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Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

4.3.2 Holztransport auf

4.3.2 Holztransport auf Straßen Wegen des schlechten Straßenzustandes waren Langholztransporte auf Straßen sehr beschwerlich und teuer. So schrieb ein unbekannter Autor (ANONYMUS o. J.) in Sachsen: „Sicher hätte man auch auf andere Waldungen im Lande zurückgreifen können. Jedoch spielten die Verkehrswege eine besondere Rolle. Die Anfuhr mit schweren Holzfahrzeugen auf den teilweise sehr schlechten Straßen war schier unmöglich, wäre sehr kostspielig gewesen und hätte außerdem den noch weit mehr Gelder schluckenden Ausbau von Straßen zur Folge gehabt.“ Unterstrichen wird diese Aussage durch ein Beispiel, das BENDIX (2001: 255) aus dem Kurfürstentum Sachsen anführt. Aus den Klagen der Reformatoren Luther und Melanchthon schlussfolgert Bendix auf Holzmangel in der Wittenberger Gegend. Gleichzeitig verfaulte in entlegenen Teilen der nicht weit entfernten Dübener Heide noch viel Holz, „da das fehlende Wegenetz keine großen Holztransporte ermöglichte“. Noch 1902 fand der Transport eines 8 m langen Eichenstammes mit einem mittleren Durchmesser von 1,88 m und einem Gewicht von „über 225 Zentnern“ von Kauerndorf zum Altenburger Bahnhof besondere Aufmerksamkeit, und zu dieser Zeit waren die Straßen vergleichsweise gut ausgebaut, Hebetechnik stand zur Verfügung. Trotz dieser relativ günstigen Bedingungen waren sechs Pferde zum Transport notwendig (ANONYMUS 1902). Das Beispiel verdeutlicht eindrucksvoll die Schwierigkeiten von Holz-Schwertransporten im Mittelalter! Von Transportschwierigkeiten zeugt auch die Tatsache, dass Luther 35 Holzstämme im Winter 1540/41 aus dem Leinawald „einen Monat lang Stück für Stück nach Zöllsdorf“ schleppen ließ (vgl. 3.3). REINHOLD (2001) berichtet, dass 1594 für das Pfarramt Monstab Fronfuhren zu leisten waren, bei denen der Geistliche mehrfach über die geringe Menge der geladenen Baumaterialien klagte. Zufriedenheit, ja Lob ist erkennbar über einen Holztransport. Durch „Barttel Petzoltzs Erben Zu Crassaw“ wurde „mit vier Pferden Eine Zimliche Eychen Im Cammerforst geholet“, und dazu stellt der Geistliche fest: „Zur anderen Zeit, mit 1 [sollen sie mit einer, Ba.] leichten fuhr versehen werden.“ SCHMOLITZKY (1968: 82) führt mehrere Faktoren an, die Einfluss auf die Holzstärke beim Hausbau gehabt haben. Im waldarmen Territorium des Amtes Altenburg scheint auch das Transportproblem bedeutsam gewesen zu sein. Als besondere Schwierigkeit für die Holzabfuhr aus dem Leinaforst in Richtung Altenburg muss die Überquerung der Pleiße herausgestellt werden. FUCHS (1957) erwähnt als die ältesten steinernen Pleißebrücken jene in Paditz (1531), Münsa (1671) und Treben (1702), doch sind diese Angaben zu korrigieren. Bei der Paditzer Brücke waren lediglich die Pfeiler und Bögen jenseits der Pleiße aus Stein errichtet. „Direkt über dem Fluß war der Überbau hölzern und eigentlich für nicht für Fuhrwerke befahrbar. Bei einer Reparatur im 18. Jh. wurden die Pfeiler so angelegt, dass es eine befahrbare Brücke hätte sein können, aber erst 1835/36 wurde der Belag fahrbar, aber immer noch aus Holz hergestellt.

Genutzt werden konnte die Paditzer Brücke so nur für leichtes Fuhrwerk und Wirtschaftsfuhren der Gemeinde. Erst 1887 wurde die Brücke in ihrer heutigen Gestalt fahrbar hergestellt. Die Mockernsche Brücke wurde bereits 1762/66 so neugebaut, dass sie für Fuhrwerke befahrbar war. Gleiches gilt für die Münsaer Brücke.“ (KLÖPPEL 2002 in litt. u. 2006). Zuvor muss es Holzbrücken gegeben haben, deren Zustand aber zweifellos den Ansprüchen oft nicht genügt haben wird. Benutzt worden sind mehrere Furten. Arbeiten zur Instandsetzung von Wegen sind im 17. Jh. dokumentiert. Die Forstrechnung des Amtes Altenburg von 1665 weist die kostenlose Abgabe von 54 Fudern Schalholz im Wert von 54 F und 64 Fudern Wegeholz im Wert von 18 F 6 gl. aus dem Leinaforst aus. Dazu ist vermerkt: „.... seiend von Mich. 1664 biß dahin 1665 gefertiget und die Landstraßen darmit außzubeßern, verfolget worden, laut 8 Zeddel.“ Um welche Holzart es sich handelte und wie dieses Holz beschaffen war, bleibt unklar. In etwa dieselbe Zeit sind drei Hölzer datiert worden, die zur Befestigung einer Straße in Ehrenhain gedient hatten. Dieser befestigte Weg wurde 2002 von Dr. Peter Sachenbacher bei einer archäologischen Grabung angeschnitten. Bei der Untersuchung wurden zwei Eichen- und ein Tannenholz nachgewiesen, also Holzarten, die auch sonst als Bauholz benutzt wurden (Anm. 17). In dem von den Anspannern des Amtes Altenburg 1790 angestrengten Prozess (SEIFERT 1937) wurde entschieden, dass die Fronbauern im Rahmen der Jagdfrone nicht zur Instandsetzung von Waldwegen und in Wäldern vorhandenen Brücken herangezogen werden dürfen (Anm. 18). Die oben angeführten Bestimmungen der Altenburger Marktordnung erzwangen Holztransporte aus dem südlichen Westsachsen ins Amt Altenburg. Deshalb hatten mittelalterliche Geleitsstraßen von Altenburg nach Süden große Bedeutung (SEIFERT 1928, BILLIG & WIßUWA 1985). Schon 1588 ist ein besonderer „Holtzweg in die Leina“ dokumentiert. Er führte von Altenburg in und durch den Leinaforst und endete an der Wiera. Da alle im Wald existierenden Wirtschaftswege mit ihm verbunden waren, ermöglichte dieser Weg eine zügige Holzabfuhr in Richtung Altenburg (BAADE 1996). Holztransporte waren vielfach Aufgabe von Fronbauern, und Angaben im Amtserbbuch des Amtes Altenburg von 1548 (Sächs. HistStA Dresden) spiegeln das wider. Zu Niederwiera und Wickersdorf heißt es dort: „Die Anspanner müssen Sparren oder Riegelhölzer zu des Ampts Gebäuden aus der Leinenn ins ampt soviel man der bedürfftigte fuhrenn.“ Rußdorf betreffend heißt es: „Die Anspanner fuhren nach Ihren Vermogenn wan sie erfordert Bauholtz und andere notdurft zu des Ampts Gebäuden an Sparren und Riegeln.“ Die Reglementierung der Frondienste zeugt von der Bedeutung dieser Aufgabe. So waren die Fronbauern entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu den drei Reiten (= territoriale

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