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Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

Ein viertes befand sich

Ein viertes befand sich im Bestand des Schloss- und Spielkartenmuseums. Bei drei der vier Hölzer wurde die Holzart bestimmt; stets handelte es sich um Tanne. Das angeführte Ergebnis ist ein erster Hinweis auf die für diesen Zweck verwendete Baumart im Altenburger Land. Wie GREBENSTEIN (1984: 36) in Leipzig klären konnte, ist Nadelholz für diesen Zweck aber ganz offensichtlich allgemein bevorzugt worden. Seinen Angaben zufolge ist die Wasserleitung vom Marienbrunnen in die Stadt Leipzig 1496 angelegt und aus Kiefernstämmen gefertigt worden. Als entscheidende Ursache für diese Verwendung hebt GREBENSTEIN den Harzreichtum des Kiefernholzes hervor. 4.1.2 Diskussion Da die untersuchten Hölzer zeitlich ungleichmäßig verteilt sind und die Zahl der untersuchten Bauwerke (94) zu gering ist, sind aus den bisher vorliegenden Ergebnissen der dendrochronologischen Untersuchungen (Tab. 2 u. 5; Anm. 5) Phasen unterschiedlicher Bautätigkeit nicht ablesbar. Entgegen der allgemeinen Auffassung, dass die Bautätigkeit während des Dreißigjährigen Krieges zum Erliegen kam, wurden drei Gebäude des fünf Objekte umfassenden Hofes Gardschütz Nr. 2 im Jahre 1630 errichtet (Klöppel 2002 mdl.). Fünf weitere Gebäude der Stadt und der Dörfer der Umgebung wurden in dieselbe Zeit datiert. Dendrochronologisch wurden bisher nur 5 Holzarten nachgewiesen: Tanne, Fichte, Kiefer, Eiche und Pappel (Anm. 3). Das von Fuchs (FUCHS & SALAMON 1985) als „beliebtes Bauholz“ angeführte Ulmenholz ist bisher dendrochronologisch nicht nachgewiesen worden. Angesichts der geringen Zahl von Holzproben (n = 608) kann die Nutzung von Ulmen nicht völlig negiert werden, doch dürfte Ulmenholz seit 1300 mengenmäßig beim Hausbau kaum Bedeutung gehabt haben. Ulmen (Ulmus spec.) sind kennzeichnend für die Hartholzaue. Diese Vegetation war im Altenburger Land zweifellos schon ursprünglich nur kleinflächig entwickelt und ist in den letzten Jahrhunderten stark zurückgedrängt worden. Dennoch sind im Leinaforst noch alle drei in Mitteleuropa vorkommenden Ulmenarten vorhanden. Zumindest in Sachsen und Thüringen wurden vor allem Nadelhölzer als Bauholz genutzt. Die in Bauten aus dem 15. und 16. Jh. dendrochronologisch besonders häufig nachgewiesene Bauholzart im Altenburger Land ist – wie im nicht weit davon entfernten Muldetalland um Grimma (ENGELMANN 2001) – Weißtanne. Im Gegensatz dazu wurde im ostthüringischen Buntsandsteingebiet um Gera vorzugsweise Fichte genutzt (SCHERF 1998: 2), in der Oberlausitz Kiefer (DEUTSCHMANN 1959: 142 ff.). Diese Befunde deuten darauf hin, dass die Auswahl der als Bauholz genutzten Nadelbaumart bis in die frühe Neuzeit maßgeblich von den Ressourcen des eigenen Territoriums bestimmt worden ist.

Wie ENGELMANN (2001) zeigen konnte und auch aus vorliegenden eigenen Untersuchungen deutlich wird, war die Auswahl der Holzart beim Hausbau daneben von den Holzpreisen bestimmt (Anm. 4). In Nordwestsachsen und im Altenburger Land (Ostthüringen) wurde das teure Eichenholz, obwohl die Baumart autochthon vorkam, relativ wenig und meist nur dort eingesetzt, wo seine besonderen Eigenschaften am ehesten erforderlich waren. 4.2 Zur Herkunft des Bauholzes 4.2.1 Allgemeines Bauholz war immer ein teurer Rohstoff. Teuer war aber nicht nur das Holz selbst, sondern auch sein Transport. Da die Holzressourcen des Umlandes oft nicht ausreichten, musste Bauholz z. T. aus entfernten Territorien bezogen werden. Diesbezügliche Probleme erörtert an Beispielen aus dem 18. Jahrhundert ADAM (2005). Wegen der hohen Holzpreise gingen die Menschen sparsam mit Bauholz um. Davon zeugt die mehrfach nachgewiesene Zweitverwendung von Holz in den uns vorliegenden und in Tabelle 1 ausgewiesenen Gutachten (vgl. Tab. 2 u. 5). Die Wiederverwendung von Bauholz bei der Errichtung des Gehöftes Schellenberg in Naundorf nach Abriss der Altgebäude hat KRESSE (1865) dokumentarisch festgehalten (SALAMON 2000) (Anm. 7). Weitere Angaben zu diesem Problem verdanken wir A. Klöppel (Anm. 8) und U. Künzl (Anm. 15). 4.2.2 Bauholzversorgung aus den Wäldern der Umgebung Aufgrund der zuvor dargelegten Erkenntnisse muss davon ausgegangen werden, dass das im Altenburger Land benötigte Bauholz bis ins 19. Jahrhundert zur Minimierung der Kosten bevorzugt – aber nicht ausschließlich – aus den Wäldern der Altenburger Region bezogen worden ist. Zur Menge des eingeführten Bauholzes liegen keine Angaben vor. Der über lange Zeit hohe und immer wieder gestiegene Holzbedarf führte zur Übernutzung der einheimischen Wälder und veranlasste die Landesherren und deren Forstverwaltungen seit dem 16. Jh. immer wieder, Maßnahmen zur Holzeinsparung zu ergreifen. Auf Grund ihrer Größe sind primär die dem Landesherrn gehörigen Forste als Ursprungsgebiete für Bauholzlieferungen zu vermuten, und besondere Aufmerksamkeit ist dabei dem Leinaforst zu widmen. Dafür sprechen zumindest zwei Gründe: � Der Leinaforst liegt nur 5 km von Altenburg entfernt, ist also das der Stadt Altenburg am nächsten gelegene Forstgebiet.

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