Aufrufe
vor 5 Jahren

Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

Bauholz, Bauholztransport und Forstwirtschaft im Altenburger Land ...

3 Anmerkungen zur

3 Anmerkungen zur Altenburger Region 3.1 Zu Gehölzflora und Waldvegetation Die aktuelle zonale Vegetation des Altenburger Landes ist überwiegend dem Eichen-Hainbuchenwald (Gali sylvatici-Carpinetum betuli OBERD. 1957) zuzurechnen (HEMPEL 1982, RABOLD 1982, BAADE 1987, 1996). Hauptbaumarten dieser Gesellschaft sind Stieleiche (Quercus robur) oder Traubeneiche (Quercus petraea), Hainbuche (Carpinus betulus) und Winterlinde (Tilia cordata). Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Spitzahorn (Acer platanoides) und Vogelbeere (Sorbus aucuparia) sind ebenfalls vertreten. Im hier betrachteten Zeitraum (1300 bis Anfang des 19. Jh.) hat sich das Artenspektrum verändert. Spitzahorn fehlte ursprünglich; die Art ist erst Mitte des 19. Jh. von Osten her eingewandert. Hainbuche war in der ursprünglichen Vegetation relativ selten. Sie ist bevorzugt an Waldrändern gewachsen und mit der durch die Forstwirtschaft verbundenen Auflichtung der Wälder gefördert worden. Eine andere zonale Vegetation gibt es nur in einigen Teilen des Leinaforstes mit über 600 mm Niederschlag/Jahr. Dort war in historischer Zeit ein autochthoner Tannen-Buchenwald (Abieto-Fagetum [ZEIDL. 1953] OBERD. 1957) entwickelt, in dem Weißtanne (Abies alba) und Rotbuche (Fagus sylvatica) dominiert haben (BAADE 1987: 139; BAADE 1996: 123 ff.; BAADE 2003). Aus dem Tannen- Buchenwald ist mit dem Erlöschen der Weißtannen-Population ein Waldmeister-Buchenwald (Galio odorati-Fagetum SOUGNEZ & TILL 1959 emend. DIERSCHKE 1989) hervorgegangen, auf trockeneren Standorten sind die von Buchen dominierten Waldpartien als Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo luzuloides-Fagetum MEUSEL 1937) anzusprechen. Auf die Vegetation der ehemals großflächigeren Nassstandorte weisen verschiedene Bruch- und Auenwaldgesellschaften mit Schwarzerle (Alnus glutinosa) und Esche (Fraxinus excelsior) hin. Dazu gehören Schaumkraut- Erlenwald (Cardamino-Alnetum glutinosae MEIJER-DREES1930), Winkelseggen- Eschenwald (Carici remotae-Fraxinetum W. KOCH 1926 ex FABER 1936) und Traubenkirschen-Eschenwald (Pado-Fraxinetum OBERD. 1953). Das frühere Vorkommen der Esche ist noch nicht endgültig zu beurteilen; in Forstrechnungen, Waldbeschreibungen und Flurnamen fehlen eindeutige Hinweise auf diese Art. Eschen, deren Stämme als Nutzholz verwendet werden konnte, sind über Jahrhunderte hinweg infolge der bis ins 18. Jahrhundert vorherrschenden Mittelwaldwirtschaft nur zerstreut herangewachsen (BAADE 2006). Die ehemals zweifellos häufiger vertretenen Ulmenarten (Ulmus spec.) sind durch das „Ulmensterben“ drastisch zurückgegangen.

Über natürliche Vorkommen von Fichte (Picea abies) und Kiefer (Pinus sylvestris) im Altenburger Land liegen keine gesicherten Kenntnisse vor. Auf Vorkommen seit dem 17. Jahrhundert deuten Flurnamen hin (KIRSTE 1938). Schlaglichtartig werden die Vorkommen von Kiefer im Altenburger Lößgebiet durch eine Akte zur Flur Mockern (ThStA Altenburg, 1795/96) aufgehellt, der eine 1797 von C. F. Bernstein gefertigte Karte beigefügt ist (Anm. 2). Vom Forstbedienten Lindner (Lohma), der die Gemeindegrundstücke besichtigt und taxiert hat, werden im Kirchenholz zwei Acker mit vierzig-, fünfzig- und sechzigjährigen Kiefern angegeben, „die aber nur wenig taugen zu Bauhölzern“. 3.2 Zur Forstgeschichte Die schon während der Slawenzeit besiedelte Zone im Altenburger Lößhügelland wurde während der mittelalterlichen Rodungsphase deutlich erweitert (THIEME 2001). Der Abtrieb des Waldgebietes Tiergarten Ende des 12. Jahrhunderts – auf diesem Territorium liegen jetzt die Orte Frohnsdorf, Flemmingen, Garbisdorf, Göpfersdorf, Wiesebach, Wiesemühle, Wolperndorf und Ziegelheim - bildete dabei einen letzten Höhepunkt (SCHALL 1958: 288ff; BAADE 1996). Im Zusammenhang mit der deutschen Landnahme und dem mittelalterlichen Landesausbau entstanden große, jetzt im Besitz des Landes Thüringen befindliche Forstgebiete (Luckaer Forst, Kammerforst, Deutsches Holz, Pahna, Leinaforst), die im Mittelalter zeitweilig besiedelte Parzellen mit einschließen. Die ältesten Informationen zu diesen Forstgebieten können Urkunden aus dem 13 Jahrhundert entnommen werden (PATZE 1955a). Die Grenzen der genannten und ehemals fürstlichen Forstgebiete haben sich aber – sobald sie fürstlicher Besitz waren – dann bis ins 20. Jahrhundert kaum verändert. Viele der noch im 19. Jahrhundert existierenden Ritterguts- und Bauernwälder sind zwischen 1840 und 1870 in Ackerland umgewandelt worden. Spätestens seit dieser Zeit gehört die Altenburger Region zu den waldärmsten im Süden Mitteldeutschlands (Sachsen und Thüringen). Genutzt wurden fast alle Forste im Altenburger Land – unabhängig von den Besitzverhältnissen – bis ins 19. Jahrhundert nahezu ausschließlich zur Gewinnung von Feuerholz. Deshalb sind diese Forste über Jahrhunderte als Nieder- oder Mittelwald bewirtschaftet worden. Andere Verhältnisse herrschten lediglich in Teilen des Leinaforstes. Weil dort die Produktion von Bauholz im Vordergrund stand, wurden große Partien dieses Forstgebietes als Plenterwald oder plenterwaldähnlich („Bauholzhaue“) bewirtschaftet, bevor bei der um 1767 erfolgten Neueinrichtung des Forstgebietes „Kauf- und Nachhaue“ auch als solche ausgewiesen und bezeichnet wurden. Die schon angesprochene Weißtannen-Population war an diese spezielle Bewirtschaftung gebunden und ist mit deren Aufgabe erloschen (BAADE 2007).

Imagebroschur Altenburger Land - Altenburg Tourismus
Bioenergietage im Altenburger Land 30.09.- 07.10.2007
Land- und Forstwirtschaft - Knott
Quad-Touren Kohrener Land, Altenburg und Muldental 10x21
Quad-Touren Kohrener Land, Altenburg und Muldental DIN
BK-Aktuell - Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark
ADDINOL Hochleistungs-Schmierstoffe - Land- und Forstwirtschaft
Land- und Forstwirtschaft, Abfallwirtschaft - Technik Steiermark
Land- und Forstwirtschaft - ADDINOL Lube Oil GmbH
STABILO - Land- & Forstwirtschaft 2016/17 Katalog
Qualitätsbericht 2010 - Klinikum Altenburger Land GmbH
Flyer Erziehungsberatung 2008 - Altenburger Land
Schadensbeseitigung und Hochwasserschutz im Altenburger Land
Entgeltordnung für die Nutzung der ... - Altenburger Land
Feuerwehrentschädigungssatzung - Altenburger Land
Entgeltordnung Jugendwohnheim - Altenburger Land
Öffentliche Bekanntmachung - Altenburger Land
Öffentliche Bekanntmachung - Altenburger Land
Psychosoziales Diakoniezentrum Altenburger Land - Horizonte