neuester

Mikroprozessor-Technologie in Sekundenschnelle

die Heizleistung, um die

Auslauftemperatur konstant zu halten.

Davon merkt der Nutzer gar nichts.

Druckschwankungen im Wassernetz

und wechselnde Einlauftemperaturen

werden automatisch und unmittelbar

Bedarfsgerechte Wassertemperatur?

Nach wie vor hält sich die landläufige

Meinung, dass im Haushalt Nutztemperaturen

von 60°C und mehr notwendig

seien. Bei zentralen Systemen

muss das sein, um hohe Mischwassermengen

zur Verfügung zu stellen. Das

heiße Wasser wird dann an der Entnahmearmatur

wieder auf ein erträgliches

Maß heruntergemischt. Dadurch

entsteht unerwünschter Wärmeverlust.

www.clage.de

PR-BERICHTE

ausgeglichen. Zapfstellen im Haushalt

wie Bad, Gäste-WC und Küchenspüle,

aber auch in Bürogebäuden können mit

einem individuellen Durchlauferhitzer

ausgestattet werden.

Die elektronischen Durchlauferhitzer

sind immer bereit, warmes Wasser

auf Anforderung zu liefern – egal wie

lange. Sie verbrauchen aber nur die

Energie, die für die Nutzmenge erforderlich

ist. Wärmeverluste treten somit

praktisch nicht auf. Daher und wegen

der mit unter 1.000 Euro geringen An -

lagekosten (drei Modell-Varianten) in

einem Haushalt hat die dezentrale

Warmwasserbereitung sehr günstige

Gesamtkosten im Vergleich zu anderen

Systemlösungen.

Bei der dezentralen Warmwasserbereitung

sind die Energieverluste sehr

gering, warmes Wasser fließt sofort

nach Aufdrehen des Warmwasserhahnes.

Es lohnt sich also, bei der Renovierung

oder Planung eines Hauses rechtzeitig

auch und besonders über eine

sinnvolle moderne Warmwasserversorgung

nachzudenken.

33


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

JOUR FIXE – besser gründen

und „Kick off“ in Südafrika

Wissenstransfer für selbständige Un -

ternehmer bleibt eine Herausforderung.

Das für die Sicherstellung nachhaltigen

Erfolgs notwendige Know How

haben die meisten erfolgreichen Selbstständigen

im Rückblick kaum strukturiert

in Lehrgängen erworben. Um gerade

jungen Existenzgründern in einer

immer komplexeren Wirtschaftswelt

mit enger werdenden Nischen zu helfen,

zumindest wesentliche Klippen zu

umschiffen, haben sich erfahrene Hamburger

Unternehmer zusammengefunden.

Hierüber diskutierten wir im

April mit der Mitinitiatorin des Gründerkompetenzzentrums

Hamburg,

Frau Rita Mirliauntas. Thema war das

bürgerliche Engagement aktiver Unternehmer

und Senior Experten, das auch

von der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg

unterstützt wird. Der Abend mit

Workshopcharakter stand unter dem

Motto: Erfahrungen treffen Ideen – vorwärts

und aufwärts nach der Unternehmensgründung.

Die Fußball Weltmeisterschaft 2010 war

im Mai Anlass, Südafrika einen JOUR

FIXE zu widmen – ein Land voller Überraschungen

und Gegensätze. Daher

war es eine besondere Freude, S.E. Sonwabo

Eddie Funde, Botschafter der

Republik Südafrika sowie Botschaftsrat

Ismail Esau willkommen zu heißen.

Das Land am Kap entwickelte sich

aus einer mehr als 15 Jahre andauernden

Rezession heraus zu einer Volkswirtschaft,

in der erste Anzeichen einer

Erholung sichtbar werden. Der Beitrag

zum Bruttoinlandsprodukt durch den

Dienstleistungssektor liegt bei geradezu

europäischen 64 Prozent, der durch

die Industrie bei 32 Prozent. Obwohl nur

vier Prozent des BIP aus der Landwirtschaft

stammen, ist das Land der weltweit

drittgrößte Exporteur von Agrarprodukten.

Trotz Wachstums liegt die

offizielle Arbeitslosenquote bei über 20

Prozent, was auch auf Nachwirkungen

der Apartheid zurückzuführen ist.

Armut, Korruption und Kriminalität

sind weitere Herausforderungen, die

34

JOUR FIXE

JOUR FIXE im April:

v.l.: Barbara Wilcke-

Schröder, Inez

Jürgens und Rita

Mirliauntas

JOUR FIXE im Mai:

Botschafter Sonwabo

Eddi Funde

Ulf Nashan und

Olaf Diekhaus

Gabriele Sievers und

Botschraftsrat Ismail Esau


JOUR FIXE

das Land zu bewältigen hat. Der Botschafter

präsentierte in aller Offenheit

ein vielfältiges Land, das den Fortschritt

lebt und eine führende Rolle auf dem

afrikanischen Kontinent einnimmt. Entscheidend

hierfür seien bedeutsame

wirtschaftlich starke Ko ope rationen

sowie eine aktive politische Vernetzung

Südafrikas im internationalen Kontext.

Dies schaffe die Basis für kontinuierliche

Verbesserung der Lebensqualität

der Menschen und werde Südafrikas

Wirtschaftswachstum weiter stabilisieren,

wozu sicher auch das fußballerische

Großereignis beitrage.

Sie erhalten noch kleine Einladung zum

JOUR FIXE? Dann melden Sie sich gerne

bei der Landesgeschäftsstelle und

diskutieren Sie mit bei spannenden

wirtschaftlichen Themen in kommunikativer

Atmosphäre. Sie erhalten bei

zugelosten Sitzplätzen Gelegenheit zur

Pflege bestehender und zur Knüpfung

neuer Kontakte. Grundsätzlich treffen

wir uns am ersten Donnerstag im Mo -

nat üblicherweise im Hotel Steigenberger

am Fleethof. Wir freuen uns auf Sie.

Dr. Hanno Stöcker, Gabriele Sievers

Tilo Braune,

Christel Haase

Gerald Böhme,

Rainer Grün

GESTERN & HEUTE PR-BERICHT

100 Jahre Douglas

Der Kosmetikkonzern Douglas feierte

Ende Mai den 100. Geburtstag der ers -

ten Parfümerie namens „Parfümerie

Douglas“.

Die historischen Ursprünge des Na -

mens Douglas gehen sogar noch weiter

auf das Jahr 1821 zurück, als der schottische

Einwanderer John Sharp Douglas

in Hamburg eine Seifenfabrik grün dete.

Die Schwestern Maria und Anna Cars -

tensen eröffneten am „Neuen Wall 5“

die erste Parfümerie, der dann wei tere

fünf Geschäfte folgten.

Die Schwestern waren vermutlich

die ersten Franchisenehmer, denn sie

machten mit der Seifensiederfirma

„J.S.Douglas Söhne“ einen Vertrag um

den Namen zu führen. Der sozusagen

dritte historische Strang beginnt 1969

als der ehemalige Vorstandsvorsitzen-

de der Hussel Holding (heute DOUGLAS

HOLDING AG) Dr. Jörn Kreke die sechs

Hamburger Parfümerien namens „Par-

fümerie Douglas“ übernimmt und die

Entwicklung zu dem Unternehmen

begann, so wie man es heute kennt.

35


Landesverband Hamburg

Ausgabe Juni 2010

Trotz der hervorragenden Arbeit, die

der Wirtschaftsrat gerade in diesen

schwierigen Zeiten in Erfüllung der

selbstgestellten Aufgabe leistet, nämlich

gegenüber allen Regierungen und

Parteien als Anwalt der Sozialen Marktwirtschaft

und des freien, sozialverpflichteten

Unternehmertums aufzutreten,

leidet unser Verband verstärkt

unter der aktuell wenig positiven Beurteilung

des Regierungshandelns auf

Bundes- und Landesebene. Austritte

aus dem Wirtschaftsrat werden mit der

großen Unzufriedenheit über die politischen

Entscheidungen der CDU-ge -

führten Regierungen begründet. Dabei

ist zunehmend festzustellen, dass der

Wirtschaftsrat der CDU e.V. fälschlicherweise

weiterhin als ein CDU-Parteiorgan

verstanden wird. Das ist nicht

der Fall. Denn der Wirtschaftsrat ist als

unternehmerischer Berufsverband

recht lich selbständig und politisch un -

abhängig! Satzungsgemäß führen wir

36

... IM ÜBRIGEN – INFOS AUS DER LANDESGESCHÄFTSSTELLE HAMBURG

Presseschau

den Dialog mit allen demokratischen

Parteien und gesellschaftlichen Gruppen,

mit den Gewerkschaften und den

Kirchen. Unsere Veranstaltungen sind

regelmäßig einer kritischen Begleitung

der Regierungsarbeit gewidmet.

Eine Erklärung für die großteils

miss verstandene Rolle des Wirtschafts -

rates in der Gesellschaft liegt ganz

offen sichtlich im Namensbestandteil

der CDU“. Dieser Zusatz sollte zum

Ausdruck bringen, dass es zu den Zielen

des Wirtschaftsrats gehört, seine

Arbeitsergebnisse den Gremien und

Entscheidungsträgern der Unionsparteien

von CDU/CSU nahe zu bringen.

Dies ist gerade in der jetzigen Situation

geboten. Leider wird der Zusatz „der

CDU“ aber offensichtlich selbst von vielen

Mitgliedern falsch interpretiert. Es

mag sein, dass die von der Öffentlichkeit

gerne und vielfach verwendete

Kurzform der „CDU-Wirtschaftsrat

genau dies auch suggeriert. Wir sind

Hamburger Abendblatt, 8. April 2010

Weitere Artikel finden Sie unter:

www.wirtschaftsrat.de/landesverbaende/LvHHindex/LvHHpresse

deshalb seit geraumer Zeit bemüht, die

zutreffende Bezeichnung Wirtschafts -

rat Deutschland herauszustellen.

Wir bitten unsere Mitglieder, wo

immer dies möglich und erforderlich

ist, für die Klarstellung in der Öffentlichkeit

mit zu sorgen. Nur mit einem

starken Wirtschaftsrat sind wir in der

Lage, die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik

im Sinne der Sozialen

Marktwirtschaft Ludwig Erhards mit zu

gestalten und unseren sachverständigen

Rat in die Arbeit der Parlamente

und Regierungen einzubringen.

Dipl.-Ing.

Stephan Linz

Landesgeschäftsführer

Welt, 8. April 2010

Welt, 14. April 2010

Welt, 26. Mai 2010


Wir gratulieren zur langjährigen Mitgliedschaft

30jähriges Jubiläum

Ulf Klapp

Geschäftsführender Gesellschafter,

perfekte Büros H. O. Persiehl

Schreyer & Co. GmbH & Co. KG

25jähriges Jubiläum

Wolfgang Gergs

Dennis Barth

Geschäftsführer

Procom Invest GmbH & Co. KG

Klaus Bendig

Geschäftsführer

Peter Bendig & Söhne GmbH

Matthias Birkenbach

UniCredit Bank AG

Winfried Brüggmann

Geschäftsführer

IGEPA group GmbH & Co. KG

Dr. Joachim Buttler

Geschäftsführer

Agentur für Kunstverstand

Buttler-Michels GbR

Thomas Demmel

Rechtsanwalt

Recore Business Laywers LLP

Dr. Konstantin Dittmann

Steuerberater

Dr. K. Dittmann

Steuerberatung

20jähriges Jubiläum

Dr. Joachim Brinkmann

Dr. Sibylle Busch

MTC Management + Technologie

Consultants Dr. Busch und Partner

Willi Hageböke

Roland Klein

Geschäftsführender Gesellschafter,

Vertex GmbH

WIR BEGRÜSSEN ALS NEUE MITGLIEDER IN DEN

LANDESVERBÄNDEN HAMBURG UND SCHLESWIG-HOLSTEIN

Christian Drake

Vertriebsbeauftragter

Paribus Capital GmbH

Denny Duwe

Leasing Manager Office

ECE Projektmanagement

G.m.b.H. & Co. KG

GRS Rohden Shipping GmbhH & Co. KG

Friedrich-Carl von Gersdorff

Rechtsanwalt

Huth Dietrich Hahn Rechtsanwälte

Partnerschaftsgesellschaft

Michael Gieseler

Managing Director

Profor Trading GmbH

Ulf C. Goettges

Sprecher der Geschäftsführung

Stilcken + Goettges GmbH Agentur

für Kommunikation

Sven Grimpe

Geschäftsführender Gesellschafter

GENEFF Gesellschaft für Energie-

Effizienz mbH

Dipl. Volkswirt Werner Klimsa

Dr. Götz Maschmeyer

Eberhard Wienholt

Vorsitzender des Aufsichtsrates,

Fritz Köster Handelsgesellschaft AG

Carsten Gust

Geschäftsführer

SGS Genießer Service GmbH & Co. KG

Jürgen Heck

Geschäftsführer

PLDS Germany GmbH

Wetzlar

Erika Hellmuth-Ehrhardt

Inhaberin

Erika Hellmuth Public Relations

IGEPA group GmbH & Co. KG

Hamburg

Arne Jaeger

Leiter Controlling

IGEPA group GmbH & Co. KG

Thomas Jakubowski

Abteilungsdirektor

Vermögensmanagement

Delbrück Bethmann Maffei AG

Christoph Jeßen

Geschäftsführer

jeßen concept gmbh

Hamburg Messe:

Gelungene Premiere der COTECA Hamburg

Neuer internationaler Branchentreff

für die Märkte Kaffee, Tee und Kakao

Knapp 3000 Teilnehmer aus insgesamt

25 Ländern informierten sich An fang

Juni auf der Fachmesse und dem begleitenden

Kongress über Neuheiten und

Entwicklungen für die Märkte Kaffee,

Tee und Kakao. Damit unterstreicht die

COTECA Hamburg ihren Anspruch als

hochkarätige Plattform für die ge sam -

ten Wertschöpfungsketten der drei

Branchen von der Rohware bis zum

fertigen Produkt. Mehr als 100 Unter-

nehmen aus 17 Ländern stellten ihre

Produkte und Dienstleistungen vor.

Jeder dritte Fachbesucher kam aus dem

Ausland.

Ein positives Resümee zog Holger

Preibisch, Hauptgeschäftsführer des

Deutschen Kaffeeverbandes, der als ide -

eller Träger fungiert: „Die COTECA Hamburg

hat mit der Kombination aus in -

ter nationaler Fachmesse und Kongress

Experten aus allen Wertschöpfungsstu -

fen zum Austausch über aktuelle Trends

und zur Anbahnung von Ge schäfts kon -

takten zusammengeführt. Damit bie-

Fortsetzung Seite 38

PR-BERICHT

tet die Kaffeehauptstadt Ham burg eine

hervorragende Plattform für Kaffeeprofis

aus dem In- und Ausland.“

Begleitet wurde die Fachmesse von

einem internationalen Kongress, auf

dem sich mehr als 30 hochrangi -

ge Referen ten von vier Kontinenten

mit der Zukunft

der Märkte für Kaffee,

Tee und Ka kao be-

schäftigten.

G U T S C H E I N

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Über „1-Runden-Greenfee“

Bitte ausschneiden

und telefonisch nach

dem nächsten

Termin fragen


Landesverband Hamburg

und Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

Niklas Kohrt

Relationship Manager Privatkunden

M.M.Warburg & CO KGaA

Markus Harald Krahnke

Regionale Koordination Politik

und Gesellschaft

Vattenfall Europe AG

Thorsten Kuhle

Direktor/Prokurist

LHI Leasing GmbH

Pullach i. Isartal

Ulf Körtge

Teamleiter Controlling

Vestas Deutschland GmbH

Hans Lafrenz MdHB

CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft

Dr. Philip Marx

Relationship Manager Firmenkunden

M.M.Warburg & CO KGaA

Jörg Mauß

Kaufmännischer Leiter

GRS Rohden Shipping GmbhH & Co. KG

Ingo Mayr

Geschäftsführer, Procom Invest

GmbH & Co. KG

Rita Mirliauntas

Gründer-Kompetenz-Zentrum

Lars Müller

Kundenbetreuer

Donner & Reuschel Aktiengesellschaft

Guido Panke

Lars Pickel

Cash Manager

Vestas Deutschland GmbH

Procom Invest GmbH & Co. KG

Profor Trading GmbH

Matthias Ridder

Leiter Netznutzung

Vattenfall Europe Distribution

Hamburg GmbH

38

NACHLESE

„Das Geheimnis des Erfolges

ist es, den Standpunkt

des anderen zu verstehen.“

WIR BEGRÜSSEN ALS NEUE MITGLIEDER IN DEN

LANDESVERBÄNDEN HAMBURG UND SCHLESWIG-HOLSTEIN

Henry Ford

Gerda Rohden

Managing Director

GRS Rohden Shipping

GmbhH & Co. KG

Gerhard Rohden

Gesellschafter

GRS Rohden Shipping

GmbhH & Co. KG

Thomas Scheffel

Consultant Datenschutz und

Compliance

tekit Consult Bonn GmbH

(TÜV Saarland Gruppe)

Florian Schmidt

Prokurist

Quell Real Estate Verwaltungs- und

Management GmbH

Dr. Rainer Schubach

Generalbevollmächtigter

Vattenfall Europe AG

Ellen Schülke

Gleichstellungsbeauftragte /

Teamleiterin Kaufmännisches

Gebäudemanagement

Stadt Pinneberg / Gebietskörperschaft

Christina Schütt

Leitung FP & A

STAPLES (Deutschland) GmbH

Joachim Streese

Leiter Außenstelle Hamburg

ESB Kirchhoff GmbH

Daniel Stricker

Pressesprecher, Freie und Hansestadt

Hamburg - Finanzbehörde

Henning Vossen

Geschäftsführer

Gebrüder Stüve Fahrzeug- und

Kommunaltechnik GmbH

Ramon Weilinger

Vorsitzender

Schüler Union Hamburg

Dirk Westphal

Leiter Fernwärme

Vattenfall Europe Wärme AG

Boris Winkelmann

Geschäftsführer

ITA Logistics GmbH

Prof. Dr. Wolfgang Winkler

Leiter

HAW Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Daniel Zuberbühler

Key Account Manager

MIKS Konzepte GmbH

Curacon GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Rendsburg

Christian Dreyer

Geschäftsführer

Curacon GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Rendsburg

Holger Gaede

Geschäftsführer

Tamaco GmbH

Kiel

Hans-Joachim Grätsch

Geschäftsführer

Lebenshilfewerk

Mölln-Hagenow gGmbH

Mölln

Lebenshilfewerk

Mölln-Hagenow gGmbH

Mölln

Georg Kallsen

Vorsitzender der Geschäftsführung

Norddeutsche Gesellschaft für

Diakonie mbH

Rensburg

Bernd Kodel

Geschäftsführer

Manfred Kodel GmbH

Preetz

Stefan Lenz

Geschäftsführer

St. Nicolaiheim Sundsacker e.V.

Kappeln

Norddeutsche Gesellschaft für

Diakonie mbH

Rendsburg

Dr. Detlev Repenning

Geschäftsführender Gesellschafter

o.m.t. GmbH

Lübeck

Erich Rick

Ratzeburg

Jens Rüdiger

Akademieleiter

Ostsee-Akademie in

Vereinsträgerschaft

Lübeck-Travemünde

Christiane Stamer

Geschäftsführende Gesellschafterin

Carl Bremer GmbH & Co. KG, Eutin

Thomas Steffens

Leiter Geschäftsstelle Hamburg

GFI Informatik Deutschland

AG & Co. KG

Hamburg


PR-BERICHTE

Privatpatienten – heutzutage auch

Wahl leistungspatienten genannt – sind

in allen Kliniken eine heiß umworbene

Klientel. Die ENDO-Klinik Hamburg hat

mit einem Anteil von rund 26 Prozent

einen sehr hohen Anteil an Wahlleis -

tungspatienten im Jahr, verglichen mit

anderen Akuthäusern.

Um den Ansprüchen dieser Patientengruppe

weiter gerecht zu werden, hat

die ENDO-Klinik Hamburg ihr Wahlleis -

tungsangebot in den letzten 12 Monaten

sukzessive weiter ausgebaut. „Den

Umzug in den Klinikneubau haben wir

genutzt, um unser Angebot zu erweitern,

denn besonders bei elektiven

Eingriffe vergleichen die Patienten im

Vorfeld die Leistungen der unterschied -

li chen Kliniken“, so Sibylle Stauch-

Eck mann, Geschäftsführerin der ENDO-

Klinik.

Die Spezialklinik im Herzen Hamburgs

hat sich auf die Behandlung von

Gelenk- und Knochenerkrankungen

spezialisiert. In den letzten 34 Jahren

hat das Ärzteteam bald 115.000 künstliche

Gelenke implantiert. „Damit sind

wir europaweit führend auf diesem

Gebiet“, so Prof. Dr. Thorsten Gehrke,

Ärztlicher Direktor der Hamburger Klinik.

Das zeigt sich auch an der Herkunft

der Patienten, die aus allen Teilen

Deutschlands und auch aus dem Ausland

kommen. Sie alle eint der Wunsch,

wieder mehr Bewegung zu erlangen.

Um der gestiegenen Zahl der Pa -

tien ten Rechnung zu tragen und auch

langfristig die stationäre Rehabilita -

tion in Kliniknähe zu verankern, hat die

ENDO-Klinik Hamburg im Mai 2009

ihren Neubau eröffnet. Der Hamburger

Senat unterstützte dieses Projekt mit

38 Millionen Euro – 60 Millionen koste-

40

DIE ENDO-KLINIK HAMBURG:

Ganz privat –

Angebote für

Wahlleistungspatienten

Klinikneubau in der Holstenstraße, Hamburg

te die neue Klinik bisher, weitere 30 Millionen

sollen in die Sanierung des Altbaus

fließen.

Neben der freien Arztwahl bilden

damit diese Serviceleistungen und die

Art der Unterbringung den Unterschied

zwischen GKV und Wahlleistungspa -

tienten. „Immer mehr gesetzlich Versicherte

haben eine private Zusatzver -

sicherung. Aber auch diejenigen, die

nicht zusatzversichert sind, können

Wahlleistungen natürlich in Anspruch

nehmen. Wir stellen diese Leistungen

dann separat in Rechnung“, erklärt die

Geschäftsführerin.

Ganz wichtig aber für GKV und PKV-

Patient gleichermaßen ist aber eins:

Bei der operativen Behandlung gibt es

auch in der ENDO-Klinik keinen Unterschied

zwischen gesetzlich und privatversicherten

Patienten. „Hier differenzieren

wir nicht. All unsere Patienten

erhalten eine optimale medizinische

und pflegerische Versorgung“, betont

Prof. Dr. Gehrke. Aufgrund der Zuge hö -

rigkeit zur Damp Gruppe wird Patienten

von der Operation bis zur Nachsorge

ein qualitativ hochwertiger Behandlungspfad

in enger Abstimmung mit

den Klinikärzten, den niedergelassenen

Hausärzten sowie den Physiotherapeuten

angeboten.

Seit Anfang des Jahres wird Wahl -

leistungspatienten bereits in Kooperation

mit dem Institut für Sport- und Be -

we gungsmedizin unter Leitung von

Prof. Dr. Klaus-Michael Braumann auf

Wunsch eine individuelle Bewegungs -

therapie vier bis acht Wochen vor der

geplanten Operation angeboten. Diese

zielt auf eine Verbesserung der körperlichen

Leistungsfähigkeit ab, damit der

Heilungs- und Rehabilitationsprozess

be schleunigt wird und Patienten

schnel ler wieder in ihren Alltag zurückkehren

können. Über diese Koopera tion

berichten wir in der nächsten Ausgabe

ausführlicher.


FIT IM BERUF

Aus dem Programm des Hamburger

Instituts für Sport- und Bewegungsmedizin

Eine gute körperliche Fitness ist nicht

nur eine wesentliche Voraussetzung für

eine gute Gesundheit, sondern beeinflusst

auch entscheidend die intellektuelle

Leistungsfähigkeit und die Kreativität

und somit auch den Erfolg im

Beruf.

Viele Unternehmer haben diese Zusammenhänge

erkannt und bemühen sich

um eine Verbesserung der Fitness ihrer

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hierzu

gehören unter anderem auch die

„Gesundheits-Checks“ für Führungskräfte,

die schon seit langem einen fes -

ten Bestandteil der betrieblichen Ge -

sundheitsförderung darstellen.

Die Apotheke für mehr Vitalität

Als die Apothekerin Monika Elsner 2004

in der Hamburger Innenstadt in den

Colonnaden ihre Vitalotheke eröffnete,

hatte sie eine Vision: Abkehr von der

Reparaturmedizin – hin zur Prävention:

Gesundheit erhalten – Leistung und

Lebensfreude steigern, das sollte ab

sofort als klares Motto gelten.

Wer tut was für seine eigene Gesundheit?

Das Auto fährt man zur Inspek tion,

um das gute Stück möglichst lange zu

erhalten, doch die Fehlbarkeit des eigenen

Organismus wird viel zu oft verdrängt.

So manche Erkrankung wäre

durch Früherkennung zu vermeiden

und/oder durch aktive Prävention auszuschließen.

Mit der Initiative „Bleiben Sie ge -

sund“ entwickelte Monika Elsner mit

namhaften Arztpraxen aus der City eine

Präventionsbroschüre, in der jeder teilnehmende

Arzt auf seinem Fachgebiet

über die Möglichkeiten von Vorsorge

und Vorbeugung informiert. Diese Broschüre

wird sowohl in den Arztpraxen

als auch in der Vitalotheke kostenlos an

interessierte Kunden abgegeben.

Arzneien nach Maß

Als Fachapothekerin für Ernährungsberatung

und als Spezialistin der orthomolekularen

Medizin legt Monika

Bei diesen Untersuchungen wird

eine um fangreiche Diagnostik durchgeführt.

Danach hören die Betroffenen

die typischen Diagnosen wie „Übergewicht“,

„Bluthochdruck“, „Cholesterin -

erhöhung“ sowie „schlechte Körperhaltung

bei Rumpfmuskelschwä che“. Die

Betroffenen sind mit ihren Diagnosen

in der Regel allein gelassen.

Hier unterscheidet sich das Programm

des Instituts von den Angeboten

anderer Anbieter von Gesundheits-

Checks.

Es werden mit der jahrzehntelangen

Expertise aus dem Hochleistungssport

sowie der Kompetenz einer universitären

Einrichtung Gesundheitsunter-

Elsner großen Wert auf eine sinnvolle

Beratung über Nahrungsergänzungsmittel

wie Vitamine, Mineralstoffe,

Aminosäuren und Spurenelemente.

„Auf diesem Gebiet herrscht großes

Unwissen, denn die richtige Dosierung

von Vitalstoffen beruht auf komplexen

Zusammenhängen im menschlichen

Kör per, der Biochemie. Hier sieht unser

erfahrenes Team großen Beratungsbedarf“,

erklärt Monika Elsner. Die Mitarbeiter

der Vitalotheke sind besonders

geschult und arbeiten mit namhaften

Laboren zusammen, um den exakten

Be darf an Vitalstoffen zu bestimmen.

Mit den Vorgaben der Analyse wird

dann im hauseigenen Labor eine individuelle

Vitalstoffmischung hergestellt.

Große Erfolge lassen sich auch in der

begleitenden Krebstherapie feststellen.

Anders als in der Prävention erhält der

Patient dabei therapeutisch gezielt hohe

Dosen an speziellen Vitaminen. Die Chemotherapie

wird hierdurch häufig

wesentlich besser vertragen, denn bei

deutlich gesteigerter Vitalität brechen

die Patienten die Behandlung seltener

ab. Hier arbeitet man eng mit den be -

handelnden Ärzten zusammen.

Aber auch gestresste Menschen wie

Manager oder Leistungssportler gehö -

ren zur Klientel der Vitalotheke. „Die

PR-BERICHTE

suchungen einschließlich leistungs -

diag nostischer Tests durchgeführt.

Das Angebot zeigt Ihren Mitarbei -

terinnen und Mitarbeitern den besten

Weg zur Optimierung Ihrer körperlichen

Verfassung. Wir nehmen sie an die

Hand, helfen ihnen, mit einem Bewegungsprogramm

zu beginnen, es ist nie

zu spät!

Unser Konzept besteht aus drei Modulen:

■ Gesundheitsuntersuchung mit

Leistungsdiagnostik

■ Individuelle Bewegungstherapie

■ Seminar: Psychophysische Fitness,

Anleitung zur Gestaltung eines

individuellen Gesundheits- und

Fitnessprogramms

Informationen und Rückfragen an Institut

für Bewegungsmedizin: info@sportmedizin-hamburg.com

Akkus müssen in dieser Hochleistungsgruppe

besonders schnell wieder aufgeladen

werden“, erklärt die engagierte

Pharmazeutin lachend, „aber zaubern

können wir natürlich auch nicht. Wenn

der Kunde meint, ohne die so wichtige

Entspannung und Sport auszukommen,

womöglich noch mit einem hohen Konsum

an Zigaretten und schlechter Er -

nährung, und nur mit ein paar Vitaminen

durch die Welt zu jetten, dann ist

unser Erfolg natürlich begrenzt.“

Durch die pharmazeutische Betreuung

vieler Manager entstand ein weiterer

Geschäftszweig. Firmen und deren

Mitarbeiter können ihre Apothekenwünsche

und Rezepte mailen oder

faxen. Noch am selben Tag werden sie

beliefert, wenn die Adresse im Hamburger

Stadtgebiet liegt. Das Online-

Geschäft auch mit auswärtigen Firmen

läuft gut. Nach der Registrierung läuft

die Lieferung zu Spezialtarifen, das spart

nicht nur Zeit sondern auch Geld.

Testat: Gute Beratung

Bei dem kürzlich durch WISO anonym

durchgeführten Apothekentest wurde

die Vitalotheke, eine der „Gesund-ist-

Bunt“-Apotheken, mit dem Prädikat

„Gute Beratung“ ausgezeichnet.

Pharmazeutin Monika Elsner gehört

mit ihren „Berliner-Bär“-Apotheken zu

der Kooperation.

41


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

Meine Damen und Herren,

liebe Mitglieder aus Schleswig-Holstein und Hamburg!

s tut sich etwas in Schleswig-

Holstein. Die Landesregierung

scheint nach Jahrzehnten ungebremster

Verschuldungspolitik endlich bereit

zu sein, einen fundamentalen Kurswechsel

hin zu einer nachhaltigen

Haushaltspolitik zu vollziehen. Das ist

zwar unumgänglich angesichts der

bundesweit vereinbarten Schuldenbremse.

Es zeugt dennoch von Mut und

Entschlußkraft, denn es verlangt jetzt

Opfer. Es besteht aber gute Hoffnung,

daß die Wähler den Mut belohnen,

wenn die Ziele tatsächlich erreicht werden.

Die Folgen verlorener Handlungsunfähigkeit

kann jeder am Beispiel von

42

LANDESVERBAND SCHLESWIG-HOLSTEIN

Dr. Philipp Murmann

Landesvorsitzender Schleswig-Holstein

E

Kieler Nachrichten, 14. April 2010

Griechenland sehen, und die Eindämmung

der Staatsschulden im Euroraum

wird uns in den nächsten Jahren noch

intensiv begleiten. Insofern müssen die

durch die Haushaltsstrukturkommis -

sion für Schleswig-Holstein angekündigten

Maßnahmen jetzt durch- und

umgesetzt werden.

Ein vorsichtiger Kaufmann würde

zudem größere Puffer im Haushaltskonsolidierungskurs

einplanen. Deshalb

wäre es richtig, jetzt in einem

großen Wurf alle wichtigen Maßnahmen

einzuleiten. Dazu gehören zweifelsohne

Studiengebühren, die in Ge -

stalt eines leistungsbezogenen Stipendienprogramms

mit 30 Millionen Euro

jährlich den Hochschulstandort in Zeiten

knapper Kassen stärken können.

Insgesamt muß es in der jetzt anbrechenden

Diskussion für den Wirtschaftsrat

darum gehen, weitere Ent -

lastungspotentiale aufzuzeigen, die bis

zur parlamentarischen Verabschiedung

des Maßnahmepakets Ende des Jahres

noch ergänzend berücksichtigt werden

sollten. Wir werden diese Diskussion in

den nächsten Monaten intensiv führen

müssen.

Neben diesem Wunsch, den ich

nicht nur an unsere Mitglieder, sondern

auch an den Leser richten möchte, darf

ich mich an dieser Stelle herzlich für das

mit meiner Wahl zum neuen Landesvorsitzenden

ausgesprochene Vertrauen

bedanken. Mit meiner fast parallelen

Wahl zum Bundestagsabgeordneten

bewege ich mich zukünftig in in -

haltlichen Spannungsfeldern, die am

besten zu lösen wären, wenn die Bundestagsfraktion

den Vorstellungen des

Wirtschaftsrates und insbesondere

unseres Landesverbandes folgen würde.

Ich werde mich jedenfalls nach

besten Kräften dafür einsetzen und

freue mich auf die wertvollen Impulse

aus unserem dynamischen Landesverband.

Die nachfolgenden Berichte aus

den Kommissionen und Sektionen belegen

auf eindrucksvolle Weise die Nähe

zu aktuellen politischen Entscheidungs -

prozessen.

Neben der Speerspitze bei der Haushaltskonsolidierung

müssen wir zu -

gleich Wachstumsimpulse geben, eine

erfolgreiche Konsolidierung setzt eine

positive Wirtschaftsentwicklung voraus.

Strategische Entwicklungschancen

für unser Land sieht der Wirtschaftsrat

im Bereich von Stromspeichersystemen.

Als Energieexportland mit steigenden

Einspeiseschwankungen wird Regel -

energie zum knappen Faktor. Daneben

sollten wir als traditionell führender

Agrarstandort offensiver mit modernen

Züchtungstechniken umgehen. Sonst

finden die zukünftigen Wissensbildungs-

und Wertschöpfungsprozesse

dieses globalen Megatrends woanders

statt. Technische Aufklärung und eine

differenzierte ethische Diskussion wä -

ren dafür zunächst angebracht. Pa rallel

zur Haushaltskonsolidierung brauchen

wir jetzt eine Wachstumsvision 2020.

Auch diese Diskussion werden wir in

den nächsten Monaten gemeinsam

führen.

Ihr Dr. Philipp Murmann


Mitgliederversammlung des Landesverbandes

Schleswig-Holstein

Neuer Landesvorsitzender am 28. April 2010

auf Gut Emkendorf gewählt

Gut 120 Mitglieder und Gäste des Landesverbandes

fanden sich bei sonnigem

Wetter zum Sektempfang im Eingangsportal

des spätbarocken Herrenhauses,

welches auch als „Weimar des

Nordens“ bekannt ist, ein. Während

sich die Gäste bei einer Hausführung

näher mit dem Ort und seiner prominenten

Geschichte auseinandersetzen

konnten, zogen sich sechzig Mitglieder

zur Versammlung in den prächtigen

Gartensaal zurück.

Der letzte Bericht im Amt des

Vorsitzenden: Elard Raben führte den

Landesverband Schleswig-Holstein sechs

Jahre sehr erfolgreich an. Er bleibt im

Landesvorstand.

Elard Raben eröffnete als Landesvorsitzender

die Versammlung und ehrte die

seit der letzten Versammlung verstorbenen

Mitglieder: Gründungsmitglied

Olaf Freiherr von Wrangel, Unterneh-

Unser Ehrenvorsitzende

Dr. Dieter Murmann

(v. r.) begrüßt den

Ehrengast Hilmar Kopper

mer Horst Gercken und unser plötzlich

verstorbenes Landesvorstandsmitglied

Torben Freund.

In seinem anschließenden Bericht

forderte Raben ein klares Bekenntnis

zum Wachstumsziel. Leider seien die

Menschen zunehmend weniger bereit,

sich für eine bessere Zukunft anzustrengen.

Stattdessen nähmen Veränderungen

blockierende Bürgerinitiativen

zu. Wenn jedoch bis 2020 ein ausgeglichener

Haushalt erreicht werden

solle, gehe dies nur über zusätzliches

Wachstum. Für die Bundesebene forderte

er erneut eine Umfinanzierung

der sozialen Sicherungssysteme auf

lohn unabhängige Konsumabgaben

sowie eine Vereinfachung des Steuersystems.

Abschließend dankte er der

Geschäftsführung und den Vorstandskollegen

für die erfolgreiche Arbeit der

letzten Jahre.

Dann gab der Landesgeschäftsführer

seinen Bericht zum Landesverband.

Die Mitgliederentwicklung sei trotz der

Sechzig Mitglieder aus Schleswig-Holstein wählten den neuen Landesvorstand

Krise stabil geblieben. Gleiches gelte für

das nach wie vor hohe Aktivitätsniveau

der Sektionen und Kommissionen. Be -

merkenswert sei in den letzten Jahren

die deutlich gestiegene Medienpräsenz

auf der landespolitischen Ebene, was

Christiane Stamer, Geschäftsführende

Gesellschafterin Carl Bremer GmbH

& Co. KG, im Gespräch mit Joachim Rohr,

Vorstandsvorsitzender des Banken -

verbandes Schleswig-Holstein e.V., und

Hauke Präger, VR-Bank Flensburg

für eine verbesserte Verfassung des

Landesverbandes spreche. Vor diesem

Hintergrund dankte er dem scheiden-

43


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

Mit wunderschönen

Klängen für das Ohr

entführten v.l. Nuala

McKenna (Violoncello),

Stefa Tschalmoff (Flügel)

und Niamh McKenna

(Querflöte) die

Mitglieder und Gäste

in andere Sphären

den Landesvorsitzenden für sein stets

erfolgreiche Wirken.

Daraufhin ernannte die Versammlung

Rolf-Rüdiger Reichardt zum Ta -

gungs präsidenten, der anschließend

die Wahlen zum Landesvorsitz, den bei-

Den krönenden Abschluß bildete das

festliche Abendmahl in dem um 1730

erbauten Kuhhaus. Dr. Philipp Murmann

begrüßte als neuer Landesvorsitzender

neben dem Abgeordneten

Arp auch Wirtschaftsminister de Jager,

Staatsekretärin Dr. Zieschang und na -

türlich den Festredner Hilmar Kopper.

Diesem dankte er für seinen Einsatz als

Aufsichtsratsvorsitzender der HSH

Nord bank. Schließlich gab Dr. Murmann

bekannt, daß der Landesvorstand

Reinhardt Hassenstein und Christian

Wiegert erneut sowie Norbert

Balser neu in den Vorstand kooptiert

habe. Letzterer stellte sich kurz vor.

44

Sektempfang bei

guter Stimmung

den Stellvertretern und vier weiteren

Mitgliedern leitete. In geheimer Wahl

wurden alle Kandidaten mit maximal

einer Gegenstimme bei wenigen Enthaltungen

eindrucksvoll bestätigt. Dr.

Philipp Murmann wurde zum neuen

Festvortrag zur Zukunft des

Bankenstandorts Deutschland

Ehrengast Hilmar Kopper,

Vorsitzender des Aufsichtsrats

der HSH Nordbank, hielt den

Festvortrag auf der Mitgliederversammlung

des Landesverbandes

Schleswig-Holstein

Hilmar Kopper, der langjährige Vorstandschef

der Deutschen Bank AG,

stellte vor den Überlegungen zu unserem

zukünftigen Bankensystem zu -

nächst eine Bestandsaufnahme vor: Als

das drei Säulenmodell vor 25 Jahren in

vielen Ländern abgeschafft worden sei,

habe man in Deutschland eisern daran

festgehalten. Während das Wurzelwerk

Landesvorsitzenden gewählt, dankte

für das Vertrauen und bat anschließend

zum klassischen Konzert. Unter der

amüsanten wie fachkundigen Moderation

des Präsidenten des Landesmusik -

rates, Dr. Klaus Volker Mader, entführte

das Trio aus drei jungen Bundessiegerinnen

am Violoncello, Flügel und Querflöte

die Mitglieder und Gäste dann in

himmlische Pfade klassischer und mo -

derner Kompositionen.

Kieler Nachrichten, 5. Mai 2010

der genossenschaftlichen Banken hohe

Bedeutung für die Wirtschaft entfalte,

sei den öffentlich-rechtlichen Banken

mit dem Sturz der Landesbanken jetzt

die Spitze abgebrochen. Den Landes-


anken sei ein tragfähiges Ge schäfts -

modell abhanden gekommen.

Ein erfolgreicher Industriestandort

sei jedoch auf eine internationale Bankenlandschaft

angewiesen. Natürlich

gäbe es die Citibank, Barclays oder JP

Morgan, allerdings würden diese Banken

in Krisenphasen zuvorderst ihre

heimischen Industrien unterstützen.

Die Gefahr für den Industriestandort

Deutschland habe sich durch die Über-

Der neue Landesvorsitzende Dr. Philipp Murmann

überreicht ein Schleswig-Holstein Lexikon an den

Festredner Hilmar Kopper. Dieser versprach, unser

Land zwischen den Meeren bald wieder besuchen

zu wollen.

nahme der HypoVereinsbank und

durch die Fusion von Commerzbank

und Dresdner Bank und der anschlie -

ßenden staatlichen Übernahme deutlich

verschärft. Die einzig verbliebene

deutsche Großbank in Privatbesitz sei

dagegen von 1993 bis 2003 unter einmalig

günstigen Bedingungen in die

TOP 5 der Bankenwelt aufgestiegen.

Auf absehbare Zeit würden sich die

Großbankenstrukturen jetzt nicht mehr

grundlegend verändern. Wer also im

Bankenwesen etwas erreichen möchte,

müsse Englisch lernen.

Für die Zukunft sei es wichtig, die

Eigenkapitalbasis der Kreditinstitute zu

stärken. BASEL II habe man zehn Jahre

mit den Amerikanern verhandelt und

dann ohne diese umgesetzt. Jetzt solle

BASEL III folgen. Die genossenschaftlichen

Banken hätten dabei den Vorteil,

daß ihre Kunden gleichzeitig Gesellschafter

seien. Die Sparkassen erschienen

dagegen krisenanfälliger, weil sie

sich nicht gegenseitig stärken könnten,

es sei denn über stille Einlagen und

Genußscheine. Auf dieser Grundlage

sei für Deutschland unklar, wie in den

nächsten Jahren der Eigenkapitalbedarf

der Industrie in einer Höhe von 30 - 50

Milliarden Euro zu befriedigen sei.

Wichtig dafür wäre eine Rückkehr

des Vertrauens zwischen den Banken,

was nur durch eine erhöhte Transparenz

möglich sei. Das gelte auch für

Hedge-Fonds, die die Krise aber nicht

ausgelöst hätten. Zudem brauche man

Regulierungen für Derivate und eine

zupackende Aufsicht, welche „schwarze

Schafe“ aus dem Verkehr ziehe. Bislang

sei dies nicht erkennbar. Ebenso notwendig

für Transparenz sei eine einheitliche

Bilanzrichtlinie sowie eine

internationale Aufsicht, die internationale

Großbanken in Europa kontrolliert.

Für die Zukunft der Landesbanken

sieht Kopper keinen Sinn einer „zusammengerührten“

Bank Deutscher Länder.

Während die WestLB kein Alleinstellungsmerkmal

habe, verfüge die HSH

Nordbank über besondere Kompetenzen

im Bereich zyklischer Schiffsfinan-

zierungen sowie von Windenergieanlagen.

Geschäftsansätze in Übersee seien

hingegen immer mit besonderen

Risiken verbunden.

Zum Instrument der Bonifkationen

sei grundsätzlich anzumerken, daß

die Wertschöpfung im Bankwesen aus -

schließlich in den Köpfen stattfinde. Ein

Verzicht auf leistungsbezogen variable

Vergütungsbestandteile bedeute sofort

einen Verlust der besten Köpfe an die

Wettbewerber. Auch seien Bonifikationen

nicht Ursache der Krise. So habe die

IKB beispielsweise keine gezahlt. Allerdings

sei es nicht in Ordnung, wenn der

Ertrag eines Unternehmens zu 40 % in

Bonifikationen fließe und nur noch zu

60 % die Gesellschafter erreiche.

Die Ursachen der Krise lägen vielmehr

in riesigen Ungleichgewichten bei

den internationalen Zahlungsströmen.

China suche seit 25 Jahren Anlagen in

US Dollar, während die U.S.A. enorme

Defizite aufgebaut hätten, welche eine

Geldschwemme herbeigeführt haben.

Genossen den Tag auf Gut Emkendorf v.l. Reinhardt Hassenstein mit Almuth Klemp,

Dr. Ernst Werdermann, der den Hamburger Landesverband als ehrenamtlicher

Landesgeschäftsführer zur Blüte geführt hat, sowie unser ehemaliger Bundes- und

jetziger Ehrenvorsitzender Dr. Dieter Murmann

Da die Ursachen nicht beseitigt seien,

würden zukünftig neue Blasen zum

Platzen kommen.

Das Zinsniveau enthalte immer

eine Zitterprämie, die Risiko bedeute.

Bei der Kaupting-Bank hätte offenbar

keine der deutschen Banken zuvor auf

die Landkarte geschaut, so daß man

jetzt 30 Milliarden Euro Forderungen

gegen Island mit seinen 300.000 Einwohnern

halte. Bei den griechischen

Staatsanleihen habe dagegen Frankreich

die Nase vorne. Lehrreich sei in

dieser Hinsicht das Buch von Keynes,

45


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

das er mit Blick auf die Krise 1929 im

Jahr 1936 veröffentlicht hätte. Ausgehend

von einem „animal spirit“ strebten

alle gierig nach Renditen und

machten immer wieder die gleichen

Fehler, so daß verstärkt durch den Herdentrieb

und die Medien große Blasen

entstünden und platzten. Entsprechend

sei es offenkundig fatal, wenn Rating -

agenturen gegen Gebühren ihre Kunden

berieten und diesen dann ein

Rating gäben. Leider sei vor 15 Jahren

die Chance auf eine internationale

Ratingagentur als Gegengewicht zu

den drei dominierenden u.s.-amerikanischen

an Partikularinteressen ge -

schei tert. Eine europäische Ratingagen -

tur jetzt staatlich zu organisieren, sei

aufgrund der fehlenden Unabhängigkeit

allerdings nicht zielführend.

Abschließend stellte Kopper klar,

daß die Banken keine Spekulanten seien,

sondern im Casino immer nur den

Croupier stellten, der weder über Einsatzhöhe

noch Richtung der Anlagen

bestimme. Insofern seien viele Vorwürfe

verfehlt: Allerdings sei es gesellschaftlich

bedenklich, wenn immer

weniger Menschen durch die Verwaltung

von Pensionsfonds immer größere

Geldmengen steuern könnten.

Nach diesen beeindruckenden Ge -

danken konnten sich die Mitglieder

und Gäste dann dem Hauptgang samt

Dessert sowie seinen Tischnachbarn

zuwenden.

BZ

Kieler Nachrichten vom 11. Mai 2010

46

v.l. Anwalt und

Notar Prof. Dr.

Karsten Witt,

Staatssekretärin

Dr. Tamara

Zieschang,

Dr. Carl Hermann

Schleifer und

Prof. Dr. Dr.

Hans-Karl Albers

(Leiter der LandesfachkommissionGesundheitswirtschaft)

in Gespräche

vertieft: v.l. Dr.

Philipp Murmann

mit Marita Raben

und Dr. Christian

von Boetticher

mit Elard Raben

Das frisch berufene

Landesvorstandsmitglied

Norbert

Basler war

Tischnachbar der

Ehepaare Margrit

und Rolf Rüdiger

Reichardt (li)

sowie Karin und

Dr. Manfred

Steckmeister

(Sektionssprecher

Stormarn)


Kommission öffentliches Bankenwesen

Nach dem positiven Votum unserer

Landesvorstände Hamburg und

Schles wig-Holstein hat sich die Kommission

am 06. Mai 2010 bei der Deutschen

Bank in Hamburg zu einem

ersten Sondierungsgespräch getroffen.

Dabei wurden die Situation und

Perspektive der HSH Nordbank sowie

die politischen Optionen der beiden

öffentlich-rechtlichen Hauptgesell-

schafter erörtert. Hierzu wurden aktuelle

Tendenzen im Markt für Schiffsfinanzierungen

beachtet. Die Landesregierungen

tragen derzeit Verantwortung

für über 4.000 Beschäftigte, für

aus Steuermitteln zugesicherte Bürgschaften

sowie für die Folgen einer fortdauernden

Gewährträgerhaftung. Aus

Sicht der Kommission erfordert das

Gewicht dieser Aspekte eine intensive

Beschäftigung mit möglichen Zu -

kunfts modellen – im Verbund mit

anderen ehemaligen Landesbanken

oder mit sonstigen Partnern. Ehe die

Kommission erneut zusammentrifft,

soll zunächst geklärt werden, welche

konkreten Fragen sich maßgebliche

politische Entscheidungsträger in

Hamburg und Schleswig-Holstein in

Zukunft stellen werden. BZ

Mittelstandsfinanzierung für den Aufschwung

Stormarner Wirtschaftsforum am 25. März 2010 im Ahrensburger Parkhotel

Mitglieder und Gäste aus Schleswig-Holstein und Hamburg diskutierten das Sparkassengesetz und die Reaktionsmöglichkeiten

auf eine Kreditklemme im Wiederaufschwung

Norbert Basler, Gründer und Aufsichtsvorsitzender

der Basler AG, verdeutlichte

einführend die Problemstellung

aus Sicht eines mittelständischer Un -

ternehmens im internationalen In -

vestitionsgüterbereich: Es sei in der

Krise gelungen, einen 40-prozentigen

Umsatzeinbruch durch Umstrukturierungen

und Kapitalmanagement bei

einer Eigenkapitalquote von fast 60

Prozentpunkten und einer Rohertragsmarge

von 60 % aus eigener Kraft zu

stemmen. Mit Beginn des Wiederaufschwungs

wachse jedoch der Liquiditätsbedarf

für die Vorfinanzierung

der Produkte. Die Kreditlinien der

Banken orientierten sich aber noch an

den Daten der zurückliegenden Ab -

schwungs phase. Wachstumsfinanzierungen

gäbe es dann nur noch unter

hohen Risikoaufschlägen oder für kapitalschwache

Unternehmen gar nicht

mehr. Diese krisenverschärfende Prozyklizität

werde besonders gefördert

durch die seit 2007 wirksame europäische

Kreditregulierung nach Basel II.

Insofern sei es im globalen Wettbewerb

für eine Region entscheidend, inwieweit

ihre exportorientierte Industrie

Liquidität für Wachstumsfinanzierungen

erhalte.

Burkhard Balz MdEP, bis zur Wahl im

Europäischen Parlament zuständig für

die institutionellen Firmenkunden der

Commerzbank Hannover und jetzt als

Mitglied im Ausschuß für Wirtschaft

und Währung im Europäischen Parlament,

berichtete, daß es noch keine

Kreditklemme gäbe. Vielmehr sei im

Krisenjahr das Kreditvergabevolumen

Norbert Basler: „Wir brauchen Puffer

in den europäischen Kreditmarktregulierungen,

um nicht extreme

Volatilitäten zu induzieren“.

in Deutschland um 1,3 Prozentpunkte

er höht worden, was vor allem den Sparkassen

und Volks- und Raiffeisenbanken

und somit dem Dreisäulenmodell

zu verdanken sei. Basel II werde derzeit

47


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

von den Großbanken besonders streng

beachtet. Der Baseler Ausschuß habe

die Erfahrungen aus Basel II aufgenom -

men und bereite ein Basel III-Abkommen

vor, welches im Juli in die Konsultationsphase

gehe und im Dezember

als Bericht vorliegen solle. In der jetzigen

Phase belaste Basel II allerdings die

europäische Wirtschaft, zumal das

Über einkommen bislang nicht von den

U.S.A. unterschrieben worden sei.

Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis,

Vorstand im Deutschen Sparkassen und

Giroverband, sieht ebenfalls keine Kreditklemme.

Im Krisenjahr 2009 habe

der Rückgang des Bruttosozialproduktes

um 5 Prozentpunkte deutlich über

dem Rückgang der Kredite um 3,2 Prozentpunkte

gelegen. Bei den Sparkassen

werde das Kreditrating zudem stark

durch weiche Faktoren beeinflußt, was

die Ausweitung der Kredite im Krisenjahr

erst ermöglicht habe. Für die

Deckung der Kredite stünde den Sparkassen

eine solide Eigenkapitaldecke

zur Verfügung. Basel II sorge für eine

risikoorientierte Preisgestaltung von

Krediten und sei daher sinnvoll. Eine

zusätzliche Belastung drohe dagegen

durch die jetzt geforderte Bankenabgabe.

Mit Blick auf den Entwurf für ein

neues Sparkassengesetz in Schleswig-

Holstein warnte Schackmann-Fallis da -

vor, Stammkapital für die Sparkassen

einzuführen und damit den Kommunen

die Möglichkeit zu geben, Anteile

zu verkaufen. Dies sei besonders gefährlich,

wenn man als Käufer auch die

Hamburger Sparkasse (HASPA) zulasse,

weil auf dieser Grundlage dann Privatbanken

vor europäischen Gerichten

auf Gleichbehandlung klagen könnten.

Dieses Risiko sei nicht ausgeräumt. Eine

gegenseitige Unterstützung durch

stille Beteiligungen sei dagegen jetzt

schon möglich, zumal im Wege atypischer

Beteiligungen auch ein Sitz im

Verwaltungsrat erworben werden könne.

Insofern gäbe es derzeit keine triftigen

Gründe, das Risiko einer Aushebelung

der dritten Säule politisch in

Kauf zu nehmen.

Diese Argumentation unterstützend

bat Dr. Martin Lüdiger als Vorstandsvorsitzender

der Sparkasse Holstein

um eine Folgenabschätzung, falls

48

Burkhard Balz MdEP: „Es ist dem Dreisäulenmodell

zu verdanken, daß es im

Krisenjahr eine Ausweitung der Kreditversorgung

in Deutschland gegeben hat“.

Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis:

„Bei den Sparkassen wird das Rating

stark durch weiche Faktoren geprägt“.

Tobias Koch MdL: „Ziel des Sparkassengesetzes

ist die krisenfeste Sicherstellung

der Kreditversorgung des Mittelstandes

im Wege der Vorsorge“.

Dr. Martin Lüdiger: „Die Fusion der

italienischen Sparkassen zur Unicredito

bedeutete auch einen Rückzug aus der

Fläche“.

die Politik die Europafestigkeit falsch

einschätze. Dann drohe dem Dreisäulenmodell

ein bundesweiter Dammbruch.

Die EU habe sich bislang jedoch

nicht entsprechend geäußert. Unabhängig

davon seien auch Überkreuzbeteiligungen

kritisch zu sehen. In

Österreich und Italien habe man auch

so begonnen, dann sei die Beteiligung

einer Holding zunächst mit Anteilen

von 25 %, danach von 49 % gekommen

und schließlich seien die italienischen

Sparkassen vollständig zur Unicredito

fusioniert worden. Einhergehend damit

sei ein Rückzug aus der Fläche zu be -

obachten gewesen, weshalb man das

Regionalprinzip in Deutschland hochhalten

müsse.

Aus der Sicht des schleswig-holsteinischen

Landtagsabgeordneten Tobias

Koch werde das Sparkassengesetz noch

vor der Sommerpause verabschiedet

werden. Ziel sei es, jetzt einer späteren

Kreditklemme vorzubeugen. Dafür werde

den Sparkassen eine neue Möglichkeit

eröffnet, sich mit frischem Eigenkapital

zu versorgen. Hierzu könne

eine Kommune im Zuge einer Kapital -

erhöhung Anteile an Dritte abgeben,

allerdings seien nur Minderheitsbe -

teiligungen von maximal 25,1 Prozentpunkten

zugelassen, und Investoren

müßten eine Gemeinwohlbindung

nach weisen können oder aus der Sparkassengruppe

stammen. Darunter falle

dann auch die HASPA mit ihrem

besonderen gesellschaftsrechtlichen

Status. Ohne Stammkapital bliebe den

Sparkassen zur Erhöhung des Eigenkapital

sonst nur ein kommunaler Zu -

schuß, welcher angesichts der öffentlichen

Verschuldung zunehmend nicht

mehr gewährt werden könne. Ein Rest -

risiko der Europafestigkeit sei an diesem

Punkt zwar nicht auszuschließen,

der Gesetzgeber könne jedoch bei ei -

nem Eintritt des Risikos erneut reagieren

und die Situation zurückholen.

Diese Analyse teilte der Europaabgeordnete

Balz allerdings nicht. Nach

seinem Kenntnisstand wäre sowohl die

Begrenzung der Beteiligung auf maximal

25,1 Prozentpunkte wie auch die

willkürliche Einschränkung auf be -

stimmte Institute schnell Grundlage für

einen Verletzungsverfahren gegen die

Kapitalverkehrsfreiheit und dann auch


nicht mehr durch den schleswig-holsteinischen

Gesetzgeber rückholbar.

Moderator Rolf-Rüdiger Reichardt gab

zu bedenken, daß ein Gesetzgeber

eigentlich für Rechtssicherheit sorgen

solle und nicht wie ein Unternehmer

mit Risiken kalkulieren könne.

Markt Ahrensburg vom 27. März 2010

In der anschließenden Diskussion

verwies Joachim Wagner, Vorsitzender

der CDU-Kreistagsfraktion Stormarn,

auf eine Resolution des Kreistages

gegen die Änderung des Sparkassengesetzes.

Dr. Lüdiger forderte wie im

Falle eines ähnlichen Verfahrens in

Nordrhein-Westfalen vor der Verabschiedung

des Gesetzes eine Absichtserklärung

der EU-Kommission. Dr.

Ralph Witt fragte nach einer überzeugenden

Definition des Begriffs Kreditklemme,

die es offenbar gar nicht gäbe.

Basler resümierte im Interesse des

49


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

regionalen Mittelstandes für eine

Renaissance der weichen Faktoren im

Kreditrating und den Einbau von Puffern

in den europäischen Kreditregulierungen,

um nicht wie schwingende

Systeme extreme Volatilitäten in den

Märkten zu induzieren. Nachzutragen

ist, daß es im Nachgang der Veranstaltung

Nachbesserungen im Entwurf des

Sparkassengesetzes gegeben hat. Auf

dieser Grundlage sieht der Wirtschafts -

rat keine maßgeblichen Risiken mehr

und unterstüzt daher den jetzt zielführenden

Entwurf. BZ

Schleswig-Holstein auf dem Weg zu

„griechischen Verhältnissen“?

Mittagsgespräch der Sektion Kiel am 04. Mai 2010

Unter diesen Titel stellte der Präsident

des Bundes der Steuerzahler Schleswig-

Holstein e.V., Dr. Hartmut Borchert, seinen

Vortrag über die bis zu diesem

Zeitpunkt fruchtlosen Bemühungen

zur Sanierung des Landeshaushalts

samt ungenutzter Vorschläge. In den

Empfehlungen der Haushaltsstrukturkommission

drei Wochen nach dieser

Veranstaltung sind inzwischen einige

Vorschläge nun endlich aufgegriffen

worden.

Dr. Borchert erinnerte einleitend an das

vom Landtag 2006 vorgestellte Gutachten

von Prof. Dr. Helmut Seitz, das

im Jahr 2000 beauftragte Gutachten

zur Regierungs- und Verwaltungsreform

von Prof. Dr. Joachim Hesse sowie

dem mehr als tausend Seiten umfassenden,

sogenannten Schlie-Bericht.

Umgesetzt worden sei davon jedoch

fast nichts.

Entsprechend stellte der Landesrechnungshof

2009 fest, daß die Schulden

von 1970 bis 2007 mit +466 Prozentpunkten

viermal so schnell ge -

wachsen seien wie das Bruttoinlandsprodukt

mit seinem 110-prozentigen

Wachstum. Ein Jahr zuvor hätte Finanzsenator

Dr. Tilo Sarrazin in Kiel dargelegt,

daß die Primärausgaben von 2001-

2007 in Schleswig-Holstein noch einmal

um 9 Prozentpunkte gewachsen seien,

50

Präsident Dr. Hartmut Borchert:

„Unsere Abgeordneten haben

zur Verbesserung ihrer Wiederwahlchancen

jahrzehntelang

eine unverantwortliche

Verschuldungspolitik betrieben“.

während Niedersachsen mit 2,8 ausgekommen

sei. Er habe zudem aufgezeigt,

daß Schleswig-Holstein bei vielen Standards

bundesweit Spitzenansprüche

bediene, beispielsweise bei der Besoldung

und der Freistellungsquote für

Personalräte im öffentlichen Dienst.

Prof. Dr. Seitz hätte ergänzend festgestellt,

daß man im Haushaltsjahr 1975

dreifach mehr Mittel für zukunftsorientierte

Investitionen in Infrastruktur

und Humankapital verwendet habe als

für die Bewältigung der Vergangenheit

in Form von Zinsen und Pensionsausgaben.

Inzwischen lägen diese beiden

Be reiche gleichauf.

Dr. Borchert merkte an, daß unsere

Abgeordneten zur Verbesserung ihrer

Wiederwahlchancen jahrzehntelang

eine unverantwortliche Verschuldungs -

politik betrieben und den Bürger über

die späteren Folgen bewußt getäuscht

hätten. Wie stark dieser Drang sei, könne

man daran ermessen, daß die SPD

Reger Gedankenaustausch:

v.l.

Martin Zabel

(Sparkasse Holstein);

Sektionssprecher Dr.

Manfred Steckmeister;

Joachim Wagner (CDU-

Kreistagsfraktion

Stormarn);

Dr. Ernst Werdermann

(„Mister“ Wirtschaftsrat

Hamburg) und

Landesgeschäftsführer

Dr. Bertram Zitscher

im vorletzten Wahlkampf gefordert

habe, Bildungsausgaben zukünftig als

Investitionen zu werten, um die verfassungsmäßige

Verschuldungsgrenze

deutlich auszuweiten. Zu diesem Zeitpunkt

plante man einen Haushalt, der

die verfassungsgemäße Grenze durch

eine dreifach überhöhte Verschuldung

verletzte. Ebenso kritisch sei auch der

Vorstoß des damaligen Finanzministers

gewesen, wonach der erforderliche

Anteil investiver Mittel im kommunalen

Finanzausgleichgesetz von 8 auf 10

Prozentpunkte erhöht werden sollte.

Dabei war klar, daß die 8 Prozentpunkte

von den Kommunen nicht ausgeschöpft

werden konnten, aber auf diese

Weise hätte die Verschuldungsgrenze

des Landes um 20 Millionen Euro

angehoben werden können. Zur Haushaltswahrheit

und Klarheit gehöre

jedenfalls ein Verbot von globalen Mehreinnahmen

und globalen Minderausgaben

im Haushaltsplan.


Um das endgültige Abgleiten in „griechische

Verhältnisse“ zu vermeiden,

schlug Dr. Borchert u.a. folgende Maßnahmen

vor:

■ Personalabbau jeder zehnten Stelle

über natürliche Fluktuation

■ Verkleinerung des Landtages auf

maximal 51 Abgeordnete

■ Anhebung des Pensionsalters für

Polizisten

■ Einschränkung des Beamtentums

auf den Kern der hoheitlichen Verwaltung

■ Einschränkung der Kreisebene auf 8-

10 Landkreise und kreisfreie Städte

■ Berücksichtung eines Demographiefaktors

bei der Pensionshöhe

■ Modernisierung der Steuerverwaltung

In der anschließenden Diskussion stellte

Dr. Borchert klar, daß Einnahmesteigerungen

empirisch immer einhergingen

mit einer Ausweitug der Verschuldung.

Die Teilnehmer waren sich einig,

daß man eine erfolgreiche Konsolidierung

notfalls in Kauf nehmen müsse,

daß diese Regierung nicht wiedergewählt

werde. Dr. Trutz Graf Kerssenbrock

kritisierte die Parteien, die durch

Mitglieder und Gäste begrüßten die Verschläge des Steuerzahlerbundes.

Die Kommission Sozialwirtschaft hat

sich ihrer konstituierenden Sitzung

zwei Themen vorgenommen. Zum

einen soll im Rahmen einer Podiumsdiskussion

zum Fachkräftemangel in

der Wirtschaft geklärt werden, welche

Chancen durch die Vielfalt von Menschen

mit Behinderungen bisher un -

genutzt geblieben sind. Zum zweiten

sollen das bestehende System der Eingliederungshilfe

auf Verbesserungsmöglichkeiten

hin überprüft werden.

Einige Ansatzpunkte sind bereits

erkannt.

Insgesamt besteht jedoch der Eindruck,

daß das System aus Bund, Ländern,

Kommunen, den Kranken- und

den Pflegekassen und der Bundesan-

Kommission Sozialwirtschaft

stalt für Arbeit kaum noch als Ganzes

zu durchschauen ist. Insofern besteht

ein wesentliches Ziel für anstehende

Entscheidungsprozesse in der Herstellung

von Transparenz der Zusammenhänge

und verfügbaren Daten. Die Notwendigkeit

für Transparenz wurde

deutlich anhand der festgestellten

Mehrkosten, die Schleswig-Holstein bei

den Eingliederungshilfen im Bundesvergleich

aufweist. Diese scheinen nicht

durch besonders aufwendigen Strukturen

begründbar, sondern nach den

vorliegenden Daten durch entsprechend

erhöhte Fallzahlen in Schleswig-

Holstein. Eine Erklärung für dieses er -

staunliche Phänomen scheint es bislang

jedoch nicht zu geben. Neben diesem

verfestigte Funktionärsstrukturen keinen

Blick mehr für die Basis und den

Bürger hätten. Dieser Wahrnehmung

schloß sich Prof. Dr. Gerhard Prosi an,

der zudem auch die Forderungen des

Wirtschaftsrates in Schleswig-Holstein

aufgriff und forderte, daß es für die verantwortlichen

Entscheidungsträger klare

Bonus-Malus-Regelungen geben sollte:

Schuldenmachen müsse dementsprechend

zu Abzügen bei Diäten und

Pensionen führen und eine Entschuldung

zu Bonuszahlungen. Diesem Vorschlag

konnte auch Dr. Bochert etwas

abgewinnen. BZ

aktuellen Klärungsbedarf erscheint es

angebracht, sich im Land angesichts

der bundesweit deutlich ansteigenden

Fallzahlen und der absehbaren

demographischen Entwicklung intensiver

mit der Sozialwirtschaft, ihren

gesellschaftlichen Leistungen und

ihrer Effizienz auseinanderzusetzen.

Eine breit angelegte Fachtagung wäre

hierfür ein möglicher Weg. Die drängenden

Themen sollen anhand eines

Fragebogens erfragt und in der nächsten

Sitzung diskutiert werden. Zu -

dem sollen die Verhandlungsführer

für die Landkreise und für die Sozialwirtschaft

ihren Einflußbereich im

Rahmen der Umfeldbedingungen darstellen.

BZ

51


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

Energiepolitische Leitlinien für Schleswig-Holstein

Mittagsgespräch der Sektion Neumünster am 23. April 2010 im Best Western Hotel Prisma

Dr. Cordelia Andreßen, Staatsekretärin

im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr

und Wissenschaft, stellte einführend

fest, daß die Energiepolitik im Spannungsfeld

von Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit

und Umweltverträglichkeit

zu lösen sei. Schleswig-

Holstein als Energieexporteur müsse

besonders auf Wirtschaftlichkeit achten,

was eine starke Aufsicht über

faire Bedingungen im Wettbewerb der

Energieträger und Netzbetreiber erfordere.

Versorgungssicherheit setze leistungsfähige

Netze und einen ausgewogenen

Energiemix voraus, wobei

Umweltverträglichkeit durch einen

Ausbau der erneuerbaren Energien

erreichbar sei.

Um diesen Zielsetzungen näherzukom -

men, seien Effizienzreserven zu heben.

Dazu gehöre das Ziel der Regierung,

Verbrauchseinsparungen von durchschnittlich

drei Prozentpunkten bei den

Landesliegenschaften jährlich umzusetzen.

Ergänzend solle eine Effizienz-

Olympiade erfolgreiche Modernisierungen

motivieren und Erfolgsbeispiele

bekannt machen.

Wachstum in der Stromproduktion

werde ermöglicht durch eine Ausweitung

der Eignungsflächen für Wind -

energie an Land von bisher einem auf

dann 1,3 Prozentpunkte sowie den

Klein windanlagenerlaß, der Schleswig-

Holstein zukünftig im bundesweiten

Vergleich beste Bedingungen verschaffe.

Insgesamt solle die Energieerzeugung

in den nächsten zehn Jahren stei-

52

v.l. neues Sektionsvorstandsmitglied Jan Osterloh, Holger Bajorat, Staatsekretärin

Dr. Cordelia Andreßen

gen. Dafür böten kurzfristig das Repowering

der Anlagen auf Land sowie

mittelfristig der Aufbau von Windparks

in Ost- und Nordsee große Potentiale.

Unterstützend werde ein Servicehafen

auf Helgoland angestrebt, eine gezielte

Ausbildung von Fachkräften durch

Stiftungslehrstühle gefördert und die

technische Entwicklung durch das For-

schungsnetzwerk CEwind beflügelt.

Potential habe zudem die Biomasse,

deren energetische Nutzung ebenfalls

auszubauen sei, zumal eine dezentrale

Versorgung über die Kraftwärmekoppelung

gefördert werde. Einschränkend

seien jedoch die Nebenwirkungen

für Landwirtschaft und dörfliche Strukturen

zu beachten.

In der anschließenden Diskussion

merkte Dr. Fritz Weinhold an, daß die

Ausbaupläne für den Offshore-Bereich

mit 52 Anlagen pro Jahr bis 2020 eher

als ambitionierte Planung erscheine

denn als Ergebnis einer Machbarkeitsstudie.

Dr. Hirschfeld räumte ein, daß

sich diese Planung auf Unternehmensbefragungen

stütze. Dr. Weinhold entgegnete,

daß dieses Verfahren in den

letzten Jahrzehnten zu ständig stark

überhöhten Ausbauzielen der Landesregierung

geführt habe.

Die Sektion

Neumünster

diekutierte die

energiepolitischen

Hersausforderungen

für Schleswig-

Holstein

Gerd Sigel, Geschäftsführer der

Stadtwerke Neumünster, gab zu bedenken,

daß bisher unklar sei, wie der enorme

Bedarf an Regelenergie für die Off -

shore-Anlagen gedeckt werden könne,

falls es bei einer 120-prozentiger Überlast

zu flächendeckenden Abschaltungen

komme. Er plädierte für eine bessere

Vereinigung der Interessen zwischen

Windstromlieferanten und der

übrigen Stromwirtschaft.

Guido Schwartze regte an, das Ziel

eines ausgewogenen Energiemix aus


einer Nutzwertanalyse der einzelnen

Energieträger abzuleiten. Detlef Palm,

Geschäftsführer des Verbandes kommunaler

Unternehmen e.V., schlug vor,

die dezentrale Erzeugung voranzubrin -

gen und eine gemeinsame Netzgesellschaft

für die Kommunen zu prüfen.

Landesgeschäftsführer Dr. Zitscher

kritisierte die 2009 eingeführte EEG-

Regelung, auf deren Grundlage Netzbetreiber

zu über 90 % durch eine Um -

la ge auf den Strompreis dafür entschädigt

werden, daß sie Windstrom

vergüten, der aufgrund fehlender Netzkapazitäten

nicht abgenommen werden

könne. Diese Regelung schwäche

nicht nur den Willen zum Netzausbau

in den Süden, sondern setze zugleich

die Anreize für eine Stromspeicherung

außer Kraft. Genau diese sollte Schleswig-Holstein

jedoch maximal fördern,

um die Effizienz der Windenergiean -

lagen zu erhöhen. Für die Effizienz von

v.l. Sektionssprecher Holger Bajorat; Dr. Cordelia Andreßen; Detlef Palm (Verband

kommunaler Unternehmen); Dr. Markus Hirschfeld; Friedrich-Wilhelm Strohdiek

(Stadtpräsident Neumünster)

Gebäuden sei dagegen gezielt öffentliche

Transparenz des Verbrauchs von

Strom und Wärme herstellen. Für Liegenschaften

von Land und Kommunen

sollten dazu Datenmuster elektronisch

abrufbar und in sinnvollen Kategorien

vergleichbar werden. Auf diese Weise

könnten Modernisierungspotentiale

Wachstumsmarkt Elektromobilität –

Rückenwind aus Berlin

Betriebsbesichtigung der Sektion Schleswig Flensburg

am 27. April 2010 in Harrislee

Gastgeber Thormod Ohm forderte eine

erhöhte politische Aufmerksamkeit für den

industriellen Mittelstand.

Thormod Ohm, Geschäftsführender

Gesellschafter der Kristronics GmbH,

begrüßte gut dreißig Gäste. Kristronics

sei mit ihren 160 Beschäftigten auf

elektronische Steuerungen spezialisiert,

die für verschiedene Anwendungsfelder

entwickelt und gefertigt

werden: Im Feld Automotive beispielsweise

die Lenkradelektronik beim

BMW Z4 oder die Steuerung der Innenraumzusatzheizung

beim BMW Mini.

Die Marktentwicklung der Elektromobilität

sei zwar schwer einzuschätzen,

aber Großkonzerne und Zulieferer würden

derzeit erheblich investieren. Für

ein evolutionäres Wachstum spräche,

daß inzwischen alle großen Automarken

eine elektrische Antriebsform

anbieten würden. Das Spektrum reiche

dabei vom Low-, über Mild- und Full

Hybrid bis zu rein elektrischem Fahren

mit oder ohne motorisierte Reichweitenverlängerung.

Allein im laufenden

Einblicke in die

Fertigung der

innovativen

Kristronics GmbH

beim Rundgang

allgemein identifiziert und mittels

spezialisierter Dienst leister im Wege

öffentlich-private Partnerschaften ausgenutzt

werden.

Sektionssprecher Holger Bajorat

dankte der Staatssekretärin für ihren

Besuch in Neumünster.

BZ

Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang

Börnsen regte einen Anschlußgipfel

Elektromobilität in Schleswig-Holstein an.

Jahr kämen 14 neue Modelle auf den

Markt, wovon über die Hälfte von Kristronics

beliefert werden würden. Welt-

53


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

weit würden jährlich insgesamt 50-100

Millionen Autos auf den Markt kommen,

weshalb selbst ein kleiner Markt -

anteil für Elektroautos für die mittelständische

Industrie ein großes Marktpotential

darstelle. Für Elektromobile

entwickele Kristronics u.a. On-Board-

Ladegeräte, Batterieüberwachungssysteme

und Steuerungen für Heizungssysteme.

Ab Juli diesen Jahres werde

Kristronics mit ersten Produkten in

Serie gehen. Die Branche sei inzwischen

viel weiter als die meisten in Deutschland

es wahrnehmen. Ohm schätzt, daß

der Wunsch der Bundesregierung nach

einer Million Fahrzeugen bis zum Jahr 2020 deutlich übertroffen werde. Das

Automobil entwickle sich derzeit

zum fahrenden Computer,

der ständig mit dem Internet

verbunden sei und zwischen

Fahrzeugen kommuniziere.

Auch der Handel werde sich

umwälzen hin zu pooling- und

sharing-Konzepten mit Vertragsformen

wie für das Handy

und neuen Nutzungskonzepten

für Einkaufsparks und Parkhäusern.

Verbesserungen in der Batterie-

und Ladetechnik seien

bereits absehbar und würden

die Entwicklung weiter beflügeln.

Mit Blick auf die Politik plädierte

Ohm dafür, Subventionen

nicht nur auf Großunternehmen

zu konzentrieren, sondern

vor allem den industriellen Mittelstand

bei der Forschung zu

unterstützen. Dieser übernähme

hohe Entwicklungsrisiken

und habe mit zurückhaltender

Kreditbereitschaft zu rechnen.

Dabei herrsche auf den Weltmärkten

ein ausgeprägter Subventions-

und Protektionswettbewerb.

Im Anschluß berichtete der

Bundestagsabgeordnete Wolfgang

Börnsen über eine wachsende

Bedeutung der Elektromobilität.

Auf der Welt gäbe es

derzeit eine Milliarde Fahrzeuge.

Aufgrund der Entwicklung

der Schwellenländer könne eine

Verdoppelung bis zum Jahr

2030 erwartet werden. Bei-

Flensburger Tageblatt vom 4. Mai 2010

spielsweise hätten sich Fahr-

54

Chancen der Elektromobilität für den Norden stießen bei der Sektion auf großes Interesse.

zeuge in Peking zwischen 1997 und

2007 von eine auf drei Millionen verdreifacht,

ohne daß das Wachstum seitdem

erkennbar nachlasse. Diese Perspektive

stärke die Notwendigkeit, daß

der Straßenverkehr wenigstens einen

technischen Beitrag zum Ereichen der

Klimaziele liefern könne. Die Bundesregierung

wolle Deutschland daher

zum Leitmarkt für Elektrofahrzeuge

machen. Sie fördere deshalb Forschung

und Entwicklung, die Markteinführung

von Elektromobilen sowie acht Modellregionen.

Börnsen MdB begrüßte die Aktivitäten

des geknüpften Netzwerkes zur

Elektromobilität in Schleswig-Holstein

und schlug vor, nach dem bevorstehenden

Kanzlergipfel zur Elektromobilität

einen zweiten Gipfel in Schleswig-

Holstein stattfinden zu lassen.

In der anschließenden Diskussion

wurde deutlich, daß das vieldiskutierte

Konzept „Better Place“ inzwischen

nicht mehr im Fokus der Entwicklung

stünde. Zum einen hätte sich die Automobilindustrie

gegen auswechselbare

Batterien entschieden und zum zweiten

würden Batteriewechselstationen

an Tankstellen zukünftig durch die Weiterentwicklung

der Ladezyklen ihre

Bedeutung verlieren. Der Wirtschaftsrat

bat den Bundestagsabgeordneten,

den Gedanken einer dänisch-deutschen

Modellregion mit nach Berlin zu nehmen.

Viele Teilnehmer blieben nach der

eindrucksvollen Betriebsführung noch

zu einem kleinen Imbiß und einer

angeregten Diskussionen im gläsernen

Foyer des interessanten Technologieunternehmens

Kristronics. BZ


Die W.D.R. feiert Jubiläum

Seit 125 Jahren im

Dienst der Insel- und

Halligversorgung

Dieses Jahr ist es so weit: Die Wyker

Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum

GmbH begeht ihr 125. Gründungs -

jubiläum und stellt – gewissermaßen

als Geburtstagsgeschenk an ihre Kunden

– mit der Doppelendfähre „M/S

Uthlande“ ein neues Flaggschiff in

Dienst. Die Ursprünge des heutigen

Fährverkehrs lassen sich bis ins 17. Jahrhundert

zurückverfolgen. Regelmäßige

Schiffsverbindungen zwischen dem

Festland und den Inseln gab es nachgewiesenermaßen

schon im Jahr 1662.

Seitdem nahm die Popularität des Seebads

Wyk kontinuierlich zu.

Mitte des 19. Jahrhunderts kamen jährlich

bereits über 1.000 Gäste in das

zweitälteste schleswig-holsteinische

Seebad, auch der dänische König

Christian VII. verbrachte hier mehrfach

seinen Sommerurlaub. Die damalige

Wyker Fährgenossenschaft eröffnete

1872 erstmalig mit ihrem Dampfschiff

„Föhr Et Dagebüll“ einen Dienst zwischen

Wyk und Dagebüll.

Damals bildeten Viehtransporte

eine wichtige Einnahmequelle, nicht

selten reisten Passagiere, Schafe und

Kühe auf demselben Schiff. Trotzdem

kamen immer mehr Urlaubsgäste, um

sich in der gesunden Nordseeluft zu

erholen. Für die einst arme Insel Föhr

erwies sich der aufblühende Bädertourismus

als Glücksfall. Mitte der 1880er

Jahre erkannten schließlich einige weitsichtige

Wyker Bürger, dass durch den

links die „Nordfriesland“

(1885) und oben die

„Uthlande“ bei der

Überführungsfahrt auf

der Elbe in Richtung

Wyk/Föhr

zunehmenden Fremdenverkehr Bedarf

an einem neuen, größeren und modernen

Passagierschiff bestand.

Anfang 1885 brachte Kapitän Steffen-Heinrich

Boetius einige Interessenten

zusammen, um die Gesellschaft zu

gründen. Damit war die heutige W.D.R.

geboren. Am 14. März 1885 kamen 33

Bürger in Redlefsen's Hotel in Wyk zu -

sammen und beschlossen auf dieser

konstituierenden Generalversammlung

des neuen Unternehmens die alsbaldige

Anschaffung eines Doppelschraubendampfschiffes

zum Preis von

36.000 Mark. Zu Beginn der Sommersaison

1886 war es dann so weit: Unter

dem Namen „Nordfriesland“ ging der

Neubau in Dienst.

PR-BERICHT

Jubiläumsfahrscheine für 1 Euro

Pünktlich zum Jubiläum feiert man

nun mit dem neuen Schiff, einer Doppelendfähre

für 75 Pkws und bis zu

1.200 Personen, einen weiteren Höhepunkt

in der ereignisreichen Firmengeschichte.

Am 11. Juni 2010 erfolgt ein

Sonderverkauf von Personenfahrkarten

für einen guten Zweck: „Spenden und

(los-)schippern“, solange der Vorrat

reicht und jeweils für eine Person und

eine Fahrt auf allen Fähren der Wyker

Dampfschiffs-Reederei. Den Erlös aus

dem Verkauf dieser Aktion spendet das

Unternehmen für regionale gemein -

nützige Projekte. Die größte Herausforderung

ist laut W.D.R.-Geschäftsführer

Axel Meynköhn seit der Gründung

aller dings geblieben: Wir wollen alle

Gäste auf die Inseln und wieder zurückbringen,

egal ob 100 oder 1.500 Fahr -

gäste am Steg stehen. Mit der neuen

„Uthlande“ soll dies bei jedem Seegang

möglich sein. EJH

55


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

Potentiale der Batterietechnik für

die Stromspeicherung

Betriebsbesichtigung der Sektion Lübeck

bei der o.m.t. GmbH am 16. März 2010

Die o.m.t. GmbH steht für Oberflächenund

Material Technologie und fertigt

mit ihren 115 Beschäftigten bei einem

Umsatzanteil von 15 Prozentpunkten

für Forschung und Entwicklung Be -

schichtungen für die Medizin-, Industrie-

und Energietechnik. Diese schützen

vor Haftung, Korrosion, Verkokung

oder Verschleiß oder entfalten katalytische

oder photoaktive Wirkungen.

Der geschäftsführende Gesellschafter

Dr. Detlef Repenning erläuterte einführend

zum Schwerpunkt Batterietechnologie,

daß o.m.t. für den mobilen

Gastgeber Dr. Detlev Repenning: „Der

Stromspeicherpreis werde sich bis zum

Jahr 2020 zehnteln“.

Einsatz auf modifizierte Lithium-Me -

tall phospate setze und für stationäre

Anwendungen ergänzend Lithiumtitanate

verwende. Während der erste Typ

hohe Speicher- und Leistungsdichten

bei einer mittleren Lebensdauer ermögliche,

erreiche der zweite Typ höchste

Leistungsdichten bei langen Lebensdauern

mit über 10.000 Ladezyklen. Im

mobilen Einsatz variiere die Leistung

von weniger als einer Kilowattstunde

(kWh) beim E-Bike bis hin zu 200 kWh

bei Bussen und LKW. Vergleiche man die

Verbrauchskosten, lande der E-Mini laut

ADAC-Bericht bei 8 Euro pro 100 Kilometer,

während dieselgestützte Fahrzeuge

derzeit 3,80 Euro und neuere

Elektromobile zwischen 2 und 3 Euro

pro 100 Kilometer kosten könnten. Die

neue Mikroklasse erreiche voraussichtlich

sogar 1,20-1,60 Euro.

56

Der Gastgeber

erläuterte auf dem

Rundgang die Vielfalt

der Beschichtungskompetenzen

Bei stationären Akkumulatoren liege

der Stromspeicherpreis unter plausiblen

Annahmen und zehnjähriger Ab -

schreibung bei 10,3 Eurocent pro kWh.

Nach der Abschreibung blieben dann

noch einige weitere Nutzungsjahre für

nur 2 Eurocent pro kWh.

Besondere Vorteile ergäben sich

durch Kombination einer optimierten

Kleinwindanlage und einem E-Mobil

der Microklasse. Auf diese Weise könnten

tägliche Reichweiten von 55-70 km

zu Stromkosten von 1,20-1,40 Euro pro

100 km gefahren werden. Das Lübecker

Unternehmen hält es für realistisch, daß

zukünftig derartige Systeme zu einem

Preis von 20.000-25.000 Euro am Markt

zur Verfügung stehen.

Der Gastgeber sieht insgesamt eine sehr

dynamische Entwicklung bei den Anbietern

von Stromspeichern. Der tech -

nische Wirkungsgrad erreiche 85 Prozentpunkte

und liege damit etwa doppelt

so hoch wie bei der Brennstoffzellentechnik.

2008 habe es in China 700

Batteriefabriken gegeben, 2009 hätte

man aber schon über 3.000 gezählt.

Im Technologiewettbewerb bei Batterien

gäbe es insgesamt nur wenige

Anbieter aus Deutschland und Europa,

welche gegen die Konkurrenz aus

Japan, den U.S.A. und Korea antreten.

Zwischen 2009 und 2015 werde der

Stromspeicherpreis pro kWh bereits

absehbar von 1.000 Euro auf 300 Euro

gedrittelt, wobei das Ziel für 2020 bei

nur noch 100 Euro pro kWh liege. Weitere

Impulse seien von der Nachfrage

zu erwarten, wenn bald für Moped-

Autos bis maximal 48 km/h der EU-Führerschein

ab 16 Jahre zu erwerben sei.

Ein weiterer Schub werde durch eine

erhöhte Reisegeschwindigkeit der Elektromobile

von derzeit 60 km/h auf

90-100 km/h ausgelöst. Bremsend für

die Gesamtentwicklung sei allerdings

das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG),

Mitglieder und

Gäste der Sektion

Lübeck informierten

sich beim

Technologieführer

o.m.t. GmbH über

die Potentiale der

Stromspeichertechnik

welches Stromspeicherung bislang

nicht angemessen unterstütze.

Die Diskussion über die angekündigten

Produktivitätsschübe für die Batterietechnologie

und die Auswirkungen

auf die industrielle Infrastruktur gaben

nach einer eindrucksvollen Betriebsführung

Anlaß für intensive Diskussionen,

die angeregt durch Krabben und

Canapés noch bis tief in den Abend

andauerten. BZ


Die Fachkommission Elektromobilität

war mit ihrer Arbeitssitzung am

22.3.2010 zu Gast bei E.ON Hanse in

Rendsburg. In einem sehr interessanten

Vortrag zeigte Herr Brumm – Leiter

der Unternehmensentwicklung –

auf die Bedeutung der Elektromobilität

für e.on Hanse hin. Darüber hinaus

ist auch die historische Verbundenheit

mit der Elektromobilität aufgezeigt

worden: Wem ist schon be -

kannt, daß E.ON Hanse schon 1976

über einen Mercedes-Elektrotransporter

mit 70 km Reichweite für inner -

betriebliche Transporte verfügte?

Inhaltlich wurde während der Sitzung

ein wichtiger Schritt in Richtung

Umsetzung und Aktivität von Elektromobilitätsmaßnahmen

in Schleswig-

Holstein unternommen – die Teil -

REpower Systems AG am Standort Schleswig-

Holstein – Situation und Perspektiven

Besuch im Hause der REpower Systems AG in Rendsburg am 19. März 2010

Matthias Schubert (Vorstand REpower Systems AG)

wurde von Sektionssprecher Dr. Christopher Leptien

herzlichst begrüßt

Verwaltungsspitzen im Austausch: Bürgermeister

Andreas Breitner mit Dr. Rolf-Oliver Schwemer,

Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde

Kommission Elektromobiliät

Dr. Volker

Skwarek

Kommissionsleiter

nehmer bildeten Arbeitsgruppen, um

wichtige Themen im kleinen Kreis voranzubringen.

Folgende Arbeitsgruppen,

die für weitere Interessenten selbstverständlich

offenstehen, wurden aufgestellt:

Stromspeichersysteme, Leiter:

Dr. Repenning, Firma o.m.t. GmbH,

Messe, Leiter: Dr. Zitscher, Wirtschaftsrat,

Kompetenzzentrum, Leiter:

Herr Brumm, Firma E.ON Hanse,

Landesgeschäftsstelle Elektromobili

tät, Leiter: Dr. Skwarek,

Firma IAV GmbH,

Interreg-Projekt, Leiter:

Dr. Matthiesen.

Innerhalb der Arbeitsgruppen werden

bis zur nächsten Sitzung am

30.08.2010 im Fraunhofer Institut für

Siliziumtechnologie ISIT in Itzehoe

erste Inhalte erarbeitet und vorgestellt.

Hierbei werden die Ergebnisse

der Arbeitsgruppen Vertretern der

Landes- und Bundespolitik präsentiert,

um hierdurch die Aufmerksamkeit

auf das Potential schleswig-holsteiner

Unternehmen im Bereich der

Elektromobilität zu lenken.

Kommissionsleiter Elektromobilität Dr. Volker Skwarek (Mitte) im Gedankenaustausch

mit Michael Tönnes, Senior Director Danfoss Power Stacks (li), und

Dr. Frank Osterwald, Senior Director Research & Development Danfoss Silicon

Power GmbH (re)

Über 60 Mitglieder und Gäste der Sektion Rendsburg-Eckernförde informierten

sich über die REpower Systems AG

57


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

Stand der Endlagerfrage für die deutsche Kernkraft

Tagesausflug des Landesverbandes zum Erkundungsbergwerk Gorleben am 23. März 2010

In den 17 deutschen Kernkraftwerken,

die 23 Prozent unseres Strombedarfs

decken, fallen ausgebrannte Brennelemente

an. Es handelt sich keineswegs

um erloschenen Abfall, sondern infolge

der Reststrahlung um eine gefähr -

liche Ma terie. Die weitere Behandlung

erfordert strenge Sicherheitsvorschriften

und große Sorgfalt.

Der Weg ausgedienter Elemente führte

bis 30.06.2005 nach La Hague in

Frankreich oder nach Sellafield in Großbritannien.

Was dort nach der Wiederaufbereitung

als unverwendbar übrig

bleibt, muß die Bundesrepublik in Form

von hochradioaktivem Reststoff zurücknehmen.

Die erforderlichen „Castor“-

Transporte von La Hague zum Zwischenlager

Gorleben sind – von der Landesgrenze

ab – zu Hauptkampftagen

der Anti-Atombewegung und zu Me -

dienereignissen geworden. Jede Überführung

verursacht neben dem normalen

Aufwand zusätzliche (Schutz)

Ausgaben von 20 Millionen Euro.

Der Standort Gorleben hat über das

Zwischenlager hinaus eine fundamentale

Bedeutung für die Kernkraft (und

für ihre Gegner). Auf der Stromerzeugung

lastet nämlich das bislang un -

gelöste Problem der Endlagerung von

radioaktivem Abfall. Für die Einrichtung

eines Endlagers ist in Deutschland laut

Gesetz die Bundesrepublik zuständig.

Nach deutscher Auffassung muß eine

vertretbare Lösung wesentliche Bedingungen

erfüllen, insbesondere muß ein

Endlager die Abfälle über einen sehr

langen Zeitraum von etwa 1 Million Jahre

sicher von Umwelt und Menschen

fernhalten.

1977 wurde der Salzstock von

Gorleben – 14 km lang, 4 km breit, aus

3.000 m Tiefe bis 250 m unter die Erd -

oberfläche aufsteigend ausgewählt.

1979 begannen Erkundungsbohrungen

vor Ort. In den folgenden zwanzig

Jahren ist daraus einer von mehreren

ge plan ten Erkundungsbereichen in

840 m Tiefe entstanden, der gegenwärtig

etwa 10 Prozent der vorgesehe-

58

Sicherheitsausrüstung an und Helm auf, bevor es Untertage geht

nen Gesamtlagerfläche überdeckt. Bis

heute wurden hier 1,5 Milliarden Euro

investiert (zum Großteil zu Lasten der

Stromerzeuger).

Im Jahr 2000 vereinbarte die rotgrüne

Bundesregierung mit den Energieunternehmen,

die weitere Erkundung

in Gorleben für mindestens drei

und maximal zehn Jahre zu stoppen.

Zur Begründung diente, daß grundsätzliche

sicherheitstechnische und konzeptionelle

Fragen der Endlagerung

geklärt werden sollten, zu denen die

weitere Erkundung von Gorleben nichts

beitragen kann. Das Fehlen einer Endlagerstätte

gibt den Atomkraftgegnern

ein starkes Druckmittel in die Hand, um

das Auslaufen der Kernkraft in Deutschland

durchzusetzen. Die von der Regierung

kürzlich angekündigte Wiederaufnahme

der Erkundung in Gorleben

stößt deshalb auf ihre erbitterten Proteste.

„Gorleben“ hat Symbolcharakter.

Weil das Thema Energieerzeugung

zu den zentralen Zukunftsfragen zählt,

bot eine Besichtigung in Gorleben ausgezeichnete

Informationen zu den Perspektiven

einer ebenso wichtigen wie

umstrittenen Säule unserer Versorgung.

16 Mitglieder des Landesverbands

nahmen an einer Tagesfahrt zum

viel zitierten Kernkraft-Brennpunkt teil.

Die geschilderten Rahmenbedingun-

gen waren Gegenstand einführender

Referate. Im Übrigen galt der Vormittag

einer zweistündigen Begehung der

unter irdischen Schachtanlage. Auf das

Mittagessen folgte die Fahrt zum In -

forma tionszentrum im Ort und an -

schließend weiter zum Gelände des

Zwischenlagers, das räumlich getrennt,

2 km entfernt, vom Bergwerk liegt.

Bei der „Vormittagstour“ untertage

führten Fachleute während eines Marsches

über mehr als 2 km zu demons -

trativen Plätzen, an denen die Struktur

des Gebirges, die Verschiebung der Stollenwände

oder die Technik des Vortriebs

erklärt werden konnten. Auch

Alternativen für die Unterbringung der

sogenannten Kokillen, d.h. der Behälter,

welche das radioaktive Material zur

Endlagerung aufnehmen, standen zur

Diskussion. Egal, ob die Zylinder in

Wandnischen oder in Bohrungen von

der Sohle herab gelagert und jeweils

mit zerkleinertes Salz eingeschlossen

werden: In jedem Fall soll sich der Stollen

durch den Gebirgsdruck selbstständig

schließen und somit das Gefahrengut

für die Ewigkeit strahlungssicher

begraben, selbst wenn die Kokillen

im Laufe von Jahrtausenden verrotten

sollten. An dieser Stelle ist zu berichten,

daß angesichts der sehr komplexen

Sicherheitsfragen weltweit noch kein


Endlager (für hochradioaktive Stoffe) in

Betrieb ist. Mit Gorleben wäre – Eignung

vorausgesetzt – frühestens ab

2025 zu rechnen. Ob Gorleben als Endlager

geeignet ist oder nicht, ist derzeit

noch zu prüfen.

Das gut ausgestattete Informationszentrum

der GNS – Gesellschaft für

Nuklear Service mbH – in der Mitte des

Ortes geht auf viele Fragen der Kernenergie

ein. Andererseits ist die Ausstellung

zur Zeit der Castor-Transporte

ein Reizobjekt für angereiste Demonstranten.

Der Ausstellungsleiter berichtete,

daß im Jahr 1998 70 Atomkraftgegner

gewaltsam eindrangen und

einen Schaden von 320.000 DM anrichteten.

Die höchste Strafe in den folgenden

Gerichtsverfahren hätte 300 Euro

betragen.

Den Abschluß des Tages bildete der

Besuch im streng bewachten Zwischen -

lagergelände. In der Öffentlichkeit ist

vor allem seine große, ebenerdige

Betonhalle bekannt. Hier werden die

Kokillen über Jahre zwischengelagert

(Bestand z.Zt. 91, Kapazität 420 Behäl-

ter). In den Behältern, die aus La Hague

eintreffen, befindet sich die radioaktive

Abfallmasse, die bereits mit einem

Glasgranulat zu einer homogenen Masse

verschmolzen ist. Die nun beginnende

Zwischenlagerung ist keineswegs

eine Verlegenheitslösung wegen

der fehlenden Endlagerstätte. Frisch

gefüllte Behälter haben im Inneren eine

Temperatur von 300 – 400 Grad Celsius.

An der Außenseite der CASTOR-

Behälter kann man noch rund 60 Grad

Celsius messen. Eine derartige Temperatur

würde das umgebende Salz nicht

ohne Reaktionen überstehen. Deshalb

ist vor der Endlagerung im Salzstock

eine Abkühlung auf unter 200°C erforderlich,

was in der gut belüfteten Halle

rund 30 Jahre in Anspruch nimmt.

Die 40 cm Wandstärke der Gußeisenbehälter

schützen die Umwelt derweil

vor unzulässiger Strahlenbelastung.

Der Lagerbestand wird permanent

durch ein Messnetz auf etwaige Un -

dichtigkeiten überprüft.

Zur großen Halle gesellt sich ein

kleinerer Bau für die vorübergehende

Achthundert Meter unter der Oberfläche ist ein Tunnelsystem in den Salzstock getrieben worden.

Einlagerung von schwach- und mittelradioaktiven

Abfällen aus Kernkraftwerken,

die letzten Endes vom Schacht

Konrad, einem stillgelegten Eisenerzbergwerk

bei Salzgitter, ab 2014/2015

aufgenommen werden. Von Bedeutung

ist auf dem Zwischenlagergelände

schließlich noch die Halle für die Pilot-

Konditionierungsanlage, die freilich seit

ihrer Fertigstellung arbeitslos ist. Hinter

1,5 m dicken Betonwänden und un -

ter strengstem Strahlenschutz kann hier

alles Restgut endlagergerecht konditioniert

und Arbeits- wie Reparaturvorgänge

an ausgedienten Brennelementen,

an Kokillen und an Castor-Transportbehältern

vorgenommen werden.

Die schwerlich verantwortbaren

Vorgänge im „Forschungs“-Bergwerk

Asse II bei Wolfenbüttel (dort allerdings

mit wesentlich geringerem Gefahrenpotential

gegenüber Gorleben) stehen

nach dem Eindruck des Berichterstatters

in krassem Gegensatz zu den hochprofessionellen

Arbeitsmethoden in

den besichtigten Anlagen im niedersächsischen

Wendland. He

59


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

auf dem Weg zur Wirtschaftlichkeit

Mittagsgespräch der Sektion Kiel am 25. März 2010 im Romantik Hotel Kieler Kaufmann

mit Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UK S-H – Universitätsklinikum

Schleswig-Holstein

60

Informationen aus

erster Hand sammelten

die Mitglieder

und Gäste der Sektion

Kiel über die Zukunft

der Uniklinika in

Schleswig-Holstein

Die Kommission hat in ihrer zweiten

Sitzung nach dem Regierungswechsel

erste Themen angepackt. Das Projekt

„Ein offenes Schülerlabor“ für Mittelholstein

wird am 21. Juni 2010 in

Neumünster mit Fachleuten und dem

Oberbürgermeister im Rahmen einer

Podiumsdiskussion erörtert werden.

Parallel wird ein Positionspapier zur

Schulsozialarbeit abgestimmt.

Wesentliche Eckpunkte wurden

bereits in zurückliegenden Sitzungen

Prof. Dr. Jens Scholz

im Gespräch

mit unserem Kommissionsleiter

Prof. Dr. Dr. Hans-

Karl Albers

Kommission Bildung und Wirtschaft

Ulrich Wiethaup

Kommissionsleiter

diskutiert. Ein weiteren Schwerpunkt

der Kommission wird die Lehrerausbil-

Fachgespräch am Rande: Michael Diekmann

(Vorstand Ameos) mit Dr. Hans-Markus Johannsen

vom UK S-H

dung sein, wozu auch Fragen der Auswahl

der Leitung, der inneren Füh -

rung und der Arbeitsteilung im Schulbetrieb

eine Rolle spielen sollen. Es

geht darum, Leistungsreserven im

System freizusetzen. In diesem Sinne

setzen freie und private Bildungseinrichtungen

häufig wichtige Impulse.

Ein fairer Wettbewerb der Bildungsträger

ist deshalb ein weiteres Ziel der

Kommissionsarbeit für diese Legislaturperiode.


Einzelhandel und

Stadtentwicklung

in den Zentren der

Region Lübeck

Mittagsgespräch im Lübecker

Schabbelhaus am 29. April 2010

Die Sektion Lübeck vereinbarte nach dem

kompetenten Vortrag, das Gespräch mit

Herrn Mensing fortzusetzen.

Wie entwickelt sich die Hansestadt

Lübeck? Mario S. Mensing gab

Einschätzungen im Lübecker

Schabbelhaus

... IM ÜBRIGEN – AUS DER LANDESGESCHÄFTSSTELLE SCHLESWIG-HOLSTEIN

■ Norbert Basler wird die Leitung der

Landesfachkommission Technologiepolitik

von Dr. Philipp Murmann übernehmen.

Erstes Ziel ist die Entwicklung

einer Wachstumsvision 2020 für Schleswig-Holstein.

Interessierte dürfen Kontakt

aufnehmen.

■ Angesichts der unbefriedigenden

Stukturen in Schleswig-Holstein in Verbindung

zur Logistikinitiative Metropolregion

Hamburg denkt der Landesverband

über die Arbeitsaufnahme

einer Landesfachkommission Verkehr

und Logistik nach. Interessenten dürfen

Kontakt aufnehmen.

■ Holger Bajorat ist als Sektionssprecher

Neumünster ebenso wiederge-

wählt worden wie Jörg Hiller, Manfred

Maltzky und Eckard Will. Ergänzend

sind Jan Osterloh, Parbs, Osterloh &

Partner, sowie Detlef Wildenheim, Ge -

schäftsführer Johler Norddruck Druck

GmbH, neu in den Sektionsvorstand

gewählt worden.

Dr. Bertram Zitscher

Landesgeschäftsführer

Lübecker Nachrichten

vom 30. April 2010

Holsteinischer Courier

vom 28. April 2010

61


Landesverband Schleswig-Holstein

Ausgabe Juni 2010

VORSCHAU

LANDESVERBAND

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Änderungen sind möglich

VERANSTALTUNGEN

62

05.Juli 2010 · Lübeck

Minister Rainer Wiegard,

Ministerium für Finanzen des Landes

Schleswig-Holstein

„Schleswig-Holstein auf dem Weg zu

einer nachhaltigen Haushaltspolitik“

06.Juli 2010 · Kiel

Podiumsdiskussion

Dr. Aloys Altmann, Präsident Landesrechnungshof

Schleswig-Holstein;

Dr. Hartmut Borchert, Präsident Bund

der Steuerzahler Schleswig-Holstein;

Tobias Koch MdL, Finanzpolitischer

Sprecher der CDU-Landtagsfraktion

Schleswig-Holstein;

Dr. Rolf-Oliver Schwemer, Landrat

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Moderation: Tilo Steinbrinck,

Leiter der Landesfachkommission

IMPRESSUM

Herausgeber, V.I.S.d.P.:

Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Landesverband Hamburg

Dipl.-Ing. Stephan Linz (SL)

Landesgeschäftsführer

Colonnaden 25/II. Stock, 20354 Hamburg

Tel.: 040-30 38 10 49, Fax: 040-30 38 10 59

E-Mail: LV-HH@wirtschaftsrat.de

Landesverband Schleswig-Holstein

Dr. Bertram Zitscher

Landesgeschäftsführer

Sophienblatt 44 - 46, 24114 Kiel

Entbürokratisierung/E-Government

„Haushaltskonsolidierung in

Schleswig-Holstein – ergänzende

Vorschläge und Maßnahmen für

eine erfolgreiche Umsetzung.“

30.August 2010 · Kiel

Podiumsdiskussion

Dr. Christian von Boetticher MdL,

Vorsitzender CDU-Landtagsfraktion

Schleswig-Holstein;

Max Schön, Aufsichtsratsvorsitzender

DESRTEC Foundation, Berlin;

N.N.

„Zukunftsvision DESERTEC-

Entwicklungsstand“

06.September 2010 · Kiel

(nur für Mitglieder)

Studiobesichtigung Offener Kanal

Kiel AöR

„Blick hinter die Kamera des

Kieler öffentlich-rechtlichen

Fernsehsenders“

13. September 2010 · Kiel

(nur für Mitglieder)

Tel.: 0431-67 20 75

Fax: 0431-67 20 76

E-Mail: LV-S-H@wirtschaftsrat.de

www.wirtschaftsrat.de

Redaktion:

Dr. Manfred Hermann (He),

Dr. Bertram Zitscher (BZ)

Mitarbeit: Dr. Christina Arndt (CA)

Ehrhard J. Heine (EJH)

Bildnachweis:

nicht gesondert gekennzeichnete

Bilder WR-Archiv

Erscheinungsweise: 4 x pro Jahr

Auflage: 5.000 Exemplare

Studiobesichtigung Offener Kanal

Kiel AöR

„Blick hinter die Kamera des

Kieler öffentlich-rechtlichen

Fernsehsenders“

24.September 2010 · Dagebüll (NF)

Fahrt mit der neuen Fähre der

Wyker Dampfschiffs-Reederei über

Föhr nach Amrum

- Vorstellung der neuen Hafeninfrastruktur

Dagebülls

„Ein neues Fährschiff(-skonzept) für

Föhr und Amrum“

- Stationen über Amrum und Föhr

- Ankunft in Dagebüll

02.November 2010 · Kiel

Dr. Rainer Schubach,

Generalbevollmächtigter Vattenfall

„Energieversorgung der Zukunft“

30.November 2010 · Kiel

Stefan Kruber, Vorsitzender

CDU-Ratsfraktion Kiel

„Der Haushalt der

Landeshauptstadt Kiel“

Satz, Herstellung und Anzeigen:

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22041 Hamburg

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