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Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

Die hier ausgewerteten

Die hier ausgewerteten dendrochronologischen Gutachten dokumentieren, dass Eichenholz im Altenburger Land nur für spezielle Zwecke verbaut worden ist. Eingesetzt wurde es an besonders belasteten Teilen von Toren, Treppen und sonstigen Konstruktionen, seltener als tragendes Element in Gebäuden (Tab. 5; vgl. Anm. 15). Die Fertigung der mechanisch stark beanspruchten Mühlentechnik aus Eichenholz geht aus den Darlegungen von VORETZSCH (1908) und aus Archivdokumenten hervor, z. B. aus der die Mühle Großstöbnitz betreffenden Akte von 1688 (ThStA Altenburg). Eiche ist zweifellos ebenso dort bevorzugt worden, wo Feuchtigkeit herrschte. Für diesen Zweck wurde Holz benötigt, das wenig anfällig ist gegen Fäulnis und Pilzbefall, und diese Anforderung erfüllt Eiche in hohem Maße. Die Verwendung von Eichenholz als Spaltboden in Grubenhäusern (Tab. 5) bestätigt das. Weil der Feuchtigkeit ausgesetzte Hölzer bei der dendrochronologischen Untersuchung bisher kaum erfasst worden sind, müssen diesbezügliche Angaben mit Literaturhinweisen belegt werden. Im Leinaforst wurden Eichenstämme im 17. und 18. Jh. relativ häufig als Schwellenholz und Fundamentpfosten verkauft (BAADE 2007). Verwendet wurde Eichenholz zum Bau von Brunnen und Röhrkästen (EIßING 2001; Tab. 5). Nachgewiesen ist die Verwendung von Eichenholz zum Brunnenbau in dem ans Altenburger Land angrenzenden Leipziger Land schon bei den Bandkeramikern (CAMPEN 2001). GRÜNERT (1956: 5 - 6) zufolge war Eichenholz für die Errichtung der Umgebindehäuser und für die Fertigung der in der Altenburger Bauernhauslandschaft verbreiteten Bohlenstuben bedeutsam. Auf Grund unserer geringen Datenbasis können wir uns dazu kaum äußern. In Tab. 5 sind 14 Bohlen bzw. Stubenhölzer ausgewiesen, und dabei handelt es sich neunmal um Tannen-, viermal um Fichten- und einmal um Eichenholz; zwei Ständer von Bohlenstuben waren aus Eichenholz. Im Allgemeinen wird Eichenholz im Fachwerkbau eine große Bedeutung beigemessen, denn die meisten Materialeigenschaften sind deutlich besser als bei anderen einheimischen Holzarten (NATTERER et al. 1996). ELLENBERG (1990: 80) stellt deshalb fest: „Als man noch nicht über die modernen chemischen Mittel hierfür [zum Holzschutz durch Anstrich oder Imprägnieren, Ba.] verfügte, war das gerbstoffreiche Eichenholz so beliebt, daß man es wo irgend möglich für den Fachwerkbau verwendete.“ Bei Abbildung 55 (ebd., S. 81) äußert er sich dazu wie folgt: „Wo Eichenholz leicht verfügbar war, herrschten sie [die Fachwerkbauten, Ba.] einst absolut. In Randbereichen [des Verbreitungsgebietes, Ba.] nahm man auch Nadelholz, vor allem Fichte, die aber erst allgemein verwendet wurde, seit man Holz gegen Fäulnis zu imprägnieren versteht.“ Und an anderer Stelle (ebd., S. 80) heißt es: „Es überrascht daher nicht, daß die heute noch fachwerkreichen Gebiete solche sind, in denen Eichen zumindest an besonderen Standorten gut wachsen.“ Jahre später unterstreicht er die Bedeutung der Eiche im Fachwerkbau erneut, „weil Eichen beim Waldroden in Menge anfallen“ (ELLENBERG 1998).

Im Altenburger Osterland gehörte und gehört die Eiche zwar zu den Hauptbaumarten; ihre Bedeutung für den Hausbau ist aber dennoch – zumindest im bisher überprüften Baubestand – geringer als bisher vielfach angenommen wird. Dieses Ergebnis bestätigt Schlussfolgerungen, die sich aus den jährlich erstellten Forstrechnungen des Amtes Altenburg ableiten lassen (BAADE 2007). Eichenholz stand oft nicht zur Verfügung (vgl. oben) und war sehr teuer (Anm. 4). Im benachbarten Muldetalland stellte ENGELMANN (2001: 26) fest, dass bei der Fertigung von Dachwerken von Kirchen und Wirtschaftsgebäuden Eiche Verwendung fand, während Dachstühle schlossartiger Bauwerke durchgehend in Tannenholz gezimmert waren. Tendenziell triff diese Aussage auch im Altenburger Land zu, denn von den 46 nachgewiesenen Eichenhölzern sind sechs in der Kirche Windischleuba und acht in den Turmhelmen der Roten Spitzen in Altenburg ermittelt worden. In Profanbauten wurde eine derartige Häufung von Eichenhölzern nicht festgestellt. Im Altenburger Schloss wurde Eiche lediglich viermal und im Schloss Ponitz gar nicht nachgewiesen (Tab.2 und 5). SCHMOLITZKY (1968: 78) äußert sich zum Umfang des Eichenholzeinsatzes beim Bau der Bauernhäuser in Thüringen vorsichtig und resümiert wie folgt: „Da Laubholz mit seinen verhältnismäßig kurzen Stämmen und krummen Ästen besser zum Fachwerk, das lang- und geradstämmige Nadelholz aber zum Blockbau geeignet ist, wurde Thüringen zu einem Fachwerkland. Und zwar ist in erster Linie das gegen Fäulnis widerstandsfähige Eichenholz verwandt worden, im Westen oft bis ins 18. Jh., sonst aber wenigstens für die Grundschwelle.“ In Bezug auf unser Untersuchungsgebiet, den östlichsten Zipfel Thüringens, trifft diese Aussage zu. 4.1.1.2 Andere Laubholzarten Unter den Laubbaumarten ist neben Eiche bisher nur die Verwendung von Pappel (vermutlich Zitterpappel, Populus tremula) dendrochronologisch belegt, und zwar im Torhaus des Altenburger Schlosses. Die Verwendung von Zitterpappel als Bauholz geht auch aus der Neuen Sächsischen Kirchengalerie (Ephorie Borna: 543 – 544) hervor. Danach hat Luther aus dem Leinawald Aspen bezogen, die beim Bau einer Scheune in dem zwischen Kieritzsch und Breunsdorf gelegen Zöllsdorf Verwendung gefunden haben. Belegt wird der Verkauf von Aspenstämmem wiederholt in den Forstakten der fürstlichen Wälder. Der Nachteile von Pappelholz waren sich die Bauherren und Zimmerleute zweifellos bewusst, denn verbaut wurde es nur spärlich und ausschließlich zu weniger beanspruchten Elementen des Baukörpers. So wurden z. B. von zwölf 1808 aus dem Wald des Rittergutes Lödla verkauften Aspenstämmen neun als Weller im Kuhstall genutzt, drei sind in der Scheune verbaut worden. Nach ENGELMANN (2001: 26) wurde Pappelholz nur dann eingesetzt, „wenn andere Holzarten nicht mehr verfügbar oder für den Bauherrn nicht

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