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100 „Bettelorden“

100 „Bettelorden“ Korrekturabzug hende Lokalitäten in Betracht, eine bei St. Ulrich, wo der Baugrund aber zu klein war, und eine bei St. Margarethen „untern Weißgärbern“, wo aber „ungesunde Luft“, der sumpfi ge Untergrund und häufi g vorkommende Überschwemmungen durch Wienfl uss und Donau gewichtige Nachteile waren 49 . Ein nicht zuletzt wegen eines nahe gelegenen Kreuzwegs, der auf einen großen Zulauf hoffen ließ, strategisch günstiger Ort schien die Pfarrkirche von Hernals, zu deren Übernahme auch der General-Vikar von Wien, Johann Baptist Mayer, riet. Hier erwies es sich aber als Problem, dass die nach Wien gekommenen Trinitarier Spanier waren und noch nicht genügend Deutsch sprachen, um für die pfarrliche Seelsorge geeignet zu sein; außerdem befand sich der Ort weit von der Stadt entfernt. Schließlich ergab sich unter Mithilfe des Kardinals Kollonitsch und der Familie Harrach eine weitere, geeignetere Möglichkeit zur Niederlassung, nämlich in der „Alßherr“-Gassen (heute Alsergasse), wo schließlich ein Grundstück für den Orden erworben wurde 50 . Anfänglich bestand die Trinitariergemeinschaft in Wien nur aus drei Patres; deren Anzahl wurde aber sehr rasch erhöht, sodass 1689 schon 13 Ordensbrüder, allesamt Spanier oder Italiener, in Wien lebten. Als erster Oberer wurde P. Joseph a Matre Dei gewählt, der sogleich auch ein Noviziat einrichtete. Im Mai 1690 wurde der Bau eines Klosters begonnen, zu welchem Bischof Graf Trautson den ersten Stein legte. Da in der Umgebung des Trinitarierklosters für die Bevölkerung sonst nur wenige Möglichkeiten zur Messteilnahme gegeben waren, erfreute sich die Kapelle der Trinitarier bald großer Beliebtheit, war es doch üblich, zu jeder Stunde Messen und Andachten abzuhalten. Aufgrund des großen Zustroms begann der Orden im April 1695 mit dem Bau einer ordenseigenen Kirche; für diese legte Leopold I. den Grundstein 51 . In der Folge entwickelte sich das Wiener Trinitarierkloster rasch zu beachtlicher Größe (1783, als der Orden aufgelöst wurde, befanden sich 32 Priester, 12 Laienbrüder und zwei Studenten im Wiener Konvent 52 ), und schon bald wurden weitere Niederlassungen innerhalb der Habsburgermonarchie etabliert. 49 Vgl. KOBLIZEK, Niederlassung (wie Anm. 8) 36. 50 Vgl. FUHRMANN, Historische Beschreibung (wie Anm. 48) 517. 51 Vgl. FUHRMANN, Historische Beschreibung (wie Anm. 48) 512–521. 52 Vgl. Joseph KOPALLIK, Regesten zur Geschichte der Erzdiözese Wien (Wien 1890) 17–19.

„Bettelorden“ Korrekturabzug Abb. 1: Trinitarierkonvent in der Alserstraße in Wien; Zeichnung von Salomon Kleiner, 1724 53 . – Bildnachweis Von den insgesamt 17 Ordenshäusern, die der 1728 eingerichteten „Deutschen Provinz“ des Unbeschuhten Trinitarierordens unter dem Titel St. Joseph (im Gedenken auch an Kaiser Joseph I.) 54 bis zu ihrer Aufl ösung 1783 angehörten, lag etwa die Hälfte im Königreich Ungarn, eines in Belgrad (das 1718 bis 1739 bekanntlich zur Habsburgermonarchie gehörte); ein weiteres wurde im Jahr 1723, mit Zustimmung der „Hohen Pforte“, in Konstantinopel eröffnet. Die übrigen Ordenshäuser lagen, mit Ausnahme jener in Wien und Graz, in Böhmen und Mähren. Im Einzelnen bestanden in folgenden Städten und Orten Konvente und Niederlassungen 55 : Wien (Haupthaus der Provinz, von hier aus wurden die Redemptionsreisen gewöhnlich begonnen und hier endeten sie auch feierlich), gegründet 1688, Illava (SK), gegründet 1695, Pressburg/Bratislava/Pozsony, gegründet 1697, Prag/Praha, gegründet 1707, Tyrnau/Trnava (SK), gegründet 1712, Komorn/Komárom/Komárno (HU), gegründet 1714, Karlsburg/ Alba Iulia/Gyulafehérvár (RO), gegründet 1716, Erlau/Eger/Agria (HU), gegründet 1717, Belgrad/Beograd, gegründet 1718 (die Niederlassung wurde 1739, als die Stadt wieder an die Osmanen fi el, aufgegeben), Pera (bei Konstantinopel/Istanbul), gegründet 1723, Zaschau/Zašová (CS), gegründet 1724, Sáro- 53 Reprod. erhältlich in der nunmehrigen Minoritenkirche in der Alserstraße. 54 Vgl. GMELIN, Weißspanier (wie Anm. 18) 357f. 55 Vgl. JOANNES A SAN FELICE, Annalium (wie Anm. 43) 814f; KRALIK, Trinitarierorden (wie Anm. 3) 69. 101

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