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Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

� Der Leinaforst war

� Der Leinaforst war der weitaus größte Forst des Amtes Altenburg; 1670 hatte er eine Fläche von 3815 ½ Acker (ca. 2448 ha) (ThStA Altenburg, Kammer zu Altenburg, Forstamt Altenburg, Nr. 175 [1670]). Wegen seiner Größe war er zur Bauholzversorgung der Umgebung prädestiniert. Beweise für die Bedeutung der Leina für die Holzversorgung der Umgebung gibt es vielfältig: � Schon 1227 ist in dem am Leinaforst gelegenen Ort Wilchwitz ein „forestarius“ bekannt (PATZE 1955a), ein Ministerialer, der sich um die Verwaltung der herzoglichen Forsten zu kümmern hatte. � Die wenigstens seit 1250 bis 1862 stabilen Grenzen des Forstgebietes (BAADE 1996) sind Ausdruck der großen Bedeutung, die die Landesherren diesem Forstgebiet als Jagdrevier und zur Holzversorgung zugemessen haben. � Im 16. Jh. gab es einen „Holtzweg“, der die herzogliche Residenzstadt direkt mit dem Leinaforst verbunden hat, ohne eine weitere Siedlung zu berühren (BAADE 1996). � Unter den Forstgebieten des Altenburger Landes sind nur aus den Leinarevieren Bestände an Tanne, der als Bauholz in der Region am meisten verwendeten Baumart, bekannt (BÄRTHEL 1926). � Nachgewiesen ist, dass große Teile des Leinaforstes über Jahrhunderte anders bewirtschaftet wurden als alle anderen Forste der Umgebung, denn im Interesse der Bauholzproduktion wurden in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts Vor- und Nachhaue unterschieden (BAADE 2007). � Die Unterlagen über Holzverkäufe aus den landesherrschaftlichen Forsten um Altenburg aus den Jahren 1418 – 1421 (BAADE 1996: 77 - 79) und 1737 (BAADE 2007) dokumentieren, dass von den fürstlichen Wäldern im Amt Altenburg jener Zeit lediglich der Leinaforst nennenswerte Bauholzressourcen hatte. Die anderen fürstlichen Forste bei Altenburg (Kammerforst, Luckaer Forst; 1737 auch Pahna und Deutsches Holz) lieferten regelmäßig nur einige Eichen- und eine von Jahr zu Jahr sehr unterschiedliche Menge Aspenstämme. Das Herkunftsgebiet des Bauholzes kann bei alten Gebäuden nur selten (Anm. 9), am ehesten bei Adelssitzen und öffentlichen Bauwerken (Kirchen, Verwaltungsgebäude der herzoglichen Regierung, Rathäuser), ermittelt werden. In Altenburg haben sich umfangreiche Aktenbestände zum Schloss- und zum Rathausbau einerseits sowie zu den fürstlichen Forsten andererseits erhalten (Anm. 10 – 13). Die Akten dokumentieren, dass das in den genannten Gebäuden verwendete neue Holz überwiegend aus dem Leinaforst bezogen worden ist (BAADE 2007; vgl. Anm. 14). Besonders hervorzuheben ist eine von KLÖPPEL (2006) ermittelte Angabe der Forstrechnung von 1557. Danach sind neben 28 großen Eichen und 34 eichenen Laßreisern auch zwei Tannen aus dem herzoglichen Forst Pahna zum Bau der Paditzer Pleißebrücke geliefert worden sind.

Diese Angabe stützt die früher geäußerte Theorie zur Entwicklung der Tannenvorkommen an der nördlichen Arealgrenze bei Altenburg/Zeitz (BAADE 2003). Als Zwischenlager und Versorgungszentrum für Bauholz richtete die herzogliche Verwaltung 1729 – 1730 in Altenburg einen „Bauhof“ ein. „Er befand sich damals wie heute in der Münsaer Straße neben der Feuerwehrwache (ehemaliges Herzogliches Jagdzeughaus, Nr. 8) und wurde als Lager für Baumaterialien für die herzoglichen Bauten bis hin zum Brennholzbedarf genutzt.“ (G. WOLF in: SCHADEWITZ, Registerband: 35). Die fürstlichen Forste können jedoch nicht die einzige Bauholzressource für die Altenburger Region gewesen sein. Der Holzbedarf war, wie schon oben dargestellt worden ist, wesentlich größer als der dort erfolgte Holzeinschlag. Diese Schlussfolgerung ergibt sich auch aus dem Widerspruch zwischen den Ergebnissen der dendrochronologischen Untersuchungen im Altenburger Land einerseits und den Aussagen den von der Forstverwaltung erstellten Forstrechnungen andererseits. In den jährlichen Forstrechnungen werden weder 1418 – 1421 noch 1737 Fichte und Kiefer erwähnt (BAADE 2007). Bei dem im Altenburger Land als „Tanne“ deklarierten Bauholz kann es sich tatsächlich nur um Weißtanne gehandelt haben, denn die Forstbedienten haben schon zeitig zwischen Tanne und Fichte unterschieden. Dendrochronologisch nachgewiesen ist aber seit dem 15. Jahrhundert die zunehmende Verwendung von Fichte als Bauholz (Tab. 6 u. 7). Hinweise auf die Nutzung kleinerer Forstflächen sind in Archivdokumenten häufig zu finden, waren aber bisher nie Gegenstand einer Untersuchung. Auf die „Cammer Acta über die zum Friedenstein de a 1700 erhandelte Papier-, Mahl- und Öhl Mühlen zu Großstöbnitz und Fockendorff ...“ (ThStA Altenburg, Kammer Amt Altenburg, Nr. 1407: 76 ff.) wies uns A. KLÖPPEL hin (2002 in litt.). Danach wurde für den Bau von Wehr und Mühle zu Großstöbnitz Holz aus Mockern (1 Eiche), dem Gößnitzer Holze (Eiche), dem Giebaer Holze und der Leina geholt. Die Besitzer der kleineren Wälder sind unklar. Die Besitz- und Abhängigkeitsverhältnisse in historischer Zeit sind aber zur Klärung der Herkunft des Bauholzes bei den genannten Orten durchaus beachtenswert, denn Rittergutswälder haben zweifellos zur Bauholzversorgung im Altenburger Land beigetragen. Das „Holzbuch Lödla 1755/1825“ lässt erkennen, dass auch aus den Rittergutswäldern Bauholz bezogen worden ist (Anm. 13). KRESSE (1865) wies als Herkunftsgebiet des Neuholzes beim Bau des Schellenbergschen Gutes in Naundorf das Rittergut Wildenborn aus (SALAMON 2000; Anm. 7). Analog ist die Bedeutung der Kirchenforste einzuschätzen, wie am Beispiel des Klosters Remse deutlich wird. Dazu teilt KLÖPPEL (2006: 127) mit: „1498 ist erwähnt, dass das Bauholz für den Kirchenbau in Kosma aus den Waldungen des Probstes zu Remse gekauft worden ist.“

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